i - . Der so nöthig aiS nützlichen Dritter Theil. dem nicht nur ein kurzes Verzeichnis von den vor- nchnistenJubelschriftcn, sondern auch eine ausführliche Nachricht, rbie dieIubelfeyer hier und da begangen worden, und alsdenn die Fortsetzung der Buchdrucker-Historie vorgesetzet ist- Mit denIubelmüntzen und vielen andern Kupfern ausgi zieret. Leipzig, zu finden bey Christian Friedrich Geßner, i?4i. Zuschrift An alle Herren Buchhändler in Teutschland. nicht, aller-» ftits Hochgeehrteste MWM Herren, daß ich meinen HMMM^ dritten Theil meiner fo MAMM, nöthig als nüzlichen Buchvruckcrkunst mit einer Zuschrift an euch anfange. Gelehrte, Buchhändler und Buchdrucker haben in vielen Stücken eine genaue Verwandtschaft mit einander. E6 befördert einer deö andern Nuzen und Vortheil, nach Beschaffenheit der Umstände, worinnm wir heut zu Tage leben, ungemein. ):( ^ Die Zuschrift. Die Begierde immer zu lebend und nie zu sterben unterhalt dieses Band. Man hat zwar ehedessm vkle Mitte! ersonnen, nicht zu sterben, sie waren aber alle nicht hinlänglich. Anfänglich wollte man den Tod durch Arzney und Krauter vertreiben. Wie wenig aber dieses Mittel geholfen, bezeugt die untrügliche Erfahrung. Denn weil die Aerzte mit einander höflich complimentirt, hernach guten Rath gepflogen, und sich wohl öfters gar mit einander gezanckct haben, was vor ein Mittel den Tod vertreiben könne; So ist unterdessen ein Krancker nach dem andern zu Grabe gegangen. Hierauf verfiel man auf ein anderes Mittel wider den Tod. Man mahlte nemlich die Bildnisse berühmter Leute und ihre Thaten auf Leinewand, Holz und Metall; Man grub sie in Marmor und Eisen; Man goß sie in Erz und Wachs; Man richtete ihnen Ehrenpforten und Grabmahler auf ; Und dieses alles hat man nur darum gethan, damit man die Menschen und ihre Thaten von l Zuschrift. von der ZZeraesscnheit erretten und ihnen ein immerwahrendes Leben verschaffen mögte. Esistwahr,manftißtetehie- durch das Andcnckcn der Menschen eine ziemliche Zeit; Alleine es war viel zu schwach die Menschen von dem gänzlichen Untergang zu verwahren. Dieses Mittel wider den Tod war ja dem Tod, oder daß ich eigentlicher Rede, der Ver- gängniß selbst unterworfen. Würmer, Moder und Staub verzehren die schön- stenGemählde. Die Zeit und der Rost fressen Stahl und Eisen. Auch die härtesten Steine werden mitderZeit der Vergänglichkeit zum Theil. Undwasvon diesen Feinden noch übrig bleibt, das nimmtFeuer,oderWasser,hinweg. Wo ehedessen die prächtigsten Tempel der Götter, die schönsten Schlösser und Pal- läste, die berühmten Schulen der Weisen, und unvergleichliche Ehrenpforten und Grabmähler gestanden, da wohnen jezo Nachteulen und Raben und die räuberischen Wölfe suchen wohl daselbst ihren Aufenthalt. O! wie vergänglich ist doch ):(5 die- Zuschrift. dieses alles? Und wie wenig Wleseö Mitte! geschickt die sterblichen Menschen von dem Sterben zu befreyen? Daö Nachsinnen derMenschen gieng also Weiler, und suchte ein Mittel wider das Sterben. Sonder Zweifel hat man eö auch gefunden. Man fieng nemlich an seineGedanckcn und Andencken durch Schriften zu hinterlassen. Wer der erste Erfinder der Schreibkunst gcwesi'n,ist nicht bekannt. Man hat sich viele Mühe gegeben,und gleichwohl bleibt dieSa- che im Zweifel. Einiger Massen habe ich bereits in dem andern Theil meiner Buchdruckerkunst p. »50. htevon geredet. Ein jedes Volck will bey nahe diese Ehre haben. Fragt man: Worauf hat man denn zuerst geschrieben? So tan man eben sowenig mit einer Gewißheit antworten, a!6 man sagen kan, wer zuerst geschrieben hat. Unterdessen ist so viel gewiß.- Man hat aufRinden von dem Baum Papyrus, aufPalmewLinden- Eschen-und andere Baumrinden geschrieben/wenn man eö schreiben nennen Altschrtft. kan. Man sahe aber gar bald ein, daß dieses Mittel von keiner sonderlichen Dauer war, dahero man der Sache weiter nach dachte. Manfieng die^ache klüger an und stach auf Tafeln von Bley seine Schriften und pinselte auch wohl. gar mit allerhand Farben auf Leine- Wand. Auch diese Art war nicht dauerhast. Die klugen Griechen und Römer überzogen Bretergen mit Wachs und kritzelten ihre Schriften mit einem Gri- fcl hinein. Wie unbeqvemlich und ver- ganglich war aber dieses nicht? Diesem Übel wollten einige mit Helfendem abhelfen, indem sie darauf schrieben. Diejenigen trafen e6 noch am besten, welche Schaf-oder Ziegenhaute darzu bereiteten. Weil man vorgicbt, daß zu Perga- modieseKunstzuersterfundenworden,so bekamen diese zugerichtete Haute den Namen Pergament. Alödenn erhielt die Schreibkunst ein besonders Glück, da man das Pappier erfunden hat. Hie- dvrch fanden demnach die Gelehrten ein ziemliches Mittel ihren Namen der ):(4 Stttd- Zuschrift. Sterblichkeit zu entreissen. Woher würden wir wissen wo Troja und Athen ge- standen,wenn uns dieses nicht dieSch:is- ten dcrGclehrten berichtet? Das A-wcn- cken der meisten alten gelehrten und frommen M-änncr würde längstens dahin seyn,wounömchtdieSchrMunstfttdi- geö erhalten hatte. Unterdessen war dieses Mittel,mcht zu sterben, noch ungemein beschwerlich, ülw zugleich dennoch nicht hinlänglich. Feuer, Staub und Motten waren noch immer imWege. Endlich wurde auch diesen daö Handwerck gelegct, nachdem die cdleBuchdruckerrunst erfunden worden ist. Diese Kunst machte viele im Staub verborgne Manner gleichsam wieder lebendig, und breitete dersclbigen Namen in alle Welt au6. Nunmehro kan ein gelehrter Mann sicher hoffen, daß sein An- dmcken bis auf die späthcsten Zeiten fortdauren werde, wenn er sich durch nüz- liche Schriften hervorthut. Er hinterläßt Kinder, die nimmermehr sterben. Er hinterlaßt Kinder, die ihren Vater auch an sttsch! ist. an solchen Orten bekannt machen, wo er memalszugegengewesenist. Er hinterlaßt Kinder, die weder Krieg, Pest, noch » ein andererFcind ganzlich ausrotten kan. Gesczt auch, daß eine ziemliche Anzahl davon durch Feuer, Wasser, Staub und Motten verzehret wird, so tan es doch »ucht allen wiederfahren. Glückseelige Väter, dieaufsolche Weise nimmermehr sterben, ob sie gleich sterben. Od sich nun gleich die Gelehrten hauptsächlich selbsten ein solches Denckmahl > durch ihre gelehrte Schriften aufbauen; So würde doch manches edle Kind von ihnen verlorengegangen seyn,wenn sie nicht milden Verpflegern in die Hände gerathen wären, die sie von dem Tode errettet hätten. Und wer sind denn diese gü eigen Beförderer und Versorger dieser öfters verlajstnen Waysen? Ausser den Buchdruckern sind es vorncmlich die Herren Verleger und Buchhändler. Euch, Hochgeehrteste Herren, gebührt der Preist. Ihr seyd diejenigen, welche die Schriften der Gelehrtmzu ih- ):(5 rem Zuschrift. rem und eurem Ruhm der Vergänglichkeit entrissen habt und noch entrcisset. Hattet ihr durch eure Mühe und Unko- stenmcht manches gelehmsWerck durch den Druck bekannt gemacht, so würde selbiges schwerlich jemen Verfasser unsterblich gemacht haben. Man wird euch das gerechte Lob wiedersahen lassen, daß ihr nächst den Gelehrten ungemeine Beförderer der Gelehrsamkeit seyd. Ihr genießt auch ausser euren rechtmäßigen Gewinn noch diesenVortheil daoon,daß ihr euch ein immemährendes Andencken stistet,da ihr andere LeutMider die Vergessenheit beschüzet. Und nunmehro werdet ihr gar leicht begreifen, warum ich euch angeredet habe. Dencket nicht, daß mich hiezu eine niederträchtige Schmeichelet), sondern die Warhcit verleitet habe. Und dieses um so viel eher, da viele ehedessen und auch noch heut zuTage mit derBuchdru- ckerkunst die Buchhandlung verknüpfet aben. Warum hätte ich also, da ich ißhero von der Buchdruckerkunst ge- schrie- Zuschrift. schrieben, nicht auch an euch gedenckcn sollen? Soll ich die Warheit bekennen, so war ich anfanglich willens von dem Ursprung des Buchhandels, von den ersten berühmten Buchhändlern, von ihren Handlungözeichen, von derselben Freyheiten und Nuzen auch zu unsern Zeiten bey dieser Gelegenheit Zu reden; Meine, ich sahe gar bald,daß mir hierzu allhier der Raum zu enge, und die Zeit zu kurz war, dahero ich diese Gedancken wieder fahren lassen mußte. So viel will ich aber noch thun, ich will die meisten, wo nicht alle, vorjezo m Teutschland vornemlich blühenden Buchhandlungen nahmhaft machen, weil ich weiß, daß ich manchem hicdurch einen Gefallen erweise. Ich habe darzu die alphabetische Ordnung erwehlet, und dlchs mit besondern Fleiß, weil ich ausserdem gar leicht wider die Rangordnung hatte verflossen können. Sezt das Alphabet einen weit hinunter und den andern hoch hinauf, wohin er vielleicht nicht gehört, so kan ich mcht davor, daß eödas Al- Zuschrift. Mphabet so haben wollen. Sollte ich nicht einem jeden seinen gebührenden Ehrentitel geben, so beliebe er zu de- dencken, daß ich von ihm, als von einem Buchhändler, allhier rede, dahero ich hoffe, er wird mir dieses nicht übel auslegen. Ist ihm aber daran gelegen, so bitte ich mir selbigen einzuschicken, alö- denn will ich ihm selbigen nicht vorenthalten. Verzeichniß ßerzeichntß dermtistlebenden welche Die Leipziger und Franckfurther Messen insgemein zu besuchen pflegen. > - . ^ X X K O ^ ^ G K der Wissenschafften Petersburg.' Adeibuhler, ^. ^1. Ählfeld, .Johann Joachim Albrechts XV-rtrv^ Johann Andrä und -Hort — Johann Nicolaus ArWin und Merkus Bader, Emerich Felix und Peey Barcholma, Daniel und Sohn Baumelburg, Johann Jacob Bauer, Johann Andreas 2Seck, Johann Benckaev, Carl Joseph — Johann Caspar — Johann M^ior Serger, Christoph Heinrich Bielcke, Johann Felix Birckly, Johann Heinrich Birckn?rs iLrben/ Mathias B-'schof, Joh. Jac. unv Richter Slochberger, Michael ZZodmer/Johann Heinrich ZSöckmann, Peter Boetius Lrl?en, Joh Theodor. Born, Jacob )( )(2 Nürnberg. Wittenberg.' Nürnberg. Frf- an, Mayn. Herborn. Leipzig. Regenfpurg.' Ulm. s) Arnstadt. b) Halle. Straßburg. Mayntz. Augspurg Frf. am^Mayn.- Tübingen, c) Jena. Zürch Jena. Basel. Leipzig. Zürch. Lübeck. Leipzig. Leipzig. Fo?'- g) Besitzt Paul Kühtzens Verlag b) Besitzt Ernst Lndw. Nievs Handlung daselbst. c) Bejitzt Carl Thom. Ebern Handlung. Verzeichttiß lK-:, Gcdicke, Gottfried Genysl, ^. <6ec»rgi, Theophilus Gercke, Zoh, Adolvh G^rlach, Johann Nicolaus - Gftllilw, Georg Conrad Geßner, Davii) — Christian Friedrich Gledsysch, Johann Friedrich Göc^mg, Ge^rg Willhelm Gollner, Christian Friedrich Göpner, Johann Christoph Gorrschald, t^. ^ Griesibach, Michael Gottlieb Grosi?ns Erben, Johann — Johann Heinrich Haase, Johann Philipp Hansch, Heinrich Waller vnd Lo?7?/. t>s. ^. Harrmann, ^. ^. Happach und Schlütter Aarrungs Wittbe, Joh. Bernh. Jena, und Sohn — Joh. Heinrich Königsberg. Haa- Berlin. Frf. amMayn. Leipzig. Hannover. Dreßden. i) Zelle. Zürch. Leipzig. Leipzig. Zerbst. Jena. Nürnberg. Bern. Eisenach. K) Lelpzig. !) Nordhausen. Jena. Gotha. Bern. Frf. an der Oder. i) Besitzt die Zimmermannische Handlung daselbst-. K) Befitzt August Boetii Handlung daselbst. YD iese alte berühmte Handlung besitzt.Herr Beyer. der meistlebettdett Buchhändler. Hände, Ambrosius Hang, Joh. Jacob Berlin, m) Jtzsteln. ^/.7 //s^ Mrrbe, Joh. Andr. Jngolstadt/ Hebsld, Gottlob Sorau. Heckel, Christoph Dreßden. Heidegger und Lomer lüomp. Zürch. Hemsius, Johann Samuel L ipzig. n) Hemmerre, Carl Hermann Halle, o) Hennig, Carl Siegmund Wittenberg. Herold/ Christian Hamburg, x) Hertel, Philipp Hamburg. H^yl, Quirinus Würtzburg. Hilscher, Gottlob Christian Dreßven. Mayntz Wolffenbüttel.^Z Jena. Cölln. Augjpurg, Cölln. Cöll». Gotha. Gotha. Jena. Braunschw. Lemgo. Nürnberg. Augspurg. Cölln. Studtqardt. Frf- am Mayn. sZ Nürnberg. Nürnberg. Regenspurg. Amsterdam. Giessen.« Augspurg. Mül, ^) Besitzt Freytags Handlung daselbst. ») Besitzt Matthias Andrä Verlag. der meiftlebendett Buchhändler. Mütter, Philipp Casimir Marpurg. INl.iy, Chriiwph Wolffg. Frf. am Mayn. Mumme, Frantz Christian Coppenhagen. Mundb«ch, Georg Gottfried Nördlingeu. Nicolm, Christian Gottl. Berlin. Nöchsns 'Lrben, Servatus und Johann Cölln. ^ ,tt'^ < - .»'l .X . N!. Oelschttee, Johann Christian Christiania.' Grell und LoMpagn. Conrav Zürch. Occo, Andreas Nürnberg. — Georg Covurg. b) Pauli rvittbe, Hicr. Christian Copperchagen.' Peey, Joh. Conrav und pader Negenspurg. pfeffel, Johann Andreas Augspurg. Pieysch, Daniel Breßlau. c) von der poll, ^. ^. Cölln. preuß, Jacob Coppenhagen. Prompeer, Jacob Lüttig. püy, Peter Cölln. -i?' ?Q Remy, Johann Jacob München. Renners Erben nnv Viq Halle. — Simon Jacob Bramschweig. Rett b) Besitzt Joh. Georg Steinmarcks Handlung. c) Besitzt etwas von Mich. Rohrlachs und Joh» Georg Böhmens Verlag. Verzeichnis; Re-magcl, Johann Willhelm uno Reul Onoltzbach. Richcer, David Budißin. — Gottfried Hamburg- 6) — Paul Emanuel Altenburg. — Johann Ehrenfried Görlitz Riede!, Samuel Gottlieb Bayreuth, Riegel, Christoph Nürnberg. R? gelmann, N. 1^. Essen. Rircer mW Lhouet Rirrer, Johann Friedrich Jena. Romerskirchen, Heinrich Cölln. Rochens rvitrbe Joh. Christian. Coppenhagen. ' —. Johann Paul Ulm. Rschgängel, Anton Nürnberg. Rohrlach, Michael Breßlau. Rüdiger, Johann Andreas Berlin. — Johann Friedrich Prag, e) — U. tt. Rostock. — Johann Heinrich Dantzig. Rump, Georg Willhelm Bremen, t) Saalfelds Lrben, Christian Halle, von Sand Dominicus Frf. am Mayn. von Sand XVmbeJohann Maximilian Frf. am Mayn. Sauermann, Nathanael Bremen Schall 6) Besitzt Sam. Heils Handlung daselbst. e) Besitzt Joh. Ziegers Verlag. f) Besitzt Herrmann Jägers Handlung. der meistlebenden Buchhändler. Schall, Friednch Christian Eßlmgen. Schall, Andreas Gotha. Sch?ll, Nicolaus Lauban. Schiffe!, Johann Ludwig Coburg. ^) Schlebusch, Johann Colln. Schlüreer, Georg und Happach Augspurg. Schmidt, Johann Adam Nürnberg. — Jonas Lübeck. _ Johann Peter Berlin. Schönermarck, Johann Julius Leipzig. K) Schönwetter, Johann Martin Frf. am Mayn. Schopp, Christian Friedrich Halberstadt. Schöpfer, Johann Ulrich Schafhausen. Schöps, Johann Jacob Zittau. Schröders wurde, Ludolpl) Braunschweig. — Tobias Heinrich Erfurth. i) Schubarch, Johann Gottfried Merseburg- Schuster, Jacob . Leipzig K) Schwan, Theodor Jer. Quedlinburg. Schw^rye, Gottl. Heinrich Wiltenberg. Seidels XVittbe und Scheid- . Hauer Magdeburg. — Zacharias Regenspurg. Geig, Johann Andreas Nürnberg. Gellius, Adam Halle. Sie- ' g) Besitzt einen Theil von Pfotenhauers Handlung. - !,) Besitzt Caspar Jacob Eysels Handlung. , i) Besitzt Christian Weinmanns Handlung. K) War ehedem die Großschuffische Handlung. Verzeichniß Siegert, David Liegnitz. ^ Gpener, Johann Carl Berlin, Spring, Wolffg Ludwig Frf. am Mayn. Sceins rvittbe, Johanu Nürnberg Gcein, ^- Straßburg. Geern, Johann Cornelius Lüneburg. Stock, Willhelm Frf am Mayn. Stocks Erben, Johann Adolph und Schilling Frf. am Mayn. Stöbr, Johann Christoph Vüdingen. Geössel, Ich. Christoph und Johann David Chemm'tz. Gtröm-r, Frantz Anton Augspurg. Geruny, Gottlieb Ernst Aichersleben. Tauberts Erben, Joh. Daniel Altorff. Ä.eubtter, Johann Michael Leipzig. Y Thurneis Gebrüder Basel. Toecenfeld, Johann Jacob Wetzlar. de Tournee, Samuel Genev. Varrenrrap, Frantz Frf. am Mayn. Verbeck, I. und H. Leiden. Vesmer, Johann Friedrich Altorff. Veirhe Gebrüder Augjpurg. ^ Vierling, Johann Gottlieö Hof. Viq, 5. Halle, m) Voss, >) Besitzt Joh. Christoph Königs Handlung in Goßiar. w) Besitzt die berühmte Rengerische Handlung. der nieistlebenden Buchhändler. Voß, Johann Gottlob Lübben. Römgliche Universitaes Buchhandlung Göttingen. Walthel!, Samuel Benjamin — Georg Conrad —. Georg Conrad Von ZVaßberg, Jcmson N0aßm, Caspar VDaysenhaus das löbliche >— das löbliche XVeber, Georg Christ. Xvchrmann, Johann Friedrich Xveiyels VOittbe, 8en. Ehrist. rvenyel, Johann Christoph XVeitbrechr, Johann Jacob Werner, Cornelius Xvertstein und Schmidt Weidemann, Moritz Georg VOeygand, Christian Friedrich — Georg Ernst NOohIer, Samuel ^- Johann Conrad Leipzig. Dreßven. n) Augspurg. Prag. Amsterdam. Halle. Bareuth. Nürnberg, o) Weisenfelß. Augspurg. Coppenhagen. Greifswalde. Prag. Amsterdam. Leipzig. Helmstüdt. Wetzlar. Ulm. Alm. ?) 4- ^' rvohl- n) Besitzt die alte berühmte Wincklerische Handlung. o) Besitzt Joh. Adolphi Verlag. I») Besitzt die Paulische Handlung daselbst. L) Besitzt Joh. Wolffg. Bäuerlems Handlung. Verzeichmß der meiftlebenden Buchhändler. rvo^ Ifcld, Johann Ernst Neu-Brandend, rvoiff, Matthias Augsvurg. Zedler, Johann Heinrich Leipzig r) Ziegier, Johann Conrad Hanau. Zimmer, — — Erfurth. s) Zimmermann, «m^e«^ ^o^i'^/i/c'/?, ^tt^? ^^/^ 0»'?^/'i?FM, ^^A/^/?« S»/?^?'///^0//ttNt, ^/?tt^/0 /^o^s Ie<üiuni8p.7z.. 95. Durch dieses Mitte! wird man sogleich in Stand gesetzet auf emmal zu übersehen, wenn, wo, und von wem die Buchdruckerkunst erfunden worden. Man sieht gleich bey welcher Meynung der. gröste Theil der gelehrten Zeugen stehet, die man hernach weitläufiger in dem Werck selbsten nachsehen kan. Diese beyden Stücke zeugen deutlich genug von dem rühmlichen Fleiß desHerrn Her» ausgebers, wodurch er diese Sammlung brauchbarer gemacht hat. In der Sammlung aber selbst stehet zu erst.- ^,'«o/ tZjlzüorK. Ü>s ?^p»c;rgpkci5um cloKorum ^rsscs er lsr'mz. p. 4, .71. Stephani Klaglied stehet auch in Mich. Maicrairs tMor. Sre^Kgn.l'o. mo l. p. 29Z. lcz^. UNd in TÄso^. ^/m^ /ovee« viss. 6e viti8 SrepK. p. 1 zF. /-/^ Gtepha- nus hatte es 1569. in 4. gedruckt, und darzu eins «Vorrede verfertiget, welche hier ebenfalls mitgetheilt wird. Das Klaglied selvsten bestehet aus l 58 Versen, worinnen er sich sonderlich über einigeunverständige Buchdrucker beschwert, um welcher willen die Buchdruckerkunst in Verachtung gerathen. Die Grabschrifften sind auf Aldum Manutium, Ja» cob Äadlum, Conrad Badium, Conrad Neo- barmm, L.udrvig Tiletanum, Adrian Turne- bum, Nl?llhe!m Morelli, Johann (vporin^ Robert Stephan:', und Johann Froben, griechisch und lateinisch. z) 6e l^pogrgpkis? lnventio- »e, et cle xrelvium leZirims ini^eüione libellus bre- der vsrttchmffett Fubelschn'ftett. 7 brevis A utiiis, olim LoppenKsZii per 7?7e»v?//7^ 1566. excutu5, p. 72.. 170. Ob dieses Buch gleich nach der Aristotelischen Lehrart abge- fasset ist, so sind doch sehr viele lesenswürdige Sachen darinnen abgehandelt. Die angehängten Fragen verdienen absonderlich eine Aufmerksamkeit. 4) L^//?o//5o»-?' !)il!ertstio cZe l^o^rs- pliig, p. 171 - 2o8. Diese Oill^rstion stehet eigentlich in Äesolds pentscle Oin". pdil^io^icocurn, welche zu Tübingen 1620. 4. gedruckt worden sind. Es ist daselbst die dritte. Der Jnnhalt ist eine Untersuchung vom Ursprung der Buchdruckerkunst. 5) /'et?/ L-??-/^'?-/? I^sures ^6«»vAüÄ 60/?-??'/, ^srlemenlis, pl-imiinventorisl'^po^l'gpkia?, ttsr- lemi, gpu6 ^/?-?/?«. />!o?»^?o?^e?/, , , M??//o/>^ o/^e (/ö^kAen^n e//^s ^e?^-^^ L^/>^//te« /vv^/??^ ^00»° Lsmuel /^mp?inF vsn l^serlem, ^ /^7e^/-?,/? I62Z. 4. Hier erscheint es in lateinischer Sprache vom Herrn Georg Avapner, Subconrector zu Alto- nau, übersetzt. Dieses ist nun das beruffene Buch/ worauf sich die Harlemcr so viel zu gute thun, weil der Verfasser ihnen die Ehre zugesprochen, daß ihr ehemaliger Bürger Rüster die Buchdruckerkunst erfunden habe. Es besteht aus XXU. Capiteln. An- A4 fang- 8 Tap. I. Verzeichnis sanglich führt er die Zeugnisse Hadrians Juni»', (*) Theodor Volckhards A^c ornhercii und Ludwig Gvicciardzni vor Harlem an. Hierauf giebt er von einem verlohrne» Buch, welches Johann von A -ren verftl tlget haben soll, Nachricht. Die Überschrift Davon war folgende: ^»-em^ liue cle pl-ims et msuclirs Ksclcnus vul^o cr verlöre tz- men2>t!8t^pcZ!s,i!ncXinvcnt!one, clialciAu», nunc: p' imum nl^üpru» et in luccm eclirus surore ^//^a, t^ärlemeo. Aus einigen Überbleibseln führt er etliche Stellen an, die nichts sonderliches sagen wollen. Denn er gesteht den Maynzern die Ehre zu, und behauptet weiter nichts, als daß man zu Harlem einen geringen Anfang gemachet habe, welcher hernach zu Mayntz zur Vollkommenheit gelanget. Aoornherw und Gvicciardini Zeugniß gründet sich auf den schönen Beweiß: Man sage, daß !c. folglich werden diese Zeugen wenig helf- fen. Alsdenn werden verschiedene Zeugen vor Manntz ausNrcol Gerarii KeKu« rviogunr. vorgestellet, jedoch ohne Beurtheilung. Die Frage.- od Johann Gurrenberg, oder Johann Faust nnd Peter Gchöffer die ersten Buchdrucker zu Mayntz gewesen, wird also entschieden, daß Johann Hauj? der erste gewesen seyn soll. Es sind aber die Gründe nicht hinlänglich. Ein Verzeichnis) einiger alten Bücher / so zu Mayntz gedruckt worden, folgt hierauf. Die Anzahl ist sehr gering, dahero auch sehr unvollkommen. Nunnßchro werden verschiedene Zeugnisse eingerückt, woraus die Erfindung der Buchen Iunii Zeugniß habe ich im I.Theil x. 21. abgc- ftrtiget. der vornehmsten Jubelschrifrett. 9 Buchdruckerkunst zu Straßburg bewiesen werden will. Gleich darauf wird gewiesen, daß die Schriftsteller wegen des Erfinders zu Straßburg nicht einig sind. Bald soll es Gurrenberg, bald Menrelin siyn. Dahero man sich also erklärt, daß zu Mayn-tz eher, als zu Straßburg gedruckt worden sey. Und dieses ist auch wahr. Die Ausbreitung der Buchdruckerkunst in Teutschland und Italien wird hierauf erzehlt. Endlich kommt der unvergleichliche Beweiß, daß zu Harlem die Buchdruckerkunst erfunden worden. Man bahnt sich den Weg hierzu durch Erzehlung einiger alten Bücher, so zu Harlem gedruckt worden. Das älteste darunter ist vom Jahr 1481. Allein eben dieses ist wieder Harlem, da man fchon vom Jahr 1454. gedruckte Bücher weiß. So weitlauftig dieser vermeinte Beweiß geratheu, so stehet doch weiter nichts drinnen , als was Iumus, ZNartangeius Accmsius, und die unrichtige alte Cölnische Chronicke davon sagt, wovon ich bereits meine Gedancken im I, Theil p. 2z. leczcz. eröfnet, dahero ich hier weiter nichts davon sagen will. 6) ^Llst!« c^e ori^ine r^pogisptii^ L czuo, czuc> tempoie A Huo lo^o >I!g pi imum iriuenr.? szc, e ciocumeritis gc! k'susiorum cle ^^clisKenbui-g fsmi- Iwm pcrtinenr'lzu?? Iigusts von p. 452-485. Eigentlich ist diese Nachricht teutsch geschrieben, von dem seel. Herrn Johann Christoph N^olftn, irr !,'c,n5peÄu luppellec^ii!j8 epiliolicX A lirres^ltN p. 284- bekannt gemacht und hier aus dem Teutschen ! von. L-udwig Rlcsick.rn ins Lateinische übersetzt ! worden. Der teutsche Titel davon ist oieser: Di- scours vom Ursprung der Druckercy, wer / aucj? ^ Wann, und an welchem Orre solche erstmals 5. > As funden, ic> Cap. I. Verzeichttiß sunven, aus denen der Zausten von Aschaffenburg gehörigen Documenten. Der be- rühttite Herr von Uffenbach hat selbige durch Vorschub des Herrn Johann Ernsts von Glauburg aus einer Abschrift Johann Maximilians zum Jungen abschreiben lassen. Wer Verfertiget da« von,"ist so gewiß nicht zu bestimmen, unterdessen schreibt er in der Vorrede ausdrücklich, der Erfinder wäre seines UrgroßeltervaterS, väterlicher Seite Bruder gewesen. Nun geht seine gantze Absicht dahin, daß er beweisen möge/ Fohann Faust wäre der Erfinder gewesen, folglich muß wohl ein Zaust Urheber von der Nachricht seyn. Herr Pastor Johann Christoph wolfglaubts, es wäre Johann Friedrich Zaust, der noch lebende Johann Christian Wolf aber, es wäre dieses Sohn gewesen. Der gantze Jnnhalt laust dahinaus: Johann Zaust habe zu Mavntz diese Kunst erfunden; Peter Schöf- fse wäre ein Bedienter von ihm gewesen, welcher die sogenannte Marrice erfunden, und davor desZausts Tochter Christina zur Ehe bekommen hatte. Ob» sich nun gleich diese beyde mit emem Eyd verbunden, nichts auszuschwatzen, so wäre es doch geschehen^ baß Johann Guttenberg Wind davon bekommen hätte. Weil er nun wahrgenommen, daß «diess Kunst eintraglich wäre, so hätte er Zaustens Freund- schafft gesuchet, er wäre auch mit ihm einig worden^ die Verlags-Kosten gemeinschafftlich zu tragen, worüber sie hernach in einen Streit gerathen. Und da dieser nicht nach Gmtenbergs Sinn ausgefchlagen^ so hatte er Mayntz verlassen und sich nach Straß- bürg begeben, woselbst er vielleicht die Buchdrucker- ?unst zuerst getriebn hätte. Ich bekenne es aufrichtig. der vsmehmstett Jubelschriftstt. , r richtig, diese Nachricht hat mich anfänglich in Verwirrung gesetzet. Alleine, da ich von der Wahrheit dieser Nachricht nicht überzeuget werden können, so bleibe ich noch bey meiner Meynung. Denn erstlich schreibt diese Nachricht ein Anverwandter: Ein Anverwandter sucht doch immer div Ehre seines Geschlechts zu vertheydigen. Hernach ist er von dem Erfinder ins fünfte Glied herunter entfernt', welches schon eine schöne Zeit ist. Endlich ist doch sein Beweiß weiter nichts, als man sagt, welches mir noch kein Genüge thun will. Das eingerückte gerichtliche Instrument erweißt, nach meiner Einsicht, keineswegs, was man sucht, wo nicht gar das Gegentheil. Denn ich lese darinnen : Darauf Johann Gur- tenbeeg geantwortet, daß ihm Johann Faust Fc>O A. verlegt. Also hat Zaust Guttenbergett Geld vorgeschossen, und nicht Gmtenberg dem Zaust. Ist aber dieses, so finde ich, was ich haben will. 7) vecsno Klonssierienll so L. ^linlZenli. Lolollia? Krisis,. 3vu6 logn.iiinckium. 1640. p. 547. - 8l2. Da diese Überschrift alles sagt, was das Buch in sich begreift, so brauchen wir nicht viel Worte zu machen. Mayntz istderOrt, Gurrenberg, Zaust, und Schässer die Erfinder. Und dieses ist so gründlich erwiesen, daß Mallmkror hierinnen alle Vorgänger, vielleicht auch seine Nachfolger zum Theil weit übertrift. 10) Ztt^'i' Fa.v/'o^M cle t^oozrgpriicze Ams inue-^rione K inuenrorious vil^-rrzrio, I^uZ6. Lsrsu. ex nKc ins /^o^/. 1640. p. 854. - 868. Diese Schrift ist eigentlich dem Mallmkl oc entgegen gesetzt. 2)oxhorn will selbigen widerlegen, und die Ehre vor Hartem erjagen. Er ist öfters dergestalt in Eifer gerathen, daß er die Bescheidenheit ver- der vornehmsten Iubeischn'sictt. , ^ vergessen hat. Es ist cmcb kein Wunder- wci! er d^e- se Abhandlung in den Hundstagen geschr-i-bm hat, wie er selbst, n sagt: Krrsn.en, ^uo^milciiz, IiTc Kl-ib>lll.u« in iplo csm^ulle Tltu n. K2s. U^Z) That, ausser in den Hundstagen, würoe nicht leicht jemand eine solche Schrift verfertigen können. 14) ^. ^u/??/, ttslix-8?!xon:8, pl'ofeü". Lip^ ^Ie(.grvmbs Isu6um 6c ^rsc.^um, in juclis irerum tccuisl'iizu8, olz inuenrain in Lei-msnis slz. ninc snnis L L. clislcoA^iniiZMz !i6 s5sm lupremi numin!8, grtisomnis äscoris, in-^ue nnnvrem nr-i. rnor. nujus suKorum, nec non pei'petugm rei me- morism, pubiice oieczuein'I'iliecosä?li8n-Cl>st5uin jmmvlsts: cum in csrrmnikzus ciuilzu^igln ^ epi- Arsmmsri8, ruin vero piXcivue in cieclgrnsriuncu- Is Kilenni, srris r^pvAispnicW cnmmenäsrionem s xrimis U8^ue t.urisbuji8 in slecliuem vgulsrim tlne- Äsm Iiilt^lice ms^is czusm rkerorice e vsrii« ici j- prvrious celekrsnre. jl^inliX 1640. spuc.! r^pc'Aig. xnv8. p. 869 - 880. Erstlich trift man eine rechre mannliche lateinische Ode, hernach zehen sinnreiche Überschriften hiermnen an. 12) ^Ä'es A^/?/? ?. L.ö^p. 1^,. pgne^ricg De- clsmstio, czuz srris r^^ioArsnnieXimriz, vroA^llu^, nov!Iitg8 ^ urilirg8 turnmg celebrnnrur, lc!>^ull sbulionum ^evirsncli incliegntur, srczueipta(zc!M3- ni» tuiL suätoi jbu8 sb exrerorum criminidus, et luoruM) quoczue fgl^rioruM: iniurn^ in inttAium vin^icsl-. 164c-. si. 887- 929. Da der Titel schon alles ftgt, was in dieser N"de stehet, so ist es nicht nöthig, daß ichs noch einmal sage. So viel muj; ich noch anführen, daß diese Rede 16Z8. bey einer Bac- caiau- 14 Cap. I. Verzeichm'ß calaureats Promotion gehalten, und im andern Jubeljahr der Buchdruckerkunst gedruckt worden sey. i z) HccurLrz ex^ llcio inueinumi« notzilillim» parirer sc vrilllllmse greis r^p.^rspnicX, gcjLonler. usn6gm memorism iinni^ Keiisi, czuem elgpiis nunc lZuobu« lT^ulis lolenni iieu celelzrsnclum conlii« tuerunr srris noslrse slumni s ipilenses, nis iplis lZeciicstg in sonorem iliius g^tis s Fe^ems pokens, oui pgl-irer kgncsl'tem^l'olzrcntul'su^tors orum I^iplienlwm stehen / hierher kommen, kan ich nicht entscheiden, Es müste venn seyn, daß man sie in Dreßven nachgedruckt habe. 14) dgrminz tecularis 6e l^poArgpKig gnre gn- N08 ipilös äucentos s Lermsnis muenrg cursbiic 65 imprimelzZr (?eo>'^?ne sl. leclstX p. lOzi-iozs. Diese Jrrungsentscheidungen stehen ebenfalls teutsch im Leipziger ^ubil-ev, und sind vom Rlefeckern übersetzt worden. 18) Lncvmium nodilis Jtczue vtilis grtis t^po^rs- pbicse s L'/i7'//?/s«o lcriptum, p. l 040 - l 04 5. Auch dieses Stück ist aus dem Leipziger .jubil^» genommen und von Johann Gfewalr ins Lateinische übersetzt wordev. 19) t?m'//<°/M lVlengpu liatei'g Lslco- Arsptuse, czus bong iplius et mslg limu!gppen6un. rur er numersmur, Kslll. 1547. 8. P. 104^. -1104. Die Frage: ob die Buchdruckerey mehr Nutzen, als Schaden bringe, ist hierinnen gantz artig abgehandelt. Und hiemit ist der erste Theil zu Ende. Nun- niehro wollen wir auch den andern Theil vor die Hand nehmen. Es steht aber darinnen 1) l^ilioriz l^poZrgpniV ^rZemorsti inuentT. ArZenrorgti 1L4O. 4. p. 1. - 57. Johann Adam Gchragms wird insgemein als Verfertiger dieser Schrift angegeben. Sie ist teutsch geschrieben und allhier vom Johann Gerbard Gucksdorf ins lateinische übersetzt worden. Der kurtze Jnnhalt ist die- ^ Ler: wever die Chinese?, noch die JtMrier, weder vis 16 5ap. l. Verzeichnisi die Frantzssen, noch die Harlemee sind Erfinder der Buchdruckerkunst, sondern die Oberteutschen und zwar die Straßburgec haben sich dieser Ehre zu erfreuen. Demi ihr Mitbürger Johann Menteim ist der eksie Erfinder gewesen. Er gründet sich hauptsachlich auf die Erzehlung riner alten Chronick. Im ersten Theil p. 34 Habs ich diese Worte angeführet und darauf geantwortet. Bey dem Abdruck hat man vermuthlich einen Druckfehler stehen lassen, da man Gchram'um nur Adamgenennet. Er hieß aber Johann Adam, wie man selbften in dem Register gesetzet hat. 2 ) s^tiricumes t^ez eueligl'Ilti- cse ^5^enr. 1641. 4. v. 58. - 165. Daß diese Predigten teutsch geschrieben sind, weiß jedermann. Übersetzt hat sie Friedrich L.uvN)lg Book^r. Der Jnn- halt ist tbenfailö bekannt, wir werden auch unten noch einmal davon reden müssen. z) ^0.??/. //^z-. Ao^/^/orgtio6e ^^pl^rspki^ ^l-Aenrorsu inueriUL, ^ivinirgre er 1640. p. 566. - 188. Bey Schmidts Predigten steht diese Rede angehängt, und in Söcklers zusammengedruckten Reden ist es die XI. p. z2z. Seine gantze Absicht ist, daß er Straßburg gerne zum Geburthsort der Buchdruckerkunst machen mögte. Wie vergeblich aber dieses Bemühen sey, habe ich im ersten Theil bereits gewiesen. 4) Ll'evlZ Kxcul'tus L->Alns pgi Bnelis scl sgpien- tin^mum virum O. ^! M?//^^ot z Klcinsst. vec. ?grilji8, 1650^ p. 237.. z66. Diese Schrift ist wi!m N^udaum und Mallinkwr. Die Schreibart ist der vorhergehenden vollkommen ähnlich. Man wird sich kaum überwinden können, selbige auf einmal gantz zu lesen. Denn es ist alles dergestalt unter einander gemischt, daß man kaum klug daraus werden kcm. Mallmßror hat absonderlich darauf gedrungen, man mögte doch des Kayser Friedrichs Oiplo- ms gantz drucken lassen, welches er Menreln, als dem ersten Erfinder gegeben haben soll. Alleine es ist hier nicht ;u lesen, und also vermuthlich erdichtet. Diejenigen , welche glauben Memelin wäre nicht der erste Erfinder der Buchdruckerkunst gewesen, dürffen sich nicht befürchten, daß sie hier einige Gründe finden werden, welche sie auf andre Gedancken bringen könnren.x 6) ^/75o/>/ M??^^ VblervZtiones 6e pra?cipu!s t^vArgpKiL A l^ovZrgpKiV online trsnslcriptN ex Lociice Lslu^lsno. p. 567. - 404. Diese Anmerkungen erscheinen hier zum ersten mal gedruckt. Sie sind aus verschiedenen Schriftstellern zusammengetragen, welche nicht viel sonderliches vorstellen wollen. 7) l^pvAl'spKei Lkemmrienli8 prim« pIs^ulV Ze aM8 t^poArspKicss inuenrione, vrilirsce A in- cremenw, irerum exculse ^er^o^. (??/^- t^poFriipKeon luum primum spcrienrem. p. 404. - 427. Diese ersten Bogen sind anfänglich teutsch geschrieben und hier von Johann Osn-alcins latei- det vornehmsten Iubelschriftett. 19 lateinische übersetzt worden. Der teutsche TituÜst dieser: /)r/^'öerey z/^Z^eM,/z erste B/.älter von der löblichen und unschätzbar « Buchdrucr'erey- kunst GrsindunI, Z7I-!tz und Beförderung, da, selbst druckrs zum andern mal etwas r.r^-chrt Johann Gabriel Gürmer, als er sein /)rucker- rverckangefang.n^//c G(!)cr 5'nd G^T'ö, nachdem im Jahr Lbristi 1440. und .-Ufo vor 22 r. Jahren diese Runst erstes mal a-if^-nmn n War. Die Anhänger Fausts, bekommen hjec ein Mitgilev. 8. ) /^/^/!//t)it1^ c^li clc' ü^uiiau«. ' V- sii^,-s^KiM rolleucii« > Arnstadt, >652 ^ ^2^-4^5. Die vornehmsten Mißbrauche der Bu-^oruckerey werden nach einander erzehter, die Verbotlieauvden Reichs-Abschicden angeführt und hernach Mittel vorgeschlagen,, wie selbige gehoben werden sollen unö tonnen. 9. ) M A'o/-/??/^'/ Ko/>7Ä Oiilertstic» p.595- 607. Diefe Lobrede stehet in ^. c. l ill. lvi. sonst ^/tt>^,/^?/unverdroßner JugendVornehmen bey der lVeile, Franckf. am Mayn, 1697.12.^.^61-180. Der Her Verfasser glaubt, die Buchdruckerkur-st wäre viel alter, als man insgemein vorgiebt. Denn schon Kayser Carl, der Gross, hatte im Jahr Christi 811. die Gesetze der alten Teutschen und verschiedene Gedichte in Holtz schneiden und selbige aufPergament und Pappier abdrucken lassen, wovon man in der Bibliotheck zuZ Wien noch einen Abdruck aufweisen könne. XVenzel Staude, ein Teutscher, hätte hernach auf seiner Reift diese Kunst den Chinesern verrathen. Unterdessen wäre doch GurrenberH von unserer heutigen Art zu drucken der wahre Erfinder. Alsdenn streicht er den herrlichen Nuzen der Buchdruckerkunst heraus. 14) A/ZMi?/?'/ villertsno 6e l^po« srgrinig, ^ItorKi, 1692. 4. p. 607-614. Herr Ms!- der vornehmsten Iubelschrifren. 2r Moller halr 06 mitl). Gchmids Predigten und Äöck- lers Rede, ohne daß er es untersucht, ob sie auch Recht haben. Als» ist nach seiner Meynung Mente- lin der Erfinder. So weit verführt uns das menschliche Ansehen, daß wir öfters die Wahrheit darüber fahren lassen. 15) M Oillertgtio 6e ^VpoA^spdiz, Wirteizel-Ag?, 1697. p. 614-632. Der Herr Verfasser war eines Buchdruckers Sohn, dahero er sich verbunden hielt, hievon zu schreiben. Die Abhandlung ist recht gut scholastisch. Man hat alles in die beliebten Fachergen gezwungen. Sonsten ist der Verfaller ein Memelianer. Er weiß es aber selbsten nicht warum, ausser, daß er es glaubt, weil es 0. Gchmid uns Böckler geglaubt haben. 16) L' 7^/-7o». Leimen Ist'mum. l'gri^ 169?. 4 p. 6z?. - 64z. HerrThibouft, ein gelehrter Schriftgieser, Buchdrucker und Buchhändler zu Paris suchte durch dieses Gedichte die Academie der Wissenschaften zu Paris dahin zu bewegen, daß sie einen eigenen Schriftgieser, Buchdruckerund Buch- handler annehmen mögte,worzu er seine willigen Dienste anbiethet. Das Gedichte selbst ist recht wohl gerathen , weil er darinnen alle bey der Buchdruckerkunst und Schriftgieserey gebräuchlichen Kunstwörter anbringt. 17) 75//-^///' Oissertstio Ze in- vemione artis t^pnZi'sflbicN jn (Zermgms 1700. 12. p. 644 -700. Der teutsche Titel davon ist dieser: Dijcours von Erfindung der löblichen 2Zuch- druckeetlNist in Teutschland bey Gelegenheit ihres anscheinenden fünfrenJubeliahrs, Gotha,i7oo.l2. Die lateinische Übersetzung hat L.udwtg Rlefecker B z ver- 22 Cap. l. Verzeichm'ß verfertiget Anfanqlich entscheidet Herr Tenyel die Frage: ob das Jo.hr 1700^ das Schlußjahr des sieb- zehenö^n, oder das erste des achtzehenden Jahrhunderts ftv? Er erklärt sich, und zwar mit Rscht> vor das erste. Nachdem dieses geschehen, so weißt er, warum er behauptet, daß zu den damahligen Zeiten, das fünfte Jubeljahr der Buchdruckerkunst herannahet^ Er zehlt nehmlich fünfzig Jahr zu einem Jubeljahr. Und also ist die Rechnung richtig. Alsvenn handelt er von der Erfindung der Buchdruckerkunst, welche er Johann Gmrenbergen zuschreibet, nachdem er die verschiedenen Meynungen gründlich untersucht und bescheiden beurtheilet. Ich leugne nicht,, daß mir diese Abhandlung bey Verfertigung meines ersten Theils gute Dienste gethan hat. Beym Schluß, theilt er uns eine Gedächmißmüntzemit, die er erfun> den. Auf der ersten Seite stehet die UbechWffr. ^K?! i^?O(?k.^k>nieL ^ 6, lO^N. (?V1"I'x!W!5K(?I() ^KQLNIOK^I'I MVL^'I-^ VZ'L eM8ii.ic>(zv^ 10^1^. Z'^V8?'T ivWc?v^'i'iK I^ieeee^ ^^'j?j>IZZ ^^^0 cl^z^ci'M^ I^^LLZIL ?KlVIVIV! VV^^I^L YVI^'I^V^ IVLZl^LVM ^X^0 cttKiSI'I IVLI^/^LY- 1^. vce. ^Li^ici^K^ c^^^^'i'i L^c^v^. Die der vornehmsten Jubelftht ifrett^ 2z Die aniX'ro Seite stellet die Aurora in Gestalt einer Frauen in einem Wägers vor. Der Wagen selbst wird von dem geflügelten Musenpferd, Pegaso, über welchen,/ der Morgenstern scheinet, fortgezogen. An statt des Wagenrades hat man Flügel aus dem Wagen der Fortuna entlehnet. Aurora hat in der Hand eine brennende Fackel, mit der lincken streuet sie Rosen und Blumen aus. Vor ihr stehet ein wachsamer Hahn in krähender Positur und hinter ihr bricht die helle Sonne Herfür. Die Um - und Unterschrist: VI- ÜVttott^ ^IVkic^ LOI^Löj. 3le 7^k>V(ZKä!?MH KKtt^. I'VIVI LV6NLLl.lV Kl. zeigt an, gleichwie die denen Musen und Studirenden holde und günstige Morgenröthe vor der Sonnen hergehet; Also sey die Druckerkunst vor die durch GOttes Gnade wiedergebrachte Evangelische Lehre hergegangen.- Ich habe diese Beschreibung mit Fleiß hier aus Tenyeln mit dessen eigenen Worten eingerücket, weil diese MüntzeHerrReyher in Gotha stechen lassen, wovon ich unten mehr lreven werde. 18) ^?//?o/-soz ? ^<'/7?^M Igu6c8 l'vpo» grgpKiX, LKemmtii, 7709. p. 700-70^. Herr brause, ein Kunstverwandrer, hat mit diesem Brief Johann Conrad Seösieln seinen Glückwunsch abgeleget, als selbiger sein Postulat bey seinem'Herrn Vater verschencket. Man findet darinnen erzehlet, was zum Lob der Buchdruckernmst gesagt werden kam Johann Gerhard Gucksdorf^ hat diesen Brief ins Lateinische übersetzt. 19) l)e (ZermsniN mirscuio optimo msximo l'ypi« I^ittergrum eurumezus 6iKersntiis äiNerts- tiv, c^ua iinml.^rti8 ^ypogrgpdit.B univel'lgm rs- B 4 üvnem A4 Tap. I. Vsrzeichttiß tionem expiil'?>c /'^/tt^ /'i?^»'. Leipzig, 1710. 4. p. 605, 866. Paulus Pater hat in seiner Jugend die Buchdruckerkunst lernen wollen, er ergriff aber hernach das Studiren, und brachte es sonderlich in der Matyi'marik sehr weit, wie er denn das Amt eines oyemlichen Leiters zn Dantzig erhielt. In gegenwärtiger Abhandlung untersucht er, wer dieBuch- druck.'rkunst erfunden habe. Die Liebe zur Mathematik bar ihn vermuthlich verführet, daß er Io- bann R'.'giomomanum davor ausgegeben hat, welcher Johann Luttenberg, als einem reichen Mann, die Kunst entdecket hatte. Dieser Einfall ließ sich wohl hören, wenn er nur erwiesen werden könnte. Nur daran fehlt es. Die übrige Abhandlung ist le- ftns werth, indem er uns erzehlt, woraus die Lettertt gegossen werden, worinne die Lettern von einander unterschieden und was sie vor Nahmen führen. Von allen und jeden giebt er Proben. Am Ende hat er einige Fragen angehänget, welche ich im li. Theil nach dem Reichs- Abschieden beleuchtet habe. Hier finde ich p. 826. eine Erläuterung des Tractats 6e l'vpis lirrersr-um, wo diese hergenommen, ist mir unbekannt. Denn bey der Ausgabe, vom Jahr 1710. steht nichts davon. Die meisten Stücke finden ihre Abfertigung an dem bereits angeführten Orte. 20) /'et. /^c^o i^rciArsmmz cle I vpo- Ansplug «5c pulvere p^lio, I'or-Ag?. 171z. p. 867- 872. Der Herr Verfasser eignet Mentelin die Ehre der Erfindung zu, weil ihn die geschriebenen Documence, welche Schmidt angeführet, darzu nöthigten. Vermuthlich hat er diese Stellen nicht überleget, sonsten würde er andere Gedcmcken bekommen haben. > 2.) d?r vorttehmsrcn Iubelschrifien. 25 21) O?/^/?// clillel-tstio cle vl'im'8 Ll-ris poAlki^KicX invenroridus, p. 872 - 904. Diese Abhandlung sieht in Gudins commemzi-iis (je Lcriprolidu8 8cl>ipri8 Leclellsliieis. l^iplin, 1722.5vl. ^m. III p. 2741. 5eczcz. Faust, ist nach semer Einsicht, der erste Erfinder gewesen, er hat ober, ohne Zweifel, nicht recht gesehen. 22) I^m??/ donieÄurg verolirnilis 6e prima l^ovA^gvnjg? inventione, p. 904-910. Diese Muthmassung steht in der 6o//t-S/o?/ 0/ /-ne^/ ^?>^/o/^o^« ?o//?/^VoI, I, p.297.Londen,^726. 8, und in M??^/?/>// /^nngl. l^voArspn. I'nm. II. gleich im Anfang. Es meynt nemlich Toland, Cicero habe im U. Buch <^e nzrnrs veorum dem Erfinder der Buchdruckerkunst Gelegenheit dar- zu gegeben, indem er geschrieben : »ie e^o non mi- rer elfe «zuenczusm, czui lilzj pertus6estz corpors ^us?6sm loli6g »tczue incZivi6us vi ^rsvitste fer- ri» munäumczue eKci ornstilllmurn ^ vulcnerri- mum ex eorum concul lione fortuitg? 5loc czui exiliimet tieri votuille, non intelli^o, cur nor» i6em putet, ll innummersdlles vnius ^ viZintl forrna üccerarum, (vel guress, vel ^uzle5iivet) sli- p. Ursprünglich ist dieseSchrist in Frantzösischer Sprache abgefaßt, hier erscheint si^ Lateinisch übersetzt. Nachdem der Werfasser eingestanden, daß diese Kunst Gmeenberg erfunden habe, so handelt er von dem Nutzen , und derselben Ausbreitung ; Von den berühmtesten Buchdruckern in Franckreich, ihren Freyheiten, Zeichen, mW gedruckten Büchern. 25) Jossn. Fo^e«ösFc^?' breuis^slztio- iZe sri^ine ^po^rs^Kig?. 965 - 977 Diese Nachricht ist aus dem Dänischen übersetzt. - Sie steht in folgendem Buch : IZxempls meearum pogrspklezrurn, czuN reperiunwr in' KdU» lV^gie. ttsti« K ÜLStZemiW' ^staienKs l'^po^rspk'i» primo- ere6t^ s psti'» ^s//'^ ^/o?//??^/o ^ ^ieincie suärg g .^//^o ^ (^axiisnls, ^o»'?/?/^/« tzsaäem reaovsrs s ^c-A/-//?/^/'/,///^>g Fo^^/w^?^ der vsmchmsttttIubeWtt'ftett. 27 Kccne IvZgieltgtis A ^cscjcmiX ttsfnienlis ^p«- ^r-z^ii«, ^sflUX, iSsr. in 5o!w. Der Verfasser Zeigt erstlich, daß die Buchdruckerkunst weder in Chim, noch in Italien und Frcmckreich / sondern in Teur'chland erfunden worden sey, und zwar wäre tNet.tel zu Straßburg auf den Einfall gerathen, weichn hernach Gmemberg und Zaust zu Mavntz ausgisühret hätten. 26. vblerugtiOlie8 6e lorm A proArellu ^rsprise ex sn^Iic.», P. 977-995- Ein Auszug aus enem Brief des Carl EUisii an Edrvard Tyson nacht hier den Anfang. Es ist selbiger den l'rsn-ZÄjon. ^n^ii^giils 170z. p. 1416. einverleibet, md von Peter Amsinc? ins Lateinische übersetzt norden. In diesem Auszug wird erzehlet, daß der Verfasser zu Haarlem das sogenannte allererste Buch gesehen und gefunden habe, daß es keineswegs ein Donar, sondern ein geistliches Buch m Holländischer Sprach gewesen, welches nur auseinev Seite gedruckt wäre. Diesem wäre angehängt: I.ibsl-virB ^lexzncil ! V?. in barbarischer lateimMr Sprache. Beyde wären 1430. gedruckt, dahero die- Erzehlung nothwendiger Weise falsch wäre, wenn, man ftgt,L.orenN Ixütter hätte die Buchdrucker» runst 1440. erfunden. Über diesen Brief findet ma» nun m gedachten 1l'gn^zÄioni!zu8 allerhand An- merckungen, welche gleichfalls hier eingerücket iWr-- den,die vornehmlich dahinaus gehen: Rüster wärs der erste Erfinder gewesen. ^ ^ 27) ^c>. ^sF/on'/? ^xei'citZtio 6e InventloriL Pn«iüpK>B, vi-g cum Ä^?///^/, K. 8, l^. en3l 5üti'.!ne rerum, ^uss sci iilüm illultisn^sm co!^ !e^if. ex 1rÄN5sÄioMu8 ^dilul^p^ 170?^ Cap. I. Verzeichnis 1707. dl. zio. p. 995 - 105. Herr Bagforö hält davor, man hätte nicht Ursach die Erfindung der Buchomckerkunst beyden Chinesern zu suchen, inan könnte sie ja bey den Römern finden, wovon derselben Münyen, Siegel und andere gestochene Nmien ein Zeugniß ablegten. Und wenn es wahr wäre, wie man insgemein glaubt, daß dieSpiel-Chartenschon zu Zeiten des König Heinrichs VI. in Engeüasd erfunden gewesen, so wäre ja dieses schon die erstePro- be von dem Drucken gewesen. Hierauf hatt- man zu Haarlem der Sache weiter nachgedacht, uni) endlich wäre die Buchdruckerkunst zu Mayntz zu derVoll- kommenheic gelanget, wie wir sie heut zu Taze haben. Gutcsnberg wäre nicht der Erfinder, welman sein von ihm gedrucktes Buch aufweisen kannte. Hierauf verspricht er weitlauftig von der Buchdruckerkunst in einem besondern Buch zu handeln, und allerhand Merckwürdigkeiten zu entdecken. So viel ich weiß , ist es nicht geschehen. Der Grundriß davon, wie er hier steht, ist gewiß nicht zu verachten, rvanlejlw erzehlt was Sagford geiammlet, worunter allerdings viele rare und merckwürdige Dinge sind. 28) l^ncg ie!eP0ZI-Zpkicz p. lo i6-I2Z2. Hier hat man mehr, als aus neuntzig Schriftstellern, allerhand merckwürdige Stellen in verschiedenen Sprachen angeführt. Nur dieses eintzige Stück wäre schon ein deutliches Zeugniß von dem grossen Fleiß des Herrn Herausgebers; Alleine hievon zeuctt das gantze Bnch, wodurch sich der Herr Professor VOolfbey den Liebhabern dieser Kunst ungemein ehrwürdig und bey den Nachkommen seineu Namen unsterblich gemachthat. der vornehmsten ^ubelschrifutt. §. II. Z'o,-/^?>/6 ^' / z Is tt-iye, ckes lg veuve le Viel-, ^ p.erre pgupie, 1740. in groß 4- Von 1 Alph. nvlich ist dieses Buch würcklich zum Vorschein gekommen, wornach bishero viele gelehrte Manner ein besonderes «Verlangen bezeiget hoben. Eben deßwegen will ich es nun auch etwas genauer betrachten. Der Herr Verfasser soll pros- per Marchand seyn, ob er gleich seinen Namen nicht vorgesetzet hat. Es ist in zwey Theile abgeteilet. Der erste Theil enthalt eine Historische Nachricht vcn der Erfindung der Buchdruckerkunst und derselben Ausbreitung in sich. Die gantze Abhandlung be reht aus achtzehen Abschnitten. In der Einleitung satt er uns, die Buchdruckerkunst sey ein himmlisches G?schenck, weiches dem menschlichen Geschlecht un- geucin grossen Nutzen schafte. Wenn, wo und von wmi sie aber erfunden worden, hatte man bisher» he-'tig gestritten, weil sich verschiedene Völcker und Städte diese Ehre zueignen wollen. Einige Schrift- steler hatten diese Erfindung so gar dem Sarurnius, andere, zum wenigsten die Wissenschaft, den Patriarchen, und Äda^m selbsten zuschreiben wollen, mit ebenso grosser Wahrscheinlichkeit, als in neuern Zeiten ein Gelehrter sich eingebildet habe, eine Stelle aus des Cicero Schriften Hütte öie Erfinder gar füq- iich ZO Lap. l. Veezeichm'ß li.ch auf die Gedanckeu bringen können. Aüeine/ diese alle wolle er auf einmal abweisen / wenn er einen gegründeten und wahrhaften Bericht von dem Ursprung der Buchdruckcrkunst liefern würde. Und nunmehro fangt er auch selbigen an. Um das Jahr -440. geriech Johann Gurcenberg, Johann Gc>nsfl.lsch, mit dem Zunahmen Gutten- berg, oder Johann zum Junten von Gurren, berg, von Geburt!) ein Straßbürger und Bürger zu Mayntz, oder, wie andere mit mehrern Recht wollen, ein Edelmann von zum Jungen, welcher, in Mayntz ein Hauß gleiches Namens, und in Vor Nahe einen Paliast, Gurtenberg genannt, hatte, zu Sttaßdurg auf die Erfindung der Buchdruckerkurst, welche er zu Mayntz zu Stande brachte. Sein erstes Unternehmen war sehr gering, und rn- vollkommen. Denn er schnitte in Tafeln von H»!tz einige Buchstaben und Wörter, und druckte sie als- denn ab. Nachdem er nun viele vergebliche Versuche gemacht und seine Güter dabey ziemlich verschwendet hatte, so entdeckte er sein Geheimniß Johann Medinbach, oder vielmehr N^eydenbach und Johann Faust von Ästhaffenbury, einen Gsldschirid, welcher ihm rreulichbeyftund. Du nun Peeee Schof- fer, lateinisch gebürtig von Gernshcim, sin Bedienter von ihm, gleichfalls einige Wissenschaft davon erfuhr, so wurde er mit darzu genommen, welcher vieles zu der ErSndung ihrer Kunst mit beygetragen hat. Nachdem sie sich nun alle Mühe gegeben hatten, so brachten sie endlich so viel heraus, vaß„ ^ Dieser Schrjf-stcllcr ist Joh^n-l TsWlS, Wie l'mutz oben §cl)Z!'tt haöekZt. ' der VSrttchmsrM Iubelschriften. z i daß sie allerhand Schäften auf Holtz, Steine und Metalle eingraben konnten, welche sie hernach vermöge einer dicken Farbe abdruckten Gegen das Jahr 1450. waren sie so weit gekommen, daß sie auf diess Art ein Alphabet, einen Donctt und Iohannis?a- nuensis csclioNcon verfertigten, woraufhernach einige Bücher mehr folgten, absonderlich das beruffe- ne 8^ecu!um KumsnT ^jutis. Dieses alles waren also weiter nichts, als Holtzschnitte, die man nicht mehr, wie die Chinesischen Holtzschnitte, als zum Abdruck einer cintzigen Seite, und eines emtzigen Buches brauchen konnte, welches sehr kostbahe war. Alsdenn schnitten sie gcmtzs Wörter, Sylben und Buchstaben von ihren Tafeln ab und setzten sis wieder znsammen, etwas neues damit zu verfertigen. Aber auch dieses kostete viel Zeit, Mühe und Geld. Gleichwohl musten sie sich damit behclffen, bis Gchöf- fer die Kunst Littern zu giessen ausgegrübclt hat, wie wir sie noch heut zu Tage haben. Als er nun Fausten ein gantz gegossenes Alphabet zeigte, so erfreute sich dieser dergestalt darüber, daß er ihm seine Tochter zur Frau gab und sich mit ihm verband. Unterdessen gab sich Guttenberg Mühe eine Dinte, oder vielmehr eine Druckerfarbe, zu erfinden, wiewohl ihm dieses einige absprechen, und ebenfalls Schösse:« zuschreiben. Sie packten demnach ihre höltzerne Buchstaben zusammen und brauchten selbige zu weiter nichts mehr, als guten Freunden zu zeugen. Hierauf fiengen sie eine Probe mit ihren ge» gvssenen Buchstaben zu machen an. Sie druckten die Cöllner Chronicke, eins Bibel und das bereits in Holtz geschnittene csüiuüLon zum andern mal, jedoch ohne Benennung des Olts und der Zahrzahl. Z2 Cap. !. Verzcichm'ß Unv dieses sind die allerersten gedruckten Bücher in der Welt. Sie hielten sich in dem Hause zum junge»/ welches Gurrenberg gehörte, und von der Zeit an nur das Buchdruckerhauß genennet wurde, gantz stille und in geheim auf, damit ihre Kunst nicht entdeckt würde." Faust brachte hierauf eine gross Anzahl Bibeln nach Pariß zum Verkauf. Weil aber die Kaufer eine ausserordemliche Gleichheit darinnen fanden, die es noch vor geschrieben hielten, so be- schuldigten sie ihn einer Hererey, daß er auch genö- thl'get wurde Pariß zu verlassen. Er fiohe also in aller Eil nach Mayntz, und von dar nach Straßburg, allwo er Johann NUcmeln die Kunst entdeckte. Der erworbene Gewinnst gab Gelegenheit, daß sich die ersten Erfinder veruneinigten. Weil sich nun Guttenberg beleydiget befand, und vor Gcrichtdie Sache verlohr, so gieng er nach Straßburg und richtete daselbst mit einigen Gehülfen eineDnickenv an, welches um das Jahr 1455. geschahe. Weil es ihm aber auch hier nicht nach seinem Sinn gienq, so verfügte er sich 14;?. nach Haarlem und legte daselbst eine Drucksrey an. Der Ruf von der zu Haarlem errichteten Buchdruckerey kam bald nach Engelland, dahero der Eantzler von der hohen Schule zu Orforv Thomas Bourchier sogleich Robert Tournor nebst einem Kauffmann VOilhelm Caxton nach Holland schickte, Nachricht davon einzuziehen. Sie wachten es auch so weit, daß sie Friedrich von Corselles, einen Mitarbeiter des Guttenbercp, mit Gelo bestachen, und ihn nach Oxford überschifften. Aller Wahrscheinlichkeit nach mag man diese Untreue mit Genofleisch zu Straßburg, und mit Hausccn zn Haarlem vermenget haben. Unterdessen ver- der vornehmsten Iubelschn'frett. zz verließ Gmc^nberg Haarlem gar bald wieder, und kehrte nach Mayntz zurücke, allwo er ^. 1465. bey dem Churfürsten Adolph von Nassau in Dienste gieng, und daselbst 1468 gestorben ist. Faust und Gchöffer sehten unterdessen ihre Druckeret) zu Mayntz fort und lieferten acht Monath.' nach ihrer Trennung mit Gucrenberg den Psalmen Davids 1457. allwo man am Ende folgende Worte ließt: i^iens PHl^ moi'um ^^c!ex venuli^te LLpitslium tlecorztu8> ru^ izricgrionibu8L>ue luKeienter lli5tin^us. ^6in- uenmone siriiiciotg imprimen^i sc crisssKensgndi dbsczue csismi ex^rstione eKZisrus ^ s6 eule^- tzjgm Vei incluklie elt conlummgtu8. ?er josn- tiem fuli ciuem moguntinum^petrum tcKoiKe^ 6e AernsKeim snn« ciomini >1illelllnc> cccclvij» !n vi- ^ilig gillimpcünis. Bon Guttenberg weiß man kein einziges Buch in der Welt, welches er gedruckt und mit seinem Namen bezeichnet hätte. Unterdessen ist es doch eine ausgemachte Sache, daß Tiohann Gmrenberg, Johann Faust, und Peter Gchöffer folgende Bücher mit einander zu erst gedruckt: 1) l'sbutzrn ^becelisrigm. ^- 2) vvttzmm. z) CgtliolicoN IN tolivz Welches lauter Holtzschnitte gewesen Mit gegossenen Buchstaben aber haben sie alle dreye gemeinschaftlich Verfertiget: 1) Lldiig t.stins. in zwey grossen tolm Banden. 2) (Izrliolicön Fo6?m/> in tt?l. Die ürigen Bücher, so Faust und Gchöffer mit einander Meine gedruckt, sind folgende : C Lctp. l. Verzeichniß 1) e5gjmorum Lvljezc.14.57. in groß 4. oder in kleitt toZio. 2) ^)tt^/?^ rstiongle Oluinorum oKciorum 1459. in tolio. z) L/e?/?^//V. ?. IVl. LonKitutione«, 1460. in kolio. 4) dsrnolicon ^o^^//// 1460. itt kolic, welches die andere Auflage mit gcgosscnen Buchstaben ist. 5) LleKoris A ^rc.Kj'epitcopl ^o^un» tini, icris>rum puolicuwmcgullgtugsclueiius^ciol- pkum l"l)mitem ^sssvuium. Man weiß heut zu Tage kein Exemplar, dahew das Format und das Jahr schwer zu bestimmen. 6) Libiis LZrinii, 1462. LZitio II. in zwey Bänden in 5c,I. 7) Lilzliomm lZermsnicorum eclitio ^oguntins, 1462. in Folio. Diese rare Bibel hat Herr Senget zu erst bekannt gemacht in seinem ^xosrarü Lririco p. 641. 8) Fo??//>/^ Vlll. Lexw8 Decretsllum l.ilze5^ 1465. iolio. 9) t??-?e?-oÄ^ oNcis ?Sr»^oxg, 1465. ingroß4» oder klein foüo. Dieses sind demnach die allerersten gedruckten Bücher von Faust und Gchössern. Man hat noch einige wenige, welche zwar weder den Ort noch dett Drucker anzeigen; Druck und Pavpier aber beweisen, daß sie ebenfalls von diesen Männern gedruckt worden sind. Denn man trift daselbst keine Colu- mnen Ziffern, keine Signatur/ keinen Haupt-unv Columncntitel, keine Zuschrift, oder Vorrede, keine Anfangs-Vuchstaben, keine andere Unterscheidungszeichen , als ein Punct an. Eben so sind auch die er- der vorttchmfleN InbsWttfren. z 5 ftern besck)affm. Nach Hustens Tod, welcher vermuthlich »466. oder 1467. sich zugetragen, führte Gchöffer die Druckerey alleine fort. Biß Hieher haben wir die unbekannten Wahrheiten des Herrn Marchands gantz unpavtheyisch und ohne Beurtheilung vorgetragen, worauf man mir sehnlichen Verlangen gewarter hat. Ich meines Theils Habs nach der geringen Wissenschaft, Vie ich hierinnen besitze, nicht das mindeste gelernet. M-allmkrot hat so wohl dem Herrn Verfasser, als mir gute Dienste gethan. Jedoch mit diesem Unterschied, daß sich Herr Mar- chund insgemein auf die Zeugnisse desselben schlechterdings verlassen hat, ohne zu untersuchen, ob auch Mallmkrot die Worte richtig angeführet hat. Ich hingegen habe demselben nicht getrauet, sondern dis Stellen selbften nachgeschlagen und untersuchet, ob es sich auch also verhielte. Das Verzeichniß der von den ersten Ersinoern gedruckten Büchern, ist auch keine Herenmeisterey, weil wir selbige in tNaittm'cs Hnnsj>I)U8, in Fc'^/^M/ jncu5>2t)u!i8 l^pvAl'gpKike und anNrn Schriftstellern mehr lesen. Aus eben diesen Quellen ist auch das Verzeichnis) der Bücher genommen , welche bis zu Ende des XV- Jahrhunderts an allen Orten gedruckt worden sind. Er hat selbiger in allen hundert und sieben und achtzig nahmhaft gemacht. Daß aber dieses Verzeichnis höchst unvollkommen sey, beweißt Johann -Heinrich L.e:chs Sup^ plememum UgiltZingnum gar deutlich, indem ex daselbst hundert und etliche dreyßig Bücher angeführt, welche alle von »479- bis 1499. ans Licht getreten sind, wovon in Mairrm'rs /wng!. nichts stehet. Herr Marchand har auch von den wenigsten etwas gewußt, und hier und da manchen Fehltritt C s regem- zs Lap. I. Verzeichnisi begangen, wovon Herr Sünemann in seiner Kon- tiu 8criptnrum eciicorum st^üe ineclirol-um p. 40. hinlängliche Proben gegeben hat. Es hat nemlich Herr Nlarchand aus dem bekannten Buchdrucker zu Nürnberg Roburgern eine Stadt Roburggema- chet, allwo man 1482. die Büchdruckerkünst getrieben hat- p. I. p. 77, und ?. II.p. 140. Jngleichen hat er sich auch die Freyheitgenommen aus denWor- ten «7-^ einen Ort zu machen welcher LiKsrcl! heißt, allwo man 1485. Bücher gedruckt hat. Der bekannte Augustiner Mönch Jordan hat die Ehre, daß er nunmehr» auch zu einer Stadt gemacht worden ist. Herr Marchand sagt uns, daß ein Buch ^rricuü psllionig dkrilti cum "I'^enremg- ris vocumenris: ^o?-^??//> (zu Jordan) gedruckt sey, p. 85- l- Er hat ferner gesetzt, zu Rostock wäre 1474. die erste Ausgabe des Aacrantit besorgt worden, welches abermals wider die Wahrheit. Denn sie kam 1488- zu Wittenberg heraus. Von der alten CöllnischenChronicke hat er t^irione« von 1489. 1490 l494. angeführt, wovon keine in dcrWeltist. Man hat nichts mehr, als eine von 1499 Berulms heißt allemal fälschlich Betulejus p. 5. und anders wo. So weit Herr Bünemann, Endlich folgen noch einige nicht unangenehme Anmerckungen, welche die alten Bücher betreffen. Einige davon, spricht er, sind zweifelhaft, wenn sie gedruckt worden, andere werden schlechterdings'aus Irrthum alrer, oder jünger gemacht, ais sie sind. Bey einigen hat man mit Fleiß die Jahrzahl verändert, bey andern ist sie uner- forschlich, worunter er folgende rechnet: KnorMiin /^nno vumini K!, lc'. Vjili. er erklahrt selbige vor 1499. und dieses hat seine Nichtigkeit. Denn der der vornehmsten Jubelschriften. 37, her Buchdrucker hat sonder Zweifel das I. vor X. gesetzt. Ist denn nun dieses unerforschlich? Endlich wird der erste Theil mit einem Verzeichniß derjenigen Schriftsteller beschlossen, welche von dem Ursprung der Buchdruckerkunst gehandelt haben. In dem andern Theil werden verschiedene Schriften entweder zum Theil, oder gantz eingerückt, welche zum Beweiß des ersten Theils dienen können. Das !) Zeugniß ist aus der alten Cölinischen Chronicke, nach der Übersetzung Mallinkrocsgenom-' men. In Herrn Prof. LVolftns!^nnumem. stehet es I'om. I. p. 62 s. II) Aus dem Crithemio und zwar ») aus dessen ^xKoirslioniKu-i sä >lonscno5z steht abermals in cvolftnl. I. p. 586. d) aus des-' sen Lpiltolis, in XVolftn 1'. I. p. 264. c) aus dem LKromco Spsnlieimenii, bey IVolfen ^.!. Z l 5. 6) aus den Annslilzus!-iil-xguAlenl'ldu8 in VÖolfen ll. p 6^5. lll) Johann Schössers Zeugniß aus der Zuschrift an den Kayser tNaximilian t. bey dem teutschen L.wlo. Xvolfl'. Ii. p. 655. und ^. II. 1157. Aus dem Schluß des Kieuisr.l »ittciris- rum IVirKem. S- rvolftn 1?. I. p 27z. IV)^oS. ^^cV/^/// Cncomium ezlco^i-gpkis?. Steht bey rvolftn 'I'. I. p. 1. i^czq. V) ^e// Ao^s 0,5- ler-rstiunculg cls ori^ine l^poZl-gpnin, bey XVol- fttt '5. l. p. 296. feocz. VI) ^V/eo/. ^v?^ Dill. l'vpoZi'a.'zniN Inuenrione, bey ^lVolfen 1. l. p. 255. VU ) /Am-. 5/7/?»?/^ cle 'I'^po^rgpKiNlN. ueritinne verillimg tiitrorig' bey LVslfen I. ?- 702. ieczq. VII) c?/?^^/ /V?//-/e clsnx !es gclclition s l' Kilioire c!e ^ouis XI. bey Herrn vl?olfen lateinisch Übersetzet ^. I. p. 486. leczcz. IX) v 5ertIri»n 5ur i'osi^ine 6e l'imxrimerie psr ^/?>?»s C Z und ZF Cap. I. Verzeichnis und dieses ist das erste Stück, so nicht in rvolfen stehet. X) M'c-/?. Mtt't/56?>e Ujjs. cie oii^ins I'v- poZl'gpKi«:, aus desselben ^NNZÜ!ZU8. Herr Wolf hat diese Stelle auch bemerckt, aber nicht eingerückt, weil dieses Buch die meisten Gelehrten kennen und vielleicht besitzen. Wenn man nun wegnimmt, was in Herrn VOolfens .^onumeriri^ stehet, so bleibtsehr wenig übrig, dahero dieser andere Theil demjenigen gantz überflüßig ist,, welcher lVotftns ^lc>n»menrs besitzt Es wundert mich dahero nicht wenig, wie ein vornehmer Gelehrter so eifrig hat wünschen können , daß doch dieses Buch entweder in Teutschland wieder gedruckt, oder in eine andere Sprache übersetzt werden mögte. Warum eckelt uns doch vor den Schriften unserer Landsleure so sehr? Muß denn alles Holländisch seyn? Gleichsam, als wenn die Teutschen die Quellen der Wissenschaften nicht eben so gut^ als Ausländer wüßten? Jedoch wir enthalten uns des gerechten Eifers vor unsere Landsleute. Man hat aus Unwissenheit gestrauchelt. Denn der Wunsch war nur aufeinevortheilhaffte Einbildung gebauet, indem man das Buch noch nicht gesehen hatte. Herrn Mar- chanden sprechen wir indessen nicht alles Lob ab. Nein! Wir erkennen seine Arbeit vor diejenigen allerdings nützlich, welche die lateinische , oder unsere Muttersprache nicht verstehen Sein Vertrag ist bescheiden und lebhafft. Druck und Pappier ist dabey recht fein, daß man mit Lust darinnen ließt. Z- , das ist: ßnryvefäste Historie derBuchdrnc?erey, rvormnen von dieser xdlen Runst Ursprünge und Anfange, Aus- der vornehmsten Jubelschriftett. zs Ausbreitung, Verbesserung, Zierrachen, Nuyen, wie nicht Weniger, ronderBuchdrucker Eigenschaften und Pflichten, und dann von anderer Verhaltengegen dieselbe und deren Runsrverrvandten kürylich gehandelt wird, bey dem dritten Jubelfest derselben, Welches dieses Jahr aufIohan- ms-Taggefeyerrwird, entWorffenvon Friedrich Christian Lessem, der Rirchen F. ^?>^^> im Berge und L. zu Nord- Hausen /'//Lo'/-, des Wayseuhauses und der kaiserlichen ^<7n der Einleitung erzehlet der Herr Verfasser diejenigen Schriftsteller, welche vor ihm von der Buchdruckerkunst geschrieben habeu. Er glaubt aber, und das mit Recht, daß seine Bemühung deßwegen nicht überflüßig seyn würde, weil er vieles gesammlet, welches man sonsten vergeblich suchen wird. Hierauf Handel; er im l. Capitel von dem Ursprung und Anfange der Buchdruckers». Nachdem er die verschiedenen Meynungen angeführet, da einige glauben, die Buchdruckerkunst wäre zu The- mistan,oder Mexico, andere m China , und wieder andere in Italien, oder Franckreich erfunden worden ; So erklart sr sich billig vor Teutschland. Aber auch hier sind die Gelehrten wegen des Orts nicht einstimmig. Haarlem maßt sich diese Ehre an. Einiger Massen gesteht ihr auch besser selbige zu, nemlich Rüster Buchstaben in Holtz geschnitten, hernach selbige abgedruckt habe. MM , dc^ C 4 ' 4» Cap. I. Verzeichnis nicht nach unserer heutigen Art gedruckt, wovon doch die Frage ist. Straßdurg will auch Antheil haben, welchen er ihr abspricht. Mayntz hingegen ist der wahre Geburthsort, welches erwiesen wird. Gleichwie man wegen des Orts, also ist man auch wegen des Erfinders nicht einig Bald soll es Garurnus, bald Johann Regiomonranus, bald!7iico!aus Ian- son, oder Jenson, einFrantzose, bald Johann S.o- renz Coster, oder Rüster, bald Johann Mentel seyn. Alleine die stärckiien Beweise fallen vor Gurren- berg, Fausten und Schössern aus Nun kömmt er p. zs. auf die Zeit der Erfindung, welche ins Jahr 1420 (welches vermuthlich ein Druckfehlerund 1440 helfen soll- fällt, ob die Scribenten gleich hierinnen unterschiedene Meynungen hegen; Im !!. Capitel wiry von der Ausbreitung der Buchdruckerey gehandelt. Diese Ausbreitung beförderten absonderlich zwey Umstände. Einmal die Uneinigkeit zwischen den beyden ersten Erfindern, und hernach die Einnehmung der Stadt Mayntz- Nicht nur in Teutschland, sondern auch in Portugal!, Franckreich, EngellaM Italien, Holland, Schweitz und andern Orten wurde diese Kunst gar bald bekannt, wovon alltrhanv, Proben angeführet werden ; Jm IIl.erzehltder Herr Verfasser die Ausbreitung der Druckerei) in andere Lander. Klöster, Waysenhänser und privat Leure nahmen diese Knnstwillig auf Gantze Gesellschaften traten zusammen und an den unbekanntesten Or- ren, auch so gar in Moscau und in der Türckey, wurden Druckcreyen angelegt. Und nunmehro weiß man auch in Tranqvebar und in Batavia m Indien davon. Gleichwohl entstehet die Frage: ob die alte Buchdruckerey per heutigen, oder die heutige der " alten der vornehmsten Jubelschriften. 41 alten vorzuziehen sey? Hievon eröffnet der Herr Verfasser seine Gedancken im IV, Capitel, allws er von der nach und nach geschehenen Verbesserung der Buch- druckerey handelt. Bey dieser Gelegenheit werden die Vorzüge und Mangel von beyden Seiten umständlich angeführet, und absonderlich die Menge der Alphabete, welche heut zu Tage in Druckereyen gefunden werden, bemercket; Im V. Capitel lesen wir von den Zierrathen der Buchdrucker, nemlich ihren Nahmenö-Chiffren/ Zeichen, Wappen, Leisten, Finalstöcken und andern Holtzschnitten. Hier kommen sehr siele merckwürdige Anmerckungen vor. Der Hochehrw.Herr Verfasser wird mir gütigst erlauben, daß ich mir aus diesem.Capitel p. 255. und 256. meine eigene Lvorre, so in meinem ersten Theil von Worrzu Wort p.^oz^ecz. stehen, vindi- cire. Vermuthlich hat er mich zu nennen vergessen. Welches er sonsten fleißig gethan, einige wenige Stellen noch ausgenommen, die ich gerne verschweige, weil sie nicht so augenscheinlich sind. Ich erinnere dieses nur deswegen, damit man mich nicht beschuldigen möge, als wenn ich ihn ausgeschrieben hatte; Im VI. Capitel wird der mannigfaltige Nutzen derBuch- druckerey vor Augen geleget; Das Vll. Capitel zeigt uns die Eigenschaften und Pflichten der Buchdrucker. Hier werden absonderlich in einer löblichen Ausschweifung die gelehrten Buchdrucker nahmhast gemacht Das Vlil. und letzte Capitel handelt von denen Pflichten, welche man in Ansehung der Buch- druckerey zu beobachten hat. Ich bekenne nochmals . daß ich aus diesem Buch viel gelernet habe, davor ich dem Herrn Verfasser den gebührenden Dcmck abstatte. Wenn sich mehr Liebhaber fan- C 5 den. 42 Lap. I. Verzeichniß den, die uns in diesem Stück hülfreiche Hand böthen, so wäre zu hoffen, daß man mit der Zeit eine vollständige Buchdrucker - Historie liefern könnte. Ein Mann kan unmöglich alles sehen. Dahero man dis wenigen Fehler, so mit untergelauffen,,gerne übersehen wird. Wir sind Menschen. §. ^ Drittes Jubelfest der BuchdruckeeLunst, ödes? Christliches Denck-und Danckmahl dem allerhöchsten GGte zu Ehren, wegen der vor dreyhundert Jahren erfundenen und bisher erhaltenen edlen Buchdruckerkunst, rvsrmnen von Erfindung, Ausbreitung und Verbesserung, vom Nuyen, L.ob und 8ürtreff!lchßeic,vsm rechten Gebrauch, und Mißbrauch derselben gehandelt rvird, jammt einer Vorrede Herrn M Georg Cun» rad Niegers, Pfarrers zu Sc. L.eonhard in Stucegard, aufgerichtet von M. Wilhelm Jeremias Jacob Clessen, Diacono der Evangelischen Rirchen in L.udu?igsburg. Gotha, 1740. m 8. vom 1. Alphabet. in ziemlich langer Titel. Und dennoch sagt er noch nicht alles, was er sagen sollte. Denn am Ende findet man Johann Schmidts drey Christliche Danck-Prsdigten, so 164c,, zu Straßburg gehalten und gedruckt worden, ingleichen //tNT'/n' ^6-/5»-? o5gtl»nem cle 1 ^po^riZpKlX, ^rAemorsu inuenrs?, äiuinirsre, angehängt, wovon der Titel nichts sagt. Die gelehrte Vorrede des Herrn Pfar. Riegers ist lesenswMh. Erstlich giebt er der pspnehmstett Jubelschrifcett. 4Z er uns darinnen eine notydürfftige Nachricht von dem Anfang und Fortgang der Buchdruckerey des Herrn Reyhers zu Gocha, welche ich mir bereits in meinem I!. Theil p- 4?- zu Nutze gemacht habe. Alsdenn bringt er eine kurtze Erzehlung von Schwaben und Würtenberg, in Ansehung der Buchdruckers), bey, Von Herrn Clesiens Arbeit urtheilt er nicht unrecht, wenn er 9.9. schreibt- es hatte derjenige keine critische und bloß gelehrte Historie schreiben wollen; Er hätte sich einer maßig erhabnen Schreibart bedienet, und vornehmlich dahin gesehen, daß er überall die göttlichen Fußtapffen bemercket. Für eine Ermunterung zur Danckbarkeit wegen der erfundenen Buchdruckerey wird man diese Schrift auch gelten lassen, welche aus drey Capiteln besteht. Das I. stellet die Buchdruckörkunst vor in ihrem Anfang, Ausbreitung und Verbesserung; Das ll. in ihrer allgemeinen und unaussprechlichen Nutzbarkeit; und das lil. in Christlicher Einrichtung und heilsamer Anwendung derselbigen zum rechten Gebrauch und Vermeidung des Mißbrauchs. Daß es aber eins gründliche und vollständige Erzehlung heissen soll, will ich andern zu beurtheilen überlassen, wie es der Herr Verfasser mit der Entscheidung der Frage: Ob die Buchdruckerkunst zu Straßburg, oder zu Mayntz erfunden worden, gemacht hat. Er schreib! p. 24. also: „Die Beweggründe', welche jeder Theil „vorbringt, smd si> beschaffen, daß es schwehr stehet, „der einem diese EKre ab, und hingegen der andern „di-'selbe zmufp?ecbsn. Man wird am besten mit zod'.'M Palämon beym Nirailsy jagen: ^Von ??.?/??'tt»?> vo/ eoM/>o?/?»v „Wir wollen dahery beyderley Peweißthümer, so :Mi 44 Cap. l. Verzeichniß ^viel möglich anführen , und dem geneigten Leser das „Urtheil überlassen," Wie aber? Wenn die meisten Leser ungelehrte sind, vor welche dieses Buch hauptsachlich geschrieben zu seyn scheinet, was sollen diese vor em Urtheil fällen ? ^x^^M^N^'BÄBsK'-r/^ , ^ , ' - ' §, V- /?. Martin L.uchers merkwürdige? Send- briefvom Dollme?schen, nebst eben dessel« den erläuterten Aussprüchen von der Such- druckerey und den Buchdruckern, als einem beytrage zu der dritten Jubelfeyer ausgefertiget von M. Daniel Peucer, Rect. zu Z7?aumburg» Leipzig, 1740. in 8. von 10. Bogen. ^ur das letzte Stücke^ nemlich die merckwür- , digen Aussprüche L.ucheri gehören Hieher. In der Vorrede darzu wird ein Brief von Johann ^robenius an V.L.uchern, aus dem lateinischen ins teutsche übersetzt, mitgetheilt. Alsdenn wird im l. Capitel L.urheri AuSspruch von der sonderbaren Nutzbarkeit der Buchdruckerey mitgetheilet. Es steht selbiger in den Tischreden p, 480, Das II. tzapitel enthalt L.ucheri Aussprüche und Erinnerung zur christlichen Vorsichtigkeit, Behutsamkeit und Klugheit der Buchdrucker seiner Zeit; Das III. Capitel giebt uns L.ucheri Aussprüche und Warnung wider den unbefugten Nachdruck auch guter Bücher zu lesen. Ein Anhang eines Ausspruchcs L.ucheri von Vorreden anderer, die auf der Buchdrucker Ansinnen , den Büchern pflegen vorgesetzt zu werden, schließt. Überall der vornehmsten Jubelschriften. 45 überall werden zu wuchert Worte kurtze Erläuterungen gesetzet. § VI. /)e 07/^/^ ^ ?^c>^»-/?/>^/poAsöp!i>W i-iplieiM sb eius ori'Ame »ä snnum 1518- Den Be- 46 Cüp. t. Vcrzeichniß V Beschluß macht ein 8upolememurn l^ibl-oi-um S^c. XV. exLU^vrum sä M-c^. ^//?/?t6/>/?' /^nnskes ex Li- diiorkeci8 pudüci« l^liea/wus, welchem erst eine vigtribe cle lib^isügrio incins, inglei^HeN eine vizlei^ ugtin 6e iiblis czuibiz^clgm 6iLc.. X V. i'nprellixvorge- fetzt ist. Es steckt in diesen wenigen Bogen ungemein viel Fleiß, ob der Herr B^'iÄsftr gleich verschiedene Vorgänger hierinnen gehabt hat, welche er aus Bescheidenheit nicht nennet, wenn er sie widerlegen will. Auch mir hat man dergleichen Höflichkeit wiederfahren lassen. Ich will aber so aufrichtig seyn und mich selbsten nennen. Denn p 4. spricht! er: Csgiebteinige, welche, jedoch mir wenig Wahrscheinlichkeit, murhmassen, daß Andreas Frlßner zu allererst eine Äuchdruckerey nach Leipzig gebracht (imuülle) habe. Unter diesen einigen stecke ich nun auch mit, weil ich diese Mulhmassung in meinem ersten Theil l>. 84- zum Vorschein gebracht habe. Die Ursache, warum er diese Muthmassung nicht vor wahrscheinlich annehmen kan , ist folgende: Herr Hrißner war hier zu L ipzig ein öffentlicher Lehrer der Gottes- gelahrheit, und hernach gar Nector Magnificus. Diese Ehrenämter sind mirwichtigen Geschäften verknüpft, folglich ist es nicht wahrscheinlich, daß er zugleich Äüch?r gedruckt habe Man weiß auch kein eintziges anzuführen. Alleine / es ist ja die Frage nicht, ob er sich als Nector Magnificus, oder als ein öffentlicher Lehrer in die Druckereygesteliet. und ven Winckelhacken, oder den Bengel in die Hände genommen habe? Dieses lasse ich mir selbsten nicht träumen. Sondern die Frage ist: ob er eine Druckerei), und zwar die erste in Leipzig aufgerichtet hqhe? Und dieses bejahe ich, als eine Muthmassung, bis der UHMehmstM Jubelschtifeett. 47 bis diese Stunde noch. Meine Gründe sind diese: Frißner ist ein grosser Liebhaber der Buchdruckerey; Er wird ein Corrector, und tritt so garmitGensen- schmidt in Gesellschafft; Endlich trennt er sich von Gensenschmidc und legt eine eigene Druckerey an. Bey diesen Umständen wird er als ein öffentlicher Lehrer nach Leipzig 1479. beruften. Woher will man erweisen, daß er seine Buchdruckerey in Nürnberg verkauft hat, umsonst hat er sie daselbst auch nicht gelassen, folglich muß er sie mit nach Leipzig gebracht? und daselbst aufgerichtet haben; Daß er sie mit dahin gebracht hat, beweißt ja sein Testament mit klaren Worten, da er seine Druckerey mit allem Zu- oehör dem Lonvenw! ki^rrum i?rWclicstorum vee» machthat. Biß Hieher ist alles untrüglich wahr. Die Muthmaßung aber entsteht bey der Frage: ob Meißner die erste Druckerey in Leipzig aufgerichtet habe? Ich glaubevieses deßwegen, weil Frißner seine Druckerey vermuthlich 1475. mit nach Leipzig gebracht , und weil man kein Buch anführen kan, daß älter, oder vor 1479. allhier gedruckt worden wäre; Kan man mir dieses beweisen , so will ich meine Muthmassung gerne fahren lassen. So lange aber dieses nicht geschiehet, so kan ich nicht sehen, warum man mir die Wahr- scheinlichkeit absprechen will; Könnte ich freylich Bücher ausweisen, so 8nßners Namen führten, so dürfte ich nicht mehr glauben, sondern ich wüßte es gewiß. Unterdessen sind Doch einige von 1481. 1482» ohne Benennung des Buchdruckers bekannt. Ehedesscn stund ich in den Gedancken^ man wiss: kein älteres Buch, so hier gedruckt worden ist, als vom Jahr 1487° Nunmehro aber dürste ich bey nahe meine Gedancken andern. Doch nein. Es halten mich noch zwey Umftan- Cap. I. Verzei'chntß de oaoon ad Das Buch soll folgendes seyn : ^o/i. cje.^lumei-ui um ci'^irms, (Zeim^nice. I^ip^Ic per Lo?^-.?^/ ^/^/o/e?/, »480. Erstlich mögte ich wissen, ob sich dieses Buch würckiich all- hier auf einer Bibliotheck befände, und von dem Herrn Verfasser in Augenschein genommen worden wäre, oder wo sich diese Nachricht herschriebe? So lange ich hievon nichr überzeugt, so r'an ich noch keinen Beyfall finden. Zumal mir folgende Dingö noch bedencklich vorkommen Das Buch soll teutsch ((Ze^msn ee steht ausdrücklich da) geschrieben seyn, warum hat es es denn einen ins Lateinische übersetzten Mul bekommen, da man die andern teutschen Titel beybehalten hat? Man hat kein Format angegeben, welches doch sonsten auf das genaueste beobachtet worden ist. Diese Umstände flössen tnie vcchero noch immer zweiffelhafte Gedancken ein , ob es nicht mit dem p. 64. angeführten Buch : Rechnungen auf alle Aauffmannschaffcett durch Cour. Rachetsf?» 1489. vermenget worden sey. Dcchero ich noch immer glaube, es sey kein älteres Buch als vom Jahr 1481. Der Herr Verfasser führt es auch an. Bey ihm heißt der Titel p. 6z. also: l)e fucul'i« i.kriltisnul'um triumpkiö in Zzi'g- cenlla lup^l- ^p«cslv- plmi ilsru eLclelie Ll) snno ^slucis ^retent'!. Z!cer ^iLLcc^XXXl. (da es nemlich gevruät worden) v«czue sc! ^'nein munUi >rl>m. Am ^ Ende sollen folgende Worte stehen: Lx c?e!üug tvZticLc^XXX. 6ie XXXI. w^ni I-1 5sd3t» 5e- cunclo coinpietuni. !mvl-ell>m LIp^K snnc» /e. «zuenre ^üicet lVlLLLcl.XXXl. in u'oü.'lw ^i- cnse!i8. Entweder mein Titel, oder des Herrn Verfassers Titel ist falsch. G'sehen habe ich das Buch nicht selbsten. Ich habe aber meine Männer, denen ich getrauet habe, nemlich Müllers wcunz- Kulis 9. UNd l) V. iL. L.ösiHers 8uppierr k-nw dg^ ts!. ^gitt-^ir. p. 244. in dessen Sri'omgr. Wo aber der Herr.Verfasser seine Nachricht herhar, hat er uns m'cht' genieldet, welches ich doch gerne gesehen hatte, damit ich hatte untersuchen können ? ob ich ge- fehlr, oder Recht hätte. Ich glaube also das letztere, so lange > bis ich des, erstem überfuhrt werde. Dieses alles habe ich lediglich aus der Absicht erinnert, weil ich die Wahrheit gerne wissen will- Habe ich wo gelrrek, so lajje ich mich gerne lencken. ZH bekenne es? und beßre mich. Daß ich aber sagen soll> ich habe gefehlet, wo ich nicht gründlich über? zeugt werde, wird mir niemand zunmchm können tz. M ' ^ Merckwürdiges Gespra ck im Reiche her Tod' V ' m? zo Cap. I. Verzeichnis; ten zwischen den ersten Erfindern der SuchdrucLerbunsi, worinne von dem Ursprung, Fortgang und übrigen Schicksäaien derselben gehandelt und ins besondere der Gradt tNayny der Ruhm von der Erfindung solcher Runstvindicirtwird: in dem dritten Äuchdrucker-Judilao der curiöftn Welt nebst einigen remarquablen Neuigkeiten aus dem Reiche der lebendige» mitgetheilet, Erfurth,-740, in 8- von 8. Bogen. Db gleich der Verfertiger dieses Gespräches nicht der ordentliche und bekannte Verfasser der Gespräche im Reiche der Todten ist; So kommt er ihm doch in Ansehung des Vortrags gantz nahe, Vor Gelehrte ist dieses Gesprach freylich nicht geschrieben. Unterdessen ist es doch vor Leute, die keine Wissenschaften besitzen, und auch gerne hievon was lesen mögten, nicht undienlich Die redenden Personen sind Gurcenberg/ Zaust, Schöffer, Mentelin, und endlich ein Secrerair. Einem jeden wird in den Mund gegeben, was er sich anmassen kan Und zwar also, daß Gurcenberg den Vorzug erhält. Einige Neuigkeiten machen den Beschluß. §. VAl. Gepriesenes Andencken von Erfindung der Buchdruckerey, wie solches in Leipzig beym Schluß des dritten Jahrhunderts von den gesammren Buchdruckern daftlbst gefeyere worden. In den Buchdruckereyen in Leipzig, 1740. in 4. i.Alvy. 6. Bogen. Nun- dev VStnehmscett Jubelschriftett. 51 Nunmehro komme ich näher zu meinem Endzweck. Da ich neu-uch kürtzlich diejenigen Schriften anführen wüi, weiche bey Gelegenheit der Gedächtnißfeyer der erfundenen Buchdruckerkunst herausgegeben worden , su.d. Die bis Hieher angeführten Schriften sinv noch vorher ans Licht getreten. Ich mache billig v9n derjenigen Stavt Ven Anfang, aliwo ichzeir- hsco als ein Auslänoer viele Zayre meinen hinlänglichen Unterhall gefunden, worzu die eole Buchdru- ckerkunjt das ihnge redllch beygetragen hat Diese Schrift, welche auf Kosten der Buchvruckergesell- schafr Lurch den Druck bekannt gemacht worden, enthalt erstlich eine historische Nachricht von dem dritten Buchdruckerjubilao, wie solches in Leipzig, im Jahr 1740. begangen worden. Hievon liefere ich keinen Auszug, weil ich im folgenden !V. Capitel besonders duvon reden werde. Alsdenn folgt ein Ver- zeichmß der sämmtlichen Kunstverwandten. Buchdruckerherren befinden sich zur Zeit allhier achtzehen. In meinem ersten Theil p. 129. habe ich selbige alle nahmhast gemacht. Seit der Zeit ist Herr Christian Samuel Rrug, von Magdeburg, noch dazu gekommen. Kunstverwandte waren hundert und sieben und dreyßig bey der Jubelfeyer gegenwartig, welche wircklich in Arbeit stunden, ausserdem befanden sich auch noch funffzehn allhier, welche nichr in Arbeit waren. Dergleichen Anzahl in wenig Städten zu finden seyn wird- Hieraufstehen in dieser Sammlung folgende Schriften: I) Auszügeaus den Predigten, die am Johannistage, vor der Jubelfeyer, allhier und in Grimma gehalten worden-; l!) Emla- dungsschrift des Dechanten der löblichen philosophischen Facultüt Herrn Prof. Friedrich tNmyms, D 2 zu 52 Cüp. s. Verzeichniß zu der Jubelrede. I!!) Lob^und Gcdächtnißrede auf die Erfindung der Vuchdruckerrunst, gehalten von Herrn Prof. Elorescheden; IV) Ccmtara, welche theils vor, theils nach der Rede abgesungen worden; V) Ode auf die Gedächtnißseyer der vor dreihundert Jahren erfundenen Buchdruckerkunst, von L.mjl Zjdelg. Vict. Gottsched:,,; V!) Das Program- ma, womit Herr M Ertteffi zu einer Redeübung auf der Thomasschule, als Neccor derselben, eingeladen; VII) Cgi-mms in ^^pt'^i spkiss li Ienne8Xcu- Isre reirium ce!ebl-snim l.ipsi!?; Vlll) Lobgedichte, welche bey der Gedachrnißfeyer der vor dceyhundert Jahren erfundenen Buchdruckerkunst verfertiget worden. (*) Hierinnen finden sich gewiß rechte Meisterstücke. §. IX. Der löblichen Buchdruckergesellschaft zu Dreß- den Iubelgeschichte, A. ^740. den 24. und 25.Ium'k, mit einer Vorrede Herrn Christian (*) Hier will mir der Raum nicht verstatten weder einige noch alle Gedichte, so bey Gelegenheit dieser Feyer ans Licht getreten sind, einzurücken. So bald ich aber mercken werde, daß ich einen Danck bey den Liebhabern der Dichtkunst erwerben konnte, so wollte ich selbige in ein besonders Bändgen zusammen drucken lassen. So viel ist gewiß, daß einige darunter sind, welche gar wohl verdienen, daß man sts zweymal ließt, obgleich andere kaum werth! sind, daß man sie einmahl ließt» der vornehmsten Jubelschriften. 5z stian Schöttgens, Recroris der Schulen zum Heiligen Lreutz. Dreßden, gedruckt aufKosten der Buchdrucker- Societät, in 4. von 8. Bogen. In der gelehrten Vorrede giebt uns der Herr Rect. Schötrgen eine Nachricht von drey Buchdruckereyen, welche ehedem zuMerseburg, zu Eilen- burg und zu G'.imma gewesen, oder gewe-en seyn sollen. Eine Historische Beschreibung des Dreßdni- schen Buchdruckerjubilai macht den Anfang. Verschiedene Gedichte licht mann alsdenn. Hierauf findet man die Nahmen der Buchdruckerherren, welche ich bereits im Ü. Theil p. 15. angeführer, inglei- chen der Kunstverwandten, deren fünf und zwanzig gewesen. Den Beschluß machen abermahls einige Gedichte. §. X. Historie derer Dreßdnischen Buchdrucker, rvo- . bey zugleich alle hohe Gönner und Freunde der edlen Zuchdruckerrunst das dritte Jubelfest derselben am Tage Johannis des Taussers 1740. Nachmittage um drey Uhr bey Anhörung einiger teutschen Reden und Musik ftyerlich zu begehen ersucht Christian Schotten, Rector. Dreßden, 17^0. in 4. von 4. Bogen. In dieser wohigeratbenen Einladunasschrist werden die Dreßsnischen Buchdrucker nach der Ordnung erzehlet. Hieraus werde ich mir weiter unten dasjenige zu Nutze machen, was zu Ergantzung meiner historischen Nachricht dienlich seyn wird. Daher» D z ich 54 lLap. I. Verzeichnis; ich hier nichts mehr sagen will, als daß eine wohlgeschriebene Cantara den Beschluß mache. §. XI. Relation vom rvictenberg-schen.Buchdrucker- jubilao, nebst einer hlZtorischen Nachricht von allen Uvittenbergischen Buchdruckern, rvetche, seit Erfindung der Buchdrucker- Kunst sonderlich zur Zeit der Reformation ^.urheri, allhier Druckerey gehabe haben, ausgefertiget von Ephraim Gottiob Elchs- felden, vormals 5. 5. ?7>^o/. K^o/o, ieyt iL. Hochlöbl. Academie allhier bestallrett Unwerflrars-Buchorucker. Wittenberg, 1740 in 4. von 1. Alph. z. Bog. Der kurtze Jnnhalt dieses Wercks ist folgender: I) Einer hochlöblichen Academle schriftlicher Anschlag p. 5. Il) Des Herrn Hofraths von 25erg?r Programm« p. 7. iil) Herrn Professors Bodens teutsche Gedächtnißrede p. ,7 IV) Die abgesungene Cantara p. 52 V) Eichsfelds teutsche Zubel- rede p 6o. VI, ZT^eunhöftrs Gedichte, das göttliche in der Buchdruckerkunst ^. 81. VII) Der Kunstverwandren, in der Eichsfelvischen Officin, gefeyertes drittes Buchoruckerjubilaum 0. 86. Vlll) Historische Nachricht, von allen Wittenbergischen Buchdruckern, 9. II. §. XII. Vreßlauifthes Jubelgedächtniß der vor drey, hundert Jahren erfundenen Buchdruckerkunst in einer vollständigen Sammlung alles desjenigen, wodurch im Ichre sie- benzchn der vornehmsten Iubelschriften. benzchn hundert und vierzig in den drey Evangelischen Haupe-und/ pfarr-Riechen der Gradr 2Sreßlau am Zeste Iohannis in denen ordentlichen predigten, und zuvor- her in beyden Evangelischen Gymnasiis daselbst, auch sonst von andern gelehrten Federn, bey der öffentlich darüber angestellten Freudenbezeugung hxx Äreßlau über zwcyhundert Jahre schon blühenden Baumannischen Buchdruc?erey das danck- bahre Ändencken dieser edlen lLrstndung zum preise GGltes einstimmig erneuere worden. Breßlau, 1740. in 4. yon 1. Alph. is. Bog. Diese Sammlung ist in drey Theile abgetheilt. NachJhro Hochehrw. des Herrn Johann Friedrich Lurgs gelehrten Vorrede folgt im ! Theil ebendesselben Amtspredigt zu St. Elisabeth, am Feste Io- hannis des Taufers, der Eindruck von Gottes Wort und Wundern, gegen die uns darinnen entkräftende menschliche Vergeßlichreit, nebst der Dancksagung, so auch nach folgenden beyden Predigten abgelesen worden; b) Herrn Johann David Raschtes Amtspredigt zu St Maria Magdalena: der Nahmenstag des Heil. Johannis des Taufers, bestimmt zur Freude über GOlt der grosse Dinge lhut durch das, was klein ist; c-)Ha-rn Gottlieb Iacbmanns Amtspredigt zu St. Bernhardin in der Neustadt: Das danckbahre Andenckenbey den Wohlthaten GOttes; 6) Concerts des Chors der Hauptkirche zu St, Elisabeth vor der Amtspredigt; e) Serenata der Breß- lauischen Baumannischen Officin; t) Concerto der D 4 Kunst, 56 Cap. I. Verzeichniß Kunstverwandten ixr Baumannischen Erben Buch- druckerey. Im ü, Theil ->) Herrn Ion ^n Gort- lieb Delchsels (Ze^msnum l'^^-^-g^Kiie clec:u8, ^^lu publi- o llilsTin! 5n (?^mnull<» l^ii^iberInc) ^on- ficiei^gcum; b) Herrn ChrisiiattRungeV /ncusizd>'1z l'^piiZl'spii!-?, /^Au pu!)!icc> lnieimi in <"ivmn?ilio l^lsi-. ^g^cisleneo extubits. JmiU. Theil i^rlmus lsi-culgrig. §. Xlll. /Ä/mv's^ 7)»/>?//?/7) das H»Ä stsrtjchi r Äerichr vonder^ub^feyer, welche zum Andrucken ver vor drey hundert Iah- en erfundenen ^Zuchdruc?erkunst am Z?. Iunü 1740 aüfdLru: alten Universität Erfmrh begangen roord^n nebst der solcher Gelegenheit gehaltenen Acads-mi- . schen Rede und noch andern dazu czchöri- gen Schriften. Erfurth, 1740. in 4. von 8. Bogen. In dieser Sammlung ließt man 1) eine Nachricht wie die mehresten Buchdrucker?u Ersuch die Iubel- fener begangcn haben; 2) O. Andreas Ellas Büchners LobunvDanckrede: ?) des damahligen Kecto-^ r>-> i'i. Johann Daniel Richards Spönla lateinische Einladungsschrift; 4) einige Gedichte. . §. XIV. Die Pflicht und Schuldigkeit glaubiger Seelen an dem durch die Gnade GGttes erlebten -II. Iubilao der Erfindung der edlen LZuchdruckerkunsi, u?urde an dem dritten Jubetfejie Wegen Erfindung der edlen Buch- der vornehmsten Jub^lsch-ifrett. 57 Duchdruckerbunst, welches die Buchöru- o^r zu '^rfurch in der Evangelischen Rir- ch' zu denen Raufmannern den 6. Jul. sey- eru'chst begiengen vorgestellt von ^. Johann Melchior Möller, Pastor daselbst. Erfurt!), 1740. in 4. von 10. Bogen. Weil die Buchdruckerherren in Erfurt!) gleichsam auf eine doppelte Art ihre Jubejfreude an den Tag geieget, so sin ci auch zweyerley Schriften davon gedruckt worden. Eine Parthey hat mit Erlaubniß der hohen Schule daselbst, die andere mit Erlaubniß des Naches ihr Jubelgedachtniß gefeyert. Unten weroe ich weitlauftigcr davon reden, hier aber nur noch dieses melden, daß dieser Jubel-und Danck- predigt einige Fragen angehänget sind, welche dee Jugend vorgeleget worden sind, damit auch derseU bigen dasjenige bekannt würde, wovon in dieser Pre- digt gchandelt worden. , Einige Gedichte machen aber-- mals den Schluß. §> XV. Der in der duncklen !7lacht hellstrahlende Stern der edlen Buchdruc^erbunst wurde als -^err Georg Andreas Seyer, L^. und der Buchvruckerkunst -Beflij^ener dett 1 z. HtM.' 1740. in Erfurrh sein Postularver- schenckte in einer gehaltenen Rede vorgestellt von Kl. Christoph Heinrich Kratzenftein, der Evangelischen Naths-und Prediger Schuls Cvllega. Erfurt!), 1740. in 4. von 1Z Bogen. Ware diese Rede an einem andern Orte,- als lH D 5 eim? 58 Cap. I. Verzeichniß einer Druckerey gehalten worden, so würden die Kunstrichttr vieles zu erinnern finden. Aber auch darum, weil sie an einem solchen Orte gehalten worden, werden sie mit dem Herrn Redner nicht wohl zu frieden seyn, daß er gleich im Anfang entweder von einerverstellten, oder würcklichen Furcht und Schrecken überfallen worden, daß ihm die Zunge darüber er- starrt. Unterdessen werden sie sich doch wieder erfreuen, wenn sie die tröstlichen Worte lesen: „Doch „wie des Memnons stumme Seule von den Son- „nenstrahlen, so oft sie selbige berührte, einen lauten „Klang von sich gab, so vermercke ich vorjetzo auch „gantz unveryoft bey mir, wie der herrliche Glantz „der edlen Buchdruckerkunst mir die erstarrte Zunge „dergestalt wiederum loset, daß sie einigen Schall und „Klang auf das neue von sich zu geben vermögend wird " Sonsten ist es eine gantz gelehrte Rede, welche mit den schönsten Zeugnissen berühmter Schriftsteller ausgeziert ist, als da sind Männlings Ar- Ml'nius; tNustg^ Licht der Weißheit; Gleichens neu verfertigter Redner; Hübners histor- Fragen; der gelehrte Criticus; Orswl exrem^oraneus. Es sind lauter Sterne darinnen. §. XV». Die edle Buchdruckerkunst, als ein von GOtr geschencktes Hülfsmittel zurHortpflanyung des Glaubens, im Jahr Christi 1740. den 24. Iun- am Tage Iohannis des Taufers, bey dem dritten Jubelfeste, welches, nach iLrstndung dieser Runst, derselben Verwandten fast in gany Tcutsch!and und also Mit ihnen auch derRassirlicheprivilegirce Such- der vornehmsten Jubelschrifcett. 5? Buchdrucker / in der Rayser und K.önigl. GradtBrieg veranstaltet, aufgesuchte und erhaltene gnädige Erlaubniß m einer besondern Denck-und Danckpredigt in der Gcadt und Pfarrkirche zu St. Nicolai daselbst nach Veranlassung des ordentlichen Festtags Evangelii betrachtet und aufrvie- derhohlres Begehrendem Druck überlasten von Johann Caspar Lesseln, Guperinc. im Briegischen Fürstenrhum, des ^avser und Rön/glichen Conflstorii Astestore und vor erwähnter Rirchen Pastore. Brieg, 1740. in 4. von 6. Bogen. Herr Gottfried Tramp hat seines Orts nicht ermangeln wollen die ofterwehnte Gedächtnißfeyer ebenfalls zu begehen. Auf dessen Ansuchen ist diese Predigt gehalten und dem Druck übergeben worden. Der Titel sagt alles, was gesagt werden kan, deßwegen hat man auch selbigen gantz eingerücket. Die Abhandlung ist eine gute Predigt. §. XVIl. Als das dritte Jubeljahr der Buchdruckerkunst gekommen, hat auch Franckfurr seine Pflicht an der Oder wahrgenommen, durch Siegmnnd Gabriel Alexen, Buchdrucker allda. Franckfurt, 1740. in 4. von 4. Bogen. Es ist dieses ein gantz artiges Gedichte, worinnen die Buchdruckerhistorie kurtz vorgestellet wird. In den darunter gesetzten Anmerckungen hat man sich meiner beyden Theile fleißig bedienet, und mich jeher- 6o C<5P- I. Verzeichniß derzeit genennet. Ich erinnere dieses nicht deßwegen/ als wenn ich eine Eigenliebe zu meiner Arbeit hatte, und mich gerne nennen hörte; O nein! Es geschieht vielmehr deßwegen, weit man daselbst v. 6. glaubt ich hätte bey dem Abdruck der Zuschrift Johann Gchöffers an den Kayser Maximilian einige kleine Fehler begangen, da ich zweymal und vor vnd; teutsch/ vor eeuysch, daselbst, vor doselbstzc. setzen lassen. Alleine ich antworte hierauf: Wer entweder alte Handschriften, oder alte Abdrucke gesehen, der wird wahrgenommen haben, daß man auf einem Blatt ein eintziges Wort wohl auf eine zwey- mid dreyfache Art geschrieben und gedruckt habe. Unsere Vorfahren verfuhren nicht so accurat, als wie wir heut zu Tage. Folglich ist es klar, daß ich nicht geirret habe. Diesem Gedichte ist eine Nachricht augehangt, wie das Buchdruckerjubilaum hier und da gefeyert worden ist, ingleichen die Cantata, welche zu Dreßden abgesungen worden ist. xvm. Historischer Abriß von dem Anfang und Wachsthum der Gelehrsamkeit in Oberlau- s!y, und wie die Gberlausiyischen Buchdruckereyen derselben gedienet, bey Gelegenheit des dritten Buchdrucker Jubelfestes 1740. emworffen von Christin» Knauthen^ //> /^-^ o/^'»'?^,^/»////',,/ ^e?'^// i^)//>o» ^c'A?)? /io/s /6??/?/o?/e^. ^ ^oc^e^t. ^^7^ ^ ^//t? Fo^et, ^l/. />. Harter, 1740. in 4. von 5. Bogen. Nachdem d,x gelehrte Herr Verfasser einige Lobspruche vor die edle Buchdruckerkunst angebracht, so giebt er uns ein Verzeichmßvon den meisten Schriftstellern, der vornehmsten Iubelschnfrcn. 6z stellern, die etwas von der Buchvruckerkunst geschrieben haben: Man hat die alphabetische Oconung beliebt, und ist damit bis auf den Buchstaben X,. gekommen. Recht feine Anm.'rckungen sind eingemischt. Unterdessen ist dieses Verzeichnis) doch nicht so vollständig, als die KiKIiorKeLZ i^pc gl'zpwcs, welche Herr Prof. XVolf im I. l'omu seiner Monument. l^po^rgpK. p. i. geliefert. Es stehen aber auch einige Stücke allhier, welche bey Herrn rvolftn nicht zu finden sind. Äurtz: man muß beyde miteinander verknüpfen/ wenn man eine vollständige Nachricht haben will. Die allerneuesten Schriften aber haben beyde nicht, sie können sie auch nicht haben, weil sie erst hernach ans Licht getreten. Eben deßwegen gebe ich hier eine so umständliche Nachricht . vavon. §. XXII. Sammlung derjenigen Schriften und Lax- minum, welche bey Gelegenheit des dritten Buchdruckeriubilät, so den 7- Jul. 1740. von einer löblichen Äuchdruckerge- sellschaft in der fürstlichen Residenzstadt lLisenach vergnügt celebrirt wurde, von verschiedenen Gelehrten hiesigen Grts mitgetheilt sind/ nebst einem historischen Berichte von dem Anfang, Fortgang und noch flsrirenden' Umständen der Buchdruckerkunst in hiesiger Gradt/ auch wie dieses Iubilaum daselbst zum erstenmal ist feyer- lich begangen worden, zum Andencken hinterlassen und zum Druck befördert. Eifmach, 1740- in 4- von 10. Bogen. Anfang- 64 (Lap. I.' Verzeichniß Anfänglich ließt man gute und schlechte Gedichte, welche bey Gelegenheit Der Jubelfeyer verfertiget worden, alsdenn Johann Michael HiusmPers, Direct. des Fürstl. Gymnas zu Eisenach Einladüngs-- schrift zu dem zu Eismach ftyerlich zu begehenden An- dencken der vor drey hundert Jahren erfundenen edlen -Huchdruckerkunst, worinncn Zweiget wird, daßvoe Bekanntmachung der Buchsruckerey die Bücher ungemein rar und theuer gewesen, aus dem lateinischen übersetzt. Die Texte zur Musik folaen hieraus, und hernach einige Auszüge aus den Reden, welche die Schüler gehalten, haben. Sie sind so beschaffen, wie man sie von Schülern vermuthen kan. Etwas besser, aber nicht viel, ist des Herrn Conrect. Iohmm Friedrich Grimms villei-r. öemeiicis primBuRt^» poAs"-zpdig? in rem t^tiolgüicgm gerathen. Hier will man die /^uctorez eizlijcos erzehlen, welche im XV. Jahrhundert gedruckt worden, sie sind aber weder halb noch gar nahmhaft gemacht, worden. Der Historische Bericht von dem Anfang zc. Der Buchdrucker« kunst zu Eiftnach macht den Schluß. Druck und Pavpier ist auch nicht gar zu fein. §. XXlls. /^///^M/?// //^ite^^?/??! /??///?'?/^?-/!??'?'^ . ?»^M0?'/e? />^<^ ocv^?o«6 sv^s^s/e'«^'«??'«»? -//c'^s, ^^/^^ ^ Lliriliign» Lene» cliKo l^ocn, /'»'on. (?o//^^ <^////^0t Arnstadt, 1740. in 4. von 5 Bog. Die Absicht des Herrn Redners ist zu erweisen, daß die hebräische, griechische und lateinische Sprache durch die Buchdttlckerkmist gleichsam hergestellt unv unge- der vornehmsten Iubclschrifren. 65 ungemein befördert worden / welches gantz wvhl^äüs, geführt ist. Nur die Liebhaber der lateinischen Sprache werden darüber klagen, daß ihr Gehöre durch das barbarische Latein öfttrs verletzet worden. Gleich der Titel ist damit auögeziert. Ob der Herr Verfasser bey dem Herrn Kl. Öleario einen Danck verdienet habe, daß er ihn p. 9. fsmiAel-srillunum genennet, lasse ich dahin gestellet ftyn. Ich wenigstens bcdancks mich vor dieses Ehrenwort. Einige Gedichte sind angehängt. §. XXIV. Geffentliche Jubelzeugnisie, welche bey dem von einigen Buchdruckern zu Halle den 25. Jul. 1740. erneuerten Andencken der vor drey hunderrIahrcn erfundenen Äuchdru- ckerkunft, vonderhochlöblichen^n'edrichs- untversitär und andern gelehcren Gönnern feierlichst abgeleget worden. Halle, 1741. in 4. von 2. Alphabet, Diese Sammlung ist in ;wey Theile gctheilet- In dem ersten wird von der eigentlichen Feyer des Jubelfestes Nachricht ertheilt. Dahero macht auch 1) Johann Georg Rirchners, des Gymnasn vierten Lehrers, Historischer Vorbertcht, von der zu Halle gehaltenen Feyer des dritten Jubelfestes der edlen Buchdruckerkunst den Anfang Dieser Vorbericht hat drey Abschnitte, Der erste handelt von der Vor- treflichkeit und Göttlichkeit der Buchdruckerkunst überhaupt; Der andere giebt Nachricht von denen Buchdruckereyen voriger und jetziger Zeiten in der Stadt Halle; Und der dritte enthalt in sich einen Historischen Bericht von dem zu Halle feyerlichst begange- E nm 56 Cap. l. Verzeichmß nen Jubilao. Hierauf steht ll.) ^o/?»?/?^ Im/c^e»-,. lVleci. voä^ 6c pl'vs. l?uizt, r.r. ?rl.>reÄllriL oFpgm- welches auch von 0. Johann Heinrich Schulyen ins teutsche.übersetzt eingerückt worden. Der überschwengliche Nutzen der Vuchdruckerkunst wird darinnen vmclich dargethan; lll.) AbküNdigUngsfor- M!'.iär m den Kirchen; !V.) Kirchenmusik; V.) 0. Be^edict Gottlob Tlausrvlyens Jubelpredigt über Pf. ?ö2, l 9. von der Pflicht der Kirche bey Erinnerung der Erhalmng und Fottpsiantzung des Wortes GOrtesund seiner Zeugnisse; VI.) Musik vor der Rede; VN.) Jubelrede V. Johann Hemnch Schul- yens^ von der Buchdrucker kun st, als einer dem menschlichen Geschlecht sehr nützlichen > der teutschen Nation aber höchst rühmlichen Gabe GOttes ; VUl.) Musik nach der Rede; !X.) Auszug aus der von Herrn Adam Srruenfte, Pastor zu St. Ulrich/ gehaltenen Amtspredigt/ worinnen die Buchdruckerkunst als eine besondere, obgleich von den meistett UUer^anntt Wohlthat GOttes gerühmet wird; X) Herrn Past. Johann Vilyinczs zu St. Moritz gehaltene Predigt: von dem heilsamen Gewissendruck eines bußfertigen Sünders aus L.uc. VII. zs.seczcz. XI>) Auszug aus IV!. Chrijiian August Roechs zu St. Moritz gehaltener Nachmittagspredigt. In dem andern stehen die übrigen Hieher gehörigen Jubelschriften, Betrachtungen und Glückwünschungs- gedichte: l) v ^o.^tt/^e^^csci. I>l-(ireöt. Ls^meri iieculili e; II ) Jod. perer von L.udervlgs, I^riäerie. LsnceUzi-li, beyläufige Gedancken bey dem dreyhundertjährigen Gedächtnißtage der Buchdruckereyen; Hier handelt man von den Ursachen der Erfindung der Buchdruckerkunst, und von derselben grossen Nutzen. der vornehmsten Jubelschriftett. 5t tzen. Hernach folgen eben dcsselbigen anverweitig^ Gedancken von dem Mißbrauch der Buchdruckereycn; III.) A^//?/ ^/Mi?»-^ ^csci. vireK. ^jji.,c.,.- tiv ^ ^)vAigptios AcgäemiN ^i-j6?riciünB. In dieser gelehrten Anrede wird erstlich dargethan, daß man billig wegen der erfundenen Buchdruckerkunst eine Iubelfeyer angestellet» Denn ob fchon einige alles, was nicht nach den Alterthum schmecket/ verachten, so gilt doch dieses keinesweges von der Buchdruckeren. Und wenn einige Mönche auf die Buch- druckerknnst böse sind, so geschieht es doch nur wegen des Verlusts ihres Gewinstes, welchen sie von dem Abschreiben gezogen haben. Heut zu Tage sieht es um die Gelehrsamkeit besser aus, da man durch Hülfe der Buchdruckerey mit wenigen Kosten eine zahlreiche Bibliocheck anschaffen kan/ welches man ehedessen Wohl bleiben lassen muste. Folglich ist die Erfindung dieser Kunst allerdings aller Ehrenbezeugungen werth. !W) l). Friedrich Hofmanns teutsches Jubelgedichte; V.) l). Joachim Tangens Gedachtnißschrift in gebundener Schreibart; VI.) l). ckrili.KeneäjH.KIjctige. lis Lpiliols sä l'ypoZrsp^os ttsllenle8 6e vrilitsri-^ du» ciuirgtisvei ^ ^üiit>jo^i!Ll3crNex invenrggrte typogl-gpnicg. Der ungemeine Nutzen, welchen die Buchdruckerkunst der gelehrten Welt, insonderheit aber der Gottesgelahrheir geleistet hat und noch täglich leistet, wird hier deutlich vor Augen gestellet; VIl.) 0. Giegmund Jacob Saumgaetens Betrachtung über Sprach XXX ill, 17. 18. zur feierlichen Begehung des dreyhundertjährigen Gedächtnisses der Buchdruckerkunsi. Erstlich wird der Wortverstand dieser Stelle kürtzlich erwogen, und mit einigen An- nierckungen erläutert; Nachhero aber derselben Jnn- E ^ halt L8 Lap.!. Verzeichniß halt auf diese edle Kunst naher gedeutet, und zur Abhandlung der vornehmsten dabey nöthigen Pflichten und Ermunterungsgründe langewandt; VIll.) 0. ^venedicr Gottlob Clausrpiyens teutsche und IX.) 0. Johann Georg Rnappv lateinische Verse; X.) Fo. 6e eo, quvc! in in gsrerypo- Arspnics stimirsnäum eli^ Der berühmte Herr Verfasser schreibt hier? wie er allemal gewohnt ist, das ist cmsbündig schön Dahero dieses Stück gegenwartiger Sammlung keine geringe Zierde giebt; XI) Simon Peter Gaffers teutsches Gedichte; Xli.j 0. Jacob Gabriel rvolfs teutsche Ode; Xlli.) /^/o^ üpjsiolg Istuns. Hierinnen ist nichts ausgeführt. Es ist ein blosser Wuntsch in gantz kurtzen Worten. XlV.) Ao. L^/?/^^ ln^ lcriptio l^stins. Ist gantz arrig; XV.)Io. b.pisio!s ^rgtulsrorig gc! srri« r^ov" ßl-soKiLX luclsles. Ist ein kurtzer Glückwunsch; XVI.) Martin Gchmeiyels Historische Untersuchung von dem vom Kayser Friedrich Hl. der Buchdrucker- gesellschafft ertheilten Wappen. Das Diploma dieses Kaysers ist bis diese Stunde unbekannt. Es sind auch einige auf den Einsall gerathen, als wenn dieses Wappen nur Gurrenbergen alleine ertheilt worden, weil die Gesellschaften selbiges so sehr verändert führen. Hierauf wird geantwortet, und das Wappen hernach beschrieben. Die Beschreibung lautet also: »In dem Schild ist ein schwacher einfacher „Adler zu sehen gewesen, mit ausgebreiteten Flügeln,' „Schweif und Waffen, oder Füssen, im goldenen „Feld; In der rechten Klaue habe er einen Winckel- „hacken von natürlicher Farbe, und in der lincken „zwey auf einander liegende schwartze DruckerbaUen „Schal- der vornehmsten Fubelfchrifce». 69 „gehalten; Der Helm sey von Srahlfarbe / mit eignem Gitter geschlossen, und mit einer goldenen Kro- „ne geziert gewesen; auf tveicher ein hervorbrechender „halber silberner Greif zu sehen gewesen , welcher m „den Klauen zweyauf enander gesetzte schwache Dru- „ckerballen empor gehalten; DieHelmdeckeuseyenzux „rechten mit Gold und schwartz, zur linckenmit Sil- „ber und roth tingirt gewesen;» XV jl) I-!L. Zschack- wiyens neuer Beweiß, daß di,e Teutschen d^e wahren Erfinder der Buchdruckerkunst seyn. Dieser gantz nagelneue Beweiß besteht darinne: die Celten,.oder Scythen sind die wircklichen Erfinder der Gelehrsamkeit und sonderlich der Buchstaben, folglich haben die> Chineser ihr Buchdruckerwesen von den Celten erhalten. Ich meines Theils magvorjetzo meine Gedancken hierüber nicht eröffnen Ich sehe aber schon zum voraus, daß andere diesen Beweiß vor ungültig halten werden, wenn sie auch so freygebig sind, und zugeben die Scythen haben die Buchstaben erfunden, so folgt daraus im geringsten nicht, daß sie die Erfinder der Buchdruckerkunst gewesen Sie werden gleich einwenden und sagen die Juden sind Erfinder der HebraischenBuchstaben, folglich habm sie die Buchdruckerkunst erfunden. Wie nun dieses Niemand vor gültig annehmen wird, so wird auch dieser neue Beweiß Widerspruch finden ; XVUI.) v. Joh. Tobias Carrach Lob-und Gedächtnißode; XlX.) ^/^-?/ Lsrmc n sleZiz^-um. wyrinnen die Buchdruckerkunst trestich heraus gestrichen wird; XX.) Johann Joachim Tangens, XXI) Daniel Scräh- lers, XXII.) Theodor Christoph Ursinus, XXUl.) Just Israels Sayers Jubelschriften in teutschen «Versen; XXtV ) Johann Friedrich Stiebriyfns E z Er- Cap. I. Verzeichniß Erläuterungen einiger Wahrheiten aus der Buchdruckerkunst Weil alle Dinge bey der Buchdru- ckerey zufällig sind, so erinnert uns oieselbige alle Augenblicke, daß ein GOtt vorhanden sey. Warum die Allwissenheit GOttes ein Buch aenennet, oder mit einem Buche verglichen werden könne, ist die andere Wahrheit, welche hier erläutert worden. Des E.picuri abgeschmackter Satz: daß die Welt aus ei? mm von ohngefehr entstanden Züsammenlaufder uns untheilbaren Dinge fertig worden wäre, kan auch vermöge der Buchdruckerkunst widerlegt werden. Man nehme doch einen Kasten voller Buchstaben, und lasse selbige von ungefehr unter einandee gerathen^ und sehe ob man ordentliche Syllben, Wörter, gan- tze Blatter und Abhandlung bekomme? Die Erfahrung lehrt uns das Gegentheil. Eben so wenig ist auch die Welt aus einer solchen Zusammenstossung der Atomorum von ungefähr entstanden. Alsdenn werden noch verschiedene Wahrheiten vonderSchö? pfung der Welt durch die Bruckerey erläutert. Der Begrif von der Vollkommenheit, von der Hervor-- bringung der Cörper und von der Auflösung vermenschlichen Leiber wird zu letzt erläutert. Nun- mekro folgt noch ein Beytrag einiger Gelehrten von Halle, welcher meistentheils aus Gedichten in griechischer, lateinischer, italiänischer, dänischer und teutscher Sprache bestehet, dahero wir selbige nicht benennen wollen. Den Beschluß macht ein Jubel- denckmal, welches die Kunstverwandten durch verschiedene teutsche Gedichte stiften wollen. Druck untz Pavvier ist recht fein. Z. XXV. der vornehmste» Iubelfchrifren. 5 5 §. XXV. Abhandlung von der Äuchdruckerkunst und einigen dahin gehörigen Stücken des Alterthums ; Bey Gelegenheit des dritten Jubeljahrs/, so in dieftm Jahr, rvie in den meisten berühmten Grädren Deutschlandes, also auch in der Rayserlichenund des Reichs freyen Stadt Äremcn, von dafigcn Ge- sellschufktn der Srauer-und Janischen, zum ruhmrourdigen Andencken und schuldigen Verehrung dieser Aunst, mit Vergnügen gefey^epr ryorden, eilfertig encrvorffen. Bremen ^ 1740. in 8, von 7- Bogen. Anfänalich ist. diese Abhandlung in Foiio gedruckt worden, allwo es heißt, sie wäre von einem Liebhaber und Mitglied der edlen Kunst verfertiget worden; Bey der Ausgabe in octav fehlt diefts. Es fehlt a;:ch der Ort darauf,, wo es gedruckt ist, welches bey der Ausgabe in Folio stehet. Zwey Abschnitte sind in der kleinern Ausgabe mehr, wormnen gcmtz kürtzlich er- zehlt wird, wie man zu Bremen, das Jubelfest begangen habe. Der Jnnhalt dieser Abhandlung ist folgender: Das!. Cap. handelt von der Art seine Gedancken durch die Sprache auszudrücken; Das ll. Cap von der Art seine Gedancken durch geschriebene Zeichen auszudrücken; Das Cap. von dem Schreibzeuge der alten bis aufunsere Zeit; Das I V. Cap. von der Buchdruckerkunst. Dieses Capitel ist uns mehr eigen: ES wird darinnen kürtzlich der Erfinder erzehlet, und sonsten eine kurtze Nachricht von den Buchdruckern zu Bremen beygebracht. Bis auf die beyden letzten Paragraphen steht alles in der E 4 Aus 7? 5y, wurde vorgeMt der dem falschen entgegen gesetzte rechte Abdruck der Person Chisti; Dieser Jubelpredigt ist an die Seite gesetzt: Johann Ulrich Tresenreurers, Dir-, ^cli. p». 8. Ich schreibe hier keine Schukschrift. Unterdessen glaube ich aber, daß etz Herrn gestern an Gründen nicht mangeln werde, wenn es ihm belieben sollte zu antworten. Die letzte Anmerckung scheint mir am allermerckwürvigsten. Es berichtet nemlich der Herr Verfasser, daß er die Evangelia mir Auslegung des hochgelehrten T>. Reistrhergs^ und des gedachten Johann Geilers von Aei- sersberg zu Straßburg, 1554. gedruckt gesehen, al!wo er angetroffen, daß Jacob Oesler, beyder Rechten Docror, zu Gtcaßburg wohnhaft diesen Büchern privilegia ertheilet, und sich 76 Cap. l. Verzeichniß bey dieser Gelegenheit der Rom. Rayserl. Majesi. ^e^/ö^?« und General-Guperatcendett- een der Druckereyen im heiligen Reiche genen- nee habe. Ich gestehe es, hievon mögte ich gerne mehr Nachricht wissen. Denn was in den Höllischen Anzeigen stehet, thut mir noch kein Genügen. Endlich folgt des Herrn Verfassers Jubelrede selb- steu, worzu er durch vorhergehende Schrift eingeladen. Cr hat in selbiger vorgetragen: Die aus dem Anfang und der ersten Ausbreitung der edlen Buchdruckerkunst hervorleuchtende Spuhren der göttlichen Weißheit. Einige Cantatm machen, in dieser Sammlung den Schluß. §. XXVII. Wohlgemeinte Gedancken über Führung einer Buchdruckerey bey Feyrung ten Jubelfestes der Buchdruckertunst küry- lich eröfnec von Johann Bernhard Hellern, Not. Publ.Las und der Buchdrucker-Societät zuIena Sen. Erfurt, 1740. in 8- von 7. Bogen. Z Der Herr Verfasser hat sich vorgchtzt bey diese? Gelegenheit seine gute Meynuug gegen die Buch- drucksrkunst auch an den Tag zu legen. Es ist ihm dieses auch nicht zu verargen Denn er ist ein Mitglied. Und eben darum weil er ein Mitglied ist, wird man es mit ihm so genau nicht nehme», ob man sonst schon allerhand zu erinnern haben dürfte. Di^e gantze Abhandlung hat 32. §Z, Anfanglich verspricht zwar der Verfasser, er wolle nichts von dem Ursprung, Nutzen, Vorzug und Lob der Buchdruckerkunst anführen, und nur lediglich von der Buchdruckerkunst, deren Führung,/ und was dem anhangig, handeln; der vornehmsten ^ubelschrifcen. 77 Er erzehlt uns oder dennoch eine mündlich fortge- pflantzte Sage, wie er e6 nennt, von dem Ursprung der Buchdruckerkunst. Ich will sie kurtz wiederho- ien: Johann tNentelin, ein Goldschmidt zu Straßburg verfiel 1434. beyAuspolirung gegossener Schaustücke auf die Gedancken.- ob es nicht angehen sollte diese Buchstaben eintzeln zu schaffen und hernach abzuformen ? Er eröffnete selbige seinem Gesellen Johann Gänsefleisch. Und da dieser mit seinem Herrn zerfallen? so gieng er zu Johann von Gurrenbergf gleichfalls einem Goldschmidt und entdeckte ihm das Mentelinische Vorhaben. Sie versuchten es also mit einander, und brachten eintzelne Buchstaben zuwege. Als nun Guttenberg seinem Schwager Johann Hausten, der damals zu Mayntz die Artzney- kunst studirt, unter andern Neuigkeiten auch diese mit berichtet; So riech ihm selbiger sich nach Mayntz zu begeben, allwo sie das Werck gar zu Stande bringen wollten. Gurcenberg kam demnach mit seinem Ge- hülffen nach Mayntz, und setzte mit Fausten sein Vorhaben fort Sie nahmen Schäffern noch zur Hülfe. Und nunmehro hatten sie endlich die Buchstaben ausgegrübelt, es fehlte nur die Presse und Druckerfarbe noch. Auch diese wurde endlich 1440. fertig. Unterdessen haben sie dennoch noch zehen Jahre zugebracht, ehe sie ihre gedruckten Sachen bekannt gemacht hätten. Mittlerweile ist Gänsefleisch vermuthlich wieder nach Straßburg zu Mentelin gegangen mW hat mit selbigem die Dru- ckerey fortgesetzet. So weit die gemeine Sage. Die auch sonsten vor weiter nichts angesehen werden kan. Nunmehro bekümmert man sich doch auch um die Erfindung und um einige Lobsvrüche der Buch- dru- 62 Cap. l. Verzeichm'ß druckerkunst, welche wir Loch nach ves Verfassers Versprechen hier nicht lesen sollten. Hierauf handelt man von dem Fortgang der Buchdruckerkunst, ingleichen von den Begnadigungen, Freyheiten, Ordnungen und Pflichten der Buchdrucker gegen GOtt, gegen ihre Obrigkeit, gegen ihres Gleichen, und gegen sich selbst, wobey absonderlich von ihren erforderlichen Wissenschafren mit geredet wird- Über die schlechte Belohnung der Buchdrucker wird eine weit-- laustige Klage geführet, welche Klagstimme noch weit mehr wider Herrn tN. Ieremms NAlhelm Jacob Clesien erhoben wird, da derselbe in seinen heraus gegebenen und oben angeführten Buch über den schlechten Druck und Pappier der heutigen Bücher geeifert hat. Man wird öfters recht hertzlich böse, wenn von Herr Clesien den alten Buchdruckern vor den heutigen ein Vorzug zugestanden jwird. Endlich thut der Herr Verfasser einen Vorschlag, wie denjenigen, welche es benöthiget wären, und ihre Jugendjahre, Vermögen und Kräfte, GOtt zu Eh« ren und dem gsmeinen Wesen zum Besten gleichsam aufgeopffert hätten, in ihrem Alter, an einen honetten Ort, einBuchdruckermnßiger Unterhalt verschaft werden könnte. Der gantze Jnnhalt davon ist dieser : Es sollten etliche Buchdruckergesellschaften zu-- sammen treten, Gelder sammlen, worzu man auch einige Strafgelder schlagen könnte/ und alsdenn Güther ankaufen, wovon vierzig abgelebte und arme KunstglieSer in einem Verpflegehaus erhalten werden könnten. Der Vorschlag laßt sich gantz wohl lesen, wenn er nur auch erfüllt wäre. Die vielen Druckfehler geben diesem Buch, das von der Buchdruckerkunst handelt, eine schlechte Zierde. ß. XXVttl. der vornehmsten Iubelsthriften. 6z §. XXVIII. Ulmische Jubelreden, welche in der H. R. Reichs freyen Stadt Ulm am dritten Jubelfeste > wegen der vor dreyhundert Jahren erfundenen höchst nützlichen Suchdru- ckerkuNst mit hochobrigkeitlicher Vergünstigung den 24. Äugusii des ieyrlaufendett 1740 Jahrs, als am Tage Äarchölomai, in der dastgen parfüsier Ixirche am löbli- lichen Gymnasio gehalten worden. Ulm, 1740. in 8. von 7.Bögen. Allhier trift man an.-1.) eins Einladungsschrift zu Anhörung einiger Jubelreden. Diese Schrift hat Anronius Beck, Pfarrer bey der H. Dreyfaltig- keits-Kirche und üm löblichen Gymnasio öffentlicher Lehrer der Redekunst und die beyden Buchdrucker Christian Ulrich 5VagNer und!Elias Daniel Süß unterschrieben,welches letztere einer AnMerckung werth ist. In der Schrift selbsten handelt man von dem Lob, Nutzen und Ausbreitung der Buchdruckerkunst; U) Die Rede Herrn Anton Beckens, welche von den beträchtlichsten Arten, wodurch die Menschen die Religion so wohl/ als die Künste und Wissenschaften auf ihre Nachkommen fortgevflantzet, und wie darunter die edle Buchdruckerkunst die Oberhand mit Recht behaupte, handelt ; lll.) Rede Herrn Christian Ulrich XVagners / eines ehemahligen Liebhabers der freyen Künste, nunmehro aber eines Kunstverwandten , worinnen in lateinischer Sprache erzehlt wird, wie diese Kunst keine ausländische, sondern einheimische Erfindung der Teutschen sey, wobey zugleich der historische Verlauf der Sache von» Anfang 8o I. Jacob Lar- povs, des Hochf. Gymnasü Nect. Einlavungsschrift von der Vergleichung der Kunst in Erfindung des Schreibens und der Buchdruckerey. Sie ist anfänglich M4. gedruckt worden ; III.) rvolfgang Adolph Gchröns kurtzer Entwurff der Historie von dee Hochf Sachsen-Weimarischen Hofbuchdruckerey. Den Schluß machen einige Gedichte.' 82 Cap. I. Verzeichniß §. XXX. Rurye Fragen von der Äuchdruckerknnst, zum Nuyen der Iuyend in der Gcadrschu- !e zu Gnmma, aufgeseyc von p. 2^ Leipzig, 1740. in 8 von i. Bogen. Damit die Schuljugend in einem öffentlichen Cra- mine Red und Antwort geben könnte, so sind zu dem Ende die angeführten Fragen verfertiget worden. Das I. Cap. handelt von der Erfindung der Buchdrucker- kunst; Das ll. Cc,p von der Ausbreitung derBuch- bruckerey von Mayntz in andere Städte und Länder; Das lü. Cap. von Dem manigfaltigen Nutzen der Buchdruckerey; Das IV. Cap. von der Feyer dieses Jubeltages. XXXl. Acea des zum feyerlichen' Andencken der in Teurschland glücklich erfundenen Buchdruckerkunst zu Nürnberg erbaulich gehalrnen und vollzognen dritten Jubelfestes ans Lucht gestellee von dem sämmtlichen Äuch- druckercollegio. Nürnberg, 1740. in Folio, von 10. Bogen. Alles, was auf dem Saal des Augustiner Klosters zu Nürnberg in teutscher Sprache gehalten worden, ließt man allhier. Ehe aber selbiges anzutreffen, so steht die Einladungsschrist des Herrn Rectors I. P. Röders. Eine kurtze Rede des Herrn Nectors eröffnete die Juvelfeyer, alsdenn treten verschiedene junge Redner auf, und lassen sich über allerhand zur Buchdruckerey gehörige Dinge hören. Und der Herr Rector schließt wiederum. Endlich wird noch eine andere der vornehmsten Iubelschnften. 8 Z . andere Revnerübung beygebracht, welche der Herr > Conrector an der Schule zum Heil. Geist Johann Heinrich Drümel am 4. Augusti angeordnet hat. ! Uuterschiedene Gedichte und eine Beschreibung der zu Nürnberg geschlagenen Jubelmüntzen macht den (Quadruplirter zehnfach verwandelnder Bilder-Reim, in jambisch-heroischLN r>e;s n, als die sehr gelobte Zuchdruckerkunst ihr drittes Jubiläum den 27. I^nii, ' ^>/. auf dem grossen coll?gio i'uri- dico in Erfurlh mit einer L.ob und Danck- rede und doppelten Music f^rlich be- gieng, prasenrirt von Christian Valentin Fleischhauern ^. V. v. K ^slvoc. 0.Lvn. Erfurt!), in Fol. von 1. Bogen. Ob nun gleich dieses ein bloses Gedichte, so habe ich ihm doch allhier auch eine Stelle einräumen wollen, weil es einer besondern Ausmercksamkeit würdig ist. Nicht die schönen Worte, vielweniger die schönen Gedancken, sondern die gezwungene Versetzung und artige Einrichtung der Wörter in Ansehung der Buchdruckerkunst ist eines Anschens werth/ Eben deßwegen habe ich es nachmachen lassen, wie es in Ersurci) erschienen ist. Vielleicht sieht meines noch weit besser aus, als das Original war. Siehet K. UI, Man muß aber folgende Nachricht dabey haben, wenn man wissen will, wie man es angreiffen soll: In diesem Bilder-Carmen, so eine Ehrenpforte vorstellet, können die 4. Säulen, über welchen der Nauchaltar stehet, zehenmal veränderrgeleftn werden. Beschluß. §. XXXIl. 1. Lese Cap. !. Verzeichnis; ^» . S-> ^ ^. ^ Z-» « » ^ « ^ ^ ^ ^ 2.S ^ ^c: - -'T >>s ^s» t Z « U »s- ^> r- « L ^> « ^ L A ^ Z^^D ? ^ s s> ^z, s ^ 5Z ^ « U ^ 2 Z « ^».^ « T Z t.» « « ^> ^ -z ^ s s ^ o KL « ZsZ « Z-» ^ ^> ^ ^ «. ^ ^ ? Äs S Q S ^> ^> Q r»> r «'^V'^ ^ ^ ^ « ^ <- S .s -U. « c: ^ n: L s « L tLQ « - - . ^>^-"S -> ^ ^> >-> x2 ^ W M ^ ^> ^« L> «-» ^) ^ -z ^» s> Z^S: ^ ^» » « ^ . « ^ « IU-» .o ^ cx^'Z'K « «^ ^ >^ »s> « Z SZc»'? ^ Z ^ H /-» 51 s " ^Z"«- Ds^s ^ ^ s 2 ^ U ^» ^. « ». ZÄ-ZS ^ ' ^ Q <»> <^-^» s ^ zi: ^ «j.» ^ Ich, <-> " ^ ^ » « ^ « Z - ^ ^» c 's o » — -2 .^z M M-Z >o ^> ^- -> » ^ ov!^ «s « «>» «> ^ ^> ^L. ^ — ^ ^ « ^ ^-^-»^ >Q ^ « ^ ^ ^ > <7> — der vornehmste« Jubelschrifrett, 85 -«O /-» W ^> ^KZ L ^ ^ <>- ^ ^-.V- Z ^ ^ ^ «.-^ « ^Z>-Z^. « o «> ^ ? ^ u^-^ ^ ^- » ^> - ^> ^ ^U.SZ «ZZ^ HZ - ^^^isZ^S r-> ^ LO^. r-V' ^ « .« S r> ^> L ^ S Z ^ Q..^ ^^-^ K Z^! „^ ^> ^> . 7— ' L- - ^>oa^> -L ^ « >2» ^ 7^ —. ^ ^> s c» >A o <2 ^ ^ U cn ^ H ^ e7^> ^ « « >2» ^ ^ .is- ^ ^ ^ ^ ^ ö ^ « " ^ ^> >^ « ^^^^,^^^-??^>^ ^ ^ " Z ZZiU./^ L- ^--'2) ^» > ^> «. ? »> ^ Q. Z ^ 6) >' " ^Z^-Y's' Z -^-^'Z^ ^ ^ ^-^ L ^.7"^. ' Ui->c)^^Q ^ «^.^6--^«°. A^^^T Z«.-H^V^s V - . . ^ ^ o> ^ c^^- '^--H'« ^ » Q - ^ ^ ^ ° /^» -« T'Z N Z s'/Z S ^ ^ ^ ^ ^ ^ «. ^»_ _ ^» -s'S^ « ^ M Q. S ^? ^ >^> O -Ä^.-" 2 ^> W<^.°tt^ ^ 7^ » ^^ Z ^-j !^ S - ^'S-A c^N. ^M'Ä; Z ^^^ZT^^^ - ^ Z L ^ '-c ^ :^ ^ Q . ^ L.^ ^U-- ^> S . IQ Q " — Z >^S> ^! ^ .^^s^ ^ Z." ^-^cÄZA^KZZ ^ ^ L^^--« KKSRKZAKsNcMOK^V Z ^ ^ ^> ? s F ^ Z. XXXlll. 86 Tap. I. Vetzeichmsi §. XXXliI. L^Wo^?///s>c-?///7^M t?'^?/^o/ ?)'/l-^kV7/)/!/c-S /?«/>//c/Z! o?^e?//?'/?^c^ b"rici?nc.(iottK.j5^le^rgA. ^?c'«Ao?^ Naumburg, 1740. in Folio 2. Bogen. Wenn einigein den nnscuiisSib^lmZs die Worte; ^!XI O? «v?-oV o^tt^«», />.v/l? ite^?//, ^tti./'^t ^Ä//?». gefun- / der vornehmsten Jubeksthrifren. 8? gefunden, so haben sie zugleich eine Prophezepung von der Erfindung der Buchdruckerkunst daraus nm- chen wolien^ Daß aber dieses eine ungegrünoete Einbildung ftp weißt der Herr Rector gantz deutlich. §. XXXV. A«-7t^-esV, oder, das mehr als Rönigli- che, ja göttliche Geschencke der edlen und vor^reflichenBuchdruckerey, deren Ersin» dung, t?uyen, Mißbrauch, und berühmtesten Meister nebst einigen zur Historie nöthigen und nützlichen Änmerckungen bey herbey rückender dritten Jubelfeyer, so im Iun-odes -740. Jahres einfallt; Zum Vorspiel und Aufmunterung geschickter Dichter in Teutschland, auch GDtt, dem Geber aller guten und vollkommenen Gaben zum höchsten Ruhm und Preiß, in teutscher Poesie aufgeseyc von Constanrino Beiler» mann, Conrecc. M//^. /)/>. M,/ /». cn. 89 DaS ü.) fteuer vor Iasen mit dein goldenen V'ieß, und das prachnge Sch-f ArgoS, auf welchen, die grieHischen Helden nach Coichos gchchren, und das güw.ne Vließ erobert, n.it der Beyschrift: (/e?v,^,//7/^ //?/?^'//^ vr/////. teutsch: Das güldne Vließ ist zweifelhaft Die Druckerkunst har es verschafr. Das NI.) prasentirt den Cadmum, der die griechischen Buchstaben erfunden, wie er auf eine Tafel einige griechische Buchstaben mahlet, e, g. «. /Z. F. O^vile. ?)^0^)'/7/^^ > W/?^)', teutsch: Ist Ladmus der Suchstabett Vater, Äleibr Guttenberg doch der Berather. Das IV.) zeiget'eine auf einem Tische liegende abgedruckte Pflantze, oder saubere Blume, daneben eine in lpisitu vini sich prasentirende Rose, oder Pflan- tze, wie solche Vallemonr hervorbringen können. Oevile. ^»'^/z", „ m-. teutsch- . Der Rrauter Oaltügenesie Zeigt Rniphofs VlAy, und 8uttckens Müh. Weil ich nun einmal diese schöne Raritäten angeführt, so muß ich der Ordnung des Herrn Verfassers folgen uno nunmehro auch die Erklärung der übrigen KmblelNZtum, so in dem Buch vorkommen, beyfügen. Der Herr Verfasser soll selbsten red^'n: 8 5, Das 9^^/?/>/)^ Wobey ein zur Saar bereitetes Gefields, aus welchem statt der Aehren groft und kleine Bücher hervor wachsen. vevite. Die Erde thue sich auf, und bringe Heyl; Obsn einen mit Wolcken bezogenen Himmel, aus weichem statt der Tropfen, oder mancherley Buchstaben herab auf das Feld regnen. Oevile. Treuffelr ihr Fimmel von oben. Unten: I/i?,7e?/?q^^/?? /?/^//^' ^e^^/? T^ho^^^ö/c/. Das U.) KmKIemg stellet vor einen in der Drucker- Ofsicin beschäftigen Setzer und Drucker, über dessen Häuptern der Name Gutttnberg zu sehen; Darneben die Minerva, die statt des gewöhnlichen Spie- ses ein Horn der Fülle in Armen trägt, angefüllt mit Büchern. vevite. XVar nicht die Druckexey gekommen, Hatt' Pallas ah-nicht zugenommen. Das lll.) Emblems weiset vor Mercurium in einer Druckerofficin, der statt der geflügelten Beine, Flügel an Händen, oder Armen hat, gegenüber einen Schreiber , der in. Schreiben begriffen, auf welchen Mer- cmius mit dem geflügelten Stab in der Hand weiset. 0c- > der vornehmsten ^ubelschn'fren. 91 Oevite. Was tausend Schreiber dichten, Z>an lch allein verrichten. Das IV.) Emblems stellet vor den Musenberq mit den neun Musen, da Apollo dem Erfinoer der Dru- ckerey Guttenberg einen Lorbeer - Crantz verehret. Oevile. Gelehrte können nicht mit Rronen Den Nuy dec Druckerkunfi belohnen. ?/?e?/?0?^'/?M ^?//'/7^^ Bis Hieher der Herr Verfasser. Ich mag nicht urtheilen , weil meine Leser gar leichte einsehen werden, wo man wider die Natur der dachen gedichtet yat^ Bücher, die auf Stengeln aus der Erde hervor wachsen, mögte ich gerne sehen. Nun kömmt erst eine poetische Vorrede, und als denn weit hergehörte Noten über die Vorrede. Endlich ließt man das Gedichte selbst. Es bestehet aus 86. Strophen von zwölf Zeilen. Vermuthlich soll es eine Nachahmung des lateinischen Gedichtes des bekannten Hergellans seyn. Es ist aber dergestalt gerathen, daß man kaum glauben sollte, daß ein Teutscher Urheber davon wäre. Gedancken, Ausdruck und Reim sind öfters wider alle Regein. In den angehängten Anmerckungen welche 4. Bogen starck sind, hat uns der Herr Verfasser eine Probe von seiner grosen Wissenschaft mitgetheilt. Denn man findet darinnen Lebensbeschreibungen von alten und neuen Gottesge- lehrcen, Geschichtschreibern, Aertzten, und auch so gar von den Componisten und Cavellmeistsrn, welche wohl Niemand hierinuen suchen wird, und mit Recht 92 Cap. I. Verzeichm'ß nicht suchen kan. Von Buchdruckern ließt man etwas weniges, welchen doch weit eher ein Platz gehöret hattte, wenn man ja schon öfters gedruckt Lebensbeschreibungen, als Anmerckungen über ein Gesichte, noch einmal hatte wollen drucken lasftn. Hierauf folgt eine historische Nachricht von Erfindung der edlen Buchdrucksrkunft, derselben Vermehrung und Ausbreitung. Dieses ist weit besser gerathen. Unterdessen har er sich hier und da eines gewissen Buches bedienet, welches er nicht genennet, obergleich etliche Stellen von Wort zu Wort daraus entlehnet. Ich habe es gar bald gemerckt, ich will es aber auch nicht nennen. Zum Beschluß hat Johann Michael Funcke Buchhändler und Universitats-Buchdrucker in Erfurt!) ein Lob-und Danckgedichte auf das dritte Jubelfest wegen Erfindung der Buchdruckerey als eine Beylage hinzu gefüget. Das letzte Stück, nemlich die Anleitung von Form-und Stahlschneiden, welches von einem freund (vermuthlich Herrn Zuncken) löblicher Künste verfertiget worden, ist das beste in dem gantzen Buch, Nur das Titelblatt wil! mir nicht gefallen, weil es schon verschieden? mal gebraucht, z. E, bey der Bilder-Geographie, und daher gantz abgenutzt erscheinet. Ob aber die angegebenen Kunstgriffe alle richtig sind, überlasseich den Formenschneidern und Schriftgiesern zu beurtheilen, weil ich diese Kunst nicht verstehe. §. XXXVII. Wenn ich eintzelne, oder auch zusammengedruckte Gedichte nach meiner bisherigen Art hätte anführen wollen, so hätte ich leichtlich noch etliche Blatter anfüllen, können. Meine, ich halte dieses vor Überflüsse der vsmehmsten Iuliclschufrc«?. sz sig. Von Büchern zu reden, die ich nicht in Handen habe, ist mein Werck auch nicht. Ich weiß wohl, baß noch einige zurück sind Vielleicht erhalte ich seidige, ehe ich die Feder bey diesem Band noch weglege Verschrieben hab ich sie schon; Daß sie aber nicht angekommen sind, davor kan ich nicht. Man wird es mir also vor keinen Fehler auslegen / wenn ich hier keine ausführliche Nachricht gebe von ^-/^/ - ^??/7>' F/?^?^ /?^?^^77>eeT^?/ Ä?i???//i?^^ t'» z?/?/?»' t^/i/.?/?^-' ^^e/tte ?/?^e2)o////^?, ve'?-?/«?/- ^-e??)- ö«> //?»^c?^ ???'ee?' ^i?/c^/?^///, ev.' ^^^v/-?' t/oo?" --/^?-e/^ ^e?i>o/'^/? 6?^ ?z?^//('e s^s oo??e 7?Lt^?^/'c//t.V? /?/??/ //t-^^///ck ^S^^, /?^t TM5' t/oo?" ^o/l/????^ (7/>? ?/??/??^ .5e?'^^ ^?'/??/6V> (?N'M6??????,. //^/c?^ in 8 Leipz^Gel.Zeit. p. 855- n. 96.1740. Angleichen von Herrn L.ackmanns Klvnumentjs, und einigen wenigen mehr. Genug ich habe doch von den meisten geredet, welches mein Endzweck war. II. Kapitel. Christian Friedrich Wadskiärs Gedancken von dtw ersten Erfinder der Buchdruckerkunst mit An- merckungen« ^^ is Liebe zu seinem Vaterland hat schon mcm- chen Gelehrten Mann verblendet, daß er dis Mahrl^jt üderfthen, und^etwas bcharptex hat, 5>4 Cap. ll. Gb ein Däne hat, woran sonsten niemand gedacht. Herr XDad- skiac aus Coppenhagen giebt uns eine neue Probe hievon, Denn als er in meinem ersten Theil der Buchdruckerkunft gelesen, daß ich Johann Gmtcn- berg vor den ersten Erfinder der Buchdruckerkunst angegeben habe, so ist in ihm der Eiser vor sein Vaterland dergestalt entbrannt, daß er die Feder wider mich angesetztt,und seinen Aufsatz in die neuen Zeitungen von gelehrten und merckwürdigen Sachen, welche zu Coppenhagen heraus kommen, einrücken ließ. Ein guter Freund übersetzte diesen Aufsatz ins Teutsche, und theilte selbigen einem vornehmen Gönner von mir mit, durch testen Vorschub er auch mir in die Hände gerieth Hieraus sahe ich nun gar wohl, wie Herr wadskar, wider alle Wahrheit, nm deswegen wider mich die Feder gespitzec hatte, dan.ir er vor seine Landsleute eine Ehre erjagen mögte, welche ihnen niemand in der Welt jemals zugestanden hat. Man kan ihnen auch solche mit keinem Schein der Wahrheit zugestehen. Jedoch ich will diesen Zinssatz von Wort zu Wort einrücken und mit einigen Anmerckungen begleiten, woraus die Wahrheit in die Augen fallen wird, wer Recht hat: Neue ZeitlMgenvsttgelehrten Sachen. Drey« zehences Stück. Copenhagen, den zr.Mart. 1740.9.201. „Es ist bekannt, daß verschiedene Völcker, als die „Chineser, Jtalianer, Frcmtzosen, Hollander und die „Teutschen mit einander streiten, wer sich von ih- z,nen mit Recht des Ruhms von der Erfindung der „Buchdruckerkunst anzumaßen habe. Und es wird allen die Buchdeuceerkunj? ersiind^» ^ „allen denjenigen sehr ftemd vorkommen, welche mit „dem berüchtigten !Violesrvorch, und mit dem zu „unsern Zeiten fast Molesworchisch gesinnten Professor zu Jena die Dänische Nation für untüchtig halben , etwas neues zu erfinden, oder etwas zu unternehmen, wo sie nicht von andern hievon belehret „wird/ wenn man auch Dänischer Seits hierauf einen nicht ungegündeten Anspruch zu haben ver» „meynr, und zwar wegen eines Mannes, welcher „tAeiü Jenson geheissen hat. i. Anmerckung. Ich bin zwar nicht dcr Meynung, daß die Dänen ungeschickt waren, etwas neues zu erfinden; Meine, daß ein Landsmann von ihnen die Buchdruckerkunst erfunden habe, halte ich bis diese Stunde vor eine blose Fabel, die nimmermehr erwiesen werden kan. Hier erinnere ich weiter nichts, als daß Herr XVadsklär, auch wider seinem Willen, ein Zeuge wider sich selbst seyn muß. Er bekennet ja ausdrücklich, daß die Dänen nur vcr- meyne haben, sie könnten auch einen Anspruch auf die Ehre der Erfindung machen. Meynen mögen sie in Ewigkeit. Aber beweisen können sie es nimmermehr. Und ich mögte wissen, wer von den Dänen, auser Wadskiärn, diese Meynung hegte. Denn was von pomano angeführt wird, will ich hernach beantworten. Einen Schweden weiß ich wohl noch, aber keinen Dänen nicht mehr, der Jenson vor einen Dänen gehalten. Dieser ist in llMi r. cie l'ypoZi'gpKiiz. Er schreibt aber doch weiter nicktö, 96 Cap. II. !» /uo Danis sAnnicere v/- eit tl'snLpZsntsrZ. S. Wolf!; iVioliumentz ll. p, 576. Er giebt ihn also weder vor den Erfinder, noch vor einen Dänen aus, sondern eL sagt nur: es scheine, als wenn ihn die Dänen vor einen Landsmann hielten. Es scheint also nur, deßwegen ist es nicht wahr. „Unser berühmter Gesehicht-Schreiber psnm- „nug, welcher nicht den Holländern völlig beyzuzeb- „len ist, indem er zuHelsignvr von Hollandischen Elstern gebohren worden, hat auch keine so gross Hoch-' „achiung gegen L.oreny LssterzuHarlem / wie seine „andern Landsleute, sondern er hatvielmehrbemerckr, „daß l^iels Jenson, ein berühmter Buchdrucker zu „Venedig mit Unrecht für einen Frantzosen gehalten „werde, da doch der Name allein schon zur Gnüge anzeige, daß er einDane von Geburt sey und daß ec viel- „leichc eben so viel Antheil an der Erfindung der Buch- > „druckerkunst haben könne, als ein anderer. po?z, „rani Worte lauten also ttilt--!-. vsn. ^il? '. X. 0. „62l. sct /^nn. 1442. iVIem^l'sbneest Iinc^mpore zartem t^po^rspriicsm exc^vli ^?^/ t»^,va/7o^ c-?^ „/>^M, ac prXclsri« pslliln vtt!um!niouz in „elsrui^tlenrlzi. inr^r e^erercis eju?; su- „Ävres lNl?L»ri>le8^ue cum glii -^^/?//<7o/?c^ Ai»'«?^ l^lgrlcmentem, glii (///tt-?^'?-^/?/^ „^rFenrinenllmgL^loZuntmeeiem, zlii, vteltczuiz. „czue nstionis luX ltuäiot?iuem glii fgc.iunt. l^ieinirio xnLltiinrillimN tiu- ju» die Ruchdruckerwnst erfunden? 97 „ms srris ct-jetzel-i-lmu8gpuä Vener !8^l)»>Al-gpdu« „memni-srul-; extsr ^ commencl-zti-l- pi-^cioue „eius/'////^'^gturglls Kiüori'z, e!eMnribu8. m rum „res ersnr, rypis excu5s lud snnum (^witti, czui „fcejuetur 1472. elspsls sl? Koc^ ^ui 5up!g polirus ^elt, sums circirer rriZindz. 2. Anmerckung. * Ich mag nun XVadskiars Worte, oder pon- tani Zeugniß ansehen, wie ich will, so kömmt doch nichts heraus. Vielleicht/ spricht der erste, hat Jenson eben so viel Antheil an der Erfindung der Buchdruckerkunst haben können. Und dieses soll ponrunus gesagt haben. Vielleicht hat er aber auch keinen Antheil daran. Doch nein, er hat gar keinen dran, ponranus behauptet es auch im geringsten nicht. Erstlich, gesteht poncanus ausdrücklich, daß die Buchdruckerkunst in Teutschland zu erst erfunden worden sey. ^mc-l-sl?!^ eit, gl'rem r^u^l'spliicgm l?^M/??/o/ ^VA inclgl-u>lle/i?-/M//m oedi. Heisen diese Worte etwas anVers teutsch: alsdie Vuchdruckerßunst ist in Teutschland zuerst erfunden worden, so will ich verlohren haben. Sie heisen aber nichts anders, also habe ich Recht und Herr NVadftiar unrecht Hernach sagt auchponranus nicht, daß Jenson die Buchsruckerkunst erfunden habe, sondern so viel sagt er : weil verschiedene Städte ihre Erfinder, viele aber, nachdem ein jeder vor seine Landsleute eine Hochachtung hat, selbige rühmen und loben, so darf auch Jenson nicht vergessen werden, welcher gleich beym Anfang der Buch- G dru- 98 Lap. ll. ein Däne Vruckerey ein berühmter Änchdrucker (aber kein Erfinder) zu Venedig gewesen ist. Und dieser Jenson wäre ein Däne gewesen, wie sein Name zu verstehen gäbe. Diese Mulhmassung ist im Grunde falsch. Es ist gar keine Folge, daß diejenigen Dänen sind, deren Namen sich in son endigen. Ich will es einmal zum Spaß zu geben, folglich ist der Jude Gerson ein Däne; Folglich ist derFran- zoft gleiches Namens ein Däne; Folglich ist Jac» Ianson, ein Holländer^ ein Däne; Folglich ist Johann Janßon, ein Schwede von Geburt, ein Däne» Wenn dieser Satz richtig wäre, so wollte ich aus allen Völckern einige Dänen finden. Daher» man gar leichte einsehen kan, auf was vor einen sündigten Grund diese Wahrheit gebauet ist» Jedoch dieses alles Habs ich gar nicht nöthig Jen« son so!! uns beyden lehren, wo er her gewesen ist. Ich habe durch Vorschub eines vornehmen Gönners ein Buch in die Hände bekommen, welches unsern Streit heben wird. Es ist aber folgendes: /^o??/??-^ ^Ä'et/n/ cie belln itzlicc» sciuei-tus (Zo-- ttws ^ibl-i I V. Am Ende sieht: l^Kei-yugrrus A vltimus 5cie!ictter tinit. 6^/./<7^5 //'ön/M ^V/(70- Z^VM^V.- Artiklcl Erstes optime leKvr Ngbe. o^cL. l.xxl. in groß 4> In der Biblivlheck zu Nürnberg, wie dessen tt> stvlis in ^Ppen6i!:e cle l^^poAi'ZpKi'g p. jZi. bezeuget, stehet: DiALliol'UM opus per Mro///?/W ^5?//ö//, c?/?A<7Mtt, Vener. 1477. Und Jensons Corrector heißt seinen Patron auch 6/7Ä-7tt??7. Wem soll man nun glauben, Herrn Wadftiär, die Buchdeuckertunst erfunden. 99 oder Jenson mW seinem Correttori? Niemandun- ter der Sonnen wird Jenson die Wissenschaft seines Vaterlandes absprechen. Und wer wollte glauben Gmmbonus, Jensons Corrector, Karte nicht gewußt, wo sein Patron her wäre. Nun überlasse ich mich dem schärfsten Urtheil eines vernünftigen Lesers, und ich bin überzeugt, daß der- Beyfall vor mich ausfallen muß. „Ich bade mich bemühet, ein mehreres von diesem „?enson zu erfahren, und habe gefunden, daß Gmm- »bonus, ein Jtalianer, -n iZpilt-ig sci ^pil^v^um „Keljunenleiu l7.6ir!l>ni()u>nÄilisni Vener. 147s. per „^0/. ^v^ö?^, pl-.xtiX3, wclche Xli^K-e! IVls-crure „in ^nn-jl. ?> i)oZl-^ I'om. I- p. 6. anführt, folgen- „der Massen von ihm redet: ^ececiebünr iuli^ pre- „ce>> ^V/co/. A^?//ö^ (Zzllici (cur ni ttsn^ci) (weil er „keiner gewesen) vr veee 6icsm llse^sli, (s/te?/^ „hat man aus Versehen weggelassen) qul //^v/?^ ??»>^//> ?»//e//^o^, n»n vrtc.i-ivukltu!' cslzmo z)!itzri, teci veiuri i;emms implimuntur prope „li^illa, primus omninin in^eniole monli^suir: „vr nuic vir», o.ui l.1e ee !>rre^gsiz »m bene meruit, „vr nemo lir, czui non ^uere lummopei e cleb^st. Id- z,ciic^ non ^iKcuIrei- imizerrsuit. vt non lolum „NvL l)pus, ((^mnnlisnum) verum erizmutrsm^ue ^Liceronis srcem corriZer^m. 5. Anmerckung. Daß sich Herr rOadsMr sehr bemüht Habs, ein mehrers von Jenson zu finden, kommt mir gar nicht wahrscheinlich vor, indem er ja weite? G 2 nichts 100 Cap. II. Ob ein Däne nichts sagt, als was ich aus Mairtairn angeführt habe. Folglich hat er nichts gefunden, was nicht schon bekannt war. Ich habe auch umge- sucht, und in Iac tNentels Oblervgr. clc- pr-V- cipuis 1x?"A''2p^'6 gefunden, daß er selbigen schlechterdings einen Franzosen nennet. Siehe in ZlDo!fs lVlonumLnr. ?. II. z8z.Po!ydorus Vir- gill'us sagt in seligem Buch cleReruli? Inuenr I^ib. II, L.7. ausdrücklich: kivmgm pl-imo t7o?7»-^/qui- o/ in (Zsl- lism stporrgrz elt typo^i-sptiig. S. lVolfen ?. !. p. 299. ^//^o?//«/ i^nnegdis X. l^ilz. VI. 0//,^ 'lomu!l p. s;8. machtihngar zu einen Teutschen. Unterdessen bekennet er doch, daß Jenson vor andern sehr berühmt, abernicht der Erfinder gewesen sey. S NOolftn ? t. x>. zi z. p-ter Scriverius schreibt Cap. XVI. Ve- vecii« /V^o/s?/?//^?//»??, Lermsnum, licet t?^/^» ^/^5cjicsrui', prXcipuum 5ui/7e r^ovArsvlium. Imprimcbst is srm» 1472. t^pisniriciillimiLKfor-- ms eleAgnre L. /V/»?/ ^sturslis t^ilioria? libl-os. ^.b evllem lmviellli« est s. 1476. ^emiiiu« pro. bu«. Ich habe ein altere und die allererste Ausgabe vom Hemiüc) probn, oder Lnrn .Ve^ott-ge- sehen, welche am Ende folgende Worte aufwieß: prcivi ^emilli cle Virorum Xielienrium vitg per I/. ^V/co/^?/M ^e?//c>//, Venetiis opu^fcLlicitefim- vrellum ett snno (.linisti inesrnotione ^1 LLdd. l^XXI VII I. I6u« !^sl-rig8 in groß 4. Lnclem ^n- no (nemlich 1476) vrodilzIt Vencriis Mnius ^gr- celll- die Buchdruckerkunsc erfunden? lor cciiinus inciuitnij A impencliu /,^o/^/ t?^^/. S. Wölfen ? I. p. Z79- Die alte Cölnische Chronick schreibt trocken heraus: u?///e /^-/?^^^?-^/), /V/^o/s?// ' ^ttc'^' ^To /^e^e^e, /V/co- /^/»^ t?e«/o?/ F^M?, /öe ^>^/??7^/?/)»"/^ 2^0 ^-/-v//^» /-^e),-^'?/. S XVolfen ebend. p. 409. lecz. Gabriel Maudäus giebt auch ein Zeugniß aus Jensons gedruckten Büchern, daß er ein Fran- tzose gewesen. S. Molfebeny. p 526. ;?,8 5Z5. Wer hat nun mehr gefunden, Herr XV^dskiar, oder ich ? Und alles was ich gefunden habe ist wider meinen Herrn Gegner. Wenn er alle diese Zeugen übern Haussen werfen kan, so will ich als- venn bekennen, daß den Dänen diese Ehre zukomme. Ausserdem hat sich Herr lVadskiär von der Aehe zu seinem Vaterlande verblenden lassen. „ponc^nus erweiset also, daß er ein Däne ge- „wesen sey, und (vmnibomis bezeuget es, daß man „ihm die erste Erfindung der Vuchbruckerkunst zuzuschreiben habe. Christian Friedrich Geßner aber „ist in semer Schrift, die er zu Leipzig 1740. unter „dem Titel: Die so nöthig als nützliche Buchdru- „ckerkunst :c- herausgegeben, anderer Meynung, und „schreibt auf der 14. Seite also: Ich mache also den „Anfang von den Franzosen, und will sehen ob ich „bey dieser Nation die Erfindung der Buchdrucke- „rey antreffen könne. Man pflegt insgemein zwey «gelehrte Manner anzuführen, welche sich vor Franck- G Z „reich los Cctp. ll. GbeinDäne „reich hierinnen erkläret hätten. Der eine ist Ioh. „Anronius Lampanus und der andere Omniho- „nus. Beyde sind gebohrne Ztalianer uni) berühm- ,,te Correctores gewesen : Campanus bey dem bekannten Buchdrucker zu Rom Ulrich Han, sonsten z,auch (Zgilus genannt; Omnibonus aber bey Ni- „cslao Jenson zu Venedig. Und daher glaubt „man, daß diese beyde, sonst gelehrte Manner nach „dem bekannten. Sprüchwort sich gerichtet hatten: „Deß Brodr ich tA-, deß L.ied ich singe. Ausser „dem harren sie ja ohnmöglich ihre Buchdrucker vor „die Erfinder ausgeben können. „Nunmchro will ich Omniboni Zeugniß unter- „suchen. Ob man diesem Mann nicht ebenfalls aus „Unverstand etwas angedichtet, mögen andere unterscheiden. Er schreibt aber von feinem !7licolao „Jenson, einem Frantzosen von Geburt^ also: Er „war daß ich die Wahrheit bekenne, ein ande- „rer Dädalus/ u?.!cher, als ein beryimderns- „würdiger Grsinder der Zuchdruckerey, auf „eine künstliche Art zu erst yermesen, wie man „recht nett und sauber drucren rönne, als rvenn „es in Edelstein Zescochen rväre. Nimmt man „dieses Zeugniß an, daß Jenson einer von den er-, „stern Buchdruckern zu Venedig mit gewesen, so „kommt es der Wahrheit ziemlich nahe. Weil aus-, „ser Johanne .5)^'?v/ zuvor noch kein Buchdru- „cker von Venedig bekannt ist. Von Johanne „^?^>s ist das erste Buch, so viel man weiß, 1469. „und von I.nson. 1470. S Mmnaire i. ^ p 282. „und p. 285. gedruckt fertig worden. Können sie „nicht beyde zugleich angefangen, jener aber sein „Buch eher zu Ende gebracht haben/ als dieser? »Ver- die Buchdruckerkunff erfunden? ,05 ^ „Verstehet man aber Ommboni Worte also, daß „Jenson zuerst die Kunst in Venedig xecht nett „und sauber zu drucken ausgekünsielt habe, so ist es „gar wahr. Denn Maictmrec. p. 7. weiß des- „sen Druck kaum genug zu preisen. Wo ich nicht „irre, so wollen dieses Ommboni Worte sagen. „Hieraus folget aber keineSweges, daß Ömmbonus „seinen Jenson zu den ersten Erfinder, der Buch- „druckerey überhaupt, sondern nur zu Venedig ma- „che Und dieses kan man ihm wohl einräumen. ^Wollte man aber ausOmmbom Worten behaupten, als wenn er seinen« Jenson die Ehre der Er- „findung überhaupt zuschnebe; So wäre es aller- „dings ein Fehler, welcher die Unwissenheit, oder „Schmeichelei), zur Mutter hatte. Da man in „Teurschland, und zwar zuMayntz von 1447. lhy. „zu Augspurg von 1466. li.>czcz. ingleichen von Nom, „1467. S. M-airrairs l, c. p. 270^ 277. „28s- und also i z. Jahr vor Ienson, gedruckte „Bücher nahmhaft machen kan. Dahero aber- „mals erhellet, daß man die Erfindung der Buch- „druckerey nicht bey den Frantzosen zu suchen habe. Es majsen sich auch die vernünftigen Froi'tzosen heut „zu Tage dicse Ehre nicht an, weil sie selbsten wohl „einsehen, daß sie ihnen nicht gehöret. „Die Erklärung die Geßner hiervon den Worten des Ommboni macht, schemer ziemlich gezwungen zu seyn, indem man nemlich unter den »Worten libi'sl-iD srüs mir?.bjÜ8 invenw!' versterben soll, er wäre einer der ersten Buchdrucker zu „Venedig gewesen, da diese Kunst lange vorher „schon in Teutschland erfunden worden, denn auf G 4 „die- 504 >ZIzii!8 inveririti genannt werden, ohne daß „man sagen wollre, es wäre mir der Erfindung der »Buchdruckerkunst in Teutschland so stille zugegangen, daß man davon in Italien nichts erfahren hallte (welches nicht glaublich ist) unv ^enson hat- „re also, ohne etwas davon gehört zu haben, selbst „diese Erfindung ersonnen, i^nn so könnte er mit eben „dem Rechte invenru,-genennt werden, als Gutten- „berg zu Mayntz, dem die meisten diese Ehre zuzuschreiben, wenn es gleich von dem letztern eher wäre „erfunden worden. Wem ist unbekannt, daß zwee- „ne öffters zugleich auf eine Sache verfallen können. „Wie denn unser berühmter TÄom. L^,'?/?o/?mict ^vn Kre- „visnciv vocsre, nsm A Lsriorig cli^>>!8 est ?e- „rrus K!iu8 ^oii3nni8. Gleichermaßen schreibt sich „BischoffIens Änderen Leldenack an Fühnen in „allen alcen Briefen Johannes Andreas. Daß aber „Nicol. Jenson von dem Omnibeno (Zg!licu8 genannt wird, und für einen Frantzosen gehalten worden, rührt vielleicht daher, daß er sich eine Zeitlang in Franckreich aufgehalten, als wohin sich zu „der Zeit die muntersten und aufgewecktesten Köpffe „begaben, eben so, wie der alte Dänische Poet und „Jurist, pecer L.olle, eben dieser Ursache halber „von ivis^. Anritt. i?erneo in der Vorrede zu dieses G 5 „L.ol- io6 Cap. ll- L-i'^u. Nach meiner Einsicht kan mir dieftn Satz Niemand umstossen, da ich die Beweggründe vor- hero angeführet habe^ Es wäre ja im höchsten Grad unbillig, wmn ich z. E. besser wissen wollte wo Herr NOadfkiar gebohren, als er selbsten weiß^ Es wäre ja unbillig, wenn ich einem guten Freund des Herrn -«-^adskmrs, der mit ihm täglich umgienge, absprechen wollte, er wüßte nicht, ober ein Däne wäre; ES wäre ja unbillig wenn ich einer ziemlichen Anzahl wahrhaftiger Zeugen diese Wahrwit zwch'elhafft machen wollte. Und gleichwohl verfährt man mit Jenson nicht um ein Haar besser Jedoch Geduir! Wir wollen doch auch Herrn Wadskars Gründe c.nhören. Er gründet sich nemlich auf das Zeugniß Johann Isaack ponrans, welcher-ni».st. Van lid.X.schreibt: ?^/ö /-^o^t Die io8 Cap. II. Ob ein Däne Die übrigen Wocre stehen bereits oben Sagt denn nunponranus: Jenson war ein Däne, Ich kan es nimmermehr finden. So viel ich einsehe, so heisen Ponram Worte teutsch also: Aus Jensons Namen nimmt man ab, vaß er ein Däne gewesen; Oder Jensons Name lehrt uns Oder damit ich doch recht lateinisch teutsch schreibe: Jensons Name verrathe Es ist also weiter nichts / als eine Muthmassuno, die aber keinen Grund hat. Von dem Namen eines Mannes auf öessen Vaterland zuschlüssen ist eine neue Art zu schlüsssn. Wenn dieses angienge, so müßte Jenson auch ein Schwede, ein Holländer:c. und wieder umgekehrt mancher Schwede, Holländer und Frantzofe ein Däne seyn, wie ich bereits in meiner 2. Anmerckung dargethan habe, Und gesetzt, ponranus sagte rund herautz Jenson wäre ein Däne gewesen , so wäre es deßwegen noch nicht wahr. Eine Schwalbe macht keinen Sommer. Wenn hat pon- tanus gelebt? Zum wenigsten anderthalb hundert Jahr nach Jenson. Sollte er dahero besser, als Jenson selbst gewußt haben, wo er gebohren worden ? Wo Haler sich aufgehalten? Zn Holland, und Jenson in Venedig. Man wird sich also in Holland um die Buchdrucker in Venedig treflich bekümmert haben^ daß man auch auf anderthalb hundert Jahre hinaus hesser gewußt hat, wo sie gebohren, als sie es selbst gewußt haben. Bey was vor Gelegenheit hat denn Ponranus dieses Zeugniß abgeleget? Da er die Dänische Geschichte beschrieben. Hier ist der Grund dieser Muthmassung sonder Zweifel zu suchen, ponranus war lMtm ilMgpnui, bey dem König vonDän- nemarck, dahero hat er vermuthlich auch ten Dänen Ane Ehre zueignen wollen, wenn er in die Welt schrieb, eine die Buchdruckerkunst erfunden? is? einer von Den ersten Buchdruckern wäre ein Däne gewesen. Ausserdem sehe ich keine Ursache, warum Poneanus wiver alle Wahrheit häkle schreiben wollen. Daß er aber wider alle Wahrheit geschrieben hatte, bezeugen meine oben angeführten Gründe. So lange also selbige veste stehen, so lange kan man Jenson zu keinen Dänen machen. Die Erklärung so Herr rvadfkiär von des Omniboni Worten giebt, da er Jenson einen Frcmtzofen deßwegen genennet haben soll, weil er sich in Frankreich vielleicht aufgehalten habe, halt keinen Stich. Denn erstlich ist nicht erwiesen, und es kan auch nicht erwiesen werden, daß er ein Däne gewesen; Hernach ist es nicht ausgemacht, wenn er auch ein Däne gewesen wäre, daß er sich in Franckreich aufgehalten habe. Denn Vielleicht sagt vielleicht nichts, und was halte er doch da gemacht ? Denn die Buchdruckerkunst ist erst als- denn dahin gekommen. Nunmehro schreite ich also zur N.) Frage: Ob Nicolaus Jenson die Buchdruckerkunst erfunden habe. Ich glaube dieses bis jetzo noch nicht. Warum ich es aber nicht glaube, davon habe ich bereits in meinem ersten Theil Antwort gegeben, und kurtz vorhero sind selbige Worte wider abgedruckt. Wenn ich weitlauftig seyn wollte, so könnte ich eine grose Menge gelehrte Zeugen anführen , die eben das sagen, was ich behaupte. Alleine hier kommt es lediglich auf das Zeugniß des Gmniboni an, ob daraus erwiesen werden kan, daß Ienson die Buchdruckerkunst erfunden habe (vmni- bonus spricht: ^cnlvn lidrsi-iT scris miisbiüs in- uenror, nun vc iLi-ibuntur cslsmo libii, iec! veluti xemms imprimumur »e proxe NA^ci, pcimu» omnium na Cap ll. Gb ein Däne vmriium ingeniöse monliriZllit. Daß die Buchdruckerkunst schon 144c). zu Mayntz erfunden worden, bezeugen ja die glaubwürdigsten Schriftsteller. Ich will aber setzen, wir wissen dieses nicht. Ich gehe in Bibliothecken und laste mir die ältesten Bücher weisen, so bekomme ich Bücher zusehen, so 1459.1460. 146s. zn Mayntz gedruckt sind. Zu Straßburg hat man schon ?466> und in eben diesem Jahr zu Aug- spurg; zu Rom 1467 zu Oxford 1468. zu Venedig 1469. gedruckt. Und nun bekommeich auch ein Buch von Jenson zu Venedig 1470 gedruckt. Wie kan man nun auf die Gebancken gerathen Jenson har die Buchdruckerkunst erfunden, da an so vielen Orten ja so gar in Venedig vor ihm ist gedruckt worden. Und was noch das meiste ist, alle übrige Geschichtschreiber, welche die Sache erzehlen, die schweigen von ihm , oder nennen ihn nur einen berühmrcn Buchdrucker zu Venedig, Gleichwohl berichtet doch Omnibonus, wendet Herr XVadskiar ein, Jenson wäre der Erfinder der Buchdruckerkunst. Da ich nun die Worte also übersetzte: Jenson war ein bewundernswürdiger Erfinder der Äuchdruckerey, da er auf eine bunsili- che Arr zu erst gewiesen, wie mann rechc nett und sauber drucken könne, als wenn es in Edelstein gestochen wäre. Spricht der Herr Gegner, diese Erklärung, oder vielmehr Übersetzung scheint gezwungen zu seyn. Es ist doch gut, daß selbige nur schemc, in der That aber nicht ist. Wenn sie ihm aber ja nicht recht scheinet, warum hat er denn keine bessere gegeben? Beschuldigen und tadeln ist keine Kunst, aber erweisen und besser machen. Absonderlich ist meinem Herrn G-gner zuwider, daß ich Jen- die Buchdruckerkunst erfunden? 51r fon einen Erfinder nenne, da ich doch bchauptele die Buchdruckerkunst wäre schon vor ihm erfunden worden. Dem ersten Ansehen nach hat er Recht. Doch nein, er hat nicht Recht, Ich schreibe ja nicht, daß Jenson der Erfinder der Buchdruckerey überhaupt, welches auch Gmmbonus nicht sagt, sondern nur von der netten Art zu Drucken gewesen. Also sage ich ja recht Jenson ist einer von den ersten Buchdruckern zu Venedig gewesen, welcher ein Erfinder, nicht der Buchdruckerev, sondern der zierlichen Buchstaben gewesen ist. Kan denn dieses nicht beysam- men stehen? Nein spricht Herr Wadsklär das heißt t>l-tipgA3tio. Gar Recht, Fortpflantzung in Ansehung der Buchdruckerev überhaupt, und Erfindung in Ansehung der zierlichen Buchstaben. Er meynt ferner die Worte: Non mtLribumur icslsmo, stiessen meine Einschranckung übern Haussen , und ich hatte sie vorbey gelassen. Sie stossen meine Meynung gar nicht übern Haussen, sondern sie sind vor dieseibige. Denn die Sache verhalt sich also .- Es ist bekannt, daß die allerersten gedruckten Bücher mit sogenannter Mönchsschrift gedruckt waren, welche wie geschrieben aussahen. Faust hat ja seine gedruckten Bibeln vor geschrieben verkauft, und wer solche gedruckte Bücher gesehen hat, der wird And muß mir hierinnen Beyfall geben. Daß dieser Druck kein zierlicher Druck genennet werden kan, wird abermahls niemand laugnen. Man sehe aber den Druck des Jensons an, so wird man finden, daß selbiger wie unsre heutige Tertia Anriqva- Schrift aussieht. Sieht nun diese Schrift nicht vie! besser, als Mönchsschxift aus? Ich solle meynen, es !VärK ? r2 Cap. II. Gb ein Däne wäre sin grosser Unterscheid dazwischen. Denn es fällt in die Augen. Man sehe nur meine Schriftproben an, und halte Tertia Antiqva gegen Mönchsschrift. Dieses voraus gesetzt, so will ich Ommboni Worte noch einmal übersetzen, Nicolaus Jenson hat zuallererst auf eine scharfsinnige Art gewiesen, wie man recht nette und rein drucken soll, als wenn es, nach unserer Art zu reden, in Kupfer gestochen wäre, und nicht nach der alten Art, da es wie geschrieben aussieht. Das ist, er hat nicht mehr mit Mönchsschrift, sondern mit feinen Mern, wie die heutige Tertia Antiqua Schrift, welche man ehedessen Q-^Se?-^ /^n^n genennet, gedruckt, wovon erein Erfinder gewesen. Auf diese Weise ist Jenson ein Erfinder, und kein Erfinder. Kein Erfinder ist er, in Ansehung der Buchdruckerkunst; Ein Erfinder aber ist er in Ansehung einer neuen Schrift. Und hiermit stimmen alle Zeugnisse der bewähr- testen Geschichtschreiber überein. polydorus Vir- gilius spricht an oben angeführten Ort: A^/o?? r/poAi'grilugm Mo^mn ?//?//??'/??//'?. Sa« bellt'cus Lrinescl. X. l^id. VI. ^7e^/??/t? //^^^^ /o^n^ multum ccrsros sMecelluerunr /V/c-. A Io«« 6o/ott/>n/.' Peter Scriver sagt imprimebsr. S. Wolfs !VZ»numenr. p. I. p. Z79. Die alte Cöllnische Chronicke behauptet: Äl?o!sl. c. 410. Naudäus ebend, p. 526. Venem's nnn line omriium sclmirgticine lidl-os g'Lp^<>s memorstur, e!e?Lnri- dui- r^pl« exprt-!Zic. Es ist dochu'erckwürdig, daß Herr LVudsbtär seines psncani Zeugniß vor wahr annimmt, wenn es ihm beliebt, und solches wider verlaßt, wenn es wider ihn ist. Wenn nun pon- canus ein so glaubwürdiger Geschichtschreiber ist, so miuß Herr ZVadsAär nothwendig seinen Jenson, als den ersten Erfinder der Buchdruckerkunst, verlassen. Und L.orenz Rüstern darzu machen. Dmn dieses be, hauptet ^oncanns in k-ütitti-ig Lelcr. l^td. iX. 47^ ausdrücklich. Wenn also dieser preißwürdige Geschichtschreiber eine hollandische Historie schreibt, so schreibt er die Erfindung einem Holländer zu; Schreibt er aber eine Dänische Historie, so soll auch ein Däne, nach der Auslegung des Herrn Wadskt'ars, die Ehre haben. Entweder pontani Zeugniß ist das erste, oder das letzte mal, wahr ; Ist eö das letzte mal wahr, so ist Rüster der Erfinder. Wo bleibt also Jenson ? Ist es aber das e?ste mal wahr, so hat er das an- mal die Wahrheit in Unwahrheit verwandelt, und den Mantel nach denWindgehänget. Und mitdem Zeugniß eines solchen Mannes will man untrüglich erwiesene Wahrheiten und mich widerlegen? Ich enthalte mich gehaßiger Ausdrückungen, womit man mir zu nahe getreten, ob ich hier gleich die schönste Gelegenheit hätte. Aus diesen allen erhellec nun zur Genüge, daß Gmnibonus Jenson keinesweges zum Erfinder dn Buchdruckerkunst, sondern nur einer H 5MM II4 Cap. ltt. Rurye Ntachrkche neuen Schrift mache, womit unumstößliche Zeugnisse übereinkommen. Folglich habe ich nicht weiter nochig auf Vie übrigen Ausschweifungen zu antworten. Gesetzt aber, es wäre Jenson ver Erfinder, was würde es denn den Dänen vor eine Ehre seyn, wenn ein Frantzosedie Buchdruckerkunst erfunden hätte? Daß er aber ein Frantzose gewesen, habe ich oben hinlänglich erwiesen. Und nunmehro überlasse ich einem jeden zu beurtheilen, ob Herr rvadj tiär, oder ich, Recht habe. So viel bin ich unterdessen überzeugt, daß ich nichts behauptet, was nicht mir hinlänglichen Grund bewiesen werden kan. Will mcm auf diesen nicht sehen, so werde ich mich wenig bekümmern, man mag schreiben, was man will. III. Kapitel. Nachricht/ wie man das Jubelfest vor hundert Iahren hier in Leipzig, und an einigen andern Orten gefeyert hat. §. -. A^ie beste und sicherste Nachricht, wie das Ju- belfest zu Leipzig vor hundert Jahren began- gen worden ist, giebt uns das ^ubila?uni?y- poFrgpKl'l'um^ipüenlium: oderzrveyhunderriah- riZes Buchdrucker Jubelfest, wie solches dero- selden Runstverwandre zu Leipzig, am Tage Johannis des Tausserv, Anno Christi '640. und also 202.IahL nach Erfindung dieser edlen Rnntk, vom Jubelfest 1640. I?5 nur Christlichen Ceremonien begangen haben. L-eipzig, 1640. 4. bey den gesammcen Suchdruckern daselbsten zu finden. Nachdem nun das Jahr 1640. heranrückte, so überlegten die damaligen Buchdruckerherren ^ in Leipzig Viegroftn Wohlthaten, welche durch die Erfindung der Buchdruckerkunst dem guntzen menschlichen Geschlechte erwieset» worden. Sie hallen dahero davor, daß dil. e sonderbahre Wohlthat auch einer sonderbahren Danck- bahrkeit und Anvenckens werth wäre Zu dem Ende , heißt es nun in ihrem historischen Berichr haben sie denn in einhelliger Versammlung einniürhig beschlossen, zu Bezeigung ihres danckbahren Gemüths/ GOlt delü HE.'rn zu Lod, Ehr und Preiß, ein christliches Danck Lob und Jubelfest unter sich anzustellen, dasselbe auch mit solcher Pietät, Gottesfurcht und Andacht zu begehen, daß, ob wol nach verrrichtetem Gottesdienst eine Ehrenmalzei: dabey angestellet, dennoch alle Üppigkeit, Tantze», unhöfliche Gespräche, und was der Gottessurcht und Erbarkeit entgegen, (welches alles zwar bey diesen ehrlichen Versammlungen ohne das nicht verstattet noch verübet wird) H 2 bey Es waren selbiger in allen nicht mehr als fünfe: Gregorius Riysch, in dessen Behausung der /^ciu^ judllXi celebriret worden, Johann Albere tNinyel/ beyde ^Vpvll'I ^^(>Ai-.l.ipl"p. r. Henning Röler, Timocheus Riysch und Aiedrich Ä.angklschen sel Erben. Kunstverwandten warenÄerzehen. Wie sehr dieBuch- druckerey an hiesigen Ort seit i oo. Jahren gestiegen, laßt sich aus der Gegcneinanderhaltung der heutigen Anzahl leichtlich schlieftu. S. oben 9.51. I l6 Llf6 beste geschmücker, und gegen einem lustigen Garren zu gelegen, versammlet, undalssolchein guter Ordnung gefttzet, also, daß an einem Theil, der Stuben, gegen Mitraywerts, die Herren und Mannspersonen, am andern die Canrorey sammt dem Organisten: Gegen Mitternachtwerts aber wieder an einem Theil, das Frauenzimmer in schöner Ordnung, am andern Theil aber des Herrn Orswris Tisch, hinter welchem er vom Jubelfest 1640 119 er hernach mit ansehnlichen Qualitäten und zierlicher; Gestivus eine anmuthige und sinnreiche historische teutsche Oration von der evlen, weltberühmten hoch- nützlichen Buchdruckcrkunst abgeredet, lociret worden : Ist darauf alsobald, und zwar mit gleichangehender Vesper ein Jntroitus, darauf ein Laudate/ nach diesem aber der LXl. Psalm figuraliter, und denn letzlich von der gantzen anwesenden Gemeine, mit erhobener Stiinme und feuriger Andacht, der cill. Psalm: Nun lob meine See!den HErrstt, zc. choraliter gesungen worden, nach weiches Beendung Herr Kl. SebaMan Gottfried Scarck, 8. S. 'l'deol. LsecsI. und der Schulen zu Sr. Nicolai Cvnrector, von seinem Ort aufgestanden, hinter den ihm hie;ubereiten, und von der Wand etwas abgerückten Tisch getreten, und mit sonverbahrer Reverenz gegen die anwesenden Herren und Frauenzimmer, oberwehnte teutsche Oralion aufs zierlichste memoriter abgeleget/ wie solche von Wort zu Wort in der angeführten Sammlungzu befinden. Ais solche geendet, ist darauf alsobalden durch die Cantorey das l'e Oenm igucismus, oder HEer GDrr dich lo be»i wir, :c. angefangen, von dem Organisten ans dem Real dareingeschlagen, und von allen Anwesenden, mit völliger Stimme und mercklicher vevo. Äon und Andacht, zu Ende gebracht, nach solchem noch unterschiedene geistreiche Stücke musiciret, biß letzlich nochmals von der gesammten anwesenden Gemeine mit sondervahrer Begierde der schöne Gesang: Erhalt unSHErr bey demem Wort, :c. Item: Verleih uns Frieden gnadiglich, zc. gesungen, uns dieser z^cius mit dem Leneclicsmusvomino, ^.beschlossen wvrders. H 4 Nach zZs Cap. III. Rurye Nachricht Nach verrichtetem Gottesdienst seyud die Anwesenden Herren und Frauenzimmer bey angestellter Ehrenmahlzeit zu verwarten, freundlich gebeten, die Contorey sammt dem Organisten auch, solches Lob GOttes ferner biß zu Ende des Tages zu conrinuiren, ersuchet worden, worauf man sich zu Tische gesetzet, und nach gesprochenem Benedicice der Gaben GOttes in Fröligkeit genossen, doch hat sich dabey jeder- man still, erbar, und in christlicher Andacht, zu? Ehre GOttes verhalten. Unter wahrender Mahlzeit ist das Lob GOttes al« sobaldm wieder erschollen, und viel lobreiche Psalmen, wie auch andere geistliche Lieder figuraliter gesungen, und solches biß zum Aufbruch continuiret worden. Als die Mahlzeit vollbracht, das Gratias gesprochen, und der cxl^vu. Psalm, Lobet den HErren, Lobet den HErren , :c. gesungen, sind darauf etliche gedruckte Carmina und Ehrenfthrifften, s> Vornehme, Hoch'und AZohigelahrte Herren dieser löblichen Kunst zu Ehren , (als Liebhaber und Beförderer derselben) eingeschicket, ausgetheilet, und hierüber allerley christliche gottselige Gespräche getrieben worden.. Als dieser Tag solcher gestalt seine Endschafft erlanget, hat man zum Beschluß desselben mir einmürhi- gem Hertzen, und ftölich erhobener Stimme, vocal- und insirumentalitec, gesungen: Eine feste Burg ist Vnfer GOtt, :c. und darauf mit dem schönen geistreichen Gloria: . Ehre ft°p GGtt dem Vatev und dem Sohn,, und auch dem heiligen Geiste, Wie es War im Anfang, jeyr und immerdar, und vsn Lrvigkelt zu EWiILcir, Amen, glück- vom Il-'b elfest 1640. 121 glücklich und wohl, auch ohnejemands einigen Widerwillen, oder Verdruß, beschlossen. Wie es aber nichr genug ist, ein Ding nur wohl ansahen, sondern daß man dasselbe rühmlich hinausführe : Also haben es auch viel erwehnte Kunstverwandte nicht nur allein bcv dieses Tages verführter Danckbarkcit und heiliger Andacht bewenden lassen; Sondern sie haben auch folgends des Lobes GOttes nicht vergessen, wie sie dann des andern und dritten Tages sich wieder zusammen verfüget, nach ihrem tPermöget, dem Armuth etwas ausgecheilet, und zu stetwarender Danckbarkeic gegen GQtt, für solche hohe Gnade, fleißig und embsig einander ermahnet, dabey auch nochmals mit hertzlicher Andacht folgende Lieder gesungen, als: rvie schön leuchtet der Morgenstern, Eine ftjie Surgijt unser GGrr, :c. O HErre GOtt dem Göttlich XVort, :c. Nu.-; lob nreine Seele dem ^Erren, :c. Erhalt uns HLrr bey deinem XDorr, :c° Und letzlich mit dem trostreichen Valetseegen GOtt fty uns gnädig und barmheryig, Und gebe uns seinen Göttlichen Gegen: Er lasst uns sein Antliy leuchten, Daß wir auf Erden ernennen seine N?eg : Es segne uns GCm unser GOtt, Es segne uns GOrr,und gebe uns seinen Friede^ Amen, dieses ihr angestelltes Jubelfest in der. Furcht des HErrengantzlichen beschlossen. Am Ende diesen Sammlung ließt man so woh! lateinische, als teutsche Jubelgedichte, welche viele aus- H 5 Mä^ ?22 Cap. III. Rurye V7cichricht wattige Gelehrte und berühmce Männer von Dreß- den, Borne, Freyberg, Wittenverg, Altenburg, Wurtzen, Torgau, Halle und andern Orten eingeschicket worden sind. Bey dieser Gelegenheit kan ich nicht umhin folgendes Gedichte einzurücken, weil es in der Sammlung selbst nicht mit stehet, und gleichwohl zu den Jubelgeschichten »640 gehöret. Es ist auf zwey zusammen gepappte Bogen gedruckt in lvrms psteme. Der Titel davon ist dieser: Emblematisches Jubel-Gedichte aufdie Hoch- löblich-, hochnöchi'ge und hochnüyliche BttchSruckerkunst, welche im Jahr der Gnadenreichen Geburt IEsu Christi 1440. durch göttlichen Beystand zum ersten in Teutschland ans Tayelicht gebracht worden, dem jLhrenvesten, Achtbaren und w»h,g-,ch..m-5K»»Z°^n ^ ^, nen, Gebrüdern, undfürnchmen Buchhändlern in L.üneburg, :c. und Herrn Heinrich Sternen dem Jüngern, aniyo in Leipzig stu- dirend, übergeben am zweyten Jubelfest/ 1640. von Timocheo Ritzschen, l.ipl^ « »5 » »^ > ^ ^ Gleich nach diesem Titul stehet ein Kupffer eingedruckt, welches ich aus meinem Titelblar geliefert habe. Wenn man also wissen nM, was selbiges zu bedeuten habe, so muß man folgendes Gedichte selb- fien. lese»/ so findet man die Erklärung darzu, bis auf die vom Jubelfest l64<2. I2z die zusammen gesetzten Buchstaben 1". k'. Kl. 0.8. Ich kan nicht errathen, was sie sagen sollen. Weiß es jemanv und entdecket mir leidiges, so will ich mich höflich bedancken. Das Gedichte ftlbsten ist in einer gespaltenen Columne gedruckt, und lautet also : > '-5, ' '-5 5X > .' Hit-^j'/iv ' - 5 5 5 5 5 Es hat nach langer Zeit (als schon das Heil erblicket, Won GOttes Throne rab der Sohn auch war geschicket, Und wir, ach Sterbliche! von aller Tvranney, Von längst verfluchter Schmach und Teufels Mör- derey Nun waren garch erlöst) der Schöpffer angezündet Ein Licht, ein Helles Llchr, daß keinen nicht verblindet; Ein Licht, das imme^sort und Tag'und Nächte scheint, Um welches ist ergrimmt der Menschen arge Feind. Diß ist die Druckerey, so für zwey hundert Iahren Bey unsern Teutschen erst ersonnen und erfahren Durch göttliches Getrieb, sie ist das edleWerck, Ein künstlich Schreibezeug, der Erden letztes Merck, Für ihrem Untergang ; durch Gurtenberg erfunden Und seinen Siege! RinZ; (->) der hat sich unterwunden Zumachen eine Schrift, scharfsinnig drauf gedacht, Äöie dieses neue Werck in Ordnung würde bracht. Das zwar anfänglichen nicht wollte bald gerathen. Ob schon Johannes Faust bey diesen guten Thaten, Und (s) Sieheden Vogel Greiff, welcher selbigen in der einem Klaue führt. V 124 Cap. III. Rurye ZTlachnche Uno p.'terGchöffer war, ein wohlerfahrner Mann, Der bey der Wunderkunst nicht wenig hat gethan: Der ist es dessen Lob bis an die Sternen steiget, Uno dessen VVappen auch in Kupffer angezeiget, (b) Zwey Balcken wie ein mit dreyer Sternen Zie^c, Drey Lichter zeigend an von GOtt gebracht herfüc. Die, jag ich, fiengen an in harten Stahl zu graben Ein neues A. B- C. und artige Buchstaben, Die sie hernacher dann in Kupffer eingeprägt, Und nach der Stücken-Kunst den ersten Grund gelegt, Zur Gchrifcettgiesierey, drein haben sie gegossen, Und ihres Fleisses Müh was mehr als vor genossen; Hiernach nun wurden bald die Formen aufgesetzt, Gebunden auf ein Vrer, sviel tausend Blat benetzt,) Mit Fleiß gelöfet auf, gerlopffer und geschlossen, Getragen auf, gedruckt, gewaschen und begossen, Dann wieder abgelegt: und es sofort gemacht, Biß daß ein gantzes Buch zum Ende ward gebracht. Diß neue Werck hat nun dem Rayser (c) so beliebet Daß er diejenigen, so solche Kunst geübct, Mit Privilegien hat herrlich überfüllt, Und ihnen auch verehrt den Greiften in den Schild. O göttliches Geschöpf! du bist zu grossen Frommen Der Christenheit vor schon zwey hundertIahren kommen! Was (d) Siehe das Titulkupffer, allwo es vorgestellet wird. ein Ritter, diß begonnen, Worauf die gantze Welt zuvor noch nie gesonnen, Und uns die Druckercy ansanglich auserdacht? Hat ein gelehrter Münch (Z) den ersten Schoß gemacht ? Diß ist uns rech' > Ruhm! Wir Teutschen können prahlen? Wir können in ein Buch die Heldenthaten mahlen, Die sonsien gierigen ein ! Gesetz und rechtes Recht Wird nun von uns gehegt! Die Barbarey geschmacht Durch der Geschütze Knall ! Wer ist uns fürzuziehen ? Weil die Soldaten sich um schöne Schrifft bemühen .' Und die gelehrte Scbaar auf Stücken ist bedacht: So wird die gantze Welt in festen Zwang gebracht: Nun, diß erweisen wir: Wir sind zugleich Soldmen Und auch gelehrtes Volck: Wir helffen Frieden rathen, Wo es von nöthen chut: Der Krieger ist gelehrt: Und der gelehrre Mann zugleiche mit bewehrt. Wolan dann, die ihr nun das ÄuchdruckKmsi- Werck treibet, Und nach der neuen Art mit ährnen Schafften schreibet, Gebt (5) l^snlms Lontiilr. (Z) Bertholv Schwarz mit Nahmen. vom Jubelfest 164O. F27 (^ebt GOti den Pcelß, der durch den LLdien Gur, tenberg '-ns Tage Licht geschickt solch edel gutes Der diß belobte Thun fast gäntzlich hat verheert Uno unser Varerland so grimmiglich zerstöhrt. Dann wirv der Helicon so schön und lieblich grünen Daß ihr auch mit der Zeit, durch Fleiß, euch dürfft erkühnen Au brechen ab ein Blat, drauf euer Nahme steht. Der nach erlangten Nuhm, zu keiner Zeit vergeht. Es mögen andere nach schnöden Dingen jagen? Mir soll ein schönes Buch und diese Runjr behagend Es liebe wer da will Lyäus süssen Safft.' Ich liebe nur alleiu berühmte Wissenschafft! Leipzig den 24. ^unu 1640 Zugeeignet, und wegen schuldigen Dancks übersendet von . Timocheo Riyschen Lix^ - ' ^ > ' §. N. ^ ^ Ausser Leipzig that sich absonderlich Gtraßburg vor hundert- Jahren hervor. Jedoch findet man davon nicht so viel Nachricht, als von Leipzig. Man hat zwar drey christliche Danckpredtgeen.- wegen- der im Jahr 1440. und also vor zUxyhlmdert Iahren durch göttliche Emgebunv!, -n Scraß« bürg erfundenen hochrverrhen theuren Buchvru- ckerwnst, schalten von Johann Schmio?/ derH. Schrift 128 Cap. Rmye Nachricht Schrift D. Profess Pub!. und des Rü chezicon- vencs Präs Straßburg, -641. in 4. Wicine keine Erzehlung steht weiter dabey. Was nun diese Predigten selbsten anbelanget, so sind sie den >8. 25, Au- gusti und i.Septemdr. 1640. über den lii. Ps.v.2. gehalten worden. In der ersten handelte der hochberühmte Herrr Versager ab / was die Buchdruckers!) für ein Werck sey, und wie man sie ansehen solle. Hierinnen will man nun auch beweisen > daß die Buchdruckerkunst zu Straßburg erfunden worden sey. Mcm gründet sich auf eine geschriebene Chronick, welche sich bey der Stadtcan- tzeley daselbst befunden. Im I. Theil p, 37. t^cicz. habe ich bereits meine Gedancken davon eröffnet, in der andern Predigt weißt der Herr Verfasser welchergestalt man die edle Kunst der Buchdruckerey recht und gebürlich achten solle, und in der dritten wird der vortrefliche Nutzen und Frucht, den man aus danckbcchrer Ehrerbietung gegen diese edle Kunst der Buchdruckerey , zu gewarren hat, vorgestellt Die Abhandlung ist gelehrt und erbaulich. Als etwas besonders mercke ich bey diesen Predigten an, daß nach denselbigen, alle dreymal, folgendes darzu verfertigtes Gebeth in öffentlicher Versammlung gesprochen worden: Allmächtiger ewiger GOtt,gna0i- „ger und mildreicher Vater', du einige unerschöpfliche „Quell alier guten Gaben: deinen Nahmen preisten „wirjetzo, rmd dancken dir hertzlich, wie für allen geist» „Und leiblichen Seegen, damit du uns bißher aus lauter ziBarm'yertzigkeit, reichlich begnadet: also insonderheit? „daß du , gegen dem Ende der Welt, die Hochwerths »zDmckerkl-mstf welche du auch deinen Heiligen zu- «vsr vom 'Jubelfest 1640. 129 „vor nicht geoffenbahret, ans Licht gebracht und dadurch in Liesen letzten Zeiten, dem menschlichen Ge« „schlecht grosse / unzehliche und unmaßlicheGuthaten „mitgetheilet hast und noch mittheilest. Und bitten »dich, du wollest ja nicht um unserer grossen Undanck- „barkeit und schändlichen Mißbrauche willen, solches „theure Kleinod und hoch nothwendige Gabe, von „uns nehmen, sondern, um deines Sohns CHristi „willen, gnadig seyn, dieselbe hinführo väterlich er- „halten und auf unsere Nachkommen fonpsiantzen: „Auch uns/ in allen Ständen, durch deinen heiligen „Geist regieren, daß wir solch dein groses Werck allezeit recht erkennen und vanckbarlich betrachten, und „dasselbe forderst zu Ausbreitung deines lieben Worts und der seeliglnachenden Lehre, dann auch zu Fort» „pflantzung guter Künste und Sprachen so, dem ge- „nieinen Leben heilsam, und also dir zum ewigen Ruhm .Md Preiß, und dem Nächsten zur Besserung gebrauchen mögen, durch JEsum Christum, deinen „liebei, Sohn, unsern HErrn Zlmen » Im vorigen Jahr sind diese Predigten zwey mal wieder gedruckt worden- Ein mal stehen sie bey Clesiens dritten Jubelfest der Buchdruckerkunst, und das andre mal lateinisch übersetzt in Herrn Prof. XVolfens Klcmu- MLnris lypi ^l-. p. i. p.58. Bey eben diesen Predigten trift man allezeit //l-m-zn' Fa-c/e^ 0l-Lti!>nem r^po^rgpliiBi ^r^emorgti iauenrXt 6iuinitZre A fsri8, ^eculsri pietgte an> Sie ist bep einer Magister Promotion den 1. October 1640. gehalten worden. Herr Böckler vertheidiget eben dasjenige, was Schmid vertheidiget hatte. Ausserdem haben die damals lebenden Buchdruckerherren einet; Bericht von der Erfindung derBuchdrucksrev 1640. I w IZO Lap.'Itl. Rurye Nachricht in 4. zum Andencken der ersten Erfinder verfertigen lassen. Insgemein glaubt man Schragius wäre der Verftrtiger gewesen, und es mag auch wohl wahr seyn. Am Ende sind zwey Jubelgedichte von Johann Zreinshemern, und Esaia Rumplern angehänget. §. III. Zu Bresilau hat man vor hundert Jahren dieses Jubelfest auch feyerlich begangen, wie die von Georg Äaumann zusammen gedruckten Armins iXculi,rig beweisen. Herr Q?olf hat selbige im I. Theil Monument, p. 969. ebenfalls geliefert. Man erneuerte dieses Andencken den 2 5. October, und hernach am letzten December wie die in gebundener Schreibart abgefaßte Einladungsschristcn des Herrn Valentin Aleinrvachrers, Rect. an der Magdale- nenschule daselbst zu einigen Redeübungen bezeugen. Ebendaselbst 9. 1005. ieczcz. §. Die betrübten Zeiten wegen des dreyßig jährigen Kriegs waren Ursache, daß man vor hundert Jahren in den übrigen Städten Teutschlandes an wenig Jubellieder wegen der erfundenen Buchdruckerkunst dencken konnte. Leipzig hatte zwar die meisten an- grantzendcn Städte dazu eingeladen, alleine es sind wenig, oder gar keine erschienen. „Zu welcher Freude, „schreibt Johann David Werther in seinen Nach- „richten p. 2z. die selbiger Zeit in Jena sich aufhaltende Buchdrucker: Johann Christoph Weidner, „Ernst Gteinmann, Älasius L.obenstein und :,!taspar Freyschmidr, wegen noch schwer druckender z,KriegS-Unruhe, und Anno 1657. erlittener Aus- „plün- . ^ vsm Jubelfest 1650. izr ,,plünverung, auch eben in dem Jubel-Jahre den „il. May Lurch den damaligen schwedischen Feld- ,,marfchal! Bannier bey Salfeld geschehene , und zu z,Jena mit empfundene Feivschlacht, darbey erfolgten Feuerschaden, sich nicht persönlich in Leipzig ein- „sinden können, sondern ihre darüber erzeigende Bey- „freude nach den; noch übrig behaltenen Vermögen, „nebst dem noch eintzigen Buchdruckergeseli n, I'o- zzhann .Äiümle^tt, mir in Jena celeburet, ihr Äus- ^bleiben aber durch ein Kunst gewöhnlich Schreiben „enlschuldigt und abgelehnt haben " Urd so sahe es also in Jena aus. Von XV.trenl'erg haben wir nicht viel bessere Nachrichten. H^'r Elchsfeld hat uns selbige aus einer alten Handschrift, welche sich bey den, dasigen Fisco befindet, in seiner Relation p. 2. niitgetheiiet. Wir lesen aber also: „ „Anno 1640 den2l.Junii, batE Löbl Gesellschaft sich vereiniget, weil die Buchdrucker zu Leipzig jetzigesJahrein Gedächtniß begehen, weilen eben „jetzv vor 2OO. Jahren die Druckerey erfunden worden , auch eine Zusammenkunst zu halten, und GOtt zivor diese Wohlthat zu daueren, und neben freund- „lichen Gespräch einen Trunck und geringe Mahlzeit z,mit einander in der Stille zu thun; GOtt helfe, »daß es mit dieser löbl. Kunst bald wieder zu einem j,gucen Stand komme, weil es leyver jetzo sehr ins ^Abnehmen gerathen, wegen der bösen verderblichen z,Kriegszeiten." Von -Halle gerathe ich allerdings auch auf die Muthmassung, daß ihre Vor fahren da- selbstvor hundert Jahren wegen der damaligen Kriegs- prejsurett, diese besondere Pflicht entweder gar verabsäumet , oder doch wenigstens nichr durch den Druck auf ihre Kinder und Nachfolger fortgepflantzet haben. I A Denn i z2 Tap. III. Rurye Nachricht Denn man weiß weiter nichts, als daß der damals berühmte Nector zu Halle >1. Christian Gveinzius ein Glückwünschungsschreiben in gebundener und ungebundener Schreibart unter dem Titel: Lob der edlen und nützlichen Druckerey, in daslubilXum^ypvAr-g. xKorum l^iplieolium 1640. in denBogen O einrücken lassen. S. öffentl. Jubclzeugnisse von Halle, p. zr. Weiler habe ich von Teutschland nichts auftreiben können. Ich weiß zwar wohl, daß Herr L.esiee p. 2. in den Gedancken stehet, als wenn Herr l). Daniel Rramer, Pastor und Professor zu alten Stetin, damals aus Hiob XIX, 2z. Hiobsbleyer- nss Schreib-Taffelein zu Lob der edlen Druckerkunst erklarer hatte. Diese Erklärung steht in Hieronymr -Hornschuchens kurtzem Unterricht, wie man gedruckte Wercke corrrigiren soll, Leipzig, 16 zc? 8- Alleine, nicht damals, als man in Teutschland ein Jubelfest hielt, sondern schon vorhero, nemlich rszo, ist d^ese Erklärung gedruckt worden, folglich ist es keine Jubel- schrisr. Es stehet auch in der Abhandlung selbst kein Wort davon. Z V. Ob man in Holland dieses Fest vor hundert Jahren gefeyert, kan ich aus Mangel der Nachrichten nicht sagen. So viel weiß ich wohl, daß Hugo Groeius zehn wohlgerathene DitticKs^auf dieses anders Jubelfest verfertiget hat. Es stehen selbige in Paul patris Oiss p. zo. lcqcz. und bey Herrn VOol- fen ?. II. p. 744. Es ist auch nicht wahrscheinlich, daß die Hollander im Jahr 164O. ein Jubelfest begehen können, da sie die Buchdruckerkunst noch älter machen. Es kommt mir immer vor, als wenn der Buch- vom Jubelfest 1640 izz Buchdrucker Adrian Roomanus den ^z??/^^?^ voo»- ^«?-e??/ Lo/?^- durch Peter Scrivern 162z. zum Andencken verfertigen lassen. Unterdessen findet man nichts von einer besonders deswegen angestellten Gedachtnißfeyer darinnen cmgemerckt. §. VI. Und so viel habe vorjetzo von der Gedachtnißfeyer vor hundert Jahren wegen der erfundenen Buchdruckerkunst anführen können. Es ist freylich nur etwas weniges; Es fehlen uns aber die Nachrichten hievon. Vielleicht hat man aber auch damahls nicht an so vielen Orten, als dieses! mal, Jubelfeste gehalten? Woran gar nicht zu zweifeln, da die Kriegsunruhen und gefahrlichen Zeiten die Jubellieder wohl verbothen haben. IV. Kapitel. Ausführliche NaZrW/ wie das dritte Buchdruckerjubilaum 1740. an verschiedenen Orten Teutschlandeö begangen worden ist. achdem ich nun von verschiedenen Stad« ten allerhand angenehme Nachrichten gesammlet, welche das geftyerte Jubiläum betreffen ; So will ich selbige abermals in Alphabetischer Ordnung vortragen, damit ich keinem zu nahe trete. Nach Anleitung dieser Ordnung handle ich also zuerst von: I z Morff. iZ4 Cap. IV. Ausführliche Nachricht Worff. Allhier hat man 1740. zwey Festtags nach einander gehalten, nemlich an Petti und Pauli-Tage das gewöhnliche Jahres-Fest der hohen Schule, undals- denn dem folgenden Tag drauf den zo. Junii das Jubelfest wegen der erfundenen Buchdruckerkunst. Der berühmte Herr Prof. Christian Goctiiel? Gchrvary, Comes Palat. Cäsar hat m seiner den 29 Jun angeschlagenen Einladnngsschrifft von drey kurtz auf einander gefolgten merckwürdigen Erfindungen, nemlich des Schießpulvers, der Buchbruckerey und der sogenannten neuen Welt gehandelt. Weil er nun gleich Decanus war, so erinnerte er, daß er an dem Tage der Promotion von dem Schießpulver und der ersten Schiffarth nach Amerika weitläufiger reden würde. Insonderheit aber lud er damit auf den folgenden Tag, nach oberherrlicher Verordnung, wegen einfallenden Jubeljahrs, zu haltende Orsrionem iTculsrem in Isuäem rv^oHlg>,niW s Eermsni8 invenrn A props^st» ein. Als nun der zo. Jun. erschienen, so versammleten sich um 9. Uhr derer hochansehnlichsten zwey vordersten Herren ^ui-srorum Vniuetticgrisz als des Herrn Kir- ckenpflsgers Ebners von Eschenbach u. a m. und Herrn Geuders von Heroldsberg und Grein u. a. m> Wohlgeb Gn. wie auch das gantze coi-pu« /^c-zcZemicu!?'., worunter der Herr Rector und die Herren Decani mit ihren Ceremonien - Kleidern angethan waren, bey dem sogenannten ^uöiwri« l>d>. ZoiopKic.i und erhoben sich von da in Proceßion, über Yen Hof, in das schöne Huckwrium WeiLens,- num, ' vom Jubelfest 1740. IZ5 num, woraufvorher berührter Herr Prof. Gchrvary auf den gewöhnlicher massen wohl bekleideten Cathe- der stieg, und nach einer von ihm lateinisch verfertigten unter Trompeten und Paucken Schall abgesungenen netten Ode eine wohlausgea^beitete Nedevon dem Nutzen und Bequemlichkeit d.>r edlen Buchdruckerkunst in zahlreicher Versammlung ablegte. Hierauf wurde abermals eine andere von dem Herrn Kvedner geschriebene Ode auf vorige Weise abgesungen Nach abgelegter Rede machte das gewöhnliche Abschicvs-Convivium derer Herren Curatorun? den Schluß, dem nicht nur der Herr Redner sondern auch viele von den Herren Proftssvribus mit beyge- wohnet haben. Siehe Sammlung merckrvürdl- gcr Mcdaillen 1740. 32. Woche 9. 255» Anspach. Nachdem das dasige cz^mnslzum illulire lügro-> linum den i2. Jun 174c» als am Feste der heiligen Dreyfaltigkeir, das Gedächtniß seiner Einweihung begangen, und den folgenden Tag darauf einige Redeübungen angesteller hatte, so wurde auch dabey sonderlich des Jubeljahrs der Buchdruckerkunst gedacht/ indem ein Schüler eins teutsche Rede von Erfindung der Vuchdruckerkunst, ein anderer aber ein lateinisches Gedichte von derselben'Nutzen !und Vortrefflichkeit ablegte. Hie- zu hatte der Herr Rettor Johann Georg Geret in einer besondern Schrift alle Gönner und" Liebhaber eingeladen Siehe Sammlung merckw. Medaillen 1740. p. 25z. H 4 Arn- ?z6 Cap. IV. Ausfubrllcbe Nlachrrcht Arnstadt. In dieser Stadt wird jährlich zum Andencken des ehemals berühmten I, G. Zange ein Rede gehalten. Da nun die Ordnung vielleicht Christian Äenedice Rochen, Collega O.vint. getroffen, so hat er zugleich von dem Buchdruckerjubilao Gelegenheit genommen cls noe/u?-),»»-??/« lirrersrnm 1'^poArspKiW Keneü- cia pgl-rs ^ sclgu^s, den 27. Jun. 1740. zu reden, und das Andencken dieser löblichen Kunst zu erneuern. Der daselbst sich befindliche Fürstl. Schwartz- burgische Hofbuchdrucker Herr Johann Andreas Gchill hat seine Jubelfreude auf eine dreyfache Art an den Tag geleget; Einmahl verschenckten in seiner Druckcrey ^sachim Puncte, von Erfurt, und Heinrich Christoph Müller , aus eben diesem Ort, ihr Postulat den 28. Jun. in seiner Druckerey ; Hierauf stellte er ein Vergnügungsvolles Ehrenmahl an, und alsoenn ließ er sich zum Gedächtniß dieser Jubelzeit ein Sinnbild, oder Buchdruckerzeichen, zum Ausdruck seiner hierbey gefaßten guten Meynung in Kupffer stechen. Es stellet selbiges einen in die Höhe sich schwingenden, und in die Sonne schauenden, zugleich aber einen jungen seines Geschlechtes mit sichführenden Adler vor, mit der die Anfangsbuchstabenfeines Vor-und Zunahmens ausdrückenden Bepschrift: /tt^ettt»' ^/A-en^^o Ä/e/» Ls/tt??»/. Siehe gedachten Herrn Rochs Rede, allwo am Ende einige Jubelgedichte angehängt sind. Bre- vom Jubelfest. Bremen. Die beyden ansehnlichen Buchdruckereyen, welche sich daselbst befinden, nemlichdis Brauerische und die Zanische erachteten es ihrer Pflicht gemäß, bey dem ' herannahenden Jubeljahr, darbey vor dreyhundert Jahren diese kunst der Welt kund geworden ist, ein öffemlichss Zeugniß ihrer Freude darüber abzulegen. Das Vorspiel dazu wurde mit einem wohlgerathenen Gedichte gemacht, welches ein Mitglied einigen Herren des Raths übergab. Am meisten aber ermunterte sie der nicht unbekannte Herr Profes ov HeiM darzu. Dieser ließ im L^mniztw, den 28. April zwey junge Smdirende auftreten, die von der Buchdruckerey reden musten, einer davon vertheidigte die Parthey der Harlemer, ein anderer der Straßburger und noch ein anderer derer von Mayntz. Die Gesellschaften lraten hierauf zusammen, und beschlossen einen Tag in diesem Jahr vor andern denckwürdig zu machen Sie vermeynten deßwegen um so viel mehr darzu verbunden zu seyn, je mehr Recht sie hatten eine Kunst, der sie sich gewidmet zu verherrlichen, Sie hielten vor billig GOtt an einen darzu ausgesetzten Tag, Dcmck zu sagen, daß er sie diese erwünschte Zeit erleben lassen. Dieser Tag solte das Fest Jo- hannis seyn. Beyde Gesellschaften versammleten sich an diesem Tage in Herrmann Brauers Garten, aussen vor dem Heerden Thor Und weil sie deßwegen eine solche Feyer angestellet, daß sie GOrt Danck bringen und dessen Nahmen verherrlichen wolten, so wurde unter Pancken und Trompeten- Schall, abgesungen : Allem GOer in der Höh sey Lhr :c. Nachmittag aber: Nun dancket alle I 5 GOre !Z8 Lap.iv. Ausführliche!7?achn'che GOrc-zc. Den folgenden Tag, Da man sich wieder versammlete, wurde angestimmet: H 740 Jahre, billig bey Christlichen Hertzen „ein gantz besonderes Andencken sich erneuere, von „der Wohlthat, welche GOtt eben vor z00. Jahren, durch die in unsern Teutschlande, unter seiner „Wundervollen Vorsorge und Negierung, damals „zu erst erfundene und von dar an immer höher getriebene höchst nützliche Vuchdruckerkunst, nicht allein „der Welt, sondern gantz vornehmlich seiner Chri- „stenheit, zu einer daraus sichtbarlich erfolgten gelegneren Ausbreitung und reichern Erkanntniß sei- „ner vorher viel theurer gewesenen / und daher vielen „taufenden fast verborgen gebliebenen göttlichen Wortes, 'über alles, was zuvor Menschen hatten den- „cken können, zu erweisen angefangen und die gcmtzs ?,Zeit her fortgefahren. Wie nun darüber der heuti- „O i4o Cap IV. Ausführliche Nachricht „ge Tag nicht nur an vielen andern Orten von deinen, die dieser Kunst zugethan sind/ zu einem öffentlichen Danck-Feste gemachet wird werden; Sondern auch am allhiesigenOrre bereits langerjals 2rr Carl Gottfried Richter am 19. Zul. i74O.vereh!icher, und zugleich das Jubelfest begangen habe. Der damalige Pastor Se- cund. Herr Johann Christoph L.ange hielt also eine Traurede vor dem Altar und handelte darinnen von der Buchdruckerkunst, als dem letzten und edelsten Kleinod der Kirche. Und diese ist nun gedruckt, wie ich bereits oben gemeldet habe. Viele in - und auslandische Dichter sollen so wohl das Jubel - als Hochzeitfest besungen haben. Ich kan aber nicht sagen, baß ich etwas davon zu Gesicht bekommen hatte. Der dasige gelehrte Rector Herr Johann Gottfried Zeisbe hat in einer Schrift den Nutzen und die Verdienste der Buchdruckerkunst um die ftudiren- . de Jugend erwogen. S-,Ansuchens xF^/^ im Vorbericht. Koburg. Herr Georg Otto, als Factor in Christoph Ms- 144 Tap. IV. Ausführliche Nachricht Moriy Hagens, Hofbuchdruckers, hinterlassenen Buchdruckerey zu Coburg wurde durch das Beyspiel anderer Städte ebenfalls ermuntert, den Höchsten ein öffentliches Danckopffer darzubringen, wegen der erfundenen Buchdruckerkunst. Er eröffnete sein Vorhaben der Durchlauchtigsten Herrfchaft, welche auch sogleich in sein Ansuchen gnädigst gewilliget. Er wehlte hierzu den 29. Jumi. Alle in Coburg befindliche hohe Collegia wurden dazu durch den Herrn Gero, als den Facror der dasi- gen Buchdruckerey, schrifftlich eingeladen. Am nächst vorhergehenden Sonntag, der auf den 26. Jun. fiel/ wurde auch daselbst in der Stadr, nach der ordentlichen Amts-Predigt der Gemeinde von den Kanzeln das bevorstehende Fest angezeiget: Als endlich der Tag selbst erschienen, so kamen alle daselbst befindliche 'verwandte- der edlen Buchdruckerey, früh um sieben Uhr, in der dafigen Buchdruckerey zusammen, und sangen unter dem Klang / und mit Ein« stimmung derZincken und Posaunen folgende Lieder: O IEsu/ susses Sucht, nun ist die Nacht vergangen, zc. Allein GOtt in der Höh sey Ehr, zc. Nun dancket alle GGcr, mit Herzen :r. Unsern AusganI segne GGct, zc. Inzwischen wurde um halb acht Uhr mit der Glocke des Gymnasiii ein Zeichen gegeben, daß sich alle, die zu der öffentlichen Proceßion eingeladen waren, und derselben beywohnen wollten, in dem Gebäude des illustl-j« (Z^mngsii Lslimii-iJni vecsammlen sollten. Die sämmtliche Buchdruckereyverwandte wurden durch zwey zu dieser feyerlichen Handlung erwählte Marschälle abgeholet, und aus der Buchdruckerey vom Jubelfest 1740. 145 in das Gebäude des Gymnasii geführet. 'Da sie über den Marckt gieugen prasentirte die Wache das Gewehr. Als sie nun an das Gymnasium selbsten kamen, so trafen sie die Herren Prosessorcs in dem Hause in Form eines halben Mondes, von denen der Herr Director hervor trat und einen Glückwunsch an die sämmtlichen Kunstglieder abstattete. Als- denn wurden sie in das Auditorium geführt, wo Stühle für sie auf der rechten Seire gestellet waren, zur liucken befanden sich die Herren Abgeordneten von denen sämmtlichen hohen Collegiis, davon ein jeder eine kleine Glückwünschungsrede an die Kunst- verwandcen hielt. Um acht Uhr gieng die Proceß sion au6 dem Gymnasio in die Schloßkirche in folgender Ordnung aus: Erstlich giengj-n zwey Mar-- schälle, welche von den Sludiosis, ausdemcötu pu- blicorum des dasigen Gymnasii genommen waren, und die Buchdruckerey-Verwandte in das Gebäude des Gymnafii gefüdret hatten, diese waren: Herr Christoph Friedrich FifF, von Coburg, und Herr Christian Friedrich HaZelgans, von Prirenstadt. Ihre Marschaüs-Stabe'waren mit blauen Bandern gezieret. Auf den oben an den Stäben befindlichen Schilden war auf der einem Seite das Hochfürstlich- Sächsische Wappen, auf der andern die Anfangsbuchstaben, von dem Namen ihrer Durchlauchtigsten Landes-Fürsten und Herren, Herrn Christian tzkrnsts, und Herrn Franz Iosias, Gebrüdern, Hertzogen zu Sachsen :c. :c. nemlich C. E. und F. I. gemahiet. Hieraus folgten acht Herren Abgeordnete von so vielen Collegiis, deren jeder einen von den Verwandtender edlen Buchdruckerkunst führte. Die Herren abgeordnete gieugen auf Hochfürsil. Befehl K nach «46 Cap. IV. Ausführliche Nachricht nach der Ordnung der Collegiorum, von welchen sie abgeschicket waren, und waren folgende: Von Der Hochfürstl geheimen Kanbley ? und dem Hosamte, Herr Johann Georg Gembach, Hochfürstl. geheimer Kantzley-Secretarius. Von der Hochfürstl. Regierung, Herr Georg Friedrich Gchmid, Hochfürstl. Sachf. Gemeinschafftl. Consistorial-Secreta- rius. Von dem Hochfürstl. Consistorio, Herr Friedrich El-nst Meizen, Hochfürstl. Sachs. Gemeinschafftl. Negierungs-Kantzley-Registralor. Won der Hochfürstl. Nentkammer, Herr Johann Heinrich ^arrmann, Kammer-Secretarius. Von der Hoch- lob!. Landschafft, Herr Johann Hartmann Rosenfeld , Landschafftl. AccuariuS. Von dem Hochlöbl. Scholarchat, Herr Johann Philipp Rannemann, des Gymnasii Verwalter. Von dem Wollöol. Cenr- a,mte daselbst, Herr Johann Christoph Götter, Hof-Advocar, Auditeur, und Cent-Actuarius. Von einem Hochedlen Rath der Stadt Coburg, Here Johann Goetlieb Müller, Senior im innern Rath, und Lieutenant bey der Landmiliz über die Compagnie zu Lauter. Die Namen der Kunst-Verwandten, welche das Jubelfest in Coburg gefeyerr, sind nachfolgende: Herr Geory Gtro, aus Olvenstedt, bey Magdeburg, der Zeit Factor der dasigen Buch- druckereo. Herr Johann Michael TValther, von Rötha, ohnweit Leipzig Herr Gottfried Unger, sus Saalfeld. Herr «Lbr-siian Ehrenfried .^ör- fi -r, von Luskau, aus Meissen. Herr Matthias SieoKard, von Weissenburg am Nordgau. Herr H r- drich Ek-nst Srruny , von Groß-Thiemig, bey Grossen-Hapn. Herr Johann Jacob Rohies, von Alt- vom Jubelfest 174^ 147 Altdorf, bey Nürnberg. Herr Mmmr Vogel, von Wöhrd, bey Nürnberg. Auf diesen ersten Theil der Proceßion kamen wieder zwey Marschalle, welche das Coiiegium derHer- ren Profejprum an dem Gymnasio Casimiriano aufführten. Die beyde gleichfalls von den Studiosis publieiö des Gymnasii genommene Marschaiie waren: Herr VViihelm LrnZt Schucharv, und Herr Ldri- ftian Georg Heibig, beyde von Scuzungen Ihre Marfchaliö-Stäbe waren mit rothen Bändern gezie- ret. Auf den oben an den Stäben befindlichen Schilden, war aufder einem Seite das Wapren der Buchdrucker, welches ihnen Kayser Friedrich ^der dritte, glorwürdigsten Andenckens, verliehen, abgemahlet zu sehen. Es hat aber dieses Wappen in einem goldenen Schilde den Kayserlichen zweyköpfigten schwachen Adler, der in der lincken Kralle einen Winckel- hacken, dergleichen die Schriftsetzer brauchen, halt: Uno ist dieses eigentlich der Schriftsetzer vom Kayser erhaltenes Wappen- Aufdem offenen und mir einer Krone bedecktem Helm, ist ein wachsender goldener Ereiff, der in den beyden Klauen zweyDruckerbal- jen über einander hält- Wie dann dieses das den Druckern verliehene Wappen ist- Die andere Seite der Marschailsstäbe, die vor den Herren Profes- soribus hergetragen wurden, zeigte den Tag des Jubelfestes an, nemlich den 29 Jun 1740. Die Herren Profejjores giengen paar und paar in folgender Ordnung: Herr KZ. Johann Ulrich Tresenreurer, ciiiLKol'z^iunKus, rj'cel'k'Zo^igrcKi', A eic.qusmiss styuepKilvsoprnW (). Herr Theodor Verger, l). l. V- iuris ciuiZis sc lzittviiLn-m!,'. ?. 0. Herr K A Io- i48 Tap. VI. Ausführliche riachr-cht Johann Sebastian Albreche, 0. xmlc>5 pdis- NLrulölis ?. (). t)N^i!LU8 P5ouincisli8, ^ scgcie. miX nsr.curio^l..eo^c>ill Csrol. ?snrbemu8. Herr K?. Bonifacius Heinrich Ehrenberger, mölke- m«rum 65 merzp!^. p. 0. 6c siumn. j^t'pec^o»'. Herr Erdmann Rudolph Äscher, des reuerendi Ministern zu Coburg Subsenior, welcher zugleich für die andern Herren Geistlichen, die ihren Rang, den Amrsjahren nach, unter den Herren Professoribus haben, der Proceßion beygewohnet. Herr ^Z. Johann Christoph Schnbart, eloizuenriV, pvele«8, ^ As-cess lin^use 0. ^ glumnorum iubinipe- ctnl-. Herr Johann Christian L.ink, pbüolopniN pisÄicT prvtetlvr pudiicu« orciingr-ju8, A bibiio- rKecX ^mnslii fliTieÄus. Herr Johann Ferdinand Raison, Professor der Französischen Sprache. Dem Herrn Kirchen-Rath und General-Superintendenten , als vorderstem Professor! an dem Gymnasio, Herrn Johann Gerhard Menschen, und dem Herrn Directori, Johann Conrad Schwarzen, Theol. D. erlaubten Dero Gesundheitsumstande nicht, bey der Proceßion zu seyn, obgleich gedachter Herr General-Superintendent, der Vuchdruckerey zu Liebe, seiner damals schwächlichen Leibeskraffte ungeachtet, diePredigt selbst verrichtete. Als dieProceßion in der Schloß-Kirche angekommen war, so nahmen die Herren Abgeordnete von den sämtlichen hohen Collegiis,nebst den gesammren Buch- druckereyverwandten ihren Platz im Chor, vomHerr- schafftlichen Stande angerechnet? zur rechten, und das Cvllegium der Herren Professorinn, zur lincken Hand. Die dazu gehörige Marschälle stunden auf vom Jubelfest 1740. ?49 jeder Seite, biß die Predigt angieng, vornen an, unter währender Predigt aber fassen sie auf.den zu diesem Enve hingestellten Stülen. Der Gottesdienst, zu welchem, nebst der Durchl. in Coburg resivirenden Herrfchaft, sonsiviele Hohe und Niedere versammlet waren, wm5? mit dem Gesang- Komm Heiliger Geist/ erfüll dieHertzen deiner Glaubigen , ?c, welcher zu Coburg jederzeit zu Anfang des Gottesoienstesgesungenzuweröen pfleget, angefangen. Hierauf wurde gesungen .- Kyrie, GOtt Vater in Ewigkeit, :c. Nach diesem wurde, wie sonst ebenfalls gewöhnlich, von emem Herrn Geistlichen bey dem Altar angestimmet: Ehre sey GOtt in der Höhe! und darauf das Lied gesungen: Allein GOtt in der Höh sey Ehr, :c. Nach geendigtem Liede wurde die aus den Gedächtniß-Tag der Apostel Petri und Pauli verordnete Epistellection, aus Ap. Gesch. XU, i-l l Hon einem Herrn Geistlichen, bey dem sogenannten Predigt-Stühlein, der Gemeinde vorgelesen, und alsdann gesungen.- Nun danket all, und brittZet Ehr :c. Hierauf wurde eine angenehme künstlich comvonirte Cantata musiciret. Nach der Musik wurde der von dem sel. l). Martin L.ucher verfertigte Glaube, rvir glauben all an einen GOtt, Gchöpsser Himme'e und der Erden :c, so, wie soust an den Festtagen gewöhnlich, abgesungen, und alsdann die Predigt angefangen Vor Verlesung des Evange- lii wurde noch gesungen: Nun bitten v?ir den Heil, Geist:c. Von der über das ordentliche Fest- tags-Evangelium, von dem Herrn Kircheu-Nath und K z Ge- Z50 Cap. IV. Ausführlic!?e Nachricht General - Superintendenten, Herrn Johann Gerhard Menschen, gehaltenen gelehrten Predigt, habe ich bereits oben schon gesprochen, p ?z. In deren Eingang von der Schreib-und Druckerkunst viele schone Nachrichten angeführet worden, da- hero brauchen wir nicht, hier etwas mehrers zu ge- dencken, als daß es den Leser niemals gereuen wird, selbige, vom Anfang bis zum Ende aufmercksam durchgegangen zu haben. Nach geendigter Predigt wurde der sogenannte Ambrosmnischs Lobgesang, 'l'e Oeum j^u^mus, welchen, nach einiger Meinung, der Trierische Bischoff, llicergs, im sechsten Jahrhundert nach Christi Geburt verfertiget, so, wie ihn der sel> O. Martin L.uther verteutscht, und er bey uns unter dem Anfang : HErr GOtt, dich loben rvir:c. bekannt und gebrauchlich ist, mit Einstimmung der Trompeten und Paucken abgesungen. Endlich wurde, nach angestimmten Verstckeln: 5Ls ist in alle Z.ande ausgegangen ihr Schall. -Hallsluja. Und ihre Rk'de bis an der VOele iLttde. Halleluja. und gesungener Dank-Collecta^ der Beschluß vom Gottesdienst in der Kirche nur dem Liede gemacht: Sey L.ob und Ehr mir hohem Preiß:c. Hierauf gieng die Proceßion in eben der Ord-- nung, wie sie in die Kirche gegangen war, wieder zurück in das Gymnasium, wo von dem Herrn Johann Ulrich Tresenreuter, Directoris Adjuncto? eine teutsche Rede, von den Spuren der göttlichen N?eisheic bey der Erfindung und Ausbreitung der Buchdruckerßunsc, g halten wurde. Von eben demselben wurde zu dieser Rede, durch sine teutsche Schrift/ welche verschiedene Anmerkungen vom Jubelfest I74s.i gen ^u des Hrn^ Friedrich Christian L.esiers e^p-z. L' sp^ g mdilZme in sich enthielt, eingeladen. Wovon oben nachzusehen ist, p. Die Durchiauchttyste Herrschaft, welche Tages vorher durch den Herrn Adjunctum DirectoriS untertbanigst ersuchet worden, bey dieser feyerlichen Handlung das Gymnasium mit vero hohen Gegenwart zu beehren, hatte auch die Gnade, mit den vornehmsten Herren und Damen von dero Hofstaat die Rede in dem Audirorio Casimiriano anzuhören / und die, wegen des tödrlichen Hinlritts Sr. Majestät des Königs von Preussen, damals noch daurende Hoftrauer auf diesen Tag auszusetzen. Von andern angesehenen, so wol einheimischen als fremden Gönnern und Freunden der Wissenschafften hatte sich auch eine anschliche Versammlung eingefunden. Vor und nach der Rede wurde musiciret. Nachdem die Rede und Musik zu Ende war, und die Durchlauchtigste Herrschaft sich wieder nach Dero Residenz erhoben hatte, so zog die Proceßion, in ihrer ersten Ordnung, unter einer grossen Menge von Zuschauern, die, weil eben an diesem Tage Zahrmarckl war, auch von andern Orten herbey gekommen waren, über den Markt in das Haus der dasigen Buchdruckerey. Vor und in dem Hause waren Mayen gesetzet, und vor der Thüre wurde die Procelnon mit Zinken und Posaunen empfangen. Man speisere hierauf an zweyen Tafeln, auf welchen vor vierzig Personen gedecket war. Wahrender Tafel wurde in einem Nebenzimmer musiciret. Abends ungefehr um sieben Uhr stunde man vom Tische auf, und dcmckte GOtt nach dem Gebet mit dem Gesang: K 4 Nu« 152 Cap. IV. Ausführliche Nachricht !7?un dancket alle GOec mir.'c. Die, welche noch einige Zeit verharren wollten, wurden alsdann mit warmen Getrancke bedienet, bis endlich alle vergnügt auseinander giengen. Den -anoern Tag Abends brachten die sämmtlichen Verwandte der BuchdruckerkiM, nebst den Marschallen, die Tags vorher dab?y gewesen waren, der Durchlauchtigsten-Herrschaft eine Musik. Auf solche Weise wurde das Jubelfest, wegen der vor dreyhundert Jahren erfundenen Buchdruckerey, in Coburg zum erstenmal vergnügt und mit der besten Ordnung gefeyert. So prächtig ist dieses Jubelfest an wenig Orten gefeyert worden In desselben Beschreibung habe ich mich meistentheils der Worte des Lobm-Zifchen Historischen Berichts bedienet x. 16. lecz^. Dreßden. Nachdem nun die dasige Buchdruckergesellschaft beschlossen, daß sie bey dem glücklich erlebten dritten Jubelfeste ihre Beyfreude und Dancksagung ebenfalls an den Tag legen wollten; So hielten sie bey Zhro Königl. Maj in Pohlen, und Churfl. Durchlauchtigkeit in Sachsen mit einem aller Unterthanigsten Memorial in teutschen Versen darum an. Die da- sigen öffentlichen Stadt-und Vorstadt-Schulen nahmen die Gelegenheit in acht der Nachwelt einDenck- mahl zu hinterlassen. Der Herr Nector, Chrijioph Rreyschmar, in Neustadt bey Dreßden, machte schon den i z. May mit einer Nednerübung den Anfang, indem vier wohlgeartete Schüler von der Erfindung, dem groftn Nutzen der Druckerev zur Reform«- vom Jub lfest 1740 formation, und Litteratur handelten. Diesem folgte der Herr Rector zu St. Annen in der Vorstadt, Herr Ki. Christian August Hreyberg acht Tage vor dem Jubelfest, welcher nicht allein in seiner Einladungsschrift, von zwey Bogen in teutscher Sprache, von den allerersten und ältesten Buchdruckern, die zu Dreßden sich aufgehalten, ausfuhrliche Nachricht ertheilet, sondern auch in einer Rednerübung vorstellen lassen, daß die Schrift, als die beste Arbeit menschlicher Hände, durch die Buchdruckerkunst zu einer Vollkommenheit gediehen; Moenn erzehlteein anderer Redner den Zustand des welt-und geistlichen Regiments vor und bey der Erfindung der Druckerey. Daß die Buchdruckerkunst eins Vorlauferin geschei- derec und besserer Zeiten, und eine Beförderin der Reformation gewesen wurde hernach dargerhan. Endlich behauptete einer von diesen Rednern, daß die Buchdrucker billig auf eine Jubelfreude bedacht gewesen sind. Der gelehrte Herr Rector an der Creutz- schule, Herr Christian Schoergen, erwartete endlich die Zeit, da man vor hundert Jahren dieses Fest begangen, nemiich den Tag Johannis des Täuffers, an welchem er eine Nednerübung in dem Raths Brey- hahnhause angestellet. In der Einladungsschrift zu dieser Feycr lieferte der Herr Gchörrgen eine recht wohl gerathene Historie der Dreßdnis^en Buchdrucker. Ehe aber dieser Actns noch vor sich gienge, so haben die gesammten Buchdruckerherren nebst ihren Kunstverwandten den Gottesdienst an besagten Johannistag fleißig/ andachtig, und mit Loben und Dancken abgewartet, da unter andern der Hochberühmte Herr 0. Valentin Ernst Löscher in seiner ordentlichen Amtspredigr den Allerhöchsten besonders K 5 gevrie- 154 Cup. IV. Ausführliche Nachnchr gepriesen, daß er diese edle Wissenschaft und Erfindung der Buchdruckerey nunmeyw drey hundert Jahre wachsen und auf den höchsten Gipfel Ver Vollkommenheit steigen la, peter unv Johann Georg Strauß, Factorin der Königlichen Hofbuchdruckerey, gewesen. Kunstverwandte aber in allen waren fünfunvzwanhig. Siehe Jubelgeschichte von Dreßden 9. 2z. ie^. Eisenach. Herr Johann Christoph Rrug, Fürstlicher Hofbuchdrucker daselbst, hat das Vergnügen gehabt in dieser Fürstlichen Resiventzstadt das dritte Vuch- druckerjubilaum folgender Gestalt zu begehen Es wurde nehmlich an dem Johannistag 1740 die öffentliche Gemeine zur schuldigen Danckbarkeit gegen GOtt für die herrliche Wohlthat der vor drey hundert Jahren, ans Licht gebrachten Buchdruckerkunst, von dem Herrn General-Superintendenten Thomas Andreas ZTlicandern, in dem Eingang der Amtspredigt erwecklich ermahnet. Hierauf wurde mit Genehmhaltung des Hochfürstlichen Oberconsistorii in dem dasigen Gymnasio ein feyerlicher Actus des« wegen veranstaltet, worzu Tages vorher alle hohe Gönner und andere Gelehrte, und Verwandte der edlen Buchdruckerkunst von dem Herrn Director Johann Michael Heusmgern durch eine lateinische Einladungsschrifr von zwey Bogen eingeladen wurden. In dieser Schrift hat er aus alten Uhrkunden gezeiget: wie rahr und theuer die Bücher vor der Erfindung der Druckerey gewesen sind. Der Actus selbsten wurde mit einer besonders hieraufein- gerichteten Vocal-und Instrumental-Musik durch den dasigen Cantor Herrn Justus Samuel Rittern vom Jubelfest 1740. ?57 tern angefangen. Nach geendigter Musik traten drey von den obersten Gymnasiasten auf, davon der erste Friedrich Heustnger die herrliche Nutzbarkeit der Buchdruckercy, .der andere Friedrich Daniel XVeisenborn, von Walterchausen, den vermeintlichen Schaden, der dritte aber Johann Wilhelm Thran, von Kieselbach, die dagegen vorzukehrende Mittel vorstellte rnn die vorrrefiiche Kunst gegen widrige Beschuldigungen vertheidigte. Zum Beschluß wurde das Deum lsuclsmu8 unter Einstimmung der musikalischen Instrumenten und im Hörsaal neu- erbauten Orgelwerck abgesungen. Nach Endigung dieses Actus verfügten sich die anwesenden Buchdrucker-Herren undGesellen Johann Christoph Bcyer, Erfurther Herr, Johann Christoph Rrug, Hofbuchdrucker, Andreas Nierscbmann, von Halle aus Sachsen, Johann L.oreny Schubert, ausEr-- furth, Georg Andreas 2Seyer, aus Erfurt!), Johann Heinrich Schrörer, aus Eismach, und Johann L.ebrechr Rnsrr, aus Eisenach in die Behausung nes oben gemeldten Fürstlichen Hofbuchdruckers, Herrn Johann Christoph Rrugens, auf dem Jacobsplan, allwo Johann Heinrich Gchrö- ter unv Johann 5>ebrccht Rnoer ihr gewöhnliches Postulat verschenckten, und sich mit den übrigen Kunstverwandten zwey Tage nach einander nach Vermögen unter beständiger Musik vergnügten, welches Vergnügen sie auch den ersten Tag mit vem erbaulichen Gesang: Nun lob meine Seel den HErrn:c. und der andere mit dem Liede- Nun dancket alle GGtt :c. in erwünschter Eintracht, Liebe und Vergnügung, ohne daß der geringste Verdruß und Uneinigkeit dabey vorgegangen wäre, ge- endi- ,. > , i s8 gm vom Jubelfest 1740. i59 „gen 8. Uhr versammlete sich das gantze dorpus ,,^cs6emicum unter Trompeten-und Pauckenschall „in dem ColleZio msivl-i^ und zwar der Herr KeHor „!V1gAn>Kcu8 nn't denen Herren ^llelloribus ?scul- „tsrum, ?l-oftMr>I)U8 und !) beschlossen.^ Bey dieser Gelegenheit liefen die oben erwehntm Buchdrucker ein musikalisches Lob-und Danckopfer verfertigen, welches sie hernach gedruckt haben. Heinrich Ernst Geebach entwarf den Anfang, Wachsthum und Nutzen der Buchdruckerkunst in gebundener Rede; Johann Nicol. Huchß lieferte ein neuer- funvenes und aufgelösetes Räthsel der Schreib - vor- nemiich aber der Buchdruckerkunst, welches alles in den vom Jubelfest I?4O. den Msribus l^^pstAl-gpbiLiz Li fol-^iensz!?,,? zu finden ist. Ausserdem hat ihnen Herr Christian Va« !entin Fleischhauer j. V. L'r. 65 /^6v Orc!. einen quavruplirten zehnfach verwandelten Bilderreim überreicht. Ich habe selbigen oben x.8z- gautz eingerückt. Schlußlichen muß ich noch anführen, daß ein guter Freund den beyden Buchdruckern Herrn Johann Wilhelm Ritscheln von Hareenbach, und Herrn Johann Christoph Heringen bey i'er Begehung des Jubelfestes am 27. Zun.ein auf Pergament mit lebendigen Farben gemahlte Rost überreichet hat. In dem mitreisten Punct derselben ließt man: Der Vorzug der edlen Buchdruckerkimsi. Gleich darauf: XVer Rostn g."aen Dornrn hält, und die Zäunst gegen andere stellt, der sieht, daß sie den preiß behält. An den ausersten Blattern aber: «stGtt hat von dieser Älumen Pracht die Rno- spen selbst hervor gebracht, und Guttenberg hat sich bemüht, daß sie zu erst inMayny gebMhr^ Faust, Schöffer, Cöster, Menrelin, gemacht, daß sie muß schöner buchn, biß sie sich unter Dornen Riy so ausgebreiter und den Giy in allen Ländern aufgeschlagen , daß der Geruch von jedem Diat, je'mehr sie sich entblättert hat, den Preiß und Ruhn: davon getragen. Gantz ausen herum.- Gie ist gepflanyet, rvie em Baum an den N?as» serbächen die ihre frucht bringet zu ihrer Zeit, und ihre Blätter verrvelcken nicht, und was sie macht, das gerärh wohl. Psalm !, v. z. Auf meiner,V. .Tabelle ist sie in Kupffer gestochen zu sehen. L Der 162 Cap. IV. Ausführliche Nachricht ^ ^ » ^ ^ ^ > Der andere Theil von den Buchdruckern in Erfurch nemlich Herr Johann Michael Funckc, Io« hann David Jungnicol und Johann Heinrich Nonne hatten sich bereits in dem vorhergehenden Jahre, als den 8- Aug. >7Z9- mit GOtt entschlossen , in dem durch die Gnade GOttes bis Hieher zurück gelegten i74osten Jahre zur Ehre des grossen GOtt-S und zum geseegneten Andencken der Erfindung der edlen Buchdruckerkunst das dritte Jubiläum zu celebriren, und dem Allerhöchsten ihr schuldiges Lob-und Danckopfer öffentlich in der Gemeinde des HErvn darzubringen, auch zugleich sich vereiniget, zur Bestreitung der hiebey nöthigen Unkosten wöchentlich etwas gewisses beyzutragen. Nachdem sie nun dieses damals lauffende i^oste Jahr erlebet, so eröffneten dieselben ihr Vorhaben Einer hohen Qbrig-- keil, insonderheit auch S Hochedlcn undHochw Rath, und baten unterthanigst um Erlaubniß, solche Jubel- feyerj anzustellen. Ein Hochedler und Hochweiser Rath inlimirte hierauf durch ein schriftliches Decret vom 2ten Jun dieses Jahrs dem Tit. Herrn M. Ioh. Melchior Möller, Pastori Mercator^ die solenne Jubel-und Danckprsdigt wegen Erfindung der edlen Buchdruckerkunst zu übernehmen, und in der Kirche zu den Kauffmännern, als in seiner Pfarrkirche, den 6ten Jul. Mittwoch nach Domin. M. post Trinit. abzulegen, an welchem Tage sonst wöchentlich in obgedachter Pfarrkirche Predigt pfleget gehalten zu werden. So bald nun bekanntwurde, daß solch Christliches Vorhaben E- Hohe Obrigkeit nicht nur billigte sondern vom Jubelfest 174O. 16z bern auch hochgeneigt beförderte, und daß der 6. Jul. hierzu bestimmet worden, so fanden sich hierdurch die übrigen Buchdrucker angerrieben, auch nicht zurücke zu bleiben, sondern hielten bey einer Hochiöbl'^n Universität geziemend an, ihnen, das dritte Buchdrucker-Jubiläum feyerlichst zu begehen, hochgmeigt zu verstatten, welche gleichfalls demselben Suchen gratificiret, und den 2?sten zu solcher Jubel-Solen- nität ausgesetzet. Und weilen das Fest der Heimsuchung Maria, wie auch der dritte Sonntag nach Trinit immediate vor der solennen Jubel undDcmck- predigt hergieng, so haben die Herren Geistlicke, und unrer denenselben Se. Hocbwürden der Herr Senior, D, Jot). L.auretttius Pfeiffer, gegen das Ende ihrer Predigten dieser Wohlthat der Erfindung der edlen Buchdruckerkunst mit gedacht, wodurch die Hertzen derer Zuhörer- desto mehr präpariret und ermuntert worden, sich in sehr grosser Anzahl denkten Jul. in ermeldeter Kauffmannskirche zu versammle«, und dem öffentlichen Gottesdienst beyzuwohnen, gleichwie auch so wol Hohe und Niedrige, Reiche und Arme, Gelehrte und ungelchne, geist-und weltlichen Standes, auch nicht wenige von Rom Cathoiischen, zugeqen gewesen, und ihr Vergnügen über solche Jubelfeyer zu erkennen gegeben« Der Gottesdienst, welcher früh um 7. Uhr seinen Anfang genommen, wurde eine Stunde vorher mit allen Glocken, wie ein solennes Fest, eingeläutet. Die Einrichtung des Gocresdienstsaber rvar folgende: i) Der Anfang des Gottesdienstes wurde ge- L 2 macht / 164 Cap. IV. Ausführliche Nachricht macht mit Abstimmung des 91. Psalms : Ich dancke dem HErrn von ganyen -Heryen :c. 2> Darauf wurde uiusiciret: Hi- L5^. z) Nach diesem wurde gesungen: HErr GGtt dich loben rvir :c. 4) Musiciret: HEer hilff deinen, Volc? :c. 5) Gesungen : rvir glauben all an einen GGrt, Vater, Sohn:c. Und zur Cantzel: Es rvoll uns GGtt gnädig seyn :c. 6) Auf der Cantzel vor dem Gebet des Heil. Vater Unsers ZTlun preiset all GGttes Varncheryig- keit, lobt ihn mit Schalle, Wertheste Christenheit, er laßt dich freundlich zu sich laden, freue dich Israel seiner Gnaden. Der HErr regieret über die ganye XVelt, rvas sich nur rühret/ ihm zu Huste fallt, viel rauft nd Engeleitt um ihn fckzrveben, Psalrer und Harfen ihm Ehre geben. ZVohlaufihr Heyden, lastet das Traurett seyn, zur grüncn VOeyden steller euch rvillig ein, da laßt er uns sein N?ort den verkündigen, machet uns lebendig von allen Sünden. Er gieber Speise und überall, nach Vater-Meise sättigt er allzumal, er schaffet vom Jubelfest 1740. 165 fer frühunv sparen Regen, füllet uns alle mit seinem Seegen. Drum Preiß und Ehre GGttes Barmherzigkeit, sein L.ob vermehre, wertheste Christenheit, uns soll hinfort kein Unglück schaden, freue dich Israel, feiner Gnaden. 7) Nach Verlesung der Beichte und des allge« meinen Gebets wurde das Gebet gelesen, so vor - Oo, Jahren von dem sel.Herrn v. Schmidt Theol. Prof. zu Straßburg verfertiget wsrden» Ich habe selbiges oben p. 128. angeführt. Nach der Predigt: > ^ 8) Wurde von einem Knaben das gewöhnliche Gebet gelesen: H'^rr GOrt himmUschex Varer:c« Und musicirt: XVer Danck opfert, der preiset Mich. 9) Vor Absingung der Collecte intoniret: Groß sind die XVercke des HErrn, Allelu/a. Ke5p. N?er ihr achtet, der hat eitel L.ust daran: Allelu/a. 10) Nach dem Seegen: Unsern Ausg-mg stegtte GOtt. Anbey war die Kirche mit Mayen ausgozieret, auch der Altar mit blühenden Orangen und andern Bäumen besetzet / und die obgenannten Buchdrucker nebst den übrigen Kunstverwandten stunden lincker Seits der Cantzel auf der Emporkirche. L z Nach ,66 Cap. I V. Ausführliche!7?achricht Nach geendigtem Gottesdienste bliesen aus der Jungnicvlischen Officin die Herren Stadt-Musican- ten mit Zincken und Posaunen verschiedene Lob-und Danckliever ab, die vier Chöre des Evangelischen GiMnasii Sen- stimmten vor der Thür ermeldter Officin zu jedermanns Erwcckung dergleichen cm, und des Abends die sämmtlichen Evangelischen Waysen- kinder. Dem zwey Tage angestellten Convivio woh- neten die hiezu eingeladene Gönnerund Freunde vergnügt bey, bey welcher Gelegenheit vier die Buch« druckerkunst Erlernete, als Johann Christian En- g?lhar^r, Hieronymus Michael Pockrviy, Johann Christoph Frenckel und Christoph Gocrliel? Hensel postulirren, und in den Buchdrucker-Orden aufgenommen wurden. Zum Andencken dieses Jubilai hat der dasige Kupfferstecher und Eisenschneider I. H. Werner, eine Medaille verfertiger, welche auf unserer >^K. l^. num. 4. befindlich ist Die erste Seite stellet vor das Brustbild als ohnstreitigen ersten Erfinders dieser Kunst, welches auf einem Postement stehet, dabey sich die Stadt Mayny hinten im Prospect prasentiret. Zur Seiten liegen 4 grosse Bücher, mit denen Ausschriften: FM'^, t7o?M/ ////)/?0t7?s^/, , anzuzeigen, daß die Buchdruckerkunst das Aufnehmen derer Wissenschaften in allen vier Faculraten befördert habe. Oben erscheinet die Zama, welche dem Gutrenberg einen L.orbercrany aufsetzet, und seinen Ruhm mit ihrer Trompete verkündiger. Die Umschrift ist: n?>0 das vom "Jubelfest 1740. 167 Vasist.- ZVer so was Edles hat auf diese XVclt gebracht, Dem bleibt der Ehrencrany;vom Himmel zugedacht Im Abschnitt ist die Zeit und Gelegenheit, bey welcher man diese Medaille verfertiget hat, angedeutet, mit folgenden Worten: A^/v/. /// ^/e'/')'. 1740. 6. ^«/. Auf der andern Seite erscheinet die Pallas in ihrer gewöhnlichen Kleidung, welche der gegenüberstehenden Buchdeuckerkunsr, (so unter dem Bilde einer Weibsperson, deren Kleid mit Buchstaben überall gel-ickt, und um deren Haupt das Wort: 7)//oZ-»-/7- in einem Circul zu lesen ist, vorgestellet wird,) die Hcmd bietet, und sich mit derselben aufs genaueste verbindet Zu denen Füssen dieser Personen sitzet die Zeit, welche mit der rechten Hand eine in einen Circul geschlungene Schlange halt, als das Zeichen der Ewigkeit, worinnen drey (7 befindlich, anzudeuten, daß dieses nunmehro d^s dritte Jubeljahr, sey. Die Umschrift bestehet in folgenden Worten: /^//'cv'/ocv/e'i'-? das ist: Durch den beglückten Bund, der unvettückt bestehet, XVird beyder Wachsthum auch, nebst ihrem Ruhm, erhöhet. In dem Abschnitt ist der Name des Verfertigcrs angezeiget: /tNt /^>/o^. L4 Es 568 Tap.IV. Ausführliche ZTlachricht Es ist auch noch zum Preise GOtteS zugedencken, daß der Herr i>. Herrmann !7ticolau? Srieter, Director Des Gymn, Sen. Evang. bey dem Dieses Jahr gehaltenen Frühlings-Eramme in dessen Programmate der Erfindung Der edlen Buchsruckerkunst gedacht, und eine besondere Rede sowohl von der erfundenen Buchvruckerkunst, c>ls auch von dem zu feyrenden Jubilüo in Lateinischer Sprache halte« lassen. Ferner sahe man neun Bogen Verse, davon in zwey Bogen Herr Ish. Dav. ^?nn^nicol seine Jubel - Freude und ferneres gedeytlches Wachsthum vorbringet. Einen Bogen von Herrn Johann Michael Fun- cl'en, Buchhändlern und Universitats-Buchdruckern, welcher zum Satz har: GGcr verdruckenden,das iji, bewegenden, und belebenden Ursache aller D NZ?, und sonderlich der edlen, und vortreflichen Buchdruckerl'unst. Einen Bogen von Herrn Johann Heinrich Nonne, welcher dein Allerhöchsten Urheber der Buchdruckerkunst ein Denck-und Danckmahl aufrichtet, und damit den Höchsten seine Gelübde bezahlet. Einen Bogen von einem Freund, in welchem er die dritte Jubelfreude vorstellet, und den sämmtlichen Gliedern, insonderheit aber den Jungnicolischen Pressen Glück wünscht. Johann Gabriel Taute zeigte die Vortrsfflich- keit und den Nutzen der edlen Buchdruckerkunst, in einer Ode. Die in der Jungnicolischen Officin befindliche Knnstglieder führten aus: Den Vorzug der edlen Drucknkunst unter denen sieben freyen Künsten. Dis V0M Jubelfest 174^« ! 6? Die Kunstgiieder waren folgende: Johann Joachim Hyniysch, Jeremias Ädelung, Joachim von Mahnen, Christian pei^er / Johann Friedrich perschke, Georg Michael Scheler, Heinrich Gromann, Johann Guftavus?.lux, Johann Christoph Äercrermann, Johann Mi« chacl Fuchs, Johann George Äscher, Christian Friedrich L.eny, Johann Jacob Friedrich Sträube, Johann Christoph Frenckel, und Christoph Gottlie!? HenstZ. Die in Herrn Joh. Heinrich Nonnens Buch- druckerey bewunderten in einem Bogen, die durch die Druckserfindung der Welt geschenckten Wohlthaten GOttes. Die Nahmen derselben sind: Georg Glias Niederie, und Hieronymus Michael pockrviy. Die Predigt selbsten, welche Herr ^. Johann Melchior Möller gehalten hat, habe ich bereits oben angeführet r>. 57. welcher zugleich die vorhergehende Nachricht beygefügt ist. Fmnckfutth am Mayn. Mit Obrigkeitlicher Verwilligung hielten auch die sämmtlichen Buchdrucker das auf den Tag Johan- . ^ nis des Täufers angesetzte dritte Jubelfest wegen Erfindung ihrer löblichen Kunst. Nach der ordentlich gehaltenen Freytags-Predigt hat man um 9. Uhr die Glocke in der Barfüsserkirche bis um 10. Uhr wieder drey mal gelautet. Bey dem ersten Geläute giengen die sämmtlichen Kunstverwandten in Procession in die Kirche. Unter Trompeten und Pauckenschall wurde eine auf dieses Jubelfest besonders verfertigte L 5 Can- i?cz Cap. IV. Ausführliche Nachricht Cantata musicirt, welche fast eine Stunde gewähret, unv von jedermann, besonders aber von musikverständigen, bewundert wurde Nach derjenigen Endigung hielt de6 Ministern Senior Herr D. Münden über Ps.cui, v. 14-19. eineerbauliche Danckpredigt, die mir einem besondern Danckgebeth beschlossen wurde. Alsdenn stimmte man das I>um lauciumus wieder an, und eine wohlgesetzte Musck machte von dem Gottesdienst den Beschluß, welches um 12. Uhr war, da dann die sämmtlichen Kunstverwandten in der Ordnung wiederum heraus gegangen sind. Den Montag darauf, den 27. Jnn. haben die beyden Herren Bürgermeister, der Nach und einige von der Geistlichkeit sammt den acht Buchdruckerherren ge« speiset, darbey sich die Trompeten und Paucken wacker hören liefen. Nach io. Uhr ist dieses Gastmahl mit allerseits Vergnügen beschlossen worden. Ob etwas dabey gedruckt worden ist, weiß ich nicht. Denn ich habe zur Zeit noch nichts davon gesehen. So viel weiß ich wohl noch, daß das dasige Gymnasium bereits am 5. May bey der gewöhnlichen Frühlingspro- ceßion dieses Fest gefeyert hat. Der Herr Conrector I. G. Albrecht lud dazu ein, und der Herr Nector Ioh. Th. Rlump hielt eine lateinische Rede cie in- cunsbulis primis^ue siris t^-m^gpM'cN inuenrori- buulw!') führte den Satz in einem wohlgerathenen Gedichte aus: man lobt, rvas man liebt.- Und noch etliche Verse kamen ans Licht. Genev. Von dieser Stadt ist mir weiter nichts, als die daselbst verfertigte Gedachtnißmüntze zu Gesicht gekommen, welche der Herr Prof. Wachter in Leipzig erfunden hat Ob man weiter etwas vorgenommen habe, kan ich nicht berichten. Die Müntze selbst hat der dasige berühmte Medailleur I-Daßier verfertiget. Auf der ersten Seite zeigen sich die Bildnisse Johann Gutrenbergs und Johann Fausts mir den darunter gesekten Worten: l'^POLki^pttl^ III. VL^OKCS kikLONi'i^c.'l. ^lLcccxr.. Auf der andern Seite steht eine Buchdruckerpresse uuv 172 . Cap. IV. Ausführliche Nachricht und die Buchdruckerkunst in Gestalt einer Weibsperson , welche in der rechten Hand zwey Druckerballen , in der lincken aber den Winckelhacken und das den Buchdruckern ertheilte Wappen halt. Die Umschrift heißt: ^KL VlCrvkH I)VK1 I..!'!'. ivi^^lZLll' 9RL?lv^. Untendar- unter ließt man: ^510 1^?. L^eevQ. III. LkL^I'^ PO^I'^Lill ^8 Lxcvvl.1'. KlliLcxi^. A k'^.. Siehe unsere l'LH. VI. n. 5. In dem gepriesenen Andencken von Leipzig ist sie auch als eine Vignette 19 angebracht. Goßlar. Das Andencken der erfundenen Buchdruckerkunst suchte der dasige Rettor Herr kvl. Gottfried Grosch den 12. Jul 1740. ebenfalls zu erneuern. Er stellte' deßwegen eine öffentliche Rednerübung an, und ließ sechs wohlgeartete Mnsensöhne auftreten, welche, der Buchdruckerkunst zu Ehren allerhand Vortheile derselben in geschickten Reden anzeigten. Zu dieserNed- nerübung lud der Herr Rector in einer Schrift von einem Bogen in 4. ein,worinnen er dieMichten abhandelte, die wir GOtt Mgen der erfundenen Buchdruckerkunst schuldig sind. Siehe Gottfried Groschens ?roArsmms, czuo cMcis ve» srtis t^po^l-g- pkica? csulls prXstaciclg scl memorjgm Kujus^rtis rritzus öKKino lXLulis snno ^LOXI^.. inuenraz re- nouglicZzm sclumbtsmur. Gotha. Daselbst wurde das dritte Buchdmckerjubiläum «m 11. Jul. 1740. folgender Gestalt gefeyert: Es muste vom Jubelfest 1740. 17z muste auf Hochfmstl. Oberconsistorial-Befehl der dasige Nector, Herr Gruß, ein Programm« verfertigen, in welchem angezeiget wurde, daß in dasigem Gymnasio ein solenner Actus auf das Buchdcucker- jubiläum gehalten werden sMe; Des Tages vorher, als den 10. dieses, wurde in den Vor-midNachmittags-Predigten GOtt vor diese Wohlthat ge- bancket, und jedermann zum Lobe GOltes wegen Erfindung der edlen Buchdruckerkunst angemahnet; Den 11. darauf gieng der Actus frühe um 8- Uhr im Hochfürstl, Gymnasio vor sich. Der Anfang wurde mit einer schönen Cantata, welche der Hochfürstl. Sachsen«Gothaische Capellmeister verfertiget auch componiret harte, gemacht ; sodann hielt der Herr Professor Blumbach eine wohlgesetzts lateinische Rede; dann tratt der dasige berühmte Poet,. Herr Nuhkovf, auf, und hielt eine poetische Rede; alsdenn wurde dieser Actus mit einer schönen Musik beschlossen. Beym Ausgange aus dem Fürstl. Gymnasio wurde von den Stadt-Thürmen unter Trompeten- Schall wieder eine angenehme Musik gemacht, unv vor der Hausthüre des Fürstl. Bücher-Comisscmi unv Hofbuchdruckers Herrn Johann AndreasReyhers sungen die Chorschüler: Ich will mir Dancken kommen ?c. und Ich will zu aller Grunde erheben GOrces preise ?c. Alsdann wurde in eben Desselben Behausung ein Gastmahl gegeben, welchem einige Hochfürstliche Herren Rathe, das Stadt-Ministerium, der Herr Rector und Professores Gymna- sü, nebst andern hierzu erbetenen vornehmen Gasten , auf 40. Personen, beywohnten, Bey diesem Gastmahl, welches in gröster Zufriedenheit geschahe, wurde nicht unr?rlass?n, choraliter und musicalisch GOtt i?4 Cap. IV. Ausführliche N^cb-.'ckt GOtt zu dancken und zu loben, unv na ^ ; ^ . .jter Mahlzeit von sämmtlichen anwesende» höh?« unv vornehmen Gasten ein Danckiied anzustimmen: ZTiun 1.1? memSeel den HLrrenzc. Hierauf vnfügte sich jedermann in der Stiiie wiederum nach Hause. Des NachtS brachte derStadtmusicus eine annehmliche Nachtmusik / welche sich mit dem Lied: Nun dancket alle GGrr:c. endigte. Auf dieses Gochaische Buchdruckerjubiläum ist auch eine Medaille verfertiget worden, welche auf der einem Seils die Aufschrift hat: K? I. ^ e 0- (Z!i^?^lc^^ 5. 10. K V^I'KlM^LiO. ^ki<3L^1'0ki. UV^^XI-^L. 0^l^. coxsi- I.I00V^'. 10. ki'^VLI'k. l>l0(ZVX1i^L. /VL. k^ccccxl.. nxcv^i-^L. lviZl- ^lZIillV^. ^^^0. lV! l) Xk^. tZOi'^^!?. IN. ^x^ic^VH. Ii^.i'tt^i^0. KVlVl. 0l?^I0l^^. 5ütUL41Ltt. L5l l?.. K ki X ! ' I. 8 cRVDie andere Seite halt dasSinnbild der Morgenröthe, welche fast auf die - Art/ wie sie von dem Sandrarr in seiner Academie unter andern Heydnischen Göttern aus den Poeten abgebildet worden, vor Augen gestellet ist, nur mit dem Unterscheid, daß man an statt des Wagenrades einen Flügel aus dem Wagen der Fortuna entlehnet, um die im >zy. Psalm Davids der Morgenröthe gegebene Flügel anzudeuten Der Wagen wird von dem geflügelten Musenpferde, über welchem der Morgenstern scheinet, fortgezogen, und stehet darauf die Aurora in Weibsgestalt, welche in der rechten Hand eine brennende Fackel halt, mit der lmcken streuet sie Rosen und Blumen aus Vor ihr stehet ein wachsamer Hahn in krähender Positur, und hinter vom Jubelfest 175 ihr bricht die helle Sonne Herfür. Die Um - und Unterschrift! ist: ^vnokä !VjV8ls ^^11. c^. SO^LlVj SlL ?V?0(Z KRL- ^ ^ l' ViVl LV ^ Q!^ I. lV.Vl. Daß diese Mün- tze von Herrn Tenyeln ehemahls erfunden worden, habe ich bereits oben r>. 22 angeführt. Hier erschiene sie mit einiger Veränderung / dahero ich sie auch abermals beschrieben habe, welches man vor keine überflüßige Arbeit ansehen darff, indem hier und da ein Unterscheid zu bemercken ist Bey Herrn Clesiens dritten Jubelfest hat man selbige in Kupfer gestochen, als eine Anfangsleiste, gebrauchet. Auf meiner 1^6. VI. n. 2. ist sie gantz gestochen zusehen. Grimma. In der Klosterkirche zu Grimma am Johannistage 1740- wurde das Andencken wegen der 1440. erfundenen Buchdruckerkunst ebenfalls erneuert, Vormittags wurde in der Amtspredigt von dem dasigen Herrn Superintendenten Daniel GorUieb Mey- lern dieser göttlichen Wohlthat auf eine erweckliche Art Erwehnung gethan. Nachmittags hielt gedachter Herr Superintendent nach der Besperpre- bigt und geendigten Gottesdienst ein auf diesen Zweck absonderlich eingerichtetes Jubeleramen mir der Schuljugend, welches auf einem Bogen vorhero besonders gedruckt worden war / wie ich bereits oben p. 82. gemeldet habe. Nach dem Gesang : (!) du Giany der Herrlichkeit, Luche vom Sucht :c. nahm dieses Examen seinen Anfang, in welchem die Schuljugend sehr wohl zu antworten wüste. Hierauf wurde der 87- Ps. und das frohe Lied: Erhebe dich t?6 Cap.lV. Ausfuhrliche Nluchricht dich mein froher Nllund :c. catechetisch in Absicht auf die Buchdruckerkunst durchgegangen. Alsdenn sangen die Cmrent-und andern Schüler vor dem Altar den cxl. Psalm. Endlich zeigte der Herr Superintendent in einer kurtzen Erweckungsrede, wie an dieser Jubelfreude alle bey Verfertigung, Abdruckung, Berkaufung, Einbindung, Lesung und Gebrauch der Bücher vorkommende Personen Theil zu nehmen hatten. Zulebt wurde unter Rührung der Orgel der Beschluß dieser Jubelandacht mit dem Lied.- ?!Lsu, ivollst uns weisen, dein AOerck zu preisin zc. gemacht. Siehe das ü-eip^er gepriesene Andsncken 51. aliwo diese Nachricht eingerückt ist. Haarlem. Die Nachrichten, wie das Jubelfest daselbst ge- feyert worden, sind mir zur Zeit noch nicht in die Hände gekommen, ich warte noch immer darauf, wie ich bereits oben p. 9Z. geklaget. Unterdessen kan ich doch dis Gedachtnißmüntzen anführen , welche daselbst zum Andencken verfertiget worden sind. Die erste davon zeiget uns auf der einem Seite Cö- sters Brustbild, und zur rechten Hand einige Bücher, wovon eines offen ist, in welchem die Worte zu lesen: Spiegel ONyer2)ehoudmisi, 1440. als welches das erste durch Lösiern gedruckte Buch seyn soll; wobey sich eine immer brennende Lampe, undeineim Circul liegende Schlange zeiget, so beydes die Ewigkeit vorbilden soll. Zur lincken^Hand aber stehet eine Druckerpresse und ein Blumentopf mit dem so genannten Kraute Sempervivum. Vorwärts hangt ein vom Jubelfest 1740 177 ein Lorbeercrantz, unv auf dem Postement des Bildes stehen vie Worte: ^^Lkc^v^vs, um den I^and herum aber: Q ). ti08 I ^liV^S I V. j^vk^i. /^n. lViCLccx^. Auf der andern Seite erblicket man das Wappen der Stavt Haarlem nebst Palmen unv Lorbeerzweigen, in der Ferne aber den Wald und hie Stadt selbst. Über derselben ist eine fliegende l^gmz, welche in der rechten Hand ein Buch halt, und in der linckendas Lob dieses Buchdruckers ausposaunet, mit der Um- schrif: ttltt^ «z^KLVNT'VK IN 9 K 8 Lv; ^.' ^ Lv. i. von hieraus werden die Druckerbuchstaben m die ganye Vvelt ausgestreuer. Unten aber stehet: t-Lk I'»!/^ 8^tZ. e ^ ^ Kl. L 5 0 e X l.. d i drey hundert Jahr lang. Der Verfertiger derselben ist der berühmte Medailleur von Schrvindern im Haag. Die andere hat der berühmte Medailleur, Herr Holyhey zu Amsterdam gemachet. Auf der einem Seite sieht man die Stadt Haarlem in Gestalt einer ansehnlichen Matrone, mit einem Crantz auf dem Haupte, und auf einem prachtigen Stuhle sitzend. In der lincken Hand halt sie ein Bündel Ruthen, mit einem darinnen steckenden Beil, als dem Zeichen der Bürgermeister Würde, an welchem z in einem Circul geschlungene Schlangen hangen, dadurch anzudeuten, daß seit der Erfindung der Buchdruckerkunst drey Jahrhunderte nun verflossen. Mit der rechten Hand opfert sie aufeinem Alrar, an welchem das bekannte Schiff Damiata, womit sie vorZeiten fo grosse Ehre erworben, abgebildet ist, ein Danck- ! öpfer. Hinter ihr stehet ein Palmbaum, woran das Sradt^Wappen in der Mitte, und die Wappen der M jetzt ! i78 ?ap. !V. Ausführliche ZTlacbricht jetzt regierenden mer Bürgermeister, nemüch des Herrn perer van der Cum.r, Jan van Dy>, Lnwn van Gryrum und Cornel. Ascan van Sypestein, an beyden Seiten hangen. Auf dem Grunde siehet man die vornehmsten Sachen, durch weiche Haar- lem einen Vorzug für andern Städten hat, als die Leinwandbleiche, den Leinenhandel, die Garnwebe- rey, Blumen, die Jagd u. s w Dabey sich verschiedene (-enii geschäfftig erweisen. Unter andern sitzet einer dort, der vor sich, gegen den Altar das zuerst gedruckte Buch.- Spiegel onstr Behoude- nlße, offen liegen hat; Endlich zeigt sich die Stadt Haarlem mit ihren schönen Kirchen und andern Gebäuden, auf der einem Seite, auf der andern Seite aber der Fluß Sparen mit darauf seegelnden Schiffen. Um den Rand stehet: tVlKKIOkl^e 8^- ttlk lllC j"l'- KiccLdXl.. Welche Worte gleichfalls aus der inicriptivn am Küsterischen Hause genommen sind. Die dritte Müntze ist ebenfalls von Holyhey, etwas kleiner, sonsten aber mit der vorhergehenden übereinstimmig. Die vierte hingegen hat auf der Hauptseits Co- sters Bildniß im Profil, mit der Umschrift: l_. ü V K. c^()8 l'LK V8 l/i^l I?. 8L1V. «j.^ii^.. i!?V. unten steht der Medailleur LHtt4l?OV8 Kl^ki8i-i00KX tt^lil. 5i.n Bein ein offenes Buch Hanger mir dem Titul: L)'^ n/Z?/»/ ö?/m^s> Darunter und um den Rany ließt man: 1"? l>0Q1?/^pM6 1^11 I^V. i^cLLcxx^lll pbkVvj^a. 1440. lll. ^ud. 174a. Siehe Sammlung merck- «»ürdiger Medaillen 1740. p. 251.5e^. »tV?>?^:''^.i^--, ^ - . ^ Halle. Der Verfertiget der historischen Nachricht von dem zu Halle feyerlichst begangenen Jubelfest der Buchdrucker, Herr Johann Georg Rirchner, yet Hallischen Gvmnasii vierter Lehrer, theilt selbige in drey Hauptabtheilungen ab. Er handelt nemlich M s erst. i8IL1'18 8IK4VI. ?I^KI8(ZVK ^?06t(^e«I^x: cVl.10^ILV8. Ausserdem waren alle Stühle und Seitenbancke gleichfalls mit rothem Tuch bezogen. Hierauf trat v. Johann Heinrich Schulye, Professor der Beredsamkeit, auf den obersten Catheder, zu dessen beyden Seiten die Marschalle stunden, und hielt nach geendiyter Musik eine wohlausgearbeitete Rede von der Buchdruckerkunst, als einer Hochedlen Gabe GOttes, die dem menschlichen Geschlecht un- ermäßlichen Nluyen schasset, der teutschen Nation aber zum höchsten Ruhm gereichet. Nach geendigter Rede wurde eine Schlußaria musiciret, und sodann führten die Marschalle die sämmtlichen Herren Professores, woran sich die Buchdruckerherren cmhimgen, in die Concilienstube, woselbst dieselbi- gen mit Confitüren und Wein nach Möglichkeit bewirthet wurden. Und so weit gieng die öffentliche Feyer dieses Jubelfestes auf Veranstaltung der hohen Schule zu Halle. Hierbey liessen es aber die öfters gedachten Buchdruckerherren nicht bewenden, sondern sie begierigen diesen Festtag unter sich selbst mit vom Jubelfest 1740. 187 mir Christlicher Andacht und Dancksagung. Die beyden darauf folgenden Tage verfügten sie sich nebst ihren Familien und Angehörigen zusammen, und genossen in stiller Freude und Ergötzlichkeit der vorhandenen Gaben GOttes. Sie suchten auch durch allerhand Gedichte das Andencken der Jubelftyer zu verewigen. Dahin gehören nun vornehmlich: 1) Die Dancksagungsode. an den allerdurchl. König von Preußen Friedrich ll. welche von den Uni- versitatsbuchdruckern / .Johann Friedrich, I»' hann Christian, und 'Johann Heinrich Gru- nerten, ingleichen von Johann Justin Genauern überreicht wurde; 2) Die von dem Universitatsbuch- drucker Christian L.udrvig Gymphern herausgegebene teutsche Ode von dem göttlichen der Äuch- druckerey; z) Das von denen sämmtlichen Kunstverwandten in des Herrn Johann Christian Hilli- gers Officin aufgerichtete Denckmahl göttlicher Güte; 4) Das erneuerte L.ob der edlen Buch- druckerlinnst von denen sämmtlichen Kunstverwandten in Herrn Johann Heinrich Grunerts Officin; 5) Endlich das Ieftyerce dritte Jubiläum der edelsten Zuchdrucr'erkunst von denen in Herrn Johann.Justin Gebauers Officin stehenden Kunstverwandten , in gebundener Schreibart. Den Beschluß dieser Jubelanstalten machten die eingelauffe- nen gelehrten Ehrenschriften der Herren Prvfessorun» und anderer Gelehrten. Endlich hat man auch noch den 2?. Jul. auf dem Königl. Padagogio zu Glau- cha bey dem Sommerexamine einige junge Redner wohlgefttzte Reden zum Lob der Buchdruckerkunst halten lassen, welches man hernach am 26. Augusti eben daselbst noch einmal gethan har. Dieses Andencken i88 Lap. ZV. Ausführliche Nachricht nicht nur, sondern auch die dabey verfertigten Predigten/ Reden und Gedichte trift man in dem öffentlichen Jubelzeugniß von Halle zusammen gedruckt an, wovon ich oben bereits ein paar Worte geredet habe p. 65. Hannover. Der berühmte Herr Director zu Hannover, Herr Johann L.ubolph Sünemann, hat das dritte Jubelfest der Buchdruckllkunst durch eine öffentliche Rsdnerübung ebenfalls begangen. Es beliebte ihm den 10. May 174O. zu dieser Feyer auszusetzen, wor- zu er mit einer wohlgerathenen Schrift einluv. Hierinnen hat er ein alphabetisches Verzeichniß von denjenigen Büchern geliefert, welche von der Buchdruckerkunst handeln. Sechszehen muntere Musensöhne liefen sich zum Lob der Buchdruckerkunst mit Beyfall hören Siehe Sünemanns llotitigm Lcri- pwrum Ktliwkum srczue ineditorum, srrem t^xo- grspkicam illuttrsmium, W0V0N ich auch oben p» ss. geredet habe. Jena. Am Sonntage als den r7.'Julii 174s. wurde von dem Herrn Consistorialrath Mönch die Predigt zwar über das ordentliche Evangelium gehalten; Dabey aber der Seegen, den GOtt der HErr der Christenheit durch Schenckung der edlen Buchdruckerkunst mitgetheilet hätte, gar gelehrt und erbaulich vorgestellt; Wie nemlich dieselbe bey der Reformation Luthsri, durch den allgemeinen Bibeldruck, höchst nutzbar gewesen wäre. Eben vom Jubelfest 1740. 189 Eben diesem Sonnrag wurde auch die gelehrte und mit vielen historischen Anmerckungen gezierte lateinische Schrift von zwey Bogen in Folio an das schwartze Bret geschlagen und in der Kirche ausgetheilet, mit welcher die gesammten Musen den 10. darauf um 10. Uhr in die Paulinerkirche zu Anhörung einer dieserwegen verordneten Rede eingeladen wurden. Montags als den ,8- Jul. früh um 7. Uhr wurden 8- Personen, welche die Buchdruckerkunst, der löblichen Gewohnheit nach ehrlich und redlich erlernet hatten, auf ihr vorhcr geschehenes Anhalten, nachdem ihnen an denen gewöhnlichen Kosten von ermeldter Gesellschaft ein danckenswürdiger Erlaß geschehen, auf eine! Kunstgebräuchliche Weise zu Mitgliedern rechtschaffener Kunstverwandten ihres Ordens aufgenommen. Um 8. Uhr hörte man von dem Thurm der Hauptkirche zu St. Michaelis, durchdie grosse Glocke, denen gesammten Einwohnern das Jubelfest anzeigen, welcher nach Verfließung einiger Zelt das gantze Geläute zu Hülffe kam. Hierauf versammleten sich um 10. Uhr der Herr Prorector Gorclieb Grolle, nebst dem gesammten hochlöblichen Senstu Acade- mico in der Consistorialstube des Academischen Colle- gii; Die übrigen Herren Doctores in dem Audi- torio juridico und der gesammte Buchdruckerorden, davon die Herren alle in schwartzer Kleidung erschienen, in dem Auditorio philosophico. Gegen 1». Uhr nahm die Proceßion ihren Anfang, das Corpus Academicum wurde durch den Hochfürstl. Sächs. Hofadvocaten und AcademischenSecretarium Herrn Francken, mit einem in Händen habenden Marschallsstab, von welchem rothes Band herab hiengc, der i9o Cap. IV. Ausführliche Nachricht der Orden der Buchdrucker aber, durch den Äcademi- schen Provisionsverwalter Herrn Fairen ebenfalls durch einem mit Silber beschlagenen Marschallsstab, an welchem ein grünes Band zu c>o. Menschen bestehenden Zuschauer, und den daher gewiß zu vermuthenden ohnavwandigen Gedränge gieng die Proceßion über den Collegenhof durch da- sige Kirchenthüre Dcanf wurde unter Trompeten und Paucken- schall, Orgel und andern Instrumenten, die Solen- nitar in der Collegenkirche eröffnet, und die darzu verfertigte Cantata vernemlich abgesungen, so ebenfalls nnc Trompeten und Paucken auch vielen andern musicalischen Jnstrummcen verherrlicher wurde. Damit nun diese desto besser vernommen werden konnte, so wuroe solche abgedruckt, an die Proceßion ordentlich ausgetheilet, hernach aber auch an die in grosser Menge bey diesem Actu Oratorio erschienene Herren Studenten häufig ausgegeben. Nach Endigung des ersten Theils der Cantata erschien Herr Johann Christian Stock, Philos. und Med Doct. wie auch bey dieser Hochlöblichen Academie P. P. auf dem Catheder, und hielte daselbst die von gedachten Orden der Buchdrucker ausgebetene Rede, mit vielem Beyfall derer Anwesenden, in teutscher Sprache. Worauf der übrige Theil der Cantata den Schluß machte. Nach deren Cndigung traten die Herren Marschalle wiederum hervor, und führten beyderseits Corpora, nicht, wie Eingangs gedacht, durch die kleinere, sondern durch die grosse Kirchthüre hinaus. Untcr- wegens wurde in die, für das Armuth aufgesetzte Bs- vom Jubelfest 1740. 191 Becken ein Christliches Allmosen eingeleget. Die Proceßion geschahe also über die Gasse wiederum in das Auditorium philosophicum, allwo obgedachteö Corpus Academicum, und zwar ein jeder ins besondere, bey denen Buchdrucker Herren, darunter denn auch sämmtliche Kunsiverwandten verstanden wurden, ihre wohlgemeynten Glückwünschungen able- geten , welche durch den Herrn Senioren, der dasi- gen Buchdruckergesellschaft, Johann Bernhard Hellern, Not. Publ. Cas. und übrige anwesende Buckdruckerherren, nemlich Herrn Christoph David XVvrrhern, Fürstl. Sächs, privil. Hofbuchdr. Herrn Johann Friedrich Rittern Not Publ. Cas^ Herrn perer Fickelschern, F S Hofbuchdr. Herrn Christian Frany Buchen, Herrn Johann Vo!ck- mar tNarggeafen, Herrn Johann tNichael Horn d Z. Vorsteher, Herrn Johann Christoph Crö« ckern, und Herrn Johann Friedrich Gchillen so viel in der Kürtze möglich war, mit unterthanig und schuldigem Danck erwiedert wurden; Zu desto mehrerer Bestückung, und Bezeugung inrer Devotion aber wurde sogleich, das von dem Seniore ge« dachter Gesellschaft, darzu schon verfertigte und be- »eit gehaltene Dancksagungsschreiben mit gebührender Ehrerbietung überreichet. Ob nun wohl hierauf der Herr Marschall des mehrgedachten Buchdruckerordens dieselbigen über die Gassen nach dem erwählten Speiseort führen wölke, so wurds doch belieber, daß sich nun ein jeder ins besondere nach Hause verfügen und vor 2. Uhr an bestimmten Ort bey der Mahlzeit emfinden mögte, welches auch geschahe. Wor- i92 C1.FlottweU den obern Katheder öfnete, welcher alsdenn das göttliche der ^druckerkunst, in Gegenwart der Königl. Generalität, Regierung und einer ungemein grosen Versammlung von allen ^o.le^is in einer teutschen Rede ausführte. Nach vollendetem ^Ku fuhren die anwesenden Generalspersvnen, Königl. Staatsmi- nistri, ^e^gtus ^c^ciemicu« und die von allen Lol- dazu erlesene Gaste, in das Hauß des Hof- und Zicad. Buchdruckers und geruheten ein Mittagsmahl allda einzunehmen. Die sämmtlichen Kunstver- wandien aber wurden in einem benachbarten Hause gleichfalls bewirthet. Gegen 5. Uhr wurden die an dem Hause veranstalteten Jlluminationes angezündet, wobey sich die auf den beyden Seiten der Illumination gestellte zwey Chöre Paucken und Trompeten Wechselsweise beständig hören liessen. Gegen 8. Uhr bezeigten die dasige Studirende mit einer öffentlichen Serenate dem Wirth dieses Jubelfestes ihre Beyfreude und liessen ein auf dem Pregel veran- staltetes Feuerwerck abbrennen. Den folgenden Donnerstag wurde eine zahlreiche Versammlung beyderley Geschlechts mit allerhand unschuldigen Veo gvügen biß an den Morgen unterhalten, wobey die Illumination abermals brannte,denTagdaraufmach- re eine Mahlzeit der gantzen Jubelfreude den Schluß, N z wel- i?8_ Cap. 1^. Ausführliche Nachricht welche in demHause der Buchdruckerey einigen Armen und aus dem Hospital gegeben ward, die man hernach mit Auscheüung geistlicher Bücher und einigen Allmosen entließ. Sonder Zweifel w? rden bey dieser Gelegenheit allerhand Schriften und Gedichte zum Vorschein gekommen seyn, welche aber deßwegen vielleicht nicht zu uns gekommen, weil sie nur eintzeln und nicht zusammen gedruckt sind. Ein wohlgerathenes Stück ist mir davon in die Hände gerathen. Es ist selbiges eine vortrefliche Ode, welche der Herr Prof. Johann Christoph Gottsched, zu Leipzig, Königsberg zu Ehren verfertiget hat, Leipzig, von i z. Bogen in 4. Lauban. Das Andencken der vor drey hundert Jahren erfundenen Buchdruckerkunst wurde daselbst folgender massen gefeyert Herr M. Johann Christoph Traurmann, der dritte Lehrer bey der dasigen Schule, hielt den 25 April 174^- einen Actum oratorium von der Buchdruckerey, und lud darzu die Gelehrten durch ein wohlgesetztes lateinisches Programm« ein, in welchem er efi.l-enre handelte. Her? KI.Gude p.p. erwehnte am Feste Trinitatis die Wohlthaten , die GOtt durch die Buchdruckerey erwiesen, welches auch Herr M Gude, derjüngere, nachmittags in der Creutzkirche that. Den 14. Jun. Dienstags darauf wurde vom Rathsthurm um ic>. Uhr unrer Trompeten und Pauckenschall das Danck und Loblied: L.ober GGrc unsern Herren, musiciret. Nachmals erschienen die ven dem jetzigen Buchdrucker , Herrn Nicol^us Schillen, zu einem Gaftinahl vom ?ubelfei? 1740. 199 eingeladene Gäste, bey welcher Mahlzeit eine von dem Herrn Dicectore Mufices neu aufgesetzte und com- ponirre Cantata abgesungen wurde. Drey bißher. der Buchdruckerkunst Beflissene verschenckten bey dieser Gelegenheit ikr Postulat daselbsten, wovon zwey bey Herrn Schilpn diese Kunst rechtmäßig erlernet harten. S- ^poZra^ti. I^u5sr. lurier. 84. iec^. Leipzig. Was Beyspiel des vor hundert Jahren allhier ge- feyerten Jubelfestes ermunterte die jetzigen Buchdruckerherren, daß sie sämmtlich beschlossen das i74v.Jahe ohne danckbahre Erinnerung nicht vorbey gehen zu lassen. Vor allen Dingen bemühten sie sich von E. Hochedlen und Hochweisen Rath Erlaubniß darzu zu erhalten , welche ihnen auch hochgeneigt zugestanden wurde. Der Anfang hierzu wurde am St. Johannistage gemacht, Jhro Hochw. der Herr Superintendent D Salomon Deyling erwehnten die- ser Wohlthat in der Amtspredigt früh zu St. Nico- lai so gelehrt, als erbaulich. Diesem lölichen Beyspiel folgte auch der hochgelehrte Herr D. Lhrijiiatt ZVeift in der Vesperpredigt zu St. Nicolai, Der Herr D Romanus Teller handeite.in der Frühpredigt zu St. Thomas den moralischen Lehrsatz ab: freuet euch mit den fröhlichen. Herr M Carl Friedrich p?zoldc, Oberdiaconus an der neuen Kirche, prieß in der FrüKpredigt der Gemeine die Erfindung der Buchdruckerkunst als eine besondere Wohlthat zum Lode GQttes an; Und Herr M. Johann Paul R-zm, Prediger zu St. Petri/ ermunterte am ll. N 4 Sonn- 2so Cap IV. Ausführliche Nacheicht Sonntag pvst "I>imr. die Gemeine zu einer Danck- bahrkeit. Zu der eigentlichen Feyer aber war der 27. Iun. bestimmt. Hiezu lud der Herr Decanus der philosophischen Facultät,HerrProf.»jriedrich Meny, mit einer gelehrten lateinischen Schrift von zwey Bogen ein, worinnen er von der Erfindung, und Ausbreitung der Buchdruckerkunst überhaupt, insonderheit allhier zu Leipzig gründlich handelte. Als nun der Tag selbsten anbrach, so versammleten sich die Vatee und Mitglieder dieser hohen Schule m die Nationalstube, von dar sie sich alsdenn in das mit rothen Tuch bekleidete ^ucliwrium kküolöpkicum begaben, und ihre gehörige Platze einnahmen. Gleich vor dem Ca- theder waren denen Buchdruckerherren Platze angewiesen. Trompeten und Paucken liesen sich sogleich beym Eintritt des Herrn Rectoris Magnifici, Herrn Prof. Johann iLrhard Rappens hören. Alsdenn wurde eine vom Herrn Görnern, der löblichen Universität Musikdirectorn, künstlich gesetzte Cantata mu- siciret. Nach geendigter Musik hielt der Hochgelehrte Herr Professor Johann Christoph Gottsched eine ausbündig schöne Lob - und Gedächtnißrede auf die Erfindung der Buchdruckcrkunst, in teutscher Sprache, in zahlreicher Versammlung mit grosem Beyfall, worauf der Schluß mit einer Musik .qemachet wurde. An eben diesem Tag gaben diege- sammten Buchdruckerherren im Ranstadter Schießgraben ein Gastmahl, welchem der Herr Rector Magnificus, unterschiedliche von den Herren Pro- fessoribus, einige vornehme des Raths und die meisten Herren Buchhändler beygewohnet haben. Die grose Anzahl der Kunstverwandten nöthigte selbige, daß sie sich bey einem angestellten Gastmahl in zwey Theile vom Jubelfest l74«. 20! Theile theilten Der gröste Theil vergnügte sich auf dem grosen Schelhaferischen Saal, allwo auf Besorgung des damaligen Beysitzers der Gesellen Herrn - Rumx ftns nicht nur ein ansehnliches Mahl von einig >n Gelehrten und den Kunstgliedern genossen,sondern auch GOtt mit Singung geistlicher Lieder durch Beystand einiger Thomasschuler gedancket wurde. Über der Tafel wurden die Gesundheiten unter Trom- peten-und Pauckenschall getruucken. Nach aufgehobener Tafel belustigte man sich bis um ro. Uhr mit allerhand erlaubten Ergötzlichkeiten in größter Freude und Einigkeit Des folgenden Tages, am 28. Iul. setzten die meisten Buchdruckerherren diese Jubelfreude fort, indem sie sich mit ihren vornehmen Gönnern, Freunden und Kunstgliedern in ihren Behausungen ergötzten, und die von GOtt bescherten Gaben mit Danck und Freude verzehrten, und zugleich an die Arme-' allerhand Bücher austheilten. Auch der dritte Tag wurde noch mit lauter Zufriedenheit in Vergnügen zugebracht. Auser diesen Freudenbezeigungen haben auch die sämmtlichen Buchdrucker zum Anden- cken dieser Jubelfreude bey dem Stempelschneider Rochm in Gotha eine Gedächtnißmüntze verfertigen lassen. Die erste Seite ist der Erfindung der Buchdruckerkunst gewiedmet, und stellet eine Muse vor, welcher ein Genius ein solches zu erst gedrucktes Buch zeiget, die Aufschrift ist: U0V^8 Mika- Kll-Vtt ^Ki-e8. Im Abschnitt stehen die Worte: I?LI.tX LLKWÜttl^C. . ittccLcxi.. Die andere Seite ist dieser Ge- dachtnißfeyer insbesondere eigen. Man sieht die , Buchdruckerkunst in Gestalt einer Weibsperson zwi- ^ schen der Presse und dem Schriftkasten, welche in N 5 der 2O2 Lap. VI. Ausführliche z^lachdiche der einen Hand die Druckerballen, in Verändernden Winckeihacken hält. Oben ließt man: 8?C8. 0. biML^lV^. ^V8I8. den Nutzen anzuzeigen, welchen die Buchdruckerey der Gelehrsamkeit zu wegs gebracht hat; Unten aber stehet: ^llttO '1 ^e^Q^^pttl^L 86.CLVI.^Kl l'KK- l'j 0 l^j l) L c X Q. In Kupfer gestochen kan man selbige in dem gepriesenen Andencken von iLrstn- dung der Suchdruckerkunst zu Leipzigs als eine Ansangsleiste, und auf meiner r-zd. V!. n. 4. sehen. Jedoch hiemir war dieses Jubelgedächtniß noch nicht zu Etwe, sondern der HerrRecror an derThomas- schule Johann August Ernesti stellte am 25. September eine Rednerübung an, dadeyzwey Schüler wiver die Buchdruckerkunst allerhand erinnern, zwey aber selbige vertheidigen musten. Hiezu lud er mit einer gelehrten Schrift von zwey Bogen ein , darinnen er untersuchte : welchen Wissenschaften die Buchdruckerkunst, und wie sie ihnen nutzte. Die dabey häufig eingelaufenen Glückwünschungs- schreiben in hebräischer, griechischer,, lateinischer, italiänischer, englischer und teutscher Sprache sind hernach alle zusammen, mgleichen die Auszüge aus den Predigten, die Cantata, die Jubelrede, und eine Reve zur Vertheidigung der Buchdruckerkunst in der vertrauten teutschen Rednergesellschafr in Leipzig von M- Johann Friedrich Mayen gehalten, in dem gepriesenen Andencken von Lrstndung der Such- dxuckerey in Leipzig gedruckt worden. Londen. Auch in Engelland hat man an die Jubelfeyer der Buch- vom Jubelfest 174c,. 20z Bu^uruckerkunst gedacht. Die Nachricht davon schreibt sich vom 19, Febr 1740. Da sich die Buchdrucker zu Londen die Mühe gegeben haben sollen eine Druckelpresse bey der größten Kalte aufdem gefrohr- nen Thenistfluß mit grosen So!ennitäten aufzuschlagen, um ihr drey hundertjähriges Jubiläum feyerlich Zu begehen. Es sollen auch ausserdem drey öffentliche Predigten und eine Akademische Rede zum An- dencken gehalten worden seyn, und die sämmtlichen Künstverwandten hatten aikrhand Freudenbezeu-» gungen deßwegen an Tag gelegt. Lüneburg. Von dieser Stadt habe ich ein Gedichts von zwey Bogen in Folio in Handen, welches die Überschrift führt: l^pc^lg^Keuln l^iiuedurAensc iulzlisns. Als durch des Höchsten Güte das Jubelfest der erfundenen Bnchdruckerkunst zum dritten mahl den 2q Jun. 1740. in Teutschlanv feyerlich begangen wurde, wollte dasselbe auch hierdurch am bemeldten Tag erneuern und zugleich ihren Hochgeschätzten Buchdruckerherrn, dem wohlgebohrnen, Hochweisen, und Hochgelahrten Herrn, Herrn Cornelio Iohann von St?rn, Hochbetrauten tvenatori und Präcori, wie auch Hochansehnlichen Soht-unv Sülfmsister der löbl. Stadt Lüneburg, dazu schuidigstundgehorsamst Glück und alles Wohlergehen anwünschen die sämmtliche Gesellschaft der Sternischen Buchdruckerey. So viel sieht man also hieraus daß man in Lüneburg das Zu« helfest gefeycrt habe, wie aber diese Feyer eingerichtet gewesen ist mir noch unbekannt. Men- z IV. Ausführliche Machrichc Mengeringöhausen. Am 24. Jun. 1740. ist das Jubiläum der vor zoo. Iahren erfundenen edlen Buchdruckerkunst so wohl in der Stadtkirche, als in der Behausung des Hoch- fürstl. Waldeckischen Hof-und Negierungsbuchdru- ckers Herrn Ronerrs, in Gegenwart vieler vornehmen und gelehrten Personen feyerlich begangen, und dabey nebst einer wohlgesetzten Rede, die der Herr Pastor Diesmann gehalten, das 1 e Deum tsucls- mus musikalisch abgesungen worden. Nürnberg. Zu der Begehung des Jubelfestes in Nürnberg wurde der 14. Jul. 1742 angesetzet/ unddasAugu- ftinerkloster darzu erwehlet. Tages vorher als am ^r z. Jul> wurden alle hohe Gönner und Liebhaber der Buchdruckerkunst von dem Herrn Nector )ohanu Paul Rödern zu dieser Feyer in einer teutschen Schrift von zwey Bogen eingeladen. Es erschienen demnach an bestimmten Tag von allen Ständen Hohen, Gelehrten und Bürgern eine grose Anzahl in dem Saal des Auguftinerklosters. Der Anfang dieses Jubiläi wurde nach 9. Uhr mit einer schönen Musik des ersten Stückes voll der dazu verfertigten Cantata unter Trompeten - und Pauckenschall gemacht. Nach diesem gieng die teutsche Jubelrede des Herrn Rectors an und mitten in derselbigen traten einige von den Gymnasiasten aufund hielten kleine Reden, Gedichte, und Unrerrednngen von der Buchdruckerkunst, derselben Erfindung, Fortpfiantzung und Beschaffenheit. Man höcte sieben und dreyßig dergleichen Redners welche V vom Jubelfest 174V. 2O5 welche alle aus dem bey St. Egidien blühenden Gy- wnasio, und zum Theil von den vornehmsten änlichen Familien genommen waren. Nachdem diese ihrem Amt ein Genügen geleistet, so setzte der Herr Rector seine unterbrochne Rede fort, da er den gro- ftn Nutzen der Buchdruckerey nicht nur vor Teutschland überhaupt, sondern auch ins besondere für Nürnberg , auf das beweglichste vorstellte. Hierauf hörte man wieder eine angenehme Musik und zuletzt: Sey K.ob und Preist mit Ehren ?c. wowir der gantze Actus beschlossen wurde. Wie nun diese Bemühung, die über drey Stunden gedauert, sehr gnädig aufgenommen worden, so haben ins besondere des Herrn Kirchenpflegers Wohlgebohrn und Gnaden allen und jeden Gymnasiasten, die den Actum mit gehalten, das sonderbahre Glück wiederfahren lassen, daß sie dieselben mit einer Gedächtnißmüntze zum Andencken des gehaltenen Jubelfestes, welche sich auf meiner l'stz.lV. n. 2. befindet, beschicket. Nachmittaghat gedachtes Buchdruckercollegium bey einem angestellten Convivio die Ehre gehabt, daß es die Herren Cu- ratorcs bey der Tafel bedienen und andere vornehme Gaste bewirthen konnte / welchen es nicht nur mit angenehmen Speisen, sondern auch mit schöner Mufi? ein Vergnügen zu machen gesuchet hat. Hiemit war nun die Gedachtnißfeyer geendiget. Es hat aber der Herr Conrector bey der Schule zum Heil- Geist Johann Heinrich Deümel den 4. August bey einer angestellten Nednerübung ebenfalls zu Ehren der Buch» druckerkunst einige Redner auftreten lassen. Endlich muß ich noch'eine Beschreibung der Gedächt- nißmüntzen beyfügen, welche zu Nürnberg auf das dritte 2Q6 Cap. IV. Ausführliche!7lachr»cht dritte Buchdruckerjubilaum geschlagen worden sind. Es sind aber folgende zum Vorschein gekommen. I. Die erste Seite von dieser Gedächtnißmüntze stellet uns eine Buchdruckerpresse vor/ neben welcher zwey Genii, oder sogenannte Huldgötter stehen; Davon der eine den ÄZinckelhacken, den die Setzer zu gebrauchen pflegen, in der Hand führet, der an- nere aber die Druckerballen aufeinander hält. Über der Presse schwebet die Fama mit einer Posaune, welche den Ruhm von dieser Kunst nnd ihren Erfindern ausbreitet, mit der lincken Hand aber einen grossen Zertul vorzeiget, auf welchen sich die folgenden Nahmen befinden: 1) , das ist, Johann Guttenberg, oder sonst Genßefleisch zugenahmet, von Mayntz gebürtig, welchem nach den ältesten und bewehrtesten Zeugnissen die Erfindung mit eintzeln und beweglichen Buchstaben zu drucken vor andern zugeschrieben wird. 2) /^?//?7//i das ist, Johann Zaust, von Mayntz gebürtig, der daselbst als ein wohlhabender Mann zu Erfindung und Einrichtung der Buchdruckerkunst vieles beygetragen hat. z) L^F^-. das ist, Peter Schaffer aus Gerns- heim, wescher auch in Mayntz gelebt, und durch die aus Metall gegoßnen Buchstaben und sogenannte Matrices die Vollkommenheit der edlen Kunst gar sehr befördert. 4", das ist, Johann Mentelt'n, ein Srraßbm'ger, welcher zeitlich in Straßburg Bücher ge- vom Jubelfest ! 740. 257 gedruckt und von einigen vor den Erfinder dieser Kunst gehalten wird. Es ist aber biß daco die Bibel, als das älteste unter seinen Nahmen im Jahr 1466. gedruckte Buch bekannt worden. 5) ^/o?7io«^»^, oder Johann Müller, von Königsberg aus Francken, gebürtig, ein vortrefflicher Mathemctticus / welcher eine Zeitlang durch Vorschub Bernhard VOalchers, eines wohlhabenden Bürgers zu Nürnberg eine eigne Buchdruckerey gehabt, und zuerst in Teutschland ein und andre Bücher mit schönen Römischen Characteribus gedrucket. Über die bisher beschriebene Figuren stehet eine Überschrift mit folgenden lateinischen Worten: LMMLIO LOI^KI'Iä LLKKläXOKVKl. das ist: Durch GGttes Güre und der Teutschen rviy. Anzuzeigen / daß die Erfindung der Buchdruckerkunst zuvörderst dem allweisen und allgürigen GOtt, der solche Wohlthat diesen Zeiten aufgesvahrer, und der Teutschen Witz und Geschicklichkeit mit Danck zuzuschreiben sey: Weil alle Scribenten von den ersten Zeiten der Erfindung solche den Teutschen ohne jemandes Widerspruch zugeeignet haben. Im Abschnitte stehen diese Worte und Zahlen: LLLVl^KIS. cio i? xxxx. das ist: Das dee^hundertjäyrige Gsdächtm'ß im Jahr 1740. All 208 Cap. IV. Ausführliche Nachriche Auf der andern Seite dieser Müntze zeiget sich ein Lorbeercrantz, als ein Ehrenzeichen guter Künste und Wissenschafften, in welchen fünff Wappen gleichsam eingeflochten sind. Zu overst stehet das Wappen des Heil. Röm. Reichs freyen Stavt Nürnberg. Denn wie solche von vielen hundert Jahren eine gütige Mutter und Erhalterin der schönen Künste und Wissenschaften gewesen; so hat sie auch gar bald und zeitlich die ueu erfundene Buchdruckerkunst auf-uud angenommen und zu derselben Beförderung und Besserung nicht wenig beygetragen. Hierauf folgen die vier Wappen der jetzigen Hochansehnlichen Herren cVKKI'OKVN 6Ll L/^LK4C 6 l^l^l-e- KüNl/VL, dasist: der Vorgesetzten über geistliche und gelehrte Sachen, als: Herrn Hieronymi XVilhelm Ebtters von iLschenbach, u. a. m. Herrn Adam Rudolph Geuders von Heroldsberg und Grein :c Herrn Georg Crhistoph Volckamers vott Rirchflrrenbach:c. Herrn Surchard Sigmund Holyschuhers von Aschbach und Harrlach?c. Innerhalb des Lorbeercrantzes sind folgende Worte zu lesen: vLO oei'i^o ^^xii^o 08 Lx^exicivivl 'I^?06KK?NIKL ^ rum icrum l^izi-um <Ä lurersr-igi-um mit darüber gesetzten Nahmens Buchstaben vor ;Deren Erfahrung in der ersten Gedachtnismüntze gegeben worden. Auf der andern Seite findet sich folgende Schrift: T-vxi ^VKNKM VL8 in ivni^. xe8i^ 80 VIL VIII VKVcK^KH^M m ^V^3I^I<(? c?^5^^Lk.i' tt^lj^^ 174^ Rings umher sind an Bandern auf Schildlein ? die verzogenen Nahmen der erwehnten 8. Drucke- reyen j Nemlich Johann Andreas Endrers seel. Erben, Georg Chriftopb L,ochn»r, Buchhändler Und Drucker, L.oreny Bi^ling, tNicbaet Zrriold> Frany Ronnqott, paulIonachaN F-lstct'er/ Johann Heinrich Gottfried Äieling/ ÄdelbUlNeli- schö SI2 Ctlchiö, nunmehro sehen kan; und letzteres ist auch so gleich, aus hohen Obrigkeitlichen Befehl in denen Predigten ausnehmend fürgetragen und ermnertwor- den. Den 29- ejusd. begaben sich bemeldte in Herrn Memmels Offtcin befinvende Kunstverwandte in Kutschen in das dasige Wirthshauß zur güldenen Crone, da denn bey eines jedm Ankunfft Trompeten und Paucken zum Fenster heraus gehöret wurden. Hierauf nahmen lelbige einen Actum DepojitioniS vor; Da man dann vor der Prologie und nach der Epiiogie eine trefllche Musik, von des hiesigen und berühmten Herrn Christoph Stoltzenbergs Coinposition, hörete, und den Text hicrzu Wordenen Anwesenden auslheilere. In der Prologie, welche Heim-. Gottfried Zunckel, Lips. Misn undTypogr. Smv. car- minice hielte, wuwe hauptsachlich von dem Jubelfest Erwehnung gethan. Wie dieser Actus, welcherbey drey Stunden gedauert, geendiget war, wurde gespeist/ und waren ^0. Personen bey der Tasel, und jede.n von denenselben wurden die 14. Bogen Car- mina überreicher, alle Gesundheitstrüncke mir Trom- peten-und Pauckenschall begleitet, und die Mahlzeit endlich mit dem Lied: Sey L.ob und Lhx dem höch^en Gur :c. mit Einstimmung der fürtceflichsten Musik, beschlossen. Nach geendigter Tafel eröffnete man einen Ball, und ergötzte sich also, unter bestandigster amuuthigen Musik, bis Abends um 12. Uhr, da man denn die vöHge Lustbarkeit, mit Trompeten und Paucken, wie ste nehmlich war angefangen worden, in der schönsten Nüchtern-und Zufriedenheit endigte. O 4 2i6 Cap. IV. Ausführliche Nachricht Diejenigen sinnreichen und gelehrren Einfalle bey denen bemeldten 14. Bogen sind von folgenden enl- worffen, und zum Theil auch aus Liebe zur edlen Kunst folgender Gestalt verfertiger worden; Als nehmlich im Nahmen des Herrn tNennnels, und dessen in Kupfer gestochenen Stammbaums zu Folge / auf welchem die Nahmen der meisten von Anno 1490. biß Hieher gelebt und noch lebenden Buchdrucker m sehen, hat der dasige und s hr berühmte Herr M. Christoph Zlppel, Gymn. Poet. Rett, zwey Bogen, unter dem Tilul: Negenspurgisches Denckmahl / welches der edlen Buchdruckerkunst zu schuldigsten Ehren in ihrem dritten Jubeiiahr, den 24. Jun. 1740. mit denen in seiner Officin beschäftigten Kunstverwandten bey der besonders angestellten Jubelfeyer aufgerichtet Johann Caspar tNemmel, zc. unvergleichlich ausgeführet; Diesen Stammbaum habe ich auf meiner Tab. VII, nachstechen lassen. Ferner gab ebenfalls seine Freude über gegenwärtiges Fest in zwey Bogen zu erkennen, deren Titul: Da GOttes Gütigkeit das dritte Jubelfest der Kunst Buchdruckerey vergnügt uns feyren last; so will von solcher Kunü ein Mitglied hier nicht schweigen, vielmehr durch dieses Blat sich gleichfalls froh erzeigen, Heinr Goecfc. ZuncM, Lips. Misn. und Tyvogra- phiä Stud. und ließ hierzu zwey saubere Kupferstiche verfertigen; deren erster den Guccenberg, mit folgenden ChronostichiS: nVnL rVs eX lriVentlttne sr- rli, r^po^l'3oK!LT LVl^roi-es liZtl^donenies lel^per t^orebVnr; lincker Hand; und rechter Hand: In LsVUeXj loznals LVcrenber^Il, InVenwrls gr^8 typoZi-spntLW, L elV8tertIl lVlzIl.Nl; Derande- re aber den ersten ^ Regenspurgischen Buchdrucker, vom Jubelfest 1740 217 Iacobum von Gouda, mit diesem Chronosticho: l^t^ eXillenre pl-I.VW fl^orVir ci^srVlrqVe r^pn- L '^-'g in i-epVKl^lLg KstlsIzoneliZl; vorstellete« Das Thema zu seiner Poesie war:, Nominem vulrus, ncm nomen,sormsczue. Vil'tus Ingenium potius, nodüis sr8ciue 5scit. Wiederum entwarft im Nahmen Michael Mey« «er», und Johann Martin Äppolrs, Xonmber- ^enl^ A ^i r. j '/o- L.l'. Cu!r. eine gewisse Hand durch 2. Bogen unvergleichlich seine Gedancken, und stellet« ttl^/;^!^ 1"r?0LKü!'»!L/V vor; Desgleichen that auch Herr Rropffgans, 88.' l'lie. I. Lsnä. im Nahmen Paul Conrad -^elde, KseinunAcnl' ^ /^rr. ^ypoZ^. Lulr. in einem reinen und zierlich gesetzten Gedicht; i. Bogen. Ferner bewiest Herr N?ack, 88. l'KeoZ. Lsnll. im Nahmen Christoph Ernst Sreitfelds, ^o5epnttz6. 8.ix. K ^rr. ^i'yp« Ai-. culr. den Vorzug und Nutzen für allen andern Künsten, mit grosser Gelehrsamkeit; Bogen. Desgleichen zeigte sich Herr Hiemann, 88.I^eol. csnlZ. im Nahmen Johann Georg Voync rs, ^rr. Ivsic^i-gpli. c'ulr. gar vortreflich, daß die Bu u- ckerey'mit Recht der Künste Königin zu nennen y; 1. Bogen. So gab auch seine Gedancken von der Erfindung, Fortgang und vortrestichen Nutzen der edlen Buchdruckerkunst, mit wohl angebrachten Allegatiö visler berühmten Gelehrten nervös zu erkennen, Herr Heisch- mann, 88. IKeol. Lsncl. im Nahmen. Erhard O 5 Gmd--. 218 Cc-P. IV. Ausführliche Nachricht Gcadiers, ^lrcloittenlZ!, ürr. ^xp^L^pK. Lult. i. Bogen Wie auch Herr Egendter, 88. IKeol. csnä. im Nahmen, Friedrich Nachanael Satclers, ^wicksv. ^rr. 1 ^poFi-gpK. ( ulr, die Wundertha- ten GOtces zu erkennen, sich sehr wohl erklärte. Desgleichen sahe man ein PojwIal^Carmen für Johann XVi helm tNerckenbergern, Ksrj«.tilli. welches aus der Feder erst bemelvte'n Herrn Zip- pels geflossen; dessen Jnnhalt den fürrreflichen Nutzen der eolen Buchdruckerkunst in nettester Poesie und sinnreichen Einfallen zeiget, i. Bogen. Schlüßlich gratulirte auch Herr Johann Heinrich Gchrvesinger, L-mr, 8olislzgL. der tNemmeli» schen Officin zu ihrer angestellten Fubelfreude. i. Bogen. Die musicalischen Texte aber waren von Herrn Gchwary, lur. hierzu sehr fürtrefiich verfertiget, i. Bogen, Schulpforte. Der Hochgelehrte Herr Nector in dieser Fürsten- schnle bey Naumburg Friedrich Gotchitf Freyrag hat seine Freude über das dritte Buchdruckerjubi- läum ebenfalls durch ein geschicktes Programm« an den Tag geleget, welches ich bereits oben p. 86, angeführet habe. Straßburg. Gehorsam zo. Jan. 1740. hat man daselbst das Jubiläum begangen, auf eben die Weise wie vor hundert Jahren. Man hat nemlich drey Danck- predig- vom Iubelsi'si 1740. predigten und eine Academische Rede veranstaltet, welche zwar gedruckt, aber noch nicht bey uns eingelaufen sind. Wm. Mit obrigkeitlicher Vergünstigung wurde am Tage Barcholomai den 24. Augusti »740. durch Veranstaltung Herrn Christian Ulrich «Diners und Herrn denn der Herr Professor wiederum mir einer Erzeh- lung von den alresten Ausgaben der Bücher, welche zu Ulm gedruckt worden sind. Nach Vollendung dieser feyerlichen Handlung wurden einige Professo- res, gute Freunde und die sämmtlichen Kunstverwandten, wegen des Postulats, so Herr Christian Ulrich Wagner etliche Tage vorher verschencket,, mit einer Mahlzeit bewirthet. Die Kunstverwandten so bey Begehung des Jubilai in der wagnerischen Officin zugegen gewesen sind, waren folgende: Herr I. G. Eder, I. I- Friedrich, I. C. L.öfler,. - ). G. Harseim, Herr 2Zirnhauser und Herr Brückner. Alles, was hiebey vorgefallen, findet man in den Ulimschen gedruckten Iubelreden. Wernigeroda. Der dasige Hofbuchdrucker H»rr Michael Anton Struck wurde durch das Beyspiel seiner Brüder ermuntert am Tage Johannis 1740. in seiner Behausung das öfters genannte Buchdruckerjubiläum, nach erhaltener Erlaubniß ftyerlichst zu begehen. Er ersuchte also den Herrn Conrectov Joachim L.eo»chard Hermes eine Danck-und Jubelrede zu halten, welcher auch seine Bitte statt finden lassen. Herr Gcruck lud darzu alle Gönner und Freunde in einer teutschen Schrift von einem Bogen ein. Gegen 6. Uhr wurde hiemit der Anfang gemacht. Nach abgelegter Nede wurde eine angenehme Musikgehört, und eine besonders carzu ver- ftrtigteCantata abgesungen. So wohl an diesem/ als an vom Jubelfest 1740. 22 l an den zwey folgenden Tagen wurde eine wohlausge- dachte Illumination abgebrannt. Weymar. Der zugewandte Seegen so wohl, als die abgewendete Gefahr haben den Fürstl. privilegirten Hofbuchdrucker , Herrn Johann L.eonhard Mumba- chen und dessen Eyvam Herrn Heinrich Ludolph Glüstng, Factor, angetrieben, GOtt zum Preiß das dritte Jubiläum der Buchdruckerkunst feyerlich zu begehen. Sie haben derowegcn bey dem Hoch-- fürstl. Oberconsistorio daselbst darum geziehmenv Ansuchung gethan, aucherhaltm, daß vermöge eines Ncscripts die Amtspredigt am Johannisfest darauf eingerichtet werden sollte^ Diesem Nescript kam auch der Herr l). L.oreny Reinharde nach und hielt an» gedachten Johannistag eine gelehrte Jubelpredigr. Dieses Fest noch ansehnlicher zu machen, so wurds Herr Gottfried Rrast, von Erfurt!) bey angestellten Gastmahl zum Gesellen gemacht. Der berühmte Herr Rector kv!. Jacob Carpov hat den 27. Jun. darauf bey Gelegenheit des Geburthsfestes dee Durch! Fürstin und Fr. Fr. Sophien Charlotten Albertinen, Herzogin zu Sachsen:c, :c, zugleich auch der Buchdruckerkunst zu Ehren einige Reden halten lassen. Hiezu lud er mit einer gründlichen Schrift in teutscher Sprache ein, worinnen er eine Vergleichung der Kunst in der Erfindung des Schreibens und der Buchdruckerey anstellte Die Jubelpredigr, und einige Gedichte, ingleichen die Einla- vungsfchrift stehen in den Weymarischen Beytrag. Miß- 222 Cap. Ztusfübrllche Nachricht Wißmar. Von dieser Stadt ist so viel bekannt worden, daß man die Jubelfeyer daselbst den -8. April 1740. bey Gelegenheit eines Postulats und öffentlicher Deposi- tion feyerlich begangen habe. Den 21. daraufwur- de aus der Dnickerey unter Zincken, Posaunen und Trompeten das l'e Kelln, Isuctsmus, Und allein GGtt in der Höh sey Ehr:c. wie auch: Nun dancker alle GOce zc. GOtt zu Ehren, intonirt. Weiter ist mir nichts bekannt. Witttndetg. Als die Zeit herannahete, da man in den vorigeti Zeiten das Jubelfest feyerlich begangen hatte, so setzte sich auch die Witttnbergische Buchdruckergesell- schaft in Verfassung Dieses Fest öffentlich zu begehen. Der damalige Prapositus Fisci Herr Johann Christoph Tzschiedrich pflegte mit dem Nectore Ma- gnificv/ H^rrn Prof. Schröder»/ mit einem Hochedlen Rath, und mit Herrn M. Carl Giegniund -Henningen, Nach, wie diese Sache am besten anzufangen' Vor allen Dingen hielten sie davor, man müste bey Jhro König!. Maj. in Pohlen und Churfl. Durchl. zu Sachsen allerunterthanigste Ansuchung darum thun. Als sie nun ein genädigstes Gehör gefunden, so ersuchten sie Herrn Johann Andreas Boden, ?r< 5els ^miczuir. ?uKI. eine Rede zu übernehmen. Die Academie ersuchten sie den Herrn Hofrath von Berg?r dahin zu vermögen, daß et hiezu eine Einladungsschrift verfertigen mögte. Auch darinnen wurde ihnen gewiilfahret. Denn es wursö Nicht vom Jubelftst 5740. 22 z nicht nur an das schwartze Bret ein Patent ange, schlagen, sondern auch das Programma herum geschicket, und alle hohe Gönner und Gelehrten, zugleich aber auch E, Hochedler Rath eingeladen Nachdem sich nun nach z. Uhr am Johannistage der Gottesdienst geendiget hatte / so oersammleren sich die Professorcs, Docrores, Licentiaten und Geistlichen in der Universitäts Verwalterey, das Rathscolle- gium aber in das Auditorium Medicum. Nach einem kleinen Auffenthalt giengen sie in Corpore in das Auditorium Philofophicum, allwo das Corpus acade- micum seinen Platz zur rechten, das Rachscollegium aber nebst den Buchdruckerherren zur Üncken einnahm, da denn so gleich unter Trvmperen-undPauckenschail der Anfang mit einer Musikgemachet wurde. Hierauf trat der Herr Prof. Ioh.Andr Boden aufund hielt bey zahlreicher Versammlung eine gelehrte Gedächtnisrede, worinnen er ausführlich von den wahrhaften Ursprung und herrlichen Nutzen der Buchdruckerkunst handelte. Eine angenehme Musik machte alsdenn den Beschluß wiederum. Auf diese Weise war nun der Johannistag meistentheils zugebracht. Den 27. Jun. darauf kam man indem Kühnischen Hauß zusammen und verrichtete daselbst in Gegenwart vieler hohen und niedrigen Personen einen Actum Depositums. Diejenigen, so postulirer, waren folgende: Andreas Nilius, aus Posen, in Gwßpohlen, Johann Georg Holley, aus Wittenberg, Christian August Roberstein, aus Wittenberg, Johann GocclieK Tzscheuzler, aus Meffersdorf in Schlesien, Johann Christian Holley, aus Wittenberg, Samuel L.udervig Hanatter, aus Wittenberg, Und Iohann Gottfried Fischer, aus Leipzig Ehe die« ' ftr 224 Cap, IV. Ausführliche Scheiche ftr Actus noch vor sich gieng hielt Herr GpKr«nm Gottlob Eichsfeld, Academischer Buchdrucker, eine Jubelredö/ worinnen er Jhro Maj dem aller- durchl und großmächtigsten König in Pohlen und Churfl Durch!, zu Sachsen, E. Hochlöbl. Acade- mie, Hochedlen Rath, und überhaupt allen hohen Gönnern und Beförderern allerunterthänigsten und gehorsamsten Danck abgestattet hat, wegen der Erlaubniß und Beförderung ihrer Jubelfreude. Nach geschlossenem Actu wurde nach Vermögen ein Gastmahl gehalten. Über der Mahlzeit wurden zwey Gedichte überreichet, eines von Johann Friedrich Neunhöfer, der Weißheit Beflissenen, welcher das Göttliche in der Buchdruckerkunst betrachtete; Das andere von den sämmtlichen Ku^stverwandten m der Eichsfeldischen Officin. Und hiemit war diese Ju- velfreude beschlossen. Diese Nachricht so wohl, als eine Nachricht von den Wittenbergischen Buchdruckern stehet in Eichsfelds Relation vom Wittenbergischen Äuchdrucker/ubilao. Schluß dieses Capitels. Hiemit habe ich dir also, Geneigter L.estr, eine ausführliche Nachricht ertheilet, wie das Jubelfest 1740. an den meisten Orten in Teutschland begangen worden ist. Ich weiß zwar wohl, daß ich einige Städte übergangen habe- Es ist aber selbiges darum geschehen / weil ich von keiner Stadt reden wollen, von welcher ich ihre eigene Nachrichten nicht in Handen gehabt habe. Dem gemeinen Ruf zu trauen, war mir bedencklich ; Alle Nachrichten aber auf ein mal zu erlangen / war mir unmöglich, ob ich gleich keine Kosten und Mühe dahsvMehret Habs. Viel- vom Jubelfest 1740. 225 leicht erhalte ich noch einige Stücke, ehe ich schließe. Geschieht dieses / so soll ein Anhang diese Lücken er- gäntzen, welche ich aus Noth, und nicht aus Unwissenheit habe machen müssen. Die geschlagenen Ju- belmüntzen habe ich, so viel ich weiß, alle geliefert, und beschrieben. Eine ist noch übrig, die aber nicht würcklich geschlagen, sondern uur in Kupfer gestochen worden ist. Sie stehet aus dem Titelblat der pciAl-. lubiizlir. des Herrn Aeffers. Auf der einem Seite sitzet die Pallas mit einem Buch in der Hand. Von der Seite sieht man eine Druckerpresse und Schriftkasten hinter ihr aber einen Palmbaum; Auf der andern Seite ließt man die Worte - NäKDLK. I.. II. I.XVIII. 1^?06K. MO KtVI^OZ VOLl'OKVKl LLK.I?1^ VIKOKVKl eoi'VLK.K kKL^ll ^0^l eoiVLKL k^LM. Ausserdem haben sich die Herren Buchdrucker, welche bey Gelegenheit des Jubelfestes etwas gedrucket haben, auch darinnen ein Andencken zu stiften gesucht/ daß sie allerhand wohlausgedachte Kupferstiche und Anfangsleisten darzu verfertigen lassen, welchs sich vornemlich auf das Jubiläum beziehen. P V. Ccu 226 Cap. V. Fortgesetzte Nachrlcke V. Kapitel. Fortgesetzte Nachricht von ewigen Buchdruckern sowohl in-alö ausserhalb Teutschland. achdem ich in meinen beyden vorhergehenden Theilen die alphabetische Ordnung in den Nachrichten von den Buchdruckern beobachtet, so muß ich jetzo wieder darinnen fortfahren. Die bereits im I. Cap. angeführten Schriften haben mir hiezu Gelegenheit gegeben, indem ich darinnen verschiedenes gesunden, welches zur Er- gantzuna, oder Ausbesserung meiner beyden Theile dienen kan. Ich werde aber diese Nachrichten nicht schlechterdings ausschreiben, sondern ich werde hie und da verschiedenes hinzufügen. Die vielen Buch- drucker-Jnsignien werden ein deutliches Zeugniß ablegen, die ich gesammlet und nach dem Original in Kupfer stechen lassen. Da ich sie aber nach dem Original stechen lassen, so wird man daraus erkennen, daß man mirs nicht zur Last legen darf, wenn einige Kupferstiche etwas schlecht aussehen. War das Original fein, so ist auch mein Kupfer fein; War das Original schlecht, so konnte auch mein Kupfer nicht anders, als schlecht werden. Zumal da viele, wo nicht die meisten Original!«, nur Holhschnittegewesen. Und dieses wird zu einer Rechtfertigung genug seyn. Ich muß aber über dieses dennoch bekennen, daß meine Nachrichten an einigen Orten noch sehr unvollkommen, und wenn ich die Wahrheit sagen darf, so habe ich manchen Ort nur hergesetzet, damit von einigen Buchdruckern. 227 damit ich ein Fach habe / an welches ich meine künftige Nachlese eintragen kan. Ich mache also mit diesen Nachrichten den Anfang. Altenburg. Ob ich mir gleich viele Mühe gegeben habe, auszumachen, wenn die Buchvruckerkunst dahin gekommen sey; So habe ich doch in der Chronick dieser Stadt nichts gefunden. Und auf die neuern Nachrichten habe ich bis diese Stunde noch das Vergnügen zu warten. WeiKicht laufen selbige noch ein, ehe ich schlisse. Jmmittelst will ich die Anmerckung hersetzen , die ich ausgesetzt habe. Gegen das Jahr l 6 lz. lebte daselbst Johann tNeusch^n, welcher das Al- tenburgische Staorwavpen zu seinem Zeichen erweh- lct. Es führt aber Altenburg ein Stück Stadtmauer mit etlichen Zinnen, und darhmter emm ansehnlichen Tburn. Unten an der Mauer ist ein Schild mir dem graslich-Pleißnischen Löwen ; Auf der einem Seite neben dem Thurm sieht man eine Role, und auf der andern Seite in einem Schild eine Hand. Gegenwärtig befinden sich Johann L.uv«?ig Richters Erben daselbst. Mdorf. Auch hievon weiß ich den Anfang und Fortgang nicht. Kein ordentliches Verzeichniß hat man noch nicht, und selbiges aus ihren gedruckten Schriften zu verfertigen ist viel zu mühsam, und am Ende doch unvollkommen, Balchaftr Gcherf, war daselbst Universttätsbuchdrucker um das Jahr 16i 9. Ich be- P 2 sitze 228 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht sitze von ihm psru-j dibliiZ, tme Inttiruriones ssllei'A virtuMm^bristiünorum Igtmo-Zel-mznicgx, 1621. in 8. gedruckt. Isdocus Wilhelm Rohlesüis lebte daselbst in gleicher Würde 1750. wie viele von ihm gedruckte O ll^rsnones bezeugen. Gegenwärtig ist Meyers und Johann Adam HeA-is Druckerey bekannt. Siehe auch meinen andern Theil p. 97.' und 10z. Amberg. Um das Jahr 1598. lebte daselbst Michael Förster, welcher in seinem Zeichen die Tapferkeit, unter dem Bilde einer angekleideten Weibsperson führte. Es trägt selbige auf der lincken Schulter eine starcke abgebrochene Säule, welche ein Löwe begleitet. Au- sen herum ließt man dke Worte: tvrricuclme A lg. dvie. S.L.essirn p. 2 z 1. und meineIsb. Vl II. n. 1. Arnstadt» Uni das Jahr 1657. hielt sich Peter Gchmid daselbst aus Ich weiß von ihm folgendes Buch gedruckt. Der Röm. Rayftrl. Mai. Schreiben in punÄ» der Abwechselung des Stadrregimems zu Erfurrh und deren der Zeit nach herbey rü- ckendenIVahlen eines neuen Raths und vier Herren, sammt der von denen ausser dem Regiment befindlichen vier Rachen darauf abgelassenen al- lerunterchanigsten Anrrvorr gedruckt zu Arnstadt durch Peter Schmiden, 1651. Gegenwärtig lebt daselbst Herr Johann Andreas SchiU, als Hofbuchdrucker dessen Jnsigne ich oben 9. iz6. beschrieben habe. von einige» ZZuchdruckern. 229 Augspurg. Von dieser Stadt habe ich in meinem andern Theil 4. bereits etwas beygebracht. Hier füge ich folgendes hinzu: Gigmund Grim, ein Doctor der Artzneykunst, hat daselbst eine eigene Druckerey kauflich an sich gebracht, und »522. die vier Evangelisten drucken lassen/in 8 Zu seinem Wappen führte erden Hercules mit einer Keule so wohl im Schild, alsoben auf dem Helm. Er hat aber hernach vermuthlich M. Vu^r-liriAzum Gehülfen angenommen, weil man dieses letzlern Wappen zugleich mit des erstem ver, bunden sieht. Siehe bessern x. 97. meine VIII. n, 2. Von Philipp Ulhard, welcher in meinem andern Theil j. c, fälschlich Ulfart heißt, habe ich nicht nur folgendes Buch aufgeschrieben: Etliche hum dert schöner, lustiger und gemainer relrrschen Gprüchroörter, von allerhand guten Tugenden, und von Vermeydung mancherley bösen basiern, rvelche vormalen nicht im Druck ausgangen, manniglich sehr nüylich zu lesen seind durch Geor- gium Mayr 1567. Augspnrg, gedruckt durch Philipp Uhlhard in der Rirchgasien bey Gr Ulrich 8. sondern ich kan auch sein Zeichen beschreiben. Er führte nemlich eine Nachreule in einem Schild, und auf dem Helm mit zwey Püfelshörnern. S. '5-,k> VIII. 4. Von Johann prätorio habe ich ebenfalls dessen. Zeichen gefunden. Er führte nemlich die Gerechtigkeit zur rechten, und die Gottesfurcht zur lincken Hand', zwischen beyden steht ein Stamm mit einer Krone bedecket, um welchen ein Lorbeerzweig, welchen P z die 2ZO C'ap V. Forcgeseyte ZTlachricht die Gottesfurcht, und das Füllhorn, welchen die Gerechtigkeit halt. ^)oen Drüber steht: lullmsm nie- ninc pgx, ruNL copig Kl-mg, in einem Zettel. Gantz unten an Vem Stamm sieht man 1. ?. welches dessen Anfangsbuchstaben von seinem Namen. Siehe VlU. n. z. Bamberg. Schon um das Jahr 1461. ist allhier die Buchdruckerkunst ausgeübet worden. In dem Bücher« saal zu Wolffenbüttel findet sich von diesem Jahrein Buch in Folio, welches allerhand Fabeln und Gleichnis in teutschen Reimen in sich begreift. Wie aber der Buchdrucker geheisen ist unbekannt. So viel weiß man wohl, daß Johann Pfeyl 1499 ^i- brum millzlis lecun6um mclinem ecclell^ Lsben- der^enü-! gedruckt habe. Dieses führt L-esser p> 49. aus Theoph. Ginceri Samml. alter und rahrer Bücher V. St. 17,2. 0. 294. an. Bey Prosp. tNarchanden aber habe ich?. l. p. 86. folgendes noch gefunden: 8tmurz 8M>lj?>lig, S^noclo pnvlics, pe>- revei-enclillimum in LnriKo pscrem 6c 6omi- num, ciominum ^enricum Loitcopum Igmbel-- Lieniem, in Kcclesjz LamberZenli celevistg, leAg ^ fluolieg». ^cino ^1. LLL>L. XL.I. welches also noch älter ist. Basel. Der erste Buchdrucker allhier soll 25ernharv Richel gewesen seyn. Herr üNarchand führt I. p. 65. folgendes Buch von ihm an : ^nevcZoi-ici Von LbcKscwr5, Li/cno^ ?.u ^üenbur^ Loncorcisn. tlN von e/Ntgen Buchdruckern. 2 zr tiX üizer ci<.r 8»ctiliün-Spielet : >^^/>//tt> ^ ^/i?7>?-^>/^'/^ t/t>>7 t/c^ e/»'K>tt>'tt/ vo/^ Fc?-7^/^7^z Z'//^/?^ T?/ ^V?/e/?- /'tt?^',A-^o? ^/^ T?^ F/7/e/, ^// F^^/^^t s^-?/? ^X^I/^ in tu>. Von eben diesem behauptet Herr besser r>- 82. daß er des-Ko/-. ^?/^/'o vpus czug^lsgellmsl^ jedoch ohne seinem Namen 1475 gedruckt habe. Ausserdem berichtet ser noch, er habe 1476. vecre- ra mit den Glossen F^7-^o/o?/^/F,^e///?/ lateinisch w tolio gedruckt. A^o/» ^ /'/oi'Te???, oder /^/öi-z^nM, ist der andere gewesen. Er bat Seimones cle SsncTi, 1489-4- gedruckt, welche in der lZIsiizner Bibliotheck zu Nordhausen stehen. Johann Bergmann, von Olpe wurde hernach bekannt Man weiß, daß er cZe sizuemis l. izl'. III. 1490. 4 gedruckt hat- Nie Reßler folgte, alsdenn. Bon diesem führt Herr L.esser folgende gedruckte Schriften an: I) /^/^»'t. ^? ^?^o c^Ie lsuclibus Zsnüvrum Serma- NL8 ^489. tol 2) A//??'»»// vcl ^/),»'o?^> l"^per lentenriss 1489. kol, z) I5>Klis Isting cum, pi-oi«'^>5 Aencislibus l^eLl'glilzux, srgumeritis crism iib- oi-um lvcis psi'güelis ^. 'I'. in mzrAine sdiepei um I^Kom. ^czuinztis 1495. 6) Nmelisnus voc^vl-um, 1489. 7) Ae- Llsvis IneolciFiX, 5. Kepercolium in lummsm voKvris irresrö^gbiiis ^lexsnärl 6s kils- Ie5, l zc>2 4. P 4 Aus- 2Z2 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht Ausser diesm ersten Buchdruckern sind hernach besonders berühmt worden der gelehrte Johann Fro- benms und Johann Gpon'n. Ich habe so wohl ihr Leben, als Bildnisse und Jnsignia bereits in meinem ersten Theil p. 64.ley. 8- nichts davon meldet, da er doch die Buch- druckerhistorie von Berlin mit allem Fleiß untersu» chet hat. Er giebt vielmehr Hannß Weisen vor den ersten Buchdrucker zu Berlin aus, welcher um das Jahr »540. von Wittenberg nach Berlin gezogen sey. Daß dieser Hannß XVeiß vom Jahr 5525- 15Z9. zu Wittenberg gelebet, erhellet aus Elchsfeldens Historischen Nachricht von den Wit- tenbergischcn Buchdruckern r>. 117. deutlich genug. Das erste Buch, so er zu Berlin gedruckt, ist folgendes : Rirchensrdnung im Churfürstenthum der lNarck zu -Orandenburg, wie man sich beyde mir L.ehr und Ceremonien halten soll, Berlin, 1549. in 4. Ausser diesem hat er auch !). Lasp. Creutzigers Auslegung über den Spruch Pauii, i.Ti- von einigen Buchdruckern. 2ZZ l. Tünsch il, l 5. zu Berlin 1541. gedruckt. Weiter ist nichts von ihm bekannt. Nach diesem ist im grauen Rlosier eine Dru- ckerey von unterschiedenen Schriften angeleget / uns dem gemeinem Wesen zumBestcn einige Jahre darinnen gearbeitet worden. Der bekannte Alchymiste L.eonhard Thurnheuser zum Thurm hat selbige auf allergnadigste Erlaubniß des Churfürsten zuerst errichtet, welche er hernach feinem Setzer Michael Henyken verkaust hat.. Aus dieses Henyßens Buchdruckerey ist 157z. zuerst des Churfürstens ^KohtMn Georgs Visiration und Lonsistorial^ orduung zum Borschein gekommen; Im Jahr 1579. zwey lomi i^pilt^lgrum I_sr!n. V. tNarrin L.urheri, welche O. Georg Calestinus herausgegeben hat. Diefe Druckerey hat hernach der berühmte Rector zu Berlin Her» VDilhelm.Hilden überkommen, welches feine ^u^l^ione« und ^nnimem. in vr^snon ^ristorelit, cum rextu tZrseco 6c Isrin», ?. II! in 4. beweisen, welche 1585. daselbst gedruckt worden. Hierauf ist Nicolaus Volyen Buchdrucker daselbst gewesen, wie einige Leichenpredigten vom Jahr'588. darthun. Alsdenn sind an diesem Ort die berühmten Run- gii nuch einander gefolget. Es waren derftlb-n drey, als Großvater, - l^m nes s^uer- Wgicienie^, 1502. Noch in diesem Jahr soll er sich nach Breßlau gewendet und önco. mium V>sri5!-.uiX in teutschen Reimen gedruckt haben. Meine, man hat diese Schrift noch nicht auf- lreiben können. So viel hingegen ist gewiß, daß er Lxremponzütsres 1 zc>z. gedruckt. Alsdenn kam aus seiner Presse <7o?D/Ä? csrmen eleAi'zcum cle ^polline 6!: riouem Kluüs, an dessen Ende ließt man.' lmprellum infe» sr? vrbe Vrsrislsuienli per- me Lo?/»-/?^//?// F,??/,»^-/??-. n- L^sptius, Hnno r6ol. Auf der andern Seite findet 'man die lateinischen Worte: ^u^ii, Vi. Je> suiren eine eigene Druckerey angeleget, welches auch schon vorhero der fünfzigste Breßlauische Bischof, Frany L.ndwig, auf dem Dohm bewerckstelliget hatte. Christian Rungens Inc^nsbuis l'v^v^rg. p^ice p. 8^. lcczcj. und die H^errs LUejiB ^'um. I.XXXN^. p. 524. ii-cz^. Bricg. Folgende Buchdrucker haben sich allhm nach ein- ander niedergelassen, i) Caspar Giegfried, um das Jahr 1610. der vorher» zu Neyß gewesen ist. 2) 2»u^u^?m Gründer, welcher sich ebenfalls von Neyß Hieher begeben hat. 5) Salroasar R!cß. 4) Christoph Tzschorn. 5) I^hann Christoph Jacob:. 6) Christian Iacobi 7) Gottfried Gründer, und 8) heut zu Tag Gottfried Tramp, welcher zugleich bey der Kirche zur H. Dreyfaltigkeit in dieser Kayserlichen Stadt in Schlesien Vorsteher ist. Sein Jnsigne ist dessen verzogener Name mit Pal- nienzweigen umgeben und mit einer Krone bedeckt. Siehe IkL.Vjll. n. 6. Rungens Incunzbuls p.96. Brix in Böhmen, siehe Böhmen» Budißin. ' Budlßin, als die Hauptstadt imMarggrasthum Oberlausitz, mußte die Buchdruckerkunst lange entbehren, biß endlich um das Jahr 1552- Nicolaus N),'Irab daselbst eine Druckerey aufrichtete. Dieser V0ol- 244 So viel weiß ich wohl/ vaß > 1725. Joh Friedrich Regelem daselbstgedruckr hat. Ich Habs von ihm gedruckt gesehen : I P- Caspar» 7/>e?^//? oder lateinische Sprach-und Gchui-Ubungen, 8 Büdingen, druckt» und ver- leyrs Ioh.^ried Realem, 1725. Vorjetzo treibt Iö?)ann Christoph Stöhr diese Kunst daselbst. Wir haben erst kürtzlich aus! seiner Presse erhalten: Eines abermaligen Versuchs zurUberseyung des N Testaments aus dem Gciginal. Erste Probe, Büdingen, 17ZY. in 8- zwey Theile, worauf zugleich sein verzogener Name als ein Druckerzeichen zu sehen ist. Camentz. In dieser Oberlausitzischen Stadt hat die Buch- druckerkunst noch nicht gar zu lange einen Sitz bekommen. Denn erstlich 1730. hat Herr Hohlfeld daselbst eine neue Druckerey errichtet. Er ist zu Zittau gebohren und hat die Kunst an eben diesem Ort bey Herrn Hartmann und Stremeln ordentlich geler-- net Nachdem er nun zu Dreßden sein Postulat ge- wohnlicher Massen verschencket hatte, so legte er hernach alihier eine Druckerey an, welcher er biß diese Stunde noch vorstehet, ^nauchs ^imsl. 9 8?. Koburg. Um das Jahr 1546. fieng Cyriacu? Schnauß «Hier zu rst zu drucken an. Seiner Kunst war er ein Apotl'ecker, wie er sich selbsten in den von ihm gedruckten Büchern nennet. «Vermuthlich hat er sich nur sine kleine Druckerey angeschaft gehabt, welchc ' her' von einigen Buchdruckern. 249 hernach wieder liegen geblieben, weil man nicht weiß, wo diese Druckerey hingekommen ist. Um das Jahr findet man wiederum, daß die Fürst!. Kammer an Michael Rrahn Druckerlohn bezahlt habe. Es müssen aber diese Druckereien sehr schlecht beschaffen gewesen seyn, weil von 1575. bis 1588. die Fürstlichen Mandat« zu Jena und Schmalkalden gedruckt worden sind. Endlich hat die Kammer das gantze Werck an sich erhandelt. Denn vom Jahr 1589. an hat man eine geraume Zeit eine.Fürstl. Buchdruckerey zu Coburg gehabt, welche durch Faktors bestellet worden ist. Der erste Factor ist Valentin Rröner gewesen, von welchem man einige Leichenpredigten aufweisen kan, die er 1589- gedruckt hat. Christoph Drugkel, stund im Jahr 1594. in fürstlichen Sold und Diensten. Weil er sich aber nicht nach den Absichten ftines Herrn aufführte, so wurde Iustus Haugk im Jahr 1595. angenommen. Dieser redliche Mann stund der Druckerey ehrlich vor, und brachte sie in ein gutes Aufnehmen, indem auf sein Anhalten allerhand Schriften zu Nürnberg und Franckfurth gegossen wurden. Dahero man auch verschiedene von ihm gedruckte Sachen noch heut zu Tage sieht, allwo man allezeit findet: «Ll lzui ^i, in l)»^g!i ^^sio^sunis excu^etzst ^///?//^//s?^'. Er sehte seinen Fleiß bis an seinen Tod 1618 fort. Unterdessen hatte sich ein anderer Buchdrucker daselbst, Caspar Beresch gegen das Jahr 16 n. angerichtet. Nach Hauy^ns Tod wurde er auch Hofbuchdrucker Er muß aber diese Ehre nicht über ein Jahr genossen haben, weil man schon im Jahr 162-?. einen andern Hofbuchdrucker anführen kan. Ob er O. 5 aber 250 Tap. V. Fortgesetzte Nachricht aber seinen Mschieogesodert, oder von freyen Stücken erhalten habe / ist nicht bekannt. Er hat aber se-ne eigne Druckerey bis an seinen Tod i6zz. fortgeW. " Andreas Zorckel, wurve im Jahr 1620. Hofbuchdrucker, und nach dessen Tod, dessen Sohn Johann Forckel, 1624. Er führte sein Amt mit guten Ruhm. Nach Äerrschens Tod kaufte der Hertzog Johann Lasimir dessen hinterlassene Druckerei) noch darzu, welcher vereinigten Officm gevachter Forckel bis an sein Ende i6zz. getreulich vorgestanden hat. Johann 5Lyrich, oder iLyrmg, folgte demnach ?6z5. als Hofbuchdrucker. Er erlebte die damahlige Jubelzeit 1640. alleine die trübseeligen Kriegsunruhen verbothen ihm die Jubcllieder. Man weiß auch sonst nichts mehr von ihm, als daß er 1656. gestorben sey. Johann Conrad Mönch wurde demnach als Hofbuchdrucker angenommen, welches Amt er auch bis 1674, wohl verwaltet. In diesem Jahr wurde ihm die Hofbuchdruckerey mit allen Zugehör als ein Kammerlehn unter einem besondern Freyheitsbrief überlassen, daß in Cobnrg keine Druckerey mehr angeleget werden soll, woferne keine hohe Schule daselbst errichtet würde. Im Jahr 1690. ist er endlich gestorben. Johann Nicslaus Mönch, des vorhergehenden Sohn überkam also die Buchdruckerey unter eben der Freyheit, als sein Herr Vater gehabt hatte. Da er aber mehr Lust an der Mahlerey hatte, so überüeß cr selbige Iatiuirgre ilWnini millelimo czus^rin^enrellmo le- ptus^elimo, Knite ^ complete ip5o äie QuneXXII. i^leniiz wnii. k'lnlunt felicire,-. l)eo ^rsriz8. Marchand p. ?6. Gleich darauf hat Johann Arnold 147?. ^Ä'Aezv Kllliincü isiciculunl rempo. rum daselbst gedruckt. Hermann Baumgart von Kettwig hat sich ebenfalls bald da bekannt gemacht, da er einen Tra- crat cje grre Ic;czuencli^ tscencii in 4. gedruckt. Johann Röhlhoff, von Lübeck, hat bereits im Jahr 1458. die Lpittol^ ^eneseL^Iuli Pabst?ii II. daselbst gedruckt, und Heinrich Q-uencel verdient vornemlich angeführt zu werden. Herr ,'L.esier hat p. 52. folgendes rare von ihm gedruckte Buch angeführt: Lxoollcio li^mnorum cum notslzili com- rnenro, 149s. 4. Johann L.anden hat kZorolo^ ßium erer-ne 5spienrie, 5492. q. in seiner Drucketey verfertiget. Ein chronologisches Verzeichniß von den Buchdruckern allhier tan ich War nicht liefern ; Unterdessen will ich doch von einem und dem andern einige Nachrichten beybringen, die ich gesammlet habe, und sonsten noch nirgend beysammen stehen. Vielleicht bin ich in Zukunft glücklicher etwas vollständiger hie- von zu handeln. Von dem XVI. Jahrhundert weiß ich folgende anzuführen: Arnold Birckmann führte zu feinem Zeichen eine Bircke, mit einem Birckhuhn, allwo man unten in einasn Zettul seinen Namen Arnold Bitckmann ließt S I ^K. IX. n. 1. Johann Birckmann und Theodor 2)anm haben vermuthlich mit einander gedruckt, welches ich aus ihrem Buchdruckerzeichen Messe. Sie hatten sich aber ^Z,/X ^ 2.^- -2. 7>/7/<777^77 ^ ^ ^QllTT! ^7^77/?/^ 137^^777^.77. 1^7?^^/. 7777? 77^777 ^S^^77?/^/7? <^?/^7^7-. ^v^/^/^ von etttlgen Buchdruckern. 25z aber die Opfferung Jfaaks erwehlet. Siehe?6L. IX. n. 2. Theodor Baum muß sich aber hernach wieder von Sirckmann getrennet haben, weil ich ein Z-ichen gesunden, dessen er sich alleine bedienet. Es ist selbiges der verborhene Baum im Paradieß, wobey sich Adam und Eva befinden. S> 1'^K. IX.? n. z- perer Horst hatte sich einen dreyfach gewapne- ten Mann erkieset, welcher mit drey Händen eine Lantze und mit drey Handen einen Schild hält. Oben drüber ließt man in einem Zettel: concordis Lniliperglzilis. Siehe ^v^L. IX. n. 4. Johann Gymm'cus lebte gegen das Ende selbiges Jahrhunderts und führte einen Krannich zum Zeichen, welcher im Schnabel eine Schlange und in der rechten Kralle einen Stein hält / mit der lincken aber steht er auf einer Säule, die von einem See-Pferd gehalten wird. Im Rande herum ließt man die Worte: Vilcire jultitism moniri. Er war aber damit sehr veränderlich. Bald hatte er den Krannich alleine, bald waren die Worte in einem fliegenden Zettel oben darüber gesetzt, und bald waren sie rund herum zu lesen. Siehe IX. n. 5. Ich weiß auch einen Martin Gymnicum / der sich durch den griechischen Druck sehr hervor gethan. Ich habe von ihn» ^lursrctu Lkssrunei cle Iibroi-um inlijrutilme, z.do/omts, Ugrrmus (i^mnicu8 excuclebsr. Johann VOaldorfhatte die Geschichte Moses zumZei-- chen, welcher an dem heiligen Orte seine Schuhe ausziehet. Aussen herum stehen die Worte: Uc>i5e5, lVIoiles üilue cglcegmemum cle peZiKu? rm5. Siehö , 1^6. IX. n 6. Diese Zeichen habe ich alle nach den Originalen abstechen lassen. Ausser diesen weiß ich noch zwey Buchonicker von Cölln. Der «ine 254 Tap V. Fortgesetzte Nachricht eine heißt Iaspc-r Gcnnep, welcher deßwegen noch wohl zu merckm, daß er Johann Gpangenbergs kleinen Catechismum verfalschr nachgedruckt hat, deßwegen Lyriacus Gpangenberg treflich auf ihn loiMzogen bat. L.ej^r .-."z6^ Ärnolb Mylius war nicht nur ein berühmter Buchdrucker zu Cötln und Antwerpen, sondern er hatte auch die Ehre ein Rathsglied zu seyn. Er war 1541, gebohrenund im Jahr 1605. den 15. Decembr. wieder gestorben. Dessen BÜdniß stehet auf meiner 'l X. Um das Jahr r;88 war auch Nicolaus Schreiber daselbst. Folgendes Buch bezeugt dieses.' . 8- und p. 144, habe ich zwar von denjenigen Buchdruckern einige Nachricht ertheilet, welche gegenwärtig in Dannemarck und zwac von einigen Buchdruckern. 2 5 5 zwar zu Copvenhagen diese Kunst treiben. Von den ältern aber habe ich nichts beygebracht, welches ich jetzo nachhohlen will. Csppenhagen. 1493-1508. Gottfried von Ghemen ist der erste Buchdrucker in Dännemarck gewesen. Das erste Buch, welches in Dännemarck gedruckt worden, ist unter folgenden Titul erschienen: KeZuIc emenäsie c< rre- üeczue t^issn^e cie Kgulsris c'insiruÄionibus (Zi sm- msricis.cx cliuerlis psslilius lscle lcrioru^e »c Poe- rsi um. l^el-circr incipiunr. Auf dem letzten Blatte steht: l6 osrvum Igrinirstis opu« ingenui sclttle- lcenre» imprellüm eli in Vniuerlusre Kzfniensj per me Lmnotre6um 6e (Zemen in expenlis Ooct. ?erri ^lberri 6e ^iggn)?g Hnno noltre lsluri« tViLcliexcll! in profetto Lr. iisnuri, vscie tie- Ais K I^Igrr^ris. 1520. Melchior Blume. Peter Brand. 1539-1551. Johann Wniror Stutgardianus, auf Dänisch jetzo Vüngaard, Vüngmhener, Stutgaard. i züs. Johann Barch. z 56z - 88- Lorentz Benedict. 1564 Johann Tylander. 1576-81. Andreas Gutterwitz. 1587 - 97. Matthias Wnitor. 159s - 97- Johann Stokkelmarm. ?n XVII. Jahrhundert. Heinrich Waldkirch. Johann Albert. Nicol Michaelis. Salomon Sartorius. Georg Hantzschiu^. Andreas Keck. Andre- 256 Cüp V. Fortgeseyte ZTlachncht Heinrich Kruse Tycho Nicolai. Georg Lamprecht. Melchior Martzan. Peter Hachius. Melchior Winckler. Peter Jani Heinrich Gödianus. Matthias Georgii. Georg Gödianus. Chr. Wsrmgius. Matth Godichenius. Cornificius Luft. Conr. Hartwig Neuhof. Johann Philipp Bochenhofer. Johann Adolph Baxmann. Justin Höeg. Daniel Eichhorn. In dem XVIIs. Iahrhundert. Johann Jacob Bornheimich. Wilhavuö Alberti Jersinus. Julius Frantz Kluge. Georg Marthia Wering. Severin Wering. Johann Sebastian Martini. Johann Laurentzen. Joachim Wieland, Cantzley Rath und Königlicher Secretarius. Joachim Schmitgm. Joh. Georg Höpfner. Peter Nörwig. Joh. Paus Phömrberg. Johann Christoph Brand. Die Bochenhofferische Druckerey setzte dessen Sohn fort. Hier muß man nnnmehro meinen andern Theil p. 8- zu Rathe ziehen, allwo die heut zu Tag lebenden Buchdrucker anzutreffen sind. Zu Gora». Mauritius Saro, um das Jahr -627. Heinrich Crusiuö/ — — 1648. Peter vou eittigett Bttchdruckektt. 257 Peter Jansonius, ^- 1653-54. Georg Hanscheniuö. — ----- 16Z6. vorher zu Malmoe. Zu Rothschild. Johann Barth, um das Jahr 1534 - 40. Zu Hchmgoehr. Peter Hväu, um 1613-15. Zu Arhuß. JohannScanus/ oder Skonnmger,,M 1645.5,.' Zu Gchensee. Georg Schröder. ZuRipa. Matthias Brand um das Jahr 1504. Siehe Pecri TxrpaZers Li^sm Limdr. 1737. 4^ p. 705. Zu ILViburg. Johann Wingarthener, 1528. Hernach zu Cop- pmhagen. ZuChristiauenstadt m Norwegen. MichaelThomäus/ oder Thomasonius, 1656-60. Ausser diesem angeführten Buchdruckereyen haben auch einige Privatpersonen besondere Drucke- reyen auf eigne Kosten angeleget. Tycho von Bm- he hat mit grossen Kosten zu Uranienburg auf der Insel HveeU eine angelegt. Sein Buchdrucker hieß Christoph lVeida, wie aus dessen l^ro^ymnsll l^ib. 2, VrsmKul-Zi ecl-c «i 467^ erhellet. Zum Jnsigns hatte er sich zwey Philosophen erwehlet, mit der Überschrift : 8utoic.ieliclo ciethicio. Stehe k!e5en.. !nlci ipnon. Vrsmtzur^ z i4- Andres lDel- A keüis 258 Cap. V. 8orrgej>yte Nachricht lejuK har zu Ripa auf den Lieliebierg auch eine Drucket) unterhalten. Jedoch von diesen und andern Buchdruckereyen soll Herr Wadsöiar in einer besondern Schrift von der Buchdruckerkunst inDan- nemarck gehandelt haben, welche aber bis diese Stunde bey uns noch unbekannt ist. Meine vorher mitgetheilte Nachricht habe ich aus Bibern ilmin icles ^iüorjX^.lttei'srlXvgno.'um, Hamburg, 172z. 8. c. Xl.§. 4. p. 250. entlehnet. Dreßden. Von diesem Ort habe ich so wohl im ersten Theil p. 70. als auch im andern Theil p. 15- gehandelt. Nachdem aber der berühmte Herr Rector Christian Gchöttgen,zu Dreßden, eine Historie der Dreßvni- schen Buchdrucker geliefert hat; So will ich daraus daß nothwendigste einrücken. Der erste Buchdrucker zu Dreßden war: 1. Wo.'ffgang Stöcke!, ,524-1540. Alles, was von diesem Mann zu wissen nölhig, habe ich bereits im ersten Theil 70. und 9'. beygebracht. Zwey Dinge aber muß ich hier noch an- mercken. Einmal/daß Gröcb'el bis 152z allhier zu Leipzig sich aufgehalten, und alsdenn 1524. nach Dreßden sich begeben habe. Vors andre erinnert Herr Gchöttgen, daß man ihn, vielleicht unbillig, einen Hofbuchdrucker nenne, weil er sich auf seinen Schriften niemals also gsnennet habe. Wenn und wo er gestorben, ist unbekannt. Unterdessen weiß man vom Jahr 1540. gedruckte Bücher von ihm Nach seinem Tod lag die Druckerey in Dreßden etliche zwanzig Jahre stille, bis endlich 2. Mae- von einigen Buchdruckern. 2 59 2 MiZtchäusGcöcb'el, 1566-1585. Ein Sohn des vorhergehenden zur Druckerei) gelanget, welchem der Varer ziemlich jung gestorben seyn mag. Auch von diesem habe ich im ersten Theil p. 7l. das nothwendigste beygebracht. Hier mache ich nur noch einige Anmerkungen. Erstlich, daß er vom Jahr 1566, bis 1571, alleine die Druckerey geführt, und alsdenn erst Gimel Sergen in Gesellschaft angenommen habe. Daß er hernacb 1568. zum Hofouchdrucker besteilet worden sey ; Daß er endlich eine zahlreiche Familie gehabt, und ein Naths- glied gewesen sey. Sein Jnsigne, welches er mit Gimel Äergen gemeinschaftlich ^führet hat, habe ich auch am angeführten Orts beschrieben, Ich Habs aber nun auch dessen Jnsigne, so er alleine geführt, in original, wovon ich es abstechet?lassen. Aus einem abgegebenen Baum ist ein fnscher fruchtbarer Zweig empor geschossen Oben auf dem Stamm sieht man eine Frucyr mit einem CreuK worauf eine Taube sieht. Um den Stamm herum bar sich eine Schlange gewunden, weiche nach der Taube sticht. Auf beyden Seiten des alten Stammes blühen Rosenstraucher , unten am Stamm liegt ein Schaf, und ausen herum ließt man die Worte: Deine Gürs Herr sey über uns, wie wir auf Vich hoffen. Siehe I^K. XI. n. i. ?. Gimel Bergen. 1588 -1592. Im ersten Theil p- 72. habe ich etwas weniges von ihm gemeldet. Hier will ich also noch das nothwendigste hinzufügen. Von seinem Vornahmen hat man verschiedene Meynungen. Einige halten davor sein Vater hatte seinen Söhnen ihre Vornahmen nach R 2 dem 26o Tap.-V. ^srtgeseyte Nachricht dem hebräischen Alphaber geben lassen. Weil nun die- ser der dritte gewesen, so hätte er den Nahmen Gimel erhalten. Herr Schötcgen aber muthmasset, er hatts vielleicht Joachim geheissen, welchen Namen man hernach abgekürtzt hatte, wie man denn fände, daßehe- dessen Joachim, Achim, und Lbim geschrieben worden wäre, und aus Chim hatte man hernach Chimel gemacht. Anfänglich war er in der Hofbuch« druckerey Setzer, hernach trat er mit Matches Stöckeln in Gesellschaft, und endlich wurde er 'Hofbuchdrucker. Daß er sich mit der Hofbuchdruckerey »ach Annaberg begeben, erhellet zwar aus einigen Schriften, allwo man am Ende ließt: gedruckt zu Anna- bürg bey Gimel Bergen, warum aber dieses geschehen, ist unbekannt. So viel weiß man wohl, daß Gimel Sergen die Hofbuchdruckerey eine Zeitlang verlohren haben muß, weil er sich eifrigst bemühet nur reine evangelische Bücher zu drucken,. welches die damaligen Cryptocalvinisten nicht vertragen konnten. Zm Jahr 1591 hat er aber selbige, nach Absterbet? Andreas Morgenroths, wieder erhalten und sich hernach ein Hauß in der Moritzstrasse gekauft. Wenn er gestorben, kan ich nicht berichten. Weil sich nun von ihm noch einige Nachkommen finden, so will ich Herrn Gchötrgens Tabelle auch hersetzen. Gimel Sergen !. lebte 158a. und hatte drey Söhne. 1) Christian!. 1607. 2) Johann. z) Gimel ll. welcher ,637. gsstorbenist, undsein Geschlecht alleine fortgepflantzet hat. Er hatte nemlicb gezeuget: von einigen Buchdruckern. 261 (l) Gimel III. der 164z. gestorben ist. (ll.) Melchior, wurde ein Water folgender Kinderz 1, ) Jmmanuels, 1641. 2. ) Dorocheen, an Herrn M Johann Georg Schiebeln, Cant. zu Radeburg verheyrathet. s. »684- Eine Tochter von ihnen Charlotte Hedrvig heyrachete Herrn Johann Christoph Rrausen, Buchdruckern zu Dreßoen. Z) Johannen^ an Johann Riedeln, Hofbuchdruckern verheyrathet, und noch am Leben. Ihre Tochter Johanna Maroarerhaverehlichtesich mit Johann Conrad Srösteln, Hofbuchdruckern, je- tz>.md Wittwe. - . 4) Concoedien, an Herrn Joachim Ernst Spanen, Buchdruckern zu Meisten verheyrarhet. 5) Melchisedech, Pastor zu Breitenbrun^ 6.) Israelis, Oberbergamts Schreiber zu Freyberg, ist noch am Leben. (M.) Christian ll. 1660. hinterließ vier Töchter, 4. Andreas Morgenroth. Von diesem weiß man nichts zuvsrläßiges, ausser, daß er eine Zeitlang Hofbuchdrucker gewefen und gegen das Jahr 1586. gestorben seyn mag. 5 Hiersnymus Schüy. 1587 - >6i6. Erblickte zu Armaberg 1552. das Acht dieser Welt. N 5 Dessen 252 Lap. V. Zortgeseyte Nachricht Dessen Herr Vater Chrysoftomus war Ralhsherr daselbst Anfänglich siudirte erzwey Jahre zu Wirtenderg, hernach lernte erzuFru»ckfurchanderOder bey Johann Eichhorn Vie Buchdruckerkunst und arbeitete alsderm als Geselle eine Zeitlang in der Hof- buchdruckerey zu Dreßden. Um das Jahr 1587 erlangte er die Hofbuchdruckerey / welche er auf seine eigene Kosten verbessert, und wöchentlich anderthal- ben ThaKr Salarium. Er hatte sich zweymal ver- heyracher, erstlich mit Regina, Stephan Oster- lands, AmtsschössersznDüben, Tochter, hernach mit Maria, Dionysii Melyers, Tochter. Aus der ersten Ehe hatte er zwey Töchter, aus der andern zwey Söhne gezeuget. Besondere Wercke hat er nicht gedruckt. Endlich ist er den 16. April 1616. gestorben. Sein Buchdruckerzeichen war ein ovaler Schild, in welchem auf einer freyen Gegend ein Schaf an einem Baum stehet/ und der Wallfisch, welchex aus dem Meer Ionam an das Ufer sveyet. Ausen herum stehet: Lun^tZ vl-!cnte Oeo, und gcmtz unten dessen Handelszeichen. Siehe l'M. XI. n. 2. 6. Christoph Matchesius. Won diesem weiß man nichts mehr, als daß er ein gewisses Bedencken D. Martin Mm von zwey Bogen gedruckt. Es ist aber keine Zeit dabey bestimmt. 7. Hannß Güidrbrecht. Ist vermuthlich nur als Geselle in der Hofbuchdruckerey gestanden. Er hat den Churfürsten Christian !I. zu Gevattern gebethen. 8. Matthäus Gröckel, 1586.-1605. Es ist dieses der jüngere. Ohngefehr um das Jahr 1586. hat er eine Druckerev angelegt. Man weiß alm von einigen Buchdruckern. 265 aber nichts mehr von.ihm, als daß er 1605. noch gedruckt habe. 9. Christian Bergen. 1607.-1610. Daß er 1607. zu drucken angefangen und biß i6ro. damit fortgefahren, ist bekannt und weiter nichts. Sein Jnsigne habe ich im andern Theil p> 15. aus L.esiern p 232. beschrieben. 10. Johann Bergen. !6o4--i6l- den^schnurlein aus dem ordentlichen Sonntags- evungeizo Match. 22, 15. am 2? nachTrim'tatts in der Pfarrkirche zu «Lameny in Gber-^ausiy gehalten von M Samuel Manttio. Gedruckr'zu Dreßden bey Mel t>ior Äergen 16 55. Seine Ehefrau war Anna Elisabeth, Georg Zeuchers, Buchdruckers zu Freyberg, Tochter. Das Jahr seines Todes läßt sich nicht bestimmen. So viel aber ist gewiß , daß dessen Wittwe und Erben die Druckerei) fortgesetzet haben Ich habe ein Buch davon gesehen: ^rany Ferdinand von Trolls Grientaii- sch?R?isebeschreibung iN 4 Dreßden, gedruckt durch Melchior B?rgeiw Churfl Sachs. Hofbuchdruckers, seel nachgelassenen Wittwe un^ Erben. 1676. Ausserdem ist noch anzumercken, daß sich Matches Hendel 1660. zu Dreßden gemeldet, er wolle eine Dru- ckerey anlegen, es wurde ihm aber abgeschlagen, und hingegen Christian Bergen erlaubet eineDruckerey. anzulegen, wenn es nothig wäre. r6. Christian Bergen. Führte zugleich Wven der Buchdrucke.rey auch den Buchhandel. Von seinen Lebensumständen ist we- «ig bekannt. Zwey merckwürdige von ihin gedruckte. EvistG habe ich gesehen, nemllch : LMo!gm acl8c>-c. yill^ vStt einigen Buchdruckettt. 255 riil^ sc ?t)lenril!^ t'l'lncipem iic ch>minum ^osrm^m Leor^ium II. ci.icem Li,xoniX Ac. 6e nuinlno »Ilo srZenreo^uem Loolignnnus UzAnus, Lkriltisnur. Zm^ersror sirimu5 cucü jutlenr cum snn» lmpei-i! /ui ulrim« Kiii? ^liz impez-ium eli psrritus 4. OreKi?, Impl-. 6Ä?//?//?^Fe>^e?//?^cum^. ^IteigmLpisic? !sm ize^cn-l^ sc pcirenri^ ?l'iricipem gcllvminum Losmum III. msMum ^lerlueiX vucem L!L. riummo ilZo sureo, czuem Lonitsmünus tVjg^nus Lkri- KiLnus !mperzw?-um primus sccepw lscro-ZlsnKo Ls^til'lliÄte jullei-ie iignsri, 4. Ore.ÄT, L'ez^i-?^//^. Nach seinen, Tod fchte dessen Ehefrau Ma^daleua Laeharina, gebohrne Gsterxvaldin, die Druckerei) fort. Er hatte vier Töchter, welche a!js wohl verarget wurden. Seines Bruders Wittwe wollte ihm zwar Verdrießlichkeiten machen, daß er eine neue Buchvruckerey angelegt; Meine sie richtet Nichts aus. 17. Christoph Ssumann- 1651.--1684. 18. Gottfried Geyfferr. 1657. ?5>. ^>au! AuZufi Haman. 167z.-1677, 20. Michael Gl'mcher. 1680. si Christoph Matchesius. 1688-1695. 22. Johann Riedel. 1679.-17^6. war zu Halle in Sachsen den 25. Merz. 1652. geboh-, re.n. Anfänglich kam er 1668. zu Christian Western in die Lehre, weil aber sein Lehrer vor untüchtig erkläret wurde , ss sahe er sich genöthigtt noch ein Jahr in der Saalfeldisch?» Druckerey nach zu ler nen, worauf er 1674. sein Postulat ordentlicher Wei.ss, Prschenckte. Hierauf hegab er sich nach Wittenber^ A 5 ' LeG 266 Lap. V. §ortgeftyte!7?achrichr Leipzig uno Jena. Von hieraus wurde er 1679. von der ÄsrIijcyen Wittwe zum Factor in vie Hofbuch- druckerey beruffen. Im Jahr 1684- heyrathete er die B-rgische Tochter Johanna und zeugte mit ihr ausser vier Söhnen, die in der Jugend starben, eine Tochter, welches die verwittwere Frau Scößlin ist. Im Jahr 1688. kaufte er die damals stillliegende Christian Bergische Druckerey an sich und 169z. wurde er nach Absterben seines Herrn Schwagers Immanusl Bergens Hofbuchdrucker. Im Jahr 1716 übergab er seine Ofsicin seinem Eydam und Factor Johann Conrad Grösse!» und starb hernach den 18 November 1718. Seine Frau Wittwe ist noch am Leben. 2z. Immanuel Bergen. 1691.-1695. 24. Johann Friedrich Schrötel. 1694. -1708. Er war von Darmstadt eines Stadtschreibers Sohn und 1664, gebohrm. Eben daselbst erlernte er bey Henning Müllern 168z. die Buchdruckerkuust und postuliere hernach zu Nürnberg 1688. Im Jahr 1694. legte er zu Dreßden eine Buchdruckers») an, welche er hernach 1708. wieder verkauft. Nach der Hand lag er dem Jnformiren und Schreiben ob, und gegenwärtig ist er Gemeinschreiber vor dem Panischen Thore auf der Fischer-Gemeine. 25. Johann Lonrad Rüger. 1722. Er war von Aitenburg und führte den Titel als Hofbuchdrucker. Er verkaufte aber seine Druckerey 1702. an Johann Heinrich Gchrvencken, und das Recht eine neue anzulegen trat er Johann Michael Zun- cken ab. 26. von einigen Buchdruckern. 267 26. Johann Michael Funcke. 1695.-1705. Er kam von Leipzig Hieher, er gieng aber gar bald nach Erfurt!) und legte daselbst eine Buchdruckerey und Buchhandlung au, allwo er auch beydes mit gutem Ruhm noch fortsetzet. 27. Johann Heinrich Schrvencke. Legte zu Alt-Dreßden eine neue Druckerey an. Ob sich nun gleich die Buchdrucker darwider setzten, s» erhielten sie doch nichts. Er zog hernach einige Zeit unter desAmtSFreyheitnachOstra, jetzo Friedrichsstadt. In dem schwedischen Unruhen kam er aber wieder Hieher nach Alt-Dreßden. Die Klage wider ihn wurde zwar wieder vom neuen angefangen, aber nicht besonders darauf gesehen. Denn diese Wittwe führt die Druckerey bis diese Stunde fort. 28. Johann Christoph Schmidt. 171s. 29. August XVenyel. 1707.-1708. zo. Jacob -Harpeter. 1697. »1721. Das Leben dieses Mannes habeich bereits im andern Theil p. 15. geliefert. Hier erinnere ich nur, daß er zu Nürnberg in der Vorstadt Marck-VVörrh und nicht Marckwerthe gebohren, und im Jahr 1721. gestorben sey. 51. Georg Friedrich Rahle. 1711. Im Jahr 17". den 26. Aug. hat er den Buchdru- ckereyd abgelegt «nd weiter weiß man nichts von ihm. Z2. Johann Lonrad Stösiel. 1716.-17^. Dessen Leben stehet gäntzlich in meinem andern Theil x. 16. 3Z- 26F Lap. V'. fortgesetzte psachriche zz° Johann Christoph Rraufe. 1711. Auch von oieftm siehe den andern Theil 17. 34- Johann Wilhelm Harperer. Von diesem habe ich ebenfalls am angeführten Orts 18. gehandelt. 35. Johann Valentin Harpetev. i?Z?.-i7Z5.' Legte im Jahr 17zZ> eine neueBuchdruckereyzuFrie-- drichstavt an, verehlichte sich mit Jungfer Johann«? Justina Herrn Paul Schmidts, Handelsmannes in Freyberg, jüngsten Tochter, u.nd starb das Jahs darauf den z. April. 1735. z6. iLmanuel Hriedeich Harpeeex. Dessen Leben siehe am angeführten Orte p. 1?. Dyhrenfmih. In dieser kleinen Dtadt im Hertzogthum Breßlau^ an der Oder kam ein Buchdrucker von Böhmen um. die Mitte des XV!I. Jahrhunderts hier an, welcheii: seine Druckerey aus Holland hieher bringen lassen, und allerhand theologische Streikschristen gedruckt hat. Sein Factor war Horattus Michael Wagner. Nachdem es aber nicht recht fort wollte, ss kam diese Druckerey an die Juden daselbst. Rabbr Gal>achäus unterhielt eine hebräische Druckerey eins geraume Zeit bis er endlich seinem Sohn RabbiIs- feph solche unter gewissen Bedingungen abtrat. Auf welchen dessen Eydam Äexl folgte. Runge in la- 0. 9K. Eger, siehe Böhmm, Eilen- von eittigett Buchdruckes». 269 Eilenburg. Allhier ist ehedessen um oas Jahr »522. -1524. eine Druckerey gewesen, weiche Z^Ucolaus )Vlde- mar angeleget hat. Anfänglich ist der Buchdrucker auf einem sehr gmen Weg gewesen, indem er es mit den Wittenbergern gehalten hat, wie er aber von Thomas Münyern auf seine Seite gebracht worden ist und die Münyerlschen Handel ausgebrochen sind, so ist auch vermuthlich diese Druckerey wieder aufgehoben worden Schöttgen in der Vorrede zu den Dreßdnischen Jubelgeschichten. Eisenach. Allhier hat man vor achtzig Jahren noch keine Vuchdruckerey gehabt, die damaligen schlimmen Zeiten waren Schuld daran. Der erste Buchdrucker war: i)Herr Günther Röhrett, welchen man von Jena Hieher gezogen hat. Weil er aber in Schulden geriet!), so musie er seine Druckerei) in Stich lajjen, welche hernach an ZTltcolaus Hasierten, aus Ber- cka an der Werra verkauft wurde. Dieser Mann hatte sichanfänglich dem Studierengewiedmet, weß- wegen er auch die hohe Schule zu Giesen besuchet hat. Nachdem er aber daselbst bey einem Buchdrucker gewöhnet, und die Stelle eines Correctors verwaltet, so kam ihm die Lust an diese Kunst ordentlich zuerlernen. Er kam also als ein gelehrter Buchdruckergesell wieder nach Hauß. Hierauf kaufte er nun die bereits angeführte Druckerey. Er fand aber eben sy welch, als sein Mrfahrer, sein Glück allhier, deß' wegen 2?o Cap. V. Fortgeseyte Nachricht wegen er sich mit seiner Druckerey nach Meinungen begab, allwo sein ältester Herr Sohn selbige noch bis diese Stunde fortsetzet. 2) Herr Johann David Roll?/ aus Straßburg gebürtig, ein Mann von feinem Vermögen richtete alsdenn 1678. die andere Buchdruckers») wieder an, und stund selbiger auf zwölf Jahr gcmtz wohl vor. Da er aber 1690. gestorben, so verkauften dessen Erben diese Druckerey an z) Herrn Johann Caspar Bachmann, von Sandhaufen bey Gocha, welcher schon eine Druckerey zu Lcmgmsaltz hatte. Er dachte aber sein Glück hier besser zu finden und verpachtete seine Langensaltzi- sche an Herrn Andreas Vi siern. Nachdem er nua neun Jahre allhier gewesen war, so gefiel es ihm seine Druckerey im Jahr 1699 an 4) Herrn Michael Urbanzu verkauffen. Dieser Herr Urban war in Hamburg gebohren. Er hat auf Hochfürsil. Qberconsistorial Verlag die erste Ei- senacher Bibel allhier nebst andern Schulbüchern gedruckt. Gleichwol)! geriech er in solche üble Umstände, daß er ftine Druckerey mit dem Rücken ansehen muste. Ob sie nun gleich zum Verkauf auSgebo- then wurde, so wollte sich doch Niemand dazu anfinden , biß endlich selbige 5) Herrn Johann Christoph trugen angebothen wurde, welcher sie auch gekauft. Er ist inEi- senach gebohren und hat zu Gocha ordentlich gelernet und sich alsdenn sechs Jahre in den vornehmsten Reichsstädten umgesehen. Endlich ist er nach Jena gekommen, woselbst er eine lange Zeit in Condition gestanden, und hernach der Krebsischen Druckerey als Factor vorgesetzet worden ist. Zu Neustadt an von einigen Buchdruckern. 271 der Orla harte er bereits schon vier Jahre eine eigene Druckerei) geführt, ehe er die Urbanische dazu gekauft Kar. Es wurde ihm das Privilegium als fürstl. Hosbuchdnlcker gegeben, und nunmebro setzet er selbige mu allen, Fleiß fort. S>. Eisenachische Sammlung 4L. i^M' Erfurth. In meinem andern Theil p. 20. habe ich schon einige alte Buchdrucker von Erfurth angeführet. Hier will ich noch ein paar hinzuthun. Der erste davon ist.- Marchäus Maler, welcher um das Jahr 1535. gedruckt hat. Folgende Schrift geweißt dieses: Hierinnen ist ausgedruckt die Gerechtigkeit der sich errvander hochrvtrdigii ynnGOrrHerr Dir- rerich Ery-Äischoff zu Meiny loblicher Gedächtnis an ver Gcudc Erfurch angemaßt, die er auch öffentlich im Reich hat anschlahen lassen. Dargegen befund man hyrinnen die Gerechtigkeit, die eyn erbar Rath der Stadt Erfurch, auch rviederumb zu derselbigen Zeit hac drucken uno allenchalben im Reich anschlahen lassen. Erfurth, gedruckt Mattes Maler Kl. O. XXXv. j„ Folio. Friedrich Melchior DedeK'nd hat schon 1646. gedruckt. Ausser dem bereits beschriebenen Wappen, habe ich noch ein anderes gefunden. In einem Schild steht ein Kind, welches in der rechten Hm?i) einjSchwerdr, in der lincken einen Nosenkrantz hält. Auf beyden Seiten ließt man erstlich: Lyml)"lum ^pl^ig^ni, ^icle iVle l)eu8 sslust. unten drunter c IrulZnig veiieliinclorum. Siehe Xll. n. 1. 272 Cap, V. Fortgesetzte tTlachricht Johann Georg Hery lebte um das Jahr 1670. Folgende von ihm gedruckte Buche? beweisen dieses: Ao>ö. LA?'//?. ^mconiltzmus s6 l^rienrern dorM8 ?Sl-g6iluz Oiicurlldus liilioiici» . ?lii!ol. sc 1"^p. HcZä. ^i)Ll.XX. ZlVuiff Ärsck- torfss Nucleus iuri8 ^uiiiniLnei ?gnc1e^3rulr>, teli LeZeÄg juri» privst-, 4. LrfurrK, l^itteris ^o/>. (?eo^ //^T??, ^OLQXXlIl. Johann ^>sck, dessen ich!. c.p. 21. gedacht,führte folgendes Zeichen: in einem runden Schild steht die Zeit mit einer Sanduhr in der rechten und mit einem Todenkopf in der linken Hand. Ausen herum liesset man : Klors ommum rerum exuemum. Siehe l'sb. Xl!. n. 2. Einen Philipp XVltrel habe ich nun auch gefunden, ob er aber Martin Mittels Vater, oder Sohn gewesen, kan ich nicht sagen. So viel aber weiß ich wohl, daß sie einerley Zeichen geführet haben, jedoch mit diesem Unterscheid, daß Philipp selbiges an einem Blumentopf zeichnen lassen, welchen die Ceres halt. S. l^l?. Xil.n. und meinen andern Theil >>. 2c>. Schlüßlichen ist tioch anzumercken bey dem Leben Georh Ändre-av Müllers, p. 2z. !. c. daß dessen Tochter ihren Herrn Eydam Johann Lhristopy Äeyer, die Druckerey völlig übergeben habe. Franckfurth am Mayn. Auch von diesem Ort habe ich bereits im andern Theil p. Z4. gehandelt. Es wundert mich nicht wenig, daß man bey diesem Jubelfest an seine Vorfahren nicht Hedacht Kat. Unterdessen will ich noch hinzu setzen — von einigen Buchdruckern. 27z setzen, was ich seit dem angemercker habe. Daß Christoph Corvinus um das Zahr 15,2 und Gi- gismund Feyerabend -58s jeder besonders gedruckt, und bes»nder^ Buchdruckerzeichen geführet haben, habe ich bereits am anZesührtm Orre bewiesen. E6 müssen aber diese beyde nicht nur, sondern auch NA- N«nds Ga!U, oder Hahns Erben mit einander in eine Gesellschaft getreten seyn, wie aus ihrem gemem- schafftlichen Jnsigne erhellet. In einem ovalen Schild sieht man erstlich die Fama in den y^cken schweben, alsdenn steht ein Blumentorfaufder Erden,zu dessen rechter Seite ein Hahn, und zn dessen lincker Seite Naben stehen. Unten darunter ließt man die Worte: Loruinus. S^lm. k-e^elsbenc! und ^V.LMErben. SieheXlü.n.i. Vermuthlich hat Sigmunds Feierabends Sohn sodann Feyerabend hernach eine Druckerey vor sich alleine geführt. Es bringen mich auf diese Gevcm- cken folgende Bücher: 1) Ein neu Rochbuch, das ist eine gründliche Beschreibung wie man recht und rvol,allerley SpeißaufTeucjche,Ungeri- sche, Hispanische, Icaliänische vnnd Französische Tveiß kochen und zubereiten solle durch Ma.ren Rumpolt, Churfl. Maynyischen Mundkoch in Fol. Francksurih am Mayn, gedruckr bey Jobann Feyerabend iVWI^XXXl.c. K^. 2) Feld-vnd Grarc- duch berverter TVundaryney, durch den ÜlVohl- erfahrnen und tanggeübten üVundaryt Hannß von Gerdorff genannt Schylhanß zusamme dem Ancidotari, Fürsorg und Vorrarh der Chirurgia Franckfurth am Mayn durch )oh- Feyerabend 1592. e. KZ. in 4. ChrWsn iegenolf lchteum das Jahr 1530. d> ft G sin 274 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht sen Erben haben die Druckerey fortgesetzet. Es beweißt dieses folgendes Buch: Bancker der Hofe vnd Edellem des gesunden Gebens Regiment. Von eygenschasst nuy vnnd schedlicheyt alles so zu menschlicher Speise, Tranck, vnd Gebrauch im Rüchen / Reller vnd Apotecken, auch zu leibs mancherley gebrechen, von nöten, Franck- furth am Mayn bey Christian Lgenolsss Erben ^o. Von XVendel Humm, dessen ich I. c. p. 35. gedacht, habe ich auch ein Buch gesehen. Es ist folgendes: Die Rotwelsche Grammatic, das ist, eine Anleitung vnnd Bericht der Kandfahrer und Bettler Sprach, die sie Rotwelsch heisien durch Wendel Humm Buchdr. zu Frfl. am Mayn verfertiger und heraus gegeben 1^. vl^XXXItl. 4. Bey dessen Erben hernach die Druckerei geblieben seyn mag. Ich habe einen Paulus Humm gefunden, Verfolgendes Buch gedruckt hat: Philipp Ehrenreich wider Evangelische Sinn-Bilder auf alle Sonn-Hohe Fest und Aposteltag, vsllkömm- lich durchs ganye I^hr, 4- 8rf am Mayn, gedruckt bey ^Paulus Humm, KW. ci^XXl. c. Kx. Johann L.echler hat die Buchdruckerkunst auch all- hier getrieben, von welchem ich ehedessen nichts gewußt habe. Ich habe aber folgende von ihm gedruckte Schriften gesehen: 0. Johannes Faber wahrhass- tige Beschreibung der Mostouiter Fol. 8rf am Mayn gedruckt bey Johann Lechler, c. K^ur. ^1. V^XXVI. Fronsperger, Leonhard, Rriegs- Grdnung und Regiment sämpt derselbigen Befehl Statt und iLmpter zu Roß und Fuß Ke. bedrucke zu Frfl. am Mayn bey Johann Lech- lern von einigen Buchdruckern. 275 lern Kl. V^Xilll. Fol. c. Lj. Von Gejchüy vnd ^ewerwerck, rvie dasielb zu rverssen vnnd schiesiLN <^L. 1564. bey eben Demselben. VonNicolao 2)asiao habe ich ehedessen ein Buchdruckerzeichen geliefert, jetzo will ich-ein von ihm gedrucktes Buch ^beyfügen.- I'ol-rurgiis ^^tti»: Das ist gründliche und rechte Vn5errveysu-iZ von peinlichen Fragen/ verteutschc durch . paulArebs, von Leipzig, ehlichte Melchior Hof- Manns älteste Tochter, und kauffte seiner Schwis- gennutter den Buchhandelab, 1627.- Erstarbaber i6zo. den 29 Octobr. 4) GeorFl'us Äeucher, kauffte von den Hof- mannischen Erben die Druckerey 16 zi.darauf nahm er des vorigen Buchhändlers Paul Rrebsws Wittwe zur Ehe und brachte zugleich den Buchhanvelan sich, welchen er auch noch neben der Druckerey bestellte. Ein Zeugen davon ist M-A,-/ l'Kes. tium k'reibei^erite (^^lmieum, welches er 164Z. in 4. gedruckt hat. Gegenwärtige Nachricht habe ich daraus entlehnet p.505. in der vierten Abtheilung. Wer nach der Hand die Druckerey fortgesei;et ist mir S 3 unve- 278 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht unbekannt. Gegenwattig ist Christoph Marchäi daselbst. Giesen. Von diesem Ort will ich ein paar Jnsignia beschreiben. Das erste ist Caspar Cyemlins. Er war ein sehr berühmter Buchdrucker um das Jahr »621. Er muß sich aber von dar nach Marpurg gewendet haben, weil ich vom Jahr 1635. gedruckte Bücher von ihm gesehen habe. SeinBuchdruckerzeichen war aber allezeit eben vasjenige, so Johann lvaldorf von Cöln geführt, welches ich oben aufmeinerl^K. IX. n 6 geliefert und p.25^ beschrieben habe. In Ansehung der Umschrift ist es aber unterschieden. Denn Chemlin hat folgende Worte darum setzen lasten: cllvinX vocstiom psrencjum. Joseph Dietrich Hampel lebte um das Jahr 1670 und war Universitätsbuchdrucker. Er führte folgendes Zuchen: Eine Hand aus den Wolcken hält ein Gewicht, welches von dem Wind getrieben wird. Aussen herum stehen die Worte: l>ott s^uerls rur- tus /t/?6. Eben dieses Zeichen und mit eben der Überschrift hatte S 4 auch 2?o Cap> V. 5srtgeseyte ZTlachriche auch ehedess^n Matchms Harnisch, zu Neustadt in der Psaltz, um das Jahr i5'»'?. geführet. Bey dem teutschen Schifften hat er abermahls die Veränderung geliebet. Es sind selbiges zwey Engel/ zu deren Füssen zwey Hände ein aufgerichtes Füllhorn halren; Bald ist es nur ein in die Höhe gerichtetes Füllhorn. Bey beyden liesset man 5ie Worte, aufeiner Seite: )Vahrdafc:g, auf der andern.- Nahrhuftig. Siehe XV. Im Jahr 15^5. verehlichteersichmit LNarcha Jungin, mit welcher er bis an sein Ende vergnügt gelebetund mit selbiger 2. Söhne Melchior und Lmvrosiils und eine Tochter Marcha erzeuget hat. Endlich starb er 159z- den 5. December, nachdem er einige Jahre vorher vom Schlag gerührct worden war. Ihm zu Ehren wurde von Gre^oris Richtern folgende Grabschrift verfertiget: co?M/ 11^^/5 5^?// 9 5/^5 tei^s, ^M^/Ä cv/e^i'M ^k'?/^/>, i?«^/ ^//^//t/ e^eF^?^^ ^^/^ Mv^e ^« (0?^!/^, ^ «?^/öe^60 Ein geschickter Prediger in Zitrau Herr M. Johann Vogelms hat ihm aber diese Grabschrift aufgesetzt: //^0 5/^5 5o^A0M>s ^e^//^ M/?^-??»/ /?? ite /)o?^5 tt/Vit ?)0^7?7F>/S ^^?'^'^/?/-!//o ?7/e /?/o. oc'?^, ^/^I^/ /^'ttetz ^ «'^)'/?ttv?/»'a/'^e ^cr?^. von einig?»! Buchdruckern. .. -28l ei^t ?MWo,'k/?/^ o/-/^ /'s/? ^//M/? /ott>. Nach dessen Tod setzte die Wittwe die Buchdrucke- rey durch ihren Schwiegersohn Johann Rh«mba fort, welcher sie hernach 1595 als sein Eigenthum übernahm. Dieser Johann Rhamba muß also von seinem Vater gleiches Nahmens wohl unterschieden werden. Er war zu Leipzig 156z gebohren, und wurde von seinem Vater zu denen Sprachen urw Wissenschaften fleißig angehalten, aus der Absicht, daß er sich dem Stuviren widmen solte Alleine er hatte einen sonderbahren Trieb die Buchdruckercy zu erlernen, dahero er bey seinem Herrn Vater in dis Lehre trat. Nach ausgestandener Lehre aber besuchte er die vornehmsten Buchdruckereyen im Reiche, in der Schweiiz und Holland. Endlich kam er nach Görlitz, allwo er von Herrn Futschen als ein Sohn seines ehmcchligen Herrns liebreich aufgenommen wurde. Seine Liebe gegen ihn gieng so weit, daß er ihm seine einige Tochter Marcham im Jahr 159k. zur Ehefrau gab. Anfänglich stunde er seinem Herrn Schwiegervater bey herannahenden Alter und Schwachheit treulich bey; Dergleichen er auch nach dessen Tod seiner Schwiegermutter that, bis er endlich -595 nach derselben Tod die Drucke- rey eigenthüMch übernommen hat. Sobald er demnach selbige erhalten hatte, so verdoppelte er gleichsam seine Sorgfalt, diese bisher berühmte Druckerey in ihrem alten Ruhm nicht nur zu erhalten , sondern auch selbiqen zu vermehren. Er ließ zu dem Ende auf seine Kosten eine eigene Schriftgieserey anlegen, damit er niemahls weder an der Menge noch an dez S 5 Zm- 28» Cap. V. Fortgesetzte Nachricht Zierde der Schuften, einen Mangel haben möchte. Ausser der Buchdruckerey halte er zugleich einen weit- lauftigen Buchhandel, daß er sich auch genöthiget sahe, in auswärtigen Buchdruckereyen vor sich drucken zu lassen. Im Jahr 1612 starb ihm seine Ehefrau , mit welcher er vier Söhne und vier Töchter erzeuget hatte. Hierauf verehlichte er sich zum an- dernmahl mit Magdalenen, Herrn Michael Geh- lers/ eines Handelmanns daselbst, Tochter, die eine Mutter von vier Söhnen und einer Tochter wurde. Die damahligen kriegerischen Zeiten verhinderten ihn im seinen Alter seinem Werck nicht mehr so vor zustehen/ wie er wohl gewünschet. Denn im Jahr 1632. und i6zz. wurde die Stadt Görlitz nicht nur belagert, sondern auch geplündert Endlich verließ er 1657. den 2?ten Mertz diese Zeitlichteit. Sein Buchdruckerzeichen habe ich im andern Theil p»A. 2. beschrieben / und in Kupfer gestochen geliefert, welches ich daseist falschlich seinem Vater zu geschrieben habe. Nach dem Tod des Rhamba führten dessen Erben von 16Z4 bis 1644. eine Zeitlang das Werck durch k?süor» fort, unter welchen der lezte Martin Herrmann war. Endlich überliessen ihn die Nham- baischen Erben 1644 die Druckerey kauflich. Dieser Heremann aber gerieth hier auf in eine unordentliche Lebensart, daß es auch 1652 zu einem Credit-' Wesen kam Es wurde zwar Herr Herrmann von E- E. Rath in der Druckerey gelassen, jedoch derge- stallt, daß er von allen dem Rath Rechenschaft ablegen muste,dcchero führen die damahls von ihm gedruckten Schrifften die Unterschrift: rypis 8enstttsiis exlcriprum per tVIgrttnum ^erimsnnum. Es wolte aber auch auf diese Weise nicht fort, dcchero - Chri- von einixen Buchdruckern. 28 z Christoph Zipper dahin verschrieben, rmv ihm die Druckerey verkauftet wurde. Chnstoph Zipp^r war ven io. August 162 r. zu Wittstock in der Macck gebohren. Sein Herr Vater war Christoph Zipper, Bürger und Handelsmann, daselbst. Weil ihm aber seine Eltern frühzeitig gestorben waren, so muste er sich eine Zeitlang bey ehrlichen Leuten aushalten, bis er nach Königsberg in Preußen, die Buchdruckerkunst zu erlernen, gethan wurde. Nach ausgestandenen Lehrjahren besuchte er verschiedene auswärtige Buchdruckereyen; Hierauf wurde er Hieher als Factor und hernach als Pachter verschrieben. Es wahrte aber nicht lange, so wurde er 166z. Eigenthumsherr von der Buchdruckers». Er gab sich viele Mühe, die herabgekommene Buchdruckerey in bessere Umstände wieder zu. setzen Allein ver Tod verhinderte ihn hieran Denn er ist schon 1677. wieder gestorben. Mit Anna A- scherin hatte er 1660. ein Ehebündniß eingegangen und mit selbiger 5. Söhne und drey Töchter gezeuget. Nach dessen Tod führte seine Wirttwe die Druckerey bis «686. fort. Denn in diesem Jahr übernahm der älteste Sohn Christoph Zipper die Druckerey, zu welchem sich hernach sein Bruder Michael Zipper gesellete. Nachdem aber der jüngste Bruder Jacob aus der Fremde nach Hause kam, so vereinigte er sich mit seinem Bruder Michael die Buchdruckerey gemeinschaftlich zu verwalten, welches auch bis an den Tod Michael Zippers 1729. den 16. Jenner geschehen. Jacob Zipper, ein Bruder des vorhergehenden, war 1667. in Görlitz gebohren, Bey seinem Bruder erlernte er die Buchdruckerkunst, und verschickte 284 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht tebey selbigen 1688. den 6ten September sein Postulat. Hierauf gieng er in die Fremde und besuchte verschiedene berühmte Druckereyen. Nach zwey Jahren kam er wieder nach Haus, und trat mit seinem Bruder Michael in Gesellschaft. Im Jahr 1728-übernahm er das Werck alleine, und führte selbiges bis 1734. mit allem Fleiß fort. Da ihm aber dieses wegen seines Alters zu schwehr wurde, so nahm er Herrn Giegmund Ehren fcied.Richtern zum Gehüiffen an. Endlich starb er 17z? den 2z. December. Er hatte sich zwey mahl verehlichet. Einmahl 1697. mit Jungfer Eva Maria Srein- meyin, von Sagan, mit welcher er zwey Töchter und einen Sohn gezeuget, der gegenwartig zu Jn- golstadt in Bayern Buchdrucker ist. Zum anvern mahl 171 z. mit Jungfer Gusannen Gpechtin,wel> che aber 1731. wieder gestorben ist. Giegmund Lhrenftted Richter erblickte zu Budißin 1711. den 16. Mertz das Licht dieser Welt, sein Herr Vater war Gottfried Gottlob Richter, Buchdrucker daselbst, bey welchem er hernach vom Jahr 1725. bis 1729. die Buchdruckerkunst erlernte, und kurtz darauf sein Postulat verfchenckte. Als>- denn besuchte er die Druckereyen in Altdorf, Würtz» bürg, und Augsvurg,sich in seiner Kunst vollkommner zu machen. Im Jahr 1734- wurde er nach Haus beruffen, mit Herrn Zippern in Gesellschaft zu treten. Er sonderte sich aber 1735. nach getroffenem «Vergleich von ihm wieder ab, und bekam bey dem Anfang des i736sten Jahres/ nach dem Tode des Herrn Zippers das gantze Werck alleine. In ebeir diesem Jahre yeyrathete er den 22ten Februar. Jungfer Johannen Christianen/ Herrn Höh- Heinrich ——- vstt einigen Buchdruckern. 285 Herguths, ehemahligen Pastoris zu Henneberg, Tochter. Nachdem aber selbige den 15. Mertz 17Z6. schon wieder gestorben, so nahm er zum andern mal 1737. den 26. Februar. Jungfer Hrie- derica Christma, Herrn ZTlicolai Schillens, Buchdrucker und Buchhändler in Lauban älteste Tochter zur Gehülfin an. Seine sehr sauber gedruckten Schriften werden den Gelehrten in Görlitz zu wünschen Gelegenheit geben, daß er der Drucke- rey daselbst noch viele Jahre vorstehen möge. Sein Buchvruckerinsigne ist ein noch nicht völlig aufgebauter Pallast, auf der Erde liegen.verschiedene Werck- stücke, einem Bildhauer, der an einer Sänle arbeitet, weißt eine'Weibsperson den gantzen Pallast auf einer Charte vor. In dem Abschnitt stehen die Worte: Durch Zeit und viele Arbeit, 1739. Oben drüber halten zwey Genti das Königliche Pohln. und Churfürst!. Sachsische Wappen. Unten sieht man das Handelszeichen nebst einem Ancker und die Anfangsbuchstaben von seinem Nahmen. Er hat auch sonflen nur seinen verzogenen Namen erwehlet. Siehe ?ük. XV. n. 2. Siehe Rnamhs ^nnnles l^oZr« I^ulst. 61p. psZ. z6.leyH. Goßlar. Der berühmte Herr Rector daselbst M. Gottfried Grosch hat uns die Ehre angethan, und uns eine kurtze Nachricht von den Goßlarischen Buchdruckern eingeschicket. Wir dancken ihm hiemit auf das Verpflichteste, und wünschen, daß er bierinnen mehrere Nachfolger bekommen möge. Wie soll es svn- sten möglich seyn, daß MN eine vollständige Buch- 286 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht vruckerhistorie liefern kan. Die eingeschickte Nachricht aber ist folgendes Jnnhalts: Weil von den Goßlarischen Buchdruckern nirgends die geringste Nachricht zu finden ist, so habe mir Mühe gegeben, folgendes davon zusammen zu suchen. Anno 1605. kam Johannes Vot'Zt, ein geschickter Buchdrucker nach Goßlar, und erlangte nicht nur von E. HochEdl. und Hochweisen Rath das Bürgerrecht, sondern auch andere Vortheile, welche er in einer Zuschrift, so vor der von ihm nuFolio gedruckten Bibel stehet, ungemein herausstreichet. Wo gesagter Voige eigentlich her gewesen, und wo er die Buchdruckerkunst erlernet, kan wegen Mangel der Nachricht nicht angezeiget werden; so viel ist gewiß, daß er in kurtzer Zeit sehr berühmt wurde. Er druckte viel Bücher, wie denn die bekannten Buchhändler, zu Lüneburg/ die Sterne, zu der Zeit fast alles bey ihm drucken liessen. Merckwürdig ist, daß er vom Jahr 16 54. biß 1618- und also innerhalb 5. Jahren die teutsche Bibel vier mahl gedruckt, wie solche Ausgaben annoch selbst bezeugen. Die erste Ausgabe ist 1614. in Nieder-Sachsischer Sprache heraus kommen. Ob ich nun gleich selbige nicht habe zu sehen bekommen können; so ist doch solches gewiß; immassen er in oben gesagter Zuschrift ausdrücklich spricht, daß er im vorigen Jahre, nemlich 1614. die Bibel in Saßischer Sprache gedruckt habe. Die andere Ausgabe ist in Folio 1615. in Obersächsischer Sprache an das Licht getreten, und ist in Goßlar nicht rar. Die dritte Ausgabe ist im Sternischen Verlag in groß 4 1617. wie der Titul vor den Propheten sagt, oder von einigen Buchdruckern. 287 oder i6i8. wie derTitul vor den Büchern Mosis anzeiget, zum Vorschein kommen. Endlich ist im Jahr i6«8. die vierdte Ausgabe in groß 8 gefolget, welche ebenfals, wie die zwey vorherstehenden in Hochteutscher Sprache, nach Beschaffenheit der damahligen Zeit, sehr nett und sauber gedruckt worden. Andere Bücher, die in öffentlichen und privat Bi- bliothecken noch öffters gefunden werden, übergehe mit Stillschweigen. Arndte wahres Christenthum und Paradieß-Gartlein verdienet noch angemercktzu werden. Es kam 1620 in 8. heraus. Wie correcr es gewesen seyn müsse, erhellet daraus, weil die Lüneburg. teutschen und lateinischen Ausgaben darnach abgedruckt, St. Arndes wahres Christenthum 172z. zu Saltzwedel von Christian Schustern gedruckt in der Vorrede. Im Jahr 1627. starb dieser fleißige und geschickte Buchdrucker allhier in Goßlar; ihm folgte Der andere Goßlarische Buchdrucker Nicolaus Duncker, eines Braunschweigischen Buchdruckers und Rathsherrn Sohn, welcher Johann Voigrs Tochter geheyrathet hatte. Dieser ist zugleich ein künstlicher Schriftgiesser gewesen; dieSchriftgiesserey aber ist nach seinem Tode, ich weiß nicht wie, oder warum, nach Braunschweig gebracht worden. Nachdem «r sich durch Kunst, Mühe und Fleiß vielen Ruhm erworben, starb er 1671. Nach diesem kam sein Herr Sohn Der dritte Goßlarische Buchdrucker, Ioha"" Simon Duncker, welcher ebenfall manches schönes Buch aus seiner Druckerey an das Licht gestellet har, und 1708. erst verstorben ist. Es hat dieser unter andern auch die teutsche Bibel in Folio 1702. heraus 288 Cap V. Fortgesetzte Nachricht aus gegeben, daß also die teutsche Bibel Lutheri in Goßlar 5. mahl zusammen heraus kommen ist. Der vierte Goßlarische Buchdrucker ist der annoch lebende Herr Georg Duncker, ein Sohn des vorigen, aus dessen Officin nicht weniger Bücher hervor gekommen. Hier kan ich nicht ungemeldet lajstn, daß 165z. noch ein Buchdrucker Hieher gekommen, Nahmens Martin Vogel, weil er aber nicht viel über ein Jahr hier geblieben, und auch nichts merck- würdiges gedruckt hat, so habe dessen oben nicht ge- dencken wollen. Sonst ist die hiesige Druckerey mit mancherley Schriften, als Teutschen, Lateinischen, Griechischen und Hebräischen versehen ; es sind auch noch die Figuren in Bley gegossen vorhanden, welche in den oben gedachten Bibeln sehr hauffig zu sehen sind. Dieses ist ein kurtzer Auszug aus einer Vorrede vor 6. Reden, welche 1740, von einigen Alumnis gehal« ten, und nunmehro unter dem Titel: 8ex orgriones 6e rnulriplici val'wczue srris t^oZrgpKjcX vlu Ac. gedruckt worden sind. Grimma. Der Hochgelehrte Herr Doct. Johann Friedrich Mayer schreibt zwar in seiner ttittoris Veiiwru« zu Grimma gedruckt worden sey, alleine man kan weder eine Zeile, viel weniger ein N T. aufweisen, daß zu Grimma gedruckt worden sey, dahsro Herr Gchorrgen in seiner Vorrede zu den Dreßd. Jubelgeschichten diese Nachricht billig in Zweifel zieht, p. is. Groß- von einigen Buchdruc?ern. 289 Großglogau. Allhier hat im vorigen Jahrhundert Joachim 8unc5e / hernach Lrasmus Rößnce unv alsdenn Johann Julius Hunsld die Druckerey getrieben. In Kleinglogau hat man auch eine Druckerey gehabt, welche Michael Rehehorn geführt, fielst aber wieder eingegangen. S. Rungii liiLunslz. 97. Hagenau» Von diesem Ort führe ich jetzo weiter nichts an, als daß Ioham, Gecerius daselbst um das Jahr 1534^ gelebet und Iani Bildniß nur zwey Gesichtern in ei-iem teutschen Schild gcführet habe. Eben dieses fübrre Peter Ärubach. Siehe ^K. X!lk. n. 2. Herr L.eff?r führt zwar eben dieses Zeichen von ihmjp. 2Z8. an, er setzt aber folgende Beschriften binzu, zurrechten: ri«^i? ^«5 k?/77«>- /ZXk/Z« zur lincken i^'^ 5^ und unten: <) ^7?^ g tergo cui nuijg ciconis pin/::; Bey meinem Original steht nichts davon. Halle. Wer allhier der erste Buchdrucker gewesen ist, laßt sich aus Mangel der Nachrichten so genau nicht bestimmen. Unterdessen hat man schon vor alten Zeiten Buchdruckereycn daselbst gehabt, wie man aus der Magdeburgischen Policeyordnung vom Jahr 1688. erstehet. Denn daselbst heist es, daß in: der Stadt Halle vor A-cers her, ois zu druckenden Theologica', Phiiossvyiea und Philologie«, der Senior des Minifterii oder Pastor primarius ; Die J'.N'idica, oder ^vliuea aber der Sradlrath ccnsir^r T hab'. 29» loci communes pküo- ioptiici, czui sä logiesm 5peitsat, gedruckt zu Glau- cha vor Halle, l s7o. in fol. Alsdenn Inltiruricznes (zrammsrics? Istin«?, Halle, 1592. in 8vo. Endlich 0. Ioh Glearii U?arnung Wider den Greul der Verwüstung in des Zür- stenchum Anhalt Rirchen neulich eingesetzt, Halle, 1597. in 4. Won dieser Zeit an kan man etwas mehr von den Buchdruckern in Halle sagen. Ich will selbige hersetzen, wie sie bekannt wordm sind- 1) /'s?//?// c7^«e^^tt/, oder Paul Greber/1597. 2) ^-/z/?»?//l6,!?z. Z) 6Ä^?/?o/iöo^/ 1614. welcher sich zu seinem Buchdruckerzeichen den Jüngling Ganyme- des erkieset, wie ihn der in einen Adler verstellte Jupiter in Himmel führet. Es ist dieses eben das Zeichen , welches tvolssgang Richter zu Franckfurth an der Oder gehabt hat» Ich habe es bereits im andern Theil p. 44. 'r^L. Vll. in Kupffer stechen lassen. 4) Peter Schmidt, siiss Peter 8«ber, Fmstl. Magdeburg. Hofbuchdrucker , s, 8«16z6. 5) Chri- von einigen Buchdruckern. 291 5) Christoph Gaalfeld 1625-1670. Er war im Jahr 1599. zu Quedlinburg gebohren und hatte sich 1625. den 25. Jun. mit Ursul ^zjwmr- ckm verehlichet unv nach ihrem Todr mit Jungfer Maria Radicken 1651. den 6ten May, mit welcher er 4. Söhne und eine Tochter gezeuget hat. Endlich ist erden i. Septembr 5670- wieder gestorben. Man weiß folgende Grabschrift von ihm: Hier ruhe ein Mann der cAGtt und Menschen treu gediener Mit seiner Schrift und Dru^ : Z^lun diene ihm diese Gchr fr, So ihm die L.ieb und Treu der Seinen hat gest/ssr. Zu seinem L.ob und Ruhm, der immer bleibt und grünet. 6) Melchior Oehsschlegel 1650.-1662. 7) Johann Rappolt 165z. 8 Galü-uel Gpörell666. 9) Christian Vester 1670. in) David Saatfeld Fürst!. Magdeburg. Hof. buchdrucker 1679. 11) Cristoph Saslf-ld Negierungsbuchdrucker. 12) Christoph Saalfeld des vorhergehendenSohn. iz) I?osua Sregmann. 14) Christian Hsnckel der Buchdruckergesellschafft daselbst Senior, wie auch Achtmann bey der Kirche zu St. Moritz. Er ist i66z. den ,8- Mertz zu Wittenberg gebohren und hat daselbst bev seinem Hrn. Vater Matthias Henckeln die Buchdruckeckunst T 2 erler- 292 Cap V. Fortgesetzte Nachricht erlernet. Im Jahr 1694. begab er sich Hieher und schaffte sich eine Druckerey neu an. Das Jahr darauf neulich 1695 den 2 l. Jan. hcyrathetesr Jungfer Sophia Ell-abech L.chmanmn aus Witten- berg/ welche er erst kürtzlich 1740 den »O. Junii durch den Tod verlohren hat; Anjetzo setzt er den Disputationshandel fort. 1;) Christoph Andreas Zndler brachte im Iahe F694. seine Buchdruckerey cn- Franckfurch an der Oder hieher und führt jetzo den Disputationshandel. 16) Johann Jacob Rrebs kauffte JofuäSceg- manns Druckerey und starb i?^s. 17) Johann Grünere/ Universitäts-und Raths- buchdrucker,war im Jahr 1666. den t i.Decembr. zu Giebichenstein gebohren. Im Jahr 1682. trat er bey Christoph Gaalftlds Wittwe in die Lehre und verschenckte in eben dieser Druckerey sein Postulat. Nachdem er nun 1694. aus der Fremde wieder nach Halle in Christoph Gaalfelds Wittwe Buchdruckerey gekommen war und eine Zeitlang daselbst gearbeitet hatte, so legte er sich in, Jahr 1699. eme tieus Druckerey an und verehlichte sich noch in diesem Iah? mir Frauen ?Lven Marien, gebohrner Puiyin, Herrn Friedrich Äarthoiomäi Eigelkrams Wittwe, mit welcher er z. Söhne und i. Tochter gezeuget hat. Im Jahre 1705. schaffte er sich einen Theil vors Herrn Friedrich Andreas Hübners Buchdruckers») an. Im Jahr 172z. wurde er Nathsbuchdrucker, welche Ehre ihm hernachderTod 1751. denn. Sept. raubte. 18) Johann Andreas Saalfeld lebte um das Jahr -700. Nach dessen Todt erhielt Stephan Grban dessen Buchdruckerey. !5>) von einigen Büchdrucker»?. 29z 19) Johann Monrag schaffte sich 1702. eins neue Vuchdcucksrey allhier an und beweiset noch seinen Fleiß mit der in groß 8 gedruckten Bibel. 20) Friedrich Andreas Hübner kauffteChnstoph Saa.felds Druckerei) und zog aisdettn von hier weg. 2?) Johann Christian Zah^ !!niverftsA?6 und Rathsbuchdrucker nahm von des vocherg-.dachten Hübners Buchdruckerey einen Theil an und ist vor. einigen Jahren gestorben. 22) Stephan Orban ist in der Goldlauter im Thüringischen 168». dey i. December gebohren Ins Jahr 1695. erlernteer bey Herrn Göb^nzuHilddurghau- sen die Buchdruckerbu-ist und kaustre s'.ch hernach 1707. Johann Andreas Gsalfttdens Druckerei zpelche er sehr viel verbesserte, wie das Cansteinische Bibelwerck deutlich g'mug «rweißt. Er hatte sich 3. mahl verehlichet. Ein mahl mit Maria Zeidie- rin »709 und hernach mit Dorochea Juliana ps- ckelin. Im Jahr 17?! legte er noch eine Druckerei) an- welcher er aber nicht langer als ein Jahr vorgestanden; De?m im Zchrs 1732. den 2. October nahm er von dieser Zeitlichkeit Abschied. Er hinterließ 2. Söhne und eine Tochter, davon der älteste Sohn die Druckerey erhielt. Er folgte aber gar bald seinem Vater in die Ewigkeit nach. Der jüngste Sohn Johann Benjamin ist noch am Leben. 2z) Georg Jacob L.ehmann legte 1711. eineneue Druckerey an, welche biß diese Stunde dessen hinterlassene Wittwe durch ihren Sohn, alsFattor, fortsetzet. 24) Johann Christian Hendel, dessen Leben steht ausführlich in meinem andern Theil 9.49. Tz 2,) 294 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht 25) Johann ChristianHilliger, istden lz. Febr. 1686. zu Halls gebohren. Bey Herrn Imanuel Ti-'ycn zu Leipzig erlernte er 1699. dieBuckdrucker- kun i. Im Jahr 1718 richtete er althier eine neue Dcuckecey an unv heyrathete noch in diesem Jahr Junger Lnna Rostna Schmidtin, mit welcher er Z. Sohne und 6 Töchter gezeuget hat. 26) Johann Friedrich Rrortendorf, hat 1718. seines Herrn Schwiegervaters- Christoph Andreas Zeivl.'cs Buchdruckerey bekomnien. 27) Johann Christian Herrmann kaufte 1722. des oben angeführten Johann Christian Zahns Buchdruckerey. 28) Johann Gottfried Rittler brachte 17?l. vorhergehende Herrmannische Buchdruckerey an sich. 29) Johann Friedrich Grun?rr, dessen Leben habe ich ebenfalls i. c. p. 52. beschrieben. Z<^ Johann Christian Grunerr. Auch hievon habe ich ! c. p. 5z. gehandelt. zr) Johann Heinrich Grlmert. Dessen Leben siehe l. c. s,. 54. Z2)Iot)ann Gottfried Meyhe stunde erstlich der Saalj-eid-jchen Druckereyals Factor vor, nach- gchends kaufte er 77zz. die Cholvinische Druckerey in Leipug und brachte selbige Hieher. Im Jahr 17z z, den 22. Junii trat er mit Johann Grunercs einiger Tochter Maria Elisabeth in die Ehe, mit welcher er z. Söhne und 1. Tochter erzeuget hat. ZZ) Johann Christian Äeurler, von Berlin, richtete zwar l??z. eine neue Buchdruckerey allhier an, er hat sich aber nicht lange aufgehalten. 34) Johann Justmus Gebauer. Dessen Leben siehe l. c. 9. 54. Z5) von einigen Buchdruckern. 255 z 5) Christian L.udeu>iZ Gympher. Dessen Leben siehe!. c. p. 56. dabey man 9.58. l. 21. vorRä- ster, Bister lesen muß. z6) Christoph Saalfelds Erben setzen seit 17? 6. die von ihrer Mütter hinterlassene Druckerey fort. Ausser diesen biß anhero erzehlten Buchdruckern findet man noch 2. Druckereyen in Halle. Die eine davon ist 1698. im Waysenhauß zu Glaucha voe Halle, die andere aber von Herrn Prof. I. H. Cal- lenberg zum Behuf der jüdischen Schriften angelegt worden. Siehe ^öffentliche Jubelzeugniste Von -Hatte in dem Vsrbericht p. 14. lecz^. Hamburg. Bey dieser Stadt füge ich gegenwärtig nichts, als einige Verbesserungen von meinem andern Theil, hinzu. Man andere also p. 60 l. 11. 19. und mache daraus 29. p. 61.1. z. vor »727. lese 1729. Iines27. vor 26. lese 29. p. 62^ l. 12 ist noch hinzu zu setzen, daß Herr Philipp L.udervig Stcöhmer 17^4. den Herrnstand angenommen habe. t. 621.15. vor 1706^ jese 2701. Hanau. Um das Jahr 1511. lebte daselbst Heinrich Gt^/. Siehe X-V. u. 4. Bon den jetzigen Buchdruckern dieses Orts Habs ich bereits im andern Theil p. 64. gehandelt. Man lese l° 5. vor i z. z i. und 1.7. vor i s. lese 17. Heydelberg. In dieftr Bischöflichen Residentzstadt bekam die Buchdruckerkunst frühzeitig ihren Wohnplatz, ob ich gleich nicht sagen kan, wie der erste Buchdrucker ge- heissen hat. Herr Marchand berichtet p. 7z. daß opuiculum, ?/o/c eines er- baren Raths der Gcadr Nürnberg Gbcrkeitvnd gebiethen, wie m???t//?. SieheK. XV l. n. 6. Johann Bernhard Heller, dessen Leben ich im andern Theil p. 68, beschrieben, hat in einem teutschen Schild seine Anfangsbuchstaben 1. L. tt. über welche die Sonne, unten darunter aber der halbe Mond undeinSt^n zusehen. Zwey Genii halten Lorbeeruno Palmenzweige darüber. Siehe I'^K, XVI. n. 5. Nunnrehro will ich abermahls einige Druckfehler verbessern- Im andern Theil p. 68.1. 8. an statt Reichardtsbronn lest Reinharvrsbronn p. 70. I. 17. stehet Jacob Aickeltzahn, lese davor Jacob Peter Rickethcchn. 9sA. 72.!. 1. stehet i7lr. statt -721. zu I. 6. setze noch hinzu den iten August. Ingolstadt. Daß man daselbst um das Jahr 14F9. gedruckt habe, beweißt 77)v?»s^/l^M/?>6e imirgrione^Kri- tti oputculum, welches um diese Zeit daselbst zum Vorschein gekommen ist, ob man gleich den Buchdrucker nicht weiß. Siehe Schelhoens ^mvemc. lir. VII!. p. 425. In der Blasianer Bibliothek zu Nordhausen findet manJohanms parreurs I d. ö-,cc. exerc. vereris artis, czuse lunr ^ssgoZe por- zo 7/^»»- /?/?^v>. Dessen Bildmß stehet auf^sl,. XV!l. Vermurhlich ein Sohn von ihm Adam Sareorius wurde hernach bekannt , welcher das Sinnbild dev Gesellschafft JEsu zu seinem Buchdruckerzeichen er- wchlet hatte. Jungduntzlau, siehe Böhmen» Kahren. In diesem Dorf, welches im Cotbusischen Sprengel in der Niederlausnitz lieget , hat ehemals Hew Gottlieb ^abricius / Pastor daselbst , eins eigne Druckerey im Jahr -707. angeleget; Es hat aber selbige nicht länger a!s bis 1709» gedauert. Siehe KeÄ. Sorsv. ^ro^c-. sä orsr. ci. 2s. ^vr. Z740. Ksbit. p. 18- Königgratz, siehe Böhmen. Königsberg. Won dieser Stadt will ich anjetzo weiter nichts M von I^hann Sceltsr ein pc^r Worts melden. Ec Ltetti^ent^. l l von eittlgen V.-zchdmckettt. zor Er war zr.StettMl685.den 8-Junii gebohren, und hernach Königlicher Preußischer Buchdrucker an diesen, Ortwordcu. Siehe dessen B'ldmß XVIIi. Kuttmberg/siehe Böhmen- Lauban» Allhier ist die Buchdruckerkunst sehr spät angelanger. Denn erstlich im Jahr! 684. kam NOolffgang Lhistoph Gramer, welcher vorhero zu Colditz dis Buchdruckerey gecrieben hatte, daselbst an. Er gab sich zwar alle Mühe seine Buchdruckerey in gute Umstände zu setzen; alleine der Tod hinderte ihn hieran, weil er schon im Jahr 1689. von dieser Welt Aoschteo nehmen muste. Hierauf übernahm Herr Michael Hartmann, Buchdrucker von Zittau,'diese Buchdruckerey käuflich. Anfanglich setzte er seinen Stiefsohn Johann Gottfried Dehnen, als Facwr, dahin. Im Jahr - 69 -. übergab er ihm solche zu seinem Eigenthum. Weil er. sich aber nicht allzuwohlauffühtte, so übernahm Herr Hartmann 1697. selbige wieder ftlbsten und besorgte sie durch Factors bis 170^. da er selbige Herrn Johann Christian Gtremel und zugleich seine Tochter zur Ehe- genoßin übergab. Es war dieser 1674. den i zten Augusti zu Dreßden gebohren. Sem Herr Vater war Johann Heinrich Gxremel Buchdrucker zu Pirna in Meisten. Die Buchdruckerkunst halte er in Drcß- den bey Johann Rieden, Churfürst!, Sachs Hofbuchdrucker erlernet, bey welchem er auch sein Postulat verschsncker hat« Nachdem er nun unterschiedene BuchdruckereM besuchet, so kam er nach Lau- zo2 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht. ban, und wurde daselbst erstlich Factor, hernach Besitzer von der Druckerey. Als aber sein Herr Schwiegervater Michael Hartmann immer schwächer wurde, so ruffte ihn selbiger nach Zittau zu seinem Gehülffen, daher» die Druckerey zu Lauban an Herrn Nicolaus Schillen kam. , Das Leben dieses Herrn Gchillens habe ich bereits im 2dern Theil p. 72. geliefert, allwo man p ?z. I. 4. an statt 1718. lesen muß 1708. und 1. 11 heißt es, sein Vater wäre Oberaltester des Schmiedehand- wercks gewesen, welches aber Oberältester des Hand- wercks der Schneider heissenmuß Zu seinem Buchdruckerzeichen hat er sich einen annehmlichen Garren erwehlet, auf dessen lincker Seite ein Schnftkastm zusehen, bey welchem ein Genius sitzet, welcher zwsy Druckerballen in den Händen hält; auf der rechten Seite stehet auf einem Postement ein Bienenkorb: Oben drüber scheinet die Sonne mit der Überschrift'- unten stehet dessen verzogener Nahme in einem Schild. Siehe Rnauchs Hnn. I^po^. l^ul. Lup. xgZ. 79. lhcz. Leipzig. Alhier will ich erstlich einige Buchdruckerzeichen beschreiben, und hernach einige Anmerckungen und Verbesserungen über meinen ersten Theil mittheilen: Melchior L.orrer soll der erste sevn. Bon die« sem habe ich feinen verzogenen Nahmen, welcher weiß erscheinet, bey einem Buch gefunden, welches man in denen ^nnsl. lüpl' l'yp^i-. Übergängen hat. Es ist selbiges.'/^/^^^^«^-i' o,-?^/s/? ^Stt^ em-n^ttt/tt, Z/^- M'/^/'o»- /.o^5^//. Zu Ende stehet: > von eittigett Buchdrucker». ZOZ /^/?^^ ^ o/ie?^ L?" M?/^'o?-/> /o^5^^^/ ^A- 6-/?/// o^)^>/? ^^Te?/^> c-»//^ M///^»?o «^^»,0 X/^/ M?^?'/ 4to. Sein Buchdruckerzeichen stehet XlX^ i. Johann Albrecht Mmyel hatte sich zu seinem Buchdruckerzeichen erwählet ein Lamm mit der Siegesfahne, auf dessen Kopf ein Creutz zu sehen , aus dessen Brust Blut in einen Kelch springet. Aussen herum liesset man die Worte: /e^ts 1627. welches vermuthlich das Jahr ist, da er sich nach Hof gewendet hat. Ausserdem muß ich hier noch melden, daß einige von seinen Nachkommen noch bis 1730. am Leben gewesen sind. Siehe XIX. n. 2. Bernharde Christoph Breittopf hat sich an statt seines ehemahls von mir im ersten Theil ps^. izr. beschriebenen Buchdruckerzeichens, folgendes erwählet. Man sieht nehmlich auf einem Postement einen Felsen, und dabey einen Bären, welcher an seiner rechten Tatze sauget, mit beygefügten Worten: A/e , Iohann Christian L.angenheim hat sich dessen verzogenen Nahmen zum Buchdruckerzeichen erkieset, auf dessen rechter Seite die Buchdruckerkunst in Gestalt einer Weibspersohn, auf der Lincken aber der Mercurius siehet; oben drüber siehet man in denen Wolcken einen Cra.itz. Siehe Isb. XIX. n. z. ''^'^M^.'^' i^' ' ^.7^.v->,V'^'st^''-''Ü ^ ^ ^ ^ ^ Nunmehr liefere ich auch einige Werbesterungen, und Zusätze zu meinem ersten Theil in Ansehung der Nachricht von der Vuchdruckerey in Leipzig. . , k>gss. ZO4 Cap. V. 8ortgeseyre Nlachricht 9? lin. 12. muß man also lesen.- welcher???, den iO, April wieder gestorben ist, wie die von Herrn Johann Galmuch gehaltene Leichenpredigt über i. Thess- V. bezeuget. ?s^. IOO. Ist zu Johann Beyers Leben noch hinzu zusetzen: Daß er sich 1578- mit Frauen Marien/ Herrn M.Johann Rudolphs, Pfarrers zu Schwei- nitz an der Elbe, Tochter, Herrn Thomas Rock- stedrs, gewesenen Bürgers zu Halle hinterlassener Wittwe, verehlichet, und mit ihr sieben Kinder erzeuget habe, davon viere bey ihrem Ableben 1694. den 16. May noch am Leben gewesen. Siehe M. Georg XVeinrichs Leichenpredigten. k>2A. 115. Ist bey Johann Aöittigaus Leben, noch zu erinnern, daß ausser den bereits daselbst ee- zehitenFactors auch Herr Andreas Zeidlcr so wohl, als Immanuel Tieye bey dessen Wittwe diese Stelle vertreten haben. 115. Ist bey Herrn Johann -Bauern cmzu- mercken, daß dejjen Druckerey an Herrn Johann Zxöhlern gekommen sey. 117. Bey Herrn Christian Michaelis muß es also Hessen: Er hat seine Buchdruckereyvom neuen crrichter, und sich zwey mal verehlichet. Aus der ersten Ehe hat er zwey Töchter, und aus der andern einen Sohn erhalten. Die älteste Tochter heyrathere Herrn Christian -Vanckmann, die andere Herrn Müllern Königl. Accis-Jnspector. Der einige Sohn aber starb als Geselle. Nach Christian Michaelis Tod heyrathete dessen Wittwe Christoph -Valcha- sar L.ampen. Weil er aber nicht gar zu wohl Hauss dielt, fs mufte ex seine erycprachete Drucke-rey mit von einigen Buchdruckern. ZO5 den Rücken ansehen, dahero er das Unglück hatte, daß er als Gesell zu Slave sterben muste. Unterdessen stund die Druckerey einige Jahre stille, bis der junge Michaelis selbige übernehmen könnte. Er lernte zu dem Ende bey Herrn Christian Gcholvin die Buchdruckerkunst. Es drangen aber die Schuldner drauf, ehe er noch mannbar wurde, daß die Druckerey an Herrn )ohann Andreas Zstbau- n verkaust wurde, welche nunmehro Herr Michael Hennig besitzet. ?SA li? bey Herrn Johann Erich Hahns Leben verhäir sich die Sache in AnselMg seiner Wittwe also: Nach dessen Tod heyrathete sie Theodor Fleischern, Buchhändlern in Jena. Anfänglich war diesir Herr Fleischer gesonnen l58o die Buchdrucke', kunu unter gewissen von ihm vorgeschlagenen Bedingungen zu erlernen. Meil abe> selbige also beschaffen waren , daß die Gesellschaft nicht damit zu frieden jeyn konnte, so sahe er sich genöthiget die Druckerey an seinen Herrn Bruder Christoph Fleischern, weichet zu Rudolstadt eine eigene Buchdruckerey gehabt hatte, käuflich zu überlassen, und seine Ehefrau Mit nach Jena zu führen. Und von diesem letztern Herrn Fleischer ist die Hahnische Buchdruckerey üls- denn an den annoch lebenden Herrn Georg Gaalba- chen gekommen. S- Werthere Nachricht p. z89» § ?s. . l^sZ. iis. bey Herrn Michael Vogt, ist hinzuzusetzen , daß dessen Buchdruckerey an Herrn Johann Christoph Brandenburgern gekommen sey, nach- dem sie einige Jahre stille gestanden hatte. 119, bey Herrn Iustinus Brandt ist anzu» U Met» Zc>6 Cap. V. 8ougeftyte Nachricht niercken, daß dessm Buchdruckerey aus lauter orientalischen Schriften bestanden. ?sZ. 119. bey Herrn Johann Christoph Brandenburgern setze man hinzu, daß er die Voglische Buchdruckerey an sich gebracht, nachdem selbige einige Jahre ledig gestanden. 119. bey Herrn Gallus Niemann muß manmercken, daßerBenjam. Christoph Riyschens Druckerei) gekaust habe. pgA. 120. bey Herrn Christoph Fleischern haben wir gesetzet, er habe zu RudolstadtHerrn Schmidts Druckerei) gekauft, es muß aber Zreyschmidr heissen. ?ss. 121. bey Herrn Christian Göyen heißt es, er wäre zu XVichmar gebohren; Es ist falsch, es muß VOiehmar Hessen. Bey Herrn Johann Jacob Bauhöfern, zu Jena, hat er nicht mur seine Kunst erlernet, sondern auch in dessen Druckerey, 1665. sein Postulat verschicket. Dessen Sohn Christian Göye ist 1739- gestorben. ^22. bey Herrn Christoph Zalchastw L.ampen stehet, daß dessen Druckerey Christian Michel bekommen, man lese davor an Herrn Johann Andreas Zschau. P-A 125. bey Herrn Martin Fulde haben wie gesagt, daß Herr Chrizioph Zunckel, nach dessen Tod seine Druckerey gekauft habe; Es ist aber noch bey Fuldens Leben geschehen. pgZ. 127. bey Herrn Samuel Aeischem setze'man hinzu, daß dessen Buchvruckerey an Herrn Göttlich Bauch gekommen sey. psZ. 127. bey Herrn Gottfried Rochen ist hinzu zusetzen, daß er eine neue Buchvruckerey errichtet habe, welche nach seinem Tod cm Herrn Io- bamt - von einigen Buchdruckern, zo? hann Gottfried langen und nach dieses Ableben durch Heyrathung seiner Wittwe an Herrn Zacha- eias Heinrich Lisfelden gekommen sey. t'gA. IS?, bey Herrn Gorclieb Bauchen ist zu erinnern, daß nunmehro dessen Druckerey die Wittwe umer ihres Schwiegersohns Herrn Janzens Fa- ctorie fortsezt. t>gA. IZO. bey Herrn Christoph Zunckeltt, l. ».an statt 1670. lese 1699. l. 6. an statt Churfürst!, less Fürstlich !. 15. an statt Gorha lese tLisenach I. i^S. an statt Gberlausiy, lese Niederlausty. I. zz. an statt 1714. lese 171 z. l?gA. lzL. dey Herrn Bernhard Christoph Breit- topf ist !. 20. ein Druckfehler eingeschlichen. An start Hsineccii lese Rsineccii. ?s^. i z z. bey Herrn Georg Gaalbachen 1 ^ streiche das Worttein chedejsen weg. Äuss^vem ist noch anzumercken , daß desien Frau Schwiegermutter r7q.cz Den 14. Febr. gestorben sey. pg!;. 1A9. Setze noch hinzu / daß Herr Christian Samuel Aauy seinen Herrnintroitum gegeben habe. Er ist -zu Halle gebohrcn und hat zu Jena bey Herr Peter Fickelscheer die Buchdruckerkunst erlernet, auch eben daselbst sein Postulat verschencket. Von Jena kam er nach Leipzig und legte eine neue Druckerey an, mit welcher er das Lor- xus ^ins Liuüis ltemeccu in Mediän 8. M drucken anfieng. Er trat aber hernach selbige an Herrn Christian Benjamin Bittorffen ab, und führt nunmehr den Buchhandel. Und so viel von den Verbesserungen und Zusätzen zu Leipzig. Mancher würde sich hertzlich ^schämet Habens selbige bekannt zu machen. Ich nicht. Denn U Ä die ZO8 V. 8ortgesiyte Nachricht die wenigsten Fehl.r sind durch mein Verschulden lge- macht worden. Diese Nachrichten alle mit einander habe ich nicht aus den Fingern saugen können. Ich muste also glauben, was man mir schriftlich, oder mündlich berichtet hatte. Da man aber selbiges gedruckt laß, so besann man sich öfters eines bessern. Eben vahero ist es geschehen, daß ich jetzo manches besser, als zuvor, weiß Und diese Wissenschafft 'wollte ich nicht vor mich alleine behalten, weil ich glaubte, es wäre billig, daß ich selbige auch meinen 'Lesern mittheilte, damit sie daraus ersehen können, wie eifrig ich mich der Wahrheit bestrebe. Seine Fehler erkennen, und verbessern ist wohl nimmermehr eine Schande, sondern vielmehr ein Zeichen eines aufrichtigen Gemüths. Leutmeritz, siehe Böhmen. Leutomischel, siehe Böhmen- Liegnitz. Der erste Buchdrucker allhier ist Nicslaus Sats torius, oder Schneider, gewesen. Kr war zu Gör- litz 1560, gebohren, und trat in seinem vierzehenden Jahr bey Herrn Ambrojms Pritschen, Buchdruckern daselbst, in die Lehre. Nach ausgestandenen Lehrjahren besähe er fremde Druckereyen. Hierauf wurde er 1686 von E E- Rath zuZittau zum Buchdrucker dahin beruffen, woselbst er auch Dorerham Schneiderin gcheprarher hat. Im Jahr 1591. wurde er von dem Hertzog Friedrich IV. von Lieg- nitz Hieher zum Buchdrucker beruffen. Er stund die» von eim'gett Buchdruckern. Z09 ftm Ammt treulich bis an sein Ende vor, welches Den 18. Dec. i62i. erfolgte. - Seine Frau uns Kinder liefen ihm folgende Grabfchrift verfertigen: /V/<70^^5 ^^^o^/^L //<7e^?/, T^c^-^^tt/ o/,e^o/?// j^tt! ^/ 7^0^//^ ^7'^ ?)^/o/ XXX ^-//??FS/ ^Vo« 7/^? ^tts?'e/i^vo/t? /)^o/).?^«^s, />o7/e/?/> M??-^?// e^??/^ !/)//i/.s ^?/?^^^//?-/o e^6'?'<7tt/>, ^>x//. //e^. x/^/. /?z /?^/ v^?/^ xxx/^. s^/t ^6 ^. t?. ^5/)c7XX/. ^. /?. M>?-^/?/e/ Hh-t. ^c- ^c/e^-^t^ O^ ' ^ ' Z is Cclp^ V. Zottgeseyte Machriche Siehe Johann Peter NOshrendorfs Liegnitzischs Merckwürdigkeiten Budißin, »724. in 8- 9. 495.^. Auf ihn folgte Sebastian Aoch, Georg Springer , unS aufdiesen Züchacms Schneider, ein Sohn des Nicolai, welcher zum Buchdruckerzeichen einen Schnitter hatte, mit der Beschrift - ^liis ü-iemi-' b-is, slüs mew. S. I'i'b. XV. n. z, Alsdenn kam TNigand Funcke, Christoph VVilling dahin, nach dessen Tod Job. Matthias Gichtel Fattor wurde^ hierauf setzte sich daselbst IohannGerlachNerlich, Christian Wazold, und Johann Christoph rvä- Zold^ein Sohn des vvrhergehensen nieder, desseyWitt- We die Bruckerey wch jetzo fortsetzet. Mau. In dieser ältesten Sechsstadt in Oberlausitz kam erstlich ,717. ein Buchdrucker an. Es war selbiger der noch, lebende Herr Ehlerd Hennig Reimes, welcher zu Altona das Acht dieser Welt erblicket und vom Jahr 1696-1700. bey Herrn Conrad Gräflin- Zen zu Hamburg die Buchdruckerkunst erlernet hatte. Nach vollbrachten Lehrjahren, verfchenckte er ebendaselbst sein Postulat, und alsdenn besuchte er Lüns- bürg, Lübeck, Wißmar, Rostock, Güstrow, Leipzig und Dreßden, an welchem letztern Orte er sich sechs Jahre bey Herrn Johann Riedeln aufgehalten hat. Won hieraus kam er nach Löbau 17 > 7. eine neue Druckerei) ;u errichten, woselbst ihm nicht nur das Bürgerrecht geschencket, sondern such eine gewisse Summe Geldes zu feinem Vorhaben vorgeschossen wurde. Seine erste Arbeit war ein Löbauisches Gesangbuchs worauf verschiedene andere Schriften folgten. Ev von einigen Buchdruckern. Zir hat sich zweymal verehlichet. Das erste mal mit Herrn Gecemels, Buchdruckers in Pirna, eintzigen Tochter, Maria Elisabeth und nach derselben Tos mit Frau Helenen Sophien gebohrner llVagne- ein, verwittweter Sämichm. Im Jchr 174s. Übergab er dessen Sohn Herrn Christian Willhelm Reimers die Druckerey.' Es ist selbiger zu Dreßoen im Jahr 171Z- gebobren. In seiner Jugend wurde er in guten Künsten und Wissenschaften unterwiesen und alsdenn trat er bey seinem Herrn Vater in die Lehre, nach dessen Vollendung er bey selbigem postulirte und hernach die Dru- ckereyen in Leipzig . Graitz, und Gotha besähe und daselbst eine Zeitlang conditionirte. Endlich wurde er von seinem Herrn Vater wegen zugeflossener. Schwachheit zurück beruften, da er denn den 12. April 174a. die väterliche Druckerey übernomme» hat und noch mit guter Geschicklichkeit fortsetzet. Noch in eben vorhergenanntem Jahr den io. May heyrathete er Jungfer Johannen Sophien Rlie- Ml'n. Siehe Rnauchs änngl. lypoZe.p. 85.lecz. i r. daran zu zweifeln scheinet. Biß gegen das Jahr 1509. hat dieser Arend viel gutes und böses gedruckt. Gantz gewiß hingegen hat in diesem Jahr Sar- tholomaus Gorhan ein I?compm»num iVlcljicinN in 4. gedruckt. Eben dieser Gochan soll auch nach Herrn Bünemanns Bericht im Jahr 1485. Spey- get der Dogede, ingleichen EdeleBiome des hinim- lischm Paradisses gedruckt haben. > von einigen Suchdruckern. z r z Im Jahr 1486. wurde Matchaus «Vrandts bekannt, welcher ein Missale in Folio gedruckt hat. Man weiß aber nicht, wie er mit dem vorhergehenden Brandts verwandt war. Im Jahr 1500, richtete sich ein neuer Buchdrucker Georg Rtckholf an, von dem man bis i;66. gedruckte Bücher weiß. Ob er von Georg Rickhof unterschieden, zweifle ich sehr starck. Um daö Jahr 1524. kamL.udwieg Diey, von ? Speyer gebürtig, Hieher. Vorhero hatte er sich zu Rostock aufgehalten und daselbst die allererste Drueks- xey angeleget. Zu Lübeck ist er 1559. gestorben. Johann Sachorn, fieng um das Jabr i;zr. allhier auch zu drucken an. Er ist absonderlich wegen des Sprüchworts vermehre, oder verbessert durch Johann Äalhorn bekannt. Und dieses, soll deßwegen entstanden seyn, weil er das A B C Buch mit den doppelten Buchstaben: ff, ll, cc, ss, vermehrt hätte; Andere hingegen glauben, weil Äaihorn vermuthlich studirt, so hatte er dann und wann seine gedruckte Sachen verbessert und vermehret. Es müssen aber seine Verbesserungen von schlechter Wichtig- ? keit gewesen seyn, weil man es vor schimpflich gehal- ! ten, wenn man von jemand gesagt, er hatte wie Salhocn vermehrt und verbessert Man findet bis 1599. von Johann Sglhorn gedruckte Bücher. Wenn dieses alles von einem Mann zu verstehen, so s muß er ziemlich alt worden seyn. Vielleicht hat Vater und Sohn einerley Vornahmen gehabt. Es verleitet den Herrn von Seelen zu dieser Muthmassung die doppelte Wohnung. Ein mal heißt es, er hatte > . nahe bey der AbreLenn, das andere mal, er hatte l in der Hürstraren gewohnet. Weine, er kan ja U 5 wohl z i4 Csp. V. 5oregesetzte Nächricht_ wohl etliche neuntzig Jahr alt gewesen seyn und seine Wohnung verändert haben. Dessen Jnsigns war folgendes: nemlich ein Schild, von zwey Engeln gehalten, der mit einem gedoppelten Strich, in der Form einer X. abgetheilt. In dem lincken dreyeckigten Raum ist zu sehen ein Ball, in dem rechten ein Posthorn? in dem obersten l. in dem untersten 8. Vom Jahr 1574.-1591. that sich Aswerus Aröger hervor. Vom Jahr rz89. -1 ;?z. Soll ein Buchdruckes daselbst Hamiß Sachßs gewesen seyn. Hätte er sich auf einem Gedichte, welches er dem Rath übergeben , nicht ausdrücklich einen Buchdrucker genennet/ so könnte man glauben, er würde mit dem Nürnbergischen Schuster H«mnß Sachßen vermenget. Dieses Gedichts klingt ordentlich wie die Verse des Hannß Sachsens, und ist schwach und roch unter einander gedruckt. Der Anfang davon ist dieser; Zu Lob und Richm will ich sahn an, Sampt der Gemein Unterthan Danckti GOtt für seine grossen Gabt» So wir von ihm empfangen Halm Durch seinen Sohne Ihesu Christ, Welcher vnser allr Heyland ist, Beweiset hat zu aller Stundt, Dafür wir dann aus Hertzen Grundt Danckn, das er vns doch also hat Durch seine grosse Güd und Gnad Mit Ehrbar», Hochwslrveisen Herrn Von ÄürgeemelsZern, Raht vnd Richtern Mo Reichlich» hat begabt sehr Wnd bitten ihn je Kng je mehr DurH vStt eittigett Buchdruckettt. z l 5 Durch seine grosse Barmhertzigkeit, Er wollt sutthin uns allezeit, Mit semer Gnade bey ihn sein Auf das wir stetes dancken ihm. ' Es ist auf zwey Bogen als ein Patent gedruckt, was wir hier Schwabacher gesetzt, ist roth. Würde sich die Zeitrechnung mit einander vereinigeil lassen, so könnte man diesen Buchdrucker, und den beruffenen Nürnbcrgischen Hannß Sachßen vor eine Person halten, Meine der Dichter HannßGachß ist 1567. schon gestorben, dahero kan er nicht 1589- noch gedruckt haben. Ob aber der beruffene Dichter nichk von Lübeck gebürtig gswesen, ist eine neue Frage^ die einer Untersuchung werth wäre. L.c>reny Albrecht druckte von !??9. bis 1607. Eigentlich war er ein Buchhändler, der zugleich eine Druckerey hatte. Hein Buchdruckerzeichen ist auf dem Lübeckischen Stadtrecht rund, in Grösse eines Thalers, und sieht auch fast wie eine Müntze aus. Auf selbigem erblicket man das Bild des sein Creutz tragenden Heylemdeö, der die rechte Hand in die Höhe hält, mit der lincken aber die Welt-Kugsl fasset. Unten liegt eine Schlange, die er mit Füssen tritt-. Umher ftenet der Vers: ltt. 51/^!KV8. V0!V1!KI. 8^V80VC. k^K^. Zwischen desselbeü Anfang und Ende ist in einer etwas länglichen Runde l^. ^. und darüber ein -!-. Nach seinem Tod haben dessen Erben den Buchhandel und dis Druckerei) fortgesetzet. Hannß XVitce, oder Johann Albttms, druM ^ UM saö Jahr lSo6.-1605. ^ " ^ ^ ' ' . . M' zi6 Cap. V. 8ortx?eseyre Nachricht Samuel Jauche vom Jahr 1612 - 1627. Er war zugleich ein Buchhändler und har von E. E. Nach über verschiedene von ihm gedruckte und verlegte Bücher ein Privilegium 1614. erhalten. Vermuthlich hat er bis ! 627, gedruckt. Denn um diese Zeit führten dessen Erben die Druckeret). Er hatte eben das Buchdruckerzeichen, als Albrecht, nur daß an statt der Buchstaben l.. 6. ein 8.1. stehet. Johann Wolf vom Jahr 1620.-1624. Valentin Schmalhery von 1629.-1666. Als- denn setzten die Erben die Druckerev bis 1689. gemeinschaftlich fort- Martin Janovius vom Jahr 16ZD.-16Z7. Et war zugleich ein Buchhändler. Johann Meyer vom Jahr 1641.-164Z. Gottfried Jäger, oder Venator, von 1646.« 1669, Denn um 1670. druckten dessen Erben gemeinschaftlich bis 1677. Jacob H-nderling von 1656.-1659. Christoph Gottfried Jager von 1677.-1715. , Moriy Schmalhery von 1689.-1702. Dessen Wittwe bis 1714- Samuel Srruck von 1707.-1720. Er hat das bekannte Lübeckische Formatbuch gedruckt. tNoriy Valentin Schmalheryvon 1714.-1718. Johann ZTsicolGreen von 1721.-1741.Er erlangte die Ehre, daß er den 14. Mertz 1721. von einem Hochweisen Rath mit dem Buchdrucker-Privilegio begünstiget wurde. Als er nun gute Proben von seiner Geschickiichkeit abgeleget, fo bekam er den z. Mertz A von einigen Buchdruckern. ZI7 Mertz 1724. den Titel eines Hochedeln und Hoch- weisen Rachsbuchdruckers zu allererst, welchen er noch bis diese Stunde hat. Sein Buchdruckerzej- chen ist in einem ovalen Schild vermuthlich eineGra- he, auf dem Helm steht ein Baum, worüber in einem flügenden Zettel l (Z und noch darüber die Worte stehen: LiZ!llum1'^poArSj)Kicum lZreemsnum. S. ^8.XlV. n. 5. Johann Nies! Thun von 1724.-1726. Asmus Roop von 1726 -174»^ lebt noch. Christian Heinrich XVillers von 1730.-1741. lebt noch. Diese Nachricht haben wir dem Herrn von Seelen zu dancten, welcher in seiner Nachricht die chronologische Ordnung erwehlet, und die meisten von allen bißher angeführten Buchdruckern gedruckte H Bücher anführt. ^ l Magdeburg- Won dieser Stadt habeich im andern Theil p.75. ieczcz. gehandelt- l>sA. 8c> lin. I I. habe ich Herrn Günthers Vater Nicolaus Günthern genennet, er heißt aber Heinrich Nicol Güncher. Marcklißa. Herr Augustin rogel, Bürger und Gastwirth im schwartzen Bären zu Lauban brachte von Franck- furth ander Oder einige,alre Schriften an sich, und führte sie 1699. nach Lcmvcm, Weil sich aber Herr Hartttiann zu Zittau und Herr Zlpper zu Görlitz seinem Unternehmen billig widersetzten, so Muster er sei- ZI8 Cap. V. Zsrtgeseyte Nachlicht selbige nach Msrcklisia, einen Städtgen an der schle- fischen Grüntze schaffen. Unterdessen erhielt er dennoch die Freyheit seine alte abgenutzte Druckerei) wieder nach Lauban zu bringen. Weil er aber die Buch- druckerkttnst nicht gebührend erlernet, so konnte er keine Kunstverwandten bekommen / dahero er einen alten verlebten Kunstverwandten Johann laschten darüber setzte. Gleichwohl wollte es nicht viel helfen. Deßwegen verkaufte er seine Schriften an Herrn Christian Äckeln/ Buchdruckern in Schwewnitz, unv von diesem kam sie cm Herrn Dietrich Arahn, ehemals Buchdrucker in Hirschberg, welcher sie aber in gcmtz andere Umstände setzte. Vorjetzo hat sis dessen Sohn Herr Emmanuel Rrahn zu Hirschberg. Siehe ^NgUthö ^nnsl. l^vA?. 89. lecz. Marpurg. Eucharius Cervicornius wird von einigen unter die Cöllnifchen Buchdrucker gezehlet; Es ist aber, falsch. Denn er war von Cölln gebürtig und hat zu Marburg um das Jahr 1527. gedruckt. Ich habe ein Buch in Handen, wo also stehetIvZgrpul^i ex vliicing Kucl^rn Leruicol-ni /^nppMZNs. Sein Bnchdruckerzeichen war ein Kraut, vermuthlich Hirschkraut, woraus drey Blumen gewachsen. Siehe XX. n. 1. Paulus Egenslph wird unter die gelehrten Buchdrucker gerechnet. Skhe L-esiern p. zo6. Ilm das ^ahr i6r^ hat er zu Marpurg gelebt, wie folgendes Bach darthut.' /A?'?»-???»/ /-^/^ in wlurueiones iur-is l'iuilis commenrgl-!U5. ^gipur^ spud/^n/ /^^. lSlz in 4. Seist Vuchdruckerzeichen ^ war ^_ von einigen Buchd rucker n. ^ ?^ war' die Hoffnung mir einem Ancker in der lincken uno mir einem brennencen Hertz in der rechten Hand. Siehe 7^ L. XX n. 2. Johann Rürschner lebte um das Jahr 1656. und hat Marrin Zeilers Sendschreiben in diesem Jahr gedruckt. Mayntz. Daß in dieser Stadt die Buchdruckerkunst zu erst erfunden worden sey, habe ich bereits im ersten Theil p. 42. hinlänglich erwiesen. Die ersten Buchdrucker daselbst sind Johann Gmeenberg, Johann Faust, und Peter Schöffer, gewesen, deren Leben ich ebenfalls daselbst57 5v- und 6o. erzehlet habe. Von Jvo Gchöffern, dem Sohn Perer Gchöf- fers, habe ich auch daselbst 9. 62. gereder, und sein Buchdruckerzeichen in Kupfer gestochen geliefert, ich habe aber noch ein original in Handen, -welches ich abermals abstechen lassen; Es befindet sich selbiges bey des ^osn. z. bis r5zz. zu Mayntz gedruckt. !l) Peter, welcher um das Jahr 1528 zu Mayntz, 1523-1525-. zu Worms, t5Z2, zu Straßburg, und 1541. 1542. zu Venedig gedruckt hat. !l! ) Ivo, von welchem man vom Jahr 15??-»539. gedruckte Bücher weiß. Ob ai^r dieser ^vs Und Johann nicht mit einander verwechselt werde',,, läjstt sich aus Mangel der Nachrichten schwer bestimmen. Man kau auch nicht sagen, wie sie ihr Geschlecht fortgepfiantzet. Unterdessen findet man einen Johann Janyon Gchoffer/ welcher sich zu Herbogenbusch in Brabant angerichtet, und vermuthlich ein EnckelPeters und ein SohnJohannSchöff-ts gewesen ist. Um das Zahr > 565. ist er wieder gestorben, wie dessen Grabmahl erweißt. Dessen Kinder waren: g) Johann, von dem bekannt, daß er den 2Z. Jun. 1614. gestorben. b) lValburgis, an Anton von L.ouw verhey- rathet. fam 2s.Novemb.i6oz» Vorhergehender Johann hinterließ zwey Söhne. 1) Anton Gchössern, welcher sich den 2; Febt. 1612 mit Sophie von Sommern verehlichet. 2) Gerbard, dessen Todesstunde unbekannt. Johann Gchoffer, ein Sohn des vorhergehenden Antons, war gebohren dcn 20. August 1617. Jw Iaht von einigen Buchdruckern. Z2I Im Jahr 1637. heyrathete er L.evina von Roy und hernach 164z. den ic>. May Maria von Guiikter, mit welcher er vier Kinder gezeuget. 1) Johann, gebohren den 6. May j644 verhey- rathet mit Helena von5Vysden26.May 1675. Von dessen Kindern hernach 2) Sophie/ gebohren den 17. Dec. i646.verhey- racher an Änron von Eil. Z) Jacob, gebohren den 26. Sept. 1649. vereh- lichte sich mit Jacobine Sünders den 12. May 1675. die ihm eine Tochter Mariane den 26. Mertz 1676. gebohren. 4) Ignarium/ gebohren den 16. Jenner 1656. Vorhergehender Johann Schöffee, der erste Sohn Johanns, hatte sechs Kinder, nemlich: ,) petcr, gebohren den 9- Febr. 1684. der noch am Leben ist, und die Vuchdruckerkunst zu Hertzogenbusch treibt. Den n. November 17,1. heyrathete er L.ucien Henri^tren Cuyperin, mit welcher er zwey Söhne, Johann, geb. den zi. Jun. 1715- Jacob, geb. den 2. Jun. 172s. und eine Tochter Maria Dina geb. den i z. May 1719. gezeuget, welche noch am Le- ben sind. 2) Anron, geb. den 2. Jan 1677. z) Mariam, geb. den 9. Mertz 1682, verhevra- thet an Peter ran der Borgt, einen Artzt zu - Hertzogenbusch den 4. April ,701. 4) Angelinen, geb den 27. Febr. 168s. verhey- rarhet an Corneille Vervotsts. 5) Jacob, geb. den 21. October 1687. ist als Diaconus der Minoriten gestorben. T 6) Z2S Cap. V. 8ortgeseyte Nachricht 6) Johannen Marien, geb. den zi. Oct. 1692.' verheyrctthet an Wilhelm Vervorst. Diese Linie ist also in unverrücktem Flor zu Hertzo- genbusch fortgepfiantzet worden, davon der Stammvater allemal die väterliche Druckerey fortgesetzet hat. Ihr Buchdruckerzeichen ist das gewöhnliche Schöf- ferische in einem teutschen Schild, auf dessen Helm ein Steinbock hervor raget. Der erste Johann Hchösser, der sich »ach Hertzogenbusch gewendet, und der Stammvater dieser gantzen Linie ist, hatte einen teutschen Schild, der in zwey Theile abgetheilt. In dem obersten liegen zwey Schafferstecken creutz- weiß über einander, in dem untern Theil sieht man in Purpurroch drey weise Schafe. pecer Jordan zur L.ederhose soll um das Jahr 5 5Z2. allhier gedruckt haben. Man schreibt ihm auch ein Buchdruckerzeichen zu, da eine schwäbische Jungfer vermuthlich in der rechten Hand eine Blume, in der lincken aber einen Blumenstrauch, worauf eine Nachteule sitzet, hält. Man schreibt aber eben dieses Signet Jacob Aöbeln zu Oppenheim zu, dahers ich nicht sagen kan, ob es Pecee Jordan / oder Röbel, zuerst geführt. Ich habe es aber stechen lassen. S. ?2b. XiX. n. 4. NicolHeyl, hat im Jahr 1647. folgendes Buch allhier gedruckt : Abgedrungene^^e L^/^. 4)von Conrad Agricola p.92. 5 > von Simon Halbmaier p. 96. Siehe l'si?. XXs« Des letztem Jnsiqne steht auf ^K. XtX. n. 6. Nunmehro will ich auch einige Buchdruckerzeichen beschreiben / wenn ich es noch nickt gethan habe, und alsdenn will ich bemercken auf welcher Platte ich selbige in Kupfer vorgesteller habe. Gabriel Hayn, p. 89. führte ein ordentliches Wappen, in dessen Schild ein Löwe zu sehen, welcher auch auf dem Helm zwischen zwey Püfelshörnem hervorraget. S. XXll.n. 5. L.eonhard Heußler ist der Ordnung nach der andere. Weiter nichts als dessen Namsn habe ich ch- mals im ll. Theil 0 90. angeführt, jetzo liefere ich fein Buchdruckerzeichen. Er führte nemlich die Fortuna , welche auf einem Seefisch stehet und das Segeltuch über sich halt. S. XXll. n i. Christoph H ußler führte die Anfangsbuchstaberf seines Namens m einem Schild, nebst dem Handelszeichen , welches ein Engel halt. S. I'sk. XXII. n. 2. Si-bastia» Heußiers Buchdruckerzeichen habeich p. 9l. Don einigen Buchdruckern, zs? p. 91. beschrieben. In Kupfer gestochen kan man selbiges XXlll. n. 6 sehen. Conmds Agl-icolä Jnsigne ließt man p.,,92. beschrieben. löK. XXII. n. z. zeigt es gestochen. Michael Arnold führte in einem Schild eine Hand, welche einen Fruchtstengel hält, auf dem Helm raget dieser Fruchtstengel wieder hervor. Oben drüber stehet ^ 5, S l^b. XXII n. 4. rvolfgang Eberhard, und Johann Ionachan Felseckers Jnsigne habe ich p. ioo. beschrieben. Hier steht es auf 1 sb. XXU. n. 6. Molfgang Endr?r, der ältere und dessen Sohn Christoph führten ein gemeinschaftliches Jnsigne, welches ich p. 95. lecz. beschrieben Hier steht es' Izb XXlil n. 2 K z. Im Anfang führte aber der Water das Jnsigne, welches auf ^sd XXlll. ri 5. steht. rvolfgang, der jüngere, und Johann Andreas zTndrers"hatten das Jnsigne, welches ich p. 99. beschrieben habe. Dieser eintzige Unterschied ist anzu- mercken, daß auf dem Zettel, welcher auf der Erde liegt, folgende Worte stehen: c-o/^o^/ ^tt/?,-?/? S. 1"slz. XXlll. n. 1. Michael Lndcers Buchdruckerzeichen habe ich p« zsi. beschrieben. Hier steht es aufl'gli.XXllI.n.4. Ehe ich Nürnberg verlasse, so will ich auch noch ein paar Worte von Johann F^'o M??/^, oder F^oMM?<7/?o sagen. Sonsten heist er auch Müller, oder^oö^/?/ ö^M/M//) ingleichen ^o/>/??/^ ^«75. t?//. Er erblickre zu Königsberg, einem Stadtlein m Francken, und nicht zu Königsberg in Preussen, wie viele saischlich glauben, den 6. Jun. 1456. das Licht dieser Welt. Anfänglich begab er sich nach Leip- X 4 zig Z28 Cap. V. 8sttgeseyte Nachricht zig die Studien zu treiben, und hernach nach Wien, all» wo er sich wegen seiner mathematischen Wissenschaft bey Georg Purbachen, und dem Cardinal Bessarion sehr beliebt machte, daß ihn auch der letztere mit nach Italien nahm. Daselbst verfertigte er seine Bücher cie l)oü-ing tr.gnAuiorum und m Padua erklärte er den ^I^Ki g^snum öffentlich. Er gieng aber hierauf nach Ungarn und von dar wendete er sich nach Nürnberg und legte daselbst eine eigne Druckerey an, »n weicher er Z'?/?-/'«^?/' nouss rkeol-icgx^, ingleichen ^//?/^7/? ^lcronomics, und von seiner Arbeit ein Ls- jencjgl-iuru nouum und gründlich verfertigte CpKe- me> icte8 drucken ließ. Der Pabst Gixtus IV. ernennte ihn zun, Bischoff von Negensburg und rüste ihn alsdenn 1475. nach Rom die Calender Reformation zu vollenden. Er starb aber daselbst den 6. Jul. 1476. an der Pest, oder wie andere wollen, wegm beygebrachten Giftes. Dessen Bildniß steht auf r^ü. XXIV. Oels. Daselbst haben ehedessen die Juden eine berühmte Druckerev gehabt- Gegen das Ende des X Vl. Jahrhunderts hat von dem Christen Jacob Brückner, zu erst eine Druckerey angelegt, auf welchen hernach gefolget Iohmn Böstemefler, Johann Geyferr, Gottfried Günysl, Heinrich Äockshammer, Johann Eberhard Ockel, Johann Theopbilus Grraubel, Gottfried Friedrich Schlieben, Mar Haus Hülsner, Johann Georg Schreiber, und Zegettrva'rrig ist daselbst Christian Gottfried welcher G- RunZii Incunsb. p. 95. Olden- von einigen Buchdruckern. Z29 Oldenburg. Von di^semz Ort ist uns folgende Nachricht eingeschickt wo den: Im Jahr «629. ist Conrad Zimmer, von Herrn Ancon Günrh^r/ Grafen zu Oldenburg und Del- menhorst :c von Erfurt zum Gräfi Buchdrucker be- ruffm worden. Sein Varer ist Buchdrucker in Erfurt gewesen. Bemeldter Conrad Zimmer ist l 656 gestorben. Im Jahr 1664. den 4. Januar, ist Johann Erich Zimmer bey Lebzeiten seines Vaters Conrad Zimmer, zum Hoch-Grafi, Buchdrucker ernennet worden. Ist 1684. gestorben. Nach dessen Tode ist JmJahr 1668 den lo.Novembr.NicolausGöl- ien, Königl. Dännemarckischer privil. Buchdrucker worden, der 1697. den -z. November gestorben. Nach ihm ist gefolget Im Jahr 1697. den 14 Dec ^acob Nicolaus Adler, welcher Königl. Düvnemärckischer privil. Buchdrucker geworden, und/^n 1705. die erste Bibel in Oldenburg gedruckt hat, dieer JhroKönigl.Maj. kriclenco iV. Erbkönig zu Dannemarcku. Norwegen :c. den zo. October des 1705. Jahres cle^iciret, und nachdem unterschiedliche mahl wieder aufgeleget. Dieser Jacob Nicolcms Adler lebt jetzo in dem 75. Jahr, ^nno 1726. den -2 Sept. ist Johann Con- rad Göli'en, Königl. Dännemarckischer Buchdrucker geworden. Petersburg. Nunmehro findet man hieseibst die Buchdruckerey in schönstem Flor/ da es eben noch nicht gar zu lange X 5 ist, zzo Cap. V. ZSttgeseyte r7schttcht ist, daß man keine gehabt hat. Es befindet sich g? genwärtig daselbst: >) Des hohen Senatö-Buch- druckerey, 2) des heiligen Synods-Buchdruckerey, z) der Academie der Wissenschaften Buchdruckerey, 4) eine Admiralitats-Buchdruckerey Man druckt aber nichts als rußische Schriften darinnen, wenn man die Druckerey der Academie ausnimmt. Die Büchdrucker find auch gebohrne Russen. In der Buchdruckerey der Academie hingegen wird nicht nur rußisch, sondern auch heöraisch, griechisch, lateinisch und teutsch gedruckt, und dieses so schön als man es in Teutschland nur hat. Ich will doch ein kurtzesVer- zeichniß von denjenigen Büchern einrücken, welche biß auf das Jahr 1739. aus dieser Buchdruckerey hervor getreten sind: A. B. C- Buch Teutsches, Lateinisches, Frantzö- sisches, jedes gebunden.-10 Cop. cles iVlstKemzu'czues priur l' I^ts^e Ze !^s>este impensleäe wmes jes KuMes Il^om. I. II. Ill 1728. 8vn. 2 Kubi. Anmerckungen über die St. Petersburgischen Zeitungen von 1729. bis 1738. compt. 4. der Jahrgang 1 Rubi. VIto Rußisch von 1728. bis 17Z4.4 ^ Rubl. Auszug der ältern Staats-Geschichte zum Gebrauch Jhro Kayserl. Majest. Pecri des ll. Kaysers und Souverainenvon gantz Nußland 1728.8 6c?. Cop. ^tl»8 (kleiner Rußischer,) bestehend aus 27 Charter illumintrt 2 Rubl. viro ohne illuminirt 1 Rub!. Ls^eri (^eopk. 81'^.) ^Inleum Linicum li. I'om. 172 i. 8. 2. Kubl. ' ^— - Kju5 Rußisch Fol 17Z0. z Rubl. Beschreibung der Illumination, welche i7Z2.den2?. Januarii vorgestellet worden, Rußlsch und Teutsch Fol. 25 Cop. Beschreibung der Illumination von 1732. den 2?. April, von ,7ZZ. den 28. Jan. von »7ZZ> den 28. April, von 1734. den 28. Jan. von 1734.den 28. April von 1735. den 2z. Jan. von 1735. den 28° April, jedes Stück in Fol. 25. Cop. LrucKner (Wsc) Beschreibung und Gebrauch einer vnivel-lsl Sonnen-Uhr Rußisch und Teutsch 4. 1735.12 Cop. Viw in Französischer Sprache 12 Cop. 'Kuxbsum (^ol,. Clii jst,) t>Ignrsrum minus co^nitz- i um circg Kv?znrium Lemur. 6c III. 4. F729 z K^idl. 50. Lus«. LjuscZ. Oemur. lV. 1734. r. Kub!. Zo <üc»ri. Begebenheiten vonAzow, wie selbiges lange vor Chrü ZZ2 Cap. V. 5srtg?styte Nachricht sti Geburt!) von denen Griechen erbauet und bewohnt worden, zc.und wie es endlich von Rußland wieder erobert worden 8. >7z8 zo Cop. viw in Rußischec Sprache 8 '7Z8- 45 Cop. Calender St Petersburgischer 8. 10 Cop. viw Rußisch 8 lo Cop. Colloczuig 3cKvIaÜlLg Rußisch,Teutsch, Frantzösisch, und Lateinisch 1.1738. zo Cop. <2ommcmsl-!U8 ^cs6em>ge Scienrisrum?etropolits> nge l'vm. I. scl snnum 1726. 4. 1728. 2 KuK!. Oommerir. ?"om. II. scl snnum 1727. 4.1729. 2. K. Ljusä. ^'»m.lil. iiä snnum 1728.4. I7Z2.2. K. Ljus6. I'om. IV^. gc! snnum 1729. 4.1735. 2. K. Kju8cl. I'om. V. gc! snnum 17Z0.4. - 2. K. Tjusl.!. ?c>m.VI. »ci snnum >7Zi. 4. - 2. K. Olscours lü 6sn8 l' ^tlemdlee putzliczue cZc l' ^cs- 6emie 6es Sciences !e 2 i^srs 1728. psr N lsle. svec la tieponis cle . KernouIIi 4. ioOip. Einleitung > kurtze) zur Wappen-Kunst und zur Art dcs Blasomerens, in deutlichen Exempeln gezeigt, und in drey Sprachen, Teutsch, Frantzösisch und Lateinisch erkläret 17z l 2 Nubl. Einrichtung der Studien Jhro Kayserl. Majest. pe- tri des II. Kaysers und Souverainen von gantz Rußland, wie solche von Jhro Ercellentz dem Herrn Reichs-Vice-Cantzler und geheimden Rath, Baron von Osterman, als Jhro Kayserl. Majest Ober-Hof-Meister angeordnet worden. Nebst deren Vorschlagen, wie ein Printz in der Christlichen Religion soll unterrichtet werden, verfasset von Theophanes, Evtz-Vischof von Novo- grod. «728-15 Cop. viro Rußisch 8. 15. Cop. Ein- von einigen Buchdruckern. zzz Einleitung zur Rechen-Kunst zum Gebrauch des (Zymnssii bey der Kayserl. Acadcmie der Wissenschafften 8. l 7)8. Zv Cop. Einleitung (kurtze) zur Erkäntnüß der Einfachen Maschinen und derselben Zusammensetzung; mit darzu gehörigen Kupffern 8- 1738. 50. Cop. VKv in Nußischer Sprache 8.1738 50 Cop. — zur Mathematischen und natürlichen Leo^rgpKis nebst dem Gebrauch der Erd-Kugeln und Land- Charten 8- -7Z8. Z5 Cop. Lulen (l^eonk.) IVIecKsnicz live ^lotus Lcieliris ^nsl^tice expnlltZ inlisr Lupplementi scZ Lc-m- mentar. /^cac!. 3c jene, lm^er.cum KZ. 2 1"om. 4. 1736. 4 Kubi. ?Ir>rini veckinvmia auß dem Teutschen ins Nußische übersetzt, und mit davzu gehörigen Kupffern versehen. 4.1738.'2 Rudi. 2; Cop. General-Reglement (Kayserl.) nach welchem sich die LolleZig, Cantzeleyen und d!e darinn befindliche Bediente zu richten haben. Rußisch 4. 1735. 25 Cop. Grammatica Teutsche zum Gebrauch der Nußischen Jugend aus unterschiedenen Autoribus zusammen gerragen, und zum Gebtauch des St. Petersburgischen Gymnasii zum andern mahl herausgegeben. 8. 1734- 50 Cop. QerlgcKs, Kronstadt in seiner Aussicht mit einer Erklärung in freyen Versen 4.1738. 10 Cop. Ve l' Isle, Vorschlag welchergestalt durch einige im Rußischen Reiche zu unternehmende Abmessungen, das Maas und die wahre Gestalt der Erd-Kugel ausfindig zu machen sey, 1737. 6. Cop. VIw in Rußischer Sprache 4; 6 Cop. v!c.) 3 Z4 Lap V. Zortgeseyte Plachriche viro in Frantzösischer Sprache 4 6 Cop. Japsnische Historie Rußisch 8. 17z4- 8Q Cop. Johann Albrecht von Korff Lob- und Abdanckungs- Nede, bey dem Grabe des Hochwohlgebohrnen Herrn Carl von Biron, König!. Corners, Erb- Herrn auf Kainzehm:c. Fol. 17336 Cop. Kriejzs-Articul mit beygefügten kurtzen Anmerckun- gen, auf Jhro Kayserl. Majest. allergnadigsten Befehl gedruckt zum zweyten mahl Rußifch und ^ Teutsch, 8. I7Z5-45 Cop. Kriegs'Reglemenr von der Pflicht und Schuldigkeit der General-Feld-Marschalle, und der gantzen Generalität, wie auch andern nothwendigen Aen bey der Armee, auf Jhro Kayserl. Majest. allergnädigsten Befehl gedruckt zum zweyten mahl 8. i7Z7. 50 Cop. Leichen-Predigt auf Jhro Nußisch Kayserl. Majest. gewesenen General - Feld - Acugmeister Johann Günther, gehalten von Eckhard Philipp Freyholi) Pastor der Evangel. Gemeine in Moscau. Fol. 2O Cop. Leichen-Predigt auf der Weyland Wohlgebohrnen Frauen Obristin Frauen Anna von Schlippenbach vorgestellet von Eckard Philip Freyhold 4. 12 Cop. — Bey dem Absterben des Weyland Wohlgebl. Herrn Lieutenant Adam Alexander von Weyds gehalten von Eckhard Philip Freyhold 1734. Fol. 12 Cop. — Bey Beerdigung des Hochgebohrnen Grafen und Herrn Jacob Daniel von Bruce, Jhro Kayserl. Eouverainen Majest. von gantz Rußland geweseners von einige» Luchdruckerst. zz 5 nen General-Feld-Marschals den 19 April »735. geholte» von Eckhard Philip Freyhold, 4.1 Rubl. Lexicon Teutsch, Lateinisch und Nußisch, samt denen Anfangs Gründen der Nußischen Sprache, 4.1731. 2. Rubl. 50 Cop. Lerti e Ou (.»mte v'Olicrmsnn su (iksgnZ-VZ^ir l!e jsl?»ite Orrvmqnne, 6u 12. ^pril 1736. roucksm: Is« OiKei-ents enrre ce8 cleux jLvurs. I'rsäuile l^e l' Oi-iAinsI Rullien. 4^ 20 Los?. Viro in Nußis6)er Sprache 4. 2v Cop. ivisrs^li (Graf) Nachrichten von der Ottoman-, nischen Pforte aus dem Frantzösischen ins Rußische übersetzt, mit Kupffern, und einem historischen Anhange von den zwey letztem zu Constantiuopel gewesenen Nebellioncn, Fol. 4 Rubl. Nachricht von gezogenen Büchsen und etliche rare Anmerckungen von Schiessen, aus der Academie der Wissenschafften in Sr Petersburg commcnr. lom. Hl. ^ IV. übersetzt von dem Autors Ich. Georg LeutmaNN ^cscl. Sc.ienr.IV1emdrv,^Iet.dsQ. K Opric. ?ro5. 0. 4.1733. 15 Lnp. Pflichten der Unterthanen gegen ihre Obrigkeit, an Jhro Kayserl.Majest. hohen Krönungs-Tage in öffentlicher Versammlung der Evangelischen Gemeine auf Preobraschenski Ostroff in St. Petersburg vorgetragen von Ludolph Otto Trefurt Pastore daselbst 4. l7zr-12 Cop. Eine Predigt in Rußischer Sprache gehalten von Ihr» Eminentz dem Herrn Theophanes Ertz-Bischoff von Novogrod, 4.17ZZ. 10 Cop. Preislers gründlich verfckßte Regeln der Zeichenkunst in teutscher und rußischer Sprache beschrieben z. Theile mit Kupfern,Fol. 1734. 1 Rubl. 50 Cop. s?. ZZ6 Cap. V. 8srtgeftyte Nachricht Lr. Kemy Artillerie Nußisch l'om. I. K II. iyz2. <^ 17z z. 6. Kubi Redensatten vermischte in Rußischer und Teutscher Sprache verfasset 8. 12. Cop. Sammlung allerhand Nußischer Geschichte 5. Theile 8. das Stück 12. Cop. viw 6ter 7 8. 9. Theil 1735. 2 12 Cop. LcKreibcii (^n. t^riclr.) <^oi ooris ^lotus Lonll- tjersrio 4 l7Zi. 15. ^op. Lermoncs ^cs^IemiN in i.Lonveltturecitsti.4.1725. 4O Li^j.». — In II. Lvsuemu pi-AleKi, 4^ 1729. 6o Lop. Lermu P.>nc^)?l'icu8 in iolenni /^csciemiX Scienti^ l um lmpelisli« eonucnru 6ie V^. ^lgii^nnv 17Z1, publice reLirsti.18, 4. 25 Lop. 8^no^>ei ^gfei'AZ k^Ieciics 8 zo Lop. L^noplis tt.ltm-. RurK. Nußisch, 8. 50. Cop. Lie^esbecK t^on, (Zevr-^.) Iz^rsnoicipniR Veriorig Llevi8 SLi-ArspKis in ui^m clilcenuum /^clorng. lg. 4. 1737. 20 Tractat so zwischen Jhro Kayserl. Majest. von allen Neussen und des Persischen Schachs Majest. in der Provintz Gilan zu Ratsche durch die von beyden Seiten bevollmächtigte Ministres am 2 > Jan -732. geschlossen worden. Nußisch ».Teutsch, fol. 12 Cop. Friedenstrattat zwischen dem Rußischen Reiche und dem Sultan Eschref, von Rußischer Seiten ertheilet. Rußisch und Teutsch, Fol. 1729.12. Cop. Freundscbaffts und Commercientractat, welcher zwischen Jhro Kayserl. Majest. von gantzNußland, wie auch Jhro Königl. Majsft von Groß-Brittannim den 2. Febr. 1734. in St. Petersburg geschlossen worden. Fol. 12 Cop. _ vito VStt einigen Buchdrückern. ZZ7 Diw Frantzösisch und Nußisch Fol. 25 Cop Trediakowski Siegsove aufdie Eroberung der Stadt Dantzig Rußisch und Teutsch 4. 1734. 20 Cop. Trediakowski Poesie in Nußischer Sprache 4.7735. 25. Cop. LMcl. Pslitica aus dem Frantzösischen ins Rußische übersetzt 5737. 50 Cop. Hu-d. t'sneAyl'icus aus Jhro Rußisch Kayserl Malest. 4. 1732. 12 Cop violc^en-e, oder Rußisches Gesetzbuch 4. I Rubl. 25 Cvp. Wechselordnung von Nußland, Rußisch und Teutsch 8,1732- 20 Cop. Zeitungen Teutsche von Anno 1727- bis 1738 compl. 4-der Jahrgang, 1 Rubl, vim Nußisch der Jahrgang, r Rubt. Zoll-Tarif, Teutsch und Rußisch 8 1731. 25 Cop. Reglement, nebst dem zwischen der Rußischcn und Dänischen Krone errichteten ewigen Salutations- tractat zur See Rußisch und Teutsch 8-1735. 25 Cop. Prag- Won dieser berühmten Königlich-Böhmischen Hauptstadt habe ich zwar im I!. Theil p ioz. schon geredet. Ich muß aber hier noch zwey Dinge hinzu setzen. Ein mai, wie die ruhmwürdigen Herum Buchdrucker daselbst ihr Jubiläum begangen haben, und hernach was sich dieselbigen vorJnsigma erweh- let haben. Was demnach das erste cmbetrifc, so beschlossen die sämmtlichen Buchdruckerherrön am Ta» ge St. Andreas, den 20 November 1740 mit Erlaubniß der hoh.'n Schule ihr Jubelfest zu begehen. H - Die- zz8 tap. V. Zoregeseyte Nachricht Dieser Entschluß wurde durch einen öffentlichen Anschlag bekannt gemacht und folgender massen vollzogen. Erstlich wurde früh um acht Uhr in dem acade- mischen Gotteshauß S.Salvator von Herrn ?. Äe- nedicc Joseph prettlick, 'l'Keol. voei. eine gelehrte Jubelpredigt in Böhmischer Sprache gehalten. Um halb eilf Uhr trat der gelehrte Herr i). Johann Menceslaus Drvorzack von Bsor, P. P. eben daselbst auf, und hielt eine geschickte Jubelrede in lateinischer Sprache. Sein Hauptsatz war: KlsZnus Hpvilo inrer minurs liblslige Arspnices elemenrgj illultri» inter niAelis?> Laclmi pecucies, üte^s«, i6ern» que immortslis Hiezu hatte der Decanus der philosophischen Facultät, der Herr v. Johannes paleczeck, P. P «11,27. November in einem öffentlichen Anschlag eingeladen. Nachmittag um drey Uhr legte der beredte P. Fnoericus Rau/chüe, aus der GeseUschaffr Jesu Priester, und FeyerNgs Pre^ diger zu Prag bey St. Clemens eine Lob-und Danckpredigt über 2. Ke^. XX, v. ZK. in teutscher Sprache mit grossem Beyfall ab. Er stellte darinnen vor das gutthatige Avela der christgelehrten Welt in Teutschland, oder, die dem Kirchen - und Welt- staar so nutzbare, als dienstbefliessene Buchdruckerkunst Den Beschluß machte der gewöhnliche Ambrosische Lobgesang. Denen sämmtlichen Kunstverwandten zu Ehren verfertigte HerrJoh Gottlob A mo» ZTlepomucenus Fiebiger 1- V". 0. eine teutsche Ode in zwey Bögen, und Herr Joseph Francijcus krausem artiges Gedichte ebenfalls in zwey Bogen. Nicht nur die breits oben angeführten Predigten, Rede und Gedichte sind überaus prachtig zusammen gedruckt, sondern die sämmtlichen Bttchdnickerherren von elm'gen Buchdruckern. ZZ9 bewunderten auch Vie Denckmahle der Güte Gottes bey dem feyerlichen Jubelfest, so wegen der vor drey hundert Jahren erfundenen Vuchdruckerkunst in der Königl. Böhmischen Hauptstadt Prag celevrirer wurde, in 6. Bogen in F. Der gelehrte Herr l). Fie- biger ist Verfasser davon. Ich will mir einige Nachrichten daraus zu Nutze machen. Die allererste Buchvruckerey im Königreich Böhmen soll zu Rur- renbera gewesen seyn. So viel ist indessen g< wiß, daß an'diesem Ort tNarrm von Tißnova im Jahr 1480. Die Fabeln Aesopi gedruckt habe. In Prag kam schon 1484. die Keil. Schrift zum ersten mal zum Vorschein Man weiß aber den Buchdrucker nicht. Unterdessen findet man in unterschiedlichen Bibliotheken dastlbi'r ein von ilun gedrucktes Werck, an dessen Ende man fol enoe ^dorre ließr: L.era naro ^oziehc- tN. cccc. lxxrvn/ Gkonurva se lNarc^niiany, aneii gakoz n'ekr ri rz-ekagi rzms' tu kronyka ten puteL przed. S U>?aclawem. Ä ro ro jiurem Mtjiie praWen, d, i. Im Jahr des Herrn 1488. ist vollendet Visnrnivng, oder wie manche sagen: die Römische Chronick, den Freytag vor St. ÄZentzelsfest, und zwar in der alten Stadt Prag. Ob nun dieser ungenannte Buchdrucker/ oder ein anderer, die Kunst fortgesetzer, läßt sich nicht wohl bestimmen. Gleichwohl aber bezeuget solches ein anders zu Prag gedrucktes Buch, allwo abermals am Ende stehet: Tyro Zeaneisika perrarchy Rm'jehy, Kereez gest pan Rzehorz Hruby z Gelenyerv norvie z L.arlinßkcho V^zyku ro Czefty przetszyl. Gsv w Slawnem Gcarem Miestie Prazskeem wyr:ssr:env L.era Äozieho Tisvci/eho pierijieeho Piwm/ehö, d. i. Als diese Bucher krsncitl-i l^>. tra» Z4o Tap. V. 8srtgsftyte Nachricht rgrckse, Herr Gregsrius Hruby von Geleny aus dem Lateiniichen ins Böhmische Übersicht hat; So sind sieimJahr 1501. in Veralten Stadt Prag gedruckt worden. Roch der Zeit wurden die Buchdrucker daselbst berühmter: Georg Melanen'chus ab Aven- tino, l- ^. A ^Kilolo^Ki-ze lZgerg! Bürger und Narhsverwandrer Veralten Stadt Prag ist -580. den 29. November im 69. Jahr seines Alters gestorben, und zu Bethlehem begraben worden auf dessen Grabmahl folgende Schrift zu lesen : /^?Tc//7/c)l.Vc'/?/W ^0iM/?,7, ?'c?M, t/>^/?^? .' M//?/ T.'/^-^ -?/?. /'s//«/» ^/e/'/^tte/?/>v//s^/i? //^//o^ ^/i^s F?/-//^, //^?-/>/?»'LM AoiM?/^z ?I'?t/0?^?/I^e //^?'° -/oA?'/?7s /^z/T'ö'// ^???»»?,? e/? / co^?/?/. ?tt e/tt' M0^/>^^0 ?-'0c/7!/^ ^6^?/?/ , LÄZ'/M , ^ folgte Nicolaus Strauß, welcher »546. ein böhmisches Cbronickon verfertiget, und alsdenn JohaniT Rosorsty von Rosorz, welcher ,554. eine l7nlmo-- ^i-gpkism KoKemiLgm gedruckt, alsdenn wurden bs^ kannt: Georg t^igrinus, Michael Pererle, Georg Jacob Dacziczßy, Johann Schumann. Io^ bann Lapee, Johann Gemmr, D^niei Gedesa- NUN. von einigen Buchdrucks n. 341 nuö, Georg Lzerny, Burianus Vl7aldeck, ^»annß Bock und Daniel Ädam von N^leolarvina. Dieser letztere war 1546 den zi. Augusti zu Prag gebohren und harre sich mir des obenanaefühtten Me- Zanerichs ältesten Tochter Anna »576 verehlichet. Dessen Erben setzten anfänglich die Druckerei) fort, bis selbige endlich Samuel Adam von TVelesla- n»na gegen das Jahr 1618. übernommen hat. Die Krugsunruhen huben verursachet, daß man so wenig Nachrichten von den ältesten Buchdruckern gefunden hat. Wir hoffe«., aber, daß Herr Carl Frany Rosenmüller, eingesticktes Mitglied unserer Kunst, in seiner versprochenem historischen Nachrichr von den sämmtlichen Pragerischen Buchdruckern uns weit-läustiger unterrichten wird. Nur die Sprache, worinnen diese Nachricht abgefaßt werden soll, wird manchem im Wege seyn, weil doch d!e wenigsten in Teutschland böhmisch verstehen -Won dem jetzo lebenden Buchdruckerherren in Prag habe ich im IZ. Theil p. 1 ?o. schon geredet. Hier will ich nur ihre Wappen noch in Kupfer gestochen liefern, und die darüber entworfene und mir gütigst eingeschickte Gedancken einrücken. .Hu^A ^ ' „/ i,- '.^ ' I. -' Der erste ist Herr Carl Ferdinand Arnold von Dobroslau, dessen Lemms ist: ^//Z-et. Bey Glany und überwinden Ist Sicherheit zu finden. Der Adler wird das Haupt der Vögelschaar genennet, Drum ihn die edle Knnst zu ihrem Wappen tragt; Gleichwie von ihrem Werth ein jeder frey bekennet, -N z Daß Z42 Cap. V. Zsrtgefeyte Nachricht Daß ihr als Mutter wird der Nahme beygelegt; Der Ädler und der Greifsich wohl zusammen schicken, Hier Greif und Stern erblick in Arnolds Wappenschild Ein dreyfach Regiment kan man dadurch erblicken: Die Kunst regirt im Buch, der Greif und Stern im Schild, Doch Wunder, daß der Srern sich untern Greife zeiget, Da doch das Sternenheer den Obermeister spielt 5 Vielleicht Apollo *) sich zur Erden hat geneiget, Wie drauf die Zubelred mit scharffen Sinnen zielt; So folget auch der Glantz doch sicher überwinden, Apollo mir der Kunst unsterblich wollen seyn. Bey Greifunv Adlers Schutz ist Sicherheit zu finden^ Die selbst dasSternenheer erleucht mir ihrenSchein; Drum prangt die Officin so königlich sich schreibet Und bricht mit Sieg und Glantz in schönste Druck- werck aus. Wodurch derVorzug ihr an Kunst undStaate bleibet. Sv blüht voll guter Eyr das Dobrovla«schß Hauß. so wünscht Joseph Frany Antsn Rrauß» ll. Gedancken über das Svmbolum des Herrn e«trl Frany Rofenmüllers. l^emws. 7??/^«? ?»o/// //S. / v. Z8. —— *) Apollo olim ^6meti I^eZi8 nuels in Inellsll» srment^ orat. Ist. j?ro ^ubilseo. von einigen'Ruchdruckern. Z4Z Es httviel Müh gekost, ein Mühle auszubauen, Ein Mühle die zum Grund hat festen Quaderstein, Wo man statt reinen Mehls, kan schönste Rosen schauen. So muß ja dieses wohl! ein Rosenmühle seyn ; Es pflockt ein Genius die Rosen aus dem Gatthm Und reicht sie einem Mann, der solche schüttet auf; Aus welchem übermahln von unterschiednen Arten Aus reinen Rosen kommt ein edler Bücherhauf; ,^ ^7o///>o 6'/ "! ,, , 5 ^Ich sammle Slumeu auch/Ueberschr.ft sich zeiget Das Buch der heil'gen Schrift ist höchster Zweck und Ziel; Eöster und Guecenberg sich vor den Strahlen neiget, So ist die Rosenmuhl ein edle Büchermühl; ang soU man 60///^^ /^»-^ ^?»/!?»-,/'^ schreiben, Die unermüdter Fleiß trag in die Mühl hinein; So wird die Mühl mit Fug ein Rosenmühle bleiben, Der Müller aber soll ein Rosenmüll-'rseyn. Im vierten Hunderten und viertztgsten Weltjahre Erfände Gurrenberg zu Mayntz das evie Werck; Drauf achzig vier zu Prag gedruckt die Bibel wäre, Schon achjig Pschnowa erst druckt zu Gutten- berg; Zm Siebenhundert^ und vierten Jahres Zeiten, Wom Rosenmüller hier die Officin anfieng; Im siebenzwantzigsten sah man sein Sohn einschreiten, Der Anno Wertzig drauf das Jubelfest begieng ; Zu Prag das erstemal mit eifrigen Bemühen Im dritten hundert Jahr man Allerhöchsten danckt, Daß er der Weit zu Nutz die freye Kunst ^verliehen, Srklarungs Gedancken so wohl über die AyKfche als Ertzbischöfliche RömgshöferischeBuchdruckerey Jnsignia. Sinnschrift. Attfe, (7o?/??'te,° GVtt nehm zum Führer an, Die ^unst zum Mlrgespan. Die Jnful pranget hier, in Rönigshöfer Fachen, Und dort der Winckelhack, in eigner Druckerey. Weil GOtt und edle Runst Zusammenfügung machen/ So wachset Heyl und Glück, von GOeres Auge neu; Wer mit der Kunst allein will Gold und Seyden spinnen, Würckt von einige»»Buchdruckern. 347 ""Würckt trillich Futter offt, statt fein Marftilgeweb; Und macht die blöde Well ohn Wolcken Anbeginnen, Daß oft für helle Sonn, ein Schattensrrwisch schweb: Wann aber Wolckenhand den Künsten Hülfe reichet, Gewinnt das Exemplar schnür graden Lini Lauf. Die Farbe haltet aus und aller Schmutz entweichet, Von Kegel reicher Form, Quadrat und Lettechauf: Weil Fiyty Druckereyn mit solchen Wercken prangen, In die der Einfluß swckt von hohen Wolckenplan; Sie zum gewünschten Ziel mit schönsten Druck gelangen, Dann GGtt ihe Führer, ist, die Runst ihr. Mitgespan. So bracht mit Wunsch dasReymley bey Der Röm'gshöfschet» Buchdruckerey. Joseph Zrany Äneon K.raus, V., Erleuterung desHmbischen Symboli; Überschrift: flo^? co//^-^ Wer nicht mit mir zu arndeen sticht Umsonst zerstreue nur Gach und Frucht. Hraba ein Rechen heist, der Lettres weiß zu rechen, Doch schicket Gottev-Aug nach Arbeit r»b"stund: Kein Mensch ohn diesem kan von Nutz und Vortheil sprechen, Der Bau besteht allein, wo dieß gelegt der Grund. Wer ohne diesem arndt, vielmehr die Frucht zer» streuet, Da Z48 Cap V. 8ortgeseyte Nachricht Da wilde Norden häuch frech Garben-Stürmer seyn; Denn ohne Himmels Aug kein Wütterung gedeyhet, Und statt der sanften Lust fallt rauher Nordwind ein. Da HrabaseinEndMcknachHimmels-Aug gesetzet, Bestehet wohl gegründt sein Kunst undDruckereyz Kein Sturm in seine Schrifft ein i'e-esrui- atzet, ES drucket Hraba wohl der Rechen rechet frey« V!l. Gedancken über das L.aubanische Wappen. - Jnnschrifr: ^/^/».s Bey Thau und rvasier neyen, Der Schwan finde sein Ergöyen. Schau! wie der rveisie Schwan sein Fittig Ruder netzet Und wie er sich erfreut, bey Wasserwogen Hauch z Mir unvernMem Aug am Throne sich ergehet, Von welchem Sonnenschein und Thau gewinnt den Lauh, Man hört fürs Grabgesang froh Jubellieder thönen^ L.abaun von labut Schwan sein Wappen Bild ererbt. Doch trachtet seine Kunst demselben zu versöhnen, ^ Der Schwan und Menschen speist: und Regenbogen färbt, Dem der ^nlligcus samt seinen Hiinmelszeichsn Zu hohen Dienste steht der einstens wird erschein; SiufRegenbogens Stuhl den Lohn ein jeden reichen So Wie die That im Buch wird eingeschrieben seyn. Der von einigen Buchdruckern. Z4S Der treue Dienerschaar mit Gnaven übergösset, Reicht Tugend und der Kunst den schönsten Farben Schmuck; Daß man so Nutz als Freud ohn Wiederdruck genösset So bleibt ihm Lob und Danck; der Kunst ein schöner Druck. Also schrieb zu Ehr die Zeyl. Der L.abaunschen Buchdruckerey in eyl. I. 5. K. VIII. Aufrichtige Gedanckcn über das Sinnbild des Herrn Marchiä RaudelLa» Überschrift, //ör ttttoi'?, t//^/? ^?o?'ckt. ZlDem dieser Gchuyherr diene, Der Äaum sehr fruchtreich grünt. Beglückter Stammenbaum z dem solcher Schutz- Herr dienet; Und unterstützet ihn mir unverrücklen Blück; Der Baum in grüne Zweig, der Zweig in Frucht aufgrünt Und tragt mit Überfluß viel Seegen reich Gelück, Matthias mir der Äxt sich auf den Baume zeiget Und pfropfet selben an mit reinster Bücher Lehr; Aus der Apostel Schaar, für der die Welt sich neiget, Ihr L- ecloüb^rtrist all Schrifft und Bücher-Heer, Wohl wer sich diesen hat zum Schutzpatron erkohren ? Durch dessen Hülf unS Schutz viel Heyl unv G!ü> cke wachst; Es Z5o Cap. V. zortgeseyte Nachricht Es bleibt die ORcin von Neidern ungeschoren, . Warum? dieweil sie schützt Matthias mit der Achji. IX. Die Clementinische Buchdruckerey derer Herren P. P. Jesuitern führet den Nahmen JEsu zu einen Signetschiide. Welchen beysetze dieses I^emms: 5?^^ iöo^ /'»'^/o F)'s//01'. . dieser presi und Rrieg; Erfolgt gewünschter Sieg. Diß soll mein Exemplar in Ewigkeit verbleiben? Der NaKmen Zesu Zier mein Buch und Titulblat. Ich will mit diesem Schild mein Kunstgewerbe treiben, Und unter dieser Preß formiren mein Format. Die Clemenrinsche Kunst kein besser! Ziel erreichet, Als wann sie Bücher druckt zu grosser Gorces Ebr; Der wilde Feinde Schwärm bey solchem Streite weichet, Der schönste Bücherdruck ist Jesu Nahmens Lehr. Mit dieser Sieges Fahn will ich zu Felde rucken, Al falsche Bücher-Lehr dämpft dieser Presse Krieg Dranf hofft: Gott wird uns all ins Buch des Lebens drucken. So folgt für Buch und Seel, ein höchst gewünschter Sieg. Unterschrift: ^l/^Me??? ^/ Zu größeer GGrtes Ehr Srauch 2Sucb, Schrift, und Gewehr. Diß Zeugniß gab heraus I»s«ph 8rany,Amon Rr-mß. Die von einigen Buchdruckern. Z 5! Die meisten Jnsignia stehen auf unserer 1'sb. XX. n. z. und XXV. Schlüßlichen muß man psZ. 107. im andern TKeil 2Z. vor 7. lesen 17. p 105.1. 20. vor Ti- bety lese T?b<>ly, I. 29. vdr Rameniyhysche lese RamenitzKsche. p. 109. i. «ü steht I^hann Carl Hraba, lese Carl Johann Hraba. Regenspurg^ Won diesem Ort habeich im II. Theil p. »rr. icqq. die neuesten Buchdrucker erzehlet, nunmehro kan ich auch die ältesten in unverrückter Ordnung nach einander anführen. Ich habe diese Nachricht aus dem Re- genspurgischen Denckmal entlehnet, allwo diese Namen alle in einem Geschlechrsbaum zu lesen sind, welchen ich bereits oben 9.216. eingerücket. Es sind aber folgende: 1) Jacob von Gouda hat sich im Jahr 1490. zuerst allhier hervor gethan, wie aus der ^e^encl? tZi-umsIi ^Ibei-ri ivis^ni zu ersehen, deren Herr besser p. 6l. erwehnet, allwo er auch eine teutsche Bibel aus ^srsl. I^ilzrvr. rsi-jorum anführet, welche schon 14« 5>Fol. in 2. Theilen allhler gedruckt worden seyn soll. 2) Hannß Bürger lebte um die Helffts des XVl. Jahrhunderts. z>Barcholomaus Graf hat von 1599.-1605. diese Kunst hier fortgesetzet. 4) Christoph Fischer heyrathete 1629. des Herrn Gräfens Tochter. Er bekam damit die Druckmy vnd starb iszr. als Rathsbuchdrucker. 5)Pau- Z52 Cap. V. 8sttgeftyte Nachricht 5) Paulus DalleujZemer trieb die Kunst von . 674. 1684 als Nathsbuchdrucker. 6) Johann Georg Hofmann heyrathete Dall?n- stelners Wittwe 1685- und führte die Druckerey mit zr ossen Ruhm. Er war auch E. E. Hanß-Gericht Assessor, Senisr und Rathsbuchdrucker und starb i?zz. 7) Johann Caspar Memmel erkauffte 17z;. die Druckerey nebst dem Verlag von der Wittwe, so, wie sie Herr Hofmann besessen. Sein Leben siehe p. 117. allwo man I. 22, die Worte also lesen muß: er lernte die Buchdruckerkunst 1722, bey Herrn Ich. Conrad peey, und da Lieser die Druckerey ,"725 an Herrn Christian Gorclieb Geiffarr verkaufte, so endigte er bey selbigem seine Lehrzeit und verschenckte bey ihm 1726. sein Postulat. Am Ende jeye man folgendes hinzu: Übrigens hat zwar bemeldter Herr Ioh Casp. Memmcl vas Buchdruckerjubiläum, wie in vielen öffentlichen Zeitungen berichtet worden, mit denen in seiner BuchLruckerey befindlichen Kunstverwandten Mich und vergnügt vollzogen; Sein Leben aber durch einen sich durch Zerreissung eines beym Packen gebrauchten neuen Stricks oynversehens Hnno 1739. Klent! ^ul. selbst beygebrachten Schlags mildem Packprugel, wovon er sich, wie man bey geschehener Section ersähe, die füuffce Nippe der rechten Seite entzwey geschlagen, 1740 den io, Nov. geenviget. Wobey zu verwundern, daß er nach empfangenem Schlag keinen Schmerl; gehabt, sondern solchen erst in einem halben Jahrin erwas, nachund nach aber arger, biß bey der Inttgmmi-tion endlich eine Oeffmmg geschahe, woraus häufsig Materie, und durch diese der rechte Lungenflügel angegriffen worvm, empfunden hat. Seine hinterlassene Frau Mit- von einigen Buchdruckern. Z5Z Wittib bekam io. Wochen nach seinem Tod einen pottwimum, Ioh. Philipp und führet die Buch- druckerey mit dem Factor Herrn Heinrich Gottfried Zunckel, aus Leipzig gebürtig, annoch fort. 8) August Hanckwiy fieng sein Werck 1671. an, und übergab solches 1706. seiner Tochter und starb. ,708. 9) Johann Ernst Hrany heyrathete Hanckwi- yens Tochter 1706. und starb. 171z. 10) Johann Heinrich Rrurringer heyrathete Franyeno lVicub und starb »724. 11) Hieronymus L.eny bekam durch die?^rüt- tingerische Wittib 1724. dieDruckerey. Dessen Le» den steht ebenfalls im !l. Theil p. 112. 12) Iohann Lonrad peey Vermahlen E E- Hanß« gerichtsAssess. Sen. und Büchhändler richtete ,712. die Druckerey gantz neu auf und führte solche 14. Jahre mit Ruhm. i Z) Christian Gottl'eb Seyffart übernahm die peeyische Druckerey käuflich 172 5. Dessen Leben s. I. c. p. n6 allwo man !. 9. statt 1700. zu lesen 1709- l. 19. und 2o. an statt Rrämetin lese 2xrän- nerin. 74) Aegidius Rairh war von 1676.-1708-Bi- schöfflicher Buchdrucker. 15) Joh. Baprista L.ang übernahm die Raichi- sche Druckerey als Bischöffiicher Buchdrucker 1709. Deinen Leben f. I. 0. s>. 144. Von Georg Geißlern habe ich ein Buchdrückerzeichen gefunden, dessen er sich um das Jahr »567. bedienet. Es ist selbiges der verbothene BauMj. von welchem eine Geiste Blätter frißt, zur rechten steht ein Engel mit einer Geisel, und zur iinckm M Engel A ' mit Z54 Tap. V. ^Sttgeseyte r?achricht mit einem Buch, an den Baum selbsten stehen die Worte ii^num vtX. S. ^'sh. Xv. n. 4. Woher es «der gekommen, daß man ihn an dem Stammbaum übergangen, kan ich nicht entscheiden. Saltzburg. Von dieser Stadt führe ich gegenwärtig nur einen Buchdrucker an, welcher sich besonders hervor gethan hat. Es ist selbiger Johann Sapus!« Meyer, welcher 1634. den 20. Febr gebohren war. Er hatte das Glück des dösigen Ertzbischoffes Hofbuchdrucker und Hofbuchhändler zu seyn. Sein Insigne ist ein teutscher gekrönter Schild in zwey Felder getheilt. In dem obersten steht ein Löwe auf Gold und in dem üntersten sieht man eine geflügelte Kugel auf blaue Farbe. Sein Bildniß und Insigne steht auf 'I^L. XXVl. Schlaitz. Der erste Buchdrucker daselbst war Christen Bittorff, welcher zu Zwickau, im Jahr 1655.^1,25. Marrii oevohren war. Dessen Herr Vater war Ic>, Hann Virtorff, von Mertensdorff bey Naumburg, E E Hochw. Raths zuZwickau verordneter und bestallter Stadt-Wachtmeister, und des geistlichen Kastens Mitvorsteher, wie auch der löblichen Cramer- zunft ältest geschwohrner Fürmeister daselbst Zm Jahr,671 trat er in Zwickau bey E. E Raths Buckdrucker, Herrn Ebeln, seine Lehrjahre an. 1677. den 22 Zulii verschenckte er sein Postulat zu Halle in der Saalfeldischen Buchdruckers». i68c>. den 26. October von einigen Buchdruckern. Z55 October Haler sich mit Jungfer Magdalenen, Meister Maechia Teuchers ansehnlichen Bürgers und Hofwagners der Fürst!. Residentz zu Altenburg, mit- telstenTochterverheyrathet. 1684. den 25. Januar, hat er zwar in gedachten Altenburg das Bürgerrecht erlanget; Alleine noch eben in diesem Jahr Haler sich wieder in seine Gebuhrtsstadl Zwickau erhoben, und allda die Druckerey angefangen, woselbst er viele Königl. Privilegs, über allerhand Schulbücher, ingleichen über die Zwickauifche Chronicke und über M. Iacobi Sonn-und Festtags-Madrigalia erkalten. Ausserdem hatte er die Ehre die «Ht-lle eines Stadt- Wachtmeisters und des geistlichen Kast. ns Milvorste- hers zu verwalten. Mir dessen Frau Eheliebsten erzeugte er 6. Kinder, nehmlich z. Söhne und z. Töchter, wovon ab?'' nur noch 2. am Leben sind, als i.Sohn und i Tochter, welche sich beyde allhier in Leipzig befinden. Der Sohn als. Bürger und Buchoruckerherr, die Tochter als Bürgerin und Gasthalterin. Im Jahr ,70z. den 2z. Januarii starb dessen Frau Eheliebste, worauf er sich 170). den 21. Novembr. zum andern mahl mit Herrn Ra- phael Jungnicols hinterlassenen Wittwe wieder ver- ehliched Im Jahr 1709. wurde er Hieher nach Schlaitz von dem Grafen Heinrich, demXl. beruf- fen,dis erste Buchdruckerey aufzurichten, unter dem Titul als Hofbuchdrucker. Nach Werfliessung zweyer Jahren ernannten ihn Jhro Hochgrafl. Gnaden zu denStadtrichter-Ammr in der Heinrichöstadt. Im Jahr 1719. den z.Martii wurde er wiederum in ^ Ven betrübten Wittwerstand gesetzet, nachdem er fast Zehen Jahre mit seiner andern Frau eine friedliche Ehe geführet und keine Kinder gezeuget hatte. Im Z.2 Jahr zz>6 Cap. V. 8srtgeseyte Nlachriche Jahr 1720. den 16. May geseegnete er diese Welt wie,- derum. Nach dessen Ableben erkaufte dessen Sohn, Herr Christian^en/amin Birrorf, seines Herrn Vaters Buchdruckerey. Im Jahr 1721. verehlichte er j!ch mit Meister Johann Zöberers, ansehnlichen Bürgers, und deß Fleischer-Handwercks geschwohrnen Ober-» Altesten, mitlern Jungfer Tochter Magdalena I»-> liana. Er wandte sich alsdenn nach Graitz und erlangte beym Grafen -Heinrich dem XM den Titul als Hofbuchdrucker; Er muste sich aber seiner hohen Freunde wegen Leipzig nahern; Dahero erwählte er Pegau, und zog mit seiner Druckerey dahin, weil noch niemahls ein Buchdrucker daselbst gewesen war, allwo er sich z. Jahre aufgehalten, und ein fei« nes Stadt-Gesangbuch verfertiget hat, bis er sich endlich 1725. entschlossen, sich mit seiner Druckerey nach Leipzig zu begeben, allwo er sich noch eifrigst bemühet manches schönes Buch durch seine Littern un>> Pressen an den Tag zu legen. Nach Herrn Sirrorfen richtete Johann ^h^, siian Sonntag eine neue Buchdruckerey auf, er beschloß aber sein Leben in wenig Jahren, und dessen Wittwe führte die Druckerey fort, bis sie sich mit Herrn Friedrich Anron Urban verehlichte. Nicht lange darauf zog er nach Neustadt an der Orla. Nach diesem kam Herr C. 5Veichberger, mit welchem es aber wegen seiner geführten Lebensart nicht forr wollte. Nunmehro wendet sich dahin Herr Johantt GorrKeb lNaucke. Er ist 1696. den 2Z.Novembr. zu Zittau in der Oberlausitz gebohren. Sein Vater war Herr Christoph Mancke/ Bürgerund Gastgeber X von einige« Buchdruckern. Z 57 geoer oaftldst. Im Jahr «711. begab er sich nach Dreßven die Buchdruckerkunst bey Herrn )acsb Harperern zu erlernen. Nach zurück gelegten Lehrjahren hat er auch allda postuliret. Im Jahr 1731. verchliclM er sich mit Johannen Christianen Rei- mecfm, Ehlert Hennig Reimers, Bürgers und Buchdruckers in Löbau eintzigen Jungfer Tochter^ mit welcher er z. Söhne und 2. Töchter gezeuget, wovon 1. Dohn und l. Tochter gestorben. Nachdem er nun eine Zeitlang der Bittorffischen Druckers» allyier in Leipzig, als Factor, mit Ruhm vor« gestanden, so begab er sich im Jahre 1741. von Leipzig nach Schlaitz, und ward daselbst Hochgräfl. Msuß-Plauischer Hofbuchdrucker, Sein Fleiß und Geschicklichkeit laß: nns viel Gutes von ihm hoffen. Dessen Wahlspruch ist - V0ieGOtt null- Schweidnitz. Auch allhier hat Johann Pceftrt, ein Buchhändler von Breßlau, eine Druckerey angeleget, welche hernach dessen Erben fortgesetzet. In diesem Jahrhundert haben anfanglich die beyden Brüder Johann Gigismund, und Christian Gckcl, und hernach Iohann Christian Müller diese Kunst gleichsam von neuem hergestellet, und fortgesetzet. Rungen» In- cunsb. p. ^7. Straßburg. Ob an diesem Ort die Vuchdruckerkunst erfunve« worden sey, habe ich im tten Theil p. z z. lecz weit- laustig untersucht. - Ich habe auch des ersten Buchdruckers daselbst Iohant, Mentelitts Leben und ZA BW z;8 Cap. V. Zottgeseyte Nachricht Bildniß l p. 6i. geliefert. Gegenwärtig will ich eine teutsche von Meneelin gedruckte Bibel hinzufügen, an deren Ende folgende Worte zu lefen: Ar- //^s»' ^////c> ?/??7/^/?M0 ^en?^»o^v5o,/o?'?N/75?// s»'^ /?»^>'^/o^///ive»s-> »'^'/e'N? ^o/l^?^«^? ^ASttt/'ttS, A0//0 Siehe p. z;. Nach ver Hand wurde um das Jahr l 52 z. ein Buckdrucker Johann Gchorr berühmt. Theophilus Sincerus hat in seiner Sammlung von alten und raren Büchern in dem 5. Stück auf das Jahr iyzz. p.449. ein merck- würdiges von ihn, gedrucktes Buch angeführt. Der Titul davon ist werth, daß er hier einen Platz einnimmt. Die Runst der Chiromanczey, vsz besehung dev Hend. physiognomey, vszanblickdes Menschens. Natürlichen nach dem L.auffder Sonnen. 60?///)/^/^ eins verglichen menschens. Natürlichen ynflüsiz der Plannen. Der zwölff Zeichen Attgesychten. >>Lttliche Q??/o^/, zu er» Sanrnüß der menschen Rranckheiten, solichee rveiß vormahls nye beschriben oder gedruckt. Zusammen verordnet, und verteurscht durch den« ^.ochgelertn vnd weytberümprcn gemelcee knnsten, Herren A'o^«-???? pfarherrn z» Gteynhevm, vnd Dechant zu sanct L.eonhart in Hranckpförs-, mit freyheit ReystrUcher M^iestac Darzu genädigklich verliehe n,vssftch!? jar. Straßburg, Durch Joannem Schott, Buchcrucker zum Thiergarten, /). Ao/. ^/m?/^ ^^F/s ^//^o>v/. < - / Mylius,warumvasZahr ^4». bekannt und führte in einem teutschen Schilde das Brustbild Sim- sonö der einem Lftis Kienbacken über das Hau^'.'le!t. Statt ^ ^ 77.^77. A^7^7^?77 D^/I 77.. ^^777!^^ ^^^^71^^^ ?^^7^5^>7^7^??' c^s^ (T^Q^^ c^7//?!7^ von einigen Buchdruckern. 359 Statt des Schildhalters hatte er sich einen aufrecht stehenden Löwen erwählet, welcher mit der rechten Klauen den Schild hält, mit der lincken aber eine Säule auf den Schuldern tragt. Siehe 7^6. XXVII. r-. 6. Folgendes Buch hat er gedruckt: /) Caspar Hedion ausierleßene Chronick von Anfang der XVelr bis aufdas jar nach Christi unsers einigen Heilandes Geburt /). X//// in vier ceyl oder Bücher abgsteyler, aus dem L.atein indasreutfth gebracht, Grraßburg gedruckt bei Craffr Mvl- ler,^/./). X/^/.8oUo c. 5Z. Um eben diese Zeiten findet man auch einen^Hans Rnoblauch und ein von ihm gedrucktes Buch dessen Tltul folgender ist : Udalricus Tengier L.äyen Spiegel von rechtmäßigen Ordnungen inn Äür- gerlichennvnd peinlichen Regimentern. Mit Additionen vrsprüngklichenrechtsprttchen. Auch / der Guldin Bulla, Z^üniglicher Reformation,/ L.andfriden ?c. Gampr bewärungen gem?ynev rechten vnd andern» anzeygen. Nervlich gedruckt. ^5. XXX//. 8ol. Grraßburg durch Hanß Knoblauch, den Jungen c. tiA. Christian Müller lebte um das Jahr 1571- und führte in einem teutschen Schild einen Mohren mit einem Pfeil in der rechten Hand zum Buchdrucke» Zeichen. Siehe 1^6. XXVll. n. 4. L.azarus Zeyner druckte um das Jahr 1597. und führte das Brustbild der Minervä zu seinem Buchdruckerzeichen, mit den Worten: Sciemis im» mm-ibilis. Siehe 1^6. XXVll. n. z. Seine Erben druckten noch um das Jahr 164s. Antonius Berrram, trieb 1592. die Buchdru- ckerey daselbst. Sein Buchdruckerzeichen, war e« 34 Kraut?. z6s Cap.V. 5ottgestyte Nachricht Kraut, vermuthlich Bertram Wurtzel, welches zwey Hände aus den Wolcken hielten. Siehe I^L. AX^-!^ n. i. Bernhard Jobinus lebte;u Ende des XVl Jahrhunderts und war zugleich ein sehr berühmter Holtz- schneider Sein Buchdruckerzeichen war ein mit Lorbeerzweigen gekröntes Brustbild mit der Unterschrist: Lspiemis conltsn5. Siehe I^K. XXVU. n. 2. Johann Feiedeich Gpoor, lebte um das Jahr 1656. und führte einen auf einem Stück Erden stehenden Baum mit Wasser umflossen, auf welchen das Wort ni"-^ in einem Schein strahlte. In einem fliegenden Zettel ließt man die Worte > 8ie kgoile crclcgm. Siehe ?äk. XXVII. n. 5. Endlich muß ich noch des Josiä Stadels geden- cken, welcher ein berühmter Buchdrucker und Buchhändler zu Straßburg gewesen ist. Er war 1627. den 25. December gebohren. Er hatt die Ehre, daß er daselbst Bürgemeister und Tredecemvir wurden Ausser dem »»r-ocliän» hat er verschiedene griechische Bücher sehr sauber geliefert. Sein Jnsigne war ein Stadel in einem Schild, und auf dem Helm ein Flug, Dessen B'ldniß steht auf l^v. XXVM. Strigau. In dieser Stadt weiß man nicht mehr als Jshantt Gyrtfried ZVebern. S Rungens lncunsbuls 97^ Suybach. Won dieser Stadt führe ich gegenwärtig Niemand mehr, als Iobann -^o'stium, an. Er ist zu Srade 1648. den 27. December gebohren. Er hatte ^ie Ehre, die älteste Stelle eines' Bürgermeisters zu b.e-- > von einigen Buchdruckern^ z6r begleiten, unv begieng 1727. .den 1 October ein^ luliii^um ^zmicum. Sein Jnsigne ist ein ordentliches Wappen, in dessen Schild ein Stamm mit angehauenen Aesten zusehen. Auf dem Helm steht ein Mann, welcher eben diesen Stamm halt. Dessen Bildniß steht auf ^K. XXIX. Tübingen. Won diesem Ort habe ich zwar schon p. i zs. im ll, Theil gehandelt. Ich muß aber hier noch zwey Vuchdruckerzeichen beschreiben, welche ich seit dem gefunden habe. Das erste ist philibertSrunns. Er hatte sich einen Springbrunnen erwehlct, worüber das Wort jelivva erscheinet, mit der Umschrifft: '(ZuemslZmoslum cleli^ergtccruus g<ä5c>me8s^uzrum, jrs 6elicjcrgr gnimz mea s6 te vens ?il 42. Siehe I^Y. X'/. n. 5. Johann Heinrich Reifms fübrte um das Iahe ,665. eben dieses Zeichen, ob er dessen Druckerey an sich gebracht, kcm ich nicht sagen. Johann Con- rad Geißler führte einen Mann, welcher in seiner i rechten Hand einen Zweig von einem Baum, in der lincken aber eine Wage halt. SieheXV. n. 6. UlM. Hier soll man> gar noch vor Erfindung der Buch- vruckerkrmst gedruckt haben. Doch nein, es war nicht gedruckt, wenn es aucb wahr ist, daß ein gewisser Meister L.udcrvig auf höltzerne Tafeln ein Buch von der Kunst zu sterben, wie Cöjier, eingegraben har. Es berichtet du ses Christ. Gonl. Schrvary in seinem lliliice nounr-um I^idr. lud incunsb. rypvAr. M9lessv5um. Wenn man aber von der Buchdrw- Z 5 ckev- z62 Cäp. V. Zortgestyte ZTlachricht ckerkunft in eigentlichem Verstände redet, so muß man wissen, daß Ulm eine von den ersten Sradren mit sey, wo sich die Buchdruckerey niedergelassen habe. 1) Johann Zainer, war der allererste. Er war von Neutlingen Zebürtig, und wo nicht ein Bruder, doch ein Anverwandter Günther Zainers einer der ersten Buchdrucker daselbst. Er druckte vom Jahr 147z.-149?. allerhand Bücher. Das erste war folgendes : ^o/i.Fo^^iBüchlinvondenslnnrychen erluchten XVyben, die von den airen Chronick- schribern um ir sunderlich beginnen in öroige ge- dächtmß synd geftyc worden. Getürscht durch Hainricum Stainhorve! von NOyl an der Vl)irms, Doccor in der Ärymy, Msister der sübenkünst, geschrvorner Aryr ze Ulm, ze lob und er der Durchsichtigsten Fürstin und Zrarven, Frarv Aleonory Heryogin ze Oesterrych. Ulm seeligli- chen geendec von Joh. Zainer von Reutlingen 2) L.eonhard Holle, ein Bürger zu Ulm, dessen Nachkommen noch daselbst anzutreffen, fieng um das Jahr 1482. auch an zu drucken. Sem erstes Buch war ^ pcol^msel t^lmo^-'gpKisz^.VUI.mitHoltz- schnitten , »482. Fol. und das letzte, so man weiß: Hmes Kulis ci.lvii !V. auf Pergament 1486. z) Conrad Dinckmurh, ein Bürger von Ulm, errichtete 148z die dritte Buchdruckerey und verfertigte darinnen biß l /86. verschiedene Bücher, Das erste war: Der Ssclen Würygarcen, 148z. in Fol. 4) Johann Reger, führte vermuthlich als Fa- ctvr von 145^.-1497. des lulti 6e .^!bgrw 6e Vc- neuis allhier angelegte Druckerey. Es beweißt die- von einigen Buchdruckern. z6z dieses folgendes Buch, welches auf der Stadtbiblio- theck! daselbst aufgehoben wird. Es führt die Aufschrift: ?w!vmTl LeoZl-s^Kig, lsrine tiicolso nis (Zermsriv imsrprete. Lum ^rszfsriorie giä ?gu!. II pomiticem. Imprells V!m» opers K expenlis /«M ^^M-?»o 6eVelietil8,pel-proui5orem luum M. /^e»-. Vlm. 1486. in Fol. 5) Hannß Varnier, ein Frantzose, wurve um das Jahr 1528. bekannt. Im Jahr 1536. druckte er den ersten evangelisch-Lutherischen Catechismum allhier. Biß gegen das Jahr «549. hat er seine Kunst getrieben, da ihm der Druck der wider das Interim geschriebenen Bücher verbothen wurde. Hierauf folgte .6) Oßrvald Gruppenbach, von Tübingen, 156z» 7) f>aut Hiebner, von Diilingen, 1570. 8) Johann Ancon Ulhard , 1579 -1608- 9) Johann Meder, von Launigen, wurde i6ir. Hieher beruffen. Er hat sich absonderlich wegen sei- nes silberweisen Druckes berühmt gemacht, worin- nen die Ulmischen Statuten gedruckt sind. Nach des-, sen Tod führte die Wittwe mit ihren beyden Söhnen Johann Sebastian, und Michael von 1624.- 1634. die Druckerei) fort. Meine sie trennten sich . hernach von einander. 10) Johann Sebastian Moder, trieb anfänglich 1634. die Buchoruckerkunst alleine. Er nahm abev Ionas Säur zuni Gehülfen an. Des erstem Wittwe führte hernach bis 16,7 die Mederische Dru« ckerey fort. Alsoenn heyrathetesieSaichasar Rühn. »l) Michel Meder, hat sich vermuthlich nach Stralsund gewendet, nachdem es in Ulm nicht rechc sott wollte. l-) ?64 Cap. V. Zsrtgeseyte Nachricht 12) Salrhasar ^ühn, oder war von ErfurtI) gebürtig und 1615. den 4. Iul. gebohren. Im Jahr 1637. heyrathereerdie Medertsche Wittwe , mit der er zugleich die Druckerei) bekam, welche hernach bey nahe hundert Jahre unter dem Ruh« Nischen Namen fortgesetzet wurvs. Im Jahr »667. ist er den 6. April wieder gestorben. Sein Jnsigns stellt einen Altar mit einem brennenden Hertze vor, auf welches von den vier Winden geblasen wird. Oben drüber steht das Wort MovsK, aussen herum die Worte: ^65i8 miki clominv in gcwerüs. S. I'sl?. XX. n. 4. Sein Biloniß aber steht auf 1s!,. XXX. 1 z) Christian Balrhajär Ruhn / ein Sohn des vorhergehenden, bekam 1667. die Druckerey, und nach ihm 14) Wias Ruhn, seinSohn bis 1736. r 5) Llias Daniel Süß und Gorchard Miller bandüten die Rühm'sche Druckerey 1736^ an sich» Nach Millers Absterben aber überkam Herr Süß selbige als Stadtbuchdrucker alleine, und führt sie bis diese Stunde mit guter Gefchicklichkeit fort. 16) Matthäus XVagner, errichtete 1677. eine neue Buchdruckerey- Er war 1648. den 11. Jnl.ge- bohren und führte nebst der Buchdruckerey den Buchhandel Als er nun 1694, nach Leipzig auf die Messe reißte, so ist er daselbst unvermutyet den 7. Iul. gestorben. Sein Bildniß steht auf^sb. XXXI. Nach dessen Tod führte die Fr. Wittwe die Druckerey durch einen geschickten Factor, Herrn Marrhaus Dem- mel von Annaberg, bis -707. fort. Alsdenn wurde Lelbige 17) Christian Ulrich V^agnem übertragen, welches ! von einigen Buchdruckern. z 65 cher er mit allem Fleiß und Geschicklichkeit rühmlich bis jetzo vorstehet. Dessen sehr sauber gedruckte Schriften legen ein deutliches Zeugniß davon ab. Siehe Uimische Zubelreden ^.85 learelttDtvinus, bis 1644. Der 4) Caspar Hreyschmid, ciui« scgä. und Buchdrucker zu Jena, welcher sie von dort aus bis 165z. besorgte. Es wollte aber nicht recht damit fort, da- hero von der gnädigsten Herrschaft beschlossen wurde, diese Druckerey käuflich an Caspar Freyschmiden zu überlassen, jedoch mit der Bedingung, daß sie allezeit bey hiesiger Residentz verbleiben sollte. Im Jahr 1658. .,. von einigen Buchdruckern. Z67 i6;8^den^i z. Febr wurde demnach mit öfters ge- nannten 8rey"chmid der Kauf geschlossen. 1) Caspar 5'revschmid war also der erste Hofbuchdrucker zu Weymar. Er behielt aber selbige nicht über ein Jahr, sondern er wandte sich mit.sei, ner Jenaischen Druckerey nach Rudelstadt, und trat die hiesige an seinen Schwiegersohn 2) Thomas Eylicker ab, welcher mit der Zahlung an die Fürstl, Kammer fortgefahren, weilFrey- si-hmid nicht mehr als 50. fl. gezahlt hatte. Im Jahr i66i. ist er aber schon wieder gestorben, da, hero z) Dessen nachgelassene Wittwe die Druckerey bis ?664. fortsetzte. 4) Joachim Heinrich Gchmid, eines Pappierma- chers Sohn aus Oberweymar, heyrathete die Ey- lickerische Wittwe, und bezahlte den übrigen Rest an die Kammer, daheroer die Druckerey 1665. völlig an sich gebracht und darüber von dem Hertzog Johann »Lrnst 1667. ein Privilegium erhalten hat. Er hat verschiedene Schriften gedruckt, weil er aber wegen eines gewissen Buchs Vervruß vermuthete, so zog er nach. Götttingen, und legte daselbst einen Buchladeu an, die hiesige Druckerey aber verachtete er erstlich und endlich überließ er sie käuflich cm 5) Johann Andreas Müllern. Anfänglich hatte er diese Druckerey nur gepachtet, weil ihm aber der Pacht m schwehr fiel , so schaste er sich eine eigne ' Druckerey an und erhielt darüber 1677, von Hertzog Johann Ernst ein Privilegium. Dessen ohngeacht gerieth er mit seinem Vorfahrer in einen Streik. Aus diesem zu kommen kaufte er dessen Druckerey 1685. Z68 Cap. V. fortgesetzte Nachricht ,685- noch darzu. Er war j6z^. den 5. April zu Wenmar gebohren. Sein Herr Vater war Sebastian Müller, Fahndr'.ch bey derKrone.Schweden. In seiner Jugend mufte er »regen der Kriegsunruhen ungemein viel ausstehm, ja jo gar fti?i Brod vor der Thür suchen. Endlich kam er 1644, in die Je- naische Stadtschule, wormnen er aclt Jahre gewesen. Weil er aber die Studien nicht fortsetzen konnte, so trat er bey seinem Herrn Schwager Johann ZTlisto, Buchdrucker zu Jena, in die Lehre. "In, Jahr -657. wurde er wieder ftey gesprochen, und den 29. December dieses Jahrs pvsiuiirre er. Im Jahr 1658. trat er bey Caspar Freyschmioen in Condi- tion, und als dieser die Wc ymarische Brucrerey kaufte, so gieng er mit dahin selbige einrichten zu helffen, a!s- denn gieng er in die Fremde. Im Jahr 1660. wurde er von Thomas EyUckern wieder Hieher verschrieben, da er sich denn mit Herrn Johann Hänsel- manns, SukLonleeioi-is, Tochter, Jungfer Johannen Dororheen verlobet, jedoch mit der Bedingung, daß er sich noch etwas in der Fremde umsehen wollte. Weil aber Herr 5Lylicker 1662 gestorben, so wurde er abermals nach Hause beruffen, dessen Wittwe beyzustehen, welches er auch redlich that, bis sie sich wieder verheyrathet. Unterdessen vollzog er i66z. den zo. November mit seiner verlobten Braut sein Ehebündniß und lebte mit ihr 9. Jahr gantz vergnügt, mit welcher er auch z. Kinder gezeuget hat. Nach derselben Tod heyrctthete er Caspar Fre^schmids Tochterkind Marien Elisabeth GünyeUn 167z. den 19. Octobsc, bey welchem er auch die Stelle eines Factors vertreten hat, bis er 1674. von derWey- manschen Regierung beruffen wurde die Druckerey fort« von eittl'gen Buchdruckern. z6? fortzusetzen. Anfanglich hat er Schunds Druckerey gepacht, und hernach gar gekaust, da er sich vorhe- ro eine eigne angelegt halte. Unterdessen starb ihm seine Ehefrau 1697. nachdem er mit ihr 8. Sohne . und 7. Töchter gezeuger hatte. Im Jahr 1699. verehlichte er sich zum dritten mal mir Jungfer Susannen Hoffin, eines Tuchmachers von Bößneck Tochter, mit welcher er bis an sein Ende - 705. den 9. Februarii zufrieden gelebt hat. Er hat verschiedene nützliche Bücher, unter andern das erste Weymari- sche Gesangbuch, und die erste Malaische (Zismmg- ticsm in Teutschlanv gedruckt, und zugleich dasAmmt eines Hofkirchners verwaltet. Auf ihn folgte 6) Johann L.eonhard Mumbach, von Regen- spurg, allwo er 1679. den ,o. Sept. das Licht dieser Welt erblickte Sein Vater war Meister Johann ^' L.eonbard Mumbach, Bürger und Schumacher f daselbst. In seiner Jugend wurde er bis in das zwölsste Jahr fleißig zur Schule gehalten. Im Jahr 1692. trat er bey Herrn Johann Georg Hossmann, Buchdrucker daselbst, in die Lehre und 1698. wurde er wieder loß gesprochen. Alsdenn besuchte er fremde Buchdruckeryen und verschenckte zu Nürnberg 1699. seine Postulat. Im Jahr 17^2. gieng er abermals in die Fremde und besähe die Buchdruckereyen zu Dillingen, Amstadt, Leipzig, Helmstadt, Minden, und ar- ^ bettete an den meisten Orten eine Zeitlang. Endlich kam er nach Wevmar zu Herrn Johann Andreas Müllern, bey welchem er in Condition trat. Da aber selbiger wegen seiner Schwachheit seine Söhne , M'.ch Hause rüste, welche die Kunst ebenfalls erlernet harten, so gieng er wieder weg. Alleine er erhielt 5 M bald von gedachtem Herrn Müllern den z. Jan. , Aa , 1705. z7-z C«zp. V. 8ortgeseyteV7achtlch<: 1705- einen Brief/ darinnen er ihn bath, daß er sich wieder zu ihm wenden mögte. Er that es auch- Es lebte aber Herr Müller noch eine kurtze Zeit. Weil nun der Sohn Herr Johann Friedrich Müller die Druckerey nicht behaupten konnte, so übernahm dessen Schwester Jungfer Gertraur Maria Müllerin, vermöge des vaterlichen Testaments, die Dru- ckerey käuflich, und Herr Mumbach stund selbiger als Factor vor. Nachdem aber auch Johann Friedrich Müller 1706. starb, so ließ er sich alsdenn mit angeführter Jungfer Müllerin 1707. in ein Ehe- bündniß ein, wodurch er die Fürstl. Hofbuchvruckerey bekommen hat. Er er HieltdaraufvonHertzogN/ilhelm ZLrnjr> und alsdenn von Hertzog Lrnft August gnadigste Privilegs. Mit seiner Ehefrau führte er bis an ihr Ende i?z6. eine vergnügte Ehe, und zeugte mit ihr sieben Kinder nemlich 2. Söhne und 5. Töchter, davon aber nicht mehr als eine Tochter am Leben ist. Bey seinem herannahenden Alter genießt er einer liebreichen Wartung seiner eintzigen Tochter, welche er an Herrn Glüsing verheyrathet. Heinrich L.udc>lss Gtüflng, aus Goltzwarden, in der Grafschaft Oldenburg, ist den 4. Aug. 1702. gebohren. Sein Herr Vater war Bslcke Glü- j?ng, ein Schiffssteuermann. In seiner Jugend wurde er zu den freyen Künsten angeführet, absonderlich lernte er bey einem geschickten Organisten Perev pannier zu Sengewarden, an den Hollandischen Gräntzen, die Orgel wohl spielen, und vortreflich schreiben und rechnen. Da er sein ^Vaterland besuchte und sich auf der Orgel hören lich, so verlangte ihn der Herr Regierungs Assessor von Jtsien als Schreiber, bey welchem er auch zwey Jahre gewesen ist. VStt einigen Buchdrucker«?. Z7x Er gieng aber nachher» wieder zu seinem alten Lehr-- meister nach Sengewarden, sich .in der Musik noch vollkommener zn machen. Es wahrte nicht lange, so wurde er oaselost Unterpräceptor. Unterdessen gimg er hicrauf nach Hamburg, in der Musik sich noch mehr zu üben, ob ihn gleich die Sengewarder nicht weg lassen wollten, und bey ihrer Herrschaft eme besondere Schreib-und Nechenschul vor ihn ausgebracht hatten. Er fand aber in Hamburg nicht, was er suchte, dahero er sich zu einem Königlich en Dänischen Cantzleyrath Herrn von Tomloo, als Schreiber in Dienste begab, und anderthalb Jahr redlich diente. Da er aber wegen seiner häufigen Geschäfte die Musik gäntzlich liegen lassen muste, und Lust zur Buchdruckerkunst bekam, so begab er sich zu Herrn Lonrad Röntg in die Lehre. Weil er sich nun besonders wohl aufführte, so stund er nicht über drey Jahre, indem ihm sein Lehrherr die übrige Zeit schenckre. Nach vierzehen Tagen vostulirte er und blieb a^sdenn bey seinem Herrn einige Messen inCon- dition. Hierauf verfügte er sich nach Leipzig, Eocha, Halle, und Jena, allwo er bey den berühmtesten Buchdruckern jederzeit in Condilion gestanden. Endlich wurde er i?z6. nach Erfurch verussen, bey des Herrn Car! Friedrich Iungnicois Wittwe die Steile eines Faclors zu begleiten. Im Jahr 57z». kam er nach Weymar, als Factor, zu Herrn Mum- dachen, allwo er sich mit dessen eintzigen Jungfer Tochter Johannen Marien den «6. Jun 17^8. verehlichet, und 1739 eine Tochter bekam , die aber 1740 schon wieder gestorben ist. Zu seinem Buchdruckerzeichen hat er sich erwahkteine Hand aus den Wolcken an dem Schriftkasten, d-'?-gleichen an der Aas Buch- Z72 Cap. V. 8srtgeseyte Nachricht Buchdruckerpresse, welche daran arbeitet, oben darüber eine Sonne, welche alles erleuchtet, zum Zeichen, daß durch die Erfindung der Buchdruckerkunst Religion und Gelehrsamkeit den schönsten Glantz bekommen Oben drüber stehen die Worte, deren Anfangsbuchstaben seinen Namen ausdrucken: Mer leitet 6Mc. Drunter ist zu lesen: Nicht ohne GOttes winck ist diese Runst er« funden, GGtt giebt, GGtt ftyt, GOtt druckt, GGtt leitet alle Stunden. N)slfgang Adolph Schröns Entwurf der Hoch- fürstl. Sachsen - Wevmarischen Hofbuchdruckerey p. 60. l^cz. Wittenberg. Von dieser Stadt habe ich schon zweymal geredet, nemlich in dem i. Theil p. 74 und in dem li. p 141. Nunmehro aber bin ich im Stand ein ordentliches Verzeichniß von allen Buchdruckern, welche sich daselbst aufgehalten haben, zu liefern. Ich will gleich im voraus sagen, wem ich diese Nachricht schuldig bin, nemlich dem bekannten Herrn Ephr Gsttl.Eichsfel- den, wohl bestallten Universitätsbuchdruckern in Wittenberg, dessen Relation ich bereits oben angeführt habe. Der erste Buchdrucker daselbst war vermuthlich: i) Johann Grunnenberg, von 1509 » 1522. ^ oder, wie er sonst gefunden wird, Grunnberg Er hatte vielleicht Grunberg, eine schlesische Stadt im Fürstenthum Glogau zur Geburtbsstadt. Ob er mit ZTUcolao Grunberg, unterdessen Rectorat der seel. von einigen ^uchdruckt - tt. Z7Z seei. D. L.mher i528.Baccalaureus Theologiä worden, verwandt gewesen, stehet noch zu untersuchen. Eben in dem Äugustinercloster, wormnen sich D. L.ucher damals aufhielt, hatte dieser Grunberg auch seine Druckerey ; Lateinisch schrieb er sich /osn. ^/Ä>/?o?^/???tt?,/. Allem Ansehen nach ist er einer der ersten Buchdrucker gewesen, ob ich ihn gleich nicht vor den allerersten ausgeben will. Denn man hat unterschiedene zu Wittenberg gedruckte Bücher, die alter sind: Es steht aber kein Drucker darauf, dahero ich noch immer aus Mangel der Nachrichten dencke, vielleicht hat selbige Grunberg auch gedruckt, vielleicht hat er sie aber auch nicht gedruckt. Das erste Buch so i5^9. zu Wittenberg zum Vorschein gekommen, ist: Dye ZaigungdesHochlobwirdigen Heiligchums der Grifft-Airchen aller Halligen zu XVirrenberg, in 4. auf Pergam. gedruckt zu LVirrenberg i zys- 2) Melchior Wörter, der jüngere, von 1519.- 1524. Sein Vater hieß ebenfalls Melchior, und war ein Buchdrucker zu Leipzig. Gegen den Ausgang des 15-9- Jahrs zog dieser L.orrer von Leipzig nach Wittenberg mit einer wohleingerichteten Druckerey worinnen er dreyerley Schafften hatte. So bald aber sein Vater verstorben, so verließ er Wittenberg 1525. theils seines Vaters Druckerey in Leipzig anzunehmen, theils weil er in des Churfürstens Ungnade gefallen war. Die in Wittenberg zurückgelassene Buchdruckerey erhielt sein Bruder Michael alleine. Nach diesen soll er in Leipzig noch über 10. Jahr Bücher gedruckt haben. S. den i. Theil r>. 73- z) Michael L.orrer von 152z. 1528 Von diesem haben wir schon vorhero gezeigt, daß er Melchior Aaz L.or- Cap. V. Zsrtgeseyte Nlachricht L.otters, des jüngern, Bruder gewesen, unv mir ihm seit 152z. in Gesellschafft die Druckcrey versehen: ohngefchr l 529. aber ist er von Wittenberg nach Magdeburg gezogen / und hat allda eine neue Druckerey aufgerichtet. Die Zeit seines Toves ist so eigentlich nicht bekannt, sie mag aber ohngefchr in das «5 54. oder folgende Jahr fallen. S. meinen !. Theil p. 74. 4) Nicolaus Schirleny, von 1521.-1546. Seine Lebensumstande sind gäntzlich unbekannr. Die von ihm gedruckten Bücher erzehler Eichsfeld fleissig. Sein Jnsigne habe ich im !l. Theil r>. 142. beschrieben und in Kupfer gestochen geliefert. 5) G-orr; Rhcu,/ von 1521.-1550. Em Bruder desWitrenbergischen Vigconi.Iohann Rd^ueny, wurde 1488- gebohren. Er erlernte die Wissenschafften unv Buchdruckerkunst zugleich, und erhielt das Can- torat in der Thomaskirche zu Leipzig: Von dar aber zog er nach Wittenberg; Welches Jahr aber solches geschehen, weiß man nicht eigentlich; Es muß aber schon vor dem 1521. Jahr geschehen seyn, weil man unter diesem Jahr schon etliche kleine Schrifften L.u- rheri/ die er gedruckt, antrifft. Daselbst wurde er um die Zeit der Reformation zu einen Nathsglied er- wehlet, welche Stelle er auch biß 1548. begleitete, um welche Zeit er an Steinschmertzen noch vor seines Frau gestorben ist. Seine Erben setzten die Drucke- reyvon 1550-1566.fort. Dessen Jnsigne und Vild- mß steht im ll.Theil-). 141. 6) Johann L.uffc, von ,524.-1584. Dessen Leben, Jnsigne und Bildniß siehe im l. Theil p. 75. Warum aber Herr iLichsfeld nicht ein eintzigesvon ihm gedrucktes Buch anführt ist mirunerforschlich. 7) von einigen Buchdruckern. Z75 7) Johann rvciß, von 1525.-1539. Sein Buchdruckerzeichen ist ein teutscher Schild, worinnen dessen Anfangsbuchstaben in einander geschlungen. S. I'sb- XX. n. 5. 8) Joseph Rlug, von 1525.-1552. Oberem Vater, oder Bruder des folgenden Thomas sey, stehet nicht zu erweisen: wie auch nicht das Jahr seines Todes; Zu muchmassen aber ist/ weil er 1552. sein letzteres Buch geliefert/ daß er ander damals m Wittenberg wüthenden Pest gestorben seyn mag. 9) Johann Sarr, von Jahr 15S-7. Von dessen Leben und Tod findet man keine Nachricht. Ee muß also nicht lange gelebet, und gedruckt haben. Dahero er billig unter die unbekannten Buchdrucker zu zehlen. Ein eintziges Buch weiß man, nemlich: tNarun L.uchers, ob Rriegsleuee auch M seligem siande ftyn künden 1527 in 4. 10) Thomas Rlug,von 1557-157?. Obdieser ein Sohn, oder Bruder des oben gemeldeten Joseph Alugs gewesen, ist noch im Zweifel, doch scheinet ersteres wahrscheinlicher. Er muß aber nicht längs gelebet haben, weil die gelehrte Welt nichr viel Bücher von leiner Presse zehlen kan> 11) Peter Sn'y, der altere, von 1556. bisii549- Dieser ist vermuthlich der Vater des folgenden. Ge- Ken das Jahr 1549, mag er gestorben seyn, weil dessen Erben von i552. -1556. dieDruckerey fortgesetzet haben, «vsin Jnsigne habe ich im II. Theil p. 142 beschrieben. .Er soll 1540, das erste Jubelfest nebst ^annß jUifr und Georg Rhauen begangen Habens es ist aber wahrscheinlich eine Fabel, weil nirgends nichts davon steht. S. den I. Theil 9.7K. Aa 4 12) z?6 Cap V. Zortgeftyte Nachricht 12) Peter Geiy/ der jüngere, von 1559. -1578. Sonder Zweifel ist dieser Geiy ein Sohn des vorhergehenden. Man weiß von seinem Leben gar nichts, als daß er fleißig gedruckt habe. iz) Johann Hrischmuch, von 1539. .-154c?.Herr v. Z^ltner rechnet diesen in dem Leben Hanns L.uffrs p. >O. unter die unbekannten Buchdrucker. Und dieses von Rechtswegen, weil man nichts von ihm weiß. 14) Veit Creuyer, von 154«.-156z. Daß er ein ehrlicher, aufrichtiger und fleißiger Mann gewesen, fty, bezeigt c>er öffentliche Anschlag, da man seine Frau, da sie 1549. gestorben war, begraben wollte. Und oas ist es alles, was uns der Moder ausser seinen gedruckten Schafften von ihm übrig gelassen hat. 15) Hanns Rrassr, oder CratO/ von 1549 -1577 Von diesem schreibet Herr l). Zelmel-imLebenHannß L.uffrs p.70. n.?. also: Johann Craro, oder brasst ist allem Vermuthen nach, wo nicht gar ein Bruder doch gewiß ein naher Anverwandter des berühmten Kayserl. Leib Medici Johann Craeonis von Rraffr- heim, weyl. L.ucheri Tischgenossens/ und hernach eines besondern innigstens Freundes Philipp» Me- lanchchons gewesen. Aus welcher Ursache ihm auch vor anvern, nachdem die NhauischeOfficin ein-und abgegangen, die mehreste Arbeit von Phiiippi Schriff- ten zugewiesen worden. Diese Muthmaßung lassen wir dahin gestellet seyn. So viel aber weiß man, daß obberührter Kayserl. Leibartzt Lraeo aus Breß- lau, dieser ^»annß Rraffc aber aus Usingen in der W-'tcerau gebürtig war. Anno 1567. wurde er zu einem Nathsglied in Wittenberg erwehlet, welche Stelle er biß l 576. begleitet, worauf er bald gestorben von einigen Buchdruckern. Z77 sterben seyn muß. Weil von der Zeit an seine Erben die Druckerey bis 1587. fortgesetzet haben. Dessen Bildniß und Jnsigne steht im t. Theil p. 77. 16) Zachartas Craro, oder brasst von 1587- 1589. Vielleicht ein Sohn des vorhergehenden, welcher mir seinem Bruder eine Zeitlang gemeinschaftlich, hernach aber alleine, gedruckt haben mag. 17) M Johann trafst, von 1590.-^614. Scheinet aber ein Sohn Johann Araffrs, und ein Bruder deß vorherstehenden Zacharia gewesen M seyn, welcher zu erst mit seinem Bruder bis 1589. gemeinschaftlich gedcucket hat. Wie lang er diese Druckerey besessen, ist ungewiß, so viel erhellet, daß 2606 ein Buchdrucker Johann Gormann mit Rrasseischen Schrifften/ vielleicht als Pachter, gedrucket habe. 18) L.oreny Schrvenck, von 1558--1571. war von Eisfeld, und fieng an in Wittenberg um das Jahr 1558. zu drucken. Es scheinet, daß er um das Jahr 157«. verschieden sey. Sein Buchdruckerzeichen; habe ich im tt, Theil p. 142. geliefert. Dessen Erven setzten die Buchdruckerey von 1574. -1577- fort. 19) Gabriel Schnelboly, von 1562.-157s. Ee war aus Merseburg gebürtig, und hat sich durch seinen Druck nicht sonderlich bekannt gemacht. Indem man nur etliche von ihm gedruckt Schrifften findet. - Er war Frany Gchnelbolyens in Leipzig Vater, der um das Jahr l 597. druckte. S. meinen I. Theil p. ro2. Es wundert mich, warum man der Grab- schuft dieses Gabriels auf seinen Vater nicht glauben will. Es steht ja deutlich genug da. 20) Jacob Lucius, von 1564. war aus Siebenbürgen gebürtig, und ein unbekannter Mann, der Aa 5 sich Z78 Cap. V. Zortgeseyee Nachricht sich von Wittenberg nach Rostock/ und von darnach HelmstaiZt begeben hat. 21) Johann Gchrvertel, von 1566.- 157z. Der Anfang semer Druckerey fällt,!so v-e! man weiß, in das Jahr -566. unv das Ende derselben nu;g wohl 1577. seyn, weil Matthäus Welack hernach mit seinen Schafften druckte. 22) Clemens Schleich, von 1570 -1585. Ee und Andreas Schöne, dessen gleich Meldung gethan wird, haben erstlich biß auf i z8o. mit einander in Gesellschafft gedrucket, als um welche Zeit ein jeder eine besondere B^chdruckerey angeleget haben mag. 2z) Andreas Schöne. Er und erstgenannter Schleich sind anfangs mit einander in Gesellschafft gestanden bis auf das Jahr iz8o. Alsdann hat Gchluch alleine gedruckt. 24) Matthäus XVelack, von 1576.- 159?. Hers v. Zeltner fetzet diesen mit unter die unbekannten Buchdrucker, womit er ihm vermuthlich Unrecht tkut. Er hat ja eine Menge Schriften gedruckt. Ob man gleich von seinem Leben nichts mehr weiß, als daß er. -»59z. gestorben ist. Seine Wittwe führte von 159?. bis ,596. die Druckerey fort. 25) M Ginion Gronenbera, von 1580 -1600. Den Namen nach scheinet dieser Gronenberg mit. den ersten Wittenbergifchen Buchdrucker, Johann Gronenberg verwandt gewesen zu seyn, wie er aber von ihm herstamme, ist ungewiß. Er führte zugleich den Buchhandel'. Sein Buchdruckerzeichen habe ich im ll. Theil p. 142. geliefert. 26) Zacharias L.ehmann, von 1581.-1604- Er M. vermuthlich 1604. gestorben. Dessen Jnsigne habe . - ' von einigen Buchdruckern. Z79 habe ich im !l. Theil x. 142. beschrieben und in Kupf- fer siechen lassen. 27) Georg tNullcr, von 159?.-1624. 28) Chriftopc, Arm, von 1 592. - 159z. Nichts als zwey von ihm gedruckte Bücher weiß man. 29) lVolfgang Meißner, von 159z-1616. mag ohngefehr 16 >6. gestorben seyn, weil in dem geschrien denen ersten Hauptregister der Wittendergischen Buchdrucker-Gesellschaft seiner Wittwen V0N1617. gedacht wird. Dahero ich gegenwartig nicht entscheiden kan ? warum ihn einige unter die Leipziger Buchdrucker gezehlet haben. zo) L.aurencius Geuberlich, von 1597-161?. starb 161 z> bey einer allgemeinen Seuche. Desse» Buchdruckerzeichen habe ich im ll. Theil p. 14z. beschrieben. zi) IohannSchmidt, oder Zaber, i6 47) Hiob ^Vilhelm Fincelms, von 1621.-1666. Dieses ist also der Stammvater der hernach lange Zeit zu Wictenberg bekannten Fmcelischen Familie, wovon noch bis diese Stunde einige Nachkommen davon leben Er war nicht nur ein berühmter Buchdrucker und Buchhändler, sondern er gelangte auch zu der Würde eines Bürgermeisters, und starb endlich 1666. den 2. Jan. Dessen Bildniß steht im l. Theil p 75- 48) Johann Hacke, der ältere, von r 622. -1665. 49) Galomon Auerbach, von 1625.-1628. 50) Jacob Seyftrrh, von 1628.-1629. 51) Michael LVendr, von 1628.-5667. 52) Ambrosius Röche, von 16ZO.-16Z6. zz) Georg tNüller, von i6zo. -1634. Sein Vater war obenberührter Georg Müller, eben- fals Buchdrucker zu Witrenberg: Unser Müller führte seine Druckerey von i6zc>. - 16Z4. als nach welchem Jahre seiner Wittwe gedacht wird. 54) Johann Röhner, von 1631.-1675. 55) Johann Christoph Siegel, den 25. Sept. des i6z6. Jahrs wurde er unter die Buchdruckerherren an und aufgenommen, wie lange er sich aber daselbst befunden, und ob er allda gestorben, ist nicht bekannt, so viel weiß man, daß er sich 1640. nicht mehr in Wittenberg befunden ; es kan also seyn, daß er entweder diese Zeit über gestorben, oder nahrloser Zeiten wegen von dar weggezogen, indem man vier gantze Jahre nicht einmal Zusammenkünfte gehalten hat. 56) Johann Hacke, der jüngere, von 165 z. -1669. vermuthlich ein Sohn des oben genannten Johann Hackens. 57) S82 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht 57) Johann Burckhard, war von 1654. biß 1669. Universitätsbuchdrucker. 58) Marchaus He-.ckel, 1661. Erwar inLeip- zig gebohrcn und erlernte hernach die Buchdruckerkunst in Jena- Seit 1661. findet man Nachricht, daß er sich in Wittenberg niedergelassen, auch noch 1669. Helebet habe. Sein noch lebender Sohn ist der in Halle sich befindliche Buchdrucker, Herr Christian Henckel. Wenn aber unser Henckel gestorben, ist ungewiß. ^ 59) Friedrich Wilhelm Ancelius, von 166z.-- 1667. 6s) Gottfried Ancelius / er steht zwar mit indem Buchdruckerverzeichniß zu Wittenberg, man weiß aber nicht wenn er seinen Herrnintroitum gegeben hat. 61) Michael Meyer, 1671. 62) Daniel Gchmay, war um das Jahr 1671. Universirätsbuchdrucker. 6z) Christian Schröder, von 1674.- 172z. Er war zu Delitzsch den »O. November 1640 gebohrm. Anfänglich hatte er sich vorgesetzt / die freyen Künste und Wissenschaften zu erlernen. Er nahm auch unter der Anführung Herrn Kl. Heinrich Meley, Re- ctoris und Herrn Christoph GrolyM/Cantoris daselbst hierinnen so zu, daß er bald darauf das Al« tenburgische Gymnasium besuchen konnte. Allhier wollte er feine Studia, ohngeachtet er der Eltern beraubet worden, fortsetzen. Alleine sein Stiefbruder Herr l^. Gorclieb Voigr, Rector zu Güstrow, der damals eben in Wittenberg sich aufhielte, that ihn 1664. im Octvber zu Herrn Johann Burckhard- een, Universitätsbuchdruckern, in die Lehre, bey welchem e? auch seine Jahrs ehrlich ausgestanden hat. Nach- von einigen Btt chdruckern. z 8 ? Nachdem er nun 1668. postuliret hatte, so begab er sich von dar in die Fremde seine Kunst noch mehr zu verbessern. Im Jahr 1674- langte er wieder in Wit- tenberg an, da er sich gleich darauf mit des verstorbenen Universuatsbuchdruckers, Daniel Schwabens nachgelassener Wittwe verehlichte. Hierauf verordnete ihn die dösige Universität zu ihrem Buchdrucker, weil er doch in den Sprachen und Wissen- schafften einigen Grund hatte, welcher Verrichtung er auch über 50. Jahr vorgestanden. Mit seiner Ehefrau erzeugte er z. Söhne, wovon aber nur der älteste, ziemlich : Herr E nst Christian Schröder, der Logik und Metaphysik ordentlicher öffentlicher Lehrer in Wittenberg, annoch am Leben ist. Endlich starb unser Schröder den 16. October 172z. in dem 74. Jahr seines Alters. 64) Johann Nvilcke, 1674. 65) Johann Andreas Ancelius, von 1676. 66) Johann Gigismund Ziegenbein, von 1676. 67) Sigismund L-ilberhirr, 1676. 68) Christian Ancelius, wurde 1682. als Buchdruckerherr daselbst introducirt, und zugleich Ober- Acciseinnehmer und Nathsherr: Er verschied den ?. September 1707. Dessen Bildniß siehe in meinem I. Theil 9. 75. 69) August Ärüningk, erblickte 1647, den i z. Mertz zu Travemunde das Licht dieser Welt, wobey merckwürdig, daß ihn Veralte Fürst, HerrHn- tzog August zu Natzeburg aus der Taufe gehoben. Im Jahr 1659. begab er sich nach Hamburg, und «rlernete in einer siebenjährigen Lehrzeit, bey Herrrn Glsrg papen damaligen Raths und Gymnasien» buchdrucke? daselbst, ehrlich und redlich seine Kunst. ZZ4 6ap. V. Zsrtgeseyte Nachricht Bald hernach kam er nach Wittenberg, da es ihm denn glückte, die damalige Jungfer Anna Cachari- na VaUin zur Ehe zu gekommen, mit welcher er i z- Jahr gelebet, und einen Sohn und 6. Töchter erzeuget hat. Er selbst aber starb «682. den >z. August im z6. Jahr seines Alters und verließ von Venen 7. Kindern nur viere. 70) Michael Goderirsch, 169c). 71) Marcin Schulye, war den 10. November zu Wittenberg gebohren. In seiner 25. jahrigen Ehe hat er einen Sohn und 2 Töchter gezeuget, von deren sich die eine Anna lLlisaberh an Herrn August ^oberstem, als dessen Nachfolger in der Druckerey. 1711. verheyrathet hat. Er selbst aber starb in dem 59. Jahr seines, Alters 1710. den 2z. December. '72) Johann Hacke, welcher von denen bereits oben angeführten Herren Hacken also abstammte, daß der erstere sein Großvater, der letztere aber sein Water, und er also der dritte Buchdrucker Herr dieses Nahmens in Wittenberg war. Im Jahr 168 l. sieng er daselbst seine Druckerey an, setzte sie auch einige Jahre fort, bis er bey der Frauen-Kirche alloa Küster wurde, und vie Druckerey seinem Ey- dam, Herrn Samuel Rnysigen, übergab. Sein Tod erfolgete im Januar 1714. ^ 73) Christian I<.reys!g, war aus Thum gebürtig, und nachdem er seine Kunst zu Jena in der Krebsischen Druckerey wohl begriffen hatte, so fügte es sich, daß er 169z. selbst in Wittenberg zu drucken ansieng, auch nachmahls Universitats Buchdrucker wurde, in welcher Würde er auch 1710. den zo. Novembr. verstorben ist. 74) von einigen Buchdruckern. Z85 ^74)^hrisilan Gerdesius, erblickte zu Gransäe, in der Mittelmarckt, 1672. den zo. April das Licht dieser Welt. Schon im 5. Jahr seines Alters wurde er seines Herrn Vaters, ^jacob Gerdesii, Predigers in Gransäe und des umliegenden Creisses Jnspectors, beraubet^ Als er das 14. Jahr erreichet hatte, ss begab er sich nach Leipzig, und erlernete daselbst bey Herrn Johann Wilhelm Rrügern seine Kunst, postulirte auch kurtz hierauf. Nachdem er nun auswärtige Druckereyen besuchet, so kam er 1698 nach Wittenberg, legte daselbst eine gantz neue Druckerey an. Folgends verehlichte er sich mit Magdalena Elisabetha, Philipp Adam Zimmer- manns, Bürgers und Kürschners daselbst, jüngster Jungfer Tochter, mit weicher er innerhalb einer 16. jahrigen Ehe iO. Kinder erzeuget, davon der jüngste Sohn, Gocclieb August, erst nach seinem Tod geboren worden. Er starb 17'4- den 5. Febr in dem 4z. Jahr seines Alters. Dessen Bildniß steht im I. Theil p. 75 die älteste Jungfer Tockter "jickanna iLlisaberh heyratheteHerrn Ä Samuel Äüclnun, Stadtschreibern zu Wittenberg, die jüngste aber Johanna Sophie, Herrn >!. Carum, Predigern in Bestau. Der nach seinem Tod gebohrne Sohn Gottlieb August erlernte die Rechtsgelahrheir, und ist gegenwartig Hcivocsrus orcknsl-iU!, beym Landgerichte in dem Marggrafthum Niederlausitz. 75) Johann Gottfried Meyer, 170z. 76) Samuel Rreysig, war 1669. zu Thum g,e- bohren, und erlernete bey Herrn Aeischern, Buchdruckern in Leipzig, seine Kunst worauf er nach verschicktem Postulat und Besuchung fremder Druckereyen sich zu Wittenberg 1709 als Buchdrucker B b Herr ZZ6 Lap' V. Fortyeseyte r7a.Hricbt Herr nieder ließ, nachdem ihm Herr Johmn Hacke seine Tochter, Mariam '.Llisalxlb zur Ehefrau, unv mit ihr seine Pressen überließ Mit seiller Frauen zeugte er 6. Kinder, als z. Söhne und so viel Töchter, welche aber alle vor ihm gestorben sind. Er selbst verschied in dem 54 Jahr seines Alters den 14. Mar- tii 172?. 77) August Roberstein, war zu Brehna 1686. den 9- Febr. an das Licht dieser Welt gebracht. Im Jahr 1711. den 12. April verehlichte er sich mit Jungfer Maria Elisabeth Gchulyin, und bekam mit selbiger zu gleich die Druckerey ihres verstorbenen Vaters Herrn Marcin Schulyenv. Er verließ endlich i?Z2 von 27. Octob. im 46, Jahr seines Alters diese Zeitlichkeit und hinterließ 6. Kinder, nachdem eines von ihm gestorben. Ein Sohn von ihm, Johann pslycarpus, lernet gegemvarng bey Herrn Heinrich Christoph Talken zu Leipzig die Buch- Sruckerkunst. 78) Job, L.udolph Mcelius. Sein Vater war Herr (Christian Hmcelius Buchdruckerund Rathsherr in Wittenöerg. Im Jahr 1712. übernahm ev seines Herrn Vaters Druckerey, und starb mit seiner Ehefrauen 1730. an einem Tage. Sie wurden . such beyde mit einander begraben. 79) Johann Michael Horn, von 1719.-1715° Nach zwey Jahren zog er 1715. von Wittenberg nach Jena, aliwo er noch lebet. 80) Johann Andreas Rcber, fisng 1722. den 22. April seine Druckerey in Wittenberg an, begab sich nachgehends von dar nach Magdeburg, ws er noch lebet. zr) Gottfried Gäberr, wurde 1685 den 5.April M vott'emigen Buchdruckern, sß? p.l Cüstrin an das Licht 0er Wclc. gebracht. Als seit -717. bey der Gerdesischen Wittwe Factor ge> wesen, so wurde er 172z. den 19. Sept. allda Buchdruckerherr / und heyrathete Hrrrn Samuel Z^rey- sigs hinterlassene Wittwe 172^ dcn 8. August, und starb 1723. den l z. October. 82) Johann Gottfried Schlsmach, von Mittenberg/ introöucirte sich daselbst als Buchvrucker- hcrr 1728. zog aber nach einigen Jahren von dar ausserhalb Sachsen, nachdem er seine Druckerey an Herrn Johann Wilhelm BossZgel abgetreten. 8Z) Johann Hacke, ein S^hn des obigen Johann Hackens, erblickte das Licht dieser Welt 1S94. den 5. August. Nach erlernter Kunst bey seinem Hrn, Schwager, Samuelen ssigen, und verschenktem Postulat richtete er endlich ,729. rine neue Druckerei) aus, und heyrathere zugleich Jungfer Johannen Rosinen, .johann Christa», t.!nverdorb..N!5, Gastwirthö in Langenfeide am Petersberg, To>- tet> mit welcher er 2. Söhne und 2. Töchter erzeuget, wovon aber die beyden ersten schon wiederum verstorben sind. 84) Johann Christian Gerdesius. Sein Vater war obgedachter Herr Christian Gerdesius, von dem er zu Wirtenberg 1699. erzeuget worden. Als er einige Jahre indemGymnasio zu Berlin gewesen^ so lernele er in seiner niütterlichen Osficin die Buchdruckerkunst, und nachdem seine Frau Mutter 1729. verstorben, so nahm er selbst 1730. die gecbtt Druckerey an, verehlichtö sich auch noch in diesem Jahr mit Frauen Maria LLlisalxch, Herrn Paul Benjamin Zimmermanno,Hochsürstl.AnhaltZerb- ftischen Mundschenckenö hinterlassener Wittib, er starb Bb Ä ah er z88 Cap V. ^ottgeseyteZ7?-zchricht aber i??z. den i8. Julii, da er nur einen Sohn mit ihr gezeuget hatte. Nach dessen Tod setzte die Wittwe die Druckerey vier Jahre durch Faclovs fort, bis sie sich i?;6. den 19. Jan, mit Herrn Johann David Schefflern wieder verehlichet. 85) Ephraim Gottlob Lichsfeld, wurde 1697. den 5. September in Dreßden zur Welt gebohren. Sein Herr Vater M Johann August Eichsfeld, gewesener Prediger in Krögis, bey Meisim, that ihn 170z, nach Noßwein in dasige Stadlschule, allwo er biß 1706. verblieb. Im Jahr 1712. kam er nach Meissen in dasige Fürst!. Landschule als Ertraneus; 1712. nach Freyberg in das Gymnasium, von dar er 1716. nach Leipzig auf die Universität zog, und die Gottesgelahrheir erwchlte. Als 1719- sein Herr Vater verstorben, so muste er sich von dar weg und nach Hauß begeben. Kurtz hierauf aber wendete er sich nach Wittenberg seine Studia fortzusetzen. Alleine der Mangel an nöthigen Mitteln zwang ihn gleichfalls nach z. Jahren sich von dar weg zu begeben, und nach einer Information sich umzusehen. In solcher Absicht kam er 1722. nach Leipzig zu Herrn Gottfried Rochen, Buchdruckern daselbst, welcher ihm die Lol-re^ur in seiner Druckerey antrug. Hieselbst gewahn er so viel Neigung zu dieser Kunst, daß er sich entschloß selbige bey besagtem Herrn Rochen.?zu erlernen, welches Vorhaben er auch würck- lich bewerckstelligte, also, daß er 1726. von ihm in die Zahl der Kunstglieder an und aufgenommen wurde, ^ Nach verschicktem Postulat in der Barthelischen Osficin zu Leipzig berief man ihn als Fattor in die Nüdigerische Hof-Buchdruckerey 1728. nach Berlin, und von daraus zu gleicher Verwaltung nach Wittenberg M >' - - von einigen Buchdruck-'" z!', tenberg zu der Wittwe Herrn Gorrf'r. Gäbercens, Buchdruckers daselbst, mit welcher er sich auch 5729. verehlichte, und hernach 1. Sohn und 1. Tochter erzeugete. Davon aber der erste kurtz darauf wieder verstorben, ^n. 1737^ wurde er von dasiger Universität zum Buchdrucker erwehlet. Und dieser Mann kst eben das geschickte Kunstglied, dem wir die Nachrichten von Wittenberg zu dancken haben. 86) Johann David Schefler. Sein Vater war David Schefler, Bürger und Bötticher zu Eulenburg, woselbst er ihn auch 1699, den 18- April erzeugete. Als er nun etwas erwachsen war, so! bekam er Lust, die Buchdruckerkunst zu erlernen, er trat auch in solcher Absichr 1712. seine Lehrzeit bey Herrn Johann Gorciieb Bauchen, Buchdruckern in Leipzig an, und stunde dieselbe ehrlich aus. Hieraufgieng er 17-7. nach FranckfurthamMayn,und verschenck- te bey Herrn Matthias Andräen 1721. sein Postulat. Nach verfchencktem Postulat und Besuchung fremder Oerler kam er wieder nach Leinig, und als er sich 4. Jahre allda lny Herrn weorg Saalbach^n aufgehalten, so wurde er 1715. von der Gerdesischen Wittwe in Wirtenberg zu ihrem Factor und endlich das folgende Jahr 1736. den »9. Jan. zu ihrem Ehemann erwehlet, mir welcher er eine Tochter Johanna Elisabeth erzeuget hat. 87) Johann Christoph Tzschiedrich, erblickte das Licht dieser Welt 1706. den »6. August zu Lip- persdorff, im Meißnischen Creise gelegen. Im Jahr 172z. erwehkte er bey Herrn Johann «LonradGrö- feln, Hof-Buchdruckern in Dreßden, diese Kunst zu erlernen, worauf er auch nach ausgestandener Lehrzeit 1728- den zo. Mertz in die Buchdrucker Gesell- Vb z schafft 390 Cap V. Zsetgeseyte Nachricht schafft ausgenommen wurde/ Mle er sich noch eini« ge Jahre bey abgedachten Herrn Grösel aufgehalten, so verfügte er sich nach Leipzig zu Herrn Äreit- kopf^n, von vtZr ihm die damalige Wittwe Herrn 2wZusi Zxoberjt^itts, Buchvruckerö in Wircenberg^ zulh^eniFactor l 7z6. dahin berief, auch noch in diesem Jabc sich mit ihm in ein ehel, Verlöbniß einließ/ wiewobl die Vollziehung desselben erst i?Z9. den iZ», Julii erfolqete. 88) Iohuttn Friedrich Gchlom-zch, aus Wit- tenberg, wurde im Jahr 1711. den 22. Januar geboh- ren. Nachvein er bey Herrn August Robersteinen die Buchdruckerkunst begrifen und bey seinem Bruder Ioh«nn Gottfried Gchlomachen sein Postulat 1729. verfchencket hatte, so trug ihm die Begierde seine Kunst m fremden Städten zu verbessern, unter andern auch nach Leipzig, wo er z. Jahre bey Herrn Breitl'opfen in Condition gestanden. Hier- nachst wendete er sich i? ?8> wieder nach Wittenberg, und da er.Herrn Pros Schröder» seine geerbte väterliche Buchdruckerey erstandren, so verehlichte er sich noch in solchem Jahr den 24. April mit Jungfer kNaria Elisabeth Gomeim, mit welcher er zwar 17?9. einen Sohn erzeuget, der aber 1740. schon wieder gestorben ist. Sein Jnsigne ist das gewöhnliche Buchdruckerwappen, auf dessm Helm die Fortuna, unten ein eingesenckter Ancker, und unrer dem- selbigcn zwey Sterne zu sehen find Zum Wahl- jpruch führt er die Wort«:: i^lu« l>j 70z. gebohren. Sein Vater war Äudr. Hoßö^el, Einwohner daselbst. In seiner Jugend, hcM von einigen Buchdruckern. zZ> ! hattte er die Ebre, daß sein Pathe, der Hvchwohlgeb. Herr Wilhelm von Jagemann, Erb-Gerichts-und Lehnherr aufHaynspitz,ihn bey semenHochaol.Kinvern mit unterrichten ließ. Im Jahr 17«7, begab er sich nach Naumburg, um bey vasigen Priviiegirten Hofbuchdrucker, H.rrn' Äa!rhss.,K 2Aoßög^ltt Liö Buchd'.uckerkunst zu erlernen, rrorinnen er auch so weit kam, daß 17??- seine Lehrzeit enden und 1725. eben daselbst auch sein Postulat verschencken konnte. Nach etlichen Jahren nemlich 17^4. hat er diepnvi- !egirte Huchoische Snffts Buchdruckerey zu A.itz in Pacht genommen, ^n. ,756. den 2?. Octob. hat er sich allda mit Jungfer Maria Elisabeth L.ip- pertin in ein eheliches Wervündnüß eingelassen, und mit derselben 2. Söhne und r Tochter erzeuget, obwohl der jüngste Sohn bald wieder verstorben. Nach verflossenem Pacht zu Zeitz begab er sich nach Wir- tenberg 1738. und brachte daftlbstHerrn Gchlomachs Druckerey an sich. Ausser den bereits angeführten Kindern wurde ihm 174s. den 7.October eine Tochter gebohrm, welche den Namen Ishanna Elift- bech erhalten hat° Zittau. Im Jahr 1586. wurde allhier eins neue Schule emgeweyhr und zugleich eine Druckersy auf Kosten des Raths in dem so genannten Vater-Hofe, oder lwmo pgrscleri angelegt- Dieser Druckerey vorzustehen wurde lTlicolaus Garcor, oder Schneider, von dem wir bereits oben p. zog. geredet, beruffen. Er hat ancb würcklich etliche Kleinigkeiten daselbst Zed. ruckt. R^choem aber die Schiüe m Verfall ge- Bb 4 ^ch Z5>2 Cap. V. Zortgestyte ZTlachtlcht rieth, so konnte die Druckerey nicht empor kommen, dahero gedachter Schneider 1588 Zirtau wieder verließ uns sich nach Liegnitz wen. ere, nachdem er es auch in Sagan versuchet hatte. Biß gegen das Jahr 1610. lag also die Druckerey stille. Jmmittelst waren die schlimmen Zeiten wieder etwas besser worden, dahero der Rath 1610. Johann V^naeor, oder Jägern, zu sich rüste, er stund auch der Druckerey mit gutem Ruhm bis 1619. vor und druckte manches nützliches Buch. Weine um diese Zeit wandle er sich nach Schweidnitz. Es kam also die Druckerey an Joachim Llemem 1619. «Von Geburth war er ein Görlitzer. Bey Iobann Rhamba hatte er die Buchdruckerkunst erlerner. Mit Agneta, Herrn Gregor« Sichlers, Diac. in Görlitz Tochter, ver- ehlichte er sich - 620 Die Druckerey allhier wollte er zwar gerne in bessere Umstände setzen, er war auch geschickt dazu; Alleine die damaligen trübseeligen Zeiten hinderten ihn daran. Endlich nahm ihn die Pest gar hinweg. Und nunmehro hörte also die Druckerey zum andern mal auf, und der dreyßig jahrige Krieg hemmte dessen Wiederherstellung eme geraume Zeit. Endlich kam Zacharias Schneider, ein Enckel des Nicolai Schneiders, 1556. von Liegnitz wieder Hieher. Es wollte aber nicht recht mit ihm fort, dahero er nach Absterben seines Vaters Johann Schneiders 1659. wieder nach Liegnitz gieng. Seine Stelle ersetzte hierauf Johann Caspae Dehne , von Freyberg aus Meisten. Er war ein fthr fleißiger und geschickter Mann und trieb die Kunst bis von einigen Buchdruckern. Z9Z bis an seinen Tod 167,. Mit seiner Ehefrau Anna Maria Voiyin hatte er sechs Kinder erzeuget, die bey seinem Absterben noch unerzogen waren. Es führte selbige als Wittwe die Druckerei) biß 1674. mit Herrn M'chael Hartmann fort. Endlich heyrarhete sie gedachten Herrn Hartmann 1674, den 5. November. Er war zu Verna 1650. gebohren. Sein Vater war ein Gärtner, welcher ihn in seiner Jugend zu allem guten anhielt. Als er nun in seinem 14. Jahr mit seinen Ellern nach Gör- litz kam und die Druckerey daselbst sahe, so gewann ihn Herr Christoph Zipper so lieb, daß er ihn -664 in die Lehre nahm Im Jahr 1669. waren seine Lehrjahre zu Ende, worauf er noch in diesem Jahr zu Dreßden po- stulirte. Er sollte zwar nach Berlin in Condition gehen; Alleine auf Herrn Z'ppers Ansuchen blieberin Gör- litz, bis er 1672, nach dem Tod des Herrn Deh- nens nach Zittau verschrieben worden. Hier fand er eben keine gar zu wohl eingerichtete Druckerey, dahero er seinen Stab weiter fortsetzen wollte; Er ließ sich aber bereden, daß er daselbst blieb. Hierauf heyra- thete er 1674. die Dehnische Wittwe und bekam mit ihr 6. unerzogene Kinder. Sein Anfang wurde ihm also sehr schwer, da er eine mit Kindern angefüllte Stube und von Littern entblößte Druckerey hatte. Unterdessen erbothen sich einige Gönner ihm Geld vorzuschie- sen,daß er sich anschaffen könnte, was ihm noch fehlte, Es wahrte nicht gar zu lange, so konnte er 1685. eine Schriftprobe von 25, Arten von Schriften zeigen. Nunmeheo war also die Zittauische Buchdruckerey in gantze andere Umstände gesetzt. Dahero er in grosser Menge lateinisch, griechisch, teutsch, böhmisch und wendisch gedruckte Bücher lieferte. Mit seiner Ehe- Bb 5 frau z?4 Cap, V. ZortyeftyteNachricht frau hat er 34. Jahr im Ehestand gelebet und mit ihr eme einige Tochter erzeuget Nach derselben Absterben lebte er 24. Jahr im Wiltwerstanve, und besorgte seine Druckerey auf 6o. Jahr. Endlich nöthigten ihn seine geschwächten Kräfte 1710. seinen Lydam Herrn Johann Lhrijiian Gtremeln von Zauban zu sich zu mffen, der ihm bis an sein Ende i?zz. den ?c> November revlich beystunde. Herr Johan^ Christian Grremel bemühte sich also von "-7l wurde 1. V. v. und l>raÄ. Der andere aber Christian Ferdinand IVIeci. l). und ?rsK. Wir wünschen Vater und Söhnen, daß sie vergnügt M>ch viele Jahre lebm mögen. S. Z^nauchs ysl. 'I'^^oZ?. 8u^. ^>uL 64 5ecz<^. Allhier ist die Buchdruckerey 152 z. angefangen worden. Der erste Buchdrucker ist Hannß Gchön- berger gewesen. Nach ihm sein Gesell Georg Gastet, darnach Gabriel Aany, und endlich ÄOolff' Mleyerl)!'^' ein Zwickauer, liach andern. Als aber z 570. ein kurfürstlicher Befehl von den Vnchvru- Orn und Buchhändlern, ausgebracht worden, daß nichts vott etttiZett Äuchdruckers?. Z9Z yichts im gantzen Lande, als auf Universitäten, Ms gedruckt werten, so ist die Buchdruckeret) auch hiex zu Grunde gegangen. ZlVslff Meyerbeck aber hat üch bey Zeilen von hier nach Freyberg gewendet, da sich denn E.E, Rath nebst dem gottseeligen H. D. ZVet- lern der Druckerey sonderlich angenommen, und es endlich so weit bey Churfürst Augusts gebracht, baß genanntem XVoiff Meyerbecken von Zwickau gnadigst zu gelassen worden, seine Kunst, wie zuvor, dem gemeinen Nutz zum Besten, ohne Hinderung weiter zu üben, wie Andreas Mollerus psir. I. l'KeZr. t'i-eilz. p. 149, secjcz^ gedencket, wie ich bereits oben p. 276. dargethan habe. Im Jahr i6zo. hat aufBorschuv eines Hoch-undWohlweisen Raths und Gotreskasiens allhier Melchior Göppner wieder eine neue Buchdruckerey angerichtet, worauffol-. gende schöne Reuue gemacht worden sind.. Im lahr vo Die Typographen In ZWick angangen Wtever neV. Jngleichen dieses llreomenotoxor^poZrg^unoms-» roöiliickorl, ?r!!V!s8 !p5s rypos proDVm rlbl k'ebrVVZ 0rbß Vlbe In L)'FNLs, Lügner K siTe 8Vs. Seme erste Pwbe ist eine Leichenpndigt von v.^/,/-. damals Pastore und Superintendent bey dem Begräbniß Frau Magdalem»., Herrn Jobann Gchüyens des Raths und Holtzverwesers, ehelichen Haußsrauen, welche daselbst den 9. Jnlii L 6zQ. gehalten worden. Im Jahr > 6z?. wollte sich. Mannter Buchdrucker mit seiner Druckerey nach Torgau wenden, es wurde ihm aber nicht zugelassen Weit er dieselbe durch eHeF Hoch-und Wohlweism. ?96 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht Raths so wohl, als desGottesrastens Vorschub angerichtet hatte. Hierauf hat er 1656. Kl. Tobias Schmidts Zwickauischs Chronica in 4. 2. Theile gedruckt, welcher wir viese Nachricht zu dancken. Wenn aber dieser MelchiorGöpner gestorben, und wer auf ihn gefolget ist, kan ich nicht berichten. So viel weiß ich wohl, daß Johann Friedrich daselbst die Buchdruckerkunst getrieben hat. Er war 1669. den 28. April zu Altendorf bey Pirna gebohren. Sein Vater war Johann Friedrich, Gerichtsschöppe daselbst, die Mutter Carharina, eine gebohrne Harigin. Er hat die Buchvruckerkunst erlernet bey Herrn Joh Heinr. Gcremeln in Pirna, in dessen Officin eri68z. angenommen und r688- wiederum loßgesprochen worden ist. Er postulirte 1691. in Dreßden bey Herrn Im- manuel Bergen, und kam nach Zwickau, allda er is. Jahr in Kondition gestanden, als 2. Jahr bey Herrn Gabriel Süschel, und 17. Jahr bey Herrn Johann Damd Friderici, alsdenn richtete er daselbst 1718- eine eigene Druckerey auf Hieraufvcrehlichte er sich mit Jungfer Era Maria, perer Pfefferkorns, Bürgers und Schuhmachers in Altenburg, Tochter den 25, Febr. 1705. und zeugte 5. Söhne, d'cwon die ersten viere, Johann Daniel, Johann David, Christian, Johann Christian, und zwar der letzte, welcher die Buchdrnckerkunst erlernet, in Göttingen 1758. wiederum verschieden sind. Der jüngste aber, Johann Heinrich, so gleichfalls die Buchdruckerkunst erlernet, ist cmnoch Leben. Er starb in Zwickau den 21. Jul. 1729. Daniel Gottlob Wunderlich ist zu Steinvleiß bey Zwickau 1704. den 19- Febr. gebohren. Sein Vater von einigen Buchdruckern. Z97 ter ist Samuel Wunderlich, welcher nunmehro in die 40. Jahre das Amc eines Schulmeisters daselbst verwalt- r und amwch am ^eben ist' Dessen gleich- fals annoch lebende Mutter ist Maria lvunderli- chin, eine gebohrne tNorgensternin aus der Augu- ftusbura. Die Kunst erlernete er zu Schneeberg bey Herrn Heinrich Zuloen, allda er 1719- am Tage Maria Magdalena angenommen, und 1724^ den 27. Jul. wiederum losgesprochen worden. Er postulirte 1726. den 2 Febr. in Zwickau bey Herrn Johann David Hn'derici Nach Ableben des Herrn Johann Fn> drichen, gleichfalls gewesenen Buchdruckers in Zwickau, wurde er Anno 1729. von Leipzig als Factor in desscn Officin verschrieben, aliwo er auch bis 1752. verblieben. Er verheyrathete sich in eben diesem Jahr den 25. Febr. mit Frau EvalNa- ria, des Herrn Friedrichs Wittwe, und lebet bis Hieher ohne Kinder. Dessen Druckerey bestehet in 2, Pressen und arbeitet meistenteils in seinem eigenen Verlag. Beschluß dieses Capitels. Und hiemir beschliese ich vor dieses mal meine Nachrichten von einigen Buchdruckern, sowohl inn-als ausserhalb Teutschland, welche ich nach und nach gesammlet habe. Man wird mir hoffentlich zugestehen müssen, daß es ein ziemlicher Vorrath gewesen : Al. leine, wenn ich die aufrichtige Wahrheit sagen darf, so habe ich niemand weniger, als mir selbflen, ein Genüge damit gethan. Denn ich weiß noch überaus viel Buchdrucker, die nur in Teutschland und angran- tzenden Landern gelebet, von welchen ich weiter nichts, als ihr^ Nahmen gefunden habe. Ich will nur etliche Städ- Z98 Cap. V. 8srt«eseyee Nachricht. Städte hersetzen/ so wird der Augenschein einen Beweist abgeben. Also weiß ich von ÄajI-l.- Joh. Am- merbach, Joh. Bebelins, Friede. Viel, Nie. Bry- linger, Andr. Cratander/ Val. Curio, Nie. Epi- scopius, Hieron. Froben, Ant. und Mich. Gallicio- nes, Pamph. Gengenbach, Job. Herwagen, Jac- Phorcensis, Mich. Jsingnn, Nie. Keßler, Luow. König, Gertruds Lachnera, Jac. Parcus^ Pet.Per- na, Adam und Joh Pclri, Joh. Walder, Mich. Wensler, Varrhol Wefthemer, Ancon und Robert Winter, Thomas Wolf; Von Chemmy.- Joh» Gabriel Gütlner; Von Löln .- Gerwin Calenius, Matern Cholin, Crithius, Grevenbrnch, Bernhard Gvalter, Peter Henning, Anton Hierams, Gortfr. Hittorp, Arnold tsr Hörnen, Joh K>nch,Joh. Krebs, Hermann Mylms, Arnold.- H.inria) und Peter Quentel, Ulrich Zell; Von Gtraßbuig; Joh Andreas, Moritz und Johann Car!, Heinnch Eckstein, Martin Flaccus, Wilh. Christian Glaser^ Joh. Gruninger, Georg Hagen, ^Leotin Hnßner, Lucas Jelinger, Andelanus Wolfg Kopphel, Paul Lever;, Georg Marillus, oder Uebeiin, Joh. Pickel, Joh. Ptuß, Joh. Repo, Wendeln-Richel, Theodor Roland, Adolph Rusch, March Schmer, Johann Georg Simon, Joh. Spalt, Joh. Spangenberg, Brenz Silvester, Georg Ulricher, Lucas Waltz, Johann Wangen/ Mich. Andreas Würcker. Dieses maq zur Probe genug seyn. Von den übrigen Städten in Teutschland, davon ich in meiner Erzeh- lung nichts gesagt, habe ich ebenfalls eine Menge solcher Namen angemerckt. Weil ich aber zur Zeit nichts, als die blosen Namen auftreiben können , so habe ich sie weg gelassen Wolte mir also jemand von eitttgen Buchdruckern. ?95 diö besondere Gefälligkeit erweisen, und von Denjenigen Orten, wovon ich nichts gesagt, einige Nachricht ertheilen, von denen ich aber etwas weniges gesagt, einige Zusätze überschicken, dem würde ich nicht nur gebührenden Danck abstatten, sondern mein Verleger wird ihm auch seine Arbeit billig bezahlen. Ei? rügen Göimern und Freunden zu gefallen werde ich^ wo mir GOlt das Leben schenckt, nicht eher ablassen, als bis ich eine vollständige Historie der Buchdrucker, vornemlich in Teutschland, zu Stande gebracht habe. WonFranckreich, Holland, Engelland, Italien unv andern Landern will ich zwar einige Nachrichten sammle», an die Herausgabe derselben aber vorjetzo gar noch nicht gedencken. Ich will mich begnügen, wenn ich nur von allen Buchdruckern in Teutschland eine vollständige Nachricht geben kan, wenn sie sich an einem Ort nieder gelassen, was sie merckwürdiges gedruckt, was sie vor'ein Buchdruckcrzeichen geführt haben, und was ihnen fonften begegnet, das eines Ausscheidens werth ist. Endlich will ich diesem Capitel die Siegel noch anhangen, weiche gantze Gesellschaften gemeinschaftlich führen, soferne sie an einander schreiben, oder wenn sonsten in Nahmen der gantzm Gesellschaft etwas ausgefertiget wird. ^ RVKl. I. LlVIl^VK! I^PVtZKä. tttlcvN MK0t/. KKWV. ^M-.^ Mr^^-- ' " - 'iiL " ^»--«t-^»-^ M^i. 40S Cnp. V. Fsrtgeftyte Nachricht NV>4. IV. 8!6I^VI^ 1"t'?0L^^?tticV.Vl ^^L^8IV^. 5^55. von einigen Buchdruckern. 401 V. 8i6il.i.vk5 i'^eo. Qk^ett. I.iesi^5. VI. soci^l'^l'. i-veoc-^^x». Ao. 4os Cap. Vl. LVohleittgetichtete Die beygesetzten Worte bey einem jeden Siege! stehen allemahl aussen herum im Rande, welche man deßwegen gedruckt, weil sie in Holtz geschnitten nicht gar zu wohl ausfallen. Bey Jena ist anzumercken, Laß man daselbst das erste bis 1720. geführt, und hernach ein neues habe stechen lassen, mit welchem das Negenspurgische genau überein kommt, wie ich aus dem an uns ^geschickten Abdruck ers-'hen. Die Umschrift darauf heißt: SILlt^. I^?0LK. ÜällSö. Vl.Aapitel. Wohleingerichtete Kupfer- ^ druckerey. /^^Sndlich komme ich zu meinem Endzweck naher. Nachdem ich dasjenige geliefert, was zu den Geschichten der Buchdruckerkunst gehörig, so will ich auch noch einige Dinge anführen, so zu der Kunst selbsten gehören. Ehe aber dieses Geschieht, so will ich auch etwas von der Kupftrdrucke- rey melden. Es geschiehet dieses nicht nur deßwegen, weil selbige mit der Buchdruckerey eine genaue Verwandtschaft hat, sondern auch vornemlich darum, weil wich viele gute Freunde darum ersuchet haben. Ich will also nach dem verjüngten Maßstab zeigen, wie eine Kupferdruckerpresse, nebst allen dazu gehörigen Stücken anzulegen sey, und wie man mit Vors theil, und Geschicklichkeit geätzte und gestochene Kupferplatten auf Pappier abdrucken soll. Es folgt also: 4O! > stel^ deß gar Lat her da! «u^ Um VR Md schie rey l weil wan weil Ich wie > rige>> theil pfer; > Aupferdruckerey. 40z !. Auslegung derjenigen Stücke/welche zur Zu-- sammenfügung einer RupfeLpreM gchören. Es sind vielerlei) Stücke so zu einer Kuvferdru- ckerpresse gehören, davon der meiste Theil m bey- zesetzter ^igm-g i. perspectivisch voegssteiiec wird. Unter diesen Stücken werden zwey Stücke Die Füsse genennet, so mit <^ ^ gezeichnet sind ; 'Piere werden Ixlöyer genennet, so mir l bezeichnet sind, welche >Sarzu dienen, die Presse hoch zu- stellen, und daß dieselbige vest und gleich darauf liegen, oder ruhen kam Zwey davon, wie das Stuck A, !Z zeiget^, werden Geuenrv^>dl' genennek, und an jedem sind zwey lange ausgeftonittene Löcher^in der Forme r?-r u und x v. Vier Stücke Mö- ren zu jeder G^renwalid, welche man Bücbstn nennet, mit p 0 bezeichnet. Angleichen vier Stücken Holtz, deren zwey in oev Figur mir n <> bezeich- mt, welche man in die Schmue ver sanken zwey Geirenwande legen muß, damit die ^-ücki'en d!S Bande der Rollen, oder -lValyen fassen, darvvn hernach an feinem Ort ferner geredet werden soll. Hier mercke man noch folgendes an: Die besagten vier Büchsen Imüssen an den Enden s b gekerbet seyn, damit der innerste Theil der Büchsen mitweis- sen Blech überzogen hvird. Es sind auch viev Zrverch-Holyer, deren zwey I !i bezeichnet, welche die Seicenrvande unterstützen undvest haltemVie- rs werden die Arme der Poesie genennet, so mit L bezeichnet sind. Vier Stücke, wie die Mey Co- lümmen, oder Geulen!^ weistn, müssen mit dem einen Ende die ZürjiMd mit deinl andern Ende Sie Cc s . Mme 404 ^"p. ^ ^ V?ohleiugerichtere Arme der Presse fassen und vest halten. Ausserdem sind noch Schrauben nöthig mit l. gezeichnet, welche das Zrv!'rch-Ho!y, so an seinem Ort beschrieben wird, halten müssen. Ferner der eiserne Schlüssel, darmir man besagte Schrauben schliessen und anziehen könne, so mit Kl bezeichnet. Hierbey sieht man a.uch das obere Stück mir X ^ gezeichnet, welches an den zwey Enden eingeschnitten werden muß, damit solches die zwey Seirenwände halten und zusammen fassen könne. Über dieses sind auch die zwey runde Hölyer, welche man Rollen, oder LValyen nennet, zu mercken, die obere mit I und die untere mit ll bezeichnet. ÄZas sonsten noch mehr, als das Creuy, Haspel, oder Hörner darzu gehöret, wird in nachfolgender Beschreibung ausführlich erzehlet werden. Die Theile der Presse müssen von guten eichen Holtz, welches wohl dürr ist, seyn, oder dem übrigen Theil des Tisches und den runden Höltzern gleich, welche von guten dürren Nußbaumen Holtz. Man macht auch bißweilen die Waltzen von Ulmen Baum, oder auch von guten Buchen Holtz. 5IQ. II. Zusämmenfuguug derer Stücken, wie diesel- bige eine Seite der Presse vorstellen. In beygesetzter U. Figur siehet man die meisten Stücken, von welchen vorher geredet worden, beysammen, welche einen Theil der Presse ausmachen. Wann man nun also auf dergleichen Art eine zusammen füget, so sind nur noch drey, oder vier Stücke übrig, welche man, die Presse vollkommen zu machen, in V ' i » Aupferdruckerey. 405 in nachfolgender Figur beschreiben mW vorstellen wird E6 ist auch das Maaß bey jedem Stück dazu ge. setzt, und bedeutet 5^. Schuhe die übrige bedeuten Zoll, und Theil der Zollen; Zu besserer Nachricht aber ist der Maaßstab von zwey verjüngten Schuhen beygefüget, davon der eine in zwölffZoll abgetheilet, und ein Zoll ist wieder in zwölff Theile getheilt. In dieser! Figur ist das Maaß der zwey runden N^alyctt, oder Rollen, wie auch der zwey obersten Büchsen K.K und der zwey untersten und V also abzunehmen und zu zeigen, daß dje Rolle, sderrval- yen l in das durchgejchnittcne oberste Loch der Sei- renv?ände an den Enden 8 und 9 in seine Bander eingesetzt werden muß, also, daß die Schnitte der andern Seirenrvand scdnur stracks dargegen komme, damit die beyden Rollen, oder rvalyen, durch die Suchen wohl umfasset und eingesetzet werden,welches man besser aus der Figur, als aus der Beschreibung verstehen wird. Ehe man d-e Füchsen ersetzet, oder dieselbige zu den Rollen, oder XValyen applicirer, so muß man zuvor solche inwendig mit weisen Blech überziehen, damit sich die beyden Rollen, oder vvalyen darinnen nicht ausreiben, und an ihrem freyen Lauf verhindert werden. Die zwey Stücke t-i und die Büchse ^werden dieses alles genugsam für Augen stellen. Das Stück «ist eine Platts von geschnittenen Blech, welches die Grosse der Büchse, oder Umfassung der Rolle, oder VOa'ye haben muß. Wann es rund gebogen ist, so bekommet es die Form wie bey I? und muß solche Krümme in die besagte Büchsen applicirt, und an den zwey Ohren r u mir kleinen Nageln an Cc z die 406 Lap.i VI. XVohleittgerichtexe die Büchse t^angenagelt werden; dergleichen Blechs musj man vie^e also zurichten, wie ich berits erwähnet habe Ehe oie PreP zum Drucken gantz verfertigt, sv nnis? man zuvor besagte Platten von Mech, wie auch Ol - Hive oer beyden Rollen mit alten Schmaltz wo!)! schnneren. lll. Wi.e yie p- eff'c! pon vormn her, nach Verses higen zusammen gefügten Glücken anzu- seyen. Aus hisrbey gesetzter Figur kan Wan die presst, Wie dieselbige inihrem Maß ver zweyen Seiten vorgestellet, leichtlich ersehe-!. Eö ist alp noch übrig, daß ich auch die andern darzugehörigen Sachen beschreibe. festlich sieh! man hierbey in der Figur, das untere Stück,, over den Z-cverchbalckey mit p 0 bezeichnet, welcher an beyden Enden mit gefütterten Schrauben an die SettenWände muß angezogen werden. ^ Das obere ZwsrchstücV X ^ muß an beyden Enden der GLÜenwandL eingsschnitten werden, damit es dieselbige wohl fasse und zusammen halte. Wie das Lreuy und die beyden Rollen, odey Malyen, in die beyden Geilenryande gesetzt werden, kan man aus. den punctirten Linien der Figur, wiij auch hernach perspectivifch ersehen. Der Pfeiler, oder rechte 8uß ^ ist um keiner andern Ursachen willen gebrochen, als deßwegen, damit der Ort des Gceckbogens könne gesehen werden^, welcher an der GeitenN?and und an dem Fuß halt^ darnach hie. andern drey auch gefetzt werden muffen! ZeriW 4° du MI ne M! ^ wi st. ich lsr zei! G M Er mi N der au der der we bg Rupferdruckerey. 407 Ferner sieht man aus der besagten Figur, daß die unterste Rolle, oder lValye einen gantzen Zoll Hol- tzeö über die Tafel, oder den Tisch der Presse gehen muß. Die Tafel, oder Tisch der Presse soll drey Schuh und drey Zoll lang, und einen Schuh, neun Zoll, und sechs Linien oder ^ theil eines Zolls breit seyn, solche kan man hierbey im Perspectiva sehen. Die beyden Rollen, oder XValyen müssen rund und aufs gleichste herum gewendet werden, und so sich vielleicht dieselbige an den Enden aufspalten, so müssen sie,mi! eisern Banden, so in das Holtz oder TValyen eingeschnitten, angenagelt und zusammen gehalten werden, wie in der Figur mit punctirten Linien angedeutet worden. 516. IV. Beschreibung der Gestalt, oder Agur des Haspels, oder des Creuyes, ingleichen des Rades mir seinen Zubehorungen. Aus vorhergehenden Figuren wird man genugsam Zrfthen haben, daßnemiichdas Creuy, oder der Haspel dazu dienet, die Rollen oder U?alyen der Presse damit umzuwenden, und, so die Tafel, oder Tisch dazwischen gestecket wird, dasselbige von einer Seite zu der andern durch zu führen. Man muß wohl in acht nehmen, daß die Tafel, oder Tisch, so zwischen den beyden Rollen, oder Walyen, durchgehen muß, von denselbigen an allen Seiten und Orten zugleich gepfrenqet und beschlossen werde, insonderheit oben; Dervw^gen muß solche Tafel, oder Tisch oben fein gleich und eben, wie auch die beyden Rollen, oder C e 4 Aval- 4°S Tap VI. XVohleingerichtete Balgen Zirckel rund seyn, dergestalt, daß wann man eine Rolle, oder W>alye, auf die Tafel, oder Tisch leget man nicht durch - (verstehe jwischen der Taf.i und die Rolle) sehen könne. Ich komme nun ferner zu der Figur, oder Gestalt des Haspels, oder des Creuyes, welches auf der lV. Figur, mit seinem Maaß zu sehen. ^ Das Srück sbc 6 ist eines Zolls dick, welches darzu dienet, den Haspel, oder das Creuy zu ver- starcken, dieweil es an diesem Ort die gröste und meiste Gewalt leiden muß. Hlsdenn siehet man auf k'jZ. IV. unten die Gestalt des Rades, s welches an das Gerriebe t, angesteckt wird. Dieses Getriebe wird mit den zwey Schrauben c an die preßwand befestiget, und treibet dasselbige das Ramm-Srich- oder Stirn-Rad die Rolle, oder U?alyen> alstxKe dir weiset. Darnach lege einweissesun- genetztes Pappier, so groß als dasjenige, das zum drucken genetzet worden, auf deine Tafel, oder Tisch zwischen den Raum 6 et> und auf dieses Pappier lege fein auf die Mitte deine eingsichwartzte Rupferplatte, welche noch ein wenig warm seyn solle, also, daß das schwache, oder eingeschwartzte, gegen dich sehe, wie dir solches die Figur e. genungsam zu erkennen giebt; hernach lege auf solche eingeschwartzte Ru- pferplacre, dein mit demSchrvam gefeuchtes Pappier, und auf dasselbige abexmal ein genetztes Macu- latmpappier. Ferner lege deinen über die Rolle, oder C c 5 Mal- 4ia Cap. VI. D?olMttgerichtete ZlValye, geschlagenen F-ly, oder Tuch fein eben mW gleich auf dieses alles; ziehe hernach mit dem Creuy- haspel die Tafel, oder deinen Tijch ftin gleich biß auf die andere Seite hindurch, wie die Figur ausweiset. M6. V!, Wir haben die Gelegenheit nicht vorbey gehen lassen wollen, auf dieser Figur eine Presse mit einem Rade vorzustellen und wie selbige nach perspectivischee Art gesehen wird, wann der Drucker mit ermelde« ten Rade die Tafel, oder Tisch nebst der Kupferplatte durchziehet. Ob mit dem Haspel, oder Crcutz> oder mit dem Rade bessere Arbeit kan verfertiget werden, laßt sich leicht entscheiden. Ohnstreitig ist die letztere besser, denn mit dem Haspel, oder Creutz ist viel schwerer zu drucken, als mit dem Rade, weil man mir der ersiern keinen gleichen Zug hat, sondern man immer rücken muß; hingegen mildem Rade treibet man die Tafel mit der Kupferplatte unverrückt durch, dcchero das Kupfer viel besser zum Vorschein kommt,zumal wenn ein Kohlfeuer/woraufdieKupfer- platte ehe sie eingeschwärtzet, noch darzukommt-und erwärmet wird. Es geschiehet solches meistentheils bey grossen Portraiten, welche wegen ihres saubern Stiches besonders trattiret seyn wollen. Man kan aber die Arbeit nicht vor einen solchen Lohn begehren, als die mit dem Haspel, oder Creutz verfertiget wird, weil vielmehr Zeit darauf verwendet werden muß,, als mit dem Creutz. Es wird aber auch ein guter Firniß dann erfordert, welcher sich aus der Tiefe- fein heraus hebet, wie ich selbst gesehen, daß wenn- der Drucker die eingeschwärtzrs Kupferplatte in der Presse abMM. sie gesehen, sls wenn sie noch nicht gebraucht 4 L S h d ? Z t t L c !- 1 l I < ! l Z z / ^Rupferdmckerey. 41 r gebraucht worden wäre, und dieses ist auch den Platten dienlich. Also wendet, oder ziehet der Drucker mit dem Rade allgemach herum, und so die Rupferplacren nicht allenthalben gleich dick sind, so leget der Kupferdrucker zwischen der Tafel und die Rupferplatte etliche Stücke grobes Pappier, nachdem solches die Ungleichheit der Kupferplatte erfordern möchte. Wann also die Kupferplatte auf die Seite K kommt, also, daß das Pappier nicht mehr unter der Rolle, oder XValye stecket, noch dieselbige anrühret, sondern nur die Tücher, oder Aly K, so hebet er auf der Seiten alle Tücher zugleich auf, und schlagt dieselbige über die obere Rolle, oder VOalye, wie oben gelehrt worden, hernach nimmt er das Maculaturpappier herab. Ferner nimmt er mit beyden Handen an den beyden Ecken des Püppiers, so auf der Aupferplatre liegt, und hebet selbiges allgemach auf, damit die Scharffe der Gchrvärye das Pappier nicht zerreift se; Man muß aber dabey zu sehen, ob alles aufdem Pappier wohlangekommen, und so es also ist, so schwartzet er seine Kupserplatte vom neuen ein. So nun dieselbige wiederum geschwartzet, so verfahret der Drucker mit derselbigenwiezu vor, solang Hö es ihm beliebet. Ich muß auch noch sagen, daß der Druckn an, jedem End? der Presse 6. tt. an einem nicht unbequemen Oct insgemein zwey Tische setzet, mit sau-- hern Pappier bedeckt , damit man die ÄbdrucVedar^ auflegen könne, D«v genetzte Pappier kan der Dru^ cker auf den obern ZWerchbalcken der Presse legen mw zur Hg«d haben, wie m der HiMr bey ^ zu ft-- hen ist. 412 Cap Vl. vvo^leingerichtete Nachdem nun der Drucker sein Tagewerck vollen, det, so nimmt er mit einem Tuch ein wenig Bamnöl unv überfähret damit seine Rupfcrplarre, damit die Schusarye, welche noch in den Rissen, oder Linien des Kupfers stecket, nicht vertrocknet, insonderheit im Sommer, wann es sehr warm ist. Deßgleichen thut er auch, wenn er nicht mehr Abdrücke von dem Rupfer machen will, daß keine Schwarye übrig darinn bleibe, darnach wickelt er seine R.upferplatte in ein sauberes Papppier ein; Er muß aber dieselbige an einem trocknen Ort verwahren. Endlich ist noch zu mercken, daß alle Abdrücke, so auf beyde Tische aufeinander gelegt worden, noch den selbigem Abend, oder dem nachfolgenden Morgen, auf wohlausgestreckte Seile, oder saubere Schnüre bis auf den andern Morgen aufgekanget werden müssen Ist das Pappier, oder die Abdrücke trocken , so nimmt man sie von den Schnüren ab, leget sie auf einander, und läßt sie einen Tag, oder zwey unter einer preß liegen, hernach ordnet man selbige Dutzentweiß, oder wie man sonstenwill, zusammen, leget sie in eine Kisten Hauffenweiß auf einander, dieses treibet die Gchrvarye ziemlich heraus, und trocknet sie gar wohl, Art, oder Manier wie man die Rupferplatten einschrvaryen, und dieselbige auf pappier abzudrucken anordnen soll, nebst einigen Anmerckungen. Nachdem nun die Kupferplatten obgelehrter Massen gantz verfertigt, und es andem ist, daß man solche abdrucken will, so legt man dieselbige auf einen Rost über das Kohlfeuer und hält dieselbige an einem Ende oder Rupferdruckerey. 4 r z oder Ecke, mit einem saubern weissen Tuch; Sodie- selbige nun ziemlich warm worden, so leget man sie auf den Tisch/ schwächet sie alsdenn um einem Ballen allenthalben fein wohl ein; Man muß aber wohl achtung geben, daß alle Linien, oder Risse, der Kupferplatten emgeschwärtzet werden. Ist der Vall zu vor schon gebraucht worden, so darf man nicht so viel Gchrvärye darauf nehmen; Ist er aber noch neu, so muß man drey, oder viermal mehr Schwar- ys, als zuvor nehmen. Anmerckungcn, welche bey Abdruckung der Rupferplatten zu rvisien nöthig sind. " 1) Muß man den Ballen so wohl, als das Tuch zum abwischen vor Sand bewahren, und an einen saubern Ort legen. Denn wenn sich etwas unreines anhängen sollte, so wird es viel Ritze auf der Rupfer- plarcen verursachen, und also die Arbeit sammt der > Platte verderben, welches auch geschieht, wann der Ball von der daranhangenden Schrvärye sehr hart und alt worden ist. Man muß also dasselbige fein rund ab-und hinweg schneiden. 2) Wenn nun die Schrvarye auf die Rupferplatte getragen, so nehme man ein anderes sauberes Tuch, (nicht dasjenige, so man in der Hand hat, und die ' Platte damit halt) und wische damit die Schwache fein gleich und fleißig ab, hernach nehme man wie- !' derum ein anderes sauberes Tuch wische es noch fleis- siger und letzlich mit dem Ballen der Hand, welchen man vorhero in ein wenig geschabteKreiten eingedunckt, aufs sauberste ab. wische hernach die Hand an einem saubern Tuch, entweder so du in der Hand, ^ oder sonsten an einem Ort liegen hast. ?) Tap. VI. WshlemgsLlchtete z) Muß man das Kupfer nach der Länge und dee Breite abwischen, damir die überflüßige Schwache, welche darauf ist, hinwegkomme, unddarvon nichts ubr'i ^Kibe, welches nian leichtlich sehen kan. 4) Muß man auch den Rand, oder Umkreiß der Kupferplatten , da etwan Schwärhe daran hangen geblieben, fleißig und rein abwischen ^und sich darbey hüten> wann die Kupferplatte abgewischt worden, daß dieselbe alsdcnnmir nichts anders besudelt, oder unrein gemacht werde. 5) Man hat noch ferner in Acht zu nehmen, daß die Hand) so bey dem Abwischen der placre gebraucht wird, vom Schweiß zuvor sauber gemniM werde. 6) Das Tuch, so zu dem Abwischen der Farbe gebraucht wird, muß unterschiedlich, jedoch nichr zu grob, genommen werden 7) Muß man auch die Finger an ein anderes T ich abwischen, damit das genetzte Puppier im Aufheben nicht beschmutzet wird. 8) Muß man auf den Tisch, odevTafe! der Presse etliche Tücher, und aus dieselbtge Maculaturpappiec legen, alödenn die Platte zwischen die Rotten, oder Walyen durchziehen. ^ Man kan auch Kupferplatten von andern Farben als roth, braun, oder dergleichen auf weiß Pappier drucken, Es müssen aber dieselbigen Farben mit welchen man drucken will, 1) wohlgerieben und fleißig zugerichtet werden. Es kan auch zu den dunckeln, oder braunen Farben das Oel, damit die Drucker-- schwärtze angemacht, genommen und damit gerieben werden ; Vor die helle Farbe kan man das anders Oel nehmen, welches dick und von seiner Fetttigkeit sermugtt worden, 2) Hat man auch wahr genommen, Rupferdruc?crey. 415 wen, daß die Druckschwartze auf versilberten und vergüldeteu Pappier nicht hassten wolicii, diesen abzuhelfen, darf man nur, wenn man ungefehr eines Eys großSchwartze hat, einen Löffel Ochsen Gallen, ein wenig Eßig, und Saltz darunter mischen, man muß aber nicht mehr Schwäche mit Gallen vermischen, als man brauchen will, denn sonsten verdirbt ftibiSe, und halt nicht. Wie man mit Zarben drucken soll. Gesetzt man hätte eine solche Platte, welche man mit zwey - oder dreyerley Farben abdrucken wollte. Z. E. es stünde ein Mann auf der Platte, der sollte einen yrauen Hur, braune Haare, einen rochen Mancel, Hosen und Riei'des gleich einer Farbe und andere Strümpfe haben. So muß man noch eine andere Platte in gleicher Gröj^eund mit gleichen Bildern bezeichnet haben, die alle-auf einander treffen. Wann nun der erste Abdruck und der blosse Umriß auf einem Kupfer, auf starckes und dickes Pappier gedrucket ist, so muß man auf das anders ' Kupfer Z. E. nur den Hut, oder alles was man an dem Bild grau haben will, mit solcher Farbe einschmieren/ oder mit einem Pinsel auftragen, und es so vielmahl abdrucken, als man Exemplar begehret. Ferner kan man eben auf solches Kupfer mir einer andern Farbe, das Haare, den Mantel die Strümpfe, jedes absonderlich stechen, und mit bunter Farben besagter massen nach und nach zu wege bringen. Dabey ist zu mercken, daß man das Pappier jedes'.'.,«! darzwischen wieder trocknen lassen muß, und es denn also netzen, daß sich die Farbe nicht fletschet, und aus- Wsffet, deßwegen muß auch gemeldtes Papplsr dick 4l6 Cap.VI. LVobleittgerichtete seyn/ und zwischen zwey nassen Bogen fein lind gefeuchtet werden, so wird das Gemählde viel mrter und schöner heraus kommen, als es kein Briefmahler zuwege bringen kan. So du gerne einen Abzug, oder Umdruck deiner aufPappier gedruckten Figur haben wolltest, so kannst du solches leichtlich zu wege bringen, nemlich so bald du dein Pappier unter diePreßevon der Kupferplatts in Abdrucken aufhebest und hinweg thun wilst, verstehe wann dasselbige von der Schwartzs noch feucht und ehe es trocken wird, so lege auf deine Kupferplatten (welche du unter der Presse also liegen las. sen solt,) ein sauberes gefeuchtes Macnlatur, und auf dasselbige ein anders gefeuchtes Pappier, hernach lege auf daistlbige von der Farbe noch gleichsam frische und ohnvertrocknete Figur des vorigen Abdrucks, und verfahre wie oben mit dem Kupfern geschehen, so wirst du zweyerley Abdruck, einen rechts und den andern umgekehrt zuwege gebracht haben. Vor etlichen Jahren hat Klr. Z^?-?-/^ ein Burgunder, einer von den berühmtesten Mahlern, ein solches Kupfferstück Herfür gebracht. Aufeinen braun- lichgrauen Pappier, waren die Bilder mit fchwar- tzen Umriß weiß erhöhet, fast, wie man etliche solche Bildersteine findet, recht schön und zierlich, da man der Sache nachgedacht, >o hat man befunden, daß es folgender Gestalt ins Werck gerichtet werden kan. Man muß zwey Kupferplatten haben, welche genau zusammen treffen an der Grösse, und die eine vorbesagter massen abdrucken auf dickes Pappier. Auf die andere Platten aber muß man eben diejenigen Figuren tief eingraben, oder das Scheid- und Etz- Rupferdrucker?y. 417 Etzwasser tief fressen lassen und nachmals mit den Farben, wie vor gedacht worden, einschmieren, so wird sich das Bild zwischen der Preß-Rollen also eindrucken, daß es so hoch erhaben scheinet, so tief nemlich das Bild eingesencket worden. Die Schwierigkeit, die man dabey gefunden, ist, daß man ein Oel und Pappier finde, welches sich nicht gelbe und mit andern nechsten Farben vermische, darzu denn das ausgepreßte und ungesottne Nuß- Oel am dienlichsten ist, solches muß man in zwey bleyernen Gefäßen in der Soiu>en- lassen dick werden, daß es dem gesottenen Oel gleiche, welches unten in dem Wörterbuch beschrieben wird. Will man es dicker haben, so mag man das eine Gefäß langer in der Sonnen stehen lassen. Hierzu muß man auch schönes und gutes wesßes Bleyweiß haben, welches man pulverisiren und mit dem Oel abreiben und vermischen muß, daß es dick wird, wie eine Drucker-Schwärtze. Wann man nun einen Abdruck von der ersten Kupferplatten gemachet hat, so muß man solchen i». oder 12. Tage über wohl trocknen lassen, alsdann wieder netzen, und das andere Kupfer vorauf drucken, wie das erste, dessm Figuren gleich eintreffen müssen. Wann diese letzte Platte über den Kohlen ein wenig gewärmet ist, so werden sich die ersten Farben so geschwind nicht abziehen. Sonsten ist an der Art zu drucken kein Unterscheid. Dieses ist also, was bey dem Abdrucken der Kupfer- platten zu erinnern vor nöthig erachtet worden. Kommt D V nie 4i 8 Lap. VII. Von einigen Alphabeten ein over das andere Wort noch vor, wovon hier kein deutlicher Begrif zu finden, so sehe man nur unten in dem Wörterbuch nach, allwo unter seinem Titel ein jedes besonders deutlich beschrieben, und Die Art gewiesen worden, wie es verfertiget/ uns damit verfahren werden muß. VII. Capitel. Bon einigen Alphabeten und Abkürtzungen. i. i^^Sndlich muß ich etwas von einigen Alphabeten noch sagen, wovon ich in meinen beyden vor- hergehenden Theilen nichts angeführet habe. Die erste Anmerckung betrift ein Rußisches A. B- C. Buch, dergleichen man in Teutschlano noch nicht gesehen, und beschrieben hat. Es ist bekannt, . daß die Druckerey in Rußlaud noch nicht gar zu lange einen Wohnplaz gefunden hat. Man muste sich also schlechterdings mit geschriebenen Büchern daselbst behelfen. Es haben aber die Russen ihre Schriften nicht auf diejenige Art, wie wir in Teutschland pflegen, verfertiget, sondern sie haben selbige auf schmales Pappier, etwan einer Hand breit, geschrieben, und hernach dieses schmale Pappier zusammen geleimet, daß eine Schrift wohl 5.) bis 60 Ellen lang gewesen, welches sie hernach zusammen gerollet haben. Ein guter Freund hat mir ein Sergleichen geschriebenes ^ ' uttd Abkuryemgött, 419 nes Rußisches A. B- C, Buch gütigst mitgetheilet welches in der Länge' 8- Ellen, und nicht breiter, als etwas über z-. Leipziger Ellen ist. Die Nußische Sprache hat in allen 42. Buchstaben, ein jeder aber davon hat wohl zehm, fünfzehn und mehrere Figuren. Zwischen einem jeden Buchstaben stehen in einem Ring etliche Wörrer, und zugleich ein Merck- mahl, wie die Russen ihre Zahlen ausdrücken. Zur Probe habe ich die beyden ersten Buchstaben in Kupfer stechen lassen. Es helfen selbige Äs, A, und Büß», B. Man siehet also daraus, daß es vor der Buchdruckerkunst in Nußland schr schwer gewesen sey, wenn man auch nur schreiben lernen wollte, da man so vielerlei) Figuren von einem einzigen Buchstaben, und hernach zwey und vierzig Buchstaben begreifen und nachmahlen niuste. Herr Georg o dam GchleußinA, volzl-liu^-l^ul'itu«, giebt in seinem neu entdeckten 8^- bi-'g, oder 8ievel-ig . 1690. in 12. p. i zo. auch einigs Nachricht hievon Die beyden ersten Buchstaben selb- sten,als eine Probe von geschriebenen Rußischen Buchstaben, stehen aufl'^L. XXXll. §. !t. Von der Dalecarlm'schen Sprüche muß ich auch ein paar Worte sagen, weil ich unten drey Vacer Unser in dieser Sprache liefern werde. Dalecarln ist eine grosse Provintz in dem Königreich Schweden, welche in Ostcrdalarne und Westdalarne eingetheilt., wird Es grantzet diese Landschaft gegen Abend und Mitternacht anNorwegen/ gegen Morgen an Hellingen und Gestricia, gegen Mittag an Wermeland, eine Gothlandische Provinz. Die Sprache dieser Landschaft ist noch ein wahrhaftiges Überbleibsel von Bd » Set 42O Cap. VII. Von einigen Alphabete» der alten Scythisch-Gothischen Mundart, welche dse Isländischen am nächsten kommt Gleichwie aber in Temschlcmd eine jede kleine Provmtz bey nahe eine besondere Mundart hat; also sind auch in Dalecarln drey besondere Mundarten vornemlich gewöhnlich. Gantz anders redet und schreibet man in Gifdaln, als in LNora, und wieder anders in Orsa, ob diese Oer- ter gleich alle in Dalecarln liegen. Ich liefere also i» Teutschland zu allererst das Vater Unser dieser drey Mundarten. Ich will aber auch aufrichtig sagen, wo ich selbige hergenommen habe. Ich habe selbige aus Kl. Andr. Ärönivalls lMorioig I^iriFUX vsKicar. !>cX, Upsal, 17 ZZ- >n^4. genommen. Diese Disputation verdiente allerdings unter uns Teutschen bekannter zu seyn, weil sie uns von der Sprache der alten Scythen und Gothen schöne Nachricht ertheilet, vielleicht lasse ich sie nebst einigen andern in Schweden gehaltenen Dissertationen wiederauflegen, indem dergleichen Schriften überaus rahr bey uns sind Ich gestehe gerne, daß ich hievon nichts gcwust halte, wo mir nicht ein guter Freund aus Schweden selbige überschicket, dem ich hiemit öffentlich dancks. Die Vater Unser selbsten siehe Unten. Z. III. Endlich liefere ich auch das Grusinische Alphabet, und das Vater Unser in dieser Sprache in Teutschland zum ersten mal Grusinien, tNelerimen, und Georgien liegen zwischen- dem Caspischen Meer und Mingrelien. Vor Alters bieß Georgien auch Jbc- rien. Diese Länder sind mir Armenischen und Griechischen Christen besetzt, wenn sie aber dahin gekommen undAbtütylMgett. 421 men läßt sich so genau nicht bestimmen, ob man gleich saget, daß es zu den Zeiten desKaysers Constantini geschehen sey. Es regiert daselbst mehr denn ein Czaar. Der Grusinskische Czaar David hat sich mit seinem gantzen Reich im Jahr Christi 1586. unter den Rußischen Schutz begeben. Unter der Regierung des Czaar Michael Fedororv-y hat der Grusinskische Czaar Teumray, des vorhergehenden Davids Sohn, eben dieses gethan. Biß hteher hat man von ihrer Sprache w^nig, oder nichts gewußt, nachdem man aber in Petersburg eine Druckerey angeleget, so hat der Grusinskische Czaar durch seinen Gesandten daselbst Litrern schneiden und giessen lassen, womit man hernach ein grusinisches A. B-C. Buch gedruckt, woselbst der christliche Glauben und das Bater Unsee angehänget ist. Man hat aber so rahv mit diesem Buch gethan, daß man auch in Petersburg selbst kein Exemplar auftreiben kan, ob es gleich daselbst gedruckt worden. Ich bin aber so glücklich gewesen eines von einem guten Freund gütigst zu erhalten, dahero ich daraus das Alphabet, und hernach unten! das Varec Unser liefern will. S. Sammlung Russischer Geschichte im I. Stück des ll. Bandes p, 25. leg. Das Alphabet sieht also aus: 1 D d z 422 Cctp. V N. Vstt eimgett Alphabeten ' F/Ftt?-/?. ^M^/./'o^/. ^-tt^./Vö/7?5V. /'ot^?. ^ v ^ Ä Ä'N- A A^' T K-A-tl- F 'x^R^^v 5» 8en8 5 5 kl'M'?. m m^- 5 i ^ h di.'- *b 'M^A. 3 K ^. v tl^. m MM' 'll 'tt'^. K 5 0- 5 b ^ Q, ^1 ^ LZ /^n ^ s Ksn K d (Zzn (Z A Von l) 6 Cri L L tte » K c In I i K-m l( K l^ss 1^ l KlsfliVl m ^sr n »le « K 0n 0 v ?gr ? p ^ l'dje wie pk ^ ljl PcKgr pck ^ I^r m II, n ;i ^ <^ Z ^ V KL' ^ 'ttt HZ 8cZi!a ^ll'KlN vlil Ic K tl'ck 65 'I'5cKsKr t5 OKnn ^IlZl' l)5cki!?n ^ > icck 6lc.-K Diess beyye »oe^, werden für einen Vocs jenl gehalten.. Die fünff Vocsies sind folgende V'i/'! ZU s e i o Kze K r Ü l^lt K ü'tj. ^WG ^ v u tM. g^cz Z^. ^nmechiFrantzös^ L t«V!'W^x^ Xx M»b X x und Abwtyuttgett. 42 z §- IV Da ich mich um die Vermehrung meiner tm ZI. Theil p. 165. gelieferten Abkürtzungen der Wörter umsähe, so fiel mir deH Herrn ) K. curieu- se Kunst und Werck-Schul in die Hände, woselbst ich im andern Theil im 2. B. ein merckwürdiges Capitel/ nemlich das vierdte p. z 48 antraf. Der Herr Verfasser lieferte nemlich einen Mahler-und Künstler - Schlüssel. Es sind selbiges theils einzelne Buchstaben, theils gewisse Zeichen, womit die Künstler ihre Namen auf ihren Kunststücken ausgedrucket. Den Liebhabern dieser Kunststücke, zu gefallen, will ich diese Abkürtzungen wieder bekannt machen/ weil sie daraus so gleich lernen können, wer der Verfertiger davon gewesen, der sich vurch seine Anfangs-Buchstaven> oder durch ein gewisses Zeichen zuverstehen gegeben hat. Ein Theil von diesen Abkürtzungen laßt sich mit der Presse zwingen, der andere aber nicht. Ich will aber doch beyde liefern. Mit der Presse kan man folgende zwingen: Hnroniu8 Wierx. ^. ^. ^sm tucks. ^. 5. ^clrisn collsrc. ^./^ ^n6reg8 KoKI. ^T. /^äsm Cl^Ksmei'. ^. ^. IZsltKssar l.cncK6. ^. 5. Lsrrnel Sprangen. ^. ^. LgrtKel LöNm. cornelius LulcK. ^. /. 424 n6. /). (7. vomioicus (ÜuKos /?. H.//. Vgniel ttopKer. /).vsvicl voZer. 5. L^i^iu^ 8s6Ier. ^.Cunes Vics 6e pgrma. F ?rsn^ Lrunoer. ^F?^.?rsn? I^Iorus. ^ ?rsncilcu8 Villsmins Kom. ^ F. k^rsricilcus Kgrmenll«. Vierx. (?. LliTeinclius. /. ^. ^. j. Kspnttg k'ontgns. /. M. l. I5rsel von decken. /. 5. JoKsnn 8sn6le6um. /«. ^u!iu8 (ZvlRIUS. /. /5 joksnn ttoZenizerA. /. ^. Julius Lolstzneler. /. F. Iscot> LmcK. ^o. Io^ocus von V^m^en. ^k. Ilso ^lsjor. . ^ /^I liucs5 von k'sIcKenbul'A. //. I^mbrecnt ttovfer. I^gmpertus I^smoert. ! 5. l.smoettu8 8vsviv5. Uttd Abküryunyett. . 42z ^. ^. ^ucg8 Kilisn. ^. Qucss von l^ev6en. /). Martin cle ^os. ^ kickse! Wol^emutn. ^Ibrecnt Oürers I.enrmeiKer. M. ^ Garnes ?lor,gn. ^. ^lcolsu8 von ^DlKe Kom. ^icolsus Weilbron. /V. ^icolsu8 6e lZrin. ^. F. tsris LortiZnsm Venet» Z'. k^. l»eter k'Iorner. /'. l?. kdilipp. (Zolls. Hs. ksulus.^lsrs. Z'. ?sl^vols.. />. A. R^ter psuwk Rüden,. Kspnsel Lsverius von I7roin° 5. Kgonsel Ssälei'. K. ^. Kon8 ^Ivrennnus. L'» LtepKsnus k'rsn^es. 7^ l'Keoäorus von l'ulä'eNt. ^emel ttollsr. Mit der Presse aber haben folgende nicht verfett!» get werden können, dahero ich selbige in Holtz'schneiden lasien: Dd 5 /tt^ ^ 426 Cap VN. Von eim'gött Alphabeten ^ ^Ibrec^t Dürer. K ^Ibreent MäörKer. ^.NAUÜin Venetus 6e ^su5eg^ I^k ^uAnliin ^irlLkvOAe!. ^Kssverus von I^ancjfelä. ^branarnLolse. ^ Kapriüs?3rmenliSq S.i?5t>^L3rcke18cKöen. KartKel Lrönius» Lsrtrie lurian. Fff QbetK. e.c7K^ (Hornelius (^ort. ^ Wtpin äe?3ls. (üririüopri saurer. ^ i Cornelius von AeKem; i ^ (Cornelius dornelilkni M Daniel 8s1veter ^ Daniel I_in6enmacrier. Kl t^. Kralmus. HL Lrntt 8Lnön. A LrKar^t 8criön i^zF.' As k'ran^ von Lgbvlon. ?rle- und Abtüryungett. 4-7 krieärick von kälcKenberA K (zeorA?eMiü. M ^0btt8pörl. IÄ^5Z^ ^uc38 (üranaetz. ^^Az ^ruZlein. I^ucas von I^ev6en.- Z^arx ^mkom blaiuiss^ ^Ä^b^Iick3eI HnAew. iMM^lartm »emsjcerLlcez /(QL I^3rtm8cKön. 428 Cap Von einigen Alphabeten ^j^j. ^lelLkior I^o rck. ^L^Z IVl^rrin Kara. ^lZ-^ ^ÄtKes^mcK. M..^. I^AttKeuz ^Vlermn. e^^S ZVlattKeuZ ^zliNZen. t^icolÄUs ^IceKcntKem^ ^ I^iLolaus I^irsLkvoZel. A 0äor3t0 kialeri. I^F ?Ki!ipp (Zauclela. 5^ ?3ulus dreur^berAer. ?^i!ippu8 UKenbacK. 8c-pkÄN Better. ? lodiZZ 8timmer. ^ VirAlÜuz 8c)Iis. (I , Ver5o^3t?. V^MZ ^encke! viterlem. ^i^Td^^en6e1 k^eick. ^xvd!. Bey nahe eben dergleichen Zeichen findet man all- hier in der Erhardrtschen-Schriftgieserey, ich weiß aber nicht was ich draus machen soll- Unterdessen will ich selbige doch hersetzen lassen, vielleicht ist jemand so gütig, der hierinnen eine bessere Wissenschaft hat, und berichtet mir dieses. Es sind aber folgende.- H Q M Z Z. v. und AbkütyunZett. 42s ^ Nunmehro komme ich auch auf die Vater Unstr. Ich weiß wohl, daß sich manche darüber aufgehalten haben, daß ich die in verschiedene Sprachen übersetzte Varer Unser an ein Buch angehänget habe, das von der Buchdruckcikunsi handelt; Weine man beliebe sich doch mir seinem Urtheil nicht zu übereilen, und meine Ursache bedachtlich in Überlegung zuziehen. Ich habe die meisten Alphabete geliefert, die jemals in der gantzen Welt üblich gewesen, und noch sind. Alleine Buchstaben sind Buchstaben und weiter nichts. Aus eintzigen Buchstaben kan man sich wohl derselben Figur bekannt machen, wie man sie aber zusammen gesetzt lesen soll, bleibt den meisten dennoch verborgen. Damit ich aber auch diesen einen Unterricht geben möchte, wie man nun gantze Wörter, undPe- j rioden lesen muß, so habe ich mit gutem Vorbedacht ?i das in hundert Sprachen übersetzte Bater Unser er- wehlet, und die Lesart jedes mal dazu gesetzt, daß sich auch ein Anfänger einen deutlichen Begrif machen kan, welches er ausser dem wohl bleiben lassen muß. Wenn man sonsten Schriftproben aufweiset, so findet man zwar etliche zusammengefetzte Zeilen Buchstaben, die aber keinen Verstand ausmachen, dahcro sie wenig Nutzen schaffen. Damit ich also zugleich auch etwas nützliches meinen Lesern liefern wollte, so habe ^ ich dieses Mitte! erwehlet. Ist dieses gleich nicht nach dem Geschmack einiger Leser, so sind doch viele wie- der, die mir deßwegen ihren Beyfall bezeiget baben. Einem Theil konnte ich es also nothwendiger Weise nicht recht machen. Ich halte es also mir denjenigen, die auf den Nutzen sehen. Können, oder wollen andere diesen Nutzen nicht einsehen, so mögen sie auch darauf 4?O Cup VII. Glillge auf lästern, es wird mir gleich viel gelten, ich will mich auch mit ihnen in keinen Streit einlassen, weil ich mich gar wohl bescheide, vaß der Mensch noch geboh- ren werden soll, der es allen Leuten recht machenwird. Unterdessen will ich noch einige Vater Unser hinzufügen, die ich in meinem andern Theil Übergängen habe. Es folgt also erstlich : F^FF^F^. 61 H«7-5Loe /<«5, s 57« «L Lf«»LL. 1. ^<«c3!? ?o o^s/^« -7L. 2. "^L cXAy ^' /Z«-7^»« z. ''^L >/k>->? T'o Ae^^se -7S, x«9a>L «5 T'ot- L^«>sV, e^^q ^ «L vqv >/qv. 4. I'o ^- Äss^-v. o?-, x^x^s «T'k y° /?«<7^^«'« , !^ q ^'»'«/^Lz ^ y Fo^« 7«L '^/di^V. ^UlIor, ^lsximi LsIü^olitN, Läit. Venet- L'/^M/c'^ /^o 7«?o?/ ^0« ?. Lc-zöett /^s ^?/>?-s^s^ zto^ ^c?S to^s/ /'T's /o?/. Z S^/ /-././. 1(1. X l < i^bl^ ^i^v ^^4 l MVt^V 1 ^-l^^v ^K)--! i-I^d I.^Vk.. "lld^Wk k>11 KI^II. ^ll ^Ib. NltU q-i ^-z^ 1 ^I^^d-Il. 114 « Z< !^^I>i.l. ÜKIt -t^i^^^ -l, ^-s.^'l ^ll^KT ^Mt^k, ^ »l^V^ÄI^'-tck ^41 blV 4^ ^i^ttl^I ^«.l « -illl-^Il ll-'AI'l^d^Iv x^It'i ^ ID. MNtt^^tt V^I^Iv 5^i.dli'5l1,?>I,^I>5 »14- --.^ ^. 4-. S, 5- e^. ^ji na-^ li^^a »' ^. i^itzeaF dc> ^oß^s'- ^ de^,^ do öm l. -r^/l ^!^-,. do n,-5sp 6?l 4- - As> NHI^N xsö'ck//! d>)>7 n,//^ s. ÄF^ ma?6 ÜÜ'V -l/r ^co.) ms/- ^-k??-m/d??e d AZ^^-e-g ^,7^ ^ cc^r^-S"^ 5- As i'2o/> >^ ^ o!o L>^ /e^s ^ ck?> siiag^ -^Zllf' 5-«'?^. tt^n ^lolsi ^0 s'io^iltzs Ä^iien. > Vater Unser. 4z l S. L/e?^/^ Z'»'« co ^ /^e »-s ^emo 4. ?'/?c>?< ^0?^ n/??/ />s/ ^7/ ?'/?0Ä 5. <7o /?'ok ^ ^/?o?/, ^e»?o i'sott FZ-ot^o« t^??/ ^ ^6 ^/?0ll. 6. 7'/70?^ ^0^' ^«7/?. 7. //^?^o«// ^vei'/?/ ^s?^--./>os»^ ^As»', ^/e ^o?/^e»-e. A^^V/t?^. Siehe Isb. XXXM. ^^<77-/6>. ^^T' «o»' ^0)/7 e/? ^/>/?/?/»7. z //i?/^-/?-/ K>^>'^ t/Ä? A. ?///?o?^?)/e Z. 7>'///e,^o^0?// oc^o/o» - 4. /^öi't />^o^?Ä Z'?/ 0/ ? Ä?^^. Z. ^ö? /^t 05 ^/itt/^?»-^ ^/o^/ö»» 0A/ö / //v?/? 0/ 5/^/^, '-^ttAo?', A A 4Z2 Cap.Vll. Eittlge <7^7-^^S ^V/<7^. /^1''^/Z! ^07770 /v7 /» 4. ^7 ^ 77o/?^e -/e ^/?^? ^ -^7 7/0?// /o ^777. 5. /^»'-/o77^77 770/ 77o/?»v/^7/7^«'// /7^7 ^0777 ?7o/i?/^e/ ^hei'-z'oj?/???? ?7. Z. /Ä /ie>'^0?7/7 77077/ ?7077^/?»'0/ v^?^/, ^07770 770/ 0!7t»'0/ F/75^0776777 S 77/7 ^7707)76/^776 77077/S77 0/^677/^7. 6. 776 77077/ /«Z//a /S/ 7^0777/)^»' «//«/ t6777>^7t7077. 7. M?/ ^//V^ »077/ 077 777/7tt. ^777^ /et. FA/^^V^/c'^ ^F^SA/^v^. /70T7 7^7) /?^777^ /077 7« /7607/'7?. />/0!/ />0?- ^???^T?5>. z. />o?^ oF^?/F-Ä-. 6. //^ ^/?^^ e 7. //o^e« ^/e^^?'/7 Ä'viv. c'SL ^v^^/c-^. 7« 2. (7z?//?/5/?it/> Z. //ö/ü /-V770^/?^/) ^oAN?e. 4. /?oe t/'^ä'// ^^/>»7/7 ^0/? t^t/> /-«^ ^-/v?^«/. 5. /V)? 7?ee^ F-?7'/? «)I 6. ^/. 1. e//»?. 2. ^ Z. F/^/ ^ ^M),/^/ «^ ^ K/k^vF »s/oe/2? 6?« ^!//^,MoF M^./^/ ? 5. ^i/^/^oi'i/e/^/»^M-M/?m?vzp/s«c»s»'. 6. M ^»-o/e ^-^e^. 7. HH?xy>A^ ?'» ^s^MF. ^/I- 4Z4 Cap. VU. Eitttge t??/?' /V^i M^ »cs?»^/ ?. ^^«/^ 2. t^tt-ÄS'S e/o ^vos'ü^. Z ^!>^/? ^ ^o///, /j?> /s/»^'/« ^ / 4 ^/'/M //m^'/ /V/? /e/^ /7?^^'s?^ /o/??^? 7. o^^/s n'o^t'n ^o??/^^s ^?//^/o/>'^^/^ött /. ^Äne«. o^c'^D/c-^. ^D0>' ? ?' <7^/»/^ Z. /^^'Ä»- ,> ? 2. co/Ä/??? ^/^e Z. t/'/»^ ///ÄS^V^ ? 4. T^tt/ 0« Ü??/?^^ ^07? V01'/7, 5. /^>^/vs P?// ^o^s/?«T.'^ t^s T?«/. 6. ^)>v? F«?/^?/o?/, 7. M/Ä o/5 , 0»" j os /« M?^ , /> ?> ? /^'?Ä5/?/M/Z'. 77/>/^ /> -//?^/?^ 7M?/>/M/?n ^5 ^/ott ^?^// o//'^ /^///c?^?^^ i ^//VM /ö ? ? /»/?7??/^//»7. 77/?e///t 7/^7?^ 7//^»»? K'e ^?5?777 7/^/M???^//?,? 7« a M'^/'. L/ot^ ^7^-// F?'0^/^?//^ ^lm^/e^/^?///^?/^^/o^ /^/7> /7^7/.?t?/7/^ ^70M /s /?e /^/M? 7^ 7?/^ />?/,7. />-^?/??7/?7^, 7??t'Ä /M. ^///e'Tx ^^7/?e?'/? ^) 7) 7^ 7 7! 6 ^5^^5/5. /Ä//^ z 7> ? 777e/^?) tt^^^'^/M 7/7/'^!??/?/ l^/et ^7/?. ^^7/7-? 7/7//^, 7/7 ^ ^!m/>/7«^ '^/////^/'itto^ ist j! /^/?7/^e, ^S///?'S?/s77^Ä. ^7767/. Es s 7S7S- > 4Z6 Cap. Vll. Eittige ^/V7VkZ^/^L/. A?^/ zvs»' ? 6?M>/Ke.- ^se/e^t 7/7^0M 0/ //t »--i^?. TT'?// , ^se^ 5/0»-' z <ö>M ? ^///^ //c^ ^ö^//^ ? - ^^5?-^^^ 01 , ?/^^ F^'?/ ?v/7/« o?< ^!r>/? o?/ /'eo/e^?/?// / /^//i/^/e ?// ^//-^/ö^/ i/^ Ln?/? ^7r>s ü-z/o?-^//?^ 7/7'?/?// ^o/?Ä?///^e, z?/),»' «/ o/ Diese vorher fünf angeführte Vater Unser habe ich «US Äronwalls oben angeführter !)iliermiov entlehne Runwehro folget zum Beschluß- Vater Unser. 4Z7 Das Grusinische Vater Unser. K'Kui Au L'l Ul^N^. öw vM ' ZM!^^ hlM'w'^'^l lMÄsl'w^ FlM'tUM'lZ ^'ij^K'ts^r ^stjl^ '/z^, ^»-^ -^-^jmZv/l'f/ Z^A^^^^N'ti^T? MNW^^m^kZ^M^W^. 7-H ZilUj^jfW lii'r^Mm^M AlFMß ^.6 -jii^liM /^c'/vo.- M?M/?o ^/i?)-??^o T?M»^Ä ?^«-/?. M0^5-^'/? > »e^/? ^ö-'»/ ^/t/?^^ T/??/? e^i'eTck ^vet- L/?/?/^//^?^^?. ^/l^e/I? MOK/^T ^ s. /?//Mo??^>e7^//!^^'e^ ts^s?//?^/// ^-/me?///?» tMlVAt/?^/? e^? ^///-!M)v. schen; Und wenn ich sie mit gleicher Müntze bezahlen Wyllte. so könnte ich ihre trocknen Urtheile leichte an- des Wörterbuchs. 439 feuchten. Alleine ich will sie in der Liebe ertragen, wei! vernünftige Leser und geschickte Männer mein Wörterbuch nicht nur gut geheisen, sondern sich desselbigen in ihren öffentlichen Schriften bereits bedienet haben. Mart schlage pur des berühmten Hrn. Prof. Gchwaryens pi-imsris ciocumentZ (je ori^ins l'^pogr. und de6 bescheidenen und hochgelehrten Herrn Past. Messers l'ypc^l'. ^ulsil. nach, so wird man Zeugnisse davon finden. Ich bleibe Qahero bey meinem Vorsatz und liefere gegenwärtig abermals einen Zusatz zu meinem Wörterbuch. Der Einwurf schrecket mich garnicht ab, weil man vorgiebt: Es wären ja lauter bekannte Sachen? Gesetzt sie sind den Kunstgliedern bekannt, so sind sie ja deßwegen nickt andern Leuten auch bekannt. Einen Buchdrucker darf ich freylich nicht lch« ren, was bey ihnen eine Hochzeit, oder L.cichett Machen, heise ; Ich darf ihnen ferner nicht sagen, was sauer Rrque machen, ingleichen was Zrvibel- fische bcdsvten; Ich darf ihnen auch nicht fügen was der Ballenknechr, ufld Äengel sey, und was dergleichen viele Wörter mehr sind ; Alleine wenn ich ge» lehrte, oder andere Leute wegen der angeführten Kunstwörter fragen sollte, so bin ich gewiß überzeugt, daß es die wenigsten wissen werden, zumal, wenn sie sich nicht sonderlich in Buchdruckereyen umgesehen haben. Ich kan nicht läugnen, daß ich etliche Jahre beständig in Druckereyen zu thun gehabt und gleichwohl nicht gewust habe, was die Redensart bedeutet: Die Columnen sind verschossen. So viel wüste ich wohl, daß die Columnen nicht an rechtem Orte stunden, wie aber dieses zugieng war mir verborgen. Was ein Schwamm heißt, ist freylich allen Leuten bekannt, worzu ihn aber der Buchdrucker braucht E e 4 wis- 440 Cap» Vll. Fortsetzung wissen kaum etliche. Von Pappier anfeuchten hat man auch einen Begrif, warum aber, und wie selbiges in der Druckerey angefeuchtet werden muß, wird man schwerlich errathen können; Folglich sehe ich die Ursache nicht ein, warum man wider mich murret, da ich es erklärt habe. Jedoch man murre immer hin. Genug, daß es ohne Grund geschiehet. Es ist doch treflich gemtheilt, weil sie dieses oder jenes Ding wissen, so muß es auch andern bekannt seyn. Wenn man durch einen solchen Schluß die Schwäche seines Verstandes nicht verrath. so will ich verlohren haben. Ich glaube aber das erstere, deswegen habe ich das letztere nicht zu befürchten. Daher» liefere ich Die Fortsetzung meines Wörterbuchs. ^ AlZbtreten, Druckabtreten, der Drucker pflegt die Forme abzutreten, wenn er die Correctur befördern will; Es geschiehet aber solches insgemein aus Noth, weil er seine in der Presse liegende Forme, woran er druckt ohne Gefahr und Schaden nicht leichtlich heraus heben kan Einige klopfen sie auch ab. Alaun-VVasier, dessen bedienet sich zuweilen der Kupferdrucker. Den Alaun läßt er über dem Feuer zergehen, u. ziehet also sein Pappier durch dieses Wasser. Aufräumen, muß der Setzer, vor seinem Abschied aus der Druckerey,und seine im Vorrath stehende Formen. Was nicht in die Kasten gehet, bindet er auf, damit er sie nicht dem Herrn zur Last stehen lass oder der neu antretende Geselle seine Kästen leer findet. Satt, des Wörterbuchs. 44! 25. Äall, der Kupferdrucker, wird von guten leinen und gelinden Tuch, von Hanf, verfertiget, wenn man des gemeldten Tuchs, oder Leinwands genug hat, fo muß man dajjclbige über einander wickeln, wie ein Band von einem Ende eines Tuchs. Alsdenn nahet man es vest mit einem doppelten starcken Faden zusammen, also, daß esohngefehr z. Zoll dick und fünff Zotl lang werd?. So man nun das leinen Tuch zusammen gehcfftet, so muß man solches an einem Ende mit'einem Messer ftin gleich abschneiden und das obere Theil etwas rund machen, damit man solches niit einer hohlen Hand desto besser fassen und drucken kan, die Kupfferp!c.tte ohne Ungelegenheit, oder Beschwerung damit einzuschwartzen. Die andere Arr von Ballen wie solche die Buchdrucker brauchen, siehe im ersten Theil. berechnen, pflegt der Geselle mit dem Herrn, daß er weiß, was er stehen last, oder heraus bekommt. Es geschieht auch manchmal, daß ein Gesi lle etwas berechnet, daß er noch nicht gesetzt, oder gedruckt hat, zumal wann er das Tagewerck liefern soll, da er den aus Noth, Formen oder B^gen nehmen muß, damit er nur die Ordnung erhalt, solches nennt man alsdann Gamrßraut machen, weil 06 von den Gesellen noch nachgehohlet werden muß. Fo^o?> ^///ü^///7, und <Ä?^T> Schri'fsc, die mit- telste zwischen c^ms und per^t, der Ordnungnach. Siehe unsere Schrifftproben im ersten Theil, p. 159. SriUen, es bnllc sich, eine Redensart bey den Buchdruckern, ist dasjenige, wenn an der untersten Zeile der Columme der Abguß von den Buchstaben mit kommt, welches einen Uvelstand macht, den E e 5 m«w 442 Cap. Vll. Zortseyung man mit einem Meissel abhelffen kan. Man muß^sich aber in acht nehmen^ haß man 9er Schrifft keinen Schaden thut. Buchstaben, wie solche zu vergulden, nach der Art, wie sie in den geschriebenen MönchH-Büchem zu seh-n: Man nimmt praparirten CrystaK,'macht selbigen mit Gummi Wasser an, und schreibt darmit fein dick aufPappier, oder Pergament, und nimmt darnach, (wenn es getrocknet) emStückgen gantzpures und seines Gold, reibts und streichts öfters gantz starck über das geschriebene, so streicht sich das Gold ab, und die Schrifft bekommt einen Goldzlantz. C. <73nem reinen Tüchlein abgerieben werden. Denn ist es noch dicke darauf/ so setzt es sichin die Feder, und man kan mit dem schreiben und zeichnen nicht fortkommen. ' Man muß die Fi^ur auf Pappier gezeichnet, gedruckt/ oder sonst in Kupftr haben, auf deren weifse Seite schabet man ein wenig guten Röthelstein und reibt mit Baumwolle auf dem Pappier woht und gleich, doch aber nicht dicke, überall an, klebt es an Ven Ecken mit ein wenig Wachs an, nimmt hernach eine stumpfte Radiernadel, die etwas zart und dünne ist, und fahrtauf allen Hauptstrichen der Figur, oder des Bildes herum, thut das Pappier wieder weg, Denn ist die Figur auf dem Holtz gezeichnet, alsdenn über- des Wörterbuchs. 445 überfähret man die rothe Aufzeichnung mit einer guten schwachen Dinte, schattirer sie vollends aus, doch müssen alle Striche recht genau und gut gezeichnet seyn, so kcm auch gut darnach geschnitten werden,. und ie richtiger die Zeichnung ist, je schöner wird der Schnitt. Der Schnitt aber, wenn er abgedruckt, wird linck. Soll aber der Schnitt recht und nicht verkehrt werden, so überziehe alle Haupkstriche deiner Figur mit guter schwacher gleisender Dinte, laß sie trocknen, klebe alsdenn deine aufdaS Pappier gezeichnete Figur auf 4- Ecken mit Wachs auf den verfertigten Zsrmstock feste an, so, daß die Seite, worauf die Figur stehet, auf das Holtz komme, und ist es also angeklebet, so mache es auf der ungezeichneten Seiten mit etwas Wasser naß, und laß es ein wenig stehen, wiederhohle solches noch 1. oder 2. mal, lege darnach ein zartes Tüchlein darauf, ziehe solch s fein gleich an, doch daß du das Pappler nicht verrückest, reibe mit den, Daumen, oder Faltzbein wohl darauf herum, aber man hüte sich, daß unter dem reiben das Papvier nicht zerreiset, oder verrücker; Nimm hernach das Pavvier ab, so hat sich alles lincks abgedruckt, wenn es aber ausgeschnitten und wieder gedruckt wird, so bleibt es recht. Laß ferner dein Holtz, das von feuchten Pappier feuchte worden, wieder trocknen und zeichne mit einer Feder und guter schwar- her Dinte, oder Tusche deine abgedruckte Figur wieder reine über, daß du sie desto deutliche sehen magst, so ist sie bis auf das ausschneiden fertig. Einige überziehen i)die Hauptstriche der Fig'.n anstatt der Dinte mit gutem Blenstifft, oder Nöiheistein, und kleben das Pappig H>. i^s Holtz an, und rei- 446 CcZp. VN. Fortsetzung ben hernach auf dem trocknen Pappier mit dem Na« ge! des Daumens, oder Faltzbeines herum, so drücket sich das Gemählde wohl ab, d^ch fallen die Striche nicht allezeit so richtig. 2,> Zeichnen sie auch die Hauptstriche mit Reißkohle, da sich die Figur ziemlich abdruckt, z) Der mit Tusche bezeichnete Stock kan mir Oel bestrichen werden, man thut unter eine Untze Leinöl z. oder 4 Tropffen gut Scheide- tvüsser, dieses macht das Holtz gelinde zum Schneiden, wenn man es aber wieder hart haben will, so nimmt man pures Leinöl, kan man aber schwachen FürNis haben, so ist es besser. Alle ietzt angeführte Manieren dienen NUr demjenigen, der in der Zeichenkunst entweder etwas wem« cies, oder gar nichts/ gethan hat, damit er sich ohne Zeichner selbst helffen kan. Der beste Lehrmeister hierbey ist Nachsinnen und die fleißige Ubu g. Die Jnstrumenta,so hierzu vonnöthensind^ als: Schnei» demesser^-Hohl-und andere Meisel, Gt.chnsi'n, Gchabeeisen,-HohlborLr, Schleif undvDeysteme, Circkel, L.l'neal, vlAnckelmaaß, L.och oder L.aub- Sage, Grabeet'sen,For»nenstock, die kleinen Buchstaben zu halten, und dergleichen, suche im Wörterbuch unter ihren Tituln. formen Stock, wird derjenige genenm, worauf eine Figur geschnitten werden soll. Es müssen selbige alle, es mag eine dreyeckichte, oder runde Figur daraufkommen sollen, nachdemWinckelmaß recht viereckicht geschnitten und gehobelt seyn, und was der Hobel sitzen laßt, das muß mit emem Sckabeetsen, glatt gemachet werden, damit man selbige füglich heym abdrucken, auch Mitten in eine Columne ein- des Wörterbuchs. 447 drucken kan ; Ausserdem verursacht es dem Setzer viele Mühe und Versaumniß. Fmctur-Äuchfiaben, hüben ihren Nahmen daher, weil sie in der Mitte absetzen, als ob sie gebrochen waren. 8»ß, heißt in uneigentlichem Verstände das unterste Theil eines Dinges, worauf es ruhet/ als bey Tischen, Schranckm, u. d. g. Bey derKuvferdruckev- Presse nennet man dasjenige, worauf sie ruhet, ebenfalls einen Fuß. G. Garmond Schrlssr, oder Lnrpus, die Lateinische hat ohne Zweifel ihren Nahmen von dem Erfinder k'rgncilLN cle Qsrmoricl. DieJnstitUtionesJustiniani sollen mlt dieser Schrisst abgedruckt worden seyn, welche unter die ersten gedruckten Bücher mit gerechnet werden, und in der Franckfurthischen Bivliotheck zu finden sind. Äetrieb, siehe RaS. Grabeisen/ Stecheifett, welches sichdet Formen- schneider bedienet, dasjenige, was in der Figur weiß fallen solh heraus zu graben. Sie sind von Unterschiedlicher Grösse, und muß das kleineste so fein, als eine mittelmäßige Nehnadel seyn, davon man zwey- erley Arten hat: Die erste unten breit, gleich einen Meisel; die andere wie ein Hohlbohrer gemacht, daß man damit allerley Rundungen machen kan. Sie werden inwendig mit kleinen runden Feilgett scharf gemacht/ der auswenvige Grad aber auf einem Schleifstein abgeschliffen. Sie können nach votgs- steliter Art grösser, oder kleiner seM ^48 Csp VN. 8srrstyung Grabestlchel, dessen bedienen sich die Stahlschneider, Petschierstecher, Kupferstecher tt. Sie müssen von gutem Stahl seyn, die Napvier und Degen Klingen, Schuster Ahlen und Sattler Pfriemer., haben die beste Massa dazu. Grundeism, ist dasjenige welches der Formenschneider zu Ausarbeitung des Grundes in der Figur braucht, selbigen heraus zu hchsn, die. Gestalt desselben zej- des Wörterbuchs. 449 zeiget die Figur a allhier- b ist der Ort woran das Hefft kommt. H. Hessr, Mesier Heffr, oder Stiehl, dieselben werden von vieleritt) Acren, als von Helffenbein- Knochen, Horn ingleichen von gewissen Metallen verfertigst; diejenige Art aber, welcher der Forml>mckm->ider sich bedienet, wird aus gutem Holtz gedreher, wie beygehende Figur weiser, s Forne die Öeffnunq, wo die Klinge des Messers darein geflossen wird, K der Absatz woran der meßinge Ring, (welcher hinten weit und forne etwas enger) gesteckt wird das Messer zu befestigen. Instrument, der Stahlfchiieider, so von Eisen ins gevierdte jede Seite Zoll lang und2.Zoll hoch; In der Mitte gehet ein viereckiche Loch durch einen Zoll wng und breit, auf ieder Seiten 2. Löcher, wodurch Schrauben, welche just und gleich, gehen, daß solche gegen die andern Löcher der andern Seiten gcmtz genau eintreffen, damit die Schrauben von zwey Seiten in den Zoll weiten viereckichten Loch richug aufeinander gehen; die Löcher werden als Mürrergen eingeschnitten und die Schrauben mit Köpfen versehen, und eingefeilt, damit die Figur, welche er schneiden will, darinnen mit Antreibung der Schrauben durch emeu Mchl richtig und fest stehet. Die Figur siehet also aus 5 Z f ^K- ^ ^ - ..' 7^,iS^!i ?^'ÄS^ii?!.'.!>i' NjAA, ^NS^) Rammrad, ein Rad nicht allein in den Mühl- wercken, sondern auch bey andem Sachen gebräuchlich, welches Zahne ha-, und zwar auf zweperley Weise. Entweder die Zähne stehen oben in dem Umfange des Rades, und dieses heisset eigentlich ein Stern-odec Stirnrad, Oder sie stehen zur Seiren des Randes und machen mir demselben einen rechnn Winckel, und das ist eigentlich ein Aamnnad. Die Rammräder greifen mit ihren Zahnen in die Getriebe und machen , daß sie sich umdrehen muffen. Die erste Art davon wird bey Nieiner Kupfferdrucker- presse erfordert, wie wir dasteibige oben vorgestellet. Rohlpsimne, von eisern Blech mit 4. kurtzen Füssen, worein der Kupfferdrucker die glücnden Kohlen leget/ ingleichen einen Rost mit 4. Füssen (worauf er seine Kupferpiatte liegen hat) die ein wenig erhaben, damit die Kohlen, so darunter, mehr ersticken. Das Feuer muß nicht groß, sondern mittelmäßig, und mit ein wenig warmer A-chen zugedeckt seyn K ays, ist ein Kunstwort bey Schr>fftgiess,rn bcy Scb'^eltznng des Zeugs. Alles, was unter der Arbeit abgebet, und in der Aschen, oder in Kehrig, zurück bleibet, heiser Kratze. des Wörterbuchs. 451 " L.. Wappen, XVischlappett, brauchen die Kupferdrucker zu Reinigung ihrer Platten. Dieselben müsse« von leinen Tuch seyn; Mir dem einen wischen sie die Schwärtze von der Platte, und mit dem andern reinigen sie selbige, wenn sie vorher etwas Wasser, worinnen Potasche, auf die Platte gespritzt. Lichtschirm, Vessen bedienet sich der Setzer, zu Erhaltung seiner Augen, weil das Licht sehr flattert, und den Augen dadurch Schaden zufüget, dergleichen Erfindungen sind vielerley, Eine Art derselben führen die Pergamentmacher, welche man über den Kopf hänget; ingleichen diejenige, welche man auf den Tisch vor das Licht setzet. Vor den Buchdrucker ist die bequemste, welche er an den Leichter sich befestigen last, und bestehet aus einem Blättgen runden Blech, welches an einem Stück Draat kan hinaus und herunter geschoben werden. M. Massa, oder Zeug, ist dasjenige, woraus dee Schrifftgiesser die Schafften giesset, sie bestehet aus folgender Zusammensetzung - 6. Pfund Eisen von Huft nageln, Spiesglaß z. Pfund, dieses stosse in einem eisernen Mörsel in kleine Stücke, und vermische eS mit den Nägeln in einem starcken Topf und laß es zerschmeltzen, unterdessen wird auch 25. Pfund Bley geschmoltzen, daß es gantzrolh werde, und dieses wird zu der geschmoltzenen Materie, als den Eisen unv Spiesglas, mit einem eisernen Löffel gegossen, inzwischen rührer ein anderer der die Sachen verstehet, die Metalle wohl untereinander, und dieses Herumrühren und Zugiessen währet so lange, biß der Topfmit Eisen Ff 2 unv 452 Cap. VN. Fsrtseyuttg und Spiesglaß fast gefüllet. Wenn das gefchehen, so thut er das Feuer davon und läst es erkalten Meissel, HohlmeiPl, bedienet sich der Formen» fchneider. Selbige müssen in-und auswendig wohl geschliffen und scharff seyn, ingleichen die Breite. ES muß dabey in acht genommen werden, was bey dem Schneidemessern erinnert worden. Deren Gestalt siehe bey dem Titul Grabeisen 6. s. Misial, ist in des Druckerey eine der stärcksten Schrifften, oder Littern, so im Druck geführet werden, ^ie hat vermuthlich den Namen daher, weil die Missal-und Chor-Bücher damit gedruckt werden. Mittel Schrifft, hat ohne Zweiffel den Namen daher, weil sie in der Grösse zwischen der Tertia und Cicero die mitteiste ist. Von dieser Art hat man Mittel Antiqua, kleine Mittel Antiqua, Mittel Cursiv, und Capitalgen, grobe Mittel Fracrnr, Mittel Schwabacher, kleine Mittel Fractur. Dieheim ersten Theil unsere Schrifftprobe. 149. N. und Lurllv, diese Schrifft ist klein, hat aber schöne und scharffe Buchstaben, man nennet sie auch wegen ihrer Scharffe Silber - Schrifft, siehe im ersten Theil die Erhardtische Schrifftprobe, No. IV. Nußöt, oder L.einöl, welches die Kupferdrucker brauchen zu ihrer Farbe, wie dasselbe zu sieden und zu brennen, geschieht eben, auf eine solche Art, wie bey Sen Buchdruckern in unsern ersten Theil davon gehandelt worden, nur ist zu gedencken, daß sie das erste, das matte, (oder schwache,) das andere aber uny nachfolgende das ftarcke Oel nennen, letzteres muß Klebmcht und Zähe, wie ein Syrup seyn. des Wörterbuchs. 45z 7^ perir Schrift, ist ohne zweyen die kleinste, wird aber nicht in allen Druckercyen gefunden. Die Arten die man davon findet sind ?erir ^nriqns, ^urliv. Fractur. Schwabacher, siehe unsere Schrifftvroben im ersten Theil. ^7^?//?) und 6?^^, welches in der Ordnung aller verzeichneten Schrissten, die letzte und klei- neste ist, siehe hiervon die Erhardtlsche Schrifftprobe in unstrn ersten Theil, t>I». II. pfunne, Gchmelypfimne, ist beydemschmeltzen, eine grosse eiserne Schüssel, darinnen der Test geschlagen wird. Porasche, ist eine grießiche Asche, oder Saltz, so aus gemeiner Holtzasche, sonderlich eichen und Buchen, auf eine besondere Art gesotten, bereitet, und in Fässer geschlagen wird. Es wird derselben eine grosse Menge aus Pohlen, Litthauen/ und Moßcau gebracht, und mehrentheilsvonden Farbern verbraucht; die Kupferdruckerbrauchen gleichfalls welche unter ihv Wasser, zu Reinigung ihrer Platten, ^/o??^?. preßhandschuh, zu Bewahrung der Hand, welcher sich der Drucker bedienet. Sie müssen von gutem weichen Leder seyn Dieses wird geschnitten, daß es zust die flache Hand bedecker, fornen wird ein Finger breit Leder angemacht, wodurch man die zwey Mittelfinger stecket, hinten aber an beyden Seiten ein Niem- lein, davon das eine mit einem Knopfversehen, damit man solchen an der Hand vevestigen kan. preßmeister, wird bey Vuchdruckereyen, derjenige Gesell genennet, welcher die Mangel der Presse verbessert, ingleichen selbige errichtet. Punym, comra punyen, oder Stempel, bedie- Ffz n-t 454 .ll erfordert ein besonderes Sch-aglot. Gchn^ldeöll'ngett, derselben bedienet sich der Formenschneider. Es müssen selbige wohl gehartet und recht spitzig gehalten werden,auch scharf geschliffen seyn, vom Rücken nach der Spitze zu, ingleichen müssen sie sehr dünne seyn, damit die Scharffe der Spitzen gleich und dünne bleibet- Die Messer soll man unter den, schneiden gleich einer Feder, damit man schreibet, regieren, uno nach Erforderung des Strichs, oder Linien, halten, oder kehren. Die Klinge des.Messers hat hinten keine Angel, wie andere Messer haben, damit man selbige, so tief man wilI,in das Heffl oder den Stiel stecken kam Wie beygehende Figur s zeiget. S. s Ff 4 Gchwa- 456 Cap. VIl. 5sttseyuttg Schwabacher Schufst, hat ihren Nahmen von dem Erfinder, ihre Züge stehen in gleicher Linie in die Höhe, und sind etwas starcker, als die gewöhnliche Buchstaben. Jetziger Zeit hat man Tertia/ Mittel, Cicero, und Corpus - Schwabacher, deren Gestalt findet man im ersten Theil bey der Vreitkopfischen Schriffrprobe p. i SO. Gchwarye, der Kupferdrucker ist zweyerley: die hefte davon wird die Teutsche genennet, welche von Fmnckfurch am Mayn kommt. Die Güte kommt daher, dieweil dieselbige Sammetschwartz ist, und wann man sie zwischen den Figuren reibet, so bricht sie wie gute Kreide, Die nachgemachte, oder falsche Schwartze ist nicht so schönschwartz, und anstatt baß sie gelmd zwischen den Figuren wäre, ist sie rauch und gleichsam sandig, derowegenesauch die Kupferplatten sehr verderbet und abschlösset. Die gute Schwärye wird von Me:'nh?ffen gemacht: dieBermengung ber- ftlben mit dem Fssmiß geschiehet auf folgende Art: Wenn man e>n halo Pfund auf dem Neibestein zerknirschet, oder zerrieben, so thut manohngefehrdar- zu die Helffte des siebenden Theils eines Maaß schwachen Oels, und so dasselbe im reiben vertrocknet, so muß man noch mehr darzuthun, undachtung geben , daß man des Oeis weder zu viel, noch zu wenig nehme, auf daß das schwartze so trocken gerieben werben möge, als es möglich ist ; Nachdem man nun solches auch mit dem dicken Oel gerieben, so Hausse man seine geriebene Schwartze auf bis eine Ecke des Reibesteins, nehme darvon alsdann einen Theil und reibe es auf dem Reibestein, denn es ist nicht möglich aufeinmal alles rein zu reiben ; Wenn es nun fein rem N, so thue man es hinweg auf eins .Seite; wann des Wörterbuchs. 457 nun alles gerieben , so thue das geriebene zusammen auf einen Marmor-oder Neibestein, und im reiben mag man wohl ohngefehr eines kleinen Hünerevs groß von dem starcken gebrannten Oel darunter vermischen, hernach thue man es in einen irdenen Farben- Napf, verwahre, oder decke es wohl mit Pappier,, oder andern Deckeln zu, damit keineUnreinigkeit darein falle; alsdenn ist die Schwartze zur Abdruckung der Kupferplatten fertig Zu denjenigen Kupferplatten, welche entweder nicht tief geeHet, oder aber sonstcn schon oft gebraucht und abgearbeitet worden, muß man die Schwartze nicht mit so viel starcken Oel, sondern nach Gutvüncken, anmachen. Überhaupt muß man sich einer guten Druckschwartze befleißigen, dies-lbige wohl zerreiben und zurichten ; Denn wenn selbige nicht genug gerieben, undgleichsam noch rauh ist, so giebt es nicht allein einen bösen Abdruck aller Lineamenten der Kupferplarten, sondern es verderbt und verschiesset dieselbige endlichen gar. Das Oel soll auch wohl gebrannt und wie ein Svrup gemacht werden. Denn wenndasselbige dünn, oder lauter ist, so bleibt die Schwartze in den Rissen, oder Linien deiner Kupferplarten, und kommt im Abdrucken nm ein wenig auf das Pappier, und macht also die Abdrücke untauglich; Derowegen so das Oe! nebst der Schwartze gut und wohl durch einander vermischet, so muß nothwendig daraus erfolgen, daß sie zusammen auf dem Pappier bleiben werden. Grahl, ein Metall, so dem Eisen am nächsten kömmt, und von demselben allein in der Harte unterschieden ist. Er wird neben dem Eisen aus der Erde Segraben, oder durch Kunst gehartet. Guter Stahl muß ohne Schiefern, ohne Schlauch und nicht eisen- Ff 5 lchÜß'S 458 Cap. VII. Fsrtseyung _ schüßig seyn, welches man erkennen kan, wenn erzerbrochen wird, unv der Bruch einerley Korn hat Je langer er im Feuer-ist, je mehr er überhitzet und verbrennet, darum muß er so geschwind, als möglich, angeschmiedet werden. Die Stahlschneider bedi« nen sich dessen zu Stempeln und Contra-Puntzen, welche sie vorher, ehe sie schneiden, erweichen müssen, und nacl)dem ihn auch die Harte wiedergeben, wenn do<. was ^auf gestochen, seine Richtigkeit bat, z E. B.-yira^en')vr den Schriftaiessr, welche er alsdcnn durÄ seinen v.cftrrigten Stempel in Kupfer einsencket. 'M^neid! r, davon haben wi^ im ersten Theil ,. 2 - !?g Lttyan,unrer dem Titul:Müny- lLi- ft'^ " ^-.hijchneldcr: Was nun alldort vergessen , vaö hat man hier an dem gehörigen Ort angebracht Ihre Z Prumema bestehen aus Heilen, welche ?ng«ische genenuet werden, (6rab-Snchel, einem Gch'-iubestock, ingleichen kleiner Hand-Schraub« Gcö7k^?n, Hammer, von unterschiedener Grösse, einem Äeseh-Blech, so ans Meßing, unterschiedlicher Maass, von Meßing, dadurch sie die richtige Höbe, oder Kegel der Schrift sich erkundigen, ferner guten ge- lanrerlen Stahl, dicke und dünne viereckigte S- angcl- gen zu Csntra-Pu-itzen, die sie sich schmieden'ind ous- strecken lassen, einem Lircul, der nur einem Schräub- Ken gestellt wird, L-ineal und V0inck.!ma K O D Anhang. ^^^achdem ich vorhergehende Blätter dem Druck bereits übergeben hatte; So sind mir noch un- lerschiedliche Schristen,'thei!s durch Vorschub eines guten Freundes, welchem ich hiemit öffentlich gebührenden Danck abstatte, zu Händen gekommen, die zurErgäntzung meiner Nachrichten allerdings nöthig waren, daher» saheich mich genöthiget, diesen Anhang zu verfertigen, Ich habe selbige nach Alphabetischer Ordnung, in Ansehung der Städte, wo sie gedruckt worden, vorgetragen, und das nöthigste daraus mir zu Nutze gemacht. ^ §. i. Arnsradt. /). ^oö/??)K cw//. /')-o/^^?^e/^.Be- rveiß, daß Gcmßburg sich gerviß und alleine rühmen könne wegen der Erfindung der Äuch- druckerey, bey jetzigem dritten Buchdrucker^ jubiiäo eröffnet zu Ärnjiadtin der Schilltschen privilegirren Druckerey. Arnstadt, 1740 inF.vons Bogen. Ich war ungemein begierig, was ich in diesen Bogen vor einen unüberwindlichen Beweiß vor Straßburg finden würde, Und da ich selbigen ansähe ? so war es! eine Anmerckung, welche Schilter ehemals zu Jacob von R.ön,'gghsven Elssßischer und Grraßburgi- scher Lhromck, Straßburg 1698. p>44l gesetzet hatte. In der Anmerckung selbst wird nichts walcr vorgebracht, als was Löckler, Schmidt und Gchra- gl'us aus den alten Srraßburgischen schon öftc'.'s widerlegten Chronicken angeführet haben. Am Ende ist ein Lied für Buchdrucks angehängt. ' §. Ä. 462 Anhang §. 2 Alt - Brandenburg. Herr Johann Hayn, Nettor an der dösigen Saldri- schen Schule/ hat am n.und 12 Febr. 1740. zum Andencken der erfundenen Buchdruckerkunst eine Redncrübung angestellet, und in der Einladungsschrift von der Bücher-Raserey auf eine lebhafte Art gehandelt. §. z. Altdorf t?ott/^/5 Ä'/W^T//, primsrig czuT^zm clocumemg 6e Ol-iA>ne l'vp^ZrgpKiX,!'. I. II. III. Altdorf, 1740 in 4. von 22. Bogen. Dieses sind eigentlich drey wohlgerachene Vitterrg- tiones, welche der Herr Verfasser öffentlich zu Altdorf vertheidiget hat. In der r. villelt. lesen wir 1) das Instrument, so Ulrich Helmasperger, ein Kav- serl. llorsriu«, wegen der Streitsache Jacob und Johann Hauses an einem Theil, und Johann Gurren- bergs am andern Theil verfertiget. Der Herr Verfasser machtrechte lesenswürdige Anmerckungen darüber. 2) V. ^0tt»'/?L //v7//^ ),^v t^pl'Ai'g^lncz(Zucrentzei-Aii von 1468. Er hat Johann Gurrenbergs andere Druckerey geerbt, und deswegen diesen Schein darüber ausgestellt. Es wird dieses Zeugniß vor Gmrenberg, als den ersten Erfinder, mit gründlichen Anmerckungen abermals begleitet, z) l'eliimom'um Lki-onicB lummorum poneif. lmperswiumczue 1476. KkimX impiellie. Haust und Gutrenherg werden als die Erfinder der Buchdruckerkunst zu Mayntz darinnen angegeben. 4)1"esrimnmum Vl^^/) , pilzni, in lem^> porum 6^ liisrorigs^um continusticine i>6 ^. 1457. Gurtenbergen wird die Erfindung abermals mit deutlichen Worten zugeschrieben. In der tt. vitl. ste- et'niZer Jubelschnscett. 4^z het: l) lnclex libl-orum in priniZ ^ivAunria? (?Kc>nz l^po^i spkic^ excu5>rum. Hier wero^n 48 Stück Bücher recensner, welche all'.' v^n!44o bis 1492. aus (k5uttenberFS/ Faufts und Schösters Druckerey zu Mayntz ansticht getreten sind. Viele davon besitzt d.r Herr Verfasser selbsten, dahero die Beschreibungen davon sehr hoch zu schätzen, wcil nicht leichtlich jemand so viele erste Abdrucke um Augen geschen hat. Am Ende werden gewiß recht m^ckwürdige Anmer- ckungen darüber gemacht. In der Ui l)nr wird §.1. das Vorgeben gründlich widerlegt, als wenn pam- pht'jius Castaldo die Buchdruckerkunft erfunden hätte. §.2. sieht ein l'estrmvnium A^o. K^ilcv- pi ^isnt-nl' vor die Teutschen, welches zu einem Exemplar V0N den Episteln ///'c,'o?^M/'sci i'onci/. 146z. geschrieben ist. §, ? werden einige gelehrte Amnerckuncsen, darüber gemacher. §. 4 und 5. werden einige Lateinische Verse, welche bey den Oecrers- I^u? (/i'^o?//!X. ^. ^^7Z. Kj«Aumig? s ex^ulls stehen, eingerückt und mit schönen Anmerckungen erläutert, womit man auch noch §. 6. beschäftiget ist. §. 7. werden die Zeugnisse: ,) ^utto- ris sstciculi tempoi um, LolomT per //c/m-, ^v^j?^/ 147?. 148«. impi-ekli, und auseben diesem kstc-culo von den Ausgaben 1482. und 1487 zu Strasburg durch Jot), prys gedruckt; 2VI0H. NaucZcxi - welcher ^. 1460. zuSrurrgard gelcber, e ^l^.?-nc'g!i!^li. z. Jahre, indem selbige erst -727. zu Stande gekommen ist; So hat sie dennoch davor gehalten, daß sie an der dreyhundertjahrigen Jubelseyer Antheil nehmen müsse. Aus dieser Absicht ist also gegenwärtige nicht uneben geschriebene Predigt über Matth. 1,1 .gehalten worden. Z. 7. Ärieg. Von dieser Stadt habe ich ebenfalls oben schon geredet, es ist mir aber ^>^/^^^ ^7/'/>//, ?. i". tvohlgerarhenes Gedicht, von 2. Bogen in Folio, noch zu Gesichte gekommen, worinnen das Ruhm-unv Ehrenvolle Andencken der hundert und dreyßig Jahr zu Brieg blühenden Buchdruckerkunst vorgestellet wird. Wir ersehen auch daraus, daß sich Caspar Siegfried >6ü. zu erst in dieser Stadt eine Dru- ckerey angeschaft habe. August Gründer suchte selbige 162i. zu verbessern und zu vermehren. Äal- thusar Rlos fuhr rühmlich fort 1640. Christian Tschorn übernahm sie 1648 Hannß Christoph Jacob lebte -67z. und hinterließ die Druckerei? seinem Sohn Herrn Christian Jacob 1690. Gottfried Gründer bekam mit des verstorbenen Jacobi Wittwe 1701. die Buchdruckerey, u nach dessen Tod einiger?ube!schriften. 46? übernahm 17,1. der jetzo noch lebende Kayserl. privi- legirte Buchdrucker Herr Gorrftied Tramp die Druckers« und heyrathete dessen Wittwe. §. 8- Budißin. Herr Johann Gottfried Zeiste, Rector daselbst, stellte bey der Nichttr-und Fritschischen Hochzeit, 'so den 19. Jul. in dem dritten Jubelfeste der Buchdruckerkunst 1740- gefeyerr wurde, in einer Schrift von einem Bogen in 4- vor: den Nuyen und die Verdienste der Äuchoruckerey umdiestudirende ^iuaend. Eö lassen sich diese Blätter gantz wohl lesen. ^ 2 tz. 9. Colberg. Folgende Buchdrucker haben sich in dieser Pom- merischen Stadt nach einander niedergelassen: Heinrich Heyse, I^ob ?.use, Johann Denhard, Berger Campe, Ludwig Röder, Georg Boch, Johann Nicsl«Lrnst, und Tobias Christian Till. G. das zu Stettin gedruckte (armen. §. ic>. Danyig. Erstlinge der Iubelfeyer in Dattyig wegen der vor dreihundert Iahren erfundenen Buchdru- ti-erey 1740. theils dargebracht, theils veranlaßt und verlege durch Thomas Johann Schreiber, eines Hochedl. Raths und des löblichen Gymnasii Buchdrucker. Danyig, 1742- in 4. von 12. Bogen. In der Vorrede wird erzehlet, daß der bereits genannte Rathsbuchdrucker Herr Schreiber zu Begehung der Jubelfeysr am Johannistag nach Königsberg von dem dasigen Hof-und Universitatsbuchdru- cker Herrn Johann Friedrich Reußnern eingeladen worden sey. Er hatte sich auch vorgesetzt mit sei- ^ nen Gesellen dahin zu reisen und etwas neues von den Ggs Ban- 468 Anhang Dantziger Buchvruckereyen mit dahin zu bringen; Alleine die eingefallene hohe Landestrauer verursachte, daß dieses angesetzte Fest verschoben wurde, dahero er sich entschlossen diesen Tag in seinem Hcmß zu begehen. Es geschahe auch dieses vermitteisi einer gehaltenen Rede und Erbittung des göttlichen Seegens, eines umsonst an zween ausgelernte Johann Janzen und Johann Gottfried Fabnctus schenckten Postulats, eines fröhlichen Gastmahls und andern Freudenbezeugungen. Es wurde auch das Denckmahl der Danyiger Buchdruckercycn und Buchdrucker ftit dem Jahr 1539-1740. mir einigen Gedancken von künftiger Verbesserung des Druckes begleittrvenMichaelChristophHanorv/ prulolcipn. ^rof. 6c ttibtwtliec. ausgetheilet, welches der erste Theil dieser Erstlinge ist und mit nach Königsberg zu nehmen bestimmt war. Da man abee hernach etwas mchr Zeit gewonnen, so ist noch ein Anhang dazu verfertiget worden, worinnen einige Verbesserungen, und anderweitige Nachrichten, von einigen andern Buchvruckereyen beygebracht worden. Wir wollen uns die Nachrichten von Dcmtzig zu erst zu Nutze machen. Anfänglich haben sich einige Gelehrte in ihren Häusern Buchdruckereyen angeleget. Die allererste Dru- ckerey in Dantzig hatte Franclscus Rhodus, von 1538 -1559. gehabt. Dieser Mann war von Sregern aus Flandern und ein Gelehrter lateinischer und teutscher Dichter, welcher zu Marvurg im Jahr 15ZZ. Feri-orii ünno. tstione« in Vl I.ibrl-s Unstiruriormm in 8- gedruckt hat. Im folgenden Jahr hat er die Rirchenord- NUNZ in Iriner gnad. Herren, der Marggrafen zu ^rt»n- einiger Jubelschriften. 469 Äeandenburg,u.nd eines erbarenRsths derSradt ZTlüenberg Oberte«c und Gebieten in 8- gedruckt, ingleick)en Val. Ickelsämere. rechte Weise aufs kür- tzeste lesen zu lernen, samt Vem Text des kleinen Ca- techismi, Tischgebäten, und einem christlichen Gespräch zweyer Kinder, in 8. Ob sich nun gedachter Rhode von 1535-1537. noch in Marpurg aufgehalten, oder wo anders hingewendet, ist unbekannt, so viel weiß man aber gewiß, daß er 15z 8- zu Dantzig ausser dem TVißbijl-hen Schiffs Rechc und dem Gvangelio ZTlicodemi auch eins pohlnische 8tbel in 8. gedruckt, welches vielleicht eine Übersetzung von Ickel- samers Lesebuch ist. Von dieser Zeit an hat er allerhand Uberfttzungen verfertiget, welche er hernach durch seine Pressen der Welt mitgetheilet hat. Ausserdem hat er auch einige Lieder verfertiget, welche bey einem Dantziger Gesangbuch angehänget sind. An einige» Catholischen Liedern, so er 1544- zu Dantzig in 8 gedruckt, stehet eine Figur, welche vermuthlich dessen Buchdruckerzeichen vorstellen soll. Es ist selbiges ein aufgerichtetes Creutz, an dessen Handnägeln zwey Geißel-Riemen unten ausgebreitet herabhangen, und auf den drey Riemen zur rechten Hand 6. Sterngen erscheinen. Unterwärts vor dem Creuhbaum ist der Schild, welcher mitten inne ein Hertz, oben zwey abgehauene durchbohrte Hände, unten aber zwey abgehauene durchbohrte Füsse vorstellet. Im Jahr 1559. har dessen Erbe die Druckerey fortgesetzet. Johann Heveltus, der berühmte Dantziger Ma« thematicus, hatte sich in seinem Hause eine eigne Druckerev angelegt, und darinnen seine Schrifften von 1662 bis 1679. gedruckt, welche er hernach im Brand 1679. verlohren. G g z Jac. 470 Anhang Iac. Sreynius, ein grosser Botanicus, ließ ebenfalls in seinem Hause seine eigne Schriften drucken, um das Jahr 1675. Paulus paeer, öffentlicher Lehrer der Mathema- tick zu Dantzig, hat im Jahr 1709. eine Druckerey angelegt und verschiedene Schriften gedruckt, bis gegen 1724. Nach seinem Tod, stund sie eine geraume Zeit stille, bis sie 1732 Räch Seelmann gekauft und in Langenfuhr angerichtet, es wollte aber nicht recht damit fort/dahero er sie i?zz. an Rlmgen- berg verkauft, welchersie bis ,737. geführer, hernach aber nach Warschau verkauft hat Georg Förster, ein berühmter Buchhändler, hat seine Bücher, so er verlegt, mit eignen Hollandischen Schriffren drucken lassen, von 164z-, 660. Diejenigen aber, so ordentlich und gewöhnlicher massen dieBuch- druckerey erlernet, und zu Dantzig getrieben haben, sind folgende.- 1) Hanns NO-u'nreich, hat 1555. zu Dantzig einen Spiegel der Juden gedruckt, welchen ein bekehr-- ter Jude Philip )Vslfgeschrieben hat. Vermuthlich ist er von Königsberg Hieher gezogen 2) Frany Rhodens Erbe 1559. vielleicht ist es Vergleich folgende. z) ?acol? Rhode, indessen Minderjährigkeit man seinen Namen nicht ausgedrucket hat. Man weiß von ihm von 1564-1602 gedruckte Bücher. Dessen Erben setzten die Druckerey ein Jahr gemeinschaftlich fort, alsdenn wurde. 4) Martin Rhode, vermuthlich ein Miterbe, bekannt, welcher von 1603-1614. gelebt. 5) Gui!telmusGullmochanus,l6o5-l6o6.lget. Hierauf wurde unstreitig Valentin S.apzynsttHof-' huchvrucker, welcher 1587. den ?o. Novemb. in den Pohl. Adel erhoben worden. Den Beschluß dieser Nachrichten macht das Verzeichniß der. I. ThornisHen Buchdrucker. ,) Stentzsl Worfschaufel, 1569. 2) Melchior Nehring, 1581-1585. z) Andreas Coren, (CoteniuS) 1587-1607. 4) Dessen Wltttwe, 1607-1608. 5) Augustin Ferb?r,und feine Erben, 1609-1619^ 6) M, Caspar Frisius, 1600.162?. 7) HeinrOriese,Schöppenherr daselbst, 1623-1624° 8 t Frantz Schnellboltz. - 9) Michael Karnal, 164z-1666. 10) Johann Köpsel (Coepselius,) 1667-1679. 11. Christian Beck, ,681-1689. 12) Johann Balchasar Breßler, zugleich Schrist- gieser, 1690-1699. iz) von 1700-1704. heist es ex OKcing Selistus. 14) Johann Conrav Rüger, 1705-1708. 15) Der noch lebende Johann (Ludwig) Nicolai,! von 1709. II. Der Elbingischen Buchdrucker. ,) Wolfgang Dietmar, von 1558-1564. s) Wendel Vodenhausen, 1604-1617. Z) Dessen Erben, 1617-16Z6. einiget Iubelfchrifre n. 475 4) Wendel Bodenhausen, ein Sohn des vorhergehenden, »625-1642. z) Dessen Erben, 1642-1646. 6) Achatius Corell, heyrathete die Wittwe, 1646- 1660. 7) Dessen Erben, 1660-1669. 8) Achatius Corell, des vorhergehenden Sohn, 1669-1696. 9) Johann Arnold, mit vorhergehenden in Gesellschaft, ,674- 10) Samuel Preuß, 1697-1735., 11) Christian Caspar Preuß, 1731-173?. 12) Samuel Gottlieb Preuß, «7Z8- III. Der Braunsbergischen Buchdrucker. 1) Johann Sachse (Saxo) 1590. 2) Georg Schönfels, 1601-1624. z) Caspar Weingartner, 1639-1653. 4) Peter Freymuth und Elisabeth Weingartne- rin, 1660. 5) Heinrich Schultze, 166z. 6) Peter Rosenbüchler, 1689-^690. 7) Das Collegium, Soc. Jesu in BraunsberA hat noch bis diese Stunde eine Dru- ckerey. Den Beschluß dieser Schrift machen allerhand Glückwünsche von vornehmen Gelehrten, und Gönnern dieser Kunst, §. 11. Greiföwalde. Folgende Buchdrucker daselbst sind mir bekannt worden: Augustin Herber, der ältere, Augustin Herber/ der jüngere,Johann Albinus, oder Hanß XVirre, Johann pepelon>, I Grmck. Siehe das zu Stettin gedruckte Carmen. 5 l2 Grimnia. Der dasige Rector Herr ^. Heinrich Schnma« macher stellte zum Andencken der erfundenen Buchdruckerkunst den 14. Sept. 1740 eine Rednerübung an, worzu er in einer lateinischen Schrift von 2 Bogen eingeladen, und darinnen cle prouiclentig <^ei in ferenMlnsm <^olimm Zsxvnicgm sämirsditi gehandelt hat. ss. I z. Haarlem. //et ^/^^^'^i- -/e»- tt/jA^ov^Ke ^oe^i'?^^?^/?«. ^e/-v/>^//>i^ -A»- Foe^^^o///?/ ^///?»' ?» 0^/?^?-^/^^ //^^Wi'Te/? n?0^, M/??/?/^»', c/o»' I?A te?' /l/^-?t/^ ^Z^/v? tt/t^evo?/- ^/i?«, 7)6^'o/^e»>s />oe ,^05 ^/c/>/7^/^, vs^»' ^oo?' i/e v^z^i'^/^ ^e- e?/ 7ve/^^o»te ^//7»' -/oo^ <7^?/ to^i t?^'» L^/'^^Me, /, 174»^ in 8. von l?.Bog. Endlich binich doch auch dieses Buches habhast worden, worauf ich mit Schmertzen gewartet habe Denn ich war überaus begierig, zu wissen, was doch einen Oberteutsche.!, und noch darzu einen Francken, bewogen haben müsse, daßerslchvorS.orenyCösrern von Haarlem, als einem Erfinder der Buchdruckerkunst, erklärt habe. Ich will es also kürtzlich durchgehen. An statt einec 5Lcrre?e harerem Mrzeichnißvonden» einiget: Iubelsch ti fcett. _ 477 jenigen Schriftstellern vorgesetzet/ welche von Erfindung der Buchdruckerkunst gehandelt haben. Habe ich jemals ein unvollkommenes Verzeichniß gesehen, so ist es dieses. Er hat in allen nicht mehr als drey und viechig Schriftsteller namhaft gemacht. Ich sage dieses nicht deswegen ,, weil der Verfasser nicht an mich gedacht hat. O nein! Äünemantts Kutir-sund des Herrn ^rof. Vstolfens LibliorKecs l^poAl-ZpKi- cs reden hierinnen vor mich das Wort, allwo man eine ungleich grössere Anzahl antrifft. Ansanglich thue er, als wenn er alle angeführte Schriftsteller bey der Hand gehabt hätte / weit er selbige beurtheilen will. Weine die Abhandlung erweißc das Gegentheil. Denn er hat nicht mehr als sechzehn davon beurtheilet, wo sind also die übrigen sieben und zwantzig geblieben, von welchen nur die blossen Titul da stehen, und noch dar- zu öfters ohne Benennung der Zeit, des Orrsund d-s Formats, welches doch sonsten geschehen ist? Untere dessen habe ich doch zwey Schriften darinnen angeführt, aber nicht beurtheilt, gefunden, welche bey Herr Wölfen nicht stehen, nemlich i) M^'/^o,-// 6^»-^ i)ilcurtum Kjlrvrico poliricum cle orru, pro^i elZu > Miütgre 6c prassigntis "I'ypoZi'spKiT, KlZ^Iriä 1675. tu!, in Spanischer Sprache; Herr Bünemann wüste es Spanisch zu nennen, es heikt also: /)//?o^o )/ ^do/^/c'o , ^Vo^T« ^'/^^e^/^/^?',?)?». 2) Io^. ^?///? Orat. cls lrillANi Vtl- litste l^^ptiAl-spKiN» ScNccniu^T, 172.'. Hierauf folgt das I Cap. worinnen von der El findung der Kün« ste überhaupt gehandelt wird. Es wird weicläustig sowohl aus der Heil Schrift, alsausdcnheydni.chm Schriftstellern erwiesen, daß GOrt der Urheber aller Künste sey. Dieses wa.v vermuthlich sehr nöthig, weil 478 Anhang hieran niemand zweiffelt. Im ll. Cap. wird von der Schreibkünst, derselben Ursprung und ersten Erfinder, und daß die Kupfferstecherkunst darzu Gelegenheit gegeben habe, geredet. Da der Verfasser durch die Schreibekunst, diejenige Kunst verstehet, da man mit einer Feder und Dinte auf Pappier Buchstaben, Worter und Reden schreibet > so mögte es angehen^ daß vie Kupfferstecherkunst Gelegenheit darzugegeben habe. Ausserdem ist es wohl umgekehrt wahr. E6 wird hier nichts gewisses bestimmt, sondern man er- zehlt kürtzlich nach einander, wie und aufwas mcmge, schrieben habe. Es ist beynahe eben das, was man in Herrmann ^ugonis Buch cle prims llrilzevcji ori- xine ließt. In oem Cap wird die Zeit untersucht, wenn die Buchvruckerkunst in Europa erfunden und bekannt worden sey? Hiev giebt man sich wieder, in der That zum Überfluß, ungemein viel Mühe mit dem Zeugniß einer grossen Menge Schriftsteller dar zu thun, daß die Buchdruckerkunst nicht eher in Europa bekannt worden sey, als da man geschrieben ein raufend vier hundert und - - Jahre. Warum hat man aber das Jahr nicht bestimmt, wenn man gewiß wissen will, daßö.oreny Röster 1440. die Buchdruckerkunst erfunden, welches unstreitig einen Zweifel anzeiget. Endlich erklart man sich ^.42. also : Man soll mercken, daß die Vuchdruckerkunst erfunden und in Gang gebracht worden sey um das Jahr 144c». Das IV. Cap. handelt von dem Ort, wo die Buchdruckerkunst, von wem und wie sie erfunden worden se» Dieses ist das merckwürdigsie Capitel, weil man darinnen erweisen will, daß diese Ehre der Stadt Haarlem und derselben Bürger L.orenr?Iansott,Rofter,;uerkannt werden müsse. Erstlich wird die gemeine Leper aus eim'gee Iubelschrifeett. 479 ^»adriattIuttio wieder angestimmt, wie Cöster in dein Wald spatzieren gegangen, und aufHoltzrinden Buchstaben geschnitten, und hernach Unterschiedliche Bücher auf Taffein geschnitten habe; endlich hatte ereintzelns Buchstaben von Holtz geschnitten zusammen gesetzt, weil aber dieses nicht rechr fortwolte, so hatte er Buchstaben von Mcrall verfertiget, und damit den Spiegel der Behoudenisft 1440. gedruckt. Die Fabel, daü Cöstern ein Diener durchgegangen, und sich nach Mayntz gewendet hätte, wird getrost nachgeschrieben, aber nicht bewiesen. Damit man sich nun auch einen Begrif von einer Kirche und einem dabey stehenden Hauß, worinnen Cöster gewohnt, Machen könnte, so hat er selbiges sehr sauber in Kupffer stechen lassen. Worzu dient doch dieser Unrctth ! Alsdenn kommen die unüberwindlichen Beweise vor Loscern. Der erste ist / daß die erste Ausgabe des H^// FV ^ 48o Anhang Km erklahrr haben. Man beruht sich nemlich auf das von Richard Actyns ans Licht gestellte ^.-»K. ingleichen auf die alte Cölinische Chronicke, auf das Zeugniß ^ccurlli, (Zuiccarci rii, Lcrivei-ii, ^unii, eo. inliel-tii, I^gtsl. (?omjti« und auch verschiedene andere mehr. Und dieses heisen zehn Beweise, Sie sind aber alle bekannt genug und schon längstens hinlänglich widerleget worden , daß wir uns billig wundern, wie doch ein sonst redlicher Francke so verblendet werden kan. Bey Gelegenheit dieser Zeugnisse, werden auch einige Schaumüntzsn mit eingerückt und in Kupfer gestochen geliefert, welche 174c?. zum Andencken L.c>rcny Cösters verfertiget worden sind. Es sind derselben sechse. Zwey davon hat der berühmte Medailleur Gerhard Marshoorn ver« fertiget. Die erste habe ich oben p. i79. als die vierte beschrieben Alleine der Augenschein lehrt mich, daß ich daselbst der Sammlung merckrvürdmer Medaillen zu viel gmauet. Denn auf der Hauptseite steht zwar Cö,ters Bildniß, alleine die Umschrift heißt also: l^VK. t/^S2. K08 I^CK. ttKKl^. unten darunter 6. >1 1?. die Gegenseite stellt eine Druckerpresse vor mit dem Wappen der Stadt Haar- lem, ingleichen mit dem Wappen Cösters, welche eine Taube ist. Unten an der Buchdruckerpresse liegt ein Buch, worinnen zu lesen L^lLQl. LLtt0VVC5Il83K 1440 in einem Zettel steht: ?. i ^ V. , 428. aussen herum fassen drey Schlangen einander, gantz unten ließt man: Q, KI^KS- 0 0 li!>I. Eben dieser Medailleur hat auch eine kleinere in Stahl verfertiget. Die erste Seite zeigt Cö-- siers Brustbild mit der Umschrift 1.5 V«. cos?-!?. N.V.S 1?. 8lM. tt/^ku Tie. itZv. ' lVl/VK8. eim'ger Itthelscht-ifcm. 4?r ^ li 8 tt 0 0 liX. 5ec. Auf der andern Seite steht eineBuchdruckerpresse, worunter ein osfnesBuch liegt, darinnen zu lesen : L^t^cv^v^ l-iV^/V^^L L 6. l.V/^ i' 10 ^!! 8. Ausen herum INV. 1428 ? LK. V V 144O. i V L. 1740. Unten im Abschnitt 6. Itt. Martin Holyhey, ein Medailleur zu Amsterdam, hat ebenfalls zwey Müntzen auf Lästern verfertiget» Die erste habe ich oben s>. 177. a'ö die andere richtig beschrieben. Die andere so Holyhey verfertiget ist etwas kleiner. Ich habe sie oben p. 179. als die dritte angegeben, welche mitvorhergehmder übereinstimmen soll. Es ist faisch, sie ist von selbiger unterschieden Denn die Hauptseite zeigt Cöscers Brustbild, welcher in der lincken Hand ein gegossenes ^. halt» Aussen herum ließt mau die Worte.- l.H VK Lbl- -rlVS cv81-CKV3 5j^KI.LK!KU8I8 Mtt^ S?'^/^ 5)^0^?'6/>/>/>6- ///D. ttlV^ /??7?/?o?/^v//e. Alsdenn stehen dieft holländische Verse drauf: /)?'?/^^c>?//? ^e?/!Z?e?? v?/^ ^Kl's^ei- i-'oo^^e^e^, /'e'tt/('^'/'o7'/ //s-?»^?»/ riaur;) ^Ä?^/"?//^ />/?i?^ ^//t M5t/7/?/, S?I 7)e?'/'/)'^t i.' /)/^ M/?//«^/)/^ ^e/s/?? ^)/ S/7« ^'li-^?' ^/^^e/// ^t?N?),c/L sk.^ses'e/^/""?. Hh M- 482 _Anhang Unten drunten sieht man drey Schlangen, davon jede einen Ring formirt, die drey Jahrhunderte anzuzeigen ; In der miltelsten dasHaarlemifcheStadt- wappen. ZTIicolaus von Schwindeln hat auch zwey Mün- hen verfertiget. Die erste davon habe ich oben p. 176, richtig beschrieben- Ausser, daß^>. 177. bey der Umschrift nachdem Wort livs^LKVS coxs. t-^ii^Ll^l hinzu zu setzen und I. i i. vor Kmc. IiuriL gelesen werden muß. Die andere ist etwas kli'iner und siM auf der Hauptseite (Lösters Brustbild mir der Umschriftvor: Q. i. cOSI ^KV8. L0I^8 »i^I?- QLlVI. ^V?. 1^^. /^l) ^^.V. i44o,Aufberandern Seite steht ein Frauenzimmer, welche in der lm- cken Hand das Wappen der Stadt Haarlcm mit einem fliegenden Zettel hält, worauf L I. 0. V. stehen. In der rechten Hand aber sieben Wappen, nemiich der vier regierenden Burgemeister Herrn Peter van der Camer, IanvanDyk/ Anton van Gcyrum, CornelisAscanlus van Gypestein, nebft den Wappen der Herren Pensionarien Herrn I«cob Gilles, und Csrnell'sGerlmSL UNd des SecietairS Dammas Guidervagen. Oben scheint die Sonne. Dieses Frauenzimmer trit mit ihrem rechten Fuß auf ein Buch, welches ^/-?^/?^/(Zrsmmsu^? mit Costers von Johann GnrtenberZ entwandten Schriften 1441 zu Mayntz gedruckt vorstellen soll. Ausen herum ließt man: l:X l^Z8 lj«> llt.L1'L cv K v ^ 8. Auf der Seite des Medailleurs Nah, me ^s. v. 8. Nunmchro fahrt der Herr Verfasser im Capitel fort, in welchem er die Zeugnisse vor Johann Gurtenberg, als Erfinder zu Mayntz, üdern Haussen . werf- einiger Iubelschrifren. 48z wcrffmwill Hier spitztman absonderlich wider den unschuldigen Herrn Marchand die Feder. In, VI. Capitel widerlegt man die Zeugnisse vor Sttaßburg. In dem Vli. Capitel will man den Verlauf der gan- tzen Sache m chronslogischer Ordnung vortragen, da dennCöscer freylich die oberste Stelle einbekommt, und der arme Guw-noerg zu einen Diener und Dieb des Cöj?ers, jedoch ohne Beweiß / gemacht wird. Das vüj. Capitel weißt wie sich die Buchdrucker- kunst von einer Stadt in die andere nach und nach ausgebreitet hat. Hier wäre manches zu erinnern, wenn es mir der Platz erlaubte Im IX Capitel wird der grose Nutzen vor Augen gelegt welchen die Buchdruckerkunst dem menschlichen Geschlecht darbiethet. Im X. Capitel wird untersucht , ob die Buchdruckerkunst mehr böses, als gutes in der Welt stifte. Ich hatte mir also weit mehr eingebildet, als ich in der That gesunden habe. Denn alles, was er bey nahe sagt ist abgedroschenes Zeug. §. 14. Halberstadr. Herr' >1. Christian Friedrich Hercel, Rettor zu Halberstadt, hat den 2. Oct. 1740 zum Zlndencken der vor drey hundert Jahren ersundmen Vuchdru- ckerkunst eine Nednembung angestellet, und zu dem Ende mit einer wohlgerarhenen Schrift .'^roi-um in i^n -lis (lL!'^tu A ulu von ? Bogen eingeladen. Am Ende ist die Musik angehängt. §. 15. Hamburg. Ich kan zwar die Buchdruckerhistorie von diesem Orr nicht ergäntzen, sondern ich will nur ein dastlbst gedrucktes Buch anführen, welches die Buchdrucker- Hh 2 kunst 484 Anhang kunst angehet. Es ist aber folgendes: /.s^///?^??/? .^nnslium gx)Nicoruru lele- As lzuTljsm cs^irs, Hamburg, 1740. in 4. von 22. Bogen. Der berühmte Herr Professor der Geschichte zu Kiel erinnert in der Vorrede, daß zwar bereits viele von der Buchdruckerkunst bey gegenwartigen Zeiten geschrieben, er wollte aber doch auch gerne etwas zur Buchdruckerhistorie beytragen, und einige rahre und auserlesene Dinge abhandeln/ welche man vergeblich in den bekannten Büchern suchen würde. Er würde auch noch weit mehrere dergleichen vortreffliche Sachen geliefert haben, wenn ihm nicht der Tldseiu liebes, sein hertzallerliebsteS Eheweib geraubet, und ihm dadurch in Verwirrung gesetzer hätte, welcher er in dieser Vorrede eine Hertzbrechende Trauerrede gleichsam gehalten hat. Es werden also hoffentlich alle rechtschaffene Gelehrte gleiche Klaglieder anstimmen, weil der Tod einen doppelten Raub begangen, inLem er einmal dem Herrn Verfasser sein geliebtes Eheweib/ und uns desselben auserlesene Anmerkungen entwendet bat. Nunniehro wollen wir doch unsern Lesem eine Nachricht von diesem außerlcsenen Materien mit« theilen, damit sie daraus erkennen mögen, was wir noch hätten lernen können, wenn der unbarmhertzigs Tod nicht einen Strich dazwischen gemacht harre. Im 1. Cap.wird deö Hrn, Ioh Bernhard Mnsus Meynung, welcher die Erfindung der Buchvruckerkunst den Straßburgern zuschreibt, angeführt, und mit wenigen widerlegt. Diese Meynung ist schon öfters wiederlegt worden, und also nichts neues Im II. Cap> wird der Zierrath der Bücher untersucht, welchen sie nach der Erfindung der Buchdruckereyer- elm'ger Iubelschrifcen. halten. Schöne Bände, schönes Pappier, und Pergament, ingleichen die schön gemahlten Buchstaben bey einigen zu erst gedruckten Büchern sind allerdings ein Zierrath. Der allerschönste Zierrath aber waren die gedruckten Bücher ftlbsten. Dieses ist wohl wahr, aber in der That eine bekannte Sache. Das III. Cap unterrichtet uns, daß di« Schriften Lutheri der Buchdruckerkunst grosse Dienste gethan. Weil Sucher viel geschrieben, so hatten die Buchdrucker viel zu drucken, folglich hat sich Luther um die Buchdrucker verdient gemacht, weil er ihnen dadurch Brod verschaft. Dieses ist vermuthlich eine außerlesene Materie. Die Überschrift des IV. Ccw. heißt: nicht alle Buchdrucker sind Buchdrucker gewesen, das ist, einige haben Buchdruckereyen angeleget, ob sie selbige gleich nicht gelernet haben Dieses ist nichts rah« res noch cmßerlesenes. Denn die Beyspiele sind gar zu häufig, und zu unsern Zeiten nicht ungewöhnlich. Das V. Cap. stellet uns das Lob der Haarlemischen Druckerey vor Augen. Es sind dieses die bekannten Großsprecherischen Verse des Adrian: Roman», und peerr Scrivecs. Das VI. Cap. giebt Nachricht von den ersten Buchdruckern zu Kiel. Um das Jahr iz 2 8 hat Melchior Hofmann, ein Prediger zu Kiel, eins Druckerey angelegt, und seine Schriften darinnen verfertigen lassen, da er aber wegen seiner irrigen Lehren die Stadt räumen müssen, so weiß man nicht, wo seine Druckerey hingekommen. So viel weiß man wohl, daß nach. Errichtung der hohen Schule daselbst folgende Buchdrucker gelebet haben: i) Joachim Reumann, von 1665-1698. da er sich nach Hamburg gewendet. s) Barthold Rsuther, von 1698-1721. Hhz Z) 486 Anhang z) Johann Christoph Neutber, von 1721-1728- 4) Nicolauö Luders, von 1729-1730. 5) Gottfried Bausch, von i?zi Vor dieses Cap bedancken wir uns höflich. Es wäre aber zu wünschen, daß es etwas vollständiger gerathen seyn mögre. Vermuthlich ist der Toi) seiner Ehefrau Schuld daran. Das V Cap, erzchlt einige Beförderer der Buchdruckerkunst, und das VUi. Cap. diejenigen gelehrre Privat-Personen, welche auf ihre eigne Kosten Druckereyen angelegt. Ob ich gleich von den meisten schon hier und da einige Nachrichten ertheilet, so gestehe ich doch aufrichtig, daß diese Abhandlung unter allen bißhero angeführten Sachen, die beste und vollständigste, und dahero billig hoch zu loben sey. Das lX Cap liefert einige gute Nachrichten von dem Anfang der Druckerey in Mof- cau. Im X, Cap ließt man einige Nachricht von einer Art zu Drucken in Lappland, welche gewiß eines Durchlesens werth ist. Das XI. Cap. erzchlt die Druckereyen, der Socinianer in Pohlen und Litthauen Das xii. Cap handelt von einigen alten und rahren Büchern von 1470. bis 1648. Dieses ist das allerbeste in dem gantzen Buch, und daher» billig eine recht löbliche Arbeit, ob es gleich keine neue Warheiten in sich enthalt, unterdessen findet man doch hier beysammen- was man sonsten mit groser Mühe erst zusammen lesen muß. §. 16. Hirschberg. Herr Christinn Gckel, war der erste Buchdrucker Hieselbst, hierauf kam Dietrich Rrahn, hernach dessen Sohn Immanuel Arahn. Nungens Incuns- duls p. 95. § 17. einiger Jubelschrifcen. 4^7 §. -7. Jauer. Daselbst sind folgende Buchdruckerherren nach einander bekanntworden: Johann Christian L.o- reny, Johann Gottfried XVeb^r, und Johann ChristophJungmann. Rungenslncunsbuls 95. 18 Leipzig. hochverdiente und aus bewahrten Urkunden ivohlbeglaubre Ehren Rettung Ioh.Gutt.n- bergs eingebohrnen Bürgers in N'iayny / aus dem n?ten adel, Rheinland Geshlechte derer von Gorgenloch, genanntGansefleisch, wegen derbsten Erfin ung der nie genug gepriesenett Buchdruckerkunst in oer Stadr Nllayny, zu unrergänglichen '-Lheen der Teutschen Marion, und insonderheit der löblichen uralten Stadt tNayny, mir ganylicher und unwiderspeech, licher Entscheidung des darüber entstandenen dreyhundertjährigen Streits getreulich und Mir allem Fleiß ausgefertiget von Johann David Röhler, -/M. Z'. zu Göttingen. Leipzig, 1741. in 4 von 16. Bogen. Hat man wohl jemals wegen eines Puncts in den Geschichten der Gelahrheit gestritten, so ist es gewiß wegen des Erfinders der Buchdruckerrunst geschehen. Es muß also ungemein viel dran gelegen seyn; Vielleicht beruht des H Römischen Reichs Wohlfarth darauf; Vielleicht kan man den Namen keines Gelehrten erhalten . wenn man nicht auch deßwegen die Feder ansetzet; Vielleicht ist man kein redlich gejinn, ter Teutscher, wenn man nicht- dieser Ehre wegen einen Federkrieg anfangt. Diese und noch viele an- Hh 4 dece 488 Anhang dere Einwürfe machte mirjüngsthin ebenfalls ein redlicher Teutscher, weil er wüste, daß ich in dieser Sache schon etliche mal einige Blatter drucken lassen, vnd weil er sahe, daß ich gleich gegenwärtigen Tra- ctqt mit grosser Begiehrde durchblätterte. Es ist wahr, wenn ich auf die Beförderung der Gelehrsamkeit überhaupt sehe, so kan es mir jetzo gleich viel gelten, es mag dieser oder jener Mann etwas dazu beygetragen haben, wenn ich nur jetzo eine Erleichterung mercke; Es ist wahr, es mag ein Teutscher, oder ein Hollander die Buchdruckerkunst erfunden haben, wenn ich nur den Nutzen davon habe, daß ich jetzo nicht so viel Geld vor ein Buch geben darf; Es ist ferner wahr, daß man hierbei) wahrgenommen, daß allerhand Pe- yauterey mit untergelauffen: Unterdessen ist doch die Untersuchung dieser Wahrheit eben so nöthig und nützlich, als einer andern Wahrheit. Es ist billig, daß man einem jeden zugestehe, was ihm von Rechtswegen zugehöre: Es ist endlich nöthig, daß man die Prahlereyen anderer ^ölcker entdecke, und ihre Lästerungen widerlege, damit sie sich nicht alleine vor weise und kK:g halten mögen. Da nun die Holländer, nach ihrer angebom'nen Art, kein Bedencken tragen den unschuldigen Gurrenberg so gar vor einem Dieb öffentlich anzuschwartzen: So erfordert ja die Pflicht eines aufrichtigen Biedermanns, daß man ihnen die Decke von den Augen ziehe, und die Unschuld rette. Ob sich nun gleich viele dieses unterstanden , so wird man doch gestehen müssen, daß Herr Röhler hierinnen seines gleichen wenige habe. Nicht nur dk bey unsern Zeiten zwar ungewöhnlichen^ jedoch wahrhaftigen Lobgedichte, welche der berühmte Herr l). Gehgmx, Heumsnn, und j^eubour, -- etntger Jubelschrifcett. 48s Herr Prof. Geßner/ und die teutsche Gesellschaft in Gottingen angehänget, sondern auch ein jeder vernünftiger Leser wird ihm dieses billige Lob wiedersah- ren lujjen. Damit aber dessen Bemühen desto deut« lichcr erhellen möge, so will ich seine gründliche Arbeit Stück vor Stück kürtzlich durchgehen. §. 1. handelt von dem wahren Orr, wo die Buchdruckerey erfunden worden ist. Und dieser ist Mayntz, §. 2. von der gewesen Z^it, in welcher die Buchdruckerkunst erfunden wo den ist. Hier macht der Herr Verfasser einen Uuterjchied unter der Zeit da die Kunst angefangen und zu Stande gebracht worden ist. Angefangen wurde selbige 1440. und vollendet 1450. §. z. von dem wahren eigentlichen ersten Erfinder des Buchdruckerey. Hie? muß man wieder einen Unterschied machen unter den partheyischen und unpar- theyischen Schriftstellern, unter den alten und neuen Zeugen, umer denjenigen, so diese Sache haben wissen können, oder nur von hören sagen gehab! haben. Alle unparcheyische, alte, und glaubwürdige Schriftsteller geben Gurrenberg an; §. 4. von der gewissen Geburlhsstadt Johann Guttenbergs. Diese wae Mayntz. Es irren demnachdiejenigen, welche Gut- tenberg zu einen Straßburger gemacht / weil er sich eine Zeitlang daselbst aufgehalten hat; §.5« von dem rechten Geschlechts Namen des ersten Erfinders der Buchdruckerey. Es ist selbiger: von Sorgenloch, > genannt Gänsflei'sch; §. 6. von desselben Beyna- inen Gürtenberg, welcher ihm wegen seines in Mayntz gelegenen Hofs Gudenberg, tat. 6omu, dem' molNis, beygeleget worden. Die Herren vor; Gudenberg waren ^c>bi!e8mgjo5um Zenrium.voni hohen Adel, wie ihr Wappen deutlich erweiset. ES H H z wa? Anhang war selbiges ein geharnischter Ritter zu Pferd mit aufgehobenen Schwerd und seinem Wappenschild aufdem lincken Arm/ welcher zween übereinander gesetzte Stee- ge,oder Lambells, den obersten mit vier Stellen,und den untersten mit dreyen vorstellet. Siehe rsb, XXXV. n. i. § 7 von dem Aufenthalt desselben. Er hielt sich zu Mayntz, an seinem Geburtsort, auf, allwo er auch das Bürgerrecht erhalten, welches damals vor eine besondere Ehre gehalten wurde. §. 8. von dem Wohnhause desselben, in welchem die Buchdruckerey erfunden worden. Es war selbiges das Hauß, oder Hof zum Jungen, welches hernach nurdasDruckerhauß genennet worden , ob es gleich anfanglich dem Geschlecht zum Jungen zugehöret / man weiß aber nicht wie es an Gurtenberg gekommen ist; §, 9. von dem Adelstand desselben. Alle alte glaubwürdige Zeug- niße sagen emmüthig, Guttenberg wäre ein Jun- ckec gewesen, welches ein altes teutsches ad^iches Ehrenwort ist. Er gehörte also zu der mittelrheinischen Neichs-Ritterschast; § 10. von der adelichen Familie derer von Sorgenloch, genannt Gancfl.isch, zum Gurrenberg insonderheit. Es ist selbiges, wie bereits gedacht, ein uralles mittelrheinisches Stift- und Nittermaßiges Geschlecht gewesen, welches in seinem Wappen einen von der lincken zur rechten schreitenden Bettelmönch in einer knrtzen Kutten mit hinter sich geschlagenen Mantel, welcher in der rechten Hand eine Schale empor und entgegen ha!t, und in der lincken einen Pilgrimsstab hat, an dessen Kappen über den Kopf hanget eine Schelle. In einem gemahlten Wappenbuch des Hauses Limburg zu Franckfurth ist der Schild roth und die gantze Kleidung des Bettelmönchs gelb, oben am Halse und sn der Kappe mit einem weist» und mit schmarlzen Düpel- einiger Iubelschriften^_491 Düpelgen besprengten Aufschlag zu sehen. Den Sch-lo bedecket ein zur rechren Seite gekehrter Heim, Welchen das Bild Des Bettelmönchs, von gleicher Farbe, als ein Schilv, bezieret; Die Helmdscken find roth mir gelb aufgeschlagen, S- l'gi). XXXV. n 2. und z. §-11. von den Eltern Guecenbergs. Sein Water war Hriele Ganstflcisch, und seine Mutter Life, oder EUsabcchrvlrlchln; §. is.aufwasArt und Weise die Buchdruckerey von demselben erfunden worden, und was für grose Schwierigkeiten sich anfangs dabey ereigenet. Sein Petschierring gab ihm hirzu die Gelegenheit. Er schnitte dahero Buchstaben in Holtz, hernach goß er sie von Bley, und anderer Materie, und endlich erfand er die Buchdruckerfarbe, welches alles viele Schwierigkeiten machte. § i Z. von den, daraus zwischen Johann Gurren- berg und Ioh. Hausten 1455. entstandenen Rechtshandel/ wodurch jener um seine erste Druckerey und die Ehre der Erfindung derselben gebracht worden ist. Gurcenberg hatte von Fausten Geld geborgt, und seine Druckerey davor verschrieben, weil nun Haust selbiges wieder haben wollte, Guerenberg es aber nicht schassen konnte, so klagte Zaust und nahm ihm die verschriebene Druckerey ab. § 14, von den sieben ersten in Mayntz gedruckten Büchern Gurrenberg machte den Anfang mit ve» A. B C Tafeln, als- dsnn fieng er 1450 die lateinische Bibel zwar an, und setzte sie bis 1455. fort, aber Haust brachte sie erst 1462. gar zu Stande, weil er Guttenbeegen die Druckerey mitten in der Arbeit, g^wiß auf eine recht schandliche Art, abdispurirte. Hierauf trat der lateinische psalrer 1457, ansticht. Und dieser ist eigentlich von Hause und Gchöffem der Welt zu 492 Anhang erst bekannt gemacht worden, ob gleich die Bibel eher angefangen worden. §. i z. von dem Zustand Johann Guccenbergs nach 145;. Er wurde bey dem Churfürsten Adolf zu Mayntz ein Hofviener, allwo er auch gestorben ist. Jmmitteist hatte ihm sein guter Freund i). ConradHomeryeinige Littern, undDru- ckerzeug wieder geschaffet, welche er alsdenn nach Guttenbergs Tod wieder an sich gezogen hat. Ihm zu Ehren hat Herr Röhler folgende Gedachtnißmüntzs erfunden, welche der Medailleur zuGotha Johann Chrifrian Roch geschnitten hat. An statt des Bilomsseö ließt man diese Worte: K^ktok. x^i.. 10. Z ^»elmasperger verfertigte Instrument zu lesen, an dessen Ende ftin Notariatzeichen angehänget. S. I'sd. XXXV. n. 4. Viele Stücke erscheinen aus dem Original. Damit man nun nicht ferner an dem adelichen Geschlecht desGuttenbergs zweifelndürffe, sohar uns Herr Röhler eine ordentl. Geschlechts Tabelle mitgetheilet, die aus lauter bewährten Urkunden zusam- men getragen ist, welche wir unsern Lesern vor Äugen legen wollen. I Friele zum Gänsefleisch, Nathsherr zu Mayntz lebte um das Jahr 1 z 32-1355. und.hinterließ vier Kinder. 1) Henne Gänsefleisch. s) perermann zum Gänsefleisch, lebte 1332-75». und setzte mit seiner Ehefrau Nese (oderAgneß) zum Junten, perermanns zum Lselwecke Tochter, das Geschlechte fort» Z) Claus zum Gänsefleisch, der Stammvatee . einer andern Linie, Gorgenloch genannt, wovon der Herr Verfasser ebenfalls eine Tabelle geliefert, welche wir aber übergehen wollen. 4) Gredezum Gänsefleisch, Heinzen zum Jungen Ehefrau 1363- ll. pererma-m zum Gänsefleisch, Frielens Sohn, zeugte mit seiner Frau: lU. Frie'le zum Gänsefleisch^ 1372. dessen Ehefrau war Grede von di m junaen Abent zur L.a- den, mit welcher er erzeuget: 1) ^ercerchin zuln Gänsefleisch, lebte 1372- 1377. dessen Ehemann war: Mietet binden- felß, genannt Schlüssel -j-1407. s) Henne zum Gänsefleisch, genannt zur L>adttt, lebte 1Z72. und v?xehlichte sich mit Ennechitt ch'.p 494 Anhang (Anna) von Hriedbera, genannt Groß/ Johann Harrmanns Tochter. z) Priele zum Gänsefleisch, von dem Hörnach. 4) Orrlieb zum Gänsefleisch zur L.aden, lebte 1410. IV. Friele Gänsefleisch, ein Sohn des vorhergehenden Priels, lebte um das Jahr 1400-141,, und ver- ehlichte sich mit Eist lVyrichin zum Guoenberg, mit welcher er erzeigt: 1) Zriele zum Gänsefleisch, wohnhaft zu Eltvil, lebte 14z i. und hatte zur Ehefrau Elftchin, Ieckels Hl'ry Tochler. . 2) Henne Ganstfleisch, der alte, auch Johann Gänsefleljch, ingleichen Johann ^uirenberg genannt, der erste Erfinder der Buchdruckerkunst zu Mayntz s' L468 dessen Ehefrau war Rettigln l^sO mit welcher er eine Tochter erzeuget Recrigin 1450. Nunmehro wird man a so aufhören an dem Adelstand unsers Gutrenbergs zu zweifeln. Man wird aber auch zugleich einsehen, wie viel man dem hochberühmten Herr Röhler vor diefe wohlgeralhene Schrift Danck schuldig fey. §. 19. L.ippstade /V/e M7^/ benehend in einem Historisch, philologischen Discours, von Erfindung der ed.'en Buchdruck rkunst, derselben ^o'tgang und Aufnahme, Fürtrefflichßel'c und Wärde, Nuyen t»nd tTlothrvendigkeir / nebsc <-inem turyen B richt, wie in L.ippscadr und M n-- geringshausen endlich eine Äuchdruckeroff-ein aufgerichtet, bis Hieher im Stande erhalten «nd verbtjftrr worden. Bey Gelegenheit des einiger Jubelschrisien. 4 . 5 des A^tt/'//^/ heraus gegeben von CKriftlan L.udwig Hofmann ^ ^ Z'. Rön:gl. preußis wie auchHochgrafl L-ippischen^/^,- und Gcadr Gograven in^ippscadr. L.ippstadc und Mengenngdausen, 1740. in 8- von 7 Bogen. Ob es demHrn.Verfasser gleich an einer jucn>ieuim ^issund anderweit nöthigen Kcjmimculi« ermangelte, Wie er in seinem /^vgric Propos)( z. selbsten beken-- net, so hat ihn doch sein eigenes ^.lir« angetrieben, dieses rgliter c^usiirer zusammen getragene i-eie-Klsie ans Licht zu stellen. Er bekennet ferner, daß er alles ex lulißinquu zusammen gescharret, und wenn man dieses wieder wegnehmen würde, so würden niclM, als leere Blätter/ übrig bleiben. Unterdessen giebt er uns auch die Versicherung, insoferne jemand von diesen zusammen gerasten Gedcmcken ein widriges Urtheil fallen würde, daß er nicht.dagegen appelliren, oder ein anderes Kemeclium ^ur-is darwider interpo- niren würde. Dahero er auch seinen ^vam^ro^os also schließt! Wenn du gelesen hast, so dencke was du wilst Es ist mir einerley, du lobest, oder schilst. Ob wir nun gleich gerechte Ursache hätten vieles wider dieses i'LIe-KlSie zu erinnern, so wollen wir es dennoch mit Stil!schweigen übergehen, und uns nur schlechterdings bemühen, aus diesen recht eckelhaft geschrieben Blättern dasjenige uns zu Nutze zu machen, was uns merckwürdig scheinet: In der I. Sektion handelt der Hr. Verfasser von der Schöpffung der Welt, hernach von der Erschaffung der Menschen, deren Sprache, und alsdenn von der Erfindung der Schreibkunst; In der li. LeZion handelt er von der Erfindunguno Aus, 496 Anhang Ausbreitung der Buchdruckerkunst dergesiallt, Daß er sich vor Mayntz und Johann Gnttenberg billig erklärt. Die Ul.SeAwn stellet die Arr und Weise vor, wie man heut zu Tage drucket; Die lV.8e^,1mcjeules Ül '^i^ einiger Jubelschrij cen. 49? receniet sci »Aum cil^cui ium in memiirism culgrem nvbiülllMW si rix, Arsrs ei-^g veum mente ^ie Xl. lVIsu Ksbenljüm muirsr snnn ^Vo OlVIn, ors terrlz Vl(?e IVLl^g Lset» noblsAel-lVIgnlseXtglt. Nach aller angewandter Mühe habe diese Schrift yoch nicht erhalten können. §. 2l.Rudolsmdt. Allhier wurde am i. Sonntag nach Trinitatis r74o.' in der Stadtkirche von dem Herrn Consistvnal Ass. und Oberpfarrer, Dommrich, bey Abkündiguna des Johannes-Festes zugleich das damit einfallende Buchdruckerjubiläum, und die erwünschte Gelegenheit GOtt vor diese Wohlthat zu danckm, mit angereget. Auf dem Johannistag selbsten wurde von dem Herrn General Superintendenten und Hofpredi- ger Nsrrh früh bey Hofe, ingleichen von dem bereits gedachten Herrn Past Dommrich in der Stadtkirche Vormittags und von dem Herrn Diacono Wollen Nachmittags in denen darauf besonders eingerichteten Predigten die grosen Wohlthaten Gottes gerühmet, und GOtt davor gedancket. Mittwochs darauf, als am 29 Jan wurde aufallergnä- digste Erlaubniß Vormittags um io. Uhr eine hierauf verfertigte Musik aufgeführet, worauf der dasigs Conrector Herr K5. Friedrich Nie Ulrich eine teut- scheJubelrede inAnwesenheit vieler vornehnienStandS Personen hielte, und darinnen den Satz ausführte: daß die Buchdruckerkunst ein gantz besonders bequemes Mittel göttlicher Weißheit wäre allerley Leuten den Rath Gottes von ihrer Seeligkeit zu offmbah- ren, worauf mit einer angenehmen Musik der Actus beschlossen wurde. Alsdenn wurde zu Mittag ein Zi Gast- 498 Anhang Gastmahl gegeben, welchen die vornehmsten Leute vergnügt beygewohner, und mit einer schönen Musik belustiget wurden. Des Abends wurden Jhro Hoch- fürstl Durchl. Friedrich Ancon, Fürsten zu Schwarzburg, eine Abendmusik auf dem Marckt mit Fackeln, und den übrigen vornehmsten Personen gebracht/ welche gnadig und wohl ausgenommen wurde Oben- berührte Rede istzuNudolstadtauf 2 Bogen gedruckt ans Licht getreten. Die Musik ist ebenfalls besonders auf einen Bogen gedruckt worden. § 22. Gorau. Herr Kl. Christ. Hriedr- Götse ließ daselbst »«^«v LKriltjgnsm, cui cje rc riv SI Ü8 1')spo^i g- p^ic-e^ubilso te!icir>.i ^evvluto nonnickil pr-efsru« eit, auf 2. Bogen drucken. Eigentlich soll es ein Neujahrwunsch an den Herrn Rect. zu Lübben Ioh. Gottfried Zcißken seyn. In der genannten Vorrede handelt der Herr Verfasser nach einer kurtzen Erzehlung von dem vortreflichen Nutzen der Buchdruckerkunst. §. 2Z. Grargard. Alihier sind folgende Buchdrucker auf einander gefolger: Serger Campe, Johann ZTlicol. Lrnst, Johann Tiller, und Johann Christian FalcVe. Siehe das zu Stettin gedruckte Carmen. §. 24. Stettin. Die Namen der dasigen Buchdrucker sind folgende : Franz Schlosser, Andreas Aellner, Joachim Rhere, Joachim Müller, oder Mylius, Zohan» Duber, Johann Christoph L,andtrachtinper, G^m. Rettnei?, David Rhete, Georg Görsch, Ge- einiger Jubelschrifren. 499 Georg Rhete, Johann Valentin Rhere, Mich. Höpfner, Daniel Srarck,abrie! Dale, Christoph» Schröder, Herrmann Gottfe Effenbarrh, Johann Friedrich Spiegel. Siehe das zu Stettin, gedruckte Lärmen. §. 25. Straljund. Nach und nach liessen sich folgende Buchdrucker daselbst nieder: Augustin Herber, Gtco Reumunn, Joachim Reumann, Michael Meder, der ältere Michael Meder der jüngere, Joachim iLenst lLbe- ling, und Georg Christian Schindler. Siehe gedachtes Carmen. § 26. Torgau. Allhier stellte der Herr Rector M. Michael Heinrich Reinhard den >8- Auguiti 1740 eine Rednerübung an, und lud darzu mir einer lateinischen Schriffk von 2z. Bogen in 4. rie 'I'ol'Aguientt jüusti-i ein. Als ich oben von Weymar geredet, so habe ich dieser Fürstl. Druckerey bereits Erweh- nung gethan. Hier füge ich nur hinzu, daß der Herr Verfasser sich eifrig bemühet, dar zu thun, daß man daselbst silberne Schrifften gehabt, er führt auch dis Schrifften an, so in dieser Druckerey verfertiget worden. Am Ende ist Johann Friedrich Erhardts Cant. Jubel-Aria beygefügt. Z. 27. Tübingen. Daß die dasigen Buchdrucker den 25-Jül. 1740. das Jubiläum begangen haben/ ersehe ich aus der Einlavungsschrisr KeKori» ^cgcl. ludin^. von r. Bog. in Fol Ich lerne weiter daraus, daß der Herr 0. Johann Christian Rlemm, am 24. Jul, eine Ii 2 Danck- 52S Anhang Danckpredigt und Herr ».JohannFriedrichLoer« eine teutsche Jubelrede gehalten hat. Ich habe auch ttecsmmde der Tübingischsn Buchdruckergeseilschaft, das ist.demüthiges und freudiges Lob und Danck- ovfer wegen der erfundenen Buchdruckerkunst von » Bogen in Handen; Alleine weitere Nachricht finde ich zur Zeit nicht. §. 28. XVernigerode. V^rnigerodisches Danck u.Iubclfest,rvelches der vor iooJahren l44v.erfundenenÄuchdrucker- kunst durch eine dreyrägige Illuminarion und andern feyerlichen Anstalten 174c-.de» 24,26. Junl'i celebrirer worden von Michael Anton Struck, Hochgrafl. Hofbuchdrucker. VOernigcrode, 1740 in 4 von 9. .Bogen und ^ Bogen Rupfer. <. ^ Ob ich nun gleich oben p 220« bereits von dieser Stadt geredet habe; So muß ich doch nunmehro auch noch sagen, daß der dasige Hofbuchdrucker, Herr Struck, welchen der ungenannte Vorredner den Senior von allen Buchdruckern in Teutschland nennet, in gegenwärtigen Bogen zusammen gedruckt, was bey Begebung des Jubelfestes zum Vorschein gekommen. Die Vorrede eines ungenannten I. (Z 8. handelt von dem grosen Nutzen der Buchdruckevey; Hierauf folgt des Herrn Strnckr. Einladungsschrift, welcher eine kurtze Nachricht von den Solennitaten zu Wernigerode angehängt ist. Des Herrn Cvnr. Joach L.eo-ch. HerN»?s Lob-und GedachtnPrede von dem Nutzen der Buchdruckerey ließt n,an als-- Denn. Der Herr Recror Heinr. Lml Schüye stellte einiger Iubelschnfrett^ 50» teeine Rednerübung an, darzü er mit eittet lateini« schen Jnnschrift einlud. Einige wohlgeratheNe Reden dieser jungen Redner werden eingerückt und etliche Glückwünsche angehängt, Das Titulkupftr soll ver- muthlich die Abbilvung von dvt JlluminStidn seyn. Es sind recht artige Sinnbilder darauf zu sehen. ^ .. ., ^.,^ § 29. Herr Melchior Hucho erblickte zu Jchstadt dm 25. Jul. 1664 vas Licht dieser Welt. Sein Vater war Thomas Hucho Gerichtöschöppe und Einwohner daselbst. Er erlernte bey Herrn Johann XVerthern in Jena die Buchdruckerkunst , worauf er hernach zu Leipzig postuliret hat. Im Jahr > 69z. trat er zu Zeitz -in den Herrnstand, da er privilegir- ter Stiftöbuchvrucker wurde und verchlichre sich hernach mit des seel Herrn Johann Heinrich Ammerbachs hinterlassenen Wittwe, einer KbohrnenV Melyerm, den 1. May 1694. Zm I^he 1700^ kam er daselbst in Rath und 172z wurde er er zum Baumeister erwehlet, welche Ehrenstelle er bis -.732. mit Ruhm verwaltet hat, da er dieses zeitliche wieder geseegnet hat. Aus seiner Officin find ungemein viele Schriften sehr sauber der gelehrten Welt vor Auaen geleget worden, indem er beständig vor die berühmtesten Buchhandlungen in Leipzig gearbeitet har. Im Jahr 1719. hatte er das Unglück, daß er grossen Feuerschaden erlitte/ welcher über 2;oc>, Thaler geschahet wurde. Mit seiner Ehefrau lebte er zZ. Jahr sehr vergnügt und zeugte mit ihr 9 Kinder, wovon noch 6. nemlich 2. Sohne und 4. TöchM artt Leben sind. . ÄlD-H. Z i z As- 502 Anhang Johann Chriliian Hucho, des vorhergehenden Sohn, wurde zu Zeitz den 4 Nov. 1717- gebohren. Nachdem er nun bis in sein vierzehendes Jahr in den freyen Künsten wohl unterrichtet war, so trat er bey seinem Herrn Vater die.Lehrjahre an, wovon er den 17- Sept. 1736. bey dem Generalsitz zu Leipzig öffentlich wieder losgesprochen worden. Hierauf besuchte er fremde Druckereyen und verschenckte zu Nürnberg den 26. Octob. «7Z7- bey Herrn L.oreny Bieling sein Postulat. Endlich trat er 174c» benHerrn« stand an, und verehlichte sich alsdenn 1741. d n zc>. Aan.mit Dorothea M-ana Tramerin, Herrn Christian Lramers, ansehnlichen Bürgers, Kirschners und Viertelsmeisters daselbst, vierten Jungfer Tochter Aus seiner Presse ist erst kürzlich des hochgelehrten Herrn!) Friedrich Schulyens, Ansehender Herrlichkeit des Herrn, nebst einigen kleinen Werck- gen ans Licht gestellet worden. Sein Jnsigne ist das ordentliche Buchdruckerwappen. §. zs. Zittau. Auch aNhier hat man an die Jubelfeyer der Buchdruckerkunst gedacht. Der Herr Director des dasi- gen Gymnasii M. Benjamin Gottlieb Gerlach hat zu einer Uednerübung den z May 174«. in einer Lateinischen Schrift von 1. Bogen eingeladen, worin? ven er, vermuthlich aus Liebe zu den lieben Alterthum, aus dem von Agesilao in die Hand gedruckten Wort Ksocql', schon den Anfang, der Buchdruckerkurst gesunden hat. Sonsten aber erzehlt er kürtzlich die Geschichte der erfundenen Buchdruckerkunst,un d besinnet sich hernach eines bessern, daß den Teutschen diese Ehre zukomme. einiget? Jubelschriftett.' 50z Beschluß. Endlich schließe ich auch diesen Anhang, und überhaupt den dritten Theil meiner Buchdruckerkunst Bey denen so häusigen Zahlen ist es aller Gorgfalt ungeachtet,dochgeschehen,daß p. 237. j. 24 ein Druckfehler emgeschlichen, an statt 1629. lese 1679. Und p. .272.1.25 muß man an statt Tochter, lesen N)»tt- rve. Einige umgekehrte, oder aussengelassene Buchstaben will ich nicht anführen, weil sie den Verstand nicht verderben. Solten sich ferner einige Fehler mit eingeschlichen haben, welches bey der Menge der sonst unbekannten Namm gar leichte möglich, so bitte eine gütige Vergebung. Ich verspreche hicmit öffentlich dahin bedacht zn seyn , daß ich selbigen abhelffen werde. Wie ich denn überhaupt die Hand nicht ablassen, sondern auf den vierdten Theil alle Anstalten machen werde, damit ich mit der Zeit eine vollständige Historie liefern könne. Lebe also wohl M. L. und bleib mir gewogen. ! .5 4 ^ ? ?