AugsburgerPosheilung uud Neue Augsburger Zeitung im neuen Heim BISAM Lilerar. Institut von Haas s- Srabherr in Augsburg, G. m. b. H. S- Lo., K.-G. . -> >> > -> - WWD < W°< KE ^vugs6urger ^oMeitung Heue >^ug56urger ^ ertung neuen l^teinr l«V*l 1 .^ rv*7/ ••*«•••••*»•••• Die Buch- und Kunst-Druckerei des Literar. Instituts von Haas & Grabherr Neue Augsburger Zeitung t: :: Telephon 51, 60, 252 s s von in Augsburg empfiehlt sich zur Anfertigung von Augsburger Poslzeilung :: :: Telephon 51, 60, 252 n :: Druckarbeiten aller Art ^d r in Bunt- oder Schwarzdruck. jS/' Uc/' Geschäftskarfen «.Briefbogen «.Fakturen Rechnungen «. Quittungen «. Zirkulare 'I Einladungs- «. Eintrittskarten «. Statuten j Jahresberichte «. Programme «. Lohnlisten & KZ« (© 0 r : L **•••( m m Kuverts «. Postkarten «. Paketadressen Aufklebezettel «, Frachtbriefe «. Prospekte Visit- «. Verlobungs- «. Trauungskarten Glückwunsch- «. Tanz- «, Menukarten j Diplome «. Mitgliedskarten «. Speisekarten '■j Weinkarten «. Scheckbücher «. Obligationen j Formulare «.Preisverzeichnisse «.Kataloge j Broschüren «. Werke «. Verträge «. Plakate und alle sonstigen Druckarbeiten werden in unserer Offizin in eleganter, geschmackvoller u. sauberer Ausführung hergestellt. i Wir führen ausserdem als Spezialität: I | Trauer - Drucksachen: | i Todes-Anzeigen, Kondolenz-Karten, Danksagungen, Grabreden etc. etc. j insbesondere in grösster Auswahl mit Text auf UtflJllUt:l :: der Rückseite nach Angabe :: Sterbebilder mit dem Porträt des Verstorbenen Ucy werden nach Abgabe der Photographie umgehend ange|erligl. JS/" Jcf Dem hochwürdigen Klerus empfehlen wir ausser unseren beliebten allen neue künstlerisch ausgeführte Beicht- und Kommunionzettel. s/ST ucT ^csr JcT Muster stehen jederzeit zu Diensten, usr UcT Bei brieflichen Bestellungen wolle zur Vermeidung von Irrlümmern recht deutlich gesdirieben werden. & l' M ! li-R' >> Wi WB W«R!»-r! MM Kr-vN LM-WZ UMK ^ / 'EMMAEMÄ Die .^ugsHurger I^o/ireitung unö Heue /^ugsHurger Leitung iin neuen ^einr. -°s< Die Leitung. Wie /ielrt es aus, öies Blatt in öeinen ^Hänöen? WcHt /o, als 06 öarii^er weggerollt Der Lrööall, uner/cHop/licH reicH an Iu6el Ilnö 6itter'in LcHiör/al, öas /o o/t öir grollt? Wie /ieHt es aus? VicHt so, als 06 öer Bienen WillionenHeer öas Weltall Liber/log, Bnö prii/enö Hier unö öort init Hei/em /lei/e Das Be/ke aus öer Welten/lora /og? VicHt /o, als 06 allwij/enö jene Iiöp/e, Die öir vermitteln all öas Weltge/cHeH'n? VicHt /o, als 06 öir a6ertau/enö Winöe Das Veue/ke ins j?ille Ltii6cHen weH'n? 0 neinl VicHt /o! VicHt wunöerbar ru /cHauen, VicHt nrärcHenHa/t ent/kanöen i/k öies Blatt; Denn, was öie /riiHern Jetten Wunöer nannten I/k öas, ivas nunineHr Wen/cHengei/k errungen Hat. In räHein Ltre6en nacH öein Vottesworte: „WacHt /ie eucH Untertan öie ganre Weltl" ^lat lriiHn öer Wen/cH ge/ucHt unö aucH ge/unöen Bnö /icH öein IlngeaHnten ruge/ellt. Wit Bienen/leiH i/k un/re Ieit am Werlre /lll öas ru He6en voller Vie/enlrra/t, Was ein/kens lag in /ii/em LcHlunnner/rieöen Bnö, was geHo6en, neues j^e6en /cHaj/t. Dies Blatt, es i/i öas ^Le6en, ganr öas Le6en In /einer liuirten, Hei/en /lammenpracHt. Is Jagt, wie Wen/cHen /iiHlen, /Legen, öulöen, Is i/i öas Le6en, wie es weint unö lacHt. Ls i/i öas Le6en init öen Iöealen Bnr öie öer Wen/cH jaHrtau/enölange /kritt. Is i/i öas j^e6en voll von Dualen, Lünöen, Worunter allereit öie Wen/cHHeit litt. Dies Blatt, es räHlt ru öeinen Bu/en/reunöen, Wenn öu öas /^e6en lie6/i HerrinniglicH. Ilnö o/t, gar o/t, wenn öicH öie Ieilen /e//eln, Erinnern Jie nicHt /cHiclr/als/cHwer an's eigene IcH? /lus öie/ein j^e6en lerne /ür öas /^e6enl Die Ieitung, — eine 7 /^anrel i/i /ie un/erer Ieitl Von iHr Hera6 tönt HeHre /^e6ens/reuöe Bnö ern/ies Weltver/ieH'n iin tie/en Wen/cHenleiö. /. L. 'H. Den geratzten Abonnenten, Blitarbeitern, ^reunöen unö Gönnern unserer > ^ttgs6ttrger ^o/ireitung unö bleuen ttugs^urger Leitung UU 5 Anla^ öes Bin- unö Aeu^aues unseres Be^cHü^tL^uu/es unö öer Aeorgluni^ution unseres Betriebes iin Her6/ke 191^ vorn Verlage gerviönret init öer HöMcHen Bitte, öen Bettern uucl) fernerhin BnterAützung unö ^in^eHtung ungeöeiHen ru tapsen. Inhalt: I. öott grüfl öie Ttunsi!. II. Die Entwicklung öe8 2eitungswejen8. III. Die „Vugsöurger s^oskreitung , eine öer ältesten Leitungen. IV. Die ,Veue ilugsöurger Leitung , i^re ^rünöung, Entwicklung unö Veöeutung V. Dr. Vtsx Rüttler, Itöols Haas unö Joseph 6rs6Herr. VI. Von öer Papierrolle rur fertigen Leitung. VII. Der Inseratenteil öer Leitung unö unsere neue L?cpeöition. VIII. Im neuen Heim.. Leite 1, -- -- -- -1 5 6 7 17 22 26 II „ IS Der Le?ct öer AKIcHnitte I, II, VI, VII unö VIII ent/kuinurt öer ^eöer öes srüHeren IIIitglieöes unserer I^eöulrtion, öes LcHri/t/iellers >8. BurtlNUNN. L)L)L>L)S>L)L)L)L>S>S)L)L)S Ver/uj/er öer II6/cHnitte III, IV unö V i/i Direlrtor Dr. A. Ainlr, öein unser l^oIrul-Hi/iorilrer, LcHrisl/ieller AuAu/^ Better, 6eiin Lunrrneln öes IIIuteriuls inertvolle BeiHilse geleistet. LürntlicHe Fiusnu^men unö ItliscHees sinö Ilr leiten unserer eigenen neugegriinöeten p^otoc^einigruV^i/c^en Ii6teilung. S>L>S>L>G>L>S>L)L)L)L)L)L)S>L>LZ)L>L>L)LZ)S>LZ)LZ)SAA öott griLj? öie dem alten, schönen Gruß Gutenbergs und seiner M M M Jünger dürste wohl am besten diese Festschrift ein- > I > geleitet werden, die einem blühenden Unternehmen W gewidmet ist. das Gutenbergs Kunst aus Augsburger > Boden populär gemacht und ihr zu Ansehen und im Laufe der M Jahrhunderte sogar zu einem gewissen Ruhme verholfen hat. M Wenn heutzutage bei der enormen Entwicklung des Zeitungs- Wesens auch nicht mehr in dem Sinne von Kunst gesprochen werden kann wie zur Zeit des Erfinders Gutenberg, wenn auch der Gruß heute schon mit größerer Berechtigung lauten könnte: „Gott grüß die Technik!", so ist der alte, herzhafte Gruß doch noch insoferne von Bedeutung, als gar manches im ausgedehnten Zeitungsbetriebe mit dem hochwertigen Wörtchen Kunst viel gemein hat. Da braucht man nur eine komplizierte „ Setzerseele " zu kennen, die sich mit Recht als Elite der Arbeiterschaft einschätzt, die ihr Schassen, wieder mit Recht, als ein Stückchen Kleinkunst preist, die mit den Schöpfungen der besten Köpfe am ersten und vielleicht am längsten Freundschaft schließt oder ihnen Feindschaft ansagt, dne sich mit des Lebens Freud und Leid sozusagen berufsmäßig beschäftigt; man braucht nur so eine Setzerseele zu kennen, um sofort das Wörtchen Kunst mit ihr in Berbindung zu bringen. Lesekünstler sind sie aber ganz gewiß, diese Schriftsetzer! Das muß ihnen die Mehrzahl der Redakteure mit der sprichwörtlich gewordenen miserablen Schrift ehrlich bestätigen. Also: „Gott grüß die Kunst!" Mag der Gruß zuallererst ausschließlich für die Buchdrucker gegolten haben, heute, da sich die von ihnen hergestellte Zeitung fast die ganze Welt erobert hat. findet der Gruß auch ein wenig aus jene Anwendung, die man im Organismus des modernen Zeitungsbetriebes den Kopf heißen kann; es sind die Redakteure. Nicht elwa. weil Kunst und Phantasie engverwandte Begriffe sind und weil die Redakteure zuweilen viel, sehr viel Phantasie entwickeln müssen, verdienen sie mit der Kunst in Zusammenhang gebracht zu werden. Ich denke auch nicht an die bekannten Sensations- und Schwindelnachrichten, wenn ich der Phantasie des Redakteurs Erwähnung tue. Daran sind die Redakteure so wenig schuld wie einer, der ein raffiniert gefälschtes Geldstück empfängt und es im guten Glauben wieder ausgibt, mit echtem Gelds bezahlt zu haben. Ich denke vielmehr an hundert und aberhundert Manuskripte, die zum großen Teil als Mißgeburten oder wenigstens als recht schwache Geschöpfe auf dem Redaktionstische liegen und erst durch radikal-operative Eingriffe mit Hilfe des Wissens, des Taktes, des Weltverstehens oder der Phantasie des Redakteurs zu lebensfähigen, ansprechenden Produkten gemacht werden. Das erfordert oft mehr Kunst als ein feingeschliffener Essay. Ich denke ferner an die Tätigkeit des Chefredakteurs, der zu allen brennenden Fragen in konsequenter und zielbewußter Weise Stellung zu nehmen hat und dabei oft den verschiedensten Gesichtspunkten und Interessen Rechnung tragen muß. Diese Aufgabe in taktisch-kluger Weise zu lösen, ist eine größere Kunst, als der Fernerstehende, der nicht hinter die Kulissen sieht, zu ermessen in der Lage ist. Aber die Kunst ist mit den Redaktionen oft noch enger verknüpft als auf die eben geschilderte Art. Fast alle bedeutenden Dichter und Schriftsteller haben sich irgend einmal, meist zu Anfang ihrer Laufbahn, die Redaktionssporen verdient. Gibt es eine bessere Schule für die Bildung von Charakteren, für die Menschenkenntnis, für die Erziehung zur ausdauernden, opferfreudigen Arbeit, für das große Gebot: Erkenne dich selbst durch die Fehler und Schwächen der andern!, gibt es eine bessere Schule und eine gewissenhaftere Prüfung für die eigene Kraft, für Herz und Verstand, für das Dulden und Kämpfen als eine Nedaktionsstube. darinnen Schlachten um Ideale und Weltanschauungen geschlagen und Enttäuschungen verwunden werden, die ein vergebliches, begeistertes Ringen um den Sieg gebracht hat? Die Redaktionsstube ist die lebensvolle Hochschule für jenen, der der Kunst entgegenreifen will! Und wenn auch manch „lyrischer Jüngling", der auf dem Feuilletonredakteursessel glaubte, ein Meister der Kunst zu werden, im Kampfe um das Großwerden im Reiche der Kunst unterlag und immer und immer nur sein Zeitungstagewerk vollbrachte und endlich sein Leben im Dienste der Zeitung beschloß: er hat vielleicht mehr künstlerisch und im besten Sinne erfolgreicher erzieherisch gewirkt als mancher seiner ehemaligen Kollegen, die sich im blendenden Lichte des großen Glückes und des berauschenden Erfolges sonnen durften. Drum auch in diesem Sinne: Gott grüß die Kunst! Die kunstfertigen Hände der Zeitung sind die Setzer, Drucker und die Maschinen, ihr Kopf ist die Redaktion und ihr Herz der Verlag oder die Direktion. Und wie die Kunst nicht nur mit den Händen und dem Kopfe schaffen kann, sondern auch gewaltige Ansprüche an eine intensive Bethätigung des Herzens stellt, so tut dies auch die Zeitung, wenn sie gedeihen will. Und so gilt auch für die Direktion das inhaltvolle Wort: Gott grüß die Kunst! Was für eine Unsumme täglicher, planmäßiger und mühevoller Arbeit lastet auf ihren Schultern! Ist von dem technischen Personal, von den Redakteuren und Beamten der verschiedenen anderen Abteilungen jeder auf seinem Posten — sie ist überall engagiert, muß überall raten und taten, muß Kunstsinn mit Geschäftssinn paaren, muß Neuerungen und Vorteile für das Wohl und die Weiterentwickelung des Blattes, für die Befriedigung und Bequemlichkeit seiner Leser ersinnen und durchführen und dabei stets vorsichtig abwägen und kühl berechnen und so das Ganze in srfolgverbürgendem Gleichgewicht erhalten. Dabei bedarf sie — ähnlich wie der menschliche Organismus — gut funktionierender Nerven, welche den ständigen Kontakt zwischen ihr und den übrigen Gliedern herstellen, an dieselben ihre Direktiven weiterleiten und bei deren Realisierung regulieren und überwachen. Das sind die Vorstünde der einzelnen Abteilungen und im technischen Betriebe vor allem der Betriebsleiter. Diese Posten erfordern heute bei dem hastenden Pulsschlag unserer rastlos strebenden Zeit ganze Männer, und wenn „Kunst" von einem wahrhaft nicht geringen und nicht im landläufigen Sinne verstandenen „Können" abgeleitet wird, dann gelten diesen Männern nicht zuletzt aus ehrlichem Herzen die frohen Worte: „Gott grüß die Kunst!" Die TntwiMttng öes Ieitungsrve^ens. Es ist ein gewaltiger Weg, der von den Blättern, die um die Wende des 17. und 18. Jahrhunderts etwa in der Grütze eines Briefpapiers in Quartformat erschienen und die den Anfang der deutschen Tagespresse darstellen, bis zu den umfangreichen Folioausgaben der Zeitungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts führt. Der Ausdruck „Zeitung" war ursprünglich gleichbedeutend mit Nachricht. Immer und besonders in politisch und religiös bewegten Zeiten ivar es das Bedürfnis der Allgemeinheit, Nachrichten von Ereignissen in eigenen oder fremden Ländern zu erhalten. So entstand im 16. Jahrhundert, der Zeit der Reformation und der Territorialkriege Karls V. in Deutschland die F I u g b l a t t l i t e r a t u r. Das Flugblatt berichtete von den „bewegten Zeitlänfften", es erzählte von den Türkenkriegen, es brachte „wnrhafftige und gewiss newe Zeittung" von der Landung Karls V. in Algier, es vermittelte die Kunde von der wunderseltsamen neuen Welt jenseits des Ozeans, und es berichtete von „erschrecklichen" Naturerscheinungen und knüpfte an das Sichtbarwerden von Kometen und das Niederfahren von Meteoren lehrsame Betrachtungen, datz der Welt Ende bevorstehe. Es beschrieb Hochzeiten und Totenfeiern fürstlicher Personen und illustrierte dies mit plumpen Holzschnitten. Auch dem kirchlichen Streit diente das Flugblatt. Was das Flugblatt von der Tagespresse unterschied, war, datz es nicht regelmässig erschien. Anknüpfend nii die Zeitereignisse wurde es nach Bedarf gedruckt und auf Jahrmärkten und Messen feilgeboten. Für das breite Volk blieb das Flugblatt bis über den Dreissigjährigen Krieg hinaus der Vermittler von Nachrichten, und im allgemeinen vermochten diese zufälligen und unregelmätzigen Publikationen dem Bedürfnis des gemeinen Mannes nach Neuigkeiten zu entsprechen. Anders hielt es der Großkaufmann: für ihn standen hohe Werte auf dem Spiele, wenn die Sicherheit der Strassen durch fremdes Kriegsvolk gefährdet wurde, wenn der Türke sich erhob und der Himmel sich rötete vom Scheine brennender Dörfer, wenn die Kaperschiffe der Königin Elisabeth den feindlichen Kauffahrer aufbrachten oder andere Piraten des Meeres Wege und Pfade unsicher machten. Aus rein praktischen Bedürfnissen entstand deshalb eine Einrichtung, ähnlich den zuerst in Venedig aus Gesandtschaftsberichten hervorgegangenen Veröffentlichungen: es waren dies regelmätzige briefliche Nachrichtensammlungen. Allwöchentlich trafen in den oberdeutschen und rheinischen Handelsemporien, in Augsburg. Nürnberg, Köln und anderen Städten, die an den grossen Handelsstratzen gelegen waren, auf denen regelmätzige Posten verkehrten, Nachrichten ein aus Rom, Venedig, Paris, Madrid, London. Wien und anderen Hauptorten, in denen sich das politische und wirtschaftliche Leben der Völker konzentrierte. Ja Korrespondenzen des grotzen Handlungshauses der Fugger, sogenannte „ Fuggersche Zeitungen", enthielten um 1600 schon zuverlässige Nachrichten über Persien, Indien und die Neue Welt. Aus dem nach Bedarf zur Ausgabe gelangenden gedruckten Flugblatt und den regelmätzigen brieflichen Meldungen ist in Deutschland die erste r e g e l m ä tz i g erscheinende gedruckte Zeitung entstanden. Sie wurde 1609 in S t r a tz b u r g herausgegeben und war eine Wochenzeitung. Sechs Jahre später folgte ihr in Fra n k fürt am Main ein Wochenblatt, das sich später „Frankfurter Journal" nannte. Deutschland ist auf diesem Gebiete allen Ländern vorangegangen. denn während in Frankreich erst 1631 und in England 1632 die erste regelmätzige Zeitung erschien, hatte Deutschland um 1630 schon 24 gedruckte Wochenblätter auszuweisen. Dem nach dem Dreitzig- jährigen Kriege mächtig aufblühenden Leipzig war es vorbehalten, die e r st e Tageszeitung zu gründen: es war die „Leipziger Zeitung", die vom 1, Januar 1660 ab wöchentlich sechsmal und vom 29. April 1666 ab siebenmal erschien. England kann eine Tageszeilung erst 1702, Frankreich gar erst 1777 ausweisen. Gegen Ende des 17 und bis zur Mitte des 18, Jahrhunderts sind besonders in Mittel- und Norddeutschland mehrere Tageszeitungen entstanden, während Wien, wo bereits um 1620 drei Zeitungen zweimal in der Woche erschienen, die aber um die Mitte des Jahrhunderts sämtlich wieder verschwunden waren, erst 1671 wieder eine Wochenzeitung erhielt. 1687 wurde die „ A u g s p u r g i s ch e Ordinari Post-Zeitung" als Wochenblatt gegründet: sie hat sich bald zu einer Tageszeitung entwickelt und ist eines der wenigen von den damals ins Leben gerufenen Blättern, die heute noch existieren und somit auf eine mehr als zivei- hundertjährige, stolze Vergangenheit zurückblicken können. Die Zeitungen des 17. Jahrhunderts enthalten nutzer der nackten Wiedergabe politischer Nachrichten nur lokale Bekanntmachungen der Obrigkeit und Anzeigen privaten Charakters. Was ihnen fehlte, war die Besprechung öffentlicher Zustände und Vorgänge, die Kritik öffentlicher Einrichtungen und Raisonnements über politische, wirtschaftliche oder wissenschaftliche Fragen, sie entbehren also eines Inhalts, den wir heute unwillkürlich dem Begriff Tagespresse geben. Die Zeitung des 17. Jahrhunderts war mit einem Wort ein Nachrichteninstitut, ähnlich dem heutigen Korrespondenz-Bureau, das den Leser von gewissen Vorgängen in Kenntnis setzte, ohne auf sein Gemüt oder seinen Verstand, sein Urteil und seine Entschlietzungen einwirken zu wollen: es war eine Presse ohne Journalistik. Das dreißigjährige Kriegselend hatte eine Erschlaffung zurückgelassen in dein gequälten Geschlecht jener Tage; man hatte keine Hoffnung mehr auf die Zukunft und lietz den Dingen ihren Lauf Ein Wandel trat erst ein mit dem Erwachen eines neuen geistigen Lebens. Und da ist, wie auf so manchem anderen Gebiete, auch für die deutsche Tagespresse C h r i st i a n T h o m asius bahnbrechend gewesen: er ist derBegründer desdeutschen Iournalismu s, sicherte der deutschen Sprache zuerst die feste Stellung im Universitätsunterrichte und gab 1688 die e r st e deutsche Monatsschrift unter dem Titel: „Scherz- und ernsthafte, vernünftige und einfältige Gedanken über allerhand lustige und nützliche Bücher und Fragen" heraus. Die frische Haltung dieser Zeitschrift und englische Literatur-einflüsse im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts, die umbildend und fördernd auf die deutsche Literatur wirkten, kamen auch in unserem Zeit- schriftenwesen znr Geltung: denn ungefähr in demselben Jahre fand eine besondere literarische Erscheinung Englands in Hamburg und in der Schweiz Nachahmung, und das waren die morali s ch e n Wochenschriften. Der 1710 in London herausgegebene „Spectator" und der ihm 1713 folgende „Guardian" riefen bei ihrem ersten Erscheinen bereits in England und Deutschland eine Masse von Nachahmungen ins Leben. 1713 eröffnete mit einem „teutschen Auszug aus den angelländischen Moralschriften" Hainburg im „Vernünftler" die lange Reihe der deutschen moralischen Wochenschriften, von denen von 1713 bis zum Ende des Jahrhunderts in Deutschland über 500 erschienen. Um die Mitte des Jahrhunderts hatten die moralischen Wochenschriften bereits an literarischer und politischer Bedeutung verloren. Inzwischen aber hatten sie ihre Aufgabe erfüllt: sie hatten das Lesebedürfnis geweckt und so den Boden bereitet für eine neue Erscheinung auf literarischem Gebiete, für die Wochen- und I n t e l l i g e n z b I ä t t e r. Diese dienten nicht mehr vorwiegend literarischen oder politischen Zwecken: einem sich immer mehr geltend machenden Bedürfnis entsprechend, wollten sie ein Organ sein, das den praktischen Erfordernissen des bürgerlichen Lebens Rechnung trug und Nachrichten enthielt, deren Kenntnis für die gewerbe- oder handeltreibenden Bewohner der Stadt von Wichtigkeit war. Indem sie gegen Bezahlung ihren Raum dem Publikum zur Verfügung stellten, vermittelten sie zwischen Obrigkeit und Untertanen, zwischen Käufer und Verkäufer und schufen so eine Verkehrserleichterung, die sich überall schnell einbürgerte. Nebenher wurde durch Aussätze verschiedenen Inhalts für das Unterhaltungsbedürfnis gesorgt. Von diesen zuerst einmal wöchentlich, später öfter erscheinenden Zeitungen ist der größte Teil im Laufe der Jahrzehnte wieder eingegangen. Nur eine geringe Zahl hat sich zur Tageszeitung entwickelt, und von diesen können heute nur ganz wenige auf eine lange Existenz zurückblicken. Den größten Aufschwung kann die Tagespresse, wie wir sie heute kennen, seit Mitte des 19. Jahrhunderts ausweisen, die katholische Presse insbesondere seit dem Kulturkampf in den siebziger Jahren. Zu dieser Zeit wurden die meisten Zentrumsblätter gegründet. die sich heute in allen katholischen Landesteilen eines großen, treuen Leserkreises erfreuen und infolgedessen zu einer in manchen Fragen oft tonangebenden Macht geworden sind. Aehnlich wie in Deutschland hat sich das Pressewesen in allen Kulturstaaten, besonders in England, Frankreich und Amerika, enorm entwickelt, so datz die bedeutendsten Männer im politischen, religiösen und k ü n st l e r i s ch e n Leben der heutigen Zeit mit der Presse als mit einer „Großmacht" im vollen Sinne des Wortes zu rechnen haben. 1 ^ie „/^ugs6urger I^o^eitung" eine der Llte/?en Leitungen. SSLSÄSsrllSSrllSK! Daß die „Augsburger Postzeitung" eine der ältesten Zeitungen ist, darüber geben uns zuverlässige Quellen Auskunft, und weiter ist sicher, daß sie als d i e ä I t e st e k a t h o l i s ch e Z e i t u n g überhaupt angesehen werden kann, die sich bis zum heutigen Tage erhalten hat. Das ist ein Ruhm für Augsburg im allgemeinen und für die Katholiken der ehrwürdigen Stadt im besonderen. Jeder, der seine Heimatstadt mit ihrer glänzenden historischen Vergangenheit liebt und ehrt, der wird sich freuen müssen, daß Augsburg auch auf dem Gebiete des Zeitungswesens bahnbrechend vorangegangen ist, und daß diese kulturelle Pionierarbeit nicht in der ersten Begeisterung für das Neue stecken blieb, sondern von zäher Ausdauer war, die von alters her zu den wertvollsten Eigenschaften eines harten Schwabenschädels zählte. Freilich, im Laufe der Jahrhunderte, im Wechsel der Zeiten und Anschauungen hatte das Blatt schwere Stürme zu bestehen, sah es Glanzzeiten und wieder entmutigende Tage. Aber immer fuhr es hoffnungsfroh fort in seiner Kulturmission, verfocht es seine Ideale im strengen Geiste des Christentums mit unverwüstlicher Frische und mit jenem zuversichtlichen Kampfesmut, der die tapfern, gottes- fürchtigen Ritter des Mittelalters auszeichnete. Zwar nicht mehr Ritter mit Sturz, Brünne und Lanze waren es, dafür aber Kreuzritter der Feder, ganze, geharnischte Männer, die sich nie von den Wogen des Kampfes überwältigen ließen, sondern glaubensmutig und kampferprobt ausharrten, wenn sich auch nur noch ein kleines Fähnlein gleichgesinnter Mitstreiter um sie scharte. Ueppig an idealen Höhen und reich an herben Enttäuschungen und vergeblichen Kämpfen um ihrer Weltanschauung willen, so spricht zu uns die Geschichte der „Augsburger Postzeitung", die wir im nachfolgenden, soweit dies bis heute die Quellen ermöglichen, in kurzen Zügen erzählen wollen. Am 6. März 1687 hat in Augsburg „eine hochlöbliche Obrigkeit auf Grund eines den gesambten Herren Deputierten über die Censur erstatteten Berichts dem Buchdrucker August Sturm nebe n dem Koppmayr das Zeitungsdrucken vergönnt". Koppmayr, ein protestantischer Buchdrucker, war von dieser Konzessionsverleihung an einen Konkurrenten, den Katholiken Sturm, selbstverständlich nicht erbaut und setzte alle Hebel in Bewegung, sich die Konkurrenz wieder vom Halse zu schaffen. Zunächst hat er sich beschwerdeführend an Kaiser Leopold gewandt und ihm „zu vernehmen gegeben, wasmassen er auf erhaltenen Consens des Magistrats allda bereits von 14 Jahren hero nicht allein die wöchentlichen Ordinari-Zeitungen und was denen- selben angehört, sondern auch allerhand schöne und kunstreiche, kleine und große Wandtaffel- oder Kupferkalender an sich gebracht, mühe- samlich verleget und jährlich anderwärtige Inventionen behauptet habe, anjetzo sich aber ein und andere unterstehen wollen, solche Novellen gleichfalls zu Papier zu bringen und sowohl als berührte sogenannte Wandtaffel- oder Kupferkalender nachzudrucken und zu verkaufen". An diese Klage knüpfte er die „unterthänigste Bitte", ihm und seinen Erben, „weilen berührte Novellen zum öfteren ohne vorgehenden Census gedrucket, auch was denkwürdig erscheinet, aus dem seinigen genommen: mithin ungeziemende Confusion besorget, sonderlich aber ihm, Koppmayr, dadurch seine Nahrung merklich geschmälert werde, ein Kaiserliches krivilsZium Impressorium mit Verboth, solche ihm und seinen Erben innerhalb Zeit von 10 Jahren auf keine Weis nachzudrucken, gnädigst zu erteilen." Am 19. Oktober 1690 wurde denn auch von Kaiser Leopold dem Koppmayr ein solches Privilegium verliehen „dergestalt, daß er und seine Erben solche wöchentliche Zeitungen, und was denenselben ungehörig zu seyn von rechts wegen erkenntlich ist, wie auch erwehnte kleine und grosse so genannre Wand-Tafel- oder Kupffer-Calender, allein und kein anderer in deß heil. Reichs Stadt Augspurg drucken, auflegen, hin und wieder autzgeben, seil haben und verkaufsen lassen, auch ihnen solche Niemand ohne ihren Oonsens und Wijsen innerhalb berührten zehn Jahren nachdrucken, feil halten und verkaufsen lassen solle." Dieses Privilegium „produzierte" Koppmayr alsdann den löblichen Censur-Herren und diese haben, wie die Akten berichten, solches respektiert und der Stürmischen Wittib — August Sturm war inzwischen verstorben — hierauf das Zeitungsdrucken inhibiert. Schon mag sich Koppmayr seines Sieges gefreut haben, doch er hatte die Rechnung ohne — die Afra Sturm gemacht. Auch sie hatte sich mittlerweile an den Kaiser gewandt, ihm in beweglichen Worten zu verstehen gegeben, daß mit obrigkeitlichem Consens „weiland ihr Ehewirt August Sturm mit und n e b e n st Jakob Koppmayr . . . geraume Jahre her die wöchentliche Ordinari Zeitungen und Novellen sambt dessen Anhang in offenen Druck gegeben", und an diese Feststellung die Bitte geknüpft, „ihr zu erlauben, daß sie nebst gedachtem Koppmayr sothane Zeitungen auch ferner wöchentlich zweymahlen, wie bisher gewöhnlich gewesen, drucken und herausgeben" dürfe. Und siehe: Kaiser Leopold willfahrte ihr. Er gab zu Eberstorff am 20. September 1695 ihr und ihren Erben die Erlaubnis, „daß sie auf 6 Jahre, gleich dem Jakob Koppmayr, die wöchentliche Zeitungen nach vorhergegangener öffentlicher Censur wie bisher gewöhnlich zweymal in offenen Druck geben, feil haben und verkaufsen lassen" dürfe, und gebor den städtischen Behörden, daß sie die Witwe Sturm und deren Erben „bei diesem kaiserlichen Urivilsginm Impressorium auf die wöchentliche Zeitungen oder Novellen schützen, schirmen und handhaben, damit dieselben gegen dieses kaiserliche Privilegium von niemand beschwert, turbirt oder beunruhigt werden mögen". In der Zwischenzeit — am 21. Juli 1695 —hatte sich Afra Sturm geb. Görler wiederum verheiratet, und zwar mit dem Buchdrucker Mathias Metta. Dieser setzte den Kampf um die Existenz des Blattes mit Energie fort und hat das seiner Gattin erteilte Privilegium „anitzo pari iuis st torms vor den Censur-Herren beyder Religion sürgelegt und diese haben selbiges ebenfalls respektiert und ihn in po88688ionsin die Zeittungen zu drucken eingesetzt". Trotz ulledem gab Koppmayr noch keine Ruhe. Unterm 3. Januar 1696 hat er sich mit einem Schreiben an die Stadt- Pfleger, also direkt an den R a t gewandt und das Privilegium Mettas f„die Zeitungen und was denen anhängig neben dem Koppmayr zu drucken") in guas8tionsin gezogen, ob Metta dieses Privilegium nicht sub- st obrsptitis erschlichen hab e. Gleichzeitig ersuchte er die Obrigkeit, dem Metta das Zeitungsdrucken so lange zu inhibieren, „bis er gleichwohlen solches bei Ihro Kaiserlichen Majestät werde untersuchet und außgewürkhet haben". Der Rat hat dieses Schreiben Koppmayrs dem Metta per äserstuin sürgehalten, und Metta stellt es ihm unterm 7. Januar 1696 mit gehorsamer Dankeserstattung für die Mitteilung wieder zurück, nennt das Vorgehen Koppmayrs ein „vermessenes und strafwürdiges anlangen" und bringt dem Rat sein Uriviisginm 0as8ari8 samt Abschrift in Vorlage, damit es dem Koppmayr auf löblicher Stadtkanzlei oä 8tatum viäsmli mag vürgelegt werden. Daraus sei zu ersehen, daß neben Koppm a y r a u ch i h m das Zeitungsdrucken zugelassen sein solle. Der Kaiser habe sich also des Koppmayrschen Privilegs gar wohl erinnert, und Koppmayrs Behauptung, daß er sich das Privilegium 8ub- st obrsptitis erschlichen habe, sei falsch, wobei er es dahin gestellt sein lasse, „ob nicht etwa sein Kontrapart sein Privilegium kos moäo erschnappet haben mag". Diese Annahme läge um so näher, weil, trotzdem der Rat durch Beschluß vom 6. März 1687 seinem Vorführer August Sturm neben Koppmayr das Zeitungdrucken vergönnt habe, letzterer hernach „hinterrücks ein Privilegium auf seine Person allein ausgewirkt habe und allenthalben oie Weide aufzehren wolle"; wie er denn auch in der irrigen Meinung begriffen sei, man könne dergleichen privilsßia bei jeder Instanz leicht auswirken. Gerade als ob Koppmayr der Mann sei, der die is8eripta st privilsgia zu interpretieren berechtigt wäre. Daher sei sein erdichtetes und falsches Vorgeben ein nuclnm st cruclnm a886i'tum, so aus seynem unwörth beruhe. Er (Metta) habe den Koppmayr doch auch nicht befragt, bei was für einer Instanz er sein Privilegium erwirkt habe. Dieser unnotwendige Einfall sei also „des Koppmayrs hohen Alters Blödigkeit und schwachem Verstand in e t iv a s b e i z u m e s s e n " , und am Kaiserlichen Hofe dürfte Koppmayrs Bermessenheit, daß er als ein gemeiner Mann die privileAa 0us8ari8 zu kritisiren, ventiliren und in äi8pu- tation zu ziehen sich unterstehet, „auf sein (Mettas) anbringen" allda übel aufgenommen werden. Sodann erinnert Metta daran, daß, als sein Gegner sein kaiserliches Privilegium den Zensurherren vorgelegt habe, diese es respektiert und der Stürmischen Wittib hierauf das Zeitungsdrucken inhi- > biert, ihn aber als er „anitzo pari inro et korma sein Privilegium nnpi-688orium vor den Censurherren beyder Religion vorgelegt habe, unter Respektierung desselben in po88888ion6in die Zeittungen zu drucken eingesetzt haben. Trotzdem unterstehe sich dieser alte Mann, sein Kontrapart in praeinclicinm privileßii ae oonteinptuin des Konsenses der Zensurherren ihm veränderlich zu sein und „i m m o cl i n t o vor löblichem Rat e i n z u l a u f f e n " , ganz ohne daß er ein solches bei den verordneten Herrn der Zensur als Richtern erster Instanz angebracht hätte. Bei dieser klaren Sachlage und seines Kontraparts eigennützigem Interesse sei kein Grund vorhanden, warum ihm das Zeitungsdrucken entgegen dem Kaiserlichen Privileg und dein Konsens der verordneten Herrn über die Zensur beyder Religion durch eine löbliche Obrigkeit sollte inhibirt werden und er wegen der irrigen Meinung „seines Gegenteils" acl calomlrw graoerw zu warten hätte, „bis er es auf ein Ungewisses am Kaiserlichen Hof Mlltt. 41 r- ben/allwo wegen glücklichen Entsatz Barcellone und Erreichen Processen Kdalg SarlSln Spanten das Le Deaw Laudamos tvtornrt/ würde angebracht haben". Metta schließt mit den Garten: Er lebe „demnach der gerecht billigmäszigen Hoffnung, ein wohllöblicher Magistrat werde bey seinem Kaiserlichen Privilegio auch der löbl. Deputierten Herren beyder Religion ihm hierauf erteilten Possession gemäß ihn Zi> manuteniren geruhen". Aber nicht nur beim Rat der Stadt Augsburg hat Koppmnyr den Metta verklagt, er hat sich auch beim Kaiser selbst darüber beschwert, daß Matthias Metta dem ihm „konfirmirten Privilegio zuwider gleich ihm wöchentliche Zeitungen drucke und außgebe". und gebeten, „das gegentheilige (der Stürmischen Wittib verliehene) Privilegium, weil es 8ub- et obrsp- titio erlangt worden sei, zu kas- siren und ihn bei dem ihm erteilten Privilegio zu manuteniren". Diese Beschwerde Kopp- mayrs veranlaßte Kaiser Leopold unterm 10. März 1696 ein Schreiben an den Rat der Stadt Augsburg zu richten. Darnach möchte er „beide Teile womöglich in der Güte voneinander gesetzet gern sehen". Und zu diesem Zwecke übersendet er zugleich mit seinem Schreiben das ihm von Koppmayr unterbreitete Memoriale dem Rat der Stadt Augsburg mit dem Befehle, daß er in seinem Namen „die Parteien in der Güte zu vereinbaren trachte, in deren Ansehung sie aber gegeneinander kürzlich vornehme" und ihm dann die aeta samt dem Gutachten des Rates einschicke. Im Vollzüge dieses Befehls hat der Rat in der Folge „nicht ermangelt . . . zwischen dem Koppmayr und Metta die Güte ten- tiren zu lassen". Die Vergleichsversuche sind indes „ohnerachtet alles beweglichen Zuspruchs" gescheitert, „indem beide Teile sich auf die erhaltenen krivilogia beriefen". Der Rat übersandte mit vorstehender Mitteilung am 30. Juli 1697 dem Kaiser Leopold die bei dem Verfahren zustande gekommenen Akten, vermied es aber, da die beiderseitigen Urivile^iu impr688oria von dem Kaiser erteilt worden seien, über deren Interpretation, Kassation und Gültigkeit, wie auch über die Frage, ob das eine oder andere 8ub- oder obroptitio gesucht und erhalten worden sei — lauter Fragen, die zu dezidieren ihm jdem Kaiser) zustehe — ein Gutachten abzugeben, außer dies, daß nach Dafürhalten des Rates die Kommerziell von bürgerlichen Nahrungen eine indifferente Sache seien. Aus diesem köstlichen Privilegienstreit ist zu ersehen, daß Matthias Metta zum mindesten als Polemiker an Schärfe und Schlag170 t. » 4 . Junlu a, MugspurgischeOrclin-ri GostMkünng Drückens und VerlcgeifS Marchta Mtttg qeweftt/ StE-BuchbruckerSseei. Wittib usdClVm WohnhaHs auf dek Ntzetn/ 0,0 Laven ossder Daal/üff«r« Drucken. Undses-nd rnSitassS^Donntlstaas Frevrag» unv SambstagH _ zu haben. wi'em,/ 5 e„ -» Iunss. dero vöAgen Pastass wobey per- alleSavaUicrS oav Dama- wtchene fen ii Spanisches KIrydua, Sonntag grn erschiene / morgen und sich nechstklkrffkigrvSoantagsol- pttve Kay«. Kader noch mahl iln solennes Malender rx-Deum w/geo der grossen Stkffnvs Kirchen etvgefun- fast nichtertzsinmen Vtctorie belaoffev sollen / von «rwar, A d" ter man wegen ferverernPro, Kanons gehalten deSAdendS «essen so wohltu Spanten tten als dero Niederlanden einige ires ^Yler - Befelch durch Erpresse. Alis Italien vxrv die gantze Statt alles voller tautet / daß Ikro Durärk Cngenij noch tmmrr die an^ war chirende Vülcker nwb bey ^ dero Aukunfft etwas Haupt- - sächliches zu terrttren dtt Re- Sskstmile öer Hugsöurger postreitung vom Ich Juni 1706 . fertigkeit manchem Journalisten der heutigen Zeit nichts nachgibt. Er wehrte sich seiner Haut mit allen Gründen, die für das Fortbestehen seiner Zeitung ins Treffen zu führen waren, und scheute sogar vor persönlichen Angriffen nicht zurück. Doch scheint man damals nicht so sehr empfindlich gewesen zu sein: denn von einer Klage des „blöden und schwachsinnigen p. p. Koppmayr" ist nichts zu lesen. Ueber den weiteren Verlauf des Streites, der nach Ratsdekreten vom Jahre 1707 noch zwischen Mettas Witwe und Kopp- mayrs Schwiegersohn, Andreas Maschenbaur, fortbestand, ist nichts näheres bekannt. Er dürfte aber wohl wie das Hornberger Schießen ausgegangen sein. Tatsache ist jedenfalls, daß vonbeiden Seiten nach wie vor eine Zeitung herausgegeben wurde. Was den Namen dieser Blätter anbelangt, so ist in den erwähnten Privilegien nur von „wöchentlichen Ordinari Zeitungen" die Rede. Das älteste in unserem Besitze befindliche Exemplar des Koppmayrschen Blattes trägt den Titel „Wochentlich-Ordinari- Post-Zeitung" und das Datum vom 28. April 1696. Unser nüchst- ältestes Exemplar des gleichen, inzwischen an Andreas Maschen- baur übergegangenen Verlags betitelt sich: „A ugspur - gische Ordinari Post- Zeit u n g". Es trägt das Datum vom 14. Juni 1706. Dasselbe Datum trägt unser ältestes Exemplar des Mettaschen, ebenfalls „A u g s p u r g i s ch e Ordinari Post-Zeitung" betitelten Blattes (siehe Abbildungen S. 8 und 9). Wir haben hier also die merkwürdige Erscheinung, daß beide in Augsburg dazumal — bereits viermal in der Woche — erscheinenden Blätter, sowohl das von der Witwe des Katholiken Matthias Metta wie auch das von dem Protestanten Andreas Maschenbaur herausgegebene, den gleichen Namen trugen. Diesen Namen behielt das in dem katholischen Verlage erscheinende Blatt auch bei bis zum Jahre 1833, von wo ab es sich kurzweg „Augsburger Post- zeitung" benannte. Dagegen hat das von dem protestantischen Verlag herausgegebene schon bald seinen Namen in „Augspurgische Ordinari - Zeitung" umgeändert. Die ältesten vorhandenen Exemplare, welche diesen Titel tragen, stammen aus dem Jahre 1723. Diesen Titel änderte das Blatt, wenn wir richtig unterrichtet sind, mit dem 1. Januar 1802 in „Augsburgische ordinäre deutsche Zeitung" um. Gleichzeitig ging es in den Verlag von Johann Georg Fetzer über, der es später „Augsburger politische Zeitung" nannte und 1817 an August Bäumer verkaufte. Von 1825 ab führte es den Namen „Augsburger Abendzeitung". 1827 wurde es von I. C. Wirth erworben, dessen Erben es bis 1904 weiterführten. Im April 1904 ging es in den Besitz der Münchener Verlagsanstalt F. Bruckmann A.-G. über, die es am 1. September 1912 nach München verlegte und dort unter dem Titel: „München-Augsburger Abendzeitung" weiter herausgibt. Als Drucker und Verleger der katholischen „Augsburger Postzeitung" folgte auf die „Sturm- und Mettische Wittib und Erben", die das Blatt nach einem in unserem Besitz befindlichen Exemplar von 1717 bereits fünfmal Herausgaben, wieder ein August us Sturm. Dieser kaufte am 2. Oktober 1727 von Eustachius Maria Fugger, Grafen von Kirchheim, dem Senior und Administrator der gräflich Antonschen Linie, die zwei Schneidhäuser am oberen Graben, nach der heutigen Häuserbezeichnung O 325 und 326 (s. Abb. S. 19). Den Namen „Schneidha u s" hatten sie daher, daß sie vor dem Ueber- gang in Fuggerschen Besitz (3. Dez. 1583) einem „Schneidarzt", wie inVraboiwHe haken werden/ «nassen sich der Feind!. Vertuest oitblk 20000. Mann sondernb,ß40000. Manuln Toto feiner beste BkvoppkS damals bis Chirurgen genannt wurden, Namens Moritz Stromayr gehört hatten. Dahin verlegte Sturm Druckerei und Verlag der „Augs- purger Ordinari Post-Zeitung" — bisher war die Druckerei auf dein Rain 6 207 (Mb. S. l9) und der Laden „auf der Bnarfüsser-Brucken" gewesen — und sie verblieb in dem Schneidhaus über hundert Jahre. Nach Sturms Tod übernahm das Blatt und „verlegts Maria Anna Theresia Sturms Buchdruckers seel. Wittib" und nach dieser (1740) ihr bisheriger Faktor, B e r n h a r d u s H o m o d e u s M a y e r, der aus ihm eine Tageszeitung machte, so zwar, dasz er es Dienstags als Augs- purzische Extra-Zeitung und Mittwochs, später Donnerstags zuerst als Europäisches (siehe Abbildung Seite 11), später Augspurgisches Extra-Blätl erscheinen lieh. Nach Mayers Ableben gab seine Witwe das Blatt heraus und nach ihrem Hingang im September 1760 wird es verlegt von ihren Erben und „gedruckt bei Joseph Anton Moy „ , der am 20. Mai 1762 Besitzer des „Echneidhauses" wird und vom Januar 1766 ab auch als Ver- Ein Umschwung im Zeitungswesen schien erst eintreten zu wollen, als Görres von Ende Januar 1814 ab in Koblenz seinen „ Rheini s chen Mer k u r " erscheinen lieh, in dem die jeweiligen Vorkommnisse und Verhältnisse — zunächst allerdings nur auf politischem und nationalem Gebiete — einer regelmähigen kritischen Betrachtung und Würdigung unterzogen wurden. Die begeisterte, an packenden Bildern reiche Sprache, in welcher der Merkur zum heiligen Befreiungskämpfe gegen des Korsen Gewaltherrschaft die deutschen Stämme aufrief, fand allenthalben lebhaften Widerhall. Auch in der Postzeitung begegnen wir Spuren hievon. Doch hören wir darüber Görres selbst, der in einem „Die teutschen Zeitungen" betitelten Aufsätze seines „Rheinischen Merkur" folgendes von ihr sagte: „Die Augsburger Ordinari-Post-Zeitung, die ganz in ihrem altväterlichen Gewände fortdauert, als habe sich seit ihrer Geburt vor vielen Jahren auf Erden nichts verändert, hat in letzter Zeit angefangen, einzelne Aufsätze aus unsern Blättern aufBach vcm beygelegten Stril. t«n, Unter Siez und Glücks- Btqlorcn, leger der Postzeitung zeichnet. Dieser Joseph Anton Mop ist am 21. Juli 1813 gestorben, woraus sein gleichnamiger Sohn die Zeitung bis 1840 weiterführte. Fast 75 Fahre war die „Augsburger Postzeitung" im Besitze der Familie Mop und sie hat im Laufe dieser Periode — meist kurzweg Moysche Zeitung genannt — eine grohe Verbreitung und Popularität errungen. Von letzterer gibt Zeugnis ihre Erwähnung in Aurbachers Geschichte der „Sieben Schwaben", in der es heiht: „Indem ging soeben der Augsburger Bot vorbei, der die Moysche Ordinari - Postzeitung durch das Reich trug. Wie den der Blitzschwab sah, sagte er: .Mit dem geh ich und ich lah mich nicht halten und ich will und muh fort/ Da rief der Spiegelschwab den Boten an: ,He, Landsmann!' Der Bot: ,He!' Der Spiegelschwab: .Kennst du das Kätherle aus der Grafschaft Schwabeck ...' Der Blitzschwab drückte dem Boten einen Aldus in die Hand und dieser versprach gute Ausrichtung." Bis weit in die Aera Mop hinein war die „Augsburger Postzeitung", wie alle übrigen deutschen Blätter jener Zeit, lediglich — um einen treffenden Ausdruck des grohen Reformators der Presse, Joseph Görres, zu gebrauchen — „der magere geist- und kraftlose Index dessen, was geschehen". Von einer selbständigen kritischen Stellungnahme zu der grohen geistigen Bewegung der Zeit, ihrem Charakter und ihren Konsequenzen findet sich noch keine Spur, ebensowenig von einer apologetischen Vertretung der katholischen Weltanschauung. Kein Wunder! War doch in dem von König Max Joseph im Jahre 1806 dem älteren Mop verliehenen und von Minister Montgelas gegengezeichneten Privilegium, dessen Original in unserem Besitze ist, ausdrücklich betont, dah Mop „gewissenhafter Befolgung der Verordnungen über die Preßvergehen und insbesondere über politische Zeitschriften stetshin sich befleißen wolle". Wie leicht aber konnte in einer Zeit, in der die Aufklärungsmanie der Illuminaten unter eines allmächtigen Ministers Protektion Orgien feierte, bei der Strenge der bestehenden Zensur aus einem kirchenpolitischen Rai- sonnement eine Uebertretung der Verordnungen konstruiert werden! Und Montgelas hatte dafür gesorgt, „dah die Polizeibehörden nach Willkür die erschienenen Schriften beschlagnahmen und verbieten und die Gerichte die durch die Presse begangenen Vergehen und Verbrechen bestrafen konnten". Auch war noch allzu lebhaft in Erinnerung die rigorose Behandlung des treukatholischen Volkes, als es, empört über die schmachvolle Säkularisation der Klöster, mit denen es seit tausend Jahren aufs engste verwachsen war. für sie Partei ergriffen hatte. (Vvm. rsr.) Bricht VM 'pckM'ZvcM epl-ls Hand/ S«yk uns t» picgnugtea Stand. Äugspurgtsche Ordinari Post Zeitung. « Welche deß MonragS/ Donnerstags / Frcytqgs und Samstags 10 haben seyn Bey Andrea» Mafthendäuer / Gradl Buchdruckern. Wten / vomr. Aunii. MjErgairgener,Samstag hat der bey «WoemalllnesigenKayserl. Hof Ich. Ma»csiät der Königin von Grov-Bn- kannten, beßlidiicheGrsandtr, u»d;ur Beylegung deren Ungarischen U»ru- hen , GevoLmächngre , Herr von Stepney, rc. von hier nach Ungarn sc - ne Reyß angrrrekten, um denen Ra- roczischeu Häuptern / wegen deß vor- habenden Friedens - Werkt Ortn-und emdcrs, insonderheit auch abgedacht« ivider Frauckr eich erhalten« groffeVi- Ltorien / vorzustellen, und selbige der Kayser-und Kömglichen Gnad« / »o- Momag. Line Vorgängerin der Kugsöurger Köenöreitung nein 14- Juni 1706. zunehmen; wir muntern sie auf. dies noch öfter zu thun". Leider sollte es der Poslzei- tung nicht lange möglich bleiben, diesem wohlgemeinten Rate Folge zu leisten. Denn schon im Juli 1814 wurde der „Rheinische Merkur" in Bapern verboten und anderthalb Jahre später, zu Beginn des Januar 1816, wurde ihm von der preußischen Regierung das Lebenslicht ganz ausgeblasen. Die Morgenröte der Groh- machtstellung der Presse in Deutschland, die so verheißungsvoll aufgeleuchtet, war wieder entschwunden und damit auch die Aussicht, dah auf kirchenpoli- tischem und religiösem Gebiete durch eine offene Aussprache über die unhaltbaren Zustände allmählich ein Wandel angebahnt werde. Und wie dringend notwendig wäre das doch gewesen! Mit der Säkularisation war ja auch die kirchliche Organisation zerstört worden. Das ganze Kirchen- und Schulwesen wurde der modernen Staatsomnipotenz unterworfen; selbst die Erziehung der Priesteramtskandidaten in den Seminarien wurde unter landesherrliche Oberaufsicht gestellt. Ja sogar ins Heiligtum der Kirchen drang die Bureaukratie ein und überwies den Gottesdienst bis auf die Zahl der dabei brennenden Kerzen polizeilicher Ueberwachung. Sogar das religiöse Leben des Volkes wurde polizeilich reglementiert: zahlreiche religiöse Gebräuche wurden verboten, Bruderschaften aufgehoben. Prozessionen und Bittgänge abgeschafft und Personen, die ohne Genehmigung des „Kirchen- Adininistrationsrates" eine Wallfahrt machten, mit empfindlichen Strafen belegt. Das geistliche Amt wurde ganz von bureaukratischer Willkür abhängig gemacht und der religiöse Indifferentismus geradezu systematisch gezüchtet und großgezogen. Kurz, „die Kirche wurde nicht bloß der äußeren Güter beraubt, sie wurde auch", wie Görres später im Athanasius klagte, „gebunden, mediatisiert und säkularisiert; die Quellwasser, die sie sonst so lebendig umrauscht, schlichen still in den ver- seichteten Betten und drohten gänzlich zu versiegen; der Weinberg, zur Staatsdomäne erklärt, fing an zu wildern". Ums Jahr 1814 waren von ehedem 19 Erzbistümern und Bistümern nurmehr noch 4 Bischöfe übrig. Diese heil- und haltlosen Verhältnisse drängten zur Umkehr. Sie wurde aber erst in den Bereich der Möglichkeit gerückt durch die Entlassung des unumschränkten Universalministers Montgelas. die am 2. Februar 1817 ganz unerwartet erfolgte. Noch das gleiche Jahr brachte Bayern das Konkordat und das nächste Jahr eine neue konstitutionelle Staatsverfassung. Mit dem ersten Jahre der neuen Staatsverfassung Bayerns, 1819, trat auch in der Postzeitung, die immer noch den altehrwürdigen, fernste auch durch die so'off: guUich anerboirene, aber von ben«zn>lbcn unter allerhand Außslnchi« und Ävr- «and bißhero verzögert« Tractateni zum vorigen Gehorsam begeben wer-' den / »ochmahlen versichern. Paris, »om t-. May. Denrs. dlses hai ein Courrke« Bradanddie Aeiruim von cineitblutigen Ackkvn üixrbrachk i so de» rz- A- bendsvonr.brßumyasbq. Uhren ge» schehen/und zu unserm höchsten Nachtheil aufgefallen / weil der Fnndvall Fetverhaiken. Wir haben über^ov- Todte bekomme». Von iroo. Gar-^ des nur im Stadtnamen — seit 1800 — orthographisch geänderten Titel „Augsburgische Ordinari Postzeitung" führt, eine bedeutsame Neuerung ein. Sie wird von jetzt ab von einem Redakteur gezeichnet. Einen solchen hatte sie früher allerdings auch schon gehabt, aber nur „im Nebenamt" und ohne daß er zeichnete. So ist bekannt, daß am 21. Mai 1812 ein Redakteur der „Augsburgischen Ordinari Postzeitung" mit Namen Tobias Brand müller starb, nachdem er 32 Jahre lang die Redaktion besorgt hatte. Und er muß kein schlechter Redakteur gewesen sein, hieß es doch in dem ihm gewidmeten Nachruf, daß er durch Schnelligkeit in der Mitteilung der Nachrichten und Neuigkeiten, durch sorgfältige Auswahl, durch eine allgemeinverständliche Schreibart usw. ein Zutrauen in allen Kreisen sich erworben habe. Dieser Tobias Brandmüller war am 10. Oktober 1748 in Mein- mingen geboren, hatte in Erfurt und Leipzig studiert und war später Professor am Gymnasium St Anna in Augsburg, wo er säst vier Jahrzehnte hindurch als ein überaus beliebter Iugenderzieher segensreich wirkte und auch sonst als ein heiterer, froher Gesellschafter galt, Num.gZ. 1729. den 25. Avrill. Oum Lratis L pnvilc^io §LcrL OelrreLktsjellLkü. Aligspurgischc Ordmari-Post-ZclNW. Druckes und Verlegte Auqustus Sturm, welch« Momags,Dlenstags,Miri«och, and Sambstags« zu haben leyn. Kopflehke der Uugsburger I^o/k^eitung vom Jahre (verkleinert). der einem jeden, wo es nur irgendwie anging, auf das bereitwilligste mit Rat und Tat beistand. Er dürfte wohl auch mit jenem Brandmüller identisch sein, der (nach Heyck) im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts an der Allgemeinen Zeitung mitgearbeitet und fremde Zeitungen für sie bearbeitet hat. Das Interessanteste an diesem Postzeitungsredakteur aber ist, daß er — Protestant war. Ueberhaupt scheinen damals bezüglich der Redakteure zum Teil eigentümliche Berhältnisse existiert zu haben. Wurde die Postzeitung doch nach E. F r h r. v 0 n S e i d a (30. Oktober 1819 bis 26. September 1826), Friedrich Loe (29. September 1826 bis 31. Dezember 1831) und Friedrich Butters (1. Januar 1832 bis 31. Dezember 1832) voin 1. Januar 1833 bis 3. April 1835 von Or. August Joseph Altenhöfer redigiert, der vom November 1833 ab gleichzeitig in der Redaktion der „ A u g s b u r g e r A l l g e m e i n e n Zeitung" tätig war, an der er später bis 1869 als Chefredakteur fungierte. Unter diesen Umständen finden wir es begreiflich, wenn ihm in der deutschen Biographie nachgerühmt wird, daß er die „Augsburger Postzeitung", wie sie sich seit 1833 kurzweg nannte, „in gemäßigtem und duldsamem Geist" mit anerkennenswertem Geschick geleitet habe. Im übrigen war Altenhöfer ein überaus belesener Mann, aber auch ein außergewöhnlich sarkastischer Epigrammatiker, weshalb er gern „der deutsche Martial" genannt wurde. Boin 1. April 1835 an wurde die Postzeitung wieder wie vor 1819 von ihrem Berleger May verantwortlich gezeichnet und dies bis zum 31. Mai 1840. Mit dem 1. Juni ging sie samt der Moyschen Buchdruckerei in das Eigentum des Buchhändlers Friedrich Carl K r e m e r über. Noch in der letzten Zeit der Moyschen Aera machte sich in der Haltung der „Augsburger Postzeitung" ein bedeutsamer Umschwung bemerkbar. Sie stellte sich mehr und mehr auf den festen Boden der katholischen Weltanschauung und trat für sie kühner und schärfer in die Schanzen. Und als das sogenannte Kölner Ereignis von 1837, die Zwangsabführung des Erzbischofs Clemens August Frhrn. von Droste zu Vischering wegen seiner Stellungnahme in der Frage der Kindererziehung bei gemischten Ehen und seines Borgehens gegen die widerkatholische Hermesianische Lehre an der Bonner Universität kam und in Preußen keine Zeitung es wagen durfte, den gefangenen Kirchenfürsten zu verteidigen, da war die „Augsburger Postzeitung" eines der wenigen Blätter, die in diesem schweren Konflikt für den Erzbischof und das Recht und die Freiheit der Kirche eingetreten sind. > r Nicht ohne Einfluß auf die veränderte Haltung der Postzeitung war die Bewegung, die seit Görres' Uebersiedlung nach München (1827) dort allmählich Platz gegriffen hatte und immer weitere Kreise zog. Zwar hatte es in München im Schatten der treukatholischen Dynastie der Wittelsbacher nie an kirchlich gesinnten Elementen gefehlt. „Aber es fehlte", wie Clemens Brentano geistvoll bemerkte, „ein Konzertmeister, der die einzelnen, teils abgerissenen, teils neusprossenden Stimmen zur Einheit sammeln könnte und die Lücken ausfüllen, daß sie sich ihrer als ein Ganzes bewußt würden". Nun war in Görres der Konzertmeister gefunden und freudig scharten sich zahlreiche und wackere Gesinnungsgenossen um den genialen katholischen Borkämpfer. Es seien nur die Namen Baader, Ringseis, Frhr. von Moy, Philipps, Iarcke, Möhler, Höfler, Döllinger genannt. Sie alle und viele andere verkehrten im Hause des gefeierten Geschichtsprofessors. Es wurde der geistige Mittelpunkt für die katholischen Gelehrten und zwar nicht nur von München, sodann auch von auswärts. Das geht aus Briefen Hefeles, Staudenmaiers und anderer hervor, wie auch aus der Tatsache, daß damals kaum ein katholischer Gelehrter durch das aufstrebende Isarathen reiste, ohne Görres zu besuchen und sich von seinen großen und weiten Gedanken erwärmen und begeistern zu lassen. Zu den jüngsten Mitgliedern der Münchener Görresgemeinde gehörte der im Jahre 1909 nach fast hundertjähriger Lebenszeit verstorbene bekannte Professor llr. I. N. Sepp und Privatdozent Dr. Ludwig Merz, Geograph und Optiker, ein Sohn des berühmten Optikers Georg Merz, des Nachfolgers Fraunhofers und Utzschnei- ders. Und diese beiden jungen, von mächtigem Freiheitsbewußtsein und Gerechtigkeitsgefühl getragenen Gelehrten stellten die Verbindung zwischen dem Münchener Konzern und der „Augsburger Postzeitung" her durch die enge Fühlung, die sie mit ihrem Studienfreund Dr. Ludwig Schönchen unterhalten haben, der 1842 die Redaktion der Postzeitung auf Veranlassung des Professors Freiherrn von Moy übernommen hatte. Or. Schönchen, der die Rechte studiert hatte, war ein Mann von positiven Grundsätzen, freiem Blick und unbefangenem Urteil und er konnte seine von der Münchener katholischen Bewegung genährten konservativen Anschauungen um so besser und nachhaltiger zur Geltung bringen, als er in dem neuen Verleger des von ihm geleiteten Blattes nicht bloß Verständnis, sondern auch Unterstützung fand. Friedrich Carl Kremer war der Sprosse einer hochgeachteten, mit der Geschichte Augsburgs innig verwobenen Familie. Sein Vater ward durch das Vertrauen seiner Mitbürger dreimal zur obersten Leitung der Stadt berufen und zeichnete sich wie durch glänzende Erfüllung seiner Amtspflichten so auch durch weise und unermüdete Sorgfalt für Wahrung und Förderung der katholischen Interessen der Stadt aus. Die gleichen Wege wandelte der Sohn. Num. 14. I/Z2 den ly.Ienner. dun: OrLUL L krivilegio 5rcrL dzelsrer XajellLÜr. Aligspurgischc Ordmari-PostAltUlig. Drucks und VerlegkS, /.uZultm 8mrm. WeicheMlmlag/ Dnnllag/ Mittwoch/ lsre«i°L/ und Sambliags/ju haben styn. Kopstei)ie der Uugsöurger s^o/kreitllng vom Jahre 17I2 (verkleinert). Ob die Vergrößerung des Formats, die Kremer mit Beginn des Jahres 1842 seinem Blatte gab, schon in Zusammenhang zu bringen ist mit dem von der Görresgemeinde später betriebenen Proiekte, die „Augsburger Postzeituna" zu höherer Bedeutung emporzuheben und als katholisches Organ für ganz S ü d d e u t s ch l a n d unrund auszugestalten, vermögen wir nicht zu entscheiden. Sicher ist, daß in diesem Sinne Professor Dr. Freiherr von Moy im Jahre 1846 mit dem Schaffhausener Konvertiten und Geschichtschreiber Friedrich von Hurter verhandelt hat, nachdem inzwischen ein vergeblicher Bersuch gemacht worden war, in München ein großes katholisches Blatt zu gründen. Und wenn Frhr. von Moy Hurter in der Folge auch mitteilen mußte, daß das Projekt ins Stocken geraten sei, ganz aufgegeben war es noch nicht: wenigstens war im Jahre 1847 von ihm noch die Rede und in Nummer 171 der „Augsburger Postzeitung" vom LOS Uwbkä t-iOfOL 20. Juni des gleichen Jahres ließ sich die Redaktion in einem Artikel, der als Programm für die kommende Jahreshälfte gelten sollte, u. a. also vernehmen: ,.Wie die Kirche überall, wo ihre Sendboten erschienen, auch die sozialen und politischen Verhältnisse organisierte und zu einem festen Bestände brachte, so kann umgekehrt die Kirche auch nur da ihre segensreiche Tätigkeit entfalten, wo diese politische Ordnung in ihrem Wesen unangetastet bleibt. Eines bedingt das andere. Durchdrungen von dieser Ueberzeugung und die Notwendigkeit einer mächtigen katholischen Presse aufs klarste erkennend, hat sich deshalb — wir freuen uns, es unseren Lesern verkünden zu können - - eine größere Anzahl von Männern, deren Namen in der katholischen Welt den besten Klang haben, der Redaktion dieser Blätter verbindlich gemacht, UM 270. und zwar mit der edelsten Uneigen- nützigkeit verbindlich gemacht, vom Juli dieses Jahres an sich über die Tagesereignisse in der Postzeitung und hauptsächlich in den Beilagen derselben auszusprechen, insbesondere aber aus die Literatur ein sorgsames Auge zu werfen. Wir sprechen hie- mit gegen jene Männer öffentlich unsern Dank für ihr edles Anerbieten aus, halten es aber auch für eine unabweisliche Pflicht unsererseits, an alle Freunde der katholischen Sache uns zu wenden, mit der dringenden Bitte, dieser edlen Uneigennützigkeit nun auch ihrerseits mit einiger Aufopferung entgegenzukommen. Soll die Postzeitung, welche schon jetzt wohl die breiteste Grundlage unter allen katholischen politischen Tages- blüttern Deutschlands, also auch die gegründetste Hoffnung auf eine größere Zukunft hat, das von ihr erstrebte Ziel erreichen und eine unerschütterliche mächtige Stellung ein- ^ ^ ^ - . _ ^ nehmen, so bedarf sie hiezu - wie sich SZ-schx Montag/ Dienstag, Donnerstag/ §rexrag und Sambstsg/ wie auch k ,n° Mt ^ ^ großer ^ ^ da- Lxrr». Dlätl ;n haben ist- lichsten zufließen, wenn sie eines gro- VkklkHlÄ , Akl'NffülöÜE! hen Abo n n e n t e n Kreises sich er- HM auf dem obern Graben, in dem sogenanntm Schneid - Havß. freut. Bisher hat sie IN dieser Be- - . . / -!-------—-, gehabk Ie^gröcher sich die^Tettnahme Kopfleiste See stugsburger stost-ertung vom Jahre 17D (Original.qrösie). für die Postzeitung zeigen wird, desto kräftiger und eingreifender wird sie auch auftreten können, und so ist es am Ende nur die katholische Sache selbst, welche dadurch gewinnt, wenn eines ihrer besseren Zeitungsorgane nach Kräften und allseitig unterstützt wird." Die „Historisch-politischen Blätter", welche diesen Artikel einer kurzen Abhandlung über „Die katholische Journalistik dieses Blatt, vom südlichen Baden bis zum Niederlande die Ufer des Rheinstromes verfolgend, unter 18 bis 19 in diesem schmalen Landstriche erscheinenden Zeitungen kaum 2 bis 3 zu finden, deren Haltung eine entschieden gute genannt werden konnte. Das Borromäusblatt dürfte hier außer der Koblenzer „N h e i n - u n d M o s e l z e i t u n g", die übrigens 1850 schon wieder einging, in erster Linie den „ W e st - f ä l i s ch e n M e r k u r " in Münster im Auge gehabt haben, lind im übrigen Deutschland, sagte es, war es nicht besser, sondern noch schlimmer bestellt, „indem in allen Ländern von Deutschland nur noch . —2 entschieden gute Zeitungen erden lv novemver. o o O" Are iWUrdinari m in Deutschland", zum Abdruck brachten, bemerkten dazu: „Wir wünschen der Postzeitung im Interesse der gemeinsamen Sache, die wir verfechten, diese vermehrte Theilnahme von ganzem Herzen und empfehlen sie hiemit der Theilnahme unserer Leser; denn wir halten es gegenwärtig für eine unerläßliche - 77 ^----———— Pflicht aller Katholiken, der Ent- 2,69» l740 scheinen". Als diese beiden bezeichnete es die „Augs- b u r g e r P o st z e i t u n g " nnd die „Breslauer Oderzeitung,,. Doch ist die letztere schon im März 1848 der katholischen Sache untreu geworden. Dagegen sind ihr im Laufe dieses Jahres anderwärts neue wackere Vorkämpfer erstanden, so mit dem 1. Mai in Stuttgart das „Deutsche Volksblatt" in welchem auch die „Süddeutsche Zeitung", die in Freiburg i. Br. seit 1845 erschienen, aber nicht lebensfähig geworden war, aufging, sodann mit dein 1. Juli das „Mainzer Journal" und mit dem 1. Oktober die unter großen Schwierigkeiten in Kolli gegründete „Rheinische Volkshalle". Letztere ging jedoch schon nach Jahresfrist infolge Erschöpfung der für sie aufgebrachten Geldmittel wieder ein. An ihre Stelle trat noch 1849 die „Teutsche Volkshalle", die sich rasch zu einem angesehenen, vielversprechenden Organ entwickelte, aber im Juli 1855 von der preußischen Regierung unterdrückt wurde. Schon einen Monat später trat als Ersatz unter dem Titel „Deutschla n d" in Frankfurt eine neue Zeitung ins Leben, sah sich aber schon im Juli 1858 wegen finanzieller Schwierigkeiten genötigt, ihr Erscheinen wieder einzustellen. Von da an war die „Augsburger Postzeitung" (nach Pfülfs in „Eardinal von Geissel) wie das älteste, so auch das größte politische der Katholiken ettung. 9 Novkmbcr. IN Wickelung des öffentlichen Lebens nicht müssig zuzusehen." Doch diese auf der einen Seite erhoffte und von der anderen gewünschte Unterstützung blieb aus. Während die Postzeitung sich von 1841 bis 1847 von 1500 aus 'uropai- Extra- Mj,s,ch bringt hatte, ging un Jahre 1848 zum „ . Zeitungen «.andere er Druckts, Btrnhardus H»nwd6. Zanuari). ^ er ennLle 5o r 0 Mai, (mm (Zrstis Lc privilcAio 5uc. dreß ^chclkakir. Mugspurgische Mrdinari - Most - I eltung. Welch« Moulaq/ DikiiAaq / DokmersttisFrentag und Sambstag / wie auch am Mittwoch das Arüa - Blakt sv haben ist. Druckts und verlegts, BmihardusHomydeus Mayer, wohnhafft _a uf dem obern Graben , in dem so g maimren Schneid-Hauß. Kopfleiste der ttugsöurger pastreitung vom Jahre 17I1 (Originalgröße). >'4 '74r. lKNir.Maif. Lurn Ot-ÄUÄ <5e ?nv'lIeAic> Ork XschellsllL. Lugipurgische Mrdmari - Bost - Zeitung. Druckrs unoverlegrs , Bernharous Homoveus Mayer, wohnhafft auf dem obern Grabou, in dem sogenannten Schneid-Hauß. Kopfleiste der Kugsöurger Poskreitung vom Jahre 17I7 (Originalgröße). Num. in einer wenig tröstlichen Lage befindet und, datz von dem Erfolg dieser . . . Vorstellungen und Bitten, als eines letzten Versuches, es abhängen wird und mutz, ob sie fürder noch erscheinen kann". Aber sie baten „nicht um Gold und Silber", sondern nur um Empfehlung beim Klerus durch ein Zirkular unter Beilegung eines „Promemoria", um Mitteilung der hierzu benötigten Anzahl von Exemplaren dieses Promemoria und um Uebersendung der jeweiligen Diözesan-Nach- richten („gegen Vergütung aller Expensen") zum Zweck des Abdrucks in der Postzeitung. Die im Besitze des Verlags befindlichen Antworten von Eichstätt, Würzburg, Speyer, Regensburg, Bamberg, Breslau, Klagenfurt, Brunn, Pelp- lin, Gratz, Posen und Budweis lauten alle günstig und sprechen der Postzeitung fast durchweg in den rühmendsten Worten Lob und Anerkennung aus. Letzteres taten auch die Bischöfe von Freiburg, Mainz und Fulda, dagegen war es diesen unmöglich, den an sie gestellten Bitten zu entsprechen und zwar dem Erzbischos von Freiburg, weil die Postzeitung in Baden dazumal verboten war, dem Bischof von Mainz, „weil eine Empfehlung des Blattes in der kleinen Diözese zu einer Beeinträchtigung des mit schweren Opfern ins Leben geruse- ' 74 r. Augfpurglsche Ordman Post Zeitung. Stelle abzugeben, damit dieselben mit den Schematismen versendet werden." Das erwähnte, zur Versendung an den Klerus bestimmte Promemoria betonte nachdrücklich die längst und allgemein anerkannte Notwendigkeit der Existenz einer katholischen Presse, setzte die Mittel und Wege, um ihr eine gewichtige und bedeutungsvolle Stellung in der öffentlichen Meinung zu erringen, auseinander und schlotz nach einem Hinweis auf das Alter der Postzeitung mit den Worten: „Sie war von Haus aus ein katholisches Blatt und ist es zur Stunde noch. Ob sie sich Verdienste um die katholische Kirche erworben, dies zu beurteilen, steht uns nicht zu. Aber das Gefühl hat die gegenwärtige Redaktion und hat es von der früheren als Erbe überkommen, datz sie sich in Einheit mit dem Geiste der Kirche weitz und datz der Wille, ihr zu dienen, ihr einziges sie beseelendes Prinzip ist. Auch der mitunterzeichnete Verleger kann sich das Verdienst zurechnen, kein Opfer gescheut und nach seinen Kräften auch in den schwersten Zeiten und in den bewegtesten Stürmen dieses Organ glücklich und ehrenhaft, ja mit Uneigennützigkeit und Ausdauer und Hintansetzung aller widerlichen Erfahrungen in treuer Anhänglichkeit an das Prin- nen „Mainzer Journals", das ohne- ^ ---... dietz mit dem in Frankfurt a. M. ÄkriritK und verlegts/ Bcrnharvlis HomodcuS Mayer, wohnhaft auf zip durchgeführt zu haben." erscheinenden „Deutschland" eine Pem Dorrn Graben, m dem sogena nn ten Schneid - Haust Schon im folgenden Jahre, am harte Concurrenz zu bestehen hat. ^ ^ ^ ^ c ^ , 11- Mai 1856, ist Friedrich Carl Kre- ch' Kopfleiste öer flugsöurger Po)t-ektttng von, Jahre 17I2 (Originalgröße). , , umschlagen wurde , und dem Ll- , 28 ,, mer, noch nicht ganz 49 Jahre alt, schof von Fulda, da die Empfehlung der Poslzeitung nur auf Kosten der von ihm wiederholt empfohlenen, in der Oberrheinischen Kirchenprovinz erscheinenden katholischen Blätter „Deutschland" und „Mainzer Journal", „welche bezüglich der Abnehmer in gleicher nützlicher Lage wie die Augsburger Postzeitung sich befinden", geschehen könnte. Besonders interessant ist die Antwort, welche Verlag und Redaktion der Postzeitung in Augsburg selbst, wo der Stuhl des hl. Ulrich durch den Tod des Bischofs von Richarz inzwischen verwaist war, von dem Kapitularvikar Dr. Allioli „nach eingeholtem Rate des Domkapitels" erhielten. Sie lautete: „Da eine offizielle Empfehlung der Postzeitung von dem jüngst verstorbenen hochsel. Bischof Peter nicht erlassen worden ist, sondern Hochderselbe sich darauf beschränkt Num. rs. >74 4 - den Januar!,. ^ gestorben. Die Postzeitung setzte ihm ein wohlverdientes Denkmal der Anerkennung und Dankbarkeit, gedachte seiner christlichen Gewissenhaftigkeit, der Ehrenhaftigkeit seines Charakters und seiner Uneigennützigkeit in warmen Worten und fuhr dann fort: „Die Haltung und Führung eines katholischen Organs mit ausgesprochen konservativer Richtung heitzt in den Zeiten der Stürme gegen den Staat oder gegen den Felsen Petri nichts anderes als stets gegen den Strom menschlicher Leidenschaften schwimmen und gegen die versteckten und offenen Angriffe der zahllosen Feinde einen unablässigen Kampf schlagen, und gerade solche Zeiten hat der selige Verblichene als Eigentümer dieser Zeitschrift durchleben müssen. Er hat das Panier des freien Wortes für Wahrheit und Recht, für Thron und Altar mit nerviger Faust hoch- Anno i74y. Sambstag,den 17. May. Num. ns. Luiv Orana Lc privilegio 8»c. L-rl k^jeltaris. Augfpurglsche Ordlnarl Post-Zeitung. Druck» und vcrlegkS, BernharvuS Homodeus Mayer, wohnhafft aus dem obern Graben, indem sogenannten Schneid «Hauß Kopfleiste der Kugskurger Postreitung von, Jahre 17II (verkleinert.) hat, die von der Verlagshandlung ausgegangene Einladung zur Subskription in Abdrücken mit dem Schematismus zu versenden, so kann das Domkapitel schäo) ospiscopali) vsaeante) umso weniger auf ein Weiteres eingehen, da es im allgemeinen den Grundsatz nil innovetur einzuhalten hat. Eine politische Zeitung, wie die Postzeitung doch ist, antieipanäo zu empfehlen, bleibt bei aller Gesinnungstüchtigkeit der Herren Verleger und Redakteure für eine oberhirtliche Stelle immer schwierig, da bei der Verschiedenheit der politischen Ansichten mehr oder weniger Kollisionen mit der weltlichen Regierung eintreten können, die natürlich eine geistliche Stelle nicht empfehlen kann, da sie möglichst in Frieden damit zu verkehren wünscht. Ist demnach auch für jetzt eine eigentliche Empfehlung der Postzeitung nicht zuzusagen, so bleibt dem Herrn Verleger doch unbenommen, eine angemessene Anzahl von Exemplaren des Promemoria in der Kanzlei der oberhirtlichen Mit Ihro Rom. Rayserl, Majestäi allergnldigsi-m privücgio Augfpurglsche Ordlnari-Post- Zeitung. Druckes und ueriegir Bernhard c^omodeus Ma^cr, wohnhaft Kopfleiste der flttgsöurger Pofkreitung von, Jahre 17I9 (verkleinert.) erhoben getragen, und nicht Opfer, nicht Verleumdungen, nicht Undank aller Art, selbst von Seiten, wo man es am wenigsten erwarten durfte, haben seine Ausdauer besiegen können. Sagen wir es kurz: datz es in so schweren Zeiten in Süddeutschland eine größere katholische Presse noch gibt, das verdanken diejenigen, deren Rechte hier verfochten wurden und werden, dein Verblichenen." Nach Kremers Tod sind als Verlagsinhaber in der Zeitung „F. C. Kremers Erben" angegeben. Es waren dies seine Gattin Sophie, geb. Grietzmayer, und seine Töchter Mathilde und Marie, von denen letztere mit dem praktischen Arzt Or. Gottfried Schmautz und erstere mit Alphons Manz, Buchhändler und Inhaber der B. Schmid- schen Verlagshandlung, verheiratet war. Die Geschäftsführung übernahm Manz und so finden wir vom 24. Mai 1856 ab auf der Zeitung den Vermerk „Druck und Verlag der B. Schmidschen Verlagshandlung". ------ 13 - Unterin 1. September 1856 wurde zwischen Münz als Verleger und Nr. Huttler als Redakteur ein ihr gegenseitiges Verhältnis regelnder „Contract" abgeschlossen, wonach Dr. Huttler die Postzeitung „der politischen Richtung nach im monarchisch-konstitutionellen, der religiösen Tendenz gemäß in katholischem Sinne" zu redigieren sich verpflichtete. Als Gehalt wurden ihm pro Jahr 1200 Gulden zugesichert und außerdem für den Fall, daß die Abonnenten der Postzeitung mehr als 1500 und des Eonntagsblattes mehr als 600 betragen sollten, für jeden weiteren Postzeitungsabonnenten ein Zuschuß von 1 Gulden und für jeden weiteren Abonnenten des Sonntagsblattes ein solcher von 15 Kreuzer. Für einen Assistenten, „dessen Annahme ganz der Convenienz des Verlegers überlassen bleiben" sollte, wurden vorderhand 300 Gulden ausgeworfen, zur Beschaffung der für die Redaktion erforderlichen Materialien, Zeitschriften und Journale 750 und für auswärtige Korrespondenzen, ohne die eine Zeitung wie die „Augsburger Postzeitung „weder mit Vortheil noch mit Ehre bestehen kann", 1200 Gulden. Der Abonnementspreis der Postzeitung betrug damals halb jährlich 4 fl. 40 kr. Sie war damals also teurer als jetzt, wo sie im 3—4sachen Umfang von damals täglich zweimal zur Ausgabe gelangt. Schon bald nach Uebernahme der Redaktion der Postzeitung erwachte in Dr. Huttler der Plan, das Blatt selbständig zu übernehmen. Er verständigte hievon den neuen Augsburger Bischof Michael von Deinlein und dieser erteilte, „da Herr Dr. Huttler in Nr. 110 der „Augsburger Postzeitung" vom 23. April 1857 (im Anschluß an die Wiedergabe einer Erklärung des „Volksboten" - Redakteurs Zander) das öffentliche Versprechen ablegte, fortan beflissen sein zu wollen, nicht bloß die Vertheidigung der katholischen Kirche und der constitutionell- monarchischen Prinzipien unerschrocken zu verfolgen, sondern dieß auch vorzugsweise im Geiste der christlichen Liebe und mit christlicher Schonung zu thun"; und, „da Herr Dr. Huttler die geistige Befähigung zur Verwirklichung dieser Prinzipien in einem hohen Grade besitzt", dem Projekte seine Gutheißung, sicherte ihm seine Unterstützung zu, wünschte lebhaft seine Ausführung und empfahl es „allen wahren Freunden des Staates und der katholischen Kirche zur geneigtesten Prüfung, Würdigung und Unterstützung". Der Ankauf der Postzeitung durch Dr Huttler erfolgte am 17. Dezember 1857 und „nach vollständig bezahlter Kaufssumme" ging sie mit dem 30. September 1858 rechtlich in sein Eigentum über. Ihre Uebernahme erfolgte am 1. Oktober und gleichzeitig verließ sie die Kremersche Druckerei, um zum zweiten Male in ihr altes Heim, ihre Geburtsstätte und Wiege, in das am Rain gelegene Haus 6 207 zurückzukehren. Das erste Mal war sie dahin noch von dem jüngeren Mop zurückverlegt worden und zwar zwischen 1828, wo er dieses Haus erwarb, und 1834, wo er das „Schneidhaus" verkaufte, und sie war dort, da Kremer 1840 Zeitung samt Druckerei erworben hatte, bis zur Verlegung der Kremerschen Druckerei in das Haus 0 7 an der Unteren Maximilianstraße, 1847 oder 1848, verblieben. Der Mitteilung von der Rückkehr in ihr altes Heim, wo damals ein Buchdrucker Namens I. M. Kleinle seine Offizin hatte, fügte die Redaktion die Worte bei: „Uadont 8ua lata libslli! Es mußte also auch die alte Postzeitung in ihren alten Boden zurück — hoffen wir für sie ein neues, frisches Ausblühen und Gedeihen". Sein Programm hatte Dr. Huttler schon am 20. Dezember 1857 ^ im Anschluß an die Meldung von dem Ankaufe des Blattes in folgen- ) den Worten bekannt gegeben: „Treu der Kirche und treu dem H König — aber keine Schmeichler wollen wir sein und bleiben; alle "' Pflichten gegen die Obrigkeit wollen wir erfüllen, aber ebenso fest > an unseren Rechten — am männlichen, offenen Wort wollen wir fest- ' > halten; unser Vaterland wollen wir lieben, aber gerade darum nicht ' blind sein und blind machen vor den es bedrohenden Gefahren; ^ Wahrheit und Gerechtigkeit gelte uns allenthalben als / Devise — selbst im Kampfe gegen Lüge und Bosheit". ( Daß diese freimütigen Worte, denen Huttler nach der Uebernahme des Blattes auch das „Halten und Handeln" folgen ließ, nicht nur bei den Gegnern, sondern auch bei manchen im eigenen Lager kein Verständnis fanden, ist unter den damaligen Verhältnissen begreiflich. Aber Dr. Huttler ließ sich dadurch nicht beirren, sondern fuhr zielbewußt und tatkräftig fort, sein Programm in die Tat umzusetzen. Auch führte er in der inneren Gestaltung des Blattes sowohl wie in der äußeren Aufmachung Verbesserungen ein. Die Leitartikel, die bisher meist in der Beilage Unterschlupf gefunden hatten, ließ er am gebotenen Platze, im Hauptblatte, erscheinen, während er der Beilage, die seit Anfang der 40er Jahre eine ständige Einrichtung geworden war, einen mehr wissenschaftlichen Charakter gab. Es wurden Literaturberichte eingeführt, kirchliche Kunst gepflegt und das apologetische Gebiet mit Wachsamkeit und Eifer beackert. Auch verstand es Dr. Huttler für alle Gebiete tüchtige Mitarbeiter zu gewinnen. Doch trotz dieser vorteilhaften Neuerungen war der Lebensweg der Postzeitung auch fernerhin ein schwieriger und dornenvoller. In Oe st erreich stieß ihre Verbreitung aus Schwierigkeiten, schon aus dem rein äußerlichen Grunde, daß außerösterreichische Blätter nicht in der gangbaren Valuta von Wiener Währung bezahlt werden durften, sondern „die Herbeischaffung des nicht im alltäglichen Verkehre befindlichen Silbergeldes" bedurften. Im Musterlande Baden, das sich von jeher durch eine besonders sorgsame Bevormundung seiner katholischen Bewohner hervorgetan hat, blieb sie noch bis 1859 verboten. Und in ihrem eigenen Heimat- lande wurde ihr durch eine lächerlich peinliche und kleinliche Ueberwachung das Leben nahezu verekelt. Im Jahre 1857 allein ist sie nicht weniger als 22 mal wegen angeblicher Verletzung des Preßgesetzes konfisziert worden. Auch durch diese Plackereien ließ sich Dr. Huttler nicht einschüchtern, und als die „Neue Münchener Zeitung", der die — im guten Sinne des Wortes — freiheitliche Entwicklung der Postzeitung ebenso ein Dorn im Auge war wie die bajuwa- risch-derbe Sprache des „Volksboten", sich zu der Insinuation verstieg, „daß die Postzeitung nach dem Martyrium der Beschlagnahme geize", da antwortete er auf den betreffenden Artikel schlagend: „Möchte dessen Verfasser nur einmal die Süßigkeit einer solchen (Beschlagnahme) verkosten, den Zeit- und Kostenaufwand, den sie involviert, den Verdruß und die Sorge, die sie mit sich bringt, die Ungeduld der Abonnenten, die sie verursacht, den Schmerz der Verkennung, der einem Redakteur, der kein bloßer Mietling ist, daraus erwächst, — er würde sich wahrscheinlich für selbes gleich von vornherein bedanken und am allerwenigsten nach seiner Wiederholung lüstern sein". In der Tat gehörte eine große Ueberzeugungstreue, ein hoher Mut und eine unbesiegbare Opferfreudigkeit dazu, um alle die Leiden zu ertragen, denen damals die katholische Presse ausgesetzt war. Das gal> sogar die liberale „Augsburger Allgemeine Zeitung" zu, wenigstens indirekt durch Wiedergabe eines Artikels der „Neuen Preußischen Zeitung", welcher die qualvolle Lage katholischer Redakteure schilderte. Dr. Huttler war glücklicherweise im Besitze dieser Eigenschaften, und als ihm — es war im März 1857 — von mehreren Seiten hinter- bracht wurde, daß die Postzeitung als r e g i e r u n g s s e i n d l i ch e s Organ bezeichnet und den Staatsstellen verboten sei, ihr Inserate zuzuwenden, schrieb er treffend: „Wir sind davon sehr schmerzlich berührt; denn abgesehen von unserem reinen Willen, wahrhaft regierungsfreundlich zu sein, glauben wir auch,, bloß die Ansichten der großen Majorität des katholischen Bayernvolkes zur Aussprache, Kenntnis und Rücksichtnahme gebracht zu haben. Journale, welche nicht von feilen Federn geleitet, sondern rein und klar die Stimmung einer politisch wichtigen Partei aussprechen, sind unseres Dafürhaltens sehr beachtenswerte Wettergläser. Was nützt es, den Barometer zu schlagen, wenn derselbe tiefen Stand verkündet? Wir stehen mit noch einem Vergleich zu Diensten, der unserer materiellen Zeit besonders zusagen dürfte: Zeitungen sind das, was Sicherheits-Ventile bei Dampfmaschinen sind. Hört deswegen der Dampf zu wirken auf, wenn das Sicherheitsventil verschlossen wird? Was aber in Spezie die Inserate betrifft, so wollen wir uns vor der Hand weder Schlaf noch Appetit rauben lassen, überzeugt, daß die Männer unserer Partei wegen Mangels an Num- rz/. Samstcig, den iv. Jumr. Anno 1578. KugspurgWe Wdlnari-Vost-Aeitung Mir ^kro Römis. Aaysert. Majestät allergnädicsstem Druckls und v?rlkM Brrnh. Hon,ov.Mayerö seel. Wittib, wohnhaft aof d«A vk»«kn Grsdeg/ in Vem sogenannte» Schneid. Hauß. Kopfleiste der Kugsburger stostreitung vom Irchre 1798 Nachrichten über Vergantungen, Auswanderungen und ähnlichen trostlosen Mitteilungen deswegen nicht i h r Journal ausgeben, und es mit einem anderen vertauschen werden, das vielleicht ihre nationalen und religiösen Gefühle verletzte". Und Nr. Huttler täuschte sich nicht. Alle behördlichen Schikanen vermachten es nicht, das Ansehen der Pvstzeituug zu untergraben. Dagegen blieb der Erfolg der gemachten Propaganda hinter den Erwartungen zurück und so sing Nr. Huttler 1859 wiederum an, da und dort anzuklopfen. Und dies nicht ohne Erfolg. So haben ihm auf seine unterm 4. März gestellte Bitte Kaiser Ferdinand und Kaiserin Maria Anna am 20. April aus Prag „für deu Fortbestand der Postzeitung Ein für Allemal einen Gesamtbeitrag von Eintausend Gulden" überweisen lassen und auch Kardiual von Geissel, den er unterm 8. September 1859 anging, hat ihm, wie nach Pfülfs aus einer Reihe von Briefen aus den Jahren 1859 und 1860 hervorgeht, nicht nur freundliche Aufmunterung, sondern auch tätige Hilfe zuteil werden lassen. Dieses Entgegenkommen war es denn auch wohl, das in Or. Huttler uach dem Untergänge der Frankfurter Zeitung „Deutschland" den Gedanken reifen lieh, durch eiue Sonderausgabe der Postzeitung für die Katholiken Deutschlands ein möglichst allgemeines Organ von größerer Bedeutung zu schaffen. Die „Augs- burger Postzeitung" war dazumal neben der „Augsburger Allgemeinen Zeitung" die einzige Zeitung, welche in ihrer Einrichtung den Borteil hatte, daß sie neben einem vollständigen politischen Tagesbericht und außer ihren Leitartikeln in ihren Beilagen auch noch Raum bot, Revue zu halten über die Gebiete der Religion, Wissenschaft, Kunst, Literatur und der sozialen Verhältnisse. Sie bestand also gewissermaßen aus zwei ineinander verwobenen Teilen und von diesen — sagte sich Or. Huttler — kaun der erstere, der politische Tagesbericht, mit Ausnahme der Originalkorrespondenzen, nur innerhalb eines gewissen Eisenbahn- und Telegraphen - Rayons vollkommen befriedigen. Anders dagegen verhält es sich mit Original-Korrespondenzen, mit politischen Leitartikeln, mit Artikeln über Wissenschaft, Literatur, Kunst usw. Diese können ebenmäßig ihr Interesse im ganzen deutschen Pnterlande haben. Und da gerade dieser Teil der „Augsburger Postzeitung" sich allenthalben der günstigsten Wertschätzung zu erfreuen hatte, so entschloß er sich auch, den verlockenden Gedanken nach dem Vorbild und Vorgang der beiden großen katholischen Zeitungen Frankreichs „Univorg" und „H.iui äo la roliZion", die eilte sogenannte oäitiou 86mi-guotiäi6un6 hatten, in die Tat umzusetzen. Zur Einführung des Blattes scheint er wiederum die Mitwirkung des Episkopates in Anspruch genommen zu haben, wenigstens sandte er unterm 24. bzw. 27. November 1859 mit einer Empfehlung des Bischofs Pankratius, der ein warmer Freund und tatkräftiger Förderer der katholischen Presse war, 1000 Exemplare seines Prospektes an den Kardinal von Köln mit der Bitte, dieselben in der Erzdiözese zu verbreiten. Der Kardinal kam dieser Bitte (nach Psülfs) auch bereitwilligst nach. Das Blatt, das mit Beginn des Jahres 1860 ins Leben trat und jeden andern Tag. also dreimal in der Woche und zwar am Montag, ^ Mittwoch und Freitag, erschien, erhielt den Namen — „Deutschland", / iveil ihr aus lauter Originalarbeiten politischer, literarischer und ästhe- i tischer Natur bestehender Inhalt als „die geistigen Kräfte des ganzen 1 katholischen Deutschland centrierend" gedacht war. Doch — now.eu et ( omen. Wie die in Frankfurt untergegangeue Namensschwester, hatte ^ auch sie nur kurze Zeit Bestand. Der Traum eines katholischen Zen- ? tralorgans für Deutschland war ausgeträumt. „Es hatte sich das ? Bedürfnis nach mehreren größeren, mehr nach Ländern abgegrenzten ) katholischen Organen von selbst Geltung verschafft." Und so war mit ? dem 1. April 1860 denn auch in Köln wieder eine katholische Zeitung ) ins Leben gerufen worden, Joseph Bachems „Kölnische Blätter", aus denen sich im Laufe der Zeit die „Kölnische Volks- zeilung" entwickelt hat. Die Redaktion der „Deutschland" war natürlich die gleiche gewesen wie die der Postzeitung: IR. Huttler in Gemeinschaft mit Augustin Birl e. Letzterer war ebenfalls Geistlicher. Sein Eintritt in die Redaktion der Postzeitung erfolgte 1859, und bis 1873 widmete er dem Blatte — von 1864 ab als Chefredakteur — seine volle Kraft und sein reiches Wissen. Daneben gab er sich der mühevollen Aufgabe hin, katholisches Vereinsleben zu begründen und zu fördern und entfaltete bei Wahlen eine reiche organisatorische Tätigkeit. Als er infolge fortgesetzter Ueberan- strengung leidend wurde, fand er in Adolf Haas, der von Haus aus Jurist war und 1871 in die Redaktion eintrat, tatkräftige Unterstützung. Haas zeichnete voin 1. April 1871 ab neben Birle, voin 27. November 1873 bis 31. Dezember 1882 allein als verantwortlicher Redakteur. Vom 1. Januar 1883 bis 15. Iauuar 1884 war für die Redaktion verantwortlich Ludwig Schöuchen, ein Sohn des früheren Postzeitungsredakteurs Schönchen. Vom 16. Januar 1884 zeichnete Ludwig Schönchen als Chefredakteur und als ver- antwortlicherRedakteurAlphons Planer, der nach Schönchens Austritt (2. Februar 1885) bis zu seinem Weggang — 23. Sept. 1893 — allein zeichnete. In der Folge wirkten an der Post- zeitung als Chefredakteure vom 4. Okt. 1893 bis 31. März 1896 Philipp Frick, vom 1. April 1896 bis 26. März 1898 Dr. Theodor Müller, vom 27. März 1898 bis 31. Dez. 1900 Franz Riepenhausen und vom 1. Januar 1901 bis 1. April 1911 Jakob Seiwert, dem am 7. April 1911 der jetzige Chefredakteur August Menth gefolgt ist. tlr. Huttler ist am 1. Dezember 1887 gestorben. Er hatte an der Postzeitung nicht mehr viel Freude erlebt. Denn während sie Ende 1870 einen verhältnismäßig hohen Abonnentenstand erreicht hatte, ist sie von 1871 bis 1882, wohl hauptsächlich infolge der damaligen Wirren in der patriotischen Partei, fortgesetzt zurückgegangen. Und wenn sie auch von 1882 ab wieder eine mit jedem Jahr stärker werdende Auswärts- bewegung zu verzeichnen hatte, so hatte sie doch bei Huttlers Tod den Stand von 1870 noch nicht wieder erreicht. Erst 1890/91 setzte ein kräftiges Wachstum ein, das in der Folge nicht nur anhielt, sondern sich mehr und mehr steigerte, dank der kolossalen Opfer, welche Or. Huttiers Besitznachfolger, Haas und Grabherr, für die Ausgestaltung des Blattes Jahr für Jahr in uneigennützigster Weise gebracht haben. Num.: r.. Momag, den 2. Jan. Anno. 1769. Ailgjpurgtsche Ordmart Postzeitung/ von Staars - politischen und andern Neuigkeiten. Mii Ihro Äämis. ^rysert. Maseftäc aUergnädlgstem Weilest und gedruckt von Joseph Anton Mop , wohnhaft auf dem obern Graden, in Dem ssgrncmnten Schund - Ha-.is. X »BVVMSKWPT-WF-A WMT-L-LGWDNWM litz, Donner , Hagel, Smrni Empörung, Ariegs - Gescchr Ecschrvklen Mensch und noch in dem allen Jahr; Wir aber sind gottlob s damit verschon: geblieben: Der cyErr hal andrer Nbth von unö hinweg getrieben. Wir sahen leimn Aeino vor unsern Mauren srehn; Die Donner-Wetter' ließ Gvtt daid voriger gchn. Und nur ein einziger Strahl hat hier ein Haus verletzet. Der aber solches vncht in Fern und Brand gescher. /sk/tmile der Ullgsöurger Po/1-eitunq Itr. 1 vom 2. Januar 1769 (Originolgröhe). Die LvtiviRlling öer tlugsburger Postzeitung iin Duuje von rivei ^snhrhllnöerten. Aligsburgrr stoskintung Acgriindct 1687. L»»» »» M. 2M Uorgcnölatr Willwoch, 7. Mai Norgcnblukk 293. IadrMNli. Samün-i. 19. Tcccmbcr 1891. 71r. 293. AWllilMk NBikilmz. ISi. J-hrgang. Donnerstag, i. Juli 1L8V. .V 132. Aiigslnnger Plijtzeitung. 5-r-« WWAligsdmgtt 3S». Domierflag, den 22. Dccbr. 1864. ewhuudlrtnndzwcilnidstc'oni^gstcr Jahrgang. Augsburger Postgc'üung. 233. Donnerstag, den 23. 2cpteu»ber reilunz." 1838. Augsburger Postzeitung. L2 ri,o. -5°. D°mius>-Ig, den 29 . Ltt. Snm> >s>r.^ AugsburgischcOrdtnariPostzcttung DenStaats, grlchNcn, historisch. u.ötvnomlschrvNmigkrtttg. Mir aNrrdjchfl.n Ecrrvckl rvk >rtzZi rvn Jvsiph Äunm Mev, ivbkniiaft aus dun 4'_^030 ,7-55^ den, 4 Juni,' ».' M»^ö»'!ch.?.a^sekl 'Najrstär ssnoe.t'ai i«, ^nädü-idFtest-»^. N uzlvurgischc Oe6inan iLosi-A«tiijig ?>enctcno und Derlegeuo Mett.i qeeoiNt» ^EtLLl.BuLlrttcktrös,rl.L.rtUtdunVLkdl-n2Soh,ihvfi aufdrn Vl^lin / »rn Lavrnouskt Uodsefnb NloneaA»/ D-nnk'staT;» Freveag» und Sam'.'stägs ,1 dtto v-ill^Hcrllqst^ttk'LN allc§ai.^U»lrsvvb Homa- wlcker.e fti» rn ^vanischea Klkvvno» ^Sonntag genrrschrcoen / morground Lbabkn sich ntchstktlnfftlgenSovr'r.igsol^ t^de Ä»os. lrabkrvc'ki..n,ahlttn solcn'nS T-D«,m jp,gm vrr aasten Strffnoü Kirchrv «ingrfun fast n.rchr uchattentvVtckorle S'6M>chm ,siBraba«Va,t)2!trnri»rktN, 1 utsay D^rrrllonkllndSIg. »nassen stet) Vrr Feiabl. ^er- P ^^-ss-N ASnig luignttbtz 20 ^ 00 . M-ran 8.5 ^ L' sondernd,Mann ia Tolofnnrr brstr Sttuppes "'H belaofftn loilrn/ nun rrwar, ttkmnn w-^nferner,rnPro, (^i^S^'ltttbcsAblndS griff,ns» wohl w Epsnt.a als?,roNlalae Lltn Kuy.eri. Bkfeich durch Expresse. Al'SJtalrr'rdrr, ^5 alles voller koket, LaßJdro Dii' chl. vr^fen, darü,sst»ttrlnuir, Cog">>j noch rmuNr ui, en, Luc del . 2 ^!,r,"?.:Vü!ck,ron'dd'o Tp^"'lcher d-rs Ankanffretrvas Hsup:« D^^^ll2ll«ufkUra:ig sLchl,chiöjStemirf«»fc Rr, .g rn 2.r,I. ^>-13 j S) ^ ' dem kleinen 1. Lkt. 1012 tauschte, in ein ähnlich gropeS gehabt. Die mit Beginn der Ovcr Jahre vorgenommene Verkleinerung erfolgte ebenso lote die vorjährige Vcrgrvsjcrung wegen der auf den gleichen Maschinen zu druckenden Neuen AugSbnrger Zeitung, die ihrerseits der Postzcitnng stets eine treue, opferwillige Stube war. (Näheres s. S. 19). 1> QN2 QN2 QN2 1913 Die Postzcitnng hat, wie hier ersichtlich, vor Format, das sie am mit dem jetzigen Verben SO er Jahren schon In der Aera Haas und Grabyerr ist auch — Frühjahr 1899 — eine in der langen Lebenszeit der „Augsburger Post- zeitnng" wiederholt ventilierte, schon von Or. Huttler in den 60er Jahren erwogene, aber mit guten Gründen negativ beantwortete und auch in den 70er und 80er Jahren, wo er in München den Verlag und die Druckerei des „Bayerischen Kurier" besah, nicht wieder aufgenommene Frage aufgetaucht, die Frage ihrer Verlegung nach München. Doch auch damals führte die Beratung dieser Frage, die in München im Kreise der angesehensten und einflußreichsten Persönlichkeiten unserer Richtung stattfand, trotz der prinzipiellen Geneigtheit des Postzeitungsverlags zur Verlegung zu keinem positiven Ergebnis. Insbesondere wurde nach den uns vorliegenden Aufzeichnungen hervorgehoben: Was München fehle, sei eine den Verhältnissen und Bedürfnissen entsprechend gehaltene und geleitete mittlere katholische Zeitung, die imstande wäre, sich in weitesten Kreisen Eingang zu verschaffen; aus der Postzeitung, die über lokalen Verhältnissen, aus höherer Warte stehen soll, eine solche machen zu wollen, wäre verfehlt; „die Postzeitung, dieses vorzügliche Blatt — so äußerte sich namentlich ein kirchlicher Würdenträger aus München — dürfe der katholischen Sache und der Partei als großes Organ durchaus nicht entzogen werden". Und so blieb sie in Augsburg. Um den notwendigen persönlichen Kontakt mit den politischen und kirchlichen Instanzen und Persönlichkeiten in der Haupt- und Residenzstadt herzustellen. errichtete der Verlag im Herbste 1910 — die Verleger Haas und Grabherr ballen inzwischen, ersterer am 4. September 1908 und letzterer am 2. Dezember 1909 das Zeitliche gesegnet — in München ein eigenes in engster Fühlung mit der Augs- burger Redaktion stehendes Redaktionsbureau, mit dessen Leitung ein hervorragend tüchtiger Journalist, Michael Gehn er, betraut wurde. Einen weiteren mit großen Opfern verbundenen Schritt nach vorwärts machte der Verlag, dem langjährigen Drängen weiter Abon- uentenkreise nachgebend, vor Jahresfrist mit der täglich zweimaligen Ausgabe des Blattes. Dazu kommt, daß die Druckerei, in der die „Augsburger Postzeitung" hergestellt wird, infolge der ungewöhnlich großen Aufwendungen, die im letzten Jahre für sie gemacht worden sind, endgültig in die Reihe erstklassiger Zeitungsbetriebe eingerückt ist. Und so darf die „Augsburger Postzeitung" — eine sturmerprobte Zeugin der langen Passionszeit, welche die katholische Presse in Deutschland durchzumachen hatte und ein lebendiger Beweis der ungeheuren Schwierigkeiten, unter denen selbst in einem katholischen Lande ein großes katholisches Blatt trotz fortgesetzter größter Opfer um sein Emporkommen zu ringen hat — nicht ohne berechtigte Hoffnung einer künftigen glücklichen Entwickelung entgegensehen, zur Freude und Genugtuung aller wahren Freunde und Gönner der katholischen Presse, aber auch zu Nutz und Frommen von Thron und Altar, Volk unk» Vaterland, tzuoä Veu8 bene vertat! Aie „Heue /^ugs6urger Leitung", SÄ tHre Hrttnöung) Entwicklung unö Bedeutung, s^ Iin gleichen Verlage wie die Augsburger Postzeitung erscheint noch ein anderes Blatt, das zwar keine so weit zurückreichende und interessante Geschichte auszuweisen hat, wie die Postzeitung, dafür aber den Ruhm für sich in Anspruch nehmen darf, von allen auf dem Zentrumsstandpunkte stehenden bayerischen Volksblättern das am meisten verbreitete zu sein. Es ist dies die „Neue Augsburger Zeitun g", die mit einer Tagesauflage von über 40 000 Exemplaren, um mit der „Wiener Reichspost" in einem vor mehreren Jahren veröffentlichten Artikel über die bayerische Zentrumspresse zu sprechen, „ganz Schwaben förmlich beherrscht". Die Neue Augsburger Zeitung wurde im Jahre 1852 unter dem Titel „Augsburger Stadt- und L a n d b o t e" ins Leben gerufen. Ihre Gründung wuchs heraus aus dem im katholischen Volke sich mehr und mehr geltend machenden Bedürfnis nach einem die Katholiken sammelnden und ihren Interessen Rechnung tragenden V o l k s b l a t t e. Die gebildeten Kreise hatten ein solches Blatt in der Augsburger Postzeitung, für die breiten Massen des Volkes in Stadt und Land dagegen mangelte es an einem entsprechenden Organ. Wohl suchte der „L e ch b o t e", der damals von einem gewissen Huth redigiert wurde, diese Lücke auszufüllen, aber er ward mangels genügender Unterstützung nicht lebenskräftig und sollte laut einer Ankündigung im „Sendboten" (Nr. 13 vom 22. Juni 1851) vom 1. Juli 1851 ab durch ein neues katholisches, unter dem Titel „Der Freimüthige" erscheinendes und von L. Schönchen, dem langjährigen Redakteur der Postzeitung herausgegebenes Tagblatt ersetzt werden. Aber auch dieses Organ — wenn es überhaupt ins Leben trat — konnte sich nicht durchsetzen und dürfte nur ganz kurze Zeit bestanden haben. Wurde doch schon zu Beginn des Jahres 1852 in einer Versammlung des Augsburger Piusvereins von einem ehrsamen Bürger, Gärtnermeister Schädler, darauf hingewiesen, wie nachteilig es für die Katholiken sei, daß sie kein katholisches Stadt- und Provinzialblatt für Augsburg und Schwaben und Neuburg besitzen. In diesem Vereine, der im Jahre 1847 von Or. Pius W i t t m a n n, einem um die katholische Sache sehr verdienten Manne, gegründet worden war und den Mittelpunkt der seit Ende der vierziger Jahre wieder erwachten katholischen Bewegung bildete, war schon im vergangenen Jahre wiederholt zur Unterstützung der katholischen Blätter aufgefordert und eindringlich darauf hingewiesen worden, „wie unverantwortlich einfältig es ist, wenn Katholiken kirchenfeindliche Zeitungen mit ihrem eigenen Gelde füttern, dagegen katholische Zeitungen aus Mangel an reger Teilnahme zu Grunde gehen oder doch verkümmern lassen". Kein Wunder, daß in diesem Vereine die Bestrebungen, ein katholisches Volksblatt zu bekommen, nach dem Eingehen der bisherigen, erneut lebendig wurden. Freilich sah man auch ein, daß mit Worten und Resolutionen nicht zum Ziele zu kommen sei und daß sich lediglich mit Empfehlungen und Danksagungen für die geleistete Arbeit ein Blatt auf die Dauer nicht halten lasse. In dieser Erkenntnis machte Gärtnermeister Schädler in der erwähnten Versammlung den Vorschlag, „das Gedeihen eines solchen Blättleins dadurch zu ermöglichen, daß recht viele Katholiken sich verbindlich machen, jeden Monat eine bezahlte Anzeige, wenn auch nur von wenigen Zeilen, in ein solches Blättlein setzen zu lassen". Der Vorsitzende des Vereins, Or. Wittmann, bezeichnete diesen Vorschlag als einen zweckdienlichen, meinte aber, daß er allein nicht zum Ziele führe. „Zu einem solchen Blättlein brauche man, wenn es eine Bedeutung gewinnen solle, vor allem einen sehr tüchtigen Redakteur, und ein solcher fei schwer oder gar nicht zu finden, wenn man ihm nicht eine anständige und womöglich gesicherte Stellung anweisen könne. Dazu gehöre aber ein gutes Stück Geld, und das falle über die Druck- und Papierkosten bei einem wohlfeilen Blättlein nur dann heraus, wenn dasselbe bei recht vielen lebendige Teilnahme finde, durch welche die möglichst große Ausdehnung seines Leserkreises nicht nur begünstigt, sondern auch auf die Dauer gesichert werde. Zeige sich eine solche. Teilnahme, die in der Liebe zur katholischen Sache wurzle, nicht, so sei es gar nicht der Mühe wert, ja es sei vielmehr töricht, für ein bedeutungsloses Unternehmen Geld zu verschwenden. Ein katholisches Volksblatt habe jedenfalls nur dann Bedeutung, wenn das katholische Volk sich dessen ) durch zahlreiche Beteiligung annehme, es gleichsam als sein Organ. ( seine Stimme anerkenne und geltend mache. Da aber der Minder- ) bemittelte weder Geld noch Zeit genug habe, um ein täglich < erscheinendes Blättlein halten oder lesen zu können, und da selbst c viele wohlhabende Leute, namentlich aus dem Lande, ohne besondere ? Anregung keine Lust dazu haben, so komme es hauptsächlich auf den ( Eifer der hochwürdigen Geistlichkeit an; .... denn nach Kräften E mitzuwirken seien viele Laien bereit, sobald jene mit ihrem guten < Beispiele vorangehe und ihren großen Einfluß in die Wagschale lege." - Im weiteren Verfolge dieser Gedanken und Anregungen er- ) schien in der nächsten Nummer des „Sendboten", des seit 1850 > bestehenden und von Or. Pius Wittmann trefflich redigierten Organs ) der Piusvereine, dessen Leserzahl damals bereits „siebenthalbtausend" < betrug, ein Aufruf zum Zwecke der Bildung eines „Leser- > vereins" mit möglichst vielen Mitgliedern, „welche sich durch ver- / lässige Unterschrift verbindlich machen, ein zu Augsburg am 1. Juli 1 dieses Jahres oder bälder herauszugebendes katholisches Stadt- und ) Provinzialblatt für Schwaben und Neuburg wenigstens ein Viertel- ( oder Halbjahr lang zu bezahlen, wenn dessen Preis höchstens > 45 Kreuzer für das Vierteljahr beträgt". Gleichzeitig wurde an die < Mithelfer des Piusvereins die Bitte gerichtet, „eine Liste zur Ein- ^ Zeichnung in Umlauf zu setzen nick diese nach Ablauf van 6 Wochen ? nebst gutachtlichem Bericht . . . anherzusenden". ? Der Aufruf fand lebhaften Anklang. Am 11. April zählte das - Unternehmen „bereits etwa neunthalbhundert Teilnehmer", ein so ? befriedigendes Ergebnis, wie es in einer „Danksagung und Bitte" in / Nr. 8 des Sendboten vom genannten Tage heißt, „daß an dem Ge- 1 lingen des Unternehmens, will's Gott, nicht mehr zu zweifeln ist". < Vierzehn Tage später war die Zahl der Teilnehmer in Augsburg über r 500, auswärts auf 070 gestiegen, und bis zum 23. Mai hatten sich ? wieder weitere Teilnehmer gemeldet, so daß die Zahl derselben 1350 ) bereits überstieg, wovon 830 auswärtige waren. In der von diesem > Tage datierten Nr. 11 des „Sendboten" wurde auch mitgeteilt, „daß ( das Blatt den Titel „A u g s b u r g e r S t a d t - und L a n d b o t e" i erhalten wird, ein durchaus volkstümliches Tagblatt sein und soviel l als möglich alles dasjenige enthalten soll, was ein gutes Tagblatt zu ? enthalten pflegt". Für die Redaktion des täglich mit Ausnahme der ) Sonn- und hohen Feiertage erscheinenden Blattes wurde Joseph l Schmidbauer gewonnen, „welcher als Herausgeber katholiich- ^ politischer Blätter seit mehreren Jahren gewirkt und sich in jeder t Beziehung bewährt hat". Doch seines Bleibens war nicht lange. ( Schon mit Beginn des Jahres 1853 übernahm Or. P. Wittmann ? die Redaktion, ein halbes Jahr später Or Max H u t t l e r, und mit l dem II. Quartal 1854, „da es für Herrn Or M. Huttler wegen anderer / Geschäfte untunlich geworden ist, die Redaktion fortzuführen", ? interimistisch wiederum Or P. Wittmann, den ein Vierteljahr später / Studienlehrer Or Ludwig Lang, „ein in jeder Hinsicht aufs beste - bewährter katholischer Schriftsteller", ablöste. Lang übersiedelte i aber schon bald nach Regensburg, worauf Or Wittmann wiederum ) „die Last der Redaktion des Stadt- und Landboten" übernahm, l bis sie ihm mit Beginn des II. Quartals 1855 wieder abgenommen ) wurde und zwar von einem, der sie schon einmal getragen hatte, ) I. Schmidbauer. ) Gleichzeitig trat eine weitere Veränderung in den Verhältnissen - des Blattes ein. Der Verlag desselben ging nämlich anL. Doll, der l wohl mit dem Buchdruckereibesitzer und Buchhändler Leonhard Doll ( identisch ist, über. So kurz diese Mitteilung war, so bedeutungsvoll i war sie. Der schöne Gedanke, daß das Blatt „seinem Leserverein als ^ Eigentum gehören", oder „freies Eigenthum seiner Theilnehmer seyn ( und bleiben" soll „in dem Sinne, daß die über die unvermeidlichen t Kosten sich ergebenden Ueberschüsse verwendet werden, erstens zur ? möglichsten Vervollkommnung des Blattes selbst, zweitens zur Herab- t setzung des Preises und endlich drittens, wenn thunlich. zu wohl- / thätigen Zwecken", — dieser schöne Gedanke hatte Fiasko gemacht, - wie das meistens der Fall ist bei Gründungen, die in aufwallender » Begeisterung sich vollziehen, ohne in feste Hände gelegt zu werden. ) Der Piusverein, die Wiege des unter so großen Hoffnungen und < Erwartungen ins Leben getretenen Blattes, ging damals aber den Die Lntwiclrlung öer Heuen Flugsöurger Leitung. Nruk AllgsbmgkrZkitMg <6c«zrui»-et l8»>2. Augsburger Generalunzeiger. «Negriindct 1832. rimtUchcs Publikation-organ k.'.'A! Nr IN4 Witlwoch, 7. Mai 1913 Neue Augsburger Zeitung. Mittwoch, 8, Dezember ISÜS M.285. Zweites Blatt zur Neue» AugsburgerZeitung. Nr. 285 Mittwoch, 8, Dezcmlki 1909. Neue Augsburger Zeitung. .'L 114. Neue Augsburger Zeitung. Dienstag, den 2. September 1802. ^ 24«. Ucic Aagsdirzer Zeitiliz. Ar». 1. Angsbnrger Stadt- u. Landbote. «e 18«. 3- ^suU 18L7- e:.- In den 80 cr Jahren wurde die Neue Augsburger Zeitung in der halben Größe des daina- ligcnPostzcilnngsforinats gedruckt. Ihrem Bedürfnis nach einem größeren Format wurde mit Beginn der 00 er Jahre Rechnung getragen. Durch entsprechende Vergrößerung des Formats der einen und Verkleinerung des Formats der andern Zeitung wurde für beide Blätter, damit sie wie bisher so auch fernerhin auf den gleichen Maschinen gedruckt werden können, ein „Kompromißformat" geschaffen, das mehr als zwei Jahrzehnte lang in Verwendung war und sich großer Beliebtheit erfreute. Als aber auch dieses Format für die Neue Augsburger Zeitung im Laufe der Jahre, wie auf Seite 21 ausführlich dargelegt ist, zu klein geworden war und fortgesetzt große linzuträg- lichkeitcn im Gefolge hatte, mußte im vorigen Jahre zu dem jetzigen großen Formate gegriffen werden. QN2 QNO QN2 d> QNO Krebsgang und war zu Beginn des Jahres 1857 bereits „im Frieden entschlafen". Infolgedessen war der „Augsburger Stadt- und Lnndbote" im Zurückgehen begriffen, und ein Umschwung in diesen Verhältnissen wurde dadurch nicht begünstigt, daß bald auch in der Tendenz des Blattes eine gewisse Unsicherheit zutage trat. Ueber diesen Zustand finden sich in der Augsburger Postzeitung (Nr. 351 vom 23. Dezember 1856) im Anschluß an eine Mitteilung über das drohende Umfallen eines bisher „recht wackeren katholischen Blättchens" in München, der „L a n d b o t i n", folgende Andeutungen: „Auch in Augsburg hat das katholische Localblatt „Stadt- und Landbote" seit einiger Zeit seinen Redacteur gewechselt. Man nennt einen ehemaligen Schauspieler Allman als die Seele des Blattes. Die Hauptstärke desselben liegt auch seit dieser Zeit in seinen Theaterberichten. Das Blatt hat sich gemäß früherer öffentlichen Erklärungen nur ein katholisches Desensiv-Orzan genannt, es will seinen Domino nur dann abwerfen, „wenn etwa" das katholische Princip in Augsburg „angegriffen werden möchte". Das Blättchen ist sonst eine recht nette Diminutiv-Ausgabe der Allgemeinen Zeitung. Auch Humor fehlt manchmal nicht. So war z. B. unlängst eine „Telegraphische Depesche" aus Bruchsal, daß ein politischer Verbrecher zur Lesung des „Thomas Morris von Red- witz" verurtheilt worden sei, daß sich derselbe aber während des Lesens erhängt habe, — gewiß recht humoristisch für ein katholisches Blatt. Fast zu humoristisch war aber die Ankündigung und Empfehlung der Schrift des excommunicirten Domvicars Spindler." Glücklicherweise dauerten diese unerfreulichen Verhältnisse nicht lange. Wie die Postzeitung schon am 26. März 1857 (Nr. 84) mitteilen konnte, war das Blatt „nun wieder in Hände gelegt, die erprobt dafür sind, daß sie es im katho- lisch-conservativen Sinne redigieren werden". Einige Tage zuvor hatte nämlich die Redaktion des Stadt- und Land- boten Herr P. Roth lauf übernommen, der vieljährige Redakteur der Münchener „Landbötin", welcher der inzwischen eingetretenen Tendenzänderung dieser Zeitung — sie war (laut Sendbote Nr. 6 vom 22. März 1857) „ein kirchenseindliches Blatt, also nichtsnutzig geworden" — hatte weichen müssen. Diesem ersten Schritt der Besserung folgte bald ein zweiter, der für die zukünftige Entwicklung des Blattes von bestimmendem Einfluß war. Er betraf die Besitzverhältnisse. Diese scheinen eigentümlicher Art gewesen zu sein. Während das Blatt 1856, wie erwähnt, in L. Dolls Verlag übergegangen war, finden wir es jetzt im Verlag und Eigentum von Kunst- und Ornatsticker Wen- delin A m m a n als Rechtsnachfolger eines vormals bestandenen Komitees. Und von diesem kaufte nun am 15. Aug. 1857 Ilr. Max Huttier „das Verlags- und Eigentumsrecht ohne Entschädigung und ohne Defizit" und verpflichtete sich, dos Blatt in gleicher Weise an Ammann zurückzugeben, wenn er es nicht mehr fortführen könne oder wolle. Es stand also damals um das unter so großen Hoffnungen ins Leben gerufene Blatt sehr schlecht, und wer weiß, wie lange es noch weitervegetiert hätte, wenn es von Ick. Huttier nicht übernommen worden wäre. Der Uebergang des Blattes in Huttlers Besitz erfolgte am 1. Oktober 1857 und mit dem gleichen Tage nahm es einen anderen Titel an, nämlich den, welchen es heute noch führt: Neue Augsburger Zeitung. Später hat Ammann aus dem Wortlaut des Kaufvertrages vom 15. August 1857 ein Heimfallsrecht auf das Blatt abgeleitet, ließ es sich aber von Dr. Huttler am 1. Juni 1861 um 194 Gulden abkaufen und gab dann am gleichen Tage urkundlich die Erklärung ab. „daß er sowohl für seine Person als auch im Namen der noch allenfalls vorhandenen Comite-Mitglieder auf dieses Recht vollständig verzichte. Das Blatt „Stadt- und Landbote", nunmehr „Neue Augsburger Zeitung" genannt, soll fürder eigenthümlich dem Dr. Huttler gehören. Niemand anderer, auch kein s 12. Mai 1865 an C. B u s ch, der nicht nur in der Augsburger Postzeitung vom 9. Juni 1866 bei Gelegenheit mehrtägiger Abwesenheit des Chefredakteurs Birle „ein Schnaderhüpfl höchst illoyalen Inhalts" einschmuggelte, sondern auch in der Neuen Augsburger Zeitung vom 10. Juni mit einem die Bürgerschaft beunruhigenden Artikel zu einem schweren Konflikte Anlaß gab und deshalb am 14. Juni 1866 seine Entlassung erhielt. Pom 18. Juni 1866 bis zum 1. November 1879 lag die Redaktion in den Händen von Philipp Pfeusser. Vom 3. Februar 1880 bis zum 26. September 1893 besorgte sie Alphons Planer, dem wir schon bei der Augsburger Postzeitung begegnet sind, und vom 3. November 1893 bis zum 27. März 1899 Joseph Raste r. Ihm folgten am 28. März 1899 Jakob S e i w e r t, 10. April 1901 Joseph Cremerius, 2. April 1902 Michael G e ß n e r, 26. Dezember 1904 Joseph Osterhuber, 18. September 1906 Ludwig K a u l, 2. April 1908 Dr. Rudolf B e r l e u n g, und am 5. April 1911 Karl S ch r e g l e, der noch heute Chefredakteur des Blattes ist. Was die Entwicklung der Neuen Augsburger Zeitung anbelangt, so hatte sie nicht entfernt mit Das Heiin öer Augsburger Ao/t^eitung 1. von 1687—1727, öznn Ivleöer von 1828 6e:n>. 18Z4—1847 48 und von 18S8—1861, 2. von 1727—1828 6e-w. 18Z4, 1. von 1847 48—18S8, 4- von 1861—1820. Aktien - Theilnehmer, soll Eigenthumsansprüche auf diese Zeitung haben." Die Erwerbung des Blattes durch Dr. Huttler war für seine Entwicklung und Zukunft von größter Bedeutung. Nicht nur, daß er es durch gediegene und volkstümliche Schriftleitung beliebt zu machen verstand, er erkannte auch die Wichtigkeit eines guten Inseratenteils, und um das Blatt mit einem solchen ausstatten zu können, nahm er vom Jahre 1858 an das von dem Buchdrucker Johann Michael Kleinle, bei welchem er seine Zeitungen drucken ließ, im Jahre 1857 gegründete, „Allgemeiner Anzeiger" oder, insoferne er an öffentlichen Orten angeschlagen wurde, auch „Plakatanzeiger" genannte Jnserarenblatt in seine Administration, um es fortan der Neuen Augsburger Zeitung beizudrucken, und am 24. Februar 1859 kaufte er es dem Kleinle mit allen Rechten des Eigentums und Verlags um 450 Gulden ab. Im Laufe der Zeit ging dieser Allgemeine Anzeiger, soweit er Jnseratenbeilage gewesen war, im Inseratenteile der Zeitung aus. Als Plakatanzeiger aber besteht er heute noch und wird als Vergnügungstafel der Neuen Augsburger Zeitung auf jeden Sonntag an sämtlichen Plakattaseln der Stadt Augsburg angeschlagen. Die Redaktion der Neuen Augsburger Zeitung führte in den ersten Jahren Ick. Huttler selbst und wohl auch noch in der Zeit vom 1. Juni 1859 bis 9. Februar 1862, in der L. W. Jörg, welcher der Expedition vorstand, verantwortlich zeichnete. Vom 9. Februar den Schwierigkeiten zu kämpfen, welche sich der Augsburger Postzeitung in den Weg stellten. Zwar wurde auch ihr mitunter, namentlich in der Zeit des Kulturkampfes, das Leben oft recht sauer gemacht, aber nur um so zahlreicher scharte sich das jedem Terrorismus abholde Volk um das Blatt, und so konnte es bereits im Februar 1877 die „Feier des Eilften Tausend's der Auflage" begehen. Als Dr. Huttler starb, 1. Dezember 1887, hatte es bereits 15 000 Exemplare überschritten. Die Feier des Zwanzigsten Tausends beging es am 23. Dezember 1894, die des dreißig st e n Tausends am 12. April 1902, und noch das laufende Jahr wird die Angehörigen des Geschäftes versammelt sehen, um in Verbindung mit mehreren im vorigen Jahre wegen des Neu- und Umbaues verschobenen Jubiläen die Feier des vierzigsten Tausends der Auflage festlich zu begehen. Was bei dieser Entwicklung das Blatt in den seit seiner Wiedergeburt bis heute verflossenen 55 Jahren für Kirche und Vaterland geleistet hat, wer möchte das ermessen? Jedenfalls aber kann und darf ohne Ueberhebung gesagt werden, daß der Neuen Augsburger Zeitung ein Großteil des Verdienstes zukommt, daß der Reichstagswahlkreis, in welchem Augsburg mit seiner großen Industrie liegt, noch bürgerlich vertreten ist, und daß auch in den übrigen schwäbischen und benachbarten oberbayerischen Wahlkreisen, die in den 70er Jahren in Zentrumsbesitz übergegangen sind, destruktive Tendenzen in der Folgezeit nur in ziemlich bedeutungslosem Maße Poden 1862 bis 12. Mai 1865 war A. Degenhart Schriftleiter und vom / finden konnten. Das haben dem Verlage im Laufe der Jahre, nament- I-leinr öer ^o/?Leitung unö bleuen /Ittgs^urger Leitung: D 25 Voröerge63liöe rnr 2eit seiner Erwerbung 1890 (es. L. 2ö). sMNZ » M tt /kVtL' ff^AWU LL? O ^8 NLM »»*»«», AS'.M «i«v, !— wrucllc?i 1Ve/?/eite Liiöseite Eic. Dns Voröergeöiillöe n-llß öen Uinbnllten 190) llnö 1912 1) (c/. L. )ö). lich in Zeiten der Wahlkämpfe, zahlreiche Zuschriften von allen Seiten bestätigt. Eine nicht geringere Bedeutung kommt der „Neuen Augsburger Zeitung" auf wirtschaftlichem Gebiete zu. Sie ist mit ihrem reichhaltigen Inseratenteil nicht nur für die industriereiche Stadt Augsburg, sondern für den ganzen Kreis Schwaben und Neuburg, wie auch für die nach Augsburg gravitierenden angrenzenden oberbaperischen und mittelfränkischen Bezirke längst ein unentbehrlicher Faktor der Vermittlung zwischen Nachfrage und Angebot von Stellungen, Waren, Objekten und Gelegenheiten aller Art, kurz eine lebendige, nie versagende Zentrale für Handel und Wandel, Geschäft und Verkehr geworden. Namentlich mag hier noch erwähnt werden, daß die „Neue Augsburger Zeitung" im Laufe der Zeit das amtliche Publikationsorgan einer ganzen Reihe von Behörden geworden ist, so des Königl. Oberlandesgerichts Augsburg, der Kgl. Landgerichte Augsburg und Neuburg, der Kgl. Amtsgerichte Augsburg, Schwabmünchen und Wertingen, ferner des Registergerichts Augsburg für Bekanntmachung der Einträge im Handelsregister und im Genossenschaftsregister des ganzen Registerbezirks und des Registergerichts Memmingen für Bekanntmachung der Einträge im Genossenschastsregister der zum Registerbezirk gehörigen Amtsgerichte. Außerdem werden in ,_ ihr noch veröffentlicht die Bekanntmachungen des Magistrats der Stadt Augsburg, zahlreicher Notariate, Forstämter und anderer Behörden, Banken und ähnlicher Institute, Aktiengesellschaften, Genossenschaften, Vereine und sonstiger Korporationen aller Art. Mit der wachsenden Bedeutung und Ausdehnung ihres Inseratenteiles, von dem später bei Beschreibung der neuenExpeditionsräum- lichkeiten noch die Rede sein wird, hat die „Neue Augsburger Zeitung" natürlich auch an Umfang zugenommen und dies in den letzten Jahren derart, daß ihr fast täglich ein „Zweites Blatt" beigegeben werden mußte, das in den Zeiten der „Saison" — obwohl oft ebenfalls 16 Seiten stark wie das Hauptblatt — wiederholt kaum mehr ausreichte. Ein „Drittes Blatt" aber konnte nicht hergestellt werden, da zu der Zeit, in der dies geschehen sollte, weder für den redaktionellen noch für den Anzeigenteil aktueller Satz in genügendem Maße vorhanden war. Im übrigen führte dieses „Zweite Blatt" nicht nur zu einer Reihe technischer Unzuträglichkeiten und einer kaum mehr erträglichen Inanspruchnahme des Personals und der Maschinen, es hatte sich auch nirgends der Gunst des Publikums Das UückgebLuöe vor dein Ileuösu 1912 1I sc/. L. )öj. !!!!!! »uns» Das UüclrgeöLuüe nsch öein Uellöau 1912 1H scf. L. DS). ZU erfreuen. Der Inserent sagte ihm nach, daß darin seine Anzeigen nicht genügend beachtet werden, und wollte sich von diesem Urteil nicht abbringen lassen, während dem Abonnenten der redaktionelle Teil nicht zusagte, da er zumeist das weniger wichtige Nachrichtenmaterial enthielt, das am vorausgegangenen Tage im Hauptblatte Raummangels wegen keine Aufnahme mehr hatte finden können und so bei seiner Veröffentlichung eigentlich schon veraltet war. Diese Verhältnisse drängten, um eine Wiederholung der geschilderten Mißstände für absehbare Zeit zu vermeiden, zur Wahl des jetzigen großen Formats, an das die alten Abonnenten anfänglich zwar nicht mit großer Freude herangekommen sind, sich aber allmählich um so leichter gewöhnt haben, als die Zeitung durch den Wegfall des „Zweiten Blattes" an Uebersichtlichkeit und Aktualität bedeutend gewonnen hat und nunmehr täglich „wie aus einem Gusse" sich präsentiert. Mit besonderer Freude und Genugtuung möchten wir noch feststellen, daß die Neue Augsburger Zeitung unter ihren langjährigen treuen Abonnenten auch zahlreiche Andersgläubige zählt — der beste Beweis, daß es ihr gelungen ist, bei aller prinzipiellen Wahrung ihrer eigenen Grundsätze und Anschauungen den Empfindungen und Gefühlen Andersgläubiger nicht zu nahe zu treten. Und das wird sie wie bisher so auch in Zukunft als Ehrensache betrachten. Aus dem Volk herausgewachsen wird die „Neue Augsburger Zeitung" auch stets ein Blatt des Volkes bleiben. Sie wird die Interessen aller Stände, vertreten, soweit sie mit der obersten Maxime eines gesunden Staats- wesens „8alu8 pnblion 8upreina lex — das Wohl der Gesamtheit über alles!" vereinbar sind. Sie wird aber auch allen übrigen Anforderungen in tunlich- ster Weise Rechnung tragen und so nach wie vor ein echtes und rechtes Familien- blatt bleiben. Auf Grund der technischen Einrichtungen, über welche ihre Druk- kerei nunmehr verfügt, ist die „Neue Augsburger Zeitung" in der jeder Beziehung zu besrie- der Hoffnung hingeben, bisher in so reichem Lage, die weitgehendsten Ansprüche in digen, und so darf ihr Verlag sich wohl daß das große Wohlwollen, dessen sie sich Maße zu erfreuen hatte, ihr auch fernerhin erhalten bleibt und daß zu ihren zahlreichen alten Freunden in der Folge recht viele neue sich gesellen werden. Umso nachhaltiger wird sie dann wirken können Soll zur W'. sein zrouus zur tont. sein RlnS zur Mr l On. 77Ia?c Ftuttler, Köol/ Uaas «nö Io/epß örab^err. Dieses Treigestirns edler, durch lautere Ueberzeugungstreue V Or. Max Huttler war am 12. Mai 1823 zu München ge- ausgezeichneter Männer wird, solange unsere Firma und die in ihrem < boren als Sohn des prakt. Arztes Or. Franz Lauer Huttler. Seine Verlag erscheinenden Blätter bestehen, allzeit mit größter Hoch- ( Erziehung genoß er in dem Benedikttinerstift St. Stephan m Augs- achtung, Verehrung und Dankbarkeit gedacht werden, und darum ist es ein Akt selbstverständlicher Pietät, wenn ihnen hier zur Erinnerung an ihr segensreiches Wirken ein bescheidenes Denkmal gesetzt wird. bürg, wo er später, nachdem er 1850 von der Universität Freiburg i. Br. die Würde eines Doktors der Philosophie erhalten hatte, am Lyzeum die Lehrkanzel der Philosophie übernahm. Schon damals betätigte er sich auf dem Gebiete der katholischen Literatur und machte sich einen ^ Stadt- und Landboten", dem er den Titel „Neue Augsburger Zeitung" Namen durch seine „katholischen Studien". Wohl diese Beschäftigung ^ gab, 1858 die „Augsburger Postzeitung" und 1859 den „Allgemeinen :> r >» ro -L Direktor Dr. Hink in seinem Hröeitsrimmer. war es, die ihn zu der Erkenntnis führte, daß er, ein begeisterter Ver- ^ fechter der kirchlichen Freiheit, in einer Zeit, in der diese von allen ^ Seiten bekämpft und unterdrückt wurde, auf dem Nedaktionsstuhle einer ka- ^ tholischen Zeitung eine ersprießlichere Tätigkeit entfalten könne, als auf dem 2ehrstuhle eines Dozenten der Philosophie, und so faßte er — ein Mann der Tat — den Entschluß, aus dem Benediktinerorden auszutreten, suchte in Rom um die hiezu erforderliche päpstliche Dispens nach und verlieh, als er dieselbe erhalten hatte, das Stift St. Stephan. Am 1. Juni 1855 übernahm er die Redaktion der „Augsburger Post- zeitung", und in dieser Stellung kam er dank seinem weiten Blick und sicheren Urteile bald zu der Ueberzeugung, daß der Erfolg der katholischen Presse in der Hauptsache abhängig sei von ihrer Unabhängigkeit. In dieser Erkenntnis machte er sich dann auch die Emanzipation der katholischen Blätter in Augsburg und die Konsolidierung ihrer Verhältnisse zur Lebensaufgabe und ) arbeitete daran zielbewußt mit der ihm eigenen Energie und Unermüd- ? lichkeit. 1857 erwarb er, wie wir bereits missen, den „Augsburger ^ Anzeiger". Außerdem gab er noch unter dem Titel „Augsburger Sonntagsblatt" ein religiös erbauliches Wochenblatt und, wie schon erwähnt, seit 1860 die „Deutschland" 1 heraus. Um alle diese Blätter, die er zunächst in der Offizin des Buchdruckers I. M. Kleinle am Rain, 6 207, drucken ließ, selbst herstellen und so rationeller arbeiten zu können, kaufte er am 16. April 1860 dem Buchdrucker Albrecht Volkhart dessen reale Buchdruckerei-Gerechtsame und am 18. Mai 1861 dem Buchdrucker Kleinle dessen Buchdruckereiinventar ab und eröffnete anfangs Juli 1861 im Hause 6 220 in der Schmiedgasse, das er am 16. April 1860 erworben hatte, ein eigenes Geschäft, das er später „Literarisches Institut von Dr. Max Hutt- ler in Augsburg" benannte und durch Angliederung einer Verlagsbuchhandlung - noch erweiterte. Doch nicht auf Augsburg beschränkte sich I>. Hutt- ler, auch in München, wo er anfangs der 70er Jahre den „Bayerischen Kurier" erwarb, errichtete er ein Zweiggeschäft; hier entfaltete er auf dem Gebiete des K u n st b u ch d r u ck e s eine wahrhaft schöpferische Tätigkeit und erhielt für seine hervorragenden Leistungen auf diesem Der NedLlktions/krlb. Gebiete im Jahre 1877 den zweiten Preis des Bayerischen Gewerbe- museums Nürnberg und später van König Ludwig II. die Ludwigs- medaitle. Nicht weniger verdienstvoll wirkte er auf dem Gebiete der Erbauungsliteratur, indem er, in die Schachte vergangener Zeiten steigend, viele wertvolle Werke echter Frömmigkeit hervorholte. Am 1. März 1885 trennte er das Münchner Geschäft von dem Augsburger ab, um ersteres unter der Firma Dr Max Huttler L Co. in offener Handelsgesellschaft mit einem vormaligen Postrevisor namens Konrad Fischer, in dessen Besitz es nach Huttlers Tod übergehen sollte, weiterzuführen. Als Dr Huttler diesen Schritt tat, war er schlecht beraten, denn Fischer war des Vertrauens, das ihm Dr Huttler entgegenbrachte, nicht würdig. Doch es würde zu weit führen, hier auf die unerquicklichen Vorkommnisse, welche nach Dr. Huttiers Tod eingetreten sind und erst nach dem Uebergang des Geschäftes in das Eigentum der Manzgesellschaft allmählich wieder paralysiert werden konnten, näher einzugehen. Auch parlamentarisch war Dr Huttler tätig. Er gehörte von 1869—1875 der Abgeordnetenkammer des bayerischen Landtages als Mitglied der seit 1869 bestehenden patriotischen Partei an, und zeigte sich auch hier als Mann von weitem Blicke. Obwohl Anhänger der großdeutschen Bewegung stimmte er anläßlich des Ausbruches der Feindseligkeiten zwischen Frankreich und Preußen bei Beratung der Frage des 6U8U8 loeäerm nach einem vergeblichen Versuche, durch einen Vermittlungsantrag für seine Partei, die größtenteils nur für bewaffnete Neutralität war, eine Basis zur Verständigung mit der Regierung zu schaffen, mit einigen wenigen Fraktionsgenossen für den Anschluß an Preußen und den Eintritt in den Krieg. Ebenso trat er im folgenden Jahre warm für die Annahme der Versailler Verträge ein und verlieh am Schlüsse seiner eindrucksvollen Rede vom 18. Januar der. Hoffnung Ausdruck, daß nunmehr „ein kräftiger Baum erwachse, ein Baum der Einheit und Stärke, unter dessen mächtigen Schirm und Schutz sich alle deutschen Stämme in Freiheit und Eintracht zusammenfinden mögen". In kirchenpolitischer Beziehung ist aus der parlamentarischen Tätigkeit Dr. Huttlers besonders sein energisches Eintreten für die Beschwerden des Augsburger Bischofs in der sogenannten altkatholischen Frage zu erwähnen. So steht Dr. Huttler, ein durch wissenschaftliche Bildung, wie durch Entschiedenheit der Gesinnung und Willensstärke Tatkraft gleich hervorragender Mann, dessen Leben ein Leben voll aufreibender Arbeit war, heute —- 25 Jahre nach seinem Heimgänge — vor uns als ein leuchtendes Vorbild und eine stete Mahnung, unser Streben unentwegt zu richten nach dem Reiche der Ideale, die seine Seele zeitlebens erfüllt und beherrscht haben. Nach Dr. Huttlers Tod übernahmen das Augsburger Geschäft, mit Ausnahme der Verlagsbuchhandlung, die an ihren bisherigen Leiter Michael Seitz überging, am 4. Februar 1888 der bisherige Chefredakteur der Augsburger Postzeitung, Adolf Haas, und der bisherige Faktor und Geschäftsführer Joseph Grabherr, unter der Firma „Literarisches Institut von Haas L Grabherr". Adolf Haas war am 29. Juni 1844 zu Neuburg a. D. als Sohn des Kaufmanns Martin Haas geboren. Nachdem er das Gymnasium seiner Vaterstadt mit erster Note absolviert hatte, widmete er sich an der Universität München dem Studium der Rechte. Das k 1. Lltzllngls-inriner unö Lekretsrist. 2. Büro öes dtjesreöoktellrs Menth. I. Büro öes Redakteurs Dr. Host. 4- Büro des Redakteurs Dr. Merkte. aus dem Staatskonkurse, dem er sich 1870 in Augsburg unterzog, ging er als Zweiter hervor, so daß ihm auf der juristischen Laufbahn eine glänzende Karriere in Aussicht stand. Doch Haas verfolgte sie nicht, sondern trat schon am 1. März 1871 in jugendlich feuriger Begeisterung für Kirche und Vaterland, die ihn zeitlebens nie verließ, in die Redaktion der „Augsburger Postzeitung" ein, deren eigentlicher Leiter er über zwei Jahrzehnte lang blieb, wennschon er sie nur bis Ende 1882 gezeichnet hat. Es braucht nur an die heftigen, unausgesetzten Kämpfe der siebziger und achtziger Jahre und an die unerquicklichen Wirren im eigenen Lager in den siebziger Jahren erinnert zu werden, um die Schwere und Bedeutung der Aufgaben zu kennzeichnen, die dem Redakteur eines maßgebenden Blattes damals gestellt waren. Zu diesen Ausgaben kam bei ihm noch eine Arbeit besonderer Art: seine intensive Be- tätigung aus dem Gebiete der O r g a n i s a t i o n. Es dürste nur wenig größere Gemeinden im Kreise Schwaben und Neuburg — mit Ausnahme des Algäus, dessen Bearbeitung Buchdruckereibesitzer und Verleger Huber in Kempten sich vorbehalten hatte — geben, in denen Haas in den 70er oder 80er Jahren nicht gesprochen hat. Und wenn Schwaben unter allen bayerischen Kreisen den Ruhm für sich in Anspruch nehmen kann, der erste gewesen zu sein, der eine wohlgefügte, gut- sunktionierende Organisation besaß, die für die anderen Kreise vorbildlich wurde, so ist das ein Verdienst, das einzig und allein Adolf Haas gebührt. Er war denn auch von Haus aus der berufene Führer der Zentrumspartei im Kreise Schwabenund Neuburg und ist es geblieben bis zu seinem Tode. Daneben hat er auch in der Zentrumspartei der Stadt Augsburg bis wenige Jahre zuvor die Führung gehabt und in zahlreichen katholischen Vereinen, vor allem im Katholischen Kasino, dessen Vorsitzender er lange Jahre war, eine intensive Tätigkeit entfaltet. Ja, „es gab", wie an seinem Grabe von berufenem Munde hervorgehoben wurde, „keine katholische Aktion, wo man nicht nach ihm rief, und er war da". Seine Verdienste um die katholische Sache sind denn auch von Papst Leo XIII. anerkannt worden, indem er ihm eine hohe Auszeichnung, das Ritterkreuz des Piusordens, verliehen hat. Vom Geschäfte zog sich Haas im letzten Jahrzehnt seines Lebens mehr und mehr zurück, besonders nachdem im Frühjahr 1906 die Schrift- leitung der „Beilage", die er bis dahin noch selbst besorgt hatte, Dr. Hans Rost übertragen worden war, der dann noch im gleichen Jahre — 1. Okt. — ganz in den Redaktionsverband der Postzeitung eingetreten ist. Zu dem Herzleiden, das Haas schon seit Anfang der neunziger Jahre viele Beschwerden gebracht, gesellte sich im Laufe der Zeit noch ein anderes heimtückisches Leiden, Arterienverkalkung, das bei ihm rasche Fortschritte machte und schließlich zu einem Gehirnschlage führte, der am 4. September 1908 seinem Leben ein frühzeitiges Ziel setzte. Schon fünf Vierteljahre später, am 2. Dezember 1909, folgte ihm Joseph Grabherr, sein langjähriger Kompagnon, unerwartet bald im Tode nach. Joseph Grabherr war am 19. Dezember 1840 in Mindelheim geboren als Sohn des Schuhmachermeisters und späteren Privatiers Joseph Grabherr. Ein talentvoller und ruhig-strebsamer Knabe, erlernte er in der Fackler'schen Offizin seines Heimatstädtchens das Buchdruckergewerbe und konditionierte in der Folge in Augsburg, Zürich, Ingolstadt und München. Im Jahre 1868 wurde er von theoretische Examen machte er im Jahre 1867 mit bestem Erfolge, und ^ Dr. Huttler als Faktor nach Augsburg berufen, um die Betriebs- leitung und Geschäftsführung seines Instituts zu übernehmen. Es war ein außerordentlich glücklicher Griff, den Huttler mit der Anstellung dieses Mannes getan, denn Grabherr war nicht nur ein Her- Büro öes LHesreös6teltr8 Lchregte und NeÜLÜteurs Ililleörsnö. vorragend tüchtiger Fachmann, er war auch die personifizierte Gewissenhaftigkeit und Arbeitsamkeit, und wenn das Geschäft im Laufe der Jahre mehr und mehr gediehen und gewachsen ist und schließlich einen so gewaltigen Aufschwung genommen hat, so ist das unbestritten in erster Linie seinem unermüdlichen Wirken zuzuschreiben. Ohne kleinlich zu sein, war er bis ins Kleinste peinlich genau. In allen Sparten des Geschäftes machte sich gleich dem Pulsschlag im Organismus des menschlichen Körpers sein Walten ständig fühlbar. Kurz gesagt: Er war die S e e I e des Ganzen. Als Fachmann hat er die technischen Neuerungen aus dem Gebiete der Buchdruckerkunst und speziell des Zeitungsdruckes stets mit wachsamem Auge verfolgt und soweit als möglich in seinem Betriebe eingeführt. So kam es denn auch, daß die „Huttlersche Bude", wie vr. Huttlers Offizin anfänglich von liebenswürdigen Kollegen be- nannr wurde, schon 1880 von der Maschinenfabrik Augsburg, die unter der Leitung ihres am 1. Juli 1913 in Ruhestand getretenen Generaldirektors Geheimrats v. Buz die ersten Rotationsmaschinen in Deutschland fabrizierte, eine solche bezog und damit in die Reihe der modernsten Betriebe damaliger Zeit einrückte. Der Setzmaschine gewährte Grabherr 1901 Eingang mit dem System „Typograph". Doch nicht weniger Verständnis wie der technischen Seite des Zeitungsbetriebes brachte Grabherr, der den Weg vom einfachen Soldaten bis zum Befehlshaber durchmessen, als tiefgläubiger Sohn seiner Kirche und Überzeugungstreuer Anhänger der Zentrumspartei den idealen Aufgaben der Presse entgegen. Und in Anerkennung dessen ist denn auch er von Papst Leo XIII. ausgezeichnet worden durch Verleihung des Ritterkreuzes des Gregoriusordens. Wie sein Kompagnon ist im letzten Jahrzehnt seines Lebens auch Grabherr infolge von Arterienverkalkung schwer leidend gewesen, aber er ließ sich trotz allen Zuredens nicht bewegen, dem Geschäfte längere Zeit fernzubleiben. Er konnte nicht ohne seine gewohnte Arbeit sein. Und so ist er, wenn man so sagen darf, schließlich „in den Sielen" gestorben, infolge eines Herzschlages, der ihn im Kreise seiner Angehörigen ereilte, als er eben aus der Gesellschaft lieber Freunde, mit denen er nach eines arbeitsreichen Tages Last den Abend fröhlich verbracht hatte, nach Hause zurückgekehrt war. Sechs Tage später, am 8. Dezember 1909, folgte ihm Faktor A l o i s R u f. der am 30. Januar 1888 an seine frühere Stelle getreten und ihm seitdem ein treuer Mitarbeiter gewesen war, im Tode nach. * H * Zur Zeit, da Adolf Haas und Joseph Grabherr starben, befand sich ihr Geschäft längst nicht mehr in der Schmiedgasse. Das Anwesen Büro der Neöokteure lUogner und Lcholr 6 220 war zu klein geworden, und so hatten sie es schon Mitte Oktober 1890 in das an Georgi dieses Jahres von Kupferschmied- meister Max Blümel gekaufte, am Schmiedlech gelegene Haus 6 230 (s. Abbildung S. 20), von dem später noch die Rede sein wird, verlegt. Auch in den Besitzverhältnissen war inzwischen eine Aenderung eingetreten. Das Geschäft war im April bezw. Mai 1905 in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt worden. Als Geschäftsführer fungierten zunächst die beiden bisherigen Inhaber Haas und Grabherr, und nachdem Haas gestorben war, Grabherr und sein Schwiegersohn Dr. Hyacinth R i n k. Letzterer war am 1. Mai 1896 in die damals drei Mann starke Redaktion der beiden Blätter eingetreten und im Herbste 1899 in den Verlag übergegangen. 1901 wurde er mit Prokura betraut und 1905 zum Direktor bestellt. Seit Grabherrs Tod ist Dr. Rink alleiniger Geschäftsführer. Eine weitere Aenderung erfuhr die Firma im November 1912 mit Rücksicht aus den in diesem Jahre unternommenen Um- und Neubau des Geschäftshauses und etwa dadurch bedingte finanzielle Notwendigkeiten. Dieser Um- und Neubau war schon seit Jahren ein dringendes Bedürfnis geworden, und schon Grabherr hatte sich darum auch wiederholt Skizzen anfertigen lassen. Die letzte ist vom 30. Nov. 1909 datiert; sie wurde ihm am 1. Dez. überreicht, und als ihn tags darauf Dr. Rink fragte, was nun mit dem großen Bauprojekte sei, antwortete er resigniert: „Das kann ich nicht mehr machen, das ist etwas für dich" — und noch ehe der Tag zu Ende ging, war bereits sein Leben zu Ende gegangen. Der jetzige Leiter der Firma, Direktor Dr. Hyacinth Rink, ist in Ottenbach am Fuße des Hohenstaufen am 15. August 1870 als Sohn des Lehrers Gebhard Rink geboren worden und in Donzdorf, wo sein Vater von 1872 ab wirkte und als Oberlehrer 1901 starb, ausgewachsen. Nachdem er von 1882 bis 1887 die Lateinschule in Mergent- heim und von 1887 bis 1891 das Gymnasium in Rottweil besucht hatte, widmete er sich aus der Universität Tübingen dem Studium der klassischen Philologie, Philosophie, Geschichte, Kunstgeschichte und Literatur. Von Herbst 1894 bis Herbst 1895 wirkte er als Erzieher in Köln a. Rh. Dort faßte er den Entschluß zur Presse zu gehen, trat Ansang Dezember 1895 beim „Ipf" in Ell- wangen als Volontär ein, redigierte im Februar und März 1896 aushilfsweise in Schwäbisch-Gmünd das dortige Tagblatt und wurde am 1. Mai 1896 an Stelle des nach Fricks Weggang zum verantwortlichen Redakteur der Postzeitung beförderten vr. Müller — als letztgemeldeter von 33 Bewerbern — in die Redaktion der „Augsburger Postzeitung" Heleptionrentrole. und „Neuen Augsburger Zeitung" berufen. Am 22. Juni 1899 holte er sich in Tübingen den philosophischen Doktorhut. Seit Haas' Tod war Rink auch 1. Vorsitzender der Zentrumspartei im Kreise Schwaben und Neuburg, hat jedoch im Frühjahr 1913 wegen beruflicher Ueberlastung dieses Ehrenamt niedergelegt. H!..jjj Von öer Papierrolle Schüchtern klopft es an die Türe, und mit gemütlicher Baßstimme ruft jemand: „Herein!" „Guten Morgen!" Ich stehe im Korrektorenzimmer des alten Gebäudes der „Neuen Augsburger Zeitung". Der eine liest ganz monoton: „Köchin gesucht zum 1. Oktober" usw., der andere liest mit. „Grüß Gott", erwidern die beiden alten Herren, ohne einen Blick wegzutun von ihren Manuskripten. „Da bringe ich den Kursbericht." „Schön", murmeln rur /ertigen Leitung. / widmet der „schwarzen Kunst" aus einige Augenblicke sein Staunen. > Aber es gibt noch ganz andere Geheimnisse im Zeitungsbetrieb, als ) die letzte „Instanz", die Rotation. Mein Wissensdrang, wie eine Zei- > tung wird, wurde ja später in vier Jahren Redaktionstätigkeit mehr > als genügend gestillt. Und so darf ich mir wohl erlauben, in etwas die c Rolle einer gewissenhaften „Auskunftei" zu spielen. Aber bevor ich § beginne, mutz ich noch bemerken, daß den nachstehenden Ausführungen W» - Verlags öesnite und Kaulmänni/Hes personal. Unter- Ncik- <-->» links nach r-lhts>: Lrl. Irma L ch m - i n b-rg-r; L-hips-l, Cr-ss-üitor; N-bstack, Ob-rbnchknlt-r nnü Unnptkn/Pier ; örij/cHol, e^p-üitionsvorgnnü unü U-6larn-l§-f; LlHmiö, v-rlnZs/^-kr-tÄr; vriek; 5-l. iiorc e n--ns k e rg - r. Ob-r- N-ik- lvon links nach celHts): Lchni-ufi; Li-gl-in; Ni-ü; Kops; Lutz lMiinch-n-r S-schLstsfi-ll-j; Rornb-rp-r lDrulk-r-ibuchknlterl ; si-üler lMiiNlHener 9-stHöstsis-U-I; ihrrbp Mkquisitellrj; ^t-Ln-r. die beiden und lesen ruhig weiter. „Adieu!" Und ganz mechanisch murmeln die beiden wieder: „Adieu!" So ging es jahrelang fort. Warum ich diesen Dialog als Einleitung verwende zu einer Erzählung, wie die Zeitung entsteht? So oft ich diesen Kursbericht, Hiliallervorplay üer lt?cs>eüi1ion. der heute noch in der „Neuen Augsburger Zeitung" steht, in dem Zimmer der beiden Männer abgab, hätten sie, wenn ihnen bei ihrer dringlichen Arbeit ein Aufschauen möglich geworden wäre, von meinem Gesichte ablesen können: „O zeigt mir doch auch einmal, wie so eine Zeitung gemacht wird; ich möchte es gar zu gerne wissen." So denke ich, wird es auch vielen Zeitungslesern gehen. Bleibt doch jeder, der die Rotationsmaschine rasseln hört und durch ein Fenster einen Teil der Zeitungsmnschinensäle überschauen kann, unwillkürlich stehen und die redaktionellen und technischen Verhältnisse der Neuen Augsburger Zeitung zugrunde liegen und zwar nach der Vergrößerung des Formats und dem großartigen Umbau. Fast gleichzeitig mit dem technischen Personal, früh, sehr früh L,*peöitlon der Veuen Uugsburger Ieitung. für solche, die sich als Langschläfer ansprechen lassen müssen, kommen die Redakteure in den Betrieb, denn sie sind die Quelle für den textlichen Teil der Zeitung. Folgen wir ihnen und betrachten einmal das bunte, weitverzweigte Tätigkeitsfeld der Redaktion einer Tageszeitung, so wird dadurch vielleicht mancher von uns veranlaßt, der Arbeit eines geplagten „Zeitungsschreibers" mehr Respekt entgegenzubringen, als ihm bis jetzt in Unkenntnis einer solchen kom- plizierten Arbeitsleistung möglich war. Oder ist es etwa keine komplizierte Arbeit, die ein Redakteur zu leisten hat, wenn er, wie in einem Blatte einmal zu lesen war, folgenden Anforderungen entsprechen soll? Es hieß in diesem Blatte nämlich: „Ein Redakteur soll ein guter Schauspieler sein, denn er hat eine schwere Rolle zu spielen; er muß viele Ohren haben weil er bald diesem, bald jenem eins leihen muß; er muh die Schwimmkunst verstehen, um bald mit dem Strome, bald gegen den Strom der Meinungen und Ansichten zu schwimmen; er muh ein Wegweiser sein, um die Richtungen der Zeit anzugeben, ein rüstiger Fußgänger, um mit der Zeit fortzuschreiten; er soll statt der Fühe Hufe haben, weil er gut beschlagen sein muß — in Kunst und Wissenschaft; er muh ein gewandter Fechtmeister sein, um alle Angriffe zu parieren oder zurückzuschlagen; ein scharfer Schütze, um sein Ziel nicht zu verfehlen; ein Nagelschmied, um stets den Nagel auf den Kaps zu treffen; ein Schneider, um die Gedanken in ein hübsches Gewand zu kleiden. Item muh er ein guter Wirt sein, um schmackhafte Geistesnahrung aufzutischen; ein Weinhändler, also ein geistreicher Mann; ein Gärtner, um poetische Blumen zu hegen; ein Eäemann, um den Samen des Guten auszustreuen; er muh auch ein Nachtwächter sein, um zu verkünden, was die Glocke der Zeii geschlagen habe; auch sogar ein Scharfrichter, um alles Schlechte scharf zu richten usw.; kurz: ein Redakteur muh alles mögliche sein, vor allem aber — ein Lamm an Geduld, denn die Welt läßt gewöhnlich kein gutes Haar an ihm, sondern nimmt ihn selbst unter das kritische Messer, wo nur eine passende Gelegenheit sich zu bieten scheint." Betrachten wir uns das Werden der Zeitung in der Redaktionsstube selbst etwas näher. Da empfängt die Herren bei ihrem Eintritt sofort ein Stoß Briefe und Zeitungen von solchem Umfang, daß einem Laien vorn bloßen Ansehen angst und bange würde, noch dazu, wenn man ihm sagen würde, dies alles müsse in längstens drei Stunden gesichtet und verarbeitet sein. Dem Fachmann jedoch erscheint die Menge der Arbeit nicht unüberwindlich, denn er kennt seine Mitarbeiter, weiß genau, bei welchem Manuskript es fast „heillos" zu redigieren gibt und welches sozusagen beinahe „unbesehen" in die Setzerei hinüber- gegeben werden kann, und weiters bedarf es nur einiger Blicke in die auswärtigen Zeitungen, und er ist sofort informiert, ob daraus etwas zu gebrauchen ist oder Betriebsleiter Oaicr. Druckereibeamte uuö Korrektoren. Litzenü: lvon links nach rechts): Faktor Lchieüerer; Okorsalrtor fl«schaut; faktor 7)7 ay rk» ofe r. eine Leichtigkeit, wenn nicht die Menge der Blätter, denen er jeden Tag seine Aufmerksamkeit widmen muß, gar so groß wäre und infolgedessen ihm so viel kostbare Zeit rauben würde. Zunächst verteilt der Chefredakteur die Briese und Zeitungen an die verschiedenen Ressorts; den politischen Teil und andere wichtige Rubriken bearbeitet er selbst, während der bayerische Teil, die Kommunalpolitik, der lokale Teil, das Feuilleton, die Theaterkritik, das Vereinswesen, Sport usw. den übrigen Redakteuren zugeteilt sind. Kaum ist ein Teil der eingelaufenen Korrespondenzen von privaten Mitarbeitern oder von den Korrespondenzbüros bewäl- . stigt, da rückt schon der Abgesandte des Metteurs heran und bittet um Manujkripte für die Setzerei. Wie oft kommt es nun vor, daß zu wichtigen Reichstags- oder Landtagsbeschlüssen, die erst am vorigen Abend gefaßt wurden, schon am nächsten Morgen in einem Leitartikel, der bekanntlich an der Spitze des Blattes steht, Stellung genommen werden muß! Da heißt es die Situation förmlich überfliegen, das Resultat zusammenzufassen, es mit einigen markanten Sätzen so hervorzuheben und zu beleuchten, wie es der nüchterne Reichstngsbericht kaum zuwege bringt, oder kritisch zu verfahren, je nachdem es die Parteigrundsätze verlangen. Und dies alles neben der Arbeit, die der übrige Raum der Zeitung verlangt, so daß immer nur von einer rasenden Eile der Zeitungsherstellung gesprochen werden kann. Oft wird dein Redakteur das Manuskript noch naß unter den Händen weggezogen — so kann sich der Leser am besten einen Begriff davon machen, in welchem Tempo Redaktionsarbeit geleistet werden muß. Dazwischen- hinein klingelt das Telephon und bringt Nachrichten aus aller Welt, oft außerordentliche Begebenheiten, die sofort einen Kommentar seitens der Redaktion verlangen, muh die Redaktion, falls ihr eine Nachricht nicht recht geheuer vorkommt, an verschiedenen Stellen anfragen, ob sie auf Wahrheit beruht, kommen ver- st':-: , ' . -° Büro öes Betrieüsleiters. tz nicht. Jeder Redakteur ist mit den meisten größeren Zeitungen derart vertraut, daß er ihre Anlage fast so genau kennt wie die seines eigenen Blattes, und so wäre ihm das Durcharbeiten der Zeitungen > Büro öes Oöer/rcktors. t ärgerte Besuche, die sich über eine Nachricht im vorigen Blatt beschwe- ) ren, worin der Name Meyer mit „y" statt mit „i" geschrieben war, ? und schließlich gilt es, sich in endlosen Unterredungen gegen langjährige Abonnenten zu wehren, die vom Redakteur verlangen, er möchte dies ) In kurzen Zwischenrüumen werden die Manuskripte in die und das aufnehmen, Dinge, die im Rahmen eines ernsten Tageblattes ? Setzerei unmöglich Aufnahme finden können, will man sich nicht in den Ruf > geholt. Hier waltet der Betriebsleiter feines schwierigen Letzer^er^onsl. 7 x eines „Käsblättchens" bringen lassen, ein Wörtchen, das schon bei Würdigung bedeutenderer, wirklich erörternswerter Tatsachen nur zu gern von manchen Leuten im Munde geführt wird. Gleicht so eine Redaktion nicht etwa einem Taubenschlag? Und können viele der Leser aufrichtig von sich sagen, daß sie unter oen gleichen, ner- oenpeitschenden Umständen imstande wären, so verantwortungsvolle Arbeit zu leisten, wie sie tagtäglich von einer Redaktion gefordert wird? Von der ernstestenErörterung einer politischen Frage springt die Feder über zur Besprechung irgend eines humorvollen Intermezzos, von einer beißenden Kritik zu einem allversöhnenden Nekrolog, von schauerlichen Mord- nachrichcen zur Beschreibung irgend eines lustigen Vortragsabends usw., M-islßinen- und Drucker-per; on-il. Amtes; er ist dafür verantwortlich, daß zur rechten Zeit die einzelnen Kolumnen (Seiten) fertig werden, er verteilt die Manuskripte an die Setzer, kleinere Sachen an die Handsetzer und die „großen Fetzen" an die Maschinensetzer. Ist der Stoffandrang aus der Redaktion immens, was meistens der Fall ist. so müssen die Manuskripte zerschnitten werden, und jeder Setzer erhält dann ein Stück. Dieses oft so notwendige Verfahren veranlaßt die Redaktionen immer wieder zur Bitte an die Mitarbeiter, sie möchten ein Blatt immer nur auf einer Seite beschreiben. Ist ein Manuskript so wichtig, daß es unbedingt noch in die Zeitung kommen soll, das Papier aber auf beiden Seiten beschrieben, so kann es nicht zerschnitten werden, und infolgedessen kurzum, eine kunterbunte Gefühlsskala hat ein Redakteur im Laufe eines Vormittags zu durchlaufen, so daß er mit der Zeit entweder ein wahrer Gefllhlsathlet oder „gefühllos" werden muß, um allen Ereignissen standzuhalten, die von Minute zu Minute auf ihn einstürmen und ihm kürzer oder länger zu schassen machen. kann sich nur ein Setzer damit beschäftigen. Das ist gar oft der Grund, daß der betreffende Artikel mit dem besten Willen seitens der Redaktion an dem gewünschten Tage nicht mehr Aufnahme finden kann. Nun haben die Setzer ihr Manuskript auf ihrem Kasten. Hunderte- und aberhundertemale greift jeder in diesen, denn nicht nur die Buchstaben, sondern auch die Zwischenräume, die man zwischen den einzelnen Buchstaben und Wörtern als weihe Stellen sieht, muß Wortes, sondern eine Maschine, die ganze Zeilen oder Typen-Regletten produziert, die von sogenannten Matrizenzeilen abgegossen werden. Bliclr in den Letzersaal von der sog. Letzergnlerie sich L. der Handsetzer aus den Kästchen herausnehmen und im Winkelhaken zusammenstellen. So wachsen die Wörter zu Zeilen, die Zeilen zu Artikeln, die Artikel zu Spalten und die Spalten zu Kolumnen. Einfacher und viel, viel schneller arbeiten die verschiedenen Typen von Setzmaschinen, ohne die heute ein größerer Betrieb nicht mehr auskommen kann. Das Literarische Institut von Haas L Grab- herr hat sich den eminenten Fortschritt der Setzmaschinen schon lange zunutze gemacht, und mit dem Umbau wurden weitere drei Linotype- Maschinen neuester Konstruktion angeschafft, so daß nun außer den Handsetzern acht Setzmaschinen, darunter fünf „Typograph" (Abbildung siehe S. 31) arbeiten. Die Vorteile einer Setzmaschine liegen klar auf der Hand. Es liefert zum Beispiel ein tüchtiger Maschinensetzer an einer Linotype-Setzmaschine, wie sie auf Seite 31 dieser Festschrift abgebildet ist, 6000—7000 Buchstaben korrigierten Satzes in einer Stunde, während es in der gleichen Zeit ein Handsetzer — dann ist er aber schon ein „Schnellhase" — höchstens auf 1800—2000 Buchstaben bringt. W örrröeroöe und WchPgelegenheit (ch. L. Id) FtlstgÄNg LetzergLlerie (rs. L. D6). Letztere werden vom Setzer mittels einer Klaviatur zusammengesetzt und nach dem Gebrauch automatisch sortiert und abgelegt. Das Produkt der Maschine, eine gegossene Zeile, zeigt an ihrer oberen Kante die erhabenen Buchstabenbilder und unterscheidet sich von einer Zeile loser Typen, wie sie dem Handsatz eigen sind, nur dadurch, daß sie ein gegossenes zusammenhängendes Ganzes bildet. Sie kann wie diese sofort zum Druck benutzt werden und wird nach dem Gebrauch wieder umgeschmolzen. Die Wirkungsweise der „Linotyp e"- Setzmaschine ist folgende: Oben im Magazin liegen die verschiedenen Matrizen in gesonderten Kanälen hintereinander aufgespeichert. Durch einen Druck auf einen Tastenknopf der Klaviatur wird eine Matrize der gewünschten Sorte ausgelöst und fällt aus den geneigten endlosen Gleitriemen, der alle Matrizen nacheinander in den Sammelelevator befördert, in welchem sie zu einer Matrizenzeile zusammengesetzt werden. Links vom Magazin befindet sich der Ausschließkeilkasten, der ebenfalls mit einer Taste der Klaviatur verbunden ist und seine Keile, MUMA Oberer Letzersaal (Letzecgslerie). Doch treten wir in den Setzmaschinen-Raum (siehe Abbildung Seite 29) ein und sehen uns so eine Linotype-Setzmaschine im Betriebe etwas näher an. Die Maschine, erfunden von dem deutschen Techniker Ottmar Mergenthaler in Baltimore (Nordamerika), ist keine Typensetzmaschine im gewöhnlichen Sinne des Letznis/Pinenrslim (c/. L. A6). die zum Ausgleichen der Zwischenräume zwischen den einzelnen Worten und zum Ausfüllen der Zeilen dienen, direkt in den unter ihm befindlichen Sammler fallen läßt. Ist eine Zeile voll, so wird sie mittels eines Handhebels gehoben und gelangt vor die Gußform im Gießrad, wo sie in der Weise abgegossen wird, daß die Mundsorm des hinter dem Giehrad befindlichen, durch einen Gasbrenner geheizten Schmelztiegels sich fest gegen die Hintere Oeffnung der Guß- form anlegt, während der Pumpenkolben das flüssige Metall in die Gußform einspritzt. Die so gegossene Zeile wird sodann durch Messer beschnitten und von einem Hebel in das Zeilenschiff geschoben, in dem sich auf diese Weise Zeile an Zeile reiht. Hat die Matrizen- zeile ihren Zweck erfüllt, d. h. wurde eine Zeile von ihr abgegossen, so werden die Matrizen automatisch nach oben in den Ablegekasten befördert, während die Ausschließkeile (Zwischen- räume) in gleicher Weise in ihren Kasten zurückgeschoben werden. Matrizen und Ausschließkeile machen also einen fortwährenden Kreislauf in der Maschine, und diesem Umstände, sowie der Möglichkeit, daß, während eine Ma- trizenzeile abgelegt wird, eine zweite schon gegossen und an einer dritten Zeile gesetzt werden kann, verdankt die Maschine ihre große Leistungsfähigkeit. Im Betriebe unserer Offizin stehen auch Modelle der Linotype- Maschine, mit denen es möglich Hot2tionsiNÄs,>,,<- falsches Fach geratenen Buchstaben. Der Fisch war der Buchstabe „l". Nun hieß es „hinzuzulügen", was man einer Zeitung natürlich am ehesten glaubt. Nach der Korrektur ist der Satz endlich so weit, daß er in die Hände des Metteurs gelangen kann. Dieser hat die Obliegenheit, nach Angabe der Redaktion den Satz so zusammenzustellen, daß er bereits ein getreues Bild einer Zeitungsseite gibt. Durch dieses Aneinanderreihen des Satzes entsteht Seite für Seite, die sodann mittels elektrischen Aufzuges in die Stereotypie gelangen. Inzwischen ist die „Geisterstunde" herangekommen. Das ist jene kurze Spanne Zeit, in der die letzte Zeitungsseite fertiggestellt wird. Da wird von allen Seiten Unmögliches verlangt. Der Betriebsleiter hat noch „Stöße" von Manuskripten vorrätig, die „unbedingt" abgesetzt werden sollen, ein Redakteur um den andern erscheint im Setzersaal mit den neuesten Depeschen, Lokalnachrichten und sonstigen wichtigen Meldungen, die wieder „unbedingt hinein" müssen, die Setzer sollen zehn und mehr Hände haben: wer von den Inseraten- setzern fertig ist, muß kommen, um mitzuhelfen, das Manuskript wird in Fetzchen zerstückelt, um es ja noch zu bewältigen, der Metteur hat selbstverständlich auf der letzten Form nicht mehr genügend Platz, um alle Redakteure zufriedenzustellen — kurzum, die Geister platzen auseinander, bis sich die Wogen an der Ruhe des Metteurs brechen, der nun einmal „nichts dranhängen kann", und die Geister sich ins Unabänderliche fügen. Jeder hat „bluten" müssen: aber schließlich wird man's bei dem täglichen ungeheuren Stosfandrang, worunter sie Zeitungen zu leiden haben, gewohnt. Damit sind wohl auch diejenigen aufgeklärt, die da meinen, eine Zeitung müsse irgend etwas erfinden oder zusammenlügen, nur um ihre Spalten füllen zu können. Endlich ist auch die letzte Seite auf dem Blei glücklich vollendet, und wir folgen, um das weitere Werden der Zeitung kennen zu lernen, dem Betriebsleiter in die Stereotypie. Dies ist eine Werkstätte, über deren Schaffen sich die meisten im Unklaren sind. Früher, als die Zeitungen noch mit Handpressen und später mit Schnellpressen gedruckt wurden, da wurde die Bleikolumne, wie wir sie oben in ihrer Entstehung in der Setzerei verfolgten, einfach in die Presse gespannt und dann abgedruckt. Das war ein sehr einfacher Vorgang. Heute, im Zeitalter der Notationsmaschinen und der zweimal täglich erscheinenden Hunderttausendauflagen wäre eine solche Herstellung unmöglich. Erst mit der Notationsmaschine wurde die Stereotypie im heutigen Umfange geboren. Bon der gesetzten Zeitungsform wird durch Prägung eine Matrize, ein Tiefdruck in präparierter Pappdeckelmasse, hergestellt, und diese Pappdeckel- matrize wird nun in der Stereotypie abgegossen. Nach der Konstruktion der Rotationsmaschine ist es nicht möglich, von den gesetzten Formen selbst abzudrucken, sondern die Maschine verlangt zylindrisch geformte, in einem Stück gegossene Schriftplatten. Auch in der Stereotypie verwendet unsere Firma die neuesten Apparate, so zur Herstellung der Matrizen eine Viktoria-Herkules-Kniehebel- prägepresse von Rockstroh L Schneider in Leipzig-Heidenau, zum Trocknen der Matrizen eine Trommel der Maschinenfabrik F. Wesel, Mfg. Co., Brooklyn-New-Iork, und zur Anfertigung der Rundplatten eine Schnellgießeinrichtung (Schmelzofen mit zivei Pumpvorrichtungen und zwei Gießapparaten) aus der Maschinenfabrik Augsburg- Nürnberg, von der auch die Fräs-, Justier- und Bohrapparate, die Flachgießinstrumente, sowie sämtliche Apparate für den Bilderdruck bezogen wurden. Die blanken Stersotypieplatten gelangen dann zur letzten technischen Instanz, zu den Roiatioiismaschineii. Zwei Pierrollenmaschinen, Ungetüme von 3lt> Meter Höhe, 6,90 Meter Länge und 2 Meter (mit Falzapparat 3 Meter) Breite, von denen auf jeder eine 32- bzw. mit Beilage 36seitige Zeitung hergestellt werden kann, stehen im neuen Rotationsmaschinensaal, während früher zwei Maschinen aufgestellt waren, die nur 16seitige Exemplare hervorbringen konnten. Auch Zweifarbendruck für Inserate und Bilderdruck ist aus diesen Maschinen möglich. Sie sind ebenfalls Fabrikate der auch auf diesem Gebiete bahnbrechenden und überaus leistungsfähigen M a s ch i n e n f a b r i k A u g s b u r g - N ü r n b e r g , die ja Aufträge zum Bau von Rotationsmaschinen aus der ganzen Welt empfängt. Schon sind die Stereotypieplatten in die Rotntionsmaschinen eingespannt, desgleichen die endlosen Papierrollen, und nun bedarf es nur eines Hebelruckes am elektrischen Anlasser, um das Ungetüm in rasselnde Bewegung zu bringen. Die Maschine bedruckt 2, 4, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20, 24, 28 oder 32 Seiten je nach Bedarf, zerschneidet die Papierrolle und salzt sie zugleich, so daß die Zeitung s o fertig herauskommt, wie sie der Leser nachher in Händen Liiiotlipe-LetziiiLisihine sisi. L. 29). hält. Die Maschine zählt auch automatisch die gedruckten Exemplare, und immer, nachdem sie wieder 25 oder 50 Zeitungen abgegeben hat, schleudert sie dessen zum Zeichen ein Exemplar stärker hinaus, so daß die Abnehmer am Falzapparat auf diese Art eine Kontrolle haben. In 2 bis 3 Stunden, je nach der Stärke der Zeitung, ist die ganze Auflage der „Neuen Augsburger Zeitung" mit rund 40 000 Exemplaren gedruckt, woraus man sich leicht einen Begriff machen kann von der rasenden Schnelligkeit, mit der solche Maschinen arbeiten. Von der Maschine weggetragen, werden die Zeitungen zu Bündeln verschnürt, und draußen warten schon ungeduldig Automobile und eine Menge Trägerinnen mit Karren, um die neueste Zeitung in größter Eile zur Bahn, in die Häuser, zu den Fabriken und an die sonstigen Ablagestellen zu bringen, wo man das Blatt überall wie einen guten, langerwarteten Freund empfängt. Aus dieser Schilderung wird mancher ersehen, was für ein schmieriger, nervenquälender Weg von der Papierrolle bis zur fertigen Zeitung von Tag zu Tag zurückzulegen ist — bei der „Augsburger Postzeitung" wegen der Morgen- und Abendausgabe täglich sogar zweimal. Und wenn nun einmal eine ungenaue Notiz durch diesen Freund ins Haus gebracht wird, wenn mitunter sogar ein treuer Leser von dieser Ungenauigkeit betroisen wird, wenn der Freund — was ängstlich vermieden wird, aber durch die Uebermacht der Verhältnisse und durch den Willen, in letzter Minute noch das Allerneueste in die Zeitung zu bringen, doch eintreffen kann — wenn der Freund einmal etwas später eintrifft, als man ihn regelmäßig erwartet, dann zürne nicht zu sehr, lieber Leser; denn jede Zeitung ist ein Kind der höchsten und eiligsten Kraftanstrengung, eine Schwergeburt von wenigen Stunden, bei der man mit Hunderten und aberhunderten Zwischensällen und oft auch recht unangenehmen Betriebsstörungen zu rechnen hat. genommen werden. Denke dir, da käme ein Geistlicher oder ein Lehrer vom Lande und verlangte, der ganze Börsen- oder Handelsteil solle wegfallen, indem er bemerkt: „Ich habe keine österreichischen Staatspapiere und keine Hibernia-Aktien, also bezahle ich mit meinem Gelde täglich ein großes Stück von der Zeitung, das mich gar nicht interessiert." — Könnte eine Zeitung darauf eingehen? Nicht anders wäre es aber, wenn jemand schriebe: „Ich will keine Schulartikel lesen, denn ich habe keine Kinder." War da ein Redakteur, der veröffentlichte in seinem Blatt eine prächtig geschriebene Humoreske; aber nach zwei Tagen teilte ihm ein Geheimer Oberregierungsrat mit: „Machen Sie doch keine so dummen Witze, dafür ist das Leben zu ernst, und eine Zeitung wird nicht für Studenten geschrieben." Ja, verehrtes Publikum, wenn du den Redakteur fortgesetzt mit solchen Zumutungen bombardierst, wo immer Müller das Gegenteil dessen befürwortet, was Schulze will, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder der Aermste wird ganz verärgert und weiß nicht mehr, wem er es recht machen soll, oder er denkt im stillen Herzenskämmerlein bei sich: „Ihr könnt mir alle gestohlen werden." Wer eine Zeitung ganz genau so eingerichtet haben will, wie sie seinem Geschmack und seinen Bedürfnissen entspricht, der muß auf seine Privatkosten eine Anzahl Redakteure anstellen und eine Druckerei begründen — von diesem Blatte braucht dann nur eine einzige Nummer gedruckt zu werden." Allen denjenigen, welche so gerne Kritik an den Zeitungen üben, sei hiemit ans Herz gelegt, daß die Abonnenten eines Blattes einem großen Vereine gleichen. Wie in einem solchen die Wünsche des einzelnen hinter die der Gesamtheit zu treten haben, so muh ouch eine Zeitung allen ihren Lesern etwas zu bieten suchen. Es kann zwar der einzelne Leser der Zeitung, gleich dem einzelnen Mitglied Die er/ke im I. 1880 LngejclMhlte Rotutlonsms/chine sc/. L. 2Sj 'iru-K-' MG ' - I l -N »tu- i ^ .../ Line öer beiden jetzigen Vierrollenrotntionsinn/chinen sc/. L. H1 u. HO.) Und auch wenn im Inhalte der Zeitung das eine oder andere deinen Wünschen nicht entsprechen sollte, dann brich nicht gleich den Stab über sie, sondern beherzige nachstehende Bemerkungen, die ein großes Blatt gelegentlich einmal in dieser Beziehung gemacht hat: „Bei einer Zeitung hält mancher Bezieher sich selbst für den Normalleser und verlangt die Zeitung ganz genau so eingerichtet, wie es ihm patzt. Das geht nicht, lieber Freund, auch auf andere muß Rücksicht eines Vereins, seine Wünsche geltend machen, und es werden diese gewiß, so gut es geht, Berücksichtigung finden; allein das darf der Bezieher einer Zeitung nicht verlangen, daß wegbleiben soll, was i h n nicht interessiert und woraus andere schließlich ein großes Gewicht legen." Der In/eratenteil öer Leitung s> -s unö ttn/ere neue -b^eöition. s s Ein wichtiger Bestandteil der Zeitung ist unstreitig ihr Inseratenteil. Das haben die Besitzer der „Neuen Augsburger Zeitung" und der „Augsburger Postzeitung" von jeher erkannt und sie sind deshalb auf eine technische und individuelle Ausgestaltung des Inse- jeder Hinsicht entgegen. Modernes Schriften- und Rahmenmaterial zur auffälligen, zum Lesen zwingenden Ausgestaltung der Inserate wurde in Fülle angeschafft, und die neuen Expeditionsräumlichkeiten sind für die Auftraggeber und Aeyroöllktionsabteilung: lhes Atelier (cp. L. Ab). ratenteiles beider Blätter immer und strengstens bedacht gewesen. Und die Geschäftsleute haben gar bald eingesehen, daß die „Neue Augsburger Zeitung" infolge ihrer weitverzweigten Verbreitung am allergeeignetsten ist, die goldene Brücke zu schlagen zwischen der städtischen Handels- und Geschäftswelt und dem konsumierenden Stadt- und Landpublikum. Sie haben sich nicht getäuscht. Ein Inserat in der „Neuen Augsburger Zeitung" war immer ein fast garantiert gewinnbringender Fakts r, der reich dazu beigetragen hat, Handel und Wandel in Augsburg und Umgebung zu einem kolossalen Aufschwung zu verhelfen. Einvolkswirtschaftliches Prinzip ist. heute das Inserat geworden, dem jeder kluge, vorwärts- strebende Kaufmann un- bedingtbeistimmenmuß. Ja, ganze Geschäfte basieren größtenteils auf Insertion; das ist eine Erfahrung, die vielfach bewiesen werden könnte. Die „Neue Augsburger Zeitung" sowohl als auch die „Augsburger Postzeitung" sind unter den kaufkräftigsten Ständen verbreitet, Garage «nö Automobile. so daß ein Inserat in den meisten Fällen von guten Erfolgen begleitet ist. Aus allen Teilen Deutschlands, von den bedeutendsten Annoncen- Expeditionen der Welt laufen Anzeigen ein, da sich die beiden Zeitungen seit Jahrzehnten als wirksamste Insertionsorgane bestens eingeführt haben. Dies bezeugen zahlreiche Anerkennungsschreiben, die unserer Expedition von Inserenten auf überraschende Erfolge ihrer Anzeigen hin unaufgefordert zugingen. Erfahrene, jede Neuerung aufgreifende, tüchtige Inseratensetzer und die kostbarsten Errungenschaften auf dem ausgedehnten Gebiete des Druckereibetriebes kommen den Wünschen unserer Inserenten in Aeproöuktionsubteilung: Lheinigrapßisches Laboratorium (cf. L. Ab.) die Angestellten nach allen Regeln einer prompten und gewissenhaften Erledigung eingerichtet worden. Schon äußerlich wird man einige Veränderungen gewahr, obwohl hauptsächlich die innere Anlage als Novum in Betracht kommt. Nach der Stadtbadseite hin wurde an Stelle eines früheren Koblen- raumes ein Stück angebaut, das drei Fenster enthält, so daß auch hier genügend Licht gewonnen wurde. Rechts und links des Haupteingangs, der nach Iagows Prinzip: rechts hinein, links hinaus, angelegt wurde, sind zwei Briefkasten — der eine für die „Neue Augsburger Zeitung", der andere für die „Augsburger Postzeitung" — angebracht, die zur Aufnahme von Offert- und Redaktionsbriefen,Mitteilungen jeder Art für den gesamten Betrieb usw. bestimmt sind, falls die Räumlichkeiten schon geschlossen sein sollten. Tritt man ein, so gewähren gleich die Wandverkleidung mit blanken Muz- keramikkacheln sowie zierliche elektrische Wandlampen und Windfangtüren mit Spiegel- glasscheiben auf ganze Höhe einen überaus freundlichen Anblick. Der geräumige Schaltervorplatz (siehe Abbildung Seite 26), mit roten Tonfliesen belegt, enthält sechs Schreibpulte, die dem Publikum zum Abfassen von Inseraten und für augenblickliche schriftliche Notwendigkeiten zur Verfügung stehen. Was die Schalteranlage betrifft, so befinden sich vom Haupteingang aus links zwei Schalter für Annahme von Inseraten und Abonnements der „Neuen Augsburger Zeitung" sowie ein weiterer Schalter für die Abgabe von Zeitungen und Osfertbriesen. Rechts sehen wir einen Schalter für die „Augsburger Postzeitung", ) einen anderen für die Annahme von Truckaufträgen und einen dr'.tten ( für die Hauptkasse. Auf den aus lasiertem Eichenholz gefertigten ^ Schaltertischen, die unten mit Messingbeschlägen geschützt sind, erhebt ^ steigerten Bedürfnisse der „Neuen Augsburger Zeitung" eingerichtet, während die rechte Hälfte, ) die nochmals durch verschiedene Glaswände abgeteilt ist, autzer der 1 Hauptkasse, der Annahmestelle für Druckausträge und der Post- ^ Garderobeschränkchen für die Beamten und ebensolche für die Boten für die Bequemlichkeit. Zwei architektonisch reizende Nischen veredeln das Bild, und einige Stufen höher liegt noch ein kleines Sprechzimmer für den Expedüionsvorstand, sowie das geräumige Bvten- zimmer. Die Expedition ist auch der im ganzen Betrieb durchgeführten elektrischen Beleuchtung, Zentralheizung und Entstaubungsanlage angeschlossen, außerdem befindet sich in ihr eine Zweigstelle der elektrisch betriebenen Normaluhr, die ebenfalls im ganzen Betrieb funktioniert. Ein weitverzweigtes Haustelephon verbindet sie ferner mit allen wichtigen Stellen des Betriebes, während zwei Nebenstellen der staatlichen Telephonhauptanschlüsse, für welche die Zentrale im 1. Stockwerk sich befindet, ihr die Verbindungen mit der Außenwelt vermitteln. Die Decke — im Schaltervorraum eins Kassettendecke mit Beleuchtungskörpern — ruht auf gewaltigen Difserdinger Trägern und ist durchweg feuersicher ummantelte Eisenkonstruktion. Kurz: alles ist aufs praktischste eingerichtet und die Raumfrage nach hunderterlei Erwägungen zweifellos vorzüglich gelöst. Und so soll unter Aufwand aller Kräfte auch fernerhin die „Neue Augs- sich ein prächtiger Schalteraufbau mit Schiebefenstern, alles gefällige, blankgehämmerte, mit Patentrohglas ausgefüllte Schmiedearbeit. Bom Schaltervorraum führen zwei von innen zu öffnende Türen „hinter die Kulissen". In die Schalter- tische sind Schränke mit Fächern zur Aufbewahrung der nötigen Formulare für Inserate und Abonnements, Muster für Druckaufträge, usw. eingebaut, so daß alles aufs rascheste zur Hand ist, was zur prompten Bedienung des Publikums von- nöten. Ein praktisch eingeteilter Osfertenschrank, neue gefällige Pulte, eine elektrisch betriebene Registrierkasse und manch andere nützliche moderne Einrichtung füllen die Räume. Die linke Hälfte der gesamten Expedition ist für die gestei06 en: Anka/sierec llnö Uusgeher. Unten: Büroöiener, Hausmeister mit Hrau. Ieitungsträgerpersonal und Einlegerinnen. zeitungs-Expedition noch zwei Räume — einen für den Expeditions- l vorstand und Neklnmeches und den anderen für die Propaganda- » Abteilung — enthält. Der Boden in den Bureaus ist aus eichenen ( Holzasphaltplatten hergestellt, die außerordentlich warm halten und i nicht die geringste Feuchtigkeit auskommen lassen. „Hinter den / Kulissen" sorgen warme und kalte Waschoorrichtung, verschließbare ? burger Zeitung" bleiben, was sie bisher war und was sie unter bedeutenden Mühen und Opfern geworden ist: Das Insertionsorgan für Augsburg und Umgebung sowie für den ganzen Kreis, das ein getreues Spiegelbild ist des hauptstädtischen Handels und Gewerbes, seiner Industrie und des Handels und Wandels im blühenden arbeitssreudigen schwäbischen Kreise! Im neuen Aeim. Wer seinen Schritt von der Karolinenstraße nach dem Hohen Wege lenkt und beim Riedingerhaus hinunterblickt zum Fuße des Schmiedberges, der kann sich des monumentalen Eindruckes sicher nicht erwehren, den die mächtige gotische Fassade des Geschäftshauses / der „Neuen Augsburger Zeitung" und „Augsburger Postzeitung" aus ihn macht. sSiehe Abbildung Seite 20.) Fm Stile der wunderbaren, himmelanstrebenden deutschen Dome, die eine glaubensfrohe, starke Christenheit erbaute, ist diese Fassade errichtet. Es war ein tiefer Gedanke, der die verstorbenen Vorbesitzer des Hauses, Adolf Haas und Joseph Grabherr, im Jahre 1903 zur Anlage eines dergestaltigen architektonischen Schmuckes lenkte. Das Haus sollte auch nach außen hin seine Bestimmung kundtun. Zwar waren die Mauern der verschiedenen Gebäulichkeiten, die hinter dieser Fassade, hinter dieser glänzenden Umrahmung lagen, noch gut und stark, teilweise sogar ein Rest der unverwüstlichen alten Stadtmauer, und hätten noch Jahrzehnte lang den Stürmen der Zeit zu trotzen vermocht,' aber die Räumlichkeiten, die sie umschlossen, waren allmählich zu klein und zu winkelig geworden für die gesteigerten Raumbedürfnisse eines modernen Zeitungsbetriebes. Und so mußte man sich dazu entschließen, an Stelle des kleinen, dem Stadtgraben zu gelegenen Rückgebäudes ssiehe Abbildung Seite 2s) unter Auflassung des zwischen ihm und dem Graben befindlichen Vor- gärtchens einen großen Neubau aufzuführen, das dem Stadtbad zu gelegene Seitengebäude, in dem sich bisher der größte Teil des Betriebes befunden hatte, wie auch das Vordergebäude in seinem südlichen und westlichen Trakt entsprechend umzubauen und beide Objekte sowohl unter sich wie mit dem Neubau in Zweckmäßige Verbindung zu bringen. Der Neubau weist aus der Stadtgrabenseite eine stattliche Barockfassade auf, die plastische Arbeiten zieren. In der Mitte ist das Buchdruckerwappen angebracht, und rechts und links von diesem sehen wir feinausgeführte Symbole des Druckerei- und Zeitungsbetriebes. Auf der Stadtbadseite ist der Neubau einfach gehalten, dagegen ist hier zwischen ihm und der Fassade des alten Baues durch reizvolle architektonische Gruppierungen, anheimelnde Erker usw., in glücklicher Weise ein gefälliger Uebergang geschaffen worden. Riesige Fenster geben allen Räumlichkeiten genügend Licht, beeinträchtigen jedoch keineswegs das formschöne Bild, das durch die Verankerung des Stiles von Alt- und Neubau gewonnen wurde. Bevor wir nun das Innere des neu- und umgebauten Etablissements beschreiben, dürfte die verehrlichen Leser wohl eine Geschichte des Hauses 6 230 interessieren. Dieses Haus ist ein altes Anwesen mit realer Schmiedgerechtigkeit, die „Belzschmiede" genannt. Der nachweisbar früheste Eigentümer war ein Hufschmied mit Namen Hans von Asch, in dessen Besitz es im Jahre 1533 kam, „als am 22. Dezember die Klosterfrauen zur Widmung eines Findel- hauses ihr Kloster usw. cedierten". Zuvor scheint es also zu dem alten, von Franziskanerinnen bewohnten Horbruckklösterlein (6 231), das 1538 in ein Findelhaus umgestaltet und 1900 wegen Erbauung des Stadtbades abgebrochen wurde, gehört zu haben. Weitere Nachrichten über das Anwesen liegen erst vom Jahre 1585 an vor. Am 17. September dieses Jahres kaufte es Sibylla May, geb. Rembold, aber nur auf kurze Zeit: denn schon nach Monatsfrist, am 16. Oktober, ist sein Eigentümer ein Hafner namens Georg Gabler. Als weitere Besitzer folgen wieder Hufschmiede, und zwar 23. Juli 1611 Georg Fischer, 4. Februar 1635 Hans Georg Fischer, 16. Mai 1670 Georg Fischer. Darnach kaufte , es Barbara Egckhart, geb. Fischer, von welcher es am 26. März 1705 der Hufschmied Adam Georg Fischer übernahm. Am 17. Juni 1733 erwirbt es Hufschmied Johann Georg Beiz und am 21. Mai 1798 Hufschmied Gottlieb Tobias Belz. Von letzterem kaufte es am 1. April 1818 samt der realen Schmiedgerechtigkeit, sowie den vorhandenen Werkzeugen und Materialien Hufschmied Wolfgang Hahn. Aus Hahns Besitz ging es unterm 9. Januar 1828 auf Grund stadtgerichtlicher Beschlüsse vom 30. Oktober und 12. Dezember 1827 samt der realen Schmiedgerechtigkeit an Weinhändler Christian Mittler über an Zahlungsstatt für Forderungen, die er an Hahn hatte. Mittler hat das Haus indes schon am 4. September 1828 wieder verkauft und zwar an Wagner Paul Ottmann. Am 27. März 1846 erwarb es Tuchmacher Heinrich Söldner, doch wie es scheint nur teilweise, denn laut Urkunde vom 2. Februar 1848 hat er und Steinbruchbesitzer Friedrich Ottmann „das bisher gemein- - schaftlich besessene Haus" samt der darauf ruhenden realen Huf- 1 schmiedgerechtigkeit an den Kupierschmiedmeister Alois Blümel ans ) Dachau veräußert. Nach dessen Tod ging es am 29. Februar 1814 an t seine Witwe Maria Anna, Tochter des Bierbrauers König „Zum H Häring" in Augsburg, über, und als auch diese im Jahre 1879 das f Zeitliche gesegnet hatte, übernahm das Anwesen ihr Sohn, Kupfer- l schmiedmeister Max Blümel. Von diesem kauften es, wie bereits > erwähnt, 1890 die Verleger der „Augsburger Postzeitung'' lind „Neuen l Augsburger Zeitung", Adolf Haas und Joseph Grabherr, um die im » Hause 6 220 befindliche Buchdruckerei dorthin zu verlegen. Nachdem / gu diesem Zwecke ein neues Rückgebäude aufgeführt worden war, < erfolgte Mitte Oktober 1890 die Verlegung des Geschäftes. Eine ? weitere bauliche Aenderung fand im Frühling 1896 statt, indem das ? gegen Norden gelegene Seitengebäude in östlicher Richtung erweitert > wurde. Die letzte bauliche Aenderung wurde 1903 vorgenommen. ? Sie betraf ausschließlich das Vorderhaus, das die gotische Fassade, > sowie den Giebelaufbau auf der südlichen Seite erhielt. ) Und nun kam im Frühjahr 1912 die größte bauliche Aenderung 1 und Erweiterung, die das Haus je erfahren hat. H Kommt man vom Schmiedberg her, so sieht man, daß die ganzen < Parterreräumlichkeiten der imposanten Westseite von ( der völlig umgebauten, aufs modernste ausgestatteten Expedition, - die wir bereits beschrieben haben, eingenommen werden. ? Der Haupteingang zum Betriebe liegt auf der Süd- 1 feite. Treten wir ein, so sehen wir rechts das Portierzimmer, an das ? sich die F a h r r a d e i n st e I l h a l l e anschließt. Von dieser führen l einige Treppen hinab in einen großen dreiteiligen Kellerraum. > Der größere Teil dieses Raumes enthält zwei mächtige Gliederkessel ? für die Niederdruckwarmwasserheizung und einen kleineren für die > Warmwasserbereitungsanlage. In einem der zwei kleineren Räume ) befindet sich die Entstaubungsanlage, mährend der andere als Kohlen- ( lager dient. Auf der linken Seite des Haupteingangs ist die Türe > zum Treppenhause, das zu den Wohnungen des Direktors, Betriebs- ( leiters und Hausmeisters führt. Geradeaus gehend gelangt man in , den Hofraum, wo links eine Türe liegt, durch die man zu den c Druckereikontoren und den Büros des Verlags gelangt, während / rechts unter einem ansprechenden Erkervorsprung ein Portal sich 1 befindet, das in den Neubau und zu den Büros der Redaktion führt. < Iu ebener Tröe öes < liegt der Rotation smaschinensaal. Vorher waren die ( Rötationsmaschinen und die Schnellpressen in einem Raume unter- ) gebracht. Jetzt sind sie zu beiderseitigem Vorteil getrennt. Die l Schnellpressen sind im alten Maschinensaal zu ebener Erde des r dem Stadtbade zu gelegenen Seitengebäudes geblieben, nur wurden ? sie alle in einer Flucht längs der Stadtbadseite gruppiert (siehe Ab- / bildung Seite 30). Im gleichen Raum haben auf der anderen, dem ) Hofe zu liegenden Seite die Tiegeldruckpressen Ausstellung c gefunden (siehe Abbildung Seite 30), und in der Mitte des 17 Meter ) langen, 8 Meter breiten und über 3 Meter hohen Saales stehen die ) Papierschneide- und Persoriermaschine sowie andere Hilfsapparate. ( Der Rotationsmaschinensaal, ) der von diesem Raume durch einen mit Pendeltüren versehenen Glas- ( verschlag getrennt ist, hat eine Länge von 1614, eine Breite von 1314 i und eine Höhe von nahezu 414 Metern. Gewaltige Säulen mit feuer- ? sicherer Ummantelung tragen die schwere Decke, in die drei bis zu ) 80 Zentner wiegende Träger eingebaut sind. In diesem großen, hellen i und freundlichen Raume stehen zwei Vierrollen-Notationsmaschinen, ^ mächtige Kolosse von je 6,90 Meter Länge, 3 Meter Breite und / 314 Meter Höhe (siehe Abb. S. 32 u. 30). Ein Teil des Saales dient ? auch als Packraum und zur Abgabe der Zeitungen an die Trägerin- 1 nen. In beiden Maschinensälen ist noch freier Platz vorhanden. ? Neben dem Rotationsmaschinensaal liegt ? die Stereotypie, ) deren Einrichtung nach den modernsten technischen Errungenschaften ? angelegt ist, was wir in dem Aufsatz: „Von der Papierrolle bis zur r fertigen Zeitung" bereits näher ausgeführt haben. Auch dieser Saal ) ist sehr geräumig, luftig und hell; er hat eine Länge von 9,9, eine ^ Breite von 5,3 und eine Höhe von über 4 Metern. Zwischen der r Stereotypie und dem Schnellpressensaal befindet sich ^ der Schmelzraum, wo mittels eines Ofens das bereits von Setzmaschinen und Stereotypie gebrauchte Metall wieder geschmolzen wird. Von hier aus führt eine Treppe in zwei Kellerräumlichkeiten, von denen die kleinere zur Aufbewahrung der Matrizen und dergleichen, die andere als Kohlenlager dient. Die Decke dieser Räume hat die enorme Last von 178 Zentnern zu tragen, ein Gewicht, das von den Apparaten der oberhalb liegenden Stereotypie und den Einrichtungen des Schmelzraumes herrührt. Das Treppenhaus, dem eine geschmackvoll gearbeitete Treppenhauslaterne den Blick von unterst zu oberst und umgekehrt ermöglicht, ist breit angelegt und aus Eisenbeton mit Eichenholzstufen und schmiedeeisernen Geländern erstellt. Eine Gefährdung desselben bei Feuersgefahr ist so gut wie ausgeschlossen, zumal auch sämtliche ins Treppenhaus mündende Räumlichkeiten durch feuersichere Türen abgesperrt werden. Den I. unö II. Ltoclr des Neubaues nimmt dieSetzerei samt Nebenräumen ein. Sie zerfällt in zwei Teile: den 21 Meter langen, 10 Meter breiten und 611 Meter hohen, lichtdurchfluteten unteren Setzersaal, der die ganze Ostfront beansprucht und selbst wiederum in zwei ungleiche Teile zerfällt. Die größere Abteilung beherbergt die Handsetzer für die Zeitung, den Akzidenz- und Werksatz, die kleinere, durch eine Glaswand abgetrennte die Setzmaschinen (siehe Abbildung Seite 29). Neben dieser Glaswand, also in der Mitte zwischen den Hand- und Maschinensetzern, befindet sich die A r b e i t s st ä t t e der Metteure, die durch ihre planmäßige Anlage ein ruhiges und, soweit dies eben bei einem Zentralpunkt des Zeitungsbetriebes möglich ist, auch ungestörtes Arbeiten verbürgt. Ein Lager für Schriften, die nicht täglich in (gebrauch kommen, grenzt an den „Glaspalast" der Setzmaschinen. Eine offene Treppe verbindet den unteren Setzersaal mit dem oberen Setzersaal, der sogen. Setzergalerie, die ebenfalls 21 Meter lang ist, eine lichte t Höhe von etwas über 3 Metern ausweist und eine Breite von § 11 Metern hat, so daß der Gesamtsetzerraum (unbeachtet des Höhen- ? Unterschiedes) eine Gesamtbreite von 21 Metern besitzt, also ebenso ^ breit wie lang ist. Auf der Setzergalerie, die außer von den großen, ? dem Hos zu gelegenen Fenstern durch zwei Oberlichte reichlich mit < dem für Setzeraugen so heiß begehrten „Hell" versorgt wird, stehen / die Inseraten- und Beilagensetzer. Auch in dieser Abteilung wurde ) zum Zusammenstellen der Jnseratenseiten ein eigener Raum ab- / gegrenzt, der wie jener für den Textsutz, ebenfalls zweckmäßig aus- ) gebaut wurde; ein weiterer Mettsurraum für die Bei- i lagen wurde gleichfalls geschickt ausgewählt und eingerichtet. ) Ein kleiner elektrischer Aufzug stellt zwischen den Metteur- r räumen und der Stereotypie die notwendige Verbindung her. Er ) befördert die fertigen Seiten zum Zwecke des Abgießens in die / Stereotypie und von dort zum Ablegen des Satzes wieder zurück. ) Unter der Setzergalerie befindet sich außer anderem eine - praktisch angelegte Waschgelegenheit mit Warm- und Kaltwasser soll wie der Garderoberaum mit je einem eigenen verschließbaren Schrank- ^ chen für jedes Mitglied des Setzerpersonals (siehe Abbildung Seite 29). « Die gleiche Einrichtung ist auch im Maschinenraum getroffen. ^ Die Verbindung des Setzersaales mit den im Vorder- und ? Seitengebäude liegenden Büros stellt ein hufeisenförmig durch diese ? Baulichkeiten laufender, im südlichen und nördlichen Teile der Setzerei ? einmündender Gang her. An diesem Gange liegen im südlichen Trakt ? des Vorderbaues rechts ein Berich ter st atterzi in mer, das t Bureau des Telephon st enographen, ferner dieTelephon- - zentrale und der Postabfertigungsraum, links die Büros der Re- i daktion der „Neuen Augsburg er Zeitung", des Partei- i sekretärs und zwei Zimmer der Postzeitungsresak- ? t i o n, im Anschluß an die letzteren im westlichen Trakt das Bureau ( des Chefredakteurs der Postzeitung, dem das Arbeits- - zimmer des Direktors folgt, und das Bureau des Betriebs- ( leiters. Aus der anderen Seite dieses Traktes befindet sich das r Sekretariat und Sitzungszimmer. Und auf der Nord- l feite endlich liegen in dem Gange die D r u ck e r e i k o n t o r e (die ( Büros des Oberfaktors und der Faktore), die durch eine eiserne 5tock. Wendeltreppe mit dem Schnellpressen- und Tiegeldruckpressensaal verbunden sind, ferner die Zimmer der Korrektoren, das- Archiv und die Registratur, sowie zwei kleinere Papierlager für Akzidenzien. Der III. Ltoclr der teilweise den Charakter eines Mansardengeschosses erhalten hat, enthält eine wichtige Betriebsneuerung, die für die Zukunft der Zeitungen eine große Rolle spielen wird. Es ist dies die Reproduktionsabteilung (photographisches Atelier und chemi- graphisches Laboratorium), in der die Klischees zu sämtlichen in dieser Schrift veröffentlichten Bilder angefertigt worden sind. Den Ausbau dieser Abteilung zum Zwecke besserer Illustrierung der Zeitung wird sich der Verlag besonders angelegen sein lassen. In diesem Stockwerk befindet sich ferner das Klischee- und Photoplatten-Depot, die Bibliothek und eine Werkstätte. Den übrigen Raum füllen das reichhaltige Papierlager für Akzidenz- und Werkdruck sowie das Couvertlager aus. Im befinden sich ein geräumiges Rotationspapierlager, ferner ein Raum für Papierabsälle und ein weiterer für alte Zeitungsbestände. Ein großer elektrisch betriebener Lastenaufzug mit fünf Haltestellen führt durch den ganzen Neubau. Im ganzen Betrieb ist elektrisches Licht eingerichtet, wofür den Strom das Lechelektrizitätswerk Gersthofen liefert. Eine elektrische Uhranlage mit verschiedenen Zweigstellen sowie ein elektrisches Läut werk, das selbsttätig Beginn und Schluß der Arbeits- und Vesperzeit anzeigt, sind ebenfalls praktische und zweckmäßige Neuerungen; desgleichen das Haustelephon, das die rascheste Verbindung der verschiedenen Abteilungen ermöglicht. Die Gas- und Wasserleitungen, die zum Betriebe der Setzmaschinen nötig sind, wurden unter dem Boden angelegt. Die Gase werden durch einen Exhaustor in den Kamin befördert, durch den sie entweichen. Ein prächtiger H o f wurde gewonnen durch den Wegfall der Galerien und Verbindungsgänge am alten Hause und durch die Beseitigung des weitvorspringenden alten Daches. Auch vom Hose aus spricht uns das architektonische Bild, das durch Erker, Loggien und reizende Gruppierungen geschaffen wurde, äußerst anheimelnd an. ( Aus dieser Beschreibung geht hervor, daß dem Literarischen ? Institut von Haas L Grabherr, der „Augsburger Postzeitung" und § der „Neuen Augsburger Zeitung", durch den schwierigen und teuren r Um- und Neubau ein neues Heim erstanden ist, das schon äußerlich l eine Zierde des Stadtbildes genannt werden darf und das im Zu- ( sammenhalt mit der völligen Um- und Neugestaltung des Betriebes c und der doppelten Ausgabe der Postzeitung ein Zeitungsunter- ^ nehmen darstellt, das zu den bedeutendsten nicht nur in Bayern, ? sondern weit darüber hinaus gezählt werden kann. Es ist ein Werk ? für lange, lange Zeit, das damit geschaffen wurde. / Dem Direktor der Firma, Or. H. R i n k, gebührt unstreitig ) das Verdienst, mit kühnem Unternehmungsgeist, zäher Ausdauer / und einem geschulten Weitblick für die Bedürfnisse und die Expan- , sionsfähigkeit des Unternehmens dieses aufreibende, mühe- und < sorgenvolle Werk begonnen und in verhältnismäßig kurzer Zeit ) glücklich zu Ende geführt zu haben. Was für endlose Beratungen, ? Kalkulationen und Spekulationen zu seiner Durchführung not- wendig waren, davon können sich nur wenige einen Begriff i machen. Ein nicht geringeres Verdienst gebührt den übrigen < Gesellschaftern der Firma, die sich in vollem Verständnis für die hohe ) Bedeutung einer leistungsfähigen Presse in unseren Tagen bereit- ? willig zu den schweren Opfern, welche das große Werk erforderte, < entschlossen haben. / Die Entwürfe zu sämtlichen Um- und Neubauarbeiten < stammen von Architekt (B. D. A.) Hans S ch n e l l - Augsburg, dem ) auch die ganze Ausführung übertragen war. Kunstsinn und hervor- ) ragendes technisches Talent kamen bei seiner Schöpfung gleicherweise ^ zur Geltung; mit großer Umsicht und schätzenswertem Können stand ) ihm Bauführer Hans Rudolph zur Seite. ? Sämtliche Bauarbeiten, die — Gott sei Dank! — trotz der ( teilweise nicht unbedeutenden Schwierigkeiten ohne Unfall ausgeführt ) werden konnten, machen den daran beteiligten Firmen große Ehre § und geben rühmliches Zeugnis von ihrer Gewissenhaftigkeit und - Solidität. ? So steht das imposante neue Heim der „Augsburger Post- ( zeitung" und „Neuen Augsburger Zeitung" und sein neuer muster- ? gültiger Betrieb vor uns als ein Werk tatkräftigen Weitblicks, guten < Willens und ehrlichen Menschenfleißes. / Möge Gott es in seinen Schutz und Schirm nehmen und behüten 1 immerdar! III. Stock. Waschküche,,, Bodenkammer Privat-Wohnung. Maximilianstr. B 5-7 :: „Goldene Traube" :: :: Telephon No. 360 :: Augsburg Maximilianstr. B 5-7 :: „Goldene Traube" :: Telephon No. 360 Feste Preise! 01 Ifö u l/i v a 01 c Ol cn 'S fN Reelle Bedienung! rrr Vrr m_.irr rrr rrr mBMnsssmEsm* S. QÜTtf/SVflNN Reelle Bedienung! Feste Preise! Modernes Geschäftshaus für Damen- und Mädchen ■ Konfektion Kleiderstoffe ■ Seidenwaren Leinen- und Baumwollwaren Weifswaren - Wäfdie =■ Ausstattungen Herrenwäfche Kragen Manfdietten Krawatten Herren-Anzugstoffe ■ Teppiche Gardinen Linoleum Innendekorationen EINE Ä'JSSTEkCUNC Constantin Bertele Hoflieferant Seiner Kgl. Hoheit des Prinzen Ludwig von Bayern Philippine-Welser-Strasse AUGSBURG Bürgermeister-Fischer-Strasse = Spezialhaus für Delikatessen und aller Artikel für die feine Küche. Weinhandlung mit sehenswerten Weinstuben Auswahlreiches kaltes Büfett. Telephon 758. Reine Weine. Prompter Versand nach auswärts. Preiscourante gratis u. franko zu Diensten. — Prospekt zu Diensten. — in verschiedenen Preislagen (von M. 2.00 bis M. 3.20) versendet Pfarrgut Käst, Stadtpfarrer. unk IfomoeopittljtfdRt tit ßdvctttttett fokalen. g(iem. ßaßfcrtof. u. mikvoßopifdje 'gittterfud)utt« c *»« S V/ vT_ 3VH_ Braun K. B. Hoflieferant Bamberg, Karolinenstrasse 12 Papiergrosshandlung — Papierwarenfabrik Spezialität: .. Feinste Kanzlei- und Konzeptpapiere — Aktencouverts eigener Herstellung Beste Briefpapiere usw. Goldfüllfederhalter in hervorragenden Qualitäten Auswahlsendungen stets gerne zu Diensten. Gegr. 1811. Telephonruf 96. aa a a aa aa a a a a a a a ■ a a a a & ■»*’ ’«7*«aaaaBBi ‘ **aaaaaaBi laaBaaaaaaaaBaBBaaBaBaBaaaaaBaaa M BBBBBBBaBBaBBaaBBBBBaaaaBBBBal* % .«t * ... •••» Unübertroffen billig habe ich mein Lager überaus reichhaltig mit allen Neuheiten .'. ausgestattet und empfehle in tadelloser Verarbeitung Damen-Jaquetls, Kostüme, Blusen, Röcke, Wetter-Kragen, Herren- und Knaben-Anzüge, Hosen. iy| ■ | wie Beftladeiij Ma tragen, Schränke, Vertikos, Tische, Stuhle, I lULIcl Sofas, Diwane, Küchenmöbel etc. Betten und Bettfedern Kinderwagen ®® Sportswagen e»» Leiterwagen Kredit Aufmerksame Bedienung und strengste Verschwiegenheit sichert zu Ludwigstraße 190 nächst der Hauptpost. alles auf unter denkbar günstigen Bedingungen. Alte Kunden ohne Anzahlung 1 Stockhaus-Brauerei | 2 VIKTOR SEEWALD, AUGSBURG $ • » ♦ Telephon 709 empfiehlt Telephon 709 ^ s vorzügliche | | Lager- und Exportbiere | 2 hell und dunkel 2 $ in Flaschen und Gebinden. \ Spezial-Geschäft für Fischerei-Geräte und Netze Fluss- und Seefischhandlung lack, Augsburg Schlachthausgässchen, neben der Fischmarkthalle, C 194 Telephonruf 2182 empfieh 1 sein reichhaltiges Lager in Telephonruf 2182 Angelruten, Angeln und Fischnetzen aller Arten sowie sämtliche Zubehörteile etc. etc. (Ein einiger üerfud) tüirö 3bnen beioeifen, öctfs Sie oon Cifal-23leid)|oba nur ßalb fouiel als oon gewöhnlicher 'Bleicbfoöa brauchen. = Sic fparen alfo 50%. •- Cifal-Bleicbfoba Ift carcintiert rein oon Chlor unö fctyäblicfyen Beftanbteilen. Preis 15 Pfennig. Ueberall 3U haben. Gegr. 1SG0 Gegr. 1809 Empfehle mich den hochw. Herren Geistlichen in Neuanfertigung kirchl. Geräte und Gefässe in allen Stilarton nach eigenen oder gesandten Entwürfen. ♦ Spezialität: Feuer- vergoldung und Versilberung unter weitgehendster Garantie. Fachgemässe Renovierung alter Kirchengeräte und Gefässe. Hohe und höchste Referenzen. Augsburg, Mauerberg C 144. Präzifion und 2 uuerläfri 0 Keit der IDerKe eieganz und dedteoenbelt der eeftäufe lind die üorzüge meiner Utnren mein Lager darin bietet die 0rößte Auswahl in allen Sorten mehrjährige öarantie Streng reelle Preife ]n Juwelen, 0old* und Silberwaren reidibaltlges iager oefdjmadwoller neubeiten Anton 2iegler, &S; Uhrmacher der Sternmarte Bamberg Celephon 833 Bamberg Langeftr. 28 röers Konoorfafionsi nIMiilMliiimiiiiiiiimiiiiMnillliiliiiiiiiiiMiKiiiiMiiminculiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiimiiimiimmiiiiiiiiiiiiiiiiiimuminmmiiMiniiiiiiiiiiiimi? Bamberg Gegr. 1646 Gegr. 1646 empf. la. Wachskerzen, garantiert rein, sparsam und schön brennend, Kommunionkerzen, — Wachestöcke, — Ewiglichtöl, — Guil- londochte, — feinst. Weihrauch zu billigsten Preisen. Prämiiert: Landes-Ausstellung Nürnberg 1896. iimiumiHtitttfiimiiuiaiiiiimiiiuiiiimti ■an ■KMUISBSB Forfunabräu flugsburg“»«. 5 “ Ausschank von prima hellem und dunklem Lagerbier. Forlunabräu - Flaschenbiere, hell und dunkel (Brauerei-Original-FüIIung). Forlunabräu-Flaschenbier-Versand(Thum & Färber) Zu beziehen durch: Telephon — 812 . — Empfehlenswerte Werke aus dem Verlag des Iiiterarischen Institutes von Dr. Ita Hohler (M. Seitz) Augsburg, Domplatz. Grundl Dr. P. Beda O. S. B. Das Neue Testament unseres Herrn Jesu Christi nach der Vulgata übertragen und mit Erläuterungen versehen. 6. Auflage. VIII u. 711 Seiten mit 3 farbigen Karten. Neues schmales Taschenformat gebd. Mk. 1.—, bessere Einbände Mk. 1 60, 2.—, 2.50. Neue Besuchungen des allerheiligsten Sakramentes unter Zugrundelegung des Hohen Liedes. In Leinen gebd. Mk. 1.50. Ein Werk von großer Gedankentiefe und hohem Feuer der Begeisterung und Liebe zum Allerheiligsten. Steigenberger Max, geistl. Rat. Die Friedensbrücke für getrennte Christen. 2. Auflage. Mk. 1.20. Grundl Dr. P. Beda O. S. B. Das Buch der Psalmen. Für das deutsche Volk bearbeitet und mit kurzen Erläuterungen versehen. Nebst den in kirchlichen Tageszeiten gebräuchlichen Lobgesängen. Taschenformat. Neueste Auflage. Geb. 60 Pfg., in Leder geb. Mk. 1.20 und 1.50. Grundl Dr. P. Beda O. S. B. Dasselbe. Ausgabe B. Mit lateinisch-deutschem Text. Mit sämtlichen deutschen Anmerkungen. Geb. Mk. 1.50 und 2.—. Wagner Georg, Stadtpfarrer. Jesu Testament. Fastenpredigten. 2. Auflage. Mk. 1,— Wagner Georg, Stadtpfarrer. Der Modernismus. Kanzelreden. 85 Pfg. Die Predigten des so beliebten früheren Dompredigers sind Meisterstücke deutscher Stilistik und guter Homilien. Der Reinertrag ist für das Kinderheim des Fürsorgevereins bestimmt. Grundsätze u. Maximen des hl. Vinzenz von Paulo. Dritte Auflage. Preis geb. in Halbleder Mk. 1.30. Inhaber: Walter GrUndler AUGSBURG Obstmarkt D 7111. Tel. 1993. Cafe National iges «euer mr awm lür kiinsllidi. Zalmersiilz. Schonendste und gewissenhafte Behandlung. Leichteste Zahlungsbedingungen f Fm il Val Speziallmliir Kern-Moden Augsburg Riedingerhaus Karolinenstr.D83. V_ J ^TfTiirrriTTTTTiiTTiiTtmTtiitTiriTfTTnTTrr J Hans Wunderer -- Rote Top-D rogerie ■ — - Drogen, Kolonial- und Farbwaren Hauptgeschäft: b. Roten Tor. — Filiale am Milchberg. Spezialität: Kaffee — en gros — en detail — eigene Rösterei und Feigenkaffee-Fabrikation. Beste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Reelle Bedienung. — Telephon 1955. — Billigste Preise. Reichhaltiges Lager in Tee, Kakao, Weinen and Zigarren. Ausserdem noch 2 weitere Spezialartikel: „Nissol“, allerbestes Mittel gegen Kopfläuse und Nisse, Flöhe und Wanzen. „Kleopatra“, vorzügliches Haarwuchs-, bezw. Haarkräftigungsmittel. ftärffter Stonftruftion, feuer= unb eiitbrudiftdier, besgleidien Tabernakel u. Opferstöcke empfiehlt ju ben biHigften Ißreifen Xaver WeiJI Kassenfabrik Augsburg, H 245. Bürgermeister^Fischer^Strasse B 220 Hauptsitze: Dresden — Berlin. Aktienkapital: 200 Millionen Mark. Reserven: 61 Millionen Mark. Schmiedberg unten C 229, neb. d. Stadtbad, nach der „ffeuen Augsb. Ztg.“ Entgegennahme von Bareinlagen auf tägliche, 1-, 3-, 6- und ^monatliche Kündigung; die Zinssätze werden auf Anfrage mündlich oder schriftlich mitgeteilt. Verwaltung offener Depots (Vermögensverwaltung) unter Besorgung aller hiermit zusammenhängenden Arbeiten gegen mäßige Gebühren. Aufbewahrung von geschlossenen Depots | in teuer- u. einbruch- Vermietung stählerner Schrankfächer f sicheren Gewölben. Scheck-Verkehr. Führung provisionsfreier Scheck-Rechnungen. Iiont«i-Iiorrent-Verkehr. Eröffnung laufender Rechnungen mit und ohne Kreditgewährung. An- und Verkauf von Wertpapieren an allen Börsenplätzen zu kulantesten Bedingungen; Erteilung fachmännischer Auskünfte. Einlösung von Coupons, Dividendenscheinen und verlosten Effekten. Ausstellnug von Special- und Welt-Circnlar-Creditbriefen auf alle bedeutenderen Plätze der Erde. Besorgung aller sonstigen bankgeschäftliche:! Massnahmen. Nähere Aufschlüsse werden gerne erteilt und die Bedingungen für sämtliche Geschäftszweige auf Wunsch zugesandt. Die Bank beobachtet strengste A T erscliwiegenheit in allen Vermögensangelegenheiten, besonders gegenüber den Bentämtern und anderen Behörden. Nur erstklassige Fabrikate, zu (lenkbar billigsten Freisen. Kinderwagen, Qloriawagen, Klappwagen Puppenwagen Kinderkörbe auf Gestell Reisekörbe eiserne Kinderbettstellen Lehnstühle mit Klosett ^ feine Korbwaren Puppen, Markttaschen. ^ Solideste Ausführung von Reparaturen. C. — .~X.. --J &i\\; loffei Damenu^nder direkt dfl Private! Stets das Neueste in prachtvoller Auswahl riurrh sofort kostenlos und ohne Kaufzwang! Tuchaussfellung Winipfheimer & Cie. Augsburg /®* 0 r, , ^3 (iarrl)öett, bet ft o -J CU o Ol (U Reichhaltiges Lager in Weiss-, Rot- und Süss weinen in Fass- und Flaschenfüllung Weiss- und Rotweine per Ltr. von 80 Pfg. an ohne Glas Naturreine Franken- und Pfälzer-Her-Weine Auswahlreiche Frühstücks-, Mittags- und Abendkarte. jeden Samstag Schlachtpartie. Geneigtem Besuche sieht entgegen: Jos. Mayer Nachf. inh. Cg. Müller. Versand nach auswärts in Flaschen und Gebinden. Das Bischöfl Convict zu Dieburg (Hessen) bei der Höheren Bürgerschule (7klassiges Progymnasium und Realschule mit Berechtigung) nimmt kath. Knaben vom vollendeten 9. Lebensjahr an zu Ostern und im Herbst auf. Gesundes, ganz frei vor der Stadt in überaus gesunder Luft gelegenes Haus, kräftige Verpflegung, gewissenhafte Aufsicht, wohlwollende Behandlung, eigene Flußbade- und Schwimm-Anstalt, Badeeinrichtung im Haus. Nähere Auskunft durch den geistl. Rektor Professor Engelhardt. Paskal- Jogurt Ein Kräftigungs- und Nährmittel für Jung und Alt Zu haben: Augsburger Molkerei Dominikanergasse. Prinz Ludwig Quelle | Tafelwasser allerersten Ranges, eisenfrei. | Färbt Wein und Spirituosen nicht, Hauptniederlage für Schwaben und Neuburg: MoIF.Sr.Kgl.Hoheit [des Prinzen Ludwig v.BayeritJ Joh. Nep. Glogger Nachf. Mineralwassergroßhandlung Tel. 371 AUGSBURG Gegr. 1806 Spezialgeschäft für diätetische Getränke, Fruchtsäfte etc. ■■ ■■ ■■ ■■■ ■■■• ■■■ ■■■ ■■ ■■ ■■■■ ■« ■■■■ ■ ■ ■ ■ m m m m w m ■ ■■■ ÜANSSalNEk b.d.a. ARCHITEKT BDA - AUGSBURG HERMANSTRASSE 1 TELEPHON 710 W. jJraDatsch, Augsburg Schreinerei u. Parkett=Fabrik Telegr.: Bradatsch, Augsburg :: Telephon 2337 Fabrik für alle Bauschreiner-Arbeiten; Spezialität: Fenster u. Türen aller Systeme. Parkelt- u. Riemenböden jeder Art. Spezialität: Holz-* ' ‘ ' D. R, C. M. Nr. 190739 ab g. auf feste Unterlage in Mörtel verlegt - Prospekte auf Wunsch. - Bester Holzfussboden für starke Benützung, sehr warm, schalldämpfend und von fast unbegrenzter Dauerhaftigkeit. UEBERNAHME VON PROJEKTIERUNGEN ALLER IN DAS BAUFACH E1NSCHLAE- G1GEN ARBEITEN. m Biwus & Burkhard Juweliere, Gold- u. Silberschmiede Augsburg. Größtes Lager in Juwelen — Gold- und Silberwaren — Bestecken. In Brillant-Schmuck Gelegenheitskäufe. Neu aufgenommen: Uhren für Herren und Damen, nur erstklassige Fabrikate. — — Uhrarmbänder. Spezialität: Uhrketten in echt Gold, echt Silber, Tula und Gold-Double. Verlobungs- und Trauringe. Moderne Kolliers mit Halb-Edclsteinen. Emaille-Schmuck. — — Cliiknadeln. Stets Neuheiten in Hochzeits-Geschenken und Sports-Preisen. Tatel-Anlsütze, Becher, Pokale, Bowlen, Yasen, Jardinitren, Schalen, Kaffee- und Tee-Services, Kristall mit Silber, Genre Cadinen etc. etc. Antike Silberwaren Silber-Taschen — Silber-Börsen — Silber-Bügel. Tafel-Bestecke für Braut-Ausstattungen in echt Silber u.Alpacca schwer versilbert. Bestecke und Tafel-Geräte für Hotel und Restaurant — in Christofle und Berndorfer Alpacca-Silber. — Niedere Preise. Aufmerksame Bedienung. — Telephon 2142. — m fr I riS I ä Pfaff- Nähmaschinen nur bei ehr. JÄüllers JlachJ. Inh : Fritz Strunz — Annastrasse D 233. — Telephon 2327. Besichtigung mein. Lagers ohne Kaufzwang erbeten. Teilzahlungen gewährt. Isias a I I Uhrmacher u. Uhrcnhdlg. Moritzplatz B 265 Eingang Philippine - Weiserstrasse empfiehlt sein grosses Lager sowie Reparatur - Werkstätte mm uim losmnmiige uner elektrisclie Mmanlagen ijralis. «HE I TiJ Jffil I eidil «i Gemeinnüfjiger für • Augsburg • urjd.,Urzig ebu n.q LU........................ . . . E.v;, Obsimarkt D 70 Billige Bezugsquelle für Telephon Nr. 2829 IDie Augsburg empfiehlt sich zur prompten u. schnellen Besorgung von : Reiche Auswahl von Gebetbüchern, Missale, Brevieren, Horae diurnae etc. Blumenliandlung, Kranz- u. Bukettbinderei Wollen Sie für Ihr Geld etwas Gutes haben, dann kaufen Sie Saxonia- Dauerwäsche. ! Kalt abwaschbar, 1 die beste der Welt! Nur zu haben: gegenüber der ; Ich wasche selbst! Königlich. Filialbank. Tel. 1827 C 21! Tel. 1827 Falirrailliandlung Reparafurwerkslätle. Allein-Vertreter der allbekanntlich besten, beliebtesten u. vornehmsten Marken der Gegenwart. Mars Phänomen Ausserdem führe ich eine Prima Spezial-Maschine staunend billig. Gebrauchte Fahrräder nehme ich stets in Zahlung. Auf Wunsch Teilzahlung Reparaturen jeder Art liefere ich sofort bei billigster Berechnung. Herren-u.Damenräder werd. auscjelelint. { ~\ "A Otto Schiele, Bankgeschäft, Bamberg Langestr. 2, nächst dem Gr. Markt Telephon Nr. 315 Postscheckkonto Nbg. 3737 empfiehlt sich zur Erledigung aller in das Bankfach einschlagenden Geschäfte unter Zusicherung streng reeller, kulanter und zuvorkommender Bedienung bei unbedingter Verschwiegenheit. Zur soliden Kapitalsanlage sind die für Stiftungs- u. Mündelgelder zugelassenen Wertpapiere stets in beliebiger Stücke-Einteilung auf Lager. — Auch sämtl. andere Effekten liefere ich billigst Vinkulierungen erfolgen binnen weniger Tage kostenlos. Bei Käufen und Verkäufen von Effekten erfolgt bei mir eine unabhängige, die Interessen a a a a der Kunden wahrende, fachmännische Beratung. a « a « Coupons werden einige Wochen vor Fälligkeit eingelöst und die Verlosungen dauernd a s a a genauest kontrolliert. « a a « Leop. Siegle Gummi-, Guttapercha-, Asbest- und Celluloid - Fabrikate g-egrr. 1S72 larDüienslrasse 161«. 66 A.XJ GrSBTJR.Gr - Telepltnn - Nr. 12 - empfiehlt als Spezialitäten in reichster Auswahl zu billigsten Preisen: Chirurgische Artikel, Verbandstoffe Haushaltungsmaschinen, Haushaltartikel för alle Arten von Betrieben Sport-Artikel Reise-Artikel Spielwaren Toilette-Artikel, Lederwaren. Johann Hosp Bau- und Betongeschdft für Eisenbetonbauten Technisches Bureau: Augsburg Hl. Kreuzstrasse F 386 Telephon-Nr. 172 = :: Sortierwerk :: :: Neusäss bei Augsburg Telephon-Nr. 468 as Projektierung und Ausführung von Hoch' und Tiefbauten jeder Art- Anfertigung von Plänen, Voranschlägen, statischen Berechnungen, Gutachten etc. etc. Leistungsfähigstes, der Neuzeit entsprechend eingerichtetes inronrii Lohwald (Ottmarshauser Sandgruben) Eigenes Anschluss-Geleise an die Lokalbaljniinie Oberliausen-Weiden. \ Autogen Schneiden : : Autogen Schweissen Kunstschmiede ■ ■ ■ Bauschlosserei Ruf-Nr. 2202 Augsburg Schmiedgasse C 220 32, :: Eisenkonstruktionen, eiserne :: Gitter, Türen und Tore, Ladenstöcke, Auslagekasten in Messing, Dnvana und Eisen, Kunst- schmiedearbeiten, Beleuchtungskörper etc., hydraulische Tür- :: :: :: :: schliesser :: :: :: :: Glashäuser und Photo.-Ateliere, Wellblechhäuser u. Abdeckungen, Anschlagearbeiten, Massenartikel in Blech nnd Draht, Reparaturen aller ins Fach einschla- :: genden Arbeiten, elektrische :: :: :: :: Vernickelungen. :: :: :: 3n jedes noiooiidoe Saus gehört Me Mrlerle SomilieiuetfM ©eutfdjer $>ausfd)at} 40. Jahrgang. tg® DftoBer 1913 6t§ September 1914. 31 e bi giert oon C. Drcinsfelb. Q Uei iDtouatlid) 2 Seite itn Umfang non je 48 Seiten Xejt. Sßreiä bes fQefteä 30 ißfg. be§ 3 aljrgange§ burdi bie ^oft s JNf. 7 . 20 , Mrett unter StreifbanD fDtf. 9 . 60 . '.Probeheft auf SSunfcö gratis uttb franto. S 3 efteHungen nimmt jebe 33 ud)banblung unb Sjjoftanjtait entgegen. Uerlag oon yrieörid) Pu ft et in 3 ?egensburg. lllBUl l!Q fiSSSPSi IriUUUyUUUUUUUUUUUUyUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUHUUyUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUtfUUUliliUUUUUUb: i Julius Westheimer | S E i 3 L __ |mmI|hw|m Ecke Karlstrasse und Kesselmarkt e 3 § .:— - Parterre und I. Etage —, — ■ [ s En gros Telephon Nr. 561 En detail £ i Spezial- Hans l 1 für Weiss=, WolK Strumpf= und Baumwollwaren | ] Damen-Blousen, Unferröcke, kstaer-lrlM, Wagen, Herren- und Hl- und Baumwollgarne I | | Grant Rabattmarken. | Bekannt billige u. gute Bezugsquelle für Wiederverkäufer! | Grüne Rauaiimarken. | £ annnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnniinnnnnnnnnnnnnnHnnnHnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnni'innnnnnnnnNnnnnnnnnnnnR Rasche Befreiung von Glieder-, Gicht-, Rheumatismus-, Ischias-, Gelenk-, Knochen- u. Rücken- :: :: :: schmerzen etc. :: :: :: erreichen Sie cLuroli meine vorzüglich bewährte Methode. Sende auf Wunsch gerne Gratis-Bro- schüre mit erläuterndem Text u. vielen interessanten Dank- und Heilberichten. C. Wirth, Augsburg Atelier für kirchi. Kunstmalerei u. Architektur GebrüUd* Haugq :: :: OTTOBEIREN im Allgäu (Bayern) :: :: Kempterstrasse :: .: :: Gegründet I 90 Q ;; :: Telephon 20 Künstlerische Ausmalung von Kirchen in jeder Stilart. :: Herstellung von neuen Deckengemälden in At-Fresko nach eigenen und gegebenen Entwürfen. :: Ausführung von Dekorationen in Ai-Fresko, Ai-seeeo, Kalk, Gasein und Tempera. :: Herstellung neuer Altargemälde und Kreuzwege auf Mauer, Leinwand, Holz und Kupfer :: Hioslegen Ubertünchlcr Fresken und Restaurieren derselben. :: Restaurieren defekt gewordener Fresken und Oetgemätde. .. Fassen von Altären und Statuen in allerfeinster, nur künstlerischer Ausführung, dabei billigster Dereehnung und grösster Haltbarkeit mit langjähriger Garantie. Spezialität: Figuren- und Ornamentmaierei in Ai-Fresko, sowie Hersteilen von künstlerischem Polier-Marmor. :: Un veränderlichkeit der Farben. :: Von keiner Konkurrenz Ubertrolfen. Ob. Ilreai F 359 , II. Stock. Sprecltzeil v. 8 bis I Dbr. Ob. Kranz F 359 , II. Stack. Mineralbad Ditzcnbach (Württemberg). Ein Juwel unter des Schwabenlandes vielgerühmten Bädern. Ein wahres Erholungs- und Genesungsheim zu jeder Jahreszeit, darum das ganze Jahr geöffnet. Besondere Vorzüge: Herrliche Lage: 509m ü. M., in sehr gesundem Klima; in einem der schönsten Täler des schwäbischen Jura. Hochromantische Umgebung. Park und Fluss beim Haus. Abwechslungsreiche, ausgedehnte Spaziergänge durch’s liebliche Filstal und auf waldbestandenen Höhenzügen. Heilkräftige, radioaktive Mineralquelle m. bedeut. Kohlensäuregehalt. Seit Jahrhunderten erprobt bei Stoffwechsel - Störungen, Nerven-und Herzleiden. Bade- und Trinkkuren (Ditzenbacher Sauerbrunnen u. Jurasprudel). Ausgezeichnete Verpflegung durch Barmherzige Schwestern. Komfortabel eingerichtete Kurhäuser mit Kursaal, Lese-, Gesellschaftszimmer, Veranden, Liegehallen, Spielplätzen u. s. w. Zwei IBa.d.elxä'u.ser. Zentrale Lage: Bahnstation nahe der Hauptlinie: München Augsburg Ulm Stuttgart 4 Stunden 3 Stunden l 1 /, Stunden 2 Stunden Seiir mässis-e Preise! Illustrierter Prospekt gerne zu Diensten, Badeverwaltung Oitzenbach, Württbg. &-M Entwürfe stehen zu Diensten. Feinste Referenzen. Hostenvoranseh/äge gratis. Das beste der rein natürlichen Tafel-Wasser ist und von unübertroffener Qualität um - Unser Tafelwasser verbindet mil seinem Wohlgeschmack die hervorragende Eigenschaft, dass es bei der Mischung mil ===== Wein denselben niemals verfärbt. ===== Niederlagen werden überall errichtet. Schwab. Jura. Optiker Hartin Spezial ■ Geschäft einschlägigen Artikel Reparaturen fachgemäß Spezial-Leinen- und Wäschehaus Solide Bezugsquelle für Leinen, Baumwollstoffe, fertige Wäsche, Wäsche nach Mass S. Durner vormals A. Fritz Augsburg ♦ Obstmarkt D 70 Grüne Rabattmarken Räumungs-Verkauf n it grossei Preisermässigung Schuhwaren < on welche durch den Umzug im Ansehen etwas gelitten haben. Selten günstige Gelegenheit , so billig zu kaufen! JosefMayer , Schnhwaren-Lager Philippine-Welser-Strasse D 16/17 (Scliaxelliaus) nächst dem Eiermarkt. Verkaufsräume: Wertachstrasse 1 und Innere Uferstrasse 1' Beste Bezugsquelle für solide, preiswerte Möbel in feinen und einfachen Formen. Ständige Ausstellung von :: :: 30 Musterzimmern. :: Besichtigung höflichst erbeten. □1[ä1f51[ä1a1[ä1a1[51 ' ä1[ä1fä1a1S1 P Qp1 a1n1[ä1'ä1n !g][Il[Il q][p]'ä][l]P.[l][l][g]!lMl 3 n jedes Sous oefjörl die 11 tltoitifa u <^eitfd}rift für fathol. ZITütter u. Ipausfrauert. Säörlidj 52 iftuftr. Stummem mit ber Utcigigen, ifluftr. ©rati§= Beigabe „Sdntpcitflcr für Äinber. IW“ Organ aaljlvcicöer djrift* lieber ÜJtiitterbercine- SBott brei Zapften flcfcgnet, Pott tttcbrcrcn sßifd)öfcn, änltlmriictt (ftctftlidtctt ttttb tttt^äbligcn bcgciftcrrcn ilbonncntcit & cd 3tt= «ttb Stitdlnitbcel tucitinftcnS ctltpf 0f)( ctt. £ner nur ein haar Urteile: „(fin fdjönered »-nmiticulilntt tan« ich mir nirf)t beitfen" SBalbecf, in „'Konatfcfanit f. t. Siehreriimeii"). — „'Sie npoitoliid) luirtenbe ,99tonifn'" (SBiidjof Dr. fjaulbabcr in ©peijer). „,SWto«ifa' bat iitirfj gernbeju begeiitert" (3o[). üangthaler, reg. £hnr= tierr in ©t. giorian). — „.iWJcmifn' iit baS gebiegenfte nller fatb’uttfrfjett £?nmtlienOl(itter" (9Sfarr. 9Jt S. in iß ) — „(fine beiiere JyrancnäeiP frlirift ift bis jebt nah) nicht aufgeftaubett, braucht es auch nicht, bn bic ,iWiontfn' bett echten .finnsirauen alles bietet, maS fte nötig haben jnr altgemeinen öelel)titng"(?lnjeigcblatt fiirDenfatl). StIeiu§,i)3nDcrborn. „©eit ^al)ren bin ich 'Utonita^Seferin unb nufere .Ü'iuber eifrige ©chuijengehSeier. ÜStr möchten bie beiben Slätter nicht mehr ntiffen. 28a§ mir bte , s JDtoinfa‘ ift, tanit ich, eine einfache grau, gar nid.it ausbrüefen. 3ch hebanre mir, fie nicht eher getaunt ja haben! Eb’enfo mein ffltann, ber, Weil er mein and) für ihn fßaffenbeS barin finbet, fie fo gerne lieft Wie id)." grau B. iit SJ. „ghre TOoben=33iiber unb =9(rtitei finb ungemein prnftiidi unb reich= haltig, ber fßreiS für ©dinittmufter ift fehr billig. SBir üeierinnen fönnett Sbnen nur banten für biete Einrichtung, meldje felbft fchon größere Sin= fpriiehe an gefdimactnoUe, foiibe Reibung befriebigt." Srau M. Sch. in S-rctbttvg. „fDteiit fDtamt, ber ehangeliftf) ift, muß ieben ©Dimtag fein föionifa* blätteben haben. 3)a§ SQIatt — meint er — fönnte gar nicht teuer genug begaplt roerben, io eilt gutes Sölatt fei e§." grau K. in Ö. Ser nufjcrorbcntlid) billige SlbonnemcntSurciS Pott nur 91t. 1.50 (nebft Bufteilgebübr) pro önlbjabr ermügiidft mof)( jeber Familie bereu Slnfcfiaffung entmeber burrf) bic iltoft, burdi beit SBucbfjanbct ober bireft ooin SBcrlag ButOOandiuna £. Huer in DonoumOrtQ bon iuclrfier fUrobemtmtncrn gratis unb fraitfo 3U baben finb. □1[51fn1f51fäl[n1fn[nH a1 fä]fa [alDl fa1[äi!alfäifä1[ä1[ä1fd]lai[n1f5i[ä1!n1fa,[äl[51[g[51[ä1f51[n1[n iHnlfallalfalfal 1 □ ifälfälfa ifalalafälfälalall □ II □! alloll □ II □ H □ |[a1fa1f51[alfair51fDlla1fa!Dlfa1fDl[n1(a',fa1fa1fal[alDla [alfalfalfallalfa,[□¥□¥! I I Mafchinenfabrik Augsburg^Nlimberg A.G. Werk Augsburg Eine nie vertagende Referenz der Augsburger Buchdruckmafchinen IXT das Urteil der Fachleute, die fich der Augsburger -*\_—— -V und m ■r^ ■A ^-\ V V-\ Augsburger FlacKdnjLCk.iTi£i£ci|\ineii. bedienen. Befragen Sie diese Fachleute und Sie werden das günffige Urteil über Augsburger Buchdruckmafchinen beffüfigf finden. I I Dal fei R9 i xx ♦ ♦ xx *« tei fc ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»♦»« Kröll Augsburg Philippine -Welser-Strasse Annastrasse. Spezialhaus für Ausstattungen und Innen'Dekoration Möbelstoffe ■* Teppiche ■* Vorhänge Linoleum -* Tapeten -*• Korbmöbel Leinen- und Baumwollwaren -*> Wäsche Betten und Bettwaren -+ Herrenwäsche Sportartikel ■* Glas ■+ Porzellan ■* -* Kristall- und Luxuswaren, -** Muster' u. Ansichtsendungen, sowie Kostenvoranschläge bereitwilligst. Zum Besuche unseres Geschäftslokales — zwei ehemalige Fuggerhäuser —, einer ^ Sehenswürdigkeit Augsburgs, laden wir, ohne jeden Kaufzwang, höflichst ein. ^ xx xx XX n XX II 1 xx tx 4 g