Die Reform des deutschen Geldwesens nach der Gründung des Reiches. von Aarl Helfferich. 11. Beiträge zur Geschichte der deutschen Geldreform. Verlag von Leipzig, D uncker ^398. A Humblot. ^ ^ — / Beiträge zur Geschichte der deutschen Geldreform. von Aarl Helfferich. Leipzig, Verlag von Duncker >^ Humblot. ^3W. Vorwort. Der vorliegende Band steht, wie der Titel andeutet, in engem Zusammenhang mit meiner gleichzeitig erscheinenden „Geschichte der deutschen Geldreform". Dort ist in großen Zügen die Geschichte der Neuordnung des deutschen Geldwesens dargestellt; die treibenden wirtschaftlichen und politischen Kräfte, welche die Reform herbeigeführt und ihre Durchführung beeinflußt habeu, die Einwirkungen der Geldreform auf die gesamte wirtschaftliche und namentlich auf die allgemeine währungspolitische Entwickelung, kurz die großen Zusammenhänge mit den wirtschaftlichen und politischen Bestrebungen und Verhältnissen sind dort eingehend geschildert. Dieser Band dagegen enthält im wesentlichen das gesichtete uud geordnete Thatsachen-Material, ergänzt durch eine Reihe von Einzeldarstellungen. Er ist der objektiven Feststellung des Thatbestandes, der genauen Erforschung verwickelter Verhältnisse, der eingehenden Untersuchung interessanter Entwickelungs-Prozesse und schwieriger Einzelfragen gewidmet. Dabei war es meine Absicht, in diesem Bande ein geschlossenes Ganzes zu schaffen, das einen umfassenden Überblick über alle in Betracht kommenden Verhältnisse gewähren soll, und das, trotz seines inneren Zusammenhanges mit dem darstellenden Bande, für sich allein bestehen kann. Bezüglich des Inhaltes sei bemerkt, daß dieser Band neben wichtigem, zum ersten Male geordnetem und verarbeitetem Material ein umfangreiches, bisher überhaupt nicht veröffentlichtes Material enthält, und daß ein Teil der Einzeldarstellungen auf bisher nicht zugänglichen Quellen beruht. Ich mache besouders aufmerksam auf die im dritten Teil enthaltenen Dokumente zur Münzgesetzgebung und auf das im vierten Teil enthaltene Material über die Goldbeschaffnng und namentlich auf die umfangreiche Statistik über die Silberverkäufe; ferner auf den vierten Abschnitt des dritten Teiles, „Die deutschen Silberverkäufe und der Silberinarkt". Ich verdaute dieses überaus wertvolle Material hauptsächlich der Güte Sr, Excellenz des Herrn Staatsmiuisters Dr. Grafen v. Posa- dowskv-Wehuer und dein großen Entgegenkommen Sr. Excellenz des Herrn Reichsbank-Präsideuten vi-. K o ch. Auch Sr. Excellenz, dem Herrn Staatssekretär Freiherrn v. T hielmanu bin ich für wichtige Ergänzuugeu des mir vor seinem Amtsantritt seitens des Reichsschatzamtes überlassenen Materials zu großem Dank verpflichtet. Außerdem sage ich an dieser Stelle memeu besten Dank der Statistischen Abteilung der Reichsbank und namentlich ihrem Leiter, Herrn vi-. v. Lu m m, dessen gütige Unterstützung in allen Stadien dieses Werkes mir die Bewältigung der schwierigen Arbeit wesentlich erleichtert hat. Bezüglich aller übrigen Punkte verweise ich -auf die Vorrede zu meiner „Geschichte der deutschen Geldreform". Berlin, im Februar 1898. Karl Hclfferich. Inhaltsverzeichnis. Erster Teil. Allgemeine Edelmetall- und Vährungsverhältnisse. I. Statistik vcr Produktion und dcs Wcrtvcrhnltnisscs der vcidcn Edclmctallr. 3 ^. Die Edelmetall-Gewinnung................... 4 Statistik........................... 4 Bemerkungen.......................... 1V ü. Das Wcrtverhnltms zwischen Silber und Gold.......... 1-'> Durchschnittliche Angaben für längere Perioden.......... 1? Specielle Nachweisuugen.................... 16 1. Der Silberpreis in London................ 16 2. Das Wertverhältnis in Hamburg............. 2V 3. Das Verhältnis zwischen Gold und Silber in Paris..... 24 II. Dcr Zusammcnliang zwischen dcr Produktion, Vcr nionctärcn Verwendung und dem Wertverhältnis dcr Edelmetalle............. 30 III. Die Edelmetall-Bewegung..................... 49 Statistik............................. 49 Bemerkungen >.......................... S7 IV. Die industrielle Verwendung dcr Edelmetalle............. 68 Zweiter Teil. Das deutsche Geldwesen vor der Geldreform. I. Dic dcutschcn Münzsystcmc vor dcr Münzrcform........... 73 Statistische Tafeln......................... 73 Erläuterungen........................... 78 II. Ausprägung«?» und Einziehungen vor dcr Rcform.......... 84 ^. Ausmllnzungon in den Staaten des Deutschen Reichs........ 84 L. Einziehungen in den Staaten des Deutschen Reichs ........ 92 Seite III. Dic Ergebnisse der Einziehung dcr Landcsmünzcn während der Reform bis Ende des Jahres 187!».................. 99 IV. Dcr deutsche Papierumlauf vor der Reform. 1. Staatspapiergeld...................... 109 2. Banknoten-Umlauf..................... 114 V. Umfang und Zusammensetzung des deutschen Geldumlaufs vor dcr Reform. 119 1. Umlauf von Münzen deutschen Gepräges, einschließlich der österreichischen Thaler, bei Beginn der Münzreform....... 119 2. Der deutsche Papieruinlauf................. 128 3. Der Umlauf fremder Geldsorten............... IM VI. Dic intcrnationllle Stellung des deutschen Geldwesens vor dcr Münzrcform 187 Dritter Teil. Dokumente zur Münzgesetzgebung. 1. Dic vcrschicdcncn Stadien des Gesetzes, betreffend dic Ausprägung von Rcichsgoldmünzcn, vom 4. Dcz. 1871..............163 II. Dic Motivc dcs dcm Bundesrat vorgelegten Entwurfs eines Gesetzes, betreffend dic Ausprägung von Rcichsgoldmünzcn.........177 III. Bericht dcr Bundcsrats-Ausschüssc für Handel und Verkehr und für Rechnungswesen, betreffend den Entwurf eines Gesetzes über die Ausprägung von Rcichsgoldmünzcn..............18> IV. Dic vcrschicdcncn Stadien dcs Münzgcsctzcs vom 9. Juli 1873 .... 194 V. Bericht dcr Bundcsrats-Ausschüssc für Handel und Verkehr und für Rechnungswesen, betreffend den Entwurf eines Münzgcsctzcs, vom 12. März 1873........................ 217 Vierter Teil. Die Durchführung der Münzreform. I. Die Goldvcschaffung.......................233 II. Die Goldankäufc der RcichSrcgierung und dcr internationale Geldmarkt 249 1. Die Goldbeschaffung aus den Mitteln der Kriegskosten-Entschädigung 252 2. Die Goldbeschaffung aus den Erlösen der Silberverkäufe .... 269 Anhang. 1. Zeitpunkte und Umfang der von Frankreich auf die Kriegskosten- Entschädigung geleisteten Zahlungen............234 2. Vierteljährliche Nachweisungen über Englands Goldhandel mit den wichtigsten Ländern (1871-1879)............. 287 3. Die Diskontsätze der wichtigsten europäischen Börsenplätze von 1870-1879 ...................... 292 — IX — Seite III. Die Silbervcrwcrtung....................... 299 ^. Die Überweisungen von Landessilbermünzen als Prägematerial an die deutschen Münzstatten.................... 303 L. Die Herstellung von Silberbarren aus Landessilberinünzen..... 305 0. Nachweisungen über die Silberverkaufe............. 306 1. Nachwcisungen über die vom Reichskanzleramt direkt oder durch Vermittelung der Deutschen Bank bewirkten Silberverkäufs (bis Dezember 1876>..................... 308 2. Nachweisungsn über die durch die Reichsbank vermittelten Silberverkäufe ........................ 314 3. Die Veräußerung des bei der Einstellung der Silberverkäufe im Besitze des Reiches verbliebenen Restes von Silberbarren (1884 und 1835)....................... 324 Gesamtübersicht über die Silberverkäufe............ 32Z O. Die Ablieferung von österreichischen Vereinsthalern an Österreich-Ungarn 326 Gesamtübersicht über die Silbereinziehung und -Verwendung . . 327 Anhang: Die Veräußerung des Barrensilber-Bestandes der Preußischen Bank bezw. Reichsbank........... 327 IV. Die deutschen Silocrverkäufc und der Silbcrmarkt.......... 328 1. Die Lage des Silbermarktes zur Zeit des Beginnes der deutschen Münzreform...................... 328 2. Silbermarkt und Silberverkäufe bis zum Herbst 187S..... 334 3. Silbermarkt und Silberverkäufe von 187S—1879........ 340 Schlußbemerkungen..................... 369 Anhang: Statistik der auf den Londoner Silbermarkt einwirkenden Faktoren.................... 372 V. Die finanziellen Eracvntssc der Münzrcform............ 378 Fünfter Teil. Das deutsche Geldwesen während der Reform. I. Die Veränderungen des deutschen Geldumlaufs während der Reform . 383 1. Die Veränderungen in dem Umlauf deutscher Münzen..... 383 2. Die Veränderungen in dem Bestände ausländischer Münzsorten und ungemünzten Edelmetalls.............. 392 3. Die Gestaltung der Papierzirkulation............. 404 II. Das Verhalten der deutschen Valuta während der Geldreform .... 41S Anhang: Der Kurs des Goldes und der Wechsel auf Amsterdam, London und Paris an der Berliner Börse während der Münzreform................... 442 — X — . . Sechster Teil. Materialien zur Beurteilung der Entwickelung des deutschen Geldwesens seit I.87Y. ............ Seite I. Ausprägungen und Einziehungen von Rcichsmünzcn......... 453 Statistik........................., . 453 . . Bemerkungen............................ 458 II. Der Pavicrumlauf........................ 465 ^. Staatspapiergeld........> .................. 466 L. Der Banknotenumlauf..................... 466 Statistik........................... 466 > . Bemerkungen........................ 470 1. Umfang und Deckung des Notenumlaufs.......... 47V 2. Die Elasticität des Notenumlaufs.............. 475 III. Der Giro- und Abrechnungsverkehr...».............. 483 1. Der Giroverkehr.................... 483 2. Der Abrechnungsverkehr................. 486 IV. Der gegenwärtige Umfang des deutschen Geldumlaufs und seine Zusammensetzung ...................... 488 V. Diskontsälzc und Wechselkurse. ^. Diskontsätze..............- - -.....- - - 495 Bemerkungen......................... 499 L. Auswärtige Wechselkurse...................... 602 Graphische Darstellungen. Edelmetall-Produktion und Wertverhttltnis................ 16 Die Veränderungen des deutschen Metallgeld-Bestandes während der Münzreform 403 Der Wechselkurs auf London und der Preis des Goldes in Berlin von 1871 bis 1876 445 Die Entwickelung des durch Barvorrat nicht gedeckten deutschen Notenumlaufs . 482 VI/ L1 I, Statistik der Produktion und des Wertverhaltnisses der beiden Edelmetalle. Die folgenden statistischen Tafeln haben den Zweck, einen Überblick über die Entwickelung der Edelmetall-Produktion und die Gestaltung des Wertverhältnisses zwischen Gold und Silber zu geben. Die Zusammenstellung dieser Statistik ist nicht Selbstzweck der vorliegenden Arbeit, sie soll vielmehr nur als Grundlage zur Beurteilung 'der deutschen Münzreform uud ihrer Folgen dienen. Ich durfte mich deshalb darauf beschränken, auf die bekannten Veröffentlichungen über dieses Gebiet, namentlich auf die Arbeiten von Soetbeer und die jährlichen Berichte des Münzdirektors der Vereinigten Staaten, zurückzugreifen. Deren Angaben durfte ich um so mehr ohne weitere Kritik übernehmen, als sie auf dem sichersten Material beruhen, das überhaupt zu beschaffen ist. Die Zeit, in welche die deutsche Münzresorm und ihre Durchführung fällt, hat hinsichtlich des Wertverhältnisses eine besondere Berücksichtigung erfahrend Ebenso sind die speciell deutschen Verhältnisse, die deutsche Edelmetall-Gewiuuung und das Wertverhältnis auf dem Hamburger Edelmetallmarkt, eingehender behandelt. i Bezüglich der Edelmetall-Gewinnung liegen bis 1875 keine so ausführlichen Nachweisungen vor, wie für die spätere Zeit. Namentlich giebt Soetbeer bis zu diesem Zeitpunkt keine Angaben über die Edelmetall-Gewinnung der einzelne» Jahre, sondern nur Durchschnitte für je fünf Jahre. — 4 — Die Ldelmetall-Gewinnung. Übersicht über die Edelmetall-Produktion der Welt. Nachweisungen für längere Perioden (nach Soetbeer; die letzten fünf Jahre nach den Berichten des amerikanischen Münzdirektors). Von der GesamtprodukGold Silber tion kommt auf das Gold Silber Perioden ZA S«" >-S 1000 KZ 1000 -» Z L -> K D S-W im Jahresdurchschnitt 1493—1620 5.800 16.182 47.000 12.220 11,° 67,o 89,» 43,» 1521—1S44 7.160 19.976 90.200 22.370 7.4 47,2 92.° 62,8 1S4S—1S60 8.510 23.742 311.600 76.965 2,7 23,s 97,8 76,4 1561—1S80 6.840 19.083 299.500 72.779 2,2 20,8 97,8 79,2 1581—1600 7.380 20.590 418.900 98.860 1,7 17,2 93,z 82,8 1601—1620 8.520 23.771 422.900 96.421 2.« 19,8 93,° 80,2 1621-1640 8.300 23.157 393.600 78.326 2,r 22,8 97,° 77,2 1641—1660 8.770 24,468 366.300 70.330 2,-> 25,8 97,7 74,2 1661—1680 9.260 25.835 337.000 62.682 2,7 29,2 97,8 70 8 1681-1700 10.765 30.034 341.900 63.693 3.- 32,i 96,° 67,g 1701-1720 12.820 35.768 355.600 65.075 3,5 35.» 96,« 64,5 1721—1740 19.030 53.233 431.200 79.772 4,2 40,o 95,8 60,o 1741—1760 24.610 68.662 533.145 100.764 4,4 40,° 95,0 69,5 1761—1780 20.705 57.767 652.740 124.021 3,i 31,8 96,g 68,2 1781-1800 17.790 49.634 879.060 162.626 2,° 23,4 98 76,a 1801—1810 17.778 49.600 894.160 160.053 1.0 23,7 98,i 76,8 1811—1820 11.445 31.932 540.770 97.339 2,' 24,7 97,° 76,8 1821—1830 14,216 39.663 460.660 81.519 3,o 32,7 97,o 67,8 1831—1840 20.289 56.606 596.460 106.572 3,8 34,o 96,7 65,1 1841-1850 54.759 152.777 780.416 137.353 6,s 62,7 93,4 47,s 1851—1855 199.388 556.308 886.116 160.387 18.« 77.« 81,s 22,4 1856—1860 201.750 562.899 904.990 164.709 13,2 77.« 31,8 22,° 1861—1865 185.057 516.326 1.101.160 199.308 14.« 72,i 85,s 27,s 1866-1870 195.026 544.139 1.339.086 239.696 12,7 69,4 87,8 30,« 1871—1875 173.904 485.207 1.969.426 344.649 8,i 53,k 91,0 41,5 1876—1880 172.434 481.045 2.450.262 382.062 6,s 66,7 93,4 44,8 1881—1885 154 959 432.300 2.808.400 424.800 5,8 50,4 94,7 49,s 1886-1890 167.640 467.720 3.635.500 476.300 4,4 49,5 96,s 60,s 1890-1895 245.740 685.615 4.941.720 498.040 4,7 57,8 95,8 42,2 — 5 — Edelmetall-Produktion der Welt seit 1376. Nachmessungen für die einzelnen Jahre (nach Soetbeer). Jahre 1876 1877 1878 1879 1880 1881 1882 1883 1884 1885 1886 1887 1888 1889 Gold 165.956 179.445 185.847 167.307 163.515 160.678 153.817 148.584 155.748 155.972 160.763 158.247 164.090 176.272 Millionen ^ 463 501 519 467 456 449 429 415 435 435 449 441 458 492 Silber KZ 2.323.779 2.388.612 2.551.364 2.507.507 2.479.998 2.586.700 2.773.100 2.775.100 2.910.300 3.036.000 3.021.200 3.324.600 3.673.300 4.237.000 Millionen 365 387 395 381 382 395.8 418,1 416,4 436,5 436,8 405.7 438,8 477,2 534.9 Die Goldvroduktion der Welt. (Nach den Berichten des amerikanischen Münzdirektors.) Jahre Feine Unzen ^ H 1000 ^ 1873 4.653.675 144.700 96.200.000 403.713 1874 4.390.031 136.500 90.750.000 380.835 1875 4.716.563 146,700 97.500.000 409.293 1876 . 5.016.488 155.900 103.700.000 434.961 1877 5,512,196 171.400 113.947.200 478.206 1873 5.761.114 179.200 119.092.800 499.968 1879 5.262.174 163.700 108.778.800 45 durchschnitt!. 601.800 durchschnitt!. 374.700 — 1876 933.300 1877 1878 1879 937.300 1.087.300 981.200 durchschnitt!. 656.000 durchschnitt!. 3S0.000 — 1880 943.000 , 1881 1.034.400 1882 1883 1884 1.125.800 1.111.200 1.175.600 durchschnitt!. 751.000 durchschnitt!. 365.000 — 1885 1.241.200 1886 1.231.000 794.000 547.200 > Unzuverläss. 1887 1.283.200 904.000 496.200 / Angaben 1888 1.423,300 995.000 491.200 120.308 1889 1.555.500 1.144.000 456.300 144.369 1890 1.695.000 1.212.000 440.100 258.212 1891 1.314.100 1.084.000 518.700 311.100 1892 1.229.000 493.100 418.087 1.974.800 1893 1.866.600 1.380.000 580.664 637.800 1894 1.539.900 1.463.000 873.793 562.263 1895 1.733.600 1.461.000 939.361 389.102 i Die Silberproduktion D nachgewiesen. eutschlands ist in der folgenden Übersicht genauer Bie Edelmetall-Produktion in Deutschland. Gold Silber Jahr 1000 ^ ^ 1000 ^ (im Jahres14,2 39,« 48.860 8.794,s durchschnitt) 20,4 56,o 61.510 11.071,s 1851—1855 1856—1860 1861 28.« 76 61.710 10.987 1362 9.« 27 63.990 11.334 1863 46,o 126 68.260 12.136 1864 42,i 116 74.340 13.271 1865 35,4 98 73.350 13.123 1866 155,i - 425 78.540 14.085 1867 84,s 235 88,330 15.823 1868 115,i 318 93.560 16.753 1869 79,o 219 92.270 16.447 1870 68,, 187 92.920 16,650 1871 82,s 224 98.100 18.161 1872 327.» 894 127.000 22.574 1873 315,° 855 177.200 30.792 1874 365,i 999 155.900 26.773 1875 332.Z 923 157.200 26.346 1876 281,s 785 139.800 21.970 1877 307,g 858 147.600 23.812 1878 378,s 1.056 167.700 25.390 1879 466,? 1.302 177.500 26.518 1880 463,o 1.292 186.000 28.608 1381 380,7 1.063 136.990 28.314 1832 376,i 1.051 214.980 52.763 1883 - 457,8 1.278 235.060 35.038 1384 553,o 1.551 248.110 37,056 1885 1.373,4 3.855 309.420 44.133 1386 1.473 4.112 318.880 42,613 1887 1.753 4.894 366.960 48.074 1883 1.793 5.003 405.910 51.393 1889 1.717 4.794 402.400 50.740 1890 2.277 6.335 402.260 56.060 1891 2.427 6.760 443.840 58.877 1892 2.549 7.094 437.960 57.075 1893 2.547 7.086 448.090 46.948 1894 3.199 8.916 442.820 38.504 1895 3.547 9.878 391.980 34.403 WM ^ — 10 — Bemerkungen. Ein Blick auf die vorstehenden Tabellen und namentlich auf die graphische Darstellung am Schlüsse dieses Abschnittes zeigt uns ein zwar nicht ununterbrochenes, aber außerordentlich starkes Anwachsen sowohl der Silber- als auch der Goldgewinnung. Besonders frappierend ist das plötzliche enorme Steigen der Goldproduktion seit der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts und das allmähliche, aber gleichfalls außerordentlich starke Anwachsen der Silbergewinnung von demselben Zeitpunkt ab ^. Die Frage nach den Wirkungen dieser gewaltigen Entwickelung der Edelmetall-Produktiou auf das Wertverhältnis der beiden Metalle und auf die Währungsverhältnisse der Welt ist der Angelpunkt der ganzen sogenannten „Währungsfrage". Ihre Beantwortung hat uns in der „Geschichte der deutschen Geldreform" eingehend beschäftigt uud auch in diesem Bande werden wir uns noch mit ihr zu'befassen haben. An dieser Stelle haben wir jedoch lediglich die Ursachen dieser Entwickelung, die gegenwärtigen Produktionsverhältnisse und die sich aus diesen für die Zukunft ergebenden Aussichten kurz ins Auge zu fassen. Die erste und am meisten in die Augen fallende Ursache der gegesteigerten Edelmetall-Produktion ist die Entdeckung neuer und reicher Edelmetall lag er. Für das Silber kommen hier namentlich Bergwerke mit starken und reichen Adern in Betracht, für Gold die Schwemmlande mit goldhaltigem Sand, aus welchem durch verhältnis- mäßig mühelose und billige Arbeit in kurzer Zeit große Mengen des edlen Metalles gewonnen werden können. Auf solche Entdeckungen sind die früheren starken Steigerungen der Edelmetall-Produktion ausnahmslos zurückzuführen. Die Steigeruug der Silberproduktion um die Wende des 16. und 17. Jahrhunderts auf die reichen Minen von Potosi, die Steigerung um die Wende des 18. und 19. Jahrhunderts auf die Ergiebigkeit der mexikanischen Bergwerke. Das Anwachsen der Goldproduktion im 18. Jahrhundert war verursacht durch die Entdeckung der brasilianischen Goldfelder, und die unerhörte Steigeruug i In der graphischen Darstellung tritt das Steigen der Silberproduktion in der Linie, welche die Silberproduktion nach dem jeweiligen Silberwerte angiebt, nicht so stark hervor, wie es der Zunahme der Silbergewinnung nach dem Gewicht entsprechen würde. Um den Umfang ihrer Zunahme nach dem Gewicht zu veranschaulichen, ist deshalb eine zweite Linie eingetragen, bei welcher das Silber stets zu dem gleichen Wert von 180 pro Kilogramm angenommen ist. — 11 — der Goldgewinnung von 1848 ab hatte ihre Ursache in der Entdeckung der den größten Goldreichtum darbietenden kalifornischen und australischen Schwemmlands. In neuester Zeit ist neben diesem immer noch an erster Stelle stehenden Faktor ein anderer Umstand von Bedeutung geworden: die Entwickelung der metallurgischen Technik. Die Erfindung einfacher und billiger Verfahren zur Ausscheidung des Edelmetalls ans den Erzen läßt den Betrieb von Bergwerken lohnend erscheinen, welche früher keinen Gewinn abwarfen. Solche Erfindungen haben es möglich ^gemacht, die Ausbeute früher bereits betriebener, aber aufgegebener Bergwerke wieder aufzunehmen, ja sogar in großem Umfang Rückstände, welche früher als unlohnend bei Seite geworfen wurden, zu verwertend Diesen Fortschritten der Technik ist es zu verdanken, daß trotz der Erschöpfung der reichsten Bergwerke und der reichsten Goldfelder die Edelmetall-Produktion selbst nach dem enormen Anschwellen in der Periode 1850—1870 keinen dauernden Rückgang erfahren hat, sondern daß sich die Goldproduktion in den letzten Jahren auf eine selbst die glänzendsten Jahre der kalifornische» Epoche weit übertreffende Höhe gehoben hat, und daß auch die Silberproduktion, obwohl hier in dem Preisrückgang des Silbers ein weiteres hemmendes Moment vorhanden ist, bis vor kurzem eine stetige Steigerung aufwies und auch feit den letzten drei Jahren wenigstens keinen Rückgang zeigt, Hinsichtlich der Goldproduktion kommt die Wirkung der verbesserten Technik wesentlich zum Ausdruck in der Ausdehnung des Gangbergbaues gegenüber der Goldwäscherei. Früher war die Bedeutung des Goldbergbaues eine minimale. Der weit überwiegende Teil der Gold' gewinnung kam auf Waschgold. Während der letzten zwanzig Jahre hat sich das Verhältnis gerade umgekehrt. Die Quarzgoldgewinnung übertrifft heute die Goldwäscherei ganz gewaltig. Wir wenden uns nun zur Betrachtung der Edelmetall-Gewinnung in den wichtigsten Produktionsländern ^. 1 Im Jahre 1893 kamen von der Goldproduktion des Witwatersrandes volle 2V Prozent auf das aus solchen Rückständen gewonnene Gold. 2 Bergl. vor allem Lexis, Die Edelmetall-Gewinnung und Verwendung in den letzten zehn Jahren, Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, 1896. I. Die Goldgewinnung. An der Spitze der Goldproduktionsländer stehen immer noch die Vereinigten Staaten. Sie lieferten im Jahre 1895 über 70.000 KZ Gold, fast ein Viertel der gesamten Weltprodnktion. Seit 1892, in welchem Jahre die Goldproduktion nicht ganz 50.000 erreichte, ist eine progressive Zunahme zu verzeichnen. Die Ursache der Zunahme ist weniger in der Entdeckung neuer Goldlager zu sucheu als in der Anwendung vollkommenerer Verfahren. Die Goldwäscherei, welche in früheren Jahren fast die gesamte Produktion der Vereinigten Staate«: ausmachte, ist gegenüber dem Quarzbergbau erheblich zurückgetreten. Auf letzteren kommen bereits zwei Drittel der Gesamtproduktion. Neben den Vereinigten Staaten steht an Bedeutung für die Goldgewinnung Australasien. In einzelnen Perioden hat dieses Produktionsgebiet die Vereinigten Staaten überflügelt. In den 70er und 80er Jahren blieb es nicht unerheblich hinter Amerika zurück, in der letzten Zeit ist seine Produktion jedoch derjenigen der Vereinigten Staaten wieder sehr nahe gerückt, hat diese im Jahre 1894 sogar um einige tausend Kilogramm übertroffen. Auch hier setzte der Aufschwung mit dem Beginn unseres Jahrzehntes ein. Wassermangel, ungenügende Transportmittel und andere Schwierigkeiten haben die Ausdehnung der Produktion bisher hintau gehalten. Die Beseitigung dieser Hemmnisse wird zweifellos einen noch weit größeren Aufschwnng der australischen Goldproduktiou bringen. Auch hier haben technische Verbesserungen wesentlich zu dem neuen Aufschwung der Goldgewinnung beigetragen, und auch hier ist die Be- deutuug der Goldwäscherei immer kleiner geworden. Die Quarzgoldgewinnung liefert etwa drei Viertel des gesamten Goldertrages. Das dritte iu der Reihe der wichtigsten Goldproduktiousläuder, die Südafrikanische Republik, hat erst seit 1890 Bedeutung gewonnen. Der enorme Aufschwung, welchen die Goldforderung dort erfuhr, ist frisch in aller Erinneruug. Der Aufschwung war so groß, daß die Goldgewinnung in Transvaal im Jahre' 1894 die Produktion der Vereinigten Staaten eingeholt hatte. Im Jahre 1895 ist sie aber hinter dieser zurückgeblieben. Alles Gold wird durch Gangbergbau gewonnen. Die Goldproduktion Nußlands, obwohl an sich sehr bedeutend, hat keinen derartig glänzenden Aufschwung genommen wie die Produktion der bisher besprochenen Gebiete. Nach Leris kommen etwa neun Zehntel der gesamten Goldgewinnung - 13 — aus Seifen. Die Produktion von Quarzgold hat zwar in den letzten Jahren Fortschritte gemacht, ist aber immer noch wenig entwickelt. Die übrigen Gebiete, in welchen Gold gewonnen wird, stehen an Bedeutung weit hinter diesen vier Ländern zurück, deren Produktion zusammen etwa vier Fünftel der gesamten Goldproduktion ausmacht. Wir haben deshalb keine Veranlassung, uus hier näher mit ihnen zu beschäftigen. Die Aussichten, welche der gegenwärtige Stand der Goldproduktion für die Zukunft bietet, sind sehr gute. Die zunehmende Bedeutung der Quarzgoldgewinnung hat die Befürchtungen eines allmählichen Versiegeus der Goldproduktion nach der Ausbeute der goldhaltigen Schwemmlande, Befürchtungen, welche ihren Ausdruck namentlich in der Sneßschen Theorie fanden, gründlich zerstreut. Durch die Ausdehnung der Quarzgoldgewinnung ist ferner die Goldproduktion auf eine sichere Grundlage gestellt. Die Art des Betriebes schließt einen Raubbau, wie er bei der Ausbeutung von Seifen möglich ist, aus. Der Arbeitsaufwand, welcher znr Gewinnung des Goldes notwendig ist, läßt nur einen allmählichen Abbau zu. Die Beschaffenheit der bereits in Angriff genommenen Gebiete läßt für die nächste Zeit mindestens eine gleichbleibende Goldgewinnung er- warteu. Die Aussichten in den wichtigsten Produktionsgebieten sind durchweg gute, Optimisten behaupten glänzende. Ganz abgesehen von der Entdeckung neuer Goldländer, die gleichfalls nicht ausgeschlossen ist, deren Möglichkeit uns vielmehr gerade in der jüngsten Zeit durch die Entdeckung der allein nach fabelhaft reichen Goldfelder in Alaska gezeigt worden ist, darf man nach dem Urteil vorsichtiger und zurückhaltender Leute für die nächsten Jahre eher eine weitere Steigerung als eine Verminderung der heute bereits auf einer niemals erreichten Höhe stehenden Goldgewinnung erwarten. II. Die Silbergewinnung. Da das Silber seine Rolle als Währungsmetall ausgespielt hat, und da keine Aussicht ist, daß es jemals wieder in seine „Rechte" eingesetzt werden wird, hat die Silberproduktion vom Gesichtspunkt des Geldwesens aus wesentlich an Bedeutung verloren. Die Vereinigten Staaten weisen, wie die größte Produktion des gelben Metalles, so auch die stärkste Silbergewiunung auf. Zwar scheint hier die Silberproduktion ihren Höhepunkt überschritten zu haben, denn seit 1892, in welchem Jahr etwa 1.975.000 KZ Silber gewonnen wurden, - 14 - ging die Produktion zurück bis auf 1.540.000 KZ im Jahr 1894; doch hat das Jahr 1895 wieder eine Zunahme auf 1.734.000 1:A zu verzeichnen. Ein wichtiger Faktor für die Silberproduktion ist der Silberpreis. Bekanntlich bestimmen bei den Edelmetallen nicht die Produktionskosten den Preis, sondern der Preis ist ausschlaggebend für die Produktionsmöglichkeit. Viele Minen, welche bei einem Silberpreis von 40 ä noch produktionsfähig wären, sind es nicht mehr bei einein Preis von 27 und 30 ä. Der Rückgang des Silberpreises seit 1890 hat also der Verbilligung der Betriebskosten infolge technischer Verbesserungen sehr energisch entgegengewirkt. Die Verminderung der Silberproduktion der Vereinigten Staaten speciell ist wohl ausschließlich auf Rechnung dieses Umstandes zu setzen. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten weist das Silberwährungsland Mexiko bis in die jüngste Zeit eine wesentliche Steigerung seiner Silberproduktion auf (bis auf etwa IV2 Millionen IcZ). Hier, wo das gewonnene Silber durch Einlieferung bei der Münze sofort in Landesgeld verwandelt werden kann, vermittelst dessen der größte Teil der Produktionskosten bestritten wird, hat sich die Wirkung der Silberentwertung nicht in demselben Maße fühlbar gemacht wie in den Goldwährungsländern. Ähnliches gilt für die Silber- und Papierwährungsländer Süd- und Central-Amerikas, deren Silberproduktion zur Zeit etwa 1 Million erreicht. Australien weist bis in die letzte Zeit eine nicht unbeträchtliche Produktionssteigerung auf und fängt erst jetzt an, einen leichten Rückgang der Silbergewinnung zu zeigen. Die deutsche Silberproduktion, die etwa' zur Hälfte aus der Verhüttung ausländischer Erze stammt, ist seit 1892 in einem starken Rückgange begriffen; sie hat sich seit 1891 von 488.000 auf 392.000 1;A im Jahre 1895 vermindert. Der währungspolitische Kernpunkt der Entwickelung der Silberproduktion scheint mir in der durch die Silberentwertung geschaffenen Gegenwirkung gegen die eine Produktionssteigerung fördernden technischen Verbesserungen des Silberbergbaues zu liegen. Aus der Thatsache dieser Gegenwirkung folgt, daß jede starke Steigerung des Silberpreises ein starkes Anwachsen der Silbergewinnung nach sich ziehen würde, eine Konsequenz, welche in Anbetracht der bimetallistischen Bestrebungeil von höchster Wichtigkeit ist. — 15 - Diese Konsequenz bildet nicht nur einen der gewichtigsten Einwände gegen die Möglichkeit der Fixierung eines für das Silber günstigen Wertverhältnisses und damit gegen die Durchführbarkeit eines bimetallistifchen Systems überhaupt, sondern diese Konsequenz muß auch in Rechnung gestellt werden, wenn man, die Möglichkeit des Bimetallismus voraussetzend, den Einfluß des durch die Silberproduktion vermehrten Angebots von Geldmetall auf den Geldwert, und damit auf die gesamte Volkswirtschaft, untersucht. ö. Das Werwerhältnis zwischen Silber und Gold. Durchschnittliche Angaben für längere Perioden (nach Soetbeer). 1 ^ Gold 1 KZ Gold 1 Gold Perioden wieviel Perioden — wieviel Perioden wieviel Silber KZ Silber kg Silber 1S01—1S20 10,75 1701—1720 15,21 1851—1855 15,41 1521-1540 10,25 1721—1740 15,08 1856-1860 15,30 1541—1560 11,30 1741—1760 14,75 1361-1865 15,40 1561—1580 11,50 1761—1880 14,72 1866—1870 15,55 1581-1600 11,80 1781-1800 15,09 1871-1875 15,97 1876-1880 17,81 1601—1620 12,25 1801-1310 15,61 1881—1885 18,63 1621—1640 14,00 1810-1820 15,51 1886-1890 21,16 1641—1660 14,50 1821—1830 15,80 1891—1895 26,32 1661—1680 15,00 1831-1840 15,75 1896 30,65 1681-1700 15,00 1841—1850 15,83 — 10 — Specielle Werchrveisungen. I. Der Siloerpreis in London. a. höchste, niedrigste und durchschnittliche Kurse der einzelnen Jahre von 1833—1896. (Nach ?ix1s^ avcl ^.dsll's tüireular.) Jahr Niedrigster Preis Höchster Preis Durchschnitt!. Preis Jahr Niedrigster Preis Höchster Preis Durch- schnittl. Preis 1833 68-/4 59V8 59-/i° 1865 60-/2 615/8 61-/i° 1834 69-/4 60-/4 69's/is 1866 60-/8 62-/2 61-/8 183S 69-/4 60 69-'/i° 1867 60-/8 61-/4 60°/is 1836 69°/8 60-/8 60 1868 60-/8 61-/8 60-/2 1837 69 co-/g 69°/is 1869 60 61 60'/i° 1838 59-/2 60-/8 59-/s 1870 60-/4 60-/4 60-/i« 1839 60 60^/8 60-/8 1871 60°/is 61 60-/2 1840 60-/8 60-/4 60-/8 1872 59-/4 61-/8 605/is 1841 69-/4 60-/8 60-/is 1873 57'/g 59-5/ls 59-/4 1842 69-/4 60 59^/ls 1874 57-/4 69-/2 S85/,a 1843 69 M/8 59»/is 1876 66-/2 575/8 66'/8 1844 69-/4 59-/4 69-/2 1876 46-/4 68-/2 62-/4 1846 68'/s 69'/8 59-/4 1877 63-/4 58-/4 64--/is 1846 69 60'/8 69°/is 1878 49-/2 65-/4 62»/i° 1847 6N/s 60-/8 69--/is 1879 48'/8 53-/4 61-/4 1848 68-/2 60 69-/2 1880 61°/s 52'/8 62-/4 1849 69-/2 60 59-/4 1831 50^/8 52V8 61-5/is 1860 591/2 6I-/2 61-/is 1882 50 52-/8 61'-/is 1861 60 61°/8 61 1883 60 51-/16 60°/8 1862 59'/8 61'/g 60-/2 1884 49-/2 61-/8 60-/4 1853 60°/8 61^/s 6I-/2 1885 46'/8 50 48°/i° 1864 60^/8 61'/8 6I-/2 1886 42 47 45-/8 1366 60 61°/8 61°/i° 1887 43-/4 47-/8 445/g 1866 60-/2 62-/4 61°/is 1888 415/8 44»/is 42'/8 1867 61 62-/8 61-/4 1889 42 44-/8 41-'/ia 1868 60-/4 61^8 61°/i° 1890 435/8 645/8 47-/4 1869 61-/4 62-/4 62-/ia 1891 43-/2 48-/4 46-/i° 1860 61'/4 62-/8 6I--/16 1892 37V8 43-/4 39-/4 1861 60>/8 61-/8 60--/is 1893 30-/2 38-/4 35°/i° 1862 61 62-/8 60^/is 1894 27 31-/4 23^/8 1863 61 61-/4 61-/8 1895 27-/is 31-/8 29^/s 1864 60°/8 62-/2 61-/8 1896 29-/4 31-5/is 30-/4 5c>eImetsII ?poclu^iosi unö ^s^vei-Iigltnis. MMon«i^ SSS SSS 7SS ^clelmefsl! ?pociu^ioii unc! ^e^vei-lisltnis^ ^>/-)Ms?!«^M ^>o IÄ^/D l^e^s?^o<1l.t^t^o^ ^1 p^/^t«^i/^^^^^?^<<> »v^ax» ^ 7.1.4/ 16^ ^V!^. o^^scl! >i>' i x—>—x—x—x—x—x—^!5-e/i^ve^^-^^t/n^6 ^i/v^s^Aei^ «Ai^^v/U^>>c^ <^z^^ix>^x^^^c^^.s^eiv l§.^ u,i^Lt> <ö. 700 sss s ^ 5^ T — 17 - i>. Höchste und niedrigste Preise der einzelnen Monate (1865-1884). Nach den Berichten der LnIIior, drolcsrs ?ixlsx k ^.döll. s?sni:s pro I7n2S St^näarch. Jahre Januar Februar März April Mai Juni 186S 61'/-—61°/» 615/8—61-/2 61—612/8 60°/« 60°/,°- -602/4 60'/2—602/4 1866 61°/»-61°/4 60'/»-61-/- 60'/»- 61 61—61'/- 61- -62 61°/«-62-/4 1867 60'/8 60"/4 60°/«-60'/4 602/4-61'/4 602/« -602/4 602/8-60-/- 1868 602/»—60'/» 602/s-60'/- 60'/2—61'/» 60'/-—60°/» 602/8 -60°/» 602/8 1869 605/8—607/8 602/4—61 60'/--602/4 60'/--60°.« 60- -602/» 60-60-/4 1870 60'/2—60^/4 602/8- 60 V- 602/8-60^/8 602/8-60'/2 602/8 -60-/2 602/8-60'/- 1871 60-/--60°/» 60'/--60°/8 602/x—60'/- 602/i«-60'/4 602/is -60'/4 602/«-60"/,° 1872 60°/»-61'/» 60V4-61'/8 602/4—60'/8 60>/4-60'/8 60'/,°- -60-/2 60-60'/« 1873 692/4-69'°/,° 692/4-69'°/-° 592/4-69'/8 592/4 592/8 -69'/» 69°/,°-69'/s 1874 63—69'/- 68'/--69 68V--692/» 58°/,°—69-/4 58'/2- -68'/» 53'/-—69 1876 67>/2-67°/8 6?2/8-67'/2 67-67-/4 67'/8—572/8 66'/2-67 65'/2-55'/s 1876 64'/»—66'/» 63—64'/» 52'/- - 64'/4 53'/2-64 52 -64 60—62 1877 56'/s—68'/4 66—572/4 53'/4-66'/» 53'/-—65 53°/» -54°/» 63-/2-64 1878 63'/2—64 63>°/>°-65'/4 64'/»—66 63'/»-54'/4 53'/4- -53'/» 62>/2—53'/,° 1879 49°/«-61 49-/-—50-/4 43'/»-60'-4 49'/--50'/8 60- -612/4 51-/--53 1880 62>/4—6M4 52-52°/,° 512/4—52'/2 6I2/4—52'/4 52-/i°- -52-/4 522,,°--52'/« 1881 61-61^/4 61'/4—62'/» 62-52'/» 52-62'/8 61'/ -—62 51-51--/,° 1882 61-2/,°-52'/» 62-62 >/,° 61'/s-52'/io 52'/.°-52°/,s 52-/8- -52'/i° 51'/«- 522/s 1883 60—60°/-« 602/8-61 602/4—512/, l> 502/«—50'2/is 60'/-°- -602/8 60'/,°—502/4 1884 60->/4-61 61—512/s 50"/l«-512/l° 50'/2-61 502/4- -50'°/,° 60°/»-50-°/,s Juli August September Oktober November Dezember KZ!» 60'/--602/4 60°/«—612/4 60'/- 1868 602/»-60'/,° 1869 60'/4—60°/>° 60- /2-62 60-/2-60°/» 1872 60'/,°—602/is 1873 59°/,°-592/« 68'/4-68'/- 1875 56"/,5—65'/» 462,4-61'/- 63'/»—64'/- 1878 62°/i°-6S'2/,° 61— 62'/« 52-/2—52'/« 60'/s-622/» 61°/»—62 1883 60°/,°—60-/2 1884 50--/,« 1866 1866 1867 1870 1871 1876 1877 1879 1880 1881 1882 602/4- 602/s- 602/«- 60'/«- 60-/4- 602/»- 60°/8- 60- 63-2/,° 67'/»- 56- 60- /4- 64- 52'/«- 51'/» 52-7- 61- /4 61'/»- 60'/,°- 50'/8 60°/,°-^ -60'/» -60°/» -60-/2 -602/8 -602/8 -60°/« -602/4 60-/4 -592, -68-/» 66°/» -632/4 64-/4 -622/4 -61'/8 -52'/8 -61'/« 62-/,° -60°/» 60'/» 60°/s-61 602/4—61 60°/,°-60°/« 60- /«—60'/4 602/«—60V2 60'/4—602/s 60°/s—60'2/io 60°/,°-60'/,° /,» 68-2/,°—59'/» 57»/s-68 56"/,°-562/4 61-/8—62°/.° 64-/4-56-/4 61- /2—62-/» 612/»—51°/» 62- /»-52°/s 61°/»—61--/,° 512/4—52-/,° 50°/«—50-°/,° 50°/»-60'/« 61-/8-61-/4 60'/«-61 602/s-60-/2 60-/4-60-/2 60'/«-60-/2 602/8-60°/8 60-/4—60°/8 60-60-/4 58'/--59 67°/»—67-2/,° 562/4-67'/s 52-63°/» 64°/»—65°/» 49-/2—61°/,° 61°/,°—632/4 61-2/,°-62°/i° 61'2/,o^62'/s 51-/2—61'°/,° 60'/»—61 60'/,°-60'/s 61'/4—612/4 60'/»—61 602/s—60'/2 602/s—60'/2 602/s—60'/2 60'/-—60°/s 60°/»—61 69-/4-592/4 67'/»—58-/» 672/4—68-/4 66°/«-56'°/,° 63-/8—66 64—56 602/8-502/4 63—632/4 61°/8—61'/8 61'/8—52 60'/s—6I2/4 60-/2-60'°/,° 49--/is-6v'/,° 61°/,°—61'/s 602/4- 60'/8 602/8-60-/2 602/4—60'/8 602/«-60°/s 60'/-—60°/s 60-/2-60'/s 59°/s—592/4 68—58V,s 67-/4-672/4 56-/s-66°/s 66-/4-68'/- 632/4-64'/4 49'/-—60"/-° 622/s-63 51°/s—52 612/4—52 60—60'/s 50'/-—61 49'/-—49'/» 61-/is 61'/» 61°/,° 60'/- 60'/,° 60°/,° 60- /- 60°/, ° 59-/4 53°/,° 56'/» 522/4 54'2/,g 52°/,° 61- /4 62>/4 51--/is 61°/» 60°/:° 60°/« Helfferich, Beiträge z»r Geldreform. 2 ^ L L N r-s? -?? K N Q Z-^ G Z s K -z ö? 6^> «2 Ä^>-?u7- . °- «7-^r^W«z?Or'-u7>u?-Sll?i^u?-- »» ^^co-O^ST^u^M^^^^??^ ^ ? -1 « ^ z -7- ^ 8 L >7 ?'l ? ^77> 7^ ? 7« ^ . ^7-? ^? ?! 7^ 7^ 7^ ^ ^ 77^ ^.^^^.^^.^^.^.^^.^.^.^.^ ^ m ^-s M7O »-'T'70 >77Z co ° iZ^<5^-?m?z^^^?A^Qll^^Q^^^ ^ ,^ cO^^-T^-TT-lTOT^-STO-TT-ToS- >» -» i- ->- L ^ ^ >^^-oio?0'->>^7^707O 77^7^7^7A7^7^^77?M^>7»707o^i^^^<7?^^».?'G7^ 7 ^ ^ ?7 ^ >-»-^s-?z^>>^>r-o>i^oz l.?z -, ^ : ^ > - ^ — 77 ^ 77- — 77: — 7Z ^ 88888888^^88^??^^^ ^88^^^^^'??'^^??^'^'^ ^ r-5Z-«cs'N20'-,s-^->^'>iQ ^ s -I 7k s ^ L ic-T: - ^ ^ 7-77> 7^-s 7>7 s -^-^S^^S^^^ 7Tco^c^^70'-<'-^^7^77--sc77-^'^77- ^ az >-7> 7O <7<> ^ 7>7> ^ <77> ?7> M Q L ^c^-^ ^^^^ .. -> -so-r^i-?Qcc>?0'->^-isM'»'-^«> - « -> „ ^ - » -» L -77 ^<77 77 77 ?>7>7^-Sl^70-seO>77S77^ ^ <77> o-^-77--77> r--o-77> .. ^c70r-UT!-0-77->7^--?^70»77c>r»^c7? L ^ 77 z ».^ I- 7« -77 ^- 70 7X1 -77- >777> 70 ^ <7? 8888888888^^^^?8i?zu7> 88^^^^'^^^ ^-^^ 8 ^ °° ^^„^--I7^r^^-S<77Zc??^c70c0l7»^ s »--7: s s s M ^.-77 z ^ n 7Z s - s -77> 7^ 77- ^ ^ -7- -71 -77- 70 -77 70 77 17» ^77 TT'^^S'S-TT'^^ „ - ^^-07-7>7-7>-77>^>->Zc7---c77>--ic7-7>-^^ ->Ä»!»o-77^->->z-?^>5,°°-77!^^> --O-^TOT^^-^^-TT-^-w-T^-T'-w--» ^ -77 ^> ^> » -7» ^ 7?7^77 7? 77? ^ -7-ic0-Qr^70M>^>^c7^c»---7>M7-7-O c«c»c0c»c«M7Ä7?MMc>0c«c>2^7^ - - lg - K ^ ^7- « D k- G T ^ « s: Q V ^ W ^-2 « s !-> »> ^ ^ ^ ^ G Z >s G s s »«- -S n - -« n ^ H >N G -! N ö? N ^ s? s? s? «5 «z" oo oo" ^ 2 !^ ^ A D r—" oo" so oo" oo" «z" ao" c- Q oo c» oc> «z cr> N -! N G L G 2* II. Aas Wertverhältms in Hamburg. (Zusammengestellt aus den „Tabellarischen Übersichten des Hamburger Handels".) ». Der Hamburger Silberpreis. 1. Höchste und niedrigste Preise der einzelnen Monate von 1873 — 1884. (Reichsmark pro Pfund fein.) Jahre Januar Februar März April Mai ^UNl 1873 1874 1875 1876 1877 1873 1879 1880 1881 1882 1883 1884 84,70 - 84,90 - 81,40 - 83,25 - 77,75 - 73,75 - 76,50 - 74,925- 76,675- 73,375- 74,625- -86,60 -85,30 82.00 -85,75 -79,00 -75,12 77,625 76,00 -76,75 -74,175 -75,025 87,70 - 85,40 - 85,10 - 79,10 - 81,50 - 78,75 - 73,37 - 76,625- 75,625- 76,75 - 74,00 - 74,875- -87,70 -86,35 -85,50 -81.40 84,50 80,25 -74,25 -77.225 77,625 -76,975 -75,375 -76,05 87 85,40 - 84,70 - 77,90 - 79,25 - 78,50 - 72,42 - 76.20 - 76,80 - 76.575- 74.50 - 75.026- 60 -87.00 -85.20 -80.30 -82,60 -80,00 -74,37 -77,50 -78,05 -76,85 -75,60 -76,676 587,30 - ,85,50 - !86,05 - > 78,50 - !78,00 - > 78,75 - ! 72,88 - > 76,66 - 76.676- >76,726- > 74,126- 74,376- -87,60 -86,65 -85.40 -79.60 -81,00 -79,26 -74.50 -77.06 -77.16 -76.96 -76.00 -76,075 86,50 - 86,00 - 84,30 - 76,60 - 79,00 - 77,25 - 74.12 - 76.75 - 76.36 - 76,725- 73,876- 74,625- -87,00 -86,70 -85,06 -78,90 -80,25 -73,25 75,75 76,975 -76.675 -77,375 74,626 -75,226 86.50 - 86.40 - 82,80 - 74,00 - 78,50 - 77,75 - 76,26 - 77,025- 76,626- 76,376- 74,125- 74,66 - -87,10 -86,80 -84,30 -77,20 -79,60 -78,75 -77,50 -78,175 -76.46 -77,06 -75.376 -75.175 ^',,'.>0 81,90 69,60 78,90 76,60 76.32 77.526 75,625 76,20 74,125 74,626 Z.80 -86,40 —82,66 -76,35 —79,76 -78,00 —77,20 78,876 77.625 76,60 74,75 75,025 86,00 - 86,70 - 82,40 - 74,76 - 79.10 - 77,00 - 76,00 - 77,625- 76.626- 76,376- 74,376- 74,476- -86,80 -86,30 83.50 -79,50 79,50 -77,60 -77,00 -78.275 -76,70 -76.95 -74,86 -74,80 86,20 - 85,80 - 83,40 - ! 75,40 - 79,00 - 175,60 - !76,I7 - 76,625- ! 76,376- 76,50 - ! 74,86 - 74.376- -86,80 -86,10 83,60 -77,60 -80,10 -77,10 -76,42 -78,00 -76,75 76.876 -76,125 -74.76 86,10 - 85.20 - 83,35 - 76,25 - 80,00 - 73,00 - 76,22 - 76,125- 76,376- 76,00 - 7-1,^'. 74,275- -86,60 -85,80 -84,00 -78,60 -81,25 -76.15 -79,12 -77,15 85,00 - 85,50 - 83,00 - 77,80 - 78,75 - 74,25 - 78,12 - 75,976- -77,176,76,375- -76,526 75,50 -76,25 -74,80 74.026 73,50 - -86,10 85,80 -83,90 -80,00 -80,50 -75,10 -78.98 -76,175 -76,875 -76.075 -74.925 -74,25 86,00 - 85.30 - 82,00 - 81,25 - 78.75 - 73,25 - 76.76 - 76,975- 75,875 73,176 74.25 73,00 -85,60 -85,70 -83,20 -86,00 -79,60 -76,10 -78,12 -76,625 -76,676 -74.876 -76,00 -73,726 Bemerkung: Vor der Einführung der Reichsmarkrechnung in Hamburg (Januar 1873) hatte das Silber einen festen Preis von 59'/z Mark banko für das Pfund fein. 2. Monatliche Durch sch nittskurse. Jnh!C Januar Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. Durchschnitt P.Jahr 1873 1>7> 1875 1876 1877 85,73 86,20 81,74 84,20 87,70 85,69 85,36 80,21 87,60 86.28 85,01 78,92 80,86 87,43 86,01 85,19 78,99 79.375 86,69 86,33 84.74 77,70 79.53 86,83 86,68 83,13 76.20 78,99 86,79 86,23 82,41 72.45 79,28 77.22 76,56 78,03 76,26 7l',,Ul',5, 74.43 74,865 86,40 86,10 82,84 76,87 79,32 77,37 76,54 77,975 76.145 76,66 74.635 74,74 86,60 85,98 83.52'/- 76,18 79,46 76,34 76.35 77,256 76.556 76,656 74,98 74,67 86,23 85,49 77.32 80.66 74,69 77,04 76,72 76,68 76,32 75,08 74,545 85,73 85,60 83,41 79,31 79,79 74,78 78,69 76.08 76,54 76,77 74,40 74,066 85,29 85,53 82,74 82,76 79,10 74,04 77,29 76,28 76,345 74,146 74.586 73,296 86,61 86,97 83,89 78,17 80,33 77,15 75,77 77,055 76,465 76.39 74.565 74,715 1878 1879 1880 1831 1882 1883 1884 78,375 74,33 77,14 76,605 76,516 73,84 74,77 79,19 73,96 76.91 76,59 76,846 74,64 75,566 79.25 73.52 76,88 77,23 76.72 75,088 76.32 79,01 73,56 76,80 76,93 76.83 74,466 74,738 78.00 74,60 76,935 76,546 76,986 74,16 74,91 ,^v ..91 ?,69 .,04 >,72 I>44 i,005 — 21 — ?>. Der Hamburger Goldpreis. 1. Höchste und niedrigste Preise der einzelnen Monate von 1869—1884. (Bis 1872 Mark banko pro Pfund fein, von 1873 an Mark pro Pfund fein.) Jahre Januar Februar März April Mai Juni 1869 920—924 920—923 923 923 923 920 1870 920 918—920 918 918 918 918 1871 920-921 920 920 920 920 923—925 1872 920 920 920—92S'/2 920'/2-923 923 923-925 1873 — 1383 1380-1383 1377—1380 1380-1385 1380-1385 1874 1370—1377 1370—1376 1376 1376 1376 1376-1380 1875 1390 1390 1390 1390 1390 1390-1395 1876 1385 1385 1385-1386 1385 1385 1385 1877 1385 1385 1385 1385 1385 1385 1878 1335 1385 1335 1335 1385 1385 1879 1389 1389 1387-1389 1387 1387 1387 1880 1387 1337 1387 1387 1387 1337 1881 1387 1387 1387-1338 1390 1388—1390 1333 1882 1388 1388 1388 1388 1338 1338 1883 1388 1338 1338 1388 1383 1388 1884 1388 1383 1388 1388 1333 1388 Jahre Juli August September Oktober November Dezember 1869 920 920 920-928 920 920 920 1870 910-918 910—925 910 910—921 915-922 921-924 1871 920-925 920 920 920 920 920 1872 923 923 923 923 923—936 925-930 1373 1379-1883 1379 1374—1380 1330-1335 1383 1377-1383 1874 1380 1380 1385 1385 1385-1390 1390 1875 1335-1339 1385 1385 1385 1385 1835 1876 1385 1335 1335 1335 1335 1335 1877 1335 1335 1385 1385 1385 1385 1878 1385 1385 1335 1385-1339 1389 1389 1879 1387 1387 1387 1387 1387 1387 1880 1387 1387 1337-1392,5 1387 1387 1387 1881 1388 1383 1383 1388 1388 1388 1882 1388 1338 1388 1388 1388 1388 1883 1388 1388 1388 1388 1338 1388 1884 1383 1388 1388 1388 1388 1338 ^> r- -! 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S 77 77^ -7? -777-^ s ^ > so" uz" uz M rxz' 00" « ? - l^I ! «z «Z c» co -XZ -XZ cxz -?? 0- 0- ? 77 oz oz oz oz 77 0- s „ so 0? ^ >cz -O «z s- s ^_ oz ^ »hvL IS 1^ 00 «i> «z «> cxz «z >, ac> «z «Z 00 7-7 7/. 7^7! 00 00 «Z -XZ cxz » — 23 - «> ^ L 'T'S ^ ii: A !2 ^ I ? »z" ?v oo 20 M K cz c» r» <» oo oc> es Q M ^ o- Q ^ c» co" ov oo oo oo oo Z-^ N L ^ Q n 6? -s W o- s 6"? I-? ^ R ^< ü? M ? oo" 05 czv oo «5 «5 ö? ^ ! -i? ao ^Waöoö^Löoö^c Q m oo oo oo cc> ov «z oc> «> III. Das Verhältnis zwischen Gold und Silber in Paris. Den Notierungen von Gold- und Silberbarren an der Pariser Börse liege» als Pari die Preise zu Grunde, welche man von der Münze bei der Einlieferung von Gold oder Silber als Gegenwert gegen 1 Kilogramm fein erhielt. Das Pari war also der Ausmünzungswert abzüglich der Prägegebühren. Die Ausmünzungsgebühr für Gold war durch das Gesetz des Jahres XI auf 9 frcs. pro Kilogramm Münzgold (°°°/iooo fein)-^ 10 frcs, pro Kilogramm Feingold festgesetzt. Ans dem Kilogramm Münzgold wnr- den nach demselben Gesetz 3.100 frcs. geprägt, also aus dem Kilogramm Feingold 3.444,44 frcs. Der Münzpreis des Kilogramm Feingold, welcher den Gold-Notierungen als Pari zu Grunde lag, war also 3.434,44 frcs. Der Kurs wurde notiert in Promillen „pi-ims" oder „psi-ts" auf dieses Pari. Im Jahre 1835 wurde die Münzgebühr auf 6 frcs. pro Kilogramm Münzgold herabgesetzt, aber die Börse behielt den alten Münzpreis (den aneisn tarik) bis zum Jahre 1850 als Grundlage ihrer Notierungen bei; erst von 1851 ab wurde ein dem geänderten Münzpreis entsprechendes Pari von 3.437,77 frcs. angenommen. Als im Jahre 1854 die Präge- gebnhr auf 6,70 frcs. pro Kilogramm Münzgold erhöht wurde, wurde der sich daraus ergebende Münzpreis von 3.437 frcs. pro Kilogramm fein von der Börse als Pari adoptiert. Die Münzgebühr für Silber war anfangs 3 frcs. pro Kilogramm Münzsilber (2°°/l<,vo fein) ^ 3^,'g frcs. pro Kilogramm Feinsilber. Aus dem Kilogramm Münzsilber wurden 200 frcs. geprägt, alfo aus dem Kilogramm Feinsilber 222,22 frcs. Danach war der Münzpreis des feinen Kilogrammes Silber ^- 222,22 — 3,33 218,89 frcs. Dieser Preis galt als Pari für die Börsen-Notierungen, und er wurde als Pari beibehalten, auch als im Jahre 1835 die Prägegebühr auf 2 frcs. und 1850 auf 1,50 frcs. herabgesetzt wurde. Die folgende Tabelle stützt sich auf Anhang VII des „Raxpoi-t ininistrs äss kvanoss", erstattet von der „^äministration äs« monnaiss et m6äaill!^! - . 21 1838 . . 11 1843 . . 11>/2 1848 . . 120 1834 . . 12 1839 . . 10 1844 . . 13-/- 1849 , . 16 1835 . . 12'/2 1840 . . 10 1845 . . 16 1850 . . 19 Wenn die folgende Zusammenstellung der Pariser Preise von Gold- und Silberbarren den Beweis liefert, daß es dem französischen bimetnllistischen System niemals gelungen ist, das Wertverhältnis der rohen Edelmetalle ans den Punkt von 15'/-: 1 zu fixieren, dann beweist der schwankende oft wesentlich über seinen Nennwert steigende Kurs der Zwanzigfrankenstücke vor 1850, das; es diesem bimetallistischen System nicht einmal gelang, das feste Wertverhältnis zwischen den geprägten Gold- und Silbermünzen aufrecht zu erhalten. — 20 — HZemerkungen. Wie die vorstehende Tabelle ergiebt, wurde vor der kalifornischen Epoche der höchste Goldkurs im Jahre 1848 mit 65 °/o» pi'irQö verzeichnet; den höchsten Durchschnittskurs weist gleichfalls das Jahr 1848 mit 18,31 °/o° piims auf. Auch das Silber notierte vor der kalifornischen Epoche zumeist prim — 47 — Wirkung bewußte Schritte zur Förderung des Goldumlaufs unternommen morden wären. In den Ländern der Silberwährung schließlich, namentlich iu Deutschland, wo das bestehende Münzsystem für das Gold nur einen kümmerlichen Raum ließ, — sogar in diesen Ländern fand, wenn auch innerhalb enger Grenzen, eine Ausdehnung des Goldgebrauches statt; man denke nur an die starke Zunahme des Gebrauchs franzosischen Goldgeldes in Deutschland. Diese Zunahme wurde gefördert durch die herkömmliche feste Bewertung der ausländischen Goldmünzen im heimischen Silbergeld, welche in gewissein Sinne ähnlich wirken mußte, wie ein bimetallistisches System. Vor allem aber wurde in Deutschland das Verlangen nach einer größeren Goldzirkulation uud damit das Verlangen nach einein Münz- system, das den Umlauf von Gold ermöglichte, immer lauter, — der beste Beweis dafür, daß es auch in den Ländern des Frankensystems nicht lediglich die mechanischen Wirkungen eines Währungssystems waren, welche den Massen neuen Goldes ein Verwendungsfeld schufen, sondern daß vielmehr das Zusammentreffen dieser mechanischen Wirkungen mit den wirtschaftlichen Bedürfnissen der Zeit zu der plötzlichen und starken Ausdehnung des Goldgebrauchs, der Einschränkung des Silbergebrauchs und der teilweisen Freigabe des bisherigen Silberumlaufs führte, welche Umstände ihrerseits der Erschütterung des Wertverhältnisses infolge der veränderten Produktionsverhältnisse entgegenwirkten. Das Ergebnis der Goldfunde war also, daß das Gold in einem großen Wirtschaftsgebiete einen wesentlichen Teil des bisher vom Silber ausgefüllten Raumes übernahm; daß ferner andere Staaten auf den Gedanken kamen, durch eiue Änderung ihrer einen ausgiebigen Goldgebrauch ausschließenden Münzgesetze ihren Umlauf dem Golde zu erschließen. Das waren Momente, welche bei einer Rückkehr der früheren Verhältnisse, bei einer Abnahme der unerhörten Goldgewinnung, bei einem Nachlassen der außerordentlichen indischen Silbernachfrage, sehr bald zu einem Rückgang des Silberpreises führen mußten, namentlich wenn gleichzeitig eine Steigerung der Silbervrodnktion eintrat. Dann war es die Frage, ob das Silber die monetären Absatzgebiete, welche es an das Gold verloren hatte, wieder würde gewinnen können, oder ob sich als die Wirkung der gesteigerten Goldprodnktion eine dauernde Ausdehuung der monetären Goldverwertnng ans Kosten des Silbers herausstellen würde. - 48 — Das war die entscheidende Frage, von welcher das Schicksal des Silberwertes für die Zukunft abhing. Diese weiteren Schicksale des Silbers sind aufs engste mit der Geschichte der deutschen Münzreform verflochten. Ihre Darstellung wird uns weiter unten ausführlich beschäftigen. Aber die Erkenntnis ihrer Ursachen ist nur möglich auf Grund der Kenntnis des Zusammenhanges zwischen den allgemein-wirtschaftlichen Verhältnissen, der Edelmetall- Produktion und der durch beide Faktoren bedingten monetären Verwendbarkeit der Edelmetalle. Die Ergründung und geschichtliche Feststellung dieses Zusammenhanges, welcher dieser Abschnitt gewidmet ist, bildet deshalb die erste Vorbedingung für die Beurteilung eines der wichtigsten der mit der deutschen Münzreform zusammenhängenden Probleme. III. Die Edelmetall-Bewegung. Deutsches Zollgebiet ^. I. Gold-Einfuhr aus den wichtigsten Herkunfts-Liindern (in Kilogrammen). Jahre Zoll-Ausschlüsse England Frankreich Niederlande Österreich- Ungarn Nußland Vereinigte Staaten 1880 1,176 165 841 1.437 3.903 111 2 1881 1.532 14 175 329 2.011 1.250 — 1882 1.060 46 4.422 1.936 3.427 109 1 1883 663 33 299 1.728 4.649 147 — 1884 550 51 158 2.418 3.300 67 — 1885 1.532 60 5.095 763 2.852 135 1 1886 9.216 70 768 1.384 3.043 48 — 1887 4.252 93 378 2.129 2.328 10.122 1 1888 10.247 606 933 1.404 3.147 32.362 — 1889 11 3.433 5.513 625 2.540 12.626 11 1890 5 14.594 3.235 822 5.215 7.539 2.936 1891 — 40.462 4.013 4,363 10.640 138 20.799 1892 — 25.515 2.658 1.252 3.714 139 30.535 1893 16 25.223 2.057 677 2.556 88 12.023 1894 4 29.806 1.004 3.990 2.029 41.535 32.678 1895 --. 13.508 2.488 1.101 2.887 37 9.650 1896 — 31.761 1.365 1.004 10.504 1.917 22.096 i Nach der offiziellen Handelsstatistik. Helfserich, Beiträge zur Geldreform. 4 - 50 - II. Gold-Ausfuhr nach den wichtigsten Bestimmungsländern (in Kilogrammen). Jahre Österreich- Ungarn Rußland Schweiz Frankreich 1880 1.271 849 1.860 1.321 1881 1.946 621 3.245 3.133 1882 S.241 515 3.664 3.490 1883 5.702 384 3.041 498 1884 3.550 535 3.893 1.270 1885 1.515 571 1.460 385 1886 1.274 513 1.658 959 1887 635 273 1.298 488 1883 5.666 14.721 721 300 1889 5.033 515 2.070 251 1890 3.800 1,349 970 126 1891 2.681 39.449 915 36 1892 16.522 36.838 941 825 1893 27.517 6.426 982 748 1894 15.718 958 931 159 1895 20.872 613 790 107 1896 26.111 44.640 1.284 54 III. Gesamt-Cinfuhr und -Ausfuhr von Gold. a. In Kilogrammen. Einfuhr Ausfuhr Überschuß Jahre roh, in gemünzt zusammen roh, in gemünzt zusammen der der Barren u. Bruch Barrcn u- Bruch Einfuhr Ausfuhr 1372 6.950 6.500 13450 27.200 11.500 38.750 ^ 25.300 1873 47.500 83.500 131000 19-500 SO 19.550 111.450 — 1874 5.500 1.000 6-500 9-000 4.000 13.000 — 6.500 1875 2.950 2.950 5900 9.150 450 9-600 — 3.700 1876 3.500 28.000 31500 7.000 1.000 8000 23.500 — 1877 500 26.500 27.000 6.000 11.000 17-000 10.000 — 1878 2.000 60.500 62.500 500 — 500 62.000 — 1879 3.500 28.500 32.000 2 000 — 2-000 30.000 — 1880 2.601 5.424 8-025 5.058 6.196 11-254 — 3.229 1881 660 4.883 5-543 4.358 13.325 17-683 — 12.140 1882 1.342 9.935 11277 3.213 12.042 15255 — 4.078 1883 1.374 6.794 8.168 2.705 10.554 13 259 — 5.091 1884 2.649 4.407 7.050 3.434 8.340 11774 — 4.728 1885 2.857 13.807 16064 3.469 5.905 9.374 7.290 — 1886 11.897 5.507 17.404 2.922 4.936 7.858 9^546 — 1887 7.251 14.082 21333 2.889 2.609 5.498 15.835 — 1888 29.843 20 445 50.288 8.671 29.864 38535 11.753 — 1889 2.324 23.843 26.167 2 599 18.000 20.599 5.568 — 1890 7.323 32.542 39.865 2.712 13.578 16290 23.575 — 1891 27.164 53.072 85-236 6.859 40.823 47.682 37.554 — 1892 23.827 44.804 68 631 10.647 47.881 58528 10.103 — 1893 30.621 25.636 56-257 5.250 34.643 39.898 16.359 — 1894 37.058 80.429 117-487 n,'>> > 17.345 20859 96.628 — 1895 17.075 19.949 37 024 7.262 24.738 32.000 5.024 — 1896 45.417 37.507 82-924 34.747 40.095 74.842 8.082 — — 51 — I). Nach dem Wert in 1000 Mark. Jahre Einfuhr Ausfuhr Mehreinfuhr Mehrausfuhr 1872 35.280 101.880 66.600 1873 334.000 52.935 301.065 — 1874 17.550 35.100 — 17.550 1875 15.400 28,000 _ 12.600 1876 88.200 22.400 65.800 _ 1877 73.000 46.300 26.500 _ 1878 168.600 1400 167.200 _ 1879 86.800 5.600 81.200 1880 20.850 29.683 — 8.833 1881 14.073 45.643 — 31.367 1882 28.641 39.226 — 10.385 1883 20.854 42.132 — 21.273 1884 18.424 33.083 — 14.659 1885 42.551 24.528 18.023 _ 1886 46.838 20.541 26.317 _ 1887 52.433 14.601 37.832 _ 1888 134.217 99.104 35.113 — 1889 66.163 52.412 13.751 — 1890 101.852 41.631 60.221 — 1891 220.971 121.536 99.415 _ 1892 178.467 149.827 28-640 1893 140.041 101.376 38.465 1394 304.473 53 319 251.154 1895 97.451 82.319 15.132 _ 1896 220.260 197.531 22.679 — IV. Gesamt-Einfuhr und -Ausfuhr von Silber (in Kilogrammen). Einfuh r Ausfuh r Überschuß Jahre roh, in Barren u. Bruch gemünzt zusammen roh, in Barren u. Brnch gemünzt zusammen der Einfuhr der Ausfuhr 1872 398.450 326.300 921.750 236.330 95,500 3Z1.850 592.900 . 1873 390.500 643.000 1035.500 312500 820,000 228,000 1.018.000 — 12.500 1874 205.300 107.000 260,000 183.000 443000 _ 130.500 1875 83.000 63.500 146,500 134,000 109.000 213 000 — 96.500 1876 98.500 49.000 117500 180.000 46.500 226.500 — 79.000 1877 131.300 60.000 191.500 89,500 36.500 126.000 65.500 1873 188.500 68,000 256,500 166.500 12.300 179000 77.500 _ 1879 191000 27.000 218000 226.000 42.000 268000 — 50.000 1880 103.042 16.959 120.001 129.363 7.369 126.737 93.264 _ 1831 73.095 11,341 86436 101.749 13,611 115360 — 28.924 1882 33.404 9.904 43308 84.679 10.341 85020 ' — 41.712 1883 34.527 8.586 43113 87.631 9.232 96863 — 53.750 1834 33.088 5.648 38.736 104.491 3,673 108164 — 69.428 1885 15,939 5,988 21.917 139.033 5,355 14 l 913 — 122.966 1886 23.864 50,230 74111 152.133 93,662 250.795 — 176.651 1887 33.042 33.832 «6.874 136.290 62.778 219.068 — 152.194 1883 79.244 8.052 87.296 262.243 6.375 268618 — 181.322 1889 74.170 13.197 47.367 289.541 3.173 292 711 — 245.447 1890 42.549 2^.454 66.003 279.842 2.558 282.100 — 216.397 1891 69.295 28.315 97.61» 311.013 5.797 3l6.812 — 219.202 1892 64.141 29.812 93953 352.736 37.613 390 369 — 296.416 1893 77.573 24.171 101714 210,151 430,396 29.434 480.030 378.286 1894 190.340 19.811 403.970 7.679 413.619 203.498 1895 97.824 17.764 115.588 258,925 4,302 263.228 !_ 147.640 1896 127.753 20.785 118 538 305 826 31.648 337171 — 188.936 4* '^tK«L^H5.K-LK5K.'''Mr — 52 — Kngtctnd ^. Goldeinsuhr und -Ausfuhr von 1870—1893. Goldeinfuhr aus den wichtigsten Herkunftsländern sin 1000 F). aus den aus Mexiko aus und Süd- Jahre Vereinigten Staaten Australien Amerika lauster Brasilien) 1870 6.994,1 6.478,6 1.635,4 1871 6.492.6 6898.8 994,0 1872 8.287,1 5.983,2 704,0 1873 3.174,4 9.444,5 3.050,7 1874 4.308,7 6.720.3 2.492,8 1875 8.257,6 6.640,8 1.386,3 1876 4.371,7 4.956,7 1.859,7 1877 2.061,9 6.655,4 920,6 1878 866,3 5.680,6 1.276,0 1879 338,2 3.184,6 933,7 1880 55,4 3.612,3 681,0 1881 23,2 4.470,2 616,0 I^'.> 6.099,8 2.996,5 596.8 1883 9,8 2.256,1 709,4 685,5 1884 5.072,1 731,4 188S 109,0 3.737,4 1.930.5 1886 2.580,1 2.725,9 1.465,0 1887 37,0 320,8 2.836,6 1888 2.251,4 3.945,1 698.9 1889 2.796.8 4.168,7 2.723,6 18S0 2.594,3 2.096,9 1.898,9 1891 7.675,2 4.280,2 1.211,2 1892 1.050,2 3.157,2 1.805.8 1893 4.232.0 3.707,3 1.872,0 1894 3.246,6 4.853,0 1.324.5 1895 11.132,0 5.865,3 1.413,2 1896 3.171,0 4.605,9 2.462,5 aus Süd-Afrika aus Frankreich 0,5 0.2 0,3 19,0 306,7 244,0 279,8 66,9 47.0 32,0 247.2 38,7 74,4 438,5 171.9 543,1 .271,5 230,9 847.1 1.441,8 1.876,7 2.489,6 4.300,3 5.325,2 7.364,3 8.353,9 8.002,6 315,7 3.708,2 2.116.6 1.508,9 740,4 2.023.0 1.427,0 872,8 5.908,1 2.903.3 2.118,0 2.129,5 1.832,4 1.294,7 1.951,1 1.786,7 1.349,5 1.920,7 3.107,3 1.672,7 4.848,1 1.637,5 1.110,7 1.690,7 1.007,8 1.334,0 755,9 aus Deutschland 20,9 922,4 453,6 118,7 85,1 409,1 703,1 430.0 1.040,4 90,3 216,2 442,9 53.0 157,5 71,5 217.7 39,4 28,4 216,3 186,4 204,0 458,2 181,3 165,8 309,2 421,2 411,8 d. Goldausfuhr nach den wichtigsten Bestimmungsländern (in 1000 F). Jahre nach Deutschland nach Frankreich nach Belgien nach Holland nach den Ver. Staaten 1870 180,6 3.505,4 2.603,6 729,2 72,7 1871 7.487,9 1.569,1 2.009,4 60.2 113,7 1872 8.151,9 1.010.4 182,5 225,5 — 1873 7.262,6 632,3 98,6 335,0 2.416,8 1874 132,0 5.433,7 527.2 478,0 9,1 1875 6.405,7 5.251,4 1.142,1 1.066,5 576,6 1876 2.222,5 4.188,6 45,3 416,2 3.524,3 1877 8.343,5 6.147,5 , 38,6 22,3 1.167,6 42 0 823 7 1873 1879 1880 4.484,7 2.924,2 126,1 '695,7 620,2 151^0 16,6 461^4 75,6 6.949^1 5.511,9 ' Nach dein Lt-rtist'eül ^straot kor tlis United Ivingäom. . »ach nach nach nach nach den Jahre Deutschland Frankreich Belgien Holland Ver. Staaten 1881 610,9 1.088,9 7.3 1.3 7.386,8 1882 599,8 3.289,9 8,1 247,4 92,2 1883 189,0 101,2 5,8 834,5 937,5 1884 288,3 263,3 82,7 1.390,0 2.183,8 1885 3.159,9 118,3 132,8 378,7 299,3 .I.^ii 634,1 1.180,7 31,2 827,7 2.995,1 1887 2.627,6 24,2 6,9 41,9 1.760,8 1888 1.182,9 2.6 1.4 520.8 3,9 1889 334,5 1.692,2 271,3 183,9 10,3 1890 1.634,0 813,0 0,1 246,6 1.011,6 1891 6.314,8 5.538,7 138,4 1.327.0 3.162,3 1892 6.401,5 3.818.8 366,0 76,3 131,8 1893 5.193,1 736,3 129,4 1.803,6 5.917,3 1894 4.767,8 6.470.8 313,2 429,6 299,9 1895 1.803,0 1.291,6 4.0 55,2 3.317,8 1896 5.660,9 2.425,3 347,9 276,1 10.528,4 c Gesamteinfuhr und -Ausfuhr von Gold. Goldeinfuhr S Goldausfuhr Überschuß Jahre S der Einfuhr S der Ausfuhr K Durchschnitt!. 1861—1870 17.162.034 11.615.330 5.546.704 — 1871 21.618.924 20.698.275 920.649 — 1872 18.469.442 19.748.916 — 1.279.474 1873 20.611.165 19,071.220 1.539.945 — 1874 18.081.019 10.641.636 7.439.383 — 1875 23 140.334 18.643.296 4.492.538 — 1876 23.475.975 16.515.748 6.960.227 — 1877 15.441.985 20.361.386 — 4.919,401 1878 20.731,410 14.968 507 5.902.903 — 1879 13.368.675 17.573.813 — 4.210.143 1880 9.455.861 11.828.822 — 2.373,961 1881 9.963.006 15.498.837 — 5.535.831 1882 14.376,559 12.023.804 2.352.755 — 1883 7.755.800 7.091.365 664.435 — 1884 10.744.408 12,012.839 — 1.268.431 1885 12.576.561 11.930 813 645.743 — 1886 12,950.846 13.783.706 — 832.360 1887 9.955.326 9.323.614 631.712 — 1888 15.787.588 14,944.143 843.445 — 1889 17.914.039 14.455.318 3.453.721 — 1890 23.568.049 14.306.688 9.261.361 — 1891 30.275,620 24.167.925 6.107,695 — 1892 21,583.232 14.832,122 6.751.110 — 1893 24,834.7^7 19.502.273 5.332.454 — 1894 27,572,347 15.647.551 11.924.796 — 1895 36.005,999 21.369.323 14.636.676 — 1896 24.468.580 30.123.925 — 5.655.345 — 54 - Englands Silbereinfuhr und -Ansfuhr 1861—1893 (in S). Einfuhr Ausfuhr Überschuß der Jahre Einfuhr Ausfuhr (im Jahresdurchschnitt) 1861-70 9.092.190 9.023.367 68.823 — 1371 16.S21.903 13.062.396 3.459507 — 1872 11.138.S70 10.S86.94S SS1.62S — 1873 12.988.066 9.828.06S 3.160.001 — 1874 12.298.169 12.211.9S7 86.212 — 187S 10.123.9öS 8.979.746 1.144.209 — 1876 13.S78.269 12.948.334 629.93S — 1377 21.710.814 19.436.733 2.274.081 — 1873 11.SSI.S4S 11.718039 — 166.494 1879 10.786.863 11.006.094 — 219.231 1880 6.799.022 7.060.681 — 261.6S9 1831 6.901.402 7.003 982 — 102.S80 1882 9.24292S 8.96S.4S4 277.471 — 1883 9.468.002 9.322.846 14S.1S6 — 1884 9.633.495 9.986.383 — 3S2.888 188S 9.433.603 9.8S2.287 — 418.682 l>-l'> 1887 7.471.639 7.819.438 7.223699 7.807.404 247.940 12.034 1888 6.213.940 7.61S.428 — 1.401.488 1889 9.18S.400 10.666.312 — 1.480.912 1890 10385.659 10.863 384 — 477.73S 1891 9.315.S98 13.060.866 — 3.74S.268 1892 10.746.382 14.078.S68 — 4.332.186 1393 11.913.39S 13.S89.74S — 1676.350 1894 11.00S.417 12.16S.049 — 1.159.632 1895 10.669.662 10.3S7 436 312.226 — 1896 14.329.116 1S.048.134 — 719.018 Ivankreichs KdelmetallHandeL' in Millionen Francs. Überschuß Einfuhr von Ausfuhr von Jahre der Einfuhr von der Ausfuhr von Gold Silber Gold Silber Gold Silber Gold Silber (durchschnittlich) 1830—1836 2S,1 148.S 30,1 S2,9 — 9S,6 5 — 1837—1849 -21.4 166 20,8 S2,4 0,6 113,6 — _ 1850—1852 78,7 138 39 122 39,7 16 — — 1853 319 113 30 230 289 — _ 117 1854 481 100 6S 264 416 — — 164 1855 381 121 163 318 218 —- _ 197 1856 46S 110 90 394 37S — _ 284 1857 S69 98 123 4S8 446 — — 360 1358 SS4 161 66 176 488 — ' _ 16 1859 727 211 188 382 S39 — — 171 1860 470 131 1S9 288 311 — _ 1S7 1861 244 172 268 234 — — 24 62 l Nach dem Rapport von ?ovi1Is, 1897. — 55 — Überschuß Jahre Einfuhr von Ausfuhr von der Einfuhr von der Aus uhr von Gold Silber Gold Silber Gold Silber Gold Silber 1862 402 132 237 218 165 86 1868 370 161 358 229 12 — — 68 1864 464 268 339 310 125 — — 42 1865 419 236 269 164 150 72 — — 1866 813 250 343 205 465 45 ° — — 1867 S94 254 185 65 409 189 — — 1868 493 193 281 84 212 109 — — 1869 435 193 180 81 275 112 — — 1870 310 106 191 71 119 35 — — 1871 144 157 358 142 — IS 214 — 1872 142 241 195 139 — 102 S3 — 1873 176 389 284 203 — 181 108 — 1874 517 434 86 74 431 360 — — 1875 608 267 133 82 470 185 — — 1876 599 203 95 65 504 140 — — 1877 534 148 99 42 435 106 — — 1878 364 180 127 60 237 120 — — 1879 194 138 862 62 — 76 168 — 1880 194 101 403 62 — 39 214 — 1881 234 130 223 79 11 51 — — 1832 284 128 192 157 92 — — 29 1883 64 82 134 96 — — 70 14 1884 127 101 82 46 45 SS — — 1883 243 236 201 138 42 93 1886 261 184 199 134 62 50 _ — 1887 93 178 258 139 — 39 165 — 1888 102 164 193 109 — 55 91 — 1889 338 110 129 103 209 7 — — 1890 117 139 251 109 — 30 134 — 1891 362 176 235 146 127 30 — — 1892 387 120 111 102 276 18 — — 1893 305 159 117 126 188 33 — — 1894 461 89 103 109 353 — — 20 l^'. 253 140 244 79 9 61 — — 1896 301 178 311 201 — — 10 23 bereinigte Staaten ^. Goldeinfuhr und -Ausfuhr 1363-1893 lin 1000 K). Fiskal- Jahre- Überschuß der Einfuhr ! der Ausfuhr 1865 1866 1867 1868 1869 1870 1871 1872 1873 1874 6.498,2 8.196,3 17.024,9 8.737,4 14.132,6 12.057,0 6.883,6 8.717,5 8.682,4 19.503,1 5>,^!^,«) 71.197,3 39.026,6 78.396,3 36.003,5 33.636,0 66.686,2 49.548,8 44.856,7 34.042,4 51>^ 63.001,0 22.001,8 64.658,9 21.870,9 21.579,0 S9.802,6 40.881.3 36.174.3 14.539,3 ' Nach den Berichten des amerikanischen Mllnzdirektors. 2 1. Juli bis 30. Juni. Fiskal- Jahre Einfuhr 1875 13,696,8 1876 7.992,7 1877 26.246,2 1878 13.330,2 1879 6.624,9 1880 80.768,4 1881 100.031,3 1882 34.377,1 1883 17.734,1 1884 22.831,3 188S 26.691,7 1886 20.743,3 1887 42 910,6 1888 43.934,3 1889 10.284,9 1890 12.943,3 1891 18.232,6 1892 49.699,6 1893 21.174,4 1894 72.449,1 189Z 36.384,8 1896 104.733,9 Überschuß der Einfuhr ! der Ausfuhr 66.981,0 31.177,1 26.690,4 9.204,6 4.687,6 3.639,0 2.666,1 32.687,9 11.600,9 41.082,0 8.477,9 42.952,2 9.701,2 18.376,2 69.952,3 17.274,6 86.362,7 60.196,3 108.680,8 76.978,1 66.468,5 68.262,5 4.126,8 1.037,3 77.119,4 97.466,1 1.789,2 6.133,3 13.213,8 33.209,4 25.668,1 46.471,4 63.284,2 23.184,3 344,1 18.260,6 22.208,8 49.667,4 4.331,2 68.130,1 496,8 87.606,4 4.629,0 30.083,7 Silbereinfuhr und -Ausfuhr 186Z—1395 (in 1000 K). Fiskal- Jahre Einfuhr Ausfuhr Übersch der Einfuhr uß der Ausfuhr 1866 1866 1867 1863 1869 1870 1871 1872 1873 1874 1876 1876 1877 1878 1879 1880 1831 1882 1883 1884 1885 1886 188? 1888 1839 1890 1891 1892 1893 1894 1896 1896 3.311,3 2.603,8 5.045,6 6.450,9 5.675,3 14.362,2 14.386,6 6.026,2 12.798,6 8.961,8 7.203,9 7.944,0 14.528,2 16.491,1 14.671,1 12.275.9 10.544,2 8.096,3 10.766,2 14.694,9 16.660,6 17.850,3 17.260.2 15.403,7 18.678.2 21.033.0 18.026,9 19.955,1 23.193,3 13.286,6 20.211.2 30.182,7 9.262,2 14.846,8 21.841,7 21.387,8 21.134,9 24.519,7 31.766,3 30.328,8 39.761,9 32.588,0 26.161,2 26.329,3 29.671,9 24.635,7 20.409,8 13.603,9 16.841,7 16.829,6 20.219,4 26.061,4 33.763,6 29.611,2 26.296,6 28.037.9 36.689,2 34.873.9 22.591,0 32.310,6 40.737.3 60.451.3 47.296,3 64.837,3 5.950.3 12.342,9 16.796,1 16.936.8 16.469,6 10.167,5 17.369,3 25.302,5 26.963,4 23.636,2 17.947,2 17.385,3 15.043,7 8.044,6 6.738,8 1.228,0 6.297,6 8.734,3 9.464,2 11.466,5 17.203,0 11.660,9 9.036,3 12.634,2 18.011,0 13.840,9 4.664,1 12.855,6 17.544,0 37.164,7 27.084.1 34.664,6 Indiens Köettnetallhandeci in 1000 Rupien. Etats- Jahre- Silber Gold Mehreinfuhr Einfuhr Ausfuhr Mehreinfuhr (im Jahres31.593 6.877 24.716 3.261 durchschnitt) 18 698 12.763 5.935 9.793 1840/41—1844/45 31.552 9.706 21.846 10.772 1845/46—1849/50 108.929 8.204 100.725 32.182 1850/S1—18S4/65 1855/56—1859/60 1860/61 64.346 11.066 53.280 42.326 1861/62 97.615 6.751 90.865 51.844 1862/63 136.274 10.772 125.502 68.482 1863/64 140.372 12.404 127.967 88.983 1864/65 114.883 14.095 100.788 98.400 1865/66 201.844 15.157 186.687 57.245 1866/67 86.554 16.924 69.631 38.423 1867/63 69.994 14.055 55.940 46.095 1868/69 99.790 13.780 86.010 51.594 1869/70 82.644 9.441 73.203 55.920 1370/71 26.622 17.203 9.419 22,821 1371/72 80.000 14.677 65.324 35.651 1872/73 19.132 12.191 7.151 25.434 1873/74 41.437 16.479 24.958 13.826 1874/75 60.518 14.096 46.422 18.735 1875/76 34.643 19.090 15.554 15.451 1876/77 99.924 27.935 71.989 2.073 1877/78 157.765 11.002 146.763 4.681 1878/79 55.937 16.230 39.707 —8.962 1879/80 96.050 17.353 78.697 17.505 1880/81 53.162 14.236 38.926 36.552 1831/82 64.664 10.873 53.790 48.440 1882/83 83.580 ^,7^ 74.802 49.309 1883/84 74.085 10.034 64.052 54.625 1884/85 91.110 18.644 72.456 46.720 1885/86 123.862 7.796 116.066 27.629 1886/87 82.198 10.640 71.558 21.772 1887/83 105.893 13.610 92.283 29.925 1888,89 107.259 14.792 92.467 28.139 1889/90 123.885 14.506 109.379 46.153 1890/91 154.337 12.585 141.752 56.362 1891/92 106.037 15.815 90.222 24.133 1892/93 152.280 23.645 128.635 —28.127 1893/94 153.147 15 949 137.198 6.412 1894/95 78.249 14.957 63.292 —49.741 1895/96 83.387 17.565 65.822 . 25.260 1896/97 85.934 27.374 58.560 22.910 Bemerkungen. Die vorstehenden Übersichten geben in großeil Zügen ein ungefähres Bild der internationalen Edelmetall-Bewegungen. ' Nach den Lwtistieal ^.dstraet t'or IZritisk IMis.. 2 Bis 1867 1. Mai bis 30. April, von 1367 an 1. April bis 31. März. Namentlich lassen sie erkennen, wie sehr England der Mittelpunkt des Edelmetall-Verkehrs ist. Die wichtigsten Edelmetall-Produktionsländer senden einen großen Teil ihrer jährlichen Edelmetall-Gewinnung nach London. Dort wird das neu ankommende Edelmetall im Falle eines starken ausländischen Bedarfes sofort für das Ausland wieder verkauft, oder, falls ein ausländischer Bedarf nicht vorliegt, bleibt derjenige Teil, welcher nicht in den englischen Umlauf übergeht oder in der englischen Industrie Verwendung findet, in den Händen Englands, bis sich ein Bedarf für das Ausland zeigt. Die Verhältnisse liegen verschieden hinsichtlich des Silbers und des Goldes, Das Halten eines Silbervorrats bedingt unter allen Umständen einen Zinsverlust, wenn auch in Anbetracht der günstigen Bedingungen, unter welchen Silber beliehen wird, der Verlust verhältnismäßig gering ist. Am günstigsten sind die Bedingungen für die Lombardierung von Silber in Paris. Die Bank von Frankreich gewährt Lombarddarlehen auf Silber zu einein Zinsfuß von nur 1 Prozent. Es ist deshalb vorgekommen, daß Londoner Edelmetall-Firmen, welche aus bestimmten Gründen einen größeren Silbervorrat für längere Zeit halten wollten, das Silber bei der Bank von Frankreich beleihen ließen. Hinsichtlich des Goldes kommt ein Zinsverlust überhaupt nicht in Betracht. Die Goldmengen, für welche nicht sofort Abnehmer vorhanden sind, werden in die Bank von England gebracht, welche, ähnlich wie unsere Reichsbank, zum Ankauf von Barrengold zu 77 9 ä pro Unze Standard verpflichtet ist. So wird das ankommende Gold unmittelbar in englisches Geld verwandelt und in der Form von Banknoten in die Zirkulation gebracht. Da sich die Bedürfnisse des Verkehrs nach Umlaufsmitteln nicht nach den für den Umlauf verfügbaren Goldmengen richten, so ist die Folge eines starken Goldzuflusses stets eine Verminderung des ungedeckten Notenumlaufs, ja ein völliges Verschwinden desselben und eine oft lange Zeit andauernde Überdeckung der ausgegebenen Noten. So ist seit 1893 der Barvorrat der Bank von England meist erheblich größer als ihr Notenumlauf. Andererseits schöpft ein starker ausländischer Goldbedarf, welchem nicht die entsprechenden Goldzuflüsse aus den Produktionsländern gegenüberstehen, aus dein Reservoir der Bank von England, welche zwar nur zur Einlösung ihrer Noten in geprägten? englischem Goldgeld verpflichtet ist, sich aber nur in den seltensten Fällen weigert, hochhaltige Goldbarren abzugeben. — 59 - Auch hier wird die unmittelbare Wirkung auf die Zirkulation durch die Elasticität des Notenumlaufs abgeschwächt. Die Folge großer Gold' entnahmen aus der Bank bedeutet nicht unbedingt eine entsprechende Abnahme des englischen Geldumlaufs, sondern zunächst nur eine Abnahme des vollgedeckten und eine Zunahme des ungedeckten Notenumlaufs. Die Wirkungen des Angebots uud der Nachfrage nach Gold auf die englische Zirkulation wird ferner reguliert durch die Handhabung der Diskontpolitik. In Zeiten starker Goldznflüsse und geringer Goldnachfrage hält die Bank von England einen sehr niedrigen Diskont. Zwar geht sie mit ihrem offiziellen Diskontsatz niemals unter 2 Prozent hinab, aber es ist bekannt, daß sie sich an ihren offiziellen Satz weder nach oben noch nach unten bindet, daß sie in Zeiten der Geldslüssigkeit oft erheblich unter, und in Zeiten der Geldknappheit oft erheblich über ihrem offiziellen Satz diskontiert. Ein niedriger Diskont regt nicht nur das inländische Geldbedürfnis an, sondern er befördert auch die Übertragung von Gold nach andern Ländern, welche einen höheren Zinsfuß geben und leitet so einen Teil des für die englischen Bedürfnisse überflüssigen Goldes nach dein Ausland ab. — Umgekehrt wirkt eine Diskonterhöhung bei starker ausländischer Goldnachfrage und geringen Goldzuflüssen. Sie beschränkt eiumal die inländischen Ansprüche an die Bank und hemmt dadurch das Auwachsen des ungedeckten Notenumlaufs. Gleichzeitig bewirkt der höhere englische Diskont einen Goldzuslnß ans Ländern mit niedrigerem Diskont, durch welchen der Goldzufluß aus den Produktionsländern verstärkt wird. So wird im Wege der Diskontreguliernng sowohl ein reiches Goldangebot als eine starke Goldnachfrage auf dem englischen Markt den übrigen Ländern mit Goldwährung und Goldvaluta mitgeteilt; auch auf diese Länder werden die Wirkungen von Goldangebot und Goldnachfrage übertragen, wenn auch nicht in gleich hohem Grade, wie sie sich in London, dem Mittelpunkt der Goldbewegnngen, geltend machen. Wir werden später mehrfach Gelegenheit haben, diese Verhältnisse an lehrreichen Beispielen eingehend kennen zu lernen. Hier beschränken wir uns darauf, die Bedeutung des euglischen Goldverkehrs dnrch eine Vergleichung der englischen Goldeinfuhr mit der gleichzeitigen Goldproduktion und der gleichzeitigen Goldeinfuhr Frankreichs und Deutschlands darzuthun. — 60 — In 1000 Mark: Perioden (im Jahresdurchschnitt) Goldproduktion Englands Goldeinfuhr Frankreichs Goldeinfuhr Deutschlands Goldsinfuhr 1871—1775 485.207 407.686 254.000 105.558 1876-1880 481.045 330.456 302.000 84.681 1881-1885 432.300 221.665 152.000 24.910 1886-1890 467.720 320.703 146.000 80.305 1891-1895 685.615 561.008 285.000 188.281 Im einzelneil ist zu den Übersichteil folgendes zu bemerken: 1. Deutsches Zollgebiet. Die Genauigkeit der Nachweisungen unterliegt starken Zweifeln, namentlich für die frühere Zeit. Wie berechtigt diese Zweifel sind, ergiebt sich z. B. daraus, daß die starke Ausfuhr von Silberbarren während der Jahre 1876—1878 in der Statistik nicht zur Erscheinung kommt. Bis zum Jahre 1889, dem Jahre des Anschlusses der Hansestädte an den Zollverein, giebt die Statistik nur ungenügende Auskunft über die Läilder, aus welchen Edelmetall eingeführt wurde. Die Goldeiufuhr aus England erscheint bis zu diesem Zeitpunkt äußerst gering, und eine Goldeinfuhr aus den Vereinigten Staaten ist so gut wie gar nicht vorhanden. Seit dem Beginne der 90er Jahre ist Deutschland in großem Umfange der Vermittler der österreichischen und russischen Goldbezüge geworden. Die Goldansfnhr nach Österreich weist seit 1892 ununterbrochen beträchtlich höhere Summen auf, als die Goldeinfuhr aus diesem Lande. Unser Goldhandel mit Nußland hat sich in ähnlichem Sinne verändert, aber er zeigt große Schwankungen, welche auf seine Abhängigkeit von großen finanziellen Operationen hinweisen. Trotz ihrer Mängel im einzelnen giebt die deutsche Edelmetall-Statistik im großen Ganzen ein zutreffendes Bild von der Stellung Deutschlands im internationaleil Edelmetall-Verkehr. Als eines der bedeutendsten Silberproduktions-Länder hat Deutschland fortgesetzt einen beträchtlichen, bis zum Jahre 1893 fast ohne Unterbrechung steigenden Silberexport zu verzeichneil. Von nun an tritt, über- eiustimmend mit der Abnahme der Silberproduktion, ein Rückgang der Silberausfuhr ein. — 61 — Die Goldbewegung zeigt gleichfalls eine Entwickelung, welche im allgemeinen mit bekannten Thatsachen übereinstimmt. Die starke Goldeinfuhr des Jahres 1873; der Goldabfluß der Jahre 1874 und 1875; der erneute Goldzufluß iu den folgenden Jahren bis zum Jahre 1879, dem Jahre der Einstelluug der deutschen Silberverkäufe und damit auch der Einstellung der Goldbezüge der Reichsregieruug aus England; der Goldabsluß in der ersten Hälfte der 80er Jahre, welcher sich ähnlich auch bei England und Frankreich findet und der hauptsächlich auf dem amerikanischen Goldbedarf bei den gleichzeitigen ungünstigen Verhältnissen der Goldproduktion beruhte; dann der ununterbrochene Goldzufluß, der im Jahre 1894 seinen Höhepunkt erreichte, und schließlich die unbedeutende Mehreinfuhr von Gold während der Jahre 1895 und 1896, die ihren Hauptgrund in den russischen und österreichischen Goldbezügen hat. 2. England. Wie allgemein anerkannt wird, zeichnet sich die Statistik des englischen Edelmetall-Handels dnrch große Genauigkeit aus. In der That spiegeln sich hier alle Konjunkturen des internationalen Edelmetall-Marktes deutlich wieder. Den Einflnß der französischen Kontributionszahlnng auf den englischen Goldmnrkt während der Jahre 1871—1873 werden wir weiter unten ausführlich erörtern. Es sei hier nur auf den starken Goldimport aus Frankreich uud den großen Goldexport nach Deutschland hingewiesen. Dann kommen die Jahre der Ergänzung des französischen Goldvorrates und der deutscheu Goldbeschaffung vermittelst der Erlöse aus den Silberverkäufen. Die starke Goldausfuhr nach diesen beiden Ländern wurde, außer im Jahre 1877, in welchem Deutschland über 8 Millionen, Frankreich über 6 Millionen F aus England erhielt, durch umfangreiche Zufuhren aus Australien und Amerika hinreichend gedeckt. Vom Jahre 1879 ab beginnt die erhebliche Goldansfuhr nach den Vereinigten Staaten, während gleichzeitig die australische Goldzufuhr sich erheblich vermindert. Während dreier Jahre hatte England eine starke Mehrausfuhr von Gold zu verzeichnen. Eine merkliche Besserung der Verhältnisse trat erst mit der Zunahme der Goldprodnktion gegen Ende der 80er Jahre ein. In den letzten überaus günstigen Jahren der Goldgewinnung sind nicht nur Goldmengen von niemals erreichtem Umfang nach England gebracht worden, sondern es ist auch ein sehr erheblicher Teil dieses Goldes in England selbst zurückgeblieben. In der Statistik des englischen Silberhandels ist hauptsächlich auffallend die seit 1878 fast ununterbrochene Mehrausfuhr von Silber. Diese Erscheinung hat ihren Grund in der Verhüttung von Silbererz in England, dessen Einfuhr nicht als Silbereinfuhr verzeichnet wird. Ferner ist auffallend, daß, im Gegensatz zu der Entwickelung des Goldhandels, der englische Silberhandel nicht entfernt mit der Ausdehnung der Silberproduktion gleichen Schritt gehalten hat. Die Ursache ist einmal, daß in der Zeit vor 1870 der starke indische Silberbedarf große Summen erforderlich gemacht hat, welche von England aus, uameutlich aus der Zirkulation der Länder der französischen Doppelwährung, herausgezogen wurden, und daß in den 70er Jahren die in London bewerkstelligten deutschen Silberverkäuse den Umsatz des Londoner Silberhandels hoch hielten; ferner darin, daß die direkte Versendung von Silber aus Amerika nach Ostasien, dem wichtigsten Absatzland, während der letzten Jahrzehnte sehr an Bedeutung gewonnen hat. Es kommt hinzu, daß infolge des Rückganges des Silberpreises das gleiche Gewichtsquantum Silber einen wesentlich geringeren Wert in Pfund Sterling darstellt, als früher. 3. Frankreich. Der französische Edelmetall-Verkehr bietet besonderes Interesse in der Zeit vor 1870, während welcher das bimetallistische System noch in Kraft war. Unsere Tabelle aus S. 54 und 55 zeigt, wie unbedeutend bis zum Jahre 185^ Frankreichs Goldhandel war. Die Ausfuhr von Gold, welche von 1830—1836 überwog, betrug in dieser Zeit im Jahresdurchschnitt, trotz des für Gold so ungünstigen Wertverhältnisses, nur 5 Millionen srcs. Das wenige Goldgeld, welches damals in Frankreich vorhanden war, wurde durch das innere Agio der Goldmünzen festgehalten. — In den Jahren 1837—1849 ist sogar ein geringer Goldznfluß zu verzeichnen, 600.000 frcs. im Jahresdurchschnitt, ein Betrag, der so gering ist, daß er unmöglich zur Befriedigung des industriellen Goldbedarfes genügt haben kann. Dagegen war die Silbereinfuhr bis zum Jahre 1850 nicht unbeträchtlich. Mit dem Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begannen die kalifornischen und australischen Goldfunde auf die internationalen Währungsverhältnisse einzuwirken. Der Rückgang des Goldwertes gegenüber dem Silberwert bis unter die französische Relation hinab verursachte einen enormen Zufluß von Gold nach Frankreich und eine starke Ausfuhr — 63 — von Silber aus Frankreich. In den acht Jahren von 1853—1860 wurden für etwa l^/s Milliarden Franken mehr Silber ausgeführt als eingeführt. Dann nahm die Silberausfuhr beträchtlich ab und hörte Mitte der 60er Jahre ganz auf. Alles in allein erreichte die französische Mehrausfuhr von Silber in der Zeit des Silbererports (1853—1864) den Betrag von 1.723 Millionen Franken. Die gleichzeitige Mehreinfuhr von Gold übertraf die Mehrausfuhr von Silber sehr erheblich. Sie war ungefähr doppelt so groß wie diese. Die zweite Hälfte der 60er Jahre brachte, da das Wertverhältnis zwischen Gold und Silber im freieil Verkehr ungefähr mit der französischen Relation übereinstimmte, gleichzeitig Gold- und Silber-Mehreinsuhr. Der Krieg und die Kriegskosten-Entjchädigung führte zum Export von Gold, während die Mehreinfuhr von Silber fortdauerte; sie stieg im Jahre 1874 auf 360 Millionen Franken und wäre zweifellos ohne die Beschränkung der Silberausmünzung noch beträchtlich mehr angewachsen. Erst nach dem Jahre 1876, in welchem die Ausmünzung von Kurant- silbermünzen endgültig eingestellt wurde, kam die Silbereinfuhr allmählich auf ein Niveau, welches lediglich dem industriellen Silberbedarf des Landes entsprach. Die Jahre der durch die Bank von Frankreich vermittelten starken Goldbezüge (1874—1877) prägen sich in der französischen Statistik ebenso scharf aus, wie die Jahre des Goldexports von Europa nach Amerika (von 1879 ab). Auch die zweite Hälfte der 80er Jahre zeigt, ähnlich wie in England und Deutschland, nur eine verhältnismäßig geringe Vermehrung des Goldvorrates. Erst von 1891 ab sind wieder bedeutende Mehrimporte von Gold zu verzeichnen. Auffallend ist die geringe Mehreinfuhr im Jahre 1895. 4. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Mit der wachsenden Einwohnerzahl und der steigenden wirtschaftlichen Bedeutung der Vereinigten Staaten hat der Edelmetall-Verkehr Europas mit diesem Lande, welches als das wichtigste Edelmetall-Produktionsgebiet in monetärer Beziehung stets eine große Rolle spielte, eine neue sehr erhebliche Bedeutung gewonnen. Diese Bedeutung zeigt sich darin, daß die Vereinigten Staaten nicht, .>>",',>,„ — 64 wie wirtschaftlich weniger entwickelte Edelmetall-Produktionslander, den größten Teil ihrer Edelmetall-Produktion an das Ausland abgeben, sondern daß ihr eigener Bedarf an Edelmetall ein sehr beträchtlicher ist und zeitweise ihre eigene Produktion wesentlich übersteigt. Die wirtschaftlichen Verhältnisse und vor allem die Währungsgesetzgebung der Vereinigten Staaten haben ihrerseits dazu beigetragen, die Edelmetall-Bilanz des Landes zu einer überaus schwankenden und unberechenbaren zu machen. In den 60er Jahren war es die Ausgabe von Staatspapiergeld mit Zwangskurs, durch welche nicht nur das neuproduzierte Edelmetall, sondern auch ein großer Teil des bisherigen Metallumlanfs außer Laudes getrieben wurden. Die Einführung der Goldwähruug im Jahre 1873 blieb zunächst ohne Wirkung, da erst im Jahre 1879 die Barzahlungen in Gold aufgenommen werden sollten. Gegen Ende der 70er uud in der ersten Hälfte der 80er Jahre wirkte die Rückkehr zn den Barzahlungen, verbunden mit großen Getreide- Exporten, zusammen, um nicht nnr alles nenproduzierte Gold in den Vereinigten Staaten zurückzuhalten, soudern sogar um zeitweise sehr beträchtliche Goldmengen aus dem Ausland herbeizuziehen (1880 77 Millionen, 1881 97V2 Millionen Dollars). Die für die Union günstige Goldbewegung dauerte im großen Ganzen bis 1888. Von nun an machten sich die Wirkungen der Silbergesetze, welche dein Umlauf ohne Rücksicht auf das Bedürfnis des Verkehrs silberue Zahlungsmittel in großen Mengen zuführten, stark fühlbar. Die Silberdollars und die das Silbergeld vertretenden Papierscheine nahmen einen immer größeren Raum in dem amerikanischen Geldvorrat ein. Sie beschränkten dadurch die monetäre Verwendung des Goldes. Außerdem geriet durch die Silbergesetzgebung die amerikanische Währung in einen überaus kritischen Zustand, durch welchen die Zurückziehung europäischer Kapitalien in großem Umfange veranlaßt wurde, natürlich durch den Bezug von effektivein Gold. Die gesteigerte Goldprodnktion in den Vereinigten Staaten trug gleichfalls dazn bei, die Goldansfuhr anwachsen zu lassen. So kommt es, daß von 1889 bis 1895 die Vereinigten Staaten in keinem einzigen Jahre mehr Gold eingeführt als ausgeführt haben. Entsprechend der Natur ihrer Ursachen weisen die Zahlen der amerikanischen Goldbilanz die stärksten Schwankungen auf. Die Mehrausfuhr — 65 — von Gold erreichte im Jahre 1892 nur 495.873 K, im Jahre 1893 dagegen, dem Jahre der Krisis, welche zur Aufhebung der Shermanbill führte, stieg sie auf 87.506.463 Millionen Dollars. Ungefähr zu derselben Zeit, in welcher der Goldverkehr der Vereinigten Staaten durch die Aufnahme der Barzahlungen erhebliche Veränderungen erfuhr, bewirkte die Einführung der Blandbill eine starke Verschiebung in den Silberexporten. Bereits ehe die Vereinigten Staaten einen bedeutenden Rang unter den Silberproduktions-Ländern einnahmen, waren sie äs kaoto ein Gold- währnngsland. Noch im Jahrzehnt 1851—1860 betrug ihre Silberproduktion im Jahresdurchschnitt nur wenig über 7.000 Als sich infolge der Entdeckung reicher Silberminen die Produktion gewaltig steigerte, geriet Amerika infolge des Bürgerkriegs in die Papierwährung. Bis in die 70er Jahre hatten also die Vereinigten Staaten für das ans ihren Minen zu tage geförderte Silber fo gut wie gar keine monetäre Verwendung. Erst als um das Jahr 1875 in Vorbereitung des Übergangs zu den Barzahlungen die Ausprägung von Silberscheidemünzen in großem Umfange aufgenommen wurde, änderte sich dieses Verhältnis; aber diese Änderung konnte, da der Scheidemünzbedarf ein begrenzter ist, ihrer Natur nach nur vorübergehend sein. Eine einschneidende und dauernde Änderung brachte erst die Blandbill im Jahre 1873, durch welche das Schatzamt der Vereinigten Staaten verpflichtet wurde, monatlich für 2—4 Millionen K Silber zu kaufen und in Standard-Silberdollars auszuprägen. Dadurch wurde in den Vereinigten Staaten selbst eine monetäre Verwendung für 24—48 Millionen Dollars Silber pro Jahr geschaffen. Von welcher Bedeutung dieses Gesetz für die Silberbilanz der Vereinigten Staaten war, geht daraus hervor, daß bis zum Jahre 1878 nur in zwei Jahren (1872 und 1873) ein Nettoexport von Silber verzeichnet ist, welcher das Minimum der staatlichen Silberverkäufe von 24 Millionen Dollars überstieg. Die Folge der Blandbill war eine Abnahme der Silberausfuhr, wenn diese Abnahme auch, infolge der sich fortgesetzt steigernden Silberproduktion, nicht den Betrag der Silberankäufe des amerikanischen Schatzamtes erreichte. Die Shermanbill des Jahres 1890, welche den Betrag des jährlich anzukaufenden Silbers beträchtlich erhöhte, führte abermals zu einer Verminderung der amerikanischen Silberausfuhr. Während diese im Jahre Helfferich, Beiträge zur Geldreform. 3 — 66 — 1889 noch einen Ausfuhrüberschuß von 18 Millionen Dollars ergab, führten die Vereinigten Staaten im Jahre 1891 nur 4^2 Millionen Dollars Silber mehr aus als ein. Die rasche Steigerung der Silberproduktion ließ den Mehrexport im Jahre 1893 bereits wieder auf 17^2 Millionen Dollars ankommen, und nach der Aufhebung der Shermanbill erreichte die Mehrausfuhr im Jahre 1894 die noch nie dagewesene Höhe von 37 Millionen Dollars. Im Jahre 1895 beginnt sich der Rückgang der amerikanischen Silber- geivinnung auch in den Zahlen des Silberexports zu zeigen. 5. Britisch Indien. Von der größten Bedeutung für die Wähningsverhältnisse war bis in die letzten Jahre die Edelmetall-Bilanz von Britisch Indien. Dieses enorme Wirtschaftsgebiet, welches nach seiner Geschichte und feinen wirtschaftlichen Verhältnissen außerhalb des Kreises der Länder europäischer Kultur steht, durch fein Verhältnis zu England jedoch sehr eng mit dem Londoner Edelmetall-Markt verbunden ist, hat während einer langen Reihe von Jahren einen förmlich beherrschenden Einfluß auf die Entwickelung der Währungsverhältnisse, namentlich aus die Gestaltung des Wertverhältnisses zwischen Gold und Silber, ausgeübt. Die indische Edelmetall-Einfuhr bestand zu allen Zeiten überwiegend aus Silber, wenn auch der Goldimport zeitweise eine beträchtliche Höhe erreichte. Die Silbereinfuhr nahm in der Zeit von 1855—1866 enorme Dimensionen an und war in manchen Jahren größer als die gesamte Silbergewinnung der Erde. Die Ursachen lagen einerseits in der gewaltigen Steigerung der indischen Warenausfuhr, andererseits in der Übertragung großer Geldkapitalien von England nach Indien, teils zur Bekämpfung großer Aufstände, teils für den Bau von Eisenbahnen und Bewässerungsanlagen, teils zur Bekämpfung der periodisch wiederkehrenden Hungersnot. Die gewaltige Steigerung der Warenausfuhr seit der Mitte der fünfziger Jahre beruhte ihrerseits auf dem zunehmenden Verbrauch indischer Erzeugnisse in Europa. Diese Zunahme wurde in einigen Jahren besonders gefördert durch den schlechten Ausfall der Ernte von Erzeugnissen, welche Europa in Konkurrenz mit Indien und Ostasien produziert. So spielte der Ausfall der europäischen Seidenernte, namentlich Seidenmißernten infolge von Krankheiten der Seidenraupen, zu verschiedenen — 67 — Malen eine große Rolle. Auch die Getreideernte war stets von großer Bedeutung. In den sechziger Jahren war es der amerikanische Bürgerkrieg und das durch diesen veranlaßte Ausbleiben der amerikanischen Banmwollzufuhr, wodurch ein wesentliches Steigen der indischen Ausfuhr und damit des Silberbedarss für Indien veranlaßt wurde. Die Folge des enormen indischen Silberbedarfs jener Jahre war eine Beschleunigung der Wirkungen, welche durch die kalifornischen und australischen Goldfunde hervorgebracht wurden. Die Umwandlung des Silberumlaufs in den Staaten des Frankens«stems in einen Goldumlauf wurde dadurch beträchtlich gefördert, daß der Silberbedarf für Indien das Silber aus jenen Ländern förmlich herauspumpte. Die Ziffern der französischen Edelmetall-Statistik zeigen, wie wir gesehen haben, in aller Deutlichkeit, diese Wirkung. Daß aber die Wirkung des indischen Silberbedarfs nicht auf die Länder mit Doppelwährung beschränkt blieb, sondern daß sie sich auch auf Silberwährungsländer erstreckte, werden wir bei der Prüfung der internationalen Stellung des deutscheu Geldwesens vor der Münzreform sehen. Der Rückgang der indischen Silbereinfuhr von 1866 ab wird allgemein als die wesentlichste Ursache des Zurückgleitens des Silberwertes bis unter seine Bewertung in der französischen Relation angesehen. Dagegen ist die Bedeutung der indischen Silberbilanz für den Silberpreis vom Jahre 1873 ab viel umstritten. Die Feststellung der Ursachen der gewöhnlich vom Jahre 1873 datierten Silberentwertung ist eine der wichtigsten Aufgaben dieses Werkes. Sie werden am geeigneten Platze eingehend erörtert werden, mit ihnen der Anteil der indischen Silberbilanz an dieser Entwertung. IV. Tie industrielle Verwendung der Edelmetalle. So wichtig für die Beurteilung der währungspolitischen Verhältnisse die Frage ist, wie viel von der jährlichen Edelmetall-Gewinnung zu industriellen Zwecken verwendet wird und wie viel zu monetären Zwecken verfügbar bleibt, so schwer ist es, diese Frage zu beantworten. Es häufen sich hier Schwierigkeiten aus Schwierigkeiten. Schon die Feststellung, wie viel Gold und Silber jährlich in der Judustrie Verwendung findet, wird niemals völlig korrekt vorgenommen werden können. Wenn man sich, wie früher der amerikanische Münzdirektor, unmittelbar an die Industriellen wendet, welche Edelmetalle verarbeite», so riskiert man, von einem großen Teil der Befragten überhaupt keine oder unrichtige Angaben zu erhalten. Es taucht dann sofort die noch schwierigere Frage auf, wie viel von dem verarbeiteten Edelmetall altes Material, wie viel neugewonnenes Metall, wie viel aus dem Münzumlauf des eigeneil Landes oder fremder Länder entnommen ist. Die Feststellung der Metallmengen, welche von Münzanstalten, offizielleil Probierämtern, Affinieranstalten zc. an Gewerbetreibende verkauft werden, — das Verfahren, welches seit 1889 vom amerikanischen Münzdirektor angewendet wird — kann von vornherein nicht die Beträge der von den einzelnen Industriellen selbst eingeschmolzenen Münzen erfassen. Dagegen giebt eine solche Methode mehr Anhaltspunkte über die Herkunft des verarbeiteten Edelmetalls. Absolut keine Grundlage für die Beurteilung, ob das verarbeitete Material aus der Neuproduktion oder aus dem Münzumlauf stammt, oder ob es sich um die bloße Umformung vou Schmuckgegenständen :c. handelt, geben die Nachweisnngen über die bei den Probierämtern und Punzierungsämtern gestempelten Gold- und Silberivaren. Für viele Länder ist nicht einmal dieser mangelhafte Anhaltspunkt vorhanden. Alle Schätzungen des industriellen Verbrauchs der Edelmetalle sind daher sehr unsicher und gewagt. Immerhin haben die Berichte des amerikanischen Münzdirektors und die teilweise auf private«: Erkundigungen — 69 — beruhenden Arbeiten Soetbeers Ergebnisse geliefert, welche die Nennung einer Ziffer für den Anteil des industriellen Edelmetall-Verbrauchs an der Neuproduktion nicht vollständig als Phantasiespiel erscheinen lassen. Soetbeer schätzte im Jahre 1886 den industriellen Goldverbrauch der Erde auf 90.000 251.100.000 ^. Auch andere haben ihn so hoch lind noch höher geschätzt. Mit der Zeit jedoch ist man zu der Ansicht gekommen, daß der industrielle Goldverbrauch nicht ganz so hoch sei. Im vorigen Jahre (1896) stellte Lexis', zum größten Teil auf Grund der Angaben des amerikanischen Münzberichts, folgende Schätzung über den industriellen Goldverbrauch in den einzelnen Ländern auf: Vereinigte Staaten ... 43 Millionen ^H. England......48 Frankreich......33,5 Deutschland ..... 33,5 Österreich-Ungarn ... 10 Schweiz.......16,7 Übrige Länder .... 20,3 Im ganzen 205 Millionen ^ oder etwa 73.500 1^. Der neueste amerikanische Münzbericht giebt folgende Schätzung für das Kalenderjahr 1895: Länder ^ K 15.728 10.452.816 15.500 10.301.300 15.200 10.101.920 13,200 3.772.720 3.350 2.226,410 8.907 5.919,592 Rußland......... 3.953 2.627.164 I 2.060.260 Niederlande........ s 3,100 Italien.......... 5.000 3.323,000 1.400 930.440 304 202.038 2.500 1.661.500 Im ganzen 88.142 58.579,160 ! Edelmetall-Gewinnung und Verwendung in den letzten zehn Jahren. Jahrbücher für Nat.-Ökonomie und Statistik, 1896. — 70 — Lexis bemerkt zu seiner Schätzung, daß sie ihm nicht zu niedrig erscheine, obwohl er selbst früher den industriellen Goldverbrauch für erheblich größer gehalten habe. Aber selbst wenn man eine die Veranschlagung des amerikanischen Münzdirektors übersteigende Ziffer für wahrscheinlich hält, so liegt doch eine große Beruhigung darin, daß selbst dann von der gesamten jährlichen Goldproduktion von über 300.000 zur Zeit nur etwa ein Drittel für industrielle Zwecke verwendet wird, während zwei Drittel oder 200.000 ^ 558.000.000 ^ jährlich für monetäre Zwecke verfügbar bleiben. Dagegen betrug zu der Zeit, als Soetbeer den industriellen Goldverbrauch auf 90.000 schätzte, die jährliche Goldproduktion mir etwa 160.000 l:Z. Vou dieser Menge wären also damals, die Richtigkeit der Soetbeerschen Schätzung vorausgesetzt, nur etwa 70.000 kg- ^ 195.300.000 ^6 für monetäre Zwecke übrig geblieben. So sehr hat durch das Anwachsen der Goldproduktion die Frage der industriellen Goldverwendung an Bedeutung verloren. Der industrielle Verbrauch von Silber bietet für die Länder mit Goldwährung ein geringeres Interesse. Außerdem sind alle Veranschlagungen über die gewerbliche Verwendung von Silber von einer augenfälligen Un- wahrscheinlichkeit. In ungefährer Übereiustimmung mit dem amerikanischen Münzbericht nimmt Lexis an, daß zur Zeit etwa 1 Million Kilogramm Silber jährlich in der Industrie Verwendung findet. Demnach bleibt von der jährlichen Silberproduktiou eine Menge von mehr als 4 Millionen Kilogramm verfügbar. Die stärkste Nettoeinfuhr von Silber, welche Indien in den letzten Jahren zu verzeichnen hatte, war 141,75 Millionen Rupien. Dieser Wert entspricht einem Silberauautum von etwa 1^/s Millionen Kilogramm. Ein großer Zuschlag für Japan, China und die übrigen Silberländer, ferner für die Silberscheidemünz-Prägungen der Goldwährungsländer läßt immer noch einen Rest, über dessen Verbleib völlige Unklarheit herrscht. Da nirgends große Silbervorräte aufgehäuft sind, bleibt nur der Schluß übrig, daß mehr als das bisher angenommene Silberquantum zu gewerbliche» Zwecken verwendet wird. '^-»»'_ I. Die deutschen Mttnzsysteme vor der Mimzreform. ^. Im Zollverein. I. Die Thalerwährung. Geltungsbereich Münz-Grund- gesetze Wahrungsmetall Münzgewicht Münzfuß Münzeinheit a) Preußen (mit Ausschluß von Hohen- zollern), Sachsen- Weimar, Oldenburg, Anhalt, Schwarzburg - Sondershausen, Schwarzburg- Rudolstadt (Unterherrschaft), Waldeck, Neuß ä. L.. Neuß j. L., Schaumburg- Lippe, Lippe Die in Gemäßheit des Wie- nerMünzver- vertrags vom 24. Januar 18S7 erlassenen Landesgesetze Silber Das Zollpfund — 600 A 30 Thaler aus dem fein. Pfd. Der Thaler 30 Sil- berarosch.Ä ILPfennige d) Königreich Sachsen, Sachsen-Gotha, Sachsen-Altenburg, Braunschweig wie oben wie oben wie oben wie oben Der Thaler 30 Neugroschen ^ 10Pfennige Kurantmünzen Silberscheidemünzen Stückelung Korn Feingehalt Stückelung Münzfuß Zahlungskraft a) 2/1 Thaler V° - °°°/io°o °°°/l°°0 °-°/looo Pfund -/->« - Vl80 - 2Vs Silbergroschen >/2 j 34'/2 Thaler > aus dem seinen I Pfund Bis zu '/« Thaler >') -/t Thaler -/i - >/8 - >/° - ^°°°/i°°o °°^/>ooo ^°/loo° '/l5 Pfund -/-« - '/9° - ^/lgo - 2 Neugroschen 1 ^ wie oben wie oben — 75 — II. Die Thaler-Gold-Währu»g. Geltungsgebiet Wnhruugs- metall Münzgewicht Münzfuß Grundgeld Die freie Stadt Bremen Gold Die kölnische Mark (--^ 233,8SS 187 Thaler Gold auf die feine Mark Der Louisdor — l/s? -/° feine Mk. Münzeinheit Kurant- mllnzen Silberscheidemünzen Stückelung Korn Münzfuß DerThlr.Gold Louis- dor ^ 72 Grote ^ 5 Schwären Der Louisdor und verschiedene auslandische in der Thaler-Goldwahrung ta- rifierte Goldmünzen Thlr. Gold Thlr. Gold l/s U.V12 Thlr, Gold l/i Grot ^15 Lot 14 A 11 Lot IS A 4 Lot 9 x > 13Vz Thaler > aus der fein, j Mark IS Thaler aus der fein. Mark 0. Übersicht über die zu Beginn der Münzreform nicht mehr bestehenden Münzsysteme, von denen noch Münzstücke im Umlauf waren. I. Der Leipziger Münzfuß (1690). Münzgewicht Münzfuß Noch umlaufende Sorten Bei der Mllnzreform eingelöst zu Die kölnische Mark (12 Thlr.-Fuß) aus der Mark fein 12 ReichS- thaler Hannöversche Kassen-Eindrittel und Kassen-Zweidrittel II. Der Konventü 1 Mk. IS Pf. 2 - 30 - ,nsfuß. ^Entsprechend ihrem Ausmünzungswert; denn . 1:1,1S12 :14 Münzgewicht Münzfuß Noch umlaufende Sorten Bei der Münzreform eingelöst zu Die kölnische Mark (13>/s Thaler- od. 20 fl.-Fuß) aus der Mark fein 10 Spec.- Thaler---13Vs Reichsthlr. 20 Gulden Feinheit der größeren Stücke: °/s l/i Speciesthaler ^2 Speciesthaler (Konv.-Gulden) Speciesthaler (süddeutschen und österreichischen Gepräges) Teilstücke des Thalers (kurfürstlich u. königlich sächsischen Gepräges) 2 fl. 24 kr. 1 - 12 - 3« - Das '/2t Thal der Thaler Nichtentsprechend ihrem Ausmünzungs- werte; denn 2^/so: 2 ^ l/2„. 1/24. Da 2°Vso: 2 l/20: V2t l/2, wäre die entspr. Einlösung als Speciesthaler 2 fl. 27 kr. gewesen. erstück zu 12 Pf., also ;u 2 M. 88 Pf. — 76 — III. Kronenthaler. Münzgewicht Münzfuß Noch unilaufende Sorten Bei der Münzreform eingelöst zu Die kölnische Mark Aus der feinen Mk. 9'/ii bis 9'/l2 Stück Korn: 13 Lot 17 Grän l/i Kronenthaler- stllcke 2 sl 42 kr /(Entsprechend ihrem Aus- I' '1 münzungswert). IV. Die Lübische Währung. Münzgewicht Münzfuß Noch umlaufende Stücke Feingehalt Bei der Münzreform eingelöst zu Die köln. Mark 9Vie Speciesthaler ü, 60 Schill., od. 34 Mark Kurant S, 16 Schilling aus der feinen Mark (9Vi° X°°/is 34) 3- Markstllckei 2-Markstücke ^ 1- Markstücke- 12-Schillingstücke- 8-Schillinqstllcke- 4- Schillingstücke^ 2- Schillingstücke^ 1-Schillingstllcke° l/2-Schillingstücke Kurant- münzen: ^4 M.F. Vl7 - - - - ^/l3S - - >/s8 - - ^/igg - - ^272 - - Scheidemünzen : '/°?s M.F. '/l216 - - '/24ZS - - 3 M. 60 Pf.' 2 - 40 - 1 - 20 - 90 - 60 - 30 - IS - 7'/2 - Einlösung entpricht nicht 9l/is Speciesthaler- bezw. rkfuß, sondern einem 9'/z sthaler- bezw. 35 Markfuß. zie Gründe siehe die Erläuterungen. (Sechslinge)2 V4-Schillingstücke (Dreilinge)^' Mi - 1'/8 - ^ Diese einem 34 Mo Specie Über i V. Der schleswig-holstcinische Species-Thalerfuß. Münzgewicht Münzfuß Noch umlaufende Stücke Bei der Münzreform eingelöst zu Die kölnische Mark 9'/4 Speciesthaler ü, 60 Schill. aus der feinen Mark '/i-Speciesthalerstücke 2/3- Vs- !/°- (10 Schillingstücke) Vi2-Speciesthalerstücke (S Schillingstllck) V24-Speciesthalerstücke (2^/2 Schillingstücke) Zweisechslinqstücke (Schillingstücke) 4M. S0 Pf.' 3 - - - 1 - SO - 7S - 37'/2 - 18»/4 - 7'/- - Diese Einlösung entspricht nicht einem 9V« Speciesthaler-, sondern ein. 9'/g Speciesthalerfuß. Über die Gründe siehe die Erläuterung. Außerdem waren liei Beginn der Münzreform noch in Umlauf: 1. Vor 1753 geprägte 30- und 15-Kreuzerstücke; eingelöst zu 30 bezw. 15 Kreuzer. i Lübischen Gepräges. ^ Lübischen, hamburgischen, mecklenburgischen, rostocker und Wismarer Gepräges. - Mecklenburgischen Gepräges. — 77 — 2. Im 16-Thalerfuß geprägte 1-Thaler- und ^s-Thalerstücke markgräflich Ansbacher und Bayreuther Gepräges; eingelöst zu bezw. Mark. (Das Zweidrittelstück dieses Fußes entsprach an Feingehalt genau dem Gulden des 24-Guldenfußes. Die Stücke wurden indes eingelöst zum gleichen Wert wie die Stücke des süddeutschen 24'/2- bezw. 52^/2-Guldenfußes.) 3. In der Zeit von 1828—1831 geprägte Badensische 100- und 10-Krenzerstücke; eingelöst entsprechend ihren: Nennwert. Völlig aufgegangen in die bestehenden Systeme des 30-Thalerfußes und 52'/2-Guldenfnßes waren die Münzen des ehemaligen 14-Thaler- fußes und 24Vs-Guldenfußes. Der 24V2-Guldenfuß entsprach in der Stückelung und Legierung der Stücke genau dem 52Vs- Guldenfuß, durch welchen er ersetzt wurde. Der Feingehalt seiner Stücke war um ca. 0,22°/» größer. Die Scheidemünzen wurden seit 1837 allgemein im 27 Guldenfuß ausgeprägt. Der 14-Thalerfuß war zu Begiun der Münzreform noch durch folgende, großenteils seit Einführung des 30-Thalerfußes nicht mehr geprägte Stücke vertreten. An Kurantgeld: Das Doppelthalerstück*. Das ^ Thalerstück. Das Einthalerstück*. Das 2/3 Thalerstück. Das Thalerstück. Das '/s Thalerstück* Das Vis Thalerstück. An Silberscheidemünze: Das '/12 Thalerstttck*. Das '/lg Thalerstück*. Das V24 Thalerstück. Das V?2 Thalerstück. (Die nach Einführung des 30-Thalerfußes noch geprägten Stücke sind _ durch einen * bezeichnet.) ^ Die Prägung des '/i?-Thalerstückels als Knrantmllnze war nach dem Wiener Münzvertrag von 18S7 nicht mehr gestattet. Trotzdem prägte Hannover noch Thaler in diesen Münzen; siehe S. 86. Das !/-- Thalerstück. Das Vs Thalerstück*. Das Thalerstück. Das >/'i2 Thalerstück!. Das '/s° Thalerstück*. Das -/ts Thalerstück*. Das >/'°<» Thalerstück* — 78 — Der Feingehalt der Kurantmünzen war um ca. 0,22 °/o größer als derjenige der Münzen des 30-Thalerfußes. Die Scheidemünzen wurden nach 1838 allgemein nach einem 16-Thalerfuß geprägt. Das Korn des Doppelthalers war ^/io, - Einthalerstückes (mit Ausnahme der vor 1842 geprägten hannöverschen Stücke von 15 Lot 16 Gr. — Feinheit), - Drittelthalerstückes -/s, - Sechstelthalerstückes ^/ts. Erläuterungen. Eine ausführliche Erläuterung zu diesen Übersichten müßte eine Geschichte des deutschen Münzwesens von den Neichsmünzordnungen des 16. Jahrhunderts ab werden. Wir beschränken uns deshalb auf das notwendigste. Der Reichstagsabschied zu Augsburg von 1566 schuf eine grobe Silbermünze von Vü Mark Feinsilber. Ans diesen: Münzstück haben sich die wichtigsten der zur Zeit der Münzreform umlaufenden Münzstücke entwickelt. Der „reichskonstitutionsmäßige Thaler" wurde allmählich in seinem Feingehalt verringert. In verschiedenen Perioden haben sich einzelne Münzsysteme von seinen weiteren Schicksalen losgelöst uud so in sich den Entwickelungsstand dieser Perioden bewahrt. Als das älteste der zur Zeit der Münzreform im deutschen Umlauf noch vertretenen Systeme erscheint die Lübische Markwährung (Übersicht v IV). Diesem System liegt ein „Speciesthaler " von ^ Mark Feingehalt zu Grunde, welcher dem Mark seinen alten Reichsthaler sehr nahe kommt. Dem Lübischen System am nächsten kommt das Schleswig-Holsteinische System (Übersicht O V) mit einem Speciesthaler von ^ Mark Feingehalt. Dieses System hatte auch außerhalb der Grenzen Deutschlands eine weite Verbreitung. Der Speciesthaler von ^Mark fein lag bis 1872 den Münzsystemen Schwedens, Normegens und Dänemarks zu Grunde. Ferner war die Hamburger Bankowährnng auf diesem Speciesthaler aufgeballt. Der dritte Teil dieses Speciesthalers hatte einen Feingehalt von Mark fein, war also gleich dem Quantum Silber, welches die Mark-Banko darstellte. — 79 — Einen weiteren Schritt der Entwickelung zeigen uns die Reste des Leipziger Münzfußes (<ü I) mit dem alten rehabilitierten Speciesthaler von V» Mark Feingehalt; dieser wieder hergestellte Speciesthaler wurde jedoch statt auf 24 auf 32 gute Groschen und statt auf 90 auf 120 Kreuzer tarifiert; da man fortfuhr, 24 Groschen als einen Thaler, 60 Kreuzer als einen Guldeu zu rechnen, war der Speciesthaler ^ 4/s Rechnungsthaler und ^ 2 Gnlden. Damit hatte man den 12-Thaler- oder 18-Guldenfuß. Dieses System wurde zuerst im Jahre 1690 zu Leipzig in einem Münzvertrag zwischen mehreren Reichsständen festgestellt; erst im Jahre 1737 wurde der Leipziger Fuß als Reichsmünzsuß anerkannt. Bereits im Jahre 1748 ging auch dieses Münzsystem wieder in die Brüche. Kaiser Franz und seine Gemahlin Maria Theresia fingen an, an Stelle des Mark feinen Speciesthaler einen solchen von nur '/io Mark Feingehalt auszumünzen. Dabei blieb das formale Rechnungssystem dasselbe wie beim Leipziger Münzfuß. Auch der ueue Speciesthaler wurde zu 120 Kreuzer 2 Gulden und zu 32 guten Groschen ^ 1'/3 Thaler gerechnet. Der neue Münzfuß stellte also einen 20-Gulden- suß oder 13Vs Thalerfnß dar. Von einer Konvention zwischen Osterreich und Bayern aus dem Jahre 1753, vermöge dereu Bayeru sich dem neuen österreichischen Münzsystem anschloß, erhielt dieses den Namen Konventionssuß (L! II). Da vou dem Kaiser selbst der im Jahre 1737 anerkannte Reichsmünzfuß aufgegebeil worden war, gingen auch die übrigen Reichsstände zur Alisprägung leichterer Münzen über. Eine Reihe von Staaten nahm den Konventionssuß an. Dagegen nahm Preußen eine noch weitergehende Verschlechterung des Münzfußes vor. Im Jahre 1750 führte Friedrich der Große den 14-Thalersuß ein, der noch erheblich leichter war als der 13V8-Thaler- oder Konventionssuß. Dieses System erhielt sich in Preußeu über die Stürme des siebenjährigen Krieges und der napoleonischen Kriege hinaus und dehnte sich allmählich über den größten Teil von Deutschland aus. In Südwestdeutschland war um die Mitte des vorigen Jahrhunderts die Münzverschlechterung weiter vorgeschritten, als in irgend einem anderen Teil des Reiches. Das herrschende Rechnungssystem entsprach ungefähr einem 24-Guldenfuß. - 80 — Auch Bayern, das 1753 den 20-Guldenfuß angenommen hatte, sah sich außer stand, dieses System aufrecht zu erhalten. Bereits im Jahre 1854 ging es gleichfalls zum 24-Gnldenfuß über. Dabei wurden diesem Münzfuße entsprechende Münzstücke nirgends geprägt, wenigstens nicht imGuldensuß; nur die markgräflich Ansbachi- schen und Bayreuthischen Thaler und Zmeidrittel-Thalerstücke des 16- Thalerfußes verkörperten dieses Münzsystem in oonc-rsto. Sonst wurde in ganz Süddeutschland der Konventiousfuß als Prägesystem eingeführt, aber man nahm die Konventionsmünzen nach ihrem Werte im 24-Guldenfuß, den Konventionsgulden zu 1 Gulden 12 Kreuzer, das Konventions-20-Kreuzerstück zu 24 Kreuzer. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts ging auch dieses stets nur auf zweifelhafter Grundlage beruhende Rechnungssystem zu Grunde. Die süddeutschen Staaten hatten von Alters her eine starke Vorliebe für den Gebranch ausländischer grober Silbermünzen, da sie selbst im wesentlichen nur kleines Geld schlugen, bei dessen unterwertiger Ausmünzung ein größerer Gewinn zu machen war. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nahm in Süddeutsch- laud der Umlauf frauzösifcher Laubthaler stark überHand. Diese Stücke wurden allgemein zu einem höheren Werte genommen, als ihrem Silbergehalt entsprach. Der südwestdeutsche Münzverein von 1765 erkannte ausdrücklich ihren Umlauf an und tarifierte sie, ihrem Silbergehalt entsprechend, auf 2 Gulden 16 Kreuzer im 20-Guldenfuß. Im 24-Guldenfuß entsprach diese Bewertung 2 Gulden 43,2 Kreuzer. Die Laubthaler liefen jedoch zu 2 Gulden 45 Kreuzer um, und sie behielten diesen Wert, auch als ihre Feinheit allmählich von 14^/s Lot auf 14Vs Lot verschlechtert wurde. Der Umlauf der Laubthaler zu 2 Gulden 45 Kreuzer wurde schließlich durch einen oberrheinischen Kreisbeschluß direkt gestattet. Diese Duldung einer französischen Münze zu einem ihr nicht zukommenden Werte veranlaßte den Kaiser, als es der im Jahre 1793 ausgebrochene Krieg wünschenswert erscheinen ließ, von dem oberrheinischen Kreise die Zulassung der Krouenthale-r, welche Österreich seit der Mitte des 18. Jahrhunderts für seine niederländischen Besitzungen prägte, zu einem Werte von 2 Gulden 42 Kreuzer zu verlangen, während der Silbergehalt eines Kronenthalers nur einem Wert von 2 Gulden 382/s Kreuzer im 24-Guldenfuß entsprach. - 81 — Der oberrheinische Kreis gab dieser Forderung statt und die anderen süddeutschen Kreise schlössen sich in der Folgczeit an. Der Kronenthaler blieb in Süddeutschland in Umlauf und behielt die ihm beigelegte Geltung, auch als der Krieg mit Frankreich zu Ende war. Österreich fuhr fort, „Vrabanter Thaler" zu prägen, obwohl seit 1793 die Niederlande von Frankreich occuviert waren, und es stellte seine Ausmünzungen erst ein, als es im Frieden von Campo Formio die Niederlande definitiv verlor. Die Wirkung der zu günstigen Tarifierung des Kronenthalers und der starken Ansmünzung dieser Stücke von seiten Österreichs war, daß in Süddeutschland die Konventionsmünzen verschwanden und der Kronenthaler und seine Teilstücke das vorherrschende Umlaufsmittel wurden. Seit dem Jahre 1809 prägten die süddeutschen Staaten selbst Münzen des Kronenthalerfußes (v III). Damit war der 24-Guldenfuß zerstört. Die Bewertung des Kronenthalers zu 2 Gulden 42 Kreuzer ergab einen Münzfuß, der etwas schlechter war als ein 24Vs-Guldenfuß. Als die süddeutschen Staaten in den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts an die Ordnung ihres Münzwesens herantraten, verzichteten sie darauf, zum 24-Guldenfuß zurückzukehren. Sie stellten sich vielmehr auf die durch die Bewertung des Kronenthalers gegebene Grundlage und führten den 24V2-Guldenfuß nicht nur als Rechnungs-, sondern auch als Prägesystem offiziell ein. Aus dem 241/2-Guldenfuß und dem 14-Thalerfuß ist dann durch die Annahme des Zollpfundes als Münzgewicht der 52^2-Gnldenfuß und der 30-Thalerfuß hervorgegangen. Diesen beiden Münzfüßen gliederten sich die kleineren Systeme und die einzelnen anderen Systemen entstammenden Münzen zum größten Teile an. Im Gebiet der lübischen Währung wurde der Thaler des 14- bezw. 30-Thalerfußes zu 40 Schilling oder 2V2 Mark angenommen. Da Lübeck seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts, Hamburg seit 1816 keine Kurantmünzen mehr prägten, wurde das Thalergeld bald das überwiegende Umlaufsmittel. Der ursprüngliche 34-Markfuß wurde durch die Bewertung des Thalers zu 2V2 Mark zu einem 35-Markfuß. Ähnlich ging es mit dem schleswig-holsteinischen Münzsystem. Auch hier kam der preußische Thaler zu 40 Schilliug in Umlauf. Der Species- Helsferich, Beiträge zur Geldreform. t> — 82 — thaler kam so auf den Wert von 1^/2 Thaler. Dadurch wurde der schleswig-holsteinische Speciesthalerfuß aus einem 9V»-Thalerfuß ein 9i/->-Thalerfnß. Der schleswig-holsteinische Speciesthaler und Schilling wurden durch diese Verknüpfung mit dem I4-Thalerfuß gleichzeitig identisch mit den gleichnamigen Stücken Lübischer Prägung. Wie sehr die Münzen dieser beiden Systeme durch die Annahme des Thalers zu 40 Schilling unterwertet wurden, zeigt sich daran, daß die schleswig-holsteinischm Münzen, als sie im Verlauf der Müuzreform eingeschmolzen und affiniert wurden, ein größeres Schmelzergelmis lieferten, als ihrem Nennwert entsprach. Bei den Münzen der kubischen Währung dagegen war ein Ausfall gegen das normale zu verzeichnen, obwohl der lübische Münzfuß ursprünglich schwerer war als der schleswig-holsteinische. Die Ursache war die stärkere Abnutzung dieser Münzen. Ähnlich wie die lübischen und schleswig-holsteinischm Münzen der Thalerwährung angegliedert wurden, gingen die Kronenthaler und die Münzen des Konventionsfußes im süddeutschen Guldensuß auf. Dabei wurden die Konventionsmünzen ähnlich unterwertet wie die lübischen und schleswig-holsteinischm Stücke, Sie behielten nämlich, auch nachdem der 241/2-Guldensuß offiziell eingeführt worden war, ihren alten, dem 24- Guldenfuß entsprechenden Nennwert von I Gulden 12 Krenzer pro Kon- ventions-Gulden. Das war eine Unterwertung um etwas über 2 Prozent. Dadurch erklärt es sich, daß auch die Konventionsmünzm bei ihrer Einschmelzung einen Ertrag von mehr als 1 Pfund Feinsilber auf einen Nennwert von 52 V2 Gulden ergaben. Über die deutschen Landesgoldmünzen ist wenig zu sagen. Zwei Typen herrschten unbedingt vor: der Dukat und die Pistole, letztere als Friedrichsdor, Augustdor:c. Beide Münzen hatten einen internationalen Charakter. Der Dukat kam aus Italien, die Pistole kam aus Spanien über Frankreich als Louisdor nach Deutschland. Der Dukat wurde in der dritten Reichsmünzordnung von 1559 als Reichsmünze anerkannt und sein Feingehalt auf V«?^,, Mark Gold festgesetzt. Die einzelnen deutschen Staaten prägten den Dukaten mit kleinen Verschiedenheiten im Feingehalt aus. — 83 - Die Pistole drang zu einer Zeit in Deutschland ein, in welcher die Reichseinheit im Münzwesen, soweit sie überhaupt seit Jahrhunderten bestanden hatte, bereits in voller Auflösung begriffen war. Sie wurde von einzelnen Staaten Norddeutschlands adoptiert. Ihr Feingehalt war in den einzelnen Landern um kleine Nüancen verschieden; der Friedrichsdor enthielt nach dem preußischen Mttnzgesetz vom 30. September 1821 ggio^ Feingold. Die süddeutschen Staaten prägten außer dem Dukaten und dessen Abarten in geringen Mengen 10- und 5-Guldenstücke, welche ungefähr mit der Pistole und der halben Pistole übereinstimmten (10 Gulden 5 Thaler 21^/? Silbergroschen, 1 Friedrichsdor ^ 5 Thaler 20 Silbergroschen). Die durch den Wiener Münzvertrag geschaffene Goldkrone im Feingehalt von 10 A Gold erlangte praktisch keine Bedeutung. ^ 6* — 84 — »» ov ^ »> n ^» ^ t^> M « -?s S /s L ^ « <7i L ^> n Q> ?<-z ^x: I s Zusammen A >!!!>>« !^ >> > »- ->< >tt ^ >^ G uzu?QQQu?^cI>^-u? ^ > ^mmu?o?mc?M?^!2c?^ «zc? ^ ^ ^ ^ Fünfguldenstücke >-> <^>n m ! > > > ! >Z !Z ! > ! ^ ?ci ?? c8 ^ -S - ? ^ «? m°» Q >!!!>! ^ iA !! > 10 u? u s r: u? ^ ^ ^ u? ^ « Uk^Z I^- « ^ S N- 5> s-z «z ^ !Z > ! I ! ! ! !Z > > o- "7 > Q -°t< u? D ^ S uz Z «? ^ s^!^ - ASZN'L« ?Z Ki^^ .^^N-^s-z ^ ^- «zu? «z Z!^!!^>l!I!! u? ^ ^ V Preußen: a. Ältere Lnndosteile . d. Hannover .... o. Kurhesscn .... ü. Frankfurt.... Bayern...... Sachsen...... Württemberg .... Baden....... Hessen....... Braunschweig .... Lübeck....... Hamburg...... -azx squsjnvF ^ ^-6^--lU«Z°Z " «^^7 l .«>N ^ !->^'-<^ M«^u? «Z'^^ Q ^^^r^ ->.L^!.? .«Z ^. K . L ^ "7 j K^'ZWL^ L'^ ^ .. ^S?^ '"'^ ---ZZ ^>uz " - X 0?'^ s SZW !^-« « > -5-ff »- _ -Z ^ ^ ^ ? .. !^07>6^> ^^^> ^W^A.?^ ^.^^Z^«? KHD^ Z ! - W F ^ ^ .. ».«z ^ > ! — ? ^ ui^H «> ! s^!^^ ^ ! S ^Ä^Z^' '^»MtÄ> ^ - ! .«Z > S- ZI > -L -m .r- -z ^ft «z u? LZZ^SÄ I^^^.'Lii) . cz.^'^:^> . ^--Z ---.ZK -S «z -^1 . o?>-!^ Zo? S A-^^Z .7^ !2 8 ^o.?« ^ ^ !:«> -.^u? k-^S Z S -L«? ^ 8 KZ^ 'S - - ? sS- KK — 85 — II. Silbermünzen. a. In den Staaten der Thalerw ährung. 1. Knrantmiinzen. Mllnzsorten Vor Nach dem Wiener Münzvertrag von 1857 Thaler Thaler 1872 und 1873 als Kriegs- denkmünzen Thaler Zusammen Thaler 2/1 Thaler..... i/i - ..... (inkl. die preußischen >/4und -/-Thalerstücke) -/z Thaler..... -/s - ..... '/» ...... -/,-...... Vi° - ..... 37.264.420 179.674.412 17686.391 491.076 41.846.743-/8 20,712.898"/° 677.873 4.641.002 176.342619 429,4342/z 1.503.691'/° 6.1042/z 97.170 879.665 42 002.592 356.896.696 18.115.825-/g 491 076 43.350.434'/- 20.719.003'/- 677.873 Zusammen 298.353.814'/° j 182.922.851-/2 976.835 482.253-5«»-/-- 2. Scheidemünzen. Münzsorten Vor Nach dem Wiener Münzvertrag von 1857 Thaler Thaler 1872 und 1873 Thaler Zusammen Thaler '/i2 Thaler '/» >/-4 '/8V - '/<« - '/so - -/?2 3.863.026-Zt 1.176.811«/,» 262662'/i2 5.492.536-/io 174.V432-/24 324.364"/,° 60.368'/, 1.750.839'/- 218.212'-/,° 2.598.150«/° 57.380 20S.132V,s 251.310'/» 31.215'/,» 254.9272/,° 34.016'-/2° 5.870.226-/,- 1.426.239-/,° 262 662'/2 8.345.614-/8° 231.4232-/24 563.5132-/«« 60.368'/4 Zusannnen 11.358.813.24.3 4.829.765.19.- 571-469.56 16.760.618189 Iz. In den Staaten der Guldenwährung. 1. Landes-Kurantmünzen. Münzsorteu Vor Nach dem Wiener Münzvertrag von 1857 Gulden Gulden Zusammen Gulvcn Konventionsthaler (ä. 2 fl. 24 kr.) . . . Konventious-24kr.-Stück........ 12kr.-Stück........ Kronenthaler (Ä, 2 fl. 42 kr.)...... 8.256 84.208 45.241 27.527.928 — 8.256 84.208 45.241 27.527.928 2/1 Gulden............. -/- - ............. '/2 .............. 43.726.150 54.831.369 13.239.997'/2 374.626 3.946.965 3.349.791-/2 44.100.776 58.778.334 16.589.789 Summe der Münzen der Guldenwähvung 111.797.516'/^ 7.671.382'/2 119.468.899 Gesamtsumme 139463149'/- 7.671.382'/- 147.131532 — 86 — 2. Vereinsmllnzen. Münzsorten Vor Nach dem Wiener Münzvertrag v. 1857 Thaler Thaler 1872 und 1873 als Kriegsdenkmünzen Thaler Zusammen Thaler 2/1 Thaler . . . »/-, - . . . 13.732.274 9.336.692 38.377.912 262.924 23.068.966 38.640.836 Zusaminen 13 732274 3. 47.714.604 Scheidemünzen. 262.924 ^ «1.709.802 Münzsorten Vor Nach dein Wiener Münzvertrag v. 1857 Gulden Gulden 1872 und 1873 Gulden Zusammen Gulden 6 Kreuzer . . 3 Kreuzer . . 1 Kreuzer . . 15.207.8874/° 2.461.049'/üo 2.109.647Vio ; 24.2172/5 120.943V,» 1.004.557"/-° 73.947"/°° 15.232.105.24 2.581.992.45 3.188.152.26 Zusammen °- I 19.778.S84"/2° 1.149.718°-/°° n den Staaten der Lübis 1. Kurantmiinzen. 73.947"/°° chen Währ 21.002.25035 ung. Staaten Zeitraum der Prägung Mark Kurant Mark 8/1 und 4/l Schillinge Mark Zusammen Mark Hamburg . . . Lübeck .... 1725—1816 1727—1758 14.969.024"/,° 2.320.900 1.501.704 16.470.728"/,° 2.320.900 Zusammen 17.289.924"/.° 1.501-704 18-791.628"/-° 2. Scheidemünzen-. Schillinge Sechslinge Dreilinqe Schillinge Mark Mark' Mark' Mark 369.148^/i6 82.433 90.717"/,° 542.299'2/,° ä) In der freien Stadt Bremen von 1708 — 1871. Bemerkung. Bremen prägte ausschließlich Silber- und Kupserscheidemünzen, keine Kurantmiinzen irgend welcher Art. Als Kurantmiinzen dienten die in andereil deutschen und ausländischen Staaten geprägten Louisdor und andere Goldmünzen; später auch die in den Münzvereinsstaaten geprägten Goldkronen. - Ausschließlich in Hamburg geprägt. — 87 — Silberprägu ngen: Vi Thlr.-Gold 130.505 Thlr.-Gold. -/s - - 327.748 - V« - - 170.609 - l/l- Thlr.-Gold 43.136 Thlr.-Gold. 2/1 Grote I ,^ j 513.245 - Zusammen: 1.185.243 Thaler-Gold. III. Kupfermünzen. Währung Vor Nach dem Wiener Münzvertraq von 1857 Thaler ! Thaler 1872 und 1873 Thaler Zusammen Thaler Thalerwähruug . . Guldenwährung. . Thlr.-Goldwährung Neichsmnrkwährung' 1.668.660. 6.— 434.203.19.7 1.832.18.— 1.239,668,10 8 312.842.7 .2 1.S29.—.— 77.911.3 .9 1S.02S.3 .7 28 636.22.— 2.986.139.19.6 762,071,—.4 3,361.18.— 28,636.22.— Znsninmeu 2.104696,12.7 1.553930.17.10 121.471,29.4 ^,78010729,9 IV. Aberficht ülier die Thalerprägungen. Ausgemünzt wurden bis Ende 1873: a. Doppelthalerstücke 1. in den Staaten der Thalerwähruug .... 42.002.592 Thlr. 2. als Vereinsmünzen in den Staaten der Guldenwährung............ 23.068.966 - Zusammen 65.071.558 Thlr, Außerdem als Vereiusmünzen in Österreichs ._ 55,528 - Summe 65.127.086 Thlr, lz. Einthalerstücke 1. in den Staaten der Thalerwähruug .... 3d6.896.696» Thlr. 2. als Vereiusmüuzm in den Staaten der Guldeu- währung............ 38.640.836 - Zusammen 395.537.532 Thlr. Außerdem als Vereiusmünzen in Österreichs 31.228.625^ - Sum me 426.766.157 Thlr. Summe a und 1> 491.893.243 Thlr. Davou deutschen Gepräges 460,609.090 Thlr. Österreichischen Gepräges 3>.284.153 - 1 2- und 6-Pfennigstücke mecklenburgischen Gepräges. 2 Diese Vereinsmünzen sind bis zum heutigen Tage gesetzliches Zahlungsmittel in Deutschland. ° Unter dieser Summe ist ein unbestimmter Betrag von preußischen Vs und '/4 Thalerstücken inbegriffen. ^ Diese Ziffer enthält auch die ausweislich der österreichischen Statistik im Jahre 1868 geprägten bezw. ausgegebenen 168.304 Thlr., von welchen die deutsche offizielle Statistik bisher keine Notiz genommen hat. - 88 — Die Gesamtausprägungen von Silberkurantmünzen deutschen Gepräges der Thalerwährung beliefen sich auf 482.253.5002/s Thlr. in den Staaten der Thalerwährung, und 61.709,802 - in den Staaten der Guldenwährung, Zusammen 543,963,500^ Thlr. Siehe Tabellen S. 89 und 90. Bemerkungen zu den Dachweisungen üver die Ausprägungen. Vor allem ist festzustellen, daß die in der Anlage zu dem Entwurf eines Münzgesetzes ^ mitgeteilte Statistik über die Ausprägungen in den Staaten des Deutschen Reiches der Vollständigkeit entbehrt. Es fehlen Angaben über die Ausmüuzungen zahlreicher Münzsorten, welche bei Beginn der Reform noch in Umlauf waren; so bei den Goldmünzen über die badischen 10- und 5-Guldenstücke, bei den Silbermünzen über die badischen 100-Kreuzerstücke, über die vor 1839 geprägten Münzen kurfürstlich und königlich sächsischen Gepräges, über die alten hannoverschen Münzen, über die Münzen des schleswig-holsteinischen Speciesthalerfußes u. s, w. Die Nachweisungen selbst enthalten vielfach Ungenauigkeiten. So sind z. B. nnter der für die Einthaler-Prägungen Preußens vor 1857 nachgewiesenen Summe von 141.384.655 Thaler die Ansmünzungen von 2/4 und Thalerstücken inbegriffen. Für Lübeck sind nur die Aus' münzungen bis 1758 nachgewiesen. Es haben jedoch auch noch später, und zwar in den Jahren 1790 nnd 1797 Ausmünzungen stattgefunden, über welche kein Ausweis vorliegt; ebenso sind die in den Jahren 1748 bis 1750 geprägten Münzen in der angegebenen Summe nicht inbegriffen, da auch über diese Ausmüuzungen genaue Nachmeisungen fehlen. Im ganzen wurden die Lübeckischen Ausmünzungen, die nicht nachgewiesen sind, auf 080.000 Mark veranschlagt. Zu den einzelnen Übersichten ist folgendes zu bemerken: I. Goldmünzen. Wie sich aus der tabellarischen Übersicht ergiebt, war die wichtigste deutsche Goldmünze die Pistole lFriedrichsdor, Augustdor zc.). Auffallend ist die starke Ausmünzung von Pistolen in Braunschweig und von Goldkronen,in Hannover. Die Gesamtausmünzung von Goldmünzen in Brauu- ! Nr. 15 der Drucksachen des NcichstaaS von 1873. 89 51 « « ^»» N /-> Z >s S ? « - Z ^ s L s " ^ «-> ^ ^ s -s -SZ ri s s, « « » <-c» s -! « :?t >-» ^» « H !« ? «-» M D ? L ?? s ^ ^ W 8 m c^> Q >^> <^> W M M «z W oo ^ oo s> s uz oö >^> oz 02 ^ Q <^> Q ?ci ^< ^> ^ ^ -I- ?s Ä «z «z I« oz ^ ^ uz ^ ». > s «> o-" oo" uz' oo ^ M ^ -» ^ «o Q Q Q ^ M «> ^ ^ cn> l» ^ oz ^ -c> -I- «z j «ö j -zä ^ c^Z /. oo c>z «z ?ci «c> uz «z -I? >^> cz ^ oo ^ uz M o- oo UZ «z oo ^ ^ ^ <^> oo Q Ä uz oc> o- oz vz ^ ^ -s «Z c>z -c> «Z »I oz ^ Q siÄ, ^^Zj^ --'«NKssA N n K S N n 6? ^ S? 'S ->z c» oo S? Z K ?o ?7 -5t< 90 — ' Z ->5» >2 N5> « 8 ^ N « ?» « k- S « !« «. « s " « ^ ö? G Z > :« ^ S cz » !-! 5 S <2 « G ^ ^ c: -i S ? G ingehalt Z ZZZSZZZZZZssIZZ ^ ^ »» S -> K ^DZZZ^AAAZZ^ND^ s ?-o^ l^- s ^c>?^WM-^Wu?u?ll?c>?oo^r^^ >c? k ^ - L ^^^Q^^QQ^^Z^^^^^ s s ZZK ^^^^°->«-°Z«°zr-^^^uz-s ^ ? U ^-Oc-WS?K>o-ci>-soo^lX)-Os?^ i" Scheide, ^ G Z-c-^S-'^ÄZ^S^^-'^K 2V L ^BKZZZZZZB^ZZMZ ^1 »» -» 2O >cz s K ^ ^ZZ2ZZ^?^KZ?ZZ^ >ci >ci r>? ^ -ß r.^^^Q^^^--«^m^<^^ «Z ^ ZZ ^^LLZRl^Z^KMAZKZ ^ s-' ^ GZ U i^B^ZW^^NNAK^^^^ Z rz ^ ». ?? ^ c.M^^«^Z^---M<--^^c-w rci ?<2 »c? Jahre WWWZWUUW D M Durchschnil pro Jahr! ^ - L -s r: « Z ^ ^ ^ s S . L »?'! N — 91 schweig und Hannover zusammen, im Werte von 87.i-i26.v00 Thaler, ist etwas stärker als die Goldausmünzung Preußens mit 86.199.000 Thaler und beträgt 48,64 °/o der gesamten nachgewiesenen Goldpräguug Deutschlands im Werte von 179.545.000 Thaler. Dieses Verhältnis erklärt sich dadurch, daß in Braunschweig und Hannover am läugsten eine Art Parallelwährung bestand, und daß sich die Sitte, in Gold zu zahlen, für einzelne Geschäftszweige :c. hier am längsten erhalten hat- II. Silbermünzen. Bei den meisten Staaten beginnen die Nachweisungen erst in den 30er und 40er Jahren dieses Jahrhunderts, gleichzeitig mit ihrem Übergang zur Thalerwährung; in Preußen beginnen sie mit dem Jahre 1764, und in den süddeutschen Staaten hinsichtlich der Kronenthaler und Konventionsmünzen in den ersten zwei Jahrzehnten dieses Jahrhunderts. Die Silberkurant-Ausmünzungen der kleineren Staaten der Thalerwährung sind überaus spärlich. Eine Reihe dieser Kleinstaaten prägte überhaupt nur diejenigen Sorten, zu deren Prägung als Vereinsmünzen sie durch die diesbezügliche Bestimmung des Dresdener und des Wiener Münzvertrages verpflichtet waren, nämlich vor 1857 Doppelthalerstücke, nach 1870 Einthalerstücke. Dagegen findet sich außer Lübeck kein Staat, welcher nicht von dem Recht der Scheidemünzpräguug Gebrauch gemacht hat. Besonders zu beachten ist die Tabelle auf S. 89. Sie zeigt, in welchem Maße nach dem Wiener Münzvertrag bei den Staaten der süddeutschen Guldenwährung die Ausprägung von Vereinsthalern die gleichzeitige Ausmünzung vou Landessilbermünzen überstieg. Hessen und Sachsen- Meiningen prägten nach dein Wiener Münzvertrag überhaupt keiue Landes- Kurantmünzen mehr. Koburg hatte schou vor dem Wiener Münzvertrag stets nur Scheidemünzen, nicht auch Kurautmünzen der Gnldenwährnng geprägt. Die Bremischen großen Silbermttnzen sind in der Statistik in Nr. 15 der Drucksachen des Reichstags zu den Kurantmünzen gerechnet, obwohl sie nur Scheidemünzen waren. Die Nachweisnngen über die Ausmünzung süddeutscher Scheidemünzen sind sehr unvollständig. Als diese Münzen im Verlauf der Münzreform außer Kurs gesetzt wurden, gelangte von ihnen ein größerer Betrag zur Einlösung, als überhaupt als ausgeprägt nachgewiesen war. — 92 — Für die Ausmünzung von Scheidemünzen der Mischen Kurant- währung in Hamburg ist in Nr. 15 der Drucksachen des Reichstags von 1873 eine falsche Zahl in Thalerwährung angegeben. In Mark Kurant belief sich diese Ausmüuzung auf 542.299 Mark 12 Schillinge. Dem entspricht in Thalerwähruug ein Betrag von 216.919 Thaler 27 Silber- groschen, statt dieser Zahl findet sich an der betreffenden Stelle (Übersicht 4) die Ziffer 324.254.25,7 Thaler. Diese falsche Zahl ist auch in der Schlußttbersicht (X), in welcher Ausmünzungen und Einziehungen verglichen werden, eingesetzt. III. Kupfermünzen. Ebenso wie Silberscheidemünzen wurden Kupfermünzen von allen Staaten außer von Lübeck ausgemünzt. Die größte Kupfermünze war das sächsische Fünspfennigstück, die kleinste das ^/s Kreuzerstück. L. Münzeinziehungen in den Staaten des Deutschen Reiches vor der INünzreform. I. Goldmünzen. Münzsorten Vor Nach dem Wiener Münzvertrag v. 1867 Zusammen Stück Stück Stück Friedrichsdor ?c- Ä Thlr, Pistolen . . ä,SVs - 254,010'/- 69,783 121,090' 9,369 983 37S,100'/2 79,152 983 Diese Goldmünzen repräsentierten einen Wert von 2,564,041.4.— Thaler. ' Darunter 26,514 kurhessische Pistolen, die von 1834-1871 eingezogen sind, und hinsichtlich derer eine Trennung nach der Zeit der Einziehung nicht vorliegt. — 93 — II. Silbermünzen: a) in den Staaten der Thalerwahrung. 1. Kurantmiinzen. Vor Nach Zusammen Münzsorten dem Wiener Mllnzvertrag v. 1857 Thaler Thaler Thaler '/i Thaler...... i/s ....... -/s - ...... 1/12 - ...... -/15 - ...... 3S9.160'/° 6.278.207-/» 12.357.147^/s 477.377-/s 27.791.494 663-/° 350.914-/-. 186.684V°o 642^/s 27.791.494 359.8M/5 6.629.122 12.542.331"/6° 478.019-/5 Zusammen 19 471.892.7.— 28.329 398.13.6 47.801.290.20.6 Dazu: -/s Thaler..... 1/4 - ..... 231.I36'/2 69.314V.2 10,566 3.175-/4 291.702V2 62.4M/s Zusammen 340.450Vi 2 13.741-/4 354.192-/Z Gesamtsumme 19.81234224.li 28313.140.6.- 48.155.483.-.6 2. Scheidemünzcn. Vor Nach Zusainmen Münzsorten dem Wiener Münzvertrag v. 1867 Thaler Thaler Thaler Silbergroschen und '/2 Silbergroschen . . . -/is ...... 1/24 ...... V48 ...... — 560.720.11.6 305.20.— 351.22.— 308.638. 5.— 65.380.27.6 12.634.25.— 560.720.11.6 305.20.- 351.22.— 308.638. 5.— 65.380.27.6 12 634.25.— Zusammen — 938031.21.- 938.03121.- k) In den Staaten der Guldenmährung. 1. Kurantmiinzen. Münzsortcn Vor Nach dem Wiener Münzvertrng von 1857 Gulden Gulden 1872 u. 1873 Gulden Zusammen Gulden °/i Gulden . . . '/1 - ... >/2 - ... 224 7.658 1.436 ^ 836 ^ 8.717 1.436 Zusammen - 9318 835 10.153 2. Scheidemünzen. Münzsorten Vor ^iach dem Wiener Münzvertrag von 1857 Gulden Gulden 1872 u. 1873 Gulden Zusammen Gulden 6 Kreuzer . . . 3 - ... 1 - ... 113 955 2.412.845.30 23.067.39 7.48 ^ 38557 ^ 2.550.254. 6 7.48 Zusammen 113955 2435.92057 385.57 2.550.261.54 o) In Bremen wurden 13.470 Thaler-Gold in 2- und 4-Grotenstücken eingezogen. III. Kupfermünzen. Wahrung Ä!m> Nach dem Wiener Münzvertrag von 1857 1872 u. 1873 Zusammen Thaler Thaler Thaler Thaler Thalerwahrung Guldenwahrung . 5.369.18 118.675.22.11 2.476.11. 5 101.26.7 124.045.10.11 2.573. 8 Zusammen 5.369.18 121152. 4. 4 101.26.7 126.623 18-11 IV. Einziehung von Münzsorten, üver deren Äusmünzung keine Nachweisungen vorliegen. 1. Kronenthaler deutschen, österreichischen und brabanter Gepräges: 76.045.653 Gulden 50 Kreuzer 43.454.659 Thlr. 17'/« Sgr. 2. 24- und 12-Kreuzerstttcke des Konventionsfußes: 2.432.072'/-- Gulden ^ 1.389.755 Thlr. 20°/« Sgr. 3. Sonstige Silbermünzen alter Systeme: 19.742.781 Thlr. 6V4 Sgr. 4. Goldmünzen: 8.348 Thlr. 21S/.2 Sgr. 5. Kupfermünzen: 37.296 Thlr. 12'/-s Sgr. Bemerkungen zu den Einziehungen. I. Goldmünzen. Von dein als eingezogen nachgewiesenen Betrag von 2.564.041.4 Thlr. sind 1.909455 Thlr. von Preußen eingezogen. Außer von Preußen wurden nur von Hannover, Kurhessen, Sachsen und Baden Goldmünzen zurückgezogen. II. Silbermünzen. Die Zurückziehungen von Silbermünzen waren überaus spärlich. Fast die gesamte Einziehung von Kurantmünzen kommt, soweit es sich nicht um Münzen alter Systeme handelt, auf Preußen. Kurantmünzen der Thalerwährnng wurden außer von Preußen nur noch von Hannover, Knrhessen uud Mecklenburg-Schwerin zurückgezogen, im ganzen jedoch nur etwa 217.000 Thlr., während sich die preußischen Einziehungen auf ungefähr 48 Millionen Thaler beliefen. Von den Staaten der Guldenwährung wurden nur in Frankfurt a. M. Kurantmünzen des Guldensußes zurückgezogen, und zwar in einem ganz geringfügigen Betrage. Um so erheblicher waren die Einziehungen von Münzen alter Systeme, welche seitens dieser Staaten vorgenommen wurden, namentlich die Einziehung von Kronenthalern, welche sich auf 43Vs Millionen Mark belies. Die Zurückziehung von Scheidemünzen war gleichfalls nicht erheblich. Sie erreichte in den Staaten der Thalerwährung — immer abgesehen von den Münzen alter Systeme ^ nicht ganz 1 Million Thaler. Im Süden, wo gemäß eines besonderen Abkommens von 1858 größere Einziehungen stattfinden mußten, überschritteu sie den Betrag von 2V2 Millionen Gulden. Die Staaten der Guldenwährung nahmen sämtlich an diesen Einziehungen teil, während im Norden nur in Preußen, Hannover, Kurhessen und Sachsen Scheidemünzeinziehungeu stattfände!?. In Lübeck und Hamburg wurden überhaupt keine Münzen eingezogen. Bremen zog einen geringen Betrag seiner Silbermünzen zurück. III. Kupfermünzen. Nur in Preußen, Hannover, Kurhessen, Sachsen, Brannschwcig und Frankfurt fanden Einziehungen statt, IV. Münzen, deren Ausprägung nicht nachgewiesen ist. Abgesehen von den in den Staaten der Guldenwähruug eingezogenen Kronenthalern und Konventionsmünzen zu 24 und 12 Kreuzer, hinsichtlich welcher kein Unterschied zwischen deutscher, österreichischer uud bra- bantischer Prägung gemacht ist, kommt ein weiterer erheblicher Teil dieser Einziehungen aus Süddeutschland, im ganzen etwa 3 Millionen Thaler der unter 3. aufgeführten alten Silbermünzen. Der größte Teil dieser Silbermünzen, etwa 11.233.000 Thlr., bestand indessen aus sächsischen Münzen des Konventionsfußes. Die Goldmünzen waren sächsische Dukaten und badische 500-Kreuzerstücke. Vergleichung der durch die Landesregierungen erfolgten Ausprägungen nnd Einsiehungen Ins zum Schlüsse des Jahres 1873. Mllnzsorten Ausgeprägt Von den als ausgeprägt nachgewiesenen Sorten wieder eingezogen Mithin Überschr ß der Ausprägungen Thaler I. Goldmünzen Thaler 179,545.478.21.4 Thaler 2.664.041. 4.— 176981437.17.4 II. Silberkurant- nuinzcn. a. Thalerwährung: 1. 2/i u.'/i Thalerstucke linkl. Vs und V-t Thnler- stücke) . . . 2. Stücke von weniger als Vi Thaler . . . Thaler 460.60S.0S0.-. - 83.364.212.20.— Thaler 28.145.686.10.— 20.009.796 20.6 432.463.403.20.— 63.344.416.2S.6 Suinine a 643.363,302,20.- 48.166,483,—.6 495 807,819.19.« d. Guldenwährung . o. Lübische Währung Gulden 11S.468.8SS Mark Kurant 18.7S1.628'-/io Gulden 10.163 Mark Kurant Gulden 119.468.746 Mark Kurant 18.791.628^/i° ----- 68.262.140.17.2 ---- 7.616.661.16.9 Summe II > 571.5M611.A.5 III. Silbcrscheidc- mnnzen. !r, Thalerwährung . b. Guldenwährung . o. Lttbische Währung cl. Thaler-Goldwährung ..... Thaler 16.760.043.18.9 Gulden 21.002.260.36.— Mark Kurant 542.2S9'2/,« Thaler Gold 1.186.243 Thaler 938.031.21.- Gulden 2.560,261.64.— Mark Kurant Thaler Gold 13.470 Gulden 18.461.388.41.— Mark Kurant 542.239^/iv Thaler Gold 1.171.773 16.822.016.27.S ---- 10,643.993.16.— ----- 216.919.27.— ---- 1.288.950. 9.— Summe III 27.871.880.19.9 IV. Kupfcrmünzc». -r. Thalerwährung . d. Guldenwährung . o. Thaler-Goldwährung ..... cl. Reichsmark-Währung ..... Thaler 2.986.139.19.6 762.071.-.4 3.361.18.— 28.636,22.— Thaler 124.046.10.11 2.578. 8.— 2.862.094. 8.6 759.492,22.4 3.361.18.— 23.636.22.— Summe IV 3.653.484.10.10 Gesamtsumme 780.093.414.10. 4 — 97 — Bemerkungen. Diese Tabelle weicht von der in Nr. 15 der Drucksachen des Reichstags von 1873 gegebenen und durch die Tabelle in Drucksache Nr. 145 des Reichstags von 1874 ergänzten Schlußübersicht in einigen Punkten ab. In den Drucksachen des Reichstags sind einmal die Einziehungen von 1/2- und V4 Thalerstückeu preußischen Gepräges mit den Ausprägungen von Münzen unter dem Eint Haler stück verglichen, während, wie in Übersicht II der Drucksache Nr. 15 von 1873 ausdrücklich bemerkt ist, die Prägung von -/s- und 1/4 Thalerstücken in dem für die Ausprägung von Einthalerstücken angegebenen Betrag mit inbegriffen ist. Dasselbe kleine Versehen läuft seit jener Zeit durch sämtliche offizielle und private Statistikeu über den Thalerumlauf. Außerdem sind in der Schlußübersicht von Nr. 145 der Drucksachen von 1874 die Beträge von eingezogenen 100-Kreuzerstücken und anderer süddeutschen Münzen alten Gepräges in Anrechnung gebracht, während die für die Ausprägungen gegebene Zahl sich nur auf die Münzen des 24Vs- bezw. 52-/s-Guldenfußes und die Konventionsspeciesthaler erstreckt. Dagegen sind sowohl unter den Ausprägungen als auch unter den Einziehungen korrekter Weise die Kronenthaler und die 24- und 12-Kreuzer- stücke des Konventionsfußes uicht berücksichtigt, da in den Nachweisungeu über die Einziehungen dieser Stücke die Münzen deutschen Gepräges, deren Ausmünznng nachgewiesen ist, nicht von den Münzen österreichischen bezw. brabanter Gepräges getrennt sind. Die größeren Bremischen Silbermünzen sind auch in den Schlußübersichten der Drucksachen des Reichstags uuter den Kurantmünzen ausgeführt, während sie in unserer Übersicht, ihrem Charakter entsprechend, unter den Silberscheidemünzeu stehen. Der bereits oben (S. 91) erwähnte Rechenfehler hinsichtlich der Scheidemünzen Hamburgischer Herkunft ist auch in die Schlußübersichteu übergegangen. So kommt es, daß in der Schlußübersicht von Nr. 145 der Drucksachen des Reichstags von 1874 der Überschuß der Ausprägungen über die Einziehungen von und '/i Thalerstücken mit 432.817.596 Thlr. figuriert, während in Wirklichkeit der Prägeüberschuß dieser Münzen zuzüglich der >/s- und Thalerstücke sich auf 432.463.403 Thlr. 20 Sgr. beläuft. Dagegen ist der Prägeüberschuß der V3-, Vs-, Vi2- und -/is Thalerstücke (Kurantgeld) statt 62.990.223 Thlr. 19 Sgr 6 Pf. Helffsrich, Beiträge zur Geldreform. 7 - 98 m Wirklichkeit 63.344.415 Thlr. 29 Sgr. 6 Pf. Der Gesamtüberschuß der Ausprägungen über die Einziehungen figuriert in der Drucksache Nr. 145 mit 780.202.968 Thlr. 21 Sgr. 8 Pf., während er nach unserer korrekten Aufstellung 780.093.414 Thlr. 10 Sgr. 4 Pf. beträgt. Natürlich giebt auch diese Zahl nicht den genauen Überschuß der Ausprägungen über die Einziehungen. Alle Unvollständigkeiten der Nachweisungen über die Ausprägungen und Einziehungen kehren in dieser Schlußübersicht wieder. Einigermaßen genau bezeichnen die Zahlen nur den Prägeüberschuß derjenigen (allerdings den weitaus größten Teil des deutschen Münzumlaufs bildenden) Münzsorten, über deren Einziehung genauere Nachweise vorliegen. Nur die bereits erwähnten unvollständigen Nachweise über die Prägungen in Lübeck und die Ausmüiizung vou Scheidemünzen in Süddeutschland lassen keine völlige Genauigkeit zu. Der Prägeüberschnß wird vermehrt durch die nicht nachzuweisenden Differenzen zwischen den Ausprägungen und Einziehungen derjenigen Münzsorten, über welche keine genügenden Angaben vorliegen; namentlich kommen hier die Kronenthaler, die kleineren Konventionsmünzen, die Münzen schleswig-holsteinischen Gepräges u. a. m. in Betracht. Noch viel weniger giebt der hier nachgewiesene Prägeüberschuß ein Bild von dem Umfang und der Zusammensetzung des thatsächlich in Deutschland vorhandenen Geldumlaufs, denn der Abgang durch Verzettelung und Einschmelzung, ein Faktor, der sich jeder einigermaßen genauen Berechnung entzog, ist nicht in Rechnung gestellt. Ein Bild von der wirklichen Beschaffenheit des deutschen Geldumlaufs unmittelbar vor der Münzreform kann nur auf Grundlage der Resultate der Einziehung der Landesmünzen, welche im Verlauf der Reform vorgenommen wurde, entworfen werden. III. Die Ergebnisse der Einziehung der Landesmünzen während der Reform bis Ende des Jahres 1879. I. Die Einziehung der Landes-Goldmünzen. Vollwichtige Goldmünzen, denen ein fester Kassenkurs beigelegt war. Wert in Sorten Stück Thaler Gulden 1. Preußische Friedrichsdor und Säch^ 4.486.937 2S.425.976 sische Augustdor ^ S^/z Thaler . 2. Kurhessische Pistolen », S^/z Thaler . 16.271-/2 92.20S — 3. Württembergische 10-Guldenstücke . 2.461 — 24.610 4. S-Guldenstücke . 7.271 — 36.3SS S. Dukaten ü S«/4 Gulden . . . 308.131 — 1.771.7S3 6. Badische 10-Guldenstücke .... S02 — S.020 7. S-Guldenstücke .... 2.429 — I2.14S 8. Dukaten Z, S Gulden 3S Kreuzer ..... 17 — 9ö 9. S00-Kreuzerstücke . ... 131 — - 1.092 10. Hessische 10-Guldenstücke .... 11.391 — 113.910 11. S-Guldenstücke .... 1I.9S3 — S9.76S Summe 4.847.494'/- 2S.S18.181 2.024.74S 80.02S S34 Mark. 7» - 100 — L. Goldmünzen ohne Kassenkurs und unterwichtige Goldmünzen mit Kassenkurs. 1. Pistolen (Louisdor zc.) . . . 56.525V4 Stück. 2. Goldkronen...... 332.091 3. Dukaten...... . 14.869»/4 - 4. Preußische Friedrichsdor . . 33.980V- - 5. Kurhessische Pistolen . . . 1.015 6. Diverse Landesgoldmünzen . 2.778V2 Zusammen: 441.260 Stück. Diese 441.260 Stück wurden eingelöst bezw. angekauft zu 3.640.982 Thaler ^ 10.922.946 Mark. Im ganzen wurden also 5.288.754^2 Stück Landesgoldmünzen im Werte von 90.948.480 Mark eingelöst. II. Die Einziehung der Landes-Silvermünzcn. ^. Thalerwährung. ». Kurantmniizen. 1. Zweithalerstücke......... 161.284.338,00 Mark. 2. Thaler aus den Jahren 1775—1816 . . 60.294.900,00 - - - - 1817-1822 . . 48.551.661,00 - - - - 1823-1856 . . 86.436.627,00 - - - - von 1857 ab . . 335.051.499,00 - Summe der Einthalerstücke: 530.334.687,00 Mark. 3. 2/s Thalerstücke......... 2.624,00 - 4. !/2 -......... 14.793,00 - 5. l/3 -......... 42.578.094,00 - 6. V« - ......... 3.798,00 - 7. - ......... 292,20 - 8. V« -......... 98.336.095,50 - 9. l/g - ......... 323,30 - 10. l/12 - hannoverschen und braun- schweigisch-lüneburgischen Gepräges . 3.657.183,25 11. Im Wert reduzierte'/'s Thalerstücke (a 6 Sgr.) 1.142,38 - 12. Im Wert reduzierte'/« Thalerstücke 3 Sgr.) 15,30 - Summe a: 836.213.385,93 Mark. — 101 — 1>. Scheidemünzen'. 1. Vis Thalerstücke .... 19.234.902,25 Mark. 2. >/is - .... 2.906.824,80 - 3. l/so - ... . . 11.002,593,60 - 4. '/so - .... 598.081,15 - Summe d: 33.742.401,80 Mark. Dazu Su mme 836.213.385,93 . Summe 869.955.787,73 Mark. L. Guldenwährung. ». Kurantmünzen. 1. 2 Guldenstücke . . . . 51.816.010,29 Mark. 2, 1 Guldenstücke ..... 80.346,346,28 - 3. >/2 Guldenstücke . . . . 23.863.237,70 - 4. 30 Kreuzerstücke .... 64.357,71 - 5. 15 Kreuzerstücke .... 4.123,29 - 6. Badische 100-Kreuzerstücke. 12.062,85 - 7. 10-Kreuzerstücke . 2,673,72 - Summe 156.108.811,84 Mark. b. Scheidemünzen. 1. 6 Kreuzerstücke .... 33.349.343,32 Mark. 2. 3 Kreuzerstücke .... 5.657.497,03 - 3. 1 Kreuzerstücke .... 572,754,36 - Summe d: 39.579.594,71 Mark. Dazu Summe a: 156.108.811,84 - Summe L: 195.688.406,55 Mark. Lübische B Zähruug. a. Kurantmünzen (bis zum S-Schillingstück abwärts). 1. Mecklenburgischen Gepräges 79.606,80 Mark. 2. Hamburgischen Gepräges 840.460,65 - 8. Lübischen Gepräges . . . 740,586,45 - Summe 1.660.653,90 Mark. i Zu den Scheidemünzen sind alle '/i2 Thalerstücke nicht-hannöverschen und -braunschweig-lllneburgischen Gepräges gerechnet, obwohl vor 1821 auch in Preußen V12 Thalerstücke als Kurantmünzen geprägt wurden. Ein Unterschied zwischen den als Kurantmünzen und den als Scheidemünzen ausgeprägten Stücken wurde bei den Nachweisen über die Einziehungen nicht gemacht. Auch die ursprünglich teilweise als Kurantmünzen geprägte» Vi.-> Thalerstücke, deren Minderfeingehalt infolge der Abnutzung mehr als 20"/o betrug is. Tabelle S, 105), sind hier als Scheidemünzen aufgeführt. — 102 — I). Scheidemünzen (vom 1 Schillingstllck abwärts). 1. Mecklenburgischen Gepräges . . . 124.910,83 Mark. 2. Hamburgischen Gepräges .... 926.506,60 3. Lübischen Gepräges . . . . . . 14.409,60 - Summe b: 1.065.827,03 Mark. Dazu Summe a: 1.660.653,90 - Summe v: 2.726.480,93 Mark. v. Schleswig-Holsteinische Währung. 1. Kurantmünzen........ 1.617.852,94 Mark. 2. Scheidemünzen (1 Schilling oder Zweisechslingstücke) ....... 2,55 - Summe O: 1.617.855,49 Mark. Silbermünzen kurfürstlich und königlich sächsischen Gepräges. 1. Kurantmünzen (V«- bis >/is Thalerstücke) 602.609,00 Mark. 2. Scheidemünzen .... . . . . 8.958,42 Summe 611.567,42 Mark. Kronenthaler..... 7.974.020,11 Mark. 6. Konventionsmünzen . . 1.910.327,00 Mark. H. Ältere Si^bermünzen hannöverschen Gepräges. Kassen-Eindrittelstücke und -Zweidrittelstücke des I2-Thalerfußes .... 1.613,45 Mark. I. Thalerstücke ansbach-bayreuther Gepräges 79,70 Mark. Gesamtsumme der Kurantmünzen: 1.006.089.353,87 Mark. - Scheidemünzen: 74.396.784,54 - Gesamtsumme der Silbermünzen: 1.080.486.138,41 Mark. Außer diesen durch das Reich außer Kurs gesetzten und vom Reich eingelösten Landessilbermünzen gelangte in Bremen im Jahre 1872 auf Anordnung seitens der Bremischen Regierung an Landessilbermünzen zur Einlösung ein Betrag von 616.366,71 Thaler Gold ^ 2.047.218,91 Mark. — 103 — Dadurch erhöht sich der Gesamtbetrag der bei der Durchführung der Münzreform bis zum Ende des Jahres 1879 eingelösten Landessilber- mllnzen auf 1.082.533.357,32 Mark. III. Die Einziehung der Fandes-Kupfermünzen. 1. Thalerwährung..... 2.792.019,39 Mark. 2. Guldenwährung..... 647.208,44 - 3. Mecklenburgische Währung . 73.150,82 - 4. Bremer Währung .... 4.261,43 - Summe: 3.516.640,08 Mark. IV. Die Einziehung von Einthaicrstücken deutschen Gepräges und von vcreinsthalern nnd Vereins-Doppelthalern österreichischen Gepräges. (Nach eiuer Aufstelluug des Reichsschatzamts.) Es wurden eingezogen auf Reichsrechnung In Österreich eingezogene Vereinsthaler Einthalerstiicke deutschen Gepräges Vereinsthaler und und Vereins-DoppelVereins-Doppelthaler österr. Gepräges thaler österreichischen Gepräges Mark Mark Mark Bis Ende Dezember 1874 61.590.150 —> — 1875 80.751.822 _ — 1876 207.880.923 — — 1877 427.454.595 — — 1878 503.495.142 — _ 1879 530.334.687 — — 1880 530.335.377 — - — 1381 530.336.481 — — 1882 530.337.033 — — 1883 530.338602 — — 1884 530.339.967 — — 1885 530.341.038 — — 1886 531.742.917 — — BiS Ende März 1888 531.381.535 — — 1889 531.883.014 — — 1890 531.885.129 -— — 1891 531.911.634 — — 1892 543.603.162 — — 1893 548.876.601 8.666.667' — 1894 549.817.245 17.333.334 l 55.497 1895 549.819.633 30.522.822' 55.497 1896 549.822.549 41.377.575 55.497 55.497 1897 595.715.103 ! In den Jahren 1893-1895 wurden 26.000.000 Mark in österreichischen Vereinsthalern von Österreich zu IVs Gulden pro Thaler übernommen. — 105 — !^ i?^ uz oo Q uz 00 ^ ^ QQ <^z" cli'uz uz -^oz ^oz" ^ ao ^ ^ oooö ^ ? ?3 oo oo r^" ^ uz <^> ^ c^c^Q-? ^uz s oo llv ! Q oo m s> uz Q oo" s" r-" ^ I- r2 ^ (ZZ ^' oö <^> oo <^ -o" 8 ^ S ^ Z « ^ uz o- ^> Q oo 00 s oo oo ». sz oz oo^^-> oc> ^ uz uz" ^-<"oo"^-<" 0?" ^-7"oo">-<" o-" oo" Q oo oo ^ 00 uz 00 ! 00 VZ oz 10 IS ^? ? ö? 'ö? - s . ^ ^ ZZZr^ ^ UZ > >—oo ^ s ^ '«-Z .S> !- »-- " ' »-Z -i? > .S SV- 5- ' >s>'Z:«> " L ^ ^5 ' c>z oo oz o- oz^ t-" ^ cs oo oo 0? oz 8 o^ oz oo o-^ «, ^ >^> .-^ u? oll ^^IZ^Sll s 00 <^> so Q Q 'S ^> uz uz »z oo »I? uz oz W ? M uz uz M ^ m o-" oi'Ä'ci-'»-"^ m UZ<^>Q»^UZ uz" 0Z 0Z 0Z oo r- M W m 8 8 Ä Z ZSZKZ ^ ^ VZ o- uz oz s m uz '»I oo Ä ^oo^ u5 m -! >^ m !?- oö ^ -I? -IS ci- c^> -2-^ Ä UZQQ--? ZÄMZZZ^ ^ -s uz uz ?-z 0o" Q uz oo" ^"-s" uz ^> oo «> ^ o? 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Nach Thorwart' Nach Wagner^ Jahre Notenumlauf am Jahresschluß Jahre Notenumlauf am Jahresschluß durch Barvorrat nicht gedeckt überhaupt durch Metall nicht gedeckt überhaupt 1851—1856 21.946,7 116.151,2 1861 6.640 102.360 1862 13.320 113.040 1863 26.730 112.620 1854 160 119.010 1865 32.700 129.120 1856—1860 92.953,6 321,993,6 1866 93.750 246.100 1857 112.170 300.600 1858 120.420 313.870 1869 127.600 366.160 1860 166.500 463.260 1861 108.802,8 431.780,1 1861 197.700 632.800 1362 164.203,5 491.483,7 1862 223.800 620.950 1863 241.928,7 523.699,6 1863 ? ? 1864 229.986,7 627.062,3 1864 248.100 628.000 1866 288.179,4 678.636,1 1866 319.200 674.800 1866 234.463,3 664.240,6 1866 243.000 663.800 1867 266.217,1 637.851,1 1867 278.700 630.000 1868 293.831,2 683.668,4 1868 297.000 679.320 1869 341.840,3 702.646,2 1869 339.000 713.620 1870 427.129,1 854.106,0 1871 381.081,2 1.073.681,6 1872 532.428,7 1.378.509,5 1873 396.855,7 1.367.649,0 1874 440.472.3 1.336.164,2 1875 373.057,1 1.038.426,3 i Die Entwickelung des Banknoten-Umlaufs in Deutschland von 1851—1880, Jahrbücher für Nat.-Ök. u. Statistik, N. F. 7. Bd. S. 247. - System der Zettelbankpolitik, 1873 S. 202. V. Umfang und Zusammensetzung des deutschen Geldumlaufs vor der Reform. I. Nmlauf von Münzen deutschen Gepräges, einschließlich der österreichischen Thaler, liei Beginn der Münzreform. In der Durchführung der Münzreform sind bis zum Ende des Jahres 1878 alle Sorten deutscher Landesmünzen mit Ausnahme der Einthalerstücke außer Kurs gesetzt worden und zur Einziehung gelangt. Für alle Sorten außer den Einthalerstücken geben die Resultate der Einziehung sichere Anhaltspunkte für den thatsächlichen Umfang, in welchem sie vor der Reform in Deutschland umliefen. Zweifellos sind von allen Sorten kleinere Beträge absichtlich oder aus Versehen nicht zur Einlösung gebracht worden. Im Verhältnis zu den gesamten Einlösungen können jedoch diese Beträge nur ganz verschwindende gewesen sein. Für die Abschätzung des Umlaufs der Einthalerstücke, der wichtigsten aller deutschen Landesmünzen, fehlt uns ein derartig sicherer Anhaltspunkt. Wir wissen nicht, wie groß der gegenwärtig noch im Umlauf befindliche Betrag von Einthalerstücken ist; uud dieser Umstand ermöglicht es nicht, eine sichere und unanfechtbare Abschätzung des deutschen Münzumlaufs vor der Reform zu geben. Indessen liegen einige Momente vor, welche mit einiger Zuverlässigkeit zur Ermittelung des noch vorhandenen Thalerumlaufs benutzt werden können, und welche namentlich seit der Einstellung der Thalereinziehung und der Silberverkäufe zur Abschätzung des Thalerumlaufs benutzt worden sind; so vor allem die mit der Einziehung der anderen groben Silbermünzsorten gemachten Erfahrungen. Die wichtigsten der in Betracht kommenden Münzstücke waren die Zweiguldenstücke, von welchen 31 °/o, die Einguldenstücke, von welchen — 120 — 20 °/o, und die Zweithalerstücke, von denen 17 267.000). Diese Zahlen geben jedoch nur die Gesamtausgabe von Staatspapiergeld, nicht aber den thatsächlichen Umlauf. Ähnlich wie der Münzumlauf durch Einschmelzung und Verzettelung verringert wird und deshalb geringer ist als die Snmme der Ausprägungen, ähnlich bleibt der thatsächlich vorhandene Papiernmlauf, sobald es sich um eiu seit längerer Zeit im Umlauf befindliches Papiergeld handelt, hinter der unter normalen Umständen allein feststellbaren Papiergeldemission zurück. Wie in der Münzreform durch die Beseitigung des größeren Teiles der vorhandenen metallischen Umlanfsmittel die Grundlage zn einer verhältnismäßig sicheren Abschätzung des Münzumlaufs gegeben worden ist, so hat die Reform der pnpiernen Umlaufsmittel Gelegenheit gegeben, den Abgang von Staatskassenscheinen festzustellen. Obwohl die vom Reiche festgesetzte Einlösnngsfrist des umlaufenden Staatspapiergeldes mit dem Jahre 1875 ablief, haben die meisten Einzelstaaten ihr Staatspapiergeld bis zum heutigen Tage nicht präkludiert. Im Jahre 1888 war von der gesamten Papiergeldansgabe noch ein Betrag von 1.149.562 Mark weder eingelöst noch präkludiert; ein Betrag, dessen Geringfügigkeit erstaunlich ist- Obwohl das Papiergeld vieler Staaten seit vielen Jahren — 129 — im Umlauf war und sich in einem jämmerlichen Zustand befand, betrug der Abgang nur etwa ^/s °/o des Gesamtumlaufs. Der Umlauf an Landespapiergeld belief sich also bei Beginn der Münzreform auf etwa 183 Millionen Mark. Zu dem Landespapiergeld treten die im Jahre 1870 ausgegebenen Darlehenskassenscheine des Norddeutschen Bundes. An solchen war Ende 1871 ein Betrag von 77.384.500 Mark ausgegeben. Im ganzen belief sich also am Ende des Jahres 1871 der Umlauf von Staatspapiergeld auf etwa 260 Millionen Mark. k. Die metallisch nicht gedeckten Banknoten. Der Münzumlauf eines Landes ist in normalen Zeiten eine verhältnismäßig stabile und nur allmählichen Veränderungen unterworfene Masse. Ähnlich verhält es sich mit dein Umlauf von Staatspapiergeld. Im Gegensatz dazu ist der Banknotenumlauf nicht nur von Jahr zu Jahr, sondern sogar von Woche zu Woche den stärksten Schwankungen ausgesetzt. Die Hauptaufgabe der metallisch nicht gedeckten Banknote ist, dem Gesamtumlauf gegenüber den periodischen Schwankungen des Geldbedarfs die notwendige Elastizität zu verleihen; ihr Umlauf muß bei steigendem Geldbedarf wachsen, bei sinkendem Geldbedarf zusammenschrumpfen. Der Umfang des ungedeckten Notenumlaufs eines Landes läßt sich deshalb nur für gegebene Augenblicke feststellen, und es läßt sich für gewisse Perioden ein durchschnittlicher Umlauf errechnen. Aber die Ergebnisse solcher Feststellungen lassen sich, eben weil man es mit einer sich fortwährend in großem Umfange verändernden Masse zu thun hat, nicht mit den Angaben über den Umfang eines metallischen Geldumlaufes oder eines Umlaufes von Staatspapiergeld auf eine Linie stellen. Hinsichtlich des deutscheu ungedeckten Notenumlaufs zur Zeit des Begiunes der Münzreform kommen außerdem noch ganz besonders Schwierigkeiten in Betracht. Ein großer Teil der deutschen Notenbanken veröffentlichte seinen Status nur überaus selten. Die Veröffentlichungen fanden ferner zerstreut in alleu möglichen Blättern statt. Die Möglichkeit, den durchschnittlichen Umlauf von ungedeckten Noten für eine längere Periode zu berechnen, ist dadurch ausgeschlossen. Für einzelne Zeitpunkte hat nach der Gründung des Reichs das Reichskanzleramt eine Zusammenstellung veranlaßt, welche nicht frei von erheblichen Mängeln ist. Helfserich, Beiträge zur Geldreform, 9 - 130 — Einmal ist der Zusammenstellung der Stand am Schluß der Jahre 1870—1873 zu Grunde gelegt, während gerade der Jahresschluß für die Berechnung des ungedeckten Notenumlaufs der ungünstigste Zeitpunkt ist. Der regelmäßig um diese Zeit auftretende große Geldbedarf läßt den ungedeckten Notenumlauf erheblich über seinen normalen Umfang — soweit man von einem solchen überhaupt reden kann — anschwellen. Ferner ist der Begriff des „Barvorrats" bei dieser Zusammenstellung nicht einheitlich gefaßt. Nur bei 20 von den 31 Banken ist nnter „Barvorrat" ausschließlich der Metallvorrat verstanden, während bei den übrigen keine Klarheit darüber besteht, ob und wie weit in dem von ihnen nachgewiesenen Barvorrat Papiergeld, fremde und eigene Noten inbegriffen sind. Immerhin ist diese im Reichskanzleramt ausgearbeitete und den Motiven zum Entwurf des Bankgesetzes beigegebene Zusammenstellung die beste dieser Art. Nach ihr belief sich der durch „Barvorrat" nicht gedeckte Noteilumlauf sämtlicher deutschen Notenbanken am Ende des Jahres 1870 auf etwa 150 Millionen Thaler, am Ende des Jahres 1871 auf etwa 140 Millionen Thaler, also auf 420-450 Millionen Mark'. Um nun von dem ungedeckten Notenumlauf am Schluß der beiden Jahre auf den durchschnittlichen ungedeckten Notenumlauf schließen zu können, vergleichen wir den durchschnittliche!? ungedeckten Notenumlauf der Jahre von 1876 ab, für welche wir genaue Nachweisungen besitzen, mit dein Notenumlauf am Jahresschluß. Wir finden, daß in den Jahren von 1876-1881 die Differenz zwischen 50 und 108 Millionen Mark schwankt, und daß sie sich im Durchschnitt auf etwa 80 Millionen Mark stellt. Den gleichen Unterschied für die Jahre 1870 und 1871 angenommen, erhalten wir für die Zeit unmittelbar vor der Münzreform einen durchschnittlichen ungedeckten Notenumlauf von etwa 350—370 Millionen Mark. III. Der Umlauf fremder Geldsorten. Einer der größten Mißstände des deutschen Geldwesens vor der Reform war der starke Umlauf fremder Geldsorten. Nicht nur fremde Gold- und Silbermünzen, sogar fremde Papiergeldzeichen wurden in Zahlung gegeben und genommen. Um diesen Zustand zu charakterisieren, seien folgende Stellen aus ' Siehe oben S. 118. — 131 — dem „Jahresbericht der Handels- und Gewerbekammern in Württemberg für das Jahr 1867" wiedergegeben, „Eine in letzter Zeit angestellte Erhebung von 115 Kassenbeständen ergab folgendes Verhältnis der Umlaufsmittel: „Silbergeld 30,66 °/«. - Goldgeld 31 °/o. — Papiergeld 38,34 ° o... „Was die Silbermünzen betrifft, so kursieren sie in allen möglichen Währungen, alten und neuen. Man begegnet neben süddeutschen und österreichischen Gulden und norddeutschen Thalerstücken auch manchen längst verrufenen Sorten. . . Ferner Franken in 5-, 2-, 1-, V2- und V4-Stücken, holländischem, englischem und amerikanischem Silbergelde, . - „In den ermittelten 115 Kassen finden sich die 30,66 °/o Silber- mttuzen in Scheidemünzen mit ca. 11, in süddeutschen Gulden mit 37, in österreichischen Gulden mit 15, in preußischen und Vereinsthalern mit 33, in diversen ausländischen Sorten mit 4 °/o vertreten . . . „Als Goldmünzen zirkulieren Napoleons, Friedrichsdor, Pistolen, österreichische, holländische, württembergische, badische, hessische?c. Dukaten, Kronen, Guineen, Dollars, russische Jmperialen lind diverse alte Goldmünzen . . . „Das durchschnittliche Verhältnis der 31 °/o Goldsorten in den aufgeführten Kassen beträgt annähernd: „Napoleons 46 °/o, Friedrichsdor 38 °/o, Pistolen 4°/», württembergische Dukaten 2 °/», diverse Goldmünzen 10 °/o . . . „Als Papiergeld zirkuliert das sämtliche Staatspapiergeld der deutschen Staaten, die Noten der süd- und norddeutschen Banken und Korporationen . . . Hierzu kommen österreichische, französische, holländische, englische, amerikanische Banknoten." Fremde Geldzeichen bildeten also einen so beträchtlichen Teil der deutschen Zirkulation vor der Münzreform, daß sie bei einer Untersuchung über den Umfang des Geldumlaufs zu dieser Zeit nicht übergangen werden dürfen. Wenn auch alle diese Sorten, mit Ausnahme der österreichischen Thaler, keinen gesetzlichen Kurs in Deutschland hatten, versahen sie doch in volkswirtschaftlicher Beziehung so gut wie die Münzen deutschen Gepräges und die deutschen Staatsscheine und Banknoten den Dienst von Umlanfsmitteln. Die Schätzung der Größe des Umlaufs fremder Geldsorten in Deutschland kann nur eine sehr gewagte sein, da ähnlich sichere Anhaltspunktc, 9* wie wir sie hinsichtlich des Umlaufs deutschen Geldes und deutscher Geldzeichen haben, vollkommen fehlen. Die wichtigsten der hier in Betracht kommenden Geldsorten waren die österreichischen Silbergulden und das silberne und goldene Frankengeld. An österreichischen Silbergulden war Ende des Jahres 1871 ein Betrag von 172 Millionen Gulden ausgeprägt. Nimmt man an, daß derselbe Prozentsatz, wie bei den gleichzeitig geprägten österreichischen Vereinsthalern, verzettelt und eingeschmolzen worden ist (17—18 °/o), so ergiebt sich für das Jahr 1871 ein Bestand von 140—145 Millionen Gulden. Die österreichische Nationalbank besaß Ende des Jahres 1871 einen Silbervorrat von 100 Millionen Gulden; dieser Vorrat bestand sicher ganz liberwiegend aus geprägtem österreichischen Silbergeld. Außerdem war in den Händen österreichischer Banquiers und österreichischer Privatpersonen ein erheblicher Bestand an Silbergeld, und jedenfalls befanden sich auch in den Kassen außerdeutscher und außeröstcrreichischer Banken und Edelmetallhändler ansehnliche Beträge österreichischer Silbergulden. Man wird deshalb eher zu hoch als zu niedrig greifen, wenn man die in Deutschland unmittelbar vor dem Beginn der Münzreform umlaufenden österreichischen Silbergulden auf etwa 35 Millionen Gulden veranschlagt. Bei dem damaligen Wert des Silberguldens in deutschem Geld (— 2/3 Thaler) entspricht diese Summe einem Wert von 70 Millionen Mark. In Anbetracht der lebhaften Klagen über das Eindringen der österreichischen Gulden in den deutschen Münznmlauf, welche zur Zeit der Münzreform in der Presse und im Reichstag erhoben wurden, könnte diese Schätzung als zn niedrig erseinchen. Man darf jedoch nicht vergessen, daß während der Münzreform selbst sich Verhältnisse herausbildeten, welche die Einwanderung des österreichischen Silbergeldes ganz besonders begünstigten und ihren Umlauf in Deutschland erheblich vermehrten. Vor der Münzresorm war die Zirkulation der österreichischen Silbergulden im wesentlichen auf den Süden Deutschlands und auf den unmittelbaren Grenzverkehr beschränkt. Da fast ausschließlich Süddeutschland in Betracht kommt, bieten die Ergebnisse der oben angeführten württembergi- schcn Kassenenquete einen gewissen Anhaltspunkt zur Kontrolle unserer Schätzung. Das in den 115 Kassen festgestellte Silbergeld bestand zu 37 °/o aus süddeutschen: Silberkurant, zu 15 °/o aus österreichischen Gulden. Es waren also in diesen Kassen 2V2 mal so viel süddeutsche Silber- — 133 — kurantmünzen als österreichische Gulden vorhanden. Der Gesanttumlnuf Von süddeutschen Silberkurantmünzen betrug bei Beginn der Münzreform etwa 156 Millionen Mark. Das Zweiundeinhalbfache des auf 70 Millionen Mark veranschlagten Umlaufs österreichischer Silbergulden wäre 175 Millionen Mark. Man darf also annehmen, daß der Umlauf österreichischer Gulden in Deutschlaud bei Beginn der Münzreform die Summe von 70 Millionen Mark nicht überstieg. Gegenüber dem österreichischen Guldengeld treten alle übrigen ausländischen Silbermünzsorten erheblich zurück. Der Umlauf der nach ihm wichtigsten Stücke, der Fünffrankenstücke und der holländischen Gulden, war gänzlich aus Süddeutschlaud beschränkt. Holläudische Gulden waren verhältnismäßig selten. Fünffrankenstücke liefen in größeren Mengen um. Eine Abschätzung ist hinsichtlich des Umlaufes der letzteren noch schwieriger, wie hinsichtlich der österreichischen Guldeu, da die ausgeprägten Münzen sehr erhebliche Summen darstellte» und ihr Umlaufsgebiet ein sehr ausgedehntes war. Die württembergische Kasseuenquete stellte unter den vorgefundenen Silbermünzen nur 4 °/o in „diversen ausländische«: Sorten" fest; unter diesen sind alle ausländischen Silbermünzen mit Ausnahme der österreichischen verstanden. Legt man das bei dieser Enquete zwischen den Silberkurantmünzen der Guldenwährung und den „diversen ausländischen Sorten" festgestellte Verhältnis von 9 zu 1 zu Grunde, dann ergiebt sich ein Umlauf dieser fremden Münzen in der Höhe von 17—18 Millionen Mark. Freilich darf nicht vergessen werden, daß die Zeit der württembergischen Kassenenquete die Zeit war, in welcher der Gesamtumlanf des französischen Kurantsilbergeldes durch den hohen Stand des Silberpreises am meisten zusammengeschrumpft war, und daß die folgenden Jahre allmählich wieder stärkere Silberauspräguugen in der lateinischen Union und damit sicher auch eiue Vermehrung des in Deutschland umlaufenden französischen Silbergeldes brachten. Dennoch dürfte der Gesamtbetrag der in Deutschland außer dem österreichischen Silbergeld umlaufenden fremden Silbermünzen um die Mitte des Jahres 1871 die Summe von 25 bis 30 Millionen Mark kaum überschritten haben. Alles in allem ist danach der Umlauf sämtlicher fremden Silbermünzen um diese Zeit auf etwa 100 Millionen Mark zu veranschlagen. — 134 — Behufs Abschätzung des Betrags der in Deutschland vor der Reform umlaufenden fremden Goldmünzen ist hier und da auf die Thatsache verwiesen worden, daß nach Beginn der Ausprägung der Reichsgoldmünzen seitens der Seehandlung in kurzer Zeit etwa 266 Millionen Mark fremder Goldmünzen in Deutschland für die Reichsregierung zusammengekauft worden sind ^. Hier ist jedoch in Betracht zu ziehen, daß diese Ankäufe erst erfolgten, nachdem die Abtragung der französischen Kriegskosten-Entschädigung bereits begonnen hatte. Bei den eigentümlichen Verhältnissen, in welchen sich damals das deutsche Geldwesen befand, waren die deutschen Wechselkurse auf das Ausland, namentlich auch auf England, erheblich gesunken. Darin lag ein Anreiz, soviel wie möglich in Deutschland brauchbare Zahlungsmittel nach Deutschland zu versenden. Zweifellos hat sich damals in kurzer Zeit der deutsche Bestand an fremden Goldmünzen ganz beträchtlich erhöht. Es ist außerdem nicht unwahrscheinlich, daß ein großer Teil der von der Seehandlung aufgekauften Goldmünzen erst importiert wordeu ist, als die Seehandlung als Käufer für diese Sorten auftrat, und daß große Beträge zu dem einzigen Zweck nach Deutschland importiert worden sind, an die Seehandlung verkauft zu werdeu. Wenn wir hier die Ergebnisse der württembergischen Kassenenquete in Betracht ziehen, so fällt zuerst die Thatsache auf, daß in diesen Kassen die Goldmünzen fast genau ebeuso stark vertreten waren wie die Silbermünzen. Daraus darf jedoch nicht auf ein gleiches Verhältnis im freien Umlauf geschlossen werden. Es ist eine natürliche Erscheinung, daß in Kassen mit großen Beständen Geldstücke und Papierscheine, welche auf größere Summen lauten, stärker vertreten sind, als im freien Umlauf. So erklärt es sich auch, daß in den 115 württembergischen Kassen die Papierscheine eine größere Summe darstellten als die Silbermünzen und als die Goldmünzen. Dabei betrug um die Zeit dieser Enquete der ganze gedeckte und ungedeckte deutsche Notenumlauf »och nicht 600 Mill. Mark; mit den 180 Millionen Mark Staatspapiergeld belief sich der Papiernmlanf auf etwa 780 Millionen Mark gegen anderthalb Milliarde an deutschem und ausländischem Silbergeld. Nichtsdestoweniger war in den 115 Kassen das Verhältnis des Papiergeldes zum Silbergeld 38,34 zu 30,66. ' Siehe Bamberger, Neichsgold» S. 13. — 135 — Abgesehen von diesem Umstand war in den Jahren unmittelbar vor der Reform gerade Süddeutschland verhältnismäßig reich mit Goldmünzen versehen. Der Friedrichsdor, welcher im Norden 5 Thaler 20 Silbergroschen galt, wurde im Süden statt zu dem entsprechenden Wert von 9 fl. 55 kr. vielfach zu 10 fl, genommen. Zwanzigsrankenstücke liefen zn 9 fl. 30 kr> um, während bei einer Relation von 1 zu 15^2 zwischen Silber und Gold ihr genauer Wert 9 fl. 27 kr. gewesen wäre; bei der damaligen für das Gold ungünstigeren Marktrelation war der Wert der Napoleons in süddeutschem Guldengeld noch geringer. Es lohnte sich also, sowohl französische als auch norddeutsche Goldmünzen nach Süddeutschland zu bringen. Aus diesen Gründen kann die württembergische Enqnete nicht als Anhaltspunkt für eine Abschätzung des Goldumlaufs diene». Wichtig ist jedoch die Thatsache, daß in diesen Kassen die Napoleons mit 46°/o allein fast die Hälfte sämtlicher Goldmünzen ausmachten, und daß zu diesen uoch 10"/v in „diversen", wohl fast ausschließlich ausländischen Goldmünzen, hinzutreten. Das ergiebt ca. 5ö°/o ausländischer gegenüber von 44 -> « '«» K ^ ^ ^ -i- ^ ° « H ^ -z >-> » « ^» «» ^ Gesamter Geldbestand Q <^> uz sz s Gesamter ungedeckter Papier- ^> <^> ! ^> >^> Q «z s s »z !ZZ ^ ! ! 370.000 « ^ Staats- Papier- geld 260.000 ! S-^ 0-° ! ! cr> -o so s- Gesamter Metallgeldvorrat <^> ^ s uz »z ^> -i> uz so -0 0-" Q <^> >^> uz oo M uz" Kupfergeld >^> § m Ä > l Q 8 -" Monetärer Silberbarrenvorrat ^> S c« sz" ! j <^> ^ ^ «Z^ oz Silbermünzen ^ 1.S36.000 «z «z' uz 100.000 oo o5 1.636.000 ?o co" «o ^^-> «H. N 80.000 c>z ! > 00008 Q eo uz ^ uz" uz 100.000 lzz" <^> W UZ (Z^ uz Goldmünzen c^> <^> <^> uz s- -O^ 160.000 uz" u? -°I< ^ m" Absoluter Betrag Prozente des Gesamtumlaufs Absoluter Betrag Prozente des Gesamtumlaufs Absoluter Betrag Prozente des Gesamtumlaufs IjunzzzH .istMnzq uz,.iajqisN uoizojqisU Sh)iiquvIKN)x uzuttuvjnF VI. Die internationale Stellung des deutschen Geldwesens vor der Mnnzresorm. Die internationale Stellung eines Geldwesens wird im wesentlichen bedingt durch die juristische Verfassung des Geldsustems, durch die thatsächliche Beschaffenheit des Geldumlaufs und durch die Zahlungsbilanz des betreffenden Landes. Letztere beruht ihrerseits auf der Wareneinfuhr- und -aussuhr und auf dem Schuldverhältnis zum Auslande. Ihren Ausdruck findet die internationale Stellung eines Geldwesens namentlich in der Gestaltung der ausländischen Wechselkurse und in dem Zufluß oder Abfluß von Edelmetall. Das deutsche Geldwesen beruhte auf der Silberwährung. Ein Pfund Feinsilber wurde in 30 Thaler bezw. in 52Gulden ausgebracht. Die Münzstätten kauften, ohne durch eine gesetzliche Bestimmung dazu verpflichtet zu sein, Silberbarren stets und in jeder ihnen angebotenen Menge zu innerhalb enger Grenzen veränderlichen Preisen, welche dem Ausmünzungswert des Silbers abzüglich der Prägekosten ungefähr entsprachen. Die thatsächliche Beschaffenheit des deutscheu Geldwesens haben wir im vorigen Abschnitt kennen gelernt: Ein überwiegender Umlauf von Silberkurantmüuzen, welche zum größten Teil nur unerheblich abgenutzt waren; ein verhältnismäßig geringer Umlanf von unterwertig ausgeprägten Scheidemünzen; dagegen eine starke Zirkulation metallisch nicht gedeckter Staatspapierscheine und Banknoten. Daneben in etwas lockerem Zusammenhang mit dem eigentlichen Kern des Umlaufs ein nicht sehr hoher Betrag deutscher Landesgoldmünzen und fremder Gold- und Silbermünzen. Obwohl diese Beschaffenheit des deutschen Geldwesens nicht in allen Punkten einwandsfrei war, gab sie doch einige Garantie dafür, daß — - 138 — abgesehen von wirtschaftlichen und politischen Kalamitäten besonderer Art — das deutsche Geldwesen nicht nur juristisch, sondern auch äs taow eine Silberwährnng bleiben, daß also der Wert des Thalers nnr innerhalb enger Grenzen von dem Wert von V8u Pfund Feinsilber abweichen werde. Damit war das Wertverhältnis des deutsche«? Geldes zu dem Gelde anderer Silberwährungsländer, z. V. zu dem Gelde der Niederlande, auf eine bestimmte Parität festgelegt, um welche nur die geringen durch die Spesen des Metallgeldtransports und der Umprägung gegebenen Wechselkursschwankungen stattfinden konnten. Der Wert des deutschen Geldes im Gelde der Länder, welche wie England gesetzlich, wie Frankreich thatsächlich die Goldwährung hatten, war abhängig in erster Linie von dem Wertverhältnis zwischen Silber und Gold; ferner konnten um die durch das jeweilige Wertverhältnis der beiden Edelmetalle gegebene und mit diesem Wertverhältnisse veränderliche Parität ähnliche Schwankungen stattfinden, wie um die feste Parität zu fremdeil Silbervaluten. Die Schwankungen innerhalb dieser durch die juristische Versassung und die thatsächliche Beschaffenheit des deutschen Geldwesens gegebenen Grenzen wurden beherrscht durch die deutsche Zahlungsbilanz; ebenso der Zufluß und der Abfluß von Edelmetall, der seinerseits ermöglicht wnrde durch das Steigen der Wechselkurse über den Punkt, welcher die Versendung von Edelmetall rentabler macht, als den Ankauf eines Wechsels auf das Ausland, oder durch das Sinken unter den Punkt, welcher den Bezug von Edelmetall rentabler macht, als den Verkauf eines Auslandswechsels. Wenn wir uns nun zur Untersuchung der deutschen Zahlungsbilanz und ihrer Entwickelung in den letzten Jahrzehnten vor der Geldreform wenden, stoßen wir auf große Hindernisse. Der wichtigste Teil der Zahlungsbilanz, die Handelsbilanz, ist infolge der gänzlich unzulänglichen Handelsstatistik der hier in Betracht kommenden Zeit nicht mit der erforderlichen Genauigkeit festzustellen. Über das internationale Schuldverhältnis Deutschlands uud über dessen Verschiebung in den letzten Jahrzehnten vor der Münzreform hat man nur gewisse Anhaltspunkte, welche den Mangel genauerer Nachrichten nur notdürftig ersetzen. Der direkte Weg der Untersuchung, auf welchen: Weg wir uns bei der Feststellung der Beschaffenheit des deutschen Geldumlaufs vor der Reform bewegen konnten, ist uns also hier verschlossen. Wir sind darauf — 139 — angewiesen, ans den Wirkungen der Zahlnngsbilanz auf die ausländischen Wechselkurse und auf die internationale Edelmetallbewegnng Schlüsse zu ziehen. Nun ist die deutsche Statistik des Edelmetallverkehrs noch weniger brauchbar als die allgemeine Haudelsstatistik. Hier jedoch bietet sich ein wertvoller Ersatz in der Edelmetallstatistik derjenigen Länder, mit welchen Deutschland in erster Linie Edelmetall austauschte, nämlich Rußland, Österreich, Frankreich, Belgien, Holland lind England. Das vollständigste Material liegt vor hinsichtlich der ausländischen Wechselkurse, und zwar nicht nur im Rohen in den offiziellen Kurszetteln der deutschen Börsen, sondern gesammelt und geordnet ^. Im wesentlichen kommt hier nur die Berliner Börse in Betracht, da Berlin seit der Begründung des Zollvereins und namentlich seit dessen Erneuerung im Jahre 1854 immer mehr der Hauptwechselplatz für ganz Deutschland wurde. Im großen Ganzen zeigen die Berliner Wechselkurse auf die wichtigsten auswärtigen Börsenplätze, namentlich auf London und Paris, einen weitgehenden Parallelismns in ihren Bewegungen. Andrerseits decken sich die Abweichungen des Wechselkurses ans London von der jeweiligen Parität fast genau mit den Schwankungen des Berliner Wechselkurses auf Hamburg. Hamburg spielte nämlich im Edelmetallverkehr zwischen Deutschland und England die Rolle des Vermittlers. Wem, in London Forderuugeu auf Berlin gesucht waren, übertrug sich diese Nachfrage auch auf Hamburg; wenn in London Wechsel auf Berlin in Überfluß augeboten wurden, machte sich dieses Angebot auch in Hamburg geltend. Die Veränderungen des deutschen Geldwertes in der hambnrgischen Bankvnluta geben ein deutlicheres Bild von der internationalen Stellung des deutschen Geldwesens, als die Wechselkurse auf England und Frankreich, weil sie sofort erkennbare Abweichungen um eine feste Parität darstellten, während die Veränderungen der Wechselkurse auf Goldwährungsländer Schwankungen um eiue veränderliche Parität waren. Es kommt für uns aber nicht auf die Veränderungen der Parität an, denn diese sind durch die bereits erörterten Veränderungen des Wertverhältnisses zwischen Gold und Silber gegeben. Wichtig sind vielmehr ! Dr. Otto Arendt, Die internationale Zahlungsbilanz Deutschlands in den letzten Jahrzehnten der Silberwährung, Berlin 1878. — Diese Schrift enthält eine vollständige Zusainincnstellung der Berliner Wechselkurse auf die wichtigsten europäischen Börsenplätze und außerdem das vorhandene statistische Material über die Deutschland berührende Edelmetallbewegung. — 140 an dieser Stelle für uns nur die Abweichungen der deutschen Valuta von ihrer Parität mit fremden Valuten. Diese Abweichungen kommen in dem Hamburger Wechselkurs deutlicher zum Ausdruck, weil hier die absoluteil Veränderungen des Kurses zugleich die Veränderungen im Verhältnis zur Parität darstellen, während z. B. ein Sinken des Wechselkurses auf London bei gleichzeitigem stärkerem Sinken der Wechselparität (infolge steigenden Londoner Silberpreises) ein Steigen im Verhältnis zur Parität darstellen kann. Deutlicher noch als im Wechselkurs auf Hamburg kommt die Gestaltung der deutschen Valuta im Verhältnis zu ihrer Silberparität zum Ausdruck in dein Kurs des preußischen Thalers in Hamburg, der sich natürlich iu seinen Bewegungen genau mit dem Hamburger Wechselkurs auf Berlin deckt, da ein Wechsel auf Berlin eine auf preußische Thaler lautende Forderung war. Hamburg war der einzige bedeutende Silbermarkt Deutschlands und neben London der wichtigste Silbermarkt Europas. Seine Valuta war auf Feinsilber in Barren begründet, und ihr Verhältnis znm Silberwert war so absolut festgelegt, wie es ähnlich bei keinem auf geprägten Münzen beruhenden Geldsystem der Fall war und ist. Hier kanu der Preis des Währungsmetalls stets um die Prägekosten uud eventuell um deu bis zur Rückerstattung des eingelieferten Metalls in Form geprägter Münzen zu erleidenden Zinsverlust vou dem Ausmünzungswert abweichen. In Hamburg hatte das Silber einen absolut festen Preis. Wenn nun Forderungen auf Berlin in größerem Umfang gesucht wareu als Wechsel auf Berlin zur Verfügung standen, mußte der Knrs des preußischen Thalers in Hamburg steigen; und zwar konnte er soweit steigen, bis Versendung von Barrensilber, das in der Hamburger Valuta seinen sesteu Preis hatte , au die Berliner Münzstätte lohnend wurde; denn bei der Versendung geprägter Thaler sparte man den Abzug, welchen die Münzstätten zur Deckung der Prägekosten und zur Erzielung eines Münzgewinnes vom Ausmünzungswert der Barren machten. Wenn auf der andern Seite Deutschland an das Ausland mehr Forderungen zu begleichen hatte, als deutsche Forderungen auf das Ausland vorhanden waren, mnßte der Kurs des geprägten preußischen Thalers in Hamburger Bankvaluta sinken; er konnte soweit sinken, bis der Kursrückgang die Kosten der Einschmelzung und Affinierung von Thalern, zuzüglich der aus der Abnutzung der einzelnen Thalerstücke entstehenden Verluste und des Zinsverlnstes während der Einschmelzung erreichte. Der Thalerkurs in Hamburg ist deshalb ein sehr genauer Maßstab für das Verhalten des deutschen Geldwesens in internationaler Beziehung. Bei der Stellung Hamburgs als Vermittler der Edelmetall-Bewegungen zwischen Deutschland und den in diesen Beziehungen weitaus am wichtigsten fremden Staaten, namentlich England, Rußland und Österreich, mußte die deutsche Zahlungsbilanz und mit ihr der Zufluß von Silber nach Deutschland oder der Abfluß von Silber aus Deutschlaud in dem Kurs des Thalers in Hamburg deutlich zum Ausdruck kommen. Ich lasse deshalb hier eine Übersicht über die Gestaltung des Kurses des Thalers iu Hamburg folgen, indem ich hinsichtlich der Berliner Wechselkurse aus die in monetärer Beziehung wichtigen Länder auf die erwähnte Schrift von Arendt verweise. Kurs des preußischen Thalers in Hamburg. (Nach den Statistischen Übersichten des Hamburger Handels.) Thaler für 300 Mark Banko. Jahre Höchster Kurs Niedrigster Kurs Durchschnittlicher Kurs Parität Abweichu durchschni von der nach oben Thaler ngen des tl. Kurses Parität nach unten Thaler 1851 150 151°/» 150'2/is 1512/» »/ia — 1852 1853 151 1502/4 1522/4 152-/» 152 152 genau: 151,351351... — °/» °/s 1854 148-/4 150-/» 1492/» 2 — 1855 148->4 152-/4 149-'/is 1"/is — 1856 151^/8 153>/4 152-/2 — 1-/» 1857 150 154 151-/» 151'-/i« — »/l° 1858 1859 149»/« 149 152-/8 1517/» 150-/» 150°/,°' genau: 151,68973 1-/» — 1860 149-/4 151 150-/4 l'/is — 1861 149'/4 151°/8 1502/» 1«/is — 1862 15M/4 1522/4 151°/s -/is - 1863 150 152-/4 151»/i« '/» — 1864 151 153'/» 151>°/,s — »/t 1865 151°/s 153 1522/» — -l/is 1866 150-/» 152V» ISI--V10 — l/s 1867 150-/2 151'/4 151-/i« l/t — 1868 1502/8 152-/» 151'/4 Vl« — 1869 150°/» 152'/» 1512/» »/is — 1870 149-/2 152 1512/lk Gi— — 142 — Ein Blick auf diese Tabelle zeigt, daß die Kurse für Deutschland überwiegend günstig standen. Von den 20 Jahren weisen 7 Jahre für Deutschland ungünstige, 13 Jahre für Deutschlaud günstige Knrse auf'. Da in jener Zeit große Kapitalübertragungen ans dem Ausland nach Deutschlaud nicht stattfanden, fondern da im Gegenteil Deutschlands Besitz an fremden Wertpapieren in diesen zwanzig Jahren sich unzweifelhaft sehr erheblich vermehrt hat, folgt aus der für die internationalen Beziehun gen der deutschen Valuta typischen Gestaltung des Hamburger Thalerkurses, daß Deutschland vor der Münzreform eine überwiegend günstige Zahlungsbilanz gehabt hat. Die Gestaltuug des Hamburger Thalerkurses läßt es ferner im höchsten Grade wahrscheinlich erscheinen, daß Deutschlands Edelmetallvorrat in den zwei Jahrzehnten vor der Münzreform nicht mir durch die heimische Silberproduktiou, souderu auch durch die Einfuhr vou Edelmetall ans dem Ausland in den meisten Jahren einen beträchtlichen Zuwachs erfahren hat, während umgekehrt Deutschlands Edelmetallnusfuhr nur in wenigen Jahren, so namentlich 1856 uud 1865, die Edelmetalleinfuhr wesentlich überstiegen haben dürfte. Freilich steht die englische Edelmetall-Handelsstatistik mit deu Wechselkurse» sehr weuig iu Einklang, wie folgende Gegenüberstellung zeigt: Jahre ^ Englands Mehrausfuhr nach Deutschland Durchschnittl. Wechselkurs für Deutschland günstig oder ungünstig von Gold F von Silber F Zusammen F 1838 — 1.388.930 4- 376.609 — 1.012.321 günstig 18S9 -I- 74.227 — 173.897 — 104.670 günstig 1860 — 4.350 — 17.988 — 22.338 günstig 1861 — 343.984 4- 227.727 — 121.257 günstig 1862 — 391.646 — 1.259.896 — 1.651.542 indifferent 1863 -j- 395.286 — 304.659 4- 590.627 günstig 1864 — 161.570 — 461.362 — 622.932 ungünstig 1865 -i- 91.610 289.375 -j- 380.985 ungünstig 1866 ^- 120.774 -l- 876.712 -s- 997.486 ungünstig 1367 -i- 129.501 -j- 943.623 ^ 1.078.124 günstig 1363 -i- 1.052.043 4- 570.032 -i- 1.622.125 günstig 1869 — 6.022 — 24.596 — 30.618 günstig 1870 -i- 159.700 -I- 706.700 -s- 866.400 günstig 1 Der Berliner Wechselkurs auf England (Arendt S. 30) stimmt fast genau mit den Kursen des Thalers in Hamburg übercin. Nur das Jahr 1852, welches nach den Hamburger Kursen für Deutschland ungünstig erscheint, macht eine Ausnahme, indem es überwiegend für Deutschland günstige Kuise auf England ausweist. 2 Vor 1858 sind in der englischen Statistik keine Nachweisungen über die Edelmetalleinfuhr aus Deutscl land gegeben. — 143 — Wir haben hier in der Zeit von 1858 bis 1861, welche für Deutschland sehr günstige Wechselkurse aufweist, eine für England günstige Edelmetallbewegung. In den Jahren 1863 und 1864 stimmen Wechselkurse und Edelmetallbewegung überein. Dagegen zeigen die Jahre 1865 uud 1366 für Deutschland ungünstige Kurse, aber doch eine Mehrausfuhr von Edelmetall von England nach Deutschland. 1867 uud 1868 zeigeu wieder eine Übereinstimmung zwischen Edelmetallhandel nnd Wechselkursen; bei für Deutschlaud günstigem Kurse weisen sie eine starke Edelmetallausfuhr von England nach Deutschland auf. Das Jahr 1869 dagegen zeigt abermals eine Unstimmigkeit zwischen Wechselkurs und Edelmetallbewegnng. Auch wenn wir statt beider Edelmetalle nur das Silber in Betracht ziehen, zeigt sich keiue merklich größere Übereinstimmung'. Die einfachste Erklärung wäre die Berufung auf die mögliche Un- zuverlässigkeit der Edelmetallstatistik. Gerade die englische Statistik des Edelmetallverkehrs steht jedoch mit Recht im Rufe großer Exaktheit. Ein zweites Ausknnftsmittel wäre, sich damit zu begnügen, daß wenigstens soweit eine Übereinstimmung besteht, als sowohl Wechselkurse wie auch die englische Statistik eine für Deutschlaud überwiegend günstige Edelmetallbilanz ausweiseu. Wir brauchen uus jedoch damit nicht zu begnügen. Die Erklärung der scheinbaren Unstimmigkeit für die Jahre, in welchen England gegen die Wechselkurse Silber aus Deutschlaud einführte, liegt darin, daß für England der Import von Silberbarren in Anbetracht der damaligen erheblichen Prügegebühr in Deutschland bereits bei einem Wechselkurs möglich war, welcher den Import von deutschen Silbermünzen noch lange nicht zuließ. Bei einem Londoner Silberpreis von 60^8 ä war das deutschenglische Wechselpari 6 Thaler 24^/4 Silbergroschen pro F. Bei einem Londoner Silberpreis von 60^8 ä und bei einem Wechselkurs von 6 Thaler 24^4 Silbergroschen war die Versendung selbst vollwichtiger Thalerstücke nach London ausgeschlossen, da infolge der Versenduugs- kosten u. f. w. der Silbergehalt von 6 Thaler 24'/« Silbergroschen i Auffallenderweise behauptet Arendt a> n. O. S. 41 die „vollste Übereinstimmung" zwischen der englisch-deutschen Edelmetall-Statistik und seiner Darstellung der englisch- deutschcn Wechselkurse. Eine genaue Vergleichung der statistischen Tabellen und des Textes der Nrendt'schen Schrift ist überhaupt erforderlich, da sich mehrfach zwischen beide» Unstimmigkeiten finden. — 144 — sich höher gestellt hätte, als auf 1 F, und damit der Preis der Unze Standard höher als auf 60^8 6. Dagegen war die Möglichkeit einer gewinnbringenden Versendung von Barrensilber nicht ausgeschlossen. Der Preis, welchen die Berliner Münze damals (seit 1858) für das Pfund Silber zahlte, war 29 Thaler 21 Silbergroschen, also um 1 °/o weniger als dem Ausmünzungswert entsprach. Bis auf diesen Preis konnte also der Kurs des Silbers in Berlin sinken. Für 6 Thaler 24V« Silbergroschen konnte man also unter Umständen mehr Silber erhalten, als ihrem gesetzlichen Feingehalt entsprach, und zwar im günstigsten Fall 1 °/o mehr. In diesem Fall konnte man mit einem Pfund Sterling um 1 °/° mehr ungeprägtes Silber als Silber in Form deutscher Münzen kaufen. Die Versendung von Barrensilber nach London war dann bereits lohnend, wenn der Wechselkurs noch um 1 °/o ca. 2 Silbergroschen) unter dem Ausfuhrpunkt für Silbergeld staud. Da der Ausfuhrpunkt für Silbergeld damals etwa °/4 °/o oder IV2 Silbergroschen über der jeweiligen Parität stand, war also die Möglichkeit vorhanden, Silberbarren bereits bei einem um ^4 °/o oder '/s Silbergroschen unter der Parität stehenden, also für Deutschland günstigen Kurse auszuführen. In diesem Verhältnis dürfte die Erklärung für die Silberausfnhr bei überwiegend günstigem Stande der Wechselkurse liegen. — Das Zusammenfallen von Edelmetallimport und ungünstigen Wechselkursen in den Jahren 1865 und 1866, hat seinen Gruud augenscheinlich darin, daß die Preußische Bank in diesen beiden Jahren, trotz des ungünstigen Standes der Wechselkurse, aus bankpolitischen Gründen größere Posten Silber in London ankaufte (1865 für 10Vs, 1866 für 44 Millionen Thaler). Wir wenden uns nun zur Untersuchung derjenigen Faktoren, auf welchen die Schwankungen der deutschen Zahlungsbilanz beruhten. Um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts exportierte Deutschlaud hauptsächlich landwirtschaftliche Erzeugnisse. Seine Einfuhr bestand aus Fabrikaten, Halbfabrikaten und Rohstoffen für die noch wenig entwickelte heimische Industrie. Kein Teil des auswärtigen Handels ist von Jahr zu Jahr so großen Schwankungen unterworfen, wie die Ausfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Dieser Teil der Aussuhr häugt ganz und gar ab vom Ernteausfall. Während der auswärtige Handel mit industriellen Produkten — 145 — im allgemeinen eine gewisse stetige Entwickelung ausweist, bringen die landwirtschaftlichen Erzengnisse in den Außenhandel große Schwankungen'. Man wird deshalb mit der Annahme nicht fehlgehen, daß die Schwaukungeu der deutschen Getreideausfuhr eiuen starken Einfluß auf die Gestaltung der deutschen Zahlnngsbilanz ausgeübt habeu, einen Einfluß, der wohl bestimmend für die Zahluugsbilauz gewesen sein dürste, solange nicht andere Faktoren von großer Bedeutung mitsprachen. Vor allem kam natürlich die Getreideansfnhr nach England in Betracht, das zugleich unser wichtigstes Absatzlaud für Getreide und der Mittelpunkt des Geld- und Edelmetallverkehrs der Erde war. In der That zeigt das Jahr 1854, das Jahr des Krimkrieges, welcher ^die Blockade der russischen Häfen und den Erlaß eines Getreideausfuhrverbotes in Rußland zur Folge hatte, für Deutschland außerordentlich günstige Wechselkurse, während die beiden vorhergehenden Jahre für Deutschland ungünstig waren. Offenbar liegt hier ein ursächlicher Zusammenhang vor. Die exportierende deutsche Landwirtschaft war von der russischen Koukurrenz befreit; wenn sie deshalb — in Anbetracht der ungünstigen Ernte — quantitativ nicht viel mehr Getreide exportieren konnte, als sie ohne diese Ereignisse hätte exportieren können, so konnte sie doch zn wesentlich besseren Preisen exportieren; denn die Weizenpreise in Preußeu stiegen von 53,1 Silbergroschen für den Scheffel im Jahre 1850 auf 108,5 Silbergroschen im Jahre 1854. Unter diesen Verhältnissen bedeutete eine der Menge nach gleichbleibende Getreideausfuhr eine euorme Steigerung des Ausfuhrwertes, und nur dieser kommt für die Zahlungsbilanz in Betracht. — Von der Mitte der fünfziger Jahre ab wurde Deutschland in den Kreis der Ereignisse gezogen, welche damals die Währungsverhältnisse in einein großen Teil Europas binnen weniger Jahre gänzlich umgestalteten. Ans die gewaltige Vermehrung des Goldvorrates durch die kalifornischen und australischen Goldfuude folgte von 1855 ab das unerhörte Anwachsen des Silberbedarfs für Jndieu. Vou 22 Millionen Rupien ' Die russische Ausfuhr der Jahre 1891—1893 ist dafür ein schlagendes Beispiel. ^ betrug z,.,^ Rubel Rubel die Gesamtausfuhr Rußlands 1891: 700.471.000: 1892: 471.177.000: 1893: S94.68S.000; die Cercalienausfuhr 1891: 413.S39.000; 1892: 199.248.000; 1893: 332.287.000. Die Gesamtausfuhr abzüglich der Cercalienausfuhr 1891: 286 932.000; 1892- 271.929.000; 1893: 262.398.000. Helfferich, Beiträge zur Geldreform. 10 - 146 — im Jahresdurchschnitt der fünf Jahre 1850 bis 1855 stieg Indiens Mehreinfuhr von Silber auf etwa 100 Millionen Rupien in den folgenden fünf Jahren und hielt sich auf dieser Höhe bis zum Jahre 1866. Zeitweise überstieg die indische Silbereinfuhr die gesamte gleichzeitige Silberproduktion der Erde. Die Gründe dieses ungeheueren Anwachsens des indischen Silberbedarfs sind bereits dargelegtHier haben wir es mit dessen Einwirkung auf die europäischen, namentlich aus die deutschen Geldverhältuisse zu thun. England selbst, welches Indien diese enormen Silbermengen zu liefern hatte, besaß zwar den bedeutendsten Silbermarkt der Welt, aber es hatte Goldwährung und — bis auf die Scheidemünzen — einen aus- fchließlichen Goldumlauf. Da der indische Silberbedarf zeitweise die gesamte Silberproduktion überschritt, konnten die Zufuhren, welche England aus den Silberproduktionsländern erhielt, unmöglich zur Befriedigung dieses Bedarfes genügen. Auf einen eigenen monetären Silberbestaud konnte England nicht zurückgreifen. Es war deshalb teilweise auf den Silberumlauf der Länder des europäischen Kontinents angewiesen. Zunächst boten sich die Länder der französischen Doppelwährung gewissermaßen von selbst dar. Diese waren in den letzten Jahrzehnten eines niedrigen Silberwertes zu einem fast ausschließlichen Silberumlauf gekommen. Sobald infolge des großen Goldangebotes und der starken Silberuachfrage der Wert des Pfundes Silber über deu Wert von Pfund Gold stieg, lohnte es sich, Gold nach diesen Ländern zu schicken und Silber dafür kommen zu lassen. Die Zahlen der französischen Edelmetallstatistik zeigen, in welch' großein Umfang dieser Austausch vorgenommen wurdet Neben deu Ländern des Frankensnstems kam für die Deckung des indischen Silberbedarfs vor allem der deutsche Geldumlauf in Betracht. Deutschland war, seit Rußland und Österreich der Papierwährung verfallen waren, in Europa das einzige große Wirtschaftsgebiet, welches eine wirkliche Silberwährung und einen wirklichen Silberumlauf besaß. Es war natürlich, daß man sich in England bestrebte, auch aus Deutschland Silber behnfs Versendung nach Indien herauszuziehen. i Siehe oben S. 66 und 68. " Siehe oben S. 54 und 55. — 147 Man muß sich nun zunächst darüber klar werden, auf welchem Wege England Silber aus Deutschland ziehen konnte. Die Verhältnisse lagen hier wesentlich anders als bei den Doppelwährungsländern. Bei diesen tauschte man das Silber einfach gegen Gold ein. Bei dem Silberwähruugslaude Deutschland dagegen war dieser einfache Weg unmöglich, denn Gold konnte in Deutschland nicht, wie in Frankreich, ohne weiteres in Landesgeld verwandelt werden. Eine kleine Einschränkung ist allerdings hier angebracht. Wir wissen, daß, trotz der dem Golde ausgesprochen feindlichen deutschen Münzgesetzgebuug in den letzten Jahren vor der Münzreform neben den deutschen Goldmünzen erhebliche Mengen fremder Goldmünzen in Deutschlaud umliefen; ja, daß sogar einige dieser Goldmünzen, so namentlich die Napoleons, zu den deutscheu Landessilbermünzen in manchen Landesteilen und Verkehrsschichten in einem gewissen traditionellen Wertverhältnis standen. Dadurch war, aber uur in sehr beschränktem Umfang, anch bei Deutschland ein ähnlicher Austausch vou Gold gegen Silber möglich. Wie gering diese Möglichkeit war, zeigen folgende Wahrnehmungen: Frankreich führte in jener Zeit beträchtliche Mengen Gold aus Deutschland ein, statt Gold an Deutschland abzugeben. Dieses Gold stammte, wie Arendt nachgewiesen hat, aus Rußland, so daß Deutschland nur als Transitland zu betrachten ist. Englands Edelmetnllstatistik weist gleichfalls im ganzen keinen überwiegenden Goldexport »ach Deutschland auf, die Exporte und Importe der einzelnen Jahre gleichen sich vielmehr fast genau aus. Was die einzelnen Jahre anlangt, so weist nur das Jahr 1863 einen starken Goldexport nach Deutschland bei einem gleichzeitigen Silberimport aus Deutschland ans. 1859 ist der Goldexport bei gleichzeitigen: Silberexport nur gering. In keinen: der übrigen Jahre traf ein Goldexport nach Deutschland mit einem Silberimport aus Deutschland zusammen. Diese Thatsache beweist, daß ein Herausziehen von Silber aus Deutschland im Wege des Austauschs gegen Gold nicht in großem Umfang stattgefunden haben kann. Es fragt sich nun, welche andern Mittel England hatte, um deutsches Silber für seine Zwecke flüssig zu machen. Eine Metallgeld-Entziehung' im großen Stil durch die private Arbi- ! Im Gegensatz zu einem Austausch vou Silbergeld gegen Goldgeld. 10* trage kann nur bei einen? Stand der Wechselkurse stattfinden, welcher einen Gewinn aus dieser Operation möglich macht. Der Wunsch und das Bedürfnis Euglauds, aus Deutschland Silber zu erhalten, konnte für sich allein eine derartige Gestaltung der Wechselkurse nicht herbeiführen, auch nicht, wenn sich das Bedürfnis nach Silber in einein Steigen des Londoner Silberpreises äußerte. Mit dem Silberpreis veränderte sich das Pari zwischen der englischen und deutschen Valuta. Hatte Deutschland einen Überschuß von Forderungen an England, dann mußte selbst bei der stärksten Steigerung des Silberpreises in London die deutsche Valuta höher, die englische Valuta in Berlin niedriger stehen, als der durch deu gestiegenen Silberpreis bedingten Parität entsprach, und dann war eben für den englischen Arbitrageur der verlustlose Bezug von Silber aus Deutschland unmöglich. Diese Verhältnisse sind lediglich der Ausdruck dafür, daß kein Land aus einem andern dessen Währungsmetall beziehen kann, wenn die Zahlungsbilanz zu seinen Ungunsten steht. Nur vermöge einer güustigen Zahlungsbilanz, vermöge eines Überschusses von Forderungen ist der Bezug von Edelmetall im Wege des freien Verkehrs denkbar. Eine günstige Gestaltung der Zahlungsbilanz mit Deutschland war also für England der einzige Weg, Silber aus Deutschland zu erhalten. Nun beruht der wichtigste Teil der Zahlungsbilanz, die Handelsbilanz, auf Verhältnissen, welche sich nicht plötzlich und willkürlich nach einer bestimmten Richtung hin ändern lassen. Daß der englische Banquier und Edelmetallhändler deutsches Silber nötig hatte, konnte au sich weder den Export englischer Jndustrieerzeugnisse nach Deutschland steigern, noch den deutschen Getreideproduzenten veranlassen, seine Getreideausfuhr nach Englaud einzuschränken. Der Warenaustausch ist eben von Momenten abhängig, auf welche die Arbitrage keinen Einfluß hat. Ähnlich steht es mit dem zweiten wichtigen Bestandteil der Zahlungsbilanz, der internationalen Verschuldung. Auch hier konnte der Silber- bedars für Indien keine plötzliche Änderung schaffen. Dagegen giebt es eine Gattung von Wertgegenständen, welche ganz nach dem Belieben der Banken hin- und hergeleitet werden können: die Effekten. Allerdings war in der Zeit, mit welcher wir uns hier beschäftigen, die Fondsarbitrage noch lange nicht zu ihrer heutigen Ausbildung gelangt, aber die damaligen Verhältnisse waren wie geschaffen für ihre Bethätigung. Das dringende Bedürfnis nach Silber ließ es vorteilhaft erscheinen, Wert- — 149 - papiere aller Art von England nach Deutschland zn werfen und den Erlös aus diesen Transaktionen in Silber zu realisieren. Durch die Direktion dieser am leichtesten beweglichen und überall absatzfähiger Waren hatte die Arbitrage auf die Gestaltung der englisch-dentschen Zahlungsbilanz einen sehr großen Einfluß, nnd offenbar hat sie von diesem Mittel weitgehenden Gebrauch geinacht. Nach diesen Bemerkungen wenden wir uus uuu zur Betrachtung der thatsächlichen Gestaltung der Diuge von 1855 ab. Zu diesem Zweck seien zunächst die Ziffern der indischen Silbereinfuhr, des Londoner Silberpreises und des Berliner Wechselkurses zusammengestellt: Jahre Netto-Jmport von Silber in Indien Rupien' Durchschnittl. Londoner Silberpreis ä Überschuß der Tage mit für Deutschland günstigem Wechselkurs mit London° 18SS 81.943.7S0 615/1° 4- 207 18S6 110.732.470 61°/io — 330 1867 122.189.430 61°/4 — 163 1858 77.283.420 61°/is -4- 236 18S9 111.47S.630 62'/-° -i- 174 1860 33.280,090 61"/is -I- 344 1861 90.864.S60 60'2/is -4- 339 1862 12S.S01.S70 M/i« -4- 40 1863 127.967.190 61°/s -4- 129 1864 100.780.798 61°/g — 308 186S 186.686.730 61-/is - 218 1866 69.631.030 61-/s — 144 1867 SS.939.620 60°/.° -j- 340 1868 86.010.220 60'/- -4- 232 1869 73.181.440 607/,° -4- 140 Die durch den Krimkrieg geschaffene, für Deutschland günstige Konjunktur beeinflußte offenbar noch im Jahre 1855, als der indische Silberbedarf bereits eine starke Höhe erreicht hatte, die deutsch-englische Zahlungsbilanz. Dagegen weisen die Jahre 1856 und 1857 bei einer weitereil erheb- ' Hier sind nicht die Kalenderjahre, sondern die Etats jähre eingesetzt. - Nach Arendt a. a. O. S. 30. — 150 — lichen Steigerung der indischen Silbereinsuhr für Deutschland ungünstige Wechselkurse auf, welche auf Silberexporte nach England schließen lassen. Die Überspekulation der Jahre 1856 uud 1857, welche in der Krisis von 1857 ihr Ende fand, hat zweifellos viel dazu beigetragen, die Übertragung von Wertpapieren nach Deutschland zu erleichtern und so die englischen Forderungen auf Deutschland zu vermehren, während auf der anderen Seite der Friedensschluß und eine günstige Ernte Rußlaud wieder befähigten, mit dem deutschen Getreide auf dem englischen Markt zu konkurrieren und so die deutschen Forderungen auf England zu beschränken. Das Jahr 1858 brachte eine Abnahme des indischen Silberbedarfs und einen leichten Rückgang des Silberpreises. Der Wechselkurs war für Deutschland außerordentlich günstig. Immerhin war die indische Silbereinfuhr auch in diesem Jahre im Vergleich mit der Zeit vor 1855 sehr hoch, so daß der für Deutschland so sehr günstige Stand des Wechselkurses in der relativen Abnahme des indischen Silberbedarfes keine genügende Erklärung findet. Im folgenden Jahre, 1859, stieg der indische Silberbedarf abermals erheblich. Welcher Silbermangel auf dem Londoner Markt bestand, geht daraus hervor, daß der durchschnittliche Silberpreis in diesem Jahre 62Vis ä war, höher als der Durchschnitt irgend eines andere«: Jahres dieser interessanten Periode. Trotzdem blieben die Wechselkurse für Deutschland überwiegend günstig, wenn sie auch gegen das Vorjahr eine deutliche Veränderung zu Unguusten Deutschlands aufwiesen. Das Jahr 1860 brachte eine starke Verminderung der indischen Silbereinfuhr und damit einen Rückgang des Silberpreises und abermals für Deutschland ganz außerordentlich günstige Wechselkurse. Wir sehen also, daß in dieser ersten Periode des indischen Silberbedarfs die indische Silbereinfuhr, der Londoner Silberpreis und die deutsch-englischen Wechselkurse im allgemeinen parallel gehen, daß aber nur in den Jahren 1856 und 1857 die Wechselkurse auf England sich für Deutschland ungünstig stellten, während sie im Jahre 1859, dem Jahre des höchsten Silberpreises und einer gewaltigen Silberausfuhr nach Indien, zwar ungünstiger waren, als 1858 und 1860, aber sich immerhin für Deutschland günstig stellten. Es ist also anzunehmen — und die englische Statistik bestätigt diese Annahme —, daß in den Jahren 1858 und 1859 England trotz des dringenden Silberbedarfs keine wesentlichen Silbermengen aus Deutschland ziehen konnte. ? — 151 — Die Ursachen liegen darin, daß für die Zeit nach der Krisis von 1857 die Momente in Wegfall kamen, welche vor der Krisis die Silberentziehung erleichtert hatten. Die Aufnahmefähigkeit des deutschen, namentlich des Hamburger Marktes für Wertpapiere, welche in der Zeit der blühenden Spekulation sehr groß war, wurde durch die Krisis gebrochen. Die englische Arbitrage war dadurch ihres vornehmsten Mittels beraubt. Außerdem trat die preußische Bank durch Diskoutmaßregeln dem Silberexport entgegen uud beeiuflußte dadurch die Wechselkurse zugunsten Deutschlands ^. England sah sich also Deutschland verschlossen und auf Fraukreichs Doppelwährung angewiesen. Aber auch diese war nicht mehr imstande, in so ausgiebiger Weise Silber abzugeben, wie sie es 1856 und l857 gethan hatte. Frankreichs Mehrausfuhr von Silber betrug im Jahre 1859 nur 171 Millionen Francs, gegen 360 Millionen im Jahre 1857. So erklärt es sich, daß der Silberpreis im Jahre 1859, trotz einer etwas geringeren Silbereinfuhr Indiens, höher stand, als 1857. Mit dem amerikanischen Bürgerkrieg und dem durch ihn bewirkten Mangel an Rohbaumwolle, welcher durch den Bezug indischer Baumwolle gedeckt werden mußte, begann die zweite Phase des starken indischen Silberimports. Die Bedingungen für die Silberbeschaffung hatten sich gegen die ! Arendt a. a. O. S. 36 giebt eine meines Erachtens völlig haltlose Erklärung. Er schreibt: „Das Bestreben, Silber aus Deutschland herauszuziehen, gab auch gleich nach Beendigung der Krisis von 1857 den Wechselkursen einen für Deutschland günstigen Stand. Deutschland war eben in der Lage eines Verkäufers, der imstande ist, warten zu können, während England ein Käufer war, der tout prix der Ware bedürfte." — Ich habe oben dargethan, daß der einzige Weg, auf welchem England Silber an sich ziehen konnte, eine Verschiebung der Zahlungsbilanz und damit der Wechselkurse zu Ungunsten Deutschlands war. England konnte Silber in Deutschland nur durch die Einfuhr von Waren oder Wertpapieren „kaufen". Wenn es ü. tout xrix des Silbers bedürfte, mußte es ü, tout prix Waren oder Wertpapiere an Deutschland in großen Mengen abgeben, und dadurch würden die Wechselkurse nicht zu Gunsten, sondern zu Ungunsten Deutschlands verändert worden sein. Das Bestreben Privater, einem Lande einen Teil seiner Metallzirkulation zu entziehen, muß immer in einer Veränderung der Wechselkurse zu Ungunsten dieses Landes zum Ausdruck kommen, denn nur unter dieser Voraussetzung ist der vorteilhafte Bezug von Edelmetall denkbar. — Anders steht es, wenn eine Regierung oder eine Zentralbank ohne Rücksicht auf Gewinn oder Verlust aus höheren Interessen Geldmetall aus dem Ausland bezieht. Dann bewirkt dieser Bezug wie der Ankauf jeder anderen Ware aus dem Ausland eine Verschlechterung der Zahlungsbilanz und damit der Wechselkurse. Solche Silberankäufe kamen jedoch damals nicht in Betracht. 5 — 152 — Verhältnisse um die Mitte der fünfziger Jahre bedeutend verschoben. Frankreich hatte die große Masse seines verfügbaren Silbers abgegeben. Den Rest, welcher ihm geblieben war, hielt es, wie die geringen Ziffern der Silberaussuhr' und das durchweg hohe Silberagio ^ zeigt, mit Zähigkeit fest. Vou 1861 ab erreichte die Silbermehrausfuhr in keinem Jahre den Wert von 100 Millionen Fr., und das Silberagio erreichte im Jahre 1864 feineu höchsten Punkt mit 38 Promillen. England war also zur Deckung seiues Silberbedarfs mehr als bisher auf Deutschland angewiesen^. Zunächst blieb, als sich der indische Silberbedarf im Jahre 1861 wieder zu heben anfing, ein wesentlicher Bezug vou Silber aus Deutschland unmöglich, weil infolge des englischen Lebensmittelbedarfs die Handelsbilanz zu sehr zu Gunsten Deutschlands stand. Dagegen führte im Jahre 1862 die Abnahme der Getreideausfuhr, verbunden mit der starken Beteiligung Deutschlands an der in England aufgelegten russischen Anleihe uud der Aufnahme auderer fremder Effekten, zu einer Veränderung der deutschen Zahlungsbilanz, welche den durchschnittlichen Wechselkurs auf einen indifferenten Punkt reduzierte. Aber bereits das Jahr 1863 zeigt, trotz der abermals außerordentlich hohen indischen Silbereinfuhr, für Deutschland günstigere Kurse. Die Ursache war offenbar, daß die unsichere politische Lage die Börsen veranlaßte, eine zurückhaltende Stellung einzunehmen. Die Transaktionen der Fondsarbitrage, welche im Jahre zuvor die Zahlungsbilanz zu Un- gunsten Deutschlands verschoben hatten, kamen dadurch ins Stocken. Wenn das Jahr 1862 mit verhältnismäßig indifferentem Wechselkurs eine beträchtliche Silberausfuhr nach England aufweist (nach der der englischen Statistik 1.259.896 Pfund Sterling), so kann es sich hier nur um die Ausfuhr von Silberbarren, nicht aber um die Ausfuhr geprägter Silbermünzen oder um deren Einschmelzung zum Zweck der Ausfuhr gehandelt haben. Ähnlich verhält es sich mit der geringeren Silberausfuhr des Jahres 1863. Der Thalerkurs iu Hamburg zeigt nämlich, daß in dieseu beiden Jahren die geprägten Thaler durchschnittlich höher standen, als ihr gesetzlicher Silbergehalt. Ihre Einschmelzung hätte also, ganz abgesehen von - Tabelle S. S4 u. S6. ^ Tabelle S. 2S. 2 V.'l'gl, zum Folgenden Arendt a. a. O. S. 36 ff. den Affinierungskosten, dem infolge der Abnutzung der Thalerstücke vorhandenen Minderfeingehalt und dein Zinsverlust, nicht rentiert. Daß Barrensilber-Exporte möglich waren bei Wechselkursen, welche den Export von geprägtem Silbergeld nicht gestatteten, ist oben ausführlich dargelegt ^. Im Jahre 1863 wurde Englands Silberimport aus Deutschland bedeutend überwogen dnrch Englands Goldexport nach Deutschland, so daß im ganzen die Edelmetallbilanz, entsprechend den Wechselkursen, für Deutschland günstig war. Nun trat eine Änderung ein. Die Jahre 1864, 1865 und 1866 zeigen für Deutschland ungünstige Wechselkurse. Die starke Spannung, welche seit langer Zeit zwischen den Zinssätzen in Berlin und denen in London und Paris bestand, mußte allmählich ihre Wirkung auf die Wechselkurse ausüben. Schon im Jahre 1863 war die Bank von England mit ihrem Diskont bis auf 8 °/v in die Höhe gegangen, die Bank von Frankreich auf 7°/o, während die preußische Bank erst gegen den Schluß des Jahres ihren Diskont von 4°/o auf 4^/2°/° erhöhte. Im Jahre 1864 stieg in London der Diskont auf 9°/o, in Paris auf 8°/o. In England kam es zu einer förmlichen Geldkrisis, welche augenscheinlich in umgekehrter Richtung auf die deutsch-englische Zahlungsbilanz einwirkte, wie die Krisis von 1857. Damals wurde die Aufnahmefähigkeit des deutschen Effektenmarktes geschwächt und so die Übertragung von Wertpapieren nach Deutschland gehemmt, wodurch dessen Zahlungsbilanz sich bessern mußte. Jetzt wurden durch die englische Krisis und durch die enorm hohen Diskontsätze die Effektenkurse in London gedrückt, während in Deutschland die kräftig vorwärts schreitende wirtschaftliche Entwickelung, die steigenden Gewinne aus allen Unternehmungen eine Haussestimmung schufen, welche selbst durch den Krieg mit Dänemark nur vorübergehend unterdrückt wurde. Die Aufnahme einer großen Menge ausländischer Wertpapiere — auch eine neue russische Anleihe kam damals auf den Markt — erzeugte eine starke Nachfrage zumeist nach Wechseln auf London. Außerdem wurden vorübergehend flüssige Geldmittel infolge des hohen Londoner Diskontsatzes sehr vorteilhaft in langsichtigen Wechseln auf London angelegt. » S. 143 u. 144. Auch in den folgenden Jahren hat Deutschland große Massen ausländischer Effekten aufgenommen. Der Bericht der Ältesten der Berliner Kaufmannschaft erwähnt hauptsächlich amerikanische und italienische Wertpapiere. Mit Stolz hebt der Bericht für 1865 hervor, daß Berlin zu den ersten Börsenplätzen des Kontinents zähle. Der Niedergang der Getreidepreise in jenen Jahren ^ trug gleichfalls dazu bei, die Handelsbilanz für Deutschland ungünstig zu gestalten, wenn auch damals schon, wie der Bericht der Berliner Kaufmannschaft für 1866 hervorhebt, der Einfluß der Fondsarbitrage auf die ausländischen Wechselkurse weit größer war als der Einfluß des Getreideexports. Die Folge der ungünstigen Gestaltung der Handelsbilanz und der Wechselkurse, welcher die Preußische Bank vergebens durch Diskonterhöhungen entgegenzutreten suchte, war, daß nicht nur Silberbarren, sondern auch beträchtliche Mengen geprägten deutschen Geldes exportiert wurden, daß die wenig abgenutzten alten Thaler des 14-Thalerfußes, die einige Promille mehr Silber enthielten als die seit 1857 geprägten Stücke, bei welchen ferner die Ausscheidung des Kupfers lohnte, und welche vielfach auch Gold enthielten^, mit Aufgeld aufgekauft und eingeschmolzen wurde». Die Thatsache wird in Handelskammerberichten und Zeitungen aus jener Zeit mitgeteilt, und sie findet ihre Bestätigung in den Hamburger Kursen des Thalers. 1865 sank der Thalerkurs auf 153, d. h. statt 151"/i<- Thaler erhielt man 153 Thaler für 300 Mark Banko. Der geprägte Thaler war also in Hainburg zeitweise ^/s°/o weniger wert als sein gesetzlicher Silbergehalt. Daß sich unter diesen Umständen die Ein- schmelzung vollwichtiger Silbermünzen gut lohnte, ist klar. Aber nicht nur in Hainburg, sondern in Berlin selbst sank der Thaler unter den Wert seines gesetzlichen Silbergehaltes. Im Jahre 1865 wurde dort (nach dem Bericht der Kansmannschaft) Silber zu 30Vs bis 301/4 Thaler pro Pfund fein gehandelt. Die Thätigkeit der Münzstätte kam ins Stocken, da bei diesen Silberpreisen jede Ausmünzung mit Verlusten verbunden war. Es ist gewiß eine auffallende Thatsache, daß sich der Wert des ungeprägten Silbers um etwa ^/«°/o über den Wert des geprägten Silbers erheben konnte. - 1861 durchschnittlich pro Berliner Scheffel 91,8 Sgr., 1864 nur 66,8 Sgr., 186S 67,7 Sgr. 2 Die vor 1823 geprägten Stücke waren durchweg goldhaltig, f. Tabelle S. 104. — 155 — Auf den ersten Blick scheint eine Änderung des Wertverhältnisses zwischen Gold und Silber mit den Beziehungen zwischen Silbergeld und Silberbarren nichts zu thun zu haben. Steigt der Wert des Silbers, dann steigt mit ihm der Wert des geprägten Silbergeldes. Wie aber soll dadurch eine Änderuug des Silberpreises im Gelde einer Silberwährung entstehen? Arendt verzeichnet in der „Internationalen Zahlungsbilanz" lediglich das Faktum, ohne eine Erklärung dafür zu geben. In der „Vertragsmäßigen Doppelwährung" dagegen läßt er sich folgendermaßen über die merkwürdige Thatsache aus: „Übrigens traten bald alle Folgen einer überwertigen Valuta ein, das Rohmaterial wurde teurer als das gemünzte, die Münze vermochte deshalb nur mit Schaden und in geringem Umfange zu arbeite», und die Handelskammern begannen schon über den Mangel an vollwichtigem Silbergeld zu klagen, als 1865 ein Umschwung eintrat und der Silberpreis zu sinken begann/' Es ist ganz unerfindlich, inwiefern es eine Folge der „überwertigen Valnta" sein kann, daß das Nohmetall teurer wird als das gemünzte. Überwertige Valuta ist ein relativer Begriff und bedeutet eiue Valuta, die im Verhältnis zu andern Valuten gestiegen ist. Wie kann aber die Veränderung der Valuten in ihren gegenseitigen Verhältnissen eine Veränderung des Verhältnisses zwischen Münze und Metall bei der gestiegenen Valuta hervorbringen? Die Goldwährung ist z. B. eine „überwertige Valuta" wenn man das Wort überhaupt gelten lassen will; denn sie ist im Verhältnis zu allen andern Valuten während der letzten Jahrzehnte erheblich gestiegen. Die angeblichen Folgen der überwertigen Valuta habeu sich aber nirgends gezeigt. Will man zu einer Erklärung gelangen, dann muß man sich vor Augeu halte», daß der Wert des gemünzten Geldes nur um die geringen Kosten der Einschmelzung bezw. Affinierung niedriger sein kann, als der Wert des ungemüuzten Nohmetalls, Wenn der thatsächliche Silberpreis um mehr als die Affiuierungs- kosten geringer war, als der gesetzliche Feingehalt des Thalers, dann müssen wir daraus schließen, daß der thatsächliche Feingehalt des Thalers geringer war als sein gesetzlicher Feingehalt, Die Tabelle S. 104 ergiebt in der That, daß infolge der Abnutzuug im Umlauf die Thalerstücke, welche vor 18S3 geprägt waren, um — 156 — 1,42 °/o', die von 1823—1856 geprägten Stücke 0,44°/» Minderfeingehalt aufwiesen. Dadurch wird die Differenz zwischen dein Wert des ungemünzten Silbers und des gesetzlichen Silbergehalts eines Thalers von °/«°/o bei den alten Thälern vollkommen, bei den Thalern aus der Zeit von 1823 bis 1856 mehr als zur Hälfte erklärt. Es ist ferner in Betracht zu ziehen, daß diese Zahlen nur die durchschnittliche Abuutzung darstellen, daß aber in den Fällen, in welchen das Einschmelzen der Münzen sich lohnt, die vollwichtigen Stücke ausgesucht und eventuell sogar mit Aufgeld bezahlt werden, was in dem vorliegenden Falle thatsächlich der Fall war; dann bleiben in der Zirkulation überwiegend die stärker abgenutzten Stücke zurück. Dadurch erklärt sich die Möglichkeit, daß der Preis des Silbers so sehr über dessen Ausmünzungswert steigen konnte. Er mußte um den Betrag der Affinierungskosten uud die Abnutzung der zirkulierenden Stücke über deu Ausmünzungswert steigen, sobald die Ausgleichung der für uns ungünstigen Zahlungsbilanz nicht mehr durch Versendung von Barrensilber ausgeglichen werden konnte, und sobald man deshalb auf das gemünzte Silber zurückgreifen mußte. Der Bedarf nach Zahlungsmitteln für England und das übrige Ausland mußte in diesem Fall den Preis des Barrensilbers soweit erhöhen, bis er die Kosten für die Einschmelzung von Silbergeld und dessen Versendung er- erreichte. Solange der Preis des Barrensilbers diese Höhe nicht erreichte, wäre sein Export vorteilhafter geblieben, als der Export von Münzen, und Münzen hätten deshalb nicht exportiert werden können. Daß Münzen exportiert wurden, beweist, daß der Silberbarreuvorrat zur Ausgleichung der Zahlungsbilanz nicht ausreichte. So war die Notwendigkeit, Silbermünzen zu exportieren, der Gruud für das Steigen des Barrensilberpreises. Die Preußische Bank, deren Barvorrat durch die ungünstige Gestaltung der Wechselkurse stark iu Mitleidenschaft gezogen wurde, that ihr Möglichstes, um dem Silberexport entgegenzutreteu. Sie erhöhte im Jahre 1864 ihren Diskontsatz auf 7°/o, und außerdem nahm sie zur Stärkuug ihres Barvorrates in den Jahren 1865 und 1866 große Bezüge vou Silber aus London vor, obwohl diese bei den bestehenden Wechselkursen nur mit Verlust bewirkt werden konnteil. i Etwa '/2°/o dieser Abnutzung war durch den Goldgehalt der Stücke ausgeglichen. — 157 — Mit dem Jahre 1866 trat die Entwickelung in ein neues Stadium. Der indische Silberbedarf verminderte sich erheblich. Mit ihm sank der Silberpreis und hörte Englands Bestreben, Silber aus Deutschland zu ziehen, auf. Die Rückkehr normaler Verhältnisse wurde nur noch durch den Krieg mit Österreich verzögert. Die Befürchtungen, welche dem Ausbruch des Krieges vorausgingen, drückteil die preußische Valuta. Wechsel auf London wnrden gefragt, nicht weil wir Zahlungsmittel für England bedurften, sondern weil man sich dnrch sie gegen eine Entwertung der preußischen Valuta decken wollte. Infolgedessen stieg der Kurs auf England sehr erheblich. Erst als am 11. Mai die große Krisis in London ausbrach, trat ein Rückgang der Wechselkurse auf England ein ^, und zwar ein sehr erheblicher Rückgang, welcher die Kurse aller andern ausländischen Wechsel mit sich zog. Beim Ausbruch des Krieges war, dauk der englischen Krisis, die Gefahr einer deutschen Valutakrisis bereits überwunden. Die folgenden Jahre zeigen, obwohl auch sie zweifellos eine große Menge ausländischer Effekten nach Deutschland hereinbrachten, für Deutschland günstige Wechselkurse und Metallbeweguugen. In den beteiligten Kreisen selbst scheint man sich damals über die Bewegung der Wechselkurse nicht ganz klar gewesen zu sein. Bei den seit 1866 sinkenden Silberpreisen mußte sich das deutsche Pari auf London erhöhen; bei sonst gleichen Verhältnissen mußte der Wechselkurs auf London steigen. Die Steigerung trat in der That ein. Nun scheint es, daß man sie als eine Bewegung zu Uugunsten Deutschlands angesehen hat ^, während in Wirklichkeit die gestiegenen Wechselkurse infolge des noch mehr gesunkenen Silberpreises für Deutschland günstig standen. Die falsche Auffassung der Sachlage hat damals, wie es scheint, die deutscheu Banquiers zu falschen Spekulationen verführt. In der Ansicht, daß die hohen Wechselkurse auf London u. f. w. nicht dauernden Ursachen, wie einer Wertverringerung des Silbers entsprächen, sondern daß sie auf eine vorübergehende Ungunst der deutschen Zahlnngsbilanz zurückzuführen seien, stellten die deutschen Banken der Vcrkehrswelt zu den 1 Der Grund war offenbar die Befürchtung einer Entwertung der englischen Valuta. 2 Von dieser Auffassung ging auch Bamberger im „Reichsgold" aus und kam dadurch zu einer sehr pessimistischen Benrteilung der internationalen Stellung des deutschen Geldwesens vor der Reform. — 158 — ihnen anormal hoch erscheinenden Preisen Wechsel auf das Ausland zur Verfügung, welche auf ausländische Banken gezogen waren, ohne daß ein Warengeschäft zu Grunde lag, lediglich in der Absicht, sie später bei den bestimmt erwarteten niedrigeren Kursen decken zu können, wobei die Differenz zwischen dem hohen und niedrigen Kurs ihnen einen Gewinn abgeworfen hätte. Diese internationalen Spekulationswechsel sind im allgemeinen eine sehr nützliche Einrichtung. Sie vermitteln, wie jede gesunde Spekulation, einen Alisgleich zwischen Gegenwart und Zukunft. Sie verhindern ein allzu hohes Steigen der Wechselkurse, indem sie bei starker Nachfrage auf den Markt kommen uud das Angebot verstärken; sie verhindern später ein allzu tiefes Sinken der Kurse, indem sich die betreffenden Banken bei sinkender Nachfrage nnd steigendem Angebot ausländischer Wechsel zu deckeu suchen und dadurch die Nachfrage verstärken. In den letzten Jahren vor dem deutsch-französischen Krieg beruhte diese Spekulation jedoch auf eiuer Verkennung der wahren Sachlage. Das Steigen des Wechselkurses auf England beruhte nicht auf eiuer momentan ungünstigen Zahlungsbilanz, es war also nicht ein zeitweiliges Steigen über Pari, dem bald wieder ein Sinken unter Pari folgen mußte, sondern eine Veränderung des Pari selbst, infolge des Sinkens des Silberpreises. Hier war es nicht nur möglich, daß der erwartete Rückgang der Wechselkurse ausgeblieben wäre, sondern es war sogar ein weiteres Steigen der Wechselkurse infolge eines weiteren Rückganges des Silberpreises durchaus uicht ausgeschlossen. Dieser letztere Fall wäre jedenfalls von schweren Folgen für die beteiligten Banken begleitet gewesen, und auch eine schlimme Rückwirkung auf das ganze deutsche Geldwesen hätte nicht ausbleiben können. Aber die Verhältnisse hatten keine Zeit sich zu entwickeln. Der Krieg von 1870 nnd seine Folgen, hauptsächlich die Frankreich auserlegte Kontribution, schufen Bedingungen, welche die Verhältnisse sür Deutschland uuerhört günstig gestalteten, und die deutsche Müuzreform machte schließlich die Wertveränderungen des Silbers definitiv bedeutungslos für das deutsche Geldwesen. Wenn wir die gesamte Entwickelung während der letzten zwanzig Jahre vor der Münzreforin überblicken, dann kommen wir zu dem Er- — 159 — gebnis, daß der gewaltige wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands in jener Zeit seinen Einfluß auch auf die internationale Stellung des deutschen Geldwesens ausübte. Trotzdem Deutschland nicht nur Rohstoffe und Fabrikate einführte, sondern auch große Massen ausländischer Effekten, wodurch es in wachsendem Maße Gläubiger des Auslandes wurde, stand die Zahlungsbilanz ganz überwiegend zu seinen Gunsten. Selbst als der dringende Silberbedarf für Indien England in die Zwangslage versetzte, Silber mit allen Mitteln und um jeden Preis aus Deutschland zu ziehen, gelang es nur unter den größten Anstrengungen, die Zahlungsbilanz vorübergehend zu Ungunsten Deutschlands zu beeiuflussen. Nur während einer ganz kurzen Zeit gelang es, geprägtes Silbergeld von Deutschland nach England zu ziehen. Dagegen brachten, als diese ausnahmsweise Konjunktur vorüber war, die Jahre unmittelbar vor dem Krieg mit Frankreich nicht nur abermals große Mengen fremder Effekten in Deutschland unter, sondern führten uns auch Edelmetall aus dem Ausland zu: der beste Beweis, daß sich Deutschland einer überaus günstigen Zahlungsbilanz erfreute. Die dadurch bedingte günstige Stellung des deutschen Geldwesens im internationalen Verkehr war eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Gelingen der großen Reform, durch welche das deutsche Geldwesen nach innen und außen vom Grund aus umgestaltet werden sollte. I. Die verschiedenen Stadien des Gesetzes, betreffend die Ausprägung von Reichsgoldmünzen, vom 4. Dez. 1871. i. Der dem Bundesrat vorgelegte Präsidial-Entwurf. (Aktenstück Nr. 134 der Drucksachen des Bundesrats, Session von 1871.) s 1. Es wird eine Reichsgoldmünze ausgeprägt, von welcher aus einem Pfunde feinen Goldes 46V2 Stück ausgebracht werden. m. Der dem Reichstag vorgelegte Gesetz-Entwurf. (Aktenstück Nr. 60 der Drucksachen des Reichstags, 2. Session von 1871.) ZI. (Unverändert wie II. § 1.) II. Der Antrag der vereinigten Bundesrats-Ausschüsse fürHandel und Verkehr uud für Rechnungswesen. (Aktenstück Nr. 15S der Drucksachen des Bundesrats, Session von 1871.) Z 1. Es wird eine Reichsgoldmünze ausgeprägt, von welcher aus einem Pfunde feinen Goldes 139Vs Stück ausgebracht werden. IV. Das Gesetz, vetrcffcnd die Ausprägung von Neichsgoldmnnzen, vom 4. Dez. 1871. (Reichsgesetzblatt von 1871 S. 404.) s 1. (Unverändert wie II. ZI.) 11» I. § 2. Der dreißigste Teil dieser Goldmünze wird Mark genannt, und in 10 Groschen, der Groschen in 10 Pfennige eingeteilt. 8 3. Außer der Reichsgoldmünze zu 30 Mark (Z 1) sollen ferner ausgeprägt werden: Reichsgoldmünzen zu 15 Mark, von welchen aus einem Pfunde feinen Goldes 93 Stück, und Reichsgoldmünzen zu 20 Mark, von welchen aus dem Pfunde feinen Goldes 69°/4 Stück ausgebracht werden. s 4. Das Mischungsverhältnis der Reichsgoldmünzen zu 30, 20 und 15 Mark wird auf 900 Tausendteile Gold und 100 Tausendteile Kupfer festgestellt. Es werden demnach 41,85 Dreißig-Markstllcke, 62,775 Zwauzig-Markstücke und 83,7 Fünfzehn-Markstücke je ein Pfund wiegen. II. § 2. Der zehnte Teil dieser Goldmünze wird Mark genannt und in 10 Groschen, der Groschen in 10 Pfennige eingeteilt. § 3. Außer der Reichsgoldmünze zu 10 Mark (Z 1) sollen ferner ausgeprägt werden: Reichsgoldmünzen zu 20 Mark, von welchen aus einem Pfunde feinen Goldes 69^4 Stück, und Reichsgoldmünzen zu 30 Mark, von welchen aus einem Pfunde feinen Goldes 46Vs Stück ausgebracht werden. s 4. Das Mischungsverhältnis der Reichsgoldmünzen wird aus 900 Tausendteile Gold und 100 Tausendteile Kupfer festgestellt. Es werden demnach 125,55 Zehn-Markstücke, 62,775 Zwanzig-Markstücke und 41,85 Dreißig-Markstücke je ein Pfund wiegen. § 5. (Neu.) Die Ausprägung der Goldmünzen erfolgt aus den Münzstätten derjenigen Bundesstaaten, welche sich hierzu bereit erklären. Denselben wird das für den ersten Bedarf - 165 — III. § 2. (Unverändert.) IV. s 2. Der zehnte Teil dieser Goldmünze wird Mark genannt und in 100 Pfennige eingeteilt. s 3. (Unverändert.) § 3- Außer der Reichsgoldmünze zu 10 Mark (§ 1) sollen ferner ausgeprägt werden: Reichsgoldmünzen zu 20 Mark, von welchen aus einem Pfunde feinen Goldes 69°V4 Stück ausgebracht werden. § 4. s 4. (Unverändert.) Das Mischungsverhältnis der Reichsgoldmünzen wird auf 900 Tausendteile Gold und 100 Tausendteile Kupfer festgestellt. Es werden demnach 125,55 Zehn-Markstücke und 62,775 Zwanzig-Markstücke je ein Pfund wiegen. 8 5. (Vergl. II Z 6.) Die Reichsgoldinünzen tragen auf der einen Seite den Reichsadler mit der Überschrift: „Deutsche Reichsmünze", und mit der Angabe des Wertes in Mark, sowie mit der § 5. Die Reichsmünzen tragen auf der einen Seite den Reichsadler mit der Inschrift: „Deutsches Reich", und mit der Angabe des Wertes in Mark, sowie mit der Jahreszahl der Ausprägung, auf der anderen II. erforderliche Gold von der Reichskasse gegen die Verpflichtung geliefert, den Wert nach Abzug der Prägekosten zu erstatten. Vom Reichskanzler wird unter Zustimmung des Bundesrats der Betrag des zunächst auszumünzenden Goldes bestimmt und festgestellt, in welchen Beträgen und Münzgattungen die Ausprägung von den einzelnen Staaten zu bewerkstelligen ist. § 6. (Neu.) Die in den Z§ 1 und 3 erwähnten Goldmünzen tragen auf der einen Seite den Reichsadler mit der Überschrift: „Deutsche Reichsmünze", und mit der Angabe des Werts in Mark, sowie mit der Jahreszahl der Ausprägung, auf der anderen Seite das Bildnis des Landesherrn, beziehungsweise bei den freien Städten deren Hoheitszeichen. Dieselben werden im Ringe mit einem glatten Rande geprägt, welcher die vertiefte Inschrift: „Einigkeit macht stark", trägt. — 167 — III. Jahreszahl der Ausprägung, auf der anderen Seite das Bildnis des Landesherrn, beziehungsweise das Hoheitszeichen der freien Städte, mit einer entsprechenden Umschrift und dem Münzzeichen. Sie werden im Ringe mit einem glatten Rande geprägt, welcher die Inschrift „Gott mit uns" führt. Ihr Durchmesser soll betragen, und zwar: für das Zehn-Markstück 18 Millimeter, für das Zwanzig-Markstück 22'/- Millimeter, für das Dreißig-Markstück 25 Millimeter. § 6. (Vergl. II § 5.) Bis zum Erlaß eines Gesetzes über die Einziehung der groben Silbermünzen erfolgt die Ausprägung der Goldmünzen auf Kosten des Reichs für sämtliche Bundesstaaten auf den Münzstätten derjenigen Bundesstaaten, welche sich dazu bereit erklärt haben. Der Reichskanzler bestimmt unter Zustimmung des Bundesrats die in Gold auszumünzenden Beträge, die Verteilung dieser Beträge auf die einzelnen Münzstätten und die den letzteren für die Prägung jeder einzelnen Münzgattung gleichmäßig zu gewährende Vergütung. Er versieht die Münzstätten mit dem Golde, IV. Seite das Bildnis des Landesherrn, beziehungsweise das Hoheitszeichen der freien Städte, mit einer entsprechenden Umschrift und dem Münzzeichen. Durchmesser der Münzen, Beschaffenheit und Inschrift der Ränder derselben werden vom Bundesrat festgestellt. § 6. (Unverändert.) I. — 168 — II. s 5. Bei der Ausprägung dieser Münzen soll alle Sorgfalt darauf verwendet werden, daß sie beides, Gehalt und Gewicht, vollständig haben. Soweit eine absolute Genauigkeit bei dem einzelnen Stücke nicht innegehalten werden kann, soll die Abweichung im Mehr oder Weniger im Gewicht nicht mehr als zwei und ein halb Tausendteile seines Gewichts, im Feingehalt nicht mehr als zwei Tausendteile betragen. §6. Die nach den Bestimmungen der ZZ 1—5 ausgemünzten Reichsgoldmünzen werden von der Reichskasse und von den Staats-, Provinzial- und Kommunalkassen in sämtlichen Bundesstaaten zu festen Werten in Zahlung genommen und zwar das Dreißig-Markstück zum Werte von 10 Thalern oder 17 Gulden 30 Kreuzer Süddeutscher Währung, das Zwanzig-Markstück zum Werte vou 6 Thalern 20 Groschen s 7. (Neu.) Die Ausmünzung unterliegt der Beaufsichtigung von seiten des Reichs. s 8. (Unverändert wie Z 5 der Präsidial- Vorlage.) ß 9. Die nach den Bestimmungen der ZZ 1—8 ausgemünzten Reichsgoldmünzen haben bei allen Kassen des Reichs und der einzelnen Bundesstaaten, bei allen Provinzial-, Kommunal- und Stiftungskassen, sowie im Privatverkehr, namentlich auch bei Wechselzahlungen unbeschränkte Gültigkeit und zwar das Zehn-Markstück zum Werte von Zi/Z Thalern oder 5 Gulden 50 Kreuzer Süddeutsch. Währung, 3 Thaler 16 Schilling Mecklen- - 169 — III. IV. welches für die ihnen überwiesmen Ausprägungen erforderlich ist. § 7. Das Verfahren bei Ausprägung § 7- (Unverändert.) der Neichsgoldmünzen wird vom Bundesrat festgestellt lind unterliegt der Beaufsichtigung von seiten des Reichs, Dieses Verfahren soll die vollständige Genauigkeit der Münzen nach Gehalt und Gewicht sicher stellen. Soweit eine absolute Genauigkeit bei dem einzelnen Stücke nicht inne gehalten werden kann, soll die Abweichung im Mehr oder Weniger im Gewicht nicht mehr als zweiundeinhalb Tausendteile seines Gewichts, im Feingehalt nicht mehr als zwei Tauseudteile betragen. iu Silbermünzen derThalerwährung, in Silbermünzen derThalerwährung, der Süddeutschen Währuug, der der Süddeutschen Währung, der Lübischen oder Hamburgischen Ku- Lübischen od. Hamburgischen Kurant- rant-Rechnung, oder in Bremischen Währung, oder in Thalern Gold Thalern Gold zu leisten sind oder Bremer Rechnung zu leisten sind geleistet werden dürfen, können in oder geleistet werden dürfen, können Reichsgoldmünzen (§Z 1 und 3) in Reichsgoldmünzen (§§ 1 und 3) dergestalt geleistet werden, daß ge- dergestalt geleistet werden, daß gerechnet wird rechnet wird das Zehn-Markstück zum Werte das Zehn-Markstück zum Werte von 3^/8 Thalern oder 5 Gulden von 3^/3 Thalern oder 5 Gulden 50 Kreuzer Süddeutsch. Währung, 50 Kreuzer Süddeutsch. Währung, s 8. Alle Zahlungen, welche gesetzlich § 8- Alle Zahluugeu, welche gesetzlich I. oder 11 Gulden 40 Kreuzern Süddeutscher Währung, das Fünfzehn-Markstück zum Werte von 5 Thalern oder 8 Gulden 45 Kreuzern Süddeutscher Währung- II. burgisch, 8 Mark 5'/-- Schilling Lübecker und Hamburger Kurant- Rechnung, 3 Thaler ^/»i Grote Gold Bremer Rechnung; das Zwanzig - Markstück zum Werte von 6 Thalern 20 Groschen oder 11 Gulden 40 Kreuzer Süddeutscher Währung, 6 Thaler 32 Schilling Mecklenburgisch, 16 Mark 102/g Schilling Lübecker und Hamburger Kurant-Rechnung, 6 Thaler 1"/--i Grote Gold Breiner Rechnung; das Dreißig-Markstück zum Werte von 10 Thalern oder 17 Gulden 30 Kreuzer Süddeutsch. Währung, 25 Mark Lübecker und Hamburger Kurant-Rechnung, 9 Thaler ^"/--i Grote Gold Bremer Rechnung. 8 7- Neichsgoldmünzen, welche das Normalgewicht mit der im Z 6 ge- gestatteten Gewichtsabweichung von zwei und ein halb Tausendteilen haben (Passiergewicht) und nicht durch gewaltsame oder gesetzwidrige Beschädigung am Gewicht verringert sind, sollen bei allen Zahlungen als vollwichtig gelten. Reichsgoldmünzen, welche das vorgedachte Passiergewicht nicht erreichen und an Zahlungsstatt von den Reichs-, Staats-, Provinzial- oder Kommunalkassen, oder von den unter Autorität des Reichs oder Staats bestehenden öffentlichen An- 8 10. Reichsgoldmünzen, welche das Normalgewicht mit der im Z 8 gestatteten Gewichtsabweichung von zwei und ein halb Tausendteilen haben (Passiergewicht) und nicht durch gewaltsame oder gesetzwidrige Beschädigung am Gewicht verringert sind, sollen bei allen Zahlungen als vollwichtig gelten. Reichsgoldmünzen, welche das vorgedachte Passiergewicht nicht erreichen und an Zahlungsstatt von den Reichs-, Staats-, Provinzial- oder Kommunalkassen, sowie von Geld- u. Kreditanstalten und Banken angenommen worden sind, dürfen - 171 — III. 8 Mark 5^ Schilling Lübecker und Hamburger Kurant-Rechnung, 3 Thaler ^/--i Gold Bremer Rechnung; das Zwanzig - Markstück zum Werte von Thalern oder 11 Gulden 40 Kreuzer Süddeutscher Währung, 16 Mark 10^/s Schilling Lübecker und Hamburger Kurant-Rechnung, 6 Thaler 1"/si Grote Gold Bremer Rechnung; das Dreißig-Markstück zum Werte von 10 Thalern oder 17 Gulden 30 Kreuzer Süddeutsch. Währung, 25 Mark Lübecker und Hamburger Kurant-Rechnung, 9 Thaler 2^/si Grote Gold Bremer Rechnuug. IV. 8 Mark 5^/-- Schilling Lübecker und Hamburger Kurant-Rechnung, 3i/»3 Thaler Gold Bremer Rechnung; das Zwanzig - Markstück zum Werte von Thalern oder 11 Gulden 40 Kreuzer Süddeutscher Währung, 16 Mark 102/g Schilling Lübecker und Hamburger Kurant - Rechnung, 62/gg Thaler Gold Bremer Rechnung. 8 9. § 9. Reichsgoldmünzen, deren Ge- Absatz 1 und 2 unverändert, wicht um nicht mehr als fünf Tausendteile hinter dem Normalgewicht (§ 4) zurückbleibt (Passiergewicht) und welche nicht durch gewaltsame oder gesetzwidrige Beschädigung am Gewicht verringert sind, sollen bei allen Zahlungen als vollwichtig gelten. Reichsgoldmünzen, welche das vorgedachte Passiergewicht nicht erreichen und an Zahlungsstatt von den Reichs-, Staats-, Provinzial- oder Kommunalkassen, sowie von Geld- u. Kreditanstalten und Banken angenommen worden sind, dürfen — 172 — I. stalten, namentlich den Geld- und Kreditanstalten und Banken angenommen worden sind, dürfen von den gedachten Kassen und Anstalten nicht wieder ausgegeben werden. Die Reichsgoldmünzen werden, wenn dieselben infolge längerer Zirkulation und Abnutzung am Gewicht so viel eingebüßt haben, daß sie das Passiergewicht nicht mehr erreichen, für Rechnung des Reichs allmählich zum Einschmelzen eingezogen Auch werdeu dergleichen abgenutzte Reichsgoldmünzen bei den Reichskassen stets voll zu demjenigen Werte, zu welchem sie ausgegeben sind, angenommen werden. s 8- Die nach Maßgabe der Bestimmungen des Münzvertrages vom 24. Januar 1857 ausgeprägten und die denselben durch die Artikel 4 und 9 dieses Vertrages gleichgestellten groben Silbermünzen der Thalerwährung haben im gesainten Bundesgebiete und zwar: die Zwei-Thalerstücke zu 2 Thaler, oder 3^2 Gulden Süddeutscher Währung, die Ein-Thalerstücke zu 1 Thaler, oder 1 Gulden 43 Kreuzer Süddeutscher Währung, die i/s-Thalerstücke zu ^/s Thaler, oder 35 Kreuzer Süddeutscher Währung, II. von den gedachten Kassen uud Anstalten nicht wieder ausgegeben werden. Die Reichsgoldmünzen werden, wenn dieselben infolge längerer Zirkulation und Abnutzung am Gewicht soviel eingebüßt haben, daß sie das Passiergewicht nicht mehr erreichen, für Rechnung desjenigen Staats, welcher die Münzen hat prägen lassen, zum Einschmelzen eingezogen. Auch werden dergleichen abgenutzte Goldmünzen bei den Kassen dieses Staats stets voll zu demjenigen Werte, zu welchem sie ausgegeben sind, angenommen werden. § (Absatz 1 der Präsidial - Vorlage fällt weg.) — 173 - III. IV. von den gedachten Kassen und Anstalten nicht wieder ausgegeben werden. Die Neichsgoldmünzen werden, wenn dieselben infolge längerer Zirkulation und Abnutzung am Gewicht soviel eingebüßt haben, daß sie das Passiergewicht nicht mehr erreichen, für Rechnung desjenigen Staates, für welchen die Münzen geprägt sind, zum Einschmelzen eingezogen- Auch werden dergleichen abgenutzte Goldmünzen bei den Kassen dieses Staates stets voll zu demjenigen Werte, zu welchem sie ausgegeben sind, angenommen werden. s 10. (Unverändert wie Z 11 des Entwurfs der Bundesratsausschüsse.) Die Reichsgoldmünzen werden, wenn dieselben infolge längerer Zirkulation und Abnutzung am Gewicht foviel eingebüßt haben, daß sie das Passiergewicht nicht mehr erreichen, für Rechnung des Reiches zum Einschmelzen eingezogen. Auch werden dergleichen abgenutzte Goldmünzen bei allen Kassen des Reiches und der Bundesstaatcn stets voll zu demjenigen Werte, zu welchem sie ausgegeben sind, angenommen werden. § 10. Eine Ausprägung von anderen als den durch dieses Gesetz eingeführten Goldmünzen, sowie von groben Silbermünzen, mit Ausnahme von Denkmünzen, findet bis auf weiteres nicht statt. I. die Vs-Thalerstücke zu ^'s Thaler, oder 17V2 Kreuzer Süddeutscher Währung, bei allen Staats-, Provinzial-, Kommunal-, Stiftungs- und öffentlichen Kassen, sowie im Privatverkehr, namentlich auch bei Wechselzahlungen, unbeschränkte Gültigkeit. Die Bestimmung im zweiten Alinea des Artikel 11 des Münzvertrages vom 24. Januar 1857 wird ausgehoben. Die Bestimmung im zweiten Alinea des Artikels 11 des Münzvertrages vom 24. Januar 1857 wird aufgehoben. § 12. (Neu.) Sobald der für den ersten Bedarf nach § 5 Alinea 2 bestimmte Betrag von Goldmünzen in Verkehr gebracht ist, sind die seitherigen deutschen Goldmünzen durch die Staaten, welche sie ausgeprägt haben, einzuziehen. 8 9. Z 13. Es sollen Gewichtsstücke zur (Unverändert wie Z 9 der Präsidial- Eichung und Stempelung zugelassen Vorlage.) werden, welche das Normalgewicht — 175 III. IV. § N- Sobald der zunächst auszuprägende Betrag von Goldmünzen (§ 6) in Verkehr gebracht ist, sind die derzeit im Umlauf befindlichen deutschen Goldmünzen durch die Staaten, für welche sie ausgeprägt sind, einzuziehen. s 12. (Unverändert wie § 9 der Präsidial- Vorlage und H 13 des Entwurfs der Bundesratsausschüsse.) s N- Die zur Zeit umlaufenden Goldmünzen der deutschen Bundesstaaten sind von Reichswegen und aus Kosten des Reiches nach Maßgabe der Ausprägung der neuen Goldmünzen einzuziehen. Der Reichskanzler wird ermächtigt, in gleicher Weise die Einziehung der bisherigen groben Silbermünzen der deutschen Bundesstaaten anzuordnen und die zu diesem Behufe erforderlichen Mittel aus den bereitesten Beständen der Reichskasse zu entnehmen. Über die Ausführung der vorstehenden Bestimmungen ist dem Reichstag alljährlich in seiner ersten ordentlichen Session Rechenschaft zu geben. § 12. (Unverändert.) 176 — II. und das Passiergewicht der nach Maßgabe dieses Gesetzes auszumünzenden Goldmünzen, sowie eines Vielfachen derselben angeben. Für die Eichung und Stempelung dieser Gewichtsstücke sind die Bestimmungen der Artikel 10 und 18 der Maß- und Gewichts-Ordnung vom 17. Aug. 1868 (Bundesgesetzblatt S. 473) maßgebend. s 10. Der Reichskanzler wird mit der Ausführung dieses Gesetzes beauftragt. s 14. (Neu.) Im Gebiet des Königreichs Bayern kann im Bedürfnisfall eine Unterteilung des Pfennigs in zwei Halbvsennige stattfinden. (§ 10 der Präsidial-Vorlage fällt weg.) III. IV. § 13. Z 13. (Unverändert wie Z 14 des Ent- (Unverändert.) wurfs der Bundesratsausschüsse.) II. Die Motive des dem Bundesrat vorgelegten Entwurfes eines Gesetzes, betreffend die Anspriignng von Reichsgoldmnnzen. Die durch Beschluß des Bundesrats vom 3. Juni v. J.^ (§ 261 der Protokolle) angeordnete, für den Herbst vorigen Jahres in Aussicht genommene Enquete über die Münzfrage wurde durch den Ausbruch des Krieges verhindert. Die Folgen des Krieges haben die Lage dergestalt geändert, daß es sich nicht empfiehlt, die über die Reform des Münzwesens zu fassenden Entschlüsse, der von der Anstellung einer Enquete unzertrennlichen Verzögerung auszusetzen. Die angedeutete Änderung der Lage besteht der Hauptsache nach darin, daß infolge der französischen Kriegsentschädigungszahlungen auf den Märkten der Thalervaluta ein solcher Rückgang des Goldpreises eingetreten ist, daß für den Beginn umfangreicher Goldausmünzungen kaum je ein so günstiger Moment wieder eintreten möchte, wie der gegenwärtige. Die Neichsfinanzverwaltung befindet sich bereits in dem Besitze bedeutender Goldbestände. Einesteils hat die französische Negierung nicht unerhebliche Summen in Gold gezahlt, andernteils aber fehlte es für die Einziehung der in großem Umfange von Frankreich in Zahlung gegebenen Londoner Wechsel so sehr an Londoner Rimessen, daß die Reichsfinanzverwaltung, um nicht eine gefahrdrohende Krise auf dem Wechselmarkte zu veraulasseu, genötigt war, durch Bezüge von Gold den Wechselmarkt zu erleichtern. Bliebe nun unser bisheriges Münzsystem, welches für Goldausmünzungen .kaum einen Raum bietet, unverändert, 1 Bisher nicht veröffentlicht. 2 1870. Helsscrick, Beitrüge znr Eeldreiorm, 12 - 178 — so würde durch die Wiederveräußerung der Goldbestände die Reichsfinanzverwaltung zum Teil der Vorteile verlustig geheu, welche die niedrigen Beschaffungspreise des Goldes ihr bieten .... Es folgen nun Ausführungen, welche zum größten Teil wörtlich in die Motive des dem Reichstag vorgelegten Gesetzentwurfs übergegangen sind, auf deren ausführliche Wiedergabe hier also verzichtet werden kaun. Diese Ausführungen beziehen sich auf die Unbeliebtheit der Goldkrone, der einzigen Goldmünze, welche seit dem Wiener Münzvertrag von 1W7 geprägt werden durfte. Die Folge der Unmöglichkeit, der Krone Eingang in den deutschen Verkehr zu verschaffen, sei gewesen, daß der Verkehr auf die „nicht nur für größere Zahlungen, sondern selbst für den täglichen Verkehr unbequemen Silbermünzen angewiesen sei". Dadurch sei eine übermäßige Zirkulation pavierner Umlaufsmittel begünstigt worden, für deren Einschränkung die erste Vorbedingung ein genügender Goldumlauf sei. Die Schaffung eines Goldumlaufs sei deshalb anerkanntermaßen ein dringendes Bedürfnis. Es heißt nun weiter: Die wesentliche Schwierigkeit der Frage: wie dieser Umlauf zu ge- stalteu sei, lag bisher darin, daß zu viele Probleme auf einmal gelöst werden sollten. Es sollte mit einem Schlage die Herstellung eines einheitlichen Münzsvstems in Deutschland, die Einführung der reinen Goldoder der Doppelwährung und der Anschluß an das, aus dem gemeinsamen 25-Frankenstück beruhende Programm einer internationalen Übereinstimmung im Münzwesen vorgenommen werden. Namentlich die internationale Rücksicht stellte der Lösung der Münzfrage eine besondere Schwierigkeit entgegen, denn die geforderte Übereinstimmung der für Deutschland zu schaffenden Goldmünze mit dem 25-Frankenstück und der neu einzuführenden Rechnungsmünze (Gulden) mit Vio dieser Goldmünze, würde uns die Notwendigkeit auferlegt haben, die Geldbeträge des bisherigen 30-Thaler- oder 45-Guldenfußes in Geldwerte nach einem neuen Guldenfuße umzurechnen, dessen Gulden um 1'/4°/o wertvoller gewesen wäre, als der Gulden des 45-Guldenfußes. Die deutschen Regierungen haben bisher gegenüber den von Frankreich ausgegangenen, auf eine internationale Münzeinigung gerichteten Bestrebungen eine abwartende Haltung bewahrt. Man verkannte zwar nicht den Wert eines universellen Münzsystems, glaubte aber nicht anerkennen zu dürfen, daß ein solches in Aussicht sei, so lange nicht Großbritannien und die Vereinigten Staaten in dasselbe eingetreten wären, und trug Bedenken, durch eine partielle Münzeinigung, wie solche mit Frankreich in Aussicht zu nehmen war, den deutschen Geldumlauf in eine Abhängigkeit von der Münz- und Papiergeldpolitik anderer Staaten zu - 179 - bringen, welche nicht unter dem Druck einer universellen, die sämtlichen größeren Staaten der civilisierten Welt umfassenden Einigung standen. Überdies entbehrte diese partielle Münzeinigung, wie sie nur in Aussicht genommen werden konnte, selbst der formellen Garantien für die Aufrechterhaltung der Vollwichtigkeit der umlaufenden Goldmünzen, welche sicherzustellen eine der ersten Aufgaben der Münzpolitik bildet. Denn, wenn auch jeder Staat, sei es, wie in Großbritannien, durch Außerverkehr- setzung aller in die Hände der Centralbank oder des Staats gelangenden nicht vollwichtigen Goldmünzen aus Kosten des Inhabers, sei es, wie in Deutschland, durch Einschmelzung und Umvrägung abgenutzter Münzen auf Staatskosten, die aus den eigenen Münzstätten hervorgegangenen Goldmünzen bei vorschriftsmäßigem Vollgewicht und Vollgehalt erhalten könnte, so ist doch keines dieser Systeme auf die aus anderen Ländern in den Verkehr jedes Staates tretenden gleichnamigen Goldmünzen anwendbar, und es würde einer allmählichen Herabminderung des Wertes der umlaufenden Metallvaluta, der sich uach dem Durchschnittswert der umlaufenden Münzen richtet, um so weniger vorgebeugt sein, als vollwichtige Münzen, welche neben nicht vollwichtigen zu nominell gleichem Werte umlaufen, rasch aus dem Verkehr zu verschwinden pflegen . . . . Die Ausführungen über die übrigen Bedenken gegen eine Münzeinigung sind fast wörtlich in die dem Reichstag vorgelegten Motive übergegangen. Die Aufgaben, welche der deutschen Münzgesetzgebung nach dem Verzicht au- den Anschluß an ein ausländisches System blieben, sind in den Motiven folgender maßen zusammengefaßt: 1. Die Ordnung der Ausprägung umlaufsfähiger Goldmünzen und die Herstellung eines dem Bedarse genügenden Umlaufs solcher Goldmünzen; 2. die Begründung eines einheitlichen Münzsystems für Deutschland auf Grundlage der Decimalteilung der Rechnungsmünze; 3. die Anordnungen über die künftige Ausprägung von Silberund Scheidemünzen. Der vorliegende Entwurf faßt die Gesamtheit dieser Aufgaben ins Auge und beabsichtigt, die Grundlagen des neuen Münzsystems, durch welches ihre Lösung herbeigeführt werden soll, gesetzlich zu fixieren. Dagegen bringt er zur unmittelbareil praktischen Ausführung nur die Maßnahmen, welche als die dringlichsteil erscheinen und überläßt es einem ferneren Gesetz, das neue einheitliche Münzsystem zum Abschluß zu bringen. 12* MWl — 180 — Als die dringendste Aufgabe erscheint die Ausprägung umlaufsfähiger Goldmünzen. Die Hauptmomente, welche für die Dringlichkeit dieser Aufgabe sprechen, sind fchon oben aufgeführt. Es tritt deuselben noch ein sehr bedeutsamer Umstand hinzu. Neben der Preisherabsetzung des Goldes ist infolge der Kontributionszahlungen ein sehr fühlbarer Preisrückgang des ungemünzten Silbers gegenüber dem gemünzten Silber eingetreten. Eine bedeutende Vermehrung der umlaufenden Silbermünzen würde aber, so vorteilhaft sie.für den Augenblick erscheinen mag, die künftige Ordnung des Münzsystems zu einer wesentlich schwierigeren und kostspieligeren Aufgabe machen. Denn die Herstellung eines Umlaufs von Goldmünzen wird jedenfalls zur Folge haben, daß ein Teil des bisherigen Silberumlaufs außer Thätigkeit gesetzt wird. Die Abstoßung des überflüssig gewordenen Silbers nach dem Auslande wird nicht frei von erheblichen Verlusten sein, und diese Verluste werden um so größer werden, je mehr Silbermüuzeu sich im Umlauf befinden. Es empfiehlt sich daher nicht nur, so bald und in so großem Umfange als möglich mit Goldausmün- zungen vorzugehen, sondern auch gleichzeitig die Silberausmünzungen einzustellen. Ein Verbot der Silberausmünzung läßt sich allerdings nur dann erlassen, wenn — was zunächst nicht in der Absicht liegt — gleichzeitig den Goldmünzen die Eigenschaft gesetzlicher Zahlungsmittel beigelegt wird; denn solange der Schuldner verpflichtet bleibt, in Silber- kuraut zu zahlen, solange kann das Gesetz nicht die Ausmünzuug von Silberkurant verbieten. Wohl aber wird es zulässig seiu, die durch die bestehende Münzkonvention begründete Verpflichtung zur Ausmünzung von groben Silbermünzen aufzuheben und sich über eine zeitweilige Ein- stelluug dieser Ausmünzung zu verständigen. Dem Bedarf nach Zahl- mittelu wird dann thatsächlich durch die auszugebenden Goldmünzen voraussichtlich genügt nnd zugleich die Möglichkeit offen gelassen, zu der gesetzlich nicht verbotenen Silberansmünzung nicht zurückzugreifen- Die Anordnungen über die künftige Ausprägung von Silber- und Scheidemünzen schon jetzt zu treffen, liegt ein zwingender Grund nicht vor, da der Bedarf an kleineren Teilstücken durch den vorhandenen Silberumlauf reichlich gedeckt ist. Dagegen erscheint es zweckmäßig, die Feststellung dieser Bestimmungen noch um eine, wenn auch kurz zu be- messende Frist hinauszuschiebeu. In Verbindung mit ihnen wird nämlich, da sie den gesetzlichen Abschluß des neuen Münzsysteins bilden, zugleich das Verhältnis zu fixiere» sein, nach welchem die auf Münzen der alten - 181 — Systeme lautenden Schuldverpflichtungen durch Zahlung in Münzen des neuen Systems getilgt werden. In allen diesen Fragen, welche für den Verkehr und die Rechtsverhältnisse von der einschneidendsten Bedeutung sind, bewegt sich die Gesetzgebung auf einem höchst unsichereu Boden, solange nicht ein Umlauf von Goldmünzen in erheblichem Umfange hergestellt uud dem Golde Gelegenheit geboten ist, sich im Verkehr einzubürgern. Um für die definitive Ordnung des einheitlichen Systems eine verläßliche Grundlage zu gewinnen, empfiehlt es sich daher, zunächst in der Schaffung und Einbürgerung eines umfangreichen Goldumlaufs neben dem vorhandene!: Silberumlauf in Form der sogenannten Parallelwährnng die materiellen Grundlagen für die künftige definitive Ordnung des neuen Münzsystems herzustellen uud der Gewinnung von Erfahrungen Raum zu geben, welche für die letztere zu verwerten sein werden. Über die bei der Wahl der auszuprägenden Goldmünzen zu befolgenden Grundsätze kann ein Zweifel kaum bestehen. Es ist eine Goldmünze zu Gruude zu legen, welche ihren: Werte nach in ein festes und einfaches Verhältnis zu den Münzen des bestehenden Systems gesetzt werden kann, denn nur von einer solchen kann erwartet werden, daß der Verkehr sie willig aufnehme. Hierdurch wird die Goldkrone ausgeschlossen, weil sie zu keiner der bestehenden Nechnungsmünzen in einem einfachen Verhältnis steht .... Muß sonach von der bestehenden Vereinsgoldmünze abgesehen werden, so liegt nichts näher, als der unmittelbare Anschluß an die vorhandene in gauz Deutschland in Geltung und Beliebtheit stehende Vereinsmünze, den Thaler. Auf eine Goldmünze, welche sich sowohl dem Thaler, als auch dein süddeutschen Guldeu in einfachem Verhältnis anschlösse, muß von vornherein verzichtet werden, weil das Verhältnis zwischen Thaler uud Guldeu selbst ein kompliziertes ist. Dies vorausgesetzt wird sich eiue ihrem Werte nach dem Thaler sich anschließende Goldmünze am leichtesten Eingang in ganz Deutschland verschaffen, weil der Thaler nicht nur in ganz Deutschland bekannt und geläufig, sondern auch schon jetzt nach dem Münzvertrage vom 24. Januar 1857 die Vereinsmünze ist, und weil der bei weitem größte Teil des Reichsgebietes nach Thalern rechnet — Die Grunde, welche für die Wahl der Mark als Münzeinheit des künftigen Geldsusteins sprachen, sind nun ausführlich in ähnlicher Weise dargelegt, wie in den dem Reichstag vorgelegten Motiven. Dann heißt es: Durch Ausprägung von Goldmünzen, welche in einein einfachen Verhältnisse zu dem Werte des Thalers stehen, werden also gleichzeitig — 182 — Münzen geschaffen, welche sich in das noch zu begründende einheitliche Münzfystem leicht einpassen. Als die Werte, zu welchen Goldmünzen auszuprägen sind, empfehlen sich zunächst das Stück von 10 Thalern und die Hälfte desselben zu 5 Thalern nicht nur wegen des bequemen Anschlusses an die Rechnungsmünze der Thalerwährung, sondern auch, weil diese Stücke geeignet sind, die im kleinen Verkehr bisher sehr beliebten Fünf- und Zehnthalerfcheine zu ersetzen. Mit Rücksicht auf das in Aussicht genommene einheitliche Münzsystem auf Grundlage der Mark wird es sich indes empfehlen, außer den Goldstücken zu 5 und 10 Thalern auch ein solches auszuprägen, welches sich zur Darstellung ruuder Summen dieses Systems eignet. Von einer Darstellung des Zehnsachen der Mark (3^/s Thaler) in Golde dürfte deshalb abzuraten fein, weil dieses Goldstück dem im Umlaufe befindlichen, aber etwas minderwertigen Dukaten (3^4—3^5 Thaler) sehr nahe steht, und daher die Gefahr vorliegen würde, daß diese geringhaltigere Münze sich im Verkehr für das Zehnmarkstück substituierte. Dagegen empfiehlt sich zu dem gedachten Zwecke die Ausprägung eines Goldstücks von 20 Mark (6-/» Thaler). Um die sonach im Werte von 10, und 5 Thaler (17^/s, 11^/g resp. 8°V4 Gulden Süddeutscher Währung) auszuprägenden Goldstücke umlaufsfähig zu machen, wird es nicht genügen, dieselben zum ungefähren Werte von 10, 6^/3 resp. 5 Thaler auszuprägen, es wird vielmehr zunächst notwendig sein, diesen Wert derselben dadurch zu garantieren, daß gesetzlich bestimmt wird, daß dieselben zu den gedachten Werten in allen öffentlichen Kassen in Zahlung genommen werden. Da der Wert des Goldes eher einem Steigen als einem Sinken entgegengeht, so würde der Staat hierdurch eine irgend bedenkliche Verpflichtung nicht übernehmen, während dem Privatverkehr diese Goldstücke nur durch eine Vorkehrung, welche ihnen einen festen Wert sichert, annehmbar gemacht werden. Es könnte zwar in Frage kommen, ob nicht sofort den Goldmünzen auch für den Privatverkehr die Eigenschaft gesetzlicher Zahlungsmittel beigelegt werden könnte. Bei der definitiven Ordnung des Münzwesens wird dies allerdings geschehen müssen. Allein es empfiehlt sich, wie schon oben angedeutet, als vorbereitende Maßnahme zunächst eine mehr freiwillige Einbürgerung der Goldmünzen durch bloße Tarifierung bei den öffentlichen Kassen zu versuchen, damit, wenn in der Wahl des Wertverhältnisses zwischen Gold und Silber erheblich fehlgegriffen sein sollte, — 183 — vor der Treffung jener tief in alle Verkehrsverhältnisse eingreifenden Maßnahme noch eine Korrektur vorgenommen werden könne. Neben dieser Tarifierung wird selbstverständlich vor allem darauf gesehen werden müssen, daß die Goldmünzen einen Feingehalt haben, welcher dem ihnen beizulegenden Tarifwerte möglichst genau entspricht, so daß die Voraussetzung begründet erscheint, daß bei der definitiven für den gesamten Verkehr verbindlichen Feststellung des Zahlungswertes der neuen Goldmünzen die Basis der vorläufigen Tarifierung nicht verlassen zu werden braucht. Zu diesem Zwecke geht der anliegende Entwurf von einem Wertverhältnisse zwischen Gold und Silber von 15Vs zu 1 aus. Dieses Verhältnis ist bekanntlich das von der französischen Doppelwährung adoptierte, welches sich Menschenalter hindurch soweit bewährt hat, als eine Doppelwährung sich überhaupt bewähren kann. Es hat den Vorzug, daß in einem großen Gebiete das bestehende Münzsnstem darauf gebaut ist, wodurch ein Gravitieren der Marktpreise der Edelmetalle nach diesem gegenseitigen Preisverhältnisse hin für längere Zeit gesichert erscheint. Auch wird das öffentliche Bewußtsein sich mit dieser Fixierung am leichtesten befreunden, weil es die legale Geltung in einem hochkultivierten Nachbarlande für sich hat. Hiernach ist das Mllnzpfund Gold fein zu 46^2 Goldstücken zum Werte von 10 Thalern, - 93 - - - - 5 - und - 69»/4 Stücken - - - 62/g auszubringen. Bei einem Mischungsverhältnis von »,'io Gold und Vio Kupfer, wie es für die bisherigen Vereinsmünzen besteht, gehen 41,85, 84,7, bezw. 62,775 der bezeichneten Goldstücke auf das Pfund rauh. In betreff des Passiergewichts ist es zweckmäßig erschienen, an den für Goldkronen geltenden Bestimmungen festzuhalten. In betreff der Maßnahmen für Aufrechterhaltung eines vollwichtigen Umlaufs empfiehlt sich für die Goldmünzen dieselbe durchgreifende und allgemein mit Befriedigung aufgenommene Bestimmung, welche der Artikel 13 des Münzvertrages in betreff der Knrantsilbermünzen enthält. Die Kosten, welche dein Reich aus dieser Bestimmung erwachsen, werden reichlich aufgewogen durch den Vorteil der Sicherung unseres Goldumlaufs gegeu allmähliche Entwertung. Die Ausprägung der Goldmünzen dürfte dem Reiche vorzubehalten sein, damit die volle Übereinstimmung der Münzen in jeder Beziehung von vornherein gesichert werde. Auch empfiehlt es sich, solange, als den Goldmünzen durch die Tarifierung ein staatlich garantierter Wert beigelegt ist, von einer Ausprägung derselben ans Privatrechnung abzusehen. Die vorstehend skizzierten Bestimmungen würden für den ersten Schritt der Münzreform: die Herstellung eines Umlaufs von Goldmünzen neben den Silbermünzen — genügen. Nachdem ein Umlauf von Goldmünzen hergestellt ist, der eine in den Verkehr eingebürgerte Grundlage für die Neuordnung des Münzsystems bilden kann, wird zu dieser selbst zu schreiten sein. Mit Rücksicht darauf jedoch, daß es von hohem Werte ist, das ins Auge gefaßte definitive Münzsystem schon jetzt durch das Gesetz so zu fixieren, daß der Verkehr uud die Regierungen von vornherein sich darauf vorbereitend einrichten können, sind in dem Entwurf die Bestimmungen ausgenommen, welche erforderlich sind, um die Grundlagen des künftigen Systems von vornherein gesetzlich festzustellen. Die Mark mit decimaler Einteilung ist als Grundlage des künstigen Systems dadurch gekennzeichnet, daß die Goldstücke als vielfache der Mark, also die Goldstücke zum Werte von 10 Thaler als 30-Markstücke, die zum Werte von Thaler als 20-Markstücke und die zum Werte von 5 Thaler als 15-Markstücke bezeichnet sind, und der decimalen Einteilung der Mark im § 2 gesetzlicher Ausdruck gegeben ist. Ferner schlägt der Entwurf im § 8 behufs der Vorbereitung des künftigen einheitlichen Systems vor, die umlaufenden konventionsmäßigen V«- und ^/-z Thalerstücke ^2 und 1 Mark) gleich den Thaler- und Zweithalcrstücken im ganzen Reichsgebiete der Landesmünze gleichzustellen. Der große Umfang, in welchem in Preußen V« Stücke ausgeprägt sind, gewährt die Möglichkeit, Süddeutschland sofort reichlich mit dieser Münze zu versehen, lind dadurch die Einstellung der Silberausmünzungen zu ermöglichen und die Einbürgerung der Münzen des künftigen Systems schon jetzt zu fördern. III. Bericht der Bnndesrats-Ausschüsse für Handel und Verkehr und für Rechnnngswesen, betreffend den Entwurf eines Gesetzes über die Ausprägung von Reichsgoldmünzen, vom 29. Oktober 1871. (Nr. 155 der Drucksachen des Bundesrats, Session von 1871.) Der dem Bundesrat vorgelegte Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Ausprägung von Reichsgoldmünzen, wurde mit tief einschneidenden Änderungen an den Reichstag weiter gegeben. Im wesentlichen wurden diese Änderungen bei der Beratung der Vorlagen in den vereinigten Ausschüssen für Handel und Verkehr und für Rechnungswesen vorgenommen und vom Bundesratsplenum in der dort beschlossenen Form gebilligt. Der Bericht, welchen die vereinigten Ausschüsse dem Plenum erstatteten (Nr. 155 der Drucksachen des Bundesrats) und in welchem die ermähnten Änderungen der Vorlage empfohlen und begründet sind, ist deshalb eines der wichtigsten Dokumente zur Geschichte der Münzreform. Wie die Motive der Präsidialvorlage ist er bisher nicht veröffentlicht, nur einige wenige Stellei? sind in Soetbeers „Deutscher Münzverfassung" mitgeteilt. -I- -i- 5 Die von den Ausschüssen vorgeschlagenen Änderungen des Entwurfs bezogen sich vor allem auf die staatsrechtliche Verfassung des deutschen Münzwesens und auf die Art und Weise, in welcher die Entscheiduug über die Währungsgrundlage des künftigen deutscheu Münzsnstems in Angriff genommen werden sollte. Was die Ablehnung des Versuchs einer internationalen Münzeinigung anlangte, stellte sich die große Majorität der Ausschüsse auf die Seite des Präsidialentwurfs. Ebenso wurde von der Mehrheit die Wahl des auf der Mark als Münzeinheit beruhenden Geldsystems gebilligt. In diesen beiden Punkten deckt sich die Begründung ungefähr mit den Motiven der Präsidialvorlage und mit den Motiven des dem Reichstag vorgelegten Entwurfes. Wir verzichten deshalb hier auf ihre Wiedergabe, Zu erwähnen ist nur die Ersetzung des IS-Markstückes der Vorlage durch ein 10-Markstück, welches als Grundmünze des neuen Systems an die Spitze des Gesetzes gestellt wurde; ferner die Zulassung der Teilung des Pfennigs in zwei Halbpfennige für das Königreich Bayern „wegen der besonderen dort obwaltenden Verhältnisse des Kleinverkehrs und insbesondere zur Ermöglichung einer erwünschten Latitüde in der Bewegung des Bierpreises"; schließlich die Streichung der Bestimmung, welche die '/»- und V« Thalerstücke zum gesetzlichen Zahlungsmittel im ganzen Reich machen wollte, „weil die Ausschußmehrheit das Bedürfnis, während einer vermutlich nur kurzen Übergangsperiode Vs- und ^/s Thalerstücke in einem Gebiete in Umlauf zu briugen, wo dieselben nicht geläufig sind und ein Mangel an entsprechender Silber- und Scheidemünze nicht besteht, nicht anzuerkennen vermochte". Von größerem Interesse sind die Ausführungen über die vorgeschlagene staatsrechtliche Gestaltung der neuen Münzverfassung und über die Währungsfrage. Wir wenden uns zunächst zu dem ersten Punkt. Es handelt sich dabei im wesentlichen um die Frage, ob das Reich die Prägung der Reichsgoldmünzeu unmittelbar übernehmen, oder ob es die Prägung den Einzelstaaten überlassen solle; aus wessen Kosten die Ordnung und Erhaltung des Münzwesens zu bewirken sei, ob auf Kosten des Reichs oder der Einzelstaaten; und schließlich war die mehr formelle Frage des Gepräges der Reichsgoldmünzen zu entscheiden. Über diese Fragen heißt es in den: Bericht: „Die (Präsidial-)Vorlage betrachtet die Ausbringung der neuen Münzen als vom Reiche ausgehend für selbstverständlich, wie sich aus der Bezeichnung derselben als Reichsgoldmünzen und noch mehr aus dem Art- 7 Abs. 3 ergiebt, wonach das Reich die Verpflichtung übernimmt, das Vollgewicht der umlaufenden Goldmünzen für, seine Rechnung zu garantieren. Die Vorlage geht dabei von der Annahme aus, daß die — 187 — Sicherheit für die vollwichtige Ausbringung der Münzen und der sorgfältige Einzug abgenutzter Stücke vollständig zu erreiche,? sei, falls das Reich selbst die unmittelbare oder mittelbare Prägung bewirke und die großen finanziellen Opfer selbst übernehme, welche die Garantieruug der Erhaltung der Vollwichtigkeit, insbesondere von Goldmünzen, im Gefolge hat. „Die vereinigten Ausschüsse haben sich in ihrer Majorität dieser Auffassung nicht überall anzuschließen vermocht. Sie sind der Ansicht, daß die Kreierung von Münzen, welche auf dem gesamten deutschen Gebiet gesetzliche Geltung erlangen, den gleichen Zweck erfüllen, wie Reichsmünzen im Sinne der Vorlage, und sie sind weiter der Überzeugung, daß ein gesicherter Münzumlauf auch bei einer Ausbriugung der Münzen seitens der einzelnen Bundesstaatcn zu erreichen ist, sowohl durch Bestimmungen über Art und Umfang der Prägung und über Einziehung abgenutzter Münzen für Rechnung des Reichs oder der Einzelstaaten, als durch Bestellung einer Reichskontrolle über den richtigen Vollzug der reichsgesetzlichen Anordnungen, „Die Form des Gepräges läßt die Vorlage unerörtert, während die Ausschußmehrheit der Ansicht ist, daß dieselbe im gegenwärtigen Gesetz festzustellen fei. „Die Mehrheit stimmte hiernach einem Antrag zu, welcher aus der Mitte der vereinigten Ausschüsse gestellt wurde und den Gesichtspunkten der Ausschlißmehrheit Ausdruck giebt. Es siud die zwischen den ZZ 4 und 5 eingeschalteten neuen ZZ 5, 6 und 7." Diese Paragraphen (s. oben S. 164—169) enthielten die Bestimmungen, daß die Ausprägung der Goldmünzen auf den Münzstätten derjenigen Bnndesstaaten, welche sich dazu bereit erklärten, zu erfolgen habe, für „den ersten Bedarf" jedoch im Auftrag und auf Kosten des Reichs, welches das für diese Ausmünzungen notwendige Gold liefern sollte; das Gepräge sollte auf der einen Seite das Symbol des Reichs, den Reichsadler, anf der andern Seite dagegen das Bildnis des Landesherrn oder das Hoheitszeichen der freien Städte zeigen. § 7 bestimmte, die Ausmünzung unterliege der Beaufsichtigung von Seiten des Reichs. Zu diesen eingeschobenen Bestimmungen bemerkt der Bericht der vereinigten Ausschüsse: „Sie enthalten eine Abweichung von den Grundprinzipien der Vorlage, welche im obigen bereits erläutert wurde. Die dem Bundesrat vorbehaltenen Ausfllhrungsbestimmungen werden sich über die Höhe des zu vergütenden Schlagschatzes, über die Verteilung der durch die Einzelstaaten erstmals auszumünzenden Beträge uud über das Verhältnis derjenigen Staaten, welche an der Ausmünzung keinen Anteil nehmen wollen, auszusprecheu haben. „Dabei wurde unter dein „ersten Bedarf" (§ 5) nicht die für die erste Ausgabe erforderliche Menge, sondern der Gesamtbedarf an Goldmünzen verstanden, welche dein Verkehr zur Durchführung dieses Gesetzes, jedoch abgesehen vou der später notwendigen Ergänzung des Münzschatzes, zuzuführen sein werden. „Das vorgeschlagene Gepräge soll ersichtlich machen, daß die neuen Landesgoldmünzen unter der Kontrolle des Reichs ausgeprägt siud und im ganzen Reichsgebiete Geltung haben sollen. „Die Bestimmung in § 7 wurde allseitig dahin verstanden, daß die Neichsgewalt befugt sei, alle zur Erhaltung der vollwichtigen Ausmünzung der neuen Goldmünzen und im Interesse eines gesicherten Einzugs der abgenutzten Stücke dienlich scheinenden Anordnungen zu treffen." Hierher gehört ferner § 12 des von den Ausschüssen allsgearbeiteten Entwurfs, welcher die Einziehung der Landesgoldmünzen auf Anordnung und auf Kosteil der Einzelstaaten, welche sie ausgeprägt hatten, anordnete. Eine nähere Begründung für die Übertragung dieser Aufgabe an die Einzelstaaten ist nicht gegebeil. Sie konnte unterbleiben, da diese Bestimmung ganz dem Geiste entsprach, aus welchem die §Z 5 —7 hervorgegangen waren, nach welchem dem Reich nur die Münzgesetzgebnng und die Beaufsichtigung ihrer Durchführung zustehen, die Durchführuug selbst aber durchaus Sache der Einzelstaaten bleiben sollte. Soviel über die staatsrechtliche Frage. Die Entscheidung über die Währungsfrage sollte in dem Gesetz, betreffend die Alispräguilg von Reichsgoldmünzen, nach der Intention der Verfasser des ersten Entwurfes formell noch nicht getroffen werden; man wollte sich zunächst damit begnügeil, umlaufsfähige Goldmünzen zu schaffen. Die Entscheidung zwischen der Doppelwährung uud der reinen Goldwährung sollte einem definitiven Münzgesetz vorbehalten bleiben. Auch die Bundesratsausschüsse stellten sich auf diesen Standpunkt und lehnten deshalb einen Antrag des württembergischen Bevollmächtigten ab, nach welchem der erste Artikel des Gesetzes lauten sollte: „Die Grundlage des Münzwesens im Deutschen Reiche bildet von einem durch Gesetz zu bestimmenden Termine an die reine Goldwährung." 189 - Andrerseits war es unumgänglich notwendig, sich bei der Feststellung der den nenen Goldmünzen zu verleihenden juristischen Qualitäten über das Endziel der Reform auszusprecheu. Darüber heißt es in dem Bericht: „Bei Erörterung dieser Fragen konnte natürlich nicht unberührt bleiben, was als das Endziel der deutschen Mttnzreform in Aussicht zu nehmen sei, die Silberwährung, die Doppelwährung oder die reine Goldwährung; und es zeigte sich hierbei, daß allseitig nur die reine Goldwährung als das in Aussicht zu nehmende Ziel mit einer längeren oder kürzeren Übergangsperiode der Doppelwährung angesehen wurde." In Bezug aus das Endziel der Münzreform waren also die Bnndes- ratsausschüsse mit dem Neichskanzleramt und der preußischen Regierung, welche gleichfalls die Goldwährung anstrebten, einig. Dagegen glaubten sie, bereits in dem ihnen vorgelegten Gesetze energischer in der Richtung auf dieses Ziel vorgehen zu sollen, als es der Präsidialentwnrf that. Vor allem hielten sie es für notwendig, den Reichsgoldmüuzen nicht nur einen Kassenkurs zu verleihen, sondern sie zum gesetzlichen Zahlungsmittel, welches an Stelle der bisherigen Silbermünzen nach einem bestimmten Verhältnis in Zahluug genommen werden müsse, zu erklären. Die Hauptschwierigkeit bildete dabei die Wahl des Wertverhältuisses, auf Gruud dessen die neueu Goldmünzen die bisherigen Silbermünzen als gesetzliches Zahlungsmittel sollten vertreten können. In Anbetracht der Wichtigkeit dieser die Währuugsgrundlage des deutschen Geldsystems betreffenden Fragen seien die Ausführungen des Berichts über diese Punkte anssührlich wiedergegeben. Die betreffenden Stellen lanten: „Indem die Ausschüsse sich für die Mark ^ ^/s Thaler oder 35 Kreuzer als künftige Nechnungseinheit entschieden, wollten sie aber damit nicht die dermalen bestehende reine Silberwährung in ihren vollen Konsequeuzeu, d. h. mit Ausschluß einer tarifierten Goldmünze aufrecht erhalten. Sie erkannten vielmehr in Übereinstimmung mit der Vorlage einstimmig als ein Bedürfnis des Verkehrs an, eine umlaufsfähige Goldmünze zu schaffen uud die erforderlichen Maßregeln zu treffen, um diese Goldmüuze in einer dem Bedarf entsprechenden Menge im Umlauf zu erhalten. „Die Vorlage sucht diesen Zweck dadurch zu erreichen, daß sie vor- — 190 — schlägt, vorläufig den auszuprägenden Goldmünzen einen festen Kassenkurs zu geben, dieselben aber sür jetzt nicht zum gesetzlichen Zahlungsmittel zu erklären, sondern nur den öffentlichen Kassen die Verpflichtung zur Annahme nach dem bestimmten Kurs aufzuerlegen und läßt im übrigen die Frage, ob der Übergang zur Doppelwährung oder zur Goldwährung in Aussicht zu nehmen sei, noch unentschieden. Die Majorität der Ausschüsse vermochte sich dieser Anschauung nicht in allen Teilen anzuschließen. Sie erkannte zwar in vollem Maße an, daß die Erklärung des Goldes zum gesetzlichen Zahlungsmittel eine in alle Verhältnisse zwischen Schuldner und Gläubiger so tief eingreifende, also jeden Einzelnen so nahe berührende Maßregel sei, daß sie zu den schwierigsten Aufgaben gehöre, die überhaupt der Gesetzgebung gestellt werden können und daß sie nur nach reiflicher Erwägung und unter Berücksichtiguug aller iu Frage kommenden Verhältnisse ergriffen werden dürfe. Auch wurde geltend gemacht, daß gerade der gegenwärtige Moment, wo infolge der französischen Kriegsentschädigung an Deutschland eine so gewaltige Umwälzung auf dem Geldmarkte sich vollzieht, wenig geeignet sei, das Verhältnis zwischen Gold und Silber, bezw. den Maßstab, nach welchem die in Silber eingegangenen Verbindlichkeiten in Gold sollen gelöst werden können, definitiv festzustellen, und daß in der Erschließuug des Deutschen Reichs für den Umlauf von Gold selbst ein erschwerender Umstand liege, das richtige Verhältnis in der Tarifierung von Gold und Silber zu treffeu. „Man glaubte aber andererseits, daß die Schwierigkeiten, welche sich der gesetzlichen Tarifierung des Goldes entgegenstellen, im wesentlichen auch in jedem späteren Zeitpunkte sich geltend machen werden, und daß die Vertagung der Feststellung des Wertverhältnisses zwischen Gold und Silber in den Verkehr ein solches Moment der Unsicherheit bringen würde, daß die Vorteile, einen zuverlässigeren Anhaltspunkt für die Festsetzung des Wertverhältnisses zu gewinnen, dadurch ausgewogen würden. Auch wurde hervorgehoben, daß zur Zeit die Verhältnisse eine mit nicht allzu großen Verlusten verbundene Abstoßung des entbehrlich werdenden Silbers erwarten lassen. „Die Ausschüsse gelangten daher in ihrer Majorität zu der Ansicht, daß die zu kreierende Goldmünze alsbald zum gesetzlichen Zahlungsmittel zu erklären, und durch das zu erlassende Gesetz das Verhältnis des Wertes derselben zu den kursierenden groben Silbermünzen definitiv zu regeln sei." Die Bestimmungen über den Feingehalt der Neichsgoldmünzen in — 191 — Verbindung mit den Bestimmungen über ihren Wert in den bisherigen Landes-Silberwährnngen wurden getroffen auf Grund der Annahme eines Wertverhältnisses zwischen Gold und Silber von 15V-- zu 1. Zu der Wahl dieses Wertverhältnisses bemerkt der Bericht: „Wiewohl sich entgegenstehende Ausfassuugeu im Schoße der Ausschüsse geltend machten, namentlich darauf hingewiesen wurde, daß das Verhältnis von 151/2 zu 1 dem dermaleil Preisverhältnis von Gold und Silber am Londoner Markte nicht entspreche, indem dasselbe sich auf 15,57—15,60: 1 stelle und ferner hervorgehoben wurde, daß die Annahme eines Wert' Verhältnisses von 15,555 : 1 den weiteren Vorteil bieten würde, daß das Fein- und Rauhgewicht der auszuprägenden Goldmünzen alsdann in einen? einfacheren Verhältnis zu dem metrischen Gewicht stände (140 Zehnmarkstücke ^ 1 Psuud fein und 126 Zehnmarkstücke ^ I Pfuud rauh), so entschied man sich doch für Annahme des vorgeschlagenen Wertver- hältuisses, das die Geltung in einem großeu Gebiete, die durchschnittliche Richtigkeit während einer längeren Periode von Jahren, und das öffentliche Vertrauen, daß es richtig sei, für sich hat, und endlich die verschiedenen sich entgegenstehenden Interessen noch am wenigsten zu verletzen scheine. „Daß mit dieser Wertbestimmung eine wichtige, tiefeingreifeude, vielleicht da und dort schwer benachteiligende Entscheidung getroffen sei, daß sie auch die Möglichkeit einer zu niedrigen Tarifierung und damit die Gefahr in sich berge, daß die neu zu schaffenden Goldmünzen sich nicht im Umlauf erhalten, wurde schon hervorgehoben. Die Majorität der vereinigten Ausschüsse hat jedoch, wie oben ausgeführt, geglaubt, sich einer Entscheidung nicht entziehen zu dürfen: sie war der Überzeugung, daß eine rechtlich unzweifelhaft zulässige Entscheidung dieser Art in vermutlich naher Zeit mit der gleichen Gefahr doch getroffen werden müßte, und daß die dermalige politische und finanzielle Lage Frankreichs, welche den demnächstigen Übergang dieses Landes zur reinen Goldwährung ausschließt, eine mehr oder minder große Stabilität des Wertverhältnisses der Edelmetalle für längere Zeit in Aussicht zu stellen scheint." Während in diesen: Punkte die vereinigten Ausschüsse erheblich weiter gingen als die Präsidialvorlage, blieben sie in anderen wesentlichen Punkten der Währungsfrage auf dem Standpunkt des Entwurfes stehen. Eine der wichtigsten Vorbedingungen für die Einführung der Goldwährung war die Einstellung der Ausmünzung grober Silbermünzen. Darüber bestand allseitiges Einverständnis. — 192 — Der Präsidialentmurf konnte, da er die Währnngsfrage völlig offen lassen wollte, hier keine Entscheidung treffen; aber in seinen Motiven war ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß es sich nicht nur empfehle, „sobald und in so großem Umfange als möglich mit Goldausmttnzuugeu vorzugehen, sondern anch gleichzeitig die Silberausmünzungen einzustellen". Ein Verbot der Silberausmünznng hielten die Motive für unzulässig, solange den Goldmünzen nicht die Eigenschaft eines gesetzlichen Zahlungsmittels beigelegt werde und der Schuldner verpflichtet bleibe, in Silber zu zahlen. Aber die Aufhebung der durch den Wiener Münzvertrag begründeten Verpflichtuug zur Ausprägung von Vereinssilbermünzen und in Verbindung damit eine „Verständigung" über eine zeitweilige Einstellung der Silberkurant - Prägungen wurde für wünschenswert gehalten Mit der Erklärung der Reichsgoldmünzen zn gesetzlichem Zahlungsmittel war der in den Motiven des Entwurfs angeführte Grund gegen das gesetzliche Verbot weiterer Silberkurant-Ansmünzungen gefallen. Gleichwohl wurde vou den Ausschüssen kein solches Verbot erlassen. Der Bericht bemerkt über diesen Punkt lediglich: „Im übrigen war man der Meinung, daß sich unter den vorliegenden Umständen wohl keine Negierung zu freiwilligen Silberaus- prägungeu anders als im Falle eines ausnahmsweise!? Bedürfnisses entschließen werde, und hielt man eine Bestimmung über die Sistierung von neuen Prägnugen deshalb nicht für geboten." In Konsequenz dieses Standpunktes enthielt der von den Ausschüssen eingeschobene Z 12, welcher die allmähliche Einziehung der Landesgold- inünzen anordnete, keine Bestimmung über die Einziehung von groben Landessilbermünzen. Württemberg stellte zwar den Antrag: „Entsprechend der fortschreitenden Verausgabung neuer Gold- münzen sind durch die Staaten eines jeden Münzgebietes die in der Währung desselben ausgeprägten groben Silbermünzen zum Einzug zu bringen." Aber der Antrag wurde abgelehnt. „Die desfallsige Verfügung wurde dem zu erlassenden definitiven Reichsmünzgesetz vorbehalten." l Siehe oben S. 180. — 193 — Schließlich ist in Bezug auf die Währungsverfassung noch folgende Stelle des Berichts zu erwähnen: „Von feiten des Vertreters für Hamburg wurde noch der Wunsch angeregt, die Herstellung von Goldmünzen auch für Rechnung von Privaten zulassen zu wollen. Die vereinigten Ausschüsse hielten es jedoch zur Zeit nicht für ratsam, hierauf einzugehen und die Übernahme einer Verpflichtung der Regierungen durch das vorliegende Gesetz festzustellen." Auf Grund dieser Erwägungen empfahlen die vereinigten Ausschüsse die Annahme des Entwurfs in der oben S. 163—176 unter II. wiedergegebenen Gestalt. Helfferich, Beiträge zur Geldresorm, IZ — 194 — ?V ^> « «-> -s T «5> " 8 »- ^ r: Ä Z V ^ s L /«> 8 -! ^ ? s S -2 « D T Z ^ X !-> S UN ? D !L s " ^ D ->!> Z « « s ^ ^ ^ L L ^ L N >rz >^ ^ s Q <^ ^ a» N ? « Z D F ^ ^> s ^ M " 8 ? ^ ^ ^ ?T » ^ ^ ^ ^ « ^ 8 Z <^ — 55 Z ? .Z « ? M ^2 !-> ^ s ^-7 « » ^« !-> N- c-/ ^ s ^ Z - ^ L ^ k- ^ -Si «- S !^ U Z » ^> " ^2 .8 k- L ^ ^ s Z N5> x: <^ s> x: S"L L K L L .8 -« >-> -s n ^ tt2 K L » « x: -«> L ^ ^ ^ ^ -^-> " ? S ^ ^ « M « T » S5 r: s N M m -^1 G s? 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Wenn nun auch nach dieser Richtuug die Erhaltung der reinen Goldwährung es erfordere, daß der Metallwert der Silberscheidemünzen auch bei dem tiefsten Fallen des Goldpreises, resp, dem höchsten Steigen des Silberpreises dein letzteren nie gleichkomme, daß also das Verhältnis des Silbers gegen das Gold teuerer angenommen werde, als es nach dem Marktpreis je werden kann, so bringe doch ein Zuviel die Gefahr, daß Nachprägungen vorkommen und das Gold, gegen die nachgeprägten Silbermünzen, auf dem Weg, den die Bestimmung des Art. 8 — 223 — Abs. 1^ des Entwurfs an die Hand gebe, exportiert werde. Die Manipulation sei lohnend, sobald die Präge- und Transportkosten neben der Anschaffung des Nohmetalls eineu Überschuß in Aussicht stellen. „Auf der anderen Seite würde eine vollhaltigere Ausbringung die Kosten der Ausmünzung beträchtlich erhöhen, wobei in Anschlag zu bringen sei, daß der Einzug der zirkulierenden Landesmünzen an sich schon bedeutende Verluste ergebe. Bei einer Umlaufsmenge von 400 Millionen Mark in Silber würde eine Ausbringung von beispielsweise 96 Einmarkstücken aus einem Pfund fein, statt, wie der Entwurf annehme, 100 Einmarkstücken eine Verteuerung von 4 Mark aufs Hundert, also auf 400 Millionen Mark von 16 Millionen Mark oder von Millionen Thalern zur Folge haben. „Es werfe sich daher die Frage auf, wie dringend die Gefahr der Nachprägung uud wie derselben eventuell zu begegnen sei. Verbliebe es bei der Ausprägung vou silbernen Fünfmarkstücken, so würde die Nach- präguug eiueu Gewinn von ü Silbergrofchen pro Stück ergeben. Der Versuchung sei daher ein starker Anreiz gewährt: die wenig bedrohlichen Erfahrungen, welche in dieser Hinsicht bei den seitherigen Silberscheidemünzen gemacht worden seien, fielen nicht ins Gewicht, weil große Mengen von Scheidemünzen schmieriger in Umlauf zu fetzeu seieu, als die größeren Silbermünzsorten. Von einem Fünfmarkstück könne bei solcher Unterwertigkeit wohl kaum mehr die Rede sein. Allein auch die weiteren Unterstufen würden der Gefahr der Nachpräguug uoch unterworfen fein. „Dieser Gefahr sei auch kaum zu begeguen. Die Nachprägung werde zwar durch die §Z 146 und 147 des Reichsstrafgesetzes als Münzverbrechen an dem Urheber und Verbrecher bestraft, allein der erstere werde, wenn die Nachprägung im Ausland vor sich gehe, nur selten, der Verbreiter fast nie zur Strafe gezogen werden können, weil letzterem die Wissentlichkeit der Unechtheit der von ihm verbreiteten Münzen schwer nachzuweisen wäre. „Ein Verbot der Einfuhr deutscher Silbermünzen über die Zollgrenze würde auch die Wiedereinfuhr echter Münzen treffen und eine bloße Überwachung der Einfuhren durch die Grenzaufsichtsbehörden würde nur etwa als Einleitung einer strafgerichtlicheu Verfolgung zu rechtfertigen fein, im Resultat aber geringe Sicherheit gewähren. ! Art. 9 des Gesetzes (enthaltend die Bestimmung über den Umtausch von Silbermünzen gegen Reichsgoldmünzen). — 224 — „Gelänge es in der That, größere Mengen von nachgeprägten Silbermünzen in Verkehr zu setzen, so erübrige nur ein rascher Einzug des gesamten Silberunilaufs und dessen Ersatz durch neue, anders gestaltete, vollhaltigere Silbermünzen, was für den Verkehr von den störendsten Folgen, für die Reichskasse aber mit beträchtlichen Verlusten verknüpft fein würde. „Die vorgeschlagene Bestimmung des Feingehalts sollte daher durch eine auderweitige Fixierung des Feingehalts und zwar dahin ersetzt werden: ZI. An feinem Silber soll enthalten das Zweieinhalbmarkstück ... 13 Gramm das Einmarkstück......5,2 das Einhalbmarkstück .... 2,6 und das Einviertelmarkstück . . 1,3 ^ Das Mischungsverhältnis der Silbermüuzen wird auf 13 Teile Silber und 2 Teile Kupfer (-^ 0,8666 . . . fein) festgesetzt . . . ." Abgesehen von diesen Vorschlägen sprach sich der badische Bevollmächtigte gegen die Schaffung von Nickelmünzen aus. Der Einwand, daß kupferne 10- und 5 Pfennigstücke zu groß und unbequem sein würden, sei nicht stichhaltig, denn es sei nicht erforderlich, daß das 10 Pfennigstück, weil es den 10fachen Wert des 1 Pfennigstücks repräsentiert, darum auch das lOfache Gewicht an Kupfer enthalte. „Diesen Ausführungen gegenüber", so heißt es im Bericht weiter, „wurde zunächst seitens der vereinigten Ausschüsse anerkannt, daß es ein Bedürfnis sei, zwischen das Zehnpfennig- und Einhalbmarkstück eine Zwischenmünze einzuschieben, und namentlich von den Bevollmächtigten für Bayern und Württemberg wurde betont, daß dazu ein Zwanzigpfennigstück am geeignetsten erscheine. Es beruhe auf der Zehnteilung und ruude sich auf süddeutsche Kreuzer ab, was für die Umrechnung sowohl, wie für eine möglichst geringe Verschiebung der Preise dem Verkehr von Sttddeutschland zu statten komme. Dem bezüglichen Antrag der genannten Bevollmächtigten schloß sich die Mehrzahl der Ausschußmitglieder an und wurde derselbe zum Beschluß erhoben. „Dagegen wurde hinsichtlich einer etwaigen Zwischenstufe zwischen Ein- und Fünfmarkstücken resp, eines Wegfalls der letzteren hervorgehoben, daß diese Frage in innerem Zusammenhange stehe mit den angeregten ^ Danach wären aus dem feinen Pfund je W"/,z Mark auszubringen gewesen. — 225 — Änderungen über die Bestimmung des Feingehalts der Silbermünzen und daß Hierwegen, sowie auch über das etwaige Absehen von der Ausprägung von Nickelmünzen, zunächst die Äußerung von Münztechnikern einzuholen sei. „Das erhobene Gutachten besagt nun im wesentlichen folgendes: „Die Gefahr einer Nachprägung sei bei Annahme des Vorschlags der Präsidialvorlage als nicht unbegründet anzuerkennen, jedoch nur bei dem Fünfmarkstück, während die Nachahmung von ^/i- und '/s Markstücken in größerem Maßstab nur mit Schwierigkeiten gewinnbringend zu bewirken sei. Es könne daher eine Änderung in der Ausbringung der Silbermünzen, wie solche von dem Bevollmächtigten für Baden vorgeschlagen sei, nicht befürwortet werden, vielmehr würde ein Aufgeben der runden Stückelung von 100 Mark auf ein Pfund fein zu bedauern sein, Keinen- falls sei die Bestimmung eines Feingehalts auf 0,866 Bruchteile von Tausendteilen zu empfehlen. Das Gutachten empfiehlt hiernach, dem Fünfmarkstück, und zwar ihm allein, ein besseres Ausbringungsverhältnis zu geben und schlägt einen Ausmünzungsfuß von 95 Mark aus 1 Pfund fein vor, wonach 19 Stücke auf das feine Pfund, 17,1 auf das Bruttopfund gehen und 171 Fünfmarkstücke 10 Pfund wiegen würden. Der Münzfuß werde dadurch um 5^/9 °/o verbessert. „Die Sachverständigen empfehlen des weiteren, die 10- und 5 Pfennigstücke in Nickel, etwa unter dem Namen Argentanmünzen, weil sie doch nur zum geringeren Teile einen Zusatz von Nickel enthalten würden, auszuprägen. „Endlich wird empfohlen, für die projektierten 20 Pfennigstücke der Prägung in Silber statt in Nickel resp. Kupfer den Vorzug zu geben. Sie könnten immerhin noch die annehmbare Dimension von 16 Millimeter im Durchmesser erhalten, es könne zu der beträchtlichen Menge, welche ausgeprägt werden würde, das überschüssige Silber aus den einzuziehenden Silberkurantmünzen passend verwendet und damit zugleich der Anschaffungspreis des Nickel- und Kupsermetalls auf mäßiger Höhe erhalten werden. — Auch sei damit einer unerwünschten Annäherung und Verwechselung mit den in Nickel geprägten belgischen 10 Centimesstücken vorgebeugt. „Das Ergebnis der hierüber gepflogenen Ausschußberatungen war folgendes: 1. Es soll bei dem Vorschlage des Entwurfs, Fünfmarkstücke als Silbermünzen auszuprägen und eine Zwischenstufe zwischen den Helfserich, Beiträge zur Geldresorm, 18 — 226 - Fünfmarkstücken und Einmarkstücken nicht einzuschalten, und ebenso bei der projektierten Bestimmung des Feingehalts der Silbermünzen sein Bewenden behalten. 2. Das Vs Markstück soll als Silbermünze, die 10- und 5 Pfennigstücke sollen aus Kupfer mit einem Zusatz von Nickel, unter der Bezeichnung als Nickelmünzen ausgeprägt werden. „Hierfür waren nachstehende Erwägungen vorzugsweise maßgebend. Was gegen das Fünfmarkstück als Silbermünze spreche, sei die Besorgnis vor Nachprägung. Diese Besorgnis sei indes nicht begründet. Bisher seien Nachprägungen von Silberscheidemünzen, die doch mindestens ebenso lohnend gewesen wären, als die jetzt befürchtete, nicht vorgekommen, was offenbar daher rühre, daß der Fälscher, der sich immer der Gefahr der Entdeckung und dem Risiko nutzlos aufgewendeten Kapitals und vergeblicher Arbeit aussetze, sich in der Regel nicht mit bloßer Nachprägung begnüge, fondern durch geringen Gehalt der Falsifikate einen größeren Gewinn zu verschaffen suche. Derartige Nachahmungen verfielen aber bald der Entdeckung und gefährdeten nicht den Umlauf der echten Münzen. Wer aber echte Münzen herstellen wolle, der bedürfe nach dem jetzigen Stand der Münztechnik so vollkommener Betriebseinrichtungen und eines so beträchtlichen Kapitals, daß der Betrieb weder im geheimen erfolgen könne, noch gegenüber dem Risiko als ein lohnender anzusehen sei. Zudem sei in England, von woher ein unerlaubter Münzbetrieb gewöhnlich befürchtet werde, die Nachprägung fremder Münzen strenge verboten. „Indem hiernach die Ausschnßmehrheit von der Überzeugung ausging, daß die Ausprägung von silbernen Fünfmarkstücken in dem vorgeschlagenen Feingehalt keinem begründeten Bedenken unterliege, erschien es derselben nicht ferner als ein Bedürfnis, das Fünfmarkstück durch ein Zweieinhalbmarkstück zu ersetzen oder dasselbe in seinem Feingehalt zu verbessern. Weder sei eine üble Rückwirkung auf die Preisverhältnisse zu besorgen, noch könne es empfehlenswert erscheinen, zweierlei Silbermünzen mit verschiedenem Feingehalt zu kreieren." Zu den Bestimmungen über die Maximalgrenze der Scheidemünzausgabe, über die gesetzliche Zahlungskraft der Scheidemünzen und über die Verpflichtung des Reichs zum Umtausch der Scheidemünzen gegen Reichsgoldmünzen, macht der Bericht folgende Bemerkung: „Die Quantität der für den Umlauf erforderlichen Münzen zu bestimmen, giebt es keine zuverlässige Unterlage, denn auch den Gesamtumlauf von Gold-, Silber- und Scheidemünzen auf den thatsächlichen — 227 — Stand des Überschusses aller Ausprägungen an gemünztem Gelde zu basieren, ist um deswillen nicht vollkommen zutreffend, weil sich das Quantum des ausgeführteu oder eingeschmolzenen Geldes, die Menge der umlaufenden fremden Münzsorten und der papiernen Zahlungsmittel nicht wohl übersehen läßt. Die angenommenen Maximalbeträge, deren Ausbringung indes noch viele Jahre erfordern wird, können deshalb als versuchsweise Suvpositionen angesehen werden, welche eine Berichtigung im Wege des Gesetzes je nach Bedürfnis zulassen..... „Der Maximalbetrag für die Annahmepflicht bei Reichs-Nickel- und Kupfermünzen mit Mark erschien den vereinigten Ausschüssen zweckentsprechend bemessen. Dagegen fanden dieselben, daß für Neichssilber- münzen der Betrag von 50 Mark zu hoch gegriffen sei. Wolle man die Goldmünzen im Verkehr einbürgern lind sie namentlich im kleinen Verkehr des täglichen Lebens heimisch machen, so müsse man eine Annahmepflicht für keinen höheren Betrag statuieren, als welcher mindestens mittelst der höchsten Goldmünze gezahlt werden kann. Andere Staaten gehen darin weiter, indem sie eine obligatorische Annahme insoweit festsetzen, als der Zahlungsbetrag den Wert der niedersten Goldmünze erreicht. Die vereinigten Ausschüsse glaubten jedoch, daß das anzustrebende Ziel ohne anderweite zu große Belästigung zu erreichen sei, wenn Niemand verpflichtet wäre, mehr als 20 Mark in Reichssilbermünzen in Zahlung zu nehmen. „Desgleichen erachteten sie, daß der im Abs. 2 (Artikel 8) behufs des Umtausches gegen Neichsgoldmünzen angenommene Minimalbetrag für Nickel- und Kupfermünzen zu hoch gegriffen sei und reduzierten den zur Präsentation als erforderlich vorgeschlagenen Mindestbetrag von 100 Mark auf 50 Mark. Im übrigen wurde konstatiert, daß für die Reichssilbermünzen bei den Reichs- und Landeskassen eine uneingeschränkte Annahmepflicht besteht, während Nickel- und Kupfermünzen nur nach Maßgabe des Abs. 1 in Zahlung angenommen zn werden brauchen, sowie, daß die erstgedachte Bestimmung auf die in Art. 9 des Gesetzes vom 4. Dezember 1871 den Reichs- und Landeskassen gleichgestellten Kommunalkaffen, sowie auf Geld- und Kreditinstitnte und Banken keine Anwendung findet. „Der im Abs. 2 zugelassene Umtausch gegen Reichsgoldmünzen beschränkt sich jedoch auf Reichsmünzen, und kann nicht auch für Landes- Silber- und Scheidemünzen, soweit sie in der Übergangsperiode Hülfsweise die Stelle von Reichsmünzen vertreten, begehrt werden." Der Charakter des künftigen deutschen Geldwesens als Goldwährung is* — 228 — wurde in dem Gesetzentwurf dadurch prägnant bezeichnet, daß die Ausprägung anderer Münzen als der vollwertigen Reichsgoldmünzen und der unterwertigen Reichssilber-, Nickel- und Kupfermünzen untersagt wurde. „Daß eine Ausprägung von anderen, als den durch das Gesetz eingeführten oder zugelassenen Reichsmllnzen", so heißt es in dem Bericht, „nicht mehr stattfinde, liegt in der Natur der Sache. Auch daß die Herstellung von Gedenkmünzen, in Gestalt von Landessilbermünzen, vom 1. Januar 1874 ab nicht ferner zulässig sei, entspricht dem Geist des Münzgesetzes, welches keine Landesmünzen mehr kennt- Will künftig von einer Landesregierung die Erinnerung an erhebende geschichtliche Ereignisse durch künstlerisch hervorragende Prägungen erhalten werden, so kann dies durch Gedenkmedaillen geschehen. Auch steht nichts entgegen, zur Erinnerung an denkwürdige Erlebnisse der Nation die Prägung von Reichsdenkmünzen in geordnetem Wege zu beschließen." Der Schlußstein des neuen Währungssystems war, wie allgemein anerkannt wurde, die Freigabe der Prägung von Gold aus Privatrechnung. Die Versasser des Entwurfes konnten sich zur völligen und rückhaltlosen Freigabe der Goldprägung noch nicht entschließen. Artikel 11 erteilte dem Reichskanzler lediglich die Ermächtigung, „aus einzelnen Münzstätten auch Ausprägungen von Reichsgoldmünzen auf Privatrechnung zuzulassen". Der Bundesrat schloß sich dieser Fassung an, aber nicht ohne Widerspruch. Bei der Wichtigkeit dieses Punktes seien hier die Ausführungen des Ausschußberichtes, obwohl sie teilweise in die dem Reichstag vorgelegten Motive übergegangen und so bereits veröffentlicht sind, w sxtsuso wiedergegeben. „Die dem Reichskanzler erteilte Befugnis, auf einzelnen Münzstätten auch für Privatrechnung Goldausmünzungen zuzulassen, erleichtert den Verkehr und gestattet die Benutzung günstiger Konjunkturen. In England geht man in Gestattung der Privatausmünzung weiter, als es im Entwurf geschehen ist. Dort kann die Goldausmünzung auf Privatrechnung in unbeschränkter Menge gefordert werden. Allein die Verhältnisse liegen für Deutschland insofern anders, als letzteres sich noch in der Übergangsperiode zur Goldwährung befindet, und als Deutschland für Erhaltung der Vollwichtigkeit feiner Goldmünzen einzustehen hat, während dies in England nicht der Fall ist. In der Übergangszeit werden die sämtlichen Münzstätten durch Ausprägungen für Reichsrechnung vollständig in An- — 229 — spruch genommen sein und, so lange Goldmünzen für Reichsrechnung zur Deckung des ersten Bedarfs ausgeprägt werden, wird die voraussichtliche Höhe des Goldpreises für die Privatausmünzungen keine besonderen Vorteile darbieten. Die Neichsregierung wird für Barrengold jederzeit eine willige Abnehmerin sein. Ist aber einmal der Bedarf an Goldmünzen für die Zirkulation des Reichsgebietes hergestellt, so besteht für die Reichsregierung kein Interesse an Vermehrung der betreffenden Zahlungsmittel und für Private nur etwa insofern, als sich Reichsgoldmünzen im Ausland als gangbare Zahlungsmittel einbürgern sollten, wie dies mit dem englischen Sovereign in überseeischen Ländern der Fall ist. Dann aber trägt die Neichsregierung die Last der Erhaltung der Vollwichtigkeit von Münzen, welche ihrem Verkehr nicht dienen, und es stellt sich infolge dessen die umgekehrte Erscheinung ein, wie beim englischen Sovereign. Weil dieser, wenn er unterwichtig zur Bank kommt, entzweigeschnitten und zurückgegeben wird, zirkuliert er unterwichtig vorzugsweise im Ausland; die vollwichtigen Stücke aber laufen im Mutterlande um. Gerade umgekehrt würden die unterwichtigen Reichsgoldmünzen, weil sie von der Reichskasse eingezogen werden, ins Mutterland fließen, die vollwichtigen aber dem Auslande verbleiben. Es ist daher ganz in der Ordnung, daß für die auf Privatrechnung geprägten Reichsgoldmünzen eine Gebühr in die Reichskasse fließe, welche eine Entschädigung für die Übernahme der Erhaltung der Vollwichtigkeit bildet. In diesem Sinne soll nach Absatz 3 und 4 des Artikels 11 der Reichskanzler die Ausmünzungsgebühr normieren können, und er wird, sobald die Ausmünzung nicht dem inländischen Verkehre zu gute kommt, regelmäßig eine höhere Gebühr, als die den Münzstätteu sonst zu bewilligende festsetzen, deren Mehrbetrag aldann zur Reichskasse fließt. „Der Bevollmächtigte für Hamburg hat wesentlich im Einklänge mit der vom Reichstag zu dem Gesetz über die Ausprägung von Reichsgoldmünzen gefaßten Resolution I und unter Beitritt des bayerischen Bevollmächtigten beantragt, den Münzstätten des Reichsgebietes, insofern sie nicht vom Reiche in Anspruch genommen sind, die Verpflichtung aufzulegen, für Privatrechnung Reichsgoldmünzen auszuprägen und zwar gegen keine höhere, als die regelmäßige Gebühr, wobei jedoch allerdings dem Reichskanzler freistehen soll, im Falle eines anderweiten Bedürfnisses die private Ausmünzung wieder zu sistieren. „Die vereinigten Ausschüsse haben sich jedoch aus den vorhin entwickelten Gründen und zumal es sich vorerst nur um ein Experiment — 230 — handelt, für eine weitergehende Bestimmung nicht entscheiden können und beantragen die unveränderte Annahme des Artikels 11." In seinem übrigen Inhalt decken sich die Ausführungen des Berichts im wesentlichen mit den gedruckten Motiven des dem Reichstag vorgelegten Entwurfes, namentlich was die dem Bundesrat zur Sicherstellung der Goldwährung erteilte Ermächtigung, fremde Münzen zu tarifieren oder ihren Umlauf gänzlich zu untersagen, anbelangt; ferner auch, soweit sie die durch die diesbezüglichen Bestimmungen des Gesetzes vom 4. Dez. 1871 bereits gegebene staatsrechtliche Grundlage des neuen Münzwesens betreffen. Hinsichtlich dieser Punkte sei auf das Aktenstück Nr. 15 der Drucksachen des Reichstages von l873 verwiesen. Vierter Teil. Die Durchführung der Münzreform. I. Die Geldbeschaffung. Die wichtigsten der zur Durchführung der Münzreform notwendigen Operationen waren die Beschaffung des zur Herstellung des erstrebten Goldumlaufs notwendigen Goldes und die Verwertung des aus dem Umlauf zu beseitigenden Silbers. Wir beschäftigen uns zunächst mit der Goldbeschaffung. Für die Versorgung der Münzstätten mit Prägegold standen der Reichsregieruug verschiedene Wege offen. Sie konnte sich darauf beschränken, die Münzen anzuweisen, das ihnen von Privaten gebrachte Gold gegen eine bestimmte Prägegebühr in Reichsgoldmünzen auszuprägen, während sie ihrerseits nur das mehr oder weniger ohne ihr Zuthun in ihren Besitz gelangende Gold, z. B. die einzuziehenden Landesgoldmünzen und den in effektivem Gold eingehenden Teil der französischen Kontribution, auf Rechnung des Reichs hätte ausprägen lassen. Sie konnte ferner die Beschaffung des nach ihrer Ansicht notwendigen Quantums von Prägegold einem großen Bankinstitut, z.B. der Preußischen Bank, übertragen und diesem Institut dabei völlig freie Hand lassen. Sie konnte schließlich die Goldbeschaffung völlig in die eigene Hand nehmen. Der letztere Weg wurde gewählt. Bis zum Jahre 1875, in welchem durch eine Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 8. Juni in Gemäßheit der Bestimmung in Art. 12 des Münzgesetzes die Goldprägung für Private freigegeben wurde, ist das gesamte Prägegold den Münzstätten ausschließlich vou der Reichsregierung geliefert worden. Für die Golbeschaffung standen der Reichsregierung folgende Mittel zur Verfügung: 1. die Einziehung der Landesgoldmünzen, 2. die Eingänge der französischen Kriegskosten-Entschädigung, 3. die Erlöse aus den Verkäufen der eingezogenen und eingeschmolzenen Silbermünzen. — 1. Die Einziehung der Landesgoldmünzen lieferte ein verhältnismäßig sehr unbeträchtliches Quantum Prägegold. Bis zum 15. März 1873 waren, wie die 2. Münzdenkschrift mitteilt, 669.668V2 Stück preußischer Friedrichsdor und 217.819 Stück deutscher Kronen, zusammen im Wert von ca. 5.800.000 Thlr. erworben. „Was die übrigen Goldmünzen betrifft", so teilt die erwähnte Denkschrift weiter mit, „so ist zunächst Einleitung getroffen, diejenigen Goldmünzen, welche wie die Friedrichsdor einen festen Kassenkurs haben, zur Einziehung zu bringen. Die Bundesregierungen sind ersucht worden, diese Goldmünzen in ihren Kassen anzuhalteu und sie der Reichshauptkasse, behufs ihrer Verwendung als Prägegold, einzusenden. Erhebliche Beträge solcher Goldmünzen sind nicht im Umlauf. Die Außerkurssetzung sämtlicher Landesgoldmünzen wird eingeleitet werden, sobald die im Artikel 7 des Entwurfs eines Münzgesetzes vorgesehene gesetzliche Ermächtigung erteilt sein wird." Die Außerkurssetzung erfolgte durch Bekanntmachung vom 6. Dezember 1873; die Einlösungsfrist lief am 30. Juni 1874 ab. Obwohl mit der Einziehung der Landesgoldmllnzen auch vor ihrer Außerkurssetzung während des ganzen Jahres 1873 fortgefahren wurde, waren am Schluß dieses Jahres nur für 7.371.210 Thaler 26^2 Silbergroschen an das Reich abgeliefert. Erst die formelle Außerkurssetzung selbst führte dem Reich größere Beträge zu. Im Jahre 1874 gelangten mehr als 23 Millionen Thaler in Landesgoldmünzen zur Einlösung. Die Gesamtsumme der auf Reichskosten eingezogenen Landesgoldmünzen belief sich auf 30.316.160 Thaler 10V,-- Silbergroschen ^ 90.980,481,04 Mark. Im Verhältnis zu der für die Erfüllung des deutschen Umlaufs mit Gold notwendigen Goldmenge war dieser Betrag überaus uiedrig. 2. Von der größten Bedeutung für die Goldbeschaffung war die französische Kontribution. In Anbetracht der Wichtigkeit dieser riesigen Übertragung von Zahlungsmitteln für die Durchführung der deutschen Münzresorm sei hier eine seiner Zeit im Reichskauzleramt augefertigte Zusammenstellung des Umfangs der Zahlungen und der Art der Zahlungsmittel wiedergegeben. — 235 — Übersicht der Zahlungen auf die dem Deutschen Reiche von Frankreich geleistete Kriegskosten-Entschädigung. Die Kriegskostenentschädigung betrug an Kapital: 5.000.000.000 frcs. an Zinse n: 301.145.078 - zusammen: 5.301.145.078 frcs. Hiervon entfallen: 1. auf die in der Zeit vom 7. Juli 1871 bis zum 11. März 1872 abgetragenen ersten beiden Milliarden nebst den bis zum 2. März 1872 fällig gewordenen Zinsen der letzten drei Milliarden..... 2.150.000.000 frcs. 2. auf die in der Zeit vom 29. Aug. 1872 bis zum 5. September 1873 abgetragenen letzten drei Milliarden nebst den vom 2. März 1872 noch aufgelaufenen Zinsen..... 3.151.145.078 - sind 5.301.145.078 frcs. gezahlt....... 1.824.876.420 frcs. durch Gegenrechuung beglichen (für Abtretung der Ostbahn) ... . 325.123.580 - s «? Z s gezahlt....... 3.151.111.349 frcs. ^< durch Gegenrechnung be- ! glichen...... 33,729 2.150.000.000 frcs. ^ 3.151.145.078 frcs. sind wie oben: 5.301.145.078 frcs. Die umstehend nachgewiesenen Zahlungen auf die ersten beiden Milliarden haben für Frankreich gegen das Soll von 1.824.876.420 frcs. einen bei der dritten Milliarde ausgeglichenen Rückstand von 259,912 frcs., die Zahlungen auf die letzten drei Milliarden gegen das Soll von 3.151.145.078 frcs. einen Überschuß von 841.209 frcs. ergeben. >g- is « „ « Z s- ^ « ^ >» S N >s G !- — N s ^: K E> »s> Q >?- SO -2> m s ^ s so Q uz is «- ^ > so r2 ^ so Q SO ^ Ä 00 so' -5 c2> o? Ä ^ »- m Ä s» A ! > ^ ^^-^> s ! ^ so S2 -2 <^> m 8 Ä s- -I> ^ 8 -o ! ! ! > ! > ^ c?> so so o? m so »s> oo c^> SO so 20 M Q IS ^ ^ ^so ! ! °° I ! ! ^ > c>? j ! ! <^>-i- ^> so s? ^ r- ! > > I <^> ^ s? <^> M >s> «> Z K M-s NZL ^? S? ? „ K'-«^« ö? « « ^! G c- e-? I« ^---S s ! > so so ^ m L m "8 Z «.Z- ^"^^ s ^ ? s ^-» ^ -5 H - ZZ ^K?? «-Z K -! ^! Ä ! s? cn Q ^ K K -O SO 0? ^ 8 00 SO u? so 1^ <2> SO ^ ^ I>- oo u? °? M M M SO «z ^ ^ ?!7> S^I ^ »6 «z so c« oö W sr- '"7 --5 ' Z-L ^. ^ L ^ NZL ^-«>' ^ K-RZ "er beschafften und zur Prägung von Reichsgoldmünzen verwendeten Goldmengen nach Barren und den verschiedenen ausländischen Münzsorten. a) Franken in 20-, 10- und 5-Franken- stücken......... 166.704.155 Fr. d) Franken in 20-, 10- und 5-Franken- I. Ankäufe von Gold bis zum 15. März 1873. (Nach der zweiten Münzdenkschrift.) ^. In Deutschland. stücken......... e) Sovereigns....... ä) Russische Jmperialen . . . . k) Amerikanische Dollars und Eagles 48.857,392« Pfund Brutto 1.908.954 F 13.531,2S8i Pfund Brutto 609,»Z27 - - Helfferich, Beiträge zur Geldreform. 16 — 242 — t) Barren......... 2.614,6sis Pfund Brutto A) Spanische Jsabellinen..... 332,iss4 1i) Kronen österr. Gepräges .... 8.418'/ü Kronen im ganzen ca. 188.000 Pfund Feingold im Beschaffungswert von ca. 86'/2 Millionen Thaler 260 Millionen Mark'. L. In England. a) Barren............ 3.033.897,«22 02. st. b) Eagles............ 193.194,27s 02. brutto «) Napoleons........... 273.950,o?s - im ganzen ca. 199.000 Pfd. Feingold im Beschaffungswert von ca. 91'/2 Millionen Thaler 274V2 Millionen Mark'. Demnach Summe der bis 15. März 1873 in England und Deutschland bewirkten Goldkäuse: 387.000 Pfund Feingold zu 534 Millionen Mark'. Außerdem waren bis dahin 106.704.950 frcs. französischer Goldmünzen und 7.024'/2 F englischer Goldmünzen mit der französischen Kriegskosten-Entschädigung eingegangen, welche einen Wert von ca. 28.300.000 Thaler repräsentierten. Ferner waren 669.668'/2 Stück preußischer Friedrichsdor und 217.819 Stück Kronen deutschen Gepräges im Werte von ca. 5.800.000 Thaler angeschafft. Diese französischen, englischen und deutschen Goldmünzen hinzugerechnet, belief sich die gesamte Goldbeschaffung bis zum 15. März 1873 auf ca. 460.000 Pfund Feingold zu ca. 632 Millionen Mark. 1 Der Beschaffungswert ist in der Denkschrift nicht angegeben. Obige Zahlen beruhen auf der Berechnung des Pfundes Feingold zu 1380 Mark, dem ungefähren Durchschnittspreis des den Münzstätten für Rechnung des Jahres 1372 überwiesenen Goldes. (Siehe die folgende Tabelle.) — 243 — II. Die Überweisungen von Prägegold an die Münzstätten von feiten des Reichs. a. Barren und ausländische Münzen. Jahre Überwiesene Goldinengen Pfund fein Anschaffung im ganzen zswert pro Pfund fein Ausmün- znngSwert (1395 ^6 pro Pfund fein) Brutto-Mün im ganzen zgewinn pro Pfund fein 1872 1873 1874 1876 1876/77 319.171,635 401.301,«!° 31.974,7°° 68.466,i»s 31.176,o»8 440.174.703 656.074.516 44.345.789 81.102.323 43.343.497 1379,12 1385,68 1386,90 1387,19 1390,32 445.244.431 659.815.759 44.604.719 81.568.895 43.489.248 5.069.728 3.741.244 258.930 456.572 145.751 15,88 9,32 8,10 7,81 4,68 Zusamm. 842.088,209 1.165.040.827 1383,51 1.174.713.052 9-672-225 11,49 d. Deutsche Landes gold münzen. Jahre > Münzsorten Anschaffungs- wert Schmelzergebnis Pfund fein Ausmün- zungswert Brutto-? gewii im ganzen Künz- 1N pro Pfund fein ^5 1872 1873 1874 663.000 Friedrichsdor . 205.492>/2 Kronen deutschen Gepräges. . . 11.271.000 6.728.673 7.964,2» 4.108,,°» 11.110.119 6.730896 — 160.881 -I- 2.223 —20,20 -4- 0.60 Zusammen 16.999-673^12072,412 16,841,015 - 158-658 —13,14 42.200 Friedrichsdor 248 kurhessische Pistolen 15.805'/- Kronen deutsch. Gepräges..... 897.628'/4 Gulden südd. Goldmünzen. . . . ^ 721.616 437.893 1.638.791 507,sz5 316,02« 1.069,?00 708.569 440.717 1.491.766 - 13.047 -4- 2.824 — 47.025 —25,63 -t- 8.94 —43.98 Zusammen 2.698,300 1,893,227 2-611052 - 57.248 -30,24 a) Goldmünzen, die zu ihrem Kassenkurs eingelöst wurden: 3.731.713V2 Friedrichsdor und 16.010V2kurhsss. Pistolen 1.126.962 südd. Goldmünzen ..... k) nach ihrem Metallwert eingelöste Landesgold- inünzen u. angekaufte Kronen'..... ^64.561.229 1,931.936 4.783.306 45.350,452 1.344,7°° 3.431,454 63.263.881 1.876.990 4.7S6.878 —1.297.348 - 65.945 -i- 3.673 —23,61 —41,60 -i-10.40 Zusammen 71.276.469 50-126,702^69-926.749 -1.349.720 -26.93 Gesamt-Sumine 90.974.442 64.092,34189.408.816 -1.565.626 -24,43 ' Darunter offenbar ein nicht bestimmter Betrag österreichischer Kronen, wie daraus hervorgeht, daß der gesamte Beschaffungswert der überwiesenen Landesgoldmünzen 16* 5 — 244 - III. Übersicht über die Goldankäufe des Reichs. a. Von 1871 bis 1876 (ausschließlich der Einziehung von Landesgoldmünzen). Nach einer Mitteilung des Reichskanzleramtes an die Reichsbank vom 25. Dezember 1877 wurde für Rechnung des Reichs Gold angeschafft: 1871 und 1872 für 523.976.336 Mark> 1873 - 516.335.963 - ' 1874 - 318.219 - 1875 - 100.974.011 1876 53.655.681 Zusammen für 1.195.260.210 Mark. d. Von 1877 bis 1879 (aus den Akten der Reichsbank)'. Zeit Pfund fein Ankaufspreis F sk.ä.» Dem Reich wurde fiir das beschaffte und der Reichsbank überlassene Gold von der Reichsbank gutgeschrieben Ertrag des Pfund Sterling für das Reich Durchschnitt!. Wechselkurs auf London in Berlin «kurz- Sichy 1877: I. Quartal . . . II. Quartal. . . III. Quartal. . . IV. Quartal. . . 27.478,?is4 28.6l0,Z95i 48.699.4vi2 14.463,02a? 1.880.717.12. 1 1.961.046.11.— 3.332.362. 1. 6 1.001.46S. 3. 6 38.226.039,46 39.680.742,98 67.780.166,77 20.399.273,38 20,326 20,338 20,340 20,369 20,433 20,462 20,446 20,436 im ganzen Jahre 1877 1878: I. Quartal . . . II. Quartal . . . III. Quartal. . . IV. Quartal . . . 119.152,2267 33.674,7so» 4.896,gs5!, s18.903,928S ! ? 81L5 571. 8- » 2.297.178.12. 8 334.860.18.10 1.292.90S.19. 4 693.391. 3. 6« 1 März April Mai. Juni Juli August. September Oktober . November. Dezember . Zusammen im Jahre 1876 1877: Januar Februar März April Mai. Juni Juli August. September Oktober . November. Dezember . Zusammen im Jahre 1877 1878: Januar , Februar . März April Mai. Juni Juli August. September Oktober . November. Dezember. Zusammen im Jahre 1878 12.943.544 621.934 1.744.318 642.294 27.457 33.743 1.980.739 227.359 8.653.061 306.969 110.217 82.885 155.499 25.826 418.841 115.519 — 17.694 105.953 19.440 18.155.819 13.565.478 2.386.612 61.199 2.208.098 8.960.030 193.102 181.325 534.360 17.694 105.953 18.175.259 26.150.069 1.525 5.104 164.968 350.787 522-384 1.404.032 570.281 86.873 66.168 356.586 384.181 748.423 12.826 334.102 1.309.009 1.275.279 674.185 7.221.945 2.074.223 25.048 62.948 112.560 18.155.81!» 28.343.574 2.039.543 19.672.885 170.272 16.337.062 17.031.754 13.715.565 37.309.078 19.505.423 16.558.201 134.225 5.608.368 46389.110 28.345.099 2.064.591 19.672.885 170.272 16337.062 17.036.858 13.889.533 37.309.078 19.505.423 16.621.150 134.225 6.071.715 200.55« 101.810 687.435 191.228 73.228 130.521 1.147.204 60.541 52.873 176.425-950 1.660.507 22.871.785 18.S17.151 12.153.037 176 5.675.846- 61.9582 27.084.077-° 177.148.801 3.166.349 24.129.551 1.8.795.252 12.219.205 429.990 514.702 1.895,627 73.367 386.975 6.984.855 1.337.237 27.758.261 2.444.800 88.024.537 07.K01.371 - Davon 4.000.000 in ausländischen Münzen. 2 Davon 2.726.465 ^! in ausländischen Münzen. - Ausländische Münzen. — 247 — Von Privaten in ausländischen Münzen in Barren Vom Reich in Barren Zusammen 1.148.782 1.196.480 566,024 125.947 32.289 77.448 4.638 3.098 17.46S.684 21.396.721 7.342.490 49.349.40» 1.000 81.664 23.303 24.648 1.243.972 3.380.448 2.244.771 7.701.060' 7.398.616 10.477.668 2.030.881 3.993.649 1.266.360 36.065 8.851.281 8.676.660 11.066.995 2.166.828 4.026.938 1.343.808 39.603 24.648 3.098 18.699.556 24.777.169 9.587.261 6,999,80« 32,903,638 89.252,843 V. Die Goldprägungen ans Privatrechnung 1873—1379. Zeit Zur Ausprägung bei den Münzstätten eingeliefertes Gold Pfund fein Wert in 1000 ^ (1392 ^ pro Pfund fein) Im Jahre 1876 ........ 1. Januar 1876 bis 30. März 1877 . Im Etatsjahr 1877/73 ...... 1. April 1878 bis 31. Dezember 1878. Im Jahre 1879 ........ 81.085,8868 42.407,4342 118.320,3134- 57.676,8098 31.163,6291 112.872 69.031 164.702 80,286 43.380 Zusammen 330.654.0723 460,270 Die Goldprägungen der Reichsbank beliefen sich auf folgende Beträge' im Jahre 1876 - 1877 - 1878 - 1879 71.472 Pfund fein im Wert von 99.490.000 Mk. 80.140 ---- - 111.556.000 - 92.298 ----- 123.391.000 - 33.046 ----- 46.001.000 - Zusammen Dazu die Goldausprägungen für Rechnung der Preußisch. Bank i. Jahre 1875: 276.956 Pfund fein im Wert von 380.4^8.000 Mk. 57.460 79.983.000 im ganzen: 334.416 Pfund fein im Wert von 460.421.000 Mk. i Davon 6.311.525 in ausländischen Münzen. - Darunter die 40.000 Pfund fein, welche in den Münzdenkschriften als auf Reichsrechnung geprägt angeführt sind. Siehe oben S, 239 und 240. ° Nach den Akten der Reichsbank. — 248 — Die Prägungen auf Privatrechnung und die Prägungen auf Rechnung der Preußischen Bank stimmen also bis auf eine Differenz von 150.000 Mark 0,3 Promille), welche wohl auf kleinen Unterschieden in der Feingehaltsberechnung beruhen dürfte, mit einander überein. Die gesamten Prägungen auf Privatrechnung fanden also für Rechnung der Reichsbank, bezw. der Preußischen Bank statt. Die Differenz der Privatprägungen und den Prägungen der Preußischen Bank im Jahre 1875 beruht darauf, daß sich die letztere Summe nicht, wie in den späteren Jahren und wie bei den Nachweisungen über die Privatprägungen, auf das eingelieferte, sondern auf das thatsächlich ausgeprägte Gold bezieht. VI. Die Art des M den deutschen Goldprägungen von 1871—1879 verwendeten Materials. (Nach der achten Münzdenkschrift.) Den Münzstätten wurde als Prägematerial geliefert vom Reich Pfunde fein von Privaten Pfunde fein Zusammen Pfunde fein b) Osterreichische Goldmünzen . e) Franken und Napoleondor . 362.371,9842 381,7900 391.166.s9ov 30.181.ss4v 28.262,z°29 12.822,-zsi 16.860,-929 31,0000 0,0914 28S.185.i8i7 74S.S7S4 809,7979 223.HSS 21.S18.iis7 20.671.si3i 1.034,072S 294,3378 110,5296 647.SS7,issv 1.127.3094 391.976,3879 30.404.4S7v 49.770,479° 12.822,93si 37.S32,ioso 1.13S.V72S 294,337» 110.V2IV e) Russische Goldmünzen. . . k) Spanische Jsabellinen. . . e) Dollars und Eagles . . . n) Türkische Goldmünzen . . i) Norwegische Goldmünzen. . Diverse Goldmünzen . . . Zusammen Außerdem deutsche Landesgold- 840.088.3006 64.092.34io 33V.K42.6423 11,4300 1.172.730.9429 64.103,771» Gesamtsumme Wö.180.6416 330.V54.0723 1.236.834,7139 II. Die Goldankäufe der Reichsregierung und der internationale Geldmarkt. Zu der Zeit, als das Deutsche Reich an die Reform des Geldwesens herantrat, war das Gold bereits das weitaus vorwiegende Umlaufsmittel bei den wichtigsten Völkern. Die zur Durchführung des deutschen Währungswechsels notwendige Goldbeschaffung mußte deshalb notwendigerweise eine starke Wirkung auf den gesamten internationalen Geldmarkt ausüben. Bevor wir uns mit diesen Wirkungen beschäftigen, müssen wir mit einigen Worten auf das Wesen uud die Verfassung des „internationalen Geldmarktes" eingehen. Ein internationaler Geldmarkt im modernen Sinne des Wortes bestand seit der gewaltigen Ausdehnung des Welthandels, und seitdem die Möglichkeit einer leichten und fast kostenlosen Übertragung von Geld aus einem Land in andere Länder gegeben war. Die Voraussetzungen dieser Möglichkeit waren folgende: 1. Die Beseitigung aller den internationalen Edelmetall-Verkehr hemmenden Schranken, namentlich der Ausfuhr-Verbote für gemünztes und ungemünztes Gold und Silber. 2. Die Möglichkeit, vermittelst gesetzlich oder thatsächlich freier Prägung das eine oder das andere oder beide Edelmetalle gegen eine geringe Gebühr in Geld verwandeln zu können. 3. Die Ausbildung der internationalen Arbitrage, desjenigen Geschäftszweiges des Bankwesens, welcher sich die Übertragung von Zahlungsmitteln und Wertpapieren aus einem Land in das andere zur besonderen Aufgabe gemacht und durch seine fortschreitende Vervollkommnung diese Übertragungen immer mehr vereinfacht und verbilligt hat. - 250 — Solange sich die Verwendung von Silber und Gold im Geldwesen der Kulturwelt einigermaßen die Wage hielt, erschien der internationale Geldmarkt in zwei verhältnismäßig selbständige Märkte geteilt. Die Vermittlungsstelle zwischen beiden Märkten war der Markt, auf welchem der Austausch der beiden Edelmetalle gegeneinander erfolgte. Eine Geldnachfrage für Silberwährungsländer wirkte unmittelbar nur auf den Geldmarkt der übrigen Silberwährungsländer. Trat eine solche Nachfrage in Goldwährungsländern aus, so konnte nicht ohne weiteres eine Übertragung von Zahlungsmitteln dieses Landes nach dem Silberland erfolgen, sondern die Arbitrageure des Goldlandes mußten ihr Goldgeld erst gegen Silber austauschen. Die Nachfrage nach Zahlungsmitteln für ein Silberwährungsland bedeutete also für ein Goldwährungsland nur eine Nachfrage nach dem Metall Silber; sie wirkte unmittelbar nicht auf den Geldmarkt und die Zinssätze ein, sondern aus den Silberpreis und damit auf das Wertverhältnis der beiden Edelmetalle- Freilich konnten mittelbar die zur Beschaffung des von dem Goldwährungsland verlangten Silbers notwendigen Operationen aus den Geldmarkt des Goldwährungslandes einen starken Einfluß ausüben. Die thatsächlichen Verhältnisse liegen nun so, daß London seit mehr als einem Jahrhundert der Mittelpunkt des internationalen Geld- und Edelmetallmarktes ist.' Die frühzeitige Entwickelung des englischen Handels, seine alten Beziehungen zu allen wichtigen Staaten und namentlich auch zu den wichtigsten Edelmetall-Produktions-Ländern, der große englische Kolonialbesitz, das alles wirkte zusammen, um das neu gewonnene Gold und Silber zunächst nach London zu leiten. Dieselben Verhältnisse machten das englische Geld allenthalben zu einem bekannten und im großen Verkehr stets verwendbaren Zahlungsmittel. Niemals war der internationale Warenhandel, die Grundlage des internationalen Geldverkehrs, in ähnlichem Umfang in den Händen der englischen Kaufleute konzentriert, wie der Geld- und Edelmetallhandel in den Händen seiner Banquiers. Der Grund liegt darin, daß ein Warengeschäft für den Kaufmann einen ungleich größeren Gewinn abwirft, als die durch dasselbe notwendig gemachte Zahlungsausgleichung für den ' Siehe Teil I, Abschnitt III S. 68 ff. - 251 — Banquier abwerfe«? kann. Wo der Kaufmann Prozente verdient, verdient der Banquier nur Promille. Deshalb erfordert der Geldverkehr eine stärkere Konzentration als der Warenverkehr, und deshalb kann nur bei einein ganz erheblichen Verkehr zwischen zwei Ländern die Organisation einer direkten Zahlungsausgleichung auf ihre Kosteu kommen. England hat mit allen wesentlichen Ländern umfangreiche Handelsbeziehungen und in deren Folge zu allen eine organisierte Zahlungsausgleichung! Wechsel auf die meisten und wichtigsten Länder werden seit langer Zeit auf der Londoner Börse gekauft und verkauft. Von dieser Organisation machten lind machen teilweise heute uoch die Länder Gebrauch, deren gegenseitige Handelsbeziehungen nicht groß genug sind, um einen direkten Zahlungs-Austausch zu ermögliche». Das Geld des einen Landes wird nicht unmittelbar in Geld des andern umgesetzt, sondern es wird zuuächst in englisches Geld verwandelt, und das englische Geld wird seinerseits gegen Geld des anderen Staates ausgetauscht. Auf diese Weise ist London das Herz des internationalen Geld- und Edelmetallmarktes. Alle Vorgänge auf den einzelnen nationalen Geldmärkte,? wirken auf London zurück, und die Verhältnisse des Londoner Geld- und Edelmetallmarktes beeinflussen ihrerseits die Gestaltung der ausländischen Geldmärkte. — Durch die Ausdehnung des Goldgebrauchs, welcher durch die Goldausbeute der fünfziger und sechziger Jahre herbeigeführt wurde, trat eine wesentliche Verschiebung ii? dei? Verhältnisse!? des internationalen Geldmarktes eil?. Die Bedeutuug des Londoner Silbermarktes für die Ausgleichung der internationale?? Zahluugen trat zurück, während die Bedeutung des Goldmarktes entsprechend zunahm. Die Verhältnisse des Geldmarktes in den Frankenländern verloren schrittweise ihre Bedeutung für den Silbermarkt, sie begannen unmittelbar auf den Londoner Goldmarkt einzuwirken. Der deutsche Währuugswechsel und die aus ihi? folgenden ähnlichen Schritte der wichtigsten Handelsstaatei? bewirkten, daß der Goldmarkt und der internationale Geldmarkt fast gänzlich identisch wurden. Unter diese?? Verhältnisse?? war der gesamte internationale Geldmarkt den Wirkungen der deutschen Goldnachfrage ausgesetzt. Für die deutsche Regieruug entstand die Anfgabe, die Goldbcschaffungen so durchzuführen, daß sie den? Geldmarkt möglichst wenig fühlbar wurde??. Denn jede Erschütterung ai? einen? Punkt des Netzes mußte auch auf den deutschen Geldmarkt zurückwirke?? und dadurch die Gefahren und Schwierig- — 252 — keiten des Übergangszustandes, in welchem sich das deutsche Geldwesen befand, beträchtlich erhöhen. I. Die Geldbeschaffung aus den Mitteln der Kriegskosten- Entschädigung. Die französische Kontribution, welche der Reichsregierung so gewaltige Mittel zur Beschaffung des für die Goldwährung nötigen Goldes in die Hand gab, mußte, von den aus ihren Mitteln bewirkten großen Goldankäufen der deutschen Regierung abgesehen, an und für sich schon eine gewaltige Erschütterung des Geldmarktes hervorrufen. Auf welche Weise und in welcher Form auch immer die Übertragung der gewaltigen Summe von fünf Milliarden Franken an Deutschland erfolgen mochte: die Notwendigkeit großer Anleihen der französischen Regierung, die Notwendigkeit der Ansammlung großer Summen in den Kassen Frankreichs vor den einzelnen Zahlungsterminen, die Unmöglichkeit, die übertrageneil Summen sofort aus den Kassen der Reichsregierung dem freien Verkehr zurückzuerstatten — diese Verhältnisse stellten allein schon eine ungewöhnliche Anspannung des Geldmarktes in Aussicht. Dazu kam der mächtige Aufschwung der gesamten Volkswirtschaft in fast allen Ländern Europas und in den Vereinigten Staaten, welcher gleichfalls an den Geldmarkt außerordentliche Ansprüche stellte. Die Reichsregierung hatte also auf einem überaus schwierigen Boden zu operieren; das darf bei der Beurteilung ihrer Maßregeln nicht vergessen werden. Die Versuchung liegt nahe, ihr die Verantwortlichkeit für Ereignisse aufzubürden, welche mit Notwendigkeit aus den gegebenen Verhältnissen folgten, uud namentlich den zur Goldbeschaffung ergriffenen Maßregeln die Schuld an Erschütterungen des Geldmarktes zuzuschreiben, deren wahrer Grund in der Übertragung der fünf Milliarden lag. Die französische Kontribution beherrschte den Geldmarkt, ehe die Reichsregierung an die Goldbeschaffung dachte. Frankreich war gezwungen, auf alle Weise Zahlungsmittel für Deutschland aufzutreiben. Obwohl der Zwangskurs der Noten der Bank von Frankreich einen Teil der französischen Metallzirkulation verfügbar machte, war doch nicht daran zu deukeu, auch uur einen erheblichen Teil der Kontribution in Metallgeld abzutragen. Der größte Teil konnte nur in Form von Forderungen (von Wechseln oder Bankanweisungen) übertragen werden. — 253 — Da französische Wechsel ausgeschlossen waren, sah sich Frankreich von allem Ansang an genötigt, den internationalen Geldmarkt in Anspruch zu nehmen. Zwar wurde die zur Beschaffung der ersten zwei Milliarden aufgenommene Anleihe zum größten Teil in Frankreich selbst untergebracht, aber die französischen Abnehmer der Anleihe gaben dafür einen großen Betrag andrer Wertpapiere, welche sich bisher in ihrem Besitz befunden hatten, an das Ausland ab und die daraus hervorgehenden Forderungen, namentlich an England und an Deutschland selbst, wurden dann an die Reichsregierung in Zahlung gegeben. Ein Teil der Wechsel auf das Ausland war aus dein Warenhandel hervorgegangen. Ein weiterer Teil schließlich beruhte auf keinem Verkaufsgeschäft, sondern harrte noch seiner Deckung. England, das gemäß seiner Stellung als Vermittler im internationalen Geldverkehr in großem Umfang Kredit- und Warenwechsel auf sich hatte ziehen lassen, die sich in den Händen der deutschen Regierung ansammelten, mußte zeitig darauf Bedacht nehmen, die Mittel zu beschaffen, um diese Wechsel bei Verfall einlösen zu können. Auf alle Fälle stand bei dem starken Überwiegen der Nachfrage nach deutschen Zahlungsmitteln ein erhebliches Steigen der Wechselkurse auf Deutschland und ein starker Metallexport nach Deutschland bevor; welches Metall nach Deutschland exportiert werden würde, Silber oder Gold, diese wichtige Frage hing ganz und gar von der Art der geplanten deutschen Geldreform ab. Bisher war Deutschland ein Silberwährungsland gewesen. Wir haben in einem früheren Abschnitt gesehen, daß sich der Ausgleich seiner Zahlungsbilanz fast ausschließlich in Silber vollzog. Auch jetzt war die nächste Wirkung der in Aussicht stehenden Kriegskosten-Entschädigung ein starker Silberimport aus England; im zweiten Quartal des Jahres 1871 allein sür fast 2 Millionen F. Da geschah der erste Schritt in der Richtung zur Goldwährung: Anfang Juli 1871 wurde die Berliner Münze angewiesen, kein Silber mehr von Privaten anzukaufen. Bei der geringen Leistungsfähigkeit der übrigen Münzstätten war dieser Schritt allein schon gleichbedeutend mit einer Aufhebung der bisher thatsächlich freien Silberprägung. Damit war dem Ausland die Möglichkeit entzogen, die deutschen Forderungen durch die Remittierung von Silber zu decken, denn Silber konnte nun nicht mehr im Wege der Ausprägung in deutsches Geld verwandelt werden. — 254 Ferner gab es damals in Deutschland überhaupt noch keine Goldmünzen mit gesetzlicher Zahllingskraft. Die Möglichkeit, aus Metall oder fremden Münzen deutsches Geld zu inachen, war also gerade in dem Augenblick ausgeschlossen, in welchen? durch die französische Kontribution auf dem Weltmarkt die stärkste Nachfrage nach deutschen Zahlungsmitteln hervorgerufeu wurde. Obwohl die deutsche Regierung damals mangels eines Münzgesetzes, welches die Ausprägung umlaufsfähiger Goldmünzen gestattete, noch nicht daran dachte, die ihr zufließenden Forderungen auf England zu Goldankäufen in London zu verwenden, entstand eine große Verwirrung, zunächst ans dem Wechselmarkt. Dadurch, daß die Reichsregierung ihre Wechsel auf England auf dem dentschen Markte zur Begebung brachte, während für England die normale Ausgleichung dnrch Metallsendungen verschlossen war, wurde der Wechselkurs auf London in kurzer Zeit so erheblich gedrückt', daß man eine Krisis befürchten mußte. Um einer solchen vorzubeugen, entschloß sich die Reichsregieruug, die Verkäufe englischer Wechsel einzustellen und ihre Forderungen auf England in London zu realisieren, und zwar durch Ankauf von Goldmünzen und Goldbarrens Die Reichsregierung sah sich also nach der Einstellung der freien Silberprägung durch die Gestaltung der Dinge ganz ohne ihren Willen zu Goldankäufen gezwungen. Ihre ersten Goldbeschaffungen waren nicht Selbstzweck, sondern nur ein Mittel zur Befreiung des Wechselmarktes von einem Druck, über dessen tiefere Ursachen man sich nicht klar war. Die dem Buudesrat vorgelegten Motive zn dein Gesetzentwurf, betreffend die Ausprägung von Reichsgoldmünzen, schreiben diesen Druck lediglich der durch die französische Kontribution hervorgerufenen Nachfrage nach deutschen Zahlungsmitteln zu, erwähnen aber nicht, daß die Vorbedingung für die alle normalen Grenzen weit überschreitende Bewegung der ausländischen Wechselkurse die Thatsache war, daß weder Silber noch Gold durch freie Prägung in deutsches Geld verwandelt werden konntet Wäre damals schon die Überführung von Gold nach Deutschland, vermöge der freien Prägung für Gold oder des Ankaufs von Gold seitens Äer Regieruug oder seitens einer Zentralbank, für die Arbitrage möglich ' Siehe Teil V, Abschnitt II, Anhang 1. ^ Siehe oben S. 177. - 255 - gewesen, dann hätte die Regierung von dieser ersten Goldbeschaffung absehen können. Die Folge wäre nicht ein Unterbleiben der deutschen Goldbezüge aus England gewesen, denn diese Übertragungen wäreil bei der durch die Kontribution geschaffenen Lage im Wege des freien Verkehrs erfolgt. Auch dann wären große Störnngen des internationalen, vor allem des englischen Geldmarktes, wie sie z. B. oft durch eiuen plötzlichen amerikanischen Goldbedarf, der aus den Getreideexporten Amerikas entstand und im Wege des freien Verkehrs befriedigt wurde, hervorgerufen worden sind, unvermeidlich gewesen. Daß auch auf dem von der Reichsregieruug eingeschlagenen Wege solche Störungen eingetreten sind, kann dieser nicht von vornherein zum Vorwurf gemacht werden. Die deutschen Goldkäufe in London begannen Ende Juli oder Ansang August. Aus deu Wochenberichten des Ekonomist läßt sich schließen, daß diese Goldankäufe etwa 2 Millionen Pfuud Sterling betragen haben. Der Londoner Geldmarkt schwamm damals in Geldsülle und ließ sich dnrch die bevorstehenden Ansprüche merkwürdigerweise nicht im geringsten stören. Trotz der dem Londoner Geldmarkt bei der Milliardenzahlung zufallenden Rolle, trotz der Ansammlung englischer Wechsel in dem Portefeuille der Reichsregierung, trotz der Einstellung der deutschen Silberprägung und des AufHörens der Silberremittierungen nach Deutschland, welche jedem, der offene Augen hatte, zeigten, daß Deutschland seine Forderungen in Gold realisieren werde, — trotz alledem hielt die Bank von England einen Diskont von 2 °/o. Auch die ersten deutschen Goldankäufe scheinen nicht den mindesten Eindruck hervorgebracht zu haben. Als jedoch im September der normale Herbstbedarf zu der ausländischen Goldnachfrage, welche während mehrerer Wochen alles ankommende Gold wegnahm, hinzutrat, begann sich die Lage zu äudern. Auf dem offenen Markt wurde Gold knapper, und die Ansprüche, welche sich bisher auf den offenen Markt beschränkt hatten, traten nunmehr an die Bank von England heran. In der Zeit von vierzehn Tagen wurden ihr etwa 2Vs Millionen Pfund Sterling entzogen, wohl zu einem großen Teil für Rechnung der Reichsregieruug. Jetzt erst scheint den Leitern der Bank von England die Lage klar geworden zu sein. Die Goldentziehung für Deutschland erinnerte sie zu ihrem Schrecken, daß ein großer Teil des Barvorrates der Bank aus — 256 — Depositen von Banken bestand, an welche Deutschland erhebliche Forderungen hatte. Infolge der fortgesetzten Goldbezüge entstand bei der Bankleitung plötzlich große Beunruhigung darüber, wie Deutschland über diese Forderungen verfügen werde. Man mußte damit rechnen, daß Deutschland sie in Gold realisieren und dadurch die Notenreserve der Bank von England empfindlich verringern könnte. Dieser Sachverhalt war jedoch nicht allgemein bekannt. Da der Status der Bank von England trotz der Goldentziehungen, noch durchaus befriedigend war, sah man allgemein die Lage nicht als bedrohlich an. Man rechnete zwar wegen des Goldabflusses auf eine Diskonterhöhung von ^2 "/«, und seit dem Ansang des September hielt sich der Marktdiskont in London auf 2 °/o, der Minimal-Rate' der Bank von England- Als nun die Bank von England, um den Markt zu warnen und um ihre Goldreserve für alle Fälle zu kräftigen, am 20. September ihren Diskont um ein volles Prozent erhöhte, war der Geldmarkt sehr überrascht und ausgeregt. Aus dem Bankausweis gingen die Gründe für die unerwartete Maßregel nicht hervor, der Markt begann vor unbekannten Gefahren zu zittern, große Goldentziehungen und weitere Diskonterhöhungen zu fürchten; der Marktdiskont stieg über den Bankdiskont und jedermann suchte sich deshalb so rasch wie möglich mit Barmitteln zu versehen — durch Diskontierungen bei der Bank von England. So erreichte die Bank zwar ihren einen Zweck, den Markt zu warnen, nicht aber den anderen, ihre Reserve zu stärken. Die durch die allgemeine Unsicherheit veranlaßten starken Diskontierungen bewirkten eine Steigerung ihrer Anlagen und eine entsprechende Verringerung ihrer Notenreserve. Dadurch wurde die von Deutschland drohende Gefahr noch vergrößert, und sobald die Reichsregierung Miene macht, Gold aus der Bank zu nehmen, mußte man sich auf weitere Diskonterhöhungen gefaßt machen. In der That erhöhte die Bank ihre Rate im Laufe der folgenden Wochen bis auf 5 °/o (am 7. Oktober 1871), stets gefolgt vom Marktdiskont. Damit waren die Zinssätze des Londoner Marktes, welche noch in der ersten Septemberhälfte etwa 1^/s °/o unter den Berliner Sätzen ge- ' Bis zum Jahre 1878 war die offizielle Rate der Bank von England der Minimalsatz, zu welchem dieses Institut diskontierte, während es sich Diskontierungen zu einem höheren Satz vorbehielt. Seit 1878 bindet sich die Bank an den offiziellen Diskont weder nach oben noch nach unten. — 257 - standen hatten, um ein volles Prozent über die Berliner Sätze gesteigert. Der Berliner Marktdiskont, welcher °/v gewesen war, während in London 2 °/v und weniger notiert wurde, stieg nur unwesentlich, während der Londoner Satz für Dreimonatswechsel auf 5 °,u in die Höhe ging'. Der Einfluß der deutschen Goldbezüge auf den Wechselmarkt tritt scharf zu tage. Vom 14. bis zum 21. September, bis zur Erhöhung der Bankrate in London, hatte in Berlin der Dreimonatswechsel auf London nur 6 Thaler 17^8 Silbergroschen notiert, bei einem gleichzeitigen Londoner Diskont von 2 °/o ergiebt das auf Sicht reduziert einen Kurs von 6 Thaler Silbergroschen. Am 30. September war der Kurs 6 Thaler 19^8, auf Sicht reduziert bei einem Diskont von 4 °/o waren das 6 Thaler 22 Silbergroschen. Also in zehn Tagen eine Kurssteigerung um 3'/2 Silbergroschen. Die Bank von England behielt ihren Satz von 5 °/o bei, obwohl Deutschland von Anfang Oktober ab kein Gold mehr kaufte, und obwohl ihr feit Mitte Oktober erhebliche Mengen von Gold in Barren und Münzen, namentlich aus Frankreich, zuflössen. Zwar gelang es der Bank von Frankreich, ihren Goldvorrat durch Erhöhungen ihres Diskonts und ihrer Goldprämie wirksam zu verteidigen, aber der freie Umlauf Frankreichs gab große Beträge an England ab. Der Grund war, daß die französischen Banquiers, welche Kreditwechsel auf England gezogen hatten, um sie der französischen Regierung auf ihre erste Milliardenanleihe in Zahlung zu geben, nun für Deckung sorgen mußten. Die umfangreiche Ziehung von Kreditwechseln auf England erklärt die Thatsache, daß nicht die Zeit, während welcher Frankreich seine Zahlungen an Deutschland leistete (III. Quartal 1871)2, Abfluß von Gold von Frankreich nach England aufweist, sondern daß erst während des folgenden Quartals größere Goldmengen nach England versendet wurden. Nach der englischen Statistik ^ verzeichnet das III. Quartal einen Mehrexport von Gold nach Frankreich in der Höhe von etwa einer halben Million K, während die englische Mehreinfuhr aus Frankreich im IV. Quartal etwa 3^2 Millionen K betrug. Dieser Goldzufluß in Verbindung mit der Unterbrechung der deutschen Goldkäufe veranlaßte ein Sinken des Londoner Marktdiskonts. Als die 1 Siehe Anhang II l. 2 Siehe Anhang I. 2 Siehe Anhang II. Helsferich, Beiträge zur Geldreform. 17 — 258 — Bank von England sich Mitte November entschloß, ihre Rate auf 4 °/o herabzusetzen, stand der Privatdiskont bereits etwa 1^/s "/» unter ihrem Minimalsatz. Infolge dessen hatten sich die Wechseldiskontierungen bei der Bank wesentlich verringert und sich dem offenen Markt zugewendet. Daß die Bank trotz der wesentlichen Besserung ihres Standes so lange bei dem Diskont von 5 °/o blieb, wurde damals scharf beurteilt. Das Motiv, von welchem die Bankverwaltung sich leiten ließ, war Vorsicht gegenüber der deutschen Regierung. Ein erheblicher Betrag von Wechseln auf London, die sich noch im Besitz der deutschen Regierung befanden, wurde Ende November fällig, und niemand wußte, was die deutsche Regierung mit ihnen beabsichtigte. Als der gefurchtste Termin vorüberging, ohne neue Goldbezüge zu bringen, beruhigte sich der englische Markt völlig und begann Zutraueu zur deutschen Regierung zu gewinnen. Im Dezember wurde der Bankdiskont schrittweise bis auf 3 "/» herabgesetzt. — Nach einer Veranschlagung auf Grund der Mitteilungen des Ekonomist in Verbindung mit der englischen Monatsstatistik des Edelmetallverkehrs hat sich die Gesamtsumme der deutschen Goldkäufe während der zweiten Hälfte des Jahres 1871 auf etwa 7 Millionen K belaufen. Trotzdem die Bank von England und der englische Markt in unbegreiflicher Weise es versäumt hatten, sich auf die deutschen Goldbezüge vorzubereiten, trotzdem unbegründete Befürchtungen hinsichtlich der Absichten der deutschen Regierung eine Zeit lang eine förmlich panikartige Stimmung erzeugten, blieb die Wirkung dieser ersten deutschen Goldbeschaffungen auf den Londoner und die übrigen europäischen Geldmärkte innerhalb mäßiger Grenzen. Sie führten naturgemäß ein allgemeines Steigen der Zinssätze herbei; zuerst in London, von wo sich die Bewegung auf Paris, auf Brüssel, auf Amsterdam und selbst auf Berlin übertrug. In Frankreich stieg der Bankdiskont bis auf 6 °/o, in Brüssel bis auf In Anbetracht dessen, daß in der zweiten Hälfte des Jahres 1871 die Übertragung von IVs Milliarden Francs an Deutschland erfolgte, eine Wertübertragung, welche, wie immer auch die Reichsregierung die nicht in Metallgeld bestehenden Zahlungsmittel verwerten mochte, zu einer erheblichen Versteifung des Geldmarktes führen mußte, in Anbetracht dieses Umstandes erscheint die thatsächlich hervorgerufene Erschütterung des Geldmarktes nicht als erheblich. l Vergl. Anhang III. — 259 — Nach dem Erlaß des Gesetzes vom 4. Dezember 1871, welches die Ausprägung von Reichsgoldmünzen anordnete, ging die Reichsregierung mit größeren Goldankäufen vor. Ein erheblicher Teil des im Laufe des Jahres 1872 beschafften Goldes wurde durch die Vermittelung der Seehandlung in Deutschland selbst aufgekauft. Im ganzen belief sich bis zum März 1873 der in Deutschland angekaufte Betrag auf etwa 260 Milliouen Mark, darunter allein für ca. 150 Millionen Mark Napoleons, der Nest in anderen ausländischen Sorten und in Barren. Augenscheinlich befand sich bereits vor dem Krieg ein erheblicher Teil dieser Goldmünzen in Deutschland; wesentliche Beträge sind jedenfalls sofort nach dem Friedensschluß infolge der bevorstehenden Milliardenzahlung als Gegenwert für Ziehungen auf deutsche Häuser, welche der deutschen Regierung auf die Kontribution in Zahlung gegeben werden konnten, nach Deutschland remittiert worden. Der Ankanf dieser Goldmenge seitens der Reichsregierung konnte weder auf die ausländischen Geldmärkte noch auf den deutschen Geldmarkt einwirken; auf die ausländischen deshalb nicht, weil ihnen das Gold nicht erst entzogen zu werden brauchte, und auf den deutschen nicht, weil ausläudiiche Goldmünzen nur in beschränktem Umfang als Zahlungsmittel verwendet werden konnten. Wir wenden uns nun zu den Goldbezügen der Reichsregierung aus Eugland. Es scheint, daß während des ersten Quartals 1871 kein Gold aus England beschafft worden ist. Offenbar waren die Münzstätten hinreichend mit Prügematerial versehen. Die Reichsregierung behielt ihre Wechsel auf England in der Hand und ließ deren Erlös, soweit sie in jener Zeit fällig wurden, ihrem Guthaben bei der London Joint Stock Bank zuwachsen. Die Bank von England hielt während des ganzen Vierteljahres einen Diskont von 3 °/o; der Satz auf dein offenen Markte für Drei- mouatswechsel war im Januar zeitweise 2^8 und 2^4 und stieg dann allmählich auf 3 °/o und darüber. Während dieses Vierteljahres erfolgte die Übertragung der auf die ersten zwei Milliarden noch ausstehenden 500 Millionen Francs an die deutsche Regierung. Sie begann Mitte Januar und war am 12. März bereits erledigt. Eine Wirkung der Übertragung selbst auf den Geldmarkt läßt sich nicht erkennen, begreiflicherweife! Eine Wirkung konnte sich erst zeigen, 17* — 260 — als die deutsche Regierung die ihr übertrageneu Forderuugeu zu realisieren begann. Zu Anfang April trat die deutsche Regierung wieder als Käufer für Gold auf dem Londoner Markte auf. Sie setzte ihre Goldbezüge den ganzen April und Mai hindurch fort. Obwohl sie nach Möglichkeit eine Entnahme von Gold aus deu Beständen der Bank von England selbst vermied und sich im wesentlichen darauf beschränkte, das neu ankommende Gold aufzukaufen, obwohl ferner die Summe des während jener zwei Monate angekauften Goldes nicht IV2 Millionen F erreicht haben dürste, giug die Bank von England mit ihrem Diskont bis auf 5 °/o in die Höhe. Der Marktdiskont folgte, wenn auch nicht völlig. Der englische Diskont stieg damit auf die Höhe des französischen. Brüssel, das im ersten Quartal durchweg uiedrigere Sätze hatte als Loudou, sah sich gezwungen, mit seinem Bankdiskont gleichfalls auf 5 °/o zu gehen. Holland blieb als Silberwähruugsland unberührt. Auch die Berliner Sätze blieben stabil. Als die deutscheu Goldkäuse aufhörten, ging die Bank von England mit ihrem Diskont wieder auf 3 °/o herab. Es scheint fast, als ob die Unterbrechung in den Goldankäufen erfolgt sei, um den englischen Markt zur Ruhe kommen zu lassen und namentlich um der Bank von England zu zeigeu, daß die Reichsregieruug nicht um jeden Preis die Goldbeschaffung forcieren wolle, sondern, daß sie Rücksichten auf die Lage des Marktes walten lasse. Für diese Annahme spricht der Umstand, daß sich in den Händen der Reichsregierung, als Ende Mai die Goldkäufe unterbrochen wurden, noch erhebliche Mittel zur Goldbeschaffung befanden, und daß, als die Beruhigung des Marktes eingetreten war, die Goldankäufe von neuem aufgenommen wurdeu. Das geschah zu Ansang Juli. „Das Ereignis der Woche", so heißt es im Ekonomist vom 6. Juli 1872, „war die Entziehung von fast einer Million L Gold für Deutschland, teils aus der Bank, teils vom offenen Markte. Der ganze Auftrag lautet, wie man hört auf 1 Million F, ein Teil bleibt also noch auszuführen." In den folgenden Wochen nahm Deutschland die Hauptzufuhr von Gold weg. Am 18. Juli erhöhte die Bank von England ihren Diskont wieder, aber nur um °/o. Die Bankleitung hatte sich offenbar bereits an die — 261 — deutschen Goldkäufe gewohnt nnd ihre anfängliche Nervosität dieser neuen Erscheinung gegenüber abgelegt. Der offene Markt dagegen war etwas überrascht, daß die Bankrate nur um ^ °/u hinaufgesetzt wurde. Er blieb auch in der Folgezeit stets in Erwartung einer neuen Diskonterhöhung. Eine solche trat aber selbst dann nicht ein, als Ende Juli durch die Begebung der französischen Drei- Milliarden-Auleihe ein starker Goldbedarf entstand. Der große Erfolg dieser Anleihe ist bekannt. Sie wurde mehr als zwölfmal überzeichnet. Der Gesamtbetrag der Zeichnungen überstieg 4l Milliarden Francs. Das Ausland war dabei - im Gegensatz zu der ersten Milliarden-Anleihe, welche fast ausschließlich iu Frankreich selbst untergebracht wurde — zu mehr als der Hälfte beteiligt. Vor allem nahm der Londoner Markt einen großen Teil der Anleihe auf. Aber die Zahlungen an Frankreich für den in England untergebrachten Teil der Anleihe erfolgten nur zu einem verschwindenden Teil in Bargeld. Die Goldausfuhr nach Frankreich während des III. Quartals 1872 war zwar größer als in den vorhergehenden Vierteljahren, erreichte aber nicht einmal ganz 2/4 Millionen F. Das wichtigste Zahlungsmittel für die französische Anleihe war auch diesesmal — wie im Jahre 187 l für die von Frankreich nach England abgestoßenen Wertpapiere — der Wechsel. Dadurch erklärt es sich, daß die augenblickliche Wirkung der kolossalen Anleihe auf den Geldmarkt eine so geringe war. Infolge der starken Goldeinfuhr aus Amerika trat in London sogar eine positive Geldflüssigkeit ein, als nach der Begebung der französischen Anleihe Gold in die Bank zurückfloß. Die Reichsregierung scheint diese günstige Lage zu bedeutenden Goldbeschaffungen benutzt zu haben. Das III. Quartal 1873 zeigt eine Goldausfuhr von England nach Deutschland, die fast Millionen F erreichte. Diese Goldbeschaffung ist noch mit den Mitteln der ersten zwei Milliarden bewirkt worden; denn die Zahlungen auf die letzten drei begannen erst Ende August. Wenn man die Zahlungsmittel betrachtet, in welchen die letzten drei Milliarden übertragen wurden, so fällt vor allem auf, daß mehr als vier Fünftel des ganzen Betrages in Münzen, Zetteln, Wechseln und Bankanweisungen deutscher Währungen geleistet wurden. Dagegen traten die Wechsel auf England, welche bei der Zahlung der ersten beiden - 262 — Milliarden weitaus den größten Raum eingenommen hatten, völlig zurück. Gegen 24,7 Millionen A aus die ersten zwei Milliarden, wurden auf die letzten drei Milliarden nur '/s Million F in Wechseln auf England gezahltWährend die ersten zwei Milliarden zu zwei Dritteln aus Sterling-Wechseln bestanden hatten, machten diese bei den letzten drei Milliarden nicht einmal ^/s aus. Wechsel auf Belgien und Holland, welche bei den ersten zwei Milliarden gleichfalls stark vertreten waren, kamen bei den letzten drei Milliarden überhaupt nicht in Betracht. Außer den erwähnten deutschen Zahlungsmitteln sind nur französisches Gold- und Silbergeld, belgische Banknoten und der erwähnte geringe Betrag von Wechseln auf England eingezahlt worden. Diese Erscheinung ist um so auffallender, als — wie wir gesehen haben — Frankreich die Drei-Milliarden-Anleihe in einem viel größeren Umfang im Ausland unterbrachte, als die Zwei-Milliarden-Anleihe, und als es den Gegenwert dafür nur zum geringsten Teil in Bargeld, zum größten Teil in Wechseln erhielt. Es erscheint in hohem Grade verwunderlich, warum Frankreich diesesmal nicht mit Forderungen aus England und andere Länder zahlte, und wie es Frankreich möglich war, die enorme Masse deutscher Zahlungsmittel auszutreiben. In Wirklichkeit zahlte Frankreich an Deutschland auch diesesmal enorme Beträge von Forderungen auf das Ausland, nur in anderer Form. Die französische Regierung übertrug diese Forderungen, welche ihr aus der Begebung ihrer Anleihe zuflössen, nicht direkt an die deutsche Regierung, sondern zog es vor, sie gegen Forderungen auf Deutschland auszutauschen und der deutschen Regierung diese letzteren in Zahlung zu geben. Sie ließ die französischen Banquiers die Wechsel auf England, Belgien u. f. w. auf deutschen Plätzen gegen deutsche Valuta verkaufen und entrichtete den Erlös an die Reichsregierung. Der Grund für das geänderte Verfahren war, daß dieser Weg für die französische Regierung bedeutend vorteilhafter war. Der Kurs, zu welchem die Reichsregierung die ausländischen Wechsel in Zahlung nahm, war wesentlich ungünstiger, als der Kurs, zu welchen: sich diese Wechsel damals auf den deutschen Wechselplätzen unterbringen ließen. Es bietet einiges Interesse, die aus dieser Art der Zahlung und aus der deutschen Goldbeschaffung sich ergebenden Transaktionen mit den früheren zu vergleichen. Siehe oben S. 236. — 263 — Als die deutsche Regierung noch keine Verwendung für Gold hatte, bezog sie Wechsel auf England direkt von der französischen Regierung und suchte sie auf dem deutschen Markt unterzubringen, bis sie sich durch die ungewöhnliche Gestaltung der Verhältnisse zn Goldbezügen aus England genötigt sah. Jetzt, wo die Reichsregierung sich mit Energie aus die Goldbeschaffung verlegte, verkehrten sich die Rollen: Frankreich verkaufte seine englischen Wechsel auf dem deuschen Markt, und die Reichsregierung sah sich genötigt, mit den von Frankreich erhaltenen deutschen Zahlungsmitteln diese Wechsel auf dem deutschen Markt aufzukaufen. In seinem Kern aber blieb der Vorgang derselbe: Frankreich bezahlte auch jetzt noch die Kontribution zum überwiegenden Teil mit Wechseln auf England, die Deutschland seinerseits zu Goldbeschaffungen verwenden konnte und verwendete. Die Goldankäufe aus den Eingängen der drei letzten Milliarden fanden in London eine veränderte Lage. Der gewöhnliche Herbstbedarf wirkte mit der Goldnachfrage für Deutschlaud, welche, wie der „Ekouomist" vom 14. September 1872 bemerkt, zu einem Teil nicht von der Reichsregierung, sondern von privaten Häusern, namentlich aus Hamburg, herrührte, zu einer Versteifung des Geldmarktes zusammen. Augenscheinliche Geldknappheit bestand damals auch auf dem Kontinent, vor allem in Deutschland selbst. Die Preußische Bank ging mit ihrem Diskont im September auf 5 °/o in die Höhe und der Marktdiskont folgte ihr. Geldknappheit in dem glücklichen Lande, das Milliarden empfing! Sicher eine erstaunliche Erscheinung! Die Ursache war, daß ein großer Teil der Milliarden dem freieil Verkehr längere Zeit vorenthalten wurde. Große Goldbestände lagen in den Kassen der französischen Regierung und der Reichsregierung fest; große Summen von Goldbarren und Goldmünzen befanden sich als bereite Prägevorräte bei den deutschen Münzstätten; da ferner die Prägeergebnisse den Einzelstaaten auf ihren Anteil an der Kontribution überlassen oder vorgeschossen wurden, waren weitere Summen in den Kassen der Einzelstaaten immobilisiert; von den ersten Goldprägungen wurden schließlich 120 Millionen Mark als Kriegsschatz in den Juliusturm zu Spandau eingesperrt: alle diese Summen waren dem freien Verkehr entzogen. Daß — 264 — sich der größte Teil dieser Beträge durch eine ausgiebige Benutzung der Dienste der Preußischen Bank für den Verkehr hätte verfügbar erhalten lassen, unterliegt keinem Zweifel; aber Camphausen, der preußische Finanzminister, glaubte auf die Mitwirkung dieses Jnstitus verzichten zu können. Zu dieser zeitweiligen Immobilisierung großer Geldsummen kamen Verhältnisse allgemein-volkswirtschaftlicher Natur, welche die Geldknappheit erheblich steigerten: Der enorme Aufschwung von Handel und Industrie, und nicht zuletzt der Aufschwung der Börsenspekulation. Die industrielle Produktion, welche während des Krieges hintangehalten worden war, empfing durch die Nachfrage nach Gütern, welche im Kriege zerstört worden waren und nun ersetzt werden mußten, einen mächtigen Anreiz. Der Handel setzte fortwährend wachsende Summen wirklicher nnd fiktiver Werte um. Der Bedarf nach Geld wurde dadurch außerordentlich gesteigert, so sehr, daß die starke Vermehrung, welche der deutsche Geldumlauf während des Jahres 1872 erfuhr, nicht genügte, und daß zu der Vermehrung des Hartgeldes ein starkes Anwachsen des ungedeckten Notenumlaufs hinzukam. Von etwa 140 Millionen Thaler am Schlüsse des Jahres 1871 stieg der ungedeckte Notenumlauf in Deutschland auf 200 Millionen Thaler am Schlüsse des Jahres 1872, eine Summe, welche seither bis auf den heutigen Tag nicht wieder erreicht worden ist. Bis zum März 1873 erfuhr der ungedeckte Notenumlauf noch eine weitere Steigerung. Diese Steigerung zeigt, wie stark mit dem allgemeinen Aufschwung die Nachfrage nach Zirkulationsmitteln anwuchs. Der allgemeine Aufschwung war aber nicht auf Deutschland beschränkt, er erstreckte sich fast auf alle Länder beider Erdhälften, namentlich auch aus England, wenn er auch nirgends den Umfang annahm, wie in Deutschland. Überall waren also die Vorbedingungen zu einer ungewöhnlichen Anspannung des Geldmarktes gegeben. Unter diesen Verhältnissen hätte sich vielleicht eine zeitweilige Unterbrechung der Goldbezüge aus London empfohlen. Aber die starken Ausprägungen auf den deutschen Münzstätten verringerten den in den Händen der Neichsregierung befindlichen Goldvorrat zuseheuds. Es lag der Neichsregierung daran, die Prägethätigkeit nicht ins Stocken geraten zu lassen, uud sie entschloß sich deshalb, ihre Goldbeschaffung, trotz der sich immer schwieriger gestaltenden Marktlage fortzusetzen. Der „Ekonomist" vom 5. Oktober 1872 klagt, die deutsche — 265 — Regierung bemühe sich wohl, einen Druck auf deu Geldmarkt zu vermeiden, habe damit aber nur wenig Erfolg. Die Bank von England ging diesesmal frühzeitig mit Diskonterhöhungen vor. Der starke innere Geldbedarf, die Hartnäckigkeit der deutschen Goldnachfrage, die gewöhnliche starke Abnahme der Goldzufuhr aus Amerika während des letzten Quartals ^, wirkten zusammen, um scharfe Maßregeln notwendig erscheinen zu lassen. Sie erhöhte Anfang Oktober 1872 ihren Diskont auf 5 ",o und bald darauf auf 6 °/o. Als ihr der Geldmarkt nur zögernd folgte, zwang sie ihn durch starke Geldentziehungen im Wege der Lombardierung ihrer Regierungssicherheiten, ein der Bank von England eigentümliches Mittel, um dem Markte ihren Willen aufzuerlegen. Trotzdem infolge des hohen Diskantes Gold aus dem Ausland, namentlich aus Frankreich, nach England floß, trat keine Erleichterung ein, denn Deutschland nahm alle Zufuhren weg; dagegen vermied es die Reichsregierung bei der gespannten Lage des Geldmarktes sorgfältig, die Reserve der Bank von England durch Goldentziehungen zu schwächen. In der ersten Novemberhälfte wurde in London 6V2 °/o für Be- leihungeu auf englische Schatzauweisuugen, 7 °/o für Beleihungen anderer englischer Staatspapiere gezahlt. Die offizielle Minimalrate der Bank war bis zum 9. November 6 °/o, der thatsächlich geforderte Diskont war aber nach dem Ekonomist näher an 7 °/u als an 6 °/o. Am 9. November erfolgte die Erhöhung des offiziellen Minimalsatzes auf 7 °/o. Der Marktdiskont für Dreimonatswechsel stieg auf 7^2 bis 8 "/». Das veranlaßte die Reichsregierung, ihre Goldbeschaffung zu unterbreche!?. Die Diskontbewegung in London hatte die Wechselkurse so beeinflußt, daß der November-Durchschnitt des Berliner Kurses auf London (auf Sicht reduziert) 6 Thaler 24Vs Silbergroschen ergiebt; er stand also, trotz des Fortdauerns der französischen Zahlungen, über der Goldparität. Um die ununterbrochene Thätigkeit der deutschen Münzstätten zu ermöglichen, wurden diese angewiesen, sich ausschließlich mit der Prägung von 10-Markstücken zu beschäftigen. Die Wirkung des hohen englischen Diskonts war ein wesentlicher Goldzufluß aus dem Ausland. Selbst die Vereinigten Staaten sendeten zu dieser ungewöhnlichen Zeit größere Summen, und der Goldiinport ' Beruhend auf dem Umstand, daß in diesem Quartal der amerikanische Getreide- erport große Gegenforderungen für die englischen Forderungen auf Amerika schafft. — 266 — aus Frankreich nahm einen beträchtlichen Umfang an ^. Ja sogar Deutschland gab Gold an England ab. Die englische Statistik verzeichnet für das letzte Quartal 1872 eine Goldeinfuhr aus Deutschland von etwa 300.000 F, und der „Ekonomist" vom 16. September berichtet, daß der Bank von England 101.000 F Gold aus Hamburg zugeflossen seien. Es folgte eine kleine Summe neuer Reichsgoldmünzen ^. Infolge dieser Goldzuflüsse trat eine Beruhigung des Londoner Marktes ein, und die Bank setzte ihren Diskont allmählich wieder herab. Deutschland zog aus der Besserung der Lage Vorteil, indem es Anfang Dezember für etwa 1 Million Pfund Sterling Gold kaufte. Eine Vergleichung des Umfangs der deutschen Goldbeschaffungen und der Bewegungen des Geldmarktes in den einzelnen Quartalen des Jahres 1872 ist höchst lehrreich dafür, daß die deutsche Goldnachfrage, so wichtig und umfangreich sie auch war, doch nicht den unbedingt ausschlaggebenden Faktor für die Bewegungen des englische!? Geldmarktes darstellte. Im zweiten Quartal bewirkte eine über zwei Monate verteilte Goldentziehung von kaum I Vs Millionen Psund Sterling eine Diskonterhöhung auf 5 °/o. Im dritten Quartal dagegen, welches eine Goldausfuhr nach Deutschland von 3^/2 Millionen Pfund Sterling aufweist, kam die Bank von England mit einer Rate von 3Vs °/o aus. Das vierte Quartal zeigt eine Mehrausfuhr von Gold nach Deutschland von 2,7 Millionen Pfund Sterling; dabei stieg der Bankdiskont in London auf 7 °/o, der Marktdiskont bis zu 8 °/o. Daraus geht hervor, daß die deutschen Goldankäufe selbst in jener Zeit, in welcher sie am umfangreichsten waren, den englischen Geldmarkt nicht beherrschten, daß vielmehr neben ihnen die anderen Faktoren, welche in normalen Zeiten die Bewegungen des Geldmarktes bestimmen, maßgebend blieben, in diesem Falle vor allem die Steigerung des inueren Geldbedarfs infolge des allgemeinen Aufschwungs, dazu der regelmäßige Herbstbedarf und das Ausbleiben oder die Verminderung der Goldzufuhr aus Amerika während des letzten Quartals. Die deutschen Goldkäufe wurden in großem Umfange wieder aufgenommen, als zu Beginn des neuen Jahres (1873) auf den, englischen Markte wieder verhältnismäßige Geldflüssigkeit eintrat und die Bank von 1 Er überstieg im vierten Quartal 1872 den Betrag von 1^/2 Mill- Psund Sterling. 2 „Lut llvt- snouAli to illcliLÄts tkat anv /2 Millionen F erreichte. In London trat infolgedessen große Geldflüssigkeit ein. Der Bankdiskont wurde bereits im April auf 2°/o herabgesetzt, der Privatdiskont für Dreimonatswechsel sank auf 1 bis 1^2°/o; und diese Sätze erfuhren selbst dann keine nennenswerte Steigerung, als vom September ab Gold in großen Summen nach Frankreich und namentlich auch nach den Vereinigten Staaten abzufließen begann, und als im November die Reichsregierung ihre Goldaukäufe in größerem Umfang wieder aufnahm. Erst gegen Jahresschluß stieg der Marktdiskont auf l^ —2°/o. Am Ende des Jahres 1876 wurde der Reichsbank die Vermittelung der Goldaukäufe — gleichzeitig mit der Vermittelung der Silberverkäufe übertragen. Die Reichsbank ihrerseits bediente sich auch für die Goldbeschaffung der Vermittelung der London Joint Stock Bank, welche bisher schon bei der Goldbeschaffung mitgewirkt hatte. Die London Joint Stock Bank erhielt den Auftrag, soweit nicht gegenteilige Anordnungen getroffen werden würden, für die Erlöse aus den von ihr vermittelten Silberverkäufen, sobald diese die Summe von 100.000 F erreichten, Gold in hochhaltigen Barren anzukaufen und sie der Reichsbank zu übersenden. Innerhalb dieser Vorschrift hatte die London Joint Stock Bank völlig freie Hand. Namentlich war es ihr gänzlich überlassen, ob sie das Gold aus der Bank von England entnehmen, oder ob sie es aus dem offenen Markte ankaufen wollte. Hinsichtlich des Preises war bei den geringen Schwankungsmöglichkeiten des Goldpreises in London weder eine allgemeine Vorschrift, noch eine specielle Übereinkuuft in den einzelnen Fällen erforderlich. Nach dieser Neuordnung des Metallgeschäftes hatte die Goldbeschaffung den letzten Rest von Selbständigkeit verloren. Sie war nur noch eine Realisation der Silberverkaufserlöse. Weder die Lage des englischen Geldmarktes, noch der deutsche Prägebedarf war von nun an ausschlaggebend für die Goldbeschaffuug, soudern einzig und allein der Gang der Silberverkäufe. — 276 — Dadurch hat die Goldbeschaffung ihr wesentlichstes Interesse für uns eingebüßt; wir können deshalb über ihre Fortsetzung in den Jahren 1877 bis 1879 kürzer hinweggehen. Die starke indische Silbernachfrage während des Jahres 1877 gestattete der Reichsregierung die Abstoßung eines großen Teiles ihres Silbervorrats; die Verkäufe fanden fast ausschließlich in London statt. Die Erlöse wurden zum weitaus größten Teil zu Goldankäufen verwendet, im ganzen über 8 Millionen F. Davon kommen etwa 3Vs Millionen auf das dritte Quartal. Gleichzeitig zog Frankreich große Summen Gold aus London an sich, in den ersten drei Quartalen fast 5Vz Millionen F, und die Goldeinfuhr aus den Vereinigten Staaten schrumpfte sehr stark zusammen. Es ist erstaunlich, daß unter diesen Verhältnissen die Bank von England bis zum September mit einem Diskont von 2 und 3°/o auskommen konnte, und daß sich dabei der Marktdiskont meist noch unter der Bankrate hielt. Erst der Herbst brachte die gewöhnliche Anspannung des Marktes. Die zu den deutschen und französischen Goldbezügen hinzutretende Gefahr umfangreicher Goldverschiffungen nach Amerika veranlaßten die Bank von England zu besonderen Maßregeln. Sie ging dieses mal nicht sofort mit einer Diskonterhöhung vor, sondern bediente sich eines etwas ungewöhnlichen Mittels, um die Goldnachfrage von sich fern zu halten. Als Ende September die London Joint Stock Bank Goldbarren für die Reichsregiernng aus der Bank von England entnehmen wollte, weigerte sich die Bank, wie bisher hochhaltige Barren herauszugeben; sie wollte lediglich Barren von 900 Tausendteilen Feinheit oder Sovereigns liefern. Da bisher von der Reichsregierung nur hochhaltige Barren aus London bezogen worden waren und aus münztechnischen Gründen auch fernerhin der Ankauf hochhaltiger Barren wünschenswert erschien, wurde die London Joint Stock Bank angewiesen, nur hochhaltiges Geld aus der Bank zu entnehmen oder solches auf dem offenen Markte anzukaufen. Das Reichskanzleramt gestattete jedoch schließlich den Ankauf von Barren von 900 Tausendteilen Feinheit bis zum Betrag von 7 Millionen Mark, jedoch nur für den Fall der Unmöglichkeit der Beschaffung hochhaltigen Goldes. Im letzten Quartal des Jahres 1877 nahmen die deutschen Gold- bezllge infolge der Verschlechterung der Verhältnisse des Silbermarktes erheblich ab. Sie erreichten im ganzen kaum 1 Million F. — 277 — Trotzdem herrschte in London eine ziemlich starke Goldknappheit. Von Anfang Oktober bis Ende November hielt die Bank von England einen Diskont von 5 "/v. Die Ursache war einmal ein starker inländischer Geldbedarf und dann der Goldabfluß nach Amerika, Die umfangreichen Goldbezüge des Jahres 1877 waren durchweg bei einem für Deutschland ungünstigen Stande des Wechselkurses auf England ausgeführt. Der Kurs (kurze Sicht) erreichte die Höhe von 20,485 und ging nur in seltenen Fällen unter die Parität hinab. Unter diesen Verhältnissen war die Realisation der Silberverkaufs- Erlöse im Wege der Goldbeschaffung für das Reich erheblich weniger vorteilhast, als die Realisation im Wege der Begebung von Tratten auf London. Während der Wechselkurs auf London sich im Durchschnitt des Jahres 1877 auf 20,445 Mark pro F stellte, brachte die Beschaffung von Gold dem Reich für das Pfund Sterling durchschnittlich nur 20,34 Mark'. Das war eine Differenz von durchschnittlich etwa einem halben Prozent. Diese Sachlage veranlaßte das Reichskanzleramt zu Erwägungen darüber, ob auch in Zukunft über die Erlöse aus den Silberverkäufen wie in der Regel durch die Beschaffung von Gold disponiert werden solle. Der relative Verlust bei den Goldkäufen fiel um so schwerer ins Gewicht, als die uicht uuerheblichen Überschüsse, welche die Durchführung der Münzreform in den ersten Jahren ergeben hatte, durch die infolge der Silberentwertung sich steigernden Verluste an den Silberverkäufen allmählich aufgezehrt worden waren, so daß die weiteren Mittel zur Vollendung der Reform im Wege der Anleihe beschafft werden mußten. Man hatte bisher die Goldbezüge vor der Begebung von Wechseln auf London bevorzugt, weil man glaubte, das Reich habe die Verpflichtung, für die Ausstattung des Verkehrs mit dem zur Durchführung der Goldwährung notwendigen Golde zu sorgen. Nun stellte man sich die Frage, ob durch die bisherigen umfangreichen Goldbeschaffungen das Reich dieser Verpflichtung nicht vollauf Genüge geleistet habe. Wäre man zu einer schlechthin bejahenden Antwort gekommen, dann wäre die einzig richtige Folgerung gewesen, von nun ab die aus den Silberverkäufen in London erwachsenden Guthaben in der Regel im Wege der Begebung von Tratten auf London zu realisieren und nur ' Siehe oben S. 224. — 278 — dann durch Bezug von Barrengold, wenn der Wechselkurs so niedrig stand, daß der Ankauf von Gold für die Reichskasse vorteilhafter war als die Begebung von Tratten. Die Grenze lag ungefähr bei einem Kurs von 20,35 Aber das Neichskanzleramt kam nicht zu einer rückhaltslos bejahenden Antwort der von ihm aufgeworfenen Frage; denn es entschloß sich nicht, von jeder, ich möchte sagen künstlichen lind willkürlichen Goldbeschaffung abzusehen und die Goldeiufuhr ausschließlich dem freien Verkehr und der Gestaltung der internationalen Wechselkurse zu überlassen. Man begann vielmehr zu erwägen, ob nicht auf andere Weise als bisher die Goldbezüge in mäßigem Umfang fortgesetzt werden könnten, ohne daß dadurch dem Reich die finanziell vorteilhafteste Verwertung der Silberverkaufserlöse unmöglich geinacht würde. Vor allem wurde die Frage erörtert, ob es möglich sei, die Fortsetzung der Goldbeschaffung in der Weise der Reichsbank zu übertragen, daß sie fernerhin auf eigene Rechnung dieses Instituts erfolgt wäre. Es wurden mit der Reichsbank Verhandlungen über diesen Punkt angeknüpft. Diese Verhandlungen waren jedoch erfolglos. Sie gingen von der Grundlage aus, daß weitere Goldbeschaffuugeu im Interesse der Münzreform notwendig feien, und daß diese Goldbeschaffungen nur mit Verlust möglich seien. Die notwendige Folgerung aus diesen Voraussetzungen war, daß das Reich auch fernerhin auf eigene Kosten Gold beschaffen müsse, denn die Kosten der Durchführung eines Reichsgesetzes müssen naturgemäß vom Reich getragen werden. Dieser Einsicht konnte man sich nicht verschließen, und so blieb alles beim alten. - Die Fortsetzung der bisherigen Praxis wurde dadurch für das Reichskanzleramt erträglicher gemacht, daß sich vom Ende des Jahres 1877 ab die Wechselkurse auf London für Deutschland erheblich günstiger stellten. Gleichzeitig trat eine Besserung des Silbermarktes ein, welche der Reichsregierung starke Silberverkäuse ermöglichte, und außerdem zeigte der Londoner Geldmarkt nach der scharfen Anspannung im letzten Quartal 1877 eine bedeutende Erleichterung. Die Reichsregierung zog aus dem ' Der durchschnittliche Erlös aus dem Pfund Sterling im Wege der Goldbeschaffung stellte sich pro 1878 auf 20,3S1, für 1879 auf-20,3S5; vergl. S. 244. — 279 — Zusammentreffen dieser Verhältnisse durch umfangreiche Goldbeschaffungen Nutzen. Im April kamen mit den Silberverkäufen auch die Goldankäuse für lange Monate völlig ins Stocken. Trotzdem Deutschland bis Ende September vom Londoner Geldmarkte gänzlich fern blieb, trat dort eine starke und lang andauernde Geldknappheit ein. Die Bedeutungslosigkeit der Goldzufuhr aus Amerika, ein Nachlassen der Goldzufuhr aus Australien, ein andauernder Goldexport nach Frankreich, schließlich die politische Lage (der russisch-türkische Krieg und der Berliner Kongreß), alle diese Verhältnisse wirkten zusammen, um Bank- und Marktdiskont in London erheblich zu steigern. Nach dem Abschluß des Berliner Kongresses trat in England ein spekulativer Aufschwung ein, welcher einen starken inneren Geldbedarf verursachte und die Geldknappheit wesentlich steigerte. Der Londoner Markt nahm außerdem damals große Mengen fremder Effekten aus, wodurch die englische Zahlungsbilanz momentan stark verschlechtert wurde. Die Bank von England sah in diesem Aufschwung der Spekulation eine große Gefahr und ergriff scharfe Gegenmaßregeln. Sie steigerte ihren Diskont auf 5 ° o und zwang den Markt, ihr zu folgen. Das Ergebnis war, daß die Spekulation niedergehalten wurde, daß England aufhörte, fremde Papiere zu kaufen und Gold zu exportieren, daß statt dessen der englische Markt Effekten abgab und dafür aus dem Ausland, namentlich aus Frankreich, Gold an sich zu ziehen anfing'. Die Lage war noch nicht erheblich gebessert, als im Oktober der Zusammenbruch der Citu of Glasgow Bank ein panikartiges allgemeines Mißtrauen hervorrief. Die Bank von England wurde außerordentlich stark in Anspruch genommen und erhöhte ihren Diskont aus 6 °, o. Der Privatdiskont war zeitweise noch höher. Diese außerordentliche Spannung blieb während des ganzen letzten Quartals 1878 bestehen. Die Differenz zwischen den Londoner Geldsätzen und dem Diskont aus den übrigen europäischen Geldmärkten war in jener Zeit enorm. Schon im August, als in London der Marktdiskont 4°/8 notierte, war er in Berlin in Paris gar nur Im letzten Quartal stellte er sich in London durchschnittlich auf 6^8, in Berlin auf 4V», in Paris auf 2°/8. Diese Differenz läßt den starken Goldzufluß, welchen England damals i Siehe „Economist" vom 13. September 1878. — 280 — erfuhr, erklärlich erscheinen. Aus Frankreich wurden im letzten Quartal über 4i/4 Millionen F, aus Deutschland über 700.000 K Gold eingeführt. Dabei setzte die London Joint Stock Bank die Ende September wieder aufgenommene Goldbeschaffung für das Reich in beträchtlichem Umfange fort. Sie kaufte in den letzten drei Monaten des Jahres 1878 insgesamt für etwa 1,7 Millionen Pfund Sterling Gold an, darunter etwa 12 Millionen Mark in deutschen Reichsgoldmünzen, welche damals infolge der für Deutschland ungünstigen Gestaltung der Wechselkurse in die Bank von England geflossen waren. Während der ersten Monate des Jahres 1879 wurden die Silberverkäufe immer unwesentlicher. In der zweiten Hälfte des Mai wurden sie gänzlich eingestellt. Nicht einmal die Erlöse aus diesen unwesentlichen Verkäufen wurden völlig in Gold realisiert. Der immer noch hohe Stand der Wechselkurse auf London verstärkte die Erkenntnis immer mehr, daß die Goldbeschaffung unter den obwaltenden Verhältnissen nicht nur große Verluste für die Reichskasse mit sich bringe, sondern daß auch der Zweck der Goldbeschaffung und der mit ihr verbundenen Opfer durch den Goldabfluß aus Deutschland vereitelt werde; daß dagegen die Realisierung der Silberverkaufs-Erlöse im Wege der Begebung von Tratten auf London das beste Mittel sei, den Wechselkurs für Deutschland günstiger zu gestalten und dadurch dem Goldabfluß nach England entgegenzuwirken. Das Reichskanzleramt traf deshalb Ende März die Anordnung, daß bis auf weiteres von der Fortsetzung der Goldbeschaffung Abstand genommen werden solle, solange der Wechselkurs auf London über 20,45 stehe. In der That bewirkte die Begebung von Wechseln auf London, welche an Stelle der Goldbeschaffung trat, im April ein wesentliches Sinken des englischen Wechselkurses. Während dieser im März 20,505 erreicht hatte, sank er im April bis auf 20,42. Man konnte also an die Wiederaufnahme der Goldbeschaffung denken. Da kam die Einstellung der Silberverkäufe und machte der Goldbeschaffung für Rechnung des Reiches ein Ende. Von nun ab war das deutsche Geldwesen in internationaler Beziehung auf sich selbst gestellt. Die Beurteilung des zweiten Teiles der Goldbeschaffung hat von andern Gesichtspunkten auszugehen, als diejenige des ersten Teiles. — 281 — Unter den eigenartigen Verhältnissen, in welchen sich das deutsche Geldwesen im ersten Stadium der Münzreform befand, war der Ankauf von Gold seitens der Neichsregierung eine Notwendigkeit, welche sich aus der Entwickelung der Dinge, wie wir gesehen haben, gebieterisch aufdrängte. Die Kritik kann sich hier nur aus die Art und Weise erstrecken, in welcher die Neichsregierung dieser Notwendigkeit genügte. Dagegen steht für die Beurteilung des zweiten Teiles der Geldbeschaffung die Frage oben an, ob es notwendig, oder mindestens ob es für die Durchführung der Reform förderlich war, daß das Reich auf eigene Rechnung selbst zu ungünstigen Bedingungen Gold anzukaufen fortfuhr, als das deutsche Geldwesen durch das Inkrafttreten der neuen Geldverfassung mit den ausländischen Valuten bereits in eine selbstthätige Verbindung gesetzt war, als bereits die Gestaltung der deutschen Zahlungsbilanz die internationale Goldbewegung beeinflußte. Soviel steht fest, daß die deutschen Wechselkurse auf England, wem? die Reichsregierung von der zweiten Hälfte des Jahres 1875 ab das ihr aus ihren Silberverkäufen in London erwachsende Guthaben lediglich durch die Begebung von Tratten auf London realisiert hätte, sich während der ganzen Periode bis zur Einstellung der Silberverkäufe für Deutschland günstiger gestaltet hätten, als sie thatsächlich während dieser Zeit waren. Dem Goldabfiuß ins Ausland wäre dadurch sicher in wesentlichem Umfange vorgebeugt worden, wenn er nicht ganz verhindert worden wäre. Jedenfalls wäre der Goldabfluß speciell nach England, der sich in jenen Jahren nur auf geringe Summen belief, vollständig unterblieben und England hätte durch Vermittelung der Arbitrage auch ohne das Eingreifen des Reiches große Summen Goldes an Deutschland abgegeben. Sicher ist andererseits, daß auf dem von der Reichsregierung bevorzugten Wege der direkten Goldbeschaffung größere Summen Goldes nach Deutschland gebracht worden sind, als bei einer Realisation der Silberverkauss-Erlöse durch die Begebung von Wechseln auf London im Wege des freien Verkehrs nach Deutschland geflossen wären. Der Wechselkurs ist für die internationale Goldbewegung innerhalb der beiden Goldpunkte indifferent. Solange der Wechselkurs auf London so hoch stand, daß er zwar noch von dem Ausfuhrpunkt für Gold entfernt war, aber andererseits selbst durch ein sehr erhebliches Angebot von Tratten auf London nicht auf den Einfuhrpunkt für Gold herabgedrückt werden konnte, also etwa auf der Höhe von 20,44 bis 20,48, konnte die — 282 — Reichsregierung mit verhältnismäßig geringen Verlusten größere Summen Gold aus London beziehen, welche im Wege des freien Verkehrs nicht nach Deutschland hätten kommen können. Ein Angebot von 100.000 F Tratten auf London hätte in solchen Fällen den Kurs vielleicht bis auf 20,37 oder 20,35 gedrückt, also vielleicht bis zu dem Punkt, welcher für die Reichsregierung den Bezug von Gold und die Begebung von Tratten gleich vorteilhaft erscheinen ließ; aber ein solches Angebot hätte den Wechselkurs wohl kaum unter 20,32, den Goldpunkt für die private Arbitrage herabzudrücken vermocht. In solchen Fällen waren also eventuelle Opfer nicht umsonst gebracht. Das aus Reichsrechnung beschaffte Gold floß unmittelbar der Reichsbank zu, deren Goldreserve damals schon, da sie seit der zweiten Hälfte des Jahres 1875 in Gold zahlte, für ihre gesamte Geschäftsführung und namentlich für ihre Diskontpolitik ein Faktor von größter Wichtigkeit war. Durch folche Goldbezüge wurde also die Sicherheit der deutschen Valuta gekräftigt und der Reichsbank ein niedrigerer Diskontsatz ermöglicht. Außer diesem Fall kommen noch zwei andere in Betracht. Erstens: Der Wechselkurs stand auf dem für Deutschland günstigen Goldpunkte oder diesem Goldpunkte wenigstens so nahe, daß die Begebung eines ansehnlichen Betrages von Wechseln auf London seitens der Reichsregierung den Kurs unter den Goldpunkt Herabdrücken mußte. Dann hätte die Reichsregierung im Interesse der deutschen Valuta von der direkten Goldbeschaffung absehen können, denn die private Arbitrage hätte in diesem Falle Gold aus England bezogen. Aber für die Reichskasse war in diesem Fall der Bezug von Barrengold vorteilhafter als der Verkauf von Wechseln auf London. Der zweite Fall ist, daß die Wechselkurse so hoch standen, daß sie eine Goldausfuhr nach England ermöglichten. Hier war die Begebung von Wechseln für die Reichskasse vorteilhafter als die Beschaffung von Gold, und sie war ferner ein Mittel, den Wechselkurs zu drücken und dadurch die Goldausfuhr unmöglich zu machen. Wenn in diesem Falle die Reichsregierung Gold aus London bezog, so waren die damit verbundenen finanziellen Opfer vergeblich. Denn was nutzte es, wenn die Schiffe, welche das auf Reichskosten in London gekaufte Gold nach Hamburg brachten, den Schiffen begegneten, welche deutsche Reichsgoldmünzen nach London führten! Wir sehen, daß die Fortsetzung der Goldbeschaffungen auf Reichs- — 283 — rechnung auch nach der Freigabe der Goldprägung und nach dem Beginn der Goldankäufe seitens der Preußischen Bank, bezw. Reichsbank nicht unbedingt als zwecklos oder gar schädlich erklärt werden kann. Zwecklos waren die Goldbeschaffuugen seitens des Reiches nur unter bestimmten Verhältnissen, nämlich dann, wenn der Wechselkurs auf London so hoch war, daß sie für die Reichskasse zugleich einen wesentlichen Verlust gegenüber der Begebung von Wechseln aus London darstellten. Die Reichsregierung durfte also hier ihre fiskalischeu Interessen ausschlaggebend sein lassen; sie deckten sich hier mit den Interessen der deutschen Valuta. Sie hat das manchmal gethan und bei einem hohen Kursstand des Wechsels auf London die Begebung von Tratten auf London angeordnetIhr einziger Fehler besteht darin, daß sie nicht immer bei Kursen, welche eine Goldausfuhr nach England ermöglichten, sich darauf beschränkt hat, durch die Begebung von Tratten dieser Goldausfuhr entgegenzuwirken. Dieser Fehler war jedoch von geringer Tragweite. Ein direkter Schaden entstand aus ihm nur in fiskalischer Beziehung. Außerdem wurde die deutsche Valuta im Verhältnis zu den ausländischen Valuten niedriger gehalten, als sie sich sonst gestellt hätte. Aber da die Reichsbank ihre Noten auf Verlangen stets in Gold einlöste, während sie alle deutschen Zahlungsmittel, ob Silber, Reichskassenscheine oder Noten anderer deutscher Banken in Zahlung nahm, konnten die ausländischen Wechselkurse nicht höher über ihre Goldparitäten steigen als bis zu dem Puukt, welcher die Ausfuhr von Gold ermöglichte. Die Beibehaltung der Goldbeschaffung auf Reichskosten war also in fiskalischer Beziehung unvorteilhaft; in allgemein wirtschaftlicher Beziehung dagegen war sie im ganzen von Nutzen und selbst unter den ungünstigsten Verhältnissen wenigstens ohne Nachteil. Die Entwickelung des deutschen Geldwesens während der auf die Einstellung der Silberverkäufe folgenden Jahre, während welcher die Lage des internationalen Geldmarktes infolge großer amerikanischer Goldbezüge und infolge der von Italien zur Wiederherstellung seiner Valuta aufgenommenen großen Anleihe eine besonders schwierige war, brachte den Nachweis, daß die deutsche Valuta selbst unter gefahrdrohenden Verhältnissen auch ohne ein direktes Eingreifen der Reichsregierung aufrecht erhalten werden konnte. ' Siehe Anhang IV. — 284 — Anhang I. Zeitpunkte und Umfang der von Frankreich auf die Kriegskosten- Entschädigung geleisteten Zahlungen. Die für die Zahlung der Kriegskosten-Entschädigung zwischen Deutschland und Frankreich vereinbarten Termine waren, wie wir in der obigen Darstellung mehrfach gesehen haben, für die Bewegungen des Geldmarktes und für die Operationen zur Durchführung der deutschen Münzreform von großem Einfluß. Einige Nachweisungen über die von Frankreich gezahlten Raten erscheinen deshalb wünschenswert. So groß die Wichtigkeit der Zeitpunkte und des Umfanges der einzelnen Zahlungen war, sind doch die Vereinbarungen darüber während der Abwickelung der Zahlungen selbst mehrfach wesentlich geändert worden. Nach den Friedens-Präliminarien von Versailles vom 2 6. Februar 1871 sollte eine von den fünf Milliarden Francs noch im Laufe des Jahres 1871 gezahlt werden, die Zahlung der übrigen vier Milliarden sollte innerhalb dreier Jahre nach der Ratifikation der Präliminarien erfolgen. Der Frankfurter Friedensvertrag vom 21. Mai 1871 änderte diese Bestimmungen. 500 Millionen sollten innerhalb eines Monats nach Wiederherstellung der Ordnung in Paris gezahlt werden; weitere 1000 Millionen bis Ende des Jahres 1871; 500 Millionen am 1. Mai 1872; 3000 Millionen samt 5 "/° Zinsen vom 2. März 1871 ab am 2. März 1874. Auf die ersten 500 Millionen sollten 125 Millionen Francs in Noten der Bank von Frankreich in Zahlung gegeben werden dürfen. Auf die weiteren 1000 Millionen, welche bis Ende 1871 zu entrichten waren, sollten 325 Millionen Francs als Kaufpreis für die Elsaß-Lothringischen Eisenbahnen in Anrechnung?gebracht werden. Die Zahlung der ersten zwei Milliarden erfolgte gemäß den Bestimmungen des Frankfurter Friedens. Die Termine für die Zahlung der noch rückständigen drei Milliarden wurden jedoch durch eine Special- konvention vom 29. Juni 1872 dahin geändert, daß - 285 - 500 Millionen Francs nach zwei Monaten, weitere 500 Millionen am 1. Februar 1873, und je eine Milliarde bis zum 1. März 1874 und bis zum 1. März 1875 gezahlt werden sollten. Nachdem durch dieses Abkommen der Termin für die Abwickelung der gesamten Operationen um ein Jahr hinausgeschoben war, machte Frankreich, veranlaßt durch den Wunsch einer beschleunigten Räumung seines noch von deutschen Truppen besetzten Gebietes und durch die Aussicht auf eine große Anleihe zu günstigen Bedingungen, ein neues Angebot, welches die Abtragung des noch rückständigen Betrages in kürzester Frist in Aussicht stellte. Die Verhandlungen führten zu einer neuen Übereinkunft (vom 15. März 1873), nach welcher die gesamten Zahlungen einschließlich der Zinsen bis zum 5. September 1873 geleistet werden sollten. In der That gelang es Frankreich, diesen Vertrag zu erfüllen, und so die riesige Summe von 5 Milliarden in 16 Monaten an Deutschland zu übertragen. Über die Zeitpunkte und den Umfang der einzelnen Ratenzahlungen giebt der offizielle französische Bericht (von Leon Sau) folgende Zusammenstellung. 1. Zahlung der ersten zwei Milliarden. 1871. 1. Juni. . 8. Juni . . 15. Juni. . 1. Juli . . 10.-31. Juli zusammen 40.000.000,00 frcs. ^ , ^ m x 40.000.000,00 - ^en der Ban 45.000.000,00 - Frankreich.) 100.461.504,85 - 274.870.433,89 - 500.331.938,74 frcs. 1.-31. August .... 1. September bis 2. Oktober (Dazu als Kompensation für die Elsaß- Lothringischen Eisenbahnen) .... 175.059,770,11 frcs. 510.006.825,36 - 325.000.000,00 - zusammen: 1.010.066.595,47 frcs. — 286 — 1872. 13. Januar...... 84.712.629,16 frcs. 30. Januar...... 76.410.890,42 - I.Februar...... 7.500.000,00 - 13. Februar...... 80.852.182,06 - 28. Februar...... 69.560.521,43 - 6. März...... 149.815.042,51 - 8. März....., 29.552.396,38 - 5. -12. März..... 3.000.000,00 - 6. März (Zinse n) . . . 150.058.171,26 - zusammen: 651.461.833,22 frcs. 2. Zahluug der letzten drei Milliarden. 1872. 29. Aug. bis 5. September 250.831.964,91 frcs. 6. und 7. September . . 255.922.497,71 - 2. und 4. Oktober. . . 100.214.635,71 - 23. uud 24. Oktober . . 100.175.786,65 - 6.—10. November . . . 100.010.214,82 - 6.-10. Dezemb er . , . 200.542.541,44 - zusammen: 1.007.697.641,24 frcs. 1873. 11.—17. Januar . . . . 150.089.285,71 frcs. 6.-8. Februar . . . . 200.071.022,37 - 6.-10. März..... 150.058.320,18 - 1.-3. März (Zinsen) . . 128.864.058,25 - zusammen: 629.082.686,51 frcs. 1.-10. April.... 250.118.002,38 frcs. 5.—10. Mai .... 250.604.015,40 - zusammen: 500.722.017,78 frcs. 29. Mai bis 5. Juni . . 250.410.715,64 frcs. 24. Juni bis 5. Juli . . 252.197.427,68 - 5. August...... 250.223.129,93 - 3.-5. September . . . 240.264.912,08 . 5. September (Zinsen) . 23.201.555,00 - zusammen: 1.016.297.740,33 frcs. — 287 - Anhang II. Vierteljährliche Uachweisungen über Englands Goldhandel mit den wichtigsten Landern. 1371—1879. (Nach den monatlichen Nachweisungen über Handel und Schiffart des Vereinigten Königreichs; abgedruckt in den Ergänzungsbanden des Economist.) ^. Die Goldeinfuhr (in 1000 F) Zeit aus Frankreich aus Belgien aus den Niederlanden aus den Ver. Staaten aus Australien aus Deutschland 1871 I. Quartal II. III. IV. 8,1 120,1 12,6 3.561,4 231,7 263,0 1.9 317.3 3,8 7.5 2,0 2.4 791,1 3.669,6 1.966,7 86,2 2.249,3 1.169,6 1.694,8 1.785,2 210.4 597,7 50,5 63,8 zusammen 3.702,2 XU!,!! 15,7 6.492.« 6.898.8 922,4 1872 I. Quartal II. III. IV. 77,4 56,3 414,9 1.576,9 20,3 213,2 11,3 60,6 2,3 3,4 4,3 3,4 107,3 3.691,1 3.390,8 963,3 1.767,3 1.288,9 1.463,4 1.463.6 7.1 162,8 1,4 292,3 zusammen 2.124,5 305,4 13,4 8.147,5 5.983,2 453,6 1873 I. Quartal II. III. IV. 108,3 160,8 25S,6 984,3 6,6 0,5 8,3 104,7 1.9 4,4 1,1 6,6 1.434,8 97,1 1.694,6 48,0 1.813,0 2.842,9 2.347,6 2.441,0 ' 1,1 0,6 43,8 73,2 zusammen 1.509,0 120,1 14,0 3.174,5 9.444,5 118,7 1874 I. Quartal II. III. IV. 148,5 83,0 199,7 309,2 99,2 21,8 46,1 20,0 3,9 0,1 6,3 0.4 62,6 2.001,6 1.162,0 1.292,6 1.382,0 1.492,1 1.884,8 1.962,0 26,3 11,1 16,8 31,9 zusammen 740,4 18 6-640.» 409,1 - 288 — Zeit aus Frankreich ^ aus den > L° aus den Ner. Staaten aus Australien aus Deutschland 1876 I. Quartal II. III. IV. 133.3 376,8 829,7 87,2 S35.3 200.1 9S1.8 279.4 2.8 2.9 4.4 2.1 538.2 2.096,3 1.712,4 24.8 1.055,1 863,9 957.5 2.080.3 313.5 36,7 342,2 10,7 zusammen 1.427.0 j 1.966,6 12,2 j 4.371.7 4-956,8 703,1 1877 I. Quartal II. III, IV. 91,7 223,9 338,4 218,8 248,4 127,4 111,3 46,6 14,9 11,0 18,2 28,9 6.1 1.571.7 469,3 14.8 1.034,6 1.682,3 2.195,7 1.742,8 152,5 236.1 34,9 6,5 zusammen 872,8 532.7 73,0 2.061,9 6655,4 430,0 1878 I. Quartal II. III. IV. 137,9 280,1 1.211,2 4.278,9 39,6 356,4 289,6 262,0 0,4 0.7 7,3 22,1 0,7 741,2 100,6 23,6 1.163,0 1.437,5 1.588.0 1.492,1 120,6 5.7 209.3 704,8 zusammen 5.908.1 947.6 30,5 866,1 5-680,6 1.040.4 1879 I. Quartal II. III. IV. 1.212,4 338.7 1.143,7 208.S 403,2 100,3 182,4 49,3 9,8 2,1 13.0 1.3 19,7 355,8 9,0 3,8 1.406.0 621,6 635,0 489,0 79,5 4.3 6,0 1,0 zusammen 2.903.3 735,2 26,7 ^ 388,3 3151,6 90.8 L. Die Goldausfuhr . (in 1000 A Zeit nach Frankreich nach Belgien nach den ^ nach den Nieder- Ver. landen j Staaten nach Australien nach Deutschland 1871 I. Quartal II. III. IV. 97,9 847,3 S45,8 78.0 1.997,4 2,0 10,0 1.2 20,2 25,7 13.1 1.8 51,3 60,6 — 0,1 1.010,8 2.702,7 4.774,3 zusammen 1.569,2 2-009,4 60,2 113.7 I 8-487,9 1872 I. Quartal II. III. IV. 119.5 129,8 722,9 68,2 i,s 181,0 217,2 2,5 1.5 4.:! — _ 103.4 1.600,0 3.450,5 2.998,0 zusammen 1.040.4 182,5 225,5 — j 8-151,9 — 289 — nach nach nach den nach den nach nach Zeit NiederVer. DeutschFrankreich Belgien landen Staate» Australien land 1873 l. Quartal 862,8 4,0 5,0 2.025,5 II. 17,8 94,6 33,5 101,5 _ 3.228,1 III. IS0,8 — 34,4 575,6 — 950,0 IV. 100,9 — 263,0 1.739,7 ^ — 1.059,0 zusammen 632,3 98,6 335,9 2.416,8 — 7.262.6 1874 I. Quartal 809.7 214,8 431,7 1,5 _ 51,0 II. 706,7 120,4 33,0 6,0 — 81,0 III. 1.909.8 70,0 13,0 1,6 — IV. 1.422,4 122,0 0,3 — — zusammen 4.848,6 527,2 478.0 9.1 — 132.0 1875 I. Quartal 3.241,8 399,5 62,1 233,6 _ 577,7 II. 26,0 1,2 34,2 21.1 5,0 1.026.6 III. 91,1 248,0 781,4 190.1 5,0 122,6 IV. 1.892,5 493,4 183,8 131,9 10,5 4.678,3 zusammen 5.251.4 1.142.1 1-066,5 576,7 20,5 6405,7 1876 I. Quartal 1.554,7 12,3 0,3 5.0 _ 1.054,9 II. 36,0 3,8 55,7 2.0 — 8,5 III. 149,1 5,4 10,1 325.0 10,0 6,3 IV. 2.448,8 23,3 350,1 3.192,3 — 1.152,8 zusammen 4.188,6 45,3 416,2 3.524.3 10,0 2-222,5 1877 I. Quartal 2.623,9 2,5 3,0 251,5 _ 2.066,2 II. 1.636,6 14,6 18,1 — — 1.673,1 III. - 1.081,1 9,3 1,1 446,2 3.510,8 IV. 755,9 12,2 0,1 469,9 — 1.093,4 zusammen 6.147.5 38,6 22.3 1.167,6 — 8-343.5 1878 I Quartal 806,0 29,7 0,7 540,0 ^ S.110,3 II! 2.218,6 459,4 0,1 99,5 10,0 637,4 III 411 40 0 1 7 4. > IV^ - 209,6 — 0^1 149'2 — 1.735,4 zusammen 4.599,4 797,2 42,0 828,7 10,0 4.484.8 Helfferich, Beiträge zur Geldreform. 19 — 290 — Zeit nach Frankreich nach Belgien nach den Niederlanden nach den Ver. Staaten nach Australien nach Deutschland 1879 I. Quartal II. III. IV. 125,8 235,4 13,7 320,8 16,5 132,2 1,3 1,1 420.5 7,2 33,7 2.516,8 4.432,3 0,1 990,7 361,9 2.0 1.569,6 zusammen 695,7 151,1 461,4 6.949,1 0,1 2.924,2 <ü. Die Mehreinfuhr von Gold (in 1000 K) Zeit aus Frankreich aus Belgien aus den Niederlanden aus den Ver. Staaten aus Australien aus Deutschland 1871 I. Quartal II. III. IV. — 83,8 — 727,4 — S33.2 -1-3.483,4 —1.765,7 4- 261,0 - 8.1 4- 317,3 4- 2,6 — 12,7 — 23,7 — 10,7 4- 791,1 4-3.657,8 4-1.905,4 4- 24,6 4-2.249,3 4-1.169,5 4-1.694,8 4-1.785,2 4- 210,3 — 413.1 —2.652,2 —4.710,5 zusammen 4-2.133,0 -1.195,5 — 44,5 4-6.378,9 4-6.898.8 -7,565,5 1872 I. Quartal II. III. IV. — 42,1 — 73,5 — 308,0 4-1.607,7 4- 18,8 4- 213,2 4- 11.3 — 120,4 —214,9 4- 0,9 4- 2,8 — 0,9 4- 107,3 4-3.691,1 4-3.390,8 4- 958,3 4-1.767,3 4-1-288,9 4-1.463,4 4-1.463,6 — 96,3 —1.447,2 —3.449,1 —2.705,8 zusammen 4-1081.1 4- 122,9 -212,4 4-8.147,5 4-5.983.2 -7.698.4 1873 I. Quartal II. III. IV. — 254,5 4- 143,0 4- 104,8 4- 883,4 4- 2,6 — 94,1 4- 8,3 4- 104,7 — 3,1 — 29,1 — 33,3 -256,4 4-1.434,8 - 4,4 4-1.019,0 —1.691,7 4-1.813,0 4-2.842,9 4-2.347,6 4-2.441,0 —2.024,4 —3.227,5 — 906,2 — 985,3 zusammen 4- 876,7 4- 21.5 -321,9 4- 757,7 4-9.444,5 -7.143,9 1874 I. Quartal II. III. IV. — 661,2 — 623,7 —1.710,1 —1.113,2 — 115,6 — 98,6 — 24.9 — 102.0 —427,9 — 32,9 - 6.7 4- 0,2 4- 51,1 4-1.995,5 4-1.160,4 4-1.292,6 4-1.382,0 4-1.492,1 4-1.884,8 4-1.962,0 — 25,7 — 69,9 4- 16,8 4- 31,9 zusammen -4.108,2 - 341,1 -467,3 ^ 4-4.499,6 4-6.720,9 — 46,9 — 291 — Zeit aus Frankrei ch aus Belgien aus den Niederlanden aus den Ver. Staaten aus Australien aus Deutschland 1875 I. Quartal II. III. IV. —2.853,5 4- 597,1 4- 622,6 —1.S94,6 — 375,1 4- 80,7 — 210,6 — 312,9 — 60,9 — 30.0 — 780,9 — 188,7 4-1.504,8 4-4.438,3 4-1.839,4 — 101,5 4-1.596,5 4-1.073,9 4-1.661.9 4-2.288,1 — 362.7 — 858,0 — 93,3 —4.677,6 zusammen -3.228,4 - 817.9 -1.060,5 4-7-681,0 4-6.620.4 -5996,6 1876 I. Quartal II. III. IV. —1.421,4 4- 340,8 4- 680,6 —2.361,6 4- 522,5 4- 196,3 4- 946.4 4- 256,1 4- 2,5 - 52,8 - S.7 - 347,9 4- 533,2 4-2.094,3 4-1.387,4 —3.167,5 4-1.055,1 4- 863,9 4- 947.5 4-2.080,3 — 741,4 4- 28.2 4- 335,9 —1.142,1 zusammen -2.761,6 -1-1-921,3 - 404,0 ^- 847.4 4-4.946,8 -1.519,4 1877 I. Quartal II. III. IV. —2.532,2 —1.462.7 — 742,7 — 537,1 4- 245,9 4- 112,8 4- 102,0 4- 33,4 4- 11.9 — 7,1 4- 17,1 4- 28,8 — 245,4 4-1.571,7 4- 23.1 — 455,1 4-1.034.6 4-1.682.3 4-2.195,7 4-1.742,9 —1.913,7 —1.437.0 —3.475,9 -1.086,9 zusammen -5.274,7 4- 191,1 4- 50,7 4- 894,3 4-6-655,4 -7.913,5 1878 I. Quartal II. III. IV. — 668,7 —1.937,9 - 1S4.0 -1-4.069,3 4- 9,9 — 103.0 — 18.5 4- 262,0 — 0,3 4- 0,6 - 33.8 4- 22.0 — 539,3 4- 641,7 4- 60,6 — 125,6 4-1.163,0 4-1.427,5 4-1.588,0 4-1-492,1 —1.989,7 — 631,7 4- 207,6 —1.030.6 zusammen 4-1.308,7 4- 150,4 j — 11,5 4- 37,4 4-5.670.6 —3.444.4 1879 I. Quartal II. III. IV. -I-1.086,6 -l- 103,3 4-1.130,0 — 112,3 4- 386,7 — 31,9 4- 181,1 4- 48,2 4- 9,8 — 418,4 4- 5,8 — 31,9 4- 19.7 4- 355,8 —2.507,8 —4.428,5 4-1.406.0 4- 621.6 4- 634,9 4- 489,0 - 911.2 — 357,6 4- 4,0 —1.568,6 zusammen 4-2.207,6 4- 584,1 - 434,7 —6.560,8 4^3151,5 -2833,4 19" — 292 — s> os » 02 D ^ Z :« Z- ? »» L >« K . « ^ ^ I—> ^ V !« ^ A ^ ^ » « o ^-z s « -?cs- -« it-. « ->5. 'S s i-> « >s I ->-> ?S s 'S .L » A U « N ? -! K M -« Z KZ ll? u- Z u- S KI „ r- « uz ^ ^ » ^ ^.ck^ cv x ^ r-.^- KI ^ ^ m^ s 3 ^ m m Ki"Ki ^^t< MM KI KI KI KI Kl"KI ö?^^ >L uz ^ m-Z Z -> s -> ^.S^ K Ki Ki m"m uz"uz uz m KI KI ^ ^>M uz uz m m br. ^ »> Z r- L SZ °>- » «Z.^ No KIKI ^"m -ö 20 ^'G MM KI ^ UZ -°j< uz uz KI KI ^> ^ >» s Z m s u- ? ^ <-> 2 ? °- -^S- "-.^ «-.^ ^ -^i Q ^ « !? ->- »Z « KI KI^^- ic^ M-S G mm KI KZ m"-^ m KI KI KI m m uz ^ KI ^? °- KI S -» S UZ « Z uz ^ Ki Ki m m MM -I? KI KI KI^ KI -> --> uz KI S s ^ N -o ^2 <« ^1 ^ m'^ e? mm KZ KI ^ss^I KI KI M KI KI KI >-> m m KI >^ °° K> S A " UZ^ KI ^- oo^? o? mm KZ"KI mm W-S K?KI MM KI^-I MKI KZ KI KI^ A-T ^ Ä -° 8--^ K m m Kl Kl ^?^< u? uz M?- m m KI M M Kl"K! KI .^z UZ „ uz « KI ? u- „ ^« i^.x '-'.S^ Ä m m Ki"Ki m 07> ^ ^ MM mm KI KI KI ^> M KI KI ^ «- »- Q " M ^, B m M m m «>°-> -om m m m m m m KI KI Kl" KI «"KI VN S KI-Ä M M KZKI M ^ m KI >-> KI KI M KI <Ä ^> VNI -S-Z -« Q ^ m ^ «z ^ u? Q M « <^> M KI KZ KZ KI mm ^ ^ KI m KI ö? ^ -» !- « 1i! ? ^ !- Q Q Z>L r: S s ^« !« ^ ^ « ^ ^ « «^Z Z?N S?N KM WA s?s NN! NB S?B S?N Q ^ KI ^ uz oc> ^> «> oc> 00 oc> -x> -» oo «> oo oc> !-> K ^> -« ->» K Jahresdurchschnitt Z--? Ä^S 02-5 Z-L «) ^ <^?^ M --jl!A? IS Z ^ " ? m^- ^"-O !>a Dezbr. U7> ^ ^ m ^> ^ u? ^ U7> ^< ZS- --^Ä ^j?o? -^o? Z '-ftm Novbr. ^ lld ^ ^ ^ Lä-S S ^. s ^ u? oc> Z ^1 8 ^f^< Oktober ll? ^ Z ^ ^ 2 <--^- -°t> -O Y^S ^ ^ ^< m ^ Mz? -5 Septbr. -z -° ^ ^< <2 °> i^,^: ^< ^ ^ sz m La August ^ r-"?- ^.^ ^ Aa ^ ^< Za "5 La s-^ ^ ?a -O ^ 5??7> oo ll? it< La « A> Z-Ä ^ ö? --5 La L °° c^.ü?' 0? -70 ^1 m La April ^ m ^ -ö Li> llz >^> La ^La La ^ La m?a März ^"Az ^ La ^ K> -5 ?I ^Ka m ?a Februar ^ ^> ^ -> ^ » 8c, ^Lz ^ 6z ^ La La ^ ?a Januar ^ ll?^< >-> -> oc> ^ ^t< ^ ^>?? Ä-S 5a L u? -°t> S^- ^"iTa -a Z- ^ ^-^ ^ s Bankdiskont i Marktdiskont ' Bankdiskont Marktdiskont s Bankdiskont l Marktdiskont s Bankdiskont l Marktdiskont s Bankdiskont ! l Marktdiskont s Bankdiskont t Marktdiskont s Bankdiskont l Marktdiskont c- 8 -L ZZ l Bankdiskont l Marktdiskont s Bankdiskont ^ Marktdiskont oc> «z ea cxz M oo oo co l>- oo c>c> oo «z 1"^ ^ ^ l.??' - - 297 -« »5! K 6?^^ K N O V N s 6-? n 6? » N s « S? !?? t-?!?: ZZ -»^ s ^ N?! <^> l^- «z ?- T> Ä> -L^L ;L L S?N ^ ^ ^ ^ ZZ ^ «z ^ ^ ^< ^ ^ Ä ^ ^ ^ ^ ZZ HD S?N co ^ ^ ^ ^ 5» ^ ^ ^ « ^ ^ ^ ^ ^ m ^-ö ^ H< Ä ^ ^ ^ ?ö ^ 8 « ^ S?N ^ m m ^ ZZ S « s?^ ^ < ^' ^ >V — 298 - Anhang IV. Die Verwendung der Erlöse aus den in englischer Valuta abgeschlossenen Sillierverkäufen. Zeit An Verkaufserlösen eingegangen F sll. Ä. Zu Goldankäufen verwendet F sk.ct. Durch Begebui auf Londo F g von Wechseln n realisiert 1877 I. Quartal . 2. S. 4. 2.145.809, 5. 3 2.982.348,16. 1 4.365.545, 6. 9 1.299.642, 6. 8 1.880.717,12. 1 1.951.046,11.— 3.332.352, 1. 6 1.001.455, 3. 5 245.000 981.000 645.546 609.000 5.009.323,85 20.050.304,25 13.211.108,25 12.447.544,45 zusammen 10.793.345,14. 9 8.1K5-571, 8. 0 2.480,546 50.718.285.80 1878 1. Quartal . 2. - 3. 4. 3.237.101,14. 5 652.826, 1. 9 1.903.371, 8.10 2.297.173,12. 8 334.860,13.10 1.886.297, 2.10 975.430 325.000 19.887.291,90 6.635.241,60 zusammen 5.793.299, 5.- 4 518 336,14. 4 1300.430 26.522.533,50 1879 1. Quartal . 2. 982.786, 5. 7 391.366, 2. 3 981852,—. 4 360.031,13.— 30.200 618.521,25 zusammen 1374152, 7.10 1341883,13. 4 30.20» 618 521,25 Gesamtsumme 17.960.797, 7. 7 14.025.79 l,15. 8 3811176 77.859.340,55 17.836.967,15.8 Nach Abzug der zur Goldbeschaffung verwendeten und durch die Begebung von Wechseln auf London realisierten Summe von dem Gesamterlös bleibt ein Rest von 123.829 F 11 slV 11 <1., welcher je nach Bedarf ans das Reichsguthaben in London übertragen worden ist. III. Die Silberverwertung Die durch das Gesetz vom 4. Dezember 1871 gestattete und durch das Münzgesetz vom 9. Juli 1873 definitiv angeordnete Einziehung der Landessilbermünzen brachte die Reichsregierung in den Besitz eines gewaltigen Silbervorrats. Die Abschätzungen des deutschen Silberumlaufs schwankten, als die Reform begonnen wurde, zwischen 450 und 550 Millionen Thalern. Diese Summen bedeuteten eine Silbermenge von 15 bis 18 Millionen Pfuud fein, also ungefähr den vierfacheu Betrag der Jahresproduktion von Silber. Nur zu einem verhältnismäßig geringen Teil konnte dieses Silberquantum deni deutschen Geldumlauf zurückgegeben werden. Die Beschränkung des Silberumlaufs ist eines der Prinzipien der Goldwährung, und das Münzgesetz hatte demgemäß für die Ausprägung von Reichssilbermünzen den Betrag von 10 Mark pro Kopf der Reichsbevölkerung als Maximum festgesetzt. Die damalige Reichsbevölkerung belief sich auf wenig über 40 Millionen Seelen. Sie war jedoch in raschem Wachstum begriffen, so daß man für die Silberausprägungen wohl eine Bevölkerungszahl vou 45 Millionen annehmen konnte. Das Maximum der Silberausprägungen hätte sich demnach auf 450 Millionen Mark belaufen. Zur Herstellung dieses Betrages von Reichssilbermünzen wäre eine Silbermenge von 4 Millionen Pfund fein (1 Pfund fein für je 100 Mark) erforderlich gewesen. Nach Abrechnung dieses Betrages blieb von dem mutmaßlich einzuziehenden Silber uoch ein Quantum von 11 bis 13 Millionen Pfuud feiu übrig. Über diese Silbermünzeu konnte nur im Wege des Verkaufs verfügt werden. Die zur Umprägung in Reichssilbermünzeu eingezogenen Landes- — 300 — silbermünzen konnten den Münzstätten ohne weiteres überwiesen werden. Man wählte für diesen Zweck fast ausschließlich solche Landessilbermünzen, deren Feinheit mit der für die Reichssilbermttnzen vorgeschriebenen von 2°°/lvov übereinstimmte, namentlich Zweithalerstücke, Vereinsthalerstücke und Münzen der süddeutschen Währung. Dagegen mußte das für die Veräußerung bestimmte Silber erst in eine für den Verkauf geeignete Form gebracht werden. Es handelte sich aber nicht nur um die Umschmelzung der Silbermünzen zu Barreu, sondern auch um die Herstellung von Barren in den bestimmten Mischungsverhältnissen, welche ans den verschiedenen Silbermärkten, auf welchen die Reichsregierung ihr Silber absetzen wollte, üblich waren. Für die Verkäufe vou Silber nach Österreich und an die Pariser Münze genügten sogenannte „geringhaltige" Barren in der Feinheit von 900 bis 903 Tausendteilen. An die Pariser Münze wurde sogar ein Posten von Barren, die nur 750 Tausendteile fein waren, verkauft.' Im allgemeinen war jedoch die geringste Feinheit, welche den Barren einen günstigen Absatz sicherte, das Mischungsverhältnis von 900 Tausendteilen Silber und 100 Tausendteilen Kupfer. Die weitaus wichtigsten Absatzgebiete für Silber verlangten jedoch „hochhaltige" Silberbarren. Auf dem Londoner Markt pflegte für den Bedarf Ostindiens eine Feinheit von nicht unter 992 Tausendteilen, für China sogar eine Feinheit von nicht unter 996 Tausendteilen verlangt zu werden. Im allgemeinen war nur bei Zeiten starker Silbernachfrage die Möglichkeit vorhanden, den vollen Preis auch für Barren von 975 Tauscnd- teilen Feinheit zu erlangen, während für 950 Tausendteile feine Barren bereits bis V4 ä pro Unze unter dem offiziellen Preis gezahlt wurde. Die Feiuheit der deutschen Silbermünzen war nnn im Maximum 900 Tausendteile. Ein großer Teil der deutschen Silbermünzen war nur 750 Tausendteile fein, so namentlich die vor 1875 geprägten Thalerstücke. Die Teilstücke des Thalers waren in noch wesentlich gröberen Legierungen geprägt. Bei den Silberscheidemünzen war fast durchweg der Silbergehalt geringer als der Kupfergehalt. Die Reichsregierung war also genötigt, zum Zweck der möglichst günstigen Verwertung ihres für den Verkauf bestimmten Silbers einen großen Teil der eingeschmolzenen Silbermünzen zu afsiuieren, d. h. einen erheblichen Teil des Kupfergehaltes auszuscheiden. Abgesehen von diesem Zwang war bei einem Teil der Münzen der Kupfergehalt so groß, daß - 301 — seine Ausscheidung au sich schou lohnend war. Ferner enthielten die älteren Silbermünzen durchweg kleine Mengen Goldes, dessen Ausscheidung bei dein frühereu Stand des Scheideverfahrens uuinöglich geweseu war, jetzt aber einen nicht unerheblichen Gewinn abwarf. Der Gewinn war so groß, daß aus ihm die gesamten Kosten der Umwandlung der eingezogenen Landessilbermüuzen in Barren gedeckt werden konnten, und daß nach Abzug dieser Kosteu uoch ein Überschuß vou ca. 1 ^/s Millionen Mark verblieb. Der Gang der Einschmelzungen und Affinierungen war durchaus abhängig vou dem Umfang der Silberverkäufe, der seinerseits wieder von der Lage des Silbermarktes abhängig war. In den ersten Jahren nach dem Erlaß des Münzgesetzes richtete die Reichsregierung ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die Umwandlung der zur Einziehung gelangenden Silbermünzen in Reichssilbermünzen, während sie den Verkauf von Silberbarren auffallend lässig betrieb. Erst vom Jahre 1876 ab nahmen die Verkäufe einen größeren Umfang an, und mit thuen die Herstellung von Silberbarren. Am Ende des Jahres 1876 war die Maximalgrenze für die Ausprägung von Reichssilbermünzen nahezu erreicht. Das Jahr 1877 ließ den Münzstätten mehr Zeit als bisher für die Einschmelzung von Landes- silbermünzen zu Barren. Gleichzeitig ermöglichte ein außerordentlich starker Silberbedarf den Absatz großer Silbermengen. Mit der Affinierung waren von vornherein nicht die Münzstätten, sondern die Scheide-Anstalten in Hamburg, Frankfurt a. M. und München beschäftigt worden. In Anbetracht der günstigen Lage des Silbermarktes wurden diese Anstalten bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 1376 zu einer bedeutenden Steigeruug ihrer Leistungsfähigkeit veranlaßt, fodaß sich die Barrenproduktion des Jahres 1876 bereits auf mehr als 1 Million Pfund Feinsilber belief. Der starke indische Silberbednrf des Jahres 1877 veranlaßte am Anfang des Jahres 1877 abermals eine Erweiterung der Affinier- Anstalten. Während die Affinier-Anstalt in Hamburg vor dem Februar 1877 monatlich etwa 75.000 Pfund Feinsilber affinieren konnte, erhöhte sie mm ihre Leistungsfähigkeit auf etwa 146.000 Pfund; die Frankfurter Scheideaustalt steigerte ihre monatliche Barren-Herstellung im April 1877 vou 41.200 Pfund auf 82.400 Pfund Fein. Dazu kam München mit — 302 — 1000 Pfund fein pro Monat. Zusammen konnten also diese drei Anstalten seit April 1877 monatlich ca. 230.000 Pfund Feinsilber affinieren. Aber bei den starken Silberverkäufen dieses Jahres genügte der Neichsregierung nicht einmal diese Leistungsfähigkeit vollkommen, sodaß auch ausländische Afsinier-Anstalten (in London, Brüssel und Amsterdam) zur Mitwirkung herangezogen wurden. Diese ausländischen Anstalten erhielten ausschließlich aus Zwölftelthalerstücken vorgeschmolzeue Barren zur Affinierung. Im ganzen wurden im Jahre 1877 3^/s Millionen Pfund Feinsilber aus Landesmünzen in verkaufsfertige Barren umgewandelt, davon fast 2 Millionen Pfund durch Affinierung. Die Silberverkäufe desselben Jahres erreichten fast 3 Millionen Pfnnd Fein. Mit der Verschlechterung der Lage des Silbermarktes verminderten sich von nnn ab die Silberverkäufe und mit ihnen die Herstellung von Silberbarren. Im Mai des Jahres 1879 wurden die Silberverkäuse eingestellt und mit ihnen die weitere Einziehung der von allen Landessilbermünzen allein noch nicht außer Kurs gesetzten Thalerstücke. Die Herstellung von Silberbarren wurde auf die Aufräumung der vorhandenen Bestände beschränkt. Infolge der plötzlichen Einstellung der Silberverkäufe, welche nicht durch eine vorhergehende Einstellung der Silbermünz-Einziehung und Einschmelzung vorbereitet war, blieb ein erheblicher Rest von Silberbarren im Besitz der Reichsregierung, für welchen, da fast die ganze zulässige Summe von Reichssilbermünzen ausgeprägt war, zunächst keine Verwendung gefunden werden konnte. Mit dem Wachsen der Reichsbevölkerung wurde jedoch sehr bald eine Vermehrung der Reichssilbermünzen innnerhalb der gesetzlichen Grenze möglich. Der größte Teil des Barrenrestes wurde bereits in der ersten Hälfte der achtziger Jahre den Münzstätten zur Ausprägung von Reichs- silbermimzen überwiesen. Kleinere Silbermengen wurden den Münzstätten zur Deckung des Prägeabganges verkauft. Der im Jahre 1884 noch vorhandene Rest des Barrenvorrats wurde an die egyptische Regierung, welche damals auf der Berliner Münzstätte Silbermünzen sür ihren Bedarf ausprägen ließ, zu dem bestehenden Preise überlassen. Um den Ansprüchen der egvptischen Regierung völlig genügen zu können, wurde der Varrenvorrat sogar durch Einschmelzung von Thalerstücken ergänzt. — 303 — In den späteren Jahren sind zum Zweck der Vermehrung der Neichs- silbermünzen Thalerstücke eingezogen und eingeschmolzen worden. Seit dem Abkommen mit Österreich-Ungarn über die österreichischen Vereinsthaler (vom Februar 1892) sind zu diesem Zweck sast ausschließlich österreichische Vereinssilbermünzen verwendet worden. Die folgenden Tabellen geben eine vollständige Übersicht über die Silberverwertung'. ^. Die Überweisungen von Landessilbermünzen als j)räge- material an die deutschen Münzstätten. 1. Bis MM Jahre 1879. Jahre Beschaffungswert Pfund fein Münzertrag Brutto- Mllnzgewinn 1873 1874 1876 1876 1877 1878 1879 7.499.830.28 51.L03.223.86 111.310.983,86 198.290.659,28 15.532.221,00 952.866,00 83.177,1«° 574.484.4Zi 1.232.898,29» 2.197.734.sss 172.235,?-° 10.556.479 8.317.716,60 67.448.443,10 123.289.829.10 219.773.435,80 17.223.582,00 1.055.647,90 817.886,32 6.645.219,24 11.978.845,24 21.482.776,62 1.691.361,00 102.781,90 Zusammen: 385.489.784,28 4.271.086,-4° 427.108.654,50 41.618.870,22 Das überwiesen« Silber bestand aus folgenden Sorten: Zweiguldenstücke..... 26.865.108 Einguldenstücke...... 44.625.032 1. 2. 3. Einhalbguldenstücke 4. Zweithalerstücke. . 5. 0. 7. 56) Einthalerstücke (1823 Vereinsthalerstücke . . . . Mecklenb. Schillinge . . . Barren aus eingeschmolzenen und anffinierten Landessilbermünzen . . 13.920.219 50.111.414 478.177 28.088.524 257'g im Beschaffungswert von Gulden 46.054.470,85 Mk. 76.500.054,86 - 23.863.232,57 - Thaler 150.334.242,00 - 1.434.531,00 - 84.265.572,00 - 772.00 - 32.966,541 Pfd. fein 3.036.909,00 Zusammen: 385.489.784,28 Mk. ' Die Tabellen sind teilweise nach den Münz-Denkschriftcn zusammengestellt, teilweise beruhen sie auf Material, das mir vom Reichsschatzamt und von der NeichS- bank zur Verfügung gestellt wurde. — 304 — Dem Schmelzergebnis des zur Alisprägung von Reichssilbermünzen überwiesenen Silbers von 4.271.086,54° Pfund fein hätte — auf Grund des gesetzlichen Ausmünzungswertes des Pfundes fein von 30 Thaler 52^/s Gulden ^ 90 Mark — ein Beschaffungswert von 384,397.789,05 Mark entsprochen, während der thatsächliche Beschaffungswert sich auf 385.489.784,28 Mark belief. Infolge der Abnutzung der überwiesenen Stücke ist also ein Verlust vou 1.091.995,23 Mark entstanden. Ohne die Abnutzung der überwiesenen Stücke wäre der Brutto-Münzgewinn um diesen Betrag größer gewesen. 2. Bis Ende März 1897. Nach den Übersichten über die Reichs-Einnahmen und -Ausgaben wurde den Münzstätten bis Ende März 1896 an Prägesilber (Landes- silbermünzen und Barren aus solchen Münzen) eine Menge von 4.943.979,953« Pfnnd fein überwiesen. Der Anschaffungswert war ... . 446.935.890,42 Mark Der Münzertrag........ 494.398.037.46 - mithin der Brutto-Münzgewinn: 47.462.147,04 Mark. Dem Schmelzergebnis des überwiesenen Silbers von 4.943.979,ss8s Pfund fein hätte — das Pfnnd fein zu 90 Mark gerechnet — eiu Beschaffungswert von 444.958.195,82 Mark entsprochen, während der thatsächliche Beschaffungswert sich auf 446.935.890,42 Mark belief. Infolge der Abnutzung der verwendeten Stücke ist also ein Verlust von 1.977.694,60 Mark entstanden. Vou dem gesainten, bis Ende März 1897 überwiesenen Silber- quautum fallen 672.893,417 Pfund fein im Beschaffungswert von 61.446.106,14 Mark, mit einem Münzertrag vo n 67.289.382,96 Mark , also mit einem Brutto-Münzgewinn von 5.843.276,82 Mark auf die Jahre von 1880 ab. Außer den Silbermengen, welche den Münzstätten vom Reich als Prägematerial geliefert wurden, wurde ihnen von der Reichsregierimg Silber zur Deckung von Prägeabgängen käuflich überlassen, und zwar bis zum 31. März 1897 im ganzen 2.455,°8s Pfund fein zu 188.003,89 Mark. Davon 2.033,673 Pfund fein zu 162.693,84 Mark vor dem Schluß des Jahres 1879. — 305 — Im ganzen wurde also bis Ende März 1897 zur Ausprägung von Reichssilbermllnzen eine Silbermenge von 4.946.435,0t» Pfund fein verwendet. L. Die Herstellung von Silberbarren aus den Landes- silbermünzen. (Aus den Münzdenkschriften zusammengestellt.) Jahre Affiniert Pfunde fein Eingeschmolzen Pfunde fein Zusammen Pfunde fein 1873 1874 187S 1876 1877 1878 1879 202.S87,ii5 S72.739.4oz 4SS.S31,Z!n 1.048.497.«!,? 1.873.497,2-7 1.037.911,°°» 247.039,7°5 S8.2S8,sg2 49.44S.77« 134.S12,°44 1.429.070,07° 282.411.28° 83.091,°°° 260.84S.807 622.18S,i7g 4SS.S31.Wi 1.183.010.°4i 3.302.S67.ZS- 1.320.322,28g 330.181,455 Zusammen: S.437.8S3.5S8 2.036.790,47° 7.474.644,°58 Das Ergebnis der Einschmelzungeu uud Affiuierungeu von 7.474.644,«s8 Pfund fein war gewonnen aus Silbermünzen im Nennwert von 697.797.069,22 Mark. Diesem Nennwert hätte unter Berechnung des Pfundes fein zu 90 Mark eiu Ergebnis von 7.753.900,75g Pfund fein entsprochen. Der durch unterwertige Ausprägung und durch die Ab- uutzung der Landessilbermünzen verursachte Ausfall gegen das Normale betrug also 279.256,?i, Pfund fein. Die Kosten der Barren-Herstellung aus den nicht goldhaltigen Münzen waren nach Anlage 4 zur 8. Münzdenkschrift: 1. Die Gebühren für das Vorschmelzen der 1/12 Thalerstücke sowie für die zum Zweck der Fein- gehalts-Ermitteluug stattgehabten Probeschmelzungen einzelner Münzen............ 25.684,02 Mark 2. Die für die Affinierung nicht goldhaltiger Münzen vom Reiche gezahlten Vergütungen . . . 590.037,44 - 3. Die dem Reiche zur Last fallenden Gebühren für die Einschmelzungen.......... 70.019,81 - zusammen: 685.741,27 Mark Helfserich, Beiträge zur Geldreform. 20 — 306 - Dagegen wurden an das Reich an Vergütungen für das aus den goldhaltigen Silbermünzen ausgeschiedene Gold und Kupfer nach Abzug der Kosten der Affinierung dieser Münzen gezahlt.....2.020.677,27 Mark, sodaß nach Abzug sämtlicher Affiniernngs- und Einschmelzuiigskosten für das Reich ein Überschuß aus den Goldvergütungen von....... 1.334.936,00 Mark verblieb. Nachweisungen über die Silberverkäufe. Voröemerkmrgen. Über die Silberverkäufe sind bisher nur die Nachweisungen für die einzelnen Jahre, von 1877 ab für die einzelnen Vierteljahre veröffentlicht. Zur Beurteilung des Einflusses der deutschen Silberverkäufe auf den Silberpreis erscheinen jedoch genaue Nachweisungen über den Umfang, den Ort, die Zeit und den Preis der einzelnen Verkäufe im höchsten Grade wünschenswert. Diese Nachweisungen sind in der folgenden Zusammenstellung gegeben. Bis zum Ende des Jahres 1876 wurdeu die Verkäufe unmittelbar vom Reichskanzleramt selbst geleitet. Die Nachweisungeu für diese Zeit sind im Neichsschatzamt ausgearbeitet. Vom Dezember 1876 an vermittelte die Reichsbank die Silberverkäufe. Die Nachweisungen über diese Verkäufe sind von mir aus den betreffenden Akten des Neichsbank-Direktoriums zusammengestellt. Hinsichtlich dieser letzteren Nachweisungen ist zu bemerken, daß die einzelnen iu London bewirkten Verkäufe, für welche die Neichsbank ihrerseits sich der Vermittelung der London Joint Stock Bank bediente, in ihrem Erlös nicht nach deutschem Geld bestimmt werden konnten. Die Verkaufserlöse wurden nämlich nicht einzeln realisiert, fondern wuchsen in dein „Reichssilberkonto" der London Joint Stock Bank zu einer einheitlichen Masse zusammen, welche vermittelst der Goldbefchaffung oder durch Abgabe von Tratten ans London, oder schließlich durch Übertragungen auf den Reichsdispositionsfonds in deutsches Geld verwandelt wurde. Infolgedessen ist es unmöglich, genau zu bestimmen, wie viel in deutschem Geld die Erlöse aus den einzelnen Verkäufen betragen haben. — 307 — Nicht einmal in englischer Valuta konnten die Erlöse in völlig genauen Ziffern festgestellt werden. Die Abrechnungen der London Joint Stock Bank, auf welchen diese Nachweisungen beruhen, beziehen sich nämlich nicht auf die einzelnen von ihr abgeschlossenen Verkäufe, sondern auf die einzelnen vom Reich erhaltenen Silbersendungen. Aus jeder einzelnen Sendung wurden in der Regel Barren für zwei oder drei verschiedene Verkäufe entnommen, während andererseits die meisten Verkäufe sich aus mehreren Teilen verschiedener Silbersendungen zusammensetzten. Auf den Abrechnungen sind nur die Brutto-Erlöse der einzelnen Posten mitgeteilt, mährend die sämtlichen Verkanfsunkosten von der Summe dieser Brutto-Erlöse in Abrechnung gebracht sind. Es lassen sich also nur die Neinerlöse aus den einzelnen Silbersendungen aus den Abrechnungen mit Genauigkeit ohne weiteres entnehmen. Die genaue Ermittelung der Reinerlöse der einzelnen Verkäufe wäre nur im Wege einer umständlichen und zeitraubenden Berechuung möglich gewesen. Da für unsere Zwecke die absolute Genauigkeit auf Schillinge und Pence nicht erforderlich ist, genügen abgerundete Zahlen. Hinsichtlich des Gewichts der verkauften Silbermengen ist zu bemerken, daß infolge der Verschiedenheit zwischen dem englischen und dem deutschen Probierverfahren eine einfache Umrechnung der Standard-Unzen in Pfunde fein uach den Gleichungen 1 Unze 0,06220693 Pfund 37 Unzen fein ^ 40 Unzen Standard ausgeschlossen ist. Die englischen Proben ergeben für das zum Verkauf gestellte Silber durchweg einen geringeren Feingehalt als der nach diesen: Satze umgerechneten deutschen Feingehaltsbestimmung entsprach. Während nach den obigen Gleichungen 1 Unze Standard ^ 0,057541 Pfund fein ist, ergaben die von der Reichsregierung in den Jahren 1877 bis 1879 in London verkauften 4.064.700 Pfund Feinsilber nach der englischen Feingehalts-Ermittelung 70.390.700 Unzen Standard; danach stellte sich die Unze Standard im Durchschnitt auf 0,057745 Pfund fein, d. i. etwa 3^2 °/»o höher als den Gleichungen zwischen Gewicht und Feinheit entspricht. 20 — 308 ^ s « M « « Z ? «» ^ ?-> « >» «> k- s ^» k «» N -s- ^» n s « - Ä ^ « oc> 17! » >-> » <» /?» L ^ L K 3 "2 R Z s „ «» « -s- r» «» >s »-> « « ^ S s L K Z « . 3^!^ L « ^ i^- ^ -! L -L^:^ -o -> L l » ? s? ^ « Ä ^ A L '5 «?- L K »FH ^ « N «?N a^k sqj? ^ » W--- -> « Z.L^ 8 °? « Z^Z. AiZ Z^. ^ZT! ZK >S ZUKF ^ A ^ ^! o 1^ L K«K ^, E> «> ^'L>AZ L ^-L« « ? Z - A ^ Z 8 ZA^^^I » ^H^L -s? « L ^ ^ ?V » Zu n -^i !^-l! <- " V-^- K L Z L° ^GZ-WI, ^ -«A " Z -L " -L ^-c!i!.^x:>^- N »'L ^-^K N-!? A ?L^<^ «» - ^ 5! >S-^> Z>L ^ -» ^ « 2. 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Z^-Z^Ä— u«z °6 ^'"^ i-> !Ü 5?>N ^ zqjF ^ N- «> ^ ? ^ ^ Z N- ö « <>i ^2 ach s >N 'S cA N N >S -s «z s c>? oz m> ^< Q ^>^> Z-Z ^ Ij cI » V° A -! ? n D « « s >s >S>5Z- s 0 O s: o >U> Q S 5 ^ — 313 — ^ N <^> <^> oa" ?0 ^-f ?0 ^ ^' L „- «.----L SN-^ ^ ^ ^ U « s s- »> Z s N^! ^.Z Lj«) D. ° ^o?'-^ ^ «Z 8 U N ^ s -! ^ ^KZZ Z L LZ . ^ZLZ^^ ^ L >i-N Z^H'S- -s ^ N^-U « MC> ^. !^ - ^? 'vs?L ' G-^ ZZ- Z?! Z.^- K ZI- s>.^z >L ^'^z S>N S> : ^ ^ Z " ^ 2! K-^^ cr> c- ^ -KKKZ -I? 00^ ? 00 -8 0»" ^ «5 ^ U7> «Z Q UZ «) -O oi 8 8 00' ^ 00 c« 0? -5? c ^ 07, u? 'G cr> 00 ^ ^ 00 ^ <^I> uz os" c« c» 00 00 ov ^ m >^> uz uz uz uz ov oa" -zz" 0? uz ^ c» sci ^ >^> 0- M ci> ci? -IZ L> «Z uz 00 ^ ^ «> uz 02 UZ ?0 -5t< izä" ll^ ^cs" «?5 llo ^-i?o »z -s UZ uz ^ ^ ^ -zz -0 ^ ^_— 01« -X>c^ c^^? s:«5 >c:s^ ^-u? ^ ^? K . . ^ 00 20 'S. Z-M«^^ " -s «z N ^ 6^?-« x-N 6? s .--^>--?r^ E> ^ N «z N °- ^ ^ N « V'.S^^'S'«' ?>- ? ZZZZZZ ZZZZZ. — 314 - 3. NachweilMlg über die durch die Reichsoank vermittelten Sillierverkäufe. a. Verkäufe in London. « Zeit des Verkaufs Verkaufspreis (cl pro Unze Betrag der verkauften Standard- Unzen Verkaufsertrag °K Bemerkungen 1. 2. 3. 187« 22. Dezember 28. 30. M/8 S6-/4 S7 S61.696.3S 1.268.722,50 / 1S3.314.32 ^ 306.989.69 132.400 300.000 36.400 72.800 hochhaltige Barren, geringhaltige Barren. Bis Ende 1876 zusammen: 2.290.722,8»' 541.600 4. 5. 1. Quartal 1877 4. Januar 10. S7'/4 S7-/4 220.821.17 386.333.45 S2.600 92.000 hochhaltige Barren. 6. 7. 8. 13. IS. 17. 19. ^ S7Vt S8 SN/4 610.S83.09 291.298,38 217.125,31 14S.400 70.300 S2.600 geringhaltige Barren, hochhaltige Barren. 9. 10. 11. 12. 1. Februar 8. 9. 14. 22. 23. 24. 26. 27. S7°/8 ^ S6 251.710,35 683.090,02 /1.S03.I66.84 s 711.912.08 60.400 162.000 348.800 202.600 geringhaltige Barren. 1. März 3. - 5. - 6. —5 - S6V8 il.007.839,13 / 813.122.34 227.800 190.000 hochhaltige Barren, geringhaltige Barren. Im 1. Quartal 1877 zusammen ...... Bis Ende 1876 verkauft . 6,697.002,16 2.290.722,86 1.604.500 S41.600 Zusammen bis zum Schluß des 1. Quartals 1877 , 8.987.725,02 2.146.100 13. 14. IS. 16. 2. Quartal 1877 4. April S. 6. - 9. - 10. - 11. - 11. - S3°/i SN/z j ^ S3»/4 ) S4 226.409.01 147.93S.34 1.221 67S.06 222.222,22 S0.600 33.100 s 40.000 ! 60.300 1 100.000 i 73.000 S0.000 hochhaltige Barren, geringhaltige Barren. > Davon waren > 937.372,74 o?. hochh. und s 284.302,32 02. geringhal- 1 tige Barren, hochhaltige Barren. 1.818.241,63 407.000 — 315 — ^ Zeit des Verkaufs Verkaufspreis ( 1,338.400 hochhaltige Barren, geringhaltige Barren. Davon waren 764,872,67 02. hochh. u. 1.016.614,36 02. geringhaltige Barren. — 310 — s: Zeit deS Verkaufs Verkaufspreis (>Z pro Unze Standard) Betrag der verkauften Standard- Unzen Verkaufsertrag (abgerundet) Bemerkungen 30-. 31. 32. 33. 34. 3S. 35». 36. 37. 38. 39. 40. 16. August 16.U.17. - 2.-25. - 23. - 24. - 26. - bis 14. Sept^ 30. August bis 14. Sept. 29. August 20. Sept, 22.U.24. - 26. - 28. - 29. - Übertrag 5 542/i s 541/2 54 54-/8 54-/4 54-/4 54-/s 54-/s 54°/8 54- /4 55 55- /4 Summa: Dazu ein Verkauf von: mit einem Reinerlös von: Verkauft im 3. Quartal: Bis zum Ende des 2. Quartals verkauft . . . . 5.944.778,77 615.307,35 433.720.39 4.482.766,25 1.196.853,08 4.804.993,86 1.094.193,00 201.435,23 222.200,00 220.300,84 156.505,62 291.789,34 176.322,43 242.021,34 206.964,83 252.367,80 220.016,02 223.695,16 1.338400 138.900 98.300 1.007.000 269.700 1.084.700 247.100 45.400 50.000 50.000 35.600 66.300 40.000 55.100 47.000 56.900 50.500 51.500 20.936.731,31 339.063,83 21.325.795,14 22.520.468,29 4.732.400 76.400' 4.808,800 5.188.400 Zusammen bis zum Schluß des 3. Quartals 1877 . 43.846.263,43 4. Quartal 1877 41. 3. Oktober 42. 9. November 43. 5. u. 6. Dez. 44. 8. Dezember 17. 45. 18. 5-5-/2 542/4 54-/4 54 54 s 113.928.10 - 326.514,67 253.193,73 / 308.513,20 - 107.367,43 sl.492 045.15 - 183009,28 4.422.538,12 9997.20« 26.300 75.400 57.700 69.600 24.200 335.300 42.200 1.000.000 Summa: Dazu Verkäufe von: mit einem Reinerlös von: 7.212.109,68 ca. 285.000,00 1.630.700 63.600- Verkauft im 4. Quartal: Bis zum Ende des 3. Quartals verkauft . . . . Zusammen bis zum Schluß des Jahres 1877 . . 7.497-109,68 43.846.263,43 1-694-300 9.997.200 51.343.373,11 geringhaltige Barren. hochhaltige geringhaltige hochhaltige - geringhaltige hochhaltige geringhaltige hochhaltige geringhaltige hochhaltige geringhaltige hochhaltige geringhaltige hochhaltige geringhaltige 11.691.500 hochhaltige Barren geringhaltige - hochhaltige - geringhaltige - hochhaltige - geringhaltige - hochhaltige Barren; verkauft an eine große Edelmetallfirma, lieferbar in Raten von 100.000-200.000 F bis Ende Januar 1878, unter der Bedingung, daß die Reichsregierung bis zur Abwickelung des ganzen Geschäfts Silber nicht billiger als zu 542/4 ü verkaufen darf. - Dieser Verkauf ist in den Quartalsübersichten der London Joint Stock Bank und der Reichsbank nachgewiesen, aber die Verkaufsrechnung selbst fehlt in den Akten. Der Verkauf hat jedenfalls in der ersten Hälfte des September zu 54-/4 <1 stattgefunden. 2 Hochhaltige Barren, verkauft im Dezember zu 54-/4 und 54 ü. Verkaufsrechnung fehlt in den Akten. — 317 — A « Zeit des Verkaufs Verkaufspreis F B e merkungen 46. 47. 48. 49. 60. S1. öS. S3. S4. SS. S6. S7. S3. S9. 60. 61. 1. Quartal 1878 I. Februar 4. 6. 6. 6. 8. 13. 19. 19. 20. 20. 20. 23. - 2S. II. März 12. u. IS. März 25. März 26. März 27. - 28. - ^ S4 S4 ^ S4-/8 S4i/is S4-/4 S4-V-- S4'/is S4'/2 S4»/< ^ SS S4>/4 S4°/8 S4>/z S4»/8 S4'/2 S4^/» 1.207.342,60 1.648.061,77 491.630,31 / 142.142.3S 1 S36.212.41 s 442.412.46 > 442.S23 33 441.382,89 / 493.878,84 > 908913,07 s 222.67S,30 s 396.099,26 112.370,36 436.857,27 448.976,02 884.661.88 jl.110.402,83 ^1.004.416,26 446.749,03 442.146,84 4S0.2S0.60 271.600 370.700 / 10.000 ^ 100.900 31.900 120.800 100 000 100.100 100.000 112.000 20S.S00 S0.600 90.000 2S.600 s 10.000 ^ 90.000 101.S00 200.300 2S1.000 249.200 101.000 100.000 100.200 hochhaltige Barren. geringhaltige Barren 1 Davon waren ! 136.894,02 02. hochh. und ,334.736,29 02. geringhal- 1 tige Barren, hochhaltige Barren, geringhaltige - hochhaltige - geringhaltige - hochhaltige geringhaltige - hochhaltige - geringhaltige hochhaltige - hochhaltige Barren; an jedem der beiden Tage 100,000^ verkauft. hochhaltige Barren. geringhaltige Barren; der verkaufte Betrag von ca. S00.000 F war in drei wöchentlichen Raten zu liefern. hochhaltige Barren. Verkauft im 1. Quartal 1878: Bis Ende 1877 verkauft: 12.71V.1U5.70 S1.343.373,11 289290« 11.691.S00 Zusammen bis zum Schluß des 1. Quartals 1878 . 61.053.478,81 14584.400 62. 2. Quartal 1878 6. April -54>/t / 394.923,31 > ca. 47.000,00 89.S00 10.300 hochhaltige Barren. Verkauft im2. Quartal 1878: Bis zum Ende des 1. Quartals verkauft .... 441923,31 64.033.478 81 99.800 14.S84.400 Zusammen bis zum Schluß des 2. Quartals 1878 . 64.495.402,12 14.684 200 — 318 — ^ « Zeit des Verkaufs Verkaufspreis 624,622,03 02. geringh. 1 Barren, hochhaltige Barren. Verkauft im 3. u. 4. Quartal 1878 ...... Bis zum Schluß des 2. Quartals verkauft. . . 3-012-699,16 64.495.402,12 635.900 14.684.200 Zusammen bis Ende 1878: 67.508.101,28 15.320.100 67. 68. 69. I.Quart. 1879 17. Januar 24. 27. März 28. - 50'/- 51 ^ 50'/. 714.545,69 471.070,30 736.317,28 150.000 100.000 s 100 000 1 54.000 hochhaltige Barren. Verkauft im I.Quartal 1879: 1.921.933,27 404.000 70. 2. Quart. 1879 6. Mai 12. - ^ öv'/t 960.675,61 / 100.500 1 100 500 hochhaltige Barren. Verkauft im 1. Salbj. 1879: Bis Ende 1878 verkauft: 2.882.608,88 67.503.101,28 60500» 15.320.100 Summe sämtlicher durch die Reichsbank in London bewirkten Verkäufe . . . 70.390.710,16 15.925.100 Quartalsweise Übersicht. (Die Verkaufsmengen umgerechnet in Pfunde fein.) Zeit Betrag der verkauften Pfunde fein Erlös in Z> Dezember 1876 131.800 541.600 1. Quartal 1877 2. 3. 4. 392.400 778.500 1.231.200 432.000 1.604.500 3.042.300 4.808.800 1.694.300 Zusammen im Jahre 1877: 2.834-100 11-149.900 1. Quartal 1873 2. 3. 4. 734.000 24.900 25.400 148.600 2.892.900 99.800 99.900 536.000 Zusammen im Jahre 1878: 932900 3628.600 1. Quartal 1879 2. 110.600 SS.300 404.000 201.000 Zusammen im Jahre 1879: Summe sämtlicher Verkäufe: 165900 4.064.700 605.000 15.925.100 s? ^ ZZZ ^ « ^ S?N «S? Z S? S? L N N 'ZI 'S ^' ! ! Z ^ A L « s -« »-> N N K c^> <^ ?o >>i oo o?"'-!'?^^ «z m ^ 5^51 ?:<^l Q os" >^> m > IM >«; o- Sil !!!!>!! ^ --s -Q Z Z -L'L -Z s 2! N ^ ^ c^> <^> oo M ». ZAZ L ^ K ^ «?K S? ^.-> ov" - Z c»S?K c>o ^ >^ 5 « Z cZ ^ - s? G ^ ^^'^^'^^^ >Z N :N cZ G S? Q -I- Q SÄS N s Z >» -L? ^ 2! „ -! ^^'"ü » 8 ?^ 8 « A»s s? ^ "Z ^ s? L N K S? ?^ ^-<^-icO-oc» ^ ^c?o>-> ^ ^-i U2 Z !>!!>>> > m S ?>>!!>>>>! ^ll? ^ ? n -XI '-f ^ ! -z L L^L ^>^ »^N- ? « " L Z K ».L L MD N » «> 'Z' >L «?K Q ^ic- -qjJ Ä88Ä2Wt»r^8o- m ? ^zoo" sr- »c:?« c-c>z ll? so <^?oc»^>^^^u?cÖ^^ k>ir- cior- SW >»u? — ^ ff ^ ^ « c« «z 17- oo -» 8 88 ^ ^! 8 °- « 's ^-6 «> ^ >> L » » » " L«> K s2 .......LZ oo ooo?-^ ^ _ ' S - ' ' , ' ' !L - ^..... K s?- N Z? oo az oo SE> .S? ?! ^ " " >Z " " -8 » » » W Z C> K K G ^ -! G S? c» -z-c^>^ » — 321 — Quartalsweise Übersicht. Z-it Betrag der verknusten Pfunde fein Verkaufserlös in Reichsmark in Pfund Sterling 1. Quartal 1877 2. 110.121.5S4 25.056,405 9.225.164,33 1.986.972,92 Zusammen: 135.177,959 11.212.137,25 3. Quartal 1878 4. Zusammen: Quartal 1879 90.094.5s? 364.505,48« 6.983,860,26 1.352.196,75 454,600.023 8336.057,01 201.822,5,« 10,035,?°° 1.267.539. 5.6 1.267.53!». 5.6 733.025.16.0 36.498.13.2 Zusammen: Gesamtsumme: 211,858,270 769.524. 9.2 801.636,252 1-1,548.194.26 2037.063,14.8 Gesamtübersicht über die durch die Reichsbank vermittelten Silberverkäufe. 1. Nach den vierteljährlichen Abrechnungen, welche von der Reichsbank dein Reichskanzleramt vorgelegt wurden. Bemerkung. Die Zeitpunkte der Abrechnungen, nicht die wirklichen Verkaufstermine, dienten als Grundlage für die vom Reiche offiziell veröffentlichte Statistik der Silberverkaufe. Da die Abrechnungen über die einzelnen Verkäufe von der London Joint Stock Bank häufig erst beträchtliche Zeit nach dem Verkaufs-Abschluß eingesendet wurden, giebt diese Statistik kein der Wirklichkeit völlig entsprechendes Bild. Dennoch sei dieser Statistik, als der Grundlage der bisher bekannt gegebenen Daten über die Silberverkäuse des Reiches, hier Platz gegeben. Zeit der Verkäufe 1. Quartal 1877 Ort der Verkäufe London . . . Deutschland . Zusammen: Betrag der verkauften Pfunde sein 524.262,287 110,121.545 634,383,832 2.145.809. 5. 3 2.145,809. 5. 3 9.225.164,33 9 225.164.33 Helfferich, Beiträge zur Geldreform, >.'l — 322 — Zeit der Verkäufe Ort der Verkäufe Betrag der verkauften Pfunde fein Verkauft S sti. ä. erlös 2. Quartal 1877 3. Quartal 1877 London . . Deutschland Amsterdam, 763.064,°2° 2S.066,4°5 183,Si°- 2,982,348.16. 1 1.986.972,92 14.679,61 Zusammen 788-303,707 2,982,348.16- 1 2.001.652,43 London > . . 1,115,483,974 4 365 545. 6- 9 — 4. Quartal 1877 London . . . Amsterdam > . 329.912,04» 11,oi°^ 1.299.642. 6. 8 969,36 Zusammen - 329.923.966 1299.642. 6- 8 969,36 Zusammen im Jahre 1877: 2.868.095,478 10 793,345,14. 9 11.227-786,12 1. Quartal 1878 2. Quartal 1873 3. Quartal 1878 4. Quartal 1878 London . . . Amsterdam - - 826,357,425 1S,I4Z2 3.237.101.14. 6 1.226,94 Zusammen: 826.372-668 3.237.101.14- 5 1226,94 London . . . Amsterdam, > 166.144,4gz 33,44° - 662.826. 1. 9 2.703,82 Zusammen: 166.177,933 652.826. 1. 9 2-703.82 Deutschland , »0.094,687 — 6.983-860,26 London > . . Deutschland , 173.614,i«s 364,605,4Z° 636.908.18. 6 1.267.462.10. 4 1-362-196,76 Zusammen: 538019.622 1-903 371. 8.10 1-352.196,75 Zusammen im Jahre 1878: 1,620.664,710 5 793.299. 6.- 8-339-987,77 1. Quartal 1879 2. Quartal 1879 London . . . Deutschland > 68.165,4°« 201.822,'-,° 249.68344. 6 733.102,11. 2 619,60" Zusammen: 269,987,918 982.786. 5- 7 «19,50 London . . . Deutschland , 97,721,054 10,036,7°° 364.867. 9. 1 36-498.13. 2 Zusammen: 107,756,814 391.366. 2. 3 — Zusammen im Jahre 1879: 377.744,732 1-374-152- 7-10 — Gesamtsumme: 4,866,504,920 17-960-797. 7. 7 19-567-773,99 ' Dieser Betrag wurde von der Asfinier-Anstalt in Amsterdam, welche für das Reich Silber affinierte, zu wenig zurückgeliefert und deshalb an das Reich vergütet. 2 Wie im 2. Quartal 1877. ° Zinsen für gestundete Zahlung des Verkaufspreises eines Silberpostens. - 323 — 2. Unter genauer Berücksichtigung der Zeitpunkte der einzelnen Verkaufsabschlüsse. Zeit Ort Betrag der verkauften Verkau seriös der Verkäufe der Verkäufe Pfunde fein S sli. ü. ^ii Dezember 1876 London , . . 131-800 541.60» — 1. Quartal 1877 London . . . 392.400 1,604.500 Deutschland . 110.100 — 9.225.000 Zusammen: 505500 1.604,500 9.225.000 2. Quartal 1877 London , . . 778.500 3.042,300 Deutschland . 25.000 — 1.987.000 Amsterdam. > 200 — 15.000 Zusammen: 803.700 3042.300 2.002000 3. Quartal 1877 London . . . 1.231.200 4.808.800 — 4. Quartal 1877 London . . . 432.000 1.694.300 Amsterdam, . 12 ^ 1.000 Zusammen: 432.000 1.694300 1000 Im gan M Jahre 1L77: 2.969.400 11-149.900 11228.000 1. Quartal 1878 London , . . 734.000 2.892.900 Amsterdam, . 15 — 1.200 Zusammen: 734.000 289290» 1.20» 2. Quartal 1878 London . . . 24.900 99,800 Amsterdam, > 33 — 2.700 Zusammen: 24.900 99.8»» 2700 3. Quartal 1878 London . . . 25 400 99.900 Deutschland . 90.100 6.984.000 Zusammen: 115500 99.9»» 6.984.000 4. Quartal 1878 London . . . 148.600 536.000 ^ Deutschland . 364.500 1.267.500 1.352.000 Zusammen: 513.100 1.8»3.5»» 1352.000 Im gan zen Jahre 1878- 1.387.500 4.896.100 8340.000 1. Quartal 1879 London . . . 110.600 403.000 Deutschland , 201.800 733.000 600 Zusammen: 312 400 1.13600» 60» 2. Quartal 1879 London . . . 55.400 200.000 Deutschland . 10.000 36 500 — Zusammen: «5.400 236.500 — Im ganzen Jahre 1879: 377.800 1.372500 6V» Gesamtsumme (rund): 4.866.500 17.96»»»» 19.57».»»» 21* — 324 — 3. Die Veräußerung des bei der Einstellung der Silberverkiiufe im Besitze des Reiches verbliebenen Nestes von Silberbarren. (1884 und 1835.) Als im Mai 1879 die Silberverkäufe eingestellt wurden, war ein beträchtlicher Rest von verkaufsfertigen Silberbarren vorhanden, der sich in den folgenden Wochen durch die Ergebnisse der noch im Gang befindlichen Einschmelzungen und Affinierungen erheblich vermehrte. Er belief sich Ende 1879 auf 339.352,i«g Pfund fein. In den folgenden Jahren wurde dieser Bestand vermindert durch die Überweisung von etwa 150.000 Pfund fein an die Münzstätten znr Ausprägung von 15 Millionen Mark Neichssilbermünzen (Bundesratsbeschluß vom 22. April 1881). Außerdem wurden kleinere Beträge an die Münzstätten zur Deckung des Prägeabganges gegen Werterstattung abgegeben- Nach der dreizehnten Denkschrift über die Ausführung der Münzgesetzgebung belief sich der Silberbarrenbestand des Reiches am Ende des Jahres 1884 auf........ 188,936,?«4 Pfund fein. Davon wurden...... . 102-770,724 - - zur Ausprägung von Einmarkstücken verwendet, so daß verblieben..... 86.166,04» Pfund fein. In den Jahren 1885 und 1886 wurde dieses Barrenquautum an die egyptische Regierung, welche damals auf der Berliner Münze Silbermünzen ausprägen ließ, verkauft. Um der Nachfrage der egvptischen Negierung genügen zu können, wurde der vorhandene Barrenbestand sogar dnrch Einschmelzung von Thalerstücken ergänzt. In den „Übersichten der Reichs-Einnahmen und -Ausgaben für das Etatsjahr 1884—1885" finden sich über diese Silberverkäuse folgende Bemerkungen: „Zur Vermeidung noch längerer Zinsverluste und fortgesetzter Schwächung der um den früheren Münzwert der Barren verkürzten Betriebsfonds der Reichshauptkasse erschien es angezeigt, einen Antrag der egvptischen Negierung, ihr zur Verwendung bei den für ihre Rechnung auf der Münzstätte in Berlin erfolgenden Ausprägungen von egvptischen Münzen Silberbarren zu überlassen, nicht von der Hand zu weisen. Die infolge dessen zum marktgängigen Preise erfolgte Veräußerung von 60.000 Pfund fein bedingte einen Verlust von 1.392.878,53 Mark einschließlich 420,65 Mark Nebenkosten." In den Reichshaushalts-Übersichten für das Etatsjahr 1885—1886 wird mitgeteilt, daß der Restbestand von 26.166,»4o Pfund fein im April — 325 — und Mai 1886 gleichfalls an die egpptische Regierung verkauft wurde. „Da die gedachte Regierung," so heißt es dort weiter, „die Überweisung von 40.000 Pfund Feinsilber nachgesucht hatte, so wurde dein Antrag in der Weise entsprochen, daß zur Beschaffung der fehlenden Silbermenge von 13.833,96° Pfund fein ein Betrag von 1.248.900 Mark in Vereinsthalern, sowie ein Betrag von 1.608 Mark in uicht mehr umlaufsfähigen Thalerstückcn eingeschmolzen worden ist. Die zu marktgängigen Preisen erfolgte Veräußerung dieser 40.000 Pfund Feinsilber bedingte einschließlich der Nebenkosten von 17,10 Mark einen Verlust von 927.464,53 Mark." Nach dem Aktenstück Nr. 6 der Protokolle der Silberkommission (1894) war der ehemalige Nennwert dieser 100.000 Pfund Feinsilber 9.217.908 Mark, während nach dem Satz 90 Mark ^ 1 Pfuud Feiusilber dem Quantum von 100.000 Pfund ein Nennwert von 9.000.000 entsprochen hätte. Die Differenz von 217.908 Mark beruht aus der Abnutznug bezw. nnterwertigen Ausprägung der eingeschmolzenen Münzstücke. Von dem gesamten Verkaufsverlust von 2.319.905 Mark (abzüglich der Nebenkosten) kommen also 2.101.997 Mark auf Rechuung der Silberentwertuug. Der Verkaufserlös der 100.000 Pfund Feinsilber (ohne Abzug der Nebenkosten) war, wie sich aus dem Nennwert und dem Verkaufsverlust ergiebt, 6.898.003 Mark oder 68,98 Mark pro Pfuud fein. Gesamtübersicht über die Silberverkaufe. Jahre Betrag der verkauften Pfunde fein Erlös in Reichsmark ^ in Pfund Sterling 1873 1874 1875 1876 39.300 770.300 215.000 1.343.600 3.452.100 66.980.400 18.208.400 93.936.500 541.600 1877 1878 1879 2.969.400 1.387.500 377.800 11.228.000 8.340.000 600 11.149.900 4.896.100 1.372.500 Zusammen: 7.102.900 202.146.000 17.960.000 Reinerlös in Mark 566.977.300 1885—1886 100.000 6.89 8.000 Summe: Genauer: 7.202.900 7.202.862,zgo 573.875.300 573.875.302,15 Außerdem wurde den deutschen Münzstätten käuflich überlassen i..... 2.455.vs° 188.003,89 Gesamtsumme: 7.205.317,406 574W3.MiM - Bis Ende März 1897. — 326 — Die gesamte Menge des verkauften Silbers im Betrage von 7.205.317,40« Pfund fein war das Schmelzergebnis von Landessilber- mllnzen im Nennwert von....... 672.878.023,32 Mark. Da ihr Verkauf eineu Reinerlos von nur . . 574.063,306, 04_ brachte, beläuft sich der Verlust auf ... . 38.814.717,28 Mark. Da das Schmelzergebnis nur einem Nennwert von 648,478.566,54 Mark entsprach, während der Beschaffungswert. . , 672.878.023,32 - betrug, entfallen von dem aus den Silberverkäufen entstandenen Verluste......... 24.399.456,78 Mark auf Abnutzung bezw. unterwertige Ausprägung der eingeschmolzenen Landessilbermünzen. Der Rest des Verlustes von 74.415.260,50 Mark entfällt in der Hauptsache auf die Silberentwertung, schließt aber, wie obeu bereits erwähnt ^, die gesamten Kosten der aus den Silberverkaufserlösen bewirkten Goldbeschaffung in sich. O. Die Ablieferung von österreichischen Vereinsthalern an Gsterreich-Ungarn. Durch ein Abkommen vom Februar 1892 hat sich Österreich-Ungarn verpflichtet, 26.000.001 Millionen Mark österreichischer Vereinsthaler gegen I V2 Gulden österreichischer Währung pro Thaler von der Reichsregierung zu übernehmen, während das Deutsche Reich hinsichtlich des ihm verbleibenden Restes dieser Münzen auf alle Ansprüche an Österreich verzichtete. Die Übertraguug der 26 Millionen Mark oder 8.666.667 Thaler erfolgte in drei gleichen Raten jeweils am 1. April der Jahre 1892, 1893 und 1894. Die Operation hat für das Reich folgende Resultate ergeben ^: Übertragung vom Abgeliefert wurde an österreichischen Thalern Die Realisation des Gegenwertes ergab ^ Mithin ließen die Operationen für die Neichsknsse einen Verlust von ^ Der Gulden österr.Währung stellt sich für das Reich auf 1. April 1892 1. April 1893 1. April 1894 > je 8.666.667 ^« zu > einem Gegenwert I von 4.333.3M/2 fl. 7.434.030.66 7.266.872,76 7.072.918.47 1.232.636,36 1.399.794,26 1.693.748,63 1.7166 1,6770 1,6322 Zusammen! 26.000.001 21.773.821,87 4.226.179,13 1.6749 - Siehe S. 246. Anm. 6. " Nach den Neichshnushalts-Übersichten. — 327 — Gesllmt-Übersicht über die Silber-Einziehung nnd Verwendung (bis Ende März 1897)'. I. Eingezogen sind: Thalerstücke deutschen nnd österreichischen Gepräges 595.715.103 Mark. d. Andere Laudessilbermnnzen...... 550.151.451 Zusammen: 1.145.866,554 Mark. II. Verwendet si»d: Nennwert a. als Prägematenal für Reichssilbermünzen . . 446.935.890 Mark, d. zu Verkäufen............ 672.878.023 - e. zu Feingehalts Ermittelnngen...... 19.249 cl. zur Übertragung an Österreich...... 26.000.001 - s, durch Verkauf von Münzen für Sammlungen . 1.993 - k. im Münzmetalldepot des Reichs befanden sich am 31. März 1897 teils in Barren, teils in Ein- thalerstttcken........... 31.398 - Zusammen wie oben: 1.145.866.554 Mark. A nhan g. Die Veräußerung des Barreu-Silver-Bestandcs der Preußischen Bank liezw. Reichsbank. Zeit Ort VerkaufsVerkaufte Verkaufserlös des Verkaufs preis Silbermenge ^« S sk.ä Pfund fein 1871 London 59'°/io ci 222,728,4°- 19.744 547,55 — 1872 - — 22,384.°Zl 1,991.590,10 — 1876 Mitte April Hamburg 79.50 ^ 25.237,s°4 02. St. 2,006.413,36 ^ 9. Mai London 54 ä 327.658,51 — 73.621. 8.3 14. August - 54 - 327.681,07 — 73.643. 6.- 8. November - 54 - 454.212,20 — 102,080. 4, 5 20. 54 - 454,127,25 — 102,060.13, 7 21. - 54 - 444.500,00 — > 22. 54'/4 - 309.000.00 — ^267,273.12. 9 22. - 54-/8 - 431.326,64 — Die Gesamtsumme der im Jahre 1876 in London abgeschlossenen Silberverkäufe belief sich auf 158.148,gsg Pfund fein und ergab einen Erlös von 12.627.684,14 Mark. Im ganzen verkaufte also die Neichsbank im Jahre 1876 183.486,ss7 Pfund fein zu 14.634.097,50 Mark. Ihre sämtlichen Silberverkäufe von 1871 ab beliefen sich auf 428.399,330 Pfund sein mit einem Erlös von 36.370.233,13 Mark. ' Nach einer Aufstellung des Reichsschntzamtcs. IV. Die deutschen Silb erd erkaufe und der Silbermartt. Der Verkauf eines enormen Quantums Silber war vielleicht die schwierigste Aufgabe, welche die Durchführung der Münzreform der Reichsverwaltung stellte. Soweit auch die Schätzungen über die Größe der abzustoßenden Silbermenge auseinandergingen, daran war kein Zweifel, daß sie die jährliche Silbergewinnuug der ganzen Welt um ein Erhebliches übertreffen würde. Die Neichsregierung selbst hatte das allergrößte Interesse daran, den Verkauf dieser Silbermasseu so zu bewirken, daß sie so wenig wie möglich auf den Silbermarkt und den Silbervreis drückten. Je tiefer während des Verlaufs der Silberabstoßung der Preis des weißen Metalles herabsank, um so größer mußten die dem Reich aus der Münzreform erwachsenden Kosten werden. I. Die Lage des Silbcrmarktes zur Zeit des Beginnes der deutschen Münzreform. Zu der Zeit, als Deutschland sich zum Übergang zur Goldwährung rüstete, war die Lage des Silbermarktes sür die Verkäufer von Silber längst nicht mehr so glänzend, wie ein Jahrzehnt zuvor ^. Die kolossale indische Silbernachfrage, welche von 1855—1866 den Silbermarkt beherrscht und den Silbervreis hochgehalten hatte, deren Wirkung für die euroväischeu Währungsverhältnisse vor allem eine wesentliche Begünstigung uud Beschleunigung der Umwandlung des Silberumlaufs der Frankenländer in einen Goldumlauf gewesen war, — diese ! Vergleiche zu den folgenden Ausführungen die Tabelle I im Anhange zu diesem Abschnitt. — 329 — Nachfrage hatte bereits nachgelassen. Schon die letzte Hälfte der sechziger Jahre zeigte eine erhebliche Verminderung der indischen Silbereinfuhr. Im Durchschnitt der fünf Jahre 1871-1875 sank der indische Mehrimport von Silber auf ein Drittel seines Umfanges während der Zeit von 1855-1870!. Dagegen hatte die Silbergewinnnng seit der Mitte des Jahrhunderts eine erhebliche Steigerung erfahren. Während von 1841—1850 nur 780.000 1:ss Silber im Jahresdurchschnitt produziert wurden, belief sich die durchschnittliche jährliche Silberförderung in der Zeit von 1871—1875 auf fast 2 Millionen kx. Gegenüber der gleichzeitigen Silberproduktion betrug von 1850—1855 die indische Mehreinfuhr von Silber 26,3 vom Hundert, in der Zeit von 1871—1875, obwohl sie absolut genommen doppelt so groß war, als der Nettoimport von 1841—1850, nur 16,6 vom Hundert. Die Gründe für die Abnahme der indischen Silbereinfuhr waren im wesentlichen nicht vorübergehender Natur ^. Der außerordentliche Seidenbedarf und die außerordentlichen Aufwendungen zur Unterdrückung des Aufstandes in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre, ferner die außerordentliche Nachfrage nach Baumwolle in der ersten Hälfte der sechziger Jahre kamen in Wegsall. Doch wurden auch in der Folgezeit durch ungewöhnliche Ereignisse wie durch eine Hungersnot, große Silbersendungen notwendig gemacht; die Aufwendungen für den Bau von Eisenbahnen blieben beträchtlich, und vor allem zeigte die für Indien überaus günstige Handelsbilanz der fünfziger und namentlich der sechziger Jahre keine wesentliche Änderung. Der Exportüberschuß Indiens war in den fünf Jahren 1871—1875 etwas größer, als in den fünf vorhergehenden Jahren und im Durchschnitt um einige Millionen Rupien günstiger als in dem Jahrzehnt 1860—1870; trotzdem betrug die indische Silbereinfuhr während der ersten Hälfte der 70 er Jahre nur ein Drittel der Einfuhr mährend der 60 er Jahre. Die Erklärung für diese auffallende und für den Silbermarkt überaus wichtige Erscheinung liegt darin, daß dem Silber in seiner Eigenschaft als Rimesse für Indien ein mächtiger Konkurrent erwachsen war in den Jndia-Council-Bills. Diese Councilbills sind von dein Indischen Rate in London auf 1 Vergl. auch Teil I, Abschnitt 3, Tabelle S. S7. 2 Vergl. zu diesen Ausführungen Tabelle II des Anhangs S. 372. — 330 - die indische Finanzverwaltung gezogene, in Bombay, Calcutta oder Madras und in indischer Währung zahlbare Wechsel. - Das indische Schatzamt begiebt diese Wechsel in London, um mit dem Erlös die regelmäßigen Ausgaben zu decken, welche der indische Staat in England und in Gold zu leisten hat. Unter diese Ausgaben gehören vor allem die Zinsen der indischen Goldanleihen und die in Gold festgesetzten Gehälter und Pensionen. Natürlich tritt das Angebot von Schatzwechseln in Wettbewerb mit den übrigen aus dem Warenverkehr hervorgegangenen Wechseln aus Indien, und im Falle einer für Indien günstigen Bilanz des Warenverkehrs mit dem zur Ausgleichung dienenden Silber; uud zwar sind Councilbills den übrigen Wechseln auf Indien und dem Silber insofern überlegen, als sie häufig als Rimessen für Indien besser verwendbar sind, als diese anderen Zahlungsmittel. Vor allem können die Councilbills als telegraphische Anweisungen auf deu indischen Staatsschatz (als l'sls- A'r<->.tiL tr-instöi-s) ausgegeben werden. Das gewährt ihnen namentlich in Zeiten einer akuten Geldknappheit in Indien einen großen Vorzug. Silberseudungen uach Indien konnten erst durch Ausmünzung des Silbers in Rupien verwendbar gemacht werden, uud die Ausmünzung nahm Wochen uud Monate in Anspruch. Die Banken waren zum Ankauf von Silber nicht verpflichtet; nur so weit gewährten die Regierungsbankcn in normalen Zeiten Erleichterungen, als sie Münzscheine über Silber^ welches bei der Münzstätte zur Ausprägung eiugeliesert war, zu besonders günstigen Bedingungen lombardierten, aber diese Lombardierungen wurden manchmal gerade in den Zeiten eines starken Geldbedarfs uud hohen Wechseldiskontes eingestellt. Abgesehen von der znr Ausmünzung notwendigen Zeit mußte bei Silbersendungen mit dem durch deu Transport verursachte!? Zeitverlust gerechnet werden. Je höher der indische Diskont war, desto schwerer fiel dieser Zeitverlust ins Gewicht. — Ähnlich stand es mit den nach Londoner Usancen auf sechs Monate lautenden indischen Wechseln. Die telegraphischen Übertragungen dagegen konnten sofort in indisches Geld umgesetzt werden. Abgesehen von der Zinsersparung gewährten sie dadurch Sicherheit gegen die Kursverluste, welchen Wechsel und Silbersendungen infolge des zwischen ihrem Ankauf und ihrer Verwendung liegenden langen Zeitraumes ausgesetzt waren. In diesen Verhältnissen ist es bcgrüudet, daß die Größe des Angebots von Couucilbills für die Silberuachfrage, und der Preis, zu welchem — 331 - die Councilbills begeben wurden, für den Silberpreis von großem, oft sogar von ausschlaggebendem Einfluß waren. Die Einwirkung der Councilbills auf den Silberpreis wurde besonders verschärft dadurch, daß die indische Negierung bei ihren Begebungen nur in geringem Maße ans die Marktlage Rücksicht nehmen konnte. Die durch den Verkauf vo» Councilbills zu deckenden Ausgaben standen von vornherein fest, und die Mittel zu ihrer Befriedigung mußten im gegebenen Augenblick unter allen Umständen beschafft werdend Nun hatten zur Zeit des Beginnes der deutschen Münzreform die Begebungen der mit dem Silber scharf konkurrierenden Councilbills einen gewaltigen Umfang angenommen. Während sie sich im Durchschnitt der fünfziger Jahre auf 21,8 Millionen Rupien belaufen hatten, betrugen sie in der zweiten Hälfte der 60 er Jahre bereits 55,2 Millionen Nnpien im Jahresdurchschnitt, und sie steigerten sich in den folgenden Jahren bis über 140 Millionen hinaus. Sie erreichten damit einen Umfang, welcher denjenigen der gesamten englischen Silberausfuhr erreichte, mitunter sogar übertraf. In den fünf Jahren 1871—1875 hat England zusammen für 54,7 Millionen L Silber ausgeführt, die gesainten Verkäufe von Councilbills in derselben Zeit beliefen sich auf 56,8 Millionen Die unmittelbare Wirkung dieser gewaltig gesteigerten Councilbill- Begebungen war die Einschränkung der Silberausfuhr uach Indien. Der indische Exportüberschuß blieb unverändert auf seiner Höhe. Aber während bis zu den siebenziger Jahren der indische Exportüberschuß überwiegend dnrch Sendung von Silber bezahlt wurde, traten von nun ab fast mit einem Schlag die Councilbills als Rimessen für Indien an die erste Stelle. Während in den fünfziger Jahren die Rimessen für Indien zu 78 "/'o aus Edelmetall und zu 21 ^/s °/o aus Conncilbills bestanden hatten, während noch in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre 72,3 °/o auf die Edelmetalle und 27,7 °-o auf die indischen Schatzwechsel kamen, stellte sich in der ersten Hälfte der siebenziger Jahre das Verhältnis der Councilbills zu der Edelmctallversendung umgekehrt auf 69 gegen 31 °/o ^. Während sich von 1865/69 bis 1870/74 die Begebungen von Couucil-Bills i „Da »ach der Notwendigkeit des Falles die Councilbills um jeden Preis auf den Markt gebracht werden müssen und nur in beschränktem Maße zurückgehalten werden können, um eine günstigere Marktlage abzuwarten, so wird durch sie die Nachfrage nach Silber zur Remittierung nach Indien verhältnismäßig beschränkt und der Silberpreis gedrückt." Bericht der englischen WährungS-Kommission von 1888. ^ Anhang S. 372, Tabelle II. k - 332 — im Jahresdurchschnitt von 55,2 Millionen Rupien auf 120,8 Millionen Rupien steigerten, im ganzen also um 65 ^2 Millionen Rupien, nahm die durchschnittliche Mehreinfuhr von Edelmetall in Indien in derselben Zeit von 144 Millionen auf 54 Millionen Rupien, also um 90 Millionen Rupien ab; speciell die Mehreinfuhr von Silber verminderte sich von 94,3 auf 30,6 Millionen, also um 63,7 Millionen Rupien, fast genau um denselben Betrag, um welchen die Councilbill-Begebungen angewachsen waren. Hier haben wir also die Erklärung dafür, wie die starke Abnahme des indischen Silberbedarfes bei der unverändert in hohem Grade günstigen indischen Handelsbilanz möglich war. Die wachsende Verschuldung Indiens gegenüber England, welche ihrerseits zu den steigenden Verkäufen von Councilbills drängte, war der tiefere Grund für die Abnahme der Silbersendungen nach Indien. Diese Verschuldung war ein dauernd wirkender Umstand, er ließ deshalb — von vorübergehenden ansnahmsweisen Ereignissen abgesehen — eine erhebliche Steigerung des indischen Silberbedarfes für absehbare Zeit als ausgeschlossen erscheinen. Damit war jener Umschwung eingetreten, welchen wir gelegentlich der Erörterung des Zusammenhanges zwischen der Edelmetallproduktion, der monetären Verwendung der Edelmetalle und dem Wertverhältnis zwischen Gold und Silber 1 bereits angedeutet haben: Indien, welches seit dem Beginn der fünfziger Jahre nicht nur den größten Teil des neugewonnenen Silbers, sondern auch einen großen Teil des europäischen Silberumlaufs an sich gezogen hatte, während wichtige Gebiete der alten Kulturmelt das kalifornische und australische Gold in ihre Zirkulation aufnahmen, — Indiens Aufnahmefähigkeit für Silber war nunmehr bei fortgesetzt steigender Silberproduktion auf einen Bruchteil seines bisherigen Bedarfs zusammengeschrumpft. Die Zeiten der Silberknappheit waren vorüber, und für Europa war von der Weltproduktion mehr Silber verfügbar als jemals zuvor. Damit waren die Länder, welche bisher Silber abgegeben und Gold dafür aufgenommen hatten, vor die Frage gestellt, ob sie nunmehr wieder zu einer überwiegenden Silberzirknlation zurückkehren, oder ob sie sich dem Silber verschließen wollten. Die Notwendigkeit, auf diese Frage eine entscheidende Antwort zu geben, wurde von den Ländern der französischen Doppelwährung, um welche es sich hier hauptsächlich handelte, erst verhältnismäßig spät - Teil I Abschnitt II dieses Bandes. — 333 - in ihrer ganzen Tragweite erkannt. Aber ehe diese Länder noch eine Antwort fanden, entschied sich bereits Deutschland dafür, seinen Silberumlauf gegen einen überwiegenden Goldumlauf zu vertauschen, und andere Länder, die skandinavischen Staaten und die Niederlande, folgten seinem Beispiel. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika gingen gleichfalls zur Goldwährung über, und endlich entschlossen sich auch die Staaten des lateinischen Münzbundes zur Eiustelluug der Silberprägung. Alle diese währnngspolitischen Vorgänge, welche für die Zukunft des Silbers von der größten Bedeutung waren, fallen in die fünf Jabre von 1871 bis 1876. Im Dezember 1871 that Deutschland den ersten Schritt, im August 1876 schloß Frankreich die Entwickelung durch die völlige Einstellung seiner Silberprägnngen ab. Alle diese Vorgänge fallen also in dieselbe Zeit, in welcher die indische Silbereinfuhr auf ein Drittel ihres früheren Umfanges gesunken war, und das Zusammentreffen ist nicht nur ein zeitliches, sondern teilweise auch ein ursächliches, Solauge Indien den größten Teil der Weltproduktion aufnahm, waren die europäischen Staaten, welche bei einem bimetallistischen System einen thatsächlichen Goldumlauf hatten, nicht in Gefahr, ihre Goldzirkulation durch das Silber verdrängt zu sehen. Erst die Abnahme des indischen Bedarfs ließ diese Gefahr entstehen und machte Abwehrmaßregeln notwendig; und diese Abwehrmaßregeln bestanden in der Beschränkung und schließlich in der gänzlichen Einstellung der Silberprägung. Europa verschloß sich also dem Silber, welches Indien nicht mehr im bisherigen Umfange aufnehmen konnte. Dazu kam die Steigerung der Silberproduktion. Aus dem Zusammenwirken dieser Umstände mußte sich eine erhebliche Entwertung des weißen Metalls ergeben. In der That begann der Silberpreis ungefähr von der Mitte der sechziger Jahre ab langsam zu sinken. Die starken Silberentziehungen der zwölf Jahre von 1855 bis 1866 hatten in Europa eine gewisse Aufnahmefähigkeit für Silber geschaffen, welche in den ersten Jahren des geringeren indischen Bedarfes einem raschen und starke» Preisfall des Silbers entgegenwirkte, den Preisrückgang überhaupt jedoch nicht völlig verhindern konnte. Der Londoner Silberpreis, welcher noch im Juni l 866 vorübergehend die Höhe von 62^4 ä erreichte, war bereits im Durchschnitt des folgenden Jahres niedriger als der Preis von 60 Vs ä, welcher dein der französischen Doppelwährung zu Grunde gelegten Wertverhältnis entsprach. Damit — 334 — begann die Versendung von Silber nach den Frankenländern lohnend zu werden- Solange diese ihre Münzstätten für das Silber offen hielten und sich nicht ein inneres Disagio für Silber herausbildete, war dem weiteren Preisrückgaug des Silbers zwar kein unüberwindliches Hindernis aber doch eine sehr wirksame Schranke gesetzt; solange ferner der Silberzufluß für diese Länder nicht so stark war, daß durch ihn der Goldumlauf gefährdet und die Bequemlichkeit des nunmehr an Gold gewohnten Verkehrs beeinträchtigt wurde, vermochte in dem wichtigsten dieser Länder, in Frankreich, der vielumstrittene Gedanke der Einstellung der Silberprägung und des Übergangs zur reinen Goldwährung nicht die unbedingte Anerkennung zu gewinnen. Der Silberpreis ging deshalb in den Jahren 1868 und 1869 nur unwesentlich unter die durchschnittliche Höhe von 1867 hinab. Das Jahr 1870 brachte sogar eine leichte Besserung, welche jedoch nicht anhielt. Wohl brachte hin und wieder ein momentan starker Silberbedarf für den Osten oder eine andere plötzlich wirkende Ursache den Preis auf 60^8 ä und darüber, so z. B. gerade in den Novembertagen des Jahres 1871, während welcher im Deutscheu Reichstag das erste Münzgesetz beraten wurde; aber im großen Ganzen war der Preisrückgang gegenüber den fünfziger und der ersten Hälfte der sechziger Jahre uuverkennbar. Unter diesen Verhältnissen mußte jede erhebliche Einschränkung der monetären Verwendung des Silbers in Europa die sinkende Tendenz des Silberpreises wesentlich beschleunigen uud verschärfen. So beschaffen war die Lage des Silbermarktes, als Deutschland den Übergang znr Goldwährung und die Abstoßung des größeren Teiles seiner Silberzirkulation beschloß. Wir haben nunmehr zu untersuchen, wie sich der Silbermarkt während der Durchführung der deutschen Münzreforin entwickelt hat, uud welchen Einfluß inbesondere die deutschen Silberverkäufe auf diese Entwickelung ausgeübt haben. II. Silliermarkt und Silberverkiwfe bis zum Herbst 1875. Obwohl bereits das Gesetz vom 4. Dezember 1871 der Reichsregierung die Einziehung grober Silbermünzen gestattete, wurde mit dieser Einziehung erst im Frühjahr 1873 begonnen. Mit dem Verkauf von Silber fing die Reichsregierung erst einige Monate nach dem Erlaß des Münzgesetzes vom 9. Juli 1873 an. — 335 — Die Verkäufe beliefen sich im Jahre 1873 auf nicht ganz 40,000 Pfund Feinsilber, im Jahre 1874 auf 770.000 Pfund; von diesen letzteren Verkäufen wurde mehr als die Hälfte in Indien und Shanghai abgeschlossen. Im Jahre 1875 hörten die Verkäufe wieder vollständig auf; erst im September wurden sie wieder aufgenommen. Im Gegensatz zn dem langsamen Vorgehen der Reichsregierung zeigte sich die Preußische Bank bereits vor dem Erlaß des ersten Münzgesetzes bemüht, ihren Vorrat von Silberbarren zu veräußern. Ferner verkaufte die Hamburger Girobank in der ersten Hälfte des Jahres 1873 ihren gesainten Silberbarrenbestand im Wert von etwa 45 Millionen Mark. Ob andere deutsche Banken damals schon sich in ähnlicher Weise ihrer Silbervorräte entledigten, ist unbekannt. Im ganzen waren bis zum Herbst 1875 die Silberverkäufe des Reiches und der beiden erwähnten großen Banken im Verhältnis zu den übrigen auf den Silberpreis einwirkenden Faktoren so wenig erheblich, daß sich nicht annehmen läßt, der Silberpreis sei durch diese Verkäufe beherrscht oder auch uur wesentlich beeinflußt worden. Diese Annahme wird bestätigt, wenn man die Entwickelung des Silbermarktes während dieser Jahre, welche mit einem Tiefstand des Silberpreises von 55^/2 ä im Juli 1875 abschloß, im einzelnen verfolgt. Als die Preußische Bank im September 1871 das erste Silber zum Verkauf nach London sendete, zeigte der Silbermarkt gerade eine sehr flaue Haltung. Die indische Silbernachfrage, welche während des ganzen Jahres überaus gering war, stockte damals während mehrerer Wochen vollständig, nnr für den europäischen Kontinent selbst, namentlich für Holland, war ein mäßiger Bedarf vorhanden. Unter diesen Verhältnissen machte der Verkauf von mehr als 220.000 Pfund Feinsilber einige Schwierigkeiten, und er brachte der Preußischen Bank den verhältnismäßig ungünstigen Erlös von nnr 88,65 Mark pro Pfund fein. Der Verkauf mag momentan den Silberpreis um ^/i« oder ^sä gedrückt haben, eine dauernde Wirkung hat er nicht ausgeübt. Bereits im November stand das Silber wieder auf 60^/8 und im Februar 1872 stieg der Silberpreis gar bis auf 61^/s ä, auf einen Preis, der seit Jahren nicht mehr erreicht worden war. Die Preußische Bank benutzte die günstige Konjunktur zum Verkauf eines weiteren, nicht beträchtlichen Silberquautums. — 336 — Vom Februar 1872 ab trat ein anhaltendes und ziemlich gleichmäßiges Sinken des Silberpreises ein Von kl^-zä sank der Preis bis zum Jahresschluß 1872 auf 59V-l ^ ZZ TZ «> ^ TZ TZ s - «?LZ KZ Vier Quai A Z «?Q Drit Qua! ^ Z Kcz Durchschnittlicher Silber- prois in London . . . 60'->/l° tM/8 60^/,° 59'/g ö9'^/ls S9°/s S9'/4 68'/2 Preisrückgang gegen das vorhergehende Quartal '/is ->/is °/is «/is --/io Der Preisrückgang, welcher in diesen Zahlen zum Ausdruck kommt, trat ein und setzte sich fort, obwohl im Jahre 1872 weder deutsche Silberverkäufe noch irgendwelche Umwälzungen auf währungspolitischem Gebiet in Betracht kommen. Weder die Reichsregierung noch die Preußische Bank verkauften Silber, und die Umwandlung der Hamburger Girobank wurde erst im November 1872 beschlossen. Ferner war während des ganzen Jahres 1872 die Silberausmüuzung in Paris und in Brüssel frei und unbeschränkt. Auch der Währungswechsel der skandinavischen Staaten konnte im Jahre 1872 noch nicht ans den Silbermarkt drücken, da er erst durch einen Vertrag vom 18. Dezember 1872 beschlossen wurde. Nur insofern war durch währungspolitische Maßregeln die Lage des Silbermarktes gegen die früheren Jahre verändert, als Deutschland kein Silber zu monetären Zwecken mehr kaufte. Im Jahre 1873 veränderten sich die Verhältnisse in einigen Punkten. Die Hamburger Girobank verkaufte bis zum Juni dieses Jahres ihren erheblicheil Silberbestand, und die skandinavischen Staaten und deren Banken begannen ihre allerdings nur unerheblichen Silbervorräte abzustoßen. Auffallenderweise zeigt der Silberpreis gerade in der ersten Hälfte des Jahres 1873, auf welche der Verkauf von einer halben Million Pfund Feinsilber durch die Hamburger Girobank fällt, ein langsameres Sinken, als im vorhergehenden Jahre; ferner trat, nachdem das Hamburger Silber verkaust war, abermals ein stärkerer Preisrückgang ein, als während dieser Verkäufe selbst. Ein ausschlaggebender Einfluß dieser verhältnismäßig starken Silberverkäufe auf die Preisbildung des Silbers ist also nicht zu erkennen. Wir kommen nunmehr zu einer neuen Periode. In der ersten Hälfte des September 1873 traten die Ereignisse ein, welche nach einer weitverbreiteten Annahme das Schicksal des Silbers besiegelten. Die Beschränkung der Silberprägungen auf den französischen und belgischen Münzstätten. Da die Schweiz kein freies Prägerecht kannte, war im ganzen lateinischen Münzbund nur noch die nicht sehr leistungsfähige italienische Münzstätte dem Silber unbeschränkt geöffnet. So groß jedoch die Wichtigkeit der Verordnungen des belgischen und des französischen Finanzministers auch für diejenigen erscheint, welche sie nur als einzelne Glieder einer folgerichtigen Kette von Ereignissen ansehen, — ihre augenblickliche Wirkung aus den Silberpreis war auffallend unbedeutend. Bereits im August 1873, also vor der Beschränkung der französischen und belgischen Silberausmünzungen, war der Londoner Silberpreis unter 59 ä hinabgegangen. Der September brachte keine nennenswerte Verschlechterung. Erst der November zeigt einen erheblichen Preisrückgang bis auf 57^8 cl. Mitte Oktober fchloß die deutsche Regieruug ihren ersten Silberverkauf ab. Ende November folgten zwei weitere Abschlüsse. Die Verkäufe waren sehr geringfügig und erreichten zusammen nicht einmal den Wert von 3^/s Millionen Mark. Das ganze Quantum wurde an die Pariser Münze gegen Ausstellung von Münzscheinen geliefert. Von einer Einwirkung dieser unerheblichen Verkäufe auf den Silberpreis kann natürlich nicht die Rede sein. Der wesentliche Fall des Silberpreises am Ende des Jahres 1873 ist vielmehr dem Umstand zuzuschreiben, daß sich erst damals die Wirkung der limitierten französischen und belgischen Silberprägungen fühlbar machte. Die Münzscheine, welche die Münzanstalten gegen das eingelieferte Silber ausgaben, lauteten auf immer spätere Termine, der von ihrem Nennwert abzuziehende Zinsverlust wurde infolgedesseu immer größer und mußte immer stärker auf den Silberpreis drücken. Aber auch jetzt kam die Tragweite der Beschräukuug der französischen und belgischen Silberausmünzungen dem Silbermarkt noch nicht zum Helsferich, Beiträge zur Geldreform. 22 — 338 - vollen Bewußtsein, selbst dann noch nicht, als im Januar 1874 die Konferenz der Münzbund-Staaten die Beschränkung der Silberausmünzungen für die ganze lateinische Union beschloß uud vertragsmäßig festlegte. Man sah den bisher noch sehr mäßigen Preisrückgang des Silbers als die Ursache jener Maßregeln an, und als den Grund dieses Preisrückgangs hauptsächlich die Verminderung des indischen Silberbedarfs, deren dauernd wirkende Ursache man nicht erkannte. Man gab sich deshalb der Hoffnung hin, ein steigender indischer Bedarf und damit eine Preissteigerung des Silbers werde die Maßregeln des lateinischen Münzbundes rückgängig machen und so die schädliche Wirkuug, welche diese Maßregeln ihrerseits auf den Silberpreis ausübteu, wieder ausgleichen. Man übersah dabei, daß selbst auf Grund dieses Gedankenganges die Mllnzvolitik der lateinischen Union nnr dann dem Silberpreis einen Rückhalt bot, wein: der Silberpreis dieses Rückhaltes nicht bedürfte, daß aber dieser Rückhalt versagen würde, sobald die Silbernachfrage von anderer Seite sich verminderte und ein Sinken des Silberpreises zuließ. Diese mangelhafte Erkenntnis der wirklichen Lage des Silbermarktes ermöglichte beim Beginn des Jahres 1874, als eine akute Steigerung des indischen Silberbedarfes eintrat, eine rasche und erhebliche Besserung des Silberpreises. Der schlechte Ausfall der indischen Ernte und die Maßregeln zur Verhinderung einer Hungersnot erzeugten damals in Indien einen überaus starken Geldbedarf. In Bombay und Calcutta erreichte der Dis- koutsatz die Höhe von 12^/s und 13^/s °/v. Das indische Schatzamt kündigte ferner die Aufnahme einer Anleihe an und setzte seine Begebungen von Councilbills von 650.000 F auf 400.000 F pro vierzehn Tage herab. Im Januar erzeugte der starke indische Geldbedarf innerhalb von vierzehn Tagen eine Steigerung der indischen Wechselkurse um 4°/v. Der Silberpreis stieg in der gleichen Zeit von 58 aus 59Vscl, auf einen Preis, welcher im Juni 1873 zum letztenmal erreicht worden war. So stark war also die Wirkung des indischen Bedarfs, daß der Preisrückgang eines halben Jahres, welcher durch die Beschränkung der Silberausmünzungen in Belgien und Frankreich erheblich verschärft worden war, in zwei Wochen wieder ausgeglichen wurde, und das zu derselben Zeit, in welcher die Konferenz der Münzbundstaaten die französischen und belgischen Maßregeln sanktionierte. Zwar hielt sich der Silberpreis nicht ganz auf der im ersten Anlauf — 339 — erreichten Höhe, aber solange die indische Nachfrage vorhielt, sank er nicht wesentlich unter 59 ä. Die Reichsregierung benutzte die günstige Lage des Silbermarktes zu Verkäufen nach London und namentlich auch direkt nach Ostasien. In London wurden im Februar und im April zwei Posten Silber zu 59V2 und 59'/4ä abgesetzt, im ganzen nicht viel mehr als für eine halbe Million F. Auch deutsche Banken scheinen die gute Gelegenheit zur Abstoßung ihrer Silberbarren benutzt zu habend Aber diese Verkäufe standen in keinem Verhältnis zu den starken Silberverschiffungen jener Monate; ihre Einwirkung auf den Silberpreis war dementsprechend nur unbedeutend. Sie wäre noch geringer gewesen, als sie thatsächlich war, wenn nicht die Phantasie der Londoner Börse ihren Umfang bedeutend übertrieben hätte. So wurde bereits im Januar erzählt, die Reichsregierung habe für nahezu 2 Millionen F Silber verkauft, während in Wirklichkeit ihre gesamten während der ersten vier Monate des Jahres 1874 in London abgeschlossenen Verkäufe sich nur auf Million F beliefen. , Die günstige Lage des Silbermarktes nahm im Juni ihr Ende. In Indien löste sich die Geldknappheit, die Banken setzten ihre Diskontsätze rasch und erheblich herab, und die Londoner Wechselkurse auf indische Plätze begannen zu sinken; mit ihnen der Silberpreis. Die Reichsregierung, welche Mitte April ihre letzten Verkäufe in London und Paris abgeschlossen hatte, verkaufte Ende Juni für etwa 3 Millionen Mark Silber in Hamburg und stellte dann ihre Verkäufe während des ganzen III. Quartals 1874 ein. Gerade dieses III. Quartal brachte jedoch einen abermaligen scharfen Rückgang des Silberpreises. Von 58^/4 im Durchschnitt des I. und II. Quartals sank er auf 58V8 im Durchschnitt des III. Quartals: im September ging der Preis auf 57°/8 herab. Die deutschen Verkäufe waren an diesem Rückgang unschuldig, denn sie begannen erst wieder im Oktober; die Regierung hielt sich dabei vom Londoner Markte fern und setzte ihr Silber hauptsächlich in Indien, selbst, in Calcutta und Bombay ab. Außerdem verkaufte sie an die i Der „Ekonomist" vom 28. März 1874 schreibt darüber: „l'ks supxliss, Ulläsrst-mÄ, kavö in kaot kssu /4 ä, und im April war der durchschnittliche Preis 53^. Aber bereits Ende April begann der Preisrückgang von neuem, unmittelbar verursacht durch die Wiederaufnahme der Begebungen von Councilbills 2. 1 Man fühlt sich dabei lebhaft an das Verhalten des Londoner Geldmarktes zur Zeit der ersten deutschen Goldbezüge erinnert. 2 Ekonomist vom 22. April 1876: „l'ns esmss is a suMsn tall in ttis Incllan — 344 — Der Preisrückgang setzte sich im Mai in immer rascherem Tempo fort, kam Ende des Monats auf 52 ä an und ging in der ersten Junihälfte bis auf 51hinab, um sich in der zweiten Junihälfte auf dieser Höhe zu halten. Die Ursache des neueu Preisrückganges, der Mitte Juni zu einem kurzen Stillstand kam, waren größere deutsche Silberverkäufe und vor allem die erhebliche Steigerung der Couucilbill-Begebungen. Während jedoch der Indische Rat trotz des neuen Silbersturzes mit seinen starken Begebungen fortfuhr, schränkte die Reichsregierung ihre Silberverkäuse erheblich ein. Am 24. Juni, vielleicht schon am 15. Juni (das Datum läßt sich, da iu der Statistik des Reichsschatzamtes über die Silberverkäuse der hier in Betracht kommende Verkauf gemeinschaftlich mit einem Verkauf uach Hamburg aufgeführt ist, nicht feststellen), schloß die Reichsregieruug für längere Zeit ihren letzten Verkauf in London ab, und zwar zu 51°Vs 6. Während des Ende Juni beginnenden stärksten Preissturzes, welchen das Silber in jenem Jahre erlebte, hielt sie sich vollständig sowohl vom Londoner als auch vom Hamburger Markte zurück. Dagegen setzte der Indische Rat seine Begebungen fort, selbst nachdem das Silber in den letzten Tagen des Juni und den ersten Tagen des Juli von 51^/iv unter 50 ä hinabgesunken war. Am 5. Juli wurden 53,6 Lakb/ Rupien zu einem Kurs von 1 sk 6'/s ä pro Rupie, einem Kurs, der einem Silberpreis von ungefähr 49 ä entsprach, begeben. Zu diesem Kurs repräsentierten die 53,6 Lakh Rupien 413.000 F. Auf diese starke Begebung von Councilbills zu so unerhört niedrigen Kursen folgte eine Verschärfung der Silberentwertung. Am 7. Juli war 47 ä bereits erreicht, und in den folgenden Tagen ging der Silberpreis noch weiter hinab bis auf 46^4 ä. Das war die Panik, welche feit dem Beginn des Jahres aus der allgemeineil Stimmung heraus mit Sicherheit zu erwarten war. Die verzweifelte und thörichte Furcht, der Silberpreis könne ins unendliche stürzen, mußte die Oberhand gewinnen, um ihre eigene Grundlosigkeit klar zu zeigen. Die Panik war notwendig, um den Londoner Silbermarkt darüber zu beruhigen, daß die Verkäufer von Silber, namentlich die deutsche Reichsregieruug, nicht gewillt seien, um jeden Preis ihr Silber sxelmnAvs, ooosshusrit tks low rats k>.t vkicli tks Oouneil dills ^srs solü lisrs tliis ^vssk". i Lakh 100.000. — 345 - zu verschleudern. Vielleicht hätte die Zurückhaltung, welche die Reichsregierung seit dem 24. Juni übte, die Krisis früher zum Stillstand gebracht, wenn nicht der indische Rat durch seine Councilbill-Begebungen vom 5. Juli gezeigt hätte, daß er selbst zu Preisen, die um fast 3 ä unter denjenigen des letzten deutschen Verkaufs standen, seine Wechsel abzugeben bereit sei. Wie weit die allgemeine Verwirrung ging, geht daraus hervor, daß Anfang Juli, obwohl Deutschland im Juni nur für 200.000 F Silber auf dem Londoner Markt verkauft hatte und seit dem 24. Juni sich völlig zurückhielt, das Gerücht auftauchen konnte, die Reichsregierung wolle monatlich 120 Tonnen Silber losschlagen, eine Menge, welche bei dem Preis des letzten deutschen Silberverkaufes (51V8 ck) einen Wert von etwa 715.000 F darstellte! Allerdings fügt der „Ekonomist", der dieses Gerücht beiläufig verzeichnet, hinzu, daß es keinen Glauben fand^. ! In geradezu unerhörter Weise sucht Or. Otto Arendt in seiner Schrift: „Die vertragsmäßige Doppelwährung", Berlin 1880, Bd. I, den Nachweis zu führen, daß die Silberentwertung, und namentlich auch die Silberpanik im Juli 1876 „lediglich eine Folge der deutschen Silberverkäufe" gewesen sei. Auf S. 94 führt er „jene denkwürdige Panik vom Juli 1876" darauf zurück, daß die Silbereinfuhr aus Deutschland, mithin auch die deutschen Silberverkäufe „von Monat zu Monat bis auf 612.669 im Juli" gestiegen seien. Auf S. 95 sucht er nachzuweisen, daß die Councilbills, deren Begebungen gleichfalls vom März bis zur Julikrisis von Monat zu Monat sich steigerten, unschuldig an der Panik gewesen seien, und zwar schreibt er zu diesem Zweck: „Höchst srappant ist aber, daß in den ersten Monaten 1876, wo die Silberpanik stattfand (Juli!!), die Verkäufe der Wechsel ganz aufgehört hatten. Diese Thatsache beweist, daß auch die indischen Regierungswechsel nicht zu den Ursachen der Silberentwertung gerechnet werden können." Arendt verlegt also auf S. 96 die Silberpanik, welche auf S. 94 im Juli, dem Monat des starken deutschen Silberimportes, stattfand, auf die „ersten Monate" des Jahres 1876, weil ihm hier der Juli für seine Beweisführung nicht paßt. Nicht genug damit, beruft er sich zum Beweis dafür, daß wirklich die deutschen Silberverkäufe die Ursache der Panik waren auf den Ekonomist, indem er schreibt: „Im Ekonomist vom 8. Juli 1876 lesen wir, daß das Fallen des Silberpreises wesentlich durch das Gerücht veranlaßt sei, die deutsche Regierung werde monatlich 66v.ö()v A Silber verkaufen." — Das Gerücht, von dem Arendt spricht, wird in der von ihm bezeichneten Nummer lediglich in folgender Form erwähnt. Es heißt in dem üblichen Marktbericht: „Lilvsr Iias turtiisr kallsn to 47 ct. pro 02. stgiiclilril.— ^.t tQis pries tilg 120 toiis ^viiieil is saicl (kut not dslisvsci) tiis Ksrlr>g.n Koveriiiriölir, xroposs to ssll nioritlll^ vill ksteir about 66V.VV9 S°." — Hier steht also nichts, als daß die deutsche Regierung bei dem bestehenden Silberpreis für das Silberquantum, welches sie nach einem Gerücht monatlich zu verkaufen beabsichtige, etwa 65V.WV A erhalten werde. Davon, daß das Fallen Gerade weil der starke Preissturz des Silbers nicht auf reellen Ursachen beruhte, sondern durch eine sinnlose Panik verursacht war, mußte die Krisis bald ihr Ende finden. Käufer und Verkäufer brauchten sich nur aus sich selbst zu besinnen. Für Silber war in London stets ein Bedarf vorhanden, der nicht lange ungedeckt bleiben konnte. Eine längere Dauer des Zustandes, daß jedermann zu jedem Preis verkaufen, niemand kaufen wollte, war deshalb schlechthin unmöglich. Sobald aber wieder umfangreiche Silberverkäufe, gleichviel zu welchem Preis, abgeschlossen wurden, war die Krisis überwunden. Dann mußten wieder die realen Faktoren des Angebots und der Nachfrage in ihre Rechte eintreten. In der That erfolgte auf die Panik eine überaus kräftige Reaktion. Noch im Laufe des Juli stieg der Silberpreis wieder auf 51 '/s ä und im August erholte er sich bis auf 53^/4 ä. In ungefähr fünf Wochen stieg er also um volle 7 ä, um ebensoviel, als er vor der Krisis in zehn Wochen gefallen war. Dieser Rückschlag war so stark, daß man geneigt ist, nach besonderen Verhältnissen zu suchen, welche die natürliche Reaktion auf die Panik begünstigten und verstärkten. Wer gewohnt ist, in den deutschen Silberverkäufen den wichtigsten Faktor für die Schwankungen des Silberpreises während jener Zeit zu erblicken, wird aus der rapiden Besserung des Silbermarktes auf eine Einschränkung der deutschen Silberkäufe schließen müssen. Schlägt man jedoch in der Übersicht über die deutschen Silberverkäuse nach, dann findet man, daß die Reichsregierung ihre seit dem 24. Juni eingestellten Silberverkäufe unmittelbar nach der Krisis, am 14. Juli, wieder aufnahm, daß sie in der zweiten Hälfte des Juli für 300.000 F, in der ersten Hälfte des August für 375.000 F Silber, zusammen also des Silberpreises „wesentlich" durch dieses Gerücht „veranlaßt" sei, — kein Wort; im Gegenteil ist ausdrücklich bemerkt, daß das Gerücht keinen Glauben fand. Es ist nicht nieine Absicht, dieses Buch mit Auseinandersetzungen über solche Fälschungen zu belasten, welche in der Arendtschen Schrift häufig wiederkehren und welche speciell in dem Kapitel über die Silberentwertung nicht eine Ausnahme, sondern geradezu die Regel sind. Ich beschränke mich deshalb darauf, diesen einen Fall hier festzunageln, und zwar lediglich um zu begründen, warum ich mich in diesem Kapitel mit der Arendtschen Schrift, der einzigen, welche bisher die Vorgänge auf dem Silbermarkt während der deutschen Münzreform ausführlich behandelt, nicht weiter beschäftige, obwohl diese Schrift seiner Zeit großes Aussehen erregt und manchen angesehenen Nationalökonomen zum Bimetallismus bekehrt hat. - 347 — innerhalb eines Monats für 675.000 F Silber in London verkaufte, beträchtlich mehr als in irgend einem Monat vorher. Dabei erzielte sie fortschreitend bessere Preise, 48 ä am 14. Juli, 54 ä am 14. August. Dieses Zusammentreffen starker deutscher Silberverkäufe mit einer außerordentlichen Steigerung des Silberpreises beweist allerdings nicht, daß die deutschen Silberverkäufe für die Preisgestaltung des Silbers in jener Zeit überhaupt nicht in Betracht kamen, aber es zeigt, daß neben den deutschen Verkäufen, welche als eine beträchtliche Vermehrung des Silberimports unter sonst gleichen Umständen den Silberpreis drücken mußten, noch andere Faktoren vorhanden waren, welche den Silberpreis beeinflußten, und deren Wirkung mächtiger war, als die Wirkung des deutschen Silbers. Sehen wir uns also nach diesen anderen Ursachen um, welche die rasche Besserung des Silbermarktes verursacht haben können! Die Währungsverhältnisse der Welt erfuhren um jene Zeit keine wesentliche Änderung; außer daß in Frankreich damals ein Gesetz angenommen wurde, welches den Fiuanzminister zur völligen Einstellung der Silberprägung ermächtigte, eine Ermächtigung, von welcher sofort Gebrauch gemacht wurdet Aber diese Änderung hätte ja nur einen weiteren Preisrückgang des Silbers bewirken können. In den Vereinigten Staaten beschäftigten zwar verschiedene Anträge- welche das Silber „rehabilitieren" wollten, die gesetzgebenden Körper, schaften; aber es kam nur ein Beschluß des Repräsentantenhauses, kein Kongreßbeschluß zu stände. Daß diese Verhandlungen zur Hebung des Silberpreises beigetragen haben, wird weder im „Ekouomist" noch in den Zirkularen von Pixley uud Abell erwähnt; dagegen heißt es im „Ekonomist" vom 29. Juli 1876: „Was die Nachrichteu aus Amerika über einen Kongreßbeschluß anlangt, der das Silber zum gesetzlichen Zahlungsmittel für jeden Betrag machen will, so verlautet, daß der Senat die Paragraphen, welche einen solchen Währungsumsturz enthalten, verwirft °. Also auch hier ist der Grund für die unerwartet schnelle Erholung des Silberpreises nicht zu finden. Dagegen giebt die Silberversendung nach Asien volle Aufklärung l Es wurde nur noch das Silber ausgeprägt, welches die Münzstätten gegen Ausstellung von Münzscheinen bereits angenommen hatten, ^ ,,^s to tds iievs trom ^msiiea ok tks passinA ok a LiU in OonZrrii?v ^vns 36'/«, null tliv nlisein?« akanv eontinons Ävmnuil kor In«Iia, «omtii»>>5<> -mpnli«« kroin t?ormnnx, mnl »v in- croitso in tlw nmonnt of Lonn^il tiills, ^tlns,?cl » rnnnl i»nl nlmust nnnrolcko knll till in ^ul)' vus touvlx'll. I'lus ,'xtr«ml)' l»^- ruto tirouxut m nur^lillLvö trnm tl,« eonrinknt nncl tlio fnilurs ok tli« silk eron in ktal)', »ml tkt! ooutiv- izill-»t i-> /ii» ^v>r, I^t !> ^ Ijt . _ ^»Mf,^^ »^vt^il 4^,- K^M, M^»V» ^1 ^ w^. ^ - 349 — Diesen ungewöhnlich starken Councilbill-Begebungen, nicht den deutschen Silberverkäufen, schreibt der „Ekonomist" den leichten Preisrückgang zu, welchen das Silber von der dritten Augustwoche an erlitt'. Die neue Depression des Silberpreises war vorübergehender Natur. Sie dauerte nur bis in die zweite Hälfte des September, um dann einer neuen Preissteigeruug zu weichen. Die Reichsregierung verkaufte während der Dauer der sinkenden Silberpreise in London nur für etwa 180.000 A Silber (vom 28. August bis zum 14. September), während das indische Schatzamt wöchentlich 35 Lakh Rupien Councilbills im Wert von etwa 300.000 K anbot und verkaufte. Das letzte Vierteljahr 1876 zeigt einen sich fortwährend steigernden Preisaufschwung des Silbers. Ende September wurde, nachdem das Silber wieder auf 51^4 gesunken war, ein Preis von 52 V/2 ä erreicht, Ende Oktober 53 Vs vav svstsm. — Lilvsr i-smains steaclv, lmt, liks (Avvsrnment ärakts, is in no K'reat clsmancl kor Inclia just novv, tlm Oeiman 60- vernmsnt lias, tlieiskors, a clolieate markst to cloal vvitli ancl ean no lonZsr l)rinA korwarcl lai'Ak amonnts ok Lilvor kor sale." Diese letztere Voraussaguug war zwar verfrüht, Deutschland vermochte in der zweiten Septemberhälfte noch erhebliche Posten Silber unterzubringen und bis zum 3. Oktober sogar eine Preissteigerung um — 357 — einen Pennn durchzusetzen; aber im ganzen hat der Ekonoinist die Lage richtig dargestellt. Die Hungersnot, welche bisher stimulierend ans den Geldbedarf für Indien eingewirkt hatte, begann jetzt ihre niederdrückenden Einwirkungen auf die ganze indische Volkswirtschaft zu äußern. Es folgte eine starke allgemeine Depression uud damit verbunden ein starkes Nachlassen des Geldbedarfes. Die Folge war eine matte Haltung des Londoner Silbermarktes und ein Weichen der Preise. Deutschland horte auf zu verkaufen, als diese Wandlung eintrat. Der Silberpreis ging auf 54°/scI zurück. Auch als er sich gegeu Ende des Monats bis zu 55^/8 ä erholte, wurden die deutschen Verkäufe nicht wieder aufgenommen; gleichwohl trat Anfang November ein Rückgang bis auf 54^/4 ein; zu Begiuu der zweiten Novemberwoche wurde 54V«—55 notiert. Die deutscheu Verkäufe waren nun seit einem vollen Monat unterbrochen. Das Reichskanzleramt drängte auf ihre Fortsetzung, uud die Reichsbank entschloß sich nicht ohne Bedenken, ihre bisherige Zurückhaltung aufzugeben. Sie fragte bei der Joint Stock Bank an, welcher Preis für etwa 100.000 L Silber zu erzieleu sei. Das Londoner Institut meldete darauf eine Offerte auf 50.000 K zu 54^/4 und die Reichsbank acceptierte. An und für sich war die Annahme dieser Offerte nichts Ungeheuerliches. Die Reichsbank hatte im vergangenen Quartal enorme Posten zu wesentlich ungünstigeren Preisen verkauft. Aber die seit Ende Dezember seitens des Reichs beobachtete Zurückhaltung hatte auf dem Londoner Silbermarkt den Glanben erzeugt, die Neichsregierung werde Silber nur zu einem wesentlich höheren Preise verkaufen. Als nun der Preis von 54^4 für einen verhältnismäßig kleinen Betrag accevtiert wurde, sah man darin ein Zeichen, daß die deutsche Negierung ihre Verkäufe auch zu niedrigeren Preisen fortsetzen wolle, und die Folge war ein Preisrückgang auf 54V4 ck>. Nach dem einen unbedeutenden Verkauf, der am 9. November erfolgte, hielt sich die Reichsbauk abermals völlig zurück. Der Silberpreis schwankte in mäßigen Grenzen. i k'ixls^ -rnü ^dsll 15. November: „In oonsecsnsnvs ok tlis Asrrnkm (xovsrn- insnt eomivA irito tkiz merkst ssllsrs ok kür silvsr, trio pries n»s ssriousl^ ctselinvcl. In onr last eiroular Huotod Z4^/8—öö Ä psr 02. st., ancl krom tdat tims s, Araclugl rsiluotioir Iras takon pln,eiz, until to-cla^ dnsinsss tias t>s«zn ö4 cl . . . until ^estsrcla^, vrisn, upori tbs rssv.lt ok tlis tsuclsrs tor tlis Oourieil-ärafts dseomiriA koo^v, tds markst besame yuits clisorAanisscl, anü it vas vsrz? cliktioult to Zivs an^ Quotation. 1'o-cls)? rates ars soms^vkat stsaäisr, avcl xive M/z rioarest." — 359 — Im Februar verdoppelte sich die Silberausfuhr nach Indien uud China. Sie erreichte in diesem Monat 1.630.000 gegen 735.000 im Januar. In demselben Monat wurde die Blandbill in Amerika Gesetz. Das Veto des Präsidenten Haues wurde am 28. Februar vom Kongreß durch einen mit der erforderlichen Zweidrittel-Majorität gefaßten Beschluß ausgehoben. Es trafen also zwei Momente zusammen, welche geeignet waren, den Silberpreis zu heben. Von deutscher Seite wurde die günstige Konstellation abermals zu erheblichen Verkäufen und gleichzeitig zur Erzielung von schrittweise besseren Preisen benutzt. In zwei Tagen, am 19. und 20. Februar, verkaufte die Joint Stock Bank für das Reich nicht weniger als für 2/4 Millionen F Silberbarren zu Preisen, welche von 54^4 bis 54^/4 hinaufgesetzt wurden. Dann hielt sie auf 55 ä, zu welchem Preis am 23. und 25. Februar Verkäufe von insgesamt 100 000 F zustande kamen. Der Silberpreis stieg bis zum 27. Februar auf 55^4 ä. Die neuerliche Steigerung des Preises wurde im „Ekonomist" nicht der Annahme der Blandbill zugeschrieben, sondern großen Käufen für Paris, welche vermutlich für Österreich und Süd-Europa ausgeführt wurden. Der indische Bedarf zeigte nach dem momentanen Aufschwung im Februar abermals eine wesentliche Ermattung. Daß die Blandbill die Preisbewegung des Silbers nur in verhältnismäßig geringem Maße beeinflußte, geht daraus hervor, daß die Preissteigerung ihren Höhepunkt am 27. März erreichte, also am Tage vor der endgültigen Annahme dieses Gesetzes. Der 28. März zeigte bereits wieder weichende Silberpreise. Die unmittelbare Ursache des Preisrückganges war, daß der indische Rat eine Erhöhung der wöchentlichen Councilbill-Begebungen von 30 aus 50 Lakh Rupieu ankündigte'. ' Am S. März teilte die London Joint Stock Bank der Reichsbank mit: „Kurse von Ostindien kommen heute viel schwächer, vermutlich infolge des großen Betrags von Councilbills, welcher morgen zum Verkauf geboten werden wird. Infolgedessen ist für den Augenblick eine starke Reaktion in Silber entstanden, und das Silber aus den letzten Dampfern von Westindie» und vom Pacific ist zu 54^/4 verkauft worden." (Gegen 55V4 eine Woche zuvor.) Auch das Zirkular von?ixls^ arict ^dsll vom 7. März schreibt den Preisrückgang — 360 — Im März und April nahm die Silberausfuhr nach dem Osteu außerordentlich ab. Am 28. März teilten Pixlen und Abell mit, daß bereits in der dritten Woche der Dampfer ohne Silber nach Indien gehe, und am 27. April heißt es im Ekonomist, die Silberverschiffungen mit den Peninsular und Oriental Steamers hätten praktisch aufgehört. Der Grund ist eben dort mitgeteilt. Die großen Begebungen von indischen Schatzwechseln würden immer noch zu dem außerordentlichen Betrag von etwa 24 Millionen F pro Jahr auf den Markt gezwängt'. Dagegen wurden für amerikanische Rechnung ziemlich bedeuteude Silbermengen in London gekauft, während gleichzeitig die englischen Wechselkurse auf Newyork den Bezug von Gold aus Amerika gestatteten. Wie die London Joint Stock Bank an die Reichsbank berichtete, erzählte man sich, die kalifornischen Edelmetallhäudler hätten ihren Minimal-Silberpreis auf etwa 55 ä Londoner Notierung festgesetzt und unter diesem Liinitum während des März nichts an die amerikanische Regierung verkauft. Die amerikanischen Käufe erhöhten den Silberpreis in der zweiten Hälfte des März langsam wieder bis auf 54°/3. Deutschland verkaufte vom 11. März ab wieder erhebliche Silbermengen. Anfang April hörte jedoch die amerikanische Nachfrage auf lind der englische Silbermarkt verfiel, bei dem fortdauernden Mangel jeder Nachfrage für Indien, einer völligen Apathie. Die deutschen Verkäufe hörten für eil? halbes Jahr vollständig auf. Es ist interessant, die Vorgänge auf dem Londoner Silbermarkt während der Monate, in welchen sich Deutschland aller Verkäufe enthielt, zu verfolgen. Eine Preisbesserung trat nicht ein. Das Silber beharrte vielmehr in seiner sinkenden Tendenz. Trotz der Leblosigkeit des Silbermarktes fuhr der indische Rat mit seinein enormen Angebot von Councilbills fort. Die Bills wurden zu so niedrigen Kursen begeben, daß sie sich — im Gegensatz zum normalen Verhältnis — wesentlich billiger stellten als Barreusilber. Am 6. April machte der Ekonomist daraus aufmerksam, daß der Kurs der Councilbills einem Silberpreis von nur 53^/8 entspreche, während der Silberpreis in auf ä teils der Erledigung großer Orders für Indien, teils der erheblichen Vermehrung der Couneilbills zu. ! Monatlich ca. 200 Lakh Rupien 2 Millionen F (zum alten Kurs). — 361 — Wirklichkeit 54 V4 ä war. Unter diesen Umständen war jede Versendung nach Ostasien ausgeschlossen. Infolgedessen ging der Silberpreis immer weiter zurück. Ende Juni kam er auf 52 ck an und stieg auch im Juli nicht nennenswert über diesen Preis, obwohl sich der indische Rat zu einer Herabsetzung seines Angebots von Couneilbills auf 30 Lakh Rupien pro Woche entschloß. Auch der Zusammentritt der von den Vereinigten Staaten nach Paris berufenen internationale!? Münzkonferenz (am 10. August) gab dem Silbermarkt keinen neuen Impuls. Niemaud erwartete von dieser Konferenz ein praktisches Ergebnis Dagegen war es ein neuer Schlag für den Silbermarkt, daß der indische Rat, entgegen allen Anforderungen, zur Erleichterung des Silbermarktes die Begebungen von Schatzwechseln weiter zu verringern^, für die erste Septemberhälfte eine Erhöhung des Angebots auf 35 Lakh pro Woche ankündigte. Um die Wirkung dieser Maßregel voll ermessen zu können, mnß man in Betracht ziehen, daß der Silberexport nach Indien und China in den drei Monaten August bis Oktober 1878 zusammen nur 546.000 F betrug, nicht ganz soviel, wie in dem einen ohnedies bereits ungünstigen Monat März, und wenig mehr als ein Drittel der Silberverschiffungen in dem einen Monat Februar. Im September ging der Silberpreis auf 51 >/s ä hinab. Zu diesem Preis blieb der Markt verhältnismäßig fest, da nicht nur der Silberbedarf, sondern auch die Silberzufuhr außerordentlich gering war. Bis zu diesen: Punkt entwickelte sich der Londoner Silbermarkt, während sich das Deutsche Reich aller Verkäufe iu Loudon enthielt. Der letzte Verkauf war am 6. April zu einem Preis von 54 V4 abgeschlossen worden. Im September notierte Silber 2^/4 cl niedriger. Infolge der eingetretenen Stockung in den Verkäufen sammelte sich in den Händen der Reichsregierung ein großer Bestand von Barrensilber an. Im Juni erreichte dieser Bestand bereits den Umfang von etwa 280.000 In Anbetracht dessen fragte damals die Reichsbank bei der London Joint Stock Bank an, ob es nicht möglich sei, durch Verkäufe zu den i So heißt es im „Ekonomist" vom Aulnist 1878: „l'ksss ärk^ivAs in tilg prossut staANÄiit eonclition ok tsn6sr ^vitti Inäia sxsroiss a vsr^ clsvrss- siriA sttset upoii t,QS sxvlliwAS s-iiÄ tlis vrivs ok silvsr, anü it ^voulct ds im- portimt to l6S,rr» vstksr tue)? eoulä ds knrt^sr eonrtailsä." — 362 - bestehenden Preisen (ca. 53 ä) die Silberabstoßung wieder in Gang zu bringen, ohne den Markt zu entmutigen. Die London Joint Stock Bank antwortete, unter den obwaltenden Umständen sei auch durch ein Herabsetzen des Preises keine wesentliche Silberabstoßung zu erzwingen. „Bei einem Ausbieten unsererseits möchte der Preis einen bedeutenden Fall erleiden und soweit fallen, bis Spekulanten vielleicht zu 50 ä oder darunter für gut hielten, Silber zu nehmen und für längere Zeit hinzulegen. Solche Operationen würden aber weiteren Verkäufen für Ihre Rechnung im Wege stehen. Sie dürfen annehmen, daß keine Unze mehr verkauft wird, ob sie nun auf 54 ä fest bleiben oder den Preis auf 50 ä uud darunter fallen lassen". Auf diese Auskunft hin unterblieben auch fernerhin die Verkäufe in London. Dagegen wurden im Juli und namentlich in der zweiten Hälfte des August allerdings nicht sehr erhebliche Beträge an deutsche Bankhäuser für den Export nach Österreich verkauft. Dort hatte das Silberagio im Sommer 1878 angefangen zu verschwinden. Die Wechselkurse stellten sich so günstig für Österreich, daß die Arbitrage die Versendung von Silber nach Österreich zum Zweck der Ausprägung in Guldenstücke lohnend fand. Anfang September hörten auch diese Verkäufe auf. Die Reichsbank hatte sich von den Banken, welche ihr das Silber abgekauft hatten, garantieren lassen, daß dasselbe ausschließlich für Österreich bestimmt fei, denn sie wollte jede Einwirkung dieser Verkäufe auf den Londoner Markt verhindern. Sie schöpfte jedoch Verdacht, dieses Silber sei doch teilweise für den Orient bestimmt gewesen. Deshalb entschloß sie sich, überhaupt kein Silber in Deutschland mehr zu verkaufen, und abzuwarten, welchen Einfluß diese Enthaltung auf den Londoner Markt ausüben werde. Das Reichskanzleramt war jedoch mit der andauernden Unterbrechung der Silberverkäufe wenig zufrieden. Es sprach den Wunsch aus, die Reichsbank möchte auf Nachfragen für Osterreich Silber zu Preisen, welche den gleichzeitigen Londoner Notierungen entsprächen, verkaufen. Als gegen Ende September der Silberpreis in London vorübergehend auf 51 s/4 6 stieg, verkaufte die Reichsbank Silber für etwa 100.000 F — ein fehr mäßiges Quantum. Alle weiteren Offerten zu 51 >/2 ä, welche auf größere Beträge lauteten, wurden abgelehnt. — 363 — Am 9. Oktober konnte von dem aus 40 Lakh erhöhten Angebot von Councilbills nichts begeben werden, da dein indischen Rat nur unannehmbare Preise geboten wurden. Der indische Rat behielt sich das Recht vor, das wöchentliche Angebot von Councilbills um deu Betrag der in der Vorwoche nicht be- gebenen Bills zu erhöhen. So wurden am 16. Oktober 80 Lakh, entsprechend einem Wert von 700.000 F, ausgeboten, davon gelangten nur 21 i/s Lakh zur Begebung, uud zwar zu einem Kurs von 1 s. 7 ck (der entsprechende Silberpreis ist 49^2 6). Infolgedessen entstand aus dem Silbermarkt eine große Verwirrung und der Silberpreis sank auf 49^2, die indischen Wechselkurse mit sich hinabziehend. Für eine Woche unterließ nun der indische Rat seine Ausgabe von Councilbills ^. Bei der nächsten Begebung (am 30. Oktober) wurden von den 40 Lakh nur 12 begebeu, uud der indische Rat reduzierte nun endlich sein wöchentliches Angebot auf 20 Lakh. Ein leichter Silberbedarf für Österreich verstärkte die güustige Wirkung dieser Maßregel. So erholte sich der Silberpreis bis zum Beginn des November auf 50 l/s cl. In der zweiten Novemberhälfte gelang es der London Joint Stock Bank, welcher damals von der Reichsbank, um jede Konkurrenz auszuschließen, auch der Verkauf von in Deutschland lieferbarem Silber an deutsche Bankhäuser übertragen wurde, erhebliche Posten zu steigenden Preisen abzusetzen; erst zu 50^/2, dann zu 50°/s und 50^/4, schließlich zu 50'/g. Diese Verkäufe wurden ermöglicht teilweise durch, die wachsende Nachfrage für Österreich, namentlich aber durch den Krieg in Afghanistan. Wie die London Joint Stock Bank der Neichsbank berichtete, kam ein ! Der Ekonomist berichtete, daß er dagegen in Calcntta Wechsel auf London ankaufte, und fügt hinzu: „Ir is st-rtscl tlrat tlic. pnrvkg.ss ok tlisss dills e»n ks ma,clk tsrms noml^ 1 6 vor rupoo adovo tlis vrios ^vliioli Oounoil tülls ooulcl t>o allotvü. Lut »gsvinst tliis must oo sot tlis six moutlis' cliseouut au tlis dills oskors tlio^ g,rrivs l>,t mainrit^. It ig a Arost g,6v!mt»A>z ^just uov kor tiiis markst to l>o roliovso! krom tlio ourctou ok provictinZ soms 360.000 A voskl^ kor tlio z>»)mzoiit ok tlioso clr^vivAS, ^!wcl klltou^Il tsriclors vill liv ro- eoivoä kor tlio usual 40 laos noxt >VocInescIa^ it is to oo liopscl tditt tlro mini- mum vill ds eomparativol^ lu^li." — 364 — Teil der Umsätze zu stände auf Gruud des mehr oder miuder vagen Eindrucks, daß die Kosteu des Krieges die Silberuachfrage vergrößern müßten. Der Ekonomist warnte vor dieser Spekulation, indem er schrieb (23. November): „out it must not t>s t'orAvttsn tl^at !^t tl^s prsssnt tirns inons^ is vei-^ onsax in Incki-i,"; deshalb sei ein wesentliches Steigen des Silberpreises nicht glaublich. In der That trat bald ein neuer Nückfall ein. Eine abermalige Steigerung des Councilbill-Angebots und das fast spurlose Verschwinden des indischen Bedarfs — im Dezember betrug der englische Silberexport nach Indien nnd China nicht ganz 21.000 K ^ verursachten einen neuen Preisrückgang, der in der zweiten Decemberhälfte wieder auf 49^/2 ä ankam, Deutschland hatte am 25. November seinen letzten Verkauf in London abgeschlossen, und zwar zu 50^/4. Seither verkaufte es nur für Österreich bestimmtes Silber an deutsche Bankhäuser. Der Ekonomist vom 2l. Dezember schildert die außerordentliche Gestaltung des Silbermarktes während des Jahres 1878 kurz zusammenfassend mit folgenden Worten: „Deutschland hat seine Silberverkäufe nicht forciert, die Vereinigteil Staaten haben einen großen Teil ihres Silberangebots für ihre Prägezwecke zurückgehalten; während bis zum heutigen Datum im vorigen Jahr 12.600.000 K von Southampton nach Indien verschifft wurden, belaufen sich die Versendungen in diesem Jahre nur auf 3.362.000 F. Die auf die Hungersnot in Indien folgende allgemeine Depression und die vermehrte Begebung von Schatzwechseln während des Jahres 1878 haben zur Zeit Indiens Aufnahmefähigkeit für Silber vollständig gebrochen." Das neue Jahr begann also mit wenig güustigen Aussichten; zumal das Angebot von Councilbills trotz der schlechten Marktlage abermals erhöht wurde (auf 40 Lakh pro Woche). Es trat jedoch eine entschiedene Wendung in dem indischen Silberbedarf ein. Auf die lange Depression des Jahres 1878 folgte in Indien ein wirtschaftlicher Aufschwung, namentlich auch ein Aufschwung des Exporthandels. Dadurch wurde der Bedarf nach Zahlnngsmitteln für Indien gesteigert. In Indien selbst trat Geldknappheit ein und die Banken von Bombay uud Bengalen erhöhten ihre Diskontsätze schrittweise auf 8°/». Im Gegensatz zu den 21.000 F, welche im Dezember 1878 nach Indien versendet wurden, weist der Januar 1879 eine Silberverschiffung von 928.000 F nach Ostasien auf. — 365 — Zu dem gesteigerten indischen Bedarf trat infolge des Verhältnisses der österreichischen Wechselkurse zum Silberpreis wieder die Möglichkeit einer gewinnbringenden Versendung von Silber nach Österreich, Trotz der Erhöhung des Schatzwechsel-Angebots trat infolge der geschilderten Verhältnisse eine merkliche Besserung des Silberpreises ein; am 24. Januar erreichte er 51 6. Deutschland verkaufte zu 50 ds und 51 ä etwa '/4 Millionen A Silber nach London und nicht ganz soviel für Österreich. Ende Januar begann abermals ein Preisrückgang. Die 40 Lakh Councilbills wurden in der letzten Januarwoche zu niedrigen Kursen begeben, und gleichzeitig wurde eine Vermehrung des wöchentlichen Angebots auf 45 Lakh angekündigt. Am 30. Januar war das Silber bereits wieder auf 50 ck zurückgegangen. Die Reichsbank blieb auch in dieser Periode dem Londoner Markt gänzlich fern. Sie beschränkte sich darauf, Ende Februar und Anfang März an deutsche Bankhäuser mäßige Beträge zu Preisen zwischen 50 und 50^4 ck zu verkaufen, während in London das Silber bis auf 49^2 ä zurückging. Um diese Zeit wnrde auch in Österreich die freie Prägung für Silber eingestellt. Die starken Silberprägungen erweckten Bedenken innerhalb der österreichischen Regierung, welche sich offenbar durch eine Vermehrung ihres Silberumlaufs nicht einen eventuellen Übergang zur Goldwährung erschweren wollte, und welche von jedem weiteren Rückgang des Silberpreises, solange die Silberprägung frei war, einen Druck auf die österreichische Valuta befürchten mußte. Trotz der klaren Bestimmung des österreichischen Münzgesetzes von 1858, welches die Münzstätten zum Ankauf von Silber verpflichtete, wies der Finanzminister im Februar 1879 die Münzstätten an, kein Silber mehr von Privaten zur Ausmünzung anzunehmen. Eine unmittelbare Wirkung auf deu Londoner Silbermarkt scheint diese Maßregel nicht ausgeübt zu haben. Dagegen riefen die fortgesetzten starken Begebungen von Councilbills, welche selbst bei sinkenden Preisen vermehrt wurden, in dieser Zeit lebhaften Widerspruch wach. Es wurde der Vorschlag gemacht, die indische Regierung solle ihre wöchentlichen Begebungen durch die Aufnahme einer Goldanleihe vermindernd Der 1 Ekonoinist 1. März 1879. — 366 — Ekonomist machte darauf aufmerksam, daß in den ersten zwei Monaten des Jahres 375 Lakh Rupien zu durchschnittlich 1 sti 7^/s ä verkauft worden seien, wenn mit Begebungen in dieser Höhe fortgefahren werde, dann komme man im ganzen Jahr auf 1?V» Millionen F, während im Jahre 1878 nur für 14 Millionen und im Durchschuitt der letzten 7 Jahre für weniger als 12 Millionen F verkauft worden seiend In der zweiten Hälfte des März wurde wirklich das Angebot auf 35 Lakh reduziert. Aber der Ekonomist war damit noch nicht zufrieden. Er verlangte wiederholt, die indische Regierung solle für längere Zeit, z. B. für ein Vierteljahr einen Minimalsatz, von etwa 1 sv. 7Vs ä, für die Rupie festsetzen, unter welchen: keine Begebungen von Councilbills erfolgen dürften. Bei der großen Gemalt, welche die indische Regierung über deu Markt habe, werde es ihr höchstwahrscheiulich gelingen, den festgesetzten Preis zu erhalten, und dadurch würden die Wechselkurse auf den Osten und mit ihnen der Silberpreis in wohlthuender Weise befestigt werden. Die indische Regierung befolgte diese Vorschläge nicht. Infolge der fortgesetzten Begebungen zu immer niedrigeren Kursen sank der Silberpreis am 21. März auf 48V« ä^. Dabei ist abermals zu bemerken, daß seit dem 24. Januar keiue deutscheu Silberverkäufe in London mehr abgeschlossen worden waren, und daß dieser letzte Verkauf einen Preis von 51 ä erzielt hatte. Der indische Rat setzte nuu Ende März das Angebot von Council- bills aus 25 Lakh herab. Außerdem trat eine lebhaftere Silbernachfrage für Indien anf. Die Conncilbills wurden zu besseren Preisen verkauft, die Wechselkurse auf Indien stiegen, und das Silber hob sich bis auf 50>/4 ä. Zu diesem Preis verkaufte Deutschland am 27. und 28. März Silber zu 150.000 F. In der ersten Hälfte des April sank das Silber für etwa 14 Tage auf 49°/» zurück; dann begann es langsam zn steigen. Pixley und Abell meldeten am 1. Mai einen starken Bedarf für Indien und den Kontinent, namentlich für Spanien. Am 6. Mai kam ein dringender Kaufauftrag für Spanien: „i'seourss Iiack, tllsrekoi-s, to lzs maäs to ttis (Asrinan ! Ekonomist 8. März 1879. 2 Der Ekonomist vom 22. März 1879 bemerkt zu diesem Preissturz: „Nor is ttiis to vonclsrscl ^vtisv tlis Ltovornirisut sdov tdoir vvillinArisss to L>^ ^.H »Z r vm verk l-Bil ^, S » --> « S^^n^ AA'LN^ metalle Bills (JahresdurchZK Z L ^'Z "-A^Z -i- s L -Z^-Z an den Rimessen schnitte) 8 ^ >AE> ?Z 'L'sz ^ 'Z-LZ ^ -iZ für Indien Z Z K ?L K ^ " WZ Diffe Man der einfu «/» °/o 1840/41—1849/50 65.170 21.850 24.450 46.300 43.320 18.870 47,2 52,8 1850/51-1859/60 88.240 82.810 21.820 104.630 5.430 — 16.390 79,1 20,9 1860/61-1864^5 254.110 169.690 47.420 217.110 84 420 37.000 78,1 21,9 1865/66—1869/70 201.000 144.150 55.200 199.350 56.850 1.650 72,3 27,7 1870/71—1874/75 233.350 53.950 120.840 174.790 179.400 58.560 30,9 69,1 1875/76—1879/80 231.430 76.690 151.140 227.830 154.740 3.600 33,7 66,3 1880/81—1884/85 292.310 107.930 195.700 303.630 184.380 — 11.320 35,5 64,5 1885/86-1889/90 284.660 127.050 190.730 317.780 157.610 — 33.120 40,0 60,0 1890/91-1894/95 344.380 114.030 234.880 348.910 230.350 — 4.530 32,7 67,3 i Hier sind die in Tabelle S. 4 gegebenen Durchschnittszahlen für die Perioden 1841/50/1851/55 -c. eingesetzt. - Nach der indischen Statistik. — 373 — Kavelle III. Die Begebungen von India-Conncil-Vills 1868-69 liis 1894—93^. Betrag Erlös Durchschnittlicher Fiskal-Jahre der Begebungen aus den Begebungen Erlös für die Rupie 10 Rupien F s. ä. 1868-69 3.834.000 3.70S.741 1. 11,197 1869—70 7.200.000 6.980.122 1. 11,267 1870-71 9.003.S00 8.443 S09 I. 10.49S 1871—72 10.700.000 10.310.339 1. 11,126 1872-73 14.702.S00 13.939.09S 1. 10,734 1873—74 14.265.700 13.28S.673 1. 10.3S1 1874—7S 11.743.700 10841.61S 1. 10.1S6 187S-76 13.7S0.000 12.389.613 1. 9,62S 1876—77 14.8S7.S12 12.69S.799 1. 8.S08 1877—78 11.698.S00 10.134.4SS 1. 8,791 1878—79 16.912.361 13.948.S6S 1. 7,794 1879—80 18.3S0.000 1S.261.810 1. 7,961 1880-81 18.327.700 1S.239.677 1. 7.9S6 1881-82 22.210.93S 18.412.429 1. 7,89S 1882-83 18.S8S.6S9 1S.120.S21 1. 7.S2S 1883-84 21.621.S46 17.S99.80S 1. 7,S36 1884—8S 17.102.212 I3.7S8.909 1. 7,308 1886—86 13.S32.S37 10.292.692 1. 6,284 1886—87 16.700.31S 12.136.279 1. S.441 1887—88 21.812.399 1S.3S8.S77 1. 4,898 1888—89 20.899.122 14.262.8S9 1. 4,379 1889-90 22.418.664 1S.474.496 1. 4.S66 1890-91 21.186.930 1S.969.034 1. 6,089 1891—92 23.082.812 16.093.8S4 1. 4,733 1892—93 26.478.41S 16.S32.21S 1. 2,984 1893—94 1S.723.603 9.S30.23S 1. 2.S46 1894-9S 30.969.880 16.90S.102 1. 1,000 i Nach dem Ltatistleal ^.dstrset tor Lritisli Inäis. 375 Tabelle V. Silberproduktion, deutsche Sillierverkäuse und Council-Vills. Jahre Silberproduktion Deutsche Silberverkäufe - Den Verkäufen von Council-Bills entsprechende Silbcrmengen" Silberpreis ä °/o der Silberproduktion KZ "/<> der Silberproduktion 1871 111.364 6,6 1.016.000 51,6 60-/2 1872 durch- 11.192 0,6 1.244.000 63,2 60°/is 1873 ) schnittlich S18.646 26,3 1.712.000 86,9 69-/4 1874 1.969.425 350.259 17.8 1.657.000 84,1 68°/ia 187S I 107.495 5,4 1.388.000 70,4 66'/8 1876 2.323.779 763.200 32,9 1.587.000 68.3 M/z 1377 2.388.612 1.484.700 62.1 1.146.000 47,9 54-»/,s 1878 2.SS1.364 693.800 27,2 1.938.000 76,0 62-Vis 1879 2.607.607 188.900 7.S 2.087.000 83,2 61-/4 - Verkäufe der Reichsregierung, der Preußischen Bank, bezw. Reichsbank und der Hamburger Girobank, auf dem Londoner Markt und außerhalb desselben. ^ Siehe Tabelle IV Spalte 8. Aabelle VI. Der Londoner Silbermarkt von 1875—1879. Zeit 1. Englands Silbereinfuhr aus den Vereinigten Staaten, Mexiko u. Südamerika F 2. Englands Silbereinfuhr aus Deutschland F 3. Silber- verkäuse der Reichsregierung und der Reichsbank in London F 4. Englands Silberausfuhr nach Indien und China K 5. Betrag der verkauften Jndia- Council-Bills 10-Rupien .6- 1875 1. Quartal 2. 3. 4. 1.661.177 1.636.060 1,604.627 1.742.029 607.346 52.642 185.138 407.398 160.000 1.466.853 959.807 1.276.036 362.701 4.050.000 4.100.000 3.891.200 4.258.300 Zusammen: 6.643.893 1.162.523 150.000 4.064.397 16.299.500 Bemerkungen: Spalte 2, 3 und 5 sind aus den monatlichen Nachweisungcn über Handel und Schiffahrt des Vereinigten Königreichs (abgedruckt in den Ergänzungsbänden des „Ekonomist") entnommen bezw. berechnet. Spalte 4 ist auf Gruud der Nachweisungen über die deutschen Silberverkäufe (Abschnitt V O dieses Teiles) zusammengestellt/ Spalte 6 ist aus den Zirkularen von 1?ixl" Januar Februar Mär, April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember 574.526 378.32k 594.302 K1K.133 634.494 K31.V77 443.164 598.147 296.145 417.662 445.30V 339.319 906.288 411.592 958.742 1.19S2V7 1.055Z45 1.235.926 1.729.750 1.060.175 2.369.120 694.550 169.723 1.963.140 412.900 773.300 417.800 1.212.200 811.000 1.019.100 1.213.000 1.984.700 1 611.100 101.700 57.700 1.534.900 1.251.565 867.450 1.281.057 1.246.221 1.499.400 1.433.035 1.618.880 1.766.121 1.719.800 1.499.900 1.389.919 787.980 1.337.000 693.461,8 700.000 1.015.000 1.358.500 1.071.500 1.060.000 1.325.000 711.000 600.000 Zusammen: 5.968 595 I3.747.5S3 11.149.900 16.361.328 9 871.461,8 1878 Januar Februar «är, April Mm Juni Juli - Z ,. 7 77 7 77 ^ ^ ,7 .^7.777 7 77 Dezember 722.648 279.241 410.635 581L47 343.V5K S75.V5K 435 992 354^60 327.IN S5S.479 2S2.M0 4W.W8 342.685 1.245.795 1.051.09» 776.680 34.790 64.120 36M0 16? 446.A75 3V0 1.789.700 1.103.200 99.800 99.900 536000 734.841 1.630.377 571.935 196 261 622.920 380.770 628.952 181.201 218L18 163.952 489.413 20.729 1.325.000 1.200.000 2000.000 2.000.000 2.200.000 1.571.900 1.528.100 1.200.000 1.400.000 745.370 612.500 600.000 .-7''^7 7^7! S.I3S.77S 3.8SS.4V2 3.S28.K0Y 5Z4V.1K9 16.382.870 Zeit 1. Englands Silbcreinfuhr aus den Vereinigten Staaten, Mexiko n, Südamerika K 2. Englands Silbereinfuhr aus Deutschland S 3. Silberverkäufe der Reichsregierung und derNeichsbank in London F 4. Englands Silberausfuhr nach Indien und China F 5. Betrag der verkauften Jndia- Council-Bills 10-Rupie» 6. 187» Januar 383.069 260.824 250.000 923.160 1.950.000 Februar 427.324 116 — 331.268 1.632.700 März 1.040.666 — 154.000 242.558 1.086.491,2 April 672.313 139.343 — 817.830 1.250.000 Mai 575.938 226.545 201.000 651.540 1.000.000 Juni 533.623 13.225 — 247.790 1.250.000 Juli S40.949 15.056 — 243.468 1.500.000 August 390.031 4.027 — 437.740 1.200.000 September 323.409 6.060 —, 509.375 1.400.000 Oktober 319.379 30.164 — 707.150 1.750.000 November 258.497 49.782 — 927-535 1.600.000 Dezember 696.020 38.938 — 529.638 1.600.000 Zusammen: 6.161.218 784.134 605.000 6.574.052 17.269 191,2 V. Die finanziellen Ergebnisse der Münzreform. 1. Einnahmen nnd Ausgaben der einzelnen Etatsjahre bis Ende Mär; 1880. Jahre Einnahmen aus der Münzreform Ausgaben Überschuß Verluste bei den Silberverkaufen i ^lS Summe sämtlicher Ausgaben für die Münzreform ^< der Einnahmen der Ausgaben 1872 1873 1874 1875 1876- 1877 2 1877- 1878 1878- 1879 1879- 1880 S.071.950,08 5.069.062,95 12,357.280,97 22.836.872,16 33.648.455,54 2.429.102,76 302.988,79 12.421,51 46.959,42 1.040,867,42 5.166.320.60 26.138,513,07 43.008.948,16 19.143,897,31 2.025.242.09 1.691.687,33 2.322.445,95 4.188.872,71 9.231.540,71 36.034.196,04 46.111.506,90 21.454.312.67 4.763,012,10 3.380.262.75 2.746.617,00 8.168.408,26 13.605.331,45 2.385.740,50 43.682.404,14 21.151.323,88 4.750.590,59 Zusammen: 81.728.134,7«! 9li.570.748,07 1W.7!>7.57-l.41 — 44.069.439,65 3. Äer Stand am 31. März 1897. (Berechnet auf Grund des Aktenstücks Nr. 6 der Drucksachen der Silber- kommission und der Übersichten über die Neichs-Einnahmm und -Ausgaben.) ^. Einnahmen. Bis zum Ablauf des Etatsjahres 1896/97 warm der Reichskasse aus der Münzreform folgende Einnahmen zugeflossen: 1 Einschließlich der Verluste bei der Verwertung sremder Silbermünzen, welche sich in den Kassen des Reichs vorfanden, von insgesamt 70.262,37 ^S. 2 1. Januar 1876 bis 31. März 1877. — 379 I. Brutto-Münzgewinne aus der Prägung a) von Reichsgoldmünzen....... b) von Reichssilbermünzen...... o) von Reichsnickelmünzen....... ä) von Reichskupfermünzen....... zusammen 101.815.203,02 Mark II. Reichsanteil an den Prägegebühren für das auf Privatrechnung ausgeprägte Gold (1.308.130,1892 Pfund fein)...... III. Vergütung für das aus älterm Laudessilbermünzen ausgeschiedene Gold und Kupfer............. IV. Sonstige Einnahmen . . . . . . Summa der Einnahmen 9.806.115,33 Mark 47.462.147,04 - 37.561.484,43 - 6.985.456,22 - 327.032,59 2.050.417,33 - 426.773,30 ° 104.619.426,24 Mark L. Ausgaben. Die gesamten Ausgaben für die Durchführung der Müuzreform und die Erhaltung des Münzwesens beliefen sich bis zum 31. März 1897 auf 132.092.940,26 Mark Von diesen Ausgaben kommen auf die beim Verkauf des Silbers erlittenen Verluste' . . . 93.814.717,28 Mark Ferner auf die bei der Abschiebung von 26 Millionen Mark österreichischer Thaler an Österreich erlittenen Verluste'...... 4.226.179,13 Mark so daß sich der Gesamtverlust bei der Abschiebung von Silbermünzen beläuft auf...... 103.040.896,41 Mark Von diesem Verlust fällt auf die Abnutzung und die minderwertige Ausprägung der eingeschmolzenen Stücke ein Betrag von . . . . 24.399.456,80 Mark so daß der eigentliche Verkaufsverlust, der durch die Silberentwertung in Verbindung mit den Kosten und Spesen der Silberveräußerung und der Goldbeschaffung aus den Verkaufserlösen entstand sich aus.............. 78.641.439,61 Mark beläuft. 1 Sieh.! oben S. 326, 2 Siehe oben S. 327. — 380 — 0. Die Bilanz. Ausgaben....... 132.092.940,26 Mark Einnahmen....... 104.619.426,24 - Überschuß der Ausgaben 27.473,514,02 Mark Die ganze Münzreform und die Erhaltung des Mnnzwesens hat also bis zum 31. März 1897 nur einen Zuschuß von etwa 27Vs Millionen Mark erfordert. I. Die Veränderungen des deutschen Geldumlaufs während der Reform. Die Zusammensetzung des deutschen Geldumlaufs nach Gold, Silber und Papier sollte nach der Absicht aller derjenigen, welche der Münzfrage ihr Interesse zuwendeten und an der Geldreform thätig mitarbeiteten, eine durchgreifende Änderung erfahren. An die Stelle des weit überwiegenden Silbernmlaufs sollte ein Goldumlauf treten; der Umfang der Papier-Zirkulation sollte eine wesentliche Einschränkung erfahren; die in Deutschland umlaufenden fremden Münzen follten verdrängt und durch Stücke deutschen Gepräges ersetzt werden. Dagegen war von keiner Seite eine Verschiebung des Umfanges der Gesamtzirkulation beabsichtigt. Aber verschiedene Umstände wirkten dahin, gleichzeitig mit einer Änderung der Zusammensetzung des deutschen Geldumlaufs starke Veränderungen des Umfanges der Gesamtzirkulatiou herbeizuführen. Die genaue Feststellung der im Umfang und der Zusammensetzung des deutschen Geldumlaufs eingetretenen Veränderungen ist eine der wichtigsten Vorbedingungen für das volle Verständnis der Vorgänge während der Durchführung der Geldreform. I. Die Veränderungen in dem Umlauf deutscher Münzen. Sofort nach der Publikation des Gesetzes, betreffend die Ausprägung von Reichgoldmünzen, vom 4. Dezember 1871 wurde auf der Berliner Münze mit der Goldausmünzung begonnen. Die übrigen dentschen Münzstätten folgten zu Anfang des Jahres 1872. — 384 - Das Prägegold stammte nur zu einem verschwindend geringen Teil aus der Einziehung der Landesgoldmünzen; bis zum 15. März 1872 war voll diesen erst ein Betrag von etwa 17Vs Millionen Mark eingezogen, bis zum Ende des Jahres 1872 nur 21,8 Millionen Mark. Der weitaus größte Teil des Prägegoldes wurde durch die französische Kriegsentschädigung beschafft. Der Vermehrung des Goldumlaufs durch die Ausvräguug des mit der französischen Kriegsentschädigung eingehenden oder aus ihren Mitteln angekauften Goldes stand anfänglich keine Verminderung des Silberinnlaufs gegenüber. Nur die Bremischen Silbermunzen im Betrag von 2 Millionen Mark wurden bereits im Lanfe des Jahres 1872 vom Bremischen Staate beseitigt. — Dagegen wurde mit der Einziehung von Landessilbermünzen auf Reichsrechnung erst im Frühjahr 1873 begonnen. Anfang April lageil etwa 10 Millionen süddeutscher Gulden ^ 17 Millionen Mark zum Einschmelzen bereit. Am Schluß des Jahres 1873 belief sich die Summe der von Reichswegen eingezogenen Silbermünzen auf etwa 60 Millionen Mark. Dagegen erreichte die Ausprägung von Reichsgoldmünzen bis zum Schlüsse des Jahres 1872 den Umfang von 4211/2 Millionen Mark. Am Ende des Jahres 1873 war die Summe von einer Milliarde Mark bereits überschritten. Am Ende des Jahres 1872 stand also einer Vermehrung des deutscheil Geldumlaufs um 421 ^2 Millionen Mark neuer Reichsgoldmünzen nur eine Verminderung um vielleicht 17 Millionen Mark in Landesmünzen (davon ca. 15 Millionen Mark Landesgoldmünzen, 2 Millionen Mark Bremischer Silbermünzen) gegenüber. Der Bestand an deutschen Münzen erfuhr also im ersten Jahre der Reform eine Vermehrung uin mehr als 400 Millioneil Mark. Am Ende des Jahres 1873 stand einer Neuprägung von 1.016 Millionen Mark in Neichsgoldmünzen und etwas über 2 Millionen Mark in Reichssilbermünzeil eine Einziehung von 83^/g Millionen Mark in Landesmünzen gegenüber. Der Bestand an deutscheil Münzen war also am Schluß des Jahres 1873 um ca. 935 Millionen Mark größer als zwei Jahre zuvor. Von 1.635 Millionen Mark hatte er sich auf 2.570 Millionen Mark, um etwa 57 Prozent, erhöht. Mit dieser gewaltigen Vergrößerung des Vorrats an deutscheil Münzen war zunächst ein gewisser Höhepunkt erreicht. Die Periode der starken Goldprägungen fand mit dem Jahre 1873 ihr Ende. ^ll?^ — 385 — Das Münzgesetz vom 9. Juli 1873 hatte die endgültigen Bestimmungen über die Silber-, Nickel- und Kupferscheidemüuzen des neuen Systems gebracht, und die Reichsregierung wies die Münzstätten an, nach der Ausprägung der vorhandenen Goldbestände sich ausschließlich der Ausprägung von Scheidemünzen zu widmen, und zwar wurde zunächst die Ausmünzung von Einmarkstücken, von 20-, 10-, 2- und IPfeunig- stücken angeordnet. In den letzten Monaten des Jahres 1873 begannen die Münzstätten mit der Ausprägung dieser Münzen. Dadurch wurde das Tempo der Vermehrung der Reichsmünzen erheblich verlangsamt. Zur Prägung eines Goldstückes ist allerdings, wegen der Notwendigkeit der genaueren Justierung u. s. w., etwas mehr Zeit erforderlich, als zur Prägung eines Silberstückes. Aber dieser Unterschied verschwindet gegenüber dem Wertunterschied zwischen Goldmünzen und Silbermünzen. Ferner bedeutete die Ausprägung von Reichssilbermünzeu nicht in demselben Sinne eine Vermehrung des deutscheu Münzumlaufs, wie die Ausprägung von Goldmünzen. Während die aus den Eingängen der Kriegskosten - Entschädigung hergestellten Neichsgoldmünzen zu den vorhandenen Umlaufsmitteln hinzukamen, wurden die Reichssilbermünzen aus deni Silber geprägt, welches dem Umlauf vorher entzogen worden war. Die Silberausmüuznngen bedeuteten also nur insoweit eine Vermehrung der vorhandenen Zirkulation, als infolge ihrer Unterwertigkeit gegenüber dem bisherigen Kurantgeld der Feingehalt von 100 Einmarkstücken derselbe war, wie der von 30 Thalerstücken. Während aus diesen Gründen die seit dem Beginn des Jahres 1874 stattfindenden Prägungen keine wesentliche Vermehrung des deutschen Geldumlaufes bewirken konnten, mußten andere Umstände, nämlich die energische Einziehung und die beginnende Außerkurssetzung der verschiedenen Kategorien von Landesmünzen eine Verminderung des Umlaufes herbeiführen. Begonnen wurde am 6. Dezember 1873 mit der Außerkurssetzung der Laudesgoldmünzen. Die Einlösungsfrist lief am 30. Juni 1874 ab. Infolge dieser Maßregel wurdeu im ersten Halbjahr 1874 gegen 70 Millionen Mark in Landesgoldmünzen zur Einlösung präsentiert, während die Einbehaltung dieser Stücke seitens der öffentlichen Kassen bis zum Ende des Jahres 1873 nur einen Betrag von etwa 22 Millionen Mark ergeben hatte. Helsferich, Beiträge zur Geldreform. 26 — 386 — Auch die Einziehung der Silbermünzen wurde nach Erlaß des Münzgesetzes eifrig betrieben, und zwar nicht nur in dem Umfang, als das sich aus ihrer Einschmelzung ergebende Silber zur Beschaffung des Prägematerials für die Reichssilbermünzen notwendig war. Im Jahre 1873 kamen im ganzen etwa 59^4 Millionen Mark in Landessilbermünzen zur Einziehung, während nur 2V-- Millionen Mark in Reichssilbermünzen ausgeprägt wurden. Im Jahre 1874 stehen einer Silbereinziehung von etwa 88 Millionen Mark Neuprägungen von Reichssilbermünzen im Betrag von 46V-z Millionen Mark gegenüber. Der Überschuß der Silbereinziehungen über die Ausprägungen war zur Veräußerung bestimmt. Die Goldausmünzungen unterblieben allerdings auch während des Jahres 1874 nicht ganz und gar. Es wurden vielmehr 93^2 Millionen Mark Reichsgoldmünzen geprägt. Aber von diesen war weitaus der größte Teil ans eingezogenen Landesgoldmünzen hergestellt, bedeutete also nicht, wie die bisherigen Goldausmünzungen mit ganz geringfügigen Ans- nahmen, eine Vermehrung der Zirkulation. Die Wirkung der veränderten Maßregeln zeigte sich darin, daß im Jahre 1874 die Einziehungen von Landesgoldmünzen gegenüber der Ausprägung von Reichsgoldmünzen einen Überschuß von etwa 10 Millionen Mark ergaben, während bisher die Ausprägung vou Reichsmünzen die Einziehungen um riesige Summen übertroffen hatte. Während des Jahres 1875 nahmen die Goldausmünzungen wieder einen größeren Umfang an. Sie waren namentlich in der zweiten Hälfte des Jahres, nachdem die Ausmünzung von Gold auf Privatrechnung freigegeben war, bei einem günstigen Stand der auswärtigen Wechselkurse sehr beträchtlich. Daneben erfuhr auch die Ausprägung vou Scheidemünzen eine erhebliche Steigerung. Die Gesamt - Ausprägung von Reichsmünzen im Jahre 1875 stellte sich auf etwa 300 Millionen Mark. Die gleichzeitigen Einziehungen von Landesmünzen beliefen sich auf etwa 220 Millionen Mark, sodaß sich ein Überschuß der Ausprägungen von etwa 80 Millionen Mark ergab. Die erste Hälfte des Jahres 1876 zeigte dieselbe Entwickelung in verstärktem Maße. Der Überschuß der Ausprägungen überstieg in diesem Halbjahr die Summe von 97 Millionen Mark. Im ganzen wurden vom Beginn der Reform bis zur Mitte des Jahres 1876 1.102.557.900 Mark mehr ausgeprägt als eingezogen. Wären nicht inzwischen gewisse Gegenwirkungen eingetreten, von welchen wir später zu sprechen haben, dann hätte sich in jener Zeit von 4'/s Jahren der Bestand an Münzen deutschen Gepräges von 1.635 Millionen Mark aus 2.737^/2 Millionen Mark — um volle zwei Drittel! — gesteigert. Damit war vorläufig der Höhepunkt erreicht. In der Folgezeit nahm die Silbereinziehung einen sehr großen Umfang an, während die Goldprägungen sich verringerten. Die Scheidemünzprägungen waren nur noch im zweiten Halbjahr 1876 bedeutend. Infolgedessen überstiegen von der Mitte des Jahres 1876 bis zur Mitte des Jahres 1878 die Einziehungen von Landesmünzen die gleichzeitigen Ausprägungen von Reichsmünzen im ganzen um mehr als 143 Millionen Mark. Erst vom Juli 1878 an trat mit der Verminderung der Silberverkäufe und dementsprechend auch der Silbereinziehung wieder ein Umschwung ein. Die Ausmünzungen überstiegen die Einziehungen um allerdings nicht erhebliche Beträge. Die Einziehung von Landesmünzen und die Ausprägung von Reichsmünzen allein geben jedoch kein exaktes Bild der thatsächlichen Veränderungen, welche in der Zusammensetzung und dem Umfang des Bestandes deutscher Münzen stattgefunden haben. Außer ihnen sind die von privater Seite vorgenommenen Einschmelzungen und die Exporte nach dem Ausland in Betracht zu ziehen. Da der Metallgehalt der Landessilbermünzen infolge der Silberentwertung schon in der ersten Zeit der Reform uuter ihren Geldwert herabgesunken war, da ferner die Landesgoldmünzen schon frühzeitig beseitigt wurden, sind Einschmelzungen und Exporte der Landesmünzen nicht zu berücksichtigen. Auch die Reichsscheidemünzen kommen aus ähnlichen Gründen hier nicht in Betracht. Dagegen sind während der Durchführung der Geldreform große Beträge von Reichsgoldmllnzen teils im Inland eingeschmolzen, teils nach dem Ausland exportiert und dort in die Kassen der großen Banken gebracht, oder eingeschmolzen, oder umgeprägt worden. Während wir es bisher mit genau feststellbaren und festgestellten Ziffern zu thun hatten, kommen wir auf das Gebiet unsicherer Schätzungen, sobald wir den Betrag der eingeschmolzenen uud exportierten Reichsgoldmünzen für die einzelnen Zeitabschnitte feststellen wollen. Dabei ist es weniger schwer, festzustellen, in welchen Jahren und Monaten eine starke Ausfuhr und starke Einschmelzungen von Reichsgoldmünzen stattgefunden haben, als abzuschätzen, wie hoch sich die Ausfuhr und die Ein- 25* - 388 — schmelzungm belaufen haben mögen. Für die Beantwortung der ersteren Frage geben die auswärtigen Wechselkurse und der Berliner Goldpreis untrügliche Anhaltspunkte, welche durch Notizen in Finanzblättern eine wesentliche Ergänzung und Bestätigung erfahren. Dagegen stehen uns für die Abschätzung des Unifangs des Abganges von Reichsgoldmünzen nur sehr wenige Anhaltspunkte zur Verfügung. Diese wenigen Anhaltspunkte sind folgende: Nach den Protokollen der Lateinischen Münzkonferenz von 1878 ^ sind zu der Prägung von Goldfranken folgende Beträge von Reichgoldmünzen verwendet worden: in Frankreich fr- in Belgien fr. zusammen ft- 1L74 — 4.34S.7S4 4.34S.7S4 187S — 32.306.307 32.806.307 1876 88.903 23.716 112.619 1877 18.586.S44 36.800.9S4 SS.387.498 1878 9.106 — 9.106 (bis 1. Oktober) Summa 18.684.553 73.!><«,7A 92.661.284 Ein weiterer Anhaltspunkt ist eine Angabe in einer dem amerikanischen Gesandten in Berlin am 30. August 1879 von dem deutschen auswärtigen Amte mitgeteilten Denkschrift über den deutschen Geldumlauf, welche in dem Bericht des Münzdirektors der Vereinigten Staaten pro 1879 ^ wiedergegeben ist. Dort wird der Betrag der bis zum Ende des Jahres 1878 exportierten Reichsgoldmünzen auf 173.800.000 Mark angegebeu. Davon seien 102.970.000 Mark eingeschmolzen worden; 70.870.000 befanden sich in ausländischen Bankanstalten. Die genauesten Angaben liegen hinsichtlich der Ausfuhr von Reichsgoldmünzen nach England vor. Nach einem Bericht, welchen der Osput^ Nastsi- a.nä (ücullpti-ollsr ok tks ko^al Mut, ^Vm ^ auf eine Anfrage der Reichsregierung erstattete, sind in England bis zum Februar 1879 nur für 191.146 F deutsche Reichsgoldmttnzen eingeschmolzen worden, und zwar l Protokolle S. 79 ff. ^ S. 76-80. — 389 — ausschließlich von Edelmetall-Firmen. Bei der Konzentration des englischen Edelmetallhandels war diese genaue Feststellung möglich. Die englische Münze selbst nimmt nur feine Goldbarren, nicht aber ausländische Sorten, als Prägematerial an. Eine direkte Umprägung von Reichsgoldmünzen hat also in England nicht stattgefunden. Die Bank von England hat bis zum Februar 1879 im ganzen für 2.056.729 K deutsche Reichsgoldmünzen angekauft; von diesem Betrag sind 649.896 F innerhalb der angegebenen Zeit für die Ausfuhr (wohl ausschließlich für die Ausfuhr nach Deutschlaud) wieder verkauft worden. Spätere Anfragen der Reichsregiernng haben ergeben, daß Ende 1879 in der Bank von England nur 1.400 F deutscher Reichsgoldmünzen vorhanden waren. Dagegen besaß die Niederländische Bank um dieselbe Zeit 16.500.000 Mark in deutschen Goldmünzen. Aus diesen Anhaltspunkten läßt sich für die einzelnen Jahre nur der Umfang der Exporte von Reichsgoldmünzen nach Frankreich und Belgien mit einiger Sicherheit feststellen. Zwar ist unbekannt, welche Beträge, ohne umgeprägt zu werden, in die Kassen der Bank von Frankreich und der Belgischen Nationalbank geflossen uud dort festgehalten worden sind. Der Umstand jedoch, daß die großen Umprägungen 1874/75 und 1877 mit einer für Deutschland ungünstigen Stellung der Wechselkurse auf Frankreich zusammenfielen, und daß sie, als die Wechselkurse wieder günstiger wurden, im Jahre 1876 und im Jahre 1878 fast vollständig aufhörten, läßt darauf schließen, daß weitaus der größte Teil der nach der lateinischen Münzunion exportierten Reichsgoldmünzen sofort umgeprägt wurde, und daß die Banken keine erheblichen Bestände von Reichsgoldmünzen ansammelten. Die Wiederherstellung der französischen Valuta in Verbindung mit dem Umstand, daß bis zum Jahre 1874 aus den deutschen Münzstätten nicht weniger als 398 Millionen Mark Reichsgoldmünzen aus französischen Goldstücken geprägt worden waren, machte große Ausmünzungen in Paris und Brüssel notwendig. Es scheint deshalb doppelt wahrscheinlich, daß die Centralbanken die ihnen zufließenden neuen deutschen Reichsgoldmünzen nicht aufspeicherten, sondern sofort zur Umprägung an die Münzstätten ablieferten. Es ist deshalb sehr unwahrscheinlich, daß die Ausfuhr von Reichs- — 390 — goldmünzen nach Frankreich und Belgien den Betrag der als umgeprägt nachgewiesenen Stücke irgend wesentlich überschritten hat. Wir dürfen deshalb annehmen, daß nach der lateinischen Union von Mitte 1874 bis Mitte 1875, der ersten Periode ungünstiger Wechselkurse, gegen 40 Millionen Fr. — 32 Millionen Mark, und daß ferner während des Jahres 1877 gegen 60 Millionen Fr. ^ 48 Millionen Mark, im ganzen gegen 80 Millionen Mark deutscher Reichsgoldmünzen ausgeführt worden sind. Schwieriger ist die Beantwortung der Frage, wie sich die bis zum Februar 1879 nach England exportierten 2Vt Millionen F c-a 45 Millionen Mark auf die einzelnen Zeitabschnitte verteilt haben. Erhebliche Goldexporte nach England fanden statt von der Mitte des Jahres 1874 bis zur Mitte des Jahres 1875, vom März bis September 1876 und schließlich im zweiten Halbjahr 1878. Auch während des Jahres 1877 sind kleinere Goldmengen nach England exportiert worden ^. Von den 2V4 Millionen F dürsten etwa 800.000 F ^ 16 Millionen Mark in den Jahren 1874/75, 400.000 F ^ 8 Millionen Mark im Jahre 1876, 200.000 F ^ 4 Millionen Mark Z877, 850.000 F ^17 Millionen Mark 1878 nach England exportiert worden sein Von den 650.000 K deutscher Reichsgoldmünzen, welche von der Bank von England wieder verkauft worden sind, kommen allein mehr als 500.000 F auf die Ankäufe für Rechnung des Reichs während des letzten Quartals 1878. Die im Februar 1879 noch im Bestand der Bank von England befindlichen 1,4 Millionen F deutscher Reichsgoldmünzen, von denen Ende des Jahres nur noch ein verschwindender Rest in den Kassen der Bank lag, dürften zum größten Teil während des letzten Quartals 1879 nach Deutschland zurückgeflossen, teilweise auch nach den Vereinigten Staaten exportiert worden sein. Der Nettoexport von Reichsgoldmünzen nach England würde sich demnach für das Jahr 1878 auf 200,000 F ^ 4 Millionen Mark verringern. Im Jahre 1879 hätten wir einen Rückfluß deutscher Goldmünzen aus England im Betrag von vielleicht 20 Millionen Mark zu verzeichnen. Nimmt man ferner an, daß sich die Ausfuhr der 16^2 Millionen Mark, welche sich Ende 1879 in der Niederländischen Bank befunden haben, ziemlich gleichmäßig auf die Jahre von 1874 bis 1879 verteilt ! Vergl. die Statistik der Wechselkurse auf England im folgenden Abschnitt. - 391 — habe, rechnet man ferner einen Anschlag für die unbekannte Ausfnhr von Reichsgoldmünzen nach Rußland, der Schweiz und anderen Ländern, dann dürften folgende Zahlen ein ungefähres Bild der Ausfuhr von Reichsgoldmünzen für die einzelnen Jahre geben 1874/75 70 Millionen Mark 1876 20 1877 80 1878 30 zusammen 200 Millionen Mark. Diese Zahl ist um etwa 25 Millionen Mark höher als die in der erwähnten Zusammenstellung des auswärtigen Amtes, welche in dem amerikanischen Münzbericht für 1879 veröffentlicht ist. In dieser Zusammenstellung sind nur diejenigen Abgänge von Reichsgoldmünzen zusammengefaßt, über deren Verbleib ein Nachweis vorliegt. Ein Zuschlag für diejenigen Beträge, über welche, weil sie im Ausland von Privaten eingeschmolzen wurden, keine Nachweisungen vorhanden sind, erscheint deshalb notwendig. Im Gegensatz zu den Jahren 1874—1878 darf für das Jahr 1879 ein Rückfluß von Reichsgoldmünzen aus dem Ausland im Betrag von etwa 15 Millionen Mark angenommen werden. Noch unsicherer als diese Schätzungen sind alle Vermutungen darüber, wieviel Reichsgoldmünzen in Deutschland selbst eingeschmolzen und zu industriellen Zwecken verwendet worden sind. Diese Einschmelzungen bleiben in den einzelnen Zeitabschnitten gleichmäßiger, als die Exporte nach dem Ausland, da sie nicht, wie diese, von den Schwankungen der internationalen Zahllingsbilanz abhängen. Das einzige Land, in welchem eingehende Erhebungen über die industrielle Verwendung einheimischer Goldmünzen stattgefunden haben, sind die Vereinigten Staaten. Dort schwankten in den Jahren 1879 bis 1885 die ermittelten Beträge zwischen 1.473.259 S (1879) und 4.875.587 K (1884) und betrugen im Durchschnitt 2,58 Millionen S, also nur wenig über 10 Millionen Mark. Für Deutschland, dessen industrieller Goldverbrauch geringer geschätzt wird, als derjenige der Vereinigten Staaten', dürfte wohl kaum ein höherer Betrag anzunehmen sein. Vor dem Jahre 1874 waren nur so geringe Beträge von Reichsgoldmünzen im Umlauf, daß wesentliche i Siehe oben S. 69. — 392 — Einschmelzungen ebensowenig haben stattfinden können wie nennenswerte Exporte. Auch für das Jahr 1874 dürfte für die Einschmelzungen im Inland ein geringerer Betrag einzusetzen sein, als für die folgenden Jahre. Demnach würden wir folgende Zahlen für den Gesamtabgang von Reichsgoldmünzen erhalten: ausgeführt im Inland eingeschmolzen zusammen 1874 und erstes Halbjahr 187S 70 10 80 Zweite Hälfte 187S — S S 1876 20 10 30 1877 80 10 90 1878 30 10 40 1879 —IS 10 , . —6 Summa 185 55 240 Aus der Einziehung von Landesmünzen, der Ausprägung von Reichsmünzen und den Abgängen von Reichsgoldmünzen ergeben sich die in den Tabellen S. 393—395 zusammengestellten Übersichten über die Entwickelung des Bestandes an deutschem Metallgeld. II. Die Veränderungen in dem Bestand ausländischer Münzsorten und ungemünzten Edelmetalls. Wie der Umlauf von Zahlungsmitteln deutschen Ursprungs, so erfuhr auch die Zirkulation der ausländischen Geldsorten in den ersten zwei Jahren der Münzresorm tiefgehende Änderungen, teilweise durch die Münzreform selbst, teilweise durch die Milliardenzahlung. Die Milliardenzahlung brachte eine Menge fremder Münzen nach Deutschland, namentlich Goldmünzen und silberne Fünffrankenstücke. Die Goldmünzen wurden zu einem großen Teil der Negierung direkt übergeben und von ihr als Prägematerial für die Reichsgoldmünzen einbehalten. Außerdem kamen jedoch zweifellos große Beträge als Deckung für auf deutsche Häuser gezogene Wechsel und als Gegenwert für Wechsel auf das Ausland in den Besitz deutscher Banken. Diese Goldmünzen wurden zum Teil an die Regierung verkauft, zum Teil gingen sie jedoch in den Umlauf über. — 393 — L !-> N ^» A S » « « s ^> ^> c: ^ 6? Z al» ^» «S « Z « 'Z « W A M « Ksd n Z ^-2 Z ^ ^ ^ c: ^ S! Ä- >«> s K Z Z » Z E> Z^L ZW ^ 'L «? oä',-!' o? M ^ <^ o- <70 ?ci Ä u? 0d m c-^^ »-"uz" ^ ^ r^s? ^8 4-4-4- > 4- 4-4- 4- ! > 4- 4-4- ! ! Ä !>z ?>> ?j uz 4-4- r» Q c- c» 4-4- ^ u? Mt- ?^ M 4- -I- r-'ci> ^ r^-is llo uz i>z r- ll? ^ 8 ^ c» ^ ^ »-'o? -Q > ! ! ! > > ! > > ! > ! ! 4- -so?" W c» M 4-4- ^ !3 ^ m ^ cc> cr> s> ^ ^ ^ u? co -s M-I- <^u? 00 u? c2> ^ u? 17- u? m c^^-I 5z'u? oo cs uz «z «z oz M ^ l?- ^ Ä ^ W ! ! ! > ^ --I.'-^ oo -s^ ^ WM MM <5I ^>ci> WK, ?s ». c^cc> c>o c^o?" >^> c^>ov >-> > o?o? m ! ! > ! > >-! ll? 88 8 c^s >?d > ! ! > ! !^ Q <^> l^- c« i^? -^-^ «Z'-t' c-"«^ -O"«?' Qllz >— o-o?" W m Q 17^ 88 Q ^ ^ WM W-s ^ u?«) >-?r^ _ <^> M 8 -2>^t< ^ r-^ Ä m ^ä'».'? -»<^> ll? «z ^ oö Ä K" U" « « >s> >K» «K- t!?- >s >» A Z-Ä s ^ L L «! «I ^ L-^ K °" ^!^! «Z» Z.^ L Z sZ. 8 s S L M r- oo V ^! o> Zr^ oo >^^!. ^.M. oo. 20.c^-. ^Z.-^. t^.^. '-t!.^?. sZ Z ^ Z. «Z ^ « -l -S s «z m ^ «? c-^ »^ZK A «! Z ^ ^ V s; « Z ^ z -3 ? ^ SLs^Z. ^.^> ^>« Ä-^^K ^Z-Z « « uz ^ Z x-m.« c: « Z S ^ S Z>^> 3 Loo Sc>? ->? ^ » s ^> « s -ffQ^K ""Ä^ ' -! K ^ L » K«. ?V Z U^ö? - »Z. — 394 — E> ^ s c: n N c: G L K ^" s>7^ >^ 02 -72" so^ 07- oo" ^ oo" -o" »s7 so -s oo Q 02 0Q 02 01? ? ^? 02 -o --t« -72 oo >^ -s »/6 so -72 -o oo 07- -70> oo so -s 02 02 oo 02 o- ^ -s 07- oo 07- 07- 02 02 02 -77- s- «? -1- -I- -I- -I- 4- 4- 4- -I- -I- 4- 4- 4- 4- 4- oo ^> 07-" 07- oo -0^ m u?> oo oo s Q Q « - 07-" ^7>" -s -Q ^ -s" so 17-" ^" oo ^" ^ F Z - H Z ! ! ll? o? 02 M ?Ö oo ^ oo ^ 'G so so so so « so Ä Ä Ä Ä Ä Ä Ä 4- -I- -I- ? 4- -I- -I- 4- -I- 4- 4- 4- 4- r-^ ? ^ 02 oo oo SO -7- oo^ ci> ^ c?-^ 02 so" >Q so" 07-" »-" ^" -s" o?" ?-<" 02 >/5 ^7> U7> -72 02 oo M so so L " 02 HO M so so -0 -O cz- Z Z > oö so 02 sö llz oö m lld so so ! ll2 > -s ! -72 -72 '-T« 07- so >?- so G S 7 7 1 so I so l -5 > ! > -o > -o ! ! so -7- oo 17- -s> -72 >s> s ll? ^ L ^" -is 02 "?" -»" -s" so" ^" ci-" u?" oo" Q" oo ^ so oo 07- »I oo ^ SO oo Z ^ 02 17- -701 -70> oo so l>» so oo so eo 07- ^ -72 oö oo ^! -ö ^ 0» es o- Q cö 02 so 07- »s> oo 17- oo ^ 07- 07- 02 02 m m 0? t-? ll? -O -Q 4- -I- 4- -i- 4- 4- 4- 4- 4- 4- 4- 4- 4- 4- 4- K °? -?! ^ ^ ^ oo^ -^" so" -IZ »-" -2>" SO ^ SÖ oo >-> so S-" oo" ^ c > > s ^ Q so c?> ?o I?- r- <^> so oo >-< so o? m -s ^-<" so" <^> ll? ? »7 Ä 0d »»" Ä so o? ll?^ o? c?-" o?" so oo M ^ -2> cs, oo ll?" -s" s» ^ >-< 07- m m so" so" -s orz oo so oo oo c^> -I- Q ^ ll? »S> llZ -2>" c^>" o?" oo" oo oo" oo oo" oo oo" 00 oo oo" oo" 02 ^ ^ ^7> ^7> ^7< ^ -5 "5 ^ Q -2- oo s>- 02 02 02 02 02 Q <02 <02 s ca. 1 so SQ 07- 07- >?- 07- >?- 07- 0- 0- M M M so so -S ^ ^ '-t' ^7> ^ ^ s?" ^ »^" ^7>" oo" oo" 07- 07-" -Z-" so" ^7>" -O '-f -o 02 07- ll? oo SO -S oo ^ -s oo 02 02 >02 ^7> -S oö so -s oö ^ -12 0? <02 0? so >!0> W 0? so ^ rc> oö 07- ci? 02 so SÖ SÖ SÖ -! 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Q <^> uz Q <^> <^> r^i oz i uz uz Q -i- -2 uz c^> oz -7- 0Z c^> <^> oz ?ci s >^> -ö oz lzz ci> ^ Q Q Q s Q s <^> c^> <^> >^> -12 r^> c2> c^Z W Ä ^ ^ 8 Ä c» uz ^ ^ ^ ^! ^ ^ ^< c8 ^ cz^ o? uz ^ u? ^ 8 ^ 8 ^ czc! s> ^ Q Q <^> Q Q Q ci- -i- 8 ^> Q s oz ^» oz so ^ s oz oz ^ ^ s ^> <^> ^ -I- >^> c^> <^> <^> -IZ <^> S ! > Q uz uz uz S c» c» Q ^ ^ ?o »!> -i> 02 oz uz 00 10 r»- -s o- OI ^ ^ I« ^ -c> c» 0» uz uz <7^ «z ^ ^ 2 c-- i^» -I> 2« Ä uz «O k- Q ci> <^> Q <^> Q Q <^> >^> <^> -I- -2 -IS c2> c^> ^ ^> s s s S cl? c^> ci? ^ ^ llZ S uz cis -I- oc> ^ ? uz ^ oz l» uz ^ ^ «? ^ ^ ^ ^ ^ - <^> <^> s <^> Q c^> ^ ^> >^> <^> ^> s <^> » « «s uz oz > ? KZ oz oz oz <7^ s; L -IZ <^ c^> ci> Q Q <^> <^> cr> <^> Q -I? s s s S s - uz uz uz ci- uz s — m Q ^ -s czo c« u? !S L uz uz oz co uz ? '-t' ^ ^ ^ ^ ^ -2> c2> <^> c^> uz K N S? oz T oö -» T ^« 6? -?! <- 6? -« W W ^ M " 'Zz T W -W 6? ÄS^ÄLK^KAZ^K ^> ^ r- -» ^ 'L 5? 'L 5? 6? N S? K S? L xz ^ — 396 — Die Einwanderung fremder Goldmünzen war so stark, daß sogar der Ankauf einer so großen Summe, wie der 260 Millionen Mark, welchen die Seehandlung in der ersten Zeit der Münzreform für die Reichsregierung ausführte, das fremde Gold nicht aus dem Umlauf zu beseitigen vermochte, vielleicht nicht einmal eine wesentliche Verminderung des Umlaufs ausländischer Goldmünzen herbeiführte. In größerem Umfang als die Goldmünzen drangen die infolge der Milliardenzahlung nach Deutschland gebrachten silbernen Fünffrankenstücke in den Umlauf ein. Die Reichsregieruug und die Einzelregierungen hielten die ihnen zugehenden Silberstücke nicht wie die Goldmünzen in ihren Kassen zurück. In Süddeutschland sollen sogar die Beamtengehälter teilweise in Fünf- frankenthaleru ausbezahlt worden sein. Soweit Private durch die Wirkungen der Milliardenzahlung in den Besitz von Fünffrankenstücken kamen, bildeten diese von vornherein eine Vermehrung des Umlaufs, da sie nicht, wie die Goldmünzen von der Reichsregierung zur Umprägung in Reichsmünzen aufgekauft wurden ^. In ähnlicher Richtung wie die Milliardenzahlung wirkten die zur Durchführung der Münzreform ergriffenen Maßregeln. Die Eiustellung der Silberprägungen in Deutschland erhöhte bei der gleichzeitig eintretenden starken Nachfrage nach deutschen Zahlungsmitteln den Wert des deutschen Geldes über seinen ursprünglichen Silberwert. Das Geld der Silberwährungsländer, so die holländischen und österreichischen Gulden, welche sonst überall mir soviel wert waren, wie ihr Silbergehalt, wurde jedoch in Deutschland nach wie vor zu seinem alten Pariwert gegeben und genommen. Infolgedessen waren diese Münzsorten in Deutschland mehr wert, als in ihrer eigenen Heimat. Darin lag für die Arbitrage ein starker Anreiz solche Silbermünzen nach Deutschland zu importieren. Österreichische und holländische Gulden strömten in großen Massen nach Deutschland herein. Auch die österreichischen Vereinsthaler, welche in Deutschland gesetzliches Zahlungsmittel gleich den deutschen Thalern waren, und die sich bereits vor der Reform wohl zum größten Teil im > i Die von Frankreich an die deutsche Regierung in Zahlung gegebenen Fllnf- frankenstttcke beliefen sich auf 33S Millionen Francs 268 Millionen Mark. Siehe oben S. 236. deutschen Umlauf befanden, scheinen damals bis auf einen verschwindenden Rest nach Deutschland ausgewandert zu sein. Da die Prägung der österreichischen Thaler seit 1868 eingestellt war, konnte von diesen nur noch ein beschränkter Betrag nach Deutschland eindringen. Die Prägung der österreichischen Silbergulden dagegen war noch frei, und bei dem Stand des Silberpreises und dem Wert des deutschen Geldes lohnte sich die Ausprägung neuer Silbergulden für den Import nach Deutschland ebensogut, wie die Versendung der bereits vorhandenen Guldeustücke. In der That wurden in jenen Jahren auf den österreichischen Münzstätten große Summen von Silbergulden, die zur Versendung nach Deutschland bestimmt waren, ausgeprägt; in welchem Umfang, das zeigen die folgenden Zahlen. Die regelmäßige Ausmünzung von Silbergulden (Ein-, Zwei- und Einviertel-Guldenstücken) betrug in Österreich-Ungarn seit 1865 etwa 2 Millionen Gulden pro Jahr. Im Jahre 1869 wurden 1.934.047 Gulden geprägt. 1870 stieg der Betrag auf 5.258.079 Gulden. In den Jahren 1871 und 1872 überstieg die Silberprägung 8 Millionen Gulden. Im Jahre 1873 erreichte sie die Höhe von 10.427.607 Millionen. Man kann annehmen, daß die in den Jahren 1871 bis 1873 geprägte,? 27 Millionen Gulden ^ 54 Millionen Mark so gut wie ausschließlich nach Deutschland geflossen sind. Zu dieser Summe kommt derjenige Teil des in österreichischen Händen befindlichen Silbergulden-Vorrates, welcher damals, um deu Gewinn aus der Differenz zwischen ^/s Thaler und 1 Gulden einzuheimsen, an Deutschland abgegeben wurde. Die österreichische Nationalbank selbst scheint von den günstigen Verhältnissen erheblich profitiert zu haben. Sie verringerte ihren Silbervorrat in jener Zeit um etwa 30 Millionen Gulden und brachte ihren Goldvorrat entsprechend in die Höhe. Es floß ihr damals das Gold zu, welches infolge einer ungarischen Goldanleihe nach der Monarchie kam, und die Bank gab gegen dieses Gold einen Teil ihres Silbervorrates frei, der auf Umwegen durch Privatbankiers nach Deutschland gebracht wurde. Es erscheint nicht ganz ausgeschlossen, daß die Bank selbst die Gelegenheit benutzte, um einen Teil ihrer Silbergulden gegen Gold oder Goldwerte nach Deutschland abzustoßen. - 398 — Andere österreichische Banken haben zweifellos ähnliche Manipulationen ausgeführt. Man darf deshalb deu Zuwachs, welchen von 1871 bis 1873 der deutsche Umlauf an österreichischen Silbergulden erfuhr, auf mindestens 50 Millionen Gulden 100 Millionen Mark veranschlagen. Die Vermehrung der anderen in Deutschland umlaufenden fremden Münzsorten läßt sich mangels jeglicher Anhaltspunkte auch uicht mit der leisesten Spur von Sicherheit abschätzen. Fassen wir alles zusammen, so ergiebt sich, daß die Gesamtsumme der iu Deutschland umlaufenden ausländischen Goldmünzen seit dem Friedensschluß bis Ende 1873 eine Verminderung erfahren hat durch die Verwendung großer Summen zur Umprägung iu Reichsgoldmünzen. Diese Verminderung ist jedoch durch das neue Einströmen fremder Goldmünzen, welches durch die Wirkungen der Milliardenzahlnng auf die Wechselkurse zc. veranlaßt wurde, mindestens zu einem erheblichen Teil ausgeglichen worden. Man kann zweifeln, ob nicht, trotz der starken Einschmelzungen und Umprägungen, der deutsche Umlauf von fremden Goldmünzen in jener Zeit sogar vermehrt worden ist. Die fremden Silbermünzen im deutschen Umlauf haben sich ohne Zweifel sehr beträchtlich vermehrt. Um die Mitte des Jahres 1873, als diese Entwickelung ihren Höhepunkt erreichte, mag sich diese Vermehrung wohl auf 200 Millionen Mark belaufen haben. Von nun ab bis zum Schluß des Jahres 1873 schlug die bisherige Entwickelung in ihr Gegenteil um. Die Klagen über die Zunahme der Zirkulation fremder Silbermünzen waren so stark geworden, daß sich die deutschen Regierungen zu Maßregeln gegen das Überhandnehmen dieser Sorten genötigt sahen. Das Münzgesetz gab dem Bundesrat die Befugnis, den Umlauf fremder Münzsorten zu verbieten. In Vorbereitung eines solchen (namentlich gegen die österreichischen Guldeu gerichteten) Verbotes beschloß der Bundesrat am 8. Juli 1873, die Einzelregierungeu zu ersuchen, zunächst ihren öffentlichen Kassen die Annahme der österreichischen und niederländischen Gulden zu verbieten. Diese Maßregel genügte zur allmählichen Austreibung der fremden Silbermünzen. Man hörte auf, sie zu ihrem alten Pariwert in Zahlung zu nehmen, und nachdem sie einmal ein Disagio erhalten hatten, wurde das allgemeine Mißtrauen ihnen gegenüber bald so stark, daß sie überhaupt nicht mehr in Zahlung genommen wurden. Zum Teil mögen sie nach — 399 — ihren Herkunftsländern zurückgeflossen sein, zum Teil wurden sie eingeschmolzen und als Barrensilber verkaust oder in fremden Münzstätten umgeprägt. Bis zum Schluß des Jahres 1873 waren die österreichischen Gulden, und mit ihnen die meisten übrigen Silbermünzen fast spurlos aus dem deutschen Umlauf verschwunden. Im Januar 1874 erließ der Bundesrat, um einer Rückkehr der Silbergulden österreichischen und holländischen Gepräges vorzubeugen, gegen diese Sorten ein Umlaufsverbot. Fremde Goldmünzen haben sich noch längere Zeit im deutschen Umlauf erhalten. Erst als die Reichsgoldmünzen anfingen, aus den Kassen der Negierungen und der Banken in den freien Verkehr einzudringen, ist ihr Umlauf bis zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken. Das war der Fall namentlich während des Jahres 1874. Gefördert wurde das Verschwinden der ausländischen Goldmünzen aus dem Umlauf in der letzteu Hälfte dieses Jahres durch die für Deutschland ungünstige Haltung der ausländischen Wechselkurse. Zum Teil wurden diese Sorten — hauptsächlich waren es französische Goldmünzen -— in ihre Heimatländer zurückgeleitet, zum Teil sammelten sie sich in den Kassen der deutschen Zettelbanken an, um als Deckung für deutsche Banknoten zu dienen. Damit kommen wir zu den Veränderungen in den ungemünzten aber monetären Zwecken dienenden Edelmetallvorräten der deutschen Banken. Wir wissen', daß in dieser Hinsicht hauptsächlich die Hamburger Girobank und die Preußische Bank in Betracht kommen. Wir wissen ferner ^, daß die Preußische Bank in den Jahren 1871 und 1872 den größeren Teil ihres Silberbarrenvorrates, einen Wertbetrag von etwa 22 Millionen Mark, veräußerte, und daß die Hamburger Girobank ihren gesainten Varrenbestand im Wert von 45 Millionen Mark in der ersten Hälfte des Jahres 1873 verkaufte. Wie weit andere deutsche Banken sich damals schon ihrer Silberbarren entledigten, ist unbekannt. Man dars wohl annehmen, daß sich bis zur Mitte des Jahres 1873 der Gesamtvorrat an monetären Zwecken dienendem Rohsilber um etwa 70 Millionen Mark, also von 100 Millionen auf 30 Millionen Mark verringert hat. ! Siehe oben S> 127. 2 Siehe oben S. 327. Wesentliche Bestände ungeprägten Goldes dürften sich in jener Zeit, während welcher die Reichsregierung soviel wie möglich Gold als Prägematerial ankaufte, bei den deutschen Banken noch nicht angesammelt haben. In den Jahren 1874 und 1875 sind, nach zerstreuten Notizen im „Ekonomist" zu schließen ^, von den kleineren deutschen Banken Silberbarren veräußert worden. Um wesentliche Beträge hat es sich dabei jedenfalls nicht gehandelt. Im Jahre 1876 veräußerte die inzwischen in die Reichsbank umgewandelte Preußische Bank den Rest ihres Silbervorrates. Diese Verkäufe haben jedoch hier ein geringeres Interesse, da — wenigstens bei der Preußischen Bank — seit dem Frühjahr l875 die Silberbarren nicht mehr zur Notendeckung gerechnet wurden. Im Grunde genommen waren die Silbervorräte der Banken mit dem Verbot der Silberausprägung „demonetisiert" ^. Wir dürften sie eigentlich von diesem Zeitpunkt ab nicht mehr zum deutschen Geldvorrat rechnen. Die Thatsache, daß die Silberbarren von den Notenbanken bis zum Jahre 1875 als Notendeckung angesehen wurden, zwingt uns jedoch, sie bis zu diesem Zeitpunkte zu berücksichtigen. Vom Jahre 1874 ab haben wir die Bestände der Banken in Goldbarren und ausländischen Goldmünzen in Betracht zu ziehen. Nur für die Preußische und später für die Reichsbank stehen uns in dieser Beziehung genaue Angaben zur Verfügung. Die übrigen deutschen Notenbanken scheinen niemals erhebliche Goldbestände in ausländischen Sorten und Barren besessen zu haben. Die Preußische Bank kaufte im Jahre 1874 Goldbarren und Goldsorten für mehr als 80 Millionen Mark und hatte bei Beginn des Jahres 1875 neben den Reichsgoldmünzen einen Goldvorrat von mehr als 106 Millionen Mark. Im ganzen darf man wohl den nicht aus deutschen Goldmünzen bestehenden monetären Goldvorrat Deutschlands für diese Zeit auf 120 Millionen Mark veranschlagen. Dieser Goldvorrat hat sich im wesentlichen während des Jahres 1874 gebildet. Wenn wir annehmen, daß sich in der zweiten Hälfte des Jahres 1873 der Umlauf fremder Goldmünzen, welchen wir für die Mitte des Jahres 1873 auf 150 Millionen Mark geschätzt haben, auf 100 bis 120 Millionen Mark verringert habe, dann kommt man zu der Folgerung, daß 1 Siehe oben S. 339. 2 Außer dem Silber der Hamburger Girobank. — 401 — während des Jahres 1874 das Verschwinden der fremden Goldmünzen aus dem Umlauf durch die Bildung eines Vorrats von fremden Goldmünzen und Goldbarren in den Banken ausgeglichen worden ist. Für die Entwickelung dieses Goldvorrats in den folgenden Jahren genügen die Angaben über die Bestände der Reichsbank an Goldbarren und ausländischen Goldmünzen^. Bei der Geringfügigkeit der monetären Goldvorräte der übrigen Banken bedarf es lediglich einer unerheblichen Abrundnng nach oben. Der nicht aus deutschen Goldmünzen bestehende Goldvorrat der deutschen Banken würde sich danach für die einzelnen Jahre auf ungefähr folgende Summen stellen: für Ansang 1875 auf ungefähr 120 Millionen Mark 1876 - - 120 - 1877 - - 50 - - 1878 - - 80 - 1879 - - 50 - - 1880 - - 60 - Diese Goldbestände waren im deutschen Umlauf durch voll gedeckte Banknoten vertreten, bildeten also einen Teil des deutschen Metallgeld- Vorrates. Unter Berücksichtigung des Umlaufs fremder Münzen und des monetären Edelmetallvorrates erhalten wir folgendes Bild von der Entwickelung des deutschen Metallgeldvorrates während der Münzresorm. Siehe die Tabellen S. 402. Diese Tabellen geben eine vollständige Übersicht über den Umfang und die Zufammensetzung des deutschen Metallgeldbestandes in jedem einzelnen der wichtigsten Zeitpunkte der Münzreform. Wenn die gegebenen Zahlen zum großen Teil nicht auf unbedingt sicheren Feststellungen beruhen, sondern auf Schätzungen, für welche nicht immer die besten Anhalts- vnnkte vorhauden waren, so ist doch bei diesen Schätzungen mit einer Vorsicht verfahren worden, welche die Genauigkeit der vorstehenden Übersichten wenigstens in den großen Zügen verbürgt. Diese großen Züge der Entwickelung des deutschen Metallgeldbestandes sind folgende: Hinsichtlich des Umfanges: Ein enormes Anwachsen bis zur Mitte des Jahres 1873, hervorgerufen durch starke Goldausmünzungen, denen ! Siehe die Tabelle über die Goldankäufe der Neichsbank im VI. Teil dieses Bandes. Helsfsrich, Beiträge zur Geldreform. 26 402 — L »» « -» L ct^- HZ ?^ . « ^ -L-N « ^» ^ ^ « SZ ^2 >^> ^ - « !R H ^ ca> > ZK Z K i-i « KS> Q " >N ^. ^ L °L? Z ZZZ « 'S SS Ä-?> « !y W G G Z s L Z Z L ^ S W ö? °T7<" N >M NFZF Z^U»- !5 s- «? -I- -I- ci> S c^> c2> ^ <^> s s s c^> Q >^ c^> -2- ^><^> S -I> ci? ci> Q ^ «z ll? Q ci- ^ Q s -r>c^>ciZ > > ! ^> ?7> <7d -IZ ZZ ! ! I ! ! ! 2 8 ^> -i? s Q c^> -!-<^>c? ^ > 8'^8 ! > <^>-^>-H><^>^>-I-d-QQ QQc^ZciZLZc^^Z^,^ ' !^ ^ ^ M oö oö oö ö? I, <» S? S? ^> Z « >S !-> ?> « >S -«> n « s ^? ^ ^ -« « -S >N n -S. l 5? »» « KS) s «z K lietall- auf °/o USkUNMZZjÄNU qun s?q ASSS^^^-- L Z « ^ °/° asaighou; z.lvpuoul Zvq qun uskunul -asaziA siq ^r>z^ -s ^ »-"^«SMW Q »^u? cv-Ou?ll?^^^o?->? «ZZ »/o?anvh -.rsanMA Zvq ^-^^^^^7^^-^- S «- K °/o UskunuiqioL -Zh-lsik -;q ^ A Gesamter Metall- geld- bestand i-i<7ZI?j<^OZ<7^<^»ä>^ usuuuvjn^ ^^^^DÄ^Ä-Ä ^> uskunui -isjctnN qun -PPM-ZH-IZZL > > c» «) ll? cx^oo oo ! ! o?"co"cs ^ ?a ^ ^ ^ »Z< uzkunm -zzjänzZsquvF o6"o?o?->? ?5c^c^ ! ! USIUMvjni r2oo^Äm?^8Maö ;vazaazZlzz;T .1SZVPU0M 8ZK >>!!!! Silber uskunm -zzgliA squiZij ZZ ! l ! > > > I usiunru -.isa,ljZcpistk > > r^Q^-^^->r^m K> >-< 0-5Z <5I 151 l l usiunm -zsaiijZsquvF ll?SSU?ll?Q>-?-^>^> 5?^>'ch'-->rO-s«zoo>-?> llZll?-^<07>^MU?^^ usmruvjnk u?c^>^>-2>c^>cl-!^>cl>c^ A^^Z^^^^Z^ ;viaoaqzoN isavpuoiu > > S ci?-IZ Q ci> ci?-2Z I ! r^^>^^M^>^> Gold uswnm -qzoU zquiz-lj ZZZ !>>>>! uskunui -qioöZhlSiL ^ AA^Z^^^^ uswnm -q,ob'sz'qUVF I > ! > > ! > Zeitpunkt Bei Beginn der Münzreform. Um die'Mitte des Jahres 1873 - - - - - 1874 - - - - - 187S Bei Beginn deS Jahres 1876 - 1877 - . - 1878 - 1879 Ende des Jahres 1879 . . . ''^«->/, LrsptiiLelie vg^ellurig igen cles äsutsclieri IVIstgllgslö öestsncle ik'sn^ clsk'IVlün^^sform. ^ 7>> »! Z ^ ?! ^ ^ ^ ^ >. ^ v> H ^ ^! ^! ^^>, ^^i^n^e^. ^^.e^x. cl^i-^l^i^s^ix. ^6 e^v6^ix?/pl.e^i. ^ a-« ö^r<^^^<^i^^t>n^^i^^^ ^ <9^six>^> ^ i^i^^ni/i^v^s-^ ^p^c^ 5) -n^^oi/XiX' ^L^n^^ ^ ^>^i ^ 6rsp!ii5Lli6 l)s Stellung clek'Vspeinclerungön cjes äsutsctien IVIstgllgslö kestsncle v/älii'snc! 66^^lun^«'efc)rm. P » v ^ F ooo Ä 000 ^"SS ^<^l.i^>X?ä^^o^S.Q^s^ I^I^i^nx^e^v ^ - xn^ o^e^ä^es «^o^^x^^ix ^ - ^^s^^o^^x^A^n^i/^ (Ä)^e>e l^sa^a^c^vc^^^<^^o!^^u^ elH^Uxl/l-ve^ N5^nv^xix>^^^pr^-, x^c^ e^x», ^^c^^xlx^^eo^e^^^ pvx^c^eii^ xZt. ^ ^<^>^^^' ^ - ^ a^^^^c^^x^^^i^.^pp^^pl^e^iX' ö^>x>^^<^^^!>>^^^^ - ^ <^^?^^nxp>^v^p ^^vc^ e^u^^e^>4^^x^^ ^-SSsAiW^- />/Ä!ts/!snv1/ F c?oc>^ Ä ooo ^c>s lIpspliiseiis vs^isllung clsr Versucierungön clss äsutsc^en IVIetsIlgslö öestsncles v/äk^sn^ ^lüri^r'efOrm. -I ^<^n<^^ ^ - r d c,^ c>^^^i,c^i^^^<^l.^^i^>^^^ ^a,l.i^>/^ci^voi^<)^^^ ^c> ^l^i^i^l^e^v. - ^n^s^e^ö^o ^x^^x ^ - ^c^^ l^?-e^ (2^ >x>^>c^^«^n^^ ^ - c?^suo^ ^ l^^^s^n^^n^^t^' ^vu-^>/6«"n^'. ^o^c^i^^S^ix ^Ä!.e^ l^so^^vc^^^^c^^ol^^u^e^^ e)?^i.6^ix?/^e^ ^>)/n?^l/)Sx>^^i^^, x^c^ (2^c^x>/i^^xj^^^^^e^c^>'>^c.i^^ x^v o I^e-Ü^ ^ ^v^Qci^n> . — 403 — keine wesentlichen Einziehungen von Landesmünzen gegenüberstanden, und ferner durch deu Zufluß fremder Silbermünzen. Darauf eine Abnahme des Metallgeldbestandes, welche sich bis zur Mitte des Jahres 1875 fortsetzte. Diese Abnahme war verursacht zuerst durch die Austreibung der fremden Silbermünzen, dann durch eine Verminderung der Prägung von Reichsgoldmünzen und durch eine Verstärkung der Landesmunz-Einziehungen, schließlich durch einen Goldabfluß nach dem Ausland. In der zweiten Hälfte des Jahres 1875 trat vorübergehend wieder eine nicht erhebliche Vermehrung des Metallgeldes ein, welcher vom Anfang des Jahres 1876 bis zum Schluß des Jahres 1878 eine neue erhebliche Verminderung folgte. Erst das Jahr 1879 brachte wieder einen Zuwachs an metallischen Zirkulationsmitteln. Im ganzen ist eine starke Reaktion auf die enorme Vermehrung des Metallgeldes in der Zeit von 1871 bis Mitte 1873 unverkennbar. Während der Metallgeldbestand in diesen ersten Jahren der Reform um etwa 820 Millionen Mark zunahm, verringerte er sich in der Folgezeit bis zum Beginn des Jahres 1879 wieder um etwa 390 Millionen Mark. Es wurde also nicht viel mehr als die Hälfte der anfänglichen — es sei abermals betont: nicht durch die Münzreform, sondern durch die Milliardenzahlung hervorgerufenen — Vermehrung des Metallgeldbestandes festgehalten. Was die Zusammensetzung des Metallgeldbestandes anlangt, so ist vor allem charakteristisch die ununterbrochene relative Vermehrung des Goldgeldes. Vor der Reform kamen von dem gesamten metallischen Geldvorrat auf das Gold nur 12,4 °/o oder etwa ein Achtel; bereits um die Mitte des Jahres 1873 bestand mehr als ein Drittel des Metallgeldes aus Gold. Beim Beginn des Jahres 1876, dem Termin des Inkrafttretens der Reichswährung, machte das Goldgeld etwa die Hälfte des gesamten Metallgeldes aus. Zur Zeit, als die Münzreform durch die vorzeitige Einstellung der Silberverkäufe einen unvorhergesehenen Abschluß fand (im Frühjahr 1879), kamen von dem gesamten deutschen Metallgeldbestand mehr als 60°/o auf das Gold — eine Zusammensetzung, welche an sich noch keineswegs befriedigend war, welche aber, da eine wesentliche Vermehrung des Silbergeldes uicht stattfinden konnte, während der weiteren Entwickelung des Goldumlaufs kein Hindernis entgegenstand, für die Zukunft keine Verschlechterung, sondern eine allmähliche Verbesserung in Aussicht stellte. 26* — 404 — III. Die Gestaltung der Pavierzirkulation. Von kaum geringerer Bedeutung als die Veränderungen des deutschen Metallgeldbestandes waren die Verschiebungen, welche durch die Geldreform in der deutschen Papierzirkulation herbeigeführt wurden, uud zwar gleichfalls sowohl im Umfang als in der Art der papierueu Zirkulationsmittel. Das Papiergeld des Norddeutschen Bundes, die Darlehnskassenscheine, welche während des Krieges ausgegeben worden waren uud von denen sich Ende 1871 ein Betrag von 77Vs Millionen Mark im Umlauf befand, wurde bereits im Jahre 1872 bis auf einen geringfügigen Rest beseitigt. Das Papiergeld der Einzelstaaten blieb in den ersten Jahren der Reform nach Umfang und Beschaffenheit unverändert; erst im zweiten Halbjahr 1875 wurde es eingezogen und durch Neichskassenscheine in nicht viel geringerem Umfang ersetzt, welche sich allmählich bis auf 120 Millionen Mark vermindern sollten. Starke Veränderungen machte der Umlauf der metallisch nicht gedeckten Banknoten durch, teilweise unter der Einwirkung allgemein wirtschaftlicher Verhältnisse, teilweise unter dem direkten Einfluß der Bankgesetzgebung. Die Veränderungen des ungedeckten Notenumlaufs bis zum Jahre 1875 sind mangels genauer Nachweisungen nicht im einzelnen festzustellen. Die Ziffern für den Schluß der Jahre 1870 bis 1873 sind bereits oben' wiedergegeben. Danach wäre der ungedeckte Banknotenumlauf von 420 Millionen Mark Ende 1871 auf 600 Millionen Mark Ende 1872 gestiegen, während Ende 1873 der Umlauf nur 450 Millionen Mark betrug. Der Höhepunkt der Zirkulation ungedeckter Banknoten war jedoch Ende 1872 noch nicht erreicht. Die Steigerung des Umlaufs setzte sich in den ersten Monaten des Jahres 1873 bis zum großen Krach fort und machte erst dann einem entschiedenen Rückgang Platz, wie aus folgenden Zahlen über die Preußische Bauk hervorgeht: (In 1000 Mark.) Zeit Notenumlauf Geprägtes Geld und Barren Metallisch nicht gedeckter Notenumlauf 7. Januar 1873 910.638 561.367 359.271 7. April 1.026.870 623.592 403.278 7. Juli 854.961 707.991 146.970 7. Oktober 924.891 719.991 204.900 7. Januar 1874 892.236 703.986 188.250 i Siehe S. 116 u. 117. — 405 — Danach darf man annehmen, daß sich im ersten Quartal 1873 der deutsche ungedeckte Notenumlauf noch um weitere 50 Millionen Mark gesteigert hat, also auf etwa 650 Millionen Mark. Dann trat nach der Krisis im Mai ein scharfer Rückgang ein, dessen Ursache jedoch nicht lediglich die Krisis selbst war. Die großen Schwankungen des Notenumlaufs während des Jahres 1873 fallen fast ausschließlich auf die Preußische Bank. Ihr ungedeckter Notenumlauf zu Anfang des Jahres war um etwa 250 Millionen Mark kleiner als der gesamte ungedeckte Notenumlauf Deutschlands, welcher sich damals auf 600 Millionen Mark belief; während der gesamte ungedeckte Notenumlauf während des Jahres 1873 um 150 Millionen Mark abnahm, verminderte sich der ungedeckte Notenumlauf der Preußischen Bank um 170 Millionen Mark, sodaß also der ungedeckte Notenumlauf der übrigen Banken nicht nur keine Verminderung, sondern sogar eine Steigerung um 20 Millionen Mark erfuhr. Bei der Preußischen Bank machte nun zwar der gesamte Notenumlauf währeud des Jahres 1873 erhebliche Schwankungen durch, aber am 7. Januar 1874 war er fast genau ebenso groß, wie ein Jahr zuvor. Die Ursache der starken Verminderung ihres ungedeckten Notenumlaufs liegt deshalb zum Teil an der Steigerung ihres Barvorrates von 551 auf 704 Millionen Mark. Diese Steigerung um mehr als 150 Millionen Mark findet ihre Erklärung in dem Anwachsen der Guthaben „der Staatskassen, Institute und Privatpersonen", welche am Anfang des Jahres 1873 95 Millionen Mark betrugen, Anfang 1874 dagegen 308 Millionen Mark. Zweifellos handelt es sich dabei hauptsächlich um eine Steigerung der Guthaben des Staates, welche mit der französischen Kriegskosten-Entschädigung zusammenhing. Der erhebliche Rückgang des ungedeckten Notenumlaufs während der Zeit vom Mai 1873 bis Anfang 1874 wurde weniger durch eine Erschlaffung des Geldbedarfes iufolge der Krisis als durch die Übertragung eines Teils der von der Reichsregierung bisher zurückgehaltenen Kriegsentschädigungsgelder in die Kassen der Preußischen Bank herbeigeführt. Die Wirkung der Krisis tritt in jener Zeit deshalb etwas zurück, weil es sich anfänglich nur um eine reine Börsenkrisis handelte, während das eigentliche Warengeschäft, Landwirtschaft, Industrie und Handel, zunächst noch verschont blieben. Erst gegen Ende des Jahres zeigten sich die Folgen einer gewaltigen Überproduktion: Absatzstockung und Siuken der — 406 — Preise. Die nächste Folge dieser Produktions- und Handelskrisis war jedoch keine Abnahme, sondern eher eine Steigerung der Ansprüche an die Kreditgewährung der Banken, da sich Produzenten und Kaufleute durch die äußerste Anspannung ihres Kredits, durch Lombardierung ihrer Vorräte zc. über die für vorübergehend angesehene ungünstige Konjunktur hinauszuhelfen suchteu. So erklärt es sich, daß trotz der Krisis der ungedeckte Notenumlauf von der Mitte des Jahres 1873 bis zum Anfang des Jahres 1874 eine Steigerung um 50 Millionen Mark erfuhr (von etwa 400 auf 450 Millionen Mark), eine Steigerung, welche allerdings die normale Anspannung am Jahresschluß nicht überschritt. Auch das Jahr 1874 zeigt keinen Rückgang des ungedeckten Notenumlaufs, sondern im großen Ganzen abermals eine Zunahme. Ende des Jahres 1874 stellte sich nach Thorwart der durch Barmittel (Metall, Papiergeld und Noten anderer Banken) nicht gedeckte Notenumlauf um etwa 60 Millionen Mark höher als ein Jahr zuvor; für den metallisch ungedeckten Notenumlauf, über welchen keine Angaben vorliegen, kann man auf eine ähnliche Zunahme schließen. Wir würden dann für Ende 1874 einen metallisch nicht gedeckten Notenumlauf von etwas über 500 Millionen Mark erhalten. In der ersten Hälfte des Jahres 1875 kann nur eine verhältnismäßig geringe Abnahme stattgefunden haben. Für Ende Juni 1875 liegen keine Nachweisungen vor; aber Ende September, von welchem Termine an das Zentralblatt für das deutsche Reich monatlich Nachweisungen über den Status sämtlicher Notenbanken veröffentlichte, betrug der metallisch ungedeckte Notenumlauf immer noch 484 Millionen Mark gegen 500—510 Millionen Mark Ende Dezember 1874. Mit dem zweiten Halbjahr 1875 begann für den deutschen Papierumlauf die Zeit der großen Umwälzungen infolge der neuen Papiergeld- und Bank-Gesetzgebung. Das gesamte Landespapiergeld und die Banknoten, welche auf Beträge von weniger als 100 Mark lauteten, sollten nach den Bestimmungen der Neformgesetze bis zum I. Januar 1876 aus dem Umlauf gezogen werden. Die Einziehung des Landespapiergeldes und seine Ersetzung durch Reichskassenscheine wickelte sich bis zu dem in Aussicht genommenen Termin — 407 — nicht vollständig ab. Am Ende des Jahres 1875 waren von den 183 Millionen Mark Landespapiergeld nur 132,7 Millionen Mark eingezogen und dafür 128,2 Millionen Mark Reichskassenscheine ausgegeben. Die Verminderung des Papiergeldnmlaufs in der zweiten Hälfte des Jahres 1875 belief sich demnach nur auf 4^/2 Millionen Mark. Über die weitere Entwickelung des Papiergeldnmlaufs giebt die folgende nach dem Statistischen Jahrbuch zusammengestellte Übersicht Aufschluß. (In 1000 Mark.) Betrag des eingezogenen und präkludierten Landespapiergeldes 1. Netto-Ausgabe von Reichskassenscheinen 2. Demnach Abnahme des Papiergeldumlaufs (Spalte 1 minus Spalte 2) 3. Betrag des umlaufendes Papiergeldes (183 Millionen ^ minus Spalte 3) 4. Ende 187S 132.691 128.180 4.511 178.500 - 1876 180.745 171.839 8.906 174.000 - 1877 181.563 168.912 12.641 170.500 Ende März 1878 181.663 165.305 16,358 167.000 - 1879 183.085 163.098 19.987 163.000 - 1880 183.087 159.445 23.642 159.500 Im Gegensatz zu dieser geringen und allmählichen Vermindernng des Papiergeldlinilaufs erfuhr die Zirkulatiou der ungedeckten Banknoten von der Mitte des Jahres 1875 ab eine starke und schnelle Abilahme. Die Beseitigung der auf geringere Summen als 100 Mark lautenden Abschnitte war die wichtigste Ursache dieser Verminderung. Ein großer Teil dieser Noten konnte durch größere Abschnitte nicht ersetzt werden, nämlich derjenige Teil, welcher nicht ein elastisches, häufig zu der Ausgabestelle zurückfließendes Zirkulationsmittel darstellte, sondern wie die metallischen Geldstücke ein Teil der ständigen Zirkulation geworden war. Allgemein erwartete man von der Beseitigung dieser kleinen Zettel eine wesentliche Verminderung des gesamteil Notenumlaufs. Camphausen schätzte diese Verminderung gelegentlich auf 90 Millioneil Thaler'. Die folgenden Tabellen geben die Entwickelung des deutschen Notenumlaufs während der Zeit der Zurückziehung der kleinen Zettel wieder ^. ' Sten. Ber. des Reichstags 1874—1875 S. 167 2 Nach dem Centralblatt für das Deutsche Reich. Faöelle I. Ende des Monats Im Umlauf befanden sich Noten zu -50 ^ Noten zwischen Noten zu 100^ Zusammen und darunter 50 und 100 ^! und darüber ^ ^ 257.S12.875 282.080.496 785.848.228 1.325.441.599 238.783.732 270.221.658 740.317.929 1.249.323.379 219529.647 250.296.723 752.841.459 1.222.S67.829 196.263.201 234690.540 829.843.607 1.260.797.348 174.700.289 218.837.619 855.772.636 1.249.310.544 157.103.992 196.476.349 858.601.871 1.212.182.212 139.298.858 177.958.956 986.816.339 1.304.074.153 115.111.741 142.631.651 953.822.379 1.211.565.771 96.101.806 73.926.600 958.341.871 1.128.370.277 74.637.220 38.221.536 1.020.913.214 1.133.771.970 55.673.169 23.337.285 1.007.048.870 1.086.059.324 40.669.448 15.829.748 988.117.211 1.044.616.407 9.877.123^/7 3.235.6905/? 1.040.732.685°/? 1.053.845.500 1.918.885 1.777.500 941.777.000 945 473.385 1.214.301 1.470.840 905.973.550 908.658.691 948.372 1.306.020 952.949.850 955.204.242 344.817 1.058708 1.027.111.000 1.029.014.525 595.800 840.874 988.740.779 990.177.453 Dezember 1874 Januar 1875 Februar - März April Mai Juni Juli August September - Oktober November - Dezember Januar Februar März Juni Dezember 1876 Kaöesse II. Ende des Monats Abnahme des Umlaufs der Noten zu 50 und darunter zwischen 50 und 100 ^ zusammen Abnahme bezw. Zunahme des Umlaufs der Noten zu 100 und darüber Januar 1875 Februar - März April Mai Juni - Juli August September - Oktober - November - Dezember - Januar 1876 Februar - März Juni - Dezember - 18.729.083 37.983.228 61.249.674 82.812.586 100.403.883 118.214.017 142.401.134 161.411.069 182.875.655 201.839.706 216.843.427 247.635.751- 255.593.990 256.298.574 256.564.503 256.668.058 256.917.075 11 31 47 63 85 104, 139. 208, 243 258, 266, 278, 280, 280. 280, 281, 281, ,858.838 ,783.773 389.956 242.877 604.147 121.540 448.845 153.896 858.960 743.211 250.748 844.805^ 302.996 609.656 774.476 021.788 239.622 30.587.921 69.767.001 108.639.630 146.056.463 186.013.030 222.335.557 281.849.979 369.564.965 426.734.615 460.582.917 483.094.175 526.480.556°/? 535.896.986 536.908.230 537.338.979 537.689.846 S38.156.697 45.530.299 33.006.769 43.995.379 69.924.408 72.753.643 4200.968.111 4 167.974.151 -7-172.493.643 4-235.064.986 4221.200.642 4-202.268.983 42S4.884.4S7°/7 41SS.928.772 4120.125.322 167.101.622 4241.262.772 -202.892.551 - 409 — Aaöelle III. Ende des Monats Notenumlauf ^ Metall-Bestand Durch Metall nicht gedeckter Notenumlauf ^ September 187S..... Oktober - ..... November - ..... Dezember - ..... Juni 1876 ..... Dezember - ..... Juni 1877 ..... Dezember - ..... Juni 1878 ..... Dezember - ..... Juni 1879 ..... 1.111.993.000 1.069.379.000 1.032.381.000 1.0S0.4S7.000 1.020.860.000 989.170.000 9S2.4S4.000 918.102.000 863.012.000 8S7.76I.000 932.466.000 990.083.000 628.1S0.000 62S.661.000 6S1.0S8.000 609.909.000 672.S41.000 610.910.000 644.226.000 S42.247.000 S9S.SS7.000 S60.211.000 634.564.000 626.399.000 483.843.000 443.718.000 381.324.000 440.S48.000 348.319.000 378.260.000 308.228.000 37S.8SS.000 267.4SS.000 297.SS0.000 297.902.000 363.684.000 Diese Übersichten zeigen, daß in Bezug aus den gesamten Notenumlauf die Erwartungen Camphausens nicht übertrieben waren. In der That verminderte sich der Notenumlauf von Ende 1874 bis Ende 1875 um 271^/s Millionen Mark, also fast genan um den von Camphausen angenommenen Betrag. Ein Jahr später, als die Zurückziehung der kleinen Abschnitte so gut wie vollständig vollendet war, betrug die Abilahme des gesamten Notenumlaufs sogar mehr als 335 Millionen Mark. Der Notenumlauf ist jedoch nur soweit von Wichtigkeit für den Umfang der Gesamtzirkulation, als er nicht lediglich metallische Zahlungsmittel, die in den Kellern der Banken als Noteildeckung liegen, im Umlauf vertritt. Der metallisch nicht gedeckte Noteuumlauf verminderte sich jedoch nicht entfernt im gleichem Umfang, wie die gesamte Noteilzirkulation. Von 500—510 Millionen Mark am Schluß des Jahres 1874 verminderte er sich auf 440 »/s Millionen Ende 1875 und auf 378 Millionen Ende 1876. Im Jahre 1875 steht also einer Verminderung des gesamten Notenumlaufs um 271^2 Millioneil Mark eine Abnahme der metallisch nicht gedeckten Noten um nur etwa 65 Millionen Mark gegenüber. Im Jahre 1876 dagegen deckte sich die weitere Verminderung des gesamten Notenumlaufs im Betrag von 631/2 Millionen Mark fast genau mit der Abnahme der ungedeckten Noten im Betrag von 62 Vs Millionen. i Die Zahlen stimmen nicht genau mit denjenigen der Tabelle I überein, weil bei den Nachweisungen über den Status der Notenbanken die Mitteldeutsche Kreditbank und die Thüringische Bank, welche auf ihr Notenrecht verzichteten, fehlen, wahrend sie bei den Nachweisungen über die Stückelung der umlaufenden Noten inbegriffen sind. - 410 - Wir habeil also im Jahre 1875, und zwar wesentlich in der zweitei? Hälfte dieses Jahres, gleichzeitig mit der Abnahme des Notenumlaufs um mehr als 270 Millionen Mark eine Abnahme des Barvorrats der Notenbanken, welche nur um etwa 65 Millionen Mark geringer war als die Verminderung der Notenzirkulation. Das ist eine begreifliche Erscheinung. Obwohl der Termin für die Zurückziehung der kleinen Abschnitte bereits im Münzgesetz von 1873 festgesetzt war, gelang es den Notenbanken nicht — vielleicht lag es teilweise auch am Wollen! — innerhalb der ihnen gegebenen Frist ihre Barmittel so erheblich zu verstärken, wie es die bevorstehende Verminoeruug ihres Notenumlaufs verlangte. So zeigte sich die volle Wirkung der Abnahme des Notenumlaufs auf den Umfang der ungedeckten Notenzirkulation erst allmählich in dem Maße, in welchem die Notenbanken ihre durch die Einlösung der kleinen Noten stark mitgenommenen Barvorräte ergänzen konnten. Eine weitere Ursache für die verhältnismäßig geringe Verminderung des ungedeckten Notenumlaufs während des zweiten Halbjahres 1875 lag zweifellos darin, daß es den Banken vorübergehend gelungen ist, für einen größeren Teil der von ihnen eingelösten kleinen Abschnitte Noten von 100 Mark und darüber in Umlauf zu setzen, als sich dauernd im Umlauf halten konnten. Der Verkehr konnte sich des ihm aufgebürdeten Überschusses an großen Noten erst allmählich entledigen, indem er diese Noten in immer kürzeren Zwischenräumen zur Einlösung zurückkehren ließ. Daß dem so war, zeigt sich deutlich darin, daß während des Jahres 1876, in welchem nur wenig mehr als 2 Millionen Mark an kleinen Abschnitten zurückgezogen wurden, der ungedeckte Notenumlauf um mehr als 60 Millionen Mark zurückging. In dcn folgenden Jahren waren die Schwankungen des Notenumlaufs wohl ausschließlich abhängig von den Faktoren, welche seinen Umfang in normalen Verhältnissen beeinflussen. Ende 1877 waren ungefähr ebensoviele ungedeckte Noten vorhanden, wie ein Jahr zuvor. Das Jahr 1878 zeigt eine beträchtliche Abnahme, während sich im Jahre 1879 der Notenumlauf, wohl infolge der Besserung der allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse, wieder bis nahe zu dem Umfang der Jahre 1876 und 1877 steigerte. Die Veränderungen der gesamten Papierzirkulation während der Geldreform sind in der folgenden Übersicht zusammengestellt. — 411 — (In 1000 Mark.) Im Umlaufe befanden sich Zeit Landes-Papier- geld und Reichskassenscheine Darlehnskassen- scheine des Norddeutschen Bundes Metallisch nicht gedeckte Banknoten Zusammen Ende 1871 - 1872 181,000 181,000 181,000 181,000 181.000 178,000 174.000 170,000 167.000 163.000 77.38S 818 420,000 600 000 400.000 460,000 S00.000 440.000 378.000 37S.000 298.000 364.000 678.000 782.000 S81.000 631,000 681.000 618.000 5S2.000 54S.000 465,000 527.000 Mitte 1873 Ende 1873 - 1874 - 1875 - 1876 - 1877 - 1878 - 1879 Eine Vergleichung der Veränderungen des metallischen Geldbestandes mit den Schwankungen des Papierumlaufs ergiebt bemerkenswerte Resultate. In den ersten Jahren der Geldreform, in welchen der deutsche Metallgeldbestand eine so gewaltige Vermehrung erfuhr, zeigte auch der Papierumlauf ein gewaltiges Anwachsen. Der Höhepunkt der Steigerung fällt bei beiden Teilen des Umlaufs fast zusammen; bei dem Metallgeld liegt er in der Mitte des Jahres 1873, bei dem Papierumlauf im Mai 1873. Im allgemeinen und unter normalen Verhältnissen hat ein starker Metallgeldzufluß stets die Tendenz, den ungedeckten Notenumlauf und damit die gesamte Papierzirkulation zu verringern. Fließt das neue Metallgeld direkt in den freien Verkehr, dann verringert es bei gleichbleibendem Bedarf nach Umlaufsmitteln die Ansprüche an die Notenbanken; fließt es zunächst in die Keller der Notenbanken, so wird bei gleichbleibendem Umfang der Notenzirkulation, welcher seinerseits wieder auf einem gleichbleibende!: Bedarf nach Umlaufsmitteln bernht, der Umfang des ungedeckten Notenumlaufs um den Betrag der Vermehrung des Barvorrats verringert. Eine gewisse Gegenwirkung wird in solchen Fällen durch eine Verbilligung des Diskonts, welche einen Anreiz zu einer Steigerung der Kreditansprüche und damit zu einer Vermehrung des Notenumlaufs giebt, hervorgerufen. Wenn in unserem Fall eine starke Steigerung des Papierumlaufs mit einem erheblichen Anwachsen des metallischen Geldbestandes zusammentraf, so hatte das einen doppelten Grund. — 412 — Einmal die außerordentliche Steigerung des Geldbedarfes infolge des gewaltigen Aufschwungs der gesamten Volkswirtschaft und der über alle vernünftigen Grenzen hinaus gesteigerten Spekulation. Diese Steigerung des Geldbedarfs absorbierte nicht nur den Zuwachs, welchen der deutsche Metallumlauf erfuhr, sondern er verursachte darüber hinaus noch eine Anspannung des ungedeckten Notenumlaufs. Ferner darf man die Vermehrung des deutschen Metallgeld- Bestandes in jener Zeit nicht für gleichbedeutend mit einer Vermehrung des Metall-Umlaufs halten. Vor allem ist der Betrag von 120 Millionen Mark, welcher als Kriegsfchatz im Juliusturm zu Spandau niedergelegt wurde, in Abrechnung zu bringen. Ferner wurde ein großer Teil der dem Reich auf Kriegskostenentfchädigung zufließenden Gelder lange Zeit in den Kassen des Reichs festgehalten und auch nach der Verteilung an die Einzelstaaten von diesen nicht sofort verausgabt. Diese Gelder flössen erst allmählich dem freien Umlauf zu. Leider ist es unmöglich im einzelnen festzustellen, wie die in den Kassen des Reichs und der Einzelregierungen aufgehäuften Summen allmählich in den freien Umlauf übergingen. Einen Anhaltspunkt geben nur die bereits erwähnten Schwankungen in den Depositen bei der Preußischen Bank. Die Gelder, für welche die Einzelstaaten und das Reich noch keine sofortige Verwendung hatten, wurden für den Verkehr bereits durch die Deponierung bei einer Notenbank nutzbar gemacht, indem sie dort als Notendeckung gerechnet wurden. Außerdem läßt die allmähliche Zurückziehung dieser Guthaben zum Zwecke ihrer Verausgabung Schlüsse daraus zu, in welchem Tempo und in welcher Zeit die in den Staatskassen selbst zurückgehaltenen Summen zur Verausgabung gelangten und so dem freien Umlauf zuflössen. Die Bewegung der Guthaben bei der Preußischen Bank war nun während der hier in Betracht kommenden Zeit folgende: Um die Mitte des Jahres 1871 beliefen sich die Guthaben nur auf etwa eine halbe Million Thaler. Sie zeigten dann ein rasches Anwachsen, das namentlich in den ersten acht Monaten des Jahres 1873 große Dimensionen annahm. Ansang 1873 standen sie aus 31 ^/s Millionen Thaler. Ende August erreichten sie ihren Höhepunkt mit mehr als 130 Millionen Thaler. Dann trat ein schneller Rückgang ein. Zu Beginn des Jahres 1874 waren die Guthaben bereits auf 76 Millionen Thaler — 413 — zusammengeschmolzen, und am Schluß des Jahres 1874 beliefen sie sich nur noch auf 13^2 Millionen Thaler. Man kann also annehmen, daß sich der Übergang der Kriegsentschädigungsgelder in den freien Umlauf bis zum Ende des Jahres 1874 hinzog, und daß namentlich bis Ende des Jahres 1873 große Summen in den staatlichen Kassen immobilisiert waren. So ist in der That der deutsche Metallumlauf niemals so enorm angewachsen, wie der deutsche Metallgeldbestand. Die Vermehrung, welche der letztere in der Zeit von Mitte 1871 bis 1873 erfuhr, floß dem freien Umlauf zum großen Teil erst dann zu, als der deutsche Metallgeldbestand durch die Austreibung der fremden Silbermünzen und die Verminderung der Prägung von Reichsmttuzen bereits wieder eine Verminderung erfuhr. Dieser Umstand erklärt in Verbindung mit dem außerordentlich gesteigerten Geldbedarf das starke Anwachsen der ungedeckten Notenzirkulation zu einer Zeit, in welcher sich der Metallgeldbestand so bedeutend vermehrte. Der Zusammenbruch der Spekulation im Mai 1873 verminderte den Bedarf nach Umlaufsmitteln momentan beträchtlich und führte in Verbindung mit der sich nach kurzer Zeit fortsetzenden Steigerung des Metallgeldbestandes und dem noch längere Zeit andauernden Übergang der in den Staatskassen aufgespeicherten Summen in den freien Verkehr zu einer sehr erheblichen Einschränkung des ungedeckten Notenumlaufs. Im Jahre 1874 fällt eine Steigerung des ungedeckten Notenumlaufs mit einer Abnahme des Metallgeldbestandes zusammen. Die erhebliche Kontraktion des Papierumlaufs in der zweiten Hälfte des Jahres 1875 war von einem starken Goldzusluß nach Deutschland begleitet, eine Erscheinung, die dadurch um so bemerkenswerter wird, daß die von der Mitte des Jahres 1873 bis zum Jahre 1879 andauernde Verminderuug des deutschen Metallgeldbestandes nur in jener Periode der starken Kontraktion des Papierumlauss unterbrochen wurde. Im großen Ganzen wird das Bild, welches die Änderungen im deutscheu Metallgeldbestaud von der Entwickelung des deutschen Geldumlaufs während der Münzreform gaben, durch die Gestaltung der Papierzirkulation nur wenig alteriert. Die starke Vermehrung des Geldumlaufs in den ersten Jahren der Resorin bleibt bestehen, und ebenso die auf diese Vermehrung eintretende Reaktion, welche in einer allmählichen Verminderung der Zirkulation bestand. Die Nachhaltigkeit dieser Reaktion - 414 — tritt bei Berücksichtigung des Papierumlaufs sogar schärfer zu Tage, als wenn man nur die Veränderungen des Metallgeldbestandes ins Auge faßt. Im letzteren Falle haben wir in der zweiten Hälfte des Jahres 1875 eine Steigerung und im Laufe des Jahres 1876 nur eine geringe Almahme zu verzeichnen; die seit der Mitte des Jahres 1873 eingetretene Verminderung des Metallgeldbestandes erscheint also hier unterbrochen. In derselben Zeit ging jedoch der Papierumlauf so erheblich zurück, daß die geringe Zunahme des Metallbestandes bedeutend überwogen wurde. Der gesamte Geldumlauf war also in Wirklichkeit bis zum Beginn des Jahres 1879 in einer ununterbrochenen Verminderung begriffen. Was den Umfang der Papierzirkulation im Verhältnis zum gesamten Geldumlauf anlangt, so ist hier eine Abnahme zu konstatieren, welche bei der, trotz aller Verminderung seit 1873, immer noch erheblich gebliebenen Vermehrung der metallischen Zirkulationsmittel die absolute Verringerung der Papierzirkulation noch wesentlich übertrifft. Die wichtigsten auf die Zusammensetzung des deutschen Geldumlaufs gerichteten Bestrebungen der Münzreform wurden also bis zum Jahre 1879 im wesentlichen erreicht. Vollständig gelungen war die Austreibung der fremden Münzsorten aus dem deutschen Umlauf. Gelungen war ferner die Herstellung eines ansehnlichen Goldumlaufs, wenn auch die vorzeitige Einstellung der Silberverkäufe die völlige Ersetzung alles zu Scheidemünzzwecken nicht benötigten Silbergeldes durch Reichsgoldmünzen nicht ermöglichte. Erreicht war schließlich auch die Beseitigung der kleinen Noten, eine sofortige starke Verminderung des ungedeckten Notenumlaufs und eine allmähliche Einschränkung des staatlichen Papiergeldes. II. Das Verhalten der deutschen Valuta während der Geldreform. Die Goldwährung als Ziel der deutschen Münzreform bedeutete nicht nur eine Änderung in der Zusammensetzung des deutschen Geldumlaufs, sondern auch die Lostrennung des deutschen Geldwertes vom Silber und seine Verknüpfung mit dem Golde. Würden die Bewegungen des Geldwertes ausschließlich von der Zusammensetzung des Geldumlaufs abhängen, dann hätte die deutsche Valuta erst im Laufe der vielen Jahre, welche zur Uniwandlung des deutschen Silberumlaufs in einen Goldumlauf uotwendig waren, mit dem Golde verbunden werden können. Die Erfahrung der letzten Jahrzehnte hat uns jedoch gezeigt, daß auch Länder mit überwiegendem, ja fast ausschließlichem Silberumlauf eine „Goldvaluta" aufrecht erhalten können. Voraussetzung dafür ist, daß die Prägung von Silber beschränkt oder gänzlich gesperrt ist, und daß freies Prägerecht für Gold in irgend einer Form besteht. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, dann kann wohl auch bei überwiegendem Silberumlaus der Wert des Geldes in fester Beziehung zum Golde stehen, aber das muß nicht der Fall sein. Die Thatsache, daß der Umlauf vorwiegend aus Silbermünzen besteht, für welche im Bedarfsfall nicht unbedingt und jeder Zeit Goldmünzen im gleichen Nennwert zu erhalten sind, schafft die Möglichkeit, daß der Wert des Geldes bis auf den Wert seines Silbergehaltes heräbsinkt. Die Verfassung des Geldwesens ermöglicht hier also Schwankungen des Geldwertes zwischen dem thatsächlichen Silbergehalt des umlaufenden Geldes und der ihm beigelegten Goldparität. — 410 — Die Bewegungen des Geldwesens innerhalb dieser Grenzen werden hauptsächlich beherrscht durch die internationale Nachfrage nach Zahlungsmitteln für das betreffende Land, und diese Nachfrage beruht ihrerseits auf der Gestaltuug der Zahlungsbilanz. Wir wissen, daß die deutsche Zahlungsbilanz vor der Münzreform im allgemeinen eine günstige war, daß die Wechselkurse auf das Ausland überwiegend günstig für Deutschland standen, und daß Deutschland in den meisten Jahren einen Überschuß von Edelmetall aus dem Ausland an sich zog ^. Diese Verhältnisse mußten die Festlegung des deutschen Geldwertes auf seine zukünftige Goldparität auch für den als wahrscheinlich vorausgesehenen Fall erleichtern, daß sich nach der Münzreform das Silber im Verhältnis zum Gold mehr oder weniger entwertete, und daß sich also eine Differenz zwischen dem Silbergehalt des Thalers und dem Goldgehalt von drei Mark herausbildete. Von weit größerer Tragweite als diese dauernden Verhältnisse war jedoch für die Durchführung des Währungswechsels die Thatsache, daß die französische Kriegskosten-Entschädigung eine überaus starke Nachfrage nach deutschen Zahlungsmitteln schuf. Diese ungewöhnliche Nachfrage mußte einen starken Druck nach oben aus die deutsche Valuta ausüben. Sie mußte, solange die Silberprägung frei war, die deutsche Valuta bis auf die Einfuhrpunkte für Silber nach Deutschland steigern, und sie mußte, sobald die freie Silberprägung aufhörte, eine wesentliche Steigerung des deutschen Goldwertes über seine ursprüngliche Silberparität herbeiführen, solange nicht durch die Freigabe der Goldprägung oder eine in ihrer Wirkung ähnliche Maßregel diesem Steigen eine Grenze gesetzt wurde. Durch die französische Kriegskosten-Entschädigung war also mit der denkbar größten Sicherheit der Erfolg einer Einstellung der freien Silberprägung garantiert. Nun handelte es sich in Deutschland nicht lim eine einzige Münzstätte, sondern um eine Vielheit, da ja alle wichtigen Einzelstaaten von ihrem Prägerecht Gebrauch machten. Die Berliner Münzstätte war jedoch allen andern an Leistungsfähigkeit weit überlegen. Ein großer Andrang von Silber konnte von den übrigen Münzstätten unmöglich bewältigt werden. Ein solcher Andrang mußte aber entstehen, sobald die » Siehe Teil ll Abschnitt V. — 417 — Berliner Münze kein Silber mehr annahm. In Rücksicht ans ihre technische Leistungsfähigkeit waren dann die übrigen Prägeanstalten, soweit sie überhaupt Silber von Privaten ankauften, genötigt, den größten Teil des ihueu angebotenen Silbers zurückzuweisen, und damit waren sie gleichzeitig in Stand gesetzt, für das Quantum, welches sie ankauften, niedrigere Preise als bisher zu bedingen. Selbst bei einer Fortdauer des Silberankaufes seitens der Münzstätten konnte also dnrch die allmähliche Herabdrückung des von den Münzen bewilligten Ankaufspreises, der gesetzlich nirgends festgelegt war, das feste Verhältnis zwischen dem Silberwert und der deutschen Valuta erheblich gelockert werden. Diese Lockerung fand in gewissem Maße bereits statt, ehe die Berliner Münze die weitere Annahme von Silber verweigerte. Als der Friede zustande kam, als überall in Deutschland neue Unternehmungslust erwachte und der Geldbedarf sich steigerte, als die Voraussicht der großen Zahlungen, die Frankreich an Deutschland zu leisten hatte, eine große Nachfrage nach Zahlungsmitteln für Deutschland hervorrief, wurdeu der Berliner Münze immer größere Mengen von Silber zur Ausmünzung eingeliefert. Das Silber kam zum größten Teil aus dem Ausland als Gegenwert für die auf Deutschland zu ziehenden Wechsel, welche der französischen Negieruug verkauft und von dieser der Reichsregierung in Zahlung gegeben werden sollten. Die Silberausfuhr Englands nach Deutschland erreichte im Jahre 1871 die Höhe von 3.092.200 F, während sie im Jahre 1870 nur 707.400 K betragen hatte und sich bereits im Jahre 1872 wieder aus 1.246.300, 1873 gar auf 280.000 F verminderte. Allein im zweiten Quartal 1871 wurden für 1.896.746 F Silber von England nach Deutschland exportiert. Die Berliner Münze zog aus dem gewaltigen Andrang von Silber Nutzen, indem sie ihren Ankaufspreis herabsetzte. Während sie zu Anfang des Jahres 1871 für das Pfund fein 29 Thaler 26 Silbergroschen zahlte, setzte sie ihren Preis im Mai ans 29 Thaler 24 Silbergroscheu, im Juni auf 29 Thaler 23 Silbergroschen herab. Sie erhöhte also den Schlagschatz von 4 Silbergroschen auf das Pfund Feinsilber °/a) auf 7 Silbergroschen (— ^/» °/u). Die Folge war, daß der Wert des geprägten Thalers im Verhältnis zu seinem Silbergehalt und zu den ausländischen Valuten um 3 Silbergroschen (-^ °/o) höher steigen konnte als bisher. Diese Steigerung der Valuta trat in der That ein. Dem Silber Hclfscrich, Beiträge zur Geldreform. 27 — 418 — gegenüber zeigte sie sich in der Thatsache, daß die Münze auch zu den herabgesetzten Preisen große Menge» Barrensilber erhielt. Die Steigerung gegenüber den ausländischen Valuten zeigte sich deutlich in der Bewegung der ausländischen Wechselkurses Die Wechselkurse auf Holland, das wie Deutschland Silberwährung hatte, wiesen in der Regel einen für Deutschland ungünstigen Stand auf. Bei einer Parität von 141^4 Thaler für 250 fl. war der durchschnittliche Kurs des kurzen Wechsels im Jahre 1870 143V» Thaler. Denselben Stand hatte der Kurs im Januar und Februar 1871. Dann trat allmählich ein Rückgang ein; im Juni wurde eiu Kurs von 141 verzeichnet, ein Kurs, der (immerhin noch verhältnismäßig wenig) unter der Parität stand. Um so deutlicher trat die Wirkung der Erhöhung des Schlagschatzes für Silber in den Wechselkursen auf England zu Tage. Da Eugland Goldwährung, und Deutschland dagegen noch Silber- währuug hatte, war die Parität beider Valuten keine feste, sondern sie schwankte mit den Veränderungen des Wertverhältnisses zwischen Gold und Silber. Die Parität war bei einem Londoner Silberpreis von 60^/isck, welcher dem Wertverhältnis von 1:15^2 entspricht, 6 Thaler 24^/t Silbergroschen; bei einem Londoner Silberpreis von 61 ä war die Parität 6 Thaler 23^/4 Silbergroschen - 60I/2Ä - - - 6 - 25^2 - 60ä - - - 6 - 2?!/s - 59'/2ä - - - 6 - 28^/4 Von diesen durch den jeweiligen Londoner Silberpreis bestimmten Paritäten konnte der Wechselkurs in normalen Zeiten um etwa 1^/2 Silbergroschen abweichen. Diese Abweichung genügte, um, je nachdem sie nach unten oder nach oben stattfand, Silber von England nach Deutschland oder von Deutschland nach England zu führen. Während des Jahres 1870 standen die Wechselkurse auf England meist günstig für Deutschland, aber sie überschritten — abgesehen von den ersten Wochen des deutsch - französischen Krieges — kaum jemals den Punkt, welcher eine erhebliche Silberausfuhr nach Deutschland gestattete. Erst vom November 1870 ab begann die Abweichung von der Parität größer zu werden. Der Wechselkurs ging soweit zurück, daß er im Durchschnitt des Januar 1871 um 1°/» Silbergroschen hinter der Parität zurückblieb. ! Vergleiche zu den folgenden Ausführungen die Statistik der ausländischen Wechselkurse im Anhang zu diesem Abschnitt. Im Mai lind Juni stellte sich die Differenz zu Gunsten Deutschlands durchschnittlich aus 1^/4 Silbergroschen. Um die Mitte die Jahres 1871 trat nun eine entscheidende Wendung ein. Vom 3. Juli ab gab die Berliuer Münzstätte nicht mehr den Silberpreis bekannt, zu welchem sie bereit war, Barren anznkanfen. Der enorme Zuslnß von Silber erregte bei der preußischen Regierung, welche sich bereits seit längerer Zeit mit dein Gedanken des Übergangs zur Goldwährung trug, ernste Bedenken. Es erschien unklug, eine starke Vermehrung des Silberumlaufs zu dulden, während man an die Umwandlung des deutschen Silberumlaufs iu einen Goldumlauf dachte. Aus dem Bestreben, eine weitere Vermehrung des Silberumlaufs zu verhinderu, nicht etwa ans der Absicht, die deutsche Valuta von ihrer bisherigen Silberbasis und von der durch diese gegebene Verbindung mit den ausländischen Valuten loszulöseu, ging die Einstellung des Silberankaufs der Berliner Münze hervor, eine Maßregel, welche in Anbetracht der geringen Leistungsfähigkeit der übrigen deutschen Münzstätten die EinEinstellung der freien Silberprägung bedeutete. Die Preußische Bank ging sofort in derselben Richtung vor. Dieses Institut hatte bisher, ohne durch eine gesetzliche Bestimmung dazu verpflichtet zu sein, Silberbarren angekauft, und zwar in der Regel zu 29 Thaler 26 Silbergroschen für das feine Pfund. Sie folgte nnnmehr den Maßregeln der Berliner Münze und von der Mitte des Jahres 1871 an wies sie jedes Angebot von Silberbarren zurück. Der Mangel eines einheitlichen Vorgehens der deutschen Staaten in der wichtigen Angelegenheit der Aussperrung des Silbers läßt die Frage entstehen, ob sich nicht Unterschiede in dem Geldwert der einzelnen deutschen Systeme fühlbar machten. Diese Gefahr war innerhalb des Münzvereins ausgeschlossen, da die Vereinsthaler ohne Rücksicht auf ihre Herkunft eine einheitliche Masse bildeten und die Ausmünzung der Münzen der Guldenwähruug ohnehin schon eine sehr beschränkte war. Die meisten Systeme außerhalb des Münzvereins waren so eng mit der Thalerwährung verknüpft, daß ein Auseinanderfallen infolge des isolierten Vorgehens der Berliner Münze unmöglich war. Die Bremer Goldwährung hatte bereits vor der Einstellung der freien Prägung für Silber in Berlin keine feste Beziehung zur Thalerwährnng. Nnr im Verhältnis zur Hamburger Bankwährung konnte sich eine Valnta-Differenz herausbilden. Für die Hamburger Bankwährung bestand nach wie vor ein der 27" — 420 — freien Silberprägung entsprechendes System. Feinsilber in Barren konnte in beliebigen Mengen gegen die bisherige geringe Gebühr in die Bank eingebracht und dadurch in Bankogeld verwandelt werden. Solange hier keine Änderung geschaffen wnrde, war eine Trennung der Vankvaluta von dem Silberwert unmöglich; sobald sich die deutsche Valuta über ihren Silberwert erhob, mußte hier also eine Valuta-Differenz entstehen. Die durch die Einstellung der freien Silberprägung in Berlin gegebene Möglichkeit mußte unter dem Druck der bereits geschilderten Verhältnisse sofort znr Wirklichkeit werden. Dadurch, daß Deutschland in dem Augenblick der stärksten Nachfrage nach deutscheu Zahlungsmitteln die Möglichkeit der Herstellung deutscher Zahlungsmittel aus dem bisherigen Währungsmetall aufs äußerste beschränkte, ohne gleichzeitig die Prägung von Gold freizugeben oder eine andere Möglichkeit der unm'ttel- baren Beschaffung von deutschem Geld zu gewähren, mußte die deutsche Valuta stark in die Höhe getrieben werden. Das Ausland sah sich seines wichtigsten Mittels zur Nemittierung nach Deutschland ohne jeden Ersatz beraubt. Wohl blieb die Möglichkeit, fremde Gold- und Silbermünzen, welche damals in Deutschland gegeben und genommen wurden, zur Deckung von deutschen Forderungen »ach Deutschland zu senden; aber das Ausland erhielt für diese Sorten ebensowenig wie für Edelmetall-Barren und für Wertpapiere einen festen Preis. Rimessen dieser Art konnten deshalb eine wesentliche Steigerung der deutschen Valuta nicht verhindern. Die Trennung der deutschen Valuta vom Silber zeigt sich am deutlichsten iu der Bewegung des Kurses der Thaler in Hamburg. Die Parität der Hamburger Bankowährung und der Thalerwähruug war 300 Mark Banko ^ 151 "/l<-Thaler. Seit 1867 hatte sich der jährliche Durchschuittskurs des Thalers um wenige Tausendteile unter der Parität gehalteu, d. h. die Thaler warm in Hamburger Baukvaluta um einige Tausendteile mehr wert, als ihrem Silbergehalt entsprach. Im Jahre 1870 war der durchschnittliche Thalerkurs in Hamburg bereits 150^/i« Thaler für 300 Mark Banko. Im Jahre 1871 trat ein wesentliches Steigen des Thalerwertes ein. Nach der Einstellung der Silberankäufe seitens der Berliner Münze ging der Hamburger Thalerkurs bis auf 147^/s Thaler für 300 Mark Banko, die Abweichung von der Parität betrug also 4'/i« Thaler oder °/o. Bei der Beschaffenheit der Hamburger Bankvaluta stellt dieser Prozentsatz gleichzeitig die Abweichung der deutschen Valuta von ihrer gesetzlichen Silberparität dar. Wie an dem Hamburger Thalerkurs, so zeigte sich das Steigen der deutscheu Valuta iu Berlin an den auswärtigen Wechselkursen uud auch an dem Preis des Goldes. Der Kurs des kurzeu Wechsels auf Amsterdam sank bis ans 139Vs Thaler im September gegen 143^/8 Thaler zu Anfang des Jahres. Die Dreimouats-Wechsel auf London, welche noch im Juni eiuen Kurs von 6 Thaler 24^4 Silbergroschen erreicht hatten, sanken von Monat zu Monat uud erreichten im September mit 6 Thaler 17^/s Silbergroschen ihren tiefsten Kursstand. Die Abweichung der auf Sichtkurse reduzierten Kurse der Dreimonatswechsel auf London von ihrer jeweiligen (durch den Silberpreis gegebenen) Parität betrug im Durchschnitt des Juli 3^/>s Silber- groscheu uud steigerte sich im Durchschnitt des September auf 5" Silbergroschen, auf mehr als 2V2 Prozent. Der Kurs des kurzen Wechsels auf Paris sank im Oktober, allerdings mit beeinflußt durch die geringe Entwertung der französischen Valuta infolge der Verhängung des Zwangskurses, auf 77^/v Thaler für 309 Francs. Die Abweichuug von der Parität betrug demnach 4,7 Prozent. (Parität 81 Thaler.) Die Notierung für Gold an der Berliner Börse ^ erreichte im September 1871 ihren tiefsten Punkt mit 456 L. Das Pfund Feingold, aus welchem nach den später erlassenen Münzgesetzen 1395 Mark geprägt werden, wurde also damals zu 1368 Mark angeboten, also 27 Mark oder fast 2 Prozent unter seinem späteren Münzpreis. Um soviel stand damals die deutsche Valuta über ihrer künftigen Goldparität^. Diese starken Verändernngeu der deutscheu Valuta gegenüber den beiden Edelmetallen und gegenüber den auswärtige» Valuten lieferten zwar den Beweis, daß es, wenigstens während der Dauer der französischen Zahlnngen, leicht sein würde, auch bei einem Sinken des Silberwertes im Verhältnis znm Goldwert die deutsche Valuta auf der ihr beizulegenden Goldparität zu befestigen. Aber damals gab es für dieses günstige Anzeichen noch keine Augen. So wenig die Absicht, die deutsche Valuta vom Silber loszulösen, der Grnnd zur Eiustellung der Silbcraukäufe gewesen war, so sehr war man nunmehr über die unerwartete Wirkung dieser Maßregel erstaunt, die Regierung nicht weniger als der Geldmarkt. > Barrengold wurde in Berlin nicht notiert, dagegen russische Jmperialen pro Pfund fein. - Vergl. namentlich die graphische Darstellung bei S, 44Z. Bei der Darstellung der Goldbeschaffung ist bereits geschildert, welche Verwirrung das ungewöhnliche Sinken aller auswärtigen Wechselkurse hervorrief, und wie die Reichsregierung, obwohl sie über die tieferen Zusammenhänge nicht klar war, ans einem gewissen praktischen Instinkt heraus einen vernünftigen Schritt zur Abhilfe that: Sie erkannte, daß es dem Londoner Markt an Rimessen für die durch die Kriegskosten-Entschädigung in deutschen Besitz gekommenen Forderungen fehlte, sie hörte deshalb auf, die in ihren Häuden befindlichen Wechsel auf England in Berlin zu begeben, sondern verwendete sie, indem sie in London Gold ankaufte. Dadurch führte die Reichsregierung eine teilweise Ausgleichung der für Deutschland so ungemein günstigen Zahlungsbilanz in Gold herbei. Sie öffnete damit dem Druck, welcher die deutsche Valuta so sehr iu die Höhe trieb und sie noch weiter zu steigern drohte, ein Ventil. Die Wirkung zeigt sich deutlich iu eiuem Steigen der ausländischeil Wechselkurse und des Goldpreises. Zwar blieb auch in den letzten Monaten des Jahres 1871 die deutsche Valuta meist höher über ihrer neuen Goldparität, als es bei freier Prägung für Gold hätte der Fall sein können', aber Abweichungen wie im September 1871 wurden nicht mehr erreicht. Gegen Ende des Jahres 1871 wurde die eigentümliche Lage der deutschen Geldverfassung in einigen wichtigen Punkten geändert. Bei den Bundesratsverhandlungm über den Gesetzentwurf betreffend die Ausprägung von Reichsgoldmünzen wurde zwischen den Einzelstaaten eine Verabredung getroffen, nach welcher sich diese verpflichteten, bis auf weiteres keiue erheblichen Silberausmünzungen vorzunehmen. Der Reichstag fügte dem Gesetz die Bestimmung bei, daß eine Ausprägung von groben Silbermünzen (mit Ausnahme von Denkmünzen) fernerhin nicht mehr stattfinden solle. Dadurch, daß diese Bestimmung Gesetzeskraft erlangte, war die Prägung von Silberkurantmünzen in Deutschland in vollein Umfang eingestellt, während vorher nur eine allerdings sehr wesentliche Einschränkung der Silberprägungen durch das Vorgehen der Berliner Münze stattgefunden hatte. Dasselbe Gesetz vom 4. Dezember 1871 schnf eine Reichsgoldmünze ! Auf der graphischen Darstellung tritt diese Erscheinung in dem verhältnis- ma'big niedrigen Stand des Goldpreises und des Wechselkurses auf London zu Tage. - 423 — mit gesetzlicher Zahlungskraft. Es ermöglichte dadurch der Regierung die Ausprägung der bereits angekauften Goldvorräte und veranlaßte sie zu weiteren Goldbeschaffungen. Die Prägung von Gold wurde allerdings erst einige Jahre später freigegeben; aber da die Neichsregierung von nuu an alles Gold, das ihr in Deutschland angeboten wurde, zu Preisen ankaufte, welche nicht wesentlich niedriger waren, als der Ausmünzungswert des Goldes, konnte die deutsche Valuta fernerhin nicht mehr erheblich über ihre Goldparität steigen. Der deutschen Valuta war also vom Ende des Jahres 1871 an eine allerdings nicht ganz feste obere Grenze gezogen. Der Goldgehalt der neuen Reichsgoldmünzen wurde im Gesetz vom 4. Dezember 1871 auf Grundlage der Relation von 15^/s: 1 zwischen Gold und Silber bestimmt. In den folgenden Jahren trat ein erheblicher Rückgang des Silberpreises ein, und damit sank der Silberwert der deutschen Silbermünzen, welche noch für Jahre hinaus den weitaus größeren Teil des deutschen Goldumlaufs bildete»?, unter den ihnen beigelegten Goldwert. Damit war, während die deutsche Valuta durch die Goldankäufe der Reichsregierung nach oben begrenzt war, die Möglichkeit eines erheblichen Sinkens nnter die Goldparität gegeben. In den folgenden Jahren änderte sich qualitativ an diesen Verhältnissen nichts. Dagegen führten die starken Goldprägungen der Reichsregierung verbunden mit der Einziehung der Landessilbermünzen starke Verschiebungen in der Zusammensetzung des deutschen Geldumlaufes herbei. Während beim Beginn der Münzreform das Goldgeld nur 12,4 Prozent des gesamten deutschen Metallgeld-Bestandes ausmachte, kamen um die Mitte des Jahres 1874 bereits 43,7 Prozent aus das Goldgeld Je mehr der verhältnismäßige Anteil des Silbers an der Gesamt- Zirkulation verringert wurde, desto geringer wurde für sich betrachtet die Gefahr und die Möglichkeit eines Sinkens der deutschen Valuta unter ihre Goldparität. Trotzdem gingen die ersten Jahre der Reform, in welcher der Anteil des Goldes an der Gesamtzirkulation noch sehr gering war, vorüber, ohne daß die deutsche Valuta jemals unter ihre neue Goldparität gesunken wäre. Der Preis des Goldes in Berlin schwankte in den Jahren i Siehe Tabelle S. 402. — 424 — 1871 bis 1873 meist zwischen 460 und 464^2 Thaler pro Pfund fein, stand also zeitweise bis zu 5 Thaler unter seinem Ausmünzungswert. Der Wechselkurs auf London überstieg nur in seltenen Fällen seine Parität. Dabei war der Silberpreis in London am Ende des Jahres 1873 bis auf 58 ä gesunken, etwa 5 Prozent uuter den Preis, welcher dem deutschen Währungswechsel zu Grunde gelegt worden war. Wenn sich trotzdem die deutsche Valuta damals bei einem Goldpreis von 463 bis 463V2 Thaler um etwa >/s Prozent über ihrer Goldparität hielt, so lag der Grund in der fortgesetzt starken Nachfrage nach deutschen Zahlungsmitteln, uud zwar so gut wie ausschließlich in diesem Umstand; denn weder die Landessilbermünzen, welche damals noch den größten Teil des deutscheu Metallumlaufs bildeten, noch das Papiergeld und die Banknoten waren in Goldgeld einlösbar. Die Einlösung der Landessilbermünzen war allerdings durch das Münzgesetz vom 9. Juli 1873 im Prinzip angeordnet, aber es war für ihre Einlösung keine Frist vorgeschrieben, und hinsichtlich der Thaler ist diese Einlösung bis zum heutigen Tag noch nicht vollendet. Niemand hatte jemals ein Recht darauf, für Thaler oder für andere Landessilbermünzen ihren Gegenwert in Reichsgoldmünzen zu verlangen- Der Kredit des Reichs war nicht für die Aufrechterhaltung der den Landessilbermünzen beigelegten Goldparität engagiert, er kann also nicht der ausschlaggebende Grnnd für die Erhaltung der deutschen Valuta gewesen sein. Nnr insoweit konnte er dazu beitragen, als er die Durchfübrung des Währnngswechsels als finanziell möglich erscheinen ließ. Aber durch dieses allgemeine Vertrauen konnte eiu zeitweiliges Herabgehen der deutschen Valuta unter ihre Goldparität, wie sich später zeigte, nicht verhindert werden; denn die Aussicht, für eine Summe von Landessilbermünzen nach langen Jahren ihren Gegenwert in Reichsgoldmünzen zu erhalten, war nicht stark genug, um die deutsche Valuta während der Dauer der Übergangszeit hochzuhalten, namentlich nicht während der ersten Jahre der Reform. Wenn wir also in dem durch die französische Kriegskosten Entschädigung geschaffenen starken Begehr nach deutschen Zahlungsmitteln die Hauptursache des hohen Standes der deutschen Valuta während der ersten Jahre der Reform erkennen, dann ergiebt sich von selbst, durch welche Umstände in erster Linie ein zeitweiliges Sinken der deutschen Valuta hervorgerufen werden konnte: Durch eine starke Verminderung der Nachfrage unch deutschem Geld. Eine solche Verminderung konnte hervorgerufen werden durch eine Übersüllung der deutschen Zirkulation, durch ein Nachlassen des inländischen Geldbedarfs infolge eines Rückschlages auf deu unerhörten wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Krieg, schließlich durch eine Abnahme des Auslandsbedarfs nach Rimesse» für Deutschland. Alle diese Umstände waren bei Beginn des Jahres 1874 gegeben. Wir wissen, daß der deutsche Geldbestand bis zur Mitte des Jahres 1873 eine gewaltige Vermehrung erfahren hatte, daß jedoch bei weitem nicht der ganze Betrag dieser Vermehrung dem freien Umlauf zugeflossen war, sondern daß erhebliche Bestände in den Kassen des Reichs und der Einzelstaaten festgelegt wäre», deren Verausgabuug hauptsächlich in den letzteil vier Monaten des Jahres 1873 und im Laufe des Jahres 1874 erfolgte. Wir wissen ferner, daß die Krisis des Jahres 1873, welche für eine Reihe von Jahren eine starke wirtschaftliche Depression zur Folge hatte, den Umfang der Umsätze und damit deu inneren deutschen Geldbedarf verringerte. Der in ruhigere Bahnen zurückgeleitete Verkehr hatte keine Verwendung für die Summen von Umlaufsmitteln, welche durch den gewaltigen Aufschwung des Handels, der Industrie und der Börsenspekulation absorbiert worden waren. Schließlich hörte mit der Abtragung der französischen Kriegskosten- Entschädigung die außergewöhnliche Nachfrage nach Zahlungsmitteln für Dentschland auf dem internationalen Geldmarkte ans; allerdings nicht gleichzeitig mit der Abtragung der letzten Rate, denn die Zahlung erfolgte ja überwiegend in der Form der Übertragung von Forderungen auf das Auslaud, welche erst nach einigen Monateil fällig wurden. Außerdem legte die Neichsregierung die aus der Kriegsentschädigung gebildeten Fonds lJnvalidenfonds, Festungsbanfonds etc.) und die noch nicht zur Verwendung oder Verteilung gekommenen Gelder zu einem großen Teil in langsichtigen Wechseln auf das Ausland und in ausländischen Wertpapieren an, welche nach Bedarf realisiert wurden. Das Auslaud blieb also noch erhebliche Zeit über die Abtragung der letzten Rate der Kontribution hinaus, welche im September 1873 erfolgte, in der Schuld der Neichsregieruug. Einen merklichen Einfluß auf die Gestaltung der deutschen Valuta konnte dieses Schuldverhältnis jedoch nur solange ausüben, als das Ausland genötigt war, Rimessen für die fällig werdenden Wechsel zu beschaffen, und solange die deutsche Regierung nicht nur ausnahmsweise, sondern regelmäßig ihre Forderungen auf das Ausland realisierte. Die — 426 - Thatsache, daß ein Teil des Jnvalidenfoiids in fremden Effekten angelegt war, konnte z. B. nur dann die deutsche Valuta beeinflussen, wenn die Reichsregierung diese Effekten an das Ausland verkaufte- Im wesentlichen mußte also die Einwirkung der Milliardenzahlung auf die deutsche Valuta mit dem Verfall der an Deutschland übertragenen Wechsel auf das Auslaud und mit der Verausgabung der von der Neichs- regiernug aus den Mitteln der Kontribution bei ausländischen Banken begründeten Guthaben sein Ende finden, also in den ersten Monaten des Jahres 1874. Nun mußte aus den? Aufhöreu der Ursacheu des hoheu Standes der deutschen Valuta allerdings nicht unbedingt ein Sinken der deutschen Valnta unter ihre Goldparität eintreten. Deutschland erfreute sich ja, wie wir wissen, auch uuter normalen Verhältnissen im allgemeinen einer günstigen Zahlungsbilanz und eines Edelmetallzuflnsses aus dem Ausland, Aber mit der Beendigung der französischen Zahlungen traten keineswegs normale Verhältnisse ein. Wenn auch nur eiu Bruchteil der füuf Milliarden in Metallgeld an Deutschlaud übertragen worden war, so waren durch diese Übertragung doch sowohl die Verhältnisse des deutschen Geldnmlaufs als auch die internationale Verteilung der metallischen Zirknlationsmittel so stark verschoben worden, daß eine Reaktion uuaus- bleiblich war. Der deutsche Metallgeldbestand war in der Zeit von kaum zwei Jahren um die Hälfte vermehrt worden, zum großen Teil auf Kosten des Geldumlaufs anderer Länder. Je mehr die an Deutschland übertragene Summe Metallgeldes in den deutschen Umlauf überging, je mehr auf den großen Aufschwung der gesamten deutschen Volkswirtschaft eine allgemeine Abspannung und eine Erschlaffung des deutschen Geldbedarfes eintrat, desto deutlicher mußte sich in Deutschlaud Geldüberfluß zeigen, sowohl absolut genommen, als auch im Verhältnis zum Ausland. Der relative Geldüberfluß in Deutschland mußte in relativ niedrigen Zinssätzen auf dem deutschen Geldmarkt zum Ausdruck kommen, und diese niedrigen Zinssätze mußten ihrerseits zur Anlage flüssiger Geldmittel im Auslaud anreizen. Eine Ausgleichung auf die durch die Milliardenzahlung bewirkten Verschiebungen in der internationalen Zirkulationsverteilung war also uuausbleiblich. Auch audere Umstäude begünstigten einen Rückfluß von Edelmetall nach dem Ausland. — 427 — Vor allein die Gestaltung der Handelsbilanz, über welche folgende, der offiziellen Reichsstatistik entnommenen Zahlen Aufschluß geben: Waren-Einfuhr 1000 Mark Waren-Ausfuhr 1000 Mark Überschuß der Einfuhr 1000 Mark 1872 3,262.080 2,320,620 941.460 1873 3.7S6.033 2.301.788 1.454.245 1874 3,604.659 2.353.080 1.251.579 1875 3.S31.170 2.495.000 1.036.170 Zweifellos haben wir es hier mit einem ungewöhnlich hohen Einfuhrüberschuß zu thun. Diese stark ungünstige Handelsbilanz war, wie Nasse damals in einer vorzüglichen Abhandlung ^ ausführte, gleichfalls eine Folge der Kriegskontribution. „Wie sollte auch wohl", so schrieb Nasse, „eine solche Kapitalübertragung anders erfolgen als durch eine ungünstige Handelsbilanz des Landes, nach welchem das Kapital übertragen wird, und eine günstige desjenigen, aus welchem die Übertragung stattfindet. „Wenn mir mit französischem Kapital Festungen und Eisenbahnen bauen wollen, so nehmen wir, wie sich von selbst versteht, keine fremden Wertpapiere, so brauchen wir auch kein französisches Gold oder Silber, sondern wir müssen in stand gesetzt werden, einen Teil der Vermögens- nutzungen und Arbeitsleistungen, welche sonst für die Gewinnung des laufenden Bedarfs unseres Volks thätig sind, eine Zeitlang für diesen Zweck zu entbehren und zur Herstellung neueu Kapitals iu Eisenbahnen und Festungen verwenden zu können. Das kann aber nur dadurch geschehen, daß uns der Ausfall in der Produktion für den täglichen Bedarf, sowie die Mehrkonsumtion der besser gelohnten Arbeiter durch eine Zufuhr fremder Produkte ersetzt wird." Eine ungünstige Handelsbilanz muß uun an sich durchaus nicht unbedingt zu einer ungünstigen Edelmetallbewegung, zu eiuem Abfluß von Edelmetall nach dem Ausland führen. Deutschlaud, das schon vor dem Krieg überwiegend Gläubiger des Auslandes war, hatte gerade durch die Milliardenzahlung, welche eine große Menge ausländischer Wertpapiere nach Deutschland führte, einen bedeutenden Zuwachs feiner i Die Münzreforin und die Wechselkurse, Hirths Annalen 1875 S. 595 ff. — 428 — Forderungen an das Ausland und damit der jährlich vom Ausland zu beziehenden Zinssumme erhalten. Die deutsche Zahlungsbilanz hat also zweifellos durch die Milliardenzahlung eine erhebliche und dauernde Besserung erfahren. War Deutschland bereits vor dem Krieg imstande, vermöge seiner günstigen Zahlungsbilanz mehr Waren einzuführen als auszuführen, so war das nach dem Empfang der fünf Milliarden in noch weit höherem Maße der Fall. Aber es scheint, daß die Steigerung des Einfuhrüberschusses die Vermehrung der jährlich vom Alisland zu erwartenden Zahlungen noch übertraf. Um auf die Ausführungen von Nasse zurückzukommen: Die durch die Kriegsentschädigung bewirkte Kapitalübertragung vollzog sich zu einem großen Teil zunächst nicht in Waren, sondern in Metallgeld nnd in Wechseln uud Noten, welche von der Reichsregierung zur Beschaffung von Metallgeld verwendet wurde»; vermittelst des die Bedürfnisse des deutschen Umlaufs übersteigenden Betrages des Deutschland aus der Kriegsentschädigung zugeflossenen Bargeldes erfolgte dann später in der von Nasse dargelegten Weise die Beschaffung ausländischer Produkte. Auf die großen Bargeldübertragungen nach Deutschland mußte also aus zwei Gründen ein Rückfluß von Bargeld eintreten. Einmal, weil bei der relativen Geldfülle uud deu daraus hervorgehenden relativ niedrigen Zinssätzen in Deutschland die gewinnbringende Anlage von Bargeld im Ausland vorteilhafter war. Ferner, weil die ungewöhnlich gesteigerte Wareueinfuhr eine Versendung von Bargeld nach dem Ausland notwendig machte. Was den ersten Punkt, die Übertragung von Bargeld nach dem Ausland behufs gewinnbringender Anlage betrifft, so that die Börseu- krisis des Jahres 1873 ein übriges, um diese Übertragungen zu befördern. Die schlimmen Erfahrungen, welche das deutsche Publikum mit iuläudischen Jndustriepapiereu aller Art gemacht hatte, begünstigten in Verbindung mit den hohen Kursen der sicheren deutschen Wertpapiere, die ihrerseits wieder auf der Geldfülle in Deutschland beruhten, die Anlage deutschen Kapitals in ausländischen Werten in hohem Grade Bei der Beurteilung der Entwickelung der deutschen Valuta in jenen Jahren darf jedoch nicht übersehen werden, daß verschiedene Umstände vorübergehend den geschilderten Verhältnissen entgegenwirkten. Wir haben gesehen, daß der deutsche Metallgeldbestand bereits um die Mitte, des Jahres 1873, also bereits vor der Beendiguug der französischen Zahlungen, seinen Höhepunkt erreichte. In der zweiten Hälfte des Jahres 1873 bewirkte die Austreibung der fremden Silber- münzen, in der ersten Hälfte des Jahres 1874 bewirkte die Außerkurssetzung der Landesgoldmünzen eine Verringerung des deutschen Metallgeldvorrates, welche sich im ganzen auf etwa 150 Millionen Mark belief. Außerdem wurde in jener Zeit das in Elsaß-Lothringen umlaufende Frankengeld durch deutsche Münzen ersetzt. Die daraus hervorgehende Verringerung des Metallgeld be stand es ist allerdings für den freien Umlauf zu einem großen Teil dadurch nicht in Erscheinung getreteu, daß in jener Zeit sich die bisher in den Kassen des Reichs und der Einzelstaaten festgelegten Summen in die Zirkulation ergossen haben; aber ohne jene Gegenwirkungen hätte in der Zeit von Mitte 1873 bis Mitte 1874 der Umfang der freien Zirkulation, welcher bisher nicht in demselben Maße angewachsen war, wie der Umfang des deutschen Metallgeldbestandes, statt abzunehmen, eine bedeutend größere Vermehrung erfahren als der deutsche Metallgeldvorrat. Verstärkt wurde die Wirkung der Abnahme der Metallzirkulation in jener Zeit durch das Zusammenschrumpfen des ungedeckten Notenumlaufs seit dein Mai 1873. Daß diese Verhältnisse für die internationale Stellung des deutschen Geldwesens und für das Verhalten der deutscheil Valuta von Bedeutung waren, geht daraus hervor, daß bis zur Mitte des Jahres 1874 die deutsche Valuta sowohl im Verhältnis zu den auswärtigen Valuten als auch im Verhältnis zum Golde auf einem hohen Stande blieb, und daß von einem Goldabfluß nach dein Auslande damals noch keine Rede war, obwohl, wie wir gesehen haben, die Wirkung der französischen Zahlungen sich im wesentlichen bereits zu Anfang des Jahres 1874 erschöpfen mnßte. Erst als auch die geschilderten Gegenwirkungen gegen den verhältnismäßigen Geldüberfluß in Deutschland in Wegfall kamen und als von der Mitte des Jahres 1874 ab wieder eine Vermehrung des deutschen Geldbestandes eintrat, begann ein Goldabflnß nach dem Ausland, ein erhebliches Steigen der auswärtigen Wechselkurse und des Preises von Goldbarren und ausländischen Goldmünzen, ja sogar die Bildung eines Agios für die neuen Reichsgoldmünzen; mit einem Wort: eine Valutakrisis. Von diesen Erscheinungen beruhte nur eine einzige, der Abfluß von Bargeld nach dem Ausland auf der unmittelbaren Wirkung der Reaktion auf die Milliardenzahlung. Aus einein Edelmetallabfluß muß jedoch — 430 — keineswegs unbedingt eine Valntakrisis hervorgehen. Der deutsche Metallgeldvorrat bestand damals bereits zu etwa 44 Prozent aus Gold, hatte also bereits eine verhältnismäßig günstige Zusammensetzung. Andere Länder, z. B. die Niederlande, haben bei einer ungünstigeren Lage ihres Geldwesens vorübergehende Abflüsse von Gold ohne eine Entgleisung ihrer Valuta ertragen. Freilich bedeutete der um die Mitte des Jahres 1874 eintretende Umschwung die Ablösung des ausländischen Bedarfs nach Zahlungsmitteln für Deutschland durch eiueu deutschen Bedarf nach Zahlungsmitteln für das Ausland. Ein Steigen der ausländischen Wechselkurse war damit unvermeidlich, aber aus der Thatsache der für Deutschland ungünstig gewordenen Zahlungsbilanz folgte keineswegs an sich und mit Notwendigkeit ein Steigen der ausländischen Wechselkurse über die normale Grenze (die Ausfuhrpunkte für Gold), ebensowenig eil? Steigen des Goldpreises über den Ausmüuzungswert des Goldes und ein Agio für Reichsgoldmünzen. Wenn trotzdem auch diese letzteren Erscheinungen eintraten, so haben wir die Gründe dafür in der besonderen Beschaffenheit des damaligen deutschen Geldwesens und namentlich auch in dem Verhalten der deutschen Zettelbanken zu suchen. Daß die Beschaffenheit des deutschen Geldwesens die Möglichkeit eines Sinkens der deutschen Valuta unter ihre Goldparität bot, diesen Satz haben wir an die Spitze dieses Abschnittes gesetzt. Diese Möglichkeit war durch die beträchtliche Zunahme des Goldumlaufs und die Verringerung des Silbergeldes geringer geworden, aber sie bestand noch fort, solange nicht die Möglichkeit gegeben war, jederzeit für deutsche Silbermünzen und deutsche Zettel Goldgeld zu erhalten. Goldgeld allein war aber als Rimesse für das Ausland brauchbar, denn der Wert des Goldgeldes allein deckte sich mit seinem Stoffwert, während der Wert des geprägten Silberthalers damals schon um 6 bis 7 Prozent höher war, als der Wert seines Silbergehaltes. Ganz davon abgesehen, daß um die Mitte des Jahres 1874 die Silberprägung aus den Münzstätten der wichtigsten Länder, an welche Deutschland bare Zahlungen zu leisten hatte, gesperrt oder beschränkt war, hätte sich die Versendung und Umprägung deutschen Silbergeldes nur dann gelohnt, wenn die deutsche Valuta um den vollen Betrag der Silberentwertung seit 187 l, um etwa 7 Prozent, unter ihre Goldparität herabgegangen wäre. Der niedrigste Stand, welchen die deutsche Valuta, gemessen an dem Berliner Goldkurs, erreichte, war — bei einem Goldpreis von 1405 Mark pro Pfund fein — etwa 0,72 Prozent unter der Goldparität. Nun machte um die Mitte des Jahres 1874 das Gold zwar etwa 44 Prozent des gesamten deutscheu Metallgeld-Bestandes aus; an Reichsgoldmünzen waren bis zu diesem Zeitpunkte etwa 1.040 Millionen Mark ausgeprägt. Aber in dem freien Umlauf waren die Reichsgoldmünzen noch eine seltene Erscheinung. Von den bis zur Mitte des Jahres 1874 ausgeprägteu deutschen Goldmünzen lagen zunächst 120 Millionen Mark im Juliusturm. Die Preußische Bank hatte am 7. Juli 1874 einen Goldvorrat von etwa 482 Millionen Mark, der allerdings zum Teil aus Goldbarren und ausländischen Goldmünzen bestand. Jedenfalls überstieg der Bestand der übrigen deutscheu Zettelbanken an Reichsgoldmünzen den Bestand der Preußischen Bank an Goldbarren und ausländischen Sorten um ein Beträchtliches, sodaß man den damaligen Vorrat von Reichsgoldmünzen in den deutschen Zettelbanken aus mindestens 500 Millionen Mark veranschlagen muß. Erhebliche Bestände von Reichsgoldmünzen befanden sich außerdem in den Kassen des Reichs und der Bundesstaaten. Unter diesen Umständen mnßte es natürlich seine Schwierigkeiten haben, größere Summen Goldmünzen behufs der Versendung nach dem Auslande aus dem freien Verkehr zu ziehen. Ein Agio auf Reichsgoldmünzen uud eiu Steigen des Goldpreises über den Goldausmünzungs- wert mußte also entstehen, sobald die Banken, in deren Besitz mindestens die Hälfte des gesamten deutscheu Goldgeldvorrates sich befand, sich weigerten ihre Noten auf Verlangen in Gold einzulösen. Soweit es sich übersehen läßt, haben die deutschen Zettelbanken allgemein zu dieser Weigerung gegriffen, als Gold zu Exportzwecken von ihnen verlangt wurde. Während die Niederländische Bank zur Aufrechterhaltung ihrer Valuta für Exportzwecke stets Gold verabfolgt, währeud die Bank von Frankreich auf Verlangen in Gold zahlt, wenn auch unter Berechnung einer Prämie, scheinen die deutschen Zettelbanken, deren Barvorrat ganz überwiegend aus Gold bestand, damals unbedingt auf ihrem Recht der Zahlung in Silber bestanden zu haben. Was nutzte es min, daß der größte Teil der deutschen Banknoten durch Gold gedeckt war? Solange die Zettelbanken ihre Noten nur in Silber einlösten, waren ihre großen Goldbestände für die deutsche Valuta so gut wie nicht vorhanden, — 432 - und der Goldbedarf für das Ausland war auf den geringen Bruchteil des deutschen Goldbestandes, der sich im freien Umlauf befand, angewiesen. Damit war ein Agio für Reichsgoldmünzen unvermeidlich, und der Preis für Gold in jeder andern Form mußte eine Steigerung über seineu Ansmünzungswert erfahren. Denn die Arbitrageure, welche das Gold zur Versendung nach dem Ausland brauchten, suchten sich natürlich das von ihnen benötigte Gold durch das Bieten höherer Preise zu verschaffen und sich durch die Bewilliguug eines Aufgeldes die Mühe des Zusammenlesens der Reichsgoldmünzen aus der Zirkulation soviel wie möglich zu erleichtern. Sobald aber ein Agio auf Reichsgoldmünzen entstand und der Preis des Goldes über seinen Ausmünzungswert stieg, war das Pari zu den ausländischen Goldvaluten verschoben. Der Wechselkurs konnte jetzt nicht nur um die Kosten der Versendung, Einschmelzung und Umprägung über die ehemalige Parität steigen, sondern auch um den Betrag des Goldagios. Damit haben wir die volle Erklärung für die Valuta-Krisis. Wir untersuchen nunmehr ihren thatsächlichen Verlauf. In der ersten Hälfte des Jahres l874 waren die deutschen Diskontsätze eher höher als niedriger, als diejenigen des Auslandes, es bestand also in Deutschland noch keine größere Geldfülle als außerhalb. Die auswärtigen Wechselkurse und die Goldpreise hielten sich in den ersten Monaten des Jahres l874 beträchtlich unterhalb der Parität und zogen erst gegen Mitte des Jahres etwas an. Im Juni trat ziemlich plötzlich ein Umschwnug ein. Während der Berliner Privatdiskont — bei einem Bankdiskont von 4 Prozent — sich von Juni bis zu Ende des September zwischen 2^/2 und 2^/4 Prozent bewegte, stieg in London der Privatdiskont für Dreimonats- Wechsel von 2^/» Prozent im Juni auf 4 Prozent im August und hielt sich im September auf etwa 3 Prozent. Brüssel hatte damals einen Privatdiskont von etwa 3^4 Prozent; in Paris schwankte der Marktdiskont zwischen 3^4 und 3°,8 Prozent. Deutschland hatte also die niedrigsten Zinssätze uud damit war ein Anreiz zur Anlage von Barmitteln im Auslande gegeben. Die Folge war eine verstärkte Nachfrage nach ausländischen Wechseln und damit ein Steigen der Wechselkurse. Am stärksten war die Differenz zwischen dem Berliner und dem Pariser Privatdiskont, und die fran- — 433 — zösischen Wechselkurse waren es, welche damals die größte Steigerung aufwiesen. Die Wechsel auf England zeigten zwar gleichfalls eine beträchtliche Kurssteigerung, aber sie erreichten damals noch nicht den Ausfuhrpunkt für Gold, während die Wechsel auf Frankreich bereits im August zeitweise die Ausfuhr von Gold ermöglichten. Durch die Zeitungen gingen vielfach stark übertriebene Nachrichten über starke Goldversenduugen aus Deutschland nach Frankreich und Belgien. Zweifellos sind Frankreich damals bedeutend größere Summen Gold als aus Deutschland von England zugeflossen, das sich seinerseits bemühte, zur Befriedigung des französischen Goldbedarfes Gold von auswärts herbeizuziehen. Es gelang jedoch damals noch nicht, von Deutschland nennenswerte Beträge zu erhalten. Nichts desto weniger hatten die Nachrichten über den Goldabfluß eine förmlich alarmierende Wirkung. Vor allem hielt es die Preußische Bank für ihre Pflicht, dein Steigen der auswärtigen Wechselkurse und dem Goldabfluß entgegenzutreten. Sie benutzte den erfahrungsgemäß im Herbst eintretenden starken Geldbedarf zu einer Erhöhung ihres Diskontsatzes auf 5 Prozent (am 3. Oktober). Der Privatdiskont folgte, aber nur zögerud und unvollständig. Ende Oktober sank er wieder auf 4 Prozent, im November ging er sogar unter 4 Prozent hinab. Immerhin zeigte sich eine Wirkung dieser Maßregel auf das Verhalten der deutschen Valuta. Die Wechselkurse auf Frankreich gingen im Oktober zeitweise bis ans also bis nahe auf die Parität hiuab, die Kurse auf England sanken vorübergehend sogar unter die Parität, und der Preis des Goldes, welcher im September bis auf 469 Thaler — 1407 Mark! — gestiegen war, sank im Oktober gleichfalls zeitweise bis auf seinen Ausmünzuugswert. Als im November der deutsche Marktzinsfuß zurückging, während der Londoner Diskont eine steigende Richtung zeigte und während namentlich Brüssel dauernd einen hohen Privatdiskont hatte, trat von neuein ein Steigen der Wechselkurse und des Goldpreises und eine Versendung von Gold ein. Die Preußische Bank suchte diesen Erscheinungen abermals durch eine Diskonterhöhung entgegenzutreten. Am 23. November erhöhte sie ihre Rate auf 6 Prozent. Aber diesesmal hatte die Maßregel keinen Erfolg, da sie nicht, wie im Oktober, durch einen thatsächlichen Geldbedarf auf dem offenen Markte unterstützt wurde. Der Privatdiskont ging nur bis 4^2 Prozent in die Höhe, und auch das nur für Helfferich, Beiträge zur Geldreform. 28 — 434 — wenige Tage. In der ersten Dezemberhälfte sank er bis auf 3^4 Prozent, also volle Prozent unter den Bankdiskont. Diese Thatsache zeigt, wie wenig die Preußische Bank damals im Stande war, deu Geldmarkt zu beherrschen. Der Grund ist nicht nur iu dem Umstand zu suchen, daß die Preußische Bank keine Centralbank war, daß ihr andere Notenbanken Konkurrenz machen uud ihre Diskontpolitik durchkreuzen konnten. Auch die mächtigste Centralbank ist außer stand, den Markt dauernd zu einer Zinserhöhung zu zwingen, die nicht durch die thatsächliche Lage der Verhältnisse geboten ist, welche vielleicht sogar der Lage des Marktes widerspricht. Ist eine gewisse Geldknappheit vorhanden, sind die Privatdiskonteure nicht im stand, alle ihnen angebotenen Wechsel zu diskontieren, oder können sie das nur, indem sie selbst Geld aus der Centralbank beziehen, dann kann die Bank den Diskont mit Leichtigkeit regulieren. Im übrigen kann sie nur vor Gefahren warnen und auf Verhältnisse vorbereiten, deren Herannahen sie eher wahrzunehmen im stände ist, als der Geldmarkt. Dagegen muß, wenn auf dem offenen Markte reichlich flüssige Mittel vorhanden sind, ein Anziehen der Diskontschraube seitens der Centralbank, einerlei aus welchen Gründen sie erfolgt, auf die Dauer ihre Wirkung versagen. So hatte auch dainals die Preußische Bank, als sie, um dem sich mit Notwendigkeit ans der Lage der Dinge ergebenden Goldabfluß vorzubeugen, trotz der relativen Geldslnssigkeit und trotz ihres eigenen nicht ungünstigen Standes den Diskont auf 6 Prozent erhöhte, keinen nachhaltigen Erfolg. Nur ganz vorübergehend gelang es, die auswärtigen Wechselkurse und den Preis des Goldes etwas zu drücken, und dabei ist es zweifelhaft, ob die Wirkung ausschließlich auf die Diskonterhöhung zurückzuführen ist. Wenigstens glaubt Nasse iu seiner erwähnten Abhandlung, den vorübergehenden Kursrückgang der auswärtigen Wechsel zum Teil auf Verkäufe fremder Wechsel seitens der Reichsregierung zurückführen zu dürfen. Zweifellos hat Deutschland im letzten Quartal des Jahres 1874 beträchtlich größere Mengen Gold an das Auslaud abgegeben, als in den Monaten August und September. Die Wechselkurse auf London erreichten zeitweise den Goldpunkt; die französischen Wechselkurse überstiegen den Goldpunkt oft sehr beträchtlich, ja ihre Durchschnitte für den November und den Dezember sind mit 81,5 höher als der Goldpuukt, der damals ungefähr bei 81,4 lag. Die ersten Monate des Jahres 1875 brachten überall eine Erleichterung des Geldmarktes, am stärksten in Deutschland, wo der Privatdiskont im Februar bis aus 2Vs Prozent hinabsank nnd vom Februar bis in die zweite Hälfte des Mai niemals 3 Prozent überstieg. Die Preußische Bank ging mit ihrem Diskontsatz bereits im Januar von 6 Prozent auf 4 Prozeut herab. Die Pariser Diskontsätze hielten sich seit dem Februar im Durchschnitt etwa Vü Prozent höher als die Berliner, und die Sätze iu London überstiegen die Pariser um eine Kleinigkeit. Der Goldabfluß aus Deutschland, welcher im Dezember unterbrochen worden war, begann von neuem. Die Banken beharrten bei ihrer Weigerung, Gold herauszugeben, uud die Beschaffung von Goldmünzen aus dem freien Verkehr wurde immer schwieriger. Allgemein wurde für Reichs- goldmüuzeu ein Aufgeld gezahlt, das bis zu ^2 Prozent stieg. Die Folge war, daß die ansmärtigen Wechselkurse iu unerhörter Weise in die Höhe gingen. Im Mai erreichten sie ihren Höhepunkt. Der kurze Wechsel auf London notierte damals 20,65 Mark, der Wechsel auf Paris stieg bis auf 81,85 Mark. Die Kurse auf beide Läuder stiegen also nm mehr als 1 Prozent über Pari, während unter normalen Verhältnissen eine Steigerung um >/s Prozent genügt, um eine Versendung von Gold herbeizuführen und eine weitere Steigerung unmöglich zu machen. Glücklicherweise war die Valutakrisis nur eine verhältnismäßig knrze Episode, die ihrer Natur nach nicht länger andauern konnte, als die Ursache, welche sie hervorgerufen hatte, selbst wenn ihre Vorbedingung, das Überwiegen des Silbergeldes und des in Gold nicht unbedingt einlösbaren Papieres im freien Umlauf, bestehen blieb. Das einzige Mittel, um die Wiederkehr einer solchen Krisis mit Sicherheit für alle Zukunft zu beseitigen, war allerdings die Beseitigung dieser Vorbedingung, aber bei der im allgemeinen günstigen Zahlungsbilanz, welcher sich Deutschland erfreute, genügte das Aufhören der unmittelbaren Ursache der Krisis, verbunden mit einigen vernünftigen Maßregeln der Bankpolitik, um die deutsche Valuta bis zur völligen Durchführung der Geldreform vor ähnlichen Erschütterungen zu sichern. Die wichtigste der uumittelbarcu Ursachen der Valutakrisis war die verhältuismäßige Geldflüssigkeit in Deutschland. Diese Ursache fing gegen Ende Mai 1875 unter der Einwirkung verschiedener Umstände allmählich an zu verschwinden. Ein stärkere Einziehnng von Silbermünzen, welche durch die für den 28« 1. Januar 1876 vorgesehene Proklamation der Reichswährung not- wendig geinacht wurde, entzog dem Geldmarkt einen Teil seiner flüssigen Mittel. In weit höherein Grade wirkte jedoch die Zurückziehung der Noten- Abschnitte unter 100 Mark, welche gleichfalls bis zum 1. Januar 1876 vollzogen sein mußte. Schon vom 1. Juli 1875 ab war es den Banken verboten, ihre Noten unter 50 Mark, welche bei den Bankkassen eingingen, wieder auszugeben; Noten fremder Banken in diesen Abschnitten durften gleichfalls nicht wieder ausgegeben, sondern mußten zur Einlösung präsentiert werden (Gesetz vom 21. XII. 1874). Außerdem stand die Einziehung der Noten unter 100 Mark unter der Kontrolle der Reichsregierung, welcher die Banken für jeden Monat den Betrag der umlaufenden, der in ihren Kassen befindlichen und der vernichteten Noten, nach den einzelnen Abschnitten gesondert, nachzuweisen hatten. Es bestand kein Zweifel daran, daß die Beseitigung der kleinen Abschnitte zu einer beträchtlichen Verminderung des gesamten Notenumlaufes führen werde. Die Zettelbauken mußten bei Zeiten daran denke», die nötigen Barmittel zur Einlösung desjenigen Teils der kleinen Abschnitte zu beschaffen, welcher nicht durch Noten von 100 Mark und darüber ersetzt werden konnte. Es fand also nicht nur eine Verminderung des Papierumlanfes statt, sondern die Verminderung wirkte außerdem unmittelbar auf die empfindlichste Stelle, auf die Zettelbanken. Um ein angemessenes Verhältnis zwischen ihrem Barvorrat und ihrem Notenumlauf anfrecht zu erhalten, sahen sich die Banken genötigt, durch hohe Diskontsätze Bargeld herbeizuziehen und ihre Kreditgewährung zu beschränken. Wir wissen aus dein vorigen Abschnitte', daß es den Zettelbanken nicht gelang, die notwendigen Barmittel zur Einlösung des gesamten Betrags, um welchen sich der Notenumlauf infolge der Beseitigung der kleinen Abschnitte verringerte, bis zum Schluß des Jahres 1875 zu beschaffen. Die Folge war eine Verschlechterung der Notendeckung, und diese Verschlechterung zwang die Banken zu Kreditbeschränkungen und Zinserhöhungen. Diese natürlichen Wirkungen der Bankreform sind augenscheinlich durch Operationen der Preußischen Bank, wenn nicht verstärkt, so doch beschleunigt worden. Vom Jnli ab trat eine Verminderung des Metall- ' Siehe oben S. 41V. — 437 — bestandes der Preußischen Bank ein, während ihr Vorrat an Noten anderer Banken eine entsprechende Zunahme auswies. Die Berliner „Börsenzeitung" behauptete damals, diese Erscheinung erkläre sich dadurch, daß die Preußische Bauk die kleinen Notenabschnitte der andern Banken aufkaufe und ansammle, um dereu Beseitigung aus dem Verkehr zu beschleunigen und sie so rasch als möglich den betreffenden Banken zur Einlösung zu präsentieren. Diese Behauptung erscheint nicht unwahrscheinlich; denn das Verfahren der Preußischen Bank war sowohl für die Durchführung der deutschen Geldreform, als auch vom Standpunkt der Preußischen Bank selbst aus sehr zweckmäßig, indem es nämlich die bisherigen kleinen Konkurrenten frühzeitig zn Einschränkungen zwang. Die Verwandlung des Staatspapiergeldes in Reichskassenscheine kann dagegen einen erheblichen Einfluß auf den deutschen Geldmarkt nicht ausgeübt haben, da die bisherigen Scheine der Einzelstaateu zunächst fast zu ihrem vollen Betrag durch das neue Reichspapiergeld ersetzt wurden. Immerhin mag der Umtausch der alten Scheine gegen die neuen eine gewisse Störung des Umlaufs hervorgerufen haben, welche geeignet war, die durch die Beseitigung der kleinen Notenabschnitte verursachte Anspannung des deutschen Geldmarktes noch etwas zn verschärfen. Die Wirkung aller dieser Verhältnisse auf den Geldmarkt war folgende: Bereits im Mai, als die auswärtigen Wechselkurse ihren Höhepuukt erreichte», und als das Pfund Feingold in Berlin 1405 Mark notierte, begann eine Verschiebung der Verhältnisse des internationalen Geldmarktes einzutreten. Der Berliner Marktdiskont fing an zu steigen, während der Londoner Privatdiskont annähernd gleich blieb und der Pariser Diskont einen Rückgang zeigte. In der zweiten Junihälfte stieg der Berliner Diskont auf 3^/8 Prozent, ^ Prozent über den Pariser Diskont, nnd er erreichte damit fast die Höhe des englischen Marktzinssatzes (3-/2 Prozent). Während sich vom Juli ab der Pariser Marktdiskont fast unverändert auf 3 Prozent hielt, wurde iu Loudon das Geld immer flüssiger. Von Aufaug Juli bis Mitte August sank dort der Privatdiskont für Dreimouatswechsel von 3V2 Prozent auf 2 Prozent; am 12. August setzte auch die Bauk von England ihren offiziellen Satz auf 2 Prozent herab. - 438 — In Deutschland dagegen machte in dieser Zeit die Versteifung des Geldmarktes weitere Fortschritte. Am 13. Jnli erhöhte die Preußische Bank ihren Satz auf 5 Prozent und der Marktdiskont stieg über 4 Prozent hinaus. Im September ging die Preußische Bank gar auf 6 Prozent in die Höhe. Bis zum Ende des Jahres hielt die ungewöhnliche Geldknappheit in Deutschland an. Während vom Februar bis zum Mai 1875 der Berliner Markt die niedrigsten Zinssätze in Europa aufwies, hatte er in der zweiten Hälfte des Jahres 1875 die höchsten. Die Wirkuug dieser Verschiebung auf die Haltung der deutschen Valuta trat mit aller Deutlichkeit in Erscheinnng, Von Ende Juli ab bis zum Jahresschluß hielte» sich die auswärtigen Wechselkurse, welche in der ersten Hälfte des Jahres die Parität erheblich überschritten hatten, so sehr unter der Parität, daß an die Stelle des Goldabflnsses aus Deutschland ein sehr beträchtlicher Goldzufluß trat. Der Preis des Goldes giug unter seinen Ausmünzungswert hinab und hielt sich in den letzten Monaten des Jahres 1875 zumeist auf dem Satz von 1392 Mark, zu welchem die Reichsbank nach dem § 14 des Bankgesetzes zum Ankauf von Gold verpflichtet sein sollte, und zu welchem, bereits ehe diese Bestimmung in Wirksamkeit trat, die Preußische Bank seit dem Angust 1875 Gold ankaufte. Bedeutend gefördert wurde der Rückgang der auswärtigen Wechselkurse zweifelsohne durch den Umstand, daß die Neichsregierung in jener Zeit zur Abstoßung fremder Wertpapiere, die sich noch in ihrem Besitz befanden, genötigt war. Die gesetzlichen Bestimmungen über die Anlage des Reichs- Jnvalidenfonds ließen nur bis zum 1. Januar 1876 die Anlage auch in ausländischen Wertpapieren zn. Bis zu diesem Termine mußten also die fremden Papiere des Jnvalidenfonds veräußert werden. Soweit diese Papiere an das Ausland zurückverkauft wurden, entstand für Deutschland ein Plus von Forderungen, welches die deutsche Valuta günstig beeinflußte. Wenn man die Ereignisse in ihrem Zusammenhang betrachtet, dann stellt sich die Valutakrisis in allen ihren Erscheinungsformen, so sehr sie damals die Geister verblüff.e uud verwirrte, weder als etwas Unerhörtes noch als etwas Rätselhaftes dar. Sie war lediglich eine Bestätigung längst erkannter volkswirtschaftlicher Wahrheiten, und ihr Eintreten war für vorausblickende Volkswirte nichts weniger als eine Überraschung. Der Verlauf der Krisis bietet wissenschaftlich ein großes Interesse. Mir ist kein Fall bekannt, in welchem sich der Zusammenhang zwischen der Verschiedenheit des Geldbedarfs in den einzelnen Ländern, der Ge- — 439 — staltung der Wechselkurse uud der internatioualen Goldbeweguug derartig schlagend und handgreiflich, förmlich auf den? Experimentiertisch, nachweisen ließe. Es ist auch kaum ein zweiter Fall dieser Art denkbar; denn die gewaltsame Verschiebung der internationalen Umlaufsverhältnisse, welche den Goldbewegungen der Jahre 1874/75 vorausging, war ein menschlicher und willkürlicher Eingriff in und gegen die natürliche Entwickelung. Hier bietet sich deshalb, wie durch ein Experiment gegeben, die Gelegenheit, zu beobachten, wie die wirtschaftlichen Gesetze auf einen gewaltigen und gewaltsamen Eingriff reagierten, und wie die natürlichen Verhältnisse das Gleichgewicht zwischen Geldbedarf und Geldumlauf in den einzelnen Ländern wieder herstellten. Wie der weitere Verlauf der Dinge zeigte, war mit der einschneidenden Wendung um die Mitte des Jahres 1875 die kritische Periode für die deutsche Valuta endgiltig überwunden. Nicht als ob mit der auf akuten Ursachen beruheuden Geldknappheit der zweiten Hälfte des Jahres 1875 die Reaktion auf die durch die Kriegskosteuentschädigung herbeigeführte Störung der internationalen Zirkulatiousverhältnisse völlig abgeschlossen gewesen wäre. Die folgenden Jahre haben vielmehr, wie wir wissen, weitere Verminderungen des deutschen Metallgeldbestandes und zeitweise sehr erhebliche Goldexporte gebracht. Aber selbst der stärkste Goldabfluß hat von nun ab uiemals mehr eine Entgleisung der deutschen Valuta herbeigeführt. Die auswärtigen Wechselkurse stiegen niemals mehr als um die Versendungskosten für Gold etc. über die Parität, und der Kurs des Goldes überstieg nur selten, und vor allem niemals erheblich, seinen Ausmünzungswert. Der Grund war natürlich vor allem die fortschreitende Verminderung des deutschen Silberumlaufs und die entsprechende Vermehrung des deutschen Goldvorrates uud namentlich der freien Goldzirkulation. Aber die Veränderungen in der Zusammensetzung des deutscheu Geldumlaufs waren an sich doch nicht so bedeutend, daß sie mit zwingender Notwendigkeit einen Rückfall in die Valntakrisis von 1874/75 hätten ausschließen müssen. Beim Beginn des Goldabflusses um die Mitte des Jahres 1874 betrug der Anteil des Goldes an dein gesamten deutschen Metallgeldvorrat 43,7 Prozent; beim Beginn des Jahres 1877, welches einen stärkeren Goldabfluß brachte, als das Jahr der Valutakrisis, war der Anteil des Goldes 51,7 Prozent. Der Unterschied ist nicht so gewaltig, daß er allein die Erklärung dafür geben kann, warum 1874/75 die deutsche Valuta erschüttert wurde, während sie 1877 keine Störung erfuhr. — 440 — Die volle Erklärung liegt in einer höchst bedeutungsvollen bankpolitischen Änderung. Die Preußische Bank hatte, wie alle übrigen deutschen Zettelbanken, während der kritischen Periode der deutschen Valuta die Herausgabe von Gold verweigert. Die Folge war, daß, während ihr gesamter Metallvorrat sich verringerte, ihr Goldvorrat in der Zeit der Goldexporte nicht nur keine Abnahme, sondern sogar eine kleine Zunahme zeigte. Folgende dem Verfasser auf Wunsch mitgeteilte Zahlen geben einen Überblick. Metallvorrat Millionen Mark Goldvorrat Datum Millionen Mark »/» des Metallvorrats 7. Januar 1874 704,0 476,4 67,7 7. Juli 1874 710,0 481,8 67,8 7. Januar 187S 609,2 494,S 81,0 7. Juli 187S S84.3 49S,0 84,7 Niemals später zeigte der Metallbestand der Reichsbank eine ähnlich günstige Zusammensetzung wie in der ersten Hälfte des Jahres 1875, während der Zeit der Valutakrisis! Anfang Juli 1875 waren in der Bank nicht ganz 90 Millionen Mark in Landessilbermünzen und Scheidemünzen vorhanden. Aber der günstige Stand der als Centralbank in Aussicht genommenen Preußischen Bank konnte solange keine Wirkung auf die deutsche Valuta ausüben, als die Bank nur in Silbergeld zahlte. Man kann über die Zweckmäßigkeit dieses Verhaltens der Preußischen Bank streiten. Hätte sie bereits vom Jahre 1874 ab in Gold gezahlt, dann hätte sich ihr Goldvorrat während der Valutakrisis mit aller Sicherheit sehr bedeutend verringert. Solange sie bei den Goldzahlungen geblieben wäre, hätte die deutsche Valuta nicht unter ihre Goldparität sinken können; aber es ist fraglich, wie lange die Preußische Bank die Goldzahlungen hätte aufrecht erhalteil können. Vom Juli 1875 fing nun die Preußische Bank an, auf Verlangen ihre Zahlungen in Gold zu leisten ^; und obwohl bis auf den heutigen Tag die Thaler gesetzliches Zahlungsmittel bis zu jedem Betrag sind, hat seit jenem Termin die Preußische Bank und späterhin die Reichsbank i Camphausen sagte im Reichstag (Sten. Ber. 1876—1876 S. 669): „Seit Anfang Juli 1875 haben wir die Preußische Bank und alle ihre Filialen vermocht, ihre Zahlungen in Goldmünzen zu leisten." niemals die Zahlung in Gold verweigert, wenigstens nicht an ihrem Hauptsitze, in Berlin Damit war die Möglichkeit gegeben, für jede Art von deutschem Geld Reichsgoldmünzen im gleichen Nennwert zu erhalten, und mit dieser Möglichkeit war fernerhin eine Erschütterung der deutschen Valuta nur für den Fall des Versagens der Reichsbank denkbar. Seit der Aufnahme der Goldzahlungen war das Schicksal der deutschen Valuta aufs eugste mit dem Schicksal der Reichsbank verknüpft. Wie durch die Goldzahlungen der Preußischen Bank und der Reichsbank für die Zukunft ein Sinken der deutschen Valuta ausgeschlossen war, so wirkten um dieselbe Zeit andere Maßregeln dahin, ein Steigen der deutschen Valuta über ihre Goldparität, wie es namentlich im Jahre 1871 und auch späterhin in allerdings beschränkterem Maße stattgefunden hatte, für die Folgezeit unmöglich zu machen. Eine Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 8. Juni 1875 gab die Goldprägung frei und normierte die Prägegebühr auf 3 Mark pro Pfund Feingold. Der von der Münze für das Pfund Gold zurückzuerstattende Preis war also 1392 Mark, derselbe, welchen die Reichsbank nach H 14 des Bankgesetzcs für Barrengold zu zahlen verpflichtet sein sollte. Die Erfüllung dieser letzteren Bestimmung, welche erst am 1. Januar 1876 in Kraft treten konnte, wurde von der Preußischen Bank bereits im August 1875 freiwillig übernommen. Damit konnte der Kurs des nach den Vorschriften der Reichsbank ordnungsmäßig probierten Goldes nicht mehr unter 1392 Mark pro Pfund fein sinken. Der Wert des deutschen Geldes konnte also nur um wenig mehr als 2 Promille über seinen gesetzlichen Goldgehalt steigen. So war um die Mitte des Jahres 1875 die Angliederung des deutschen Geldwertes an das Gold definitiv vollzogen. Dank der im allgemeinen günstigen Zahlungsbilanz und Dank der Haltung der Reichsbank, welche auch unter scheinbar bedrohlichen Verhältnissen stets an der einmal ausgenommenen Goldzahlung festhielt, war das Werk der Geldreform hinsichtlich der Valuta bereits zu einer Zeit gelungen, als hinsichtlich der Umgestaltung des Geldumlaufs der schwierigste Teil der Reforinarbeit, die Abstoßung des Silbers, erst in geringem Umfang erledigt war. — 442 /-z :« s i-> :s M »-> « L ^ K « ^ ki » z-> « ?S- >s « S S » - Z ^ <2) ^ « « !-> K s! >S ^ « -^2 ^ N « UI^ x: 5) ^ »-> L « «-n KL ?t « ^ -s> <2 !-> 'S »» «» kS ?: « ^> « « « »-> s >-» « ^ n « -L> »-> W ^: -c> W ^ c-> N N « «> ^» ^-2 >-> » L >s ^« s c- » c: c« » ^. 'S V- ^ ^ ^ S? L i? ^ Z,ö? s- <2> ^? W W^ -S-LZ ^ 8 Ä -S-?W W ^ ^ Dezbr. ^ !Z ^ W -0 ^.^A ^ WtI ^! ? ^ W cs" Novbr. ~! Z ^ W " ^ mÄ « NZ ^ ^^SZ Q 71 ! ? WWW WZ >L Ä ^^LZ ^5 Sep ^ -8 Ä ^ D ^ W ^ W^ August ^SZ' ^^s^S ^ ^ 8 co M WK ^ ^ ö? ZZZ 7^ ^' WWW s s? 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Ä ^ ^ 173,85 174,30 174,07 168,70 169,20 1871 niedrigster. . höchster. . . durchschnittl. . 1872 niedrigster. . höchster. . . durchschnittl. . 1873 niedrigster. . höchster. . . durchschnittl. . 1874 niedrigster. . höchster. . . durchschnittl. . 1875 niedrigster. . höchster. . . durchschnittl. . 187« niedrigster. . höchster. . . durchschnittl. . Del>Wec!i8ellM8 suil ? Ä>»^> e^^l^^n., ^>/!x? c!xi^ ( l871 ß.ü? 1876 .cl,^^'^ 6 c6,^i^sn>6t^> ^ 5c^>^^^^e^e^ ^^i^A^^ 0x»^ l^Z s x . Z ^ ö. ^ ^ O L S ^ <> ^ Z ^ 'S ^ ß ^ K ^ ^ ^>> ^ ^ c. L ZL^LLZ ^ ^ ^ ^ Ä ?! ^ °-! ^ ^ L ^- « ^ ^ ^> s ?^ Q ^ ^ s K ^ L ^ ^ ^ ^. 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Februar > > > Q ? ? ? 2>?ZZ> «Z c» c« Januar ! ! > ^ ? ^ - ^ ^> 2> oo c« oc> <^> uz Q -ZZ ^ 1871 niedrigster. . höchster. . . durchschnittl. . 1872 niedrigster. . höchster. . . durchschnittl. . 1873 niedrigster. . höchster. . . durchschnittl. . 1874 niedrigster. . höchster. . . durchschnittl. . 1875 niedrigster. . höchster. . . durchschnittl. . — 449 im ganzen Jahre r2 ^ ^ cl-'^-I'^ oo 00 00 8 ^ Ä öo oo oo 888 <^'^-, ^-7 oo oo 00 ci- ciz W ^ 00 oo -2> ^"-IS ooooao Dezbr. 81,10 ^ 81,25 81,18 ! ll? Q00 00 00 00 8 ^ 8 <^^-7Q oo oo oo ci--^^ oo oo oo N 81,15 81,35 81,20 81,10 81,35 81,25 888 c^^Q 000000 ci> o? ^ -o « ci>'c2>'ciz 00 00 00 Oktober ^8^?^ 00 00 00 888. 00 00 00 82^? c^^-7-i? 000000 ? 8 ^ >^ -?"ci-' 002000 >6 s- Ä 31,- 81,20 81,09 8 ooooöo 88 8 -^"^-7-7 oo 00 00 88^0 Q Q cl-' 20 00 oo ? 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Es sind geprägt worden Doppelkronen Kronen ^ Halbe Kronen Zusammen Bis Ende des Jahres 1872 339,115,780 82.358.350 — 421.474.130 im Jahre — 1873 479,763.640 114,599,250 — S94.362.890 1874 63.661.380 29646.000 — 93,507.380 1875 91.649,800 74,771,050 — 166.420.850 1876 123,494,600 35.929.680 24.443.005 159.424.280 1877 61.538.640 26,557.830 3.526.920 112.539.475 1878 85.691 880 35.911,990 — 125.130.790 1879 23,196,000 23,191.060 — 46.387,060 1880 2.398,200 25,594.040 — 27.992.240 1881 8,801.120 6.720,100 — 15.521.220 1882 13.173.260 133.820 — 13.307,030 1883 38,155.340 132.130 — 88.237.470 1884 57,661.740 .— — 57.661.740 1885 8,143.920 — — 8.148.920 1886 35.595,400 144.980 — 35.740,380 1887 118.215,420 — — 113.215,420 1888 124.124,160 20.164.590 — 144.288.750 1889 202,139,760 239 420 — 202.379.180 1390 73.895.080 26,254.130 — 100.149.210 1891 55.049.140 4.139.180 — 59.188.320 1892 36,896,840 346.330 — 37.243.170 1893 80.227,700 30.193.260 — 110.420.960 1894 157,106.560 175,600 — 157.282.160 1895 107.224,520 289.490 — 107.514.010 1896 85,771.360 19.83l.480 — 105,602,340 1897 124.823.340 1.839.080 — 126.662.420 Zusammen: 2.647.519.580 559.362.840 27.969.925 S.234.852.34S 454 — 2. Einziehungen. Es sind eingeDoppelkronen Kronen Halbe Kronen Zusammen zogen worden' ^i- ^ ^ im Jahre 1878 91.140 69.490 , 80 160.710 1879 142.340 114.340 1.770 258.450 1880 93.540 70.090 1.925 165.555 1881 84.400 60.800 1.485 146.685 1882 72.760 58.550 825 132.135 1883 68.680 52.070 800 121.550 1884 82.100 61.400 550 144.050 1885 82.160 62.840 560 145.560 1886 72.220 64.760 460 137.440 1887 83.580 90.180 405 174.165 1888 85.380 154.970 390 240740 1889 77.320 326.570 340 404.230 1890 69.500 309.000 250 378.750 1891 78.520 269.890 250 348.660 1892 81.840 110.590 180 192.610 1893 80.540 96.220 165 176.925 1894 81.120 210.690 120 291.930 1895 75.060 445.050 1.485 521.595 1896 132.220 1.017.700 110 1.150.030 1897 277.800 656.370 75 934.245 3. Überschuß der Aus Prägungen über die Einziehungen. Es waren netto ausgeprägt Doppelkronen Kronen Halbe Kronen Zusammen ^ ^« Bis zuni Schluß des Jahres 1872 339.115.780 82.358.350 — 421.474.130 1873 818.879.420 196.957.600 — 1.015.837.020 1874 882.540.800 226.803.600 — 1.109.344.400 1875 974.190.600 301.574.650 — 1.275.765.250 1876 1.097.685.200 337.504.330 — 1.435.189.530 1877 1.159223.840 364.062.160 24.443.005 1.547.729.005 1878 1.244.824.580 399.904.660 27.969.845 1.672.699.085 1879 1.267.878.240 422.981.380 27.968.075 1.718.827.695 1880 1.270.182.900 448.505.330 27.966.150 1.746.654.380 1881 1.278.899,620 455.164.630 27.964.665 1.762.028.915 1882 1.292.000.120 455.239.900 27.963.840 1.775.203.860 1883 1.380.086.780 455.319.960 27.963.040 1.863.369.780 1884 1.437.666.420 455.258.560 27.962.490 1.920.887.470 1885 1.445.733.180 455.195.720 27.961.930 1.928.890.830 1886 1.431.256.360 455.275.940 27.961.470 1.964.493.770 1887 1.599.388.200 455.185.760 27.961.065 2.082.535.025 1888 1.723.426.980 475.195.380 27.960.675 2.226.583.035 1889 1.925.489.420 475.108.230 27.960.335 2.428.557.985 1890 1.999.315.000 500.253.360 27.960.085 2.527.528.445 1891 2.054.285.620 504.922.650 27.959.835 2.587.168.105 1892 2.091.100.620 505.158.390 27.959.655 2.624.218.665 1893 2.171.247.780 535.255.430 27.959.490 2.734.462.700 1894 2.328.273.220 535.220.340 27.959 370 2.891.452.930 1895 2.435.422.680 535.064.780 27.957.885 2.998.445.345 1896 2.521.061.820 553.878.560 27.957.775 3.102.898.155 1897 2.645.607.360 555.061.270 27.957.770 3.228.626.330 ' Vor 1878 fanden keine Einziehungen statt. — 455 — L. Neichssilbermiinzen. 1. Ausprägungen. Es sind FünfZweiEinFünfzig- Zwanziggeprägt markstücke markstücke markstücke pfennigflücke pfennigstücke worden ^ ^ii ^ ^ Im Jahre 1873 — — 1.167.733 — 1.182.562,00 2.350.295,00 1874 4.992,050 — 32.540.104 — 8.799.467,40 46.331.621,40 187S 20.126.485 — 74.410.221 10.810.380,00 10.211.908,60 115.558.994,60 1876 46.534.560 74.773.814 35.394.107 37.993.846,50 15.383.908,80 210.080.236,30 1877 _ 23,037.078 745.526 22.300.262,50 140.076,00 46.222.942,50 1878 _ 699.156 5.485.584 382.063,00 — 6.565.803,00 1879 _ 296.960 156.444 — — 453.404,00 1880 — 2 219.934 2.311.716 — — 4.531.650,00 1881 _ 12.314.416 — _ 12.314.416,00 1882 _ — 2.692.028 — — 2.692.028,00 1883 _ 1.008.400 1.489.350 — — 2.497.750,00 1884 — 480.336 — — .— , 480.336,00 1885 _ — 2.428.879 — — 2.428.879,00 1886 _ — 4.848.582 — — 4.848.582,00 1887 — — 3.005.644 — — 3.005.644,00 1888 1.988.095 2.167.904 — — — 4.155.999,00 1889 463.005 281.024 — — — 744.029.00 1890 — — — — — — 1891 1.909.625 2.166.074 711.076 4.786.775,00 1892 1.597.085 1.332.876 2.271.150 — — 5.201.111,00 1893 2.671.595 3.289.210 2.836.309 — — 8.797.114,00 1894 4.089.980 213.500 183.685 — — 4.487.165,00 1896 7.301.785 370.644 — — — 7.672.429,00 1896 501.925 6.736.198 3.989.119 194.472,50 — 11.421.714,50 1897 — — — — — — 2. Einziehungen. Es sind FünfZweiEinFünfzigZwanzigZusammen eingezogen markstücke markstücke markstücke pfennigstücke pfennigstücke worden ^ ^! ^ ^ ^ Im Jahre 1878 630 362 418 164,00 204,60 1.828,60 1879 1.330 2.016 878 482,50 5.000.204,60 5.004.911,10 1880 519 508 423 259,00 110,20 1.810,20 1881 695 660 669 419,00 135,60 2.578,60 1882 335 430 426 166.00 67,40 1.424.40 1883 520 462 681 279.00 3.000.056,40 3.001.998,40 1884 333 474 480 162,50 102.20 1.598,70 1885 395 646 464 166,00 52,00 1.723,00 1886 370 644 606 143,00 53.00 1.816.00 1887 355 414 600 170,50 144,60 1.684.10 1^ 1.115 440 578 257,50 5.000.930,20 5.003.320.70 1889 565 618 851 233,00 639,20 2.906,20 1890 330 430 601 151,50 563,00 2.075,50 1891 480 953 837 424.00 353,20 3.052,20 1892 650 772 971 348,00 231,80 2.972.80 1893 665 716 1.000 291,00 141,80 2.813,80 1894 600 768 1.304 419,50 263,40 3.354,90 1895 620 744 1.051 331,00 743,60 3.489,60 1896 51.115 102.292 1.324 200.517.00 420,00 355.668,00 1897 720 882 1.332 404,50 678,60 4.067,10 - Vor 1878 fanden keine Einziehungen statt. / - 456 «2 -z ^ ? 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In den Jahren 1881 und 1882 dürften die Neuprägungen von Reichsgoldmünzen die Einschmelzung zur Verwendung in der Industrie kanm wesentlich überstiegen haben. Der Grund für die geringen Goldprägungen war nicht ausschließlich das Aufhören der Goldankäufe des Reichs. Es wirkte außerdem noch eine Reihe von Umständen mit: vor allem erhebliche Goldbezüge seitens der Vereinigten Staaten, ferner die Goldbeschaffung Italiens behufs Wiederaufnahme der Barzahlungen, und schließlich die Abnahme der Goldproduktion; auch Indien führte in der ersten Hälfte der 80er Jahre einen ungewöhnlich großen Betrag von Gold ein. Unter der Einwirkung dieser Verhältnisse war der für die Welt außer Indien und den Vereinigten Staaten aus der jährlichen Produktion sich ergebende Goldzuwachs in der ersten Hälfte der 80er Jahre ungewöhnlich klein, wie die folgende Übersicht zeigt. Die Vermehrung des Goldvorrates dnrch die jährliche Produktion nach Abrechnung des Bedarfs der Vereinigten Staaten und Indien. Perioden (Jahresdurchschnitte) Goldproduktion der Welt 1000 ^« Gold- vroduktion der Ver. Staaten 1000 ^ Goldproduk- tiou der Welt außerhalb der Ver. Staaten 1000 Mehrausfuhr von Gold aus den Ver. Staaten 1000 Mehreinfuhr von Gold in Indien 1000 Bleibt von der jährlichen Goldproduktion für die Welt außer denVer.Staaten und Indien 1000 ^ 1871—1875 485.207 166.000 319.200 -i-161.000 43.300 436.300 1876-1380 481.045 178,700 312.300 — 47.200 10,500 254,600 1881-1885 432.300 134.100 298.200 — 84.400 77.100 136.700 1886-1830 467.720 140,100 43800 298,600 327.600 ->- 14.800 1390—1895 685.615 157.900 527.700 -«-151.600 2 200 677,100 Zweifellos hat Deutschland in der ersten Hälfte der 80er Jahre größere Beträge von Gold an das Ausland abgegeben. Die deutsche Handelsstatistik verzeichnet für die Jahre 1880 bis 1884 eine Mehrausfuhr von Gold, die namentlich im Jahre 1881 sehr erheblich war. Da die Neuprägungen von Neichsgoldmünzen in einzelnen Jahren kaum deu Abgang durch Einschmelzung für industrielle Zwecke deckten, kann es keineni Zweifel unterliegen, daß die deutsche Goldzirkulation in der ersten Hälfte der 80er Jahre eine Verminderung erfahren hat, deren Umfang sich jedoch mangels aller Anhaltspunkte der genauen Abschätzung entzieht. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre trat ein starker Umschwung ein. Von 1887 an überstiegen die jährlichen Prügungen von Reichsgoldmünzen mit Ausnahme von zwei Jahren (1891 und 1892) stets die Summe von 100 Millionen Mark, und zwar oft sehr beträchtlich. Im ganzen beliefen sich die Prägungen von Reichsgoldmünzen (abzüglich der gleichzeitigen Einziehungen) in den letzten 11 Jahren (1887—1897) auf 1.264 Millionen Mark. Man kann die Summe der jährlich eingeschmolzenen und exportierten deutschen Goldmünzen noch so hoch veranschlagen, so bleibt doch immer noch eine gewaltige Vermehrung des deutschen Goldumlaufs bestehen. Die Bedeutung der deutschen Goldprägungen während des letzten Jahrzehnts tritt am besten hervor, wenn man sie mit den gleichzeitigen Goldprägungen Englands und Frankreichs vergleicht. In England belief sich in dem Jahrzehnt 1387/1896 der Überschuß der Goldprägungen über die Einziehungen auf etwa 23 Millionen K — etwa 470 Millionen Mark', eine Summe die nicht einmal halb so groß ist, wie die gleichzeitigen Netto-Goldprägungen in Deutschland (1.138^2 Millionen Mark). Allerdings darf man nicht außer Acht lassen, daß große Snmmen englischer Goldmünzen in Australien ausgeprägt und von dort nach England versendet werden. Die Bank von England erhält jährlich mehrere Millionen F englischer Goldmünzen aus Australien (1894 3,8 Millionen F). Im großen Ganzen stellt sich jedoch der Über schuß der Einfuhr von englischen Goldmünzen nach England nicht allzu hoch. In dem Jahrzehnt 1887/96 wurden für 34,3 Millionen F englische Goldmünzen nach England eingeführt, gleichzeitig aber für 77,0 Millionen F ausgeführt, so daß der Einfuhrüberschuß für die zehu Jahre ' Die Ausprägungen in den 10 Jahren beliefen sich auf 63.317.396 F, die Einziehungen auf 40.518.967 F, so daß ein Überschuß von 2S.789.929 F bleibt. (Die Zahlen sind aus den Angaben des 8wtistioa1 ^dstraet kor tlis Ilvitscl XinAäom berechnet.) — 460 — nur 7,3 Millionen A — etwa 150 Millionen Mark betrug. Rechnet man diesen Betrag zu den Netto-Prägungen von Goldmünzen hinzu, so erhält man eine Summe von etwa 620 Millionen, eine Summe, die nicht viel mehr als die Hälfte des Prägeüberschnsses von Goldmünzen in Deutschland darstellt. Die Goldprägungen Frankreichs während des Jahrzehnts 1887/96 waren noch bedeutend geringer. Sie beliefen sich nach dem Bericht der Münzverwaltung an das Finanzministerium auf 366.558.660 Francs. Davon sind abzuziehen die gleichzeitigen Einziehungen französischer Goldmünzen. Diese beliefen sich von 1889 bis 1896 auf 64.521.790 Francs'. Daraus ergiebt sich ein Prägeüberschuß von etwas über 302 Millionen Francs etwa — 245 Millionen Mark. Diese Summe beläuft sich auf nicht viel mehr als ein Fünftel des gleichzeitigen deutschen Prägeüberschusses. Die Prägung von Reichssilbermünzen ist durch Artikel 4 des Münzgesetzes vom 9. Juli 1873 auf 10 Mark pro Kopf der Bevölkerung beschränkt. Die durch diese Bestimmung gezogene Grenze war im Jahre 1878 nahezu erreicht. Die späteren Prägungen stellen zum Teil Um- prägungen (namentlich von silbernen 20 Pfennigstücken) dar, teils sind sie Neuprägungen, welche in Anbetracht der gewachsenen Bevölkerungszahl vom Bundesrat angeordnet worden sind. Bei den Prägungen von Reichssilbermüuzen, welche seit der Einstellung der Silberverkäufe stattgefunden haben, ist eine wichtige Bestimmung des Münzgesetzes vom 9. Juli 1873 nicht beobachtet worden. Der zweite Absatz des Art. 4 dieses Gesetzes lautet: „Bei jeder Ausgabe dieser Münzen (Neichssilbermünzen) ist eine dem Werte nach gleiche Menge der umlaufenden groben Landessilbermünzen, und zwar zunächst der nicht dem Dreißigthalerfuße angehörenden, einzuziehen. Der Wert wird nach der Vorschrift im Art. 14, § 2 berechnet." In Art- 14, § 2 ist bestimmt, daß bei der Umrechnung der Thaler zum Werte von 3 Mark, die übrigen Landessilbermünzen zu den entsprechenden Werten zu berechnen sind. Das Münzgesetz schreibt also vor, daß bei jeder Ausgabe von Reichssilbermünzen eine im Nennwert gleiche Summe von groben Landessilbermünzen eingezogen werden soll. Der Zweck dieser Bestimmung liegt aus der Hand: Solange über- ' Nach den Berichten von Foville I S. XII; II S. 31. — 461 - Haupt noch Landessilbermünzen neben den Reichssilbermünzen vorhanden sind, soll keine Vermehrung des deutschen Gesamt-Silberumlaufs stattfinden können. Eine solche Vermehrung konnte bewirkt werden in erster Linie durch die Ausprägung von Reichssilbermünzen aus Rohsilber, statt aus Landessilbermünzen. Außerdem kann jedoch eine solche Vermehrung auch dann herbeigeführt werden, wenn zur Prägung von Reichssilbermünzen ausschließlich Landessilbermünzen verwendet werden. Da nämlich die Reichssilbermünzen bei gleichem Nennwert einen um 10 Prozent geringen Silbergehalt haben als die Landessilbermünzen, so daß aus 90 Mark in Thalern 100 Mark in Reichssilbermünzen geprägt werden können, muß, sobald für eine Neuprägung von Reichssilbermünzen nur die hierzu notwendige Menge von Landessilbermünzen eingezogen wird, eine Vermehrung des gesamten Silberumlaufs um 10 Prozent der Neuprägung eintreten. Nicht nur die erstere, sondern auch diese letztere Vermehrung des deutscheu Silberumlaufs ist, solange wir noch Thaler im Umlauf haben, durch den Art. 4 des Münzgesetzes von Rechtswegen ausgeschlossen. Aber die Reichsregierung hat sich seit der Einstellung der Silberverkäufe um die Bestimmung im Art. 4 des Münzgesetzes nicht mehr gekümmert. Nachdem im Jahre 1878 die Ausprägung von Reichssilbermünzen vorläufig eingestellt worden war, fanden zunächst in den Jahren 1879 und 1880 nur Umprägungen von Reichssilbermünzen statt, durch welche der deutsche Silbergeld-Bestaud nicht verändert wurde, und auf welche Art. 4 des Münzgesetzes keine Anwendung fiudeu konnte. Dagegen beschloß der Bundesrat am 22. April 1881 die Neuprägung von 15 Millionen Mark in Reichssilbermünzen. Als Prägematerial wurde ein Teil der bei der Einstellung der Silberverkäufe im Besitz des Reichs verbliebenen Silberbarren verwendet, während von den noch umlaufenden Thalern gleichzeitig nur ein verschwindend geringer Betrag abgenutzter Stücke zur Einziehung gelangte. Ähnlich wurde bei der im Jahre 1885 beschlossenen Neuprägung von Reichssilbermünzen im Betrage von 10 Millionen Mark verfahren; nur daß während der Ausnninzung dieser Stücke etwa 1.250.000 Mark in Thalern eingezogen und eingeschmolzen wurden, um das Silberquantum, welches damals an die egvptische Regierung verkauft wurde, zu ergänzen. Im ganzen wurde in der Zeit von 1881 bis 1887 ein Betrag von etwa 23^2 Millionen Mark mehr an Reichssilbermünzen ausgeprägt, als gleichzeitig an Landessilbermünzen eingezogen wurde. Entgegen dem - 462 - Wortlaut und dem Sinu des Art. 4 des Münzgesetzes wurde der deutsche Silbergeld-Bestand um diesen Betrag vermehrt. Der Einwand, daß die zu diesen Prägungen verwendeten Silberbarren aus der Einschmelzung von deutschen Landessilbermünzen hervorgegangen seien, und daß durch die frühere Einziehung dieser Landessilbermünzen dem Art. 4 des Münzgesetzes Genüge geleistet sei, zumal da im großen Ganzen seit dem Beginn der Reichssilber-Prägungen keine Vermehrung, sondern eine erhebliche Verminderung des gesamten Silber- umlauss Platz gegriffen habe, kann meines Trachtens nicht als stichhaltig anerkannt werden. Die Bundesratsbeschlüsse, welche seit dem Jahre l88l von Zeit zu Zeit die Neuprägung bestimmter Summen von Reichssilbermünzen angeordnet haben, charakterisierten diese einzelnen Neuprägungen in aller Form als selbständige Akte. Es kann nach dem klaren Wortlaut des Art. 4 kein Zweifel bestehen, daß bei jeder dieser Neuprägungen die Einziehung des entsprechenden Nennwertes umlaufender Landessilbermünzen vorgenommen werden mußte, und daß die Anrechnung früher vorgenommener Einziehungen nicht statthaft ist. Denn es heißt ausdrücklich, daß die entsprechende Einziehung von Landessilbermünzen bei jeder Ausgabe von Reichssilbermünzen, nicht etwa nur im großen Ganzen, zu geschehen hat, und daß ferner umlaufende grobe Landessilbermünzen (nicht bereits vor Jahren zu Barren eingeschmolzene) zu verwenden sind. Hinsichtlich der umfangreichen Ausprägungen von Reichssilbermünzen, welche in den Jahren 1891—1893 (20 Millionen Mark) und 1894-1896 (22 Millionen Mark) vorgenommen wurden, walten andere Verhältnisse ob. Der Barrenvorrat des Reichs war aufgebraucht, zu diesen Prägungen wurdeu deshalb lediglich neu zur Einziehung gelangende Landessilbermünzen verwendet. Die wegen des geringeren Feingehalts der Reichssilbermünzen auch in diesem Falle mögliche Vermehrung des Nennwertes des gesamten Silbergeldes fand nicht statt infolge der gleichzeitigen Einziehung von 26 Millionen Mark österreichischer Thaler, welche an Österreich-Ungarn übertragen wurden. Infolge dieses Umstandes fand eine stärkere Einziehung umlaufender alter Silbermünzen statt, als sie durch den Art. 4 des Münzgesetzes geboten war. Der gesetzlichen Vorschrift ist also bei diesen großen Neuprägungen vollauf Genüge geleistet worden— wenigstens dem Sinne nach. Formell sind allerdings zwei Bedenken vorhanden. Einmal sind die österreichischen Thaler nach der Terminologie unserer Münzgesetze keine „Landessilbermünzen", wie — 463 — sich gerade daraus ergiebt, daß einzelne die „Landessilbermünzen" betreffenden Bestimmungen durch besondere Gesetze auf die österreichischen Thaler ausgedehnt worden sind ^. Ferner schreibt der Art. 4 ausdrücklich vor, daß bei der Neuausgabe von Reichssilbermünzen zunächst Landessilbermünzen, welche nicht dem Dreißigthalerfuß angehören, einzuziehen sind; d. h. unter den seit 1877 bestehenden Verhältnissen: keine Vereinsthaler, sondern Thalerstücke des 14-Thalerfußes, welch letztere noch in großen Mengen neben den Vereinsthalern vorhanden sind. Doch kann man sich über diese rein formellen Bedenken ruhig hinaussetzen, vs taeto sind die österreichischen Thaler für den deutschen Geldumlauf von derselben Bedeutung, wie die Thaler deutscheu Gepräges, und niemand macht einen Unterschied zwischen den Thalern des 30-Thalerfußes und des ehemaligen 14-Thalerfußes. Dagegen erscheint gerade die baldige Beseitigung der österreichischen Thaler deshalb besonders wünschenswert, weil diesen Münzen in ihrem Ursprungsland seit Jahren der Geldcharakter entzogen ist, und weil deshalb ihre Außerkurssetzung bei uns in Deutschland eine der souderbarsten Anomalien des Münzwesens aus der Welt schaffen würde. — Während diese Arbeit sich bereits im Druck befindet, ist dem Bundesrat eine Vorlage, betreffend die Neuprägung von 28 Millionen Mark Reichssilbermünzen, zugegangen (November 1897). Da die Abschiebung der österreichischen Thaler seit 1894 beendigt ist und eine anderweitige Silberverwertung nicht in Aussicht steht, wird durch diesen Beschluß die Frage akut, wie sich von nun ab die Reichsregierung zu der Bestimmung im zweiten Absatz des Art. 4 des Münzgesetzes verhalten wird. Zur Ausprägung von 28 Millionen Mark in Reichssilbermünzen sind nur 25,2 Millionen Mark österreichischer Thaler notwendig, während das Münzgesetz die Einziehung von 28 Millionen Mark Landessilbermünzen verlangt. Der noch vorhandene Nest von österreichischen Thalern dürfte diese letztere Summe nicht wesentlich übersteigen. Ende April 1894 lagen etwa 47 Millionen Mark österreichischer Thaler in der Reichsbank; im freien Verkehr befanden sich nur noch verschwindende Beträge, höchstens 4 bis 5 Millionen Mark. Seither sind etwa 20 Millionen Mark zur Einziehung gelangt, so daß gegenwärtig noch ein Rest von kaum über 30 Millionen Mark vorhanden sein dürfte. Mit der vom Bundesrat beGesetze vom 4. April 1874 und vom 23. Februar 1892. — 464 — schlossenen Neuprägung von 28 Millionen Mark in Reichssilbermünzen ließe sich also zweckmäßiger Weise die Außerkurssetzung der österreichischen Thaler verbinden. _ Für die Prägung von Nickel- uud Kupfermünzen ist in Artikel 5 des Münzgesetzes ein Maximalbetrag von 2V2 Mark pro Kopf der Bevölkerung festgesetzt. Es hat sich gezeigt, daß der Bedarf nach diesen Stücken nicht entfernt so groß war, wie dieser Maximalbetrag. Abzüglich der Einziehungen waren an diesen Stücken bis Ende 1896 zusammen etwa 69,2 Millionen Mark ausgeprägt, nicht ganz IVs Mark pro Kopf der Reichsbevölkerung. II. Der Papiernmlauf. Staatspapiergeld. Wie aus der oben S. 407 gegebenen Tabelle hervorgeht, war bis zum Jahre 1879 der ehenialige Umlauf von Landes-Papiergeld bis auf eineu verschwindenden Rest beseitigt. Der Umlauf von Reichskassenscheiueu hat sich durch jährliche Zurückziehung von ^/is der an Einzelstaaten gewährten Vorschüsse (gemäß § 3 des Neichskassenschein-Gesetzes vom 30. Avril 1874) folgendermaßen gestaltet. Ende Dezember 1876 17 l.838.800 Mark - 1877 168.911.810 - Ende März 1878 165.304.660 - - 1879 163.097.900 - - 1880 159.444.820 - - 1881 155.785.540 - - 1882 152.164.210 - - - 1883 148.504.890 - - - 1884 144.845.570 - - - 1885 141.186.250 - - 1886 137.527.795 - - - 1887 133.868.475 - - 1888 130.209.155 - - - 1889 126,552.405 - - 1890 122.908.940 - - - 1891 120.000.000 - 1891 waren die Rückzahlungen der Vorschüsse beendet und der Umlauf blieb von nun an auf seinein durch das Reichskassenschein-Gesetz bestimmten Umfang von 120 Millionen Mark. Helfferich, Beiträge zur Geldresorm, M — 466 — ö. Der Banknotenumlauf. Notenumlauf und Notendeckung sämtlicher deutscher Notenbanken im Jahresdurchschnitt. Von 1876—1892 sind die Durchschnittszahlen errechnet nach den 12 im Centralblatt veröffentlichten Monatsübersichten, von 1893 an nach den 48 im Reichsanzeiger veröffentlichten Wochenübersichten (in 1000 Jahre Notenumlauf Barvorrat (Art. 9 des Bankgesetzes) Deckung der Noten durch Barmittel °/o Durch Barvorrat nicht gedeckter Notenumlauf Metallvorrat Deckung der Noten durch Metall "/« Durch Metall nicht gedeckter Notenumlauf 1876 936.730 718.799 76,7 217.931 640.231 68,3 296.499 1877 909.169 637.950 75,7 221.219 618.465 68,0 290.704 1878 821.814 633.171 77,0 188.643 579.802 70,6 241.612 1879 872.114 688.772 79,0 183.342 620.637 71,2 251.477 1880 953.253 720.801 77,2 232.452 648.211 68,0 305.042 1881 960.384 716.303 74,6 244.081 640.146 66,7 320.238 1882 961.338 694.393 72,2 267.445 631.529 65,7 330.309 1883 950.320 738.179 77,7 212.141 683.271 71,9 267.049 1884 947.733 723.889 76,4 223.884 671.303 70,8 276.430 1886 944.302 724.191 76,7 220.111 669.775 70,9 274.527 1836 1028.672 823.161 80,0 205.511 772.773 75,1 255.899 1887 1079.168 904.705 83,8 174.463 853.850 79,1 225.318 1888 1152.455 1032.451 89,6 120.004 983.085 85,3 169.370 1889 1208.239 991.809 82,1 216.430 942.835 78,0 265.404 1890 1195.001 921.662 77,8 273.339 873.275 73,1 321.726 1891 1180.470 1019.329 86,3 161.141 971.075 82,3 209.395 1892 1194.588 1066.216 89,3 128.372 1014.743 84,9 179.845 1893 1158.320 971.665 83,9 186.655 921.735 79.6 236.585 1894 1173.629 1066.198 90,8 107.431 1013.488 86,4 160.141 1395 1273.799 1149.124 90,3 124.675 1092.226 85,7 131.573 1896 1261.611 1021.569 81,1 240.042 971.640 76,9 289.971 1897 1266.370 1002.233 79,2 264.632 952.616 75,2 313.754 — 467 Notenumlauf der Privat-Notenlianken im Jahresdurchschnitts errechnet von 1876—1892 nach den 12 Monatsübersichten, von 1893 an nach den 48 Wochenübersichten^ cin 1000 Mark). Jahre Notenumlauf Barvorrat (Art. 9 des Bankgesetzes) Deckung der Noten durch Barmittel °/° Durch Barvorrat nicht gedeckter Notenumlauf Metallvorrat Deckung der Noten durch Metall °/o Durch Metall nicht gedeckter Notenumlauf 1876 237.069 151.313 63,8 85.756 128.640 54,3 108.429 1377 199.693 112.694 56,4 86.999 98.088 49,1 101.605 1878 186.446 100.226 53,8 86.220 87.614 47.1 98.332 1879 184.8S4 99.573 53,9 85.281 85.830 46,4 99.024 1880 19K.898 107.165 54,4 89.733 87.259 44,3 109.639 1881 193.924 102.667 52,9 91.257 84.339 43.5 109.585 1882 191.715 99.344 51,1 92.371 82.415 43,0 109.300 1883 190.518 99.586 52,3 90.932 83.146 43,6 107.372 1884 191.285 99.985 52,3 91.300 82.912 43,3 108.373 188S 191.530 99.968 52,2 91.562 82.703 43,3 108.827 1886 193.194 101.869 52,7 91.325 81.868 42,4 111.326 1887 189.745 98.904 52,1 90.841 81.218 42,8 108.527 1888 186.731 99.589 53,3 87.142 80.613 43,2 106.118 1889 184.341 93.356 53,4 85.935 79.309 43,0 105.032 1890 178.646 93 633 52,4 85.013 75 877 42,5 102.769 1891 175.450 95.428 54,4 80.022 78.728 44,9 96.722 1892 176.826 97.373 55,1 79.453 79.385 44,9 97.441 1893 173.493 95.653 55.1 77.840 80.012 46,1 93.431 1894 173.245 96.553 59,9 76.792 79.160 49,2 94.085 1895 178.206 93.695 55,9 74.511 80.463 40,8 97.743 1896 178.114 96.263 54,5 81.851 79.652 45,2 98.462 1897 180.666 96.908 53,6 83.753 81.166 44,9 99.500 1 Von den 33 Notenbanken, welche zur Zeit des Erlasses des Bankgesetzes bestanden, haben bisher 25 auf das Recht der Notenausgabe Verzicht geleistet. Die 7 Banken, welche neben der Neichsbank noch das Recht der Notenausgabe besitzen sind: 1. Die Frankfurter Bank. 2. Die Bayerische Notenbank. 3. Die Sächsische Bank zu Dresden. 4. Die Württembergische Notenbank. 5. Die Badische Bank. 6. Die Bank für Süddeutschland. 7. Die Braunschweigische Bank. 2 Die Zahlen der Tabelle sind dem Centralblatt entnommen und nach dem Neichsanzeiger revidiert. Die Angaben im Stat. Jahrbuch für das Deutsche Reich weichen öfters ab. 30* — 468 — Der Notenumlauf der Reichstiank im Jahresdurchschnitt, errechnet aus den 48 Wochenübersichten (in 1000 Mark). Jahre Notenumlauf Barvorrat (Art. 9 des Bankgesetzes) Deckung der Noten durch Barmittel "/» Durch Barvorrat nicht gedeckter Notenumlauf Metallvorrat Deckung der Noten durch Metall °/o Durch Metall nicht gedeckter Notenumlauf 1876 684.866 564.850 82,5 120.016 510.593 74,55 174.273 1877 694.929 577.034 83,0 117.895 523.104 75,27 171.825 1878 622.642 533.989 85,8 88.653 494.072 79,35 128.570 1879 667.67S 589.158 88.2 73.517 534.237 80 — 133.438 1880 736.013 628.777 85,6 106.236 562.091 76,47 172.922 1881 739.727 614.295 83- 125.432 556.749 75,26 182.978 1882 747.020 594.962 79,8 152.058 548.984 73,49 198.036 1883 737.246 639.494 86,7 97.752 601.865 81,64 135.581 1884 732.906 627.817 85,7 105.089 591.725 80,74 141.181 1885 727.442 622.207 85,5 105.235 586.131 80,57 141.311 1886 802.178 724.487 90,3 77.691 693.105 86,40 109.073 1887 860.617 805.414 93,6 55.203 772.363 89,75 88.254 1888 933.042 934.067 100,1 -1.025 903.403 96.82 29.639 1889 987.314 901.554 91,3 35.760 871.592 88,28 115.722 1890 983.882 831.798 84,5 152.084 801.019 81,41 182.863 1891 971.666 925.559 95,2 46.107 893.789 91,99 77.377 1892 984.736 976.064 99,1 8 672 942.074 95,67 42.662 1893 984.827 876.012 89 — 108.815 841.723 ^>,>7 143.104 1894 1.000.384 969.745 96,9 30 639 934.327 93,40 66.057 189S 1.095.S93 1.045.429 95,5 50.164 1.011.763 92,35 83.830 1896 1.083.497 925.306 85,4 158.191 891.988 81,57 191.509 1897 1.085.704 905.330 83,4 180.872 871.450 80.03 214.254 Der Notenumlauf der Reichstiank von 1876—1892 im Jahresdurchschnitt, errechnet nach den 12 Monatsübersichten ^ (in 1000 Mark). Jahr Notenumlauf Barvorrat (Art. 9 des Bankgesetzes) Deckung der Noten durch Barmittel "/« Durch Barvorrat nicht gedeckter Notenumlauf Metallvorrat Deckung der Noten durch Metall °/° Durch Metall nicht gedeckter Notenumlauf 1876 699.661 567.486 81,3 132.175 511.591 73,1 188.070 1877 709.476 575.256 81,1 134.220 520.377 73,3 189.099 1878 634.968 532.545 83,9 102.423 492.183 77,5 142.780 1879 687.260 589.199 85,7 98.061 534.807 77,8 152.453 1880 756.355 613.636 83,2 142.719 560.952 74,2 195.403 ! Zur Vergleichung mit dem Notenumlauf der Privat-Notenbanken, für welchen für die Zeit von 1876—1892 keine Berechnungen auf Grund sämtlicher Wochenübersichten vorliegen, ist diese Berechnung des Notenumlaufs der Reichsbank nach den 12 Monatsübersichten, deren Ergebnisse erheblich von denen der vorhergehenden Tabelle abweichen, notwendig. — 469 — Barvorrat Deckung der Noten durch Barmittel °/° Durch Barvorrat Deckung der Durch Metall Jahre Notenumlauf (Art. 9 des Banknicht gedeckter Metallvorrat Note» durch nicht gedeckter gesetzes) Notenumlauf Metall "/-> Notenumlauf 1881 766.460 613.636 80,1 152.824 555.807 72,5 210.653 1882 770.123 595.049 77,3 175.074 549.114 71,3 221.009 1883 759.802 638.593 84,0 121.209 600.125 79,0 159 677 1884 766.448 623.864 82,5 132.584 588.391 77,8 168.057 188S 752.772 624.223 32,9 128.549 587.072 78,1 165.700 1886 835.478 721.292 86,3 114.186 690.905 82,7 144.573 1887 839.423 805.801 90,6 83.622 772.632 86,9 116.791 1888 965.724 932.862 96,6 32.862 902.472 93,5 63.252 1889 1.023.898 893.453 87,3 130.445 863.526 84,3 160.372 1890 1.016.355 823.029 81,5 188.326 797.398 78,5 218.957 1891 1.005.020 923.901 91,9 81.119 392.347 88,8 91,9 112.673 1892 1.017.762 968.843 95,2 48.919 935.353 82.404 Der Goldvorrat der Reichsoank an Barren und fremden Sorten. Angekauft wurden Bestand der Reichsbank in Zeit Goldbarren und ausländischen in Münzen in Barren zusammen Goldmünzen am Mark Mark Mark 1. Januar 1876 26.159.070 20.230.041 46.389.111 106.486.028 1877 522.333 176.626.506 177.148.889 42.883.404 1873 14.010.365 83.681.005 97.691.371 71.947.266 1379 54.661.373 34.591.470 89.252.843 40.082.533 1880 38.250.607 7.958.221 46.208.823 59.532.177 1831 46.727.309 380.599 47.107.903 67.724.513 1882 86 781.314 24 090.226 110.871.540 71.133.184 1883 39.919.104 15.989.768 55.908.872 147.860.483 1884 3.054.334 10.430.435 13.484.768 115.285.637 1885 47.848.363 81.892.191 129.740.554 71.815.096 1886 59.826.127 70.400.646 130.226.773 193.706.605 1887 83.337.033 38.949.654 172.286.688 287.550.654 1888 56.952029 178.990.496 235.942.525 342.227.624 1889 2.863.202 9.225.187 12.088.389 436.308.886 1890 23.950.622 63.997.634 87.948.256 244.668.697 1891 111.650.352 64.820.966 176.471.319 236.536.837 1892 41.916.883 19.620.769 61.537.651 353.825.063 1893 47.627.361 89.373.440 137.000.802 324692.433 1894 121.086.345 120.044.232 241.130.577 333.233.035 1895 18.931.532 36.344.759 55.276.291 422.454.793 1896 12.346.028 49.685.652 62.031.680 370.024.516 31. Dezember 1896 314.352.751 31. Dezember 1897 304.368.000 - 470 — Die Zusammensetzung des Metallvorrats der ReichslianI: 1876-1396. Jahre Durchschnittlicher Goldbestand (Barren, Sorten und Reichsgoldmünzen) Durchschnittlicher Bestand an Thalern und Scheidemünzen Prozent»« des Goldes ler Anteil der Thaler u. Scheidemünzen Durchschnittliche Golddeckung des Notenumlaufs Millionen Mark Millionen Mark °/° °/o »/« 1876 287 224 56,1 43,9 41,9 1877 218 305 41j7 58,3 31.4 1878 207 287 41,9 58,1 33,2 1879 220 314 41,2 58,8 32.9 1880 226 336 40.2 59,8 30.8 1831 207 350 37,2 62,8 28,0 1882 209 340 38,1 61,9 28,0 1883 282 320 46,8 53,2 38,3 1884 280 312 47,3 52,7 38.2 1885 277 309 47,3 52,7 38,1 1886 385 308 55,6 44,4 48,0 1887 471 301 61,0 39,0 54,7 608 295 67.3 32,7 65.2 1889 534 288 66,9 33,1 59,2 1890 519 282 64,8 35,2 52,8 1891 590 304 66,0 34,0 60,7 1892 616 326 65,4 34,6 62,6 1893 527 315 62,6 37.4 53.5 1894 620 314 66,4 33,6 62,0 1895 705 307 69,7 30,3 64,3 1896 602 290 67,5 32,3 55,6 1897 592 280 67,8 32,2 54,5 Bemerkungen zur Entwickelung des Banknoten-Umlaufs. 1. Umfang und Deckung des Notennmlaufs. Der gesamte Notenumlauf sämtlicher deutscher Zettelbanken weist seit dem Inkrafttreten des Bankgesetzes eine nicht sehr starke aber stetige Zunahme auf. Dagegen zeigt der ungedeckte Noten- - 47l - Umlauf im großen Ganzen eine erhebliche Verminderung und die Deckung der Noten durch Metallbestand und Barvorrat' eine wesentliche Besserung. Die einzelnen Jahre zeigen freilich große Schwankungen, deren Ursache teilweise in dem Auf und Ab unserer wirtschaftlichen Ent- Wickelung und der Zunahme oder Abnahme des aus jener sich ergebenden inneren Geldbedarfes, teilweise auch in den Schwankungen des Gold- zuflusscs liegen. Faßt man die Entwickelung des dnrch Barvorrat nicht gedeckten deutschen Notenumlaufs nach fünfjährigen Perioden zusammen, dann erhält man folgendes Bild. Ungedeckter Notenumlauf" t>m Jahre -durchschnitt) Perioden der Reichsbank der Privatnotenbnnken Zusammen 1000 Mark 1000 Mark 1000 Mark 1876-1880 121.919 86.798 208.717 1881—1885 142.048 91.484 233.532 1886—18S0 109.883 88.061 197.949 1891-1895 63.931 77.724 141.655 1896 158.191 81.851 240.042 1897 180.872 83.753 264.630 Diese Zusammenstellung zeigt, daß (abgesehen von den letzten zwei Jahren, welche infolge eines großen industriellen Aufschwungs besondere Verhältnisse ausweisen) der durchschnittliche ungedeckte Notenumlauf der Reichsbank erheblich stärker abgenommen hat als derjenige der Privatnotenbanken. Dementsprechend hat die Bardeckung und die Metalldeckung der Reichsbanknoten eine wesentliche Besserung erfahren, während die Deckung der Privatbanknoten eher eine Verschlechterung aufweist. Im Durchschnitt der fünfjährigen Perioden betrug: Die Bardeckung Die Metalldeckung Perioden der Reichsbanknoten der Privatbanknoten der Reichsbank- notcn der Privatbanknoten "/» °/° °/° °/o 1876-1880 1881—1885 1886-1890 1891—1895 1896 1897 83,0 81,4 88,5 93,7 85,4 83,4 56,5 52,2 52,4 56.1 54,5 53,6 75.2 75,7 85,2 90,4 82,3 80,3 48,2 43,3 42,8 45.2 45,2 44,9 ^ Unter Barvorrat ist stets die Summe des Mctallvorrats und des Bestandes an Reichskassenscheinen und Noten anderer Banken verstanden. 2 Berechnet nach den Tabellen S. 463—465. — 472 - Bei der starken Unterwertigkeit der Silbermünzen, welche durch die seit der Münzreform eingetretene Silberentwertung verursacht worden ist, hat die Zusammensetzung des Metallvorrats der Notenbanken nach Gold und Silber eine große Bedentuug erlangt. Für die Reichsbank ist das Verhältnis zwischen Gold und Silbervorrat und zwischen Golddeckung und Notenumlauf im Durchschnitt der einzelnen Jahre oben S. 470 mitgeteilt. Während der Bestand an Thalern und Scheidemünzen seit dem Beginn der 80er Jahre eine leichte Verminderung erfahren hat, ist der Goldvorrat erheblich angewachsen (von 207 Millionen Mark im Jahre 1881 auf 705 Millionen Mark im Jahre 1895. Während das Gold im Jahre 1881 nur 37,2 °/o des gesamten Metallvorrates ausmachte, kamen im Jahre 1895 69,7 °/o auf den Goldbestand. In demselben Verhältnis hat sich die durchschnittliche Golddeckung des Notenumlaufs gebessert, nämlich von 28 "/<> in den Jahren 1881 und 1882 auf 64,3 °/o im Jahre 1895; wenn die Jahre 1896 und 1897 einen Rückgang der Golddeckung auf 55,6 "/» und 54,5 °/o zeigen, so ist die Ursache in der starken Anspannung des Kreditbegehrs und des Geldbedarfs jener in allgemein wirtschaftlicher Beziehung überaus günstigen Jahre zu suchen. Im allgemeinen ist, wie sich aus der Abnahme des Silberbestandes und der Zunahme des Goldvorrats von selbst ergiebt, die Besserung der Golddeckung der Reichsbanknoten noch wesentlich stärker als die Besserung der Bar- und Metalldeckung ^ Die Reichsbank ist durch ihre Praxis, aus Verlangen in Gold zu zahlen, während sie die Thaler für jeden Betrag in Zahlung nehmen muß, förmlich eine Sainmelstelle für das durch die vorzeitige Einstellung der Silberverkäufe im deutschen Umlauf gebliebene, die Bedürfnisse des Verkehrs überschreitende Silbergeld geworden. Dagegen haben sich, wie es scheint, die Privatnotenbanken der Silbermünzen besser zu erwehren gewußt. Wenigstens giebt Soetbeer ^ für die Zusammensetzung des Metallbestaudes der Privatnotenbanken im Monat Oktober der Jahre 1881—1885 Zahlen, nach welchen sich bei einem Goldvorrat von 77 bis 80 Millionen Mark in den Kassen dieser Banken nur 2,3 bis 6,6 Millionen Mark in Thalern ^ Die außerordentlich günstige Gestaltung des Goldvorrats der Reichsbank seit der Mitte der Mer Jahre widerlegt in Verbindung mit den gleichzeitigen starken Goldprägungen die neuerdings von bimetallistischer Seite oft wiederholte Behauptung, Deutschland habe durch die Schuld der Neichsbank den ihm zukommenden Anteil an der gestiegenen Goldproduktion nicht erhalten. ^ Materialien, 2. Aufl. S. 65. und Reichssilbermünzen befanden. Die Verhältnisse haben sich seither wohl kaum geändert. Die Golddeckung der Privatbanknoten ist also nur um wenige Prozente ungünstiger als ihre Metalldeckung und hat wohl im ganzen dieselben Veränderungen nach Richtung und Umfang durchgemacht, wie ihre Metalldeckung. Bei der Beurteilung der Noteudeckung darf jedoch nicht vergessen werden, daß der Barbestand der Banken, welcher gesetzlich als Notendeckung gilt, nicht ausschließlich zur Deckung der Noten dient, sondern gleichzeitig die Deckung der sonstigen Verbindlichkeiten, namentlich der täglich fälligen, darstellt. Hierher gehören vor allem die Giro-Guthaben bei der Reichsbank, welche mit der enormen Ausdehnung des Giroverkehrs beträchtlich angewachsen sind. Die täglich fälligen Verbindlichkeiten der Reichsbank (außer den Noten), welche bis in die erste Hälfte der 80 er Jahre den Betrag von 200 Millionen Mark kaum erreichten, sind in den letzten Jahren nur wenig hinter 500 Millionen Mark zurückgeblieben. Sie sind also in beträchtlich stärkerem Maße angewachsen, als der Notenumlauf, und die Folge ist, daß die Deckung sämtlicher täglich fälligen Verbindlichkeiten bei der Reichsbank nicht entfernt eine ähnliche Besserung erfahren hat, wie die Deckung des Notenumlaufs. Sie gestaltete sich folgendermaßen: Deckung der sämtlichen täglich fälligen Verbindlichkeiten der Reichsbank durch Metall. Jahre °/o Jahre °/o Jahre °/° Jahre "/« 1876 S6,S0 1881 60,46 1886 63.78 1892 62.94 1877 59,95 1882 59,76 1887 63,67 1893 58.56 1878 61,20 1883 63,94 1888 68,71 1894 62.59 1879 61,58 1884 61.90 1389 63,49 1895 63.43 1880 61,06 1885 60,86 1890 59,54 1896 56,90 1891 62,25 1897 56,00 Auch hier ist natürlich die Golddeckung von großer Bedeutung. Schon die Thatsache, daß sich die Golddeckung der Noten in erheblich größerem Umfang gebessert hat, als deren gesamte Metalldeckung, läßt darauf schließen, daß die sämtlichen Verbindlichkeiten bei ungefähr gleichbleibender Metalldeckung im Laufe der Jahre eine bessere Golddeckung erhalten haben. Für die einzelnen Jahre stellt sich die durchschnittliche Golddeckung sämtlicher täglich fälligen Verbindlichkeiten der Reichsbank folgendermaßen: 1890: 38,6 °/° 1891: 41,1 °/° 1892: 41,2 °/o 1876: 31,7 °/° ! 1883: 30,0 °/° 1877: 25,0 °/° 1884: 29,3 °/° 1878:25,6 °/° 1885:28,8 °/° 1879:25,4°/° 1886:35,4 °/° 1880:24,5 °/° 1887:38,8 °/° 1881:22,4 °/° 1888:46,2 °/° 1882:22,5 °/° 1889:42,6 °/° 1897: 38,02 °/°. Bei den Privatnotenbanken spielen die außer den Noten vorhandenen täglich fälligen Verbindlichkeiten nur eine untergeordnete Rolle. Sie betrugen im Jahresdurchschnitt: 1893: 36,6 °/° 1894: 41,51 °/° 1895: 44,17 °/° 1896: 38,40 °/o 1893: 38.527.000 Mark 1894:40.466.000 - 1895: 45.673.000 Mark 1896:43.574.000 - 1897: 41.503.000 Mark. Nichtsdestoweniger drückten sie bei der Geringfügigkeit der Barbestände dieser Banken die Deckung sämtlicher täglich fälligen Verbindlichkeiten noch erheblich unter die ohnehin schwachen Sätze der Notendeckung hinab. Die Metalldeckung der sämtlichen täglich fälligen Verbindlichkeiten war im Jahresdurchschnitt: 1893:37,74°/° 1895:35,94°/° 1894:37,04«/° 1896:35,93°/° 1897: 36,6 °/°. Der Notenumlauf der Privatnotenbanken ist also in jeder Beziehung wesentlich schlechter fundiert, als der Notenumlauf der Reichsbank. Die durchschnittliche Deckung der Noten, und namentlich der Noten und der sonstigen täglich fälligen Verbindlichkeiten zusammengenommen, ist eine so geringe, wie sie bisher bei der Reichsbank selbst in den Fällen der größten Anspannung niemals auch nur annähernd bestanden hat. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß bei einer ernsten wirtschaftlichen oder politischen Krisis die meisten Privatnotenbanken aus eigner Kraft sich nicht würden aufrecht erhalten können, fodaß sie ihren Rückhalt bei der Reichsbank suchen müßten. Auf alle Fälle ist der Stand der Privatnotenbanken ein derartiger, daß sie im Bedarfsfalle keiner größeren Anspannung ihres Notenumlaufs zur Befriedigung von außergewöhnlichen Ansprüchen fähig wären- Dagegen ist die durchschnittliche Metalldeckung und Golddeckung des Notenumlaufs und der sämtlichen täglich fälligen Verbindlichkeiten bei der Reichsbank durchaus befriedigend. Zwar hat die Besserung der Metalldeckuug sämtlicher täglich fülligen Verbindlichkeiten mit der Besseruug der Metalldeckuug des Notenumlaufs nicht entfernt gleichen Schritt gehalten, in den letzten Jahren hat sie sich unter der Einwirkung eines starken inneren Geldbedarfs sogar wieder erheblich verringert, sodaß sie im Durchschnitt des Jahres 1896 sich nicht viel günstiger stellt als im Durchschnitt des Jahres 1876. Für das Jahr 1897 hat sich die ungünstigste Deckuug sämtlicher Verbindlichkeiten ergeben, welche im Durchschnitt irgend eines Jahres seit dem Bestehen der Reichsbank vorhanden war. Dagegen war die Golddeckung sämtlicher täglich fälligen Verbindlichkeiten selbst bei der großen Anspannung der Jahre 1896 und 1897 wesentlich günstiger als in irgend einem Jahr vor 1887. Die Ursache der relativen Verschlechterung der Deckung sämtlicher täglich fälligen Verbindlichkeiten bei einer immer noch verhältnismäßig günstigen Deckung des Notenumlaufs liegt allein, wie bereits angedeutet, in der gewaltigen Zunahme der Giro-Depositen, während die eigenen Mittel der Bank (120 Millionen Mark Grundkapital und 30 Millionen Mark Reservefonds), welche vielleicht von allem Anfang an etwas knapp bemessen waren, keine Vergrößerung erfahren haben. 2. Die Elasticität des Notenumlaufs. Die wichtigste Aufgabe des uugedeckteu Notenumlaufes ist, dem Geldwesen, ohne seine Sicherheit zn beeinträchtigen, eine größere Elasticität zu verleihen, als sie ein rein metallischer Geldumlauf besitzen kann. Die Schwankungen des Geldbedarfes, sowohl innerhalb längerer Perioden, als auch innerhalb der einzelnen Jahre, sind in dem gegenwärtigen Entwickelungsstadium der Volkswirtschaft gegenüber den früheren Verhältnissen außerordentlich groß geworden. Die Veränderungen innerhalb längerer Periode«? hängeu ab von der allgemeinen wirtschaftlichen Konjunktur. Zeiten allgemeinen Aufschwunges bedürfen einer größeren Menge von flüssigen Geldmitteln, als Zeiten allgemeiner Depression. Innerhalb der einzelnen Jahre werden bei gleichbleibender allgemeiner Lage große Schwankungen des Geldbedarfs verursacht durch die Zahlungen von Löhnen, Gehältern, Zinsen, Dividenden etc, welche sich auf bestimmte Termine zusammendrängen; ferner durch die Absatzzeiteu und Zahlungstermine der großeu Saisongewerbe, deren wichtigstes die Landwirtschaft ist. Auf Gruud dieser Verhältnisse kehren starke Anschwellungen des Geldbedarfs beim Quartals- und Jahreswechsel regelmäßig wieder, ist ferner — 476 — ein geringer Geldbedarf in den ersten Monaten des Jahres, der seinen Tiefstand in der Regel gegen Ende Februar erreicht, und ein starker Geldbedarf während des letzten Quartals eine regelmäßige Erscheinung, Ein rein metallischer Geldumlauf kann sich diesen Schwankungen des Geldbedarfs, welche tief in unsrer gesamten Wirtschafts-Verfassuug begründet sind, unmöglich anpassen. Hier bedarf es eines elastischen Gürtels um den festen metallischen Kern, der je nach Bedarf sich ausdehnen und zusammenschrumpfen kann. Eine rein metallische Zirkulation wäre aber nicht nur unfähig, sich den schwankenden Bedürfnissen der Volkswirtschaft anzupassen, sie würde darüber hinaus starken nnd plötzlichen Veränderungen unterliegen, welche aus Ursachen hervorgehen, die dem Geldbedarf der Volkswirtschaft durchaus fremd siud und in einer geradezu entgegengesetzten Richtung wirkeil könnten. Es kommen hier hauptsächlich plötzliche und starke Metallgeldbezüge für das Auslaud und plötzliche starke Metallzuflüsse, namentlich infolge von Produktions-Steigerungen, in Betracht. Im ersteren Falle kann die Verringerung des Metallgeld-Umlaufs durch eine Steigerung des ungedeckten Notenumlaufs vorübergehend ausgeglichen und deren Einwirkung auf die gesamten Wirtschaftsverhältnisse gemildert werden; im letzteren Fall wirkt der Vermehrung der metallischen Zirkulation eine Verminderung der ungedeckten Noten entgegen. Wenn auch ein völliger Ausgleich kaum möglich ist, so nimmt doch in allen Fällen der ungedeckte Notenumlauf den Wirkungen von Veränderungen der metallischen Zirkulation ihre Plötzlichkeit und ermöglicht einen langsameren Übergang. Wie groß die Anforderungen sind, welche in dieser Beziehung an den Notenumlauf gestellt werden, ergiebt sich aus einer Betrachtung der bisher thatsächlich stattgehabten Schwankungen des ungedeckten Notenumlaufs. Seit dem Inkrafttreten des Bankgesetzes hat der Jahresdurchschnitt des ungedeckten Notenumlaufs sämtlicher deutscher Notenbanken zwischen 107 Millionen Mark im Jahre 1894 und 273 Millionen Mark im Jahre 1890 geschwankt, also um 166 Millionen Mark. Die Schwankungen innerhalb der einzelnen Jahre waren bedeutend > größer; sie haben während der Dauer des Bestehens der neuen Bank- verfassuug mit dem Wachsen aller wirtschaftlichen Verhältnisse eine sehr beträchtliche Steigerung erfahren. Bei der Reichsbank allein hat sich die Spannung zwischen dem Maximum und dem Minimum des ungedeckten Notenumlaufs folgendermaßen entwickelt: — 477 — Jahre Maximum Minimum Spannung zwischen Maximum u. Minimum 1000 Mark Datum Betrag 1000 Mark Datum Betrag 1000 Mark 1876—1880 1881—1885 1886—1890 1891—1895 1896 1897 1. Jan. 1876 31. Dez. 1884 31. - 1889 31. - 1895 31. - 1896 30. Sept. 1897 242.201 306 551 396.058 441.683 427.547 499.234 23. März 1879 15. - 1883 7. Juni 1888 23. Febr. 1895 23. - 1896 23. - 1897 — 25.350- 4.082 —170.630 - —177.764 - — 23.683- — 23.899- 267.551 302.469 566.688 619.447 451.230 523.133 Die gewaltigen Spannungen zwischen Maximum und Minimum des ungedeckten Notenumlaufs während der Jahre 1895, 1896 und 1897 lassen, da unser Metallgeld-Vorrat in diesen drei Jahren sowohl nach dem Ausweis der Handelsstatistik (S. 50) als auch nach den Zahlen über die Goldankäufe der Reichsbank (S. 469) keine wesentliche Veränderung erfahren hat, auf entsprechende Schwankungen des inneren Geldbedarfs schließen. Daß die Spannung in dem einen Jahr 1895 mehr als doppelt so groß war, als in den zwei Jahrfünften 1876,80 und 1881/85, zeigt, wie außerordentlich sich die Schwankungen des Geldbedarfes im Laufe der letzten 10 bis 15 Jahre vergrößert haben, und wie sehr damit die Ansprüche an die Elasticität des Notenumlaufs und die Leistungsfähigkeit der deutschen Notenbanken gestiegen sind. Ein Blick auf die Tafel S. 482 zeigt frappant, wie verschieden sich in dieser Beziehung die Reichsbank und die Privatnotenbanken verhalten. Der ungedeckte Notenumlauf der Privatnotenbanken ist im Durchschnitt der einzelnen Jahre fast unveränderlich derselbe. Alle die starken Schwankuugen des gesainten Notenumlaufs werden fast ausschließlich von der Reichsbank getragen. Der durch Barvorrat nicht gedeckte Notenumlauf der Privatnotenbanken hat seit dem Jahre 1876 mir zwischen 74^/2 Millionen Mark im Jahre 1894 und 92,4 Millionen Mark im Jahre 1882 geschwankt. Dabei ist zn berücksichtigen, daß im Jahre 1882 17 Privatnotenbanken bestanden, deren steuerfreie Notenkontingente zusammen 111.125.000 Mark betrugen, während im Jahre 1894 nur noch 7 Privatnotenbanken vorhanden waren, deren Kontingente sich zusammen nur noch auf 91.600 000 Mark beliefen. - Überdeckung der Noten. Dagegen zeigt der ungedeckte Notenumlauf der Reichsbank gewaltige Spannungen. Im Durchschnitt des Jahres 1888 war eine Überdeckung von 1.025.000 Mark vorhanden, im Durchschnitt des Jahres 1897 ein ungedeckter Notenumlauf von 180.872,000 Mark, sodaß die Spannung 181.897.000 Mark beträgt. Der Unterschied in der Elasticität des Umlaufs der Reichsbanknoten und der Privatbaukuoten wird besonders deutlich, wenn man sieht, daß im Jahre 1888, als die R/ichsbank im Durchschnitt ihrer 48 Wochenberichte eine Überdeckung, im Durch- schnit ihrer 12 Monatsberichte einen ungedeckten Notenumlauf von nicht ganz 33 Millionen Mark hatte, die Privatnotenbanken für mehr als 87 Millionen Mark ungedeckte Noten im Umlauf hielten, und daß damals die Bardeckung ihres gesamten Notenumlaufs nur 53,3 °/o betrug; daß dagegen im Jahre 1897, als die Reichsbank durchschnittlich mehr als 180 Millionen Mark ungedeckter Noten im Umlauf hatte, der ungedeckte Notenumlauf der Privatnotenbanken sich nicht ganz auf 84 Millionen Mark stellte. Es ist also eine Thatsache, daß die großen Anforderungen, welche die Schwankungen des Geldbedarfes an die Elasticität des Notenumlaufs stellen, so gut wie ausschließlich von der Reichsbank erfüllt werden, daß die Veränderungen des ungedeckten Notenumlaufs, welche durch das Auf und Nieder des deutschen Wirtschaftslebens notwendig gemacht werden, ausschließlich von der Reichsbank getragen werden, deren nngedeckter Notenumlauf im Durchschnitt der fünf Jahre 1886/90 nicht viel größer, im Durchschnitt der Jahre 1891/95 sogar kleiner war, als derjenige der Privatnotenbanken. Die Hälfte des deutschen Notenumlaufs erscheint also in ihrer wichtigsten Funktion gelähmt, sodaß die andere Hälfte die vollen Dienste des ganzen Notenumlaufs übernehmen muß. Mit einigen Worten seien die Ursachen und die Wirkungen dieser merkwürdigen Thatsache angedeutet. Die wichtigste Ursache ist augenscheinlich das verschiedenartige Prinzip, nach welchen: die Reichsbank einerseits, die Privatnotenbanken andrerseits verwaltet werden. Die Reichsbank ist sich der Aufgaben, welche sie im Dienst der Allgemeinheit zu erfüllen hat, voll bewußt. Ihr oberster Grundsatz ist, den Bedürfnissen des Verkehrs gerecht zu werden, soweit es mit ihrer eigenen Sicherheit verträglich ist. Ihr eigenes finanzielles Interesse kommt erst in zweiter Linie. — 479 — Dagegen betrachten sich die Privatnotenbanken offenbar in erster Linie als Erwerbs - Institute. Je mehr ungedeckte Noten sie in Umlauf setzen und im Umlauf erhalten können, desto ausgiebiger genießen sie des Vorteils eines unverzinslichen aber zinstragenden Kapitals. Ihr Bestreben geht deshalb dahin, ohne Rücksicht auf die Lage des Geldmarktes stets soviel wie möglich von ihren Noten in Zirknlation zu setzeu. Dabei sehen sie als Grenze für diese Möglichkeit augenscheinlich nicht ein ungünstiges Deckungsverhältuis an, denn ihre durchschnittliche Notendeckung und namentlich die durchschnittliche Bar- uud Metalldeckung ihrer sämtlichen täglich fälligen Verbindlichkeiten, ist bereits eine sehr ungünstige. Die Grenze wird vielmehr sogut wie ausschließlich gebildet durch die den einzelnen Banken zugewiesenen steuerfreien Notenkontingente'. Diese Kontingente werden, soweit es irgend möglich ist, ausgenutzt, wie folgende Übersicht für die letzten 5 Jahre zeigt. Privatnotenbanken Reichsbank Jahre Steuerfreies durchschnitt!, ungedeckter Notenumlauf Steuerfreies durchschnitt!, ungedeckter Notenumlauf Kontingent "/» des Kontingent °/° des 1000 Mark 1000 Mark Kontingents 1000 Mark 1000 Mark Kontingents 1893 92.383 77.840 83,8 292.117 108.815 37,2 1894 91.600 76.792 82,7 293.400 30.619 10,4 189S 91.600 74.511 81,3 293.400 50.164 17,1 1896 91.600 81.851 89,3 293.400 158.191 53,9 1897 91.600 83.758 91,4 293.400 180.872 61,6 Während der ungedeckte Notenumlauf der Reichsbank im Jahresdurchschnitt stets erheblich hinter ihrem Kontingente zurückbleibt — er betrug im Jahre 1897, dem Jahre des stärksten ungedeckten Notenumlaufs seit dem Bestehen der Reichsbauk, nur 61,6°/» des Kontingents — hält er sich bei den Privatnotenbanken stets so nahe an der Kontingentsgrenze, daß eine irgend wesentliche Ausdehnung über den Durchschnitt ohne Kontingents-überschreitung ausgeschlossen ist. Die Schuld liegt nicht etwa an einer zu knappen Bemessung der Kontingente für die Privatnotenbanken, sondern, wie die auffallend geringe durchschnittliche Notendeckuug dieser Banken zeigt, lediglich an dem Bestreben, auch in Zeiten geringen Geldbedarfs das steuerfreie Notenkontingent nach Möglichkeit auszunutzen. Das Bestreben der möglichst starken Ausnutzung der Kontingente » Z 9 des Bankgesetzes. — 480 — bringt es mit sich, daß die Privatnotenbanken bei geringem Geldbedarf die Diskontsätze der Reichsbank unterbieten und sich dadurch ein starkes Wechsel-Portefenille und einen hohen ungedeckten Banknoten-Umlauf sichern. Infolgedessen ist selbst in normalen und ruhigen Zeiten ihr Statns derartig angespannt, daß sie außer stand sind, gesteigerte Ansprüche zu befriedigen, ohne ihrerseits durch Rediskontierungen auf die Reichsbauk zurückzugreifen. So wird die Aufgabe, den Schwankungen des Geldbedarfs zu genügen, vollständig auf die Reichsbank übergewälzt. Die Wirkung ist eine bedeutende Erschwerung der Thätigkeit der Reichsbank. Je größer die Schwankungen ihres Notenumlaufs im Verhältnis zu ihrem gesamten Notenumlauf sind, desto peinlicher muß die Reichsbank dahiu streben, ihren durchschnittlichen Notenumlauf auf einem möglichst geringen Umfang zu erhalten. Denn je größer die Schwankungen sind, desto größer sind die Abweichungen von dem durchschnittlichen Stand, und je größer die Abweichungen, desto schwächer wird der Status der Bank in den Zeiten großer Anspannung. Wie sehr die Verhältnisse die Reichsbank zu einer Einschränkung ihres durchschnittlichen ungedeckten Notenumlaufs genötigt haben, zeigt eine Gegenüberstellung der Maxima und der Durchschnitte ihres ungedeckten Notenumlaufs für einzelne Perioden. Periode» Durchschnittl. ungedeckter Notenumlaufs 1000 Mark Maximum des ungedeckten Notenumlaufs 1000 Mark Differenz 1000 Mark 1876-1880 102.263 242.201 139.938 1881—188S 117.113 306.551 189.438 1886—1890 73.943 396.058 322.115 1891—1896 48.879 441.633 392.804 1896 1S8.191 427.547 269.356 1897 180.872 499.234 318.362 Wenn innerhalb der letzten fünfjährigen Periode das Maximum des ungedeckten Notenumlaufs um 392.804.000 Mark höher ist, als der Durchschnitt, so liegt darin gewiß eine starke Nötigung, den Durchschnitt niedrig zu erhalten. Wenn wir sehen, daß trotz der Verminderung des i Berechnet nach den 48 Wochenübersichten, daher die Abweichung von den Zahlen auf S 472. — 481 — durchschnittlichen ungedeckten Notenumlaufs der Reichsbank von 117 Millionen Mark auf 49 Millionen Mark die Maxima von 306,6 bis auf 441,7 Millionen Mark gestiegen sind, welche Steigerung müßten dann erst die Maxima erfahren haben, wenn der Durchschnitt nicht soweit herab- gedrttckt worden wäre? Das einzige Mittel aber zur Einschränkung des durchschnittlichen ungedeckten Notenumlaufs ist eine äußerst vorsichtige Diskontpolitik. Damit sind wir bei der wichtigsten Wirkung der Thatsache, daß auf der Reichsbank allein die Aufgabe der Elasticität des Notenumlaufs ruht, angelangt: Die Diskontpolitik der Reichsbank wird nicht unwesentlich erschwert. Verstärkt wird diese Wirkung durch das in dem deutschen Bankgesetz geschaffene System der indirekten Kontingentierung des Notenumlaufs vermittelst einer fünfprozentigen Steuer auf den ein gewisses für jede Bank festgesetztes Maximum überschreitenden Betrag des ungedeckten Notenumlaufs. Das Kontingent der Reichsbank war ursprünglich auf 250 Millionen Mark festgesetzt, hat sich aber dadurch, daß ihn: die Kontingente der auf ihr Noteurecht verzichtenden Banken zuwuchseu, inzwischen auf 293.400.000 Mark erhöht. Im Vergleich mit den auf den erheblich angewachsenen Schwankungen des deutschen Geldbedarfes beruhenden großen Spannungen zwischen dem Maximum und dem Minimum des ungedeckte» Notenumlaufs ist dieses Kontingent überaus gering. Darauf beruht es, daß — um deu extremsten Fall zu wählen — im Jahre 1895 bei einem durchschnittlichen ungedeckten Notenumlauf von 50 Millionen Mark (— 17 °/o des steuerfreien Kontingentes) beim Jahresschluß eine Kon- tingents-Überschreitnng von mehr als 148 Millionen Mark zu verzeichnen war; daß ferner bei mäßigen Kontingents-Überschreituugen, wie sie z. B. in den Jahren 1896 und 1897 beim Schluß des ersten und zweiten Quartals eintraten, der Status der Bank immerhin noch ein derartig guter war, daß unmöglich die in der Intention des Bankgesetzes liegende Diskonterhöhung auf 5 °/o vorgenommen werden konnte. Zwar hat sich die Reichsbank in ihrer Diskontpolitik bisher nur wenig durch Kontingents - Überschreitungen beeinflussen lassen; der Fall ist häufig vorgekommen, daß sie, wenn auf Grund ihres Standes eine Diskonterhöhung nicht notwendig war, selbst bei größeren Kontingentsüberschreitungen, bei einem Diskont von 4 °/o, in einzelnen Füllen sogar bei 3 °/o geblieben ist, und daß sie die zu der an das Reich zu entrichtenden fünfprozentigen Steuer fehlenden Prozente aus eigenen Mitteln zu- Hclsfsrich, Beiträge zur Geldreform. 31 — 482 — gelegt hat. Ganz ohne Einfluß auf ihre Diskontpolitik ist jedoch die knapp bemessene und im Lauf der Zeit noch knapper gewordene Kontingents- Summe wohl kaum geblieben, und sie kann es in Zukunft um fo weniger bleiben, je stärker die Schwankungen des Geldbedarfs werden, und je regelmäßiger damit große Kontingents - Überschreitungen zu bestimmten Zeiten wiederkehren ^. In Bezug auf seine Elasticität wäre also das deutsche Notenwesen in mehrfacher Beziehung einer Verbesserung fähig. Die Erneuerung des mit dem Jahre 1900 ablaufenden Bankgesetzes dürfte die geeignete Gelegenheit zur Durchführung der notwendigen Reformen sein. ' Vergl. über das System der indirekten Kontingentierung meinen diesbezüglichen Aufsatz im Finanz-Archiv von G. Schanz, XIII. Jahrgang. ^eli kst-vonk-at nickt geclsckten cieutsenen I^ofenumlguts. vurenZctinstte.) ^c^sc^o^t^!/ ^> 91<>xt^^^ii^o^^ L^e^^^a«/»^,. T> 9^0/t^vt.i/v»i^^o>^/ .-cl^r> ^ ^ / / ^ / / ^ 1 t 1 / > > / / > ^ / / / ^ ! / / ^ / 1 s / ^ / ^ / I ^ ^ / / V , t > / / ^ / / t » / V » / V > .....-<..... I ^ ^ / ^ ^ / / ..... ^ / V ^ —^.— / —V— ^ -f'" ^ ^ / / V V / / ^ / ^ V / > X / / V V /-^ V ^ / / ^ ' / ' / rr> °o °v sv >^ «- A »2 « °Z <-v °v >?> °v ^ ^ L T °Q Sv ^ ^> v> ^ o> s. »2 ^» >- ^» ök'öpkisclie va^fellung ljek-^nwickejung cles ciureli kgrvok'k'Ztliiclitgkljöckteli cieutsciien l^ofenumlguts. ^3^68-l)us'l:f,5ctinstte.) - ^^x^^i^^^^^^^^s^^^/n^i^ 9^j^pi^/pn.^^^^^ol^^x>l^ c^o^n^Z^l^e^iX -----^x»^xz^>c^/^^^,^<^^^^ L^^e^c^^o^^^.^ n^i/n^a^/ xj^^ 9^/t!e4^x>l^^ ^ l ^ ^ / / ^ > ^ ^ / V X / / l ! » ' ^ V / ^ > ^ / / » ^ / / X / X X / ? ^ / / X / X ^ / j < ^ / X / » / l ^ / / X / / X / » > / / ? .......... X .......5.. / / > » / ^ V / X .....-«..... > ......... / ^ ^ / / ,- X X / ^ X X ^. / — > .......... X X / X X / / > / i X ^ / X X / ? V ^ >^ X / / ^ / X ' / LS ^ r>> «v ^ ^ »2 ^ ^> N °o S «5 ^ !>Q N °v -X: Z °v Z ^ >- »> s> «z «! ^- ^» V» » ^ s> !>2 III. Der Giro- und Abrechnungsverkehr'. Von der größten Wichtigkeit für die Beurteilung der Entwickelung des modernen Geldwesens ist das Bestreben, die Barzahlungen in einem großen Umfang durch die Vervollkommnung des Überweisungs- und Abrechnungsverkehrs überflüssig zu machen nnd dadurch steigende Geldumsätze ohne eine entsprechende Vermehrung der Zirkulationsmittel zu ermöglichen. In Deutschland hat die Reichsbank die Ersetzung von Bargeld- Umsätzen durch Buch-Übertragung und Abrechnung in hervorragender Weise gefördert durch die Einrichtung und Ausgestaltung des Giro- und Clearingverkehrs. 1. Der Giroverkehr. Der Giroverkehr war von seinen ersten Anfängen an stets eine Ersparung der Bargeld-Übertragung; dagegen hat er erst durch seine Verbindung mit dem Diskont- und Notengeschäft in dem Umfange zu einer Ersparung von Bargeld selbst führen können, welche seine Bedeutung für das moderne Geldwesen ausmacht. Die ersten Girobanken (in Hamburg, Nürnberg, Amsterdam, Genua und Venedig) wurden gegründet zur Aufrechterhaltung des Geldwertes gegenüber den fortgesetzten Verschlechterungen des umlaufenden Geldes, nicht zur Ersparung von Barumsätzen und von Bargeld. Das vollwertige Geld wurde eingezahlt, dein Einbringer gut geschrieben und blieb in den Kellern der Bank liegen. Es wurde nicht zu irgend welchen Aktiv- Geschäften verwendet. Die Girobanken gewährten anfänglich Kredit nur im Wege der Lombardierung von Edelmetallen, Die Übertragungen in i Vgl. die Artikel „Giroverkehr" und „Abrechnungsverkehr" von R. Koch im Handwörterbuch der Staatswissenschaften, ferner Rauchberg, Der Clearing- und Giro-Verkehr, Wien 1897. 31» — 484 — den Büchern wurden also vorgenommen auf Grund des stets effektiv vorhandenen Metallvorrates. Heute, wo die Aufrechterhaltung des Geldwertes durch die ganze Organisation des Geldwesens hinreichend gesichert ist, hat der Giroverkehr eine andere Bestimmung: Die Erleichterung des Zahlungsverkehrs und die Ersparung von Umlaufsmitteln. Die Übertragung großer Summen in den Büchern einer Bank ist mit geringerer Mühe, mit geringeren Kosten und mit geringerer Gefahr zu bewirken, als die Übertragung in Bargeld, namentlich wenn es sich um Übertragungen auf größere Entfernungen handelt. Da der einmal entwickelte Giroverkehr ein dauerndes Bedürfnis für den ganzen Handelsstand wird, ein Bedürfnis, dessen der Handel auch in politischen und wirtschaftlichen Krisen nicht entraten kann, ja viel weniger entraten kann, als in normalen Zeiten, erscheint die Möglichkeit der gleichzeitigen und völligen Zurückziehung der bei einer großen Bank begründeten Guthaben völlig ausgeschlossen. Die Bank braucht deshalb nicht einen ihre Giroverbindlichkeiten deckenden Barvorrat zu halten; sie kann einen Teil der in Bargeld geleisteten Einzahlungen in irgendwelcher Form zur Kreditgewährung verwenden, und sie kann andererseits im Wege der Kreditgewährung (Diskontierung und Lombardierung) Gutschrift aus Girokonto leisten. Auf diese Weise können die Giroguthaben, auf Grund welcher sich die Giro-Übertragungen vollziehen, gleichzeitig im Wege der Kreditgewährung dem freien Verkehr wieder zur Verfügung gestellt werden. Das ist namentlich der Fall, wenn die Bank, welche den Giroverkehr pflegt, gleichzeitig eine Notenbank ist, welche das ihr im Wege des Giroverkehrs zufließende Metallgeld in gewissem Sinne zur Deckung ihres Notenumlaufs verwenden kann. Bei uns in Deutschland ist die Reichsbank zur möglichsten Ausgestaltung des Giroverkehrs durch eine wichtige Bestimmung des Bankgesetzes gedrängt worden: durch das System der indirekten Kontingentierung des ungedeckten Notenumlaufs in Verbindung mit der Vorschrift, daß als Barvorrat zur Berechnung des ungedeckten Notenumlaufs der gesamte Bestand an Metall, deutschem Geld, Reichskassenscheinen und Noten anderer Banken anzusehen ist, gleichviel zu welchen Zwecken dieser Bestand gehalten wird. Nur die ausgiebige Vermehrung der Girogelder ermöglichte der Reichsbauk, trotz der ihr durch — 485 - die Kontingentierung auferlegten Beschränkung, ihre Notenausgabe und damit ihre Kreditgewährung in der durch die Entwickelung der allgemein- wirtschaftlichen Verhältnisse gebotenen Weise auszudehnen. Die Ausdehnung des Giroverkehrs wurde, abgesehen von seiner einfachen und praktischen Organisation, wesentlich dadurch gefördert, daß die Bank für die Giro-Übertragungen, auch für die Übertragungen von Platz zu Platz, keine Gebühr berechnet, sondern daß sie als einzige Vergütung für ihre Dienste die zinslose Überlassung der Giroguthaben beansprucht. In welch außerordentlichem Maße sich der Giroverkehr der Reichsbank entwickelt hat, welche gewaltige Ausdehnung, vor allem die Ersparung von Barzahlungen gewonnen hat, sowohl absolut, als auch im Verhältnis zu dem durchschnittlichen Bestand an Giroguthaben, geht aus der Tabelle (S. 486) hervor. 2. Der Abrechnungsverkehr. Zur Beförderung des in Deutschland weit weniger als in England und den Vereinigten Staaten ausgebildeten Checkverkehrs und Ab- rechnungswesens hat die Reichsbank (seit 1883) an zehn Bankplätzen' Abrechnungsstellen (Clearing-Häuser) eingerichtet. Dort gleichen die zu den Abrechnungsstellen gehörenden Bankhäuser ihre gegenseitigen Forderungen ohne jede Vermittelung von Bargeld und Banknoten durch Abrechnung mit einander aus und lassen die verbleibenden Saldi auf Reichsbank-Girokonto übertragen. Hier liegt also eine völlige Ersparung von Zirkulationsmitteln vor. Der Abrechnungsverkehr der Reichsbank hat sich seit seiner Begründung kräftig entwickelt, jedoch lange nicht in dem Umfange, wie der Giroverkehr. Mit den Umsätzen des englischen und amerikanischen Clearing-Verkehrs lassen sich die bei der Reichsbank abgerechneten Summen nicht entfernt vergleichen Während diese letzteren im Jahre 1896 etwa 23 Milliarden Mark betrüge», überschreiten die englischen Clearing-Umsätze oft den Betrag von 150 Milliarden Mark, die amerikanischen Umsätze gar den Betrag von 250 Milliarden Mark pro Jahr. Die Ursache der im Vergleich zu diesen Riesensummen unbedeutenden deutschen Clearing- Umsätze liegt in dem Umstände, daß der Gebrauch des Checks in i In Berlin, Bremen, Breslau, Dresden, Elberfeld, Frankfurt a. M,, Hamburg, Köln, Leipzig und Stuttgart. A Ä^??Z A^^ZZ» -"UU-ZAL^ °- ^ ---»^s c- ^ Z S L.L Z ATT ^ »- ^ ^ s Q <^> N S, N K «? <2> >^> c^> -Z s Z s 8 E> L L T ci> >2 ^, ^: x: L Ü K's Z K?Z^ " r^!^ «^>^> Z.^ m !U S <^> — T ^ ^ ^> ^ L> 2 « Z ^ « 'S ö? ? » L ^ K T Z s ö? ^Äu?^r^o0M2^^AWAm888cs8ÄÄ M Ä «z Q uz »z Q W ^M^vi^^-ö^^^W-ÖWMW-oW^OW 8M^M^Mö^!--<^8^r2^^?3-s^8^2Ä cc> -c> oz ? - izz ^ z uz l>» 0» Q Ä -8 IZZ uz Äm ^ ^ A «z 0- -S !ZZ ^0d^^^^^^uZ-O^^M«ZQ0Z^^W00ZZ ^^8^^uzA^u^^^^8u^^8^^?^Ä Z s « ? -i: ^..^ s'sW ^ ^ L « ^ LZ LZ^Ä 'S ^ L ^^^> L <- ^ T - --Ä^ >3 Z !- « ^L.s^ « ^ K Z -! »'«LL ^2 L^?^ L.^.'" >7 - LGL U^Z « K'^ s « -s?« ? Z ^ «ÄZ-Z- r-«^.-? NsZ ^ » Z ^ ^ ^. ^ ^ ^L?" ? ^ L° Z ?H- " >8 ^ ^ L ^-^^M „ >^-^c« ? ^ ^ « W 6 x: ZK 0 00 » ^ L L ^ ^-L ^ Zs?5K -T L Deutschland bisher auf einen verhältnismäßig engen Kreis beschränkt geblieben ist, während er in England und Amerika eine fast alle Schichten des Verkehrs durchdringende Ausdehnung genommen hat. Die folgenden Zahlen geben ein Bild von der Entwickelung des Abrechnungsverkehrs bei der Reichsbank. Es wurden abgerechnet: Jahre Beträge Millionen Mark Jahre Beträge Millionen Mark Jahre Beträge Millionen Mark 1884 12.130 1389 18,049 1894 18.393 188S 12.564 1890 17.991 189S 21.285 1886 13.3S6 1891 17.663 1896 22.905 1887 14.207 1892 16.763 1897 24.200 1388 16.S1S 1393 18.273 IV. Der gegenwärtige Umfang des deutschen Geldumlanfs nnd seine Znsammensehnng. Für die Abschätzung des deutschen Geldumlaufs vor der Reform boten die Ergebnisse der Einziehungen der verschiedenen Münzen willkommene Anhaltspunkte. Bei einer Abschätzung des gegenwärtigen Umfangs der deutschen Zirkulation bewegen wir uns auf einem weniger sicheren Boden. Wohl stehen uns die Prägeziffern zu Gebote, aber die Summen von Münzen, welche verschleudert, eingeschmolzen oder exportiert worden sind, können nicht mit hinreichender Sicherheit ermittelt werden. Hinsichtlich der Reichssilber-, Nickel- und Kupfermünzen kommt wegen ihrer beträchtlichen Unterwertigkeit weder ein Export noch eine Einschmel- zung in Betracht; als einziger Weg des Abganges bleibt die Verschleuderung, für welche jedoch, wenigstens hinsichtlich der größeren Silbermünzen, ein nennenswerter Betrag nicht anzunehmen ist. Hinsichtlich der Thaler bleibt die alte Ungewißheit über den noch vorhandenen Betrag, über welchen wir bereits in einem früheren Abschnitt gesprochen Habens bestehen. Am stärksten ist die Unsicherheit hinsichtlich des Abganges von Reichsgoldmünzen. Weder die Einschmelzungen im Inland noch die Exporte nach dem Ausland sind mit Genauigkeit festzustellen. Man ist fast gänzlich auf willkürliche Schätzungen angewiesen. Bis zum Schlüsse des Jahres 1897 waren, abzüglich der Einziehungen, 3.235 Millionen Mark in Reichsgoldmünzen ausgeprägt. Den Abgang bis zum Ende des Jahres 1879 haben wir oben auf 240 Millionen Mark veranschlagt. ' Siehe oben S. 119 ff. — 489 — Auch seit jenem Jahr haben zeitweise große Exporte von Reichsgoldmünzen stattgefunden, namentlich nach den Vereinigten Staaten (Anfang der 80er Jahre), nach Rußland und nach Österreich. Man darf jedoch nicht außer Acht lassen, daß die exportierten Reichsgoldmünzen jedenfalls nur zu einem geringen Teil eingeschmolzen und umgeprägt worden sind, während der größere Teil bei günstigen Konjunkturen nach Deutschland zurückgekehrt ist. Der Ankauf fremder Goldmünzen seitens der großen Notenbanken hat eine Umprägung in weitem Umfang über^ flüssig gemacht. Fremde Goldmünzen bilden einen großen Teil des Barvorrats jeder Zentralbank, welche sie, anstatt sie umzuprägen, im Umlauf durch Banknoten vertreten läßt und sie im Bedarfsfall wieder an das Ausland verkauft. Die deutsche Reichsbank hat allein im Jahre 1894 für mehr als 113 Millionen Mark deutsche Reichsgoldmünzen aus dem Ausland angekauft und diesen Betrag, welcher unter ungünstigen Verhältnissen nach dem Alisland abgeflossen war, für die deutsche Zirkulation zurückgewonnen. Ebenso sind gegen Ende des Jahres 1897 große Summen von Doppelkronen aus Österreich an die Reichsbank zurückgeflossen. In Anbetracht dieser Verhältnisse dürfte ein allzuhoher Satz für den Goldabfluß nach dem Ausland nicht in Anschlag zu bringen sein. Mit den Einschmelzungen von Reichsgoldmünzen im Inland haben wir uns bereits an einer anderen Stelle ^ beschäftigt und dort den jährlichen Betrag auf 10 Millionen Mark veranschlagt. Das würde für die 18 Jahre von 1880 bis 1897 eine Summe von 180 Millionen Mark ergeben. Veranschlagt man die exportierten und nicht wieder zurückgekehrten Neichsgoldmünzen ungefähr ebenso hoch, so würde man für die Zeit von 1880 bis Ende 1896 einen Abgang von ungefähr 360 Millionen Mark erhalten: zusammen mit den 240 Millionen Mark, welche vor 1880 eingeschmolzen und exportiert worden sein dürften, ergiebt sich also eine Summe von 600 Millionen Mark. Ich glaube, daß diese Summe reichlich hoch gegriffen ist. Eine Vergleichung mit den Abgängen der vor der Münzreform geprägten Silbermünzen — die Goldmünzen können wegen der hier obwaltenden besonderen Verhältnisse nicht zur Vergleichung herangezogen werden — bestätigt diese Annahme. Der durch die Ergebnisse der Einziehung nachgewiesenen Abgang der Zweithalerstücke betrug 17 "/o. Geprägt wurden die Stücke von 1838 bis 1871, also während einer Zeit von 33 Jahren. Der Abgang von > Siehe oben S. 391 und 392. — 490 — Einthalerstücken, welche in Preußen schon von 1850 ab geprägt wurden, kann gleichfalls kaum höher als auf 17 °/° veranschlagt werden. Bis zur Münzreform waren diese Münzen vollwertiges Geld und eigneten sich zur Einschmelzung für industrielle Zwecke und zur Ausgleichung der Zahlungsbilanz ebensogut wie unsere heutigen Reichsgoldmünzen. Diese Münzen waren ferner das Hauptumlaufsmittel während der Zeit des starken indischen Silberbedarfs, und zweifellos sind während der 50er und namentlich während der 60er Jahre große Summen, von denen kein Stück zurückkehrte, nach Indien versendet worden. Von unsern Reichsgoldmünzen waren bis Ende 1897 über 3,2 Milliarden Mark ausgeprägt. Ein Abgang von 600 Millionen Mark bedeutet einen Abgang von etwa 20°/o. In Anbetracht dessen, daß die Reichsgoldmünzen erst eine Prägezeit von 26 Jahren hinter sich haben, und daß der Abgang der wichtigsten Münzsorten vor der Reform während einer viel längeren Zeit nur 17°/o betrug, erscheint es kaum glaublich, daß die Einschmelzuugen und Exporte von Reichsgoldmünzen wirklich die Summe von 600 Millionen Mark erreichen. Um allen Vorwürfen einer zu niedrigen Schätzung zu begegnen, wollen wir dennoch bei dieser Summe bleiben. Wir erhalten dann für Ende 1897 einen Bestand von Reichsgoldmünzen im Betrag von 3.235 weniger 600 Mill. Mark also etwa 2 635 Mill. Mark. Dazu kommt der Vorrat der Reichsbank an Gold in Barren und fremden Münzen, der sich im Durchschnitt des Jahres 1896 auf 332.814.000 Mark, am Ende des Jahres 1896 auf 314.353.000 Mark und am Ende des Jahres 1897 auf 305 Millionen Mark belief. Der gesamte deutsche Goldgeldbestand dürfte also am Ende des Jahres 1897 ungefähr 2.940 Millionen Mark betragen haben. Wir wenden uns nunmehr zu dem Thalervorrat und den Scheidemünzen. Der Thaleroorrat (einschließlich der österreichischen Thaler) Ende April wurde 1894 auf Grund vorsichtiger Schätzungen ^ auf etwa 400 Millionen Mark geschätzt- Seither sind bis Ende März 1897 etwa 20 Millionen Mark in deutschen und österreichischen Thalern eingezogen und zur Um- prägung in Reichssilbermünzen verwendet worden ^. Der Thalervorrat dürfte also gegeuwärtig auf etwa 380 Millionen Mark zu veranschlagen sein. I Siehe oben S. 123 ff. ^ Siehe oben S. 103. — 491 — An Reichssilbermttnzen waren bis zum Ende des Jahres 1897 — abzüglich der Einziehungen — etwa 494^4 Millionen Mark ausgeprägt. Ein Abgang durch Verschleuderung kann nur bei den kleineren Stücken, den Zwanzig- und Fünfzigpfennigstücken, ins Gewicht fallen; von diesen Münzsorten wurden nur etwas über 100 Millionen Mark ausgeprägt. Es kann also nur ein Abgang von wenigen Millionen Mark in Betracht kommen, sodaß der thatsächlich vorhandene Vorrat von Reichssilbermünzen auf 490 Millionen Mark veranschlagt werden darf. Wie die Einziehungs-Ergebnisse der früheren kleinen deutschen Münzen zeigen dürfte bei den Nickel- und Kupfermünzen ein stärkerer Abgang anzunehmen sein. Die Nettoprägungen dieser Münzen haben Ende 1897 den Betrag von 69,2 Millionen Mark erreicht, von denen wohl etwa 65 Millionen Mark als thatsächlich vorhanden angenommen werden dürfen. Wir erhalten demnach für Ende 1896 folgendes Bild des deutschen Metallgeld-Bestandes: 1) Reichsgoldmünzen.........2.635 2) Gold in Barren und fremden Sorten . . 305 zusammen 2.940 3) Thaler............. 380 4) Reichssilbermünzen.........490 5) Nickel- und Kupfermünzen.......65 Summa 3.875 Die folgende Übersicht giebt eine Vergleichung dieses Bestandes mit dem Metallgeldvorrat beim Beginn der Münzreform und am Ende des Jahres 1879. Zeitpunkt Goldgeld Silbergeld Mill.^ °/o Nickel-und Kupfermünzen Mill.^ °/° Gesamter Metallgeldvorrat Will, deutsl Goldmü Mill.^c he nzen °/o ausl.G, münz u. Bar Mill.^« >ld- n »VN °/° Zusammen Mill.^ °/° Beim Beginn der Münz- reform . . Ende 1379 Ende 1896 96 1.469 2636 4,8 60,0 68,0 160 60 306 7/i 2,6 ^,!> 246 1.630 2.940 12,4 62,6 76,9 1.736 876 870 87,4 36,7 22,2 3,6 46 66 0. 2 1. -^ I.v 1.986 2.450 3.876 ' Siehe S. 107 den starken Prozentsatz des Abganges der Silbergroschen und der halben Silbergroschen. — 492 — Die Ergebnisse dieser Vergleichung sind: Der deutsche Metallgeldbestand hat seit 1879, dem Jahre der Einstellung der Silberverkäufe, eine Vermehrung um etwa 1.425 Millionen Mark erfahren, eine Vermehrung um mehr als die Hälfte seines damaligen Umfanges. Er ist zur Zeit fast doppelt so groß, als er vor Beginn der Münzreform war. Die gesamte Vermehrung kommt fast ausschließlich auf das Goldgeld. Der gesamte Goldgeldbestand, welcher 1879 erst 62,5 °/° des Metallgeld- Vorrates ausmachte, beträgt heute mehr als drei Viertel, die Reichsgoldmünzen allein betragen mehr als zwei Drittel des Metallgeldbestandes. Der Anteil des Silbergeldes und der Scheidemünzen aus unedlem Metall hat sich von 37'/s"/« auf 24,1 °/v vermindert. Es hat also seit der vorzeitigen Einstellung des Reformwerkes nicht nur eine sehr erhebliche Zunahme des gesamten Metallgeld-Vorrates stattgefunden, sondern es ist auch in der Solidität des deutschen Geldwesens dadurch eine wesentliche Besserung eingetreten, daß der Anteil des Goldes erheblich größer geworden ist, und daß das Silbergeld, obwohl sein Umfang absolut genommen fast derselbe geblieben ist, im Verhältnis zu dem gesamten Metallgeld-Bestand sehr stark an Bedeutung verloren hat. Um voll zu erkennen, wie sehr durch diese Entwickelung der Verhältnisse die Goldwährung, deren formelle Durchführung im Jahre 1879 eingestellt worden ist, sich thatsächlich selbst vollendet hat, brauchen wir nur das Verhältnis zwischen Silber- und Goldgeldbestand in Deutschland mit demjenigen in dem Lande der reinen Goldwährung, in England, und in dem Lande der typischen hinkenden Goldwährung, in Frankreich, zu vergleichen. Länder Besta Goldgeld nd an Silbergeld Prozentua des Goldes ler Anteil des Silbers Deutschland . England i > . Frankreichs . 2.940 Mill. Mark 2.440 - 3.570 - 870 Mill. Mark 480 - 77,0 83,4 63.5 23,0 16,6 36,5 2.050 - Diese Vergleichung ergiebt, daß die Verhältnisse des deutschen Geldumlaufs mit demjenigen des englischen Geldumlaufs viel mehr Ähnlichkeit haben, als mit dem französischen. ' Nach dem amerikanischen Münzdirektor (der Dollar 4,20 Mark gerechnet). — 493 — Hinsichtlich der Papierzirkulation können wir uns kurz fassen. Die Ausgabe von Reichskassenscheinen ist auf 120 Millionen Mark beschränkt. Der Betrag der metallisch nicht gedeckten Banknoten unterliegt sehr starken Schwankungen; im Jahre 1897 war der durschnittliche Umlauf 314 Millionen Mark, während er in den vorhergehenden Jahren beträchtlich geringer war. Für das Jahr 1897 erhalten wir folgendes Bild des gesainten deutschen Geldbestandes: °/o des ges. Will. Mark Geldbestandes 1) Goldgeld........ 2.940 ^ 68,3 2) Silber- und Scheidemünzen . . 935 21.7 Metallgeld: 3.875 — 90,0 3) Reichskasseuscheine..... 120 ^ 2,8 4) Metallisch nicht gedeckte Bank- 314 — 7,2 Metallisch nicht gedecktes Papier 434 — 10,0 Gesamter Geldbestand: 4.309 Mill. Mark 100,0 Diese Zusammensetzung erscheint als eine überaus günstige, namentlich wenn man in Betracht zieht, daß der ungedeckte Notenumlauf im Jahr 1897 eine ausnahmsweise Anspannung aufwies, und wenn man einen Vergleich mit den Verhältnissen vor der Geldreform zieht. Damals betrug der uugedeckte Papierlimlauf (ausschließlich der Dar- lehenskassenscheiue des Norddeutschen Blindes, welche für einen augenblicklichen Zweck ausgegeben waren) im Jahresdurchschnitt etwa 550 Mill. Mark gegenüber einem Metallgeldbestand von nicht ganz 2000 Mill. Mark; er betrug also mehr als 20°/» des gesamten Geldbestandes, während er heute nur etwa 10°/» ausmacht, im Durchschnitt einer längeren Reihe von Jahren sogar noch beträchtlich weniger. Auch in dieser Hinsicht ist also die Entwickelung des deutschen Geldwesens eine erfreuliche gewesen. Von dem Geld bestand ist der freie Geldumlauf wohl zu unterscheiden. Von den deutschen Reichsgoldmünzen liegen 120 Millionen Mark als Kriegsschatz in Spandau. In der Reichbauk befanden sich im Durchschnitt des Jahres 1896 Reichsgoldmünzen im Betrag von 269 Millionen Mark. In Analogie - 494 - zu den oben S. 473 mitgeteilten Zahlen ist anzunehmen, daß sich in den Kassen der Privat - Notenbanken höchstens 5 Millionen Mark in Silbergeld befand, sodaß ihr Goldvorrat bei einem Metallbestand von 80 Millionen Mark auf 75 Millionen Mark zu veranschlagen ist. Der freien Zirkulation waren also im Durchschnitt des Jahres 1896 Reichsgoldmünzen im Betrag von 464 Mark entzogen. Im Jahre 1897 dürften die Verhältnisse kaum wesentlich andere gewesen sein. Es ergiebt sich daraus, daß an Reichsgoldmünzen sich ein Betrag von etwa 2.170 Millionen Mark im freien Umlauf befindet. Der Bestand der Reichsbank an Thalern und Scheidemünzen war im Durchschnitt des Jahres 1896 280 Millionen Mark. Dazu kommen 5 Millionen, welche sich in den Kassen der Privat-Notenbanken befinden; für den freien Verkehr blieb also an Thalern und Scheidemünzen durchschnittlich ein Betrag von 645 Millionen Mark. Der durchschnittliche Bestand sämtlicher Notenbanken an Reichskassenscheinen betrug im Jahre 1897 etwas über 23 Millionen Mark ^; bleiben für den freien Umlauf 97 Millionen Mark. Die durchschnittliche Notenausgabe sämtlicher deutschen Notenbanken belief sich im Jahre 1897 auf I.266V2 Millionen Mark. Davon sind zunächst in Abrechnung zu bringen etwa 2 Millionen Mark auf Thaler- und Guldenwährung lautende Noten, welche bisher nicht zur Einlösung gelangten, aber noch nicht vräkludiert worden sind. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß von diesen Noten höchstens noch ein verschwindend geringer Teil vorhanden ist. — Außerdem befanden sich in dem Barbestand der sämtlichen Notenbanken „Noten andrer Banken" im Betrag von 26^2 Millionen Mark. Wirklich im Umlauf waren also 1.238 Millionen Mark. Danach hatte der deutsche Geldumlauf im Jahre 1896 ungefähr ' folgende Zusammensetzung: Reichsgoldmünzen Thaler und Scheidemünzen Reichskassenscheine Banknoten Zusammen Summe in Mill. Mark 2.170 645,0 97 1,238 4.150 °/o des Gesamtumlaufs 52,3 16,S 2.3 29,9 100,0 Mark pro Kopf der Bevölkerung 2 ..... 41,2 12,3 1,8 23,6 78,8 1 Siehe Stat. Jahrbuch für das Deutsche Reich, 1897, S. 131. 2 52.663.000 Seelen; siehe Stat, Jahrbuch für das Deutsche Reich, 1897. S. 2. V. Diskontsätze und Wechselkurse. ^. Diskontsätze. I. Die Diskontsätze der Neichstiank. 1876:5 °/°. Vom 18. Mai 3-/2 °/o. Vom 3. Januar 6 °/o. - 11. Juli 4 °/°. - 19. - 5 °,o. - 25. Oktober 4'/s °/o. - 4. Februar 4 °/«. Im Jahresdurchschnitt: 4,16 °/o. Anzahl der Diskontanderungen: 6. 1877: 1878- 1879- 188» 4'/g °/o. Vom 5. Januar 4°/o - 11. Mai 5°/°. - 16. Juni 4 °/°. Vom 12. September 5 °/o. - 3. Oktober 5'/2 °/°, - 12. November 5 °/°. 4-/- °/°. Vom 21. Januar 4°/°. 3. Dezember 4^2 °/o. Im Jahresdurchschnitt: 4,42°/«. Diskontänderungen: 7. Vom 29. August 5 °/°. - 11. Dezember 4^2 °/o. Im Jahresdurchschnitt: 4,34 °/o. Diskontänderungen: 3. Vom 13. August 4°/°. - 11. Oktober 4V2°/o. 4-/2 °/°. Vom 11. Januar 4°/o. - 5. März 3V2 °/°. - 21. - 3°/°. Im Jahresdurchschnitt- Diskontänderungen: 6. 4°/°. Vom 18. August 5 °/v. 4. September 5 V2 °/o. 10. Dezember 4°/°. 3.70 °/o. Vom 6. Oktober 5°/«. - 18. Oktober 4>/2 °/o. 9. November 4°/o. Im Jahresdurchschnitt: 4,24°/°. Diskontänderungen: 5. — 496 — 1881: 4»/o. Vom 26. August 5 Im Jahresdurchschnitt: 4,42 °/o Diskontänderungen: 3. 1882: 5 °/«. Vom 1. Februar 6 °/o. - 18. - 5°/«. Im Jahresdurchschnitt: 4,54 Diskontänderungen: 5. 1383: 5»/°. Vom 18. Januar 4°/«. Im Jahresdurchschnitt: 4,05 °/o. Diskontänderungen: I. 1884: Im ganzen Jahre 4°/o. Vom 5. Oktober 5^2 °/o. - 26. November 5 °/o. Vom 3. März 4V- °/o. - 10. - 4°/o. 8. September 5 °/v. 1885: 4«/o. Vom 10. März 5 °/° 1886: 4°/». Vom 22. Januar 3V2 °/o - 20. Februar 3 °/°. Vom 4. April 4V- °/o. .- II. Mai 4°/°. Jin Jahresdurchschnitt: 4,12°/». Diskontänderungen: 3. Vom 18. Oktober 3^2°/°. - 29. November 4'°/°. - 18. Dezember 5 °/o. Im Jahresdurchschnitt: 3,28 Diskontänderungen: 5. Vom 11. Mai 3 °/o. 1887: 5°/«. Vom 18. Januar 4 °/°. Im Jahresdurchschnitt: 3,41 °/o. Diskontänderungen: 2^ 1838 : 3 °/o. Vom 17. September 4°/-i. Im Jahresdurchschnitt: 3,32 °/o. Diskontänderungen: 2. Vom 6^ Dezember 4^/g Vo. 1889: 4^/2 "/o. Vom 12. Januar 4"/«. - 4. Februar 3 °/o. Im Jahresdurchschnitt: 3,68 °/°. Diskontänderungen: 4. Vom 4. September 4°/». - 3. Oktober 5 °/o. » — 497 - 1890: 5 °/°, > Vom 26. September 5 °/o. Vom 22. Februar 4 °/o. - 11. Oktober 5^2 °/o. Im Jahresdurchschnitt: 4,52 <"o. Diskontänderuugen: 3. 1891: 5'/-°/°. Vom 12. Januar 4°/v. - 3. Februar 3^/2 °/o. Im Jahresdurchschnitt: 3,78«/». Diskontänderungen: 4. Vom 13. Februar 3°/°. - 15. Mai 4°/«. 1892: 4° °. Vom 11. Januar 3°/°. Im Jahresdurchschnitt: 3,20°/° Diskontänderungen: 2. Vom 28. Oktober 4 °/o. 1893: 4°/», Vom 17. Januar 3°/° Vom 12. Mai 4° ». - 11. August 5° '°. Im Jahresdurchschnitt: 4,07°/«. Diskontänderungen: 3. Vom 5. Februar 3 °/°. 1894: 5»/°. Vom 9. Januar 4°/o. Im Jahresdurchschnitt: 3,12 °/o. Diskontändernngen: 2. 1393: 3°/o. Vom N, November 4 °/o. Im Jahresdurchschnitt: 3,14 °/o. Diskontänderungen: I. 1896: 4«/°. Vom 12. Februar 3 °/o 1897: 5°/o. Vom 19. Januar 4 °/o. - 26. Februar 3-/s °/o. Vom 7. September 4 °/o. - 10. Oktober 5 °/o. Im Jahresdurchschnitt: 3,66 «/o. Diskontänderungen: 3. Vom 10. April 3 °/o. 6. September 4 °/o. - 11. Oktober 5 °/°. Im Jahresdurchschnitt: 3^8 °/o. Diskontänderungen: 5. Helfferich, Beiträge zur Geldreform. 32 — 498 — II. Die Diskontsätze der Rcichsvank, verglichen mit den Diskontsätzen der Bank von England und der Tank von Frankreich (1830—1396). Jahre Durchschnittlicher Diskontsatz der Bank von England "/<> der Bank von Frankreich -/« der Neichs- bank »/» Differenz des Reichsbankdiskonts u. des Diskonts der Bank von England Bank von Frankreich 1880 1881 1882 1883 1884 1883 1886 1887 1889 1890 1891 1892 1893 1894 1895 1896 1897 2.75 3.38 4,08 3.S7 2,96 3,00 3,02 3,30 3,31 3,61 4,51 3,30 2,45 3,05 2,00 2,00 2,98 2,62 2,75 3,83 3,71 3,07 3,00 3,00 3,00 3,00 3,30 3.13 3,00 3,00 2,70 2.50 2,50 2,10 2,00 2,00 4,25 4,42 4,54 4,05 4,00 4,12 3,28 3,41 3,32 3,68 4,52 3,78 3,20 4.07 3,12 3,14 3,66 3.87 1,50 1,04 0,46 0,48 1,04 1.12 0.26 0,11 1,01 0,07 0,01 0.48 0.76 1,02 1.12 1.14 0,68 1,36 1,50 0,59 0,83 0,98 1,00 1,12 0,28 0,41 0,02 0,55 1,52 0,78 0,50 1,57 0,62 1,04 1,66 1,87 III. Der Marktdiskont an der Berliner Börse 1880—1896. (Monatliche Durchschnittskurse, berechnet nach dem Hertelschen Kurszettels) Jahre z ° -« - 3 ... ugust UZ ktober A ^ S K A A Z ö? s? « Q S K 1880 3>/-t 2"/is 2-/is 2"/l6 2»/4 27/8 2"/i° 2'/2 4'/is ^-/is 3',i« 1881 3,04 2,15 2,27 2,59 2,93 3,09 3,20 3,46 4,58 5,16 4,76 4,76 1882 4,40 3,83 3,13 3,39 3,09 3,35 3,56 3,49 4.42 4,70 4,44 4,67 1883 3,51 2,71 2,76 2,71 2,65 3,17 3,12 2.90 3,15 3,48 3,35 3,37 1884 2,88 2,27 2,64 2,94 2,74 2,96 2,67 2,42 2,96 3.25 3,42 3,49 1885 3,17 2,13 2,14 3,87 2,83 2,83 2,52 2,29 2,77 2.55 2,65 3,07 1886 2,12 1,61 1.80 1,79 1,74 2,19 1,61 1,71 1,99 2,56 2,86 3,90 1887 3,29 3,01 2,34 1,93 2,03 2,41 1,80 1,65 2,29 2,23 2,25 2,42 1883 1,68 1,45 1,85 1,55 1,56 1,77 1,41 1,69 2,45 3,24 3,15 3,51 1889 2,15 1,52 1,76 1,52 1,57 2,27 1.77 2,16 3,15 4,19 4,70 4,78 1890 3,85 3,46 3,60 2,93 2,95 3,72 3,15 3,07 3,54 4,77 5,14 5,08 1891 3,05 2,60 2,67 1,46 2,68 2.85 3,26 3,19 3,20 3,32 3,20 3,13 2,92 189Ä 1,86 1,57 1,50 1,37 1.79 1,44 1,44 1,86 2,18 2,33 2,89 1893 1,77 1,33 1,75 2,06 2,83 2,14 3,10 4,06 4,63 4,51 4,52 4,40 1894 2,71 1,67 1,84 1,55 1,75 1,73 1,50 1,49 1.88 1,65 1,50 1,65 1895 1,38 1,26 1,63 1.55 2,21 1.74 2,10 1.64 1,57 2,50 2,54 2,93 3,33 1896 2,90 2,28 2,09 2,68 2,74 2,38 2,52 3.41 4,09 4,52 4,67 1897 3,36 3,58 2.88 2,48 2,36 2,66 2,38 2,54 3,32 3,87 4,13 4,46 7ö? 3-/i° 3,08 3,87 3,07 2,89 2,82 2,16 2,30 2,11 2,63 3,77 3,01 1,31 3.17 1,74 2.01 3.04 3,08 ' Der Marktdiskont ist vor 1831 weder in dem Hertelschen noch in dem offiziellen Kurszettel notiert. Für 1880 find deshalb die wöchentlichen Notierungen des Londoner „Ekonomist", auf welchen auch die die Jahre 1870 bis 1879 umfassende Tabelle auf S. 293 beruht, den Berechnungen zu Grunde gelegt. — Die Berechnungen für die Jahre 1881—1895 sind in der Statist. Abteilung der Reichsbank ausgeführt. Für 1896 find die Zahlen dem Statist. Jahrbuch für das Deutsche Reich entnommen. — 499 — IV. Der Berliner Marktdiskont, verglichen mit dem Londoner und pariser Marktdiskont 1880—1896. Durchschnittlicher Marktdiskont Differenz des Berliner Marktdiskonts und des Jahre in London in Paris in Berlin Diskonts in °/° °/° "/« London Paris 1880 2,2S 2,50 3,06 4-0,81 4-0,56 1881 2,75 3,67 3,08 -1-0,33 —0,59 1882 3,42 3,59 3,87 -1-0,45 4-0,28 1883 2,94 2,80 3,07 4-0,13 4-0,27 1884 2,50 2,60 2,89 -i-v,39 4-0,29 1885 2,12 2.50 2,82 4-0,60 4-0,32 1886 2,12 2,38 2,16 4-0,04 -0,22 1887 2,88 2 53 2,30 —0,58 -0,23 1888 2,38 2,75 2,11 -0,27 -0,64 1889 3,25 2,60 2,63 —0,62 4-0,03 1890 3,71 2,68 3,77 4-0,06 4-1,09 1891 1,50 2,62 3.01 -1-1,51 4-0,39 1892 1,33 1,75 1,81 4-0,48 4-0,06 1893 1,67 2,25 3,17 -1-1,50 4-0,93 1894 1,70 1,62 1,74 -1 0,04 4-0,12 1896 0,81 1,91 2,01 -1-1,20 4-0,10 1896 1,52 1,67 3,04 4-1,52 4-1,37 1897 1,87 1,87 3,08 4-1,21 4-1,21 Bemerkungen. Die Höhe des Diskontsatzes im allgemeinen ist in der Hauptsache abhängig von dem Kapitalreichtum und der wirtschaftlichen Entwickelung der einzelnen Länder. Seine Schwankungen innerhalb kurzer Perioden beruhen auf Verschiebungen des Verhältnisses zwischen Geldangebot und Geldnachfrage. Die Geldverfassung eines Landes kann sowohl auf die durchschnittliche Höhe des Diskantes als auch auf die Stärke und Häufigkeit der Diskont-Schwankungen einen Einfluß ausüben; auf die durchschnittliche Höhe, je nachdem sie die Versorgung des Geldmarktes mit flüssigen Mittel hindert oder fördert; auf die Schwankungen, je nachdem sie sich den Schwankungen des Geldbedarfes leichter oder schwerer anpaßt. In ersterer Beziehung ist namentlich die Währungs-Verfassung, in letzterer das Bankwesen von Wichtigkeit. Im allgemeinen sind die Diskontsätze seit dem Beginn der 80 er Jahre in den wichtigsten europäischen Ländern niedriger geworden, eine Erscheinung, welche sich sowohl durch den großen Fortschritt der Kapital- Ansammlung, als auch durch den reichlicheren Zufluß von Gold seit der zweiten Hälfte der 80 er Jahre erklärt. Zeiten allgemeiner Geschäfts- stockuug weisen sehr niedrige Sätze auf, so namentlich die Periode 32* — 500 — 1883 - 1888. Die Wirkungen des stärkeren Goldzuflusses, welcher gegen Ende der 80 er Jahre begann, wurden durch den gleichzeitig eintretenden allgemeinen Aufschwung nicht nur ausgeglichen, sondern sogar stark überwogen. Von 1890 bis 1894/95 wirkten Geschästsstille und starker Goldzufluß zusammen auf den Diskontsatz ein und führten zu einem niemals erreichten Tiefstand, bis der im Jahre 1895 beginnende Aufschwung wieder zu einer Steigerung führte, am stärksten in Deutschland, das weitaus am meisten an dem allgemeinen Aufschwung beteiligt war und ist. Bei einer Vergleichung der Bankdiskontsätze der verschiedenen Länder ist zu beachten, daß der offizielle Diskontfatz nicht bei allen Centralbanken dasselbe bedeutet. Die Bank von Frankreich diskontiert nur zu ihrem offiziellen Satz, Dagegen verlangt sie, wenn Gold gefordert wird, in der Regel eine Präniie, die mitunter nicht unbeträchtlich ist. Die Bank von England dagegen bindet sich an ihre Rate überhaupt nicht. In Zeiten flüssigen Geldstandes diskontiert sie häufig zu einem Satz, der beträchtlich niedriger ist, als ihr offizieller Diskont. Andrerseits kommt es vor, daß sie bei gespannter Lage des Geldmarktes, ohue ihre offizielle Rate zu erhöhen, einen wesentlich höheren Zins fordert. Außerdem macht sie Unterscheidungen nach der Qualität der Wechsel und nach den Personen, welche Wechsel zum Diskontieren einreichen. Das System, welches die deutsche Reichsbank befolgt, hält die Mitte zwischen demjenigen der Bank von Frankreich und dem der Bank von England. Im allgemeinen wird zu dem offiziellen Satz diskontiert. In Zeiten flüssigen Geldstandes kauft die Reichsbank jedoch Wechsel unter dem offiziellen Satz, zum sogenannten „Privatdiskont". Der Privatdiskont wird für das ganze Reichsgebiet und für sämtliche Wechsel, deren Qualität genau bestimmten Anforderungen entspricht, normiert; dadurch unterscheidet sich das System der Reichsbank von der völlig individuellen Behandlung der Wechsel bei der Bank von England. Bei der Reichsbank ist häufig, bei der Bank von England immer der durchschnittliche offizielle Satz nicht identisch mit dem Satz, zu welchem wirklich diskontiert wird. Es ist hier nicht der Platz, über die Vorzüge und Nachteile dieser verschiedenen Systeme zu sprechen; es soll vielmehr lediglich konstatiert werden, daß die durchschnittlichen offiziellen Banksätze nicht die gleiche Bedeutung haben und deshalb nicht ohne weiteres mit einander verglichen werden können. Der richtige Maßstab für die Vergleichung des thatsächlich von den einzelnen Banken geforderten Zinssatzes ist vielmehr der durchschnittliche Brutto - Ertrag der Wechselanlage. Auch für diejenigen Banken, welche nur zu ihrem offiziellen Satz diskontieren', stellt der durchschnittliche Ertrag der Wechselanlage in richtigerer Weise den durchschnittlichen Diskontsatz dar, als der nach der Dauer der Gültigkeit der einzelnen Sätze berechnete Durchschnitt. Denn es kommt weniger auf die Geltungszeit der einzelnen Raten, als auf den Umfang der zu den verschiedenen Sätzen diskontierten Wechsel an. Leider sind nur für die Bank von Frankreich und die deutsche Reichsbank die zur Berechnung der durchschnittlichen Bruttoerlöse aus der Wechselanlage notwendigen Angaben über den durchschnittlichen Wechselbestand und den Gewinn aus dem Diskontgeschäft aus den Verwaltungsberichten ersichtlich; dagegen fehlt uns das Material für die Bank von England. Wir können also nur die Bank von Frankreich und die Reichsbank gegenüberstellen. Durchschnittliche Rentabilität der Wechselanlage Differenz zwischen Differenz des offiziellen Jahre bei der Bank bei der ReichsDiskonts beider von Frankreich bank Spalte 1 und 2 Banken «/» °/o °/° °/o 1. 2. 3. 4. 1381 3.9 4,2 -1-0,3 4-0,6 1882 3,9 4.4 4-0,5 4-0,8 1883 3.1 3,9 4-0.8 4-1.0 1884 2.8 2,7 —0.1 4-1.0 1885 3.1 3,8 4-0,7 4-1,1 4-0,3 1886 3,0 2.8 -0,2 1887 3,0 3.1 -1-0,1 4-0,4 1888 3,1 2,8 —0,3 -1-0 >,^!> 3.1 3.2 4-0,1 4-0,5 1890 3,0 4.3 -1-1,3 4-1,5 1891 3.0 3,8 -1-0.8 4-0.8 1892 2.7 2.8 4-0,1 4-0,5 1893 2,S 3,6 4-1.1 4-1.6 1894 2,S 2,8 4-0,3 4-0.6 1895 2,1 2,7 4-0,6 4-1.0 1896 2,0 3,4 4-1.4 4-1.7 Diese Vergleichung ergiebt, daß die Differenz zwischen den Sätzen, zu welchen die Reichsbank und die Bank von Frankreich thatsächlich dis- — 502 — kontieren, ein gutes Stück geringer ist, als die Differenz zwischen den durchschnittlichen offiziellen Diskontraten beider Banken. Während letztere Differenz im Durchschnitt der 16 Jahre 1881 bis 1896 0,84 °/o beträgt, ist die durchschnittliche Differenz zwischen den Erträgnissen des Wechselgeschäfts nur 0,54 °/°. Die Gründe des höheren deutschen Diskontsatzes sind bekannt: Der geringere Kapital-Reichtum Deutschlauds gegenüber England und Frankreich und das mächtige Aufstreben des deutscheu Handels und der Industrie, während Frankreich und England auf einem gewissen Ruhepunkt ihrer wirtschaftlichen Entwickelung angekommen zu sein scheinen. ö. Auswärtige Wechselkurse. Bisher ist für die Zeit von 1870 bis 1891 keine genaue Statistik über die Bewegung der Berliner auswärtigen Wechselkurse veröffentlicht worden. Nur die Hamburger Notierungen sind in den „Tabellarischen Übersichten des Hamburger Handels" zu monatlichen und jährlichen Durchschnitten zusammengefaßt. Erst seit dem Jahre 1893 bringt das „Statistische Jahrbuch für das Deutsche Reich" eine Monatsstatistik der Berliner Wechselkurse auf das Ausland. Für die Beurteilung des deutscheu Geldwesens sind von allen auswärtigen Wechselkursen weitaus am wichtigsten diejenigen auf Loudou und auf Paris; nicht nur wegen unsrer ausgedehnten Verkehrsbeziehungen mit diesen Ländern, sondern auch weil sich diese beiden Staaten — und zwar England noch im höheren Grade als Frankreich — einer stabilen Valuta erfreuen, welche geeignet ist, als Maßstab für die Bewegungen der deutschen Valuta zu dienen. Ich lasse deshalb die monatlichen Maxima, Minima und Durchschnitte der Berliner Wechselkurse auf London und Paris hier folgen, als Fort- fetzung der Statistik im Anhang des V. Teiles, welche bis zum Jahre 1879 "reicht. i Die Tabellen sind ausgearbeitet in der Statistischen Abteilung der Reichsbank. Es sind nicht nur die bz.-Kurse, sondern auch die (Z.-und L.-Kurse (welche übrigens nur selten vorkommen) berücksichtigt. — 503 >^ n « « <72 N ^> « ^ A >-> « 'S- 'S- «» » <7i « «7> « im ganze, Jahrs u? !ZZ uz -777-777-777 so so so uz uz sz -ZZ uz ^ -777-777-777 so so so uz oz '-t' ^ -77>"-77>"-777 so so so 20,325 20.52 20,435 -zz uz ^ -77-"-77>"-777 so so so so -ZZ -77- -ZZ UZ ^ <77>"-777-77-" SO SO SO UZ UZ >zz c>z oz ^r-z -77>"-777-77-" SO SO SO Dezbr. 20,365 20,415 20,39 -70 uz -77- -ZZ ^ ^ -777-777-77-" so so so uz uz c-z oz izz -777-777-77-" so so so ^ uz uz -77-"-77>"-^7 so so so uz ^ ^ ^ -^" so uzoz -777-777-77-" SO SO SO W -7Q r2 -77-"-77-"-77-" SO SO SO Novbr. uz ^ -777 20,375 20,43 20.395 A ^ A -7--777-777 so so so "<777-777 so so so crz ^ -77>"-777-77-" SO SO SO UZ uz so ^ !ZZ -777-77>"-777 SO SO SO UZ -zz -7» ?Z ^t- -7-Z -777-777-777 SO SO SO Oktober 7>z Ä -zz -7?"-7?"-7?" uz <7O -70 -7IZ -zz-^-^ 8 SO so" 20,37 20,44 20,405 UZ uz -7-Z -70 oz ciz 8"88" 20,36 20,40 20,375 ^? so ^ oz 888 UZ -7>Z -ZZ -75-^-^ Septbr. 20,37 20485 20,415 20,395 20,49 20,445 uz r> uz 8 8 so" uz -77- -77- uz ^uz^^ -777-77-"<777 SO SO SO ^ uz ^ -77>"-777-7?" 888" UZ -O SO -77- -7>Z -^"-7?"-777 -Z uz ^t< UZ'ch -777-777-777 so so so uz uz-77--70 ^ uz ^ -777-77-"-77>" SO SO SO uz ^ Ä -777-777-777 so so so Ä^UZ uz -777-777-777 SO SO SO -zz^ ^ 888 20,355 20,39 20,375 UZ oz ^ -zz -777-77>"<777 SO SO SO 6? c» -77- -7» ^ uz ^jl -777-777-77 so so so uz uz -777-77>"-77>" so so so 20,415 20,45 20,435 uz uz ? ? ^ <777-777-77-" so so so ? ^ ?A -77>"-777<77>" SO SO SO uz >7» -Q -7-Z -ZZ-7-Z -77-7?"-7?" -zz sz -zz^ -777-77>"-777 SO SO SO Juni 20,455 20,50 20,475 20,455 20,49 20,48 20,42 20,45 20,44 -70 so-77- ^ uz uz -77-"-777 -7?" so so so uz uz ^ ^ Ä -777-777-7?" uz UZ ^ 8"8 8" -TT-'-T?-7? 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Die jährlichen Durchschnitte des Wechselkurses auf London standen von 1880 bis 1884 auf oder nur wenig über der Parität. Von 1885 bis 1897 hielten sie sich mit Ausnahme des einen Jahres 1895, in welchem sich der Durchschnitt auf 20,44 stellte, unter der Parität, am stärksten im Jahre 1891, das einen Durchschnittskurs von 20,355 verzeichnet. Die Schwankung der jährlichen Durchschnittskurse beträgt nur 8,5 Pfennig auf das Pfund Sterling, oder ungefähr 0,4 °/o. Die einzelnen Notierungen bewegten sich zwischen 20,30 (im Dezember 1890) und 20,53 (im März 1885), während die Kurse von 20,33' und 20,52 gewöhnlich als Goldpunkte gelten. Die Haltung der Wechselkurse seit 1885 deutet auf eine für Deutschland überaus günstige Zahlungsbilanz und einen starken Edelmetallzufluß. Noch günstiger als die Berliner Wechselkurse auf London hielten sich die Wechselkurse aus Paris. Seit dem Jahre 1880 stellten sie sich im Jahresdurchschnitt nur dreimal höher als die Parität und in allen drei Fällen nur um weuige Pfennige. Während dreier Jahre (1887, 1888 und 1891) wurde die Parität überhaupt nicht erreicht. Der höchste Jahresdurchschnitt fällt auf das Jahr 1894 mit 81,03. Dagegen weist eine Reihe von Jahren Durchschnittskurse auf, welche erheblich unter der Parität stehen. Den niedrigsten Durchschnittskurs hat das Jahr 1887 mit nur 80,50. Dieser Durchschnittskurs steht, da 80,56 i der theoretische Goldpunkt für Deutschland ist, sogar unter dem Punkte, unter welchen die Kurse auf Paris, wenn Frankreich eine absolut feste Goldvaluta, wie sie Deutschland und England haben, besäße, überhaupt nicht für längere Zeit sinken könnten. Die Schwankungen der einzelnen Notierungen sind noch beträchtlich größer, als die Schwankungen der Jahresdurchschnitte. Der höchste seit 1880 erreichte Kurs ist 81,40; er fällt auf den Januar 1882. Nur in diesem einen Monat wurde der Kurs erreicht, welcher als der für Deutschland ungünstige Goldpunkt gilt. Dagegen stand der Wechselkurs zeitweise außerordentlich tief. Im Dezember 1887 wurde der Tiefpunkt mit 80,15 erreicht, ein Kurs, der um mehr als ein volles Prozent niedriger ' Nach Ottomar Haupt. — 509 — war als die Parität, und der um 40 Pfennig unter dem für Deutschland günstigen Goldpunkte stand. Die Erklärung für das oft fehr erhebliche Herabgehen des Wechselkurses auf Paris liegt iu der sogenannten „Prämienpolitik" der Bank von Frankreich, welche häufig Gold nur gegen Zahlung einer Prämie von immerhin beträchtlicher Hohe herausgiebt. Die Wirkung auf die Wechselkurse ist dieselbe wie die eines Goldagios: Die französische Valuta ist um deu Betrag der Prämie entwertet. In noch weit höherem Grade als die Wechselkurse auf England bestätigen die Wechselkurse auf Frankreich die Schlüsse, welche wir aus der Statistik des deutschen Edelmetallhandels, den Zahlen über die Goldankäufe der Reichsbank und über die Ausprägung von Reichsgoldmünzeu gezogen haben: Daß nämlich die internationale Stellung der deutschen Valuta seit der Mitte der 80er Jahre überaus gefestigt ist, und daß Deutschland in dieser Zeit eine starke Vermehrung seines Goldvorrates erfahren hat. Deutlicher als irgend eine andere Erscheinung zeigt die Haltung der deutschen Wechselkurse, daß der Übergang zur Goldw ährung vollkommen gelungen, und daß die Goldwährung hinreichend befestigt war, als im Jahre 1879 die völlige Durchführung des Mttuz- gesetzes von 1873 eingestellt wurde. Selbst unter den ungünstigen Verhältnissen der ersten Hälfte der 80er Jahre vermochte der uns gebliebene Thalerrest nicht, die internationale Bewertung der deutschen Valuta auch nur vorübergehend unter die normalen Grenzen hinabzudrücken, und seit jener Zeit ist der Thalerrest mehr und mehr zu einem bloßen Schönheitsfehler unserer Goldwährung geworden, dessen praktische Bedeutung nur gering ist.