•■^i-m H V J ... 5 Der so nöthig als nützlichen Leipzig, tu finden bey Christian Friedrich Geßner »740. Denen sämtlichen in der berühmten Kayser- liOen freyen Reichs-Stadt Augspurg vorjetzo lebenden MOruckttßcrrm, Seinen insondersHochgechrten Herren und Freunden. Wohledle, Vorachtbare und Kunsterfahrne, Jnsonders Hochgeehrte Herren und Freunde, Je gütige Aufnahme des ersten Theils meiner fo nöthig als nützlichen Buchdruckerkunst hat mich ermuntert auch ge- gcnwartigen zweyten Theil ans Licht zu stellen. Weil nun in dem ersteren die Leben der vorjetzo in Leipzigleben- den Buchdruckerherrcn vornemlich beschrieben worden; So übergab ich ):( 3 ihnen ihnen auch stlbigen damahls zur Bcur- Heilung. In gegenwärtigen Theil setzte ich mein Unternehmen fort, and bemühte mich auch um die Le!>en6-Be- schrcibungcn auswärtiger Buchdru- ckerherren. Eben deßwegen bin ich biwogen worden, diese Arbeit einer auswärtigen Gesellschafft zur gütigen Beurtheilung zu überreichen. Ew. Wohledlen, werden es mir dahero nicht ungütig auslegen, daß ich Ihnen diese schlechte Blätter geivied- methabe. Wer gute Rnhm, welcher vonJHNM auch in der Fernebekannt ist,laßt mich hoffen, Sie werden dieses Unternehmen mit eben dem Gemüthe ansehen, als ich JhMN diesen zwey- ten Theil zugcschricbcn habe. Die Liebe zu dieser edlen Kunst hat nicht nur verursachet, daß ich mich derselben in meiner Jugend ergeben habe, sondern sie hat mir auch die Neigung eingepflanzt, daß ich nach meinen Krassten derselben Ruhm und Ehre zu befördern suche. Vorietzo haben wir dazu die schönste Gelegenheit/ da derjenige Tagimmer naher heranrücket, an welchem wir die Freude öffentlich über die Erfindung unserer Kunst an Den Tag legen werden. Es sind un6 auch schon einige mit einem guten Beyspiel vorgegangen. Wem ist unbekannt mit waö vor Freu- denbezeugungen die Buchdrucker- Herren in Harlem dieses Jubelfest bereits begangen haben, und wer weiß nicht, wie man sich hier und da Mühe f giebt diesen Tag feycrlich erst noch zu , begehen ? Ist eo billig, daß man GOt- tes Güte überhaupt mit Danckerken- net, wenn er uns Wohlthaten erzeiget; So wird uns auch niemand verüble» können, daß wir uns bcmühen,ihm vor die Erfindung unserer edlen Kunst ein Danckopfcr zubringen , zumal da durch selbige GOttes Ehre und des [ Nächsten Nutze augenscheinlich beför- dertwird. Ein jedes Kunstglicd tragt billig da- zu so viel bey, als es vermag. Und wa- rum sollten wir nicht emsig dazuseyn, ):(4 da da unter uns keiner das Glücke haben wird/ diesen Tag noch einmal zu erle- ben. Ich habe also auch einen Beytrag gewaget. Ist er nicht also beschaffen, wie er wohl hatte gerathen sollen: So wird man doch meinen reinen Willen vor die That auslegen, wenigstens ha- be ich so viel gethan,als ich gekonnt ha- be. Hiervon wird niemand leichtlich besser urtheilen können, alö rechtschaff- ne und erfahrne Kunstglieder. Diesen, absonderlich aber Ew. WohiedlM, überreiche ich selbigen zu einer geneigt ten Aufnahme. Erhalte ich nur so viel, daßJhneN mein Unternehmen nicht gantzlich zu wider gewesen, so werde ich diese Gefälligkeit mit gebührenden Danck erkennen, und mich eifrigst be- mühen allzeit zu verharren Cw.Wohledlen, VoraOtbaren und Kunfterfahrnen, Minen Hochgeehrten Herren und Freunden, 1 Leipzig, ander Ostermesse »74°. I Dicnstbegi'enzer ,* Christian Friedrich Geßner. t Geneigter Leser, Er Endzweck einer Vorrede bestehet ordentlich darinnech daß man seine Leser unter-« richtet,was sie in einemBuch suchen sollen; Man giebt Rechenschaft warum man seine Gedancken so und nicht anders eingerichtet habe; Man bittet alödenn um Vergebung, wenn etwa ein Fehler mit untergelauffen, und empfiehlt sich der Wohlgewogenheit seiner Leser. Dieses alleö will ich demnach kürtzlich in diesen Blättern ebenfalls verrichten. Was nun das erstere anbetrifft, so findet man in meinem zweyten Theil der so nöthig als nützlichen Buchdruckerkunst und Schristgie- serey l) eine kurzgefaßte Nachricht von einigen Buchdruckern so wohl mt, ?als ausserhalb Teutschland. Ich hätte freylich wünschen wvl- len, daß diese Nachricht noch vollständiger hätte )-(5 erschei. Vorrede. erscheinen können; AUeine dieser gute Wunsch stund zwar in meinen» Vermögen/ die That aber mufte ich der Gewogenheit anderer überlcisien. Ich hatte zu dem Ende viele auswärtige Freunde und Liebhaber oieftr edlen Kunst thenö selbst schriftlich ersuchet/ theils durch andere ersuchen lassen, mit einigen Nachrichten mir anHanden zu gehen. Bey einigen fund meineBitteein geneig- tes Gehör/ bey andern war sie vergeblich. Den erstern sage ich hiermit öffentlich den ergebensten D.uick vor ihre Bemühung, und erbiethe mich zu allen Gegendiensten; Die letzteren ermuntre ich aber Normals/ und überhaupt ersnche ich einen jeden geziehmend/daß sie nur nicht nur einige Nachrichten von den jetzo hier und da lebenden Buchdruckerherren / sonoern auch/ so ferne es möglich/ von dem Anfang und Fortgang der BuchdruckerkunstihresWohtiplatzesgütigstmit- theilten wollen, damit man milder Zeit eine voll- kommene^Buchdrucker Historie von Teutschland liefern könne. Meine gegenwartigeBemühung ist nur ein Beytrag zu dieser Historie. Hätte ich dieftNachrichten so lanae zurück behalten wollen, bis ich von allen Orten die erwünschte Nachricht eingezogen: So hätte ich noch lange warten müst sen/bis ich auch nur den meisten Theil überkom- menhätte. Und werwciß, vbi'hnachvielerZeit viel glücklicher gewesen wäre? Die Gemüther der Menschen sind gar zu veränderlich. Eigensinn/ Hochmuth, Verachtung, Neid, und einige ande- redergleichen schöne Eigenschafften habe ich gar wohl gemercket, welche ich auch zu seinerzeit be- mercken werde. Ietzo habe jch nach keine Lust darzu. Vorrede. darzu. Unterdessen werde ich mit gelassenes Ge- müthe bey einigen Nebenstunden immer fortfah- ren dasjenige anzumercken/waö zu meinem End- zweck nöthig ist/ und ft!bige6 hernach ans Licht stellen. Gefällt es nicht allen, oder den meisten, so bin icb schon zu frieden wenn es nur einigen ge- fällt. Die Einrichtung dieser Nachrichten ist die Alphabetische Ordnung/ welche ich deßwegen er- wehlet hrtb?/ damit ich allen Rangstreit vcrmei- den mögte. Giebt der Anfangsbuchstabe einer geringen Stadt den Vorrang/ so kan ich nicht da- vor, daß cs das Alphabet so haben will. Wem es verdrießt, der zancke sich mit dem Alphabet/ und lasse mich in Ruhe. Wcn n es möglich war, so habe ich zugleich angemercket/ wenn die Buch- druckerkunst an diesem, oder jenem Ort zu erst be- rannt worden, wie die ersten und folgende Buch- druckerherren geheissen/ was sie vor Insignia gcführet/ und was sonsten von ihnen zu wissen nö- thig war. Hier hätte ich noch viel weitlaufriger seyn können, wenn ich alleN^chrichten hätteeUu rücken wollen. Da ich mir aber einmal vergese- tzet hatte/ von keiner Stadt etwas anzufüdren, von der ich nicht auch die neuern Nachrichten bey der Hand hätte; So ist es geschehen, daß ich ei- nen ziemlichen Theil meiner Anmerckungen ge- genwärtig zurückbehalten habe, welches man mir vermuthlich als keinen Fehler auslegen wird. Und das war eins. Man trift aber I!. in diesem Theil allerhand Dinge au,die zu derBuchdruckerkunst selbsten ge- hören, und als Ergäntzungen des erstenT Heils können angesehen werden. Also habe ich in dem». Cap. Vorrede Cap-von den Formaten geredet/ in dem z.Cap. von der Erfindung der Buchstaben überhaupt/ und hernach von einigen Älpyabeten, welche ich allein Kupfer stechen lassen. Hält man selbige mit dem ersten Theil zusammen, so wird man fin- den, daß ich nunmehro die meistenAlphabete auf- < getrieben und geliefert habe, welche jemals in der gantzen Welt gebräuchlich gewesen sind. Jm z. Cap habe ich so wohl die hebräischen, grichisch-n, lateinischen/und teutschen Abkürtzunqen/oder Abbreviaturen/ vorstellig gemachet. Daß die- ses ein sehr nöthiges Glück gewesen/ werden mir alle diejenige zu gestehen, welche alte Handschrift ten und altegedruckte Bücher gelesen und gesetzt haben. Die Figuren dieser abgekürtzten Wörter sehen zum Theil fürchterlich auö, und wenn man derselben Bedeutung weiß, so sieht man, daß sel- bige nichts anders, als Sylben sind, welche man aar leicht aus diesemCapitel wird kennen lernen. Im 4. Capitel habe ich eine Vergleichung einiger nachderalten Art geschriebenen teutschen Wör- ter mit der neuern Rechtschreibung angestellet, damit angehende Setzer sehen können,wie sie alte Bücher,wenn sie wieder aufgelegt werden, mit leichter Mühe nach unserer jetzo gewöhnlichen Rechtschreibung absetzen können. Hierauffolgt d?r fortgefetzte Versuch des wohl eingerichteten Wörterbuches, worinnen die Kunst^Wörter er- kläret werden. Im ersten Theil hatte ich zwar eineziemliche Anzahl solcher Kunstwörter be- reits angeführt; Ich habe aber auch noch eine Nachlese anzustellen vor nöthig befunden, weil ich verschiedene Wörter angemercket, die ich ini er- Vorrede. ersten Theil übergangen habe. Und ich glaube, wenn eine gütige Aufnahme dieser beyden Theile uns mit der Zeit m einet neuen Auflage ermuntern sollte/ daß ich alsdenn noch unterschiedliche einzurücken nöthig haben würde. Hernach habe ich einige Reichsabschiedeund Buchdruckerord, nungen/ welche denen Buchdruckern von hohen PotentattN/Kapsern/KönigenChurfürstenFür- steN'UndHerren ertheilet worden sind, angehängt. Und dieses habe ich deswegen gethan/ damit man sogleich mit einem Auge übersehen könne/was in dem vornehmsten Orten von Teutschlano kunstge bräuchlich sey. Vermuthlich wirb diese Bemühung anch den Nutzen haben, daß man sich bey streitigen Fällen darinnen Raths erhohlen kan,wie weit dieser/oder jener Punct, Rechtens sey. Ein PlStzgen Raum verführte mich/ daß ich des Herrn Paul Paters Fragen von der Buch, druckerey angehänget und mit Anmerck ungen be, gleitet habe. Diese Dissertation hat man bis- hero bey nahe mit allgemeinem Beyfall aufge- nommen. Wie weit aber selbige einen Beyfall verdiene,wird hoffentlich aus meinenAnmerck- ungen erhellen. Nach diesen allen folgt ein wohl* eingerichtetes und vollständiges Register über beyde Theile zugleich. Weil ich aber glaubte in? Erkänutnis der Buchstaben alleinewürde einem Lehrbegierigen nicht viel hetffen/ wenn e? nicht auch gantze Wörter und Redens-Arten vor Au- gen bekäme/ so bin ich lange mit mir zu Rathe ge- gangen, was ich hierzu erwehlen sollte. Und sie- he da/ich gerathe unvermuthet auf das in viele Sprachen übersetzte Vater Unser, schließ sei* ' biges Vorrede. biges so gleich unter folgenden TitulOrarionis dominicae Versiones fere centum summa, qua üeri potuir,cura genuinis cuiuslibec linguae cha- racteribus typis vel Aere expreffie, abdrucken undtl)eilsinKnpftrstechenlassen.Damitmandie unbekannten Sprachen desto eher lesen könne, so ist ^Üemal die Art zu lesen mit lateinijHen Buch- stab^ii darunter gefttzet. Warum ich aber diese Übersetzungen als einen Anhang bettachte, ist deswegen qeiHehen / weil das meiste fremde Sprachen sind/ welche ich unter b^s Teutsche nicht gerne vermischen wollte. Und nunmchro wäre ich also mit einem Stückfertig. Doch nein, ich muß erst noch ein paar Bücher nennen, welche mir gute Dienste gethan haben. Das Erste ist, wenn ich so reden darff, ein frantzöstschesFormat- Buch. Ich will den gantzen Titui hersetzen/weil doch die wenigsten das Buch selbsten werden ge- sehen haben, zumal da er den gantzen Jnnhalt des Buchs vorAugen leget. Er lautetaberal- so: La Science Pratique de U hnprimerie , con- tenant des Inflruäions tres faciles pour fe perfe- clionner dans cet Art. Ony trouvera vne De- Jcription de toutes /es pieces dont vne Vreffe efi conflritire, avec le muyen de remedier a tous les defmics, qui peuvent y furvenir* Avec une Methode nmvelle & fort aifie pour impofer toutes fort es d Impofiüons , depuis l'in so Ho jusque a V in cent-vingt-huit. De plus, ouy a joim des Ta- bles pourfiavoir ce que les caraäeres inferieures regagnent Jur ceux qui leur fönt fuperieurs & vn Tarif pour trouver dun coup d' — . ..__— j - 1 - , i ji _. >» daß Johann iRhamiia den Heiligen Geist, in GjS stült einer Taube, zu seinen Zeichen gehabt habe Es ist aber falsch. Denn ich habe nunmehro ein Ori- ginal von seinem Jnsigne in Handen, welches ich rnif Tab. I. abstechen lassen. Es zeiget sich auf selbigem in einerWolcken das Wort rnri\ Aus der Wol- cken raget eine Hand hervor, die einen Zettel hält worauf folgende Worte stehen - Saks Tua ego sum* Alsdenn erblicket man eine See,, worauf sich ein zerfchcidertes Schiff befindet. Auf dem festen Lanv kniet ein bethender Mann mit gefallenen Händen, ver neben sich einen Ancker liegen hat. Aussen herum stehen die Worte: Auxiliuvi meum a domino-, cjui fecit cwlum $f terram. -Pf, t %o., Und unten siehet man dessen verzogenen Namen H. R. Ich besitze noch ein anderes von ihm, da er Christum am Creutz, worunter Maria und Magvalena stehen, geführer. 9 Unten an dem Creutz stehet - VI. R. , Von Johann Seyern stehnk p. 100. er habenden Pelican geführet. Ich habe ab er wiederum ein Ori- ginal in Händen, welches mich nöthiget, das ecste'M wiederruffen , Md folgendes an'die Stelle zusetzen. Es ist ein ordentlicher Schild, h ierauf ein Lichc auf einem Leuchter stehet. Zur lincken . Hand stehet die an- dere Person in der Gottheit unter der Gestalt eines Mannes, welcher eine brennende Fackel in der Hand hat. ; Zur.Rechten vermuthlich J ohannes, und oben indem Wolcken zeiget sich die dritte Person in der Gottheit in der Gestalt einer Taube, worüber das Wort mir» stehet.. Gantz unten erblicket man in ei nem Schildlein I. B. welches dessen Anfangs Buch- st aben sind. Siehe T. l. Bey Iacsb Gaubischen x. ios. hatte ich gar kein ' # vöü emlgetit Buchveucketck z kein Jnsigne angegeben. Warum? Ich habe da- mahlö keines auftreiben können. Nunmehro habe ich solches gefunden^ deswegen ich es auch jetzo be- schreiben will. Es ist selbiges aus i. Buch Mosis XXXl\,2j., hergekommen, und stellet den Jcuobvor> ■> wie er mir dem Engel kämpfet. Aujlen herum ste- hen die Worte t Fides Bei viElyix. Gen. XXXIT t Es ist n!so falsch j wenn Herr L.ejfix in seiner Ty- pogiaphia iubJante p, 330. dieses Zeichen Simon Gronnenberg zü Wittenberg beyleget. Gronnen- berge Zeichen werde ich unten anführen. Siehe Ich. l. Ävn Hennig Groffett p; 104. Me ich ehemahls auch kein Jnsigne angeben können. Nunmebro aber kan ich es thun. Es ist selbiges ein länglicht runder Schild, um welches allerhand Zierrath zu sehen. In ' ' dem Schild selbsten stehet sine Phrämldö, welche di^ Göttin der Beständigkeit hälü Aussen herum stehen die Worte: Fortitudo cuflos dighitatis ; Unten darunter dessen Name mit dem ^iandelszsichen , weü ! er zugleich den Buchhandel geführet hat. Sieh. Tab. f. Bey Tobia» Sehern p. io$. mangelten mir ehedeck auch die Nachricht in Ansehung seines Zeichens» Diesen Mangel kan ich jetzo ersetzen. Es stellet sel- biges die Geschichte des jungen Tobiä mit dem unbe- kannten Fisch vor, welcher ihm verschlingen wolt^ * Tsb. Vli. Aussen herum ließt man die Worts: Tobias imtaßis a pisce ab Angdo liberatus Cap. VI. Siehe Tab. I. Endlich, hatte ich von L.sreny Abraham flügger. 1705. petex Derleffsen. F706. Johann Jacob Dotter, der Zeit Vor- geher. 1712. Iohann Matthias Schönig. -717. Augustus Sturm, wird Factor in der Mettischen Druckerey. ^7'?. Anthon Maximilian Heiß- Siehe werthernl. c/p. 49z» *>0!t einigen Buchdruckern. 7 Berlin. An diesem Ort hat die eb(e Buchdruckerkunii gar bald einen ^latz bekommen. Den» man weiß, daß daselbst 1484. 0«orn& von pa^sau Biblische und andere Historien in platteutscher Spräche gedruckt tvorden sind, jedoch ohne Benennung des Buchdru- ekers. Siehe JLeftern l. c p. 50. Um das Jahr ^706. waren daselbst folgende Puchdrmkecherren ; Christoph Runge, a) Christoph Gchulye. b) Ulrich Lippen c) Johann Friedrich ÄlocZ, 6) David Gaalfeld. Robert Rocher. e) Goechardt Schlechtiger. Johann XPeffH f ) Johann L.oreny. Christoph Süßmilch. g). Jacob Michaelis. Johann Toller. Siehe XVerchem I. e. p. 499. A 4 Braun- s) Er hat die Bttchdruckerey von seinem Herrn Vater geerbt fe) Ihro König!. Maj. und Chmfürstl. Durchl. Friederich ÄvUhelm haben ihn jumHoftBuchdrucker angenommen, nachdem er seine Druckerep von Guben dahin gebracht. c) Wurde Hof.Buchdrucker, ds er die Schultzifche Witt- «ve geheyrathet. d) Adjungirter Hof-Duchdrucker. 0 Frantzösifcher-Hoff-Puchdrucker. Er hat feine Drucke» rey aus Holland dahin gebräche. 0 Er wnrde hernach an Rochers Stelle FrantzSstfchee Hcff-Buchdrucker, indem er dessen Drnckerey gckaufft. g) Er erbte die Hoss-Buchdruckerey von Herrn kipperken 8 Rurygefaßte schlicht, Draun schweig. 8e»edrich VCilbelm Meyer, Buchdrucker inö Buchhändler daselbst, ist An, 1695. zu Ücmgo geb eh- ren. Sem Herr Vater war Heinrich XK:: ' dm, tNeyer, bey welchem er die Buchdrucks-U'i,r er- lernet hat. Nachdem er aber sowohl zuHaul; i in der öffentlichen Schule, in den schönen Wissenschaft- ten hinlänglich unterrichtet war; gieng er . 71z. auf die berühmte hohe. Schule zu Jena, und uiei> daselbst die Rechtsgelehrsamkeit mit grossem Fieiß. Als sein Herr Vater zu Braunschrveig eine ©niestet) gekaufft hatte, so gieng er 1716. dahin und ü- bernahm solche, dabey er zugleich eine Buchhandlung angerichtet hat. Im Jahr 1719^ verehlichte ex sich mit Znn beyden Hauser viel herrlicher, als zuvor, wieder auft Zebauet und. eingerichtet wurden, sondern daß er auch eine so vollkommene Buchdrucker - OMcin wie- der anlegen konnte, daß Se. ietzo glorwürdigst re- gierende Königl. Majestät Christianus VI Erb-König zu Dänneniarck und Norwegen:c. allergnädigst beliebten ihn zum Directeur über Jhro Königlich s Majestät uny Univ^ersitäts Buchdruckerey allergnä-- digst zu ernennen, zu dem Ende ihm 1731. den 10. sßlattii die cülergnadigste Königliche Bestallung aus fr der Dänischen Cantzley^ ausgefertiget- wurde, welche wichtige Stelle er auch durch Gottes Gnade zu aU lerhöchstenWohlgefallen seines allergnadigst^n Königs bis diese Stunde treulichst und akerunterthanigst ver- waltet. Wir wünschen hiebey, daß ihn die göttliche- Worsorge noch viele Jahre-, und in seinen Nachkom- mm. auf undenckliche Zeiten dabey> erhalten- möge % Diejenigen Wercke, welche in seiner Offizin verferti- get worden sind, hier anzuführen, würde viel zu weit- jaufftig fallen. Dannemarck und Norwegen kan eil? Zeugniß^ ablegen, daß ein sauberer und reiner Druck j aus seiner Druckerey geliefert werde , welcher von sei- liier wohl überlegten Emrichtung deutlich zeuget. Mrttst Hemrt'ch Äerling trat in diese Welt 170g»' den 22. MarLii. Dessen Herr Vater, MelchiorChri- pian Berlmg, war dazumal ein Hertzoglicher Meck-! zenburgischer Forft-BMenM/ er muste sich ghex-716. wegen ■ Ä . ' \ 12 Rurygefaßte Nachricht wegen einiger vurch Erbschafft ihm zugefallenen vDüs guter in Vas Hertzogthum S.auenburg begehen, allwo ihn Jhro König!. Majest. von Großbritannien zu dero Holtz-Forstsr im Lauenburgischen Amte allergnadigst ernannten. Seine Frau Mutter Carharina, war eine gebohtne Hennigs. Im Jahr 17^3. wurde er seinem Herrn Vetter Albrecht Christian pftisser, Buchdruckern in Laumbm$ f , die BuchdruFerkunsr zu erlcrnen übergeben, und als cr. von selbigem. » 727 um Martini losgesprochen wurde, und nach 14.. Ta- gen daselbst postuliret hatte, so reisete er die nach- ftenOsterndaraufnach Gtrahlftinv zu Hrn. Schind- lern in Condition, :72s. nach Hamburg zu der ver- wittweten Frau Spiermgen, und 17 31. wurde er von dem Herrn Virecteur Johann (ßeorn Höpff- n t nach Coppenhagen in dessen Officinverschrieben.. Hier fügte es die Vorsehung GOttts / daß er sich mit des oberwehnten Hrn. Directeurs Stieff-Tochter, Ciciiia Christiana Godichen, I7Z2. in ein eheliches Vündniß einließ , wovon allbereit 3, Söhne und eine Tochter^Nahmens : Johann Christian, Catharina Vatdelia, ^?eorg Christoph und Carl ^ricdxich lebendige Zeugen seyn können. Im Jahr ^Z-i.rich» tete er daselbst eine gantz neue Druckerey auf die an- jetzo in Coppenhagen eine mit von den besten ist, und durch welche er au5eigene Kosten schon manches nütz- liches und ansehnliches Buch der gelehrten Weli gelie- fert hat. Amel^ ist er beschaffriget des seel Scri- r»?rs Geelen-Gchay in Dänischer Sprach in 4to ans Licht zustellen. Worzu, und zu noch viel meh- rern, wir ihm viel Seegen und Glück anwünschen. Andreas Hardtrvig Godich^, wurde gebohren jn Coppenhagen den 11. Dscemb. 1714, Sein Herr Water ; [ vott einigen Buchdruckern, i g Vater war Georg Matchms Godiche, die Mut- ter !Nar-a «Larharina, gebohrne JTTeym'n; Er er- lernete die Kunst bey dem Herrn vireätecir Höpssner, an welchem seine Frau Mutter nach Abieben seines ftel Vaters zum andernmahl verehlichet worden. Nach ausgestandenen Lehrjahren verschickte er daselbst sein Postulat, und hatte vor vielen das Glück nach wenig Jahren, nemlich 1735. des allda verstorbenen Buchdruckers Joachim Gchmid^ens Buch- druckerey an sich zu erhandeln. Im Jahr 1736. 'erwählte derselbe zu seiner Gehülffin Herrn Höpss- nero, eines Rathsverwandten in Hadetsleben,Juna- fer Tochtcr Anna Magdalena -fcopffnerin, mit welcher er zwey Söhne erzeuget, davon der erste dieje Welt schon wieder verlassen hat, der andere aber Friedrich ChrijZiatt ist slimoch am Leben. Er füh- ret seine Buchdruckerey mit einer Lobenswürdigen Be- dacktsamkeik Niels Hansen Möller, trat ans Licht der so begab er sich wieder zur BuchdruckerkUnft, sel- bige ordentlich auszulernen. Es geschahe solches in Lübeck bey €♦ G Hochweisen Raths-Buchdrucker/ Herrn Green, 1727. allwo er in ernielöeten Jahre bey eben diesem Herrn postuliret hat. Hierauf ist ör bey Herrn rvillards in Lübeck, in Altona bey Hrn. HiMrn, in Magdeburg bey Herrn Müllertt, in Frey- berg bey Herrn Maechay in Dreßd'en bey Hrn. Har- perern, und in Lüneburg bey Herrn Stern in Con- bition gestanden. Alsdann ist er von Herrn tJjnovo nach Coppenhagen verschrieben worden f welcher sein letzter Herr in dem Gesellenstand gewesen ist. Im Jahr 1733. hat er sich eine gantz neue Buchdruckerey angelegt, und bey einer Kunstliebenden Gesellschafft nach Kunstmäßigm gewöhnlichen Gebrauch seinen Herrn Jnkroitum erlegeü 1736. Lerehlichke er sich mit Jungfer Gündel Morrensdarter &oc?, deren Water in KleinfchmiSt Amt-Meister und Bürger^ Nahmens VClown Rock ist, mit welcher er zwey Töchter erzeuget hat. Die Bücher, so aus seiner Presse kommen, zeigen eins gute Geschicklichkeit von seiner Person an» Austritt. Ishann Hübner, Königlicher Negierüngs Buch- drucker, ist gebohren 1684. Sein Herr Vater ist Ämbrosl'us Hüdttet gewesen. Im Jahr 1705. Um er zu Herrn Chriliian Hettckeln, UniversitätS Buchdrucker in Halle; die Kunst zu lernen. Er hat auch daselbst 1706. seine Lehrjähre zu Ende gebracht und noch in selbigen Jahre in dieser Druckerey sein Postulat verschencket, däraufer 1715. im Jenner Hrn. Gottfried $Mityat*} Königl. Negierüngs-Buch- druckerS v« * vsn eim'geli Buchdeu^eM.' i$ druckers eintzige Jungfer Tochter Maria Lacharina geheyrathet , und zugleich als Regierungs-BAchdru- Mr. Adjunctus mit derselben vier Söhne und zwey Töchter gezeuget hat, davon die ältesten zwey Söhne Iohantt Gsttfried und Samuel Friedrich die Kunst bey ihm erlernet haben, welche sich anieho bey ihm aufhalten ,, nachdem sie in Leipzig, Halle, Berlin und andern Orten mehr/aufd^r Druckerey sich umgesehen habet?. Die ÄVrigen aber sind noch unter seiner Wer- pfiegung. Von Jhro Königlichen Majestät in Preus- sen ist er zugleich über einige Verlags- Bücher privi^ legiret. Ibtefibeft. Von den allerersten Buchdruckern dieser berühmten Stadt habe ich bereits einige Nachricht in dem ersten Theil p. 70. mitgetheilet. Es waren selbige Wolf* gang und Matthias Stöcke!, ingleichen Gimel- Äergen. Von diesem letztern habe ich sein Jnsigne eben dasebst beschrieben, und nunmehro stehet es hieö Tab.. ll. in Kupfer zu sehen. Ausser dem habe ich in L.esiers Historie p.S zs. gefunden, daß auch ein t f hinterlassenen Jungfer ^oäiter vcrehliget, aus welcher Eb» er s Kinvere^euoct har^ davon avernicht mehr als ein Sohn, Nahmens Iobann Carl, am Leben ist, welcher gleichfalls Die Buchdruckerkunst erler- hat hat. In seinem Gesellenstand hat er in Leip- zig, Franckfmt, Berlin, Rudollstadt, Zwickau, Chemnitz, Delitsch und Schneebcrg in Condilion zestanven. Sein Jnsigne ist ein Palm-Baum an dessen Stamm sein verzogener Nahme zu sehen ist nebst den Worten: Je mehr gedrückt/ Je mehr beglücke. Sieh. Tab. II. Johann Wilhelm Harpeter, privilegirter Buch- drucker in Dreßden, ist gebohren in Schleusigen den 22. Dec. 1698. Dessen Herr Vater Jacob Harpe- ter, ist d. z. Factor in der Göbelischen Officin allda Kewesen, die Frau Mutter Chrtstina, eine gebohrne Gobelin. Im Jahr 1712. ist er nach Schleusingen zu Herrn Georv UVilhelm (Bobein, Gymnas; Buch- druckern und Buchhändlern von seinen Eltern zu Er- lernung der Kunst gethan worden. Nach ausgestan- denen Lehrjahren hat er daselbst 1717. den 2. Nov. postulirt, von dar er sich 1718. in die Fremve begeben hat. Nach dem Tod seines seel. Herrn Vaters hat er von 1721. bis 1754. der Frau Mutter als Factor vorgestanden: Endlich aber 1724. den 3. Octob. die Druckerey von der Frau Mutter erkauft^ Im Jahr ,731. den i. Nov verehlichre er sich mit Jungfer > Chrisiina Elisabeth, Herrn Martin Hofmanns, Cantoris und Kirchners zu St. Johamüs zu Dreß- den, ältesten Tochter, mir welcher er 5. Kinder erzeuget hat/ davon noch 2.am Leben sind, als Chri- siian Samuel und LhriZtiana Lharicas, so beyde noch von einigen Bl'chdluckeltt. 19 noch unerzogen. Sein Jnsigne ist Das gewöhnli'chs Buchdrucker-Wappen mit beygesetzten Nahmen I. W. H. P. Siehe Tab. ll. lLmanuel Friedrich Haepeter, Buchdrucker zu Friedrichs Gmdc, trat zu Gchleusingett den z. Junii 170z. an das Licht der Welt. Nachdem er sich nun zu Erlernung der Buchdruckerkunst in Schulen dar- zu vorbereitet, so trat er die Lchre 1716. bey seinem Herrn jVater Jacob Harperern, Buchdruckern in Dreßden, an, nach Verlauf derftiben und da^aufer- folgten Lossprechung im Jahr 1721. begab er sich in die Fremde, postulirte noch selbigen Jahres bey ei- ner löblichen Gesellschafft in Nürnbero. Nach sei- wr Zurückkunfft verheyrathete er sich ^729. den r 4 . Novembc. mit Jungfer Johannen Ro sittc», Herrn Michael Haupts, Königl^ Pohln. und Churfürstl. Sacchßis. Equipage Lieutenants bey VerArtiIlerie,Toch- ter, in welcher Ehe er vierKinder erhalten hat, nemlich: 1) Jacob Friedrich, 2 ) Johanna Lhristiana, ?.) Friedrich Samuel, 4.) Johanna Lhristina, welche beyden letztern bereits wieder gestorben sind. Im Jahr 1735. übernahm er nach seines Herrn Bruders Tod, Johann Valentin Harpecer«, hinterlassene Buchdruckerey, welche er 1733. gantz neu aufgerich- tet hatte. Sein Jnsigne ist das ordentliche Buch- Drucker-Wappen mit seinem dazu gesetzten Nahmen E. F. HP. Erfurch. Daß die Buchdruckerkunst gar zeitig nach Erfurth gekommen sey, hat bereits Herr ^.esier p. 52. ang?- mercket. Er führt ein Buch an, welches daselbst *489. gedruckt worden, wobey sich aber der Buch- drucker nicht genennet hat. Um das Jahr B 2 j 5U ., 2o Ruey gefaßte MchklW 1514 lebte daselbst Johann Rnapp, welcher BartholomEei Arnoldi ab Vsingfen Exerci* tiurn veteris artis heraus gegeben hat. 1 527. Melchior Gachs. Er führte seinen verzv-- genen Nahmen in einem Schild zum Jnsigne, wie man auf unserer Tab. III. sehen kan, 1584. Esaias Mechler^. wchute zum gülöm Creutz vor der Kauffmanns-BmEe. 1589. Georg Laumsiim, wohnte ausdenFleisch- marckt/und führte in seinem Jnsigne einen Thmm, an welchem gebauek wird^ womit er vermuthlich auf seinen Zunahmen gezielet. Siehe Tab. Friedrich Melchior DedeNnd ? führte seinem Wappen eineu teutschen Schild, worinnen drey aus der Erden hervorgewachsme Lilien Knospen zu sehen sinv, durch deren Stengel ein Messer gesteckt ; auf dem Helm stehet ein Kind, welches in der rechten Hand ein Messer und in der Linckm die drey abge- schnittene Lilien hält. Siehe Tab. III. Martin XQind? wohnte zum golönett Engel ge- gen der Meimer Gasse. Sein Jnsigne beschreibt Herr S.eM>r also: er führte einen teutschen Schild ohne Tincturen. In der Mirte desselben stehet zm Wiederhacke ausgericht, an dessen Stiel unten eist Querstrich ein Creutz ausmachet, in dieses Creutz lauf-' ftteine Römische X, oder ein so genanntes Andreas» Creutz. Über demselben stehet zur Rechten ein Latei- nisches M. und zur Lincken ein Lateinisches- W- welche die Anfangs Buchstaben seines Nahmens sind. Auf dem Schild stehet ein zugeschlossener Helm, und auf beyven Seiten die Wappen Decken ohne Tincturen. Ans dem Helm sind zwey Druckerballsn auf sinan-- von einigen Buchdruckern. 2l der gesetzt. Das gantze Wappen umgiebt ein oval- Zettel,. in welchem folgendes stehet: 1N SIG N1A MARTINI W ITT EU ERF. Der Zettel selbst ist mit einem viereckigten Rand umschlossen, und in allen vier Ecken stehet ein Engelskopf Bis Hieher Herr JLeflec. Auf unserer Tab. III, kan man es ge- stochen sehen. Jodann Beck, wohnte zttm weisen Schwan im* ter den Schillern. 166 z. N. N. Heryens Buchdruckerey. Johann Heinrich Grssch, war Universitats- Buchdrucker^- dessen Druckerev jetzo die Heringische ist. Michael Zuncke , ist zugleich Buchhändler. David L^imprecht,. dessen Druckerey erbte nach seinem Tod Herr Johann Christoph Äeyer. Georg Heinrich Müller, dessen Druckerey fajtt an Herr Fickelscherer nach Jena. Andreas Müller, dessen Wittwe die Druckerey mit ihrem Schwieger-Sohn fortsetzet. Johann Rudolph iLngelhardr, dessen Drucke- rcy besitzt Alexander Raufmann. Johann Joachim Hym'csch, dessen Druckerey jetzo stille liegt. Johann Christoph Hering, von dem hernach. N. N. Adlung, dessen Druckerey besitzt ietzo Herr Andreas Görling. N. N. Clauß, dessen Druckerey hat gegenwartig ^err Johann Heinrich ttonne, von den übrigen können wir etwas ausführlichere Nachrichten beybrin- gen, da wir von den vorhergehenden kaum die Nah- men auf zu treiben vermögend gewesen sind. Heinrich Beyer, Buchdrucker in Erfurth und ehe- mahliger Pachter der naschen Druckerey in Jena, B 3 ist i% Kurzgefaßte Nachricht, ist gcbohr-'n zu Naumburg dm 9. Febr. 1660. Sem Vater war GcsrgBeyer/ Einwohner aufderHerrn- Freyheit, vls Mutter tNagdsiena ^'reudeneeichm von Gn erfeld, eine Meile von Naumburg. Von seinen Christlichen Eltern ist er zu allen Guten aufer- zogen worden, und weil ihm GOtt mit einem guten Verstände begäbet, so ist er seiner Eltern Augsn gar früh entrissen worden, indem er in seinem 12. Jahr nach Witterberg kommen, allda bey Herrn Eraff mum Philipp Äocken den Buchhandel zu erlernen. Nachdem aber gedachter Herr Sock seinen Handels- Stand verändert, so har er sich auf dessen Gutbefin- Den zu der löblichen Kunst der Buchdruckerey gewen- yet,und bey Hrn. Matthias Hmek«. ln, Universitats Buchdruckern 5. Jahre gelernst bis 1678. in Novemh. Ais er sich nun noch eine geraume Zeit in Wittenberg nach seinen Lehrjahren aufgehalten, so hat er hernach die meisten Conditiones in Leipzig und Jena gehabt, wiewohl er auch noch an andern Orten in Conditio» gestanden. Im Jahr ,691. den 22. Nov. hat er sich mit Jungfer Reamett Marien, Herrn Gamuet "Atwfens , Civ, Academ. und Buchdruckerherrns in Jena emtzig hinkerlassenen Tochter in ein Christliches Ehegelöbnis? eingelassen. Von Jena wurde selbiger j 692. nach Halle zum Factor in der Frau Galfeldm Druckereyberuffen.Da aber 1693. seine FrauSchwie- ger Mutter mit Tode abgegangen, so hat er sich wie- der nach Jena wenden müssen. Weil aber die Rreb- fische Druckerey nachgehends zertheilet worden, und ' m einen ziemlichen Theil zu einer Druckerey bekam, s» setzte er solche viele Jahr in ein Gewölbe, und ar- bettete hin und wieder vor einen Gesellen, bis er 170s. des ftel. Herrn Ioh. Zach. Hifii Buchdruckerey inPacht von einige» Buchdruckern._ 2Z Pacht nahm Er hat aber solche kaum angetreten, so nahm ihm GOtt eine Gchülffin Hieben dem Iah- re weg. welche ihm zwey Söhne hinterließ. Er war balv 6 Jahrs in solchem Pachte, unv weil er bey da- mahligerSchwedens Zeit besorgte, es möchten schlechte Seiten vor die Druckerey werden, so gab er solchen Pacht wieder auf, und arbeitete bey Hrn. XXJercherit wieder vor einen Gesellen. Da aber sein ältester Sohn auch die Druckerey lernen wolte, und zum Stu» Diren gerne Lust hatte, so suchte er 1708. seine geerbte und so lange im Gewölbe gestandene Druckerey her- vor, führete solche nach Erfurth, und lernete seinem ältesten Sohn selbst solche Kunst/ und hat also sein Leben auf 12. Jahr in Erfurth zugebracht, da ihn denn GOtt ,720. am Fest der Heiligen Dreyfaltig- keitzwischen6.und7.Uhr von dieser mühsamen Welt seelig abforderte. Sein Symbolum war gedultig fröhlich allezeit. Sonst ist von dem stet Seyer noch zu gedencken, daß selbiger ein lustiger und fried- liebender Mann gewesen, der gerne jedermann mit Rath gedienet; Er war ein guter Setzer und Dru- cker, vornemlich aber konnte er mit den Holtzschneiden und Abgiessen wohl zu rechte kommen, daß er auch viele Druckcreyen damahliger Zeit mit Leisten, Final- Stöcken und Buchstaben versähe, weil das Holtz- schneiden noch nicht so gemein war. David L.imprecht, Herrschafftlicher Buchdrucker, war 1662. den 7-Dec. in Zeitz gebshren, und 1738. den ?. May im 77sten Jahr seines Alters gestorben. Seine Druckerey vermachte er Johann Lhrisioph Beyern. Georg Andreas Mütter, ein Bruder des seel. Verstorbenen Johann Caspar Müllers in Leipzig, B 4 trat 24 Rurygefaßte Nachricht, trat ans Licht der Welt 1678. den 10 Augusti zu Srai»nschweig. Sein Vater ist gewesen Herr Jo- ha»» Müller, Kauff-unv Handelsmann allda; die Mutter Frau Elisabeth gebohrne Schlitten, aus Aschersleben. Weil ihm nun der Vater zeitig ver- stürbe, so ist er auf Anrochen seines Bruders, wel- cher damals in Wittenberg in Convition stunde, 1695. bey Hrn. Johann Michael Goreritsch in die Lehre getreten, welche er auch allda ehrlich ausgestanden hat. Nach dessen VerflieMng ist er nach Leipzig, und denn 1699. nach Eisenach gekommen, woselbst er 1700. postuliret hat. Im Jahr 1702. den 21. Februarii hat er sich verehlicher mit Jungfer Sabinen Johannen, Herrn Johann Christoph Rudoiphs, Bürgers und Buchbinders, Tochter, und hat von sol- cher Ehe eine eintzige Tochter hinterlassen. Im Jahr 17*5. hat er sich in den Herrenstand begeben, und eine eigene Druckerey in Erfurth angeleget. Sein Leben hat er bis 17Z6. den 15. Jan. auf 58. Jahv gebracht; Im Ehestande hat er 34. Jahr gelebt und 5. Enckel erlebet. Die Wittwe führet nebst ihrem Schwiege Sohne Johann Thrisioph Beyern die Druckerey fort. Johann Christoph Hering, ist den 25. Mark. 169z. in Altendorss, eine Meile von der Westung Rö- nigflein gelegen, gebohren. Sein Herr Vater ist Andreas Hering, Gärtner und Einwohner allda, und dessen Mutter Anna Sabina, eine gebohrne Miyschrichin, gewesen. In seiner Jugend ist er nach tNicrelndorff in die Schule gegangen. An der Ostsr-Messe 1704. ist er bey Herrn GeorgBaltha- far L.udewig, Buchdruckern in Pirna in die Lehre getreten und 1709. Sonntags in der Michaels-Messe von eim'gett Buchdruckern. 25 loßgesprochen worden; da er denn gleich z. Jahre Cor- nute gewesen, indem er 1712- Sonntags in der Mi- chaelis-Messe in Pirna bey seinem Lehrherrn seel. po- stuliret hat. Zum erstenmal)! hat er sich 1722. den 32. Januar, in Jena mit Jungfer Maria Liijabech Schreiberm, weyland Herrn Andrea Gchceiberq, Civ. Acad. und Buchdruckers, hinterlassenen Jung- fer Tochter verehlichet, welche aber den 24. Februar. 1722. wieder gestorben ist. In der Michaelis-Messs 1724. wurde er bey Frau Anna Magdalena Gro- fchrn, als seiner seel. Frau Schwieger-Murter, zum Factor vorgestellet, da es sich denn fügte, daß er sich zum andernmahl i726. den 9. Julii mit Frau Mar- tha Sybilla rverrheritt, gebohrner Groschin, in den Ehestand begeben hat, mit welcher er 5. Kinder erzeuget, als 1.) Georg Gottfried, 2 ) Johann Caspar, z.) Sophia Christiana, 4.) Johann WiU Helm, und 5.) tNarrha Friederica; drey davon sind in der Ewigkeit, nemlich 1.) Georg Gottfried, 2.) Johann Mlhelm, 3.) zuletzt Sophia (hrisiiana, daß also nur noch zwey Kinder am Leben sind, nem- lich Johann Caspar, und Marcha Zriederica, welche noch in die Schule gehen. Im Jahr 1730. den 30. Jul. gieng ftine Frau Schwieger-Mutter mit Tode ab, da er denn durch seine Frau die Druckerey be- kam, und den 2. Aug. darauf zum Uni»ersitats-Buch- drucker angenommen wurde. Sein Jnsigne ist ein auf der See fahrendes Schiff, worüber in einem Zettel die VOorre zu lesen sind: Finis coronat 0« pus. Siehe Tab. III. Johann Wilhelm Rirschel, von Hartenbach, ist in-Erfurth den zi. Mertz 1705. gebohren. Sein Herr Vater ist der weyl. Tit. Herr Theodoricus B 5 Ru- 26 Rurygefaßce Nachricht, ---"—-.-;--. . ._____.—, » Rudolph Ritsch, l von Hartenbach, E. Hochedlen ° und Hochweisen Stavt - Raths daselbst, gewesener Gtadc.Voigr, wle auch bey dasigem löbl. Bürger- Regiment wohlbestalter Stadt-Haupcmann, und der Kirchen und Schulen zu St. Michaelis Ittspecror, gewesen. Seine Frau Mutter war Frau Anna Rirschelltt, gebohrne Heinin; Seine Eltern haben ihn in die St Michaelis Schule geschickt, in welcher er so ernge geblieben, bis er fähig gewesen in dasiges Gymnasiuin zuziehen. Weil er aber gewisser Ursa- chen wegen zum Studiren keine Lust bezeiget, sondern einig und allein zur Buchdruckerey Lust hatte, so ge- schahe es, daß er auch den 19. May 17^ bey seinem Schwager, Herrn David K.imprrchten/Herr- schafftlichen Buchdruckern in Erfurth in die Leh- re getreten, und seine Lehrjahre bey demselben, sowie einem Lehrknaben zustehet, redlich ausgestanden hat, und darauf noch den 27 April 172z. davon wieder frey gesprochen worden: Alsdenn hat er den 18 May besagten 172 z. Jahres daselbst bey seinem Schwager postu^ieet Im Jahr l?zz. zuOstern ist er beyHerrn L.imprecht"tt Factor worden, welches Amt er drey viertel Jahr versehen hat, bis zum Ableben seines Herrn Vaters, da er die Brau-Gerechtigkeit erer- bet hat. Im Jahr 1736 mit Anfang des Jahres, hat er in seiner Druckerey den Anfang mit arbeiten gemacht Und weil er schon im Jahr 1735 von einer gnadigen Herrschafft zum Herrschafftlichen • Buchdrucker angenommen worden; so hat er sich eine gantz neue Druckerey angeleget. Im Jahr i7?4 den 9 Nov. hat er sich mit Jungfer Märchen Friederickt-tt T'.nnemattttl'n, Herrn M Georg Joachim TenttemPis, der Christlichen evangelischen vott einigen Buchdruckes. 27 schen Gemeinde zu St. Michaelis Diaconi, E. Hoch- Ehrwürdigen Ministerii Assessoris, und des Gymna- iii Senatorii Professoris daselbst, andern Jungfer Tochter copuliren lassen. Mit welcher er 2.Klnver er- zielet, nemlich einen Sohn, Georg XVilhelm, geb. den zt. Mart. 1736. und eine Tochter, Marcha ZNagdalena Friderica, gebohren den 8. Nov. 1737. In seiner Druckerey wurde der Anfang zu arbeiten gemacht mit des seel. Johann Arndrs Paradieß- Gartlein, welches zweymahl, als einmahl in 8vo. und Das andermahl in 12ms gedruckt worden. Nachdem hat er des Herrn Hoffraths von $a\d?en{iän Thüringische Chronica auf eigenem Verlag zu drucken an- gefangen, in welchem Buche auch schon bereits bis 15. Alphabeth denen Herren Liebhabern ausgeliefert wor- Den, wovon er in einer Zeit von einem Jahre läng- stens das gantze Werck vollständig gar liefern wird. Weil nun dessen seel. Herr Ur-Groß-undGroß-Vater, welche sich in Kriegsdiensten wohl verhalten, so gar, daß dieselbe in den Adelstand erhoben, und von Hat- tenbach genennet worden, auch deshalb von Ihr» Käyserliche Majestät mit Brieff und Wappen verse- hen worden; So hat ersieh desselben xu allen Zeiten, als gehörig, bedienet. Die Beschreibung davon fte, het in dem Brief selbsten, welchen wir hier einrücken wollen, und das Wappen Tab. IV. Der Brief aber lautet also: »Ich Maximilian Joseph von Minzenried, L. L, Philosophie, Chirurgie, luris utrius- «que & Medicin« Dcctor, Rmer des güldenen z,Creuyes, Ihro pabfilichen HeilioMr CLE- »M ENTIS des eilffren Römischen pabsten, und z)Raysetk,auch^öm'g!. CachoUschen Majest. ca- 13 ,ÜOLI 2Z Rueygefaßte Nachricht „KOLI de .s Sechsten Römischen Z^aysers, unv- ?>Zu-^l'spm »l'en, Indien, Hnngarn und j&tytimb „Königs, unsers allexgnädtgsten Herrn, auch des „Heil Roi mischen Reichs und Gruhls pfaly-und „Hossgraß'en zu Latein Lomes pglstwus &c.&c. Verkenne mit tiefem offenen Brieffe und thue kund Je» »dermänmg liehen/ daß vor verflossenen etlichen Iah- „ren, durch .IHroDurchl. des Heil. Rom. Rache. „8ürjien m »d Herysgen ssertia, aus Jhme von „Ihro pabj % Heiligkeit und Rayserl.. Maj?liak z,cleieAilren vollkommenen Gewalt und Vollmacht in „Coniiderirm 'ig meiner, durch etliche Jahre,, so wohl „im Felde,, a ls sonsten in Ihr^ Rayftrl. Majejrak „Dienstenges ührten ( j raxin erworbenen Verdiensten^ „auch schon d reyen Allergnädigsten Käyftrn in schwch- „ren Pest-un'o Kriegeö-Zeiten geleistete treue und er- „sprießlichste Dienste, mir etliche stattliche Begnadi- „gungm und >?rivileAig verliehen, wie Ders darüber „gefertigtes Diploms noch längers inhaltet, und mir „unter densell den Begnadigungen aucb diese besondere ^Macht aller gnadigst mitgetheilet und verliehen worden M daßJcl.iaus päbstl. Heil'^i'irund Römischen „Räyserl.Utid Rönigl. Cacholi'schen Maftstär Ge- „walt, Ehrl ichen, redlichen und wohl verdienten Leu- „lhen/ die ich »nach eingenommenen Bericht und zeitli- „cher Erfahr ung, würdig seyn erachten werde, einem „Jeden nach seinem Stand und Wesen XVapen und „Rleinodiel/I mit Schild geben und verleihen, diesel- „be^ovilitii'en, Wapens-und Lehensgenoß machen^ z,schöpffen uv id erheben solle und möge, vermöge Ihrev z,pal?siliche n Heiligkeit,Rayserl. und Lacholiscben „Majestät Darüber verfertigte Libell und Freyheits- zzBrieft; ^)em allen nach, zumahl es gebührlich «ziem- vstt ekttilgett BuchdrucVedt t 29; z,',ienchlicb solche und dergleichen von Hoheit Obe:göel'e s,vurch Göttlichen Segen herrührende t md ertheilte s?Gnaoen Privilea;ia und Freyheiten dern nassen anzu- -z,w?nden/ auf daß dem Nechsten damit zu Ehren, ^.Wohlfahrt und Beförderung geholffen, fürnehmlia) l»absr höchftgedüchter Romtsch-Raysirl. und Rö- „m'gl. CarhoUfchen Majestät und des *£ »eiligen Rö- „mischen Rachs Unterthanen und Getreu ien, bevorab Liefen/welcheIhLS^äyserl und RKtti'gl. Cachol. z,Mai>star und dem Heil.. Röm-fthen Reiche «r- z,sprießliche und getreue D'ienste wr and>M geleistet, z^oder leisten könten, dessentwegen aller x iebührlichen z,Ehre und Beförderung wohl würdig. : Dieweil ich z,dann wahrgenommen, auch aas dieser wohl mei- „nenden ^Ke^ion,die ich zu allen aufrichtigen LeMhen „trage, zu Gemüchegeführet, dieEhrbahi!-und Red- s,lichkeit, gute Sitten, Tugend, Vernunj $1 und an. „dere Wissenfchaffren, damit der Edle, W^ohlgelahr- „te und Wohlweift THEODORICÜS RUÜOL- 5 ,P H U § Rirfchl von Hartenbach,bey der' Stadt Er- „furth Naths-Gliede :c. und dessen Brude e der Edle „Hi d R O N T M U S P HIL1P P Rirfchl! von Har- „renbach wohl angesehenen Bürger mir b ekandt ge- „machet worden. Zu dem ich auch erfahre, n, daß der „Groß-Vater Georg Ritschl von Hartenbc idj seel. be- „reits vor hundert und mchr Jahren feince lreugelei- „steten Dienste halber in den Adelichen unt> Freyherr- «lichen Stand erhoben, und mit einem gen >issen Wa- ,.pen begnadiget worden ; über das mir < uich beyge- «bracht, daß Dero beyder verstorbene c , Jäter Chri- 3 ,stoph Ritschl von Hartenbach sich viele in Kriegs- „Diensten bey IhroRayserl. Majestät/ wch andern schonn Königen und Potentaten raeritire f gemacht, uns zs Ru eygeftßce WchMe. „tinD in 14-Haupt-Schlachtenund Treffen^ohneän- „stere Scharmützel mit gewesen, solcher aber sich seines z,NaKmen6 und Wapenö selten bedienet. Als habe „ich aus obgemelvten und noch vielmehr andern erweg- „lichen Ursachen auf Ihr Ersuchen und Anlagen Jh- „nen solchen Namen, Wapen und Stamni wieder „zurenovircnund zu HpMkyiren, mit wohl bedacht-- „samen Muth und rechten Willen in Krafft meines ha- übenden Gewalts und pabstlicher auch Raystr!»'- „cher Freyheit in der aUerbestandigsten Weise, Maaß „und Form, wie es immer am krafftigsten beschehen „kan, soll und mag, sbberührte THEODOR IC. „RUDOLfH Rl'cschl vonHartenbach und dessen „Bruder HIERON. PHILIPP Rnschl von „Hartenbach, auch des erstem seine ietzv habende z. „Söhne, nahmentlich Emanuel Rudolph, Johann „Rudolph und Johann Wilhelm, allen ihren auch des- „sen ehelichen Leibes-Erben und derselben Erbens-Er- „den für und für in Ewigkeit dis nach beschriebene» „Wapen undKleinod bestehend in dem Schilde 4. Fel- „der, derer 2. roch, worauf ein braunes in vollen rin- „nen befindliches Pferd mir einer weisen plumage, 2. „gelbe aber so leer und güldene Zierathen darinne sind, „über diesem Schilde der offene Helm mit denen Te- „cken, worüber noch eine güldene Crone, daraus „gleichfalls wieder ein halb braunes Pferd mit der „Plumage in der Höhe gelehnet zu fehen, allermas- „sen und gestalt, wie hier in der Mitte dieses Brieffs „mit seinen eigentlichen Farben angezeiget und erschei- net, denenselben also Giegelmaßig, XCapett und „L.ehensgenoß gemacht, geschöpfft, erhebt, nobi- „litirst, renoviret und conKi-miret; Thue auch sol- siches hiermit MV }n Krafft dieses Brieffs also und „der- vstt einigen Buchdtuckeen. z r ^dergestalt renoviren und conkim-ren daß nun hin- „ffihw gedachte THEODORICUS RÜ Ö 0 L l? H, 3 ,HIEHONYMUS PHILIPP, EMANUtL „RUDOLPH, JOHANN RUDOLPH und „JOHANN WILHELM Rirjchr-l von Harr n- z,bach, ihre eheliche Leibes-Erben und dcrojelbui Er- „bens - Erben solch obbrschrieben Wapen und Klei- „nodt, auch Schild und Helm für und für zu ewi- --gen Zeiten haben, führen und sich deren in allen s,und jeden ehrlichen, redlichen Sachen, Handlun- „gen und Geschafften, Kämpfen, Gefechten, Feld» „Zügen, Panieren, Gezelten aufschlagen, Jnsie- „geln, Pittschafften, Kleinodien, Begrabnissen, z,Gemahlven, und sonst in allen Ohrftn und En-- „den, nach Ihren Ehren, Nothdurfft, Willen und „Wohlgefallen, auch alle und jede Gnade, Freyheit, „Ehre, Würde, Vortheil, Recht und Gerechtigkeit, „mit Aembtern und Lehen, geistlichen und weltlichen „zu haben, zu halten und zu tragen, mir andern „Ihro Rayserlichen und &ömgl. Cacholischen vMajestäc und des Heil Römischen Reichs-L.e- „hens- und rvapens-Genoß Seuchen, Lehen, auch- „allerhand Gericht und Recht zu besitzen, Urlheil zu „schöpffen, und Recht zu sprechen, desselben alles „tbeilhafftig, würdig, empfänglich darzu tauglich^ „schicklich und gut seyn in geist-und weltlichen Sachen „und Ständen sich dessen allen auch freuen, gemessn? „sollen und mögen, als anders Ihro R.aystrliche „Majestät und des Heiligen Römischen Reich Le- „hens-und Wapensgenoß Leurhe haben, geniessen, „freuen und gebrauchen , aus Recht und Gewohnheit „von aller manniglich unaehindert, aües bet; Vermeidung höchst etnündter Römisch-Rayserlichen und »Rö- 32 Rurygefaßte Nachricht, „Königlichen Cacholischen und des -Heiligen Rö- zynischen Reichs schwehren Ungnad und Straffe, „auch darzu eine poen, so in angeregt meiner Ray „serlichen Freyheit, nemlich 8unffzig Marck löh- „tiges Gold, ausdrücklich gegriffen, die ein jeder, „so offt Er freventlich hierwieder that, den halben „Theil der Römisch - Räyserlichen und K.ö- „niglichen katholischen Mai'estarund des Reichs- „Cammer, und den andern halben Theil mir ohn- „nachlaßig zu bezahlen schuldig seyn solle. Alles ge- „treulich und ohne Gefährde, doch andern, die „vielleicht das vbbeschriebene Wappen und Kleinod „gleich führeten, an ihren Rechten, Wappen un» „Kleinod allerdings unschädlich. Mit Uhrkund die- „ses Brieffs, den ich mit eigener Hand unterschrieben,^ „auch mein Palatinat-jfaßegel, dessen ich mich in „dergleichen Sache gebrauche, besiegelt. Geben und „beschchen in der Rayserlichen Residente - Stadt „XVien in dem Ein Tauend Siebenhundert und „Siebenzehenden Jahre, den Zehenden tflo« ,)Naths-Tag Novernferis. Hatic präsentem Copiam cum vero suo Original! Diplomatis Nobilitatis concordare attestor ego infra fcriptus Notarius Publicus Caeiäreus juratus J *\ Maximilian Joseph von '*J Minzenried, Comes Palatinus Cesareus utsupra mppr. FRANCISCUS HENNINGUS Schade mppr. Prae- vstt eim'gett Buchdruckern. zz trxCens hoc EvXempium cum jam exhibito Diplomatis Nobilitatis Authentico iigillato probe peracta collatione verbotenus maximeque con« veniens deprehendisse , ad hunc actum legitime rogatus & requiikus in fidei firmita- temtettatum facit 17. Iduura Decembr. Anno 171 8. (LS) JOHANN. GERHARD, v * ' etarcFcr, Sacra lmpeciali autoritate Notar. Pubf, Jurat. nippr. Johann David Iuttgtticsl,ist in Zwickau 1695. den 16. Zunii geboten, Sein ftel. Herr Bater Raphae! jungm'col, ist ein Chinirgus und Ober- aellesterin dem oantzen Zwickauischen Creyft, wie auch Cammer-Diener bey dem Fürsten von Wieftnburg gewesen ; Die Mutter aber Maria Magdalena, gebohrne Rachelsin, eines Ober-Försters Tochter aus Trau. In Zwickau und in Schlaitz ist er in die Schule gegangen.. Im Jahr 1701. starb ihm sein Herr Vater in Zwickau, und dessen Frau Mutter verehlichte sich wiederum 170z. an Herrn Lhrisiiar! Bitrorssen, Buchdruckerherrn und Stadt-Wacht- meister in Zwickau, welcher sich auf Verlangen de6 damahligen Herrn Graffen von Neuß 1705 nach Schlaitz begeben, und daselbst Hof-Buchdrucker und Stadt-Richter in der Heinrichö-Stadt wurde. Im Jahr ,729. trat erin Schlaitz bey seinem Hrn.Stief- Vater in die Lehrjahre, worauf er 1714. den^.Jun. in Schlaitz in Cornuten Stand getreten ist, und noch in diesem Jahr den 24. Zunii in Schlaitz sein Postu- lat verschencket hat. Im Jahr 1721. hat er sich nach € Erf- 34 Rmyyefaßte Nachricht, Hrfurt deaeben und vie Junafer Dörruz« cineS Z -.mm^cher? Tschter geheyrathet, mit welcher er 5. Kinder gezeugct hat, davon annoch em emtziger Sobn, lobarni Georg, annoch am Leben ist. Im Jahr -TZ? den 1. Nov ist er in Erfurt Herr wor- den , da er seines seeligen Bruders, . z.) !). Müllers himmlischen Liebes - Kuß, Erquickstunden, Ereutz-Buß-und Bek-Schule in 4to. 4 ) Herrn M Pfeiffers, fall zu St. Joh. Sammlung heiliger Reden , so von denen berühmtesten und ge- lehrtesten Lehrern der Reformirten Kirche mFrantzö-- sischer Sprache gehalten, und von gedachtem Herrn M. pfeiffan in die Teutsche Sprache übersetzet wor-- den, in 4to. 9. Alphabeth. Jn seinem Wappen führt er ein Einhorn. Siehe Tab IIl. 8ranckfurt am May»?. Jn diese berühmte Stadt hat sich so gar ein Ge- seke niedergelassen, weicher bey Johann Sauften und Peter Gchöffern in Condition gestanden. Er hieß Johann Petersheim, und lebte daselbst 1459. welches Herr besser aus Johann Christoph VOclffs Conspeit, Suppellect. bpiliolico p. sz6. erweiset. Man kan aber nicht leichtlich alle Buchbruckerherren^ welche sich daselbst nach einander niedergelassen haben, nahmhast machen. Inzwischen habe ich folgende gefunden: z 51 z. Christoph Corphms. (^) 153s, _von einigen Buchdruckern, zx iS 30. Christian Egsnolfi .1555- David Zäpfl n. (*) -57Z. rvendel Humm. (*j - - Andreas wechel. 2577. Martin Rochier. 1585- G^giemund Feyerabend- ' - Peter Fabee (*) 5 s90. Claudius Marne, 1593. Johann Aubei. 1601. ntcol fasset. (*) 5621. Gigmund L.acomius. » - lLrafmus Rempfer. (*) - - Hartmann Palchenius. - - iLgenolftemmel. r - Johann Hoftr. - - Johann Friedrich ZVeiß. " ~ Johann Brinzer. - - David Aubrr. • - Caspar Rörel. 2624. Paul Jacobi. - » Johann Hie. ScolyenbetZee. Z626 XVolf Hofmann. 56Z7. 2lnron Humm. - - Johann Conrad Reurer. Z6z9. Matchaus ^empfer. 1646. Philipp Fiever. 1652. Johann R.empfer. 1656. Daniel Fievet. l6 58- Johann Georg Speelitt. s) C 2 1659.' O Dieses Zeichen werde ich zu einem jeden sitzen, von dem ich ein Jnftgue nach diesem Verzeichn^ beschrei- den will. s) Dieser hat 166«. diß neue Bnchdrucker-Drdnung w z6 Rurygefaßte schrickt. _ 165?. Balthasar Christoph V?ust. Sen. - . Zleyidius Voyel. . ' . - nicol Ruchenbecker. . . Hieronymus pollich. 1660. Johann Görlin b) 1661. Johann Gottfried Rempfer. 1663. Johann Htcol Humm. - Heinrich Meji& . 1665. Älasius Ilßner» 1667. Johann Andrea. ,668- Johann V.uchenbecker. 1672. Johann Georg Drullmattii- • 1674. VOende! Mowaldc. ' ,675. Johann Diecrich Friedgen. - v Johann Haaß^, - - !i68l- Johann Philipp Andrea, c> . > Äalthafar L.hrisioph VQuft, Jun. -686. Martin Jaqvet. -6s7. ?ohann Hainstheid. »688. Johann £äiie& 1690. Johann LDufl 1691. Andreas Teutschmann. 2697. Johann Kellner. S699 Nicolaue Weinmann, d) .1701. Johann Balthajar VOachter. 1704. Matthias Andrea. > > Anron Hainscheid« 1706. druckt, welche den Buchdruckern von dem dafigen Stadt - Magistrat ertheilet worden. b) Man weiß, daß er etliche jwantzig Jahr Vorgehe? g-wesen ist. c) Ist ttliche jwanßig Jahr Vorgeher gewesen. 4) Dessen Druckerei) ist »719. durch d»e Feuersbrunst verjehre^rNvrdey. vStt einigen Buchdmckettt. 37 1705. Znton Christian Ilßner. - - Marcus 4>ubet, e) Nunmehr» will dieZnsignia beschreiben, so ich von einigen Buchdruckern von Franckfurt nach und nach gesammlet habe. i.) Christoph Corvinus hat sich die Geschichte des Propheten Elia erivehlet, welchem die Raaben Speise hringen^ womit er sonder Zweifel^auf seinen Namen gezieltt 'hat. Aussen herum stehen die Worte: tx vno omnia. Siehe Tab. V. H.) David Zapflitt setzte ans Ende seiner gedruckten Bücher insgemein eine aus einer Wolcke hervor ragende Hand, welche ein gecronres Hertz halt. Aus- sen herum lieset man die Worte: Cor regis in mann efomini. f) Siehe Tab, V. 111.) VOmbel Humm führte den Simson, in- dem er den Löwen den Nachen zerreißt. S. Tab. Vl. I V.) petex Schmidt und Gigmund Feyerabend hatten den schmiedenden Vulcanum erkieset, wobey die Fama stehet und blaset. Siehe Tab. VI. V.) Nicol Saser hatte die Göttin des Glücks auf einem Rad. Siehe Tab. VI. VI) Lcasmus Rempftr führte einen geharnisch- ten Mann zu Pftrd, welches auf einem Postement stehet; An dem Postement lieset man K. K. welches die Anfangs Buchstaben von seinem Namen, und aussen herum : Militahonammilitiam. S Tab. VI. C 3 _Und e) Dessen Oruckerey ist einige Zeit stille gelegen. i) Ich habe dieses Jnsigne au6 einem sehr merckwurdi' gen und bey nahe gany unbekannten Buch genommen. Nemlich von der teutschen Übersetzung von Ariltorelis Problemet Francs. 15s12. Hieraus lernt Man, Woher doch so siele abergläubische Dinge enllprungm sind. \ ZS Rurygefaßte Nachricht, Unv so viel von einigen Jnjignien. Nunmel)ro schreite ich zu Den Lebensbeschreivungen selbst. ^alchajar Dicht, der älteste Buchdrucker, von denen jetzo lebenden Buchdruckern zu Franckfurt am Mayn, ist i687- gebohren. Sein Herr Bater war Johann Beechold Diehl, ein Kaufmann daselbst, t>ie Mutter Anna Dorothea, eine gebohrne Görlt- nin Die Kunst lernte er daselbst bey Herrn Johann <&etlin 170z. und postulirte hernach 1708. bey Hrn. Marchla« Andrea. Im Jahr 1716. trat er der» -Herrenstand an, nach dem er etwas von der Görli- «ischen Druckerey geerbet hatte. Hierauf heyrathete er eines Materialisten Jungfer Tochter, mit welcher er sechs Söhne und eine Tochter gezeuget hat Sein ältester Sohn, Christoph Friedrich, hat bey ihm die Kunst erlernet, und 1738- bey ihm postuliret. Zum Jnsigne bedienet er sich eines Schildes, worinnen sein verzogener Name uno das Handels - Zeichen zu sehen. Der Schildhalter ist ein nackigter Mann, welcher bey einem abgehauenen Baum stehet, wor- aus ein grüner Zweig gewachsen. Siehe Tab. Vl. Reichard Eustachius Möller, Buchdrucker und Buchhändler zu Franckfurt am Mayn, erblickte M Biederitz, in dem Hertzogthum Magdeburg den 17. Febr. 1695 das Licht der Welt. Sein £)ei'r Vater M. Johann Eustachius Möller ist Evangelischer Prediger zu Biederitz gewesen; Seine Mutter war Frau Carharina iLitsabech, des Hochehrwürdigen Herrn D. Emesti BackH,(&emc>M zu Magdeburg, eheliche Tochter. Da nun sein Herr Vater frühzeitig, Ziemlich den 19. Febr .695. als an dessen Tauf-Tag, verstorben; So ist er der mütterlichen Erziehung bis 3707. untergehen gewesen/ welche ihn zu Magdeburg zuv von einigen Buchdrucker». Z9 zur Kirch und Schulen fleißig erzogen, worauf er auch in selbigem Jahr nach Jena in dasige Schule ge- gesandt wurve, allwo er denn zugleich im Meyerischen Buchladen in die Lehre aufgenommen wurde. Weil er aber nach ausgestandenen Lehrjahren noch sehr jung war; So hat ihm die sel. Frau Meyerin, als seiner Mutter Schwester, angerathen, die löbliche Buchdru- ckerkunst noch zu erlernen, wozu er sich denn auch verstanden, und 1712. bey Johann Christoph iRnbfl, Vasigen Buchdruckern "auf vier Jahre in die Lehre begeben hat Nach überstanvenen Lehrjah- ren, und da er ohngefehr z^ oder 4. Wochen Corneli- us gewesen, hat er 1716. bey Herrn Johann David lVerchern, oderivielmehr wie es damahls gebrauchlich gewesen, bey der gantzen Jenaischen Gesellschafft sein Postulat verschencket; noch in selbigem Jahr ist er vo« darüber Leipzig nach Hamburg gereiset und zu Herrn Gpiering in Conditwn gekommen; Im Jahr 1717. wurde er aus Hamb. nach Lemgo zu Herrn -Heinrich NOlMelmMayern in seine Handlung und Buchdru- ckerey verschrieben. Im folgenden Jahr gegen Ostern reiseke er von dar nach Franckfurt am Mayn in Condi- tion zu Herrn Marrhms Andrea, allda er in der Herbst-Meße in selbigem Jahr noch bey einer gantzen Gesellschafft von Herrn Marchias Andrea zum Faclor seiner starcken Druckerey vorgestellet wurde, welche Stelle er rühmlich bis zu Ende des 1719. Iah- res verwaltet hat, da er dann wieder nach Jena in die Meyerlsche Buchhandlung als Factor verschrieben wurde. Ob nun gleich der sel. Herr Andrea solches ungern sahe, so trat er dennoch die Reise zu Anfang oes i- 2Q. Jahrs dahin an und versähe abermahls die Stelle eines Factors allda biß den 1. Martii 1722. .€4 Da 1 ' 1 v 4» Rmygefaßte Nachricht, Da nun Herr Marthta» Andrea in der Her oft- Messt i?2i. gestorben, so wurde er abermahls in seloi- ge Dmckerey als Factor verschrieben, da er dann den 4ten Mertz 172,2. wieder angekommen, und seine Stelle abcrmahl angetreten hat Endlich hat es der höchste gefüget/ daß er sich^mit Herrn Matthias %n* dreä ftl. Wittwe, Frauen Annen Clären, Herrn Johann GöUins ftl. Buchdruckers allda, ehelichen Frau Tochter in ein Christliches Ehe-Verlödniß ein- ließ, den 12. May a,c. das Bürgerrecht erhielte^ und den r.Julii selbigen Jahrs sich mit gedachter Frau An- drain verehlichte, in welcher Ehe er auch noch, ol> zwar ohne leibes-Erben, gantz vergnügt lebet, und un- ter den Buchdruckerherren jetziger Sub- Senior ist. Und ober zwar gleich Anfangs bey der Druckerey den Buchhandel etwas klein und ohne einem offnen La- Den getrieben; So hat es sich doch 1729. gefüget, daß ?r das dasige Genyische Bücher - Lager in Gesell- schafft halb an sich gekauffet hat, wodurch er dann ge- nöthiget worden sich noch in selbigem Jabr nach einen offenen Laden und Bediente umzuschen, um den Buch- Handel künfftighin besser, und starcker zu treiben. Wo- bey er dann folgende nützliche Bücher, nebst vielen an- dern, in seinem eigenen Verlag gedruckt und an sich ge- bracht hat, als: Ishann Arnds Evangel. Postitf,* samt der Paßions Hist. fo!. dessen wahres Priester- thum in allerleyDruck und und Format mit und oh- NS Kupfffer; Confiliorum & Responsorum facuka- tisjurid. Tubingensisfol. 6. Bande in Compagnie von 17zI. biß 1735. gedruckt; Gimdlingü Discurs über dieluliimriones Iurislusttniani 1739. in Octav. Eiusd. Difcure über Cocceii tusPubl. 4to 1735. D. Beim. Muüers Evangelische Schluß-Kette in Compagnie vstt einigen Buchdruckern. Aß pagnie, 1734. itlfol. D. Rambachs Colleg Hist. Eo ciesm4fo 1734. D - Phil- Ach« Speners Handlung von derNaturund Gnade 173z. inZvo. Dessen Lei- chen-Predigten 13. Theile in 4to. 1737. Johann Frid. Starckii Comment, in Ezech. in 4to. 17? r* Dessen Passwns - Andachten in 8vo. 1735. Dessen' tägliches Hand-Buch in Mund bösen Tagen, in gvo. 1739.!). /'^/Predigten von wahrem Christenthum, tN 8vo. 1739, Nouveau Dictionaire du Voyageurist 8vo. 1738. Deßgleichen hat er por auöwartigs Handlungen in seiner Druckerey nebst vielen an- dern folgende sehr kostbare Wercke gedrucket: R. P. Francisci PoIygraphiaSacra, in fol. 1735. R. P. CaU met Cornrnentariurn litterale in ornnes ac singulos turn veteris, turn noui Test, libros in 5o!. 1734. 2. Bände D. lofephi Manß Bibliotheca moralis, 4 Bände in Fol. I7Z2. De GravesonWxft Ecd. Vet. & Nov. Test.' in 5oi. 172F. Dessen Jnsigne ist ein ordentliches Wappen, in dessen Schild der Wo- gel Greiff mit den Druckerbalien/ und aufdem Helm eben dieser Vogel' mit dem/ Winckelhacken stehet^. Aussen siehet mar? das Handelszeichen. Siehe Tab. vi. Ioh.Äenjamm Andrea, Buchdrucker und Buchhändler, wie auch der Zeit Vorsteher einer löblichen Buchdruckergeftlischafft zu Franckfurx am Map». Sein sel. Herr Vater wqr Johann Philipp Andrea^ bey welchem er die Kunst erlernet, und nach desselben Todt, nemlich zu Ende des Jahrs 1722. die Druckerey bekommen hat. Es ist solcher seit 1726. v erheyrathet^, und dessen ältester Sohn, Ioh« Heinrich, schon zwey Jahr zu Erlernung dieser Kunst eingeschrieben. Ubri- Zens ift noch zu gedencken,dsß diese Andreische Buch- Muckerey seit 1667. durch Vater, Sohn mW Enckel C 5 mut 42 Rurygefaßts MchdWt^ unter diesem Nahmen nunmehro gefuyrel, und in selbige svw»hl als in der Handlung viele groj>e unö andre Bücher gedruckt und verlegt worden» Äis? Biblia Crkica infol. 9. Tom» Biblia Hebr. Maji, in 410. Poli Synopsis 5. Tom.infol,. Hertzii Opera, in 4to. a. Tom. de LudoJphi Consultationes.infol. Dictionnaire Imperial. Veneroni. JtaUanisch Fr. Lat und Teutsch, in 4to. Heinrich L.udervig Sröttner, der Zeit Vorsteher, ist den 21. Dec. 1702 in der Stadt N>rcheim an der Tauber gebohren. Er Krnete die Buchdrucker- kunst oaselvstin Francksurch am Mayn von An. 17*7. biöi-721. bey weyl Herrn Johann Philipp Andrea, und überkam 1722. durch Anheyrathung Herrn Johann Sauere sel. hinterlassenen ÄLittwe dessen Buchoruckerey, aus welcher Ehe von drey erzeugten Kindern noch ein Sohn, Heinr. Remigius Lrönner, der Zeit am Leben ist,welcher i?28.den 1 5 Mar. geboh- ren und »737. den 1 i ten Jun. zu Erlernung der Buch- druckerey eingeschrieben worden. David Jacob Cronau, ist 1704. in der Kayserli- chen freyen Reichs-Wahl-und Crönungs-Stadt Franckfurt am Mayn gebohren, woselbst er auch die Buchoruckerkunst von 172». bis 172z. bey weyl. Hrn. Johann Zöllner erlernet, auch dessen Buchdrucke- rey ourch Erbschaffc und Anheyrathung seiner hinter- lassenen Wittwe den 26. Dec. 1-29. übernommen hat, in welcher Ehe er keine Kinder erzeuget, ohnge- acht fttdige 6. Jahre gedauert hatte. Im Jahr 1735« begab vott einigen 25u chdrucker tt. 4 z begab ersich in die zweyte Ehe, und zeugte in derselben zwey Kinder, als einen Sohn und eine Tochter der Sohn ist l?z6. den 16. Oct. gebohren und bekam in der heiligen Tauf den Namen: Ioh Ntcol, welche beyde noch am Leben sind. ✓ Franckfurth an der Gder. «Bonden Buchdruckern, welche sichzuFranckfurth on der Oder nach einander niedergelassen haben, sind Wir folgende bekannt: 1567. Johann Eichhorn, a) 1583. Andreas Eichhorn. * z 595 Friedrich Harrmann. 1600. tvolfgang Richter* 1613 Johann Äringer * Z616. Johann Eichhorn. 1651. Z^icolaus Roch. 16 ss Eraßmus Rößner. 1658. Galomon Eichhorn.' »664. Christoph Zeitler. - > Andreas Beckmantt. . - Johann Ernst. 1667. Friedrich Eichhorn ,679. Johann Coepfelius 1690 Christoph Andreas Zeitleti ijeti p) Der Churfürst zu Brandenburg Joachim ertheilte ibm 1567. am Tage Joh. Baptista über die gantze Chur« Marckt Brandenburg ein Privilegium, woraufman si» zleich in feiner Druckerey mit der Augfpurgifchea Con» feßion und dem Christlichen Concordimbuch den W fang zur Druckerey machte. Sein Gehn Anvreas und dessen Sohn Johann begleiteten die Stelle eines Rarhs, kammereS und führte» die Oruckerey fort. Kurtz fei- «e Kinder und »tt setzte die Kunst daselbst ssvxt. :4 Rurygefaffte Nachricht, I695. Tobias Gchrvary. 6701. Jshann lLhrijr^ph Gchrvary. 1703- Johann Christoph Gtippin. 1715. Hermann Gimnier, yeymrhtte Anna Margarerha iLichhornin, eine Tochter Friedrich Wchhorns, wodurch er desselben Druckerey erhallen^ sind darüber von neuem prwliegirt wurde. Nunmehro will ich die oben bemerckten Jissignia be- schreiben,und alsdenn dieiLebensbeschreibungen der jetzi- gen daselbst befindlichen Buchdrucksrherren beyfügen. Andreas Eichhorn harte nach Anleitung seines Na- mens cin Eichhorn^rwehlet, wie Herr Lc\jjw berichtet, p. 227. W>olfgang Richcer hatte sich den schönen Jung- ling Ganymedes erkieset, \x>k ihn der in einen Adler verstellteJurpiter in Himmel geführek. Aussen herum steh en die Worte mDeo latandum Siehe Tab. VII. Johann Bnnger einen durch die Lufft fliegenden Engel, welcher in den Handen ein Band halt; Oben in dem Wolcken stehet das Wort rnrp. Unten das Handelszeichen und die Anfangsbuchstaben von seinem Namen l. B. Aussen herum ließt man die Worte: Ecceannuncio vob'Sgaudium mg^num.siehe VII. Tobias Eschroarye, Universitats Buchdrucker, ist 1665 den 15. Martii zu Oelße in Schlesien gebohren. Sein Vater ist ein Zwilligmacher gewesen. Er wur- be von Jugend auf zur Schulen augehalten ; Weil ihm aber der Vater gar zeitlich verstorben : So i hat ihm Herr M. XVegner Diaconus an der Ober- Kirchen daselbst, als ein Vetter 1680. nach Franck- furth an der Oder zu sich genommen, und zur Schu- je gehalten, worauf er i6Z6. als ein Studiofu iingnb.rct worden. Es hat gemachter Herr M. vl?eg- ner von eimcteit Buchdtuckevtt. 45 n r einen Sohn gehabt, welcher die Druckerey lernen sollte, indem er die Druckerey zu L.andsberg an dex Watte an sich gekaufter hatte. Da er aber fruhzei- tiggestorben,so hat er unsern GchWaryen beredtt, die Kunst, zu erlernen, damit er ihm die Druckerey über- geben könnte. Hierauf ist er also nach Frf.am M.wn gereiset, und hat bey Ioh Diemch Ftiedche-n sel sei- ne Jahre ausgestanden; und hernach Daselbst postu- lirer, und einige Oerter besuchet. Dä er aber von ihm ein Schreiben erhalten er sollte nach Stf. an der Oder kommen,mit ihm Unterredung zu halten : So hat er ihm die Druckerey verkaüffr. Er fieng darnach 1691. seine Druckerey an,heyrathete 1702. eine Wittw?,Go- phia Rorhin, eines Predigers Tochter aus Döbbrin, mit welcher et drey Sohne geMgey die zwey.altesten sind wieoer gestorben/ und der jüngst» yat die" Drucke- rey bey ihm gekniet und. postulirel Nachdem er nun eine Zeitlang die Druckerey gesühret hatte und dis Stelle eines Universitats Buchdruckers ledig wurde, sv hat ihn eine Hochlöbliche Universität darzu angenom- men. Weil er aber Alters halben 1734. die Qfsicin seinem Sohn übergeben, so hat ermeldtete Universität gleichfalls auf seinen Sohn gesehen und ihn zu ihren Buchdrucker angenommen. Martin Hubner, ist zu Dammy imMagdebur- gischen 2. Meilen von Halle gelegen Anno. 1696. den 31. Martii gebohren worden. Sein Vater ist ein Weingarrner und Einwohner daselbst, Nahmens Am- brosius-^übner, gewesen. In XOcttin hat er die Schule besuchet, und 1711. in Lüstri»? bey Herrn Gottfried Heimchen, Königl. Regierungs^Buch- drucker, die Kunst erlernet, daraufer zu Ostern -716 losgesprochen wurde, und auf folgenden 2. Jun. er 46_ Rmyg efaßte' Nachricht, wehnten Jahres in Stettin bey Herrn Herman»« Gottfried Effenbarchen sein Postulat verfchencket fyat. Nachgeyenvs hat er unterschiedliche Oerterbe- suchet, bis er 1725. nach Frankfurt an der Gdev aus Serlin in der Frau Wittwe Simmersitt Druckecey verschrieben wurde. Envlich hat er der- selben ihre privileqirte Buchdruckerey nebst den Wer- lag 1726. abgekaufft, und sich hernach noch in die- sem Jahr den»s Octobr. mit Jungfer L.ouisa Meist ^er»n,aus Cüstrin, Herrn Johann Meisners, Ge- richts />jlcllori8 daselbst, eintziger Jungfer Tochter, verehlichet, mit welcher er 2. Töchter und 1. Sohn gezeilqet. Weil nun 1732. den 22. Junii seine Frau? Liebite wieder gestorben; So hat er sich nachgehendS Z7ZZ. den 7. May zum andernmahl mit Jungfee Dorothea Elifabi ch padelin, Herrn Christ, pa- dels, Tuchbandlers allda, ältesten Jungfer Tochrer, wiederum ehelich verbunden, und mit derselben eine Tochter und einen Sohn gezeuget. In dessen Dru- Äerey werden die von Jhro Königlichen Majestät in < Preussen allergnädigst privilegirten und mit dessen ei- genhändiger Unterschrifft erlaubten Theologischen Bü- cher, an Postillm,Gebeth-und Gesang-Büchern,und unterschiedlichen Schul-Büchern gedruckt, und von demselben verlegt. Siegmund Gabriel Alex, ist zu ?acobsdorss, bey Franckfurt an der Oder im Jahr 1698. den 25. Martii gebohren. Sein Herr Vater ist Martin Alex, Prediger in ermeldeken Iacobsdorss, >Vrie- ftn und Rerschdorffgewesen, welcher ihn zu 8ranck- furtk an der Oder und ^ürstenwalde zur Schule gehalten. Die Kunst erlernet-er 1713 zu Crossen hey seinem Sktef-Pruder, Herrn Johann Friedrich VStt einigen Buchdruckeett." 47 £.tsoexn<>, worauf er 1718. bey der Buchdrucker So- cietat zu Franckfurch losgesprochen wurde, und noch in selbigem Ichr 17*8 zu Serlin bey einer gantzen Buchdrucker Societät poftulirte. Im Jabr 17.0. hat er bey des seel. Hrn. Johann Chr-stophSchrvar- yens Wittwe ein Jahr als Factor der Druckercy vorgestanden,welcher er hernach 1731. die Buchdru« ckerey abgekaufft hat, und Herr wurde Worauf ee noch in ermeldteten Jahr den 29 April Jungfer Do- rschea Wisabech Christin, des seel. Herrn Ma^- fter CKnsis, gewesenen Kectons daseltzsi , jüngste r Jungfer Tochter geheyrathet hat. Seine Druckercy ist sehr alt, und 1637, vondem hochseeligen Cburfür- sten Friedrich VDil elrn privilegin worden Dessen Jnsigne steller einen Blumen-Korb für, worauf eine Biene fliegt, aussen herum ließt man die Worte: Mes yeux k toutes P man coeur k ane. Siehe Tab. VIII. Gochs. In dieser Stadt hat die edle Buchdruckerkunst erst seit hundert und etlichen wenigen Jahren einen Wohn- platz gefunden. Herr M. Georg Conrad Rieger, hat in der Vorrede zu to. XCitydm Jeremias Jacob Rleflens dritten Jubelfest der Buchdruckerkunst Gotha, 1740. 8. p. it. sqq. alle daselbst nach einem« der wohnhafte Buchdruckerherren nahmhaft gevia- chet,und das merckwürdigste von ihnen angeführet. Es wird mir erlaubt fegn, daß ich das nothwendigste daraus entlehne und Hieher setze. Der erste Buch-- drucket daselbst: p?tev Schmidt hak i6zz einen Anfang gemacht Weil er sich aber etwasunanstän- digaufgefühM l^at; So tzq; lhytzRDWWHer- m 48 RutyZefaßteNachtiche, ■ tzog Ernst entlassen, und hingegen dem seel. Herrn Rector, M Andreas Reyhern 164z. durch einen besondern Befehl gnädigst aufgetragen, seine Drucke- rey von Schleusmgen nach Gotha zu verlegen, wor- über er so wohl ihm, als seinen Erben und Nach-^ kommen ein gnädigstes Privilegium ertheilet hat: Hier- auf ließ gedachter Herr Reyher seine Druckerei) durch einen Factor, Johann M-ichael Schallen, vec- walten ; bis dessen Herr Sohn Christoph Rcyher 1668. dieselbige übernommen, nachdem er in Leipzig die Buchdruckerkunst rühmlich erlernet hatte. Ge- dachtet Christoph Rchhee bekam ebenfalls ein gna- diges Privilegium darüber von Jhro Hochfürstlichen Durchlaüchtlgkeik dem Hertzog Ernsten; welches hernach Jhrö Höchfürstliche DurchK Friedrich !. und Friedrich II. bestattigten» Als er aber wecjen hohen Aicers seiner Druckerey nicht wohl mehr vorstehen konnte; So wurde dessen einiger Sohn ,.Herr Jo« tyattn Andreas Revher 170^ von Sr Hochfürstl. JÖurdjl. Friedrich A. aus Coppenhagen nach Gotha beruften. Anfanglich wurde er nur dem alten Herrn Vater als Hofbuchdrucker substituiret, bis er endlich 17 > 4 die Buchdnlckerei) nebst dem gnadigsten Privile- gio würcklich und eigenthümlich angetreten hat Die- ses Privilegium haben hernach Jhro Hochfürstli Yen Durchl. Hertzog Friedrich lil. aufs neue mir allen Clausuln und davon abHangende Freyheiten so wohl über die Buchdruckern), als Bücher - Werlag aller- gnädigst bestätiget. Die jedermann vor Augen lie- genden gedruckten und verlegten Bücher können ein deutliches Zengniß ablegen, daß unser Herr Reyher seine Kunst gantz wohl verstehe, nachdem er seine Wis- senschast in Holland und andern Otten reichlich ver- mei> von einigen BftchdWMW. 49 mehret hat. Er bemühte sich auch eifrigst, alles anzuschaffen , was nur zu einer wohl eingerichteten Buch- druckercy nöthig ist. Zu dem Enve hat er sich mit einem reichen Vorrath von den besten L ttern, Figu- ren, und Kupferpressen u. d» m. rühmlich versehen. Riegep U c. Halle in Sachse». ?ohantt Christian Hendel, Universitats Buch- Vrucker in Halle, trat zu Aschersleben 1692. den 3. October ans Licht der Welt. Sein Herr Vater, war Christian Hendel, Stadt Chirurgus daselbst, welchen er gar bald durch den Tod einbüssen muste, darauf auch die Mutter gleichstes folgte, daß er also in dem ersten Jahre seiner Kindheit zum Vater-und Mutterlosen Waysen wurde. Bey solchem chw^rm und betrübten Verhangniß nahmen sich die nächsten Blutsfreunde seiner treulich an, gaben dieftmWay- sen den hochitnöthigen Unterhalt und erzogen derisel- ben bis ins rite Jahr. GOtt erweckte aber l'ernach eine grosse Wohlthai erin, nemlich die weyland Hoch- rvoh gebohrm 8rau von ö.egath, eine gottesfürch» endium Iuris eeclesi>stici, und andere mehr. Sein Jnsigne ist ein Garten mit Blumentöpfen und Aleen von Bäumen, darinnen ein Gärtner ein jun- ges Bäumgen pflantzet, mit der Uberfchrifft: in I'ioffnlmg Grünend. Johann Jlistinus Gebal»er, Uiuverfitats-Buch- drucker, von einigen Buchdruckern. 75 drucker, wurde den 19. May 1710. zu rValchers- haufen im Hennebergischen gebohren. Dessen Herr Water war Director des dasigen 8eldmessex-Col!e- Zu, wie auchTuch -und Naschmacher daselbst. Ob er sich gleich Anfangs dem Studiren widmen wollte; so verursachte doch der frühzeitige Tod seines Vaters, baß er solches fahren lassen,, und in seinem 1 z. Jahre in die Fremde, und zwar nach Jena zu seinem da- mal daselbst studirenden Bruder sich wenden muste. Im Anfang deö 1724. Jahres begab er sich zu^ran- ciscus Buchen / Buchhändler und Buchdruckern da-- selbst, bey welchem er Anfangs die Buchhandlung, uachhero aber auch die Buchdruckerkunst erlernet«, und 1730 bey selbigem'nuch das Postulat verschenckte. Um Michaelis 1732. wendete er sich nach Halle,wo- selbst ihm wenige Wochen nach seiner Ankunfft dfe Factorey in des seel. Herrn Stephan Orbans hin- terlassenen Buchdruckerey aufgetragen wurde, so er auch angenommen, und nachdem er solche beynahe ein Jahr verwaltet hatte, so kaufte er diese erst ge- dachte Buchdruckerey an sich , und hat solche mit vie« len Schafften vermehret; zu Anfang des 17U Iah' res verehlichte er sich mir Jungfer Maria Sophia^ Herrn Johann Adolph Bertrams, Apotheckers in Quedlinburg,hinterlassenen eintzigen Tochter/ mir welcher er 2. Söhne und eins Tochter genüget, da- von jedoch der älteste, Johann David, wieder ver- storben, und Johann E mmanuel noch am Leben ist. Nebst verschiedenen Böhmischen, Pohlnischen, Ostindischen, Wendischen und Ungarischen Schriff- ten, ist auch Johann Arnds wahres Christenthum, in Nußischer, und das Neue Testammt in Finnischer Sprache bey ihm aus der Presse gekommen. Weil D 4 er 5'5 ^Utyaefaßte Ncchricht, er übrigens ausser diesen wenige , darunter LaBantil opcra omnia c. n* Biinemanni in med. 8 Cafleüio- Xzs Colloquia 8 Ei. Annotationes Bibl. in med. 8. ch. n. Bünemanni zurechnen sind, vor andere zu t>ru#- cken gehabt, so hat er meisteutheils seinen eigenen Werlag verfertiget, und in selbigem sonderlich Lutheri Kirchen-und Hauß- Postill in ^ verbesserter heraus- geliefert, auch nachher sich entschlossen die sämmrli- chen Gchrifften des seel. Lutheri in 19. Quart Ban- den m einem viel verbesserten Stande unter der Di- rection des Herrn Johann Georg XValch«, der «Heil. Schrifft p. und i\ P. Ord. in Jena, wie auch Hochfürst!. Sachs. Eiftnachischen und Brandenburg!. Onoltzbach Kirchen-und Consistorial-Naths,ans Licht zu bringen, wovon Die bereits heraus gekommene Theile am besten zeugen können. Dessen Jnsignö belachet aus zwey Palm>>aumen, darzwischen in der der Mitte ein Tisch, auf welchem sich oie 20. Bände von L."cheri Schrissren nebst L.ucheri Wappen mit dem Creutze in der Rose zeiget, und zugleich dessen Wahlspruch: Der Christen ^ery aufRostn Geht, XVmtw mim n untern; Creuye steht, oben drüber sich befindet. . Vorn am Tische zeiget sich des Verlegers verzogenem Name , und auf den Seiten aussenhalb Mey L^rnu copiae, davon die aus dem einen herausfallende Sachen die Buchdruckerey, aus dem andern aber den Buchhandel anzeigen. Chrt'stt'anL.udrvig Sympher, Universitats-Buch- drucker in Halle, ist zu <£i$ki>:ti im Jahr 1697. den 17. April gebohren. Sein Herr Vaterwar Johann Sympher, gebürtig von Rottleben in Thüringen, bey weylano Zhro Hochgraffl. Gnaden zu Schwartz- bürg- vstt ewigen ZZuchdruckeM 57 bürg - Gödern Munökoch / nachhero Bürger un& Gastgeber in Eißleben, von dar sich derselbe nach Halle gewendet, woselbst er auch den 24. April 1731. in 72. Jahr seines Alters verstorben ist; Seine Mut- ter war Sara Magdalena, Herrn Daniel tNer- gme , vornehmen Bürgers und Gastgebers in Halle, nachgelassene Tochter Nachdem ihn nun seine El- Um zur Christenheit gebracht, und einige ZeitdarauK sich nach Halle gewendet, so haben sie ihm nicht aU lein in dem ersten Gründendes Christenthums sowohl, als auch im Lesen und Schreiben fleißig unterrichten lassen, sondern auch auf das berühmte Gymnasium selbiger Stadt zur fernern Grundlegung in denen Wis- senschafflen gethan; allwo er auch viel Gutes gefasset, welches ihm nachgehends sehr wchl zu statten gekom- men ist Und ob er wohl eine gute Neigung zum Stu- Viren bezeugte, so iahen doch seine Eltern lieber, daß er eine Kunst erlernen, und damit sein Brodk desto sicherer erwerben möchte, worinnen sie ihm auch eins freye Wahl liessen Er erwehlete sich also nach ei- genem Belieben die löbliche Buchdruckerkunst, zu wel- cher er jederzeit von Jugend auf eine grosse Lust be- zeuget: Und da sich seine Eltern, gewisser Umstände we- gen, um selbige Zeit zu XCittenb&Q austielten, so gieng er 17*0. bey Herrn Johann Gottfried Meyern in die Lehre, wie er denn auch sowohl im Setzen, als Drucken eine gute Geschicklichkeit bey demselben sich zu wege gebracht, und endlich nach zurück gelegte» Lehrjahren -715. die Freyheit in Cornutenstand zu tre- ten bekam. Nach dieser erhaltenen Freyheit blieb ex noch if. Jahr in Arbeit. Endlich wurde er schlüßig sein Glück in! der Fremde zu suchen, er reifere deswegen 17 j€, nach Jena, woselbst er über i.j Jahr D 5 hch yi R urygefasste Nachricht, bey Herrn Hellernlin Condition gestanden hat. Im Jahr i7iK. wurde er von dem ehemahligen Bürger- meister und Hof-Bnchdrucker, Herrn penzoldnach Hildbnrghausen verschrieben, allda er anch am an- dern Pfingst-Feyertage sein Postulat verfchencket hat. In eben gedachtem Jahrs umMichaelis reiseteer ftr- ner ab, besuchte nicht allein unterschiedene vornehme Städte, sondern hat auch unter denenselben manche Condition betreten; Im Jahr i$2i„ bekam er von seinen Eltern Nachricht, daß sich dieselben, wiederum nach Halle gewendet,deswegen gieng er zurück selbige zu besuchen, und kam daselbst um Michaelis an, da sie ihn nun in einigen Jahren nicht gesehen hatten, so verursachte ihnen dieses eine fonderbahre Freude, und ohngeachtet er willens war, sein Glück ferner in der Fremde zu suchen, so beredeten sie ihm vielmehr da-' zu, daß er seine bisherige Freyheit der Jugend mit dem vergnügten Bande eines glückseeligen Ehestandes ver- tauschen muste. Und das geschahe im folgenden 1722. Jahre im Febr. mit Jungfer Magdalenen Caeha- ritten, Meister Hans Caspar Rasters, weyland Bürgers und Schumachers in Glaucha vor Halle, jüngster Tochter, aus welcher Ehe zwey Söhne, die aber wieder gestorben, und drey Töchter gezeUget worden sind, davon noch zwey am Leben, nemlich Christl'na N^agdalena, und Dorothea Regina. Im Anfang des 17ZZ Jahres am 25. Mark, ward diese erstere Ehe durch Gottes Hand getrennet, wor- aus sich derselbe zu Ende des gedachten Jahres zum an- dern mal verehiichts mit Jungfer Johannen Go- phien, weyland Meister Rretschmars, Bürgers und Schneiders zu Halle, jüngster Tochter, welche aber in folgendem Jahre.1754. den 5. Ocrov. nebst einem von eitriges* Buchdruckettt. 55 jungen Söhnlein im Wochen-Bette verstarb. Im Jahr i?z6 am 5. Matt verheyrachete er sich zum dritten mal mit Jungfer VCictkn Magdalenett, Meister Christoph Bruders, Bürgers und Seilers auf dem Neumarckt, vor Halle, andern eheleiblichen Tochter, aus welcher Ehe eine Tochter: Nahmens Lacharina tNagdalena, vorhanden. Als im Jahr 1729 die Stelle eines Kirchhüters, oder tultodis secundi, an der dafigen Marien Kirche ledig wurde, * so ist ihm durch die Wahl eines wohl löblichen Kir« chen-Collegii dieselbe zugetheilet worden, bey welcher Kirchen-Bedienung er auch bey seinen Obern und Vorstehern sehr wohl gelitten ist Ob er nun gleich bey seiner Kirchen-Bedienung sowohl, als mit seinen tagli- chen Geschafften sehr überhauffet ist /so hat er doch die Liebe und Meynung zu seiner so werthgeschätzten Kunst nicht gantz bey Seite gelegt, sondern,"al6 sich im Jahr i7ZZ. Gelegenheit fand, daß sich ein Kunstverwand- ter, aus Berlin gebürtig, Namens Beurler, in Halle befand, welcher willenswar eine neue Druckerey an- zurichten, so that er ihm nicht allein allen möglichen «Vorschub, sondern er halffauch, daß vermöge eines allergnadigsten Königs. Privilegii dieselbezu Stande gebracht wurde. Nachdem nun dieses Werck von «rwehnten Beutler kurtze Zeit darauf gottloserweise verlassen wurde, so hat er solches von denen Credi- toribus 1736. wieder erstanden und führet es nun- mehro fort/ dabey er sich der HülffeHerrn Christmn Riemers, als Factor, bedienet. Unter seinen bis- herigen Verlags-Büchern, so er gedruckt, könnte nian unterschiedliche anmercken,wenn sie nicht schon ohnehin bekannt genug waren. Jetzo hat er das Leben des Königs Gustavi Adolphi in 8vo. mit Kupfern fertig %>am* es Rurygeftßte Nachricht, Hamburg. In dieser berühmten Hansee Stadt wurde die edle Buchbruckerkunft gar frühzeitig an-und aufgenom- wen. Herr Reffte berichtet p. 54. daß sich Johan» und Thomas ^Sorchard schon um da6Iahr i49i. daselbst befunden, und Landes b. Maria Virginis ge- drucket haben. Von einigen, die gegenwärtig daselbst leben, und diese Kunst treiben, kan ich folgende Nach- * richt beybringen: Rudolph Bemke, trat zu Vraunschweig den 19 Ilüii ans Licht der Welt. Weil er nun eins Neigung zur Buchdruckerey hatte; So begab er sich 170? in seiner Vaterstadt zu Johann Georg Zilll'gern in die Lehre, und wurde 1707. davon wieder loßgszehlet, woraufer in oben dem Jahre daselbst sein Postulat verschenckte. Won da hat er sich aufReisen be- geben, und ist 5724 von Leipzig auö nach Hamburg, als Factor, zu des sel Nicolas Gennagels Wittwe, verschrieben worden, da ihm denn das Glück so günstig war, daß er sich mit ermeldeten Wittwe jüngsten Ist. Tochter, Anna tNa^dalena, in eben dem Jahre ver- ehlichte, und zugleich die Buchdruckerey überkam, wo- rinnen er manches nützliches Buch gedruckt und zum Vorschein gebracht, worunter billig mit zu rechnen ist das von Titulo Herrn Prof. JVolffio auf bevorstehendes Suchdrucker Jubiläum zu Ehren ver- fertigte lateinische Werck, unter Herrn Christmn He- rolds Verlag. In ermeldeter Ehe hat er nicht länger mit seiner Ehegattin gelsbet, denn ein Jahr und einige Wochen, und mit ihr einen Sohn erzeuget: Nahmens, Lrdinann Christoph, so bereits bey ihm die Kunst Angetreten, selbige zu erlernen. Im Jahr 1726. den z. Nov. schritte er zur andern Ehe mit Anna Marga- VStt einigen Buchdtuckettt.' . 6t Letha,einer gebohrnen Röstern, mit welcher er z.Söh- ne und drey Töchter erzeuget/ als 1727. den 21. Nov. einen Sohn Johann Heinrich, 1728.de» 26. April einen Sohn Rudolph, der 1731. den Jan. wieder gestorben, eine TochterMarNarecha Elisabeth 173 z, den 12. Jan. eine Tochter Anna Maria 1735. 2. Jan. einen Sohn Rudolph und ,73s den 7. May eine Tochtsr Johanna Dorochea^so alle noch am Le- den sind. Johann Anton Hiltemann, wurde gehobren An. 2696. den 24. Junii in der Kayserlichen freyen Reichs- StadtSremenund tratAn. 1710. beydemsel.Herm. Vrauer, des hochlöblichen (Z^mnglli Buchdruckern daselbst, in die Lehre, da er denn An.-715. im May wieder davon loßgezehlet wurde, und kurtz darauf po- siuliret hat. Nach verschiedenen Reisen ist er 1727. den 29-Sept.zum zweyten mal nach Hamburg gekommen, woselbst er2.Jahre bey dem Herrn Piscator conditio- mret hat. Im Jahr 1729. den 29. Sept. trat er in die Stelle eines Factors bey der Wittwe Frau Gauern, woraufer 1730. den 8.May mit Sujänna, verwittwe- tenSauern,in Ehestand trat,in welcherEhe sie mit ihm 4. Kinder erzeuget hat: Als z. Söhne und eine Toch- ter,nemlich:Joh. Heinrich 17z 1« den 27. Julii, der ?735. den i9.Sept.wiedergestorb.2) Hermann, geb. -733. den 8.Febr. so nur 15. Wochen und 2. Tage geie- bet,3) Hermann geb.i734- den 26.May, so annoch am Leben. 4) Anna Mar. geb. 1737. den 2, Julii, starb I739.den 25. Apr. Won ihrer beyden ersteren Ehen sind annoch am Leben 2. Söhne und eine Tochter» Von der erstern Ehe Thomas von VQietin$, gebohrsn 1715. den2O. Mertz, welcher die Druckerey erlernet hat und sich in der fremde befindet. Von der zwsykenEhe Aneon Philipp/ gebohren 1719, Act.hat gleichfalls 62 Rurygefasite Nachricht, die Druckerey erlernet und stehet bey ihm in Condition; jLlljavech Esther, gebohren 1725. den 28. Julii. pdillpp L.udwlg Srromer erblickte das Licht der Welt 1668. den 10. Decenter in Franckfurch am Mayn: Die Liebe und Hochachtung zur Drucke- rey trieb ihn an, daß er sich 1686. zu Herrn MüUertt in Giessen in die Lehre begab, welche Zeit er auch ehrlich ausgehalten, und 1692. wieder befreyet wurde, wo- rauf er in eben demselben Jahre bey Herrn Chritioph VQaft in Frf, am Maym daselbst sein Postulat ver- schenckte. Im Jahr 170z. legte er sich eine n^eue Druckerey an, welche er bis dato noch führet. Heinrich Christian Hülle, ist 1685. den25.Nov. in £imeb. gebohren^ Seine Neigung trieb ihn an, daß er sich 1706 zur Druckerey begab, und solche allda bey dem Herrn von Gcern erlerntte; Im Jahr ,705. wurde er freygesprochen, woselbst er sein Postulat noch in eben dem Jahre bey ihm verschenckte; das Glück fügte es, daßersich i728. den n. Febr. in den Heil. Ehestand begab, mit Saria XYiavia, verwittweten Dreyerin in Altona, als Königliche Dannemarcki- scher privilegivter Buchdrucker, mit welcher er bis dato noch lebet. Doch ohne Leibes Erben. Helmstädt. Paul Dietrich Schnorr, Academischer Buchdru- cker, wurde 1692. in Febr. daselbst an diese Welt ge- bohren, und nach vollendsten Jahren seiner Jugend, gieng er in die Fremde und übernahin hernachi?2z. in Octobr. seiner Eltern neu angelegte Buchdruckern), in welcher viele schöne Opera gedruckt sind.* Sein Herr * Herman von der -Hardt Concilium Constantiense kok. IV. Tom. 1690. Phil. Iac. Speners lautere Milch deS Evangelii, sei. 1719. Sstrfries Arnolss Abbildung der vott « WM ZZuchdtückern. 6z Herr Vater war Galomon Schnorr, welcher An. /615. in Martio zu Halle in,Sachsen, die Mutter Ursula Maria Henschlern, so 1655 in Julio in Helmstadt, vas Acht dieser Welt erblicket, nach- gehends aber beyde, der Vater 1725 in Octobr. und die Mutter 1730. in Novembr. zu ihren Vätern versammlet wurden; Woranfdmn^obgedachter Sohn im Octobr. 172 z.von einer hochl. Universität daselbst als privilegirter Umversitats- Buchdrucker vorgestellet, und von Jhro Königl.Großbriranischen Majestät, und Herkogl Durchl. zu Braunschweig Lüneburg aller- gnädigst bestätiget wurde,dahero er auch, zum Zeichen der Danckbarreit, seine Officin nicht allein mit den nö- thigsten Orientalischen, sondern auch mit den allerneue- sten Lettern zu vermehren bemühet war, um der hoch, löblichen Julius Universität, und der übrigen gelehrten Welt nach Vermögen zu dienen können, wovon seine bißhero gedruckten Schafften mit mehrern ein Zeugniß geben können.** Auf seinem eigenen Verlag führet er seinen verzogenen Namen. Er verheyrathete sich 1727. in May mit Johann Gottfried Ric^arts, weyl. ge- wefenen Bürgers und Selfensieders allda, ältesten Jfr. Maria Llisab. mit welcher er Tochter auch den See- ___ gen ersten wahren Christen sol. 171z Ioh.Aabricii Histor. bibl, VI. Vol. 4to. 1724. A. Leyleri Meditaciones ad Pandectas IV. Vol.4to. 1725. & reliq, ** Job. Paul Krejsii Spccimen iurisciviiis, g. 1725, TiUotsons Predigten, 8. >728- Rerarius de anima brutorum, g. 3729. I. § Noitenii Lexicon Antibarbarum, 17 jo. ■4> von Harvt. Chaldaische Srammatica, 8.17??. J. L Moshetuii UifiC ad sanctiores Disciplinas pertinentiurn Syntafina, 4to. 1733. dessen SitlewLehce der Heil. Schriffti. und 2. Theil. 4tv. 1738, Ej. Instif. M Lccl. 410. »739. Li. M> Lttl. i.und 2. Theil, 8?», 174s, H Rurtzgefaßte ZTlachtiche, gen von beyderley Geschlecht erhalten hat/ und, so lan- Ke eö GOtt gefalt, noch dieses Elend bauet. Johann Drimborn, Buchdrucker in Helmstadt, erblickte das Licht der Welt, in der Kayserlichen freyen Reichs-Stadt Cölln am Rhein 1700. den 13. Mertz. Sein Herr Vater Caspar Drimborn/ welcher an ietzt gemeldeten Orte 1665. den 12. Sept. geboyven, und daselbst seine eigene Buchdruckerey hat. Seine Mut- ter, tNargae^ cha Drimborn, eine gebohrne Brochs, ist inobgedachter Stavt 1669. deni5ten Aug.gedoh- ren. Im dritten Jahr seines Alters starb dessen Frau Mutter, worauf sich sein Vater mit Ist. Anna Maria Reinarts wieder verheyrathet. In seiner Jugend bemühete sich dessen Herr Vater eifrig ihm zum Studieren anmhalten, da er aber jederzeit eine grosse Begierde zur Buchdruckerkunst bey ihm vermer- rket, so ließ er ihn in den schönen Wissenschafften wohl unterrichtend nahm ihn nachhero 1710 zu sich in die Lehre. Im Jahr 1714. trat er seine Reise in fremde Lander an, da er denn durch Teutschland viele vor- nehme Städte in Augenschein genommen, und zu Jtt- stein in der Wetterau durch besondere Unterrichtung die Morgenländischen Sprachen erlernet hat. Im Jahr 1720. führte ihn GOttes Hand nach Helmstadt, woselbst er bey dem sel. Herrn Johann Stephan .Hessen in Condition trat, und bey demselben folgen- des Jahres im April sein sogenanntes Postulat ver- schenckte Im Jahr 1722. den 4. May verheyrathete er sich mit Ist. Clara Runigunda prallin, des sel. Herrn Conrad prallen«, Advocati Ordinarii und Brauers allda nachgelassenen Tochter,welche ihm aber GOtt 1733 den 6. August, ohne Kinder von seiner SÄte wiedernahm. Kurtz zuvor in eben diesem Jahr, nem- VSt» einigen ^Zuchdruckettt. 65 nsmlich den 10. Junii erkauffte er die unter dem Schutz dasiqer hochlöbl. Acad. stehende HammischsBuchdru- ckerey, welche ehedem in grossenRuhm gewesen ist. Al- lein nach genaueren Durchsehen befand er selbige sehr schlecht; Hieraufbeso gte er sogleich sie wiederum in gu» ten Rufzu bringen,um sowohldasiger hochlöbl Univer- sität, als auch der gelehrten Welt, mir Nutzen zu die» nen Er ließ also alle gangbare Schafften, klein Öd groß,umgiessen, worunter zweyerley Griechisch mit be- griffen, das Arabische und Syrische aber befand er in einem recht vollkommnen Stande. Diese verteuerte Buchvruckerey verwaltete er von 1733. biß zu Ende des 1737. Jahres alsWirtwer und Hr D»s folgenden Jahres den 20. Jan. verehlichte er sich zum andern mal mit Frauen Margarecha Johanna Casparw, einer gebohrnen Rrollen, des sel Herrn Heinrich An- dreas Cafpari, gewesenen Bürgers und Buchdruckers daselbst, nachgelassener Wittwe; Noch vorher» wandte er sich, nach gepflogener reifflichen Überlegung, den i z. J«L als den 6, Sonntag nach Trinitatis des ietztgedachten Jahres, von der Römisch Catholischen zu der wahren Evangelischen Apojwlischen Religion. Aus seinen gedruckten Schafften kan man leichtlich von semer Geschicklichkelt urtheilen. * E MichM * Er hat nemiich gedruckt: ?yh. Gottfc. Lackemackerj Antiquir. lZreecorum Sacr. g. Johann Loreny Moß/- heim» Sitteolehre ersten Theii zweyte Auflage, 4t».' M. Georg Lhristian Bohnsti'Vts Analetta Grammes, Hebt. 8 thrist. Breithauptii Artern deeiferatoriam, 410. von der -^arvk breviaarquelolida Heb.r. ling. fund, edit, sexta, 8. GecvS Theile der Helmstadischcn Nebeustun» den 8. v. ISrancisci Carol. Csnrad Parcrga V. lib. 8. I»httnn. Gottfr. von Hackemgnn Sekctiora jviris es- 66 RurrMfaßce Nachricht. Michael Günrher L.euckardt, Raths-Buchom- cker in Helmstavt, wurde 1710. in Mskiat Sept. in Stollberg am Hartzgebohren ; der Vater war Herr Gottfried LhcijkophÄ.euckardt/ ausFranckenhau- sen in Thüringen gebürtig, hochgräfl. StoUbergischer Amtmann zu Stollberg und Hayn. Die Frau Mutter Clara Johanna L.euckartin ? aus der bekannten Familie derer RdrhmKl ler/ deren leiblicher Herr Bruder, der annoch lebende Hochfürstliche An- halt. Barenburgische Staats und Geheimer Rath vonRorhmahler ist; Ob ihn nun gleich seine Eltern denen Studien gewidmet hatten ; so dachte doch der All- machtige gar anders; Denn in gar frühen Jahren rüste derselbe seine beyden Eltern aus der Zeit in die Ewig- keit, und machte denselben mbst seinen Geschwistern zu einen Vater und Mutterlosen Waysen. Er mufte dahero die Schule daselbsten verlassen/ und sich nach etwas andern umsehen; Er erwehlte also die Buch- druckerkunst, und nachdem er seine Lehrjahre bey Herrn Johann Christoph Ehrhardcen daselbst aus gestanden hatte, so verschenckte er 1725. im Monat Junii in Erfurth, bey Herrn Georg Andreas VßuU Um, sein so genantes Postulat. Da er nachhero noch an einigen Orten conditioniret, so führte ihn der Himmel 1736. im Monat September,als Factor,nach Helmstädt, in die Äuchholyische Buchdruckerey, und da er dieselbe drey Jahr, als Factor, gefükret, so übernahm er sie ,739. im Monat Novemb^Er verhey- rathete sich i7Z7.imMonatMertz mittNarienSophi- m Julianen Buchholyin, Herrn SebastianÄuch- Holyens pita, za&hoäo demonftrativa pertractata, WvMlnen mit dem ebirten Tractat de anripelargia der Anfang ges macht, und in andern Stocken damit fvltgefahren wird. von einigen Buchdruckern. 67 Holyens, gewesenen Bürgers und Buchdrucker- hecrns vaselvst, nachgelassenen Jüngsten Tochter, in welcher Ehe ihm eine Tochter gebohren worden. Be- sondere Wercke hat er noch nicht gedruckt, sondern er erwartet solche noch, als ein junger Anfänger, von i der Liebesvollen Hand GOttes, und denenjenigen II Hertzen, welche er ihm zu feinen Gönnern und Freun- Ekn machen wird. Sein rvahlspruch ist: Vnica spes mea efl Christus D. i. Mein L.ebenszrveck ist Christus nur allein. [1 Ihm sott mein Thun auch stets ergeben seyn. Jena In dem ersten Theil meiner Buchdruckerkunst habe ich p. so. so wohl von den ersten, als allen übrigen Buch- r. druckerherren, wie sie sich nacheinander zu Jena nieder- gelassen haben, Nachsicht ertheilet. Hier will ich einige Jnsignien von ihnen beschreiben, und alsdenn von den neuern etwas sagen Donar Riyenhan führte einen Hahn, womit er aufseinen Namen gezielet hat. Sie- he Tab. IX. Tobias Gteinmann bediente sich eines viereckigten Steines, welchen ein geharnischter Mann halt. Auf dem Stein stehen die Worte: Lapis testimonii loC. XIV. Ausen herum; Fidmtem nescit deferuisse Deuii > T. 8. T. j. e. Tobias Steinmann Typographus. Unten stehet in einem kleinen Schild das Handelszei- chen. Siehe Tab. IX. Johann rveidner und Johann ZZeutmann führten in einem ovalrunden Schild den Vogel Greif mit emer Krone, welcher in einer Klaue drey Blumen, in der andern aber einen Schild halt, wormnen die An- E 2 fangS 68 ^vurygefaßte Nachricht. fangsbuchstaben vou ihren Namen zu sehen ; Aufm he- rum liefet man: GratiaDominisiiQicit midi. Siehe Tab. IX. Von den neuern weiß ich folgende Nachrich-- ten: Johann Bernhard Heller, Not. PuW.C.aeC. jiir. & ordinis typographorum lenens! p. t. Senior jyerD ßebohren zu Rödichen, unter dem Amte Reichards- drunn im Fürstenchmn Gotha gelegen, den 24. Febr. 1680. Er kam in die Lehre zu Erlernung der Buch- druckerkunst zu Herrn Christoph krebsen, C. A. und Buchdruckerherrn zu Jena 1698. wurde auch von jelbigem 1702. Kunst gewöhnlicher inasser, ioßgezehler, und von dasiger Buchdruckerge eilschafft den 7. Maji in eben diesem Jahre unter dem Vorsitz Herrn Ioh. David Vl?örchers seines Postulat; gewahret, dav ist^ in den Gesellenstand aufgenomen. Im Jahr 1715. den 20. Ottobr nahm ihn nur besagte löbliche Buch» druckergesellschafft zu einen Buchdruckerherrn an. Nachdem er vorhero in eben demselben Jahre den 16. August des Herrn j^ann Zöllners, ältesten Guchdruckerherrns, Offiein und also eine alt privile» - Me Buchdruckereyerkaufft, ingleichen gewöhnlicher niassen seine Jntroituö Gelder erleget hatte. Er ver- heyrathtte sich noch in diesem 1715. Jahre den 24. Nov. an nur gedachten Herrn GoilnerS älteste Jfr. Tochter Anne« Margarethen. In seinem 1 z. und ^jahrigm Gesellenstande hat er aus besonderer Hsch- achtung gegen die löbliche Buchdrucker Societät, und Beobachtung derer löbl Gebrauche ausserJena annoch zu Leipzig, Wittenberg, Halle, Berlin, Condition ge- suchet, und auch bey verschiedenen braven Herren, da- von keiner mehr, als Herr Henckel in Hatte, noch am E % Leben, von efm'gert NuchdrucRsM. 69 Leben, willig gesunden. Währender dieser Zeit ist er auch Zuin andernmalnach Berlin in die Königl. Preusische privilcgirte Gchiechtlgerlsche Buchdruckerey, als Fattor,verschrieben, hernach aber 1 ? 10. in die Hifiu* fische Ofticin zu Jena in eben dergleichenBerwaltung, und also dazumahl zu erst an den' geftllschafftlichm Herrentisch daselbst auf zwey und ein halb Jahr gezo- gen worden, nachdem er vorher» den 2, Oct. 170,. auf der Universität ¥Cinmbet% nach ausgestandenen Eramine als ein Not. Bubi, Cafi erkläret worden. Übrigens hat er auf seinen andern Reisen die berühmten) Buchdruckereyen in Coburg, Saalfeld, Rildelstadt, Weyniar, Erfurth, Arnstadt, Eisenach, Schleusin- gen, Naumburg, Weissenfeltz, Schlaitz, *c, und andere mehr, besehen, auch in etlichen davon in Conditi« on gestanden. Ehe er aber noch würcklich in den Buch- druckerherren Standt getreten, so hat er die Nifiu- fische Buchdruckerey in Pacht übernommen, damit er alle Stuffen, so bey der Buchdruckerey nur möglich sind/ betreten mögte. Hiedurchist es also geschehen, daß er in Jena einen vierfachenJntroitum,nemlich den Gesellen -1702. Factor- 1710. Pachter-1713. und Herrn-Jntroitum 1715- schuldig und gewöhnlicher massen niedergeleget hat. Endlich ist noch anzumer- cken, daßerseit 1717. von einer löblichen Buchdrucker- Societat in Jena zu dero gesellschafftlichen Concipien- ten bestandig, auch biß daher mehr denn 4. mal zu ih- ren Societat und Fisci Borsteher mit allgemeiner Übereinstimmung erwählet worden sey. Christoph David rvercher, Fürst!. Sachsischer Privil. Buchdrucker zu Jena, ist daselbst l685.de» 2. Junii gebohren. Er trat 1699. die Lehre an, und po- stulirte bey ftmem Herrn Vater Johan» David E 3 VQei* 7«_Rurygefaßte Nachricht, eher den 2. Julii 1704. Hierauf begabter sich 1705. auf die Reise, und nachdem er ansehnliche Oerter gese- hen, auch unterschiedliche Eonditioncs gehabt, so kam selbiger 1710. wieder nach Hause. Nachdem er 1717. von seinem Herrn Vater die Buchdruckerey übernom- men und darauf bey einer löblichen Jenaischen Buch- druckergesellschafft, als Herr, eingeführet worden: So erhielt er 173 r nach seines Vaters sel. Tode von Jhro hochfürstliche Durchlaucht zu Sachsen Ei- senach, als gnädigsten regirenden Landes-Fürsten, das Privilegium, als würcklicher privil. Buchdrucker, welche Gnade seine Voreltern eine lange Zeit besessen haben In den Ehestand hat er sich den 17. Januarii 1717. begeben, in welchem er bishjeher noch lebet. Peter Fickelscheer wurde im Jahr 1686. den 26. October zu Zorbau,im Chursachsischen bey vOeisien- fels, gebohren, im Jahr 1701. zu Herrn Jacob Rü> ckelhahn, Fürstlich - Sachfischen Hof-Buchdrucker in EistttberI, in die Lehre gethan und im Jahr 1705. den 20. Oct loßgesprochen, worauf er den 26. dieses Monaths eben allda sein Postulat ve^schenckte. Wel- ches hernach, wegen eines untüchtigen Gesellens, "der demselben beygewohnet, im Jahr 1706. bey einer lob- lichen Gesellschaffr in Jena wieder erneuert werden mu- fa- Im Jahr 1709. und zwar im Monat Mertz er- kauffte er in Erfurth von Herrn Georg Heinrich tNüllee» eine Buchdruckerey, und führte solche da- selbst 3.1;. Jahr, woraufer im Jahr 17^2. im Monat Junio von Jhro Hochfürstliche Durchl. Herrn Her- tzog Johann XVillhelm in Eisenach ein gnadigstes Prwileoium erhielt, mit seiner Buchdruckerey nach Jena zu ziehen, in Ansehung, daß nicht allein selbige ehemals schon da gestanden und geführet worden^ von einigen 25ad)bmdet ji sondern weil er auch ein Wohnhauß allDa hatte. Im Jahr l724.ini Monat December wurde er von Jhrc> Hochfürstliche Durchlaucht mir einem Decret als Hof- buchvrucker begnavigeywelches hernach im Jahr 1730. den 2l Octobr. von dem i?tzt regierenden Durch!. Fürsten und Herrn Herrn XOiütydm Heinrich gnä- digst bestätiget wurde.' Christian $tancifcm Buch, Bachhandler und Buchvrucker am Waysenhause, ist gebohren 168 z im Monat Decembr Die Lehre trat er 1700 in Jena bey Herrn Christoph Rrebs an, hernach den Gesel- lenst 680. den?. Nov. zu Sundhttustn, einem Dorffe, so eine halbe Stunde von Gotha liegt, und unter das Amt Hennel?erg gehört; Sein Herr Vater war Nicolaus Sch-ll, Huff-und Waffen- schmied daftlbst, wie auch Oderaltester des Hand- wercks der Schmiede im gedachten Amte, die Frau Äwtter aber Lacharina QZUfabub, eine gebohrne Catterfetdin. Von diese»ftinen Eltern ist erChristl. er- zogen, und in die Schule desselben Orts geschickt, end- lich aber ,697. dem hochfürstlichen Hofbuchdrucker, Herrn ChristopK Reyhern in Gotha, zu Erlernung der Buchdruckerkunst übergeben worden; Nach über- standenen Lehrjahren ist er 1701. loßgesprochen worden. Nachdem er 1702 den 4 Febr zu Gotha or- dentlich poftuliret hatte,so gieng er 170z. in der Neu- zahrömesse nach Leipzig, von dar nach Dreßden zu Is- hann ' von einigen 25üd)bwdettf 73 hannRiedeln, König!, und Churfürst!. Sächsischen Hof-Buchdrucker, in Condition, alsvenn 1707- am Neuenjahr nach Äüdißin in Gonfr. Gorclob Rich- ters, 1718 an Michaelis nach tauban in Herrn Iobann Christian Gerömels Druckerey, welche jetztere er 1710. vomgedachtenHerrn Gtrömeln,ietzo Buchdruckern in Zittau, crkaufft, und am i. Junii üdertiommen hat. Im Zahr 1712. den 7. Nov. trat er in dcn ehelichen Stand mit damals Jungfer Ma- tia Rosina, Herrn Friedrich Themichs, Ober- ältesten des Schmiedehandwercks allda, ältesten Tock- ter, wir welcher er 5. Kinder, nemlich i.Sohn.wei- cher in der Kindheit verstorben, und 4- Töchter, gezeuget hat, wovon die erste an Herrn Simsmund Eh- renftied Richtern, Buchdruckern in Görlitz verhey- rathet ist. Er kauffte ferner 1716. zu Freysiadt in Schlesien von Herrn Georg Heinrich Adolph- noch eine Druckerey, welcher er anfänglich seinen Bruder Johann Andreas Schillen, nunmehro Buchdru» ckern zu Arnftadt, als Factor, vorsetzte, solche aber 1719. nach Sorau legte, und hernach seinem Schwager, Johann Gottlieb Rochen, überließ, der als- Reichögräfflicher Promnitzischer Hof - Buchdrucker selbige noch jetzo allda führet. Unter denen Schriff- ten, so oben ermeldter Herr Schi'll theils vor sich, theils vor andere gedruckt hat, sind David Schwei- niy Todes - Gedancken in 8vo. Michael rviede- manns Hauß-Schule, 8vo. M. Schrvedieto ewige Ruhe über die Evangelia 4to. mgieichen Geheimnisse des Glaubens 4to. Gorclieb Rranyii Historia Et> ciefiastica 4to. it. Compend. Hist. Ecci.und viele andere mehr, welche man hier mit Stillschweigen u- hergehet. E 5 Z.ÜNS- 74 Rurygefasite Nachricht, ^üneburg. Cornelius. Iohutttt von Gtextt, trat! 67 5. daselbst ans Acht der Welt; Nebst den Studien hat er sich auch der Buchdruckerkunst in seines He> rn Vaters, Johann Grerns/Officin beflissen , und nachdem er solche gebührend vollbracht; So hat man ihn nach Wolffenbüttel in dasige Schule gesandt, worauf er nach einigen Jahren die Universität Hatte und Helm- stäoe zu Fortsetzung feiner Studien besucht hat; End- lich ist er nach abgelegten ferneren Reisen, im An- fange des jetzigen Jahrhunderts wieder nach Hause gekvmmm, und hat sowohl bey seines Herrn Baters Leben, als auch nach seinem 1712. erfolgten seeligen Absterbender Buchvruckerey vorgestanden, und solche bis hieher fortgesetzet, inzwischen aber auch die Ehre gehabt zu öffentlichen Ehrenämtern gezogen zu wer- den , da er denn bis jetzo als ein Mitglied eines Hoch- edlen Raths das Amt eines Senatoris & Pmoris rühmlich verwaltet. Aus seiner Ehe hat er 7. Kin- der am Leben, darunter z Söhne, welche er zum Studiren erziehen laßt, darneben aber, wo es Got- tes Wille ist, vielleicht alle drey in Gesellschaft die Buchvruckerey fortfetzen möchten. Die Bücher,wel- che aus seiner Z)ruckerey zum Vorschein gekommen, beweisen gar deutlich, daß er seine Kunst wohl ver- stehe. Und dieser Ruhm ist der Sternischen Dru- ckerey (*) Von seinen vielen gedruckten Büchern will ich der Kürtze wegen nur einige anführen. Als z.E Iohann Acnvts Schriften in Fol. 8-und »s. Gsiandera Bi- bei in Fol. Die kuneburgifche Bibel in Fol. 8, und 12. mit und vhne Kupfern. S-ohmeyers Europaische Königliche Hauser Gen,alog. Fol. Mollers Pvstive in 4to. Schmwts Echr'fttn, und viele gndere mehr. X von eim'gen Buchdruckers. 75 ckerey schon von sehr vielen Jahren her eigen. Die beyden Brüder Johann und Heinxtch Sterne, nebst dessen Herrn Vater Johann Geexn, haben eben da- selbst diese Kunst mit Ruhm getrieben, und sich bey jedermann damit beliebt und angenehm gemacht. Und wer weiß nicht, daß dieses Geschlecht schon seit hun- dert Jahren unter der glorwürdigsten Regierung des Kaysers ^erdmandus III. in den Adelstand erhoben^ und mit solgenden Wappen, auf sie, und ihre Nach-- kommen begnadiget worden sey? In dem Schild ste- het der halbe Mond und auf drey Pyrannven drey Sterne; Auf dem gekrönten offenen Helm halt eine Hand zwischen zwey Flügeln ebenfalls einen Stern.^ Unten drunter ließt man hier Tab. XI. Cornelius Johann von Stern» Endlich muß ich noch anmercken / daß in Lüneburg. bereits 1493. die edle Buchdruckerkunst Sitz genommen habe. Der Buch- drucker, so uin diese Zeit daselbst gelebet, hieß Ao- hannes L.uce. Siehe fUfjern p. 5$. N^agdeburg. Allhier hat may schon 1491. gedrucket, wie Herr L.eflev p. 59. aus einem daselbst gedruckten Buch darthut. Um das Jahr 1521. lebte daselbst Mar- chias Gl'stcke, welcher in seinem Jnsigne eine G«Z- gend führet, worauf man von weiten einige Thmne auf> hohen Felsen erblicket; Unten sitzet Christus und übergiebet einem Engel ein versiegeltes Buch; Aussen herum stehen die Worte : Verbum Domini niattetirz ceternum*.. Matthäus Gtfeke, Siehe Tab. XII». Chrisü'anL.et?erecht Faber, der altere, tratin dee Chur-Sachsischm Stadt Radeberg , ohnweit Dreß-- yenj, fä_ Rutyyefasi te Nta chrlcbt, den, >68z. den i8- Jan. ans Licht der Weit. Sein -Herr Vater war Gabriel Sahet, wohl verdienter Prediger und Minist.Senior in ermeldter Stadt Ra« deberg, und Pastor in Den Filml Schönborn, die Mutter Frau Augusia Cacharina, eine gebohrne L.ohmanm'n, Herrn M, Andreas L.ohmanns,Pa- Iloriö in Apsllmsdorfund Srrachau, bey XCittm» berg, ältesten Jungfer Tochter. Er ist nicht nur in die Stadt-Schule allda geschickt, sondern auch von seinem seel. Herrn Vater selbst unterrichtet worden, und war anfangs dem Studio Theologico gewidmet; Weil aber dessen alterer Bruder allbereit den Anfang du;u gemacht, solches auch nachhero auf der Univer- sitüt Leipzig fortgesetzet, und sich vie benothigtenMit- tel dazu nicht finden wolten; So wurde beschlossen, daß er die Buchdruckerkunst lernen jollte, damit er dasjeüige, was er in der^Lateinischen, Griechisch-und Hebräischen Sprache einigermassen erlernet, bey die- ser Kunst nutzen könnte, wie es denn auch würcklich ziemlichen Nutzen geschaffet/ daß er nicht allein in ei- zeigen Eonditionen das Amt eines Correctoris mit ü- vernommen, sondern auch in seiner eigenen Buchdru- .«kerey das meiste, was darinnen gedruckt worden, cor- riget, und allen möglichen Fleiß angewendet hat. Er trat also '697. bey Herrn Johann Friedrich Schrö- teln in Dreßden in die Lehre, und wurde 1701. wie- dcmm frey gesprochen. In wenig Wochen hernach Hat er in Gegenwart der gantzen Gesellschafft zu Dreß- den bey ermeldeten seinem Lehrherrn postuliret, und ist nachher in pkna, Zreybeeg Chemniy, Schien? |nigen, Halle und L.el'p)lg in Condition gestanden, wobey ihm auch etlichemal die Stelle als Factor auf- gVtragen worden ist, weiter ab?r niemals eine Be- vsn elm'gett Buchdrucker».' 7-7 Uebung dazu bezeuget, so hat er solches abgeschlages. Im Zahr 1709. hat er von Sr König!. Majchat in Preussen ein ailergnavigstes Privilegium aufVieNeu- stavt Magdeburg erhalten, worauf er auch 171a. zu Ostern den Anfang zu drucken gemacht hat In» Jahr 1722- haben Jhro jetztregierende Königliche Ma- jestat in Preussen erst gedachtes Privilegium auf ih» und seine Erben allergnadigst dahin erweitert, das? er in der Altstadt Magdeburg am Neuen Marckte wohnen, und in seiner Druckerey Bücher in ailen Fa- cultaten und Sprachen drucken, verlegen, auch mie roh und gebunden Büchern handeln möge. Und weil niemals in der Neustadt Magdeburg eine Vuchdru- ckercy gewesen, so hat er damals solche gantz neu an- geleget. Im Jahr 1713 den iz.May verheyrathetö er sich mit Jungfer Anna Catharina Standin, mir welcher er in einer geseegneten Ehe bis 1734. geiebct hat, da sie den 14. Novemb. verstorben ist, und einen Sohn und drey Töchter hinterlassen hat. Im Jahr 1735. den 10. Nov. verheyrathete er sich zum andern» mal mit Jungfer Anna Elisabech Rrebsin,von welcher eine Tochter am Leben ist. Der einige Sohn, von erster Ehe, gebrecht Gotchsld 8aber,hat bey^ ihm die Kunst erlernet und hernach postuliret. Gegen» wartig befindet er sich bey Herrn Gebauern, Uni« versitäts-Buchdruckern in Halle. Die Wercke, so> innerbalb 30. Jahren aus feiner Presse gekommen, legen alle ein gutes Zeugniß von seiner Geschick'ichkcit und Fleiß ab, als da ist ins besondere des seel.Gcr:- veiQ Seelenschatz, tot Eiusd. Krafft und Safft Kern und Stern, 4to. Eiusd. GOtt wohlgefällig-: Haußhaltung und andere dieses theuren Theolog: Schrifften; Ferner: des seel, Probsts fLAtföm fast M 7? Rurygefaßte ZTlschricht, alle ans Licht getretene Theologische Schrifften/und Wercke. Ausser diesen und andern Büchern hat er 1727. des seel. Johann 2lrnd« sechs Bücher vom wahren Christenthum/ und desien Paradiesgärtlein, nebst der Augspurgischen Confeßion für die Magde- burgische Lotterie, nachmals aber 1738. solches herrliche Buch auf seinen Verlag wiederum gedruckt. Was Glücks-und Unglücksfälle betrift, so hat ihn der gnadige und treue GOtt nicht allein in seiner fugend recht väterlich geleitet und geführet, sondern ihn fürnemlich von der Zeit an, da er eine eigene Hauß- Haltung angefangen, viele Wohlthaten gütigst er- zeiget. Gleich bey dem Anfang seiner Buchd?u- ckerey hat er sich, um eines guten Gewissens willen vorgenommen, nichts zu drucken und zu verfertigen, was wider Gottes Ehre und Nahmen, und seinem Nächsten ärgerlich und anstößig seyn möchte, welches er auch bis anhero treulich gehalten, ob ihm gleich deswegen bisweilen leiblicher Schade und Verdruß begegnet, welches er jedoch nicht geachtet hat. Was ihm GOtt für besonders Barmhertzigkeit, sowohl an seinem Leibe, alsZ auch an seinem Vermögen erwiesem, davon könnte gar vieles gemeldet werden, indem er ihn nicht nur einige mal aus schweren Kranckheiten errettet, da alle Menschen an seiner Genesung ver- zweifelt, sondern auch zu dreyen malen in der Flamme des Feuers erhalten hat, in welchen er seine Buch- druckerey, Hauß und gantzes Vermögen augenschein- lich hätte verlieren können. Sein^Jnsigne ist ein or- dmkliches Wappen, in dessen Felde ein Mann stehet, welcher auf einem vor sich stehenden Ambos schlägst, und oben auf den offenen Helm die Taube Noä mit einem Oelbladt. Dessen Wahlspruch den er sich er- von einigelt Kuchdruckern. 79 wählet, ist aus Phil, i, v 2«. genommen: Christus ifi mein sieben, und Sterben ist mein Gervinn. Siehe Tab. XII. Gabriel Gotchilss 8aber, der jüngere, Buch- drucker zu Magdeburg, ein leidlicher Bruder von erst ermeldeten) wurde in der Chur - Sächsischen IStadt Radcberg, ohnweit Dreßden 1697. den 30. August, gebohren. Der Herr Vater ist gewesen Gabriel 8aber Diac^ der Stadt Kirchen daselbst und Pastor detf Filials zu Gchönborn; die Frau Mut- ter seel. war Frau Zlugusta «Lacharina, gebohrne 5.ohmannin, des seel Herrn M Andreas L.oh- manne, Pastor in Apollensdorffalteste Jungfer Toch- ter. Ermeldter 8«ber hat anfänglich das dasige Stadt-Gymnasium besuchet. Hierauf trat er 17-2. im Monat May bey »)errn Christian gebrecht Fa- ' bern, Senior, als dessen Bruder, in der Neustadt Magdeburg, in die Lehre, und wurde 1716. im Nov. davon wieder befreyet, worauf er 1717 im Januar, allda sein Postulat verschencket hat. Im Jahr 1730. im Dec. hat er anfanglich Mit dem seel Herrn Au- dreas MulUm in Gesellschaft eine Druckerey und Verlag geführet, nach dessen seel Absterben aber hat er 1737. im Aug. beydes vermöge dessen letzten Wil- len allein überkommen Im Jahr 1730 den 7.Dec. hat er sich mit Jungfer Maria Cacharina, des seel. Herrn Andreas Müllers, ältesten Tochter verhey- rathet, und mit selbiger 4. Kinder erzeuget, nemlich: 1.) Johann Andreas^ 2.) Cacharina Dorothea, 3.) Augutia Cacharina, 4.) Carl Friedrich, von welchen der älteste das 8. Jahr erreichet. Dis Bü- cher, so er sowohl in Gesellschaft als allein unter Sr. Königlicheu Majestät in Preussen alleranädigsten ertheil- so Rurygefaßts Nachricht, theilten Privilegio zum Vorschein gebrockt sind- Gpangenbergs postill in 4to. Das tNagdebur- gische Gesangbuch in rneö, 8. auch klein 8 und iß. Das Neue Testament mit Psalter, Sprach , Cate- chismusLutheri, nebst einem Gesang-und Gebetbuch- lein und andere mehr. Das Znsigne führet er nach Art seines Herrn Bruders. tXicolam Gnnrher, Königl Regierungö-Buch- drucker, trat ans Licht der Welt in Breicungen, in der Graffschafft Grollbcrg, 1703. den io. April. Sein Vater ist gewesen Hicolaus Büncher, ein Be- cker daselbst, dessen Frau Mutter 2lnna Margare- cha «üncherm, welche ihm in Grollberg zur Schu- le gehalten, um dasjenige, was zur Buchdruckerkunst erfordert wird, zu erlernen. Zm Jahr 1718. ist er nach Rudolstade zu dem damaligen Hrn. Bürgermeister Urtxm in die Lehre gethan, und davon wieder 1724* um Michaelis befreyet worden, worauf er 172?. den 2r.Jali. in gedachter Urbamschen Buchdruckerey sein Postulat verschencket hat Als er nach Abster- ben des fiel. Herrn Urdans bey seinem Nachfolger Herrn Johann Heinrich Ä.örven, Fürst! Schwartz- burgis/Cammer-Agenten und Hof-Buchdruckcr bis -726. den ,5. August in Condition gestanden: So ist er als Factor nach Magdeburg verschrieben wor- den. Im Jahr -728. verehlichre er sich mit Jung- fer Magdalena Sophia, Herrn Z<,char:as Z^ohl- hards zu Irx^bLN, eintzigen nachgelassenen Tochter, mit welcher er 4. Kinder, als ?.Söhne und eine Toch- ter gezeuget, wovon der Aelteste Iohann Christoph in dasige Dohm- Schule gehet, Die beyden andern aber Nicowus lojlph lind Gorrlieb Lhrenfried sind noch klein, und die Tochter Maria Iosepha wird. von einigen Buchdruckern. Sr wird gleichfalls in allem • was einem Frauenzimmer dermaleins nützlich stA« kan, unterwiesen. Im Zabr 173 f. übergab er das Amt eines Factors in Der Kö- niglichen Regierungs-Buchvruckerey, welche der Frau Gaalfeldm in Halle gehörte, und übernahm selbige erb-und eigenthümlich. Aus seiner Presse sind zum Vorschein gekommen: GcriversGeel?n-Gchay, in Fol. Dessen verlohrnesund rvieder gofundenes Gchaflem, und viele andere Bücher mehr, abson- derlich aber die Königlichen Edicte und andere Ver- Ordnungen. Sein Jnsigne ist das ordentliche Buch- drucker-Wappen / nebst seinem darinnen befindlichen Namen. N. G, nottyaufcn. Johann August Cöler, Raths - Buchdrucker, trat ans Licht der Welt den 9. May 1711.1» Nord- Hausen ; Sein Herr Vater Johann Christoph Cö- ler, Naths-Buchdrucker daselbst, gebürtig aus Goß- lar,war ein Sohn Hrn. M. Johann Georg Cölere, ehemals Pros.' Extraord. LL. Oriental, in Leipzig, nachmals ReKoris in Harschleben. Die Frau Mut- ter des oben erwehnten Johann Auaust Cölers, war die zweyte Tochter Herrn Augustin Marrm Hymyschens, gewesenen Rachmanns, der Kirche St. Jacobi Vorstehers, Raths-Buchdruckers und Brauherrns allda, dersn Groß-Vater aber Herr Johann Er^smus Hyniysch ist der erste Buchdru- cker in Nordhausen gewesen; Sie starb 17,8. den 27. Nov. In seinen Studiis ist er so weit gekoni- men,daß er einen Lateinischen Autorem und vas Grie- chische Testament lesen können, er hat nicht weniger Teutsche, Lateinische und Griechische Verse verferti- 8* Rmygefaffre Nacheich?, get7 auch in Hebräischen, ingleichen in Der Historie einen guren Grunv geleget, und zugleich Die Instrumental, und Vocal-Music keineswegesversaumet, in- dem er dem Stud. Theol. lediglich nachzugehen ge- sonnen war. Um Ostern 1732 wollte er nach Jena auf die hohe Schule gehen. Da ihn aber ein gewisser Umstand daran verhindert; So wurde Michaelis da- zu feste gesetzet , allein auch aisdenn machte der Todt seines seeligen Herrn Vaters, welcher den 11. Jul. besagten Jahrs plötzlich erfolgte , einen Strich durch diese Rechnung. Die Buchdruckerkunst hat er bey seinem Herrn Vater seel. erlernet, indem er schon im sechsten Jahre darzu angewiesen wurde. Ob er nun gleich schon im l4tenJahre sem!s Alters tüchtig erkannt wurde, allerhand Formate einzurichten und aus- zurechnen, so ist er doch erst 1726. eingeschrieben, 1731. aber losgesprochen worden, dabey er zugleich jederzeit die Schule abgewartet. Er verschenckte sein Postulat m Erfttrch t7ZZ.den 14 Junii, 1734. trat er in den Herrenstand, und verehlichte sich 1737. den 27. Aug. mit Jungfer Augusta iLlisaberh Susanna, Herrn Johann Friedrich Gcüymanns,Consulentens und Zur Pract. eintzigen Tochter. In dieser Ehe ist ihm z738 den 18. Junii ein Sohn, Namens Johann Au- tzust, zu Theil worden. Diejenigen Wercke, so aus seiner Presse gekommen, sind des Herrn Hofrathsund ICti ü, Chnßopb. Frieder. Platners Mfeditationes Sacrae Theologico-Juridico-Historico-Politico-Phi- losophico Theoretico-Prastic», oder, geistliche Betrachtungen über die Sonn-Fest und Feyertags-Evan- gelia, ingleichen M. Georg Äafiln Ärinckmanns gure Anweisung zu einem seeligen Sterben, und an- dere mehr/welche alle seinen Fleiß und gute Aufsicht hemer- vStt einiqett Vttchdruckertt. 8z bemercken. Sein Jnsigne ist nebst Dem Buchdrucker- Wappen ein Palmbaum mit vielen Schneeflocken bedeckt, und mit der Beyschrifft: Premitur, sed non opprmitur.\ Nürnberg. Won den ersten Buchdruckern sowohl, als von al- len übrigen, welche sich nach und nach in der berühm- ten Neich-und Handelsstadt Nürnberg niedergelassen haben, hat der Verfertiger der summarischen Nach- richt von den Buchdruckern in Nürnberg, wel^e er dem bekannten Nurnbergischen Formatbuch vorgese- tzet hat, ausführlich gehandelt. Wenn der Herr Verfertiger hierinnen mehr Nachfolger bekommen hat- te, oder noch bekäme, so wäre zu hoffen, daß man mit der Zeit eine vollkommene Buchdrucker-Historie von Teutschland schreiben könnte. So aber ist unser Hoffen bey nahe vergeblich. Ich habe mich zwar auch bemühet einen Beytrag darzu an Handen zu ge- ben. Alleine, Leipzig und Nürnberg machen es noch nicht aus Und os> ich gleich gegenwärtig wiederum in dieser Absicht die Feder angesetzet, und verschiedene bis Hieher unbekannte Nachrichten aufgetrieben habe; So muß ich dennoch bekennen: es ist noch alles lau- ter Stückwerck Unterdessen werde ich die Hand da- von nicht abziehen, sondern bestandig bemühet seyn, alles, was ich nur finden kan, anzumercken. In die- fer Absicht, werde ich mir auch die Nachricht von Nürnberg zu Nutze machen, und das nothwendigste daraus hieher setzen, jedoch so, daß ich auch aus mei- nem Vorrath allerhand dazu fügen, und dessen Nach- richt nicht lediglich ausschreiben werde. F 3 Was Nacheiche, Was demnach den allerersten Buchdrucker inNürn- berg anbelanget, so streitet man noch darum. Man giebt bald Georg Roberger, bald Anton Groß- tich, bald aber Iohann'Regtomcntanuni davor aus. Die beyden ersten sollen jchon im Jahr 1440. iw Nürnberg eine Druckerey angeleget haben. Der letztere aber habe nach dem unrichtigen Bericht des um die Buchdruckerkunst unsterblich vervienttn Herrn Paul Paters so gar die Buchvrucksrkunst erfinden helfen. Es ist aber von diesen Erzehlungen kein Wort wahr. Die erster» sind zu alt, und der letztere kan weder vor den Erfinder der Buchdruckerkunst, wie ich im ersten Theil erwiesen habe, noch vor den er- sten Buchdrucker in Nürnberg gehalten werden. So viel ist unstreitig wahr/ daß man einige Bücher um das Jahr 1470, zu Nürnberg gedruckt habe, alleine die Buchdrucker haben ihreNameu nicht dazu gesetzt, folg- lich kan man nicht wissen, wer sie gedruckt hat. Vom Jahr 147z. aber ist Reyneri Summa, seil Pantbeo* logia besannt, an dessen Ende: Johann Sensen- schmidtvonEger, undHeinrich Refer von Mayytz als Buchdrucker stehen. Bey einem andern BuP ite singuine Christi findet man am Ende Friedrich Lrenßnem. Diese drey Männer sind also die ersten ge- weftn,ob ihnen gleich sonftAntonRoburger,odcr auch - ^»oberger den Rang streitig zu machen scheinet. Denn man hat schon von 1472. von Robuegern gedruckte Bücher. Daß er mit den bereits angeführten za I gleicher Zeit gelebet habe ist gewiß; daß er aber voe ihnen die Buchdruckerkunst getrieben habe ist uner- weißlich, weil sie ihre Namen nicht sogleich auf ihre ' gedruckte Bücher gesetzt hahm. Unterdessen ist doch wie- ^ vstt eittigett Buchdtttc?eett. 85 wiederum so vielwahr, daßR.obuegex eitter von deil allerberühmtesten Buchdruckern zu seiner Zeit gewe- sen ist. Er druckte täglichmit24. Pressen, und hatte über hundert Gesellen, welche theils Setzer, Com- portisten, Buchbinder, Correctores, Drucker, Pos- selierer, JUumimsten waren. Nicht nur zu Nürnberg , sondern auch zu Lyon in Franckreich hatte er eine vortrefllche Druckerey, worinnen sehr wichtige Wercke ans Licht gebracht wurden, wie davon in den Bibliothecken noch hier und da untrügliche Zeugen stehen. Nebst der Buchdruckern) trieb er zugleich einen weitlauftigen Buchhandel, daß er auch so gar sechzehn öffentliche Buchladen und so viel>FactoreS gehabt haben soll. Absonderlich hat er sich durch die verschiedenen Auflagen der lateinischen und teutschen Bibel einen unsterblichen Namen erworben. Andreas jjrießner, anfänglich ein gelehrter Cor- rector bey Isdannn Senfenschmied, hernach abst so gar dessen Gehülfe, und endlich ein Buchdrucker- Herr vor sich. Was ausserdem von ihm zu wissen nöthig ist, das habe ich bereits im -sten Theil p. 84. sqq. beygebracht. Adam, ein gantz unbekannter Buchdrucker daselbst. Unterdessen weiß man ein Tractatgen von ij. Bogen, Von dem Cremer Christi, was er gutes zu ver- Kaufen, wsraufsich dessen Name befindet. Alsdann machten sich folgende bekannt : 1480. 1481. Conrad SLeontQtim. 1481. 1482. Conrad Zeninger. 1489. Georg Zluchs, oder Stuchs. 2491.. - 1494. Caspar Hochfeldex. ?4SZ. VC\m. ' : F 3 Kon Z6 Rmygesizßce Ntacheicht, Von Diesem kan ich sein Jnsigne beybringen. Es sieht aber also aus - oben in einer Wolcken zeigt sich das Wort mrr j unten auf der Erden sieht ein Postement/ worauf eine Hand zu sehen, welche drey Blumen, vermutlich Manen - Blumen, hält, auf sei- wen Namen zu zielen. An dem Postement siehet man R M. Anssen herum aber die Worte: In manu Domini sunt omnes fines terra. Siehe Tab. XIII. 1J03 1529. Hieronymus Hölyel, zugleich ein berühmter Formenschneider, dahero er auch dann und wann nur Hieronymus Formenschneider genennet «ird. 1512. Joanncs JVeyJsenbwgius Sacerdos, oder, Johann rveisicnburger prieffee. 15 r 5. - - Johann Gcuchö 1515. - - Friedrich Peybue, Buchdrucker lind Buchhändler, war 1485 zu Herrnstadt ln Schlesien gebohren. Seine Druckerey hatte er unter dem Hauß von Plaben. Man weiß, daß er Christiani Scheurlii fcpiltolas ad Charitatem Abbatissam S. Claras 1515. gedruckt Hat, wobey er sich librarium iuratum genennet Hat. Im Jahr 1518. verließ ko- bani Hesfi Querela de tumultibus horum tempo- rum seine Presse, allwo der Druck rein und scharf gerathen ist. Sein jfafigite war die Artimisia, oder, das so genannte Kraut Beyfuß in einem Schild, unter diesem stehen die Anfangsbuchstaben von seinem Namen F. P. Siehe 'l ab XIII. Im Zahr 1534. nahm er aus dieser Welt wieder Ab- schied. Dessen Bildniß stehet unten auf unserer Tab. XIV» 157c vsw eittt'gett Buchdmckertt. 87 2517. Iobst Gutwecht. 1525. HanKs Herrgorr, dessen Wittwe Ru- ttiZuttda Herrgorttn 15 31. die Druckerey fortsetzte. 1526-1550*. IshalM petrejus, von Langen- Vorf, war nicht nur ein geschickter Buchdrucker, son- dern auch ein getehrter Mann. Eben deswegen wer- den alle teutsch, lateinisch und griechische Bücher, so sei- ne Presse verlassen^ von den gelehrten ungemein hochgehalten. Absonderlich wird'darunter das Corpus iuris Haloandrinurn gerechnet, welches auf Un- kosten eines Hochedel und Hochweisen Raths zu Nürn-^ berg von ihm 1529-15 30. gedrucket worden. Er konnte ferner alle Instrument«, so ju einer wohleingerichte- ten Buchdruckerey nöthig sind, künstlich verfertigen. Er brachte sein Leben bis auf den 18- Mertz 1550. Nach Dessen Tod sein.Eydam Gabriel Hayn, die Druckerey üveckam Sein Jnsigne ist eine runde Scheibe/ darinnen eine Hand aus der Wolcken ein feuriges Schwerd in die höhe hält; Auf beyden Seitendes Sch'verdtes stehen die Anfangs-Buchsta-- ben von seinem Namen I. ?. milden Worten: Sernr* Dei ignitus, est penetranrior quouis gladio ancipiti. 1529-1549. Georg Wachter, von diesem weiß man weiter nichts, als sein Jnsigne. Es ist selbiges ein Stern in einem Schild; Bißweilen auch das Nürnbergische Wappen nebst seinem Wappen, wel- ches eine Holtzftile und Gießlöffel vorstellet, welche ereutzweise neben einander liegen, und zugleich den erst gedachten Stern in einem Schild, weichen eine Fraur halt. 1533. Christoph Gutkxecht. 1534. Hector Schöffler. I5Z5« I^hantt Haden. F 4 ?5Z6. AMchvesWt- Vta&iciecrs: Domine, bonum est, bic nos esse, Unten drunter Ps. LX XXIX. Wol dem Volck, das/auch- $mtatt: Endlich hatten sie eben diese Figur in einem kleinen oval ohne Schrifft. An den vier Ecken der Einfassung siehet man die Zeichen der vier Evangeli- sten. Es währte aber nicht lange, so trennten sich Bergs Erben von Neuber, worauf er sich 1566. mit Dietrich Serlay, oder 65er>ach vereiniget, welcher letztere hernach die Äergische Druckerey alleine fort- setzte. j 546.1548, ItyMtt Daschmamt. In seinem °C*I' «x™' Vobtelnigen Buchdruckern. 89 Jnsigne hatte er Christum, welcher auf den Achseln ein Schaftragt,und mit der rechten Hand einenStummen der vor ihm kniet, anrühret, mit den Worten - Er- halt mich durch dein rvorr Ps. 119. Sonst hatte er einen geharnischten Mann, welcher in der rechten Hand einen Schild, worinnen das Nürnbergis. Stadt- Wappen in der lincken Hand dessen verzogenenNamen halt. Siehe X»b. Xiil. 15 5Q. Johann Paul Zabricius. 1*51-1581. Valentin ttmbei ; Sein Jnsigne stellte die Geburt, und die Taufe Christi vor, welche durch eine Säule von einander geschieden wer- den; An dem Fuß der Säule lehnet ein Schild darauf ein Creutz und an dessen untersten Ende die zusammen- göjogsnen Buchstaben V. N. angefüget sind, welche auf beyden Seiten noch einmal stehen; Oben darüber ließt man die Worte Joh. III. Es sey denn daß jemand von neuem gebohren werde, aus dem Was' fer und Geist, so Kan er nicht in das Reich Gottes kommen. *553-1554« Georg MercLel, dessen Jnsigne ist ein Kind in einem Viereck, dabey die Worte aus dem «Pf. 6z. stehen : Du trenckest seme Furchen, und feuchtest sein gepflügtes. 1554. Herman Hamstng. 1544. 1580. Friedrich Gutknecht. 1556 Gabriel Hayn, PerriGydaM. 3 556-1559. Joachim Heller 3 557- Johann Cramer. 3 560. Georg Rreydlein. s 560 - l 546 Johann Freud. ?56r. Valentin Geißler und Ieremias pot* eenbach Anfanglich waren sie beysammen, hcrnach führteGeyßlerisSs. seineDruckerey alleme. Des- F 5 fest 9& Rurygefaßte Nachricht sen Jnsigne wäre« 5. Löwen mit den Worten: Der Gottlose fleucht/ und niemand jaget ihn: Der ge-^ rechte aber ist geteost^ wie ein junger L.örpe. Sprüchw. XXIV. r. 1564. Christoph Heußlee.' 1565-i s7?° Johann Kolery oder Carbonari- us. Sein Jnsigne war ein Altar mit vier Stuffen; Auf der untersten lag ein Lorbeercrantz, auf der an- Dern ein Schwerd, auf der dritten eine königliche gül- dene Krone^ und auf der vierten ein Lamm, mit den Worten i Patientia vincit omnia. 1571. ÜVendelinnusBorsch^ »5M Joachim L.ochner, hat zugleich den Buchhandel geführt- l 576-159K. Val. Fuhrmann, warmit seinem In- sig!ie sehr veränderlich. Anfanglich hakte er David mit der Harfe , indem er vor der Stadt Jerusalem kniet und gen Himmel schaut, da sich ihm GOtt in Menschen Gestalt zeiget; Hernach erwehke er sich die Göttin des Glücks, welche aufeiner Kugel, die'e auf ei- «er Sanduhr, und diese auf einem Todtenkopf ruhet/- dabey folgende Worte zu lesen : Siehst du ? mein L.aufist ungewehrt, Als die ich nicht rverd umgekehrt. Drum üb dich wohl in freier Kunst, Lh ich lauf aus, dann ists umsonst. 1592. LeonhardHeußler. 1582. Christoph L.ochner und Johatttt <&o£ mann hatten die Druckerey bis 1602. mit einander und schrieben sich Typographos Academicos. 5De6 erstern Jnsigne war eine Säule, aufweiche von einer Seite der Wind blaset, auf der andern Blitz und Hagel losstürmet, auf der dritten die Wasserwogen anschlagen, und hey fcft vierten m Mann grabet mit der Schrift: " Ac» VSN einigen Buchdruckern. 91 Ftdmiriis & ventivimspernit aquaeue colojsta Aereus : ingenuas talis amicus ernt. 1593-1514, Abraham tvagemann hatte zu sei- nem InsigneveS Elia Himmelfarth mit dem feurigen Wagen, welchem lLlisa mit erhabenen und gefalle- nen Handen sehnlich nachsiehet und aufder Erde kniet; Oben zur lincken Hand sieht man in einem Schild den doppelten gecrönten Adler. Siehe TabXill. Dann und wann stehen folgende Worte dabey % Haec Jemita coeli eß r Quae proceres abierepiiqaaque integer olim Raptus qaadriiugopenetratsuper aethera curru Helias, £fsolide< cutn corpore praeuius Henoch. Oder: Aufsolchem Weg in? Himm's-Saal Fuhren die lieben Vater all: Durch Glauben sie G(vrr schauen an; XOet seelig wird, geht gleiche ^Zahn. 1595-1606. Paul Kaufmann, war anfänglich Fattor in der Gerberischen Druckerey, welche er hernach vermuthlich an sich gebracht. Sein Jnsigne waren drey Schwanen, welche der Wind anblaset^ mit den Worten; Adspirantibus Zephyris. 1595. Alexander Philipp Dietrich, war vor- nsmlich LliaHutters Buchdrucker. 1602. Johann L.auer hatte 156s. das fy'cht der Welt erblicket. Er führte zugleich den Buchhandel harte zwey Weiber gehabt, und ist 1639. gestorben. Sein Jnsigne war ein Lamm mit der Siegs- fahne,welches unter einem Lorbeerbaum stehet. Oben darüber ließt man die Worte: Manusalma vei lau. rum victricem dat. und zur rechten Hand: GOtt giebt Sieg. Maccab. Xlll. 11. i6oz-i6c>8. SebastianHeußjer. Dessen Jnsigne ist 9S Rueygefaßte Nachricht. Zst ein Todtenkopf, darauf eine Sanduhr stehet Oben Darüber hält eine Hand die Weltkugel, so mit einer Crone bedeckt, auf der Crone geht em Schwerd mit der Spitze empor. An dem Todtenkopf lehnen zwey ereutzweiß gelegte Sensen mit den Worten: sie labor est horninurn. Sie tranlk gloria mundi. Matt sieht auch das Handelszeichen in einem Schild mit Dem Anfangsbuchstaben von seinem Namen 8. H. i6oz-l6i6 LonradAgricola,oder Bauer, wel- cher zu der bekannten Biblischen Concordantz den Grund geleget, und selbige gedruckt ljat Nebst der Dcuckerey hatte er zugleich einen Buchhandel und führte in seinem Jnsigne den Apostel paulum,als ei- nen Ackersmann, der pflüget und einen anvern, der saet. Bsr ihnen stehet Christus mit ausgestreckten Handen; am Himmel sieht man Sonne, Mond und Sterne uud in der Einfassung ließt man die Worte: Spes aiit agricolas: quoniam quiar-'t, debet in spe arare : 8c qui femmat inbenedictionibusde benedi- ctionibus & metet. 1604-1616. Georg L.eopold Fuhrmann. Sem Jnsigne ist der Ritter St Georg in einem ovalen Schild, mit den Worten ; Gloria Laborum Fru- Öus; Unten dran ist auf einer Seite sein Wappen, auf oer andern das Handelszeichen. Er hak auch den Ritler St. Georg mit einem Schild geführt, worin- zien die Buchstabens. ».8, und oben drüber die Worte stehen:Durn viuis fperare iicet. Unten bey dem Handelszeichen: Nosce wiptilm. Dessen Wittwe und Erben führten nach seinem Tod die Druckerey fort. 1604. Georg Endrer, der Stamm-Vater der berühmten Endterischen Familie. Von diesem hak Man ms erlauhet, dasjenige, was sich in demNürn- 1 bergt- von ein i gen Buchdrucker». Z z vergischen Formatbuch befindet, von Wort m Wort einzurücken. Wir ändern also nichts Man ließt aber daselbst also: Georg Endrer übergab noch bey Leb- Zeiten Anno 1612. feinem Sohn Wolfgang Endcev dem altern, die Handlung und Druckerey ganz ei- genthümlich. Der Vater lebte noch bis r6zo. unv starb im 68sten Jahr seines Alters. Der Sohrr VOolfgang war gebohren den 4. Jul. 159z. Dieser trat 162»., mit Maria Daniel Geders/ in die erste, und 1658 mit Anna Regina, Martin Gchubarrs, in die andere Ehe. Er hat in dem dreysigjahrigcn Krieg auf den Reisen vieles ausgestanden; ist offterS geplündert, und einsmal gar gefänglich weggeführet worden War ein ernsthaffter Mann, und gutes Ansehens Er hatte so viel als drey Druckereyen, de- nen er 47- Jahre vorgestanden. Starb den 17. May 16 s 9. Es mangelt denen in der Endterischen Officin in grosser Zahl ausgefertigten so Teutsch-als Lateinischen Büchern, was die Nettigkeit der Characteren anbe- langet, im geringsten nichts: wie er denn die alte ab- geflossene Buchstaben, welche freylich nicht ganz und gar können vermieden werden, bald ausgemustm, und neue an die Stelle geschaffet. Indem ich dieses schreibe, und nebst andern Endterischen Verlags- Büchern, auch des seel. Haredörffers Gesprach- Spiele znrHand nehme, so finde ichaufdi« Endterische Druckerey folgendes Lateinische Rätzel, welches wegen seiner Artigkeit, nebst eine? Teutschen Version und Auslegung, hier beyzurucksn ich mich nicht entbrechen sän. Hie tacet interpres tenebroso in carcere clausus i jlamuö atrato t«0>ite colloquitur, pxuty 94_ Rmygefaßte Nachri cht, Exulat officio deses; aerugine marcet, et patitur ferri vincula si über est. Ast hinc über erit, quem Musismancipatautor,' ni perimat captum semperanhela sitis. Nammadiduslabor est, vario sudore parandus. T(»rcular siccum, quamgemit! audin'omen. 1 Der stumme Dollinetsch schweigt, ins düstre Fach gelegt: UndmderschwartzenForm kan'erso trefflich reden: Den, wenn er ohne Dienst, der Rost gleich will er- tödren, Und dessen Freyheit man in Eiftn-Bande schlagt. So wird ein freyes Buch den Musen eingeweyht, Wenn nicht der Durst den angefesselten verletzet. Die Arbeit ist gar feucht, und will wol seyn genetzet. Wie airrt die trockne Preß J Hörst du, was e6 bedeut? Dieses ist eine Beschreibung des Schrifft-Kastens in der Endterischen Officin. Ein Buchstabe der nicht gebrauchet wird, heisset murus interpres, ein stummer Dollmeksch, welcher in atruto tramite mit Hülfe des Winkelhackens in Zeile gesetzet, vcl vinculo 5er- re<>, und indie Fqxm geschlossen, redet: wenn viele solche Buchstaben zusammen gesetzet werden, so wird ein Buch daraus; es sey denn, daß die Buchstaben, wo das Papier nicht angefeuchtet worden, nicht leser- !ich heraus kommen. Dahero in Druckereyen das Sprüchwort üblich ist: Wenn die Geselln nicht täglich neytt, So können sie noch druckn noch seyn. Die jetzo noch in größtem Flohr stehende Endterische Officin stammet von diesem Endter her, und hat selbige, nach dessen Tod von % 1660. hiß 1674. geführet €hw von ekttlgett Buchdmckertt 95 -Christ. Endrer ; dann dieses Tochter, Anna Marias bis 1680. da XVolf Moriy und Georg Andreas Lndrer selbige geerbet, und benebst der andern, un- ter dem Namen: XVolfMorly Andrer und jfof?. Andreas Endrers seel. Söt>ne, bis An. 1684. gemein- schafftlich administriret: indem Jahr aber 1733. be- liebte es diesenVettern sich zulepsriren,von welcherZeic an Georg Andreas Endrer diese Officin, unter dem Namen Johann Andreas Bndters Sohn und Lr- ben glücklichst verwaltet, und meistens mit 7. bis ?. Pressen seinen eigenen Verlag verfertigen lassen. Die verschiedenen neuen Editionen des Weimarischen Bi- belwercks, auch andere Bibeln in grossen und kleinem Format, hc. Wilhelm lmhofii Regum Pariumoue Magnae Britanniac Historiam Genealogicam, itera Erasmi Francisci meiste Schrifften; Matthiae Cra- meri Lexicon Italicum & Galiicunv, ingleichen den The{auruni,»Nnmismaticum huius Saeculi, Speidelii Sylloge QuEestionum juridicarum, und viele andere schöne Werke, hat man dessen Fleiß zu dancken. Er. war gebohren den 3 May »654 am Tage vor dem Himmelfahrts-Tag; verschiede den 21. Dec. Anno i7»7. im 64sten Jahr seines Alters. Nach dessen seeligen Tod ist diese Officin, unter dem Namen: Io- hann Andrea Endrers (Erben, von dem Verfasser des Nürnbergis^ormatbuchs )oh. Heinrich Gocc- fried iLrnesti, auf desselben den iz. Aug. 172z. er- folgtes Absterben aber, von Johann rto?h Dein« lein, als Factor, besorget worden. Das Zeichen, so rvolfgang Endter, der altere beliebet, und dessen Sohn Christoph sich gleichfals gefallen lassen, war ein Todtenkopf aus einem Pie- destal an welchem das Handlungs-Gignet zu sehen. tthec 96 Rurygefaßte Nachricht, Über den Todtenkopf hielten Die gecrönte Frönimig- keit, so aus Der Fackel und dem Buch in der rechten Hand zu erkennen, und die Gerechtigkeit, welche itv der linken Hand das Schwert mit der Wage zeiget, eine Crone, und über Ois aiies schwebet ein Zettel, so diese Worte enthält: Perscvcra i*sque ad tinem & coronäberis. Das Pisdestal ruhet auf einem mie Wasser durchschnittenen Erdreich, und in dem Wasser schwimmen Enten und andere Wasser-Vögel, allw» unten ein anderer Zettel die Worte zu lesen giebst- Assuesce & perfiste Nachdem aber vorbelobtee Georg Andreas eingetreten, erwehlte er zur Devise eine Ente, welche unter das Wasser schlösset. Diese wird in zween Palmzweigen eingefasset, darein der Zettelgewunden,mit dem Lcrnmate: Prefirnda quo- que scrutacur. Unten daran hänget ein Schild mit dem Handels-Signet, und auf beyden Seiten diene» zur Zierraht, als an einem Feston, Hangende Zirkel, Linial, und allerhand zum Schreiben und zur Ma- thematic dienende Instrument«. Es siehet jeverman ohne Erinnern/ daß beyde emblemsrs auf den Namen^ und dessen zweyfache Derivation und'Abstammung zielen. Dessen Bildniß und Jnsigne slche Tab. XV. 1605. Sebastian Rörber. 1609- Johann L.anzenberger führts eben das Jnsigne, als Sebastian Heußler. 1614. - ° 1627. L.udwig L.ochnex überkam des oben berührten Christoph L.schners und Johann >Hofmanns Druckerey, welcher hernach Johann Zriederich Gartorius zum Gehülfen annahm: Wenn und wie Simo>» Halbmaier zu dieser Druckerey ge- kommen, ist unbekannt. Dieses aber ist gewiß, daß V 1587. gehohren, und ifj« gestorben ist. Man weiß .1 von einigen Vuchdruckertt. 97 iveiß ftrner,oaß er zugleich ein Buchhändler und Buch- drucker gewesen, und sich des SLubwig L.ochners Zei° chen bedienet habe, welches in einer Wellkugel be« stunde, worauf ein Adler auf der lincken Klaue stehet, und mit der rechten ein offenes Buch, im Schnabel aber einen Lorbeercrantz halt, mit folgenden Worten : Gloria virtute paratur. Siehe Tab. Xill, An wem hernach diese Druckerei) gekommen^ wollen wir bald hören, wenn ich nur zuerst noch zwey Männer ange-- führt habe, nemlich: 1619. Salchasar Scherf, warTypogra^hus Academiae Altorfinaj. ,626 > . 1631 Caspar Fuld. Nunmehro will ich also von denen daseW noch im Flor stehenden Druckereyen etwas mehr reden. Die erste Druckerey Stammt von Georg Endrern her/ dessen Leben wir kurtz vorhero eingerückt, sein Jnsigne pag. 95. beschrieben und sein Bildnis Tab. XV. A. geliefert haben. Dessen Sohn rvolfgang iLndter, überkam 16 zo. die Drucke- rey, welche er bis 1660. geführet hat; Sein Jnsigne haben wir bereits oben beschrieben. Dessen Bild? nis stehet Tal?. XV. B. Hierauf kam 1660. Christoph Endrer, dessen Sohn, darm welcher selbige bis 1674. gehabt. Denn nach dessen Tod kam dessen Tochter 1674. ämta Maria Endterin zur Druckerep, welche selbige bis 1690. gehabt hat. Alsdenn selbige 1680. n?olfgang Moriy und Georg Andreas iLndrer, und führten selbige unter dem Namen - Wolf G Mo- |$ _RuryZefaßte Nachricht^ ZNoriy iLndter und Johann Andreas Endrers feel. Söhne bis 1684» fort, um welche Zeit sich die Hepden Vettern trennten. Dahero 1684. Georg Andreas Gndter die Druckerey unter dem Namen Johann Andreas Endrers Sohtt und Erben glücklich fortsetzte. Nach seinem Tod 1717. wurde die Druckerey duvco Fattor» im* ter dem Namen.'Johann Andrcä 'LndcerL Erben fort geführt. Georg Andreas Bildnis. Siehe Tak XV. F. tbk andere Druckerey. Kommt von Ieremiae Dümler hör. Es wat selbiger 1598. gebohren> und um das Iaht: 1-6 34. legte er sich eine Druckerey an. Alsdenn verkaufte er 1652. seine Druckerey sowohl als diS Buchhandlung lvolfganZ/ dem jtrnqnn, und Johann Andreas Endter. Oümlers Jnsigne ist det Pegasus mit der Beyschrift: Ad astra volandirni» Dessen Bildnis sicher Tab..xiv..d 1652. Nunmehro hatte also rVolfgang Endeee, der jüngere, auch eine Druckerey. Er war ein Sohtt XVoifgang^ des altern, und 1622. gebohren^ Von dem bekannten Schulmann M. Andrms Iktityitt? wurde er 1634. in den schönen Wissenschaften wohl unterrichtet, worauf er 1637. nach Zause gieng den Buchhandel und Buchdruckerey zu erlernen. Im Jahr 1646. hatte er das Unglück, daß er auf einer Rückreise von Franckfurt unter die Strassenraubee verfiel und zwey Schüsse bekam. Zm folgenden Jahr darauf gieng er nach Schweden. Nachdem er in sei- ziem Vaterlande wieder angekommen war, und sich «inige Zeit daselbst aufgehalten hatte; So ver- vsn einigen Buchdluckettt. 99 ehlichte er sich 1650. mir Helena Clara Gchucherm. Worauf seine Eltern ihm und seinem Herrn Bruder Johann Andreas die von Jeremms Dümlern er- kaufte Buchvruckerey 1652. übergaben. lVolfgang wüste gar bald die Erde wieder kauen, nemlich 165 5. Siehe dessen Bildnis Tab. xv. C. Nach dessen Tod setzte 165?. Johann Andreas, dessen Bruder, die Dru- ckersy fort, unter dem Namen: jjoh&tft Andreas und LVolfganZ iLndrers, des jungern, seel Erben. Diese Vereinigung dauerte aber nicht länger, als bis des letztern Sohn 1675. VOslfgang Msrky im Stande war der Druckerey vorzustehen. Er trennt? sich al-o von sei- nem Vettern, undführte selbige vov sich alleine, bis er sie wieder verkaufte, und den Buchhandel alleine trieb. Zum Jnsigne hatte er ein Buch, darauf eine Schreibfeder lisgt, mit dem Handelszeichen, auf ei- nem mit Wasser durchströmten Erdreich. In dem Wasser schwimmen ein paar Endten. Neben her stehet eine Jungfer mit einem Zweig voller Granaten in der rechten Hand, so mit der Lincken gegen die aus der Wolcken strahlende Sonne zeiget. Zur an? dern Seite ist wieder eine Jungfer, welche in der rechten Hand eine Lampe, in der Lincken aber einen Zettel halt, woraufdie Worte stehen: Misericordia Dommi non habet finem; Auf der Erde liegt noch ein Zettel auf welchem die Worte zu lefen: In ibloDeospesnostra qnica Dessen Bildniß. Siehe Tab. XV. E. 1699. kaufte Johann Grnst Adelbulner diese Druckerey an sich. Er ist 1665. den 14. Jan. gebohren, und eines Hochedlen Raths daselbst Assessor gewesen. Er ffchrte in seinem Wappen ein Kleeblat, auf dessen G 2 Helm 5'ss Rttttzgefaßte MHdW^ "• " 1 ■■■ i - I i - ~^ | Helm ein Mann stehet, welcher einen Fisch in der Hand halt. Dessen Bildviß. Siehe Tab. XVK Die Dritte. i6zo. ließ?ohantt Philipp Mildenbi-raer einö Druckerey von Francksitrt am Mayn nach Nürnberg bringen, welche nach dessen Absterben 1678 Christian Sigmund ^roberg durch Hey- rath des Herrn Mtldenbergets.Fraü Wittwe ü« berkam. ^723. kaufte L.dreny Bielmg diese Druckerey. Die Vierdre. 1658. Lvolfgang EberhÄtd Felsecker, Buch- drucker und Buchhändler, crbkcklezu Bamberg 1626. den 28. Jan. Vas Licht der Welt, und starb den 6. Octobr. 1670. Sein Jnsigne war die Wachsam- kett und Arbeit. Die erste hält eine brennende Lampe in der Hand; Die andere einen Winckelhacken. In der Mille stehet ein Feisen, worauf ein Buch zu se- hen mit den Anfangsbuchstaben von seinen, Namen, nebst dem Handelszeichen. Oben drüber stehen auf einem fliegenden Zettel : Vigiiantia & lafrore. Siehe Tab. XVi. 1670. überkam also des vorhergehenden Sohn Johann Ionachan Felsecker den Buchhandel und Buchdruckerey. Er war 1655. den 10. Mertzgeboh- ren , und ist 169z. den25. May wieder gestorben, wo- durch beydes 169z. an feine Söhne und Erben ge- kommen ist. 1710, übernahm dessen Sehn Adam Ionachatt 8elsecker das Werck. Er ist aber ,729. wieder ge« ftorben, da dessen Erben die Druckerey unter seinem Namen noch fortsetzen. Siede dessen Bildnis. Tab. % Die vstti einigen Buchdruckertt. ior' Die tsunüte. 1677., Andreas Rnory , legte eine neue Drucke- rey an, welche hernach 16z z. dessen VOlttrve bekam. Unv nach ihrem ^ots 1.697. Johann L.eonhard Rnory. Da. dielet; starb; So brachte selbige 1708. Georg Christoph L.ochner kauflich, an sich.. . Di^ Sechste. 1647^ Heinrich pillenhofer, auf ihn folgte: »654, Christoph Gerhard. Er war L624.de«« 30. Octob. gebohren, und ist 1682. wieder gestorben Dessen Bildniß. Siehe Tab. XI V. f. 1682. - . 168z. Gerhards Wittwe, welche her- nach die Druckerey an Hrn. Spörlin überlasten. 1683. Johann Michael Spörlin. Nach seinem Tod 1705.-1721. dessen Wittwe. Jetzt liegt die Dru- ckerey stille. Spörlins Bilvniß. Siehe Tab. XVI* Die Siebende. 164z. Michael Lndeer hat zugleich, mit jfahartft 5riedrich Endrer den. Buchhandel geführet. Ihr gemeinschaftliches Jnsigne war eine Sonnenuhr W einer Säule; Die Endten schwimmen, wie bey den andern, im Wasser. Aus beyden Seiten stehen Sonn und Mond in Weibsgestalt. Die erstere hält einen Scepter mit einem Auge, und die letztere einen Scepter mit einem Stern. Das schwache Kleid des Mon- des ist mit vielen Sternen überstreut, in der Lincken Hand halt der Mond einen Zettel, worauf die Worte stehen: Retpice finem & nunq^arn peccabis. Er lebte bis 1682. Worauf l682. Lalchajar Joachim iLndter, dessen Sohn die Druckerey bekam. Siehe dessen Bildniß. Tab. XIV. l). G 3 1717 102 Rmy gefaßte Nachricht/ 1717. Ashayn Daniel Mprer, Buchdrucker und Buchhändler war gebohren i6gr. den 6 April, ein Encksl des erstgevachten Michaelis Er hatte die Drucrerey bis an ftin Ende 17z r. Sein Jnsigne war das allgemeine Endterische Wappen. Dessen Bildniß stehet iab.X V. e. i7Zl. führte die Frau Wittwe die Druckereyfort, und 1732. verheyrathete sie sich mit Franciscus Rön- gstt-, welcher nunmehxo die Druckerey unter seinem- Nayiert fo^setzet. Die Achte. 1571- Joachim Lsfcmt; Won dem obeK. »589- Thr-stopb L.schmr,und Ioha?m ^.sfmatttt. 1602. L-udwig L.ochtter. 16^2 Iohann Christoph L.schtter, hierauf kam d.-ssen Bmde.r L.eon°wrd Chri^opb L.ochtt?e, Buchdrucker und BuHi'ändlsr sowohl in Nürnberg als Regen- svura Er starb »684 Dessen Bildniß liebe T»b.XlV c »68: D ss'-' Wiwwe. 1^99 m'ich: 5t Goccfttöd ^aitt, gebürtig aus Obervamna in Schlesien. Er war gebvhren 1659. den 6. Sept und hsyrathete »689 L. eintzigs Tochter, wodurch er also desselben Druckerey überkam. Er war ein Gelchr- ter und fleißiger Mann. Im Jahr 1719- öen 26. May gieng er den Weg aller Welt, und hinterließ eine eintzige Tochter. Siehe dessen Bildniß Tab. XII. d. *7*9. ?oha sr denn die Druckerey käuflich annahm. Nach dessen Tod kaufte selbige 1729. tNtchae! Arnold. Endlich beschlösse ich die Nachricht von Nürnberg mit Johann Danie! Tauber, Buchdruckern und Buchhändlern in Nürnberg und Altorf Er wae 1641. den 4 Dec. gebohren, eines Hochedlen Raths Beysitzer, und ist 1715- den 5. Jan. im 7^. Iahe seines Alters wieder gestorben. Sein Jnsigne wav bald ein fliegender Engel, welcher m der rechten Hand einen Zettel, worauf die Worte: Fac & fpera,unö in der lincken Hand eimn Schild mit dessen verzöge- ven Namen l)iüt; Über den Schild ließt man: !)eu» prorurabir Bald ein Berg, an welchem in einet» Nautencrantz dessen verzogener Name j. 0. T. Q- ben auf dem Berg steht eine Taube, welche einew Zettel halt, worauf die Worte zu lesen : Etsibi& aliis; Bald einen Schild in zwey Felder g-theilet, in einem ist eine Schlange, in dem andern eine Taube. sen Bildniß. Siehe Tat». XV. Prag. Herr Carl Zerdinand Arnold von Dobeoskan, der Römischen Kayftrlichen und Königlichen Catho- lisch-n Majestät Nach , Königlicher Hof-Buchdru- ck-ir und Primator der Königlichen kleinen Stadt PrSß, wie auch Obrister - Wachtmeister über die Stavc-Comvagnien, und bey der hochlöbl. Haupt- £<-ct,fkatiom8 Commission Assessor im Königreich Böhmen, hat das Licht der Welt 167z. erblicket, und nachdem selbiger seine Studien geendiget hatte, G 4 s» i«4 Rurygefäsite Nachricht, so hat er sich auch aus Die freye Kunst der Buchvru- ckerey begeben, solche, ilvie es sich gebührer, erlernet und postuliret, alsdann seines Herrn Vaters, wel- cher Raths - Verwandter in der Königlichen kleinen Sladt Prag, und zugleich Buchdruckerherr gewesen, Buchdruckern) übernommen; Et vevehlichte sich mit Jungfrau Helena, gebohrne Zuckmandlin, und er- zeugtte mit ihr folgende Kinder, Herrn Carl Ärnold von Dobroslau, ]. U. D der Rom Kaysecl. und König! Cathol. Majest. Appellations-Rath, und des hoch Authorsii ten juclicii delegati Venatici Assesso- rem Tit. Herrn Frany Arnold von Dobrosla» der Römischen Kayserlichen und Königlichen Catholi- schen Majest. Cammenath in dem KönigreichBöhmen z.) Herrn Joftphum, welcher gestorben ist; 4.) Frau .^ranciscam, die erstlich an Tit Herrn 8«x, Kanserlichen Richtern in der Königl. Stadt Glattau in Böheim verheyrathöt worden, nach Absterben des- sen aber mit Tir. Herrn Reichard, gewesenen Regf- stratore in diaetaiibus &\'ub\ eis bey d.r Königlichen Stadthalterey in Königreich Böheim, verehlichet wurde. 5 ) Frau Äarbaram, welche an einen L>o- ctorern Medicrnasju Carlsbad verheyrathet ist. 6.) Jungfer Catharinam, 7) Iunafer Mariam An- ti«m, 8) Herrn Ishannem XOmcedaum, so verstorben 9 ) Herrn Iohannem Nepsmucenum/ des ritterlichen Ordens derer Creutz Herren mit den ro- tfjert Stern Prosessum, 10) Jungfer Iosepham und 11.) Jungfer Theresiam. Sein Wappen bestehet aus wey Feldern, ob welchen ein mit Wolcken um« Aebener Srern sich befindet, und über diesem ist ein Stuck von einem Helin zu sehen. €atl Frany Rosenmüller, gebohren in der Kö- MAichen Hauptstadt Prag im Königreich Böheim, in» vStt einigen Buchdeuckeett. 1 05 im Jahr 1 707. Den 4. Junii, Dessen Herr Vater war Carl Frany Rosenmüller, Bürger UND BuchDru- cker in Der Königlichen Alr-SraDt Prag, wie auch Der 16lM Kömgl 3oU=Adniinistration im Königreich Böheim geschworner BuchDrucker, ingleichen von Dem hochlöblichen König! Appellation Tnbunali vorgestellter Insjector UND Sequester Über die Prager Zu- Den Druckereyen, welcher unter andern Büchern das Alphabetische Berzeichniß Der hohen Avelichen Bo- heimischen StanDes Geschlechter mit ihren Posseßio- neu / Officinen, und Titulen, nicht minder die in Vo- heimischer Sprach mit besondern allergnadigsten Kay-, serlichen und Königlichen Privilegiis gedruckte Zcitun- gen zum erstenmal ans Licht gegeben; die Frau Mut- ter war Theresia, eine gebohme Uhlitt. Er hat Humaniora & Philosophiam in Der Pragerischen CaroIo-FerdmandaiTchen Universität studirer. Die Jura aber ließ er sich als Buchdrucker von einem Correpetitore privatim lehren Aus der Philoso- phie begab er sich auf die Kun|] der Buchdruckerey, und lernete solche bey seinem Mrrn Vater zu Prag, und wurde Ao. 1726. losgesprochen, worauf er bey einer i4tagigen Frist den Gesellenstan!» erhielt, und alsdenn 1727. in den Herrenstand trat, indem er die vaterliche Buchdruckerey überkommen. Diese Dru- ckerey ist im Anfang des jetzigen Jahrhunderts von oboesagten seinem Herrn Vater neu aufgerichtet, her- nach mit der Michalkisch, Betteklsch gewesenen Druckerey vermehret worden, cum iuribus & Privilegiis Paternis, welche von Jhro Kayserlichen und Kö- niglichen Catholischen Majestät nicht allein bestätiget, sondern auch mit neuen Privilegiis begnadiget wor- Den. Hierauf hat er selbige mit dervormais^enn-- G 5 gm* föS Ruey^efaßte PWWchly gerischen, als denn Lmt^rijchen, und letzlich Iv» hantt Gchramtsch gewesenen Druckcreyund mit mehr als 30. Centner neu gegossenen Schrifftev, nebst andern.darzu gehörigen Borrath Kunjlreich gezieret, nachdem ihm aus der ftinigen gegen 10. Cmtner,wis auch aus den Bücher-Verlag über 400 Fl Werths entfremdet worden war Er verehlichte sich i737* den 25. Fedr mit Sophia Johanna, des verstor- benen Herrn VOm%tl Teply, beym Königl. Ober- Steuer-Amt-Generabund Revifkations* Acten Kegi- ßr.itoris und Bürgers der Königlichen Alten Stadt Prag, jüngsten Iuligfer Tochter, mit der er eine» Sohn, der gleich nach der Taufe, und eine Tochter^ welche in der sFten Woche ihresA!tersan Blattern gestorben, erzeuget hat. Er ist der löbl. Königlichen Zoll'^U'ninitt'stlonsimKönigreichBöheimgeschwor» ner Buchdrucker, dann vorgesetzter Inspector und Sequester über die Prager-Juden-Druckereyen und posseßionirter Bürger der Königlichen Alten Sradt Prag. Zu seinem Symbclo führet er ein Rofetum, ans welchem ein Mafin die blühenden Rosen abbricht^ selbige in eine Mühle wirft, welche übermahlen als Bücher hervor kommen, mit beystehenden verzo- genen Namen und der Uberfchrifft: Colligo Flores Rotarurn, Wendel Urban Suchy, trat ans Licht der Welt in der Köntzlichen Men Stadt Prag 17a?. den 27. August. Dessen Herr Vater war Zacob Suchy, Bürger in der alten Stadt Prag, die Frau Mutter £atbaxin<\ , gebürtig aus der kleinern Stadt Prag. Den Grund zum Studirsn hat er in der alten Stadt Prag gelegt, darauf er 17«?. den 10 Decemb die Kunst der Buchdruckerey bei) Herrn €aü ^bann Hraba * ystt einigen Du chdruckettt. Hrqba in der Stadt Prag zu erlernen angefangen har Alsdenn ist er bey der gantzen löblichen Geftll- schafft zu Prag wieder losgesprochen worden, da er denn *?28 den 19. Iunii bey der gantzen löblichen Gesellschafft postuliret hat, und darauf zu przibram bey der verwittweten Frau Agnes Ktihnelrn Factov worden ist. Im Jahr 1730 ist er in. den Herren- stand getreten, und hat sich vom neuen eine Buch- druckerey zu Glarmu in Böhelm aufgerichtet, welche er 17ZD. nach Prag verleget hat. Im Jahr 1729. den 26. Febr. hat er sich mit Rosina L.udmilla, des k,ottfteligön Joachim Frany prachinus, gewesenen Bürgers und Buchdruckers in Przibram, hmterlas- senen Jungfer Tochter verehlichet, mit welcher er 3» Töchter iLlisabecham, Barbaram, und Cachari- «am erzeuget hat, davon die letztere nur noch am Le- t ben ist. Zu seinem Symbolo führet er einen dürren Baum (Suchy, Bömisch Dürr) welcher einige grü- »ende Zweige hervor bringet^, mit der Uberschrifft: Culta Floret. Johann Julius Gexzabeck erblickte das Licht der Welt «n der Königl. Haupt Stadt Prag 1697. den 7. Iunii. Sein Herr Vater war Johann Gerza- bek, Buchdrucker zu Prag, die Frau Mutter jLleo- nora hinterlassene Tochter des Herrn Johann ZVid- mann, geweseneu Bürgers der Königlichen Stadt Prag. Die studia humaniora hat er zu Prag vollen- ': det; hierauf hat er die Kunst der Buchdruckern) zu Aüreenberg 1714. bey Herrn Geotg Adalvexx Kinye! erlernet, davon er 1717- loßgezehlet wurde, und in ermeldeten Jahre allda pofiuliret hat. Im • Jahr 17ZZ. hat er sich desHerrn Johann VDent&l Helms Druckerey gekauft, weicher sie 1706. »eu auf- geriH- iös Rmygefaßte Nachricht,. gerichtet hat. Im Stand der H. Ehe ist er 1734. getreu ten, dessen Ehegattin ist J^natia Iosepha-Hrn.Ioh. petu Rehrs, Bürgers zu Sobotka eheleibiiche Toch- ter,mit weicher er eine Tochter L.udmiUam El>sabech^ wie auch einen Sohn 8rany fürstlicher Ertzhischöfflicher Buchdrucker worden. In Wtz ctrtrgett Buchdruckeett. 105 w ------------:— . -- In seinem Symdolo ist zu sehen oben das göttliche Auge mit ver Beyschrifft i)eo duce, unter welchem sich ein auf einem Tische aufgeschlagenes Buch befindet mit diesen zwey Worten: *cte Comite, darneben lieget ein Winckelhacken, zur Seiten sitzt bey einer Säule ein Knablein, weiches ein Schild mit dessen verzogenen Namen hält. Jobann €atl Hraba trat ans Licht der Welt in der Königlichen Hauptstadt Prag r 7 l 6.>.den 11. May. Sein Herr Vater war Johann Carl Hraba, verer Tit. Böheimischen Herren Landstande Buchdrucker zu Prag in Böbeim. Er hat Humaniora) wie auch Philosophiam in der Pragerischen Carolo Ferdinan- daischen Universität zu Prag absolviret, und ist.zu ei- nen Magister aixium Itberalium & Philosophie crei- ret worden. Darauf er 172^ dieBuchdruckerknnstpl lernen angefangen Hat,wovon er 17ZZ. loßgesprochen wurde,und 17z5- bey selbigen postuliret Hat. In ermel- deten ZaHre ist er Herr geworden und hak seines Hrn. Vaters Druckerey angetreten,da er dann in eben dem Gradu,als Böheimischer Hrn. Landstande Buchdru- cker angenommen worden. Sein Signet und Symbo- !um ist: Ein stehender Mann mit einem Rechen, Böh- mischH?abe,aufeinem Felde,der die l>erumliegende und zerstreute Geträyd Aehren mit demselben versammletf über ihm ist die göttl. Sonne mit dem Auge Gottes, in der mitten, so aufden Mann herunter scheiner; Auf den Seiten sind blasende Winde, die die Aehren zer- streuen, über der Sonnen ist die Jnnschrifft : Qui non colligit rnecum, dispergit, Georg ^.abaun gebohren in der Königlichen Hauptstadt Prag im Königreich Böheim 1717. den 29. Junii. Dessen Eltern sind gewesen Herr Georg &.ebwn f Buchdrucker in der Königlichen Sradt Prag, -5s Rttttzt^efiEte rta$ti$t, Prag, die Frau Mutter Cacharma Alisßi». Im Jahr 1724. trat er bey seinem Herrn Vater in Dfe Lehre und hat zugleich unter dieser Zeit die humaniora imAcademischen CollegioSoc. JEjü zu Prag absol- viret. Im Jahr 1733. wurde er wiederum freyge- sprechen und 173 ?• hat er zu Prag in seines Herrn Vaters Buchdruckerey sein Postulat verschencket. Worauf er 1736 Herr worden, indem er seines Herrn Vaters Buchvruckerey, die von seinem Groß- vater aufgerichtet worden, cum jure & Privilegio Übernommen hat. Im Jahr 1737. verehlichte er sich mit Cacharina Pekarktn. Zu seinem Symbolo hat er einen in Wasser mit angenehmen Regen benetzten, und unter einem Regenbogen herumschwimmenden Schwan mit der Überschüsse. Abundans Äqnis Iaetatur. Matthias Alederich Raudelka gebohren in der Königlichen neuen Stadt Prag den 8. Febr. Au. 17u. dessen Herr Vater Jacob R»udeli?a, die Frau Mutter Doroch^a. Im Jahr 1725. hat er sich zu der Buchdruckerkunst gewendet Md selbige bey Hrn. Frany Äeorg GchßrochoWsky/ Buchdruckern in der König!. Stadt L.eutmeriy erlernet, worauf er 1730. den 2. Der. wiederum freygesprochen worden ist. Im Jahr 1732. den 8. Febr.har er sein Postulat in der Privilegirten Buchdruckerey derer wohlehrwürdi- gen P. P. Soc JEsu zu Breßlau verschencket, wo- raufer 1739. den 20. May die Druckerey angetreten hat, welche von dem Herrn Schilhare, Ertz-Bi- schöfflichen Buchdruckern, neu angelegt war. Nach dessen Tode aber ist selbige dem Herrn Hager zugefal- len, indem er Die. hinterlassene Wittwe geheyrarhet hatte. NaH dessen seinem Tode aber hat einer mit vsn eMgett ZZuchdruckertt« ||.| Kamen Antoni Preysi von der Wittfrau die Dru« Mey gekaufft. von welchem er aber dieselbige wieve- rum m kurtzer Zeirerkauffr hat. Im Jahr 1739. den 4 Junii trat er in den Stand der H Ehe mit Io- hanna, Herrn Lvenyels Gaukele, Bürgers der Königlichen Neustadt Prag, hinterlassenen We. Tochter. Sein Signet ist ein Baum, und in der Mitte desselben der Heilige Matthias mit einer Hacken. Ausser dem befinden sich daselbst noch drey Druckereyen. als: 1) Die Clerzbeklsche, welche von Herrn Carl Gerzabck, der eine andere Bürgerliche Nahrung zu führen angefangen, und seinem Sohn J^natic Ger- Aabek, solche gerichtlich abgetreten hat Es wird selbige durch einen Fäctor fortgesetzt, biß ietzt gemeldeter Sohn seine Lehrjahre vollbracht, und poftuliret ha« ben wird. 2) Die Clementim'sche derer Wohlehrwürdigen Patrum der Gesellschafft JEsu wird qua privilegiaxa durch einen Factorgeführet. z) Die Rönigvhöftr dem hochfürstlichen Ertz- bischöfflichen Prager seminario bey8. Adalbert gshö- rige Buchdruckerey ist fonsten durch einen Factor mit ein paar Gesellen geführet, nachgehenös aber an ei- nen Kunstverwandten verpachtet worden, wodurch derselbe den Titul eines HochfürstUchen Ertzbischöffli- chen Buchdruckers erworben hat. Heutiges Tages ist von ietztgemelter Druckerey obbesagter Herbere Fl'yky Pachter und folglich hochfürftlicher Ertzbi? schöfflicher Buchdrucker. Regenjpura Ichann vyy Chyydg ha.t schon \m Jahr w% m ii2 Rueygeßjsste Nachricht, daselbst gedruckt ^.ejser 9.61. Wie aber vle^>ucy- drucker auf einander gefolget kan ich nicht sagen. Ich muß mich begnügen lassen/ daß ich von folgenden eine Nachricht geben kan: Hieronymu»L.eny, beschritte diese Welt im Jahr »696. den «3. April zu Erfurch, einer uralten grvs» sen und berühmten Churmaynylschen Kauf-und Handelsstadt in Thüringen Sein Herr Äater .war Jacob L.eny, Bürger und Gärtner daselbst: die Mutter Lacharina, eine gebohrne Creuybt rgertn, der Großvater aber Herr Orrc» L^eny, weylanv Bürgermeister in der deö heiligen Röm. Reichsfrepen Stadt Vl?inshelm;die nunmehro entschlaffen sind : Im Jahr 17» 1. und zwar im Monat May machte derselbe bey Herrn Johann -Heinrich Groschen zu Erfurth den Anfang zur Erlernung der Buchdrucker- kunst, welche er im Monath Decembr. des 1715. Jahres glücklich zu Ende brachte. Nach überstandener Lehrzeit trat derselbe noch in .ebendiesem Jahre seine erste Reise nach Leipzig, und die erste Arbeit bcy dem damals noch lebendenHerm Johann Heinrich Richtern an; von wannen er zwar im Monath Julio 17*7. nach «Berlin in die Königliche Preußische und Churfürstliche Branden- burgische Hof-Äuchdruckerey zu dem damaligen Hofbuchdruckerherrn Güßmil^ verschrieben wurde: Alldieweilen er aber daselbst an Herrn Gorchard Schlechrigern, der Königlichen Preußischen So- cittät der Wissenschafften Buchdruckern, einen redli- chen Landsmann antraf, so gieng er mit Vorbewust gedachten Herrn Güßmilchv bey demselben in Arbeit, in dessen Ofsicin er auch noch selbigen Jahres 1716. sein Postulat verschenckte. Nach anderthalb Iah« xm von einigenBuchdruckern. 113 ren muste verselbe, wegen ver vamahlig-gefährlichen Knegöläuffte, diesen Welt berühmten Ort verlassen, weswegen er sich wiederum nach Leipzig zu ermelve- ten Herrn Rtchtern, hierauf im Jahr 17*8. nach Zwickau zu Herrn Gabriel Süschein und von dor- ten noch in selbigem Jahr nach Nürnberg zu der Frau Spörlm in ander weite Condition verfügte, an wel- chem letztern Ort derselbe anderthalb Jahr in dee Druckerey gestanden. Hierauf wendete er sich um Ostern 1715. nach Saiyburg zu Herrn Johann Joseph tNayern von tNayereck bey welchem er 1. Zahr arbeitete, und sodann wiederum nach Nürnberg zu erwchnter Frau Spörlm in vorige Condition gieng. Nachdem aber dieselbe ihre Buchdruckerey zugeschlossen/ so wurde «r im Monat Septembr 1721. nach Regenspurg zu Herrn Johann Heinrich Rrütingern verschrieben, allwo er aber nicht langer als biß auf denMonat April des folgenden 1722. JahrS verblieb> um welche Zeit derselbe nachDOien reisete, und bey Herrn Andrea» Hryingern Condition an- nahm. Nach zweyjährigen Aufenthalt daselbsten, da immittekst vorgemeldter Herr ^rütinger zu Re- genspurg im Monat April 1724 Todes verb ichen^ wurde er von dessen hinterlassener Wittwe ersucht, bey derselben wiederum Condition anzunehmen, worinnen er auch willfahrte. Als er bey selbiger kaum eine Messe als Gesell seinen gantz besondern Fleiß erwiesen, sv wurde ihm die Factors Stelle angetragen, welche er zwar anfanglich wegen trifftigen Ursachen ausschlug^ jedoch aber auf ein und andere Vorstellungen sich end- lich derselben umerzog; und dahero den Sonntag nach Maria Geburch als Factor vorgestellet wurde. Kurtz darauf, nemlichdm 5-Novembr. besagten 1724. H Jahrs. Jahrs, verlobte er sich mit erwehnter Frau Rrütin- ^erin und vollzog den 25.April !725.solclMVerlö0niß 'durch Priesterliche Copulation. 'Nach ihrem Tode, welcher den 29. Febr. »728. «hne L.eibeserben er- folgte, verehlichte sich derselbe zum andern mal mit Jfr. Anna'Cacharma, einer gebohrnen Drumme- ritt, eines Vlerbraüers Tochter, mit welcher er zwey Kinder, und zwar den 17. Julii 1729. eine Toch- ter, MagdalenaLachariM, undden i z.Junii i?3h einen Sohn, 'Hieronymus gezeuget, weiche erstere den29. Januarii ^zo. der andere aber sogleich nach empfangener Tauffe wiederum verschieden, nach des, sen Tode die Mutter ebenfalls, und zwar den 22. Ju- nti 1731 als Kinebetterin das zeitliche geseegnet, hie- rauf schritte er den 20. Nov. jetztbesagten i73'.JahrS mir Jfr. Carharina Ellfuberha, einer gebohrnen Fabriciusich eines berühmten Chirurgi Tochter, zur dritten Ehe, in welcher ihm vier Söhne und eine Toch- ter, nahmentlich Johann Hieronymus, Gc'drg Ja- cob, G^org paul, Sabina iLll'sabeclpa und Chrl- stian Gottiiel? gebohren wurden, von welchen jfr- hann ^ieronymu« und Sabina Elijaberha wiede« .rum verstorben, die übrigen z. Söhne aber sich noch am Leben befinden. Seine saubere Schrifften> Fleiß und genaue Aufsicht haben bey einer höchst und hochansehniichen Ge- jandschassc daselbst ihn dergestalt beliebt gemacht, daß er der hohen Gnade gewürdiget wird die meisten deroselbenSchrifften zumDruckzu befördern; Gleich- wie als etwas besonders von demselben anzumercken, daß seine Redlichkeit bey denen Catholischen Herren. Buchhändlern ein dermassen gutes Vertrauen g^gen ihn erwecket, daß sie kein Vedencken getragen seiner Press? ► VON einigen Buchdruckern. n$ Presse eine Bibel in lateinisch mir* teutscher Sprache zum Druck anzuvertrauen, welche er auch dergestallt glücklich zu Stanoe gebracht, daß sie ein sattsames Vergnügen darüber bezeuget haben^ Wie eifrig er fernsten bemühet sey, der gelehrten Welt einen netten Druck zu liefern/ davon können, ausser ietzt angefuhr» j ten, noch viele andere sauber gedruckte Wercke ein wahres Zeugniß ablegen, unter welchen sonderlich des Hrn. rvillh. VDtinmann berühmtes Botanisches Werchso unter ütm^\tXX\xMultili?igiiisPbytauthoZii^ Iconographice WeinmanniancB Index &c. in med. fol- 1735. angefangen und noch bestandig continuiretwird, ittgleichen Dibuci Nifini Opera in 4. Tomos digefla, &c insol. so im Jahr I7Z8. aus dessen Presse herfü? gegangen : wie nicht weniger Thesauri praBici JBe- soldiani Tomus I. welchen er noch in diesem 174.0, T Jahr der gelehrten Welt vor A«gen geleget, vor an- dern dem Preiß behalten. Zum Symbolo führet er die Worte Davids, aus PC. LXXI, 1. In te Domine, speravi ; noti confundarin aternum. Sein Jnsia- 1 ne ist entlehnet aus Jos. VIII, 18.19. und stellet den. Josua vor, wie derselbe aufGottes Befehl die Lantze gegen die feindliche, und nachmahls gewonnene Stadt A» ausgereckt- Gleich wie nun derselbe durch seine sorgfältige Bs- mühung nicht nur die hohe Gnade derer meist, n höchst ' und hoch ansehnlichen Herren Gesandten inson- derheit, sondern auch die Gunst und Gewogenheit derer Herren Gelehrten überhaupt erworben ; also zweiffelt man nicht, er werde fernerhin durch seinen rühmlichen Fleiß der gelehrten Welt noch mehrere er- sprießliche und ruhmwürdige Dienste leisten. H » Chkk- zi6 RtttyZefaßee MMZW Christian Gortlisb Geiffart wurde 1696. dett 7ten Julii in XVenigstmminer, ohnweit LLrfurch^ gebohren. Sein Herr Waierwar Daniel Geiffart, Damahliger Pastor daselbst, wurde aber hernach als Diaconus zur Gt. Marien Rirche nach $xoi&au in seine Geburtsstadt beruffen; Seine Frau Mutter Maria Elisabeth, eine gebohwe Geehausm, eines Rathsherrn Tochter aus Ältenbutg. Im gedachte» Zrvickan, allwo er erzogen worden, hat er 1700. bey Herrn Johann David 8rideeici die Buchdrucker- kunst zu erlernen angetreten» Nach dessen Endi- gung 1714. hat er eben daselbst postuliret, und sich als- denn nach Jena, und 1715. nach Leipzig, von dar sich Z7i9.weg> und an unterschiedliche Oerter noch bege- ben. Im Iaht 1722. kam er nach Regenspuro, und kauffte allda 1725. Tir. Herrn Jol>;nn Conrad Z)eeyens, p. t E. Ehrlöblichen Hannßgerichts Asses- (bris, aufgerichtete Buchdruckcrey und verehlichle sich den 25 Julii in eben diesem Jahr mit Jfr. Rebecca- Cathatina, einer gebohrnen I^rämetin,ve6weyland Tit. Herrn Joh. <ßeotg Krämers E. Ehrlöblichen Stadt Gerichts ^ttes. in"Regenspurg hinterlassenen Tochter, mit weicher er 11. Kinder, als 7. Söhne und 4. Töchter erzeuget, wovon noch eine Tochter Ma- ria Cacharina und ein Sohn Andreas Gottfrieds am Leben sind; die Bücher,weiche nebst seinen in Wer- lag habenden bekannten Historischen und geletzrre» VLachrichtett bey ihm verfertiget worden, sind mei- stens Lexica, als Kirschü, Wtigneri Phraseologm und andere, nebst unterschiedlichen Autoribus Classicw a als Cicerouis Orationes, Epiflolce, Officia, it. Plinhts 9 ffrgilius &c. Sein SvmbolM ist; CuflctaGuber* von einigen Buchdrun, Annales Cißercienfes Cisterci- ensische "JctbuB Geschick)--e 5. Theile, davon aber noch 2. unter der PwD sind. Bßldi Thesaurus Prafl. Contin 2U1 Theil, nebst nvch andern zu ge- schweigen Sein Jnsigu- ist: ein Ccucifix mir oer Um- schriist: Inbocßgno vimes. Schweden. Die wenigsten, so von den Buchdruckern hishie- her etwas dem Druck überlassen, wUen etwas von Schweden. Wenn es hochkommt, so schmbIman: z, Von den Schwedischen Buchdruckereyen hat man,, Fabiani Torneri Historiarn Artis Typographi „ eainSuecia, welche zu Upsal, 1722.8vv. heraus-,, gekommen UNd Johann ^/w^/^riTyp^graphicaj,, Artis in Suecia Hist. welche zu Rostock 1725. in 8vo,„ Herfür getretten. Ich kan aber auch von diesen nicht,, melden, ob sie die ersten Buchdrucker in Schwe-,, den und deren Bücher angemercket, weil ich beyde,, nicht besitze, doch sollte ich es fast, vermuthen. „ Bis Hieher Herr fester p. 85. Es wird mir erlaubt ftun, die Fehler zu entdecken, die ich iy diesen Worten finde. von einigem BuchdWckertt, ii$>, finoe. Einmal wird aus einer eintzigen Dissertation ein doppeltes Buch gemacht; vors andere wird der rechre Verfasser Alnander in Almander verwandelt. ES ist ein doppelter Druck , aber nicht ein doppeltes Buch. Ich will nur den gantzm Titel hersetzen, so wird Man so gleich klug werden. - Ioannis O, Alnandri Hi- ßoriolaartis Typographie» in Suecia; pubiica &so- Jenni exercitatioue ; sub. moderamine ceieber„ viri M. Fabiani Tomen, Eloqu, Prüf. Reg. & Ordin. Up- saliae 1722. primum proposita 3 nunc vero recusir,, Rostochü & Lipsise, 1725. in.8vo Wer sieht nicht den doppelten Fehler^ein ? Und so gehts^ wenn man seine Wissenschaft ans Catslcgis lernet. Ich besitze den Nachdruck jelbsten , dahero vermuthe ich dieses nicht, sondern ich weiß es gewiß. Darinnen ist aber die Wer- muthung richtig, daß in dieser Disputation von den ersten Buchdruckern in Schweden Nachricht gegeben wird. Ich will mir also daraus zu Nutze machen, was ich vor nöthig halte. Damit ich nun von dem er- sten Anfang der Buchdruckerkunst in Schweden etwas anführe; So dienet zurNachricht,daß selbige 148? von Johann Stt?ll nach Stockholm zu erst gebracht wor- den, und von ihm folgendes Buch: Dyalogus Creatu- rarummoralizatus impressus per Ioan. Snell, Ar- tis imprelsorie magiflrum in 4to ZUM Vorschein gebracht worden sey. Hier folge ichHerrn Alnander», eben dshew muß ich meine Ordnung andern, deswegen handle ich zu erst von Stockholm. 1483. Johann Snell, ist nicht nur in Stock- Holm, jondern auch in dem gantzen Köniareich Schwe« den der erste Buchdrucker gewesen. Man weiß von ihm weiter kein gedrucktes Buch, ausser demjenigen, s» •P 4 ' ich 120 Rurygefäßre Nachricht, ich bereits angeführet habe. Es ist auch keine Nachricht fern, r von ihm >.u finden, ober in Schweden geblieben, vver wletzer »ach Teutichlano zurück gegangen sey. 1495. Johann zjabri ist so gleich im folgenden Jahr wieder gestorben. Von feinen gedruckten Bü- chernweiß man i.) Qomadi Rogee KreuisriiZm Stje'g*. nenie nouurn, Hoirrns per loan. Fabri 149$. 2 ) loan. Gerion de tentationibus Diaboli. Impressus StokholmiK uer loan.. Fahrt 1495. z.) Breuiarium secundum ritum Ecclesiae Vpsalenlis. AlTumtum utperficeretur per prudentem virum pie memorie loan. .F^mmpixssorem Holmeniem, Consumma- tumq ue ibidem per magistros impressorie artis. SoU licitante eiusdem vxore relicta fide digna Anna,. Z4<-6. Dessen Frau Anna hat also die Druckerey fort« gesetzet. Wie lange es aber gedauret kan man nicht sagen, weil man sehr wenig Bücher weiß, und die man noch weiß, sind alle ohne Namen des Buchdruckers ge- druckt. Hier ist also eine Lücke, davermurhlich einige Buchdrucker in Stockholm gelebt haben müssen, die Aian aber nicht nennen kan, weil sie sich auf ihren Bü? chern nicht genennet haben. Denn man findet erstlich wieder 1549. 1592. Amundus L.auremii. Erhat ver- schiedene Sachen gedruckt, vornemlich aber um daö Jahr 1549 Das Neue Testament Schwedisch. 1576. Tobernus Tiedemann. Er hat Liturgiarn Suecan» Ecclesia? eatholicar & orthodox« confor« mem 1576. in 5. und L.aur. Petti, Gothi, Catechesin Kvo. cod, a. gedruckt. >578. Andreas Torstani. Won diesem weiß NanWeiter nichts, als daß er von B« nedicr. Glaio ein mediciniftHes Buch 1 578. in 4ko gedruckt habe. I57S, vsn einigen Buchdrucker^ ,2V 1578. 1610. Andreas Gutterrviy. Er ist 1 s 10. gestorben, und dessen Wittwe hat die Druckerey ei- nige Zeit fortgesetzet. Endlich aber ist die Gutter- wiyl'sche Druckerey von dem Königl. Zehnden zum Gebrauch der hohen Schule zu Upsal gekauft worden. 1608. - - 1640. Christoph Reußner, hat an- fanglich zu Rostock eine Druckerey gehabt, und bis i6o&- vaselost allerhand gedruckt, in welchem Jahr ee nach Stockholm gekommen ist, und daselbst bis 164s. gelebet hat. Er wird inögemem Reußnee Senioe genennet. i6iz. - » i62r. Glaus Glai, hat sich von Stock- Holm weg und nachArosia, oder NOtsteras in We- stermannland gewendet. 1622. Olaus Olai Euaus hat sich bis um diese Zeit m Stockholm aufgehalten, hernach aber in Gcrengene», oder Stregnes, in Sudermsnnland^ feine Druckerey geführet. 1646. Peter von Selou , ist von dem König in Schweden Gustaph Adolph von Teutschland hicher beruffen worden , damit er Moscowitische Schriften drucken möchte. 1625. Heinrich Reysee,. bekam von dem König in Schweden Gustav Adolph eine erbeutete Drucke- rey gefchencket, weil er unter ihm Kriegsdienste ge- Lhan. Er muste selbige Stockholm anlegen» Ab- sonderlich war er ein vortrefliclxr Holtzschneider, wis man aus dessen Infignibus Nobilitatis Suecanae ligno insculptis ersehen kan Weil er aber den gehoften Lohn nicht erhalten, so hat er die Holtzschnitte alle vex- Herbet, dahero dieses Buch ungemein rar ist. Johann jMnsto», der altere, ein Buchhändler von Amsterdam, bekam von der Königin ChristinÄ H 5 vlcht i2a Kumgefdgte Nachricht, nicht nur die Freyheit, daß er zu Stockholmeine Dru- ckerey anlegen dürfte, sondern er genoß auch jährlich drey hundert Thaler Gnadengelder aus derKöniglichen Cammer, und durffte von allen Pappier, das er nach Schweden bringen ließ, keinen Zoll geben. Es war ihm ferner erlaubt, daß er mit Christoph Eustbio Waltzjd, eineni Buchhändler in Jena, so wohl zuStock- Holm, als Upsat Buchläden anlegen, dürsten^ ^elnrkch Reyser , der jüngere. Er war ein Sohn des vorhergeöachten Reysers. Als sein Herr Vater starb, so konnte er derDruckerey noch nicht vorstehen, dahero wurde selbige durch einen. Factor. L.oreny Hanßon rpall, fortgesetzet / bis er derselbigen selbsten vo stehen konnte . Diese Druckerey ist eine von den al- !er vortreflichsten Druckereyen in Schweden gewesen. Es sind auch ungemem viele grosse und schöne Wercke darinnen gedruckt worden. Absonderlich hat die S6)wedische. Bibel den. Preiß erhalten. Der Tod hinderte Hrn Reyser,daß er selbige nicht gar zu Stan-- de bringen konnte, weil er 1699. den 1. Aug. gestorben ist. Es lieferte dahero jelbige Johann Lr'nfi 3aU duitt/ als Factor. 1672. . . ,687- Ishtttttt Georg Eberdt. Nach seinem Tod führte dessen Druckerey ^.oreny XVall, eine Zeitlang als Factor fort. L.oreny Watt, ein Sohn Iohannis, bekam endlich selbst eine eigene Druckerey, da er von jeder Dru- ckerey, wo er vorhero Factor gewesen, einige Schrif- ken zum Lohn erhielte. Nach seinem Tod 1 694. folgte auf ihn Olaus iLnaue. 1688. J ohann Äillmgsley erbte Johann Georg Eberdts Druckerey, weil er ohne mannliche Erbenge- korben wax, und führte ftlbige eine Mang fort» Nach sei- von einigen Buchdrucker». 12z semuA Tod 1698. wurve Johann iLrnst^alduin Facror Darüber. 1692. Die Burckhardische Druckerey hatte ihren Namen von Georg Gottlieb Burckhardi, einem Bachhändler, weicher selbige zu dem Ende ungemein prächtig anlegen ließ, damit er die Bibel in 8vo. sehr sauber drucken lassen könnte. Anfanglich bediente er sich Jacobs Tide Hülfe, weil aber dieser dem Werck nicht gewachsen war, so wurde Johann Jacob Ge- nach aus Teurschland verschrieben, der in seiner Kunst vottreflich erfahren war , wie alle Bücher beweisen, die unter seiner Aufsicht gedruckt worden sind. Da nun 2)ul'ckhard:' seine Druckerey durch anvere Leure ver- walten lassen muste, und die oazu gehörige Klugheit nickt selbsten besaß; So sahe er sich endlich genöthiger selbige theils He^rn XVernern, theils Jul. Georg M^tchiä käuflich zu überlassen. ZTllarhanaet Goldcnau , erhielt aus besonderer Kö- niglichen Gnade die Freyheit seine ererbte Buchdrucke- rey durch Factors fortzusetzen, ohngeacht er die Buch- druckerkunst nicht erlernet hatte. Michael L.aurelius, kaufte des verstorbenen Hrn. ZZillingsley Buchdruckerey, und ist 1700. wieder ge« ftorben Nach seinem Tod wurde Andreas Biörck- mann, damals Universitats Buchdrucker zu Aboa^ Besitzer davon. Heinrich Reyser, ein Cnckel des. altern Herrn Reysers, gehöret deswegen unter die Buchdrucker zu Stockholm / weil er seines Herrn Waters Druckeren von Upsal 1701. dahin brachte, aus der Absicht, selbige mit der grossen Keyserischen Druckerey zu mremigen. Alleine, es wollte sich nicht wohl thun lassen, dahero für higs an Hmn Wmm 17 »Ukaust wmds. Zlartza 534 Rmygefi»ßte Nachricht, 'äton ^olm, einStiefsohndes ältern Herrn Rey- sers, war anfänglich ein Lluditeur. Da er aber sahe, daß seine Stiefbrüder der Druckerey nicht wohl vor- stunden, so faste er den Schluß selbige zu lernen. Er brachte es auch in kurtzeg so weit, daß er der Reiser- lt'chen Buchdruckerey 1714. als Factor vorstehen konnt«, welche er heruach in zwey Jahren in Be- fitz nahm. Bis hieher habe ich nun die meisten Buchdrucker- Herren in Stockholm nach einander erzehlet; Es sind aber noch verschiedene zurück, welche wegen besonderer Freyheiten ins besondere zu betrachten sind. Es sind neu.' lich die AömZlichen Buchdruckereyett. Ausser denen Freyheiten,jwelche einer jeden Druckerey gegeben sind, gemessen sie noch besondere Vorrechte und Gna- Qenge!dev. Es sind aber selbige folgende: Änuttdus €>lai/ erhielt diese Stelle von dem König Gtgismuttd 1594. welche hernach König Carl besta- tigte, und auf seine Unkosten theils zuAmsterdam, theils zu Lübeck von Andreas Fabri verschiedene Schriften giessen ließ. Nach seinem Tvd 161 u folgte auf ihn: Ignatius Meurer, aus Thüringen gebürtig. An- fanglich war er der Rechtsgelahrfamkeit ergeben, und hielt sich deswegen zu Greyphswalde auf. Er verließ aber die Studien und lernte die Buchdruckerkunst, worauf er sich 1610. nach Stockholm begeben, und Nach drey Jahren die Wittwe des verstorbenen Herrn Nnunbs Glai geheyrathet hat, dahero er alsdenn Königlicher Buchdrucker wurde, und dieses Amt bis ?666. mit allen Ruhm verwaltete. Er gab selbiges wegen hohesAltersauf, und starb im 8z. Jahr seines Alters 1672. Die Meurerische Druckerey soll hier- oufan Istzano GeHxg.ieberdt gekommen seyn. Georg VStt eittlgm Buchdttttkem. 125 Georg Hanrschen, war erstlich Universitats Buch- drucker zu Sorau in Daunemarck. Er hat sich her- nach nach Stockholm gewendet, und ist von dem Kö- nig Carl Gustav an des Meu/ter» Stelle 1666. den 30. Octbb. Königlicher Buchdruck« worden, worauf -er 1668. gestorben ist. Htcol XVantif, aus Schonen? heyrathete des Herrn Hamfchens hinterlassene Frau Wittwe, und wurde 1669 den 26. May Königlicher Buchdrucker. Nach dessen Tod 1689. wurde die Königliche Drucke- rey bald von MacchiaSyttamann, des Königl. Gy- mnafiums zu Wiburg Buchdruckern, bald von Glas l&nüo, bald von L.aunelio verwaltet, bis endlich Johann Heinrich VVemer, von Lüneburg , dee Königlichen Druckerey 1695. vorgesetzet wurde, welcher selbige auf seine Kosten mit vielen Schriften vermehret hat. In, Jahr 1705. den 5. Becemb. wurde er eigen- thümlicher Besitzer und Königlicher Buchdrucker, in- sleichen hernach 1719. den -4. December über alle Druckereyen in gantzen Königreich Schweden Di- rector. Wir werden hernach bald noch einmal von ihm reden müssen. Es ist bekannt, daß M Upsal ein CoII«gium Anti- quitaturnpatriarum aufgerichtet worden Damit NUK dieses Collegium ohne Anstand seine Wercke gedruckt bekommen möchte; So hat König Carl XI. -denen Mitgliedern dieses Eollegü die Freyheit ertheilet, sich ei- nen eigenen Buchdrucker zu erwehlen/ welcher eben dis Freyheiten und Privilegien gemessen sollte, welche ein Königlicher Buchdrucker hatte. Man hat abcr nicht eher als 1700. einen angenommen. Glaus -lLnaus, ist demnach der erste Königliche Antiquitats-Archws-VuchMcIr werdender hishero die 126 Rurygefaßte Nachricht die rvallische Druckerey hatte. Nach seinem Tod kaufte der obenberührte Königliche Buchdrucker, Herr Johann Heinrich VOemev, dessen Druckerey. Seine Stelle aber erhielt: Julius Georg March'ä, welcher sich 1711. mit desH^rrn Nachanael (Bo&smiu Wittwe verehlichte. Und nach dieses Tod winde: Herr Johann L.oreny %oin, Königlicher Anti- quirats Archiv!, wie auch des d.asigen Edlen und Hoch- weisen Stadt-Magistratö Buchdrucker, welcher jetzo derälteste ietztlebende Buchdruckerherr in dem König- reich Schweden ist. Er wurde -68 z im Monat Dec. von christlichen und erbaren Eltern zur Welt gcboh- ren. Die löbliche Buchdruckerkunft hat er zu Rürn, berg bey dem berühmten Buchdrucker Herrn Adam Ionarhan Zelsecker erlernet, daselbst auch, nach der Zeit nemlich 1704 sein Postulat verschencket. Wor- aufer viele Länder und Städte durch reiset, und die bö- rühmten Städte Augspurg, München, Znsprug,Ba- dua, Venedig, Saltzburg, Wien/ Prag,Dreßden, Leipzig, Breßlau, Berlin, Königsberg, und Dan- tzig besehen hat. In den meisten hat er sich eine Zeit- lang aufgehalten, auch bey berühmten Buchdrucker- Herren treu und aufrichtig conditionirt,und sich dadurch in seiner erleraienKunst eine guteWissenschafft undFer- ttgkeit erworben. Zm Jahr 1714 den z r. Mark, ist er von D«-.nyig, aufeinem Holländischen Schiffe, nach (p 5'.?i:sim abgegangen. Weil aber der Schiffer, wegen widrigen Windes, nach Gothland gieng, und f; asSchiffbeydemHafen Suschwickan denWall gestossen, so reißte er zu Land nach der Stadt XOisby. Er muste sich alldort, in Ermangelung einer Gelegen- heit,an den bestimmten Ort zz; kommen, etliche Wo- von einigen Buchdruckern. 127 chcn aufhalten, bis er endlich den 9. May in der König- "uchen Residentz-Stadt Stockholm ankam, wohin cr von dem Königl. Ant. Arch. Buchdruckerherrn Julius Georg Maechia, verschrieben war. Bey er- 'wehnten HcrrnM.nrhla conditionirte er alSdenn eine zeitlang treu und redlich. Als aber derselbige i7.' 6.ven 13. Jan. mit Tod abgegangen; So fügte es sich, daß er desselben Officin als Factor so lange rühmlich vorgestanden^ bis er 1717. den 2. .Junii des gedach- ten Herrn Matchia nachgelassene Frau Wlttwe zu seiner ersten Ehegattin erwehlet, und mit derselben auch ihres Qmn Ehemannes hinterlassene Buchdru- ckerey internen eigenthümlichen Besitz erhielte, weiche er nachdem sehr vermehret, und sowohl eingerichtet hat, daß sie nun die schönste in Schweden ist. Im Jahr *72i. den 2. Martii wurde dessen erste Ehe- gattin, mit welcher er christlich, friedlich, und sehr vergnügt gelebek hatte, durch einen seeligen Tod von dieser Welt, ohne hinterlassene Kinder abgefordert. Nach Verlauf eines Jahrs , nemlich 1722. den 5. Junii verehlichte er sich zum andernmal mit seiner Le- tzigen Ehegattin, eines berühmten Kaufmanns tu- gendsamen Jungfer Tochter, mit welcher ihn GOtt mit 5. Kindern geseegnet hat, von denen ein Sohn, dee zum Studiren gehalten wird, und zwey Töchter an- noch am Leben sind. Er hat auf seinen Reisen viele Gefahr und Verdrießlichkeiten erlitten, wovon er doch allemalwunderbarlich errektetworden; zu dessen christ« lichen Erinnerung hat er sich den schönen Trost-Spruch aus dem 7z. Psalm v. 23. Das ifi meine Freude, daß ich mich zu GGre halte, und meine Zuversicht seye auf deu H>Lrrn HErrn, zu seinem Sym- bolo auserkohren. Die auf seinem eigenen Verlag gedruck- 128 ' Rueygefasite Nachricht/ gedruckten schönen geistlichen und andere nützliche Bü- cher-, derer zur Zeit mehr als ein hundert sind, ha- hen seinen Namen in dem Königreich Schweden wohl bekannt gemacht, und ihm vielen Ruhm zu wege ge- bracht. Rechst dem gedachten Herrn Horn sind in Stock- Holm noch nachfolgende Buchdruckerherren., nemlich: Herr Peter Hyfiom. . . Carl?. Röpke. ° ° L.oreny L.udrvig Grefing.' - - Heinrich <£ Merckels Wittwö. Upsal. Won Stockholm wende ich mich nach Upsal. Ist ein Ort in der Welt, wo die Buchdrucker reichlich be- lohnetwerden, so ist es gewiß in Schweden, insonder^ heit aber zu Upsal. Der König Carl Gustav hat nicht nur einem Buchdruckerzu Upsal die Einkünfte von einem Ritterguth, sondern auch eine freye Wvh- nung allergnadigst zugestanden. Der erste Buch- drucker daselbst ist Paul Grus gewesen, welcher um das Jahr 151a gelebet hat,aufwelchen folgende nach einander gefolget: 1525. Äarcholomäus Fabri, hat 1525.. Statuta Prouincialia & Synodalia prouinciae Vpläl. gedruckt. 1537. Georg Richolf, von Lübeck. Wie lange er a llhier gelebt, ist unbekannt Denn zu seiner Zeit ist die hohe Schule unter dem König Johann bey na- h gäntzlich stille gelegen, folglich auch die Druckerey. 1604. Anundus Olau?, war Königticher Buch- deucker zu Stockholm und zugleich Unwersitats Buch- drucker zuilpsfli von einigen Buchdruckern. 129 . 1614.-1657, Sßfchilue Maechiä. Nach dessen Tov.. . jfo^önrt Pau!i> welcher zugleich einen Gchülfen Peter I<>hannem gehabt. Zu gleicher Zeit hatte auch Jansion allhier eine Druckerey, welche dessen Factor^ nemlich Heinrich von Erfurth/ an sich kaufte und von s6\ 9 . -1655. Universitäts Buchdrucker wurde.. Nach seinem Tod 1691. führte dessen Stiefsohn Carl Gustav Fredmni die Druckerey fott, welcher selbige hernach an Andreas Riettberg wieder verkaufte.. Heinrich Reyser> der Söhn wurde nach Curi- vnis Tod UniverfttatS-Buchdrucker> und verwaltete dieses Amt i c>. Jahr. Heinrich Reyser, der Cnckel/ würde anfänglich zum Studiren angehalten^ er lernte aber hernach die Buchdruckerkunst, und gi4ng nach TeUtschlanv auf Reisen. Nach seiner Zurückkunfft schenckte ihm sein Heer Vater die Buchdrückerey, woraus er 6. Zahr Univerßtäts Buchdrucket war. Nach ihm wurde. 170t. Johann Heinrich VOttMt Uniberfitäts- Buchdrucker. Weil er aber seiner Geschäffte wegen, Änd wegen seiner Druckerey in Stockholm nicht gegen- wärtig seyn konnte ; So setzte er Factors dahin, bis endlich • Johann Hoyer dazu gelangte. Gegenwärtig ist Johann Hovers XVittwe Universitäts Buch- drucker. . . . , Und so viel von den Buchdruckereyett/ welche zum besten der hohen Schul zu Upsal errichtet und fortgefüh- ret worden. Es sind aber derselben noch einige ande« re anzuführen? % i) Des 'Izs 'Rurygeftßee Nachricht, I. ) Des Herrn D. Lorentz Wallii Prof. Theo!, und hernach Lpilcox. Srre^neteris. Druckerey, welche petr Erich rvald verwaltet hat. Nachdem aber sel- biger 1635. nach Westeras gegangen,'so stund Amun- dus Greftve dieser Druckerey, biß an den Tod des Eigenthumherrns vor, da selbige zur Unwersitats Druckerey geschlagen wurde. II. ) Die Buchdruckerey des Ertzvischoffs zu Upsal Hrn. L.oreny pautmus, tvelcher selbige von Streg- nas nach Upsal bringen ließ. Amund Greftve ver- waltete selbige 2. Jahr , hernach ist sie wieder nach Srregnas gekonimen.. undGrefrve, sonst auch Gref- ander ist 164?. nach Stockholm beruffen worden. III. ) Die Rudbeckische Druckerey/ welche der be« kannte und gelehrte Herr Rudbeck in seinem Hauß anrichten ließ- Sie hat aber 1702 das Unglück ge- habt, daß sie von der Feuersgluth verzehret worden ist. Und so viel von Upsal. Ich gehe demnach weiter. Arojla, oder N)esteras Allhier soll die Buchdruckcrkunst schon r 504. einen Wobnvlatz gefunden haben; Es ist aber nicht erweiß- lieh. . Dieses hingegen ist gewiß, daß der Bischoff Johann Rudbeck aus sonderbahrer Gnade Ihr» Maj. des König Gustav Adolphs 1621. daselbst ei- neDrtlckerey angeleget habe. Ja die Gnade dieses Gldrwürdigen Königes gieng soweit, daß .'r auch den Buchdrucker mit Einkünften von den Zehendm des Dorfes Billeharadh begnadiget. Es sind aber fol- sende dajelbst gewesen. i62l. Olaus Olai Helsing, welcher 1628. an der Pest gestorben. -635. perr iLrich Vvald/ verwaltete anfänglich des von einigen Buchdruckern. 131 des Herrn D. Waüü Druckerei) zu MW, und hm jß35. hieher. Ober länger, als bis -640 tyefcM gewesen/ weiß man nicht Dieses aber ist ausge- macht, vaß er sich 1640. nach Aboa gewendet habe. I642. lLucharius tautingev, von Franckfurt. 1669. Boethius Hagenius war dös Consistorii und Gymnasii Buchdrucker von 1669. den 15. Der bis 1716. Nach dessen Tod lag die Druckerey 4 Jahre" stille. Endlich wurde 1720. Georg Urban, von Hamburg, wieder an- genommen, die Druckerey fortzusetzen; Alleine sie liegt jetzo wieder stille. Gtrengttas. Daß die Buchdruckerkunst auch in dieser Stadt ei- nenvesten Fuß erlanget, hat sieder Vorsicht des ehe» maligen Bischofs Herrn L.or?ny paulini zu dan- cken. Dieser vortrefliche Mann hat Jhro Maje, stat König Gustav Adolph unterthanigst ersuchet, daß derselbe geruhen mögte eine Druckerey daselbst aufzurichten Er wurde auch seiner Bitte gewahret, und ein Buchdrucker mit grosen Freyheiten dahin ge- setzet. Es werden bis diese Stunde von dem Consi- storio einige Gnadengelder noch ausgezahlet. Fol- gende Buchdrucker sind nach einander daselbst gewesen. 1622. Glaus Glai lLnaus, erster Buchdrucker Johannes Bakck, oder Barkenius, hat diese Stelle 7. Jahr verwaltet. 1641. Jacob Daniel. i<$45>i67i. Zachariös Brocken hat auch eine eigene Druckerey angelegt, welches daraus erhellet, weil seine Erben eine Zeitlang die Druckerey fortgesK-' tzet haben. Z» -675- tf£ ^ttrWftßtet7aM chh ,675.-1690. Zacharias Aep. Iohann BMmysley/ ist auch eine Zeitlang de^ 'Gymnasii!^ Buchdrucker allhier -gewesen, da vorher- gehender Herr Asp seine Druckerey an Herrn Re^- fex ohne Wissen und Willen verkaust hatte. Johann RönbevZ. Äalehafar Wibmam. Andreas L.aurelius. Carl CslliN/ gegenwärtiger Buchdrucker^dss Gymnasn daselbst. ^lycöpinA Allhier ist auch eine Buchdruckerey, jedoch nur auf eine kurtzeZeit, ehedessen gewesen. Lrich Gchrö- bei hätte anfänglich in Stockholm eine Druckerey; Alleine, sein Vaterland zog inhetnach 1645. hieher^ Zlryund Grase war erstlich nur sein Gehülfe, W- nach aber gar sein Nachfolger, indem er ihm die Dru- ckerey auf gewisse Bedingungen eigenthumlich über- ließ, welcher hernach nach Gothburg 165s. öeruffett i»urde. Nächvein ichWherö die Drückereyen in Schwede^ «rzeylet; So komme ich aufGothland. In dem be- Mhmtm Kloster zu Vadstein,öder N?adsteln,istuyt das Jahr 1491. schon eine Druckerey gewesen, weis che aber 1495. den 5. Octobr. durch das Feuerverzeh- rek worden. Nach der Zek ist keine ferner angeleget wsrZen. Ich gehe demnach weiter fort. Güderktöptnz« M; Von einigen Buchdrucker»?. zzz WM hat man um da^ Jahr 151?. gedruckt. Wer aber ver erste Buchdrucker gewesen^ ist nicht bekannt- i;?Z. Iohaunes Veaskii. Dessen Druckerey' ist1 527 nach N^aimoe gebracht worden und hiemit haw auch achier die Bruckerey ern, Ende«. Mglmse. 1529. Glaus Ulrici hat umdieft Zeit daselbst ge- Druckt. Über hundert und mehr Jahr ist nun alles stille. 1660. Geor^ Hamsch ist der erste wieder vo» Welchem man wech, daß er zu Malmoe gedruckthabe. Eö wahrte aber nicht langer als drey Jahr,so wendete u sich nach Lunden, und von dar wurde er nach Stockholm beruffen/ damit er an des Königlichen Buchdru- Äe.rs'Hm. IgMtius Meurers Stelle komen mögte. ,667. Virus Habereger. Ein Edelmann aus Oberungarn/ welches er der Religion wegen verlassen . hat. Von Melchior Matsbtt, einem Buchdrucker zu Coppenhagen/ hatte er eine Druckerey gekauft und ftlbige hieher gebracht/ woselbst er jahrlich 200 Thaler ausgezahlt bekommen. Nach Verlauf eines Jahres wurde er nach Lunden beruffen. Und also nahm die Buchdruckerkunst von Malmoe Abschtvd und ist bis dieft Stunde nicht wieder dahin gekommm, Calmar. Auch an diesem Ort ist durch die Vorsicht des eh^' maiigen Herrn Superintendenten Iona R>>tbsv» eine Bruckerey aufgerichtet worden, welches vermuth- lich i62a$ bis 1708. gelebt. Nach seinem Tod überkam Daniel Wall, ein Sohn des Univerfitats Buch- druckers zu Aboa, des verstorbenen Herrn Hulc- manns Druckerey, nachdem er desselbigen Jungfer Tochter geheyrarhet hat. Im Jahr 17". ist er an per Pest gestvrbsy. Worauf i.7*3. Israel Falck die Druckerey daselbst fort- setzre, und selbige mit vielen Schriften vermehret hat. Gegenwartig treibt dessen Frau Wittwe öi? Druckerei. Gkarch Baß allhier eine Druckerey angelegt worden, haß man dem berül)mten Herrn v. Jesper Gchrved- berg-zu dancken. Es ist aber der erste Königliche Buchdrucker des Gymnasii daselbst 1707. Andreas Riellberg gewesen, welcher vor- hevo zu Upsal die'Stelle eines Factors begleitet hctt. Er hatte Heinrich Curionis Druckers» gekaufte Welche hernach mit verschiedenen Schriften aus Teutschlanlv vermehret worden, wodurch sie m einet? recht vollkommenen Stand gesetzet wurde. Seins Einkünfte bestunden in etwas Getraide. Er führte selbige bis 17.16. Hermann Müller folgte auf chn, und z^av auf Königlichen Befehl 1720. Nachdem Sie F^uersMiz diese Druckerey- gantzlich verzehret hatk^/ so hat?v 0* sj 5 - w izS Rurygefaßts Nachricht, es endlich so weit gebracht, Laß er wieder eine wohl eingerichtete Druckerei anlegen können, welche er noch führet. Aboa.. Weil in Aboa das berühmte Gymnasium in eine hohe Schule 1640. verwandelt wurde; So sahe man sich auch um einen Universitats Puchdrucker um. Der erste war p.itm VOalbf. welcher vorherozu Upsal und We- ftcräö die Buchdruckerkunst getrieben hat. Zu Aboa trieb er selbige bis an feinen Tod 165 z. Hierauf wurde Peter Haitsson 1679. Universitats Buchdrucker, der das Unglück gehabt, daß er zweymal vom Feuer beschädiget wurde. Auf ihn folgte Johann Lotmq VQaUiu& f und lebte bis 1710. Wdenn wurde Andreas Biörckmann, desten Nachfolger: Da aber 1713. die Feinde immer naher einrückten; So wurde diese Druckerey nach Stockholm gebracht, all- wo sie auch noch ist. Endlich muß ich noch einer Buchdruckerey Erweh- nung thun, welche der Bischof D. Johann Gezel auf seine eigene Kosten angeleget hat. Der erste, so dieser Druckerey vorgestanden, war- 1679. Johann Carl NOinter. Er hatte die Gnade, daß er zum Königlichen Buchdrucker in dem Großsürstenthum Finnland ernennet wurde. Auf ihn folgte Hein- von einigen Buchdruckern, i zs -nrich Lhrifisph Vsietdä, und der jetzige ist Johann ChcWan Merckel. Und so viel von den Buchdruckern in dem gantzen Königreich Schweden. Es ist wahr, ich habe mich des oben angeführten Alnander» Dissertation fleißig bedienet; Atleine ich habe auch verschiedenes darzu ge« than, indem ich jederzeit die jetzo Ledmden bemercket habe. So viel mir wissend ist, habe ich keinen eintzigen übergangen. Tübingen. Anton Heinrich Röbel, Acad. Buchdrucker in Tübingen, trat ans Licht der W^'t den 30. April 1696. Sein Herr Vater war Johann Hetnr-ch Röbel, Jur. Vtriusque Lic. und Advoc zu iLr- furch; Seine Frau Mutter war eine gebohrne Dür- feldin, eines Churpfaltzischen Raths - und Ober- Kriegs - Commissarii Tochter. Nachdem ihm sein Herr Vater noch vor seiner Geburt gestorben, so ist er von'seinem Stiefvater, Herrn Gerstenberger, ebenfalls einem gelehrten Advocat. zu Erfurth, bis in die Tertiam Classem des Erfurtischen Gymnasii aufer- zogen worden. Nachdem ihm aber auch dieser durch den Todt entrissen worden; So wurde er gegen Aus- gang dss Jahrs 1709. von seiner Frau Mutter auf Zurathen eines guten Freundes nach Leipzig in Hrn. Christian Göyens Buchdruckerey in die Lehre ge- than, und nach Verfiiessung etwas über 4. Jahr an der Jubilate Messe 1713. von seinen Lehrjahren wie- der loßgesprocben. Hieraaf begab er sieh, nachdem er noch eine zeitlang in Leipzig in Condition gestanden, wie. 140 Rurygefaßre Nachrkche, wiederum nach Erfurth, allwo er bey Hrn^ Georg Andreas Müllern sein Postulat verschmcket. Es schiene ihni aber seine Geburtsstadt der Ort seines 9luhe-Punct6 nicht zsz werden. Dahe.ro begab e? sich auch, nicht nur in seiner Kunst sich geschickter m machen, sondern auch sein Glück in fernen Landen zu suchen, von da weg, und gieng nach Halle, Jena, Gi#n, Maryarg, ^panckfmth, Nürnberg, Dien und Prag in Condition, von wannen er noch in un- tersch.edenen Königlichen Chur-und Fürstlichen Hos* und Cantzley-Buchdruckereyen auch in denen berühm? testen Handelsstädten theils gearbeitet, theils selbige besehen, bis er endlich im Sept. 1737. nach Tübingen gekommen, allwo er sich deu rz. April /728, in den Ehestand begeben mit Jungfer Maria Sam Reifen, Herrn Ic>hann Conrad Reiß, seel. gewe- fenen Buchdrucker und Civ. Itcad. jüngsten Jungfer Tochter, mit welcher er diejenige Buchdruckers^ er- heyrathet, welche über »00, Jahr auf dieser Fanij- iio von' Zeit zu Zeit bis Hieher geblieben ist, und nun Gottlob zwar in einem gefeegneten Haußstand, doch aber ohne Kinder lebet. Binnen diesen 12. Jahren hat er nehen denen Universitats Arbeiten, und eige- yen Schul-Verlags-Büchern noch weiter gedruckt, des fal. Äends wahres Christenthum, bis zum 4ten Kiahl in groß O.uarto, item Havpvcchtii Dissertatio- nes in raed. 450. 2. Vol. yvN 500. Bogen. Item ff). Weismmini Instit.Theoj. item CanziiQxztoiinm und Phiioi! Leibnit?. & Wolff. Usum in Theolog, icem Stemhöfev.i AnnQtat, Leibnit. Theadiceae, it. und, un^eschisOliche andere ÄHercke mehr, wie er den pii VStt eim'ge« ZZuchdtuckem^ 141 •_ a - _,___ pü in Folio dritter Theil. Übrigens hat er nun 10. Aabr das Amt eines Universitats Steuer-Caßirers mit Ruhm verwaltet, dessen Znsigne ist ein Ancker worauf eine Turteltaube ruhet, mit eitlem Oelreiß im Schnabel. Siehe Tab. XVH. Da ich hier ein Jn'signe beschrieben, so will ich auch ein älteres hinzufügen, nemlich des ehetliahlige.» Buchdruckerherrns zu Tübingen Georg Gruppen- bachs, welcher zu Ende des X VI/ Jahrhunderts ge- lebet. , Es hatte selbiger das Lamm GOttes mit der Siegsfahne, welches aus einem Draclxen stehet. 2hij> sen herum sieht man die Worte: Ecce agnus Des, ->——— - ——— X. L.c>reny Geuberlich, vie Salbung Samuels, unten vrunter dessen verzogenen Namen mit vem Handelzeichen in einem Schild. Siehe Tab. XIX. XI. Zacharias Schürer und Match. Göyens Erden einen gewafneten Mann mit einem Schild und Speer auf einem Postement, unten drunter in einem Schild die verzogenen Namen mit Dem Han- delszeichen. Siehe Tab. XIX. So gerne ich jetzo die Lebensbeschreibungm der je- zigen Buchdruckerherren beyfügen wollte; So sehe ich mich dennoch genöthiget, selbige mit Skillschwei- gen zu übergehen, weil man mir die versprochenen Nachrichten vorenthalten hat. Ich füge aljo zum Beschluß noch einen Zusay. Von Franckfurtam Mayn hinzu, es betrift selbi- ger etwas genauere Nachricht von Sigmund .^eye- rabend, einen bekannten Buchdrucker und Buch« handler, von hem ich bereits oben etwas gemeldst habe. Er war 1527. gebohren, und uicht nur we- gen seiner Gelehrsamkeit^ sondern auch wegen seiner vortreflichen Holh/chnitte sehr berühmt. Man führt eine Bibel an, so 1561. in Folio. David Zapflein gedruckt hat, zu welcher er die Holtzschnitte ver- fertiget haben sott / ingleichen die Bildnisse der Her- tzoge zu Venedig, so in Kellners Chronicka befind- lich sind. Dessen Znsigne haöe ich ebenfalls oben beschrieben, hier füge ich auch sein Vildniß bey. SW Tab. XX. ~ (TU^i 544 Rmygefaßte Nachricht »Stt einigen it. Christian Egenolhh, war 'gleichfalls ein gelehr- Ut und berühmter Buchdrucker und Buchhänd- ler. Er war 1503.. geboten / und ist 1555. den 9. Febr. gestorben. Sein Jnsigne stellet einen Altar vor, worauf ein Feuer, utlÖ Mitten im Feuer ein HertzMit der Überschrift: SacrifiriUm Deo cor hü- mtliatum. VC. 50. Von feinen Schriften sind fvl- gende bekannt; die besten Lateinischen Redensarten aus ^erentii Schauspielen tat. Sttaßburg) 1530. 8. Die vornehmsten Sprüchworter der alten Griechi- fchen Comoevienfchreiber, ehemals von Heinrich Scepdano heraus gegeben > nunmehro mit einer zwey- fachen Erklärung in Versen vermehrt, und in einen kurtz 1569. i2mo Latei- Nische Blumenleft von Sprüchwörtern, Frankfurt; 1579. 8vö. Den Psalter in Lateinische Verse ge- bracht, :c. Sein Bildniß foü dessen Andenckm iimm- Siehe Tab. XX. Rutygefaßee Nachricht a) 144 Der Raum vor folgende i)^achrichren war bereits angefüllet, Da ich selbige erhalten habe. Die Entle- genheit des Orts ist Schuld daran, daß ich selbige et- was spürt) überkommen habe, unterdessen wird man mir dieses vor keinen Fehler auslegen, daß ich sie an diesem Ort noch eingeschaltet habe. Es sind aber die- se Nachrichten von Coppenhagett. Oben p. z. habe ich bereits von diesem Ort geredet. Man setze also daselbst Herrn Goidtus JLynot» noch dazu. Es erblickte selbiger 1687. den 6. November das Licht der Welt. Sein Geburrs Ort war unferne von Slagese auf der Jnsul Seeland im Königreich Dannemarck, woselbst sein Herr Vater bey nahe 50. I w f einer Wittwe des seel Herrn Jani Randlew, in ein Ehe Bünvniß,mit welcher er bis diese Stunde in ei- ner vergnügten, jedoch an Fruchtbarkeit mangelnden Ehe lebet Im Jahr 1716. ward er bey fort- daurenden Kriege zum andermahl verlanget die Stelle eines Buchdruckers bey der Flotte m vertreten, welches er denn in selbigem und den folgend n 1717 Jahre mir seiner eigenen Buchdruckerey in gehöriger Treue verwaltet t>at. In der 1728. die Haupt Stadt von Dännemarck über die Helfte einäscher>>den Feuers- brunst ward seine Buchdruckerey den Gelehrten ^um Besten, und der Dänischen Kirchen zum sonderlichen Nutzen von allen daslgen Druckerey.n fast allein erhal- ten; woraufer 1731. die Bestallung als Buchdrucker der Königlichen Academie daselbst erhielt Von den Früchten seines Fleißes, die seine wohl eingerichtete Druckerey der gelehrten Welt eingetragen, zeugen un- ter vielen andern sonderlich folgende Wercke, die er auf eigenem ^Verlage gedruckt, als: 1) \onx Rami Kirchen- und weltliche Historie, von Schöpfung der Welt bis 1660. und von M. Weüeiholt bis 1730 continuirt, mF' l 5A(Dh. 3)Dait. DyskeNosceteipsum, aus dem Englischen ins Dänische übersetzt i«8vo 5^. Alph. z) Hermanni Hugonis Pia Deiideria aus Lateinischen ln Dänische Verse übersetzt, in 4tv mit 46. Kup- fern, bis 2. Alph. Die Unglücks - Fälle, so er. in seinem Vaterlande erlitten, und von des höchsten Hand mehrentheils zu einem guten Ende gewandt worden, verbietet der Raum der Lange nach zu erzeh- len. Seine Hochachtung und Liebe zu der Buchdru- ckerey ist so groß, daß er niemahls ein anders Insigne füyren wollen, als dasjenige, so dieser Kunst gewöhnli« ehe. Im übrigen har er folgende Wvtte zum Wahl- Spruä): Per angufla ad augufla, Re- Ruryyefaßte Nachricht c)r 4 4 R^genfpurF. Von dieser Stadt habe ich jivac auch schon gehan- delt: Ich muß aber foiaende Nachricht noch beyfügen. Johann Jbapti\l Liing, ist .676. den 7. April zu Zwifaltag^ein m Ort an der Donau, den, HerrnBa- ronvonCptthzlloehörig,qebohtev wordm Sem Herr Vater,L.orenyL.ang/ vonTrvseyach in Odersteyer- marck, war an gedachten Zwisaltag Schulmeister und Meßner, die Frau Mutter aber Rofina, eine gc- bohrne^napptn. So baidernureii-ngeZahre zurück geleget hatte, so genoß er den guten Unterricht seines Herrn Vaters, worauf er alsdenn 1690. zu Herrn Johann Jacklin, Churfürftt. Bayr!^ Hofduchvru- ckern und Buchhändlern zu München in die Lehr,' kam, die Buchdruckerkunst zu erlernen. Nach geendigten Lehrjahren ist er allda von Pfingsten biK Maria Ge- durch als Cornelius in Condiron gestanden, worauf er sich nach Jngolstadt zu Herrn Thomas Gr«>ß, alldasi- gen berühmten Universitäts Buchdruck s in Condition begeben, bey welchem er auch bis 1697. geblieben ist. Alsdenn g>eng er aufZureden seines^ehrherrns wieder nach München und stund bey selbigem inCondition,her- nach bey der verwittw ten Fr.Rauhin und verjHenck- te bey einer gantzen löblichen Gesellschaft sein Postulat. Im Jahr 1.699. reifet« er nach Augspurg zur verwitt-' weten Bischojfl.Hofbuchdruckerin Fr. Maria Mag- dalena Utschneidt. rm Nach einiger Zeit trat er eben dafelbst bey Herrn Joseph Grubern in Arbeit. Die damaligen Kriegsunruhen haben verursachet, daß er sich nebst sieben Geseilcn nach Leipzig wenden wollen. Nachdem er aber nach Schleußingen gekommen, so be- kam er bey Herrn rvillhetm Göbeln daselbst Condi« tion, von dar er sich nach Bamberg, und von hier wie- der nachSchleußingen gewendet hat. Allein auch hier I 3 r^chr- ja4^ vStt eittitt-tt?^,sch währte es nichr gar zu lange, fv'verfMke er fich .;ua) Freysingen zu Herrn Car! Immel, Bischöst Hof* buchdr. alsdenn verwaltete er beyFr.Cach.R^lrhlN zuRegenspurg ein Jahr lang die Slejle eines Factors Als sich aber dieselbe entschlossen die Buchdc aufzuge- den .'So kauffte er ihr selbige 1709. av, und erwehlte sich MargarecheFuchsin, zu seiner Gehülfin, mic wel- cher er auch den z. Jun in eben diesem Jahr getrau- et worden Unter Neun Kindern sind noch zwey am Leben. Ein Sohn Frany Emeran, welcher 1716. den 18. Febr. gebohren ist und gegenwärtig Philoiö- phiarn&Theologiarn , wie auch Da3 jus Canonicum absolviret Hat. und zum gelstüchen Stand gelangen wird, indem er bereits * kMDvim ist. Eine Tochte Maria Eü'sabech IoftpHa ist 17-9 den 27 September gebohren, und lebet noch in ledigem Stande. Unter vielen herrlichen Wercken, so seine Presse verlassen, ist absonderlich das vorkrefliche M*uCoixun merkwürdig, welches weyl Jhro Hochw Hr. Cöl^simusAbbt zu St.-Emeran das erstemal)! ausgehen lassen, und 1729 zum andern mahl von dem hochw. Fürsten und Hrn Hrn. AnshAm zum Druck viel vermehrter und verbesserter befördert worden. Gegenwartig hat er des gelehrten Jesuiten Jacob ^reesers opera in der Arbeit. Ausserdem hat er die jahrliche Arbeit des dasi- gen Dom Capituls so wohl in Calendern mit Dru- ckung der Kupffer.als auch die andern in dem geistlichen Rath herauskommenden Sachen zu drucken, wodurch er auch das Fr* dicat als verpflichtererHochfl Bischöfl. Regenspurgischer Hoffbuchdrucker verdienet hat End- !ich mercken wir noch an,daß unser Hr L.ang mit allem Recht ein vollkommener jubii?eus könne genennetwer- den/indem er 1690 zu der Buchdruckerkunst aufgedun- gen und 1740. noch am Leben ist, welches wir ihm noch &nae Zeit «nwünschen dessen Bildniß hier stehet. V Der so nöthig als nüßlichm lMruckerkunst Wderer Theil Cap. i. Won den Formates ichts in der Wett gelangek auf ein- mal zu seiner Vollkommenheit. Dieser Satz ist so deutlich und klar, daß er so gleich ohne Beweiß von den meisten angenommen wird. Und worzu ware auch der Beweiß nöthig, da selbi- gen die tägliche Erfahrung bestätiget. Ein jever K prüft ?46 Tap. i^ Ve n dett Zormm m. prüfe sich selbst - So Wird er Beweiß genug .finden, woferne er nur die Wahrheit - bekennen will. Ich 'weiß zwar 'wohl, daß einigeln andern Leuten-noch wiele Unvolikommmheitenbemercken,-sich selbsten aber vor höchst vollkommen halten ; .Ich 'weiß'>aber auch dieses, daß diese sichiselbstmur.alleincklug'-dünckende Leute ein heßliches Scheusaal in den -Augen vernünftiger -Menschen sinD. Vernünftige Menschen-^geste« hen ihre Anvollksmmenheiten freywillig zu. Sie be- mühen sich 'aber mit .allen Kräften mmiervollkommener zu werd^r;. ' j ' • v^*-**[ *Y'| V'i'^lite^'^ij'•" ? ?■ V Man M« es mit \m Seine Schande ''auslegen, wenn ich hier-öffentiich bekenne.^ daß ich , nach der Herausgabe meiner so nöchig als'.nützlichen Buch- druckerkunst und Schriftgießerey, bey einigen Nebenstunden noch.manches angemercket habe, daß lehrbegiehrigen 'Gemüthern zu wissen mützlich und an- genehm seyn wird. Ich schäme .mich nicht -zu gestchen^ daß sich hier ^und da eine Schwachheit mit eingeschlichen hat. Ich getroste mich aber einer geneigten Beurthei- Jung, da ich vor jetzo beschäftiget bin, alle Anmer- ckungen/ so ich nach und nach gesammlet, der Welt vor Augen zu legen. Denn hiedurch werde ich doch einige Lücken ausfüllen, die ich ehemals gema- chet habe; Hiedurch werde ich doch einigen Fehltrit- ten abhelffen, die ich ehedessen, ohne meine Schuld, Zethan habe; Kurtz: Hiedurch werde ich meine Such- druckerßunst vollkommener machen, als sie ehedessen zewesen ist. Ich gestehe also, daß auch ich die Wahr- heit meines ersten Satzes, als ein Beyspiel, bezeuge : ^ Nichts % Lap. i. Von den Fsrmaeett. 147 Nichts in der Welt gelanget auf einmal zur Voll, kommenheit. Ich werde aber auch hierinnen den vernünf- tigsten Leuten nachahmen, das ist, ich will mich eifrigst bemühen, alles dasjenige noch hrnjiiMhun, vver in eine grössere Vollkommenheit zu seyen, was man auch nur mtt einem Schein des Rechts, von mir wird fordern rönnen. Ich werde also vor? Stück zu Stück meiner vorigen' Einrichtung nachgehen / und noch hier und da entweder etwas darzuthun, oder ver- bessern; Oder wohl gar etwas neues zu Marckte bringen. Die meisten Schriften, die auch nur bey Gelegen- heit von> der Buchdruckerkunst gehandelt haben, habe ich zu dem Ende zu Rathe gezogen, und das noth- wendigste daraus angemercket. Auch die allerneue- sten. Bücher, so in diesem Zahr ans Licht gestellet worden, habe ich mit Fleiß durchgegangen, und al- lerhand daraus gelernet. Der erste Abschnitt handelte von allerley Arten der Formaten wie selbige ausgeschossen werden sollen. Allhier muß ich erstlich etwas altes einrücken, wie nsmiich unsere lieben Vorfahren das Format in gerücket wurde; So geschahe es gar leicht, daß der Buchbinder in. den? Beschneiden die letzten vier Blatter nicht recht getrof- fen hat, weil selbige insgemein m'cht gerade, sondenr sehr ungleich sind. Diesem Übel abzuhelffen hat motß vielleicht die neue Art erfunden. Wird man mir ei* neu bessern Grund angeben, so will ich mich davor höflich bedancken. Ausserdem scheinet die neue Are auch bequemer zum brechen. Bey dieser behält man die Prima so gleich im Gesicht, da ich felbigs bey btz alttn Art erst im dritten Bruch hervor bekomme. In- zwischen hat die alte vor der neuen Art diesen Vor- zug/ daß man nicht so viel Pappierspäne machen darf, md die Eolumnen etwas breiter setzen kan, welches vermuthlich nutzbahrer, indem man dadurch Pappier ersparet. Und' wenn auch dieses an einer Columne nur sine Zeile austragt;. So Kommt bey einem gro^- sen We^ck schon etwas heraus. Endlich muß ich annoch berichten, daß ich mich iw des Vslattm Domwique Ferrels Science Pvatiquz de ü Imprimerie, wovon ich bereits in der Vorreds geredet, fleißig umgesehen, habe, ich kan aber nicht sagen, daß ich eine andere, oder bessere Art Formate zu schiessen angetroffen hätte, als die ich bereits in meinem ersten Theil p. i. - - 32. nach der Reihe an- geführet habe. Denenjenlgm zu gefallen, welchen die ausgcschof- jenen Fvrmate durch Zahlen 9. %%. nicht deutlich ge. K z nug 15» Cap. 2. Von Erfindung genug schienen, haben wir nunmehro ftlbige Format^ orventlich ausgeschossen und mit ver Signatur be- merckr in Kupfer stechen lassen, damit wir desto deut- licher seyn mochten. Cap. H. Von de» Etfinduna der -Buchstabett überhaupt nnb von einigen Alphabeten^ insonderheit. Die Uberschrifft dieses Capitels heißt mich so- Mich diese Abhandlung in zwey Abschnitte abtheilen. Davon der Erste Abschnitt Von der Erfindung ver Buchstabm handeln muß. G)e ich zur Abhandlung selbsten schreite/ muß ich meine Leser um zwey Dinge bitten. Einmal, daß sie von mir him vollständige critische Untersuchung und Beurtheilung aller Einfalle, die jemals von den Ge- lehrten zu aller Zeit von dieser Sache zu Marckte ge- bracht worden sino, fordern. Hierzu hatte ich keinen Platz allhier Ich habe auch nicht deswegen die Fe- der angesetzet, daß ich denen Gelehrten eine Nach- richr ertheilen wollte. Nein, diese wissen es so gut, auch wohl noch besser, als ich. Meine Absicht ist viel- mehr denen Liebhabern der edlen Buchdruckerkunst, und derselben Verwandten eine kurtze Erzehlung da- von mitzutheilen. Eben aus diesem Grund bitte ich zum andern, daß ich die Zeugen, welche ich hierund da anführen werde, nicht in ihrer Sprache reden las- sen darf. Denn was würde es nutzen, wenn ich hier und da gantze Flecken Griechisch > Lateinisch, oder aus einer anvern fremden Sprache hatte wollen eindrucken lassen? Meine meisten Aftr würden mich Buchstaben- - . 150 MM verstanden^ haben. Man urtheile aber hieraus- Nichts als.wenn ich diese. Zeugnisse entweder nicht WWte,. oder nicht gelesen? und diese Erklärung statt einer Vormauer meiner. Unwissenheit Hieher gesetzet hatte.. Wie. Bücher, sind ja.nicht.- rchr,. welche einem die Quellen^ anzeigen! können: Man darf nur Da- nid, Georg, Morhofs Polyhistoren! T. I. Lib. lV. c. I. §, 1 o. M. 721 % Edit:. rccent; Ioan; Alberti- Fa- *rzW£ßib]iographiamQ ^ Ä 4 ^ >J ^ c T B y II Q oj Z <9 « §«§ (o °I Ovp Crb 14 p? 6° T n & ^ °i c^, h V F 0 c u 5 3; 3£ £ J ? V ^ ^ 0 T J M tt p8 I & 83 Z O cfs c^o T % & OSO i 1 i 7 70 J) 8 7 tf" «■r 4 1 * 5 z 1 1 r~ Si WÖA ENOCh 4liud miiuL /tai Jltud A'GEL ÜOEL- Umn l v - r-r n % r % <^T w ~M ^ S ^ f Ä 1) 6 *T z A i ^ ^ a p* JI ^ £ li QP i P \. js—yi M : n % r L a X x 5 cT *t $ sä °n n Q q3 ?. ? ? *i A-O 0 »« « "V ^ Iy ^VI ~W W ^ OjO 7 W G °1 y f «y^ £5 s X. m W r? N 1 Ovp OV> ti °? \ s .F J 4* ■V M ^ — i 10 ! (? T 7TJ|" 1 ^ ra 3 S cM. A «t £s r °n £ ^ t7 7T ö ^ 83 JD . p C\o h \S iVI Z ^ 5 ^ ^ r^o L w V Mu 0% Xi ^ ^ ^VrS) M u D C o 5 Z>! 0 l£ F £ K ^ K> ^ L U £ K 11 227 P> M 75 ^ cW- M X? D ? V 1 D V V 3 r 17 ^ ^ Z V X €) # 7 W H K W s a ? yy s JL| M 0 V ^ ^ ss K p8 fe £> s P T K £> N *r ^ p 83 a °7 n $ tj Cf^ 2> L w X L ^ %3p M CL7 T n V y vT ¥ f A M °3 ^ n z so folgtunwiderspr^ch- lich daraus^ daß 3ofe>l)t Erzehlung mit der Wahr- heit nicht überein komme. Folglich gilt dieser Be- weiß nichts. ES stehet auch beym Iostpdo nicht, daß die Gethieer die Kuust zu schreiben zu erst erfunden hätten, sondern nur so viel, sie hätten ihre erfundene Kunst auf ihre Säulen geschrieben. Und warum ist denn NietNMd von diesen ßutyum genau bestimmt. I 156 Cap. 2. Vott Erfittduttg da ma.l hi^es genau wissen will, so muß man ja auch das anvere gewiß wissen können? So aber erzählt und weiß man nur, was man gerne hören will. » Und eben deswegen ist diese Erzählung verdächtig, ob mcut . gleich so gar einige geschriebene Bücher dem Sech zueignet. Bald soll Ettoch der Erfinder gewesen seyn. Sem Alphabeth stehet auch auf unserer Tab. XXI. Ich will doch gleich die andern Erfinder auch gar hersetzen: Hoah, Abraham/Und Galomo sind ebenfalls un- ter vi^serAnzahl. Manweißt Bücher auf, die siege- schrieben haben sollen; Man führt Beweise von einem jeven, und stellt uns ihre Alphabete vor Augen, die ich ebenfalls nachstechen lassen. Alleine, nunmehro reime man doch diese Einfalls alle mit einander zusammen. GOce, die Lngel, Adam, Sech, iLnoch, Nloah, Abraham, Sa- lorno, Moses, haben die Buchstaben erfunden. Und gleichwohl kan nicht mehr, als ein Erfinder ge- wesen seyn? Man überlege ferner, daß unter den Ge- kehrten noch heftig gestritten wird, ob auch die He- braischen Buchstaben die allerersten gewesen sind. Ein jedes Volck bey nahe eignet sich die Ehre der Erfin- dung der Buchstaben zu. Kommt man hier nicht m ein Labyrinth daraus man sich kaum zu wickeln weiß? Wenn ich nun meine Gedancken davon eröffnen , darf, so glaube ich gäntzlich, daß der erste Erfindee der Buchstaben nimmermehr ausgemacht werden kan, aus Mangel der hinlänglichen Nachrichten. Ich halte fätßt davor , daß die angegeben Erfinder alle erdich-- Ut sind. Inzwischen dringe ich diese ^atze Niemand auf, gleichwie ich mir die Freyheit nehme dasjenige siizunehmen, m$ mir am wahrscheinlichsten scheinet. vee Buchstaben: 157 Einige davon sind zu alt, einige zu neu. Ich halte es vielmehr mit der Mittelstrasse, ob ich gleich weiß, daß der berühmte Hr. Txeimmann erinnert, daß wer» den Adam vor den ersten beredten Menschen hält,,, und dennoch nach den ersten Erfinder der Buchst«-,, ben fraget, der thue eben so emfalcig, als derjenige,,, der auf dem Pferde sitzet, und dasselbe suche.,, Ein wunderlicher Schluß! Wer reden kan, der muß auch schreiben können. Die Erfahrung widerspricht ja täglich. Viel tausend Menschen können reden, aber deswegen können sie nicht auch Buchstaben schreiben, oder lesen. Also erkenne ich Adam nicht vor den er- sien Erfinder / man beweise mir denn solches triftiger. Wenn aber einige meynen lNosis sey der ersteSchrei- ber gewesen; So thun sie wiederum einen allju grossen Sprung. Es ist wohl wahr, daß nach Anleitung der Heiligen Schrift Mosts, als einer von den ersten Schreibern kan angesehen werden, von denen wir ge- wiß wissen, daß sie mit Buchstaben geschrieben haben. Alleinc, daraus folgt nod) nicht/ daß keine MenL» schen vorhero noch geschrieben hatten. Man bedencke nur die so weit von einander entfemten Völcker; Man überlege, wie sie Handel und Wandel gettieben ha- ben. Solten diese nichtdurchgeschriebene Briefe ein- ander belehret haben? Solte man nicht eher, als zn Mosis Zeiten, dem schwachen Gedächtnis der Men-- schen, durch Schriften, zu Hülfe gekommen seyn?, Diese Umstände zwingen mich zu glauben, daß man eher Buchstaben geschrieben habe, ob ich gleich den ersten Erfinder nicht bestimmen kan. Ich bekümmere mich auch hier nicht um die erster. Erfinder der Ära- bischen, Syrischen, GrichiscKer., Lateinischen und Teur- schen Buchstahm. Ach mfti viel zu weitläuftig seyn 158 €ap. 2. Von Erfindung müssen, worzu ich doch hier keinen Platz habe Viel« leicht handle ich an einem andern Ort ausführlich von allen und jeden Erfindern der Buchstaben nach der Reche. Ich schrLite vielmehr Zum Andern Abschnitt. Und bringe noch einige Alphabete bey, die ich im ersten Theil übergangen habe. Meine Lescr werden wissen , daß ich daselbst das Grichische, Hebräische, Samarttanische, Syrische, Arabische, Iberische, Ae- thiopische, Coptische., Armenische Sinesische, Da- mulische^, Cyrillische, Jllyrische , Glagolitische, Rußi- sche , Hunnisch-Scvthische^ Runische, Wendische^ Ungarische, Spanische, Englische, Italiänische, Fran- tzösische , Siebenbmgische, Dänische, Schwedische und Pohlmsche Alphabet geliefert habe. Esisteins schöne Anzahl, es sind aber doch noch lange nicht alle Alphabete. Ich will also hier noch einen Zusatz bey- sagen. Unterdessen unterstehe ich mich noch nicht zu be- Häupten, daß ich alle Alphabete, die jemals erfunden worden und gebrauchlich gewesen sind, aufgetrieben hatte. Wenn ich nur fagen darf, ich habe nunmehr» die meisten geliefert, wenn ich folgende noch angefüh- ret habe. /. Alphabetum Chaldaicum antiquum. II. Alphabetum Syriacum. III. Alphabetum Aethiopicum- IV. Alphabetum Aegyptiacum. V. Aliud Alphabetum Aegyptiacum, VI Aliud Aegyptiacum. VII Aliud Aegyptiacum^ Diese stehen alle mit einander auf unserer Tab. XXII. Man darf sich nicht einbilden, daß dieses nur erdich- ( \ 1 1 / der Buchstabe»?.' 759 erdichtete Buchstaben sind. Weil man beut zu Tags -mit vergleichen Buchstaben-nichts gedrucktes siehet. O nem Z Ich habe lselbige-aus Johann Theodori unv Johann Israel von Äry, Gebrüdere, Bürger zu Franckfurt, Älphabeten und aller Art Characteren, so jemals von Anbeginn der Welt, bey allen Ratio- nen, in allerley Sprachen in Brauch gewesen, Franck- furt 1596^ 4to. entlehnet, und Deswegen allhier.ab- stechen lassen , weil man dann,rnid wann in grossen Bibliothecken alte Handschriften findet , da bey nahe Niemand zu sagen weiß^. ob sie Hebräisch, GrWsch, oder In einer andern Sprache geschrieben sind. Ja .man sieht sie wohl gar vor Hexenmeisters Zeichen an. Wenn man aber alle Arten der Buchstaben,, die je- mals gebrauchlich gewesen, beysammen hätte, so würde man sich alsdenn gar leichtlich aus dem Traum helfen können. Hierzu wixd also sowohl diese,als folgende Tabellen, vermuthlich nicht ohne Nutzen seyn, indem ich nicht die blossen Figuren hergesetzet, sondern auch zu gleich den Namen einer jeden.Figur und derselben Bedeutung angezeiget habe. Um die Erfinder dersel« den lasse ich mich hier nicht ein , weil ich doch insge- mein nach vieler angewendeten Mühe nichts anders heraus bringe, als diese tröstliche Wersicherunz: i|i unbekannt, wer der erste lLrfinder davon gewesen. Denckt jemand, daß ich allhier zu viel gesagt, der sey nur so gütig und verwende auf diese Untersu-- Ichung so viel Zeit, als ich damit verderbet habe, s$ wird er mir alsdann gar gerne Glauben beymesssn. Nunmehro setze ich alfo folgende Alphabete diesen an die Seite, welche auf unserer «A XXUs. zu sehen. ES stehen aber daselbst: . / Alpha- \ z6o Einige Alphabete. ______._L____L_ ■ i J. Alpbabetwn duplex hcohitanum. II. Alpbabetum Aeolicum. III. Alpbabetum Indicum mmus 2f minus v IV. Alpbabetum bieroglyphicum. Diese Alphabete alle mit einander sind wiederuitt QUS der vorhero angeführten Herrn von Bry Alpha- beten genommen. Ich wolte wünschen, daß man eins genaue Beschreibung beygefüget hatte, wenn und von wem diese Buchstaben erfunden worden waren, wenn man auch nur die Vermuthungen angeführet hätte, denn weiter bringet man es ohne hin nicht. Was aber das. letztere, nemlich das Alphabetum Hiero- glyphicum anlanget, so sicher ein jeder aus dessen Fi- guren , daß es kein altes Hieroglyphisches, sondern ein neu nachgemachtes sey. Die alten Hicroglyphica waren gantz anders beschaffen. Ein scharfsinniger Kopf hat vermuthlich .dadurch eine Probe von seiner lebhaften Einbildungskraft geben wollen. Ich muß noch ein Alphabet hier mittheilen, weiches der Besitzer des vorher benamten Buches sehr sauber dazu geschrieben hatte, wo er es aber hergenommen hat, ran ich nicht errathen, weil er gar nichts dazu gesetzet hat. In» ersten Theil meiner Buchdrucker- kunst p. 52. habe ich eins, kurtze Nachricht von der Sinesischen Sprache gegeben. Da ich aber hierein W\ vollständigeres /Uphabetum Chinenlc auf meiner Tab. XXIV. liefern kan, so wird selbiges meinen Lesern nicht zu wider seyn. Wie man daraus sehen wird, so bedeuten die Figuren meistentheils gantze Syllben, einig? innige (tytt nur eintzelne Buch- ßahey utö WM Cap. 2. der Äuchstabett. Bon Diesen Alphabeten schreite ich noch zu einiqen andern. Es stehen selbige auf Tat». XXV. und sind folgende. /. Alphabetum Hetruscum. Jl Alphabetum Hetruscum a Demarato a?i- notatum. JM Aliud Hetruscum Alphabetum. zum Theil mitgetheilet, indem ich auch etwas aus den Actis Eruditorum entlehnet habe. Das Go- thische Alphabet, fo dem Ulphilas beygeleget wird, als wenn er selbiges erfunden, stehet auch in Verein Runo- graphia Scandica, aus welcher es M. Georg Heupel in seine Dift de Vlphila feu Versione IV. huangeli» starurn Gothica, Witkenb. 169z. stechen. lassen, und aus dieser Haben es die Herren Verfasser der Beyträge zur'kritischen Historie der teutschen Sprache k. im dritten Stück p. 445. vor Augen geleget. Ich be- mercke einige Abweichungen zwischen meinem und ih- rem Alphabet, Weil aber die Herren von 23ry nicht gemeldet, wo sie es herhaben: So unterstehe ich mich nicht zu entscheiden/ wer Recht hat. Ob nun gleichjdieses Gothische Alphabet insgemein dem Ulphi- las zu geschrieben wird: So gefallt mir dennoch die Muthmassung desBonavenmra Vulcanus, welche ich in eben diesen Beyträgen in XII. Stück p.673. gelesen viel besser E6 glaubt nemlichBonavemura Vlil- zzcanuv, weil die Gothen schon vor Erbauung der »Stadt €dp. 2. Vott Erffttduttg „Stadt Rom ihre Ä'ashclDen besungen hatten, so \ s,ÄÄW sie auch damals bereits Von Gebrauch der „Buchstaben gehabt, und diese Lieder aufgeschrieben „haben. Der Kirchensmbente Goccmes, und ei- „nige andere i «aben zwar den Bijc'yof Utphilas vor „den ersten Erfinder an; Alieine dieses wäre nicht an „dein, sondern durch den Ulphilas waren die Go- „thifchen Buchstaben -.nur erst den Römern bekannt „worden, nachdem w eins Übersetzung der Bibel in dieser Sprache verfertiget hätte.,, Und diese Muth- massung hat auch, so viel ich emschey fern, ihren gu- ten Grunds Waren diese Buchstaben nicht schon vorhero bekannt geweftn, so würde sich Ulphilas wohl nimmermehr gewagt haben; so gleich eine Bibel mit seinen erfundenen Buchstaben zuschreiben. Nachdem ich nun einige alte Alphabete meinen Le- fern vor Augen geleget: So will ich auch einige Latei- *. nische Alpbadete der mittlren Zeiten beyfügen, wei! selbige nicht nur Buchdruckern, sondern auch denGe- lehrten sehr nützlich sind , wenn sie Diplomata, und andere alte Handschriften lesen wollen. Man muß sieb wundern, wie die Buchstaben verändert worden. Damit ich redlich handle, so will ich gleich jagen, wo ich meine Weißheit her habe. Ich habe nemlich sel- biqe dem gelegten Herrn Baring zu dancken, aus dejjöN Claue Diplurnatica ich auf mcillCtTab. XXVI, folgende Alphabete abstechen lassen : • /. Aiphahetum ex librisDiahgorumSf Homi- Dieses Alphabet hat Herr Varing aus des berühm- ten Herrn Gchannats Vinderniis litterat. p, 228. gmommen.Damit man auch sehen kan^wie leicht gantzs a^il^Aciiehi/n Lyrecjo7~iami//z ■ WMWD^M ci a b c O 0 c ej jf k i L 777. cbNMW {wifüZu+ 7?t ii n 0 y cj r ~c - ^yilpkabdwrn Gjalliaim i/eius. i A AAAA/iA M sAAi.tafim- B D N II • N -c C.C.K, 0 O-O. H zi.P^V:Dl^ P f. n : E e.B.h Q. q M F frRKFHTJ. R R.K.R^i^ £I F- O qq§G\z^ . JX. oc. c cM k b c £clo clß z-^LJ'halchmx Saxoiuczmi Vettti cVh h c b 1 1 e pt^fl 1 1» tn n o p 9 y ^f^KP^HM^H. {£• -v ^l^Liletum, 1 ^ ^jtcjci.i^i^uri^ . WM^WEOUM rH (;lA.. p r -H /1 / ; 1 / ) / 1 1 H ? ca V . lM- MK / V. c^/'tAJicicunz^. der Buchstaben. 16z Wörter von dieser Art zu lesen jmD, so habe ich fol- ^ende beyfügen wollen: HMW WWW Sicut non dubico me- WWWMDWW m i nissc non nunquam. II. Alphabetum Gotbician vetus. Dieses Alphabet ist aus dem vortteflichen Buch des Herrn Mabillon de re Diplomatica genommen. ///. Alphabetum Gothicum. Wo Herr Jbavina dieses her hat, kan ich nicht berichten, weil er solches nicht aemeldet hat. IV. Alphabetum Saec, VI. V. Alphabetum Merouingkum, scu Franco- Gaüicum. VI Alphabctum Psalterii vetuRissimi. VII. Alphabetum Saxomcum veruliillimum. VIII. Alphabetum Lomrobaydicum Saecüli vuf. ? IX. Alphabetum Carolinum^ seu Francicum. Auf diese Art sind die viplomata geschrieben, welche um die bestimmte Zeit verfertiget worden sind. Wer ein solches Diploma zum erstenmal in die Hände be- kommt, und ein solches Alphabet niemals gesehen hat, der wird zwar die Begierde haben auch etwas davon zu lesen; Er wird aber hier und da so viel Hast- sieine finden, daß er es ungelesen lassen muß. Eben so unleserlich sehen die grossen lateinischen Buchstaben m. Eine Probe davon giebt unsere Tab. xxvii L % Da. 1 54. Cap. 2«"Von 'Erfindung Daselbst trift man'verschiedene Figuren vvm Jahr 'F108.1115-1140-1200.1264. l *oo. 1340.1349.an. Q3ie! jünger wird man nicht leichtlich einen also gezo- gen finden, also; gehören sie alle \m den millleren Zeiten. ....... Auf unserer Tab. XXym: trist tnanabermals Proben von der deutlichen Schreibart der mitleren Zei- ten an. E6 stehen aber darauf: . /. Varia yilpbal'eta periietufla' ex Diplomati- hus dejumia. Ohngefehr-uin das Jahr Christi 96s. nog. 1140. 1203. pflegte man also zu schreiben, wie die Diplo- war» damaliger Zeitei, darthun. //. Alphahetum Saec. X. Dieses Alphabtt ist^us einem viplomate des Kay - sers Hemrlchs, des Voglers, genommen vom Jahr 929. III, Alphabetum Ottoms I. Ö" 5 Henri ci Rfgis Hiebey ist zugleich eine Abkürtzung mit angebracht, wie man damals den Datum dazu geschrieben. Es smd aber folgende Wörter abgecurtzt: 8 Katendae Im. A. D. a. a. altwo noch einige Buchstaben von ven damaligen Zeiten zu sehen. Zum Beschluß muß ich meine Anfangsleiste noch erklären, was ich damit haben will. Es stellet sei- bige ebenfalls die Art zu schreiben vor, wie man in den mittlern Zeiten gewohnr war. Vielleicht hat mancher studier , was Loch selbige vorstellen soll. Man beliebe also folgende Worte zu lesen- In nominc Sancte & indiuidue Trinitatis, und sehe die Leiste an, ob sie nicht darauf stehen. Kan er selbige lesen, so wird ( Tk£ . JCKVIjT. ^A-fy>/zaJ> . Jv miiera. msdzz ^i/^zz z . i.o).g.M.|. MHMU MHM. MZ.Mr ^IlN.lp ! I. V 2-4 M . (.0.0. n.tV.t. tiP-a PH^?.?. HW. SJ.J^. *QT. li.LU.R t T.TT- ^.M,^. I n . c^.&^. 3al.Asc-3ii aevi e 7)ip s-)^zJ-XX Vn^;j6 Wfrj6 f & ae*>c. e Dififc M^rrr.cAucu.: AA-cclti^iietl jSuukln^i a. J.rr, 11 rt f J T ■Qn "tf-iN mein Herr Vater z.) "lgN, Elias spricht, 4-> SßDMKtzs sagt einer täHfa* DiS eins Art, 6 MiWWß W «st nicht möglich 7") nfe wenn du wüst 8-) iöj* ]üh Amen, Amen , 9.) eine Ehefrau 10.) kirn im wenn du sprichst .11.) WPH PSfci$WC unser Vater Abraham. *i"NN ft^mt nVn \mm du aber sagst. - SWN-HöhtonhsN ** wenn du so sprichst, so ■istsgut. |S bn nb*t wenn es also ist. o"NN-.nSo jon'jön Amen, Amen, Sela. *W m^mm Abraham ein Soh!^ Wa. * L^4 ' Vvu i6Z Von t>m Griechischen Abküryuttgett. Von den Grichischen Adkürtzungen. Wie nöthig die Erkänntnis dieser Adkürtzungen sey, beweißt oer Augenschein der alten gedruckten Bücher. Sollen diese wieoer gedruckt werden; So. muß man bey nahe alle Adkürtzungen vorhero aus- schreiben, oder man bekommt in der Correctur so viel zu andern, daß der Platz darzu fehlet. • Die Gelehrten, oder diejenigen, so sich gelehrt heissen wol- len, begehen öfters grobe Schnitzer, wenn sie aus einem alten Grichischen Buch etwas heraus schreiben, und die Adkürtzungen nicht verstehen. Heut zu Tag findet man selbige bey nahe gar nicht mehr in Dru- ckereyen. Es ist auch eben so gut. Unterdessen habe ich diese Adkürtzungen, so viel ich derselben aufsuchen können, auf meiner Tab. XXIX. in alphabetischer Ordnung abstechen lassen. Von den Lateinischen Adkürtzungen. Hier darf man keine Erklärung eintzelner Buchsta- ben suchen, wie man in Jnnschriften findet, z. E. 8. ?. Q^R. Senatus populusque Romanus, sondern abgMryte Wörter. Heut zu Tage schämt man sich derselbigen. Ehedessen hingegen wurden alleBü- cher damit angefüllt. Die alten Handschriften sind eben deswegen ungemein schwer zu lesen. Auch der Schluß eims Buches wurde mit einem solchen Zie- rath ausgeschmücket. Z. E. AD^MMM Welche also gelesen werden müssen: Explieitprae- loquium , incipit primumliber Regum. Alle diese ad- Tal XXIX..p. t*8. k g pjl^. ^ZX^i tf^. \ai W Ö r 2$ as jj CU dX aX>, dm ap «{? as cuu av o CWT§ i (iVT\ cumjS dvri yaL OV^ r% -X) crcu Tct Tds/ fsls* TCU9 Tai ravra f£l ' T€L y£fi§> t tvp Typ T J yi P Ä yu yev yin yi yv yo yp yy 'ysos Tt iY 77>S Tl TO TOV TOV TOV ■rq rp TT TU) TW tTo TUW V V VI vv ■ VV ' 1 VTT c I viro X a X av - x a/ >fr x a ? *p to TlS 7 n. (yo T r\S cs v if WJ tu vscc - 7JZZ7D ^M/ ^ afi Tak XX/X.;,. iS8 %■ uj m A Oh W& aXk Kto oltzo ap ccp °?' . a 2, as as clv av > c > cluto aurov cu/XjS durco j£> yao }a X ye yy V£ j4 yei m M ^3 °$ fep yey y» yo txSf N 9* p9 % yv yi>2 ya erai yi yp yo yp yv 'ysio W ntcffi$tM0nv% vaiq ert^d qzbt. \ Tlixv ~K7)V ! au d"D itv aujj (7b'^ ■V>P "T TD % % QCL QCL °A °X! & ? L Glo v ^ 777.S OT GL Ä T/ Ti (JH (JX TO 6 cro ii T TOV J L// ■'Jn - TpO >Tp TT TU' T(i! .TCO TU^ U , . £/7T ?J7£P f 7T0 ^ X ct ^ ^ct/ ^ M n ^i^ ^ -^l U) Von den L.4tet'mschen Abkürzungen ^69 abgekürtzten Lateinischen Wörter, theile ich hier in zwey Classen. Eine kan mit der Presse noch gezwun- gen werden; Die^ andere aber nicht Ich will von beyden eine Probe geben. Diejenigen , so mit der Presse noch gezwungen werden können, sindlin Al- phatxtischer^ Ordnung folgende: Figur. zbCq} ach sccns accte acctah'3 acctibs» ac aones aoib9 acY acliut'ee amoes amonue? Adüfu sq* ? eft 1 , e^qssts' ? t>n 9| £t~na £t'nü affcih afbi Cvi ^tt^ttH /* jöeueutung. FiZur. ORri^i41tll1Hrt ?OeveulUNg. ais Allin alias absque alit 1 _ 1 * . — « J|A - 1 ahter oder air achatius ad aliquid accidens 31 ad aliquod accidente „ ji. aiia alleluja accidentaliter anlo Angelo accidentibus ajd'is Ane;elis actio 31 animi attiones bSo animo adtionibus ai9 animus acriter äiu animum adjutriccm aios animos Oftmrtnpnc duinunciia aial aiaimat admnnnerunt HulUUIlU^l Ull^ ani anni 1 anT^anlrnarum adverfum änfs annis asquus an» aii, ante, anfati, ante- ae sati aequalis a'ndce antedicta; aquissimis aiiqua antcquam aeternus appaef apparenter aeterna aplica apTs appHon Apostolica aternum Apostolus afFectum e appellatione albert apphedite apprehendite L 5 ap 170 Vstt der S.ateitt»schett Figur Beveuteti Figur Beveurct ap apudjeäj cäm, causa, caiuam aqäl^ aquanim c§3fc causarum arycpcj arepc, archiepc, archicpiseopus argta argrüL arks fr':d$ atm atqj aro * aücte auce aucj9 At, aii, aut, argiimenta a-.guinentum aiiitot^ie^ ^ristotehcis attamen atque atiio auctoritate averte Augustu^ autem ,cik c'tior c'tünra cellarius cercior certum cccij ceteris Xc9, Christus, Xti, Xto, Christi,Christo Chrianaj Christi-JHK Xnafflimi Christiatirffimi 8. bte , br bt^beatae, beati hts, bii bnd' beii bnfitiü V bo9, bo bt by, bz cY capit capo cmi j beatus bcne benedicite benedictionem beneficium ber finale bonus bonum burc bus finale G, Calcndse cäpitüÜ capjiulo MiAtnj . ca c'cfml ccuqj ( lcats cJicus co>it cogtio ° -~ COg UlMA corn 5 corntat 91a coi 9ir coulcare coio 9poo 9pönis:: 9poit 9 9C1Ü cociuS- circa circuium circum quaque civitat-s elericus colitur cognitio cognovimus comes committ;ant communia communi commnnitei' communicare communio compositio compofitionis componit con Concilium conclusione cosre Abküryungett. TTT 1 71 Figur, cofre OXsifvinf/H ^ jckucuici f£* t, "i -51I* xSW} Bedeutet pnn f o MIT! lumcri c tr\ (-■/>i'ii /> uccett} de cetera sf'msm? s/infll' m >>m 11 r lonm rnainus v° A | decimo cönforre fnnroi 1 m Tr<^ cuiuui inarc • . ocurac decurrat ps'uadü pstn sppuanniim VU1HC1 VdLlUUHl dctcrn defectum 9fortao rnn rsir^i^iii LUIilUl LdilU d fr et deferretur 9feraf i^nnfpppMir LUUL v«l dLUl d'in deinde fö, 9^cio llnn /^nn^ili n lillC CUMCliu) d (cbe describere 9$Öim6 $isTlib9 r^nliiTvili mrtrifi limiirniii mouu rl l £Vr*M a itcta destructam consimilibus J'no fl 5> a us, us Deus 9spcü confpectu rl'fr« ci rt9 defeitus 9tedert contendentes rl'f Tr» u rio definitio 9t coiltra rl'f 1? a rit definitur coc'dictioe contradicti- d't 19, deterius one die dicit 9tn~o contrario ' . (II dicitur 9tsiädo contristando dca dicta 9tu)l9 contulimus dictum 9Ütät~ 'i convertantur rl I a. >. dicto loco 9Ü&t9 conversätus dc rri9 dicimiis cos coram diic dicuntur cpra corpora dra differentia crera creatura di-lti' dilecti creao creatio d'ltrah" 'distrahitur 9dä etijusdam dinKy' distinctus c, cu, cum ifl'IrpiKvi/* U lll lUuü distributio csH cujuscjfiie Hin srrp CUH^LC diä distinguere divina 0 dio dnitas divino divinitas 6's de dÜ9 , dinus, divinus doctrina dz debet doctra d'bms debemusjdfis», dominus 172 Von den L°ateim'schett Beveutel domino duplex duodecimc E. ecclefia ecclelialhcus elementa eorurn econvers. Figur dfio, 2plx, 121X1 cccla ecc!ic9 eknta eolfc e^xiCo e,eni,ef3 emm eps,epc, epifcopns epla epiltcla eg ergo errao erratio erraa errantia cripiru eripiuntur eic enr esse essemus eent essent &c & cetera cuä° evangelio exns existens, exiens exntibj existentibus expla excmpla ext «i extra F. face" facere fcä,ftam fasta factam ft9 fattus, fco , secto faräls famuius fcicas ftcuitas ee CQiXi9 Figur tec fefeis fid'iite KÄir'j G feie f'r'a rrali; frant rfat M fres lajaoji » Bedeulcc > fecic ferreis fidelitatem finaiiter £nis fceminac forma formaliter formant formatur frater fratres 5r5 kz?, trlbz fratrihus frecjt frequentec freg,nti*9 frequefitius frtm f'ructum futö futuro füdatum fundamentum G. gaii gaudio gncale~ generale geneacoe genepatione gia~3' gloriam gliose gloriose giosum gloriosum gioismi gloriofissimi gra gratis gnet generetur gararc generare gralic* generaliter g're genere gram gratiam hm, AbMryungett.' 173 Figur Bedeutet H. hiis hnt, habens habent hfitib3 habentibus hre habere im, Kz , habet hice , habita; hjtbit habitabit 1 Jtacioe habitatione hitu habitum hitds , habituros huic habuit h"K9 habitus hitalis habitualis hltalit' habitualiter häc hanc h'm3o9 Hermannus IiirPtana Hierosolimitana h. e. hoc est h. m. hoc modo h. t. hoc tcmpore bo homo hes homines holnü hominum hois hominis hoinb? hominibus hor horum h'19 uipmo hujusmodi hfli humana yels hyemi s i iaJom jamdislum Figur r iqj id\ io i. e. Ih's Ih'u iß.lglr, iild' impr, Ipr lcfnacone Icedua IcFpatcs in lfirmp inforfc ' ins. scpc jfite iiqcs inq^tare Tfiga inlimP instrm intflcm lHgdum lilgo tf\ int, int'dcd* it'ee itptat int Bedeutet _ ibi ibique iddz idcm ideo idest Jefus : Jetil igitur lJJud , Imperator incarnationem incentiva inculpantes inde insirmus informare infra fcriptum ingenitae iniquitas inquietare insignia infimul instrumentum inteilectum intelligendum inteliigo inter interdicto interesle interpretatur intra introeuntss fr$*t -74 Von dctt S.titeittischett Mgur lveit Zuec? Johl ipe ipm it J iauert iusti3 ionis jux trX ti Bedeutet invenitur tnventus Johanni ipse iplarn iter juraverunt justitiam itionis juxta lafeac i Iabantur latfn latroni Jetbit laedabitur Icoi lectioni tesh kgimus Übe libcre licj licet Jiga rii linguam litene Ira literam Joqt^ loquifeur loqm Ioquimur M. mgf magr Magister mag magno mlo malo mata, materia mxe, Maxime MX?, maxirnus mrls,mar|s nwtyris $iguc rarem rat oat'r raatfsj raax? mb~ meor ms meP | mte m'eam mia mo ml'tifi ml'tid c mitine i Bedeutet martyrem matrimonialiter matris maximum memhra memor mens menscs mente j ' . mereamur misericordia modo multis multitudo multitudine N. narh nata nz, nc nec n no I necTca nc"c"a nc nq l neglia - n\ n i nob~ nobcy nÖIa W STOl naturali natura nec non necessatia necefläria necessitate neque negligentia nempe nisi nobis ßobiscum nomina non 00- Abßürylmqett. 175 ■ Bedeutet nonagefirno nondum noster, nostra jiostrarum nö nota nofius uotarius nc nunc nüg. $tgut nonag 3 xTd' fif, nraj ÜWW nota objm oba'v.9 (cTonS §vo oocli i nt r ofTiis ome$ 5s, oihs SÄ oirsib? 010 omo jP r I OlTIpS, on'e 0f>?t ffiunquam •bene O. objectum objectivus occasionem Octavo oculi in oculis officiis omnem omnes omnia omnibus omnino pro omni imnipotens onere operstur Figur ende's ondedas ßnderec 6 Cppifioibj oppressioni bus oro 6ron& orombs ordis ■oratio orationem ©rationibu* ordinis PP* ppa ppli p. nv Ml prt pticlam pr, 3 pat' patet pat'ent prna.pj pris pis, pHs proni pufs pua pcaminü i-.ee peer^ pecca rsttia x ? pßfi n9 p~iclo pa# l?ewM Bedeutet cüendens ostendendas oüeDderent non ?. Papa Paparri papali pagina mihi pars pariser partieuiam pater patepetur paterentur paterna patet patri patris patroni patrui* parva peccaminum peccatum peccatorum pecuniam penulcima per peregrinus periculo penonarura petitione plcic' -76 Von den fLateintfdjen Figur plelt' phc"a ppl'rn in pl'Äy pJca P 9le P9,p} p9trco p9ea, Beoeum pleniter phylica populum in populo porta poffibile polt postfaciio lüg ___/1_____I Figur pb'r pbro pbm prilimo pn9 pncibj } p9tmodü pt9 poitis p9t'mo 'Se ptate pias praribz P P pb3 pcept pcito pdictQ^ pdcs pee pns jpnte pntia psentib9 ps 3 tim w pw p9tei9 postea po (terius pofhnodum poi'tpolicis postremo potentia; potcstas potestate potestatibus prae praebet pracepit jpp6 0 praedicto jprs9 praedictorum praedictus prseesse prxsens praesente prassen tia praesentibus praescrtim praeter prasterito | p'uabit puat9 h _ pro fip ^)(:cib9 jpfuturü (Pph'am jP°P a jppetate .rPP s jPP« jppea i- r m9 jPfpe jpxia ■•¥o Bedeutet presbiter presbitero presbiterum pretioiissimo primo, priraum primus principibus priüs privabic privatus propter profectibus profuturum Prophetam propria proprietatem propriis proprium propterca propofitio prorsus Psalmus profpere proxima Pfalmo puce^pucfippublice publi- cum q qua,q$ que final qiH>; qualibet qz, quam qalY Abküryuttgett. m Figur Bedeutet qalV qualiter quapli quamplurimum quada quandam qn quandu qnz, qilq^ quandoqüb cptü qüantum 4'o quarto qij qui, quasi qte9 quatenus ^mdm qubinadmodum g.,q, qüi qbj quibus qcqdi quicquid, qppe, quippe q'd qüod qda quidam ^li quin H U ?° » ^qüorüodo qm , quöm ^ qdu quoddam qqni quoquomodo qm. qüöj quoniam t|3 tfe quoque qty quorum ds quos R. _ Recipe, Refpönfio toe, roe tatione, ratio- nem roibj fationibus recodat rccondatur tede'pt?» redemptns Figur Bedeutet fdigi redigi rgt, reguit regnavit rcüH> reversos I^ndetes fe/pondentes I^ndc tespondic rnß responsa fyiine responsione rnsq responso rnsü i*e sponsern V rüm finale S; sabb'ö sabbatho siicmeca sacramenta sacl^ sicrum S ; S. szcr ö siricta.,{äcrä scri* pturä fco* sanctö, sei fäncti scissia sanctiffima scoj$2 sirictorum ics fahctüs tciä feientia icibZ fe* scilicet scptol^ feriptoi-urrt fc'pt scripturrt sc'p« feriptura sesi seculi sesö secülö scpiri seculuhi 2da2do, fecunda.secündö sedm seeuhdum 5z 5; sed seipa$ feipsant M ftp 178 Vstt dett L.ateimschett c- sej> sepit'rm enia lechi s'ps s'uada s'uitia a'u9 fc sie, sig ao siplic' f. ieu, sliis ffmÜ'r A', sinF sn sj)5Hs spa "ifl späjf ^ spu SpS spalibj stccura IV subtjfce sf suol^ s' srbit sup Bedeutet scmper fempiternum sententia sequenti serpens seruanda servitia fcrnus sit sict, sicut fignificatio simplicitcr suc, (ive iioiiles similiter fimul sine fpecialis speeiäliter spiritu fpiritus fpiritualibns slruünrsm sub subtraxere sunt suorum fuper fuperbk supra gi&jiu öScDüiitef VV VWi VV T. tä tam tin tamen tn tandem tac[ tanquam f ö~a l^j n tetnpora tpibj temperibuß fpmnnric t.'—il j L>\ - i 13 t-nR> tpxy-_ temoorum >»VH1 W v> 1 tedut tendunt t ga teraa lv, '5 q t'ra terram l la tprtlii^ \ Xy LVL L1UO t'i ter. sin , »• ) L'~l . im 4 t t tibi cimtes timentcs totidi tutidera tdes tradens tivuedu transvehendum t'a tria t'ftis tristis tiiml'tus, tumuitus tc tunc t, r> tbae tur finale turbas 19. tus finale V. u, u, ub'Iz Ciqg ul> vf ubi ubilibet ubique vel van- Adküryungen. 179 Figur veiilis v'aii uHllz u'b' -> j U V o u'fä versa n's9 ü~r uri uid'fc >ir Bedeutet venerabilis venerandi venisset verbis vero V,g. verbi gratia versus vester vestri Videlicer. Figur vigta v'gies v't9 u'tte ü vn 9 v%c| ut'tp ut 3 ufcp utm videtur ux' Bedeutet vigilia vicgure» vjrtus vinute um finale unde us finale ufquequo utrique utriusque utrum uxor Won den Teutschen Abkürtzungen. Auch unsere Muttersprache ist mit solchen Abkür- hangen geplagt. Heut zu Tage sind sie eben nicht son- derlich mehr im Gebrauch; Unterdessen sieht man doch dann und wann folgende - A. allergnl. allergnadigst A.T. altes Testament A^u.N.T. altes und - neues Testament B> bet. belangend betrl. betreffend C C. O. Cammer-M- richtS-Ordnung Cap. Capitel Churfi. Churfürst Churfürst!. Chmsürstlich D. dj. daß dl. den 3 % d. i. j8o Von den Teutschen d. i. das ist dergl. dergleichen Durchl- Durchlauchten oder Durchlauchtigkeit E. Ew. Euer Ew. Fürstl. Durchl. euer Fürstlich Durchlauch- tigkeit Ew. Herrl. euer Herrlichkeit Ew. Hochgbl. Euer Hochgebornen Ew. HochEdl. Eure Hoch-Edlen Ew. Hoch-Ehrw. Eure Hoch-Ehrwürden Ew. Hochfürstl. Durchl. Eure Hochfürstliche Durchlauchtigst Ew.Kays.Majest. Eure Kayserliche Majestät Ew.Kön.Maj. Eure Königliche Majestät Ew. Mayj. Eure Majestät Ew. Wohl-Edl. Eure Wohl-Edlen etl. etliche fl. Floren Fr. Frau Freyl'l. Freyherrn Freyherr!. Freyherrlich Fürstl. Fürstlich G. Gnadl. Gnaven gnl. gnädig gchors. gehorsamst g. G. geliebt es GOtt Göktl. Gönüch Grast. Graflich Ggl. gute Groschen gl Groschen H- heil. H. Heilig H. S. Heilige Schrift Hl. Hrn. Herr, Herrn Hhln. Herren Herrlichkl. Herrlichkeit Hl. Heller herrl. herrlich Hoch-Edl. Hoch-Edlen Hoch-Edelgebl. Hoch- Edelgebornen Hoch-Ehrw. Hoch- Ehrwürden hochwohlgebl. Hoch- wohlgebornen Hochw. Hochwürden I Z.K.M. Zhro König. Majestät Jgfr. Jungser K Käyl. Käyserl. Käyftrlich Kfl. Abtüryuttgett. igi Kfl. Kayser Floren Königl. Königlich L. Landr. Landrecht S.3B.O. Leipziger Wechsel-Ordnung Lbden Liebden Löbl. löblich m Mayj. Mayjestat mögl. möglich N. % T. neues Testament O. Od. Oder P. P.H.O. peinliche Hals- Gerichts-Ordnung P. P. PetriundPauli. Messe Pf. Pfennig Pr, Ord. Prediger- Ordnung R. %%. Mchs'Abschiede Rthlr. Reichsthaler S. S.Paulus, SanttPaulus St. Stadt/ oder Stein Srl. ©e- Sr. Schffl. ßo Schl. schl. Stuck seine, seiner Scheffel )chock S Q- chlesisch Thaler Thlrschl. Thaler Schle- s'sch U. und dergleichen und andre mehr und so ferne? und so weiter unterthlst. unterthanigst V. Wrthl. . Viertel W» Wz, was. hlr. U. d.g. u. a. m. u.s.f. u. s. w Cap. iv. Von der Schreibart der alten Teutschen gegen die Neue gehalten. Bey einem Formatbuch pflegt man insgemein auch etwas von der Rechtschreibung im Teutschen mit W- Mücken. Ich habe mich ebenfalls nach diesem Ge- M 3 brauch -8s Cap. 4. Von der Schreibart! brauch gerichtet, und in meinem ersten Theil p. 8r. von der Rechtschreibung etwas gemeldet. Es wäre zu wünschen, daß man eine aufvernünftiae Satze ein- gerichtet und in gantz Teutschland eingeführte Ein- Leitung hätte; So konnte sich alsdenn ein jeder dar- nach richten. Die Buchdrucker würden selbige mit dichter Mühe lernen und sich angewöhnen können. Da abcr ein jeder Verfasser bey nahe eine andere Recht- fchreibung annimmt; So istdicses vor die Setzer eine grosse Marter. Denn was einem recht war, das streicht der andere weg / und also geht die Zeit w* lch 'en tt-uerdessen ist dieses Übel noch nicht zu he- bei-/ ob mangleich hier und da schöne Beyträge hat. Ga 'ye Gesellschaften haben gemeinschaftlich ihrcnFleiß angewendet, und dennoch muß mau noch immer kla- gen, es sichlet eine wohleingerichtete Rechtschreibung. Man muß also zufrieden seyn, was man hat. Aus- ser denjenigen Unterfuchungen, welche man in den Beyträgen der teutschen Gesellschaft in Leipzig hat, irniß man sich folgende Bücher bekannt machen. 1.) Iobann Bö^tckers Grundsähe der teutschen Spra- che, Berlin, 172z. 8. 2.) IM« Töllners deutli- chen Unterricht von der Orthographie der Teutschen, Haile , 171g, >:\>o. 3,) Hieronymi Freyers Unterweisung zur teutschen Orthographie, Halle 1722. 8. 4) Tho?nae Hsfmanns Änweisungzur Orthogra- phie, Leipzig 1725 8 und Caspar Gottlieb Pohls, neu verbesserte teutstheOrthographie, Leipzig, 1735- 8. Ich mag allhier keines von allen diesen angeführ- ten Büchern beurtheilen, weil es der gehörige Ort nicht ist. An ältere will ich nicht einmal gedencken^ doch so viel will ich noch thun, daß ich Anfängern der Buchoruckerkunst, eine kurtze ^ergleichung einiger Wör- dee «Jfett Teutschen.' 18z Wörter nach oer alten Rechtschreibung mit der Heu- tigen vor Augen legen will, damit sie sich zu helfen wissm, wenn sie selbige nach unserer jetzigen Art setzen sollen. Ich weiß wohl, daß die Anzahl sehr geringe, unterdessen kan man doch daraus auf gleiche Fälle schlüssen. Sollte ich die Hand noch einmal an die« ses Werck legen, so werde ich mich bemühen, wo nicht alle, doch die meisten alt geschriebenen , hernach aber auch die zweifelhaften Wörter von der neuen Art zu sammlen und beyzufügen. Auf einmal geht es nicht so gleich an, wie man sich einbildet, man muß solche nach und nach anmercken. Denn daß man die Zeit lediglich'darauf auf einmal anwenden sollte, wird man nicht leicht jemand zu muthen können. Es sind aber folgende zu mercken: ältesten anschlege anschlagt beuelh bauwer A. B. ältesten anschlage anschlag Befehl Bauer burMrauen Burggra beleyendc fen, belehnt besietigt brieue behe^m beuolhen beschirmpt benarvet besena deuelhett bestätigt Briefe Böhmen befohlen beschirmet beängstiget bösen befehlen C. cleiduttg Kleidung eorom'cken Chronicken elaffen plaudern, viel redens machen D. d' der Wemötfgfofc demüthig« keit daß die dz dye eren/ ertrich, etlicher, ernydern empfahc M 4 E. Ehren Erdreich ehrlicher erniedrigen empfahl ane- ?84 Cap. 4. Von der Schreibart endtchrist Antichrist ^rbaurvenn erbauen erpietung Erbiethung emichm einigen furnemisten fürnehmsten fanden .finden fürderstm fordersten forteylen forteilen franyöjsiZex. stantzösi- scher si'irzügtz Vorzug febev" fieber frum from förpotteif Verbothen steigen freyen fifetag fürüber G. ZrauM Grafen,ode? Graven gewesfttt gewesen geprauch gebrauchen gefürt geführt gemynttert. gemindert gepürt geburt geplürtett geblütcn gemeinen gemeinen geplanyst gepflantzt gefeit gefalt geiegche gejagte gem gen gewere gewehre geryeichtz gewepht gangtz gang gepirg gebürg geuerde gefehrde gelahn gelassen H- herlicheiten Herrlichkeiten Hendeln» Händeln yeero?ugß Heerzug hochssarr Hoffarth heupc ;. .-; Haupt -J- iunckftay?schasit Jung- frauschafft yxe ihre ygßlichten . jeglichen yhenseyr jenseit Ihena Jeng K. Keyser Kayser köngen Königen wnicklichen Königlichen krieyß krieg kegen gegen L. lütrmgett. Lothringen lottigs löthiges letsten letzten M. mennev Mannev mynsten kleineften margd Marck mynnem mindern- mogen mögen der alten Teutschen, i85 me^nster maurvex mamunge % ttltt nachuolgung nyderst Nemey O. Htdenuttgen Hdex % pringenn pluy/ peen rechen rhue sollichs, Gcer, schaurven sunst Sachftnn % S. Meister Mauer Keynung nicht Nachfol- gung yiedrigste nehmen Ordnungen over bringen plötzlich Straffe rechnen Ruhe solches Städte schauen sonst Sachsen (tgfc sich Srreiy Streits sonung Söhnung schlüntgen fchleunichen sage % Teüschen yustelt ceyl Trott traun V. vnd'schydllch Sache Teutschen zustellt Theil Thron fürwahr unter- schievlich und vielen Gchreyn Hertzkammer m den Schreyn seines Hertzens Soltnex Schuldner M vnnd vieln vßrveisung Ausweisung vssrechtig aufrichtig vnd'trücken unterdrücken verneme vernehme voq aus verrert verehrt valy Fall M, rvelung rvirt rvarer rvirdi.qff rvirden wirGichkeiten wählung wird wahrer würdigst würden würck- jichkeiten &H C m? eines wohl eingerichteten örterbuchs XCotinmn die meisten Kunstwörter, Welche Bey Buchdruckereyen und andern da- mit verwandten Profeßionen gebräuchlich sind, errläret roerde». A. bbrechen, heißt diejenige Arbeit/ wenn der Drucker die Ball- Leder, so auf die Höltzer genagelt, wieder abbricht, welches täglich geschehen muß, wenn anVers ein guter Druck zum Vor- schein kommen soll. Abbrechen heist bey der Schrisscgieft ftrey, wenn der Junge den Guß von den Buchstaben abbrechen muß. Abformen, eine aniWe Figur nachmachen, worzu der Form - Sand vonnöthen, wenn man nun einen Buchstaben abformen will, so leget man selbigen auf das ebene Sand-oder Formbret; ist e§ aber ein Buchstabe der in Holtz geschnitten, oder Schrifft Höhe hat ,so muß man gerade Höltzer, oder Stege umher legön, und den Buchstaben so weit hervor ragen lassen, als der Abguß dicke seyn soll. Wann solches geschehen, auch der Buchstabe mit. einer reinen Bürste wohl ausgebürstet ist , so leget man J90 8^rgefaßeer Vetfufy eines man die Flasche darüber, welche init der lincken Hand feste niedergehalten werden muß, Damit sie nicht verrücke. Darauf nimmt man einen Kohl- Beutel, und staubet damit auf den Buchstaben, hernach schüttet man den angefeuchteten Sand loß darauf, bis die Flasche voll wird. Und druckt ihn erstlich sanfftnieder, hernach so viel Sand hartund fest eingedruckt, daß die Flasche gantz voll wird. Alsdenn wird die Flasche fein gleich und sanfftauft gehoben, bleibt der Buchstab etwann darinnen fest, so schlaget man sanfft init einen, Messer auf die Flaschen, so fallt er heraus. Der. ungleiche Sand wird mit einem Messer aufbeyoen SeitenderFIa- sche abgeschnitten, doch daß er nicht auf die Figur fällt. Es wird auch von dem Guß der Flasche bis zu der Figur der Sand subtil ausgeschnitten, da- mit der Zeug dahin Dessen kan, man läßt die Form etwas trucknen, so kommt es besser in Guß. Abgießen, wenn man etwas abgiejjen will, so wird die Form, oder Figur mit einem Licht, das eine gute Flamme hat, gantz schwartz beleuchtet, und alsdann auf ein ebenes und glattes Brer,das nicht viel grösser, als die Flasche selbst ist, also geleget, daß die Seite der Figur unten komme, damit der Fluß der Materie über das Bret und recht über der Figur hineinfliesse, noch ein solches Bret darüber geleget, und die Flasche zwischen diesen zweyen Bre- tern in einer Hanvschraube eingespannet, etwas scharf gehalten, und also den geschmoitzenen Zeug hinein gegossen, wann der Zeug geschmoltzen, halt man zusammen gedrehetes drnckpappier hinein, ' fängt es Feuer, so ist der Zeug gerecht, wo aber Flamme, ist er zu heiß. wohl eingerichteten Wörterbuchs. 191 Abtritt. Bey Diesem Anickel setze man zum ersten Theil noch folgende Worte: Es gereichet selbiger niemand zur Schande, oder Beschimpfung, sondern es wird in der Abwesenheit dererjenigen, welche ab- getreten sind, die Sache kunstgebrauchiich überle- gec und erwogen, midi darauf ein gewisser Schluß abgefasset, nach welchen sich die Partheyen zurich- ten. Hernach werden die Abgetretenen wieder hin- eingefordert, da ihnen dann der gemachte Schluß vorgetragen wird; wenn sie nun solchen angenom- men, so setzet sich ein jeder an seinen gewöhnlichen Ort und Stelle. Mehrere Nachricht findet man in den Buchdruckerordnungen. Abzicheklöygen, siehe Z^iöygen. Anfangsbuchstaben, sind allerhand zierlich verfer- tigte Buchstaben, womit man insgemein ein Buch, Carmen, ?c. anzufangen pfleget. Ehedessen wüste man gar nichts davon. Man ließ den Platz dar- zu entweder gar ledig, oder setzte in die Mitte des Platzes einen kleinenBuchstaben. Wurde der Platz ledig gelassen, so wurde hernach der Anfangsbuch- siabe sauber dazu geschrieben, mit allerhand Far- den ausgeziehret, ja wohl gar mit Gold überzogen. Stund aber der kleine Buchstabe schon da/ so wurde er eingefasset und ebenfalls mit künstlichen Gemählden ausgeputzt. In grossen Bibliothecken trift man noch solche Bücher an, worinnen man solche Buchstaben sehen kan. Je alter diese Ge- mahlte Buchstaben, je schöner sind sie, undje jün- ger sie sind, desto schlechter sind sie auch. Wenn man verschiedene Bücher gegen einander hält, so sind die neuesten ordentlich die schlechtesten, sowohl am Gemählde, als auch wegen der Art das Gold allf- • -92 Fortgesetzter Versuch eines aufzutragen und ju glätten. Ja ich glaube gar, vaß Diese Kunst gantzlich verlohnn gegangen. Wer-- muthlich wcil sie in neuern Zeiten nicht so gut mehr bezahlt worden , als in den alteren. Und worzu war es auch nöthig so viel Kosten darauf zu ver- wenden, da man die Grossen theils gegossene^ theils !in Holtz geschnittene Buchstaben erfunden hat? Insgemein giebt man Peter Schöftrn vot den Erfinder an. Man wird ihm auch diese Ehre nicht streitig machen können/ indem er sich derselben in seinen gedruckten Büchern zuerst bedienet hat. Heut zu Tage hat man diese Anfangsbuchstaben derge- stalt auszuziehren angefangen, daß sie den Augen zur Belustigung allerdings dienen können- Ä)iaN laßt sie in Kupfer stechen/sie werden gegossen^ und auch in Holtz geschnitten. Die letztere Act ist ver- schieöener Ursachen wegen die bequemste Proben davon trift man in den meisten allhier zu Leipzig gedruckten Schrifften an. Auch bey uns/ in ge- genwartigen Blättern/wird man einige sehen kön« Nen, so viel wir Verselbigen haben anbringen können. Anfeuchte»/ muß der Setzer die Sckrifft, ingleichett der Drucker dieBallen und den Deckel, wenn solche zu hart. Dieses Wort wird aber auch als ein Spaß einem CornUten zugeeignet / wenn man zu ihm sa- get i er soll anfeuchten und seinen neben ihn stehen- den Gesellen eine Ehre erweisen / nach der Altert ihren Bers Weit Man die Schriffcen uttd päppier alles Ä?c»ht feucht niuß haben. So pflegen auch mit VOeirt und Biet/ die Gestt- len sich zu laben. Antiqvafchrift/ heißt diejenige Art von Lateinische« Schrift 5 wohl eittgenchteeett rvöktexbuchs. r9Z Schriften, welche die alten Buchdrucker zu D -er- funden haben, die hernach der Mühmte Mdus Manlirius viel verbessert har Und in neuern . Zeiten hat mau noch mehr Fleiß und Zeit AMf verwendet. Cs ist bekannt, daß nian bey Nahe durch alle Arten der Schuften eine WtiquäHclft hat. Man hat Sabon-Anciqva, grob und 1 klein Missal Antiqua, grob und klein Canon - Annqva, grob und klein Doppelnüttel Antiqua, doppelcirero Antiqua, fette Text Antiqva, doppelmitrcl Anti- qva, Tertia Antiqva, grobe und kleine mitte! An* tiqva, tertia Antiqva, grobe und kleine mitl- l An- tiqva, grobe und kleine cicero Antiqva, corpusAn- tiqva, Borgois Antiqua, petit Antiqva, Perl An- tiqva,Colonel Antiqva, Nomparel Antiqva. Diese alle kan man auf unsern Schriftproben im ersten Theil sehen. Artlc^elsbriefe, werden die Innungen, Statuta und Freyheiten genennet, welche denenPraseßionen von Obrigkeiten gegeben werden, wie sie sich bezeigen sol- len, und dieses darum, weil sie in Artickeln abgefaßt sind. Ein Hochedler Magistrat der Reichö-Stadt Nürnberg hat 1673. die Am'culsbriefe der Buch- druckec daselbst aufK neue erlautert^ Am'cul, Satz/ Stück einer Rede nach welcher der Jnnhalt derselben abgetheilet wird, sonst auch Capitel genannt. Aufdmgen, heißt man diejenige Handlung, da man einen Lehrjungen, wenn er seine Probe einige Wochen ausgestanden, und aus einem reinen und keuschen Ehebette erzeuget, welches er durch be- glaubte Zeugnisse darlegen muß, zu einer Pro- ftßion an-und aufnimmt, und gehörig einschreibt. W Auf- i94 Fortgesetzter Versuch eine» Auflage, wird die Anzahl der Bogen benennt, che ein Verleger zum Druck ordnet, als igoo. i 500. 20SS Bogen. Auflösen, heißt man diejenige Handlung, wenn der Setzer seine auf das Bret geschossene Columnen, welche er mit einer Schnur im Schiffe ausgebun- den, lund auf dasselbe geschossen, bey Umschlagung des Formats wiever auflöset. Oder wenn zwey an einer Presse arbeiten, da bey jeden Zeichendes Pappiers, welches aus 250. Bogen bestehet, einander ablösen. Aufschlagen, heißt man, wenn der Ballmeister die Balleder,aufdie Höltzer mit darzu gehörigen Ball- nageln bevestiget. Auftragen, heißt diejenige Handlung, wenn dsr Ballmeister die Farbe mit denen Ballen auf die Forme, wenn er solche vorhero erst auf selbigen zerrieben, bringet. Ausbinden, heißt man, wenn der Setzer die Cö- lumnen, die er gesetzt, zusammen bindet, und beför- dert solche auf das Setzbret, ingleichcn die Schrif- ten sv nicht in die Kästen können gebracht werden. AusschlieGtt, siehe Excfafion. Ausschneiden, heißt diejenige Handlung, wenn der Drucker das von Pappier bekleisterte Rahmchen, wenn solches die Schrifft bedecket, daß selbige auf den Pappier nicht erscheinet, mit der Scheer weg- schneidet. Auszeichnen, muß der Setzer das Manuscript, damit er sehen kan, wie viel auf eine Eolumne ge- het, alsdenn kan er ohngefehr sagen, wie viel Bo- gen das gantze Werck austragen wird. Battn«- Wohl einQetidjtetett LVöeterbuchs. 195 25. Ballnägel, sind ordentliche Nägel von Eiftn, mit einor runden Kuppe, womit man das Balleder cm* nagelt. Es werden selbige besonders darzu ver- fertiget. Vallmelster, heißt derjenige, der sich um die Bal- len bekümmert, und selbige in guten Stande erhalt, damit ein guter Druck zum Vorschein gebracht wird. Befehl siehe Mandat. DeschimpfunZ/ ist so viel Äs einem seinen ehrlichen Namen schwachen; Ein solcher, der widerVerhoffeu von jemanden beschimpft, oder durch seine gegebene zwar geringe Ursache gescholten worden, muß es in- nerhalb 14. Tagen anzeigen; oder sich nach Beschaffenheit der Sachen bey einer völligen Gesellschafft un- verweilt vertragen, und nicht über solche gesetzte Zeit zu stehen sich unterfangen. Wenn er sich aber un- schuldig befindet, so kan er das von dem Gegner ge-- thane Scheltwort auf diesen wieder zurück schie- ben, aber dabey nicht schelten. Beschweren, muß der Drucker das Pappier, so et - gefeuchtet, damit es sich unterstehet. Schreibepap- pier aber muß er nicht gleich beschwehren, weil es einen starcken Leim hat, und das Wasser nicht so gleich annimmt., sondern wieder ablaufft. Bestoßzeug, ist einJnstrument bey denSchristgiessern^ welches auöHoltz bestehet, worinnen sie die gegossenen Littern setzen und einkeilen, und mit dem dazu be- retteten Hobel bestossen. Siehe Tab. IV. p. 1. Bildmßschrisst, Hieroglyphische Schrifft, Egypti- sche Sprache ist, wenn man eine Sache nicht mit geschriebenen Buchstaben und Worten, sondern mit N % Figu- i96 Fortgesetzter Versuch eittev Figuren und Bildern der Thiere sowohl, als an- verer unbelebten Dinge, ausdrücket. Diese Art zu schreiben sollen zuerst die Egyptier ohngefehr um Abrahams Zeiten erfunden haben; Sie ist aber nicht öem gemeinen Mann, sondern nur ihren Prie- stern bekannt gewesen, als welche sich einer so dun- ekeln und geheimen Schreibart nur in denen ihren Götzendienst angehenden Sachen sonderlich darum bedienten, damit einestheils die Geheimnisse, oder vielmehr Thorheiten, ihrerNeligion von einem ver- schlagenen fürwitzigen Leser nicht so leichte könne verstanden, verrathen unv verlachr werden, andern theils damit sie denenjenigen,die ihre Sprache ver- stunden, mit wenigen viel möchten bedeuten können. 2)lech,ÄescheVlech, ist ein Instrument derSchrifft- giesser, welches sie bey dem Justorio gebrauchen, um damit die Höhe des Kegels und Linie, so der Buchstabe haben soll, zu besehen, 23Uch, Gießblech, braucht der Schrifftgiesser bey Giessung der Buchstaben damit das überflüssige Zeug darauf fällt, welches er mir dem Gießioffe! aus der Pfanne genommen. Siehe Tab. IV. p. h Bleyrvage, ist ein Werckzeug, wodurch die Flach» eines Bodens, oder anderes Dinges gerichtet und erforschet wird. Selbige zu verfertigen braucht man ein Bret ohngefehr eines Fusses lang, welches also zugeschnitten, daß es einen gleichseitigen Trian- gel vorstelle, an der einem Spitze desselben ist eine feine Schnur befestiget, an welcher ein Bleyge- wicht hänget, aus dem Punct, wo die Schnur halt, ist eine Linie auf das Vrct dergestalt gerissen, daß sie mit einem geraden Winckel ans Die gegen überstehende Seite des Brets falle. Wenn nun mit dis- wdht eingerichteten IlVörterbuchs. 797 ftr Seite des Brets auf eine Schwelle, oder Boden, gesetzt wird, und die Hangende Bleyschnur mit der aussGretgerissenenLinie, oderStrich,gerade ein- trifft f . so wird daraus erkannt, Dafj das Lager der • Schwellender Boden, wagrecht sey. Bey Auftich- tung einer Buchdrucker - Presse ist selbige unent- behriich. Buchdrucker, -Buchführer, Buchbinder; Auf selbige führe ich hier eine artige Überschrift bey. QuoJ deicriptoredic tarn addendo, quarn nurne* merando, Quodque alius vestit curatc muitipiicando, Uividit hoc alter, trahit inque suas rationes. Buchdruckerey, wo nicht redlicher und Herkommen- der Gebrauch gepflogen wird, soll kein Exftll zur Arbeit eintreten, viel weniger einer Hudeley und Büberey aufheiffen, wiedrigenfalls er von der rei)- lichen Buchdruckerkunst mit einer Strafe angesehen, wo nicht gar ausgeschlossen wird Zumal wenn er es wissentlich thut. Unwissentlich aber soll er sich innerhalb »Etagenwieder daraus begeben. Buchdrucker Ordnungen, smd diejenigen Gesetze, die denenBuchdruckern von hohen Potentaten, oder Obrigkeiten ertheilet werden, wie sich selbige verhal- ten sollen. Wie denn die z. Herren Hertzoge zuSach- fen denenJenensern solche 1*57. Kayser Maxuiu- lianus und Rudolphi IF. 1570. zu Speyer und 1.577. zu Franckfurt; Churfürst Christian der andere denen Leipzigern und Wirrenbergern 1606. ein Hoch - Edler Stadt - Magistrat der Reichs- fiadt Franckfurt am Mayn denen alldortigea Buchdruckern 157z. und 1598. und 1600. er- N z thei- -98 Fortgesetzter Versuch eittes. theilet haben. Dergleichen auch ein Hochedler Magistrat der Stadt Dantzig 1684. den iS-Juli^ denen Buchdrucker daselbst gegeben haben. Deren Jnnhalt siehe zu Ende dieses zweyten Theils. Kuchdrucker Vorcheil^ wird dasjenige Geld genen- " net, welches die Gesellen von den Herren Verlegern bekommen,ingleichenNamenstage, Cornuten-Geld^ Zntroitus ic welches sie alsdenn unter sich theilen^' oder^ zu gewissen Zeiten sich eine Ergötzung damit machen. ZZuchdrucker-rvappm, wie solches in Farben vorge- stellet wird. Der doppelte 2$Ut r so schwach und in einem goldnen Felde, jedoch ohne Crone hält in dex rechten Klaue einen rvmckelhackett von Eifen^ oder Melall,in der lincken denTenackel mit demDivisorio. worauf sich das Exemplar befindet, und wird den Setzern zugeeignet. Oben auf dem Schilde stehet ein offener gecrönter Helm mit einer Crone beydes von Golde, der Grund leuchtet blau herfür, durch den Helmaus der Crone raget ein halb geflügelter Greif, ' so aus Silber, mit ausgestreckter Zunge, welcher in seinen beyden Klauen ein paar übereinander ge- setzte Druckerballen, so von Holtz, hält, und ist de- nen Druckern zugeeignet; Auf der rechten Seite befindet sich die eine fahnbede, so der obere theil Silber und der untere theil roch anzeiget, darhin- ter zeiget sich ein blauer Grund, aufder lincken Seiten ist das obere theil der Helmdecke roch, und der untere Silber, der Grund leuchtet gleichfalls blau herfur. Bundjteg^. heißt derjenige Steg fo. zwischen den Co- lumnen liegt, deren zweyerley breite und schmals sind. Siehe Stege im 1. Theil, wohl eingerichteten Wörterbuchs. *99 C. Capital, wird bey Buchdruckeveyen, dasjenige ge- nennet , so der Drucker bey Zurichtung einer Forme oben und an den Tiegel anlegt. Es befteher sel- biges aus i.oder 2. Stegen, welches er accurat halt, damit wenn er die andere Forme, oder den so genannten Wiederdruck, von neuen einyebt, er sich nicht Verdruß machen darf. Capltalbuchsiaben, heissen diejenigen grossen Latei« Nischen Buchstaben, welcher man sich beym Anfang derer ^»minum proprionim und Substantiuorum in dem Text bedienet. Schon J ohann Faust hat selbige gehabt. Siehe Versalbuchstaben. CapiralZen, ist eben so viel, als Cavitalbuchstaben. Characreees, siehe Zeichen. Cicero Schrift, ist eine Art kleiner lateinischen Buch- ftaben, welche ihren Namen vermuthlich daher be- kommen hat, weil Ciceronis Schriften zu erst damit gedruckt worden. Man hat grobe-kleine-Aw tiqva, cursiv-Fractur Cicero. Hiehe unsere Schrift- proben. Cladde, siehe Rtadde im ersten Theik. 2.) von Eisen ge-- schmiede?, welche unten am Laufbret der Presse beve- Kiget sind. N 4 2oo 8srtgeseyter Versuch eines Lolon, ist ein Unrerfcheidungszeichcn / wenn in einer ERcdc der Verstand halb geenviger ist. Es sieht also aus (:) Columnenmaß, ist ein aus Eisen, oder Holtz beste- hendes Instrument, die Columnen in kleinen und grossen Forniaten zu accurater Lange zu bringet). Colummn Zieffex, ist diejenige Zahl die eine jede Columne bekommt, und durch ein gantzes Werck . hindurch gehet, wovon unter dem Tirul Tabelle im ersten Th il gedacht worden. Concordany Quadraten, siehe <&uabiaten. Lonstrmarisn, Bestätigung, ist ein Kunstwort bey einen« Postulat, da der Cornute im Namen einer gantzen Geseilschafft zu einen Gesellen bestätiget wird. Consiftation, Einziehung der Güter, dergleichen ge- schiehet mit Büchern, darinnen die Majestät der Könige undFürsten, und das Ansehen anderer hohen Personen schandlicherweise verletzet wird. Conjirucr on, ist in der Grammatic, die rechte Zu- sammenfügung der Wörter in einer Rede, so wie es einer jeglichen Sprache Natur und Eigenschafft erfordert, und die Regeln der Grammatic anweisen. Comutmqdb, ist dasjenige ; was ein Cornutus der Christlichen Billigkeit nach alle Wochen, oder Mes- fm f in der Arbeitenden Druckerey Venen Ge- seilen darlegen muß. In Ermangelung derselben aber soll es derHerr vonMesse zuMesse an die nächst- gelegene Geseilschafft einsenden^ Siehe XV-rchers Nachricht von der Buchdruckerkunst. Cornurenhur, ist ein besonderer Hut, welcher den Cornuten verfertiget wird, wenn er zum Postu- lat rvohl eittgerichteten XNörterbuchs. aoi tat schreitet. Bey der Deposition wird f Mi von dem Depositore abgenommen, Lrany/ siehe Gcstttencrany. CranyjunZftr/ ist diejenige Person, welche sich ein Cornntnö bey feinem Postulate erwählet, daß sie ihm einen solchen Crantz verfertigen laßt, welcher ihm bey der Cofirmation, als das erste Ehrenzei- chen, auf das Haupr gesetzt wird, CreuyZen, in gegossenen ^-chriffcen, werdenzuver- schiedenen Dachen genutzt, absonderlich zu Noten, oder zum Beschluß eines Leichen-Carminis, deren Gestalt sieht also aus \ Creuymaß, ist ein Werckzeug bey Giessereyen, da das gantze Instrument darnach verfertiget und gerich- tet wird, weil alles nach den Winckel justiret wer- den tnuß. Creuysieg, ist derjenige Steg, der an den Columnen Titul geleget wird; Es giebt breite und schmale. Cursiv Gchriffren, heißt man diejenige Art Lateini? scher Buchstaben, welche denen geschriebenen ge- schobenen Buchstaben gleich kommet, deren sich die Schreiber ehedessen bedienet, wenn sie geschwind geschrieben haben. ' Die Züge dieser Schrift sind nicht gerade, sondern schief. Aldtw VCianuüm hat selbige zu erst erfunden. Eben deswegen hat er von der Republic Venedig ein Privilegium er- halten, daß Niemand innerhalb 10. Jahren damit drucken dürste. Von dem Ort der Er- findung heißt diese Schrift auch veneticä oder ita- lique, Sjeut zu Tage hat man diesen Schnitt bey nahe in alle Schritten und Schriftproben, D, Defect, Heisset nicht nur dasjenige^ was an cinemDinge N 5 fth- sos Zortgeseytee Versuch eines fehltt, sondern auch die Sache selbst, welcher einer oder mehrere von ihren Theilen fehlen, daß sie nicht vollkommen genennet werden kan. Dersleichen Unvollkommenheiten finden sich anSchrifftM/ Nech' nungen / Büchern, k Degen, bey diesem Articke! setze man nach unsern Worten: denen Rünfiktn »st selbiger erlaubt, laut des allergtta.dl'Zsten Mandats Friedrichs Augusts, Rönigs in Pohlen höchstseeligen An- denckens, folgendes hinzu: dato Cracau den 15. April 1706. und 1712. den z. Iulii renovirles uny vom 29. Augusti 1719- Gchrveiyerdegen,. sprüchwortsweise nennt man die- jenigen also, welche mehr als eins erlernet, ya man. sie zu mehrern brauchen kan. Wie man von der Schweitzer ihren Degen auch sagt: daß sie aufbey- derley Art können gebraucht werden. Zyiphchc»ngi, sind die aus zwey selbstlautenyen Buch- staben, oder Vocalen zusammen gefetzte Buchstaben,, daß derselben Laut in einem Thon zusammen ausgesprochen wird. In den ältern Zeiten hat man nichts davon gewußt, sowohl in Teutschen als La- teinischen Schriften. Hernach fieng man um das. Jahr 1489. an im Lateinischen- selbige mit ei- nem Hackgen zu bemercken tz. Alsdenn hat man auch selbige abgeschast und die jetzige Art erwählet. Distinctiones, siehe Umerstbeidungszeichen. Druckerei / siehe Äuchdruckerey. * L. Binßeilen, muß der Drucker die Forme in die Presse, damit solche nicht fortrücket, und sein ge- suchtes Register nicht Schaden leidet. Einstechen^ muß der Drucker das Pkppier halbe Buch- wohl eMZerichteten VVörterbuchs. soz Buchweiß in den Deckel, bey Vem Schyndruck; Bogenweiß aber im Wiederdruck, welches abee alsdenn Einlegen heiß^. Gisen, Zerrlg mach iLisen, ,, ist ein Instrument hey den Schriftgiesern, welches an dem einen Ende mit ^inen'Hacken versehen, damit er, wenn er die ge- gossenen Buchstaben in den höltzern Winckelha- cken gesetzt, mit solchem Eisen selbige zusammen hält, und mit einem Messer beschaber unv fertig machet. Einlegen, heißt diejenige Hanvlung, wenn der Se- her "die Schrifften, wenn sie neu gegossen, in die Kasten, ingleichen der Drucker die Bogen in De- ckel , absonderlich bey den Wiederdruck, leget. Kl'nschlagen, muß der Setzer die Schrifften in Pqp- pier, welche er nicht in die Kasten bringen kan; Alsdenn bezeichnet er selbige , was sich vor Schrift darinnen befindet. ^LmschjaZen, muß der Schriftgiesser den Stempel in die Matrice. Bntrpeichung, aus der Gesellschafft, siehe Abtritt. Exclufion , oder Ausschliessung, wird demjenigen zu er- kannt, der sich selbst durch böse Laster und verbo- thene Wege unehrlich gemachet. Jngleichen die- jenigen, so auf der Kunst vor gantz unehrlich gehal- ten werden- Es wird ein solcher aus den Zusam- menkünfften verstossen, und nicht mehr vor einKunst- glied erkennet, es. ist ihm auch nicht erlaubt auf Druckerey zu arheiten, weil die Kunst solche byss Leute nicht dulden kan, noch mag. Mehrere Nach- richt. Siehe die Buchdruckerordnung. F^?-/?-Geld,wird dasjenige genannt, welches der Herr einem GeWn über das PwGnliche Kostgeld reichet» $$xbe. s«4 Zsrtgeseyter Versuch eines 8 Zarde, wie selbige aufKupfer und Holtz zu erkennen. Siehe Tinceur. ZZarbefaß, ist dasjenige Gefäß, worinnen der Vor- rath von der Farbe liegt, es ist selbiges mit einer Decke versehen, damit keine Unreimgkeit in die Farbe fällt. Festtage, siehe den Buchdrucker-Calender. Feuchrbreter, sind diejenigen Breter woraufderDru' es er sein gefeuchtetes Pappier setzet. Es sind dersel-- ben zwey nöthig, eines untern Haussen, das an- dere zur Bedeckung des Hauffens. Zeuchrfaßgen, ein Gefäß mir einem Wasser, welches in DruÄereyen sehr gemein ist. Der Setzer bedie- net sich dieses Wassers mit einem Schwammen die v trocknen Schrifften zu benetzen, der Drucker zu Anfeuchtung des Deckels und der Ballen. Zeuchtspahne, es sind derselben zwey, welcher sich der Drucker bey Feuchtung des Pappierö bedienet, selbiges durchs Wasser zuziehen. Zlaser, heissen die Stöcke, oder Holtzschnitte, welche durchPakronenundFarben illuminirt werden, wenn sie gedruckt sind. 8orm-8laschsn von Eisen oderHoltz. Die letztern sind eben so gut- Nachdem die Sache groß, welches darinnen geformet werden soll, müssen sie auch dick seyn, d. i. einen kleinen oder grossen Finger, oder Daumen dick, man läßt also nach der Grösse, wie mans haben will, ein Bret von guten trocknen Holtz verfertigen, und darinn ein viereckigt, oder länglicht Loch schneiden, so groß, daß dasselbe, so dar- inn, geformet werden soll, ringsumher noch einen secunda Kegel Platz übrig hat, dann wird an der ei- wohl eittgerichteten Wörterbuches. 205 einen Seite ein Guß eingeschnitten, einen Petit over Corps Kegel tief. Form-Gand, ist eine art Sand, welche man zu Ab- gicssung gewisser Figuren,overBnchstaben,l)rauchen sän, dessen Bereitung bestehet aus ausgebrannten Backofen Leim. Je röther selbiger, je besser er ist, welcher sehr klar zerstossm, und durch kleine feine Siebe gesiebet wird. Alsdenn thut man selbigen auf ein ebenes feines Bret, machet in der Mitte des Sandes eine Grube, giesset darein gut Bier, viel oder wenig, nachdem man viel Sand hat, menge es durcheinander mit einem Holtzspavel, und wenn die fliessende Nasse gedampftet , so reibe man sel- bigen zwischen beyde wohl durch einander, damit der noch trockene Sand auch Nässe an sich zichen könne. Hernach thue man den Sand zusammen und nehme davon nach und nach mit dem Holtzspa- del gar sanffte, damit die etwann noch befindliche kleine nasse Klüsen sich desto besser theilen. Denn ist derselbe zu trocken, so bricht er leicht in Formen aus, zu mal in feiner Schattirung; ist er aber naß, so fallt es nicht in Guß, trocknet auch zusammen und fallet aus der Flasche. So man ihn mit Sal- miacwasser anfeucht, giebt es einen reinen Guß. Wie man abforme, suche unter den Titul. G. Gattßaugen/ oder Hyphen werden diejenigen zwep krummen Striche genennet, die an der Seiten de« rer Columnen gesetzt werden, wenn ein anderer Autor allegirt wird, da dessen Worte mit solchen be- zeichnet werden, man kan sie auch nehmen, wenn eine Schrtfft anders seyn soll, als der Text, ist. Gebrauche, Kunstgebrauche, siehe Suchdr»»cker- srdnuttgeu. Gefchsl- 2o6 Zortgestyter Versuch eittes Gescholtener, wie sich ein Neben Geftlle gegen ihm' verhalten solle, siehe Buchdcuckerordnung. Gesellencrany, heißt Derjenige Crantz, welcher ihm bey der Bestätigung auf das Haupt gefttzer wufy als das erste Ehrenzeichen. Gesencket, heißt bey den Schrifftgiessern, wenn sie* den in Stahl geschnittenen Buchstaben vermittelst h einesHammersinsKupffer sch!agen,oder einftncken. Gieß-Älech, siehe Blech. Giesiee/ ist derjenige, so ausgeschmoltzenen Metallen in gewisse Formen allerley Dinge zu messen weiß. Man hat verschiedene Arten solcher Giess'r, als dasind roth-Zinn-und Eisen-ingleichen Schrifft- giesser. . .. Gießiöffel, ein Instrument der Schrifftgiesser, den Zerschmoltznen Zeug aus der Pfanne zu hohlen/ welcher insgemein so viel in sich halt, als zum Buch- i staben nöthig ist, das übrige thut man aufs Gieß- blech, siehe Tab. IV. I. Gruß> bringen die Gesellen in eineOfficin, als eins Hochachtung vor selbige, wenn sie ankommen, wel- cher in diesem Formular bestehet: GOrr grüß die 2&tmfr, ingleichen von denenjenigen Herren und Ge- feilen, wo sie zuletzt in Arbeit gestanden. Es ge- het aberweiter keine Cerimonie vor, wie bey andern Handwerckern. Hobel, ein Werckzeug, vornehmlich bey den Tischern und Zimmerleuten gebraulich. Es bestehet derselbe aus einem höltzern Schafft, in dessen Mitte ein Loch, wodurch die Klinge gestossen und mit einem Keil be- vestiget wird ; Bey Schrifftgiesserey braucht man selbigen die Schrissten damit zu bestossen. Er wird aber gantz anders zu bereitet, als der angeführte, T9b.IV. PA, Hof- WHhl eingerichteten XVorrerbucho. 207 ^ofrechr, ist wenn ein Kunsiverwanvter etwas wl- der Vie Kunst verbrochen, dasselbige aber nicht er- kennen will, sondern sich noch varzu hartnäckige erzeigt, keinen Vergleich achtet, viel weniger an- nimmst, ja überdieß noch schimpfet unv schmähet, und sich dergestalt auf das aller unkunstbrauch- lichste aufführet, so wird einem solchen zwar die Arbeit nicht verbothen, sondern er wird auf Hof- recht gestellt, d. i. er geniesset die Druckerey Vor- theil nicht, wie ein anderer Gesell, er muß auch vie Zusammenkünffte meiden, jedoch wenn einer zutn Gesellen gemacht wird, kan sr Ehrenhalber zur Mahlzeit mit eingeladen werden, sonst aber bey an- dern Cerimonien muß er sich gantz absondern; Es gehet auch, ein anderer Kunstverwandter mit ei« nem solchen nicht gerne um, biß seine Sache ge- bräuchlich, und Kunst gebräuchlich verglichen ist. Mehrerer Nachricht sieh» in den Buchdruckerorv, nungen. I. Jnttuttg/ Gesellschafft vieler Leute die einerley Gewerb treiben, und durch gewisse Ordnungen unter einan- der verbunden sind. InnunZs-Articul, siehe Articul- Instruments wird insgemein ein jeder Werckzeug ge- nennet, durch dessen Hülffe etwas ausgerichtet wird. Bey den Schriftgiessern wird dasjenige das In- strument genannt, worein der Buchstabe gegossen wird, dessen Zergliederung siehe in Tab. IV. P. I, da es in zwey Helfften sich darstellet, und alle Stücke nach dem Buchstaben weiset und nennet. Es be- stehet solches bey Zerlegung aus 19. Theilgen, oder Stücken. 3*#tf* 2o8 Zortgeseyter Versuch eines Iusrorium, einJnstruinent bey den Schrifftgiessern, worein er etliche Buchstaben setzt, und das Äese- heÄlech zur Hand nimmt, und betrachtet, &ej|el< ben Kegel ob sie gleiche Höhe haben oder ob die Buchstaben ausser der Linie stehen, damit in Guß nicht einer niedrig,der andere yocl> stehet.Dieses heis- sen sie alsdenn justiren. Die Figur siehe auf Tab. IV. K Reilrahmen, oder Holländische Rahmen, siehe Rahmen. Rernmaaß, ein Werckzeug bey Schrifftgiesserey, da- mit die Höhe des Kerns,oder Buchstabens zu erfor- schen, wie auch zum Instrument und Matricen zu gebrauchen. Rlöygett, Abziehe Rlöygett, ein Werckzeug bey Schrifftgiesserey, wenn die Jnstrumentaverfertiget werden,dciß solche aufdemAbziehestein können abge- zogen werden. Kostgeld, wird dasjenige genannt, wenn einem Gesel- len wöchentlich so viel gereichet wird, dafür er sich unterhalten muß. Kleister, eine Massa von Mehl und Wasser, wel- che gekocht und wohl unter einander gerührt wird. Man kan auch ein wenig Leim darunter thun, wo- von er desto besser wird. Der Drucker bedienet sich dessen bey der Presse diejenigen Orte am Nahm- gen zu verkleistern, wo sich sonst Unreinigkeiten zei- gen würden. Runftgebrauche/ siehe Luchdruckerordnungett. £»• L.auffer> siehe L.ößer. .L.öffch siehe Gieß Löffel. L.östr Wohl eingerl^eetett rvörterbuchs. 209 L.öfer, oder Lauftet ist der Stein bey den Mahlern, so mir der Hand geführet wird, die Farben auf den Farbestein zu reiben, siehe Tab. li. I, L.oschpappier, siehe LNaculamr. N Köchen, zwey Stücke eines Metalls durch Zinn oder Kupfer zusammen fügen. Das Eisen wird mitKup« fer, das Kupfer mit Zinn und das Silber mit Silber durch Hülffe des Borax gelölhet Will man ein Ei- sen an das andere löthen,fv muß man dünnes Me(V sing aufdas Stück, das man lochen will, wie auch gepulverten Borax legen und es auf allen Seiten mit brennenden Kohlen bedecken, die man so lange zuleget biß das Meßing, flüßig wird. Es ist auch zu erinnern,daß man das Meßing,indem es heiß ist,we- der schlagen noch schmieden soll, weil es sonsten zer« brechen würde.Das Kupfer hingegen laßt sich warm und kalt schlagen. Diese Wissenschafft ist bey Dru- rey eine nöthige Wissenschafft eines Druckers. L.oßsprechen, oder Zreysprechen, geschiehet wenn man einen Jungen, der seine Lehrjahre ehrlich aus« gestanden, gegen erlegte Gebührniß als einen Cor« nuten erkläret. Maculamr, graues, oder das sogenannte L.ösch- pappier, bedienet sich der Drucker/ beydem Wie- Verdruck, in den Deckel zu legen. Die andere Art suche eben unter dem Titul, *\ i. Marmel eine Art von Stein, welcher hart, sich glat- ten und poliren laßt, und von den Bildhauern zu allerhand Zierrathen gebraucht wird,er ist von man« cherley lFarben, und vermischt mit Adern oder Tipffeln und Flecken. Der Buchdrucker kann ihn nutzen die Farbe darauf zu bereiten weil er glatt ist und keinen Sand führet. O Man- ssz 8srtgefeytee Versuch eines Mandat, Befehl des Richrers wodurch einem etwas zu thun oder zu unterlasse» bey Strafe auferleget wird, wie denn dergleichen am Ende des zweyten Theils zu finden. Messer, dasjenige womit der Schrifftgiesser t>k Buchstaben beschabet, und ju&cwirn, hat keine Gleichheit mit einem ordentlichenMesser, sondern es ist mit einer dicken Klinge versehen und an der Schärffe desselben crhobeNj.siehe Figur, Tab.lv. p,l. Mlttelsieg, ist derjenige Steg, der bey einem Format der mitrelste, und breiter als die andern ist, anbey- den Enden sind Löcher, worinen die Puncturen ge- hen. Es giebt zweyerley Arten schmale, und breite-. n x?achschuß, wird dasjenige genannt, so der Verle- ger über die ordentliche Auflage legen last, als zu Z c-ao. Auflage gemeiniglich». Buch, zu 1500. hingegen 2. Buch. Fernere Nachricht findet man unket vem Titul Zuschuß, P. I postuliren, heist im Römischen Kirchenrecht^ wenn von denen/ so das Wahlrecht haben, eine Person zu einer hohen Kirchenwürde begehret würde, welcher nach dem vorgeschriebenen Kirchen Gesetzen et- was anklebet, um deßwillen sie einer ordentlichen Wahl nicht fähig ist, als wenn sie das erforderte Alter noch nicht erreichet, oder schon eine Würde hat, die bey einer andern nicht stehen kan. Ein sol- eher wird ein Postultrter Prälat, oder Bischoff ge- nennet, und wenn die Confirmation erfolgt, so tritt Reil-Rahme, ein langlicht Quadrat theils mit, theils ohne Mittelstege, in welche gleichsals die Columnen eingesetzt und an statt, da unsere Art Schrauben führt, so hat diese keine, sondern die Columnen werden mit schiefen Keilen,oder Stegen, zusammen getrieben und zum einheben befestiget. Sie sind mehrentheils in Holland gebräuchlich/ und sehen also aus: ' msmmm Die ohne Mittelstege halt man vor besser, weil die Puncturen nicht so leicht schaden leiden können. Quadraten, eine ins gevierdte gegossene Figur, welche bep Schafften unentbehrlich, weil man da. mit wohl eingerichtete» Wörterbuchs. 2 r z mit den Ausgang einer Zeile ausschliesset,sie sind nie, driger am Guß, als die Schrifft an sich selbst ist. Sie werden auch an die Seiten gesetzt- Daher sie den Nahmen Concordantz Quadraten bekommen. G.uadratgen, gevierdre, eine Abstammung von Letzt gemeldeten, sie werden ordentlich wo ein Punct ist hingeschlagen, ingleichen wennidie erste Zeilehe- rausgehet und man die andere einziehen soll. D.uadratgey balbe, werden ordentlich bey einem Com.mate, Colo, Senücolo^ Sign. Jnter. Excla- mationis. hingeschlagen. Q.uadratgen, Schließ, meistentheils zu Aussperrung einer Ze!le^ wenn man nichts mehr hineinbringen sän. Rayel auf dieBuchdruckerey. Wer. will sehen Wunder komme, schau hier eins Feder an,. Die in einem Augenblicke tausend Wörter schreiben kan. Glaub o Leser daß vor Edel unsere Kunst bestehen kan. Es bat sie erfinden helffcn Guttenberg ein Edelmann Wer liebet Kunst der komm und trett herbey. Leß und beschau die edle Druckerey. Aufdie -Ballen. Es tragt ein Zunggesell eine Jungfrau von der Brücken, Legt sie der Lange nach ins Bette auf den Rücken, . Stößt mit zwey Dingern drauf von Haut und Haar gemacht, Daß ihr das Hertze walchr, und fast in Leibe Kracht. O z Bald 3*4 8ottgefeytcr Versuch eitteg Bald überfällt er sie mit Centner schwerer Last. Und läßts von sich nicht gehn, weil er sie wohl gefaßt. RöcheZsteiq, Rötel, ist eine artKreiven, braunroth an der Farbe. Es wird selbige mehrentheils zum Zeichnungen gebraucht. Der beste wird aus Egy- pten und Spanien gebracht. Der Setzer brau- chet solchen zu Auszeichnung der Columnen. Aößgen^ oder Zierrathen, so gleichfalls gegossen wer- den, wie man auf der Ehrhardischen Schriftprobe Zu Ende stehet, sie werden vielmahls statt einer Leiste bey Anfang eines Wercks gebraucht, inglei- d)m auch in Colum Tituln j oder sonst etwas aus- Mieren^ mau findet sie auf unterfchiedlicheKegel der Gchrifftey gegossen Z. E- GOGGGOG-GOG Q OOGGOGGOOG -OOOOOO^^OOc>OOO«OO^OG ^ ^S?«? 0 ^® ®® c KMWH S. Scheltwort, oder Schmahrvsre / wenn ich einen au seinem ehrlichen Namen angreiffe und beschimpf^ daß er bey der Kunst in eine Geldbusse verfällt, wenn es rechtmäßigerweise geschehen, im Gegentheil es zurück auf denjenigen fällt / der es ausge- flössen. Schiff, Vortheil, im ersten Theil hat man desses- bigen bereits gedacht. Man kan solches mit etli- chen Unterscheiden machen lassen, damit man di, ver. Wohl eingerichteten Wörterbuchs. 215 verse Sorten von Vortheil hinein fetzen kan. Siehe Tab. I. p. 226. Schmelytt'egel, siehe Tiegel. P. I figiir p. 130. Schneiden, ist ein Kunstwort bey dem Drucker, wenn das Pappier,so an das Rahmgen gekleistert im Druck verhindert, das einige Buchstaben, als Custos, Colum-Titui, nicht dafür kommen, fo wird solches mit der Scheere ausgefchmtten. Schriften, siehe Buchstaben, und unsere Schrift- proben. Hier muß ich nur noch anmercken, daß man insgemein vorgiebt, man könnte hundert und ^nehr Schriften vor Augen legen. Weine in der That ist die Anzahl viel geringer. Denn das heißt keine eingeführte Schrift, wenn ich mir ein Alpha- bet nach meiner Einbildungskraft in Holtz ftl^neiden lasse. Man erweise mix, daß (« in berühmten Schristgiessereyen gegossen worden^ ausserdem ist es ein Blendwerck,. Schwamm, gebrauchet der Geyer bey Ablegung der Schriffr, wenn solche trocken worden, selbige da- mit wieder zu netzen, inglsichen der Drucke? bey Anfeuchtung der Ballen und des Deckels & Schrveiyerdegen, siehe Degen. Siege!, ist daszenige Werckzeug, wonnt sin jeder Privatus Briefe und andere Dinge jteqelt. Ein auf-- gedrucktes Petschafft führt Beweiß auch ohne Un- terschrift, wenn es nur mit Wissen und Willen desje- mgen, yem es gehöret, aufgedrucket worden; Wie denn eine jede löbliche Buchdruckergesellschafft dergleichen führet, und ihre Schreiben, die sie an andere Gesellschafften senden, besiegeln. Spane, bedienet sich der Setzer i.)zu ttnterlegung der Schafften,wenn solche nicht auf eben den Ke- O 4 ge! 2i6 8c>rtgesetzter Versuch eines gel gegossen sind. Zum Exempel er hatein Werck aus der Tertia Schrifft, und was in selbigem un- terstrichen/ soll er Text Kegel nehmen, damit es in die Augen fallt, so muß er sich der Späne be- dienen; Der Drucker bedienet sich solcher bey Hal- tung seines Registers, womit er sich helffen kan, nach der Alten ihren Vers i&in Spangen raus ein Spangen nein. Das ist der Drucker ihr darein Gpan-Gchachrel, ist dasjenige Behältniß, worin- non die Späne liegen,so in diversen Sorten bestehen. Schilde, siehe U?appen. Steg-Rafien, heißt dasjenige, worinnen dsrVor- rath von Stegen liegt, die zum Gebrauch der For- - mate dienen, deren sind vielerlei Gattungen, so bey dem Titul Srege genennet worden sind. Gtüyen / sind diejenigen Balcken, womit eine Presse' gestützt wird, daß selbige nicht hin und wieder weichet. Grrshcrany, siehe Trany. Gchleisiiem, ist ein Stein welches man sich bedienet allerhand schneidende Werckzeuge scharf zu machen. Sie sind von mancherley Art nach ihren verschie- denen Gebrauch. Die gröbsten sind ein harter Sandstein, andere sind feinerer Art, und werden kleiner gemacht, auch wohl nur in langlichten plar- ten Stücken/als zu Scheermessern u. d g. gebraucht. Die Schriftgiesser bedienen sich dessen, zu Ab- schleiffung der gegossenen Buchstaben. Weil solche auf jeder Seite geschliffen werden. T. Tincturen, Won diesen mercke man folgende Nachricht - Man Wohl eingerichteten VVorterbuchs. *i7 "Man theilet die Schilde ein-m Reihen, Gegenden de- rer Felder, oder Quartiere; deren bald mehr, bald we- niger sind, nach der Anzahl der Striche, die da^ Schilv querdurch zerschneiden^ Siehe Fig. I/ Tab. XXXI. Wenn zwey gleichweit von einander stehende Querstriche das Schild zertheilen, so entstehen daraus drey Reihen deren oberste cephalka Kh. die ^auptrnhe; Die Mittlere ß. B. die Band. Gürtel; die mUuFerigaea C. C. die Fußreihe heißt. Wenn aber mehr Querstriche das Schild theilen, entste- hen auch mehr Reihen; so entstehet Honoraria D. 0. die Ehrenreihe, Ueu cl'honneur, wenn man, wie Hier durch Puncte bemerckt ist, Querlinien zwischen die HauprreiHe A. A. und Bandgürrel ß. ß. macht. .Wenn aber dergleichen ebenfalls durch Puncte be- merckte Querstriche zwischen dem Bandgürtel ß. ß. und Fußreihe C. C. kommen, so entsteht die fünfte Reihe, die v.mbiiicaris y QXiti Z^labelreiheF.F.heißt. Weiter gehet man nicht. Die Puncte aber, oder Centra, sind nur von drey- erley Gattung. Nemlich der Punct der Ehre F. des Heryens. G. und des Nabels H. Siehe eben diese Fig. Es giebt auch andre Einiheilungen die man ausser- ordentliche nennet. Die erste kömmt denen Zinnen gleich, daher es die Fr«ntzosen Crenele, die Teutschen den Zlnnenschmrt mennen ; Siehe die II. Fig. Die andere siehet denen Stuffen ahnlich, und Heisset der Stasselschnitt; siehe lll.Fi^. Noch eine andre Art stellet grosse oder kleine Sagezahne vor, und hat da- her den Nahmen Zahn-oder Kerbschnitt; Siehe IV. Fig. Und man kan deren noch verschiedene nach ei- genem Belieben ersitwen. O 5 Die Hiz Zseegeftyteb Versuch eines Die Schilde werden zusammen gesetzt, entwedey durch Zußimmettfügun^ in Eins, da man allerley beliebige Abschnitte in emen einigen gantzen macht, tzavon schon gesagt ist; oder durch neben einandei- Keyung, wenn um das Hauptschild kleinere- Schild- lein gemeiniglich in einem Circul , bisweilen auch wis ein geschobenes Viereck, so man in der Machest Rhombus nennet^ herumstehen. Siehe die V. Fig. yder durch Einseyung^ wenn in das grosse Schild rieinere eingesetzt werden. Siehe die VI. Fig. Diese Einsetzung geschiehet meist in dem Mittelpuncts des Schildes, das Mittslschildlein A. wiewohl es bisweilen in der Ehrensielle^ selten zuunterst, oder auf den Nabelpuncte aufliegt. Man hat auch dis zu bemer- icken, daß dieses bisweilen noch ein anders in sich schlies- set, welches die Fraiuzoftn k tout du tout, dis Teutschen das Heryschildlem benennen; B, oder durch Zusammenbinvung, wenn gantz verschiedene Schilde- durch Zwischenfugen beysammen hangen, zusammen ZehesteSchild; die man selten braucht$ Siehe VlII.Fig. Endlich durch Zusammenleimung, wenn zweys gleichsam durch Leim verbunden sind, so, daß jedes völlig, nicht aber das eine nur zum Theil sich denen Augen zeigst^ wie sonst gemeiniglich die Schilde ver- -Zhlichter Personen sind; siehe die V!!!. Fig. DiS sey genung vom Schilde gesagt. Von den Farben und Tincturen. Durch die Farben und Tlncturen verstehet man die mancherley Vermischung der Metall-uny anderer Farben, wodurch die Bildung des Schildes darge- stellet und unterschieden wird. Ausser Gold und &iU her bedienet man sich hier keines Metalls. Und man zehlt Zvohl eingerichteten LVörterbuchs. tt4 Zehlt vier Hauptfarben, Roth, Himmelblau, grün ynd fchwary , zu welchen einige purpurroch setzen. Obwohl vie Alten verschiedene Arten gehabt die M-eralle und Farben vorzustellen; immassen sie daS Gold durch Q, das Gilber durch ügei, der beyläufig dazu gehöret; Das silberne Creutz aber ist die Haupk-Figur. Zum andern. Eine Figur die ihre natürliche Farbe führt kan ins rothe Feld gesetzet werden. Z. E. Ein rother Rrebs im 222 8ortgeseyter Versuch etttes im rochen Felde. Zum Driften, wenn auf einem Schilde, das schon von seinen Figuren voll ist, noch ein andres mit Farben angestrichenes lieget. Zum vierdten werden von dieser Regel ausgenom- men die Figuren der Ehre; Lezlich nehmen wir von dieser Rege! aus die Hermelin und bunten Seile; Denn weil diese so wohl statt der Metalle, als 8ar- be können stehen, so kan man in sie Farb-und Me- rall-^lgurett einsetzen. Das anders Gesetz will, daß ein in vier Theile zer- theiltes Schild in denen einander entgegen stehen- deN lFelden meist die Farben und Figuren abwech- selnd setze. Z. E. in dem Felde A und D. solle ein schwacher Adler im güldenen Felde seyn, und in dem Felde B. und C ein güldener Löwe im rothen Felde. Siehe die XVIII. fig. Die lezte Regel, die von der ersten nicht viel unter- schieden: Wenn zwey ahnliche Figurenj. E zwey Hunde nebeneinander, in zwey Feldern verknüpfft werden, so sollen sie auch so wohl an sich selbst, als in Ansehung gegen die Felder die Farbe wech- seln; Der eine golden im rothen Felde, der andre roth im goldenen Felde gesetzt seyn. Siehe XIX. fig. Eben dieses ist zu bemercken, wenn eine Figur in zwey Stücke zertheilt sich halb in dem einen, und halb in dem andern Felde darstellet. Siehe die XX. fig. TABULA METALLICA. G Gold. 5 Bley. i> Silber. ? Kupfer. ^Ei- sen. 2s ginn. T. Titul, zu einem Buch, oder Carmen, wird vor ein Kunst- Wohl eMgerichretm Wöxtedbuchs. Kunststück gehalten, wenn solcher wohl gerathen, weil seidiger gleichsam der Rock zum Buch ist, und keinem leichtlich vorgeschrieben wird, was vor Schrifft er dazu nehmen soll. Sondern er muß al- le6 selbst erdichten, was zum Wohlstand erfordert wird. Der beste Vortheil, den man sich dabey be- dienen muß, ist, daß man ihn vorher wohl durch !ißt, und in Theile abtheilet, alsvenn die Hauptzeile^ oder Hauptwort setzet, nach der müssen die andern alle gerichtet werden, jedoch das keim der andern gleich kommt, welches einen Ubelstand machet. Über- Haupt sehen diejenigen Titul am besten, da nicht allzu grosse Schriffren Varzu genommen werden, damit die gehörige Proportion heraus kommet. U. V. Unterlagen? ist ein Kunstwort bey den Druckern, wenn sie bey Druckung der Forme sehen, daß es sich nicht heraus drucken will, so legen sie unten im De- ckel so viel, als der Fehler erfordert^ an dem Orts^ Maculatur hin. ^nrerj'cheldungszet'chett, Zat. Signa distinctionis sind folgende . Punctum, am Ende einer Rede. s Semieoion, : Colon, wenn der Verstand halb geendiget, , Gomma, beym Ende einer propoii- tion ? SiZnnm imerrnAgndl, wenn maN fragt, ! LlANUm exLlgmgaäi, wenn man ausrujst. Unrelm'gkeiten, so von den Ballen, (wenn solche nicht reinegeputzt werven,)auf die Forme gebracht wer» Iden, werden putzen genennet, siehet!. Dolumen, siehe Buch. Voerhetlschiff, siehe Schiff. P. t. XCappm, sind gewisse beständige Ünd nach angenommenen Regeln eingerjchttteKmnzeichen,wodurch die Ge- Fortgesetzter Versuch eines ic. Geschlechter insgemein, oder einzelne Personen, unterschieden werden. Den Nahmen haben sie von den Waffen bekommen, weil vergleichen Zeichen anfanglich auf dem Schild, oder Helm geführet worden. Wmckelmaaß, ist ein Werckzeug, welches aus zwey Linialen^ die Winckelrecht zusammen gesetzt sind,be- stehet. Es ist selbiges bey Zusammensetzung, und Aufrichtung einer Presse höchst nöthig; Die'Accu- ratesse bestehet darinnen, daß es sowohl von innen als aussen einen geraden Winckel machet. Z Zausen, Haare Zausen, ist ein Kunstwort bey dem Drucker^welcher die Pferde Haare, damit der Bal- len ausgestopfet, wieder aus einander zauset, daß. sie trocknen, und des andern Tages wieder können gebraucht werden; Wenn im Gegentheil solches unterlassen wird, so entsteht dem Herrn Schaden daraus. Zeichen, der Drucker, siehe pappierzeichen. Zeichen, Lat. Lharaccerev, sind sehr verschieden Man hat medicinische, Calender, mathematische und an- dere mehr. Die beyden ersten Arten haben wir im ersten Theil geliefert. Die Mathematischen sehen also aus : + bedeutet plus j A + ß. D. i. a. plus B. — minus A — B. A. minus B. — aequa? Iis C=D.C, asqualis D. oder C \ D. ~ per, A + B, d. i A. durch B. r. radix. Zusammenkunft, siehe Generalsiz P. \. O O O Reicheabschiede zeichsabschiede und WWWMMG welche Von Hohen Potentaten f Kaysern, Königen, Churfürsten, Fürsten und Herren denen Buchdruckern ertheilet wordeiz r. Abschied des Reichstags zu Speyer im Jahr 1529. aufgerichtvon demKapftr Ferdinand. arzii sollen und wölkn Wir auch> Churfürsten, Für- steil und Stand des Ilcichs, mittler Zeit des C011- eilii, in allen Druckercyen, und bey allen Bu6)- führcrn, eines jeden Obriglcit mit allen möglich- sien Fleiß Vcrsehung thun, daß weiter nichts neues gedruckt, und sonderlich Schmähschriften, weder öffentlich oder heimlich gcdicht, gedruckt zu kaufen seyl ge--- tragen, oder ausgeleget werden, sondern was dcrhalbcn weiter gedieht, gedruckt, oder seyI gehabt wird, daß soll znvor von iedcr Obrigkeit, durch darzu verordnete verständige Personen besichtiget, und so darinnen Mangel gesunde» dasselbig zu drucken oder feyl^u haben, bey grosser Straf nicht zugelassen, sondern also sirenglich verbothen und gehalten, auch der Dich- ter, Drucker »ild Verkauffer, so solch Geboth überfahren, durch die Obrigkeit, darunter sie gesessen oder betreten, nach Gele- genheit gestrafft werden. Siehe Reichsabschiede p. 183- §.9. II. Abschied des Reichstags Zu Augspurg^ Im Jahr 1530. aufgericht von Ihro R. Kayserl. Maj.Carldem Fünjften. MJ)nd nachdem durch die unordentliche Drnckney, bißanher» viel Übels entstanden: Setzen ordnen und wollen Wivk daß em jeder Ourfurst, Fürst u»d Stand des Reich-', 4 2 Geist!. __ ____ Geist!, uns Weltlich, Mittier Zeit bjel künftigen Eonciiii in allen Druckcrcyen , auch bey allen BuchMrcrn, >iilt cri!siern>F!nsi Verschling thun, daß hinsnrthcr nichts neues, und sonl'crlich Schmahschrifft, Gcmahlde, »der dMD«n, weder vffcnllich noch heimlich gedruckt, oder fcyl gehavt werden, es fty dann zuvor durch dieselbe Geistliche oder Weltliche Obrigkeit darziijvcr- ordnete, vcrstaudiac Personen besichtiget, des Druckers Namen tind Zunamen, auch die Stadt, darin» solche«- gedruckt, mit nähmlichen Worten darin» gesetzt, lind wo also darinn mangcl befunden, soll dasicibig zu drucken und fcyl zu haben, nicht zuqc- laßen, was auch solcher Schmähe oder dergl. Bücher, hievor gedruckt, soll nicht feyl gehabt oder verkauft werden. Und wo der Dichter, Drucker oder Verkauffer solche Ordnung oder Gc- bot überfahren, soll er durch die Obrigkeit, darunter er gcses- scn oder betreten, nach Gelegenheit, an Leib und Gut gestrafft werden: Und wo cinigcObrigkcit, sie wäre wer sie woll, hierin« laßig befunden würde, alsdann soll und mag unser Kayscrl. Fi- scal gegen derselben Obrigkeit um die Straf prvcedlrcn und svi l- fahren, welche Straff, na6) Gclcgenhcir jeder Obrigkeit, und derselben Fahrlaßigkeit, unser Kayscrl, Cammcrgcricht zu sc- tzcn und taxircn Macht haben soll. Eiche Relcböabschiede P.ic)y.§.58. VIL $lbfd)itf> des Reichstages zu Regenspurg, Im Jahr 1541 -von Ibro Kays.Maj. Carl dem Fünfften. crncr haben wir befunden, daß dic Schmcihschrifftcn, so im H. N. N- hin und wieder an mehr Orten ausgebreitet werden, gemeinen Frieden nicht wenig vcrhindcrlich, und verletzlich scynd, auch zu allerhand Unruhe und Weiterung gelangen möchten: Und demnach Uns mit Churfürsten, Für- sicn und gemeinen Standen verglichen, daß hinfüro in dcm H. Reich , keine Schmahschrifflcn , wie die Namen haben nivch- rcn, gedruckt, feyl gehabt, gckanfft und verkaufft, sondern wo die Dichter, D'. ucker, Kaiiffer und Verkauffcr betreten, dar- aus cine icde Obrigk,it fleißig Aufsehens zu haben verfügen, daß dicsclbcn, nach Gelegenheit der Cchmahschrifftcn, so bey ihnen __ / «ctt gesunden, ernstlich und hqrfiglich gestrafft werden sollen. SieheReichsabschieve 1441.§.41. p.255. IV. Zhro Röm. Kayftrl. Majest.Carl des v. Ord- tmm und Reformation guter Policey, auf dem Reichstag zu Augspurg 1548. K^^iewohl Wir auch auf hicbevor gehaltenen Reichstagen, lins mit Churfürsten, Fürsten und Standen des H. R- s9*Z7 R. und der abwesenden Bottschafftcn vereinigt und verglichen, auch Satzung und Ordnung in Druck ausgehen »ni> verklingen laßen hoben, daß in allen Druckcrcycn auch bei) allen Buchsührern, mit ernsten Fleiß Fürschung gethan, daß hin-» fiiio nichts neues, und sonderlich Schmähschriften , Gemähl- de oder dergleichen weder öffentlich noch heimlich gedieht, ge- druckt, und sey! gehabt werden sollen, wie denn die Abschied ferner mitbringen: so finden Wir doch, daß ob derselben unjec Satzung gar nichts gehalten, sonvcrn daß solche schmähliche Bücher, Schrifften , Gemählde und Gemachte, je langer je mchrgcdicht, gedruckt, gemacht, fcylgehabt, undausgebrü- tct worden. Wann wir nun zu Pflantznng und Erhaltung christl. $!ieb und Einigkeit, und Verhütung Unruhe und Weiterung, sc» daraus folgen mochte, uns schuldig erkennen , in dem gebühr- lichs Einsehens , zu thun: So setzen und ordnen Wir, auch hier- mit ernstlich oebiernid , daß hinfuhro alle Buchdrucker, wo und an welchem Ort die im Heil. Reich gesessen sind, bey Niederle- gunq idres Handwcrcks, auch einer schweren Pocn, N. Gül- den ihren ordentlichen Obrigkeiten, nnavlaßig zu bezahlen, kei- ne Bücher, klein oder c>rvß, wie die Namen haben mochten, im Druck ausgehen laßen solim , dieselben se»cn dann zuvor, durch ilnc ordentliche Obi igkeit, eines jeden Orts, oder ihre dazu Verordnete besichtiget, und der Lehre der Christlichen Kirchen, desgleichen dem Abschied des Reichstags allhie, auch anderen hicvor aufgerichteten Abschieden, so demselben ictzo alll)ie ge- machten Abschied nicht zuwider sind, gemäß befunden: Darzu daß sie nicht aufrührisch oder schädlich, es treffe gleich Hohe, nie- dere, gemeine oder sondere Personen an, und bcßhalben appro- birt und zugelassen. Bey gleicher Poen sollen auch obgemeldte a 3 Buch- _«HZ jt ZD^ ___ Buchdrucker fchuldia und verpflicht sn,n, in alle Dnchcr, so sie also mit Zulcisscn der Obrigkeit, binstro drucken werden, deir Authvrcm oder Dichter des Buchs, auch feinen des Druckers Namen, desgleichen die Stadt oder das Ort. da es gedruckt worden, tiittcrschicdlich und mit Namen zu bcnclmeu, und zu vermelden. Ferner setzen ordnen und wollen wir, daß alle und sede brigkciten, Uns und dem Heiligen Reich unterworfen, ernst- lichs Einsehens thun, und verschaffen sollen, daß nicht allem Dem, wie obgcmcldt, treulich uachkommeu, und gelebt werdc.^ sondern auch nichts, so der Calhollschcu allgemeinen Lehr , der Heiligen Christlichen Kirchen imgcniaß und widerwärtig, oder zu Unruhe und Weiterung Ursach geben , deß gleichen auch nichts schmählichs, paßquillischs, oder anderer Weiß, wie das Na- wen haben möcht, diesem ictzo allhie ausgerichtete» Abschieds lind andern Abschieden, so demselben nicht zu entgegen scvnd, imgemafi, in was Schein das bcschchcn möcht, gcdicht, geschric- beN s in Druck bracht, sondern wo solche und dergleichen Bücher , Schiifften, Gemablbe , Abguß, etc. im Druck oder sonst vorhanden waren, oder lünfftiglich ausgiengen und an Ta? kamen, daßdicselbc nicht feyl gehabt, gckaufft, umgetraqcn,. Noch ausgebreit, sondern den Verkauffcrn genommen, und so> viel immer ruoglich, nntcracdruckt werden, und soll nicht allein! der Vcrkauffcr oder Fe!)lhabcr, sondcrn auch dcrKausfcr und «ndere bey denen solche Bücher, Schmähschrifften oder Ge- niichld, Paßguillisch oder anderer Weiß, sie seyen geschrieben? gemahlt oder gedruckt, befijnven, gcf.mglich augeuomnien^ gütlich, oder wo es dic Nvkhdurfft erfordert, Peinlich, wo- chm solche Bücher, Geiuähid , obcr Schriffl hcrkommcn , eje* fragt.. Undsv der Author r oder ein ander, wer der wäre, voir demer, der gefangen, solche Schrifft, Gemähld oder Buchet: überkommen, unter derselben Obrigkeit gesessen , der soll als- bald mich gefauglich cmgciogcu: Ware er aber unter-eine!.' an- Sem Hcrrschaffl wohnhafftig, derselben soll solches alsbald durch Z»'c Obrigkeit, da der erst Fcpl - oder Innhabcr solcher Schriff- ten betrctcn, angezeigt, die abermals wie vor , handeln', und dem aljo lang vorgeschriebener niaß, nachgefragt und nachgegangen f biß der rechte Author befunden, der alsdann sammt Jentem'M, so es i# umgM^cn zehM, oder sonst aus-- cn soll. Doch wovor dieser Zeit, etwann dergleichen Bucher ,[&(-< rnahld oder Schi ifftcn hinter einen kommen, und also hinter ihm blieben mkta , der soll darum nicht gefahtt werden: Aber den- noch schuldig seyn, so er die befände, dicselbige nicht weiter auszubreitend zu vcrschencken vder zu verkauffen, und also vo- rige Schmach wieder zu erneuern, sondern abzuthun, oder der- Massen zu verwahre», daß sie niemand zur Schmach gereichen, o- der gelangen mögen. Siehe Reichsabschieve nnter vem Tit. Reformation von Schmähschriffien pag. 376- V. Reichöabschiede Von Ihro Römisch Küyftrs. May. Maximilian dem andern und Rudolph dem andern im Jahr 157c). zuSpeyer, und 1577-zu Frss. glor- würdigster Gedächtniß, Daß tcim Winckel- Druckercy gednltet noch angerichtet .werden möchten, wie denn im ersten der 15 5.156. §. also lautet: arauf setzen, ordnen, und wollen Wir, daß hinfüro im Römischen gantzcn Reich Bnchdruckcreyen an keine an- dere Oerter, dann in denen Städten da Churfürsten lind Fürsten i)re gewöhnliche Hofhaltung haben, oder da llni vcrsitates Srudiorum ac'ialle», oder in ansehcnIi6)cnRcichs' Städten vechattet, Mer Zsvnsten alleWinckcldruckercyen stracks "a 4 abge- _.__«HZ ^ ZS> abgeschafft werden sollen. Zum andern soll keinem Buchdrucker zu? gelassen werden, der nicht zuvorderst von seiner Obrigkeit, da er hckußlich sitzt, darzn redlich, ehrbar, und allcrdinq tüglich erkannt , auch daselbst mir sondcrm leiblichen Eyd beladen in sei- nem drucken , jetzigen und andern Reichs Abschieden, sich gemäß z» verhalten. Zuni drittev , sollen einem jeden eille lasier- liche Bücher, Schafften, und Gedicht, im Druck zu ge- bcn oder zu drucken, durchaus bey Hoher Straff so wohl Verlust der Bücher und Druckereyen verbothen seyn. Zum vierdtcn, soll keiner etwas zu drucken Macht haben, das nicht zuvor von seiner Obrigkeit ersehen , und also zu drucken ihm er- laubctware. Zum fünfften, soll derselbe alsdann auch des Dichters oder AntoriS, qlcichfalls seinen Nahmen und Zirnalj- mcn, die Stadt un-d Jahrjahl darzu setzen. Siehe Rcichs- absckieve, pag. 622. In dem andern aber lalltet §. 6. Tit. XXXV. also: Co ordnen und setzen Wir nochmals, daß im gantzcn Rö- Mischen Reich die Buchdruckereycn an keinen andern Ocrtern, dann in denen Städten, da Churfürsten und Fürsten ihre gc- wohnliche Hofhaltung haben, oder da Umversnatcs sind, oder in anschcnlichcn Reichs-Städten verstattet, aber sonsten alle Winckeldruckereyen gestracks abgeschafft werden sollen; Deß- gleichen soll auch keinem Buchdrucker zugelasien werden, der nicht zuvorderst von seiner Obrigkeit, darunrcr er haußlich sitzt, dar- zu redlich ehrbar und allerdings tüglich erkannt, auch daselbst mit sonderliche»! leiblichen Eyd Maden ist, an seinem Drucken sich vbbcrührtcn jetzigen uns kunfftiam Reichsabschiedcn ac- maß zu erzeieien , und sich aller lästerlichen und schmählichen Bü- chcr, Eeniahld und Gedicht, gantzlich zu enthalten. Siehe Retcksabsclileve p. 691. ' ' vT. Kayftr Rudolphs des andern, Constitution von Visitation der Druckereyen und Büchern den 15. Matt. 1608. Rudolph der Andere von GOttcs Gnaden erwähl- ^9 ter Römischer Kayscr, :c. Ehrsam liebe Andachti- ^ ge, auch Gelehrter lieber Getreuer, mit wasgemei- nn < HZ # ZG> ___ nett Wesens Nachtheil, die vor i>icfcm , von uns verordnete, und in anten Gang brachte Büchcr-Visitationes, eine Aeir> hcro ersilzM blieben» das ist euch sammentlich bckandt, un> geben e6 Die täglich an Tag kommende Hochstrafliche Lchriff- tcu mit mchrern zu erkennen. All dieweil wir aber !v>chcm unleidlick)cn Mißbrauch, undübcrhand »ehn-enden Unordnung, länger nichl zu jcljm n,ögcn, hierum und ;» Wiederiiiisrich» tnng, D ro für diesem bräuchlichm Visitationen, so haben wir euch samt und sonders iß unsern Kaosirl. CorMtssariis gnädigst fürycnommcn, und beftklcn euch hicrunf gnädigst» daß ihr Anfangs allen möglichsten Fleiß anwendet, wie die biß- hero ersitzende V-sitaiioncs fruchrbarlich wieder angcrichict, die in großer Menge alle Mcßcn hersürkvmmcnde^. hl-chver- lottern: Famose Cchrifftcn gantzlich abgeschafft r insküiijtiqe kein Vnch gedruckt oder im heiligen Reich distral'irct werde» das nicht zuvor von der ordentlichen Obrigkeit, > auutter die Buchdrucker seßhafft, ccnsirt, zuqelaßcn und vc> williget, wie jngieick)cn aus jedes der Author, Drucker^ und Ort ohne Be- trug und falsche List gefttzet werde. 2.) Welches alles und damit cs von euch um so viel leichter zu Wcrck gerichtet werden möge, als wollen wir» baß ein jedweder Buchdrucker, Führer oder Buchhändler» chc uni? zuvor er sein Gcwölb oder l'ciden eröffnet, auch einiges Buch distrahirct, euch aller seiner neuen Bücher einen Inr icem für- weise, derncbm glaublich anzeigen ihm:,, wie und welcher ge- stall ihm solche Bücher zu drucken erlaubt, und da er darüber kein Kaysci liches Privilegium hatte» alsdann unserer Kayscr- lichen Reichs Hvf> Cantzlcy ein Exemplar z» übcrschicken» euch zustelle, unv uiiverweigerlich überreiche. Dann demnach uns glaubwürdig dieser Betrug etlicher Buchdrucker und Buch- Händler sürkommen, daß sie auf etliche ihre Bücher dieseWort» Cuni gratia & Privilegio, da doch keines von ihnen gesucht» weniger erlangt worden, zudrücken sich laßen gelüsten: Wel- ches einem Falso nicht fast ungleich». Minderheit weil sie wol- Im dardurch zu verstehen geben» qiiadprxdictaverBasonant, das Wort Cxhre.0 aber mafiose auslasten ^ Unter welchem Schein viel unqeräumte Sachen eingeschifft, und in Druck verfertiget worden, dadurch sie sich unterstehen^ unsere Kay- serliche Reputation ju..ladtren, und den g?bürenven. taxam «5 zu m _ Li„- M M > ___ ^ zu vcrschmahicrn | welches keines wcgs zu zulassen, weniger hwführo einiges mafjcii zu zusehen» vderzugestellten. Wollen de> halben, daß ihr sieißig inquiriret, und was ihr dermassen befindet, mit hülff Burgermeisler und Raths zu Francksurt, wo es dje Nvthdueft erfordert, die Confiseation neben weite- rn Bestraffunß sine respeetu fürnehnict. z) Dieweil auch bey Verfertigung des Catalogi novo- rum librorllüj lnßher mt weniger große Unrichtigkeit befun- den , ja viel der CatholifcheuBücher gan^ltch ausgelaßcn wor- den, solchem für zukommen, ist unser gnädiger Will und Meynung, daß ehe und zuvor der Eatalogns novorum libro- rum gedruckt, von euch ersehen, und nach Nothdurfft corrigiret werbe. Und damit hierinncn von Bürgermeister und Rath zu Feanckfurt, ench keine Verhindcrniß bcschche, so haben wir bey demselben, wie ihr aus dem Beschluß zu sehen, allbcreit die Iiothdurst verfügt, der Zuversicht, es werde euch aller Vorschub und Beförderung von ihnen erwiesen werbe». 4. ) Und damit unsers Kayscrlichen Cammergerichts Geheimnissen, Relationes »nd Vota nicht also ohne einigen Unicrschicdt, ohne unser oder unsers Statt frtL Cammergerichts vorwißcn, gantz sträsflicher weiß gedruckt, und männigllchcn fürgcstcllet worden: als befehlen wir ench , baß ihr an unser statt, und in unsern Namen, dergleichen inskünfftig, ohn ausdrücklichen unsern , oder unsers Kayscrlichen Cammergerichts Confcns »nd Einwilligung z» drucken allen Buchdruckern, Füh- nrn 1 und Buchhändlern, bey höchster unser Unguad und Straf zu /drucken, zu führen, oder öffentlich feil zu haben und zu vcrkauffen, ernstlich auch endlich verbietet. 5. ) Und schließlich von allen Privilcgirtcn Büchern alten und neuen, davon uns die schuldige Excmplarta »och nicht geliefert, unverzüglich gegen einem Reciyisse, abfordert uns biesclbigc übcrschicket, und solches hinfüro von Messen zu Messen, also fürnehmet, haltet, und in unserm Namen, den Buchhändlern und Druckern, auch zu halten, und sich ftlbsten für Schaden zu hüten, verkündet. Daran erstattet ihr unsern Willen und Meynung, und wir scynd euch samt «nd sonders mit Kayscrlichen Gnaden gewogen. Geben anf un- _chc» 36. und des Vöhaimischm auch.im zz. Rudolff. L. von Stralendorff v. a Ad Mandatum Sacrae C«sarcas Majestatis pröprium. G. Hertell. vir. Mergnädigster Kayferlicher Befehl an t>«i HochEdlen Rath zn Nürnberg den 23. Wlavtii 1688. Leopold von GOttes Gnaden, Erwählter Römischer Kayser 2c: iz. il^^^hrsame liebe Getreue. Uns ist zu unsern nicht geringen Misifailenvorkomme», was gestatt in uilterschiedlichm Städten und Orten, fast durch das gantze heilige R- R- allerhand private heimliche Winckeldruckerenen \\\ dem gemeinen Wesen sonst sehr nützlichen Büchcrhandcls höchsteil Nachtheil und Schaden, wie nicht weniger Nuserm und II»- screr Vorfahren im S$. R- N. ausgclaßcncnV.'rordnvngei» $11 wlöer eingeführet und gestattet werden wollen. Wann wir aber dergleichen gefährliche und Unserer höch» stcn Kayserlichcn Zluthorüät zu widerlauffende Mißdräuche ferner nicht gestatten, sondern in allwcg abgestellet sehen wollen^ Als befehlen Wir euch hiermit gnädigst und ernstlich, daß ihr alle unter euch eingeschlichene heimliche Buchdrucker qe-- bührcnder maßen abstraffct, und wieder abschaffet, auch nach Gelegenheit des Orts auf eine c-ewiße Anzahl restringiret? und «lies Crnsis daran seyet, daß nicht so viel unnöthige Buch» brucker Jungen aufgenommen und gcleeuet werden, sondern mittelst Einführung einer sichern Anzahl der Druckcrcycu das Bücherwesen in einGeßere Ordnmig gebracht werden möge. _ <$g g g&> _ Hieran vollbringet ihr uDtWMädigst und ernstlichen Willerr und Memumg, und Wir scnnd ciich übrigens mit Kayscrli- chci! Gnaden gewogen, ©eben in Unser Stadt Wien den 2z. Martii, Anni/ r688- Unserer Reiche des Römischen in 30. des HmMrischen im zz. und dcs Vöheimischm.m 32. • Leopold, vr. Leopold Willhelm G. z. Königsegg. Ad Mandatiini Sacr» Cisarese Majeltatis propriuni. F. W. Ubertrandt. (L.S.) VIII. Erneuertes Mandat, welches Jhro Römisch Kaserl. Maj. Carl der sechste erwählter Römischer Kayser in Dero Landen allergnadigst ertheilet den 18* Iulii '7is. ntbiethcn allen und jeden, denen dieser Unser Kayserli- cher offener Brief vorkommt, und nach folgender nias- scn angehet» Unsere Kayserl. Gnade k. Und fügen dencnselbe« sammt mid sonders hiemit zu wißen, daß, ob woh- lcn ans verschiedenen hiebevor gehaltenen Reichstagen, »nd soi-sten weyland unsere glorwürdigste Vorfahrcre am Reich» Römische Kaysereund Könige,. mit derer Churfürsten r Fürsten und Srän^cn des Heil. Röm. Reichs guten zeitigen Raih und Vereinigung, Gesetz und Ordnungen dahin ausgehen laßen, daß . keiner, von was für einer er unter denen im Reich zuqelaßcncn Tlalwens Dckänntnißcn auch seyn möge, den andern so nicht seiner Religion ist, weniger aber die Glauben selbst mir Worten» lästerlichen Bü6>ern, Schrifftcn» schimpflichen Gedichten, oder andern dergleichen Erfindungen,boßhafft ohnbescheidcncr Weise ^ligreifcn,schmahcn,vder sonst svöttlich anziehen »nd durch laßen. _< a§ fr §»> __ michin auch niemand einige gegen dieStaclls Regierung und Grund Gclctzc des Heil. Röm.Rnchs angesehene Lchven aas- brinqcn solle; So zeiget doch die tägliche Erfahrung, daß diesen so vffr erggngenen heklstnM NetotdNüngttt und Reichs Geboten an verschiedenen OtÜta nicht nächgeMeZ, vielmehr solchen schnnr qcrad entgegen, hin und wieder dci-glcicheu schmahsichtigc Vüchcr, Schrifften und Gemählde verschiedener Ortcn im Reich heimlich gemacht, verfertiget , gedruckt, oder von auswärts hcreingeschlciffet, und ohne allen Scheu, Ein- ficht odcr Bestraffung auf öffentlichen Iahimärckrcn, Mcßeu und andern Versammlungen umtragcn, feilgel'vthen, ausge- streuet, vcrkauffc und ausgebreitet, nicht minder auch auf of- ftnilichcn Universitäten über das jus Civile et publieum sehr schädliche, des Heil. Rom. Reichs Gesetze und Ordnungen an- zapffende verkehrte neuerliche Lehren, Vüchcr, Theses und Di- sputationcs angehebt, und dadurch viele so ohn;ulä^ig, als ticfschadliche Neuerungen gegen die teutsche Gnmdfcste, folg- lich Unordnungen in dem teutschen Reich eingeführet werden. Gleich wie aber dergleichen Zanck und schniähsichtigeLchreib- arten und Lehren so wenig dem Christen-und Kavserchnni, als der Gerecht und Erbahrkeit gemäß , noch auch zn Aiisbmtnng der Christlichen Lehre und aUcrscitigcnGlcinbcn, oder gemeinnützigen Rechts- und Staats-Sachen den geringsten Nutzen und Ehre , wohl aber ein und anders diesen empfindliche» Schaden haben, daß daraus an statt der so hochnölhigen Einigkeit und innerlichen guten Vernehmens, nichts als Zanck, Mißtrauen, Entfernung derer Gemüther, Irrwege auch wohl gar Unfriede, Empörung zu entstehen pflegen; Also haben wir Unser darvb hegendesKayserl. Mißfallen öffentlich m erkenne» z» geben , und die Handlung derer von Unsern inGott ruhen» den Vorfahren wohl und Rcichs-Vatcrlich erlaßencn Kayserl. Verordnungen in Unsere besondere Sorgfalt und Obsicht zu nehmen, einer Nothdnrfft zu sevn um so mehr bcsunden , als solches Übel sich überaus vermehret, und den ohnausblciblich all- gemeinen Schaden ins Werck setzet. Wir befehlen, setzen, ord, ncn und ermähnen demnach hicmit alle und jede, insonderheit die Geistliche und Prediger, alle Schrifft- und Rechts - Gelehr- te, die Buchdrucker, Verleger und Buchführer, ohne Unter- scheid der Glaubcns'Bckanntniß, sie seyen fremd, oder ein- Heimische, bceorab die VncherCommissgriys, Krgfft dieses, nach- drück- __ drucklich erinncrcndc , bey Vernicidung hobcr Strafe, undutt- ser Kayserl. und dcs Reichs schwchrcr Ungnade, alles und je- des, was hiebcvor von Zeit zu Zeiten gegen den Mißbrauch der Buchdruckereycii und Herausgcbung verbotener Glaubens lind Staats Sachen angehender Lehren, Bücher und Laster- Schrifften oder Lehr Gesqtzen verordnet worden, in genauere Obacht zu zielten, und dasjenige, was barzu auf einige weise Vorschub geben kau, sorgsam znvcrmeidcn und zuverhindern. Zu dem Ende auch also fort nach Verlesung dieses, alle Win- ckcldruckereyen abzustellen, und nicht zugestattcu, daß deren eiluge anders, oder an und aus andern Orthen, als in solchen Städten und Orchen eingerichtet! werden, wo Chur- und Fürsten ihre gewöhnliche Hofhaltungen haben, vbcr Aca- demien unbUuiversitates Sludivrum, oder wcniastcns anschu- lichc Unsere und des Reichs oder solche Städte scyud, wo Obrigkeitliche Obsicht gehalten wird. Dann ferner nicht nur keine Buchdrucker zuzulaßen, die da nicht angcseßcne, red- jichc und ehrbare Lcuthe seynd, und sich nach denen allgc- meinen Rcichs-Si-tzuugen Uns, und der Obrigkeit des Orts, vermittelst Eydes und Pflichten, verbündlich gemacht haben, sich in ihren drucken allem demjenigen, was die Reichs-Satzungen mit sich bringen, und ihnen vorher wohl zu erkläre» und einzubinden ist, gemäß zubczeigcn, sondern auch noch hierüber bey allen und jeden Buchdruckereyen verständige und gelehrte Ccnsores zu bestellen, und solche ebener maßen daW zu verpflichten, daß Sie ohne deren genaue Durchgchung, Lr- laubmß und Geilchmhaltung keinen, zumahlcn vhneBencn- nuiig des Ernndcrs, Schreibers oder Dichters und dcs Dru- ckers Rahmen rnid Zunahmen, wie auch der Stadt und des Jahrs etwas zu drucken öher zu vcrkauffen, vielweuigcr die Einführung solcher schädlicher Bücher aus frenibdem Landen und deren Verschleiß im Rom. Reich verstatten, gestalten Wir von nun au alles, was ohne solche Fvrn» und Feyerlichkcit ist, für sträfliche Laster und Schmäh-Carccn, mithin allerdings zu »crnichten und zurCvnftscatilui würckiich in der that aller Or- ithen erklarei?. Du aber gleichwohl von einem oder andern? Aorgedachter Erinnerung ohngcachtec, oder deren ohngchin- dcrt, derglcichenLastcr, ooci - andere gegen die Reichs Erund« ^Gcsatze iqKWvbens undSiaa s-Sachen laussendeLehreu, Schmch-vchrifftcn, Buchcr, Kupfer und Gemählde gedruckt «HZ « ZZ> und ausgegebe« worde«, selche nfjufovt, ohne MgeMch- ficht, durch jedes Orths Obrigkeit, oder U-iftrc K>'.yscr!lche Bücher CommissarSos cvnfiseirtt, der Urheber , Schreiber und Drucker aber so wohl, als alle diejenige, welche sie zum Der- kauf herumtragen und ausbreiten, oder sich dar;u gekaneljcri laßen, an Guth und Vermögen, auch nach Beschaffenheit der Sachen und deren Umstanden, au Ehre, Leib, G.>ch und Gint vhnnachlaßig gestraft werden sollen. Dafcrn nun eine geist oder weltliche Obrigkeit im Reich, welche die auch im mer wäre, oder wie sie immer Nahmen haben möchte in Er« kundigung solcher Dinge nachlässig handeln, oder die angc- zeigte oder sonst wisseuoliche Übertretung nicht mit bchvrigen Nachdruck abstellen und bcstraffen, oder auch vielleicht gar mit denen, so darwider handeln, sich unter der Hand verstehen und Untcrfchleiff geben würde, alsdann wollen Wir, und be» halten Uns bevor, nicht nur gegen den Urheber, Erfinder, Schreiber, Dichter, Mahler, Kupferstecher, Drucker, Buch- sichrer, Unterhändler und Verkausser, sondern auch gegen die geist-oder wcltl. Lehrer und Prediger, und die nachlastige Obrigkeit selbst ernstliche Ahndung und Straff, nach Befund der Sachen und d^cren Umstände» fürnehmen z» laßen, aller- maße» Wir auch unseren jetzt und künfftiqen Reichs Fiscalcn, so wohl bey Unserm Kayserl. Reichshof-Rath, als Kayserl. Cammer^Gericht hicdurch ernstlich wollen erinnert haben, daß sie gegen alle die oberwehnde Uberfahrere dieser Unserer Kay- serl. Verordnung, sie seyn Geist-odcrWelilichc, vhneAnse- hung der Personen, auf gebührende Straffe ohnverzüglich an- ruffen» und ihres Orths und Amts nach alltr Strenge ver- fahren und handeln sollen. Wir meynen es ernstlich- Mit Urkuud diß Brief besiegelt mit Unserm aufgedruckten Kayserli- chen Insigel, der geben ist im Unserer Stadt Wien den 18. Julii 1715. Unserer Reiche des Römischen in vierten, des Hispa- iiischen in Zwölfften des Hungariscyen und Böhmischen aber \\\ fünften Jahr Vt UWiD Carl Graf von Schönbortt.' ad Mandantin 83c. Cxi. Maj. proprium k.KMWM __ . MHM ___ IX. Rescript. Zohans Friedrich dcs Mittlern, Iohans Willhelm und Jobans Friedrich derIünqereGebrüdere, an den Rath zu Jena Sonntags Fabian« i 5 5 7- Von Gottes Gnaden Iohan Fnevricb der mitler, Iohan t£tlfrc(m und Iohan Friedrich der Jünger Gel^rüdere, Hertzoaen \n Sachsen k. (£§^kf'> tt Gnrcucn, Wir werdcnn bericht das dye Druckcrcy- f^lj Gcsellen ;» Ihcn.,, zu Zcitniii (wann \tjl bci>m trin- ö cfcnii zusanimen summen, ) sich vnterstehen sollen fegen einem an^cnt mit bcftnn Worshen .MjUgrciffenn auch;u schla- acnn und du Wehren zu zuckcim, daraus denn leichtlich fei« iiei- ©chaoe uÄdWichtigkeit auch dem aNizefaugcn Werck dcr Druckcrcy n«ch^l)ril crfvlgnm mochte: Dicwn'l aber solches ztivv'cko^nmcii die nvtturst erfordern wii. So begcrcu Wir, Jr >c.'UetJnn?n qebiechenn, das sie sich bey vermeidunge crn- sicr sM'f s"id!ichen halren vnd kemier denn andern mil Wor- thcun öderM'ftÄtn Zcmcken Vrsach qeben sollen, vnd nach solchem ®tiot:, «voller darauf achtuna geben, Ob syc dcmscl- den wcrdcu, nacl-lonimen, auch im Valh, da es einer oder m\) __ was Wir wegen unbefugten Degentraqens ehemahls für Verordnung ergehen, und deswegen ein öffentliches Mandat, unterm dato Cracan bm 15. April 1706. ausfertiget!/ solches auch sub datoDreßden den z.Julil ,7i2.renovircn uns zu jedermanns Wißenschafft bringen laßen; Müßen aber höchst mißfälligst wahrnehmen, wie diesem gleichwohl entgegen gele- bet, und das Degentragen fast durchgehcnds bey denen Hand- wcrckspurschen Laqueyen Herreudienern und andern mehr» die deßen nicht befugt, wiederum eingeführet, und allgemein wer- den wollen; Dahero Wir denn bewogen worden, obangczo- genes Mandat de anno 1706. hiermit nachmahls zu erneuern, dergestalt, daß, um allen llufug und andere unfertige Han- dcl zuverhüten, die Ministres und Rathe Cavalliers OfficierS und Dames, denen Pagen, Laqueyen, Reisigen Knechten'und Dienere it. Durchaus nicht gestatten sollen Degen, Sebel, Hirschfänger, oder verborgene Stillete und ander Gewehr, zu tragen je Von diesen Verboth aber sind die Raths Personen in vornehmen Städten, Kauf-und furuehme Haudels Leute, berühmte Mahler, Bildhauer, klein Urmacher, und andere Künstler, Gold und Silber Arbeiter Kauf und Handels Diener Buchdrucker:c. crimiret. Nur das kein Prätert daher zur Mißhandlung gegen dieses Verboth genommen werden soll, würde aber ein solcher ertappet, und gestünde es, oder wür- de deßen überführet, der soll doppelte Straffe leiden. Zu deße«Urkund ic. AugustusRex. (L.S.) George Graf von Werthem.' George Nudolph von Gersdorff. xi. Verboth Wegen gedruckter Schmäh-SchriOen, und Bücher:c. dm 26.My 1571« h Noi ___ «HZ H ZG» _ Wo» GOites Gnaverr, Wir Augusius Hertzog zu Sachsen, des H. R. R- Ertzmarschall unS Churfürst:c> Entbieten allen und jeden :c. :c. (^^hrwürdiqe Wohlgcbohrne lind Edlc, auch Würdige sie- «3f« be Andächtige und Getreue: Ob wohl hicbcvor auf ctzlicheu, und dann auch den nächsten Reichs-Tage, so vol'schicnes siebentzigstcn Jahrs zu Speyer gehalten ist, bey schweren Pönen statuiret und geboten worden, das? die Obrig- seifen bei, ihren Druckerei,cn, Buchführern und sonstcn ernst- lt6,e Verschling thun sollen, damit keine Schmahcbüchcr, „der de, gleichen, dardurch nichts guts, sondern nur Zanck» -Aufruhr, Mißtrauen und Zmrcnrnmg alles friedliche» Wesens angesiifftet, öffentlich oder heimlich gedruckt, vcrkaufft vdcr sonsten ausgehen sollen» Wir auch zu gehorsamer Folge dcßclben gebührlich befehlich an Rcetor», Magistern nni? Doctorn unserer Universitäten zu Leipzig und Wittcnbcrg, des- gleichen auch an Bürgermeister und Rathe etzljchcr Unserer Städte haben ausgehen laßen; So kommen Wir doch iu ge-- Äße 1 Erfahrung, daß solchem des heiligen Röm. Reichs und Hsttiii Gebot au vielen Orten nicht gelebet, sondern zu ge- sehen werdm will, daß hin und wieder allerley schandlose Schmäheschrifften, und Bücher gedruckt, und ohne alles Stra- fen, zuvorab auf den gemc-ucn Iahroiarcktcn Meßcn und ii; andern Versammlungen umbgetraqcn, feil geben , kaufft und ausgebreitet/ darunter dann auch niemand^ es sey Obrigkeit, Herr oder Unterrhan, verschonet werde. Dieweil dann solche vcrmeßene ungcscheuchte Frechheit des lästerlichen Drückens, und Schmahens um so viel mehr zu coercit.cn , lind allenthalben abzustellen; so setzen, ordne» un^ wollen Wir, daß hinfort in Unsern Churfürstenthumcn, Landen auch der zugehörigen Stifftcn und Schulzverwandteir ae^'eten, an keii'cm entern Orte, dann zu Mttenberg, j!.eip;ig und Dreßoew, Buchdruckcrcyen zuhalte» verstattet weiten, und jousten alle Winckeldruckereye» hiermit stracks abgeschafft jcvn sollen. Ferner, so befehlen Wir hiermit auch ernstlich, ord- neu und wollen, daß Hinfurt keinen Buchdrucker jug^lassen, vdcr thme zu drucke» verstattet werden soll, der nicht zuvorn von Unser» Rathen bau» redlich, erbar, und alleydinge tüg- iich __ <$§ # g €> ___ !ich erkannt, auch mit sondern leiblichcn Eyd Pavzu cingcnvm- nie» sey, daß er sich in seinem Drucken dieser des heiligen Reichs und Unser Ordnung und befehlig gemäß verhalten wol- Je; so soll auch einem jeden alle lästerliche schmähcliche Bü-- cher, Schrifften, oder Gedicht in Druck zu geben, oder zu Drucken , durchaus bey hoher Straf, auch Verlust derer Vü- cher und Druckcreycn verboten seyn, und soll auch keiner ct-> was zu drucken Macht haben das; nicht zuvorn von Unsern verordneten Hof-Rathen, auch denen Rettore« und Profes- form beyder Unserer Universität zu Wittcnberg und Leipzig er- sehen, und also mnbzudrucken erlaubt sey, und soll alsdann auch der Buchdrucker, des Dichters oder Autors gleich- falls, seinen Nahmen und Zunahmen, die Stadt und Iahe öarzu setzen. Da aber deren Dinge eines, oder mehr unterlaßen, nicht alleine die gedruckten Bücher, und Schrifften alsbald von der Obrigkeit cvnfiscirct, sondern auch der Drucker, und bey mm die zu kauffen, oder svnstcn auszubreiten begriffen, am Gut oder sonsten nach gestalt und vermüge gemeiner Recht iirnwchläjilich, gestraft werden. Gebieten und befehlen hierauf ernstlich , daß diesem Unsern Geboth und Verboth bey Vcrmcydung der darinnen ver« leibten und andern ernstlichen Pöncn und Strafen endlich nach gegangen und gelebt werbe, daran beschicht Unsere zuverlaßi- ge gantzliche Meynungc, zu Urkund mit Unsern, hier zu End Äufgedruckten Secrct besiegelt, urd geben zu Dreß den dM26. May, Anno 1571. (L.S.) XII. Zhro Churfürst!. Durchl.zu Sachsen Christian des andern confirmirte Buchdruckererdnung denen Leipzig - und Wittenbergern ertheilt i6o6.den 1. April. Won GOttes Gnaden, Wir Christian der HZ andere, H^Hog zu Sachsen, des H. Rom. b z Reichs \ __ _ liche Ursache und Vergünstigung bey dem Fisco abscatirc, bey Straff eines halben Guldens. Mit Annehmung derer Gesellen, soll es, wie vor Alters gebrauch lich, gehalten werde», daß sie von einem Leipzigischen Marckt, biß zum andern angenommen , und keinem, zwischen derselben Zeit, ohne erhebliche Ursachen Urlaub gegeben wer- de. Dargegen soll auch ein jeder Gese^! schuldig seyn, diese!« be Zeit ehrlich auszuhalten, und seine Arbeit gebührlich zu verrichten. Nachdem auch bißanhero das leichtfertige und liederliche Feycrn unter denen Gesellen sehr gemein worden , also, daß einer um den andern / ungeacht ob Feoertag oder keine vorhan- den, sich unterstehet zu ftyrcn , ohn alle billige und nothwcndi- ge Ursach, nur mehrenthcils um des »nchristlichcn Sauffens/ Schweigens und Tollisirens willen ; dem Herrn aber hierdurch großer und mercklicher Schade zugefügt, auch die Verleger an ihren Wercken , die alsdenn nicht zu rechter Zeit verfertiget wer- den können, großen Verlust und Schaden erleiden müssen; auch solche Gesellen ihnen selbst damit an ihrem Lohne und was sie also unnützlich verschwenden / ein mcrckliches abkürtzen und einbüßen, und offt mancher, darüber in Schulden gerath , die er uf die Meß nicht zahlen kan, und wohl derselbe unbezahlt darvon ziehet, und einen bösen Nahmen hinter sich laßt: dar- an zwar auch mancher ehrlicher Geselle keinen Gefallen tragt/ und lieber seiner Arbeit warten wollte, wann nicht einer an den andern mit der Arbeit verbunden, daß er auch mit fcyrenmüste. auch sich wohl beqiebt, daß einer dem andern zu Trotz aus eig- »er Rache mit fcyren gegen ihn rächen will, ohiian^cfthcn, daß selbe mit des Herrn grösten Schaden und Verderb geschieht. AIs soll hiermit solch unordentlich »nd allerseits hochschädlich fcy> ern gantzlich abgeschafft und vermieden werden. Wann auch vfft zu geschehen pfleget / daß ein oder mehr Gesellen in einer Druckercy muthwillig nicht allein vor sich zu feuern pflegen, forn dern auch in ander» Druckercycn umher gehen, und daselbst diÄGcscllcn aufwiegeln , und von der Arbeit abziehen und mit sich nehmen , oder'dasselbe durch heimliche Practiqucn bestelle»; Als sollen hinfüro diejenigen , so hierilinen sich vergreiffcn, nicht allein um die gcursachte Versaumniß angehalten, sondern auch um i fl. in Fifcum, oder Lade, gestrafft werden. b 3 Da? Damit auch muchwiiüqcs Zechen bey der Arbeit und svnst zur Unzeit in Drückerey nachbleibe, so sollen die Gesellen ihre Zntrvitns und Nahmen auch andere Vortheile zusammen spa- rcn , dieselbe» kurtz vor der Messe oder uf andere bequeme Zeit, «uch nicht ohne des Herrn Vorwisscn und Bewilligung , ver- jrincken / weil gemeiniglich hierdurch den folgenden Tag die Arbeit versäumet nrnd. Weil sich offt zutragt, daß mau aus Noth einen Gesellen von einer Presse, oder Kasten , und ans einem Werck nehme?, und in das andere stellen muß, so soll sich dessen keiner zu weigere tcfugt seyn, noch auch einen besonder» Vortheil oder Genieß Haran zu haben sich anmaßen- , Nachdem aiich nxinchmal durch allzuviel unnützes Geschwätz Ln Druckereyen unter der Arbeit / da einer den andern vcxirct/ zu Vcrdrust redet, lügen heißt, fluchet und GOTT lasiert, o» Her andere zur Banck hauet , nicht alleine in Setzen und Drn- «Fen große Verhinderung geschicht, daß mau uf die Arbeit nicht acht giebt, darinne gc sau in et wird, und nicht mit gebührlichei: Fleiß das Seine verrichten sän, sondern auch offtmals hierdurch heimlicher Groll, Fcindschafft und Schlägerey angerichtet wird: als soll dasselbe hiermit, und bey einer nahmhafftcn Straft r die auf Erkanmniß der Herren und Gesellen, oder auch nach Gelegenheit der Vcrordcntrn zum Iiscv soll gestellt wedcn , verbothen seyn.. Da sich aiich einer gegen öcn andern mit Scheltworten^. Ddcr Schlagen in des Herrn Hauß oder Druckerei) vcrgreifft, soll der Anfänger mit 2 fl. und der andere, so er Ursache darzu <;cbcn 1 fl zur Straft verfallen seyn ; Da es aber außerhalb Ser Druckcrey geschahe, soll so!6)cs beym Fisco, oder Lade/ üach Ertaniituis! gcstrafet werden; Doch hiermit der (vbrig--- feit nichts an ihrem Rechte benommen Damit es auch im Straffen desto gleicher und billiger zu- gehe , und keinen um Gunst ober Ungunst willen zuviel geschehe so soll ohne Bey seyn und Einwilligung des Herrn in jeder Dru-- rkerey hinfort keinem einige Straft auferleget werden. Dieweil?» mich bißanhero die Gesellen einen Gebrauch ge* habt, daß sie oftmals heimliche Convcnticula und Zusammen- künfftc vor sich alleine angestellet, und gehalten , daraus her-- nach' allerley Argwohn Ungelegcnheit und Beschwerung zwi- MW-tzen'en und Gesellen entstanden / so sollen hinfürv dieselbm WNtz _ <&§ g g&> ___ gcintz und cwr abgeschafft und vermiede« werden; Da aber ci- ner oder der andere hierzu Anlaß und Ursach geben würde, der, oder die, sollen jeder i fl. in Fiscuni/ oder Lade, zur Strafe verfallen seyn. Weil auch die Erfahrung Wer bezeiget, wie schwerlich in Versammlung der gantzcn Gescllschafft, auch offt eine geringe Sache zu vertragen gewesen, indem cm jeder das Wort führen und Richter seyn wollen, und also, wohl unvcrrichtcr Sachen voneinander gehen, oder doch viel Wort und Zeit vergeblich verlieren müßen; Als soll es hinfort also gehalten werden: Wann etwas bey der qantzcn Gesellschafft zu vertragen / soll dcu De« putirten zum Fiseo dasselbe zu poiuericeü und zu dcliberircn heimgegebc», auch was sie daraus schließen und sür Recht er- kennen, demselben nachgelcbct werden- Wäre aber die Sache so wichtig, daß man mehr Personen darzu vor nöthig achtete» soll alsdcnn d.ncusclbcn noch ans jeder Druckern ein Gesell, nni> die Herren sämmtlich zuqcordiict werden ; Diese sollen die Sa« chc aufs beste, ohne jemandes Ansehen, Gunst o&Cr Abgunst erwcqen, darauf erkennen, darbe» es auch bleiben soll. Und sollen i« Verrichtung solcher Streitsachen dieDeputim Herren und ihre Asscssores einen Ort alleine inne haben, und nicht mehr «ls Klagerund Beklagter vorgelassen werden. Und nachdem Buchdruckerey ciue ehrliche, löbliche, nützliche und nothwendige Kunst ist , so soll es auch billig allcnkhal- den ehrlich und ordentlich dabey zugehen, und darauf keiner ge- dulict werden, der nicht gut Zeugniß seiner ehrlichen Geburt iind ehristlichcn Verhaltens, glaubwürdige Kundschafft halte: Wollen auch hiermit angeordnet haben, daß hinfüro keiner sich mit verdächtigen Weibespcrsoncn, die ihren Ehren nicht froisi, von andern in der Unchc Kinder gezeugt, oder sonst eines bösen Nahmens und Gerüchts seyn, in Ehe-Verlöbniß einlaßcn nnd solche freyen solle: Da aber solches geschehen , sollen dieselbe unter dieser ehrlichen Gescllschafft nicht gefördert, noch gcdulret werden. Es soll auch kein Junge diese Kunst zu lernen angenommen werden, er habe dann seinen Geburtsbricf bey dem Herrn nie- derqelcgt, oder mau habe seiner ehrlichen Geburt sonst gute» Grund und Wisseuschafft. So auch ein Geselle Schulden mack)te bey seinem Herrn oder andern, (dafür sich aber ein jeder billig sjiitcf soll) so soll b 4 __ er daßelbe vor seinem Abschied des Orths zu zahlen und abzutra- gen schuldig seyn, oder mit seinen Gläubigern sich vergleichen, auch seiner Zusage nachkommen; würde aber solcher einer un- vernchtct davon ziehen, oder auf bestimmte Zeit nicht cinhal- ten mit^er Bezahlung, dem soll vom Herren oder Gesellen, so denFiscum, oder Lade, innehaben, alsobald nachgeschrieben, lind an keinem Orte gefördert noch gedultet werden, biß er sich mit seinen Creditoren abgefunden und sie bezahlet hätte, damit nicht ehrliche Leute in Schaden geführet, und der Löbl. Kunst ein Schandfleckangehanget werde» möge. Cs sollen auch die Gesellen, so bey dem Herrn im Hause ihr Lager haben, zu rechter Zeit Abends daheim seyn, und über gcbühiliche Zeit nicht anßcn bleiben, als von Ostern bis Michaelis i1m 10/ und da an biß wieder auf Ostern um Y.Uhr. So sich aber einer verspätet, der soll an dem Orte bleiben, da er ist, damit der Herr im Hause und seine andere Gesellen in ihrer Ruhe ungestöhrt oder unverhindert, und.die Thüren verwah- ret bieibc» mögen. Da aber einer über die Zeit außen bleiben, hernach vor der Thür Mit Ungestüm anklopften , oder auch im Hause und Kammern entweder mit leichtfertigen fluchen, jauch- zen und Geschrey tnmultuiren und dergleichen sich erzeigen, und dem Herrn und andern Gesellen, anch wohl den uniwohnenden Nachbarn verdrießlich und beschwerlich seyn würde, der soll 1 st. zur Strafe verfallen seyn> Ver Obrigkeit hiermit nichrs benommen. Wann dann ein Lchrjunge, der diese Kunst lernen will, mit allem Fleiß unterrichtet werden muß, so soll der Herr dem selben, wenn er ihn dißfalls nicht selbst unterweisen wollte, es sey im Geizen oder Drucken, einem Gesellen untergeben, der soll denn schuldig seyn, den Jungen nicht allein im Ziehen und Anfkragen, sondern auch im Zurichten dermaßen zu unterwci- sen, daß er zum wenigsten in denen Formaten, in welchen er die erste Messe angeführt, das Zurichten, »nd was dazu gehörig, begreiffcn und fassen möge, und wann das geschehen, und der Junge bey einen andern bestehen kan, sollen dem Gesellen da- für - - fl. am Gelde gegeben werden. Dergleichen im Setzen, soll der Setzer, so einen Jungen anführet, ehe er das Anführc-Gcld fordert, ihn mit Fleiß un- terweifen, und zum wenigsten so weit bringen, daß er im geschrie- tmm Exemplar mit Setzen und Ausrechnen zur Noth fortkom- mm __ < HH S §6» tuen fern, auch im corrigiren und revidircn ihm zu vertrauen sey, denn hierinnen bißhcr großer Mangel gespühret worden, daß es auch das Ansehen fast haben wollen, man werde künfftig wenig solche Setzer haben, die solches verrichten können, dar- an denn die Anführer oft nicht wenig Schuld habendaß, wen» sie das Geld empfangen , sich ferner wenig darum annehmen, was ein Junge lernet, welches sie dann schwer zu verantworten haben. Nachdem sich auch unter denen Gesellen vfftmals etliche «n- terstehen, die Jungen zu verhetzen, und von dieser Kunst abzu- reden, indem sie Drnckercy aufs äußerste vernichten, auch wohl mitDrauworten » Ungestüm und Schlägen llrsach geben,. daß die Jungen, zuwider ihrer Versprechung und Zusagunq, austreten und entlauffen, damit solche Gesellen vermeyncn, desto langer gefördert zu werden, und ihre Herren desto mehr zu tro- tzen, welches aber ein unchristlich Vornehmen und wider das jchendc Gebot eint schwere Sünde ist, dafür sick) billig chrlie- bende Gesellen hüten sollen. So soll auch dieses hinfiuv bc» ei- ticr nahmhafftcn Straft verbothen seyn , welches bey den, Fi- jco, oder Lade, soll geklagt und gebüßet werden. Es sollen auch dieGesellen nicht vor setz! ich und wider des Herrn Willen, die Jungen zur Unzeit von der Arbeit verschicken; auch nicht, daß sie an der Arbeit aus Nachlaßigkcit versäumen, die Jungen hernach Und am Sonntage wieder allein nachho- len, und wieder einbringen laßen. Derowegm soll die Sonn- tags - Arbeit, da man die Predigten darüber versäumet, ohne besondere Nothwendigkeit gantz eingestellet, und vermie- den werden. Auch soll einem , so bald er ausgekernet, seine Besoldung, gleich einem Gesellen, «verdcn, und uf die erste Zusammenkunfft soll er sich bey dem Fiseo, oder Laden ^angeben, neben seinem Herrn, da er gelernet, und angeloben, sein Postulat zu ver- schencken, da ihm denn sein Herr wöchentlich über 3. Groschen nicht heraus geben soll, biß er das Geld zum Postulat verdienet. Da er sich aber muthwillig und ungebührlich erzeigte, daß ihn sein Herr so lange nicht dulten könte, auch kein ander des Orts derentwegen ihn fördern wollte, so soll ihn«, so lange er um Besoldung gearbeitet, auf jedeWoche 4. Groschen abgezogen, und in Fiscum, oder Lade, geleget werden, und ihm hernach vergönnt seyn, an andern Orten sein Postulat zu verschcncken. b 5 Es __ __ ^ Es sollen auch die Geselle» nicht leichtlich dcn Cvrnutcn ttrsach geben, baß ihriqc zu verthun, noch sie mit sich in Zechen und Gclaq führen; sondern lieber zur Sparsamkeit vermahnen und anhalten, damit sie desto eher ihre Gebühr denen Gesellen und Herren entrichtn können. . » Nachdem auch bißanhero, wenn man neue Gesellen besta- listet, große Unkosten getrieben, ist vor nothwendig erachtet, dieftlben etlicher maßen zu modcriren. Und soll hinfuro derjenige der sich zum Gesellen machen und bestätigen will lassen, in allem - - fi. baar Geld zu geben schuldig seyn, und weder mit dem Einlade Geld, Krantzen, oder Spielleuten beschweret, sondern damit allerseits verschonet werden. Und sollen die Po» smlatc bey dem Herrn, da die Jungen gclcrnct, oder wo es die Gelegenheit nicht geben wollte, bey einem andern Buchdrucker- Herrn, gehalten/ und, ohne besondere Ursache, an keinen ftcmbden Ort gclcgct werden. Wann nun einer alleine sein Po- siulat verschcncken wollte, und nicht Hoffnung wäre, daß noch einer oder mehr in kurl-cm darzu käme; so soll nur eine Mahlzeit angestellet werden, darzu allein die Herren und Gesellen, so da- mahls in Arbeit stehen, ohne die Weibespei soncn, sollen ein- geladen werden. Wie es nun hiermit anzustellen wäre, soll von Herren und Gesellen , so zum Fisco, oder Laden, verordnet, berathschlaget und geschlossen werden, darnach steh dann die andern richten sollen, und keiner darwider reden oder sich setzen, bey Strafe i fl. in Fiseum. Weil auch in Postulaten und sonsten, wann man Cola- tion halt, etliche Gesellen unterm Haufen alle weye gefunden werden, die da vermcynen, man könne nicht ftölich seuu» wenn nicht mit übermäßigen Geschrey, Jauchzen, Blecken, Tollisircn, mich, wohl fluchen und Zanckcn und andere Leicht- fertigkett, sich cmes ergötzen, und es nach seinem Willen Mi- bcn sollte, darbcy dcnnn nicht allein der Gvttcsfnrcht mid al- lcr Ehrbarkeit (in welcher man mit Ehren und guten Gewis» scn auch ftölich seyn kan und soll,) vergcßcn, und dieselbe hin- dann gesetzet wird, sondern auch deßeu sich Gottcssnrchtige Hertzcn, so darbey seyn sollen, schämen müßen, und zumal für frcmbdcn Lenken, die man bisweilen darbe» hat, ein mach- kiger Ubclstand ist, und einen bösen Nachklang verursacht, Daji diejenigen so taglich mit Schrifften und Büchern umgc« hen, und billig mehr von guten Sitten, Zucht, Tugend und # §8» Ehrbarkeit, als andere gemeine Leute und Handwerckcr, 1er- neu und üben , auch andere gute Exempel geben sollen, wann sie die Nasen bcgoßen, es ärger machen als nwa Capillcr, vdcr HoUunckcn , welches denn neben dem Ubelst-md auch eine große Sünde und Aergerniß ist , und gegen ©Oft schwerlich zu verantworten. Als soll solches ernstlich hinfort verbothen^ »nd keinen, er sey auch wer er wolle, wenn er einmal beßew erinnert würbe, ungestraset verstattet seyn, damit man sich nicht andern Leuten zum Spott »rnche, Aergerniß gebe, und dieser löbliche« Kunst cincn Schandfleck anhange. Was endlich aiiianget Martins ■■ Fest »ud Fastnächte» da man den Gesellen etwas gütlicher als sonst mit E')en und Trincken zuthun pflegt, soll einem jeden Herrn nach seinem Willen und Vermögen freystchen, was er zum besten geben will oder kau, und keinem von vcn Gesellen hiciinncn etwas vorgeschrieben werden, darbey d»'nn auch über ein Feyertaz Nicht soll gemacht werden, und bey Postulaten zum mcistci? zwey Feycrtage, auf wieder Einbringen sollen zugäaßcn seyn, da niöii sonst mit großen Schaden und Veisäunwiß , cm Tag oder q. ungearbeitet mit Schwelgcn^und Tvllisiren zuzu- bringen sich unterstanden hat. Wann eines von Druckerei) verstirbct, es sey gleich Herr oder Gesell, Weib oder Kiud, Junge oder Magd, so sollen alle Herren nnd GeseUcn oder ihre Weiber mit zu Grabe gehen und den Traureuben von Hauß aus biß aufn GOrtcs- Acker, und von dannen biß wieder zu Hanß das Geleite geben, bei) Strafe z gl. Was ferner zu Aufnehmen und Erhaltung dieser löbli- chen freyen Knnst Buchvnickcrcy möchte von nöthen seyn, daß wollen wir uns hiermit vorbehalten haben, jederzeit zu vcr- beßern und zu vermehren:e. Natificircli, confinm'ren und bestätigen auch viclgemcl- detc'Ordnung und Articul hiermit und in Kraffr die>e6 für uns und den Hvchgcbohrncn Fürsten, Herrn Johann Geox- grn und dann in Bormnndschafft des auch Hochgebohrnci: Fürsten» Herrn Augusten, beyde Herzoge zu Sachsen k, Ansere freundliche liebe Brüdere, und wollen daß denselben in Allen Punckten, Clausuln, und Articul», Iuhaltungen lind Meynungen nachgegangen, und dargegen nichts fürgenommei! tveity. Dqbey wir sie «uch zurccht Hgadhaben, schsi^en w& __<=©§ H-Dw_ - schirmen wollen, alles getreulich und ohne Gefehrde. Zu Ur- kund haben Wir diese ;>vv gleich lautende geschriebene Confir- mationcs, mit eigner Hand unterzeichnet, auch mit unsern Canizley Sccret wißentlich versiegeln, und eine denen Buch- druckern zu Leipzig, die andere aber denen zu Wittcnberg zu stellen laßen. Geschehen zu Dresden am ersten Mvnatslag Aprilis nach Christi Gcburth im 1606. Jahre. Christian, Churfürst. XIII. Visitations Abschied, oder Special Ver- ovdnung der Universität Witlenberg von Churfürst Johann Georg den h zu Sachsen den 22. Oct. 1614. Bon GOtt Gnaden, Wir Johannes GeorF Hertzog zu Sachsen, und Churfürst:c. termit thun kund. XOeil bißhero die Inspection über die Druckereien sehr unfleißig gehalten worden; So wollen XVtr solche hiermit dem R«ctori und Deeanis aufgetragen haben, welche ihnen solche mit Fleiß angelegen seyn laßen, und unter an- dern verHuten sollen, daß sie in den Druckereien daran seyn, dafi scbone typt gute» Pappier und tüchtige Cor- rectore» gebrauchet, Insonderheit aber, daß forrhin die «Lorrcctur Ver Bibeln niemand als unsern hohe», Stipendiaten Theologiä, gegen ziemlicher «Lrgoyung, etwa von jeder Bibel 25 fi. vertrauet, und sie darauf solche Correccur selbst und treulich zuverrichten ver- eydec, auch sonsten von den Verlegern und Druckern der Ordnung allenthalben nachgelebet, oder die Ver- brecher ;n unnachlaßiger Strafe gezogen werden. Uf kundlich ic. Johann Georg Churfürst. XIV. Tar (L. S.) «HZ H ZK» XIV. Tax Ordnung Churfürsten Johcmtt Georgens des I. zu Sach- sen, den 31. Iul. 162z. Von GOttes Gnaden, Wir Johann Georg, Hertzvg zu Sachsen, unv Cdnrfürst je f^achvem XÜiv auch bedacht, daß bey jetziger Ver- v( Änderung und Abseyung ver ZNünye, allerhans ^ neue Mißbrauche unv Steigerung ver Waaren, Victualien -Hanvrvercker unv 2trbeiter K.ohn, und «>,- verer dergleichen Dinge derer man in gemeinen A.eben nicht emrathen tan , entstehen, und eigennützige L.eute sich solcher Müny Veränderung ;u ihren unchristli- chen Vortheil und deo wachsten Beschwerde mifibrau- chen mockecn, haben XCiv eine Nothdurfft befunden, auf eine gewiße Tax (Ordnung, rvie eines und das an- vcre gekaufft, befahlt und vervinger werden solle, ;u gevencken , die Nl?ir denn durch gewifie Personen in al» len Rreysen, nack fürgegangener fleißiger Berarhschla» gung, zu Pappier bringen, hernach mit Fleiß revidi- xen , eraminiren, und auf gnadigste Approbation un» Veliebung 5» wonnigliches «?ißensch«fft publicire« tiftm. Rrafft dieses, gnadigst begehrende, unv ernst- iich befehlende , daß sich manniglich, nicht allein unserer inlandischen und einheimischen Unterthanen, son« Dern auch auswärtige, vie sich der Eommercien, Han- Vels und N>andela in Unsern Churfürstenthum «nv {Landen gebrauchen , bey Vermeydnng verer in unserm Müny Lvict, beniemte» Strafen/ und andern ern- fien Einsehen, darnach achten, hierwievev da» Ge« ringste, weder öffentlich noch heimlich prckcticiren, handeln unv fürnehmen, auch «ndern dergleichen thun keinen Vorschub und 2lnlaß geben, ?uforversK Ober die Obrigkeit jeves <£>tta mit allen Fleiß unv Ernst varob halten , unv Vie V.^rbrecber ohne alles A«, fchen Ver Person j» «rnster unnachl»ßig»» Strafe nu __ Wenn ijoo aufgeleget werden 4 fl- 10 gr. 6p/. Wen 2000 aufgeleget werden 4 fl- Ferner sollen Die Buchdrucker, von einem Bogen auf beyden Seiten gedruckt, von 100 Exemplaricn es sey klein oder grobe S6)rifft 1 fl. oder 1 Thlr. nehmen. Von iebem Bogen nachzudrucken über ic>Q Exemplar ria 1 Pfennig. Von looExemplarien, darzu ihnen dasPappier ge- geben worden 18 gr. Von einem Patent 12 oder 14 gr. Von iedem «achgeschoßenen Bogen 1 Heller. Im Erzgebürgischen Kreiß Von einem Bogen Deutsch zu drucken x 8 g5 Von einem Bogen Lateinisch 1 fl. Von einem Bogen Griechisch 1 fl. 6pf. Von einem Bogen Gesänge 18 gr. Bon einem Ausbeut-Zeddul z pf. Pappiermacher und Handle^ Zm Meißnischen Kreiß. x Ries Herrenpappier I fi. I s gl. 1 Buch desselben 2 gr. 1 Ries gut Schreidpappier, alö ZwtM'Her, FttybeB gisch:c. if. ifl. zgr. z Buch deßelben i s pf. 2 Buch gemein Pappier 1 gr. -BuchMediän 2gr. 6pf * Buch Regal 3 gr. -BuchMaculatur?.8pf. Vruckpappier, «WnBallm 4fr < _ «HZ ZH> __ Im Leipziger Kreiß i Rieß schön Herrenp.ippier 2. 3. thlr. 1 Rieö Rabensburger 2 thlr. 2fl- iRiesBautzner 1 fi. zgr. ist. 6gr. 1 Rieft Landpappier 1 fl. 1 fl- z gr. 1 Ballen Maculatur 2 fl. 12 gr. auch 2 ff. 1 Ballen weiß Druckpappier 5 oder ftchsthalben ff. 1 Ballen braun Druckpappier 4 fl. , RiesRegalpappier ? biß 6thlr. z Rieß Medianpappier 3 biß 4 thlr. Im Ertzgebürgischen Kreiß 1 Rieß Herrenpappier anderthalben ff. 1 Buch Herrenpappier i gr. 9 Pf. z RiesSchreibpappier igaj. 1 Buch i gr. 1 Buch guten Ausschuß 10 pf. 1 Buch geringen 7 pf. 1 Ballen weiß Druckpappier 6 fl. 1 Ballen halbweiß Druckpappier 5 ff. 1 Ballen gemein Druckpappier 4 fl« z Ballen schwartz 2 ff. 6gr. Darnach sichmännlglichum sovielmchr desto gehör- samlich darnach zu achten und vor Schaden und Strafe #1 hüten haben möge. Daran geschiehet un- sere endliche ernste Meynung. Actum in unserer Fe- jtung Dreßden, den Zl Julii 1623. Johann George Z. Churfürst. XV. Bist- # §®> XV. Visitationö Decret DerUniversitat Wlttenbeeg imd dcm dasigen geistl.^ Consistorio von Churfürst Ioh Georgen den II. zu Sachsen den 19 Ang. 1 6t 8. § Ultimo. Von Gottes Gnaden, Johann Georg der ir Hertzog zu Sachsen und Churfürst:c. :c. hiermit thuen kund: und wollen, so viel IchliKcn die Druckcrcye» anbelanget , daß uf solche fleißig Acht qc-- geben werde, damit darin nicht allein ein schönerTt)» pns und besser Pappicr, als bißhero geschehen t sonderlich bey Auflegung nützlicher- Bücher gebrauchet, die Correctur recht verrichtet, und in keiner F icultat ohne Censur derselben, odcL deren Dccani, auch von Carnnnibus ohne vorbewust und Über-- schung des Professoris Poeseos nichts in Druck gegeben wtiw. möge. ZuUrkuno etc. Johann George Churfürst. (L.S.) Carl Freiherr von Friesen. Ioh. Christian Willhelmk°' XVI. Mandat. Daß alle Famose und Confiscirte SchlWen aufge- sucht und nicht gedultet, auch nicht ohne Censue gedruckt werden sollenden 5- Dec. Ann. 168Z. Won Gottes Gnaden, Johann Georg der M. Hertzoq zu Sachsen, Iü-lich Eleve und Perg etc. .Ehurfürsi etc, i __ ^M^ördiger, Hochgelahrtkr.. Kebcf, Andächtiger und 'w^f Getreue. Demnach wir berichtet worden, da>! btßan- <2?Ö!' hero allerhand in denen Reichs - Abschieden und Lan- des-ConstltmivnenverboleneVüclicr^ Chartecken, Sckmtth- Sc!?and- unv)!.»:ster- auch rheils Vem pnblico gef.:hr- wnö prajudlcirlicke Scbriffren in Unsern Landen eingesuhrct und vcrkauffct, auch wohl gar an ein oder andern« Ort, ohne iTkiöung ver Authorvm, Sravt unv Jahres / gcdrucket worden, welches denen so osst ergangcncn Befehlen und dem von Druckern abgelegten Epd, schnür stracks zuwider; Aisist hiermit Un ser Begehren: Ihr wollet ;u Leipzig mit allem Fleiß untersuchen lassen, ob sich dergleichen verbotener Druck befin- des, und 11ns daroon untcrthanigstcn Bericht einsenden, die sämmtliche Bnchsührer, Handler, Drucker und Buchbinder aber vor euch erfordern, und ihnen auferlegen, daß sie sich der E'nsührung und Druckuuq dergleichen famos - auch ärgerlichen und unnützen Schafften, bey Vermeidung Unserer ernsten Strafe enthalten, und niemanden, ohne gehörige ^cnsur etwas drucken, die Eensorcs aber fleißige Acht haben» und bey crcignetcm Zweiffcl zu Unserm Ober-Consistorio davon jederzeit Bericht erstatten» und Unsere Resolution darauf er- warten sollen. Daran geschicht Unsere Meynung. Datum Dreßden, den 5- Dec. i6gz. Carl Freyherr von Friesen. Th. Werner. XVII. Mandat Wider ärgerliche Schrifften, Pasqllille und Char- tequen , ingleichen von Censur derer Bücher, auch'dem Nachdruck/ den 27. Febr. im Jahr 1686. Von GOttes Gnaden, Wir Johann Georg dee Drttre, Hertzog zu Sachsen s Churfürst. :e.. Fügen «HZ H (ä&^ugcn allen und jeden Buchdrucker» miD Buchhändlern, weiche in Unsern Laufen srßWffüF« itiMicheii welche die Leipziger Messe bauen, welcheraej^ilt Wir Zmhers Wahrgenommen, wie bey dem Buchdruck und Handel muerschlev- liehe Mltibraucheeiureissen wollen, iniwii etliche sich uniersan- gen, des Heil. Reichs heilsamen Constiltirionen auch llnsern und Unserer iu GOTT ruhenden Vorfahre», osstern Vn -m* nun gen zuwider, allerhand ckrgerjiche Schrifftta un^Sear- teken, vhne Benennung des Orts und Antor>m>, zu brnufm lind zu verkauffen, auch Unsern vielfältigen Befchltgchi die -Censur der Bücher betreffende,zuwider (landein. Als befehlen Wir allen in Unserm Chn»Fürstenthum und Landen wohnenden Buchdruckern, Buchsührcui:e daß hinfä; ro sich keiner, wer der auch sey, unleruehmen solle ärgerliche Schafften, Pasquille, Searteken und zwar so wohl in Reli- givns als politischen Sachen, in Druck zu bringen, oder össent- lieh oder heimlich zuführen und zu verkuuffe»; Ingle-chen keine Bucher ohne Censur auch Veyseimng des Orts und Nahinen der Autvrum ANbBuchdrucker, auch Verleger/ zudrücke«; die Leute mit /ldcrmnpigen Tax und unchrisiiichen Wucher, beym Verlust der Bücher, zu nbersetzen, und sich des verbotene» Nachdrückens zum höchsten Schaben derer,welche Bücher von be« neu Alilvribus redlicher Weise an sich gebracht, auch wohl Pri- viiegia erlanget, zu enthalten; Vielniehr sollen Buchdrucker und Handler dahin ve^ißen seyn , daß sie erbauliche, nützliche und gnre Schufften zum Druck befördern, anschaffen «no um rechtniußigen billigen Preiß verkauffen, die Privilegia von Wort zu Wort den Büchern Vordrucken, anch die Eremplaria, welche sie Jnnhalcs 0er Privilegien einzuschicken schuldig, die erste Woche der Leipziger Messe, und zwar eollatiouiret, dem Bü- cher-Fiseal, gegen seinen Schein, aushändig n., rmd da ein oder oer andere darinnen sich säumig erzeiget, soll er die andere Woche bie Eremplaria in biiplo zu cutrtchren schuldig , da er aber mit der Ercradilivn die erste Messe, in welcher er i>it Bücher zu t>ü strahieen anfanget, gar an sich halttn würde, aller Excmpla- rien und des Primlegii verlustig seyn, die Ereeution auch würck- lich wider ihn unnachbleiblich vollstrecket werden. Wornach sich ein jeder zu achten. Urkundlich haben Wir dieses Mandat mit eigenen Handen unterschrieben j mit Unsern Chur-Sceret wis- ftiiilich bedrucken? auch damit es zu jedermanns Wisseuschufft r 2 tou> _«HZ # g&>__, kommen möge, solches zu öffentliche» Druck bringe» laffcn. So geschehen zu Drcßbcn am 27. Tag Febr. 1686. Johann George Churfürst. (L.S.) Carl Freyherr von Friesen. Theod. Werner, 5. - XVIII. Erlauterungs Vefthl Ihro Königlichen Majestät in Polen Friederich Augnsts, und Churfürst zu Sachsen, was vor Personen unter denjenigen verstanden werde» sollen, die von der Land-Miliz und deren Exercitio cximiret worden den 5. Febr. 1711. M^rievrick Angnstus, König und Churfürst h* Beste» (RSR lie^tt Getreuer. Nachdem von unterschiedenen Com-- mendan-cn berichtet worden, was maßen, über die auöqefcrtiqtcn Jnstructioncs-Eximirte, annoch sich ein und andere dem anbefohlenen Excrcircn zu entziehen suchten, nnS> Wir danucnhero auch hicrinne gewiße masse zuverfügcn der Rothdurfft erachtet; Als gehet Unsere Sllergnädigfie willens Mcimung dahin, daß auch die Apothcckcr, Goldschmieds Barbier, Bader, Buchdrucker :c. frey, und daß auf keine weise l'.icrwidcr gehandelt werde, z» verstatten, anbey zugleich die« scn, daß weiln von unterschiedenen zum Ercrciren connnan- dirten Olficiers öffrcrS die Limites überschritten , und dadurch Anlaß zu »nnöihiacn fingen und Behelligung, gegeben wor- den, ein vor aiiemahl nachdrücklich anzudeuten f daß sie dcnm ausgestellten Instnictionen und andern Verordnnngcn aufs gc- naneste nachleben, oder bey ferner weiten Contraventionen citier ernsten Bestrafung gewärtig sey»; Daran gefchicht U»? jttt Meynung Darum Dresden, den 5. Febr. anno. 1711. I. M- von Schindler. Jacob Keil. NMi ___ ^ dennincontivversiis Tlieologicis , eine von der Thcoloqischcir Fciculkar gestellte fulitni rcftiratio darzu gebracht, nach zu imw efeti , oder zu deb-tjjrey , immajieii Wir denn, darwider besseres Vcrhoffcn, bey der Ccnsnr nicht gebührend oder nach-» lajiig verfahren werden solle, den Ccnsorcm darnver znr V^rnntlvvrciing zichcn, und nach befinden , ernstlich bestraften zu laßen, wissen werden; Zmnaßen denn nicht genug seyir soll, wenn er sich cnlschuldigcn'ivill, daß er nur den ersten Bogen durchlcscn und selbigen signirct, das übrige aber oben? hin enrsvnc angesehen, und Ächt gcwnst halte, obanch noch hierüber Appendices und andere Ädditamcnra dar;» kämen, sondern er ist auch, so wohl den letzterN f als den ersten Bo- gen z„ ;cicl)ncn, und für alle das , was auch fit dem übrigen und wMleW Concert biß zn Tnde enthalten , Rede und Ant- lvvrc zugeben^ verbunden. Die Buchfühxer aber sind, fr* wohl als die Buchdrucker, deßen ebenfalls alles Ernstes zir t>rde»tln, und die letztcrn insgesamt dabin plvereydey. daß sie ohne derer , hierzu verordnetet» Censonnn vollkommener Ilpproba'ion, be>> Vermetdupg schwerer» auch nach Ecicgcii- hcit i."cibcö Strafe, dos geringste nicht drucken sollen , ivelcher Wcreyoung halber an die hicsige Bücher Commission besvn- lvers Verordnung unter heutigen dato ergangen. Folget das Formular des Epdes ^d) N. N. schwöre, daß ich künfftige Zeit, obne Vvrwißen und Ui-terschrifft des Dccani der Fa- cultat zu Leipzig oder äßrttenperg, darinnen oieMa- teria, so mir zu Drucken untergeben werven möchte gehörig oder Desjenigen, weichem solches von ihnen aufgttraqen, auch in Poeüe obne des Supcrinten-- dens zu N. oder wem es sonsten aufgetragen wird, Subscription nichts drucken, noch meinen Gesinde, oder andern, solches von meinetwegen in keinerlei) Weife oder wege, wie das durch Menschen «List er- dacht werden konnte, oder mücbte, zu thun, weder heimlich noch öffentlich gestatten, und solches weder um Gisst, Gabe, Neid oder Freundschafft, noch sei* _ __ keinerlei) Ursache willen anders halten, und mich son- sten in meinen Druckendes heiligenN. R-undChur- fürstlichen Sächsischen Ordnung gemäß erzeigen will; Treulich und sonder Gefährde, als rvahr mir GOcc helffe, durch IEs»»m Chnstum im» fern HErrn. XX. Erneuerte Buchdruckerordnung E. HochEdlen und Hochweisen Raths, der heil. Reichs »nd Wahl Sradt Franckf. am Mayn ertheilet Anno 1660. den 9. Febr. sollen die Drucker von jeder Preß, so viel sie deren machen unterstehe; sondern vcas sie gegen einander;»bs- sprechen, solche.-- vor Uns dem Rathe unfein Bürger- meistern , oder wohm Wir es weisen, anstragen, uns sich Der orventllchen Mittel genügen lasien. Wir wollen anch, daß iinftre zu denen Drnckercyci? Verordnete Raths - Freunde. auf Ultimo Aprilis und ullimo ^Zcptcnibris oidinairc, und ie zuzeiten uf Bcqel'enhcit, und Sa die Sach den Verzu,, bis: zur Ordüiar-Scssion nicht crdulteir *>ill, cxtraordinaire ihre Zusaumienkunfften halten, und die Jrrungei! und Gebrechen verhöre», darüber , was recht ist? -erkennen, »nd die Parchcncn sich vor ihnen gchorsamlich ein- Kellert, und ihren B^Heidc» unvcriveiqcrt grleben sollen. Kein Drucker soll dem andern sein habendes Gesind «IV fpanueü, »'cxiciten, al-wendiaiuachen, oder auch vor Vcrfiies- sung dir halbjährigen Kit, um Dienst ansprechen, oder an- sprechen laßen , bey Straf 10 Gülden, sooffk cmcr hierüber betreten würde, so allenchalbm halb uns dem Rathe % und halb in die gemeine Büchsen verfallen sollen. Wv es sich auch begäbe, dafi ein Drucker gegen ein oder Den andern seiner Gesellen um Mys schlechten Verhallens willen, erzürnet,. ein, zwey, oder mehr in seiner Druckerei) mit Schcltwortcn oder andetn Unq'ipff-angriffe, so soll derselbe auf Anrüsten der beleidigten Parthey vor unsern Deputaten in der Aechsten Ordinär- oder Exlraordiaar-ScssiL« dcssentp'tgen Red «ndÄntipvrt zn geben und Spruchs zu geieben; Me.Gesellen: jedoch mdcsten ihrer Arbeit zu warten / lind sich aller Gebühr «nd Bescheidenheit verbundenoder unserer arbitrarischerBe-- Krafnng gewärtig scyn^ Und dann sich mehrmahls zugetragen , da^> die Gesellen^ so gleichwohl von ehrlichen. Eltern gcbohrcn^ zu verleimten And beschreyctcn Weibes Personen (jcyrachciionbjich damit felbsten Schande, anch Druckern und Gesellen in Schimpf And vel!klci'!iellt6)e Nachrede setzen; AIs wollen wir, das! eil? Feder Gesell-sich gleichfalls zu ehrlichen, untadclichen Perso? Aen vcrhcyrakhei! ,^ und sie wie i» andern Zünfftcn branchlich? fcl)rifft!ichcn Schein ihres Wvblverhattens und ehrlicher Gc- Wß beyderftis- aufzulegen schuldig seyn sollen,. für ers die ZepMrte Raths Freunde und Drucker darüber erkennen zu Wen (■ mi recht, und billig seyn ivirö. M«H sich im Ml- vftm MUM das! eil! MW t ___ _ gehindert werde/ zu verschicken/ noch^incm andern / ncick Ge- lcgentkif zu erlauben. Den andern aber / wie auch an den übn- acn J»na.ca, so keinen Gesellen untergeben, oder f>ci>ae|Mlt scnnd, soll es bc» Straff eines halben Güldcns in die gemeine Büchse t qantzlich verbothen seyn. U?ie ni<-l)t weniger sollen die Uebermafi der Straf- fen Venen Gesellen dergestalt abgesclinitten und benom-- mm seyn, dasi dieselben einen Uebertreter hoher nicht, als um einen Rcichslhaler ;» strafen befugt; aile ande- re Vcrbrecken aber, so eine mehrere Äestrciffung im- portiren, vor die Sesiion, der gemeinen Bücbse;u g»i te, verwiesen fexn; und keiner derer Gesellen sich einer meh- rerern Straffe untcrwerffcn soll , ben Vermeidung unsers ernst- liehen Einsehens und andcrwciten Bestraffunq k. Sccretuni in Senatn Donnerstags den 9 Febr. Ao. 1660. XXl. Articul und Satzungen Eines Edl. und Hochwetsen Raths der Heil. Reichs - Stadt Nürnberg 167 z. denen Buchdruckern ertheilet. 1) Ü^^ciß die Buchdrucker, mit übermäßigen Gesinde, son-- i&J derltchZungen, sich nicht übcrhäuffcü, und nur, so viel sie deren zur Norhdurfft bcdütffcn, annehmen sollen. 2) Doch mag einem Buchdrucker hiermit zugelassen seyn, über obspecificirtc , noch einen Inngen , der die Corrcctur aus- tragt, und andere Arbeit M, Hause verrichtet, zu halten: der aber nicht eher mag aufgedüngt noch eingeschrieben werden biß ein anderer losgesprochen ist. z) In einer jeden Druckerei) eine Büchse seyn solle, in welche der Buchdrucker Herr von jeder Preß 8pf.«»id ein hiesi- ger Gcsille 4ps. wöchentlich , ein fremder Gesell aber so reu ankommt, vor das erste halbe Jahr, einen halben Gülden einlcacn. denen Krancken und Nothleidendcu Gesellen , und welche, nach ihrem Absterben die Wttcl zu ihrer Vcgrabniß nicht hinterlaßen, damit zu helffcn. Die _ M # g&> D>e Gesellen aber, welche durch Schwclqcu und sonst lie-» dcrlich leben sich selbst in Noth und Armuth mucbwiliiq ge- brachte sollen dieser Emlatienicht genlessci?», sondern Die,, so ohne Verschulden in Armuth und Dürffrigkeir qcrathen- Gleichwie den Dri!ckherrn> ohne Erkannmiß dctUrfacln-tt,. nicht frey stehet^ zwischen der Meß die Arbeit anftusaaen ; .,!>> soll ein jeder Gesellwelcher bey einem Druckhcrrn in Arbeit tritt, zwischen der Meß, und inner einen halben Ahtzr * nicht Urlaub begehren r oder sonst austreren t Da über eitMothfalk chm zustünde.' um welches willen er sei» imlbce Iahr nicht vhl- lig könnte aus dienen ^ und der Herr ihn nichr qätZch crläße« wollte^ seine Ursachen vor unsern Vormund-A>u.^ anMen, und darüber erfcnncn lassen r Auch soll er in seinem Dienst semkir Druckhcrrn-getreu seyn , ihn ehecn und in allein/ wüser ihm^ in der Drucke rey befehlen wird v Morsämewz seiner A-bctr ficisig abwarten, und nichts vcrsKinrien,> bey Vermeidung Obrigkeitlicher Straffe,- nach Beschaffenheit des Verbrecheos. Es sollen auch die Gesellen einander weder schelten noch auf treiben , oder aus andere weise untüchtia machen F sondern wo sie Mangel und Klagen wider einander zu sühren> scibiac qehv- rigir Or>cn, als in'geringen Sachen , si> mit. 2c> Krem>e> n ;ii büken , wordenen Vvrgehern^ in roiclifiacn' ahcv r drt lLhr^ «niz /Z.eumueli belreffcnv, vsover(!>brrgl5eit austrageir Nnvenlscheivcir lasten; Die Gesellen sollen keine Zujaniii cn- künfftc, zu Abbruch und Hinternng ihrer Her, n Arbeir, an- Acilcn, nicht selbst erwchlte Ordnungen u«i> Gebrauche an- richten,, vielwcmger wider ihre Herren » m>ch zu «»derer Gebühr» sich verleiten, sondern , wanw die Nolhdmffl cme zu- saniiPcnkunfft erfordert; sollctr sie schuldig sentt> solche deneir beyden Vorgchcrn anzuzciqcn„ und dißfalls f ohne ihr Vorwis- stn und Beyseyn nichts vornehmen. Alles Schmausen^ Zechen t Spielen F und unordentliche Wesen soll durchgehcnds in allen Druckcreycn gmitzlich vcr- bothen, auch alle bisher» unser ihnen neuerliche eingeführte Mißbrauche, bey Strafe eines Guldens von jeder wersahrt abgestellet seyn. Weil auch die Postulate, oder das Gesessen macheir, welche ohne der Druckcrhcrm uud Vorgehcre Wißen und Cousens nicht sollen gehalten werden, eine zcithero sehr kostbar angcstillct worden i also, daß es vfft über 2c?. und mehr Thaler sich beivs- sen, ________ __ fcn, welches Demi mmicheu armen Gesellen in Schnldcn und Slrmutb gebracht, soll hlnKhry aufdergleichcn ActM» von dem, so zum Gesellen gemacht wird, mehr nicht, denn 12 oder hvch- sicus 16 Thaler, mit allen neben llnfoficn eingerechnet, ausge- wendet, die Weiber aber zn solchen Mahlzeiten gar nicht gelas- seil werden Es sollen auch die Gesellen, welche sich in des Dnnf Herrn Hanse befinden, eines erbarn eingezogenen Lebens und Wandels sich besicißigen, ihrem Herrn und den Seinigcn keine Beschwerniß machen, sonderlich über die Zeit nicht ans dem Hanse bleiben, bey Strafe eines Tage-Lohns, welches der Dnickhcrr ihm abzuziehen Macht haben solle. Die Ge- sellui.svllen die einmahl für tüchtig erkannte, aufgedingte, im Vormund! Amt eingetriebene und ihnen zugestellte Jungen, weilen sie, wegen ihrer Bemühung 2 Thaler (nfomtnen, Ms« (ig unterrichten, zu gebührender Arbeit anhalten, mit Vcr-- fäumniß derselben zu reine» unnöthigen Sachen gebrauchen. Nicht weniger sollen sie die Jungen wider ihre Herren zum Ungehorsam oder Mif'ttauen keines wcgcs vcrreitzcn, üvch daß sie, was dcncnsclben zn Schaden gereichet, nicht offen- bahren sollen. Endlich füllen sich auch die Jungen und (joniiiten gebühr- lich verhalten, dem Drnckhcrrn getreu und gehorsam seyn, auch alles, was dem Herrn und seiner Druckerei) zn Scha- den gereicht, und sie davon Wiffeuschafft erlangen, vor ihre Person verhüten , oder ihrem Herrn anzeige»; von denen Gc- seilen die Untcrrichtimg fleißig annehmen, ihnen in allen zu- langen Dingen solgcn, in der Arbeit-sich emsig und willig erweisen, still eingezogen, auch züÄ)tig, und so wohl gegen dein Drnckhcrrn als Gesellen gehorsam und willig sich sinden laßen , bey Vermeidung vorbehaltcucr ernstlichen Strafe tCJ Dccreciim in Senatu, 7 Febr. 1673. XXll. EMtt derDantziger Buchdrucker- Ordnung welche ihnen von E E. Rath atldort ertheilt wor- den den 18-Julii 1634. Wenn __ ___ der Autor auf seine eigene Kosten drucken läßet, soll der Drucker gegen Hand nndMmd keinen Nachschub für sich, und dem Autori zum schaden/ mit ein;»-« schieben , nvch er und seine Gesellen , die ihnen , den Gebrauch nach, zuständige Eremplarla, weder ganlz noch Vvqenweise, ehe und dann der Autor das gantze Werck in seine Hände em- pfangen zu distrahiren befugt sey», bey Strafe der Hasst und Ergäutznug des Schadens, so offt er deßcu überführet wird» maßen denn auch der Buchdrucker hier auf Acht zu haben, ge- halten seyn soll. Will auch der Autor die gewöhnlichen Crem- plaria bey dem Drucker und den Gese-llcn rediuiireu, und an sich behalten soll es ihm frey und der Drucker es anzmiehmen schuldig seyn; und wird der Buchdrucker, bey harter Strafe, keinen Nachschuß auf geschehenen Vergleich zu thun sich unter- fangen. Kein Buchdrucker in dieser Stadt soll sich unterste- hen, einig srcmbd theologisch Buch oder Schufst, so von denen , die sich nicht z» der migcandertcn Augspurgischcu Consession bekennen, verfertiget, zudrücken, vdcrnach zu drucken; es sey denn , daß er sich bey dem prasidircndcn Herrn Bürgermei« sier angemeldet, und dessen ausdrücklichen Conseils darüber erhalten habe. Desgleichen sollen auch alle Streit- Schriften welche von Personen hiesigen Ehrw. Ministcrii, oder ^Predi- gern, unter der St«dt Jurisdictiou herrühren; wie auch die StreiteSchrifften diverser Religions -Verwandten, ohne Vorgangige Einwilligung des Herrn Präsidenten, keines we- ges zum Druck befördert werden. Die Taxam oder Drnckev Lohn belangend, wvrnach die Buchdrucker dieser Stadt ihre Arbeit, nach Unterschied der Scbrifftcn und Formats, aus zu fertigen haben, verbleibet der Stadt-Magistrat bey vorige» 1660 gemachter Verfassung. Alle Streitigkeiten, welche unter denen Druckern selbst, oder auch mit Fremden entstehe» möchten, sollen bey dem Prasidirendcn Ammt anhangig ge- macht, und dttidttt werden?e.AttMi>i Se«W den^'ZM 1684. MM. Ent- <$§ % \ XXlll. Entscheidung Welche E E Hochwciser Rath zu Leipzig denen Buchdruckern wegen Verschenckungder Postu- late ertheilet, den 28 Nov. 1704 KÄfemnAdi S E. -Hocbrveisev Rarh dieser Stadt, die (*3£/ ?wi»chen OenenZönchdruck^rn allhier an einem, viä^ deren Gese len änd ert Theils, wegen d»rer loge- NK!unenPo!^ulatc, uildoeren Verschencknngengt scdwed-- te Irrungen itocbmalti in Verhör cteyog. n , auch var? übet oerer p.r^hcyen Vorscbiäge, >.Lrkl«rnng u'nS N^!hc>l,rffl sc!?clffl n-!d munolicl) angehöret; Als wird «onsnnlil^n hterinlt diese Sacke folgender gestalt ene- schieden-: Daßhmführs, avenn einer, der seine L.ehr- Iahre ausgestanden, postuliren, und sich 5um (Sc\eU len erklären lassen will. er solches 51» allzeit, wenn er es am !s)clegen|ten erackiet . bey dem ^.aden - Varer »u- zeigen .., unO darum crsn.bcu ; hierauf dcr iLaöen - Vater alüdalo , und ohne Nachroar.en , biß SererPostulan- ien mehr siel) angeben, eine gewisse ?eirdar;u ernennen, folgenos anfSenbestimmten Tag Sie sammtlielien anwe- senden Buchdrucker und Gesellen zusammen beruffen, und also d^s poftulat, mxcb Gewohnheit und übliche« herkommen, jedoch ohne Deposirion und andere är- gcrliche und vervochene Tcreinonien von Ihnen alle« (gestalt die PrlvarPostnlatc' welchein einer (vfi>cin al- leine unter denen alloa in Zlrbeit stehenden Gesellen, sder auck mir ;u;iehung etlicher anderer vorgenommen werden, hierdiu^cb gänylick casiiret, und abgeschafft werden, ) vorgenomin n und verbracht, davor aber der Postulant nichtmehrals ;wanyig Thaler überhaupt, un!- vor alle." baar erlegen , Hier von ;u forderst vier thaier in die iUde, sammt der Foröer Gebühr , üem ;wey Thaler vor Sie D-Position , und was sonsten an gewöhnlichen Unkosten vonnolhen , genommen und ab- gezogen; und was als denn übrig bleiben wirS , unter die sämmtlichen Buchdrucker :,«d Gesellen , i.ach denen %8tfm __ MSW» ___ Ropfen baar vertheilet, und einem jeden seine Ram zu seiner freyen ^Disposition zugestellet; ausser dem «der, Venen PsstulKnren , es mag «iner oder mehr seyn, xve> der -» einer N7«t)l;cit, oder Collation, oder Truncke, noch, sonsten erwas auf einigerley XVeise, u?eSer vov die Innung , nocl) in die Gfftcin, darinnen er gestan» den, ;ugemurhec, nocl) abgefordertrvcrden solle^ XOoci nack) sict) von nun an und insklmfflige zuackten ist. Urd'unolicb mit rvol)lgedacl?ten Rath» und gemeine» Gtaor - Insicgel, bedruckt. Signarum /Leipzig den 28 Novembr Anno 1704. XXIV. Buchdrucker Ordnung welche E.E.Hochweiftr Rath in der Reichs Stabt Augspurg denenselben ertheilet, im Jahr 171z. den 9. NoL)embr. i^^achdem einen WohlEdlcn Hochweisen Räch dieser Vcs jS? |) Heil. Rcichs-Stavl Augspurgeine Zeilhcro jlim ösjtem hiesige bürgerliche Buchdrucker vorgebracht-, und zu er- kcnncn gegeben, was gestalt so wohl zwischen nnd tinter ihnen selben / als auch denen Gesellen, mehrmalige Diffcrcntie« und Irrungen darum erstanden, alldicwcilcn eine so andere nach ihren, bloßen Gefallen zu thnn/ und zu laßen sich unterfange» haben, und danncnhero allerseits gchorsamlich angesucht nni) gebeten, chnen eine gewisse nun hinfüro in allen hiesigen Drucke« reyen diese Obrigkeitliche Ordnung in jeden Puncten mit Fleiß beobachtet, und darwider keincsweges gehandelt^, oder erwas verfüget / bey Vermeidung der so wohl in der Reichs-Policey« KMungäeznuo 1577.1'lt. von Bttchvrucker^ ZZ. alshier^ inm _ ____ m innen angesetzten und W nach Gestalt Lh-v Sachen vvi behalte-« ncn Straf, "weiche die Ubacmci' iel'csiiiahls «nnachlaßig büßen und zu bezahlen schuldig |cun, und angehalten werde« sollen. Also sollen zu solchem Wcrck und Handel ehrliche gnt> im* verleumd e Personen gezogen und gebrauch! werden / welche sich auch hernach ln'ihrciu Thun und^elicii so wohl in» - aiü uusser- halb derDruckcrcycn c^ncs vernünfftigcn / bescheidene» und er-- baren Wandels zu bcfleissen habe»,/ it Damit nun dieier Ordnung und dem darinnen enthaltenen getreu und eiff, ig nachgclebet werde; also sollen vvn denn, Buch- druckcr» Zwei) zu Vorgehcrn , und vvn denen Gesellen Zwey zu Assessorn/ n'.it Observirung der Ptiri-ät, erwchlct, und pro Confirmativne denen Vier Hcrren Censoribns vorgeschlagen wer- den, welche vördcrst dieser Ordnung seilten fleißig nachkam- wen, und damit es auch vou andern geschehe, emsige Sorglalt tragen, aber nichts darwidcx einschleichcn laßen sollen- Aus denen Vouzchern wird der altere jtdesmals den Vvrsilz und die Cassa zur Einnahm und Ausgsb in Verwahrung/' der jüngere aber das Protocoll zuführen, und alles genau ans- und einzu- schreiben i hiugegeu der altere Geselle bey denen Leßioiicn, oder sonsten privatim, die Stelle eines Referendar», uuo der jüngere eines Caßiers zu vertreten, dahcro uebst dem altern Vorgehe« auch einen Schlüßcl zur Cassa haben. Diese Viere sollen w.ihr» hasste, bescheidene und vernandige Personen seyn, und keines öffentlichen Lasters lvnncn bcschuloigec werden; In diese Cajsa soll mi icrcrn Einschreiben und lossprechen eines Lchrjungens goKreutzer , von emem Postulats Gulden, dann iede Meß, oder das h/ l x Jahr vvn einen Buchdrucker zo.Krcuizcr, vo» einem Gesellen 20 Kreutzer von cau-m Corneliv aber 40 Krentzer bezahlt weiden; unter denen Gesellen aber der neuerlich eilige-« führte Misbrauch, wegen der sogenannten Bratit, Verichenck- ung des Kindeo, und was dergleichen mehr, allerdings und bey Straft eines Güldcns, von jeder llbcrtrctung, abgestellet und verbothen seyn; So es sich auch fügte, daß ein Cornelius bei) einen Buchdrucker stünde, der leinen Gesellen hatie, wurde der- selbige sein Cornn?en-Ge!d bey icdcr Meß , und zwar in solchem Fall 1 Gulden,ndieCassam, die übrigens Gülden aber einer gantzeuGesclifchafftwenn soicbe''cysammcn zu bezahlen haben. Es käuflich ej» besonders Schreib und Matrieul-aufgerichtek wcrs __ _ werden, deme die anher kommende und allhicr tn Condition tre- tcnde Gesellen und Coruclii eingeschrieben und immatriculiret werden mögen, weswegen jene 10. diese aber 20. Kreutzer in die Cassa zu erlegen haben; wie dann nicht weniger ein jeder Buchdrucker, wann er zn solcher Condition und eigener Dru- lkcrcy gelanget, pro Introilu 4 Gülden und ein Factor z. Gülden in die Cassam geben, hiermit aber alle weitere Discre- tiön aufgehoben seyn soll. Aus dieser Cassa werden nun nicht allein diejenigen Aus- gaben , welche zu Ausnahm der Buchdruckerey, und dero be- stcu gereichend, unumgänglich ergehen müßen, zu bcstrcitcn, sondern auch dcncnjenigcn von der Profession, welche durch unfürschcne Zufälle in einige Noth gerathen.<. nach Befindung eines jeden Bcdürfftigkcit, theils umsonst, theils gegen Pfand, ober andere Versicherung mit einem Anlehn unter die Arm zu grciffcn, und zu siiccurriren sey»» , unter welchen aber, viejenl- ge, rvclche Vqs Ihrige boßhafftig, oder liederlicher XOeit je durckjagen, verschwenden, und nicht« ji» erfahren gedencken, sie seyen nl^ich wer sie wollen, kemeswegesbe» griffen, oder verstanden werden, allermaßen solchen auf eine bloße Handschriffr, oder sonst zur Reiß und Zchrung nicht das geringste vorgestreckt und ausgezahlt werden solle. Damit auch bey denen Zusammenknnfften einer gantzen Ge- ftllschafft ferners hin beßere Ordnung gehalten werden möch, te, also sollen diese allezeit durch beyde Vorgehere, welche die gcwisie Stunde zu bcniemen haben, zusammen beruffen, angestellet, und fleißig ftcqucntiret werden, auch von solchen absonderlich wenn ein Auflage Geld vorhanden, weder Buch- drucker noch Geselle, ohn erhebliche Ursachen, bey Strafe ausbleiben, wie dann gleichergestalt diejenige, so zu unrech- ter Zeit und! angesetzter Stunde nicht erschienen, sondern über solche langer als eine Viertel Stunde ausbleiben, und zu spat kommen, jcdesmals unnachlaßig »5. Kreutzer Straf zubezah« len schuldig seyn sollen. Und weiln demnach keine Zusammen- knufft ohne Wißen lund Willen der beyden Vorgehcrc gchal» ten werden mag, also werden alle Postulirendc, da einer oder mehr vorhanden , dahin angewiesen daß sie um dergleichen -Zufammenforderung, auch Benennung des Orts / Tages..nd der Stunde, bey denen Vvrgehern sich bewerben, und hiefür j> nebst __ «HZ ZA> __ nebst dem Deputat, so von jedem Postulirenden, mit Einschluß der 2. Gülden, so in vle Eassa gehören 24. Gülden betrifft, den gewöhnlichen Forder Thaler der Gcscllschafft erlegen. Und vbwohln kein Lehrjunge ohne Lehrgeld auf weniger Zeit als 4-Jahr aufzunehmen, und einjuschrcibc» ist, so wird nichts dcstowenigcr einem Buchdrucker freystchen, seinen Iungen.wenn dieser es nm ihn verdienet, ein Viertel Iahr.aber mehrers nicht» zu sche«cken; Solte aber eine große erwachscnc.odcr die Schulen absolvirte Person.die Druckerey erlernen wollen, so kan und mag solche, in Ansehung seiner Größe, der Jahre, Verstand und S.tu- dien zwar aufvierthalb Jahr eingeschrieben werden, doch daß es mitVorwißen beyder Vorgchere geschehe, und der Vuchdru- «ker, welcher einen solchen in die Lehre nimmt, nicht befugt seyn solle, vor Aüsgang des vierten Jahres einen andern Jun- gen nach ihm an deßen Stelle in die Lehre zunehmen; Es ttird auch vor deren Lossprechen einen Vorgehcr Anzeigung geschehen müßen, damit alles Kunstgcbrauchlich, und der Ordnung gemäß, darbcy und damit zugeh'en, auch keine Streitigkeiten daraus erwachsen mögen; Gestalt daun diesen abzubiegen, hiermit und so wohl die Buchdrucker als Gc- seilen ermähnet werden, bey entstehende» Streit in einer Druckerey , csscy gleich dieser zwischen dem Buchdrucker und Gesellen, der unter diesen allein, unter vcnen gervshnli- putirtm, der Nothdurfft nach, aus zufül^en^, :c. Decretum inSenatu, dM 9. Nov. 1715. pecn Zehen marck Lottigs golts, Vnß halb inn vnser vnnd dcS hepligcn Reichs Camnicr, vnnd den andern halben theil ge- dachtem Juoni vnablaßlich zübezalen, vnd wöllcn, das ob- gemelleBüchirücker, noch sunst jcmannt von jrent wegen dcir öcrürtcn Abschied , auch die Reformation vnsers Keyserliche« Cammcrgerichts/ darzü die halß odcrpcinlich gerichts ordnung, gedachtem Iuoni inn zweyen jaren den ncchstcn nach eynander volgend, nit nachtrncken» oder züm stylen Kauff haben odec auflegen» bei verlicrungobgemeltcrpecn vnnd desselben jreS trucks, den gemeltcr Iuo, durch sich sclbs oder eyn ander vonir seinetwegen, wo er den beijr jedem finden Wirt, auß eygenr gewalt on Verhinderung mcniglichs zä sich nemen , vnd damit nach seinem gefallen handeln vnnd thun mag, daran er auch nit Leftcuelt hgb«,. E§soll «uch krynen, «n^rn «efruckecn Ab- V» schied« _ schied f an cynichem ort , tnn oder außerhalb gerichts oder rechts geglaubt werden, sonder geuerde, dabist vnser ernstlich mey- nung. Geben vndcrvnscrm zu rück aussgetrucktcn Secret, irrn vnser vnd des heyligen Reichs statt Rcgenspurg, am letsten tag des Monats Julii, nach Christi vnsers lieben Herrn geburt, taußent fünffhundcrt vnnd imm zwey vnnd dreißigsten, vnsers Kcyserchümbs immjwöffteii, und vnserer Reich imm sibenze- henden jaren. XXVI. Pflichts - Notul eines Academischen Buchdruckers / welche aus • -folgenden Sätze» bestehet: i) Quollen Sie hiesiger Universität N. N. und juförderst de- nen güi|tt Herren Nutritoren und Erhaltern dcrsel- den lreu und gewärtig seyn, auch denen samt und svn- ders weder vor sich, noch durch andere einige» Schaden zufü- gen / sondern denselben vern'arnen. 2) Die Herren Professores, Studenten und andere, so drucken laßen, fördern. z) Keinen Gesellen, oder Jungen, so nicht zuvor bey dieser Universität tmmatriculiret worden, um sich leiden. 4) Keine libellos famosos, Schmahkartcn, oder andere verdachtige Schafften, sie mögen Nahmen haben wie sie wol- lcn, wie auch 5) Insgemein nichts, es scy von Disputationibus, Car- Minibus oder Operibus ohne Censur drucken , und 6) Den Fürniß nicht in, sondern vor der Stadt sieden. Eyd^ JchN N. schwöre zu GOTT dem Allmachti- gen, daß ich allen denen Puncten, so mir anitzo vorgelesen worden ,} und ich wohl ver- standen habe, treulich nachkommen wolle. So wahr mir GOTT helffe durch IEsum Christum, Amen. xxvu • XXVII. Ordnungen, oder Löbliche Kunst - Gebräuche, worüber die Vorfahren steiff und ftst gehalten, welche aus folgenden Sätzen bestehen: i soll ein Lehrling, wenn er die Kunst erlernen will. (öT< und einige Wochen die Probe gemacht hat, bey dem- jettigen redlich-gelernten Buchdrucker-Herrn, seine aus einem reinen, feilschen und unbefleckten Ehe-Bette, von untadelhafften Eltern erzeugte Geburt, durch bcglaubte Obrig- keitliche Attestat«, oder sonst gnugsam erfordernde mündliche Zeugen und Bürgen darlegen. 2) Hierauf soll er aufeine Zeit von 4,5, oder mehr Jahren zu lernen, in Gegenwart redlicher Gesellen, so sich mit dem Buchdrucker-Herrn zugleich unterschreiben, aufgedungen werden , und sich der Frömmigkeit und Verschwiegenheit ,'auch in der Arbeit emsig befleißigen, darbey aber getreu sich verhalten, »ind auch an Sonn - und Feyertagen die Anhörung göttlichen Worts nicht verabsäumen. Wenn aber in der Druckerei), wor- innen er lernen will, keine Gesellen gegenwärtig in Arbeit ste- hcn : So sollen einige Glieder von der nächsten Buchdrucker- Gesellschafft, gegen Erlegung einiger Gebühr, darz» erbethcn werden. Wenn die Lehr-Jghre um, und der Lehrling sich wohl verhalten, so soll er in Beyseyn redlicher Kunstgenosscn wieder freygcsprochcn , unb als eiu Cornutus, gegen die erlegende Ge- bührniß, erkläret werden. 4) So lange er in dem Cornuten-Stande ist/ so soll er alle Messen etwas Gewisses, nach der Christi. Billigkeit, am Gelde, in derjenigen Druckerey, worinnen er arbeitet, denen Gesellen zn erlegen gehalten , oder wo deren keine vorhanden'/ so soll der Vuchdruckcr-Herr an die ihm am nähesten liegende Gesellschaft solches zu überschicken verbunden seyn. 5) Wenn er nun so viel durch Arbeit erworben» oder son- slen Vermögen h«t, den GesellwNamen zu erhalten > So kan 5 3 er. G «r, wiccs Herkommens, wo nicht bey völliger Gesellschafft, doch in Gegenwart 6. redlicher Knnst-Geiwßcn , so als Bcamteil ernennet, nach Erlegung ordentlicher Gelder, das Postulat vcrschenckcn; worauf er alsdann als ein rechtschaffenes Mitglied der Kunst, oder als ei» redlicher Gesell*, auf und angenommen werden soll. 6) Hat er pvstnliret, so soll er sich nach Christlicher Erbar-und geziemender Reinlick)kcit in Wasch und Kleidern bestreben, auch absonderlich den Gottesdienst, als rechten Christen gebühret, und zu kömmt, nicht hindan setzen, und lie, terlichen bösen Wesen und Händeln anhangen, sondern viel- mehr densclbigen absagen. 7) So er, wider verhoffen, von jemanden beschimpft, oder durch seine gegebene, ob zwar geringe Ursach/ gescholten worden: So soll er solches innerhalb 14. Tagen in der Druckerei) anzeigen, oder nach Beschaffenheit der Sachen, bey einer völligen Gcsellschafft »invcrwcilk vortragen, und nicht ■«6er solche gesetzte Zeit zu stehen sich unterfangen. 8) Da er aber llrsach darzu, und sich unschuldig befin-- idet; So kan er das von dem Gegner gethane Scheltwort auf ihm wieder zurücke schieben , er muß aber darbey nicht wie» der schelten. 9) Neben einem Gescholtenen soller nicht über die iq.Ta» ge wissentlich in Arbeit stehen, sondern ihn zur Abthu - und Wersöhnung des Streis anhalten, will? er anders mit dem Gescholtene» nicht in Schaden gerathen: widrigenfalls der Ge- scholtcne. so fern die Sache anderwärts vorgegangen, eins-- »veils ein Scheltwort, um der Erbar-und haltenden Einig- seit willen, zu Vermeidimg aller Zänckercy, niederlegen , und «1 der ersten Meße die^Aussöhnung dort selbstcn suchen muß. 10) In keine Druckcrey, wo nicht redlicher und her- kommentlichcr Gebrauch gepflogen wird, soll er zur Arbeit eintreten, viclwcniger einer Hudeley aufzuhelffen sich gelüsten, vder betreten laßen , widrigcnfals er von der redlichen, Kunst «hgesonhert und qusgeschloßen seyn solle. XXVIII. # xxvrir. Einige von redlichen Männern angemerckte Miß- brauche/ so den jetzt erwehnten Gebräuchen schnür siracks zu wider laufen. ie grösten Mißbräuche kommen insgemein cius denen so genanten Winckel-Druckereyen her, weil man in sc!- bigen theils keine tüchtige Personen, theils aber keine Gesellen fördert, und nur mit Weib und Jungen dahin sudeitf welches wider das allergnädigste Käyserliche Mandat den iS- Zulii 17«5. laufst. Siehe oben N. V. und VIIL Ferner: hat man sich angemaßt 2. biß 3. Jungen, obschoir nicht auf einmahl, doch nach und nach an;uiichmen, ohneAb» sehen auf die hicrzn «forderlichen Eigenschafften und dem Uralten nie unterbrochenen Recht und Ordnungen stracks ;u wider, ohne Beyseyn redlicher Gesellen, aufgedungen und loßgesprochen und sodann dieselben als Cornuten fortgeschickt, und wieder nene Jungen herbey gestellt, da denn der vermeinte Cornute iw währender Lehre kkl'iien Gesellen in der Druckercy arbettwße- sehen viel weniger von einem angeführet worden, indem viel- nials der Herr ein Drucker und wenig von Setzen, oder ein Setzer und wenig vom Drucken verstehet^ oder, daß es ja einen Schein haben muß, als wenn er Gesellen gefördert, manchmal einen Durchreisenden 14 Tage Arbeit gegeben» und alsdcnn wieder abgeschafft. Dahero solche nichts wißcnde weg und in die Fremde geschickt werden, da sie alsdenn kaum so viel verdienen können, als zu ihren Leibes Unterhalt vott nöthen ist. Ferner hat die Erfahrung bestätiget? daß man öffters an solchen erwchnten Orten, wo nur eintzelne Druckcreyen, dennoch Postulate gehalten habe, wo kaum 3. Personen var- zu vorhairden gewesen, da denn deren jeder 2. Ehren-Acmtcr dabey zu bedienen gehabt hat; dahero man auf den vvn un- dencklichen Iahren her eingeführten tödlichen Gebrauch und daraus folgenden guten Ruhm nicht gesehen hat, welches vor Alters von unsern Vorfahren weder gelitten, noch vor Knnst- gebranchlich gehalten, sondern vor untüÄ)tig erkläret w»r- den st. d 4 ES __ __. Es hat auch Kunst-GIieder qegeben , die einigen Ausge« lernten, den ordentlichen eingeführten Knnst-Gebrauch beyge» bracht haben, daß sie sich alsdcnn vor Gesellen ausgegeben, >md in der Welt bey Buchdruckereyen sich fort gcholffen, und Postulaten beygcwohnet haben. Exempel hiervon siehe in werther«'Nachricht von der Buchdrucker Kunst vag. 369.370. Was aber der bedaurcnswürdiqste und bctrübtcste Miß- brauch ist; So hat man angemercket, daß selbiger aus der Lernung so vieler jungen entstehe, vbschon Zhro Kayserliche Majestät KayserLeopold der erste glorwürdigsten Anden- ckens eine allergnädigste Veranstaltung / und zwar anno »688- darwider ergehen (äffen. Siehe oben 91. vn. Hicdurch muß mancher rechtschaffener Geselle, unumgänglich Noth lcyden,und eine andere ilebensÄrt crgreiffen, wie denn 1703. den 14. Dec. eine löbliche Braunschwcigcr Buchdrucker - Gescllschafft eben diescrwcgen eine Vorstclluna nach Berlin ergehen lassen; weil man nun solche in Herrn XOettbets Nachricht von der Buch» drucker-Kunst p. 371. gefunden; so wird es Uns vergönnet sey», selbige hieher zusetzen: Weßwegenwir an die Berlinische Gcsellschafft, aus gu« tcn Wohlmeynen bey dieser Gelegenheit zu erinnern nichtvergcßen wollen: Obs nicht eine nöthigere uud al- len rechtschaffenen Gesellen dicusamere Sache wäre, wann wider das allzuviel? Jungen-lernen eine gewisse Ordnung errichtet würde, damit nicht so viele ehrliche Geselle» in Mangel der Arbeit ans Noth in Krieg zu lauffen gezwungen würden, als daß man unnöthiger weise so viele redliche Gesellen an fremden Orte» un» schuldig auftreibe, und in Schaden und Strafe setzet. Daß fernere Übel so sich Herfür gethan hat, bestehet bar- innen, daß man sich selbst bemühet denen Buchdrucker Herren, Jungen anzuprcißcn.'und nur denjenigen Vortheil sucht, duß man selbige zum anführen bekommt/ und das wenige Geld da- bey gewinnet, und nicht untersucht, ob sie in Christenthum, Le- scn und Schreiben etwas können / oder nicht, sondern nur die Etarcke und Größe in vbgcht nimmt. Da denn viele unge- tvgme ____ zvgene und elende Leute bey der edlen Kunst werden müßen, die weder von ehrlicher Aufrichtigkeit etwas verständiges wis- fen, »och rechtschaffene Kunst - Gebräuche lernen, noch weniger sich der Höflichkeit und Bescheidenheit bedienen, und nichtwis- sen wie sie sich gegen ihre Vorgc>etzten, und andern bezeigen sol- Ich i denn wo soll er solches erlernet haben, da er sich nach sei- ner Auslernung nicht auswärts begeben hat? sondern nur glau- bet was sein Eigensinn erdrücket, und ihm beybringet, in Meynung: diß sey die üble Gewohnheit und dünckt sich also mehr zu wißen als ein anderes wvhlvcrsuchtes Kunstglicd. Bey solchen berührten Umstanden kan nichts anders erfol- gen, als daß durch solches uiijiilaßiqcs, und wider oie aller- höchsten Befehle, ersonnenes Wesen in znkunfft noch- gröbere Unrichtigkeiten und Mißbrauche sich äußern müßen, besonders da durch die Vielheit der Jungen Lernung mehrere Gesellen, und letzlich die Buchdruckercyen so gar an solchen Orten, wo we- der Landes-Regierung, angestellte Hofhaltungen, noch Universitäten und Gymnasia vorhanden, sich häuffcn müßen, wie man bereits schon wahrgenommen hat. Diesen ietztgedachten Mißbrauchen zu steurcn, und diegu- ten Gebrauche wieder aufjuhelffcu hat Herr N?errhcr in seiner Historischen Nachricht von der Buchdruckcrkunst einige Vor- schlage gethan, weil aber viele solches Buch nicht in Hände» haben, so hat man selbige nicht vorbey laßen wollen, als: Daß an solchen Orten, wo eine cintzelnc Druckerey, und nicht Jahr aus und ein » zum wenigsten ein redlicher Geselle gestanden, oder gefordert worden^ kein Junge weder zu Aufding-noch Lvssprechung gelitten, es sey dann, daß den ehedessen aufgerichteten Gebrauch nach, von fremden Orten rechtschaffene Kunst Mieder aus ei- ner tüchtigen Druckerei), um die erfordernde Gebühr, da- zu eingeladen und abgeholet worden: oder wenn jader Buchdrucker vor sich so viel Gesellen in seiner Buchdrucke- reyhat, als nöthig sind zurAufding-vdcrLossprechungi so hat er doch jederzeit, um zu erfahren obs redlich darbey zugegangen odernicht? bey der ihm am nächsten liegenden Gesellschaft solches zu melden sich verbindlich ge> macht, und ist ie und allezeit steiff und feste darüber ge» halten worden. d 5 Auf _ jgjj » __ Auf gleiche und rühmens würdige Art hat eine l&bl. Nurn- belgische Societät 1715. den 2östcn Octobr. in einem Schreiben nach Jena folgenden §. gcsctzct: Im übrigen wäre wvhl ;u wünschen, daß von ieder star- tfe» Gcsellschafft auf die iitö sie in der Nahe herum sitzen- de Buchdrucker > wegen des vielen Iungcn-lcrncns, auch der so offt wunderlich gchaltciicu Postulaten, ein besseres und scharffcrcs Aufsehen gehalten würde. Unsers Orts vigiliren wir auf unsere benachbarte Buchdrucker, wegen des vielen Jungcn^lerncns, sehr scharff, und Icidcns nicht, daß einer mehr Jungen, als Gesellen halte; fördert man- eher gar keinen Gesellen, so lassen wir ihn auch keinen Jungen zn. Wenn dieses aller Orten fleißig ol'scrvirt würde, so müste auch manche Winckcl-Druckerey unter- «cgen bleiben ic Ferner fähret Hexr Werther fort: Woftrne ein einzelner redlich gelernter Buchdrucker ein Po- siulatvorzunehmeu, darbcy sich aber eine Ehre zumachen, so ihm auch wohl ;ugönncn, willens ist, tn Mangeluug einiger beuvthigter Personen aber, unterschiedliche von der Na he gcle- gcnen redlichen Gesellschafft anf deßcn Ansuchen, und die ihm dazu die Erlaubniß ertheilet, auserkohrcn, und ihm übcrschi- cket, dadurch denn das Postulat acht und gerecht Kunstlöbl-Ge- wohnheit nach, seinen gültigen Bestand.üWkymme«, welches denn selm'gen Orts wohnenden Buchdrucker in nichts verschlagen, noch ihm dMtwa darbcy zn gewinnen denckcnd'cn Vortheil ent« ziehen könnet" anderer Gestalt ist er ein Postulat auszurichten tiicht befugt gewesen. Ans diesen alle« fließen einige Regeln, so bey der Kunst zu beobachten sind. 1) Wer die Buchdruckerkunst nicht ordentlich gelernet, und redlich postuliret hat, d?r kan auch nicht rechtmäßig eine Druckerey führen, und weder Gesellen fördern/Noch Jungen auf- dingen und loßsprechen. 2) Kei- ,___ «SZ ^ sv-> _ i) Keine Gesellschafft kan ein Postulat halten, die nicht gewiß weist/ daß sie von aller /auch ♦ der geringsten, Befleckung rein sey. z) Man kan feinen, so in einer Streit-Sache ver- wickelt, schlechterdings und ohne gründliche Erforschung derselben davon befreyen. 4) Kein Herr kan einen Jungen aufdingen oder lvßsprechen, ohne Beyseyn redlicher Kunst- Glieder, oder in Ermangelung deren, soll er ihn bey einer nächst gelegenen Gesellschafft las- sen einschreiben und loßsprechen. ■ ■' xxix. Paul Paters Fragen von der Buchdru- ckerey r mit Anmerckungen. ^^unmehro haben wir! alles geliefert, was nur zur Ver- jStff} beßerung u«d Vermehrung unserer Buchvruckerkunfl v£>^ einiger maßen gerechnet werden kan. Ein kleiner Raum» der uns noch übrig war, gab uns die Gelegenheit an die Hand, unsere Pappiere noch einmal durchzusehen, ob wir noch etwas finden mögtcn, womit wir füglich den ledigen Platz «n füllen könnten. Und siehe da, wir fanden darunter noch ein BlStgen, worauf wir die Worte geschrieben hatten: Paulus Pater hat in seiner Dissertation de Germania: Miraculo optimo, maximo, Typis Lit- terarum, Leipzig, 1710. 4to. C. VI. p. '81. seqq. weder hinlangllch, noch Kunstgebräuchlich auf seine aufgeworfene Fragen von der Buchdru- ckerey geantwortet, welches man an seinem Ort __ » §s> __ bemercken MUß. und Ml soll gegenwärtiger Ort ge- widmet seyn. Man trifft aber folgende Fragen und Antwor, «en daselbst an. I. Frage. Hb es erlaubt sey, in einer Republick ohne aslem Unterscheid an allen Orten eine Buchdruckerey zu verstatten? Hierauf antwortet Paul Pater also: Einige beantworte» diese Frage mit Ja, unt> geben zum Bcweiß an: i) 'Weil is in den meisten Europäischen Provinzen gemohnlick, das! man Varinnen diese Rnnst frey und ohne-Hindernis treiben kan; 2) Weil rvohleingerichtete Druckereien einer Stadt nicvr nur ;u einer Zierde , sondern auch 5» großen Nuyen geteicben. fiteaiif crjehter er, baß er sehr vff( einige vvi nchnie Gelehrte ju Dantzig klagen gehöret, daß sich zu selbigen Zeiten daselbst niemand gefunden, welcher ihre Schriften auf seine Kosten drucken können, noch wollen , damit sie bey Auswärtigen ebenfalls wegen des schönen Drucks Beyfall und Käufer finden könnten; dahero hätten sie öfters gewünschet, daß es ihnen erlaubt seyn möchte, eigene Buchdruckcreyen an« zulegen. Übrigens meint er, man müße bey der Beantwortung die-- ser Frage auf die Beschaffenheit des Orts, auf die Obrigkeit und Hohe Schuieu vornehmlich sehen; weil die Buchdrucker insyc>i>cin von den Hohen Schulen Unterthanen waren, dahero man dieses dem Gutdüncken derselben überlaßen niütje, weil es ihnen zukommt Sorge zu tragen^ daß nichts ohne Cen- fuc ; gedrucket , keine Unordnung eingeführet, und kein über- mäßiger Preiß von der Arbeit gefordert werde, Anmerckung. Auf die vorgelegte Frage ist schlechterdings mit Nein zu antworten. Denn die Beweiße derjenigen, welche mitJa ant« werten, sind ohne Grund. Wenn man sich auf dir Gewöhn- heit <$ § ijj g@> ........,..... heitdcr Europäischen Provinzen beruffen will/ allwo es einem jeden frey stünde eine Druckerey einzulegen, wo er will; So mögten wir doch gerne wissen, in welcher Provinz von Europa diese schöne Gewohnheit üblich wäre ? Vermuthlich in Utopia. Außerdem nirgends. Und gesetzt, es wäre auch eine ProvnH zu finden; so weiß man ja wehl, tausend Jahr Unrecht, ist nicht eine Stunde Recht. Was vor Unordnungen und Mißbrauche sollten nicht hieraus entstehen ? Wieviel gottlose und lasterliche Bücher würden nichtansLicht treten, wenn es einem jeden frey stünde eine Druckerey anzulegen ,rvo er wollte ? Und wo blieben diecheylsamcn und weisen Gesetze hoher Häupter, welche aus- drücklich befehlen, daß man nicht an jedem Ort, ohne Unterscheid» einem jeden erlauben soll eine Dnickerey anzulegen, sondern der- jenige, welcher seine Kunst rechtmäßig erlernet, und getrieben hat, kan sichln einem solchen Orr, wo es die Gesetze der Obrig- kcit erlauben, niederlaßen» und nach Runstmäßigen Ge- brauch eine Druckerey anlegen. S. oben N. v. WaSalso die Gesetze verbiethen, kan nicht erlaubt seyn, wenn es auch durch eine üble Gewohnheit eiuqeriße» wäre. Folglich würde es kein Beweiß seyn, wenn man auch darthun könnte, daß in dieser oder jener Pro« vinz Xvtnckelvruckereyen oder -HuScleyei» von langen Iah- ren her gebräuchlich gewesen waren. Es kömmt uns eben so vor, als wenn jemand behaupten wollte, man kan erweisen, daß von Anbeginn der Welt her ein Mensch dem andern seinen Bißen Brodt heimlich abgestohlen habe, folglich ist es erlaubt. DaS sey ferne ! Jedoch genug hiervon. Ein Verstandiger mag wei- ter schlüßen. Der andere Grund hält so wenig Stich als dieser. Wir wollen zugeben, daß eine rvohlemgerichtete Druckerey ei- nerStadt Zierde und Nutzen gebe, allcine hierausfolgt noch lange nicht, deswegen darfman an allen Orten eine Druckerey anlegen. Denn es ist nicht alles erlaubt, was zur Zierde und Nutzen gereicht. Sonder allen Zweifel gereicht es einer Stadt jur Zierde und Nutzen, wo eine Hohe Schule ist. Ist es aber deswegen erlaubt, daß in allen Städten Hohe Schulen angele- get werden? Gesetzt, es wäre erlaubt an allen Orten eine Dru- ckerey anzulegen, würde daraus vor die Republick ein Nutzen oder Zierde entspringen? Wir glauben vielmehr das Gegen- theil. Wenn in allen Städten Druckereyen wären , wo wollte Arbeit darzu herkommen? Wo keine Arbeit ist, da wird nichts ver- ^ __ <$g $ § &>__ «erdienet; wird nichts verdienet, so müßen die Buchdrucker entweder unehrliche Handthierung ergreifen, oder am Ende alle miteinander Betteln gehen; Das wäre ein herrlicher Nu- tzen im!) eine vortrcfliche Zierde vor eine Stadt. Und wozu dient die Erzehlung der Klagen und guten Wünsche einiger vornehmen Gelehrten in Dantzig? dürffcn wir die Wahrheit bekennen; So kommen uns diese Klagen verdächtig vor. Ein rechtschaffener Gelehrter, welcher ein nützliches Buch vcrfcr« tigm kan» wird nicht Ursache zu klagen finden, daß er es nicht sauber gedruckt bekommen könnte. Die Erfahrung bckraffti- get abermahls das Widerspicl. Man reißt sich, daß wir so reden möge», um gut geschriebne Bücher. Man bezahlt die Arbeit theuer und streitet um die Wette niiteinander selbige recht sauber drucken zula^cn. Gvndling», Ramback?«, und vieler rcchtsck)affcncn Gelehrten Schriffren mehr-, können ein Zeugnis ablegen. Ja man proceßirt wohl gar um selbige nach der Verfertiger Tod. Wir können also nicht ciusehen, warum man Ursache zu klagen haben sollte. Wenn auch kci- ne Drvckercy an demjenigen Orte ist» wo ein Gelehrter lebt, deßwegen gehen seine Schrifften nicht unter, er darf sie auch nicht umsonst verfertigen, wenn er nur was geschicktes zu Mark- U bringen kan , er findet Verleger, Buchdrucker, und Äeb- Haber genug dazu. Nicht wahr, es gicbet hundert und mehr Ocrter wo kein Pappicr gemacht wird , und dennoch haben wir alle Pappicr genug? Eben so ist es mit den Buchdrücke- reyen. Bcn solchen Klagen steckt insgemeiu etwas darhintcr, welches unsere Leser gar leicht errathen können. Alsdcnn fängt man an zu wünschen. Ein Wunsch der nicht erlaubt ist, ist allerdings vergeblich und unbillig. Wenn dieses an- gicng, so wollten wir uns wünschen, daß es erlaubt seyn mvgte, von unsers Nächsten Guth nur so viel zunehmen, als nicht nothwendig braucht/ und wir hingegen zu unser Unterhaltung nöthig hätten- Allcine die Obrigkeit hat dieses so gut, als jenes verbothen, folglich helfe unser Wünsche» nichts. Inzwischen hätten die angeführten Gelehrte» ihres Wunsches thcilhafftig werden können, wenn sie nur dcr Ord^ nung hatten nachkommen wollen, die eine löbliche Obrigkeit vorgeschrieben hat. Das ist, wenn sie die Buchdruckcrkunst ehrlich und redlich erlxrnct, mid Kunsigebräuchlich getriebe»: hälttn; j __ «ASch Ajth __ h hätten; So würden sie sich auch eine Druckerei) anlegen, Vormittag in ihrer Studierstnben herrliche Schrifften verfertigen, und Nachmittag in ihrer Druckcrey ihre eigene verfertigte Sa- chen auf das schönste haben Drucken durften. Hieraus wi'rd nunmehro deutlich erhellen, daß der Herr Paul Pater die erste Mennung einiger Leute, die er aber nicht nennet, schlechterdings hatte verwerffcn sollen. Er hat sich auch endlich etwas bcßer besonnen, indem er bekennet, 'daß man bey der Beantwortung dieser Frage auf die Beschaffen« heit des Orts, auf die Obrigkeit und hohen Schulen sehe« müße. Wir sind beynahe seiner Meynung. Nur mit diesem Unterscheid / daß wir erstlich auf den Befehl, ober Verboth der lieben Obrigkeit, und hernach auf die Lage des Orts sehen müßen. Denn wenn ein Ort noch so bequem wäre, und im» scr Landcsvater will nicht; So giebt die Lage an und vov fich noch keine Freyheit darzu. Unser Wille ist den Hohen in der Welt untcrworffcn. Diesen müßen wir Gchorsam iei-« sten, folglich darf auch keine Druckcrey an einem solchen Ort angeleget werden, wo wir, sondern wo selbige wollen. Denn diese wissen am besten was zur Zierde und Nutzen des Landes dienet, und wo eine Druckerei) nöthig ist. II. Frage. Ob drn Waysenhausern Buchdruckereyen und Bücher-Lotterien mit Recht zukommen? ES scheinet zwar, mcynt unser Paul Pater, daß derglei» chen Häuser einer Republick mehr schädlich, als nützlich, wären» weil sie insgemein von allen bürgerlichen Abgaben frey sind; Alleine, deßen ungeacht, muß man diese Frage dennoch mit IA beantworten, weil von den Früchten dieses Nutzens viele arme Kinder unterhalten würden, welchen man nach dem Ge« setz der Christlichen Liebe zu helffen verbunden ist. Anmerckung. Ehe wir weiter fortgehen, so wolle« wir so gleich unsere " ' ' Gedau» ____ Gedanken hierüber eröffnen. Wir sprechen hierzu auch 32C. Meine mit dieser Bedingung: daß die Gesetze der Hohen Häupter dabey nicht überschritten werden dürffen/ welche ha- den wollen, daß keiner einen Buchdruckerherrn vorstellen kan, der seine Kunst nicht ordentlich, wie fichs acbührct, ge- lernet und seinen Hcrrnstandt erlanget hat. Außerdem ist und bleibet er ein Hudler in Ewigkeit, weil er den Ordnungen Hoher Häupter zu wider lebt. Paul Pater fahrt fort seine Antwort mit folgenden Grund zu unterstützen: Hieraus entspringt noch ein anderer Nutzen, daß dadurch arme Wayscn, die eine Gefchicklichkcit dazu haben, bey Zeiten zu dieser Kunst angewiesen, und zum Vortheil des Wayscnhauses im Setzen und Drucken könne» gebraucht werden. Anmerckung. Hier ist wieber vorauszusetzen: wenn der Herr der Dru» Drey seine Kunst rechtmäßig gelernet; So ist der Satz rich- tig. Widrigenfalls ist er falsch. Denn ist der Herr ein Hud, lcr/ so hat zwar das Waysenhauß einen Nutzen davon, in- dem der arme Wayse umsonst arbeiten muß, der arme Way- se aber hat den Schaden, weil er außer dem Ort, allwo er als ein Hudler gebohren worden, nicht fortkommen kan. Doch dieser Nutzen kan vor einen solchen jungen Menschen noch entstehen, wenn es anders ein Nutzen vor ihm heißen kan. daß , wenn er sich hernach entschließt die Lehrjahre bey einen rechtschaffenen Herrn von neuen auszustehen, ersieh sogleich i» seine Kunst zuschicken weiß, da ihn denn senn Herr so gut als einen Gesellen brauchen kan. Sonst hilft ihm seine chma« lige Anführung nichts. ». Nunmehro kommt unser Herr Pater auf die Lotterien. Er halt davor, daß man selbige den Waysenhauscrn mit Recht zugestehen könne, damit ihre Preßen nicht seyern dürf- fen. Und hierdurch wächst den Wayscnhäusern ein ungcmei- «er Nutzen zu, indem von einem solchen Buch fünf tausend, «nd mehr Exemplaria»aufemmal durch die Lovft abgehen, weil nicht __ MMW __ mchr nur der wohlfeile Prciß, sondern auch die Hofnung zu gc* winncn, viele Liebhaber darzu anlocket. Man müßte aber Sor» getragen, daß lauter gute und brauchbare Bücher, Z.E-Bi- bdn, Flavil Iosephl Jüdische Alterthümer, Pastillen, Reisebeschreibungen ^c^ gedruckt würden. Es könnten auch Buchhändler dadurch viel gewinnen / wenn sie auf hundert uni> mehr Lovße einlegten, so müßten sie doch wenigstens so viel Bü- chcr um einen wohlfeilen Preiß bekommen , ohne was sie dabey durchs Looß noch gewinnen könnten. Diese Bücher könnten sie hernach mit Vortheil wieder verkauffcn. Anmerckuilg. Die Frage von der Lotterie gehöret eigentlich gar nicht Hieher. Da aber der Herr Verfaßer davon genrtheilet; so wol- tai wir auch etwas sagen. Wir sind mit ihm, in Ansehung der Antwort/ einig, daß es erlaubt sey, wenn es mit Bewilligung der Obrigkeit geschicht. Allein« darinnen gehen wir von ihm ab. Erstlfch, daß es nicht erlaubt sey solche Bücher zu drucken, wvr- über andere Privilegs haben, welches ihnen Paul Pater zuge- siehet, da er Iosephi Jüdische Alterthümer mit vorschlagt. SX'iin über dieses Buch haben Hohe Haupter Privileg,'« erthct- ter. Gestünde man Wayscnhausern dieses zu, so waren sie privi- ' legirte Brodtdicbe. Oder vielleicht hatPaulpater nicht ge- wußt/ daß dieses Buch privilegirt sey. Vors andere könnm wir den Gewinn nicht sehen, den Buchhändler davon haben sol- Im/ wenn sie auf hundert und mehr Eremplaria einlegten. La-- denhüter und Maculatur würden sie zum Gewinn haben. Demr wer würde mehr davor geben / als es durchs Looß gekostet hat Z Und wo sollen die Liebhaber herkommen, wenn bereits fünftausend und mehr befriediget sind ? Zumal, da die Erfahrung geleh» xtt hat, daß man wohl eher sechszehcn Groschen eingeleget, uni> ein Buch bekommen hat.das nicht über acht Groschen werth war. Wo kommt da der Gewinn vor den Buchhändler her? III. Frage. Ob die Buchdruckerey und Buchhandel ein rechtmäsiges Mittel, wodurch sich auch Gelehrte zu erhalten suchen sollen ? * Hier« ._._ M sie ZH> _ Hierbey hat man zu untersuchen, spricht ver -Herr Viti fasstr: Ob die Gelehrten und andere in öffentlichen Ehrenam- lern stehende Personen nur ihren Gcitz zu erfüllen, oder da sie we- nig Einkünfte haben, ihren Mangel abzuhclffcn, oder durch ih-> re Schrifftcn in der Welt berühmt zu werden, Buchdrnckereyen anlegen. Die erste Art ist einem Weltweiscn qantz unanständig, und bringt einem Christen Schimpf undSchaudc; Die andere Art ist wohl erlaubt und gerecht, zumal wenn ein Gelehrter die Kunst rechtmasiig erlernet, selbige wohl verstehet, und sein Haus!- Wesen,nach dem Beyspiel des großen Äernea/gers, dieses er- fordert; Auch die dritte Art ist nicht zu mißbilligen, so oft die- jenigen, so das Buch verfertiget haben, solches auf ihre Kosteir mit schönen und nach jetziger Zeit sauber gcgoficncn Littcrn aufle» gen laßen. Wenn zumal die Buchdrucker des Orts schlecht versehen sind. Daß ich letzt nichts gedcncke von dem harten und genauen Bezeigen mancher Verleger, die sich gar unbillig gegen den Vcr- faßcr des Buchs verhalten, und vor seine saure Arbeit und Fleiß in Verfertigung derer nützlichsten Bücher/ die sie doch theuer ge- nug verkauffeu, einen Pappenstiel, oder gar nichts zur Vergeltung ihm zukommen laßen wollen, mit dem Vorgeben: Der Gelehrte müße sich an der Ehre begnügen laßen, der Gewinnst gehöre vor sie- Anmerckung. Mit dieser Antwort find wir beynahe völlig zufrieden. Nur die letzten Worte scheinen uns etwas hart, da er vorgiebt, daß mancher Verleger dem Gelehrten wenig, oder gar nichts vor sei-- Arbeit geben will. Wir geben zu, daß es dergleichen Verleger nebe. Wir getrauen uns aber auch zu behaupten, daß die Ursa- che dieses horten Bezcigens insgemein bey dem Gelehrten zu su« chen sey. Wer wollte einem Verleger zumuthen, daß er ein Manuscript theuer bezahle» soll, wovon er stcl; nicht viel Ab- gang versprechen kan. Und gleichwohl dcncken viele Gelehrte, daß ihre Arbeit nicht mitGold zu bezahlen sey, ohngeacht sie her- nach,wenn sie gedrückt, zu weiter nichts/ als Fidibus, gebraucht werden können. Gesetzt aber, es sey der Geitz des Verlegers Schuld daran; So hat ja der Gelehrte die Freyheit feine ver-- fertigte Schriften einem andern Verleger zu geben, der billiger ist. Es werden, doch nicht alle Verleger Geitzhalse zu nennen ftvn. ________ _ Die Erfahrung beweiset ja, daß einem rechtschaffenen Gelehrte» seine Arbeit auch rechtschaffen bezahlet wird« IV. Frage. Ob Schriftgieser zugleich die Erlaubnis haben sollen die Buchdruckerey zu treiben? Der Herr Verfaßer meldet, daß sich vor einigen Jahren in Preußen dieser Streit ereignet habe, und zwar bey Gelegen- tKit eines Schriftgieftrs in der nahlicgendcn Stadt Thor», welche» die Wittcnbcrgischcn Buchdrucker nach Art ihrer Vorsah- reu in ihre Gcsellschasst ausgenommen haben; Diese Sache wäre in Tcutschlond vielen Schwierigkeiten uuterworffen gewesen; Sie wäre aber endlich mit allgemeiner Einwilligung der Nürn- bergerVuchdruckergescllschasl also entschieden worden: " Ob- «' wohl diese Gemeinschaft der Buchdrucker und Schriftgieser " fast hundert Jahr üblich gewesen wäre; So sollten dennoch, zn 5! Vermeidung der Unordnung, und vieles auderu Unheils, so " oft daraus entstanden, hinfüro die Schriftgieser unter die " Buchdrucker nicht mehr gerechnet werden , sie müsten denit " diese Kunst rcchtmäsig gclernet haben, und die Gesellen, so " sich einer oder der andern Kunst unterzogen , waren gewöhn- « liÄ zu straffen, und davon zu jagen. „ Inzwischen, fahret der-Herr pacer fort: wenn es des Vaterlandes Nutze«/ die Ge- wohnheit und Nothwendigkeit eines Orts uiinmgänglich erfo» dernsollte, und wenn sie sich miteinander liebreich verglichen hatten- So hielte er davor, daß die Buchdrucker so garscharff nicht verfahren sollten. Jmmaßen ja auch die Buchdrucker so wohlin Dantzig, als sonsten hin und wieder, frey tind öffent- lich, icdoch wider Recht, den Buchhandel trieben/ ob sie gleich sei- bigcn niemals ordentlich gelcrnet hätten. Anmerckung. Hier kommt es nicht darauf an, was diesem oder jene'm gut deucht, sondern die Billigkeit und der Beyfall gantzer Gesell- schaftcn muß die Frage entscheiden/ weil sich diese auf die Frey- heilen und Ordnungen ( so sie von Hohen Häuptern erhalten ha- § I beti» * __ «HZ S ZS-> _ l>en, gründen- Da nun dieNürnbergischc Gesellschaft, nach Anleitung ihrer erhaltenen Ordnungen. mit Nein geantwortet hat; So wäre es uubillig auf eine andere Seite zu treten. Zu» mal, da wir noch.mchrere dergleichen Fälle beybringen können, baden Schristgiesern diese Freyheit abgesprochen worden, wenn sie die Buchdruckcrkunst nicht ordentlich gelcrnct haben. Wir können ans Johann Daviv Xverthers wahrhaftige» Nach- richten ver Ä»chvruckerk»nst, Franckf. und Leipzig, 1721. 4to. §.27» p. 54- seqq. noch zwey vergleichen Falle anführen. Daviv -Hautt, ein Buchdruckerherr zu Cvsiantz in der Sehwcitz, hinterließ bey seinem Absterben einen Sohn gleiches Namens, welcher die Schriftgieserey. und niemals die Buchdruckerey or» deutlich gelernct hatte. Inzwischen hatte er nebst andern Buch« drucker-Cornutcn sein Postulat verschencket. Da nun sein 93a» ter verstorben war, so übernahm er die Druckerei), förderte Gesellen , unter andern,N3ichael Xvernlein, und nahm Jungen in die Lehre auf, darunter NZelchior Mnxel der erste gewesen ist. Weil aber zwey Gesellen zu Lucern. Johann Wilhelm Sau- mann, von Hamburg, und Christian Deck, von Bayreurh» erfahren, daß gedachter 2?ax>iö Hamr, der jüngere, feine Lehnahre bey der Druckercy nicht ordentlich ausgestanden habe; So haben diese beyde Gesellen weder ihn, noch seine gelernten Jungen, vor rechtmasigeKunstglieber anscheu wollen. Ober sie mm gleich durch Obrigkeitlichen Zwang darzu anHallen ließ/ daß sie ihn vor gut und tüchtig auf der redlichen Kunst erklären sollten; So haben sie sich doch niemals darzu verstanden. Es ist auch endlich durch genaue und richterliche Untersuchung dahin gediehen, daß dieser Daviv -Haurr in dem gantzen H. Röm. Reich als ein-Hudlec angesehen wurde, weil er nicht erweisen konnte, daß er seine Lehrjahre bey der Buchdruckerey ordentlich ausgestanden hatte. Und eben deswegen wurden deßcn gelernte Jungen bey der redlichen Kunst vor untüchtig erklaret. Eben so gieng es Johann Andreas Lin^lius. Er hatte bey seinem Mater , Job Mlhelm Linceliu», die Schriftgicsercy gcler- ritt, und zugleich mit Buchdrucker-Cornuten postuliret, weil sein Vater beydes zu Wittcnbcrg beysammen hatte. Nachdem er sich mni nach Jena gewendet, und die Schriftgieserey daselbst getrieben hat; So hat er sich 1632. und 1684. bey einer löblichen Buchdruckcrgeseüschaft ju Jen« gemeldet, und AnsuchunZ ge- $ v __ » g»> __ than, es mit selbiger zu halte». Allcine, die Gesellschaft hat fciir Verlangen mit gleicher Höflichkeit zurück gewiesen, weil sie sich keinen Verdruß, Schimpf und Verantwortung bey der samt!. Kunst über den Halß ziehen wollen. Hieraus wird man nun- mehro gar leicht einsehen können, daß wir nicht unbillig mit Nein geantwortet haben. Folglich kan mau die Buchdrucker keiner Harte beschuldigen, wenn sie die Schriftgieser in ihre Ge- sellschaft nicht auf und annehmen wollen. Haben sie aber bey- des ordentlich und rechtmasig erl.crnet; So wird man ihnen drn Platz nicht streitig machen. Jedoch panl Pater vermeynt am'Ende seiner Antwork «och einen erheblichen Grund zu finden» wenn er vorgiebt - Die Buchdrucker sollten sich^nicht so hart gegen die Schriftgieser er- weisen, weil doch viele jwiderrechtlich den Buchhandel trieben, den sie nicht ordentlich erlernet hatte». Trcflich lahm geurthei- lct! Gesetzt, welches wir doch nimmcrn>ehr zugestehen, daß einige Buchdrucker widerrechtlich den Buchhandel trieben, wur» de denn dieses eine Folge seyn» daß nun: deßwegen die Schrift« gicser in dieVuchdruckcrgescllschaft aufnehmen soll. Von -ini« nigcn anfalle zu schließen t ist ja offenbar falsch, welches schon die Schulknabcn wißcn. Wir wollen freygebig seyn / und a»6 Spaß behaupten, alle Buchdrucker fuhren widerrechtlich einen Bu6)handel. E. sind sie verbunden die Schriftgieser in ihre Gesellschaft zu nehmen. Wenn es noch so hieße, alle Buchdrucker treiben widerrechtlich die Schriftqicscrcy, folgbar können sie auch denSchrifrgiescrn erlauben dieDruckcrcy zutreiben; So wäre es noch eher eiNjSchcingrund. Da es aber heißt- sie treiben Buchhandel; So können wir in der Welt nicht einsehen, wie der Buchhandel / wenn er anch nnrcchtmäßiger Weise von denen Buchdruckern getrieben würde, den Schristgiesern ein Recht erzwingen könne. Das heißt wohl recht geunhcilt, der Stecken steht in Wiuckel, folglich müßen wir die Schriftgieser auch zu Buchdruckcrhcrrcn machcn. Und was die Hauptsache ist, so kan in Ewigkeit nicht erwiesen werden , daß die Buchdrucker mi- rechtmäßiger Weise den Buchhandel treiben. Der Raum ist uns zu enge, daß wir hier alle Gründe anführen können , daß es den Buchdruckern erlaubt sey den Buchhandel zuführen. Wir können auch dieser Mühe überhoben seyn , da solches» er schied,'- ne gelehrte Männer hinlänglich erwiesen haben. Ah.isveru» e z Lritsch ___% ZH> ___ Fritsch in Diss. de Bibliopoiis Typographis c. II, Th. 2. 3„. tltgfci(5c:n'llbCl'Diss. de abusibus Ty i ographiae Sectione II^ 11. 39. 2TJ««rc»5 RHoSiNS in Diss. de Libris Erudit. C. I'. n. 56 sqq. Dic Gewohnheit, welche durch den Beyfall Hoher Häupter iüuc'.stülzt ist, streitet augenschcinlich vor >»is° Die altern, mittlern und neuern Zeiten legen ein nachdrückliches Zeugnis ab. Wer hat denn dic Bibel, so Johann Faust i;e*; druckt, verlegt und verkauft, nicht ivahi: Faust selbst? Wer Hai Schoffers geduckte Sachen verlegt,n idn wahr, er selbst ? Und wer km nicht, daß dieAlvi, Srcphani, XTioulli/ __ gar leicht scheu können , daß pavl Parcr mit der Wahrheit um das Thor spatzierct fep. . V. Frage. Ob es denen Buchdruckern erlaubt sey selbsten einen Preiß ihrer Arbeit zumachen? Paul Pater beantwortet dich Frage niit Nein; Denn es scheine, spricht er, daß der gelehrten Welt nicht wenig daräy gelegen wäre, wenn denen Buchdruckern ein gewißcr Tax ihrer Arbeit gemacht würde, indem bekannt Ware, daß gcwiße gcitzi- ge und gewinnsüchtige Buchdrucker gefunden würden, welche von unvorsichtigen Jünglingen und Studenten ohne llntci'!"ci>ib so viel Lohn vor ihre Arbeit sich zahlen ließen, als sie von ihiere erprcßen konnten, und dabey auf die Gesetze der Billigkeit in Handel und Wandel gar nicht sahen, viclwcnigcr tte Gleichheit in Ansehung der Arbeit und des Lohns beobachteten, worüber der berühmte Zlrnolv Mengcring in seiner Gewißens^Prüfung har- tc Klage geführet hak, damit sie nun nicht wider Recht und Bil- ligkcU handeln, sondern Ziel Und Mäase, nach Vorschrift der gesunden Verminst halten mochten; So sollte man ihnen nach Beschaffenheit des Ortes und anderer Umstände, ingleichcn nach Beschaffenheit der Unkosten, die sie aufNahrung lind Pap- pier verwenden wüsten, auch unterschiedene Ze.ft vorschreiben. Anmerckung. Es ist Schade daß Paul Pater kein großer Herr geworden ist, so hätte er doch befehlen können , was andere Hohe Men- taten mit besondern Bedacht nicht thun wollen, weil sie es nicht vor gnt bcsuudcn. Nunmchro kau er in dem Reich der Tvdlcn ei- ne solche Rcpublick a»fnchteu,worinnen er einem jeden die Frey- hcit benehmen kan seine Arbeit zu taxircn. Auf der Well wird cs nicht wohl angehen. Weil niemand, als derjenige? so eine Ar« beit verfertiget, eigentlich weiß , was er damit verdienet. Es ist auch deßwegen den BüchdmMn nicht wohl ein Tax vorzn- schreiben, weil die Abgaben, die darzu erforderlichen Nothwen- diqkcitcn, der Aufgang, und was das meiste ist, ihre Arbeit, bald schwer bald leichter ist. Diejenigen, so m wohlfcileu Orten e 4 lebten» __ «HZ ZA- __ lebten, würden nothwendiger Weise reich, und die so an theuren Orten lebten, arm werden, wenn man ihnen einen Tax überhaupt vorschreiben wollte. Es würde auch der edlen Knust wenig da- mit gedienet seyn. Ware ein gewißer Tax vvMschrieben: So ivürdcn wir die elendesten Schriften von der Welt zusehen be- kommen. Man würde die Littern führen / so lauge sie nur noch cineu Schein von sich geben würden, weil man doch eben so viel, «16 vor nen gcgoßcne bekäme. Man würde viele Zierrathen cnt- ichren müßen, und tausend andere Fehler mehr bekommen, weil Sie darauf verwendete Zeit nicht bezahlet würde. Denn waS sauber und aceurat gemacht werden soll, kostet ja mehr Mühe lind Fleiß, als was man nur so hin sudelt. Folglich antworten wir auf die Frage: Es ist den Buchdruckern erlaubt vor ihre Ar- beit den Lohn zu bestimmen. Gesetzt, es überteuerten einige ihre Arbeit, so sind ja genug andere da, welche die Gesetze der Billig» keil und ihr Gewißcn zu bewahren suchen. Man ist ja nicht an einen gebunden- Es ist uns auch die Taxordnung, so wir No» Xiv. angeführet, nicht zuwider. Denn damals waren viele Mißbrauche wegen Absetzung der Müntzen eiugerißen, welchen man dadurch Ziel und Maaß setzen wollen. Da nun aber selbigen gesteuert worden; So ist es mm eine gantz andere Sache. Und insgemein lauft es da hinaus: Der Buchdrucker und Verle- gcr sollen sich nach der Billigkeit mit einander vergleichen. Heißt dieses nicht so viel gesagt: Der Buchdrucker soll seine Arbeit iätfvm , und hernach mit dem Verleger darüber einig werde»,? VI. Frage. Ob bmn die Buchdruckereyen von öffentli- chen Abgaben frey seyn sollen? Hier macht der Herr Verfaßer einen Unterscheid zwischen privileqirten Hofbuchdruckern, iugleichen zwischen solchen die bey niedrigen uud hohen Schulen und bey E.E- Rath Buchdru- cker sind, welchen Patente , Diplomat« alleine zuni Druck an- vertrauet werden. Da sie nun diese Arbeit umsonst und ohne Belohnung drucken müßen ; So ist es ja billig, daß sie von Ab- gaben, wo nicht völlig, doch in qewißcr Maaße befrcnet wer- den. Er führet auch ein Exempel an, baß der Buchdrucker zn Thoren der dasigen Schule nicht nur von bürgerlichen Bcschwe- ruugen __i Gewinn nennen kan. Anmerckung. In dieser Antwort findet man alles, was ein Buchdrucker wohl ilbcrlcacn muß, wenn er sich anrichten will. Es wird aber nicht ein Ort in der yantzm Welt zu finden seyn, wo wir alles bey- sammcn antreffen können. Genug , wenn wir nur die meisten Stücke finden. Ob nicht der Hr. Verfaßer das gemeine Spruch- wort im Sinn gehabt habe: Des Brod ich esse, des Lied ich singe; da er behauptet, daß sich Preußen, und insonderheit Dan« tzjg und Königsberg, vor allen Orten in gantz Europa am besten M Drnckcrey schicke, überlaßen wir andern zu beurtheilen. Wir gebe» zu, daß man daselbst die Buchdruckern) mit guten Vortheil treiben könne, ob cher daselbst so viel Arbeit, als an Mlm atätxn Orten in Teutschland, absonderlich wo'Hohe Schu- Schulen sind, anzutreffen sey , zweifeln wir Willig. Denn wel? soll etwas daselbst drucken laßen, da gar wenig Buchhändler vor- Handen sind ? Ist keine Arbeit da, so wird es den Buchdruckern wenig hclffen, wen« auch alles wohlfeil wäre. Es fehlt dem- naclWichks, als nur derHauptpunct, und dennoch jstDanlzig »nd Königsberg der beste Ort. Die letzten Worte sind wieder- um sehr vorteilhaft vor die HcrrenBuchdrucker, weil ihr Gc- winn der größte vor allen übrigen Handlungen seyn soll, er ist dabey ehrlich und gewiß. Wenn, das erste und letzte Stück so gut als das mitteiste wahr wäre; So wäre also keine reichere Handthicrung in der gantzen Wclt, als dieBuchdruckcrcy. Es ist nur Schade, daß die Größe und Gewißheit dieses ehrlichen Verdienstes weiter nirgends, als auf dem Pappicr, des Herrn Vcrfaßcrs zu finden ist. Die Erfahrung will kein zeugnie gc- den, die Vu6)drucker klagen über den geringen Verdienst, und sind öfters recht bös, daß ihre Bezahlung so gar ungewiß ein- lauft und daß sie dann und wann gar darum gebracht werden. Doch vielleicht bezahlt man nur in Dantzig und Königsberg den Buchdruckern ihre Bemühung so reichlich, und. wohl gar zum voraus, damit sie solche recht gewiß haben. Denn eben deß- wegen sind sie auch vermuthlich die heften Oerter in gantzEu- ropa vor die Buchdrucker. ^ , VIIL Frage, Wie viel Gewinnst ein Buchdrucker von einer Preße wöchentlich bekomme? Da der Gewinnst auf dem taglichen Fleiß der Gesellen an- kommt, und dieser verschiedener Ursachen wegen nicht allezeit ei- nerley ist; So last sich der Gewinnst nicht gewiß bestimmen, zu- mal da er nach Beschaffenheit des Orts, der Lebensmittcl und an- dcre Umstände sich sehr verändert- Wenn die Zeiten günstig sind , so kan ein Druckergeselle mit einem Lchrjungen, innerhalb drey Tagen, einen Ballen oder zwanzig Rieß, und also innerhalb sechs Tagen zwey Ballen drucken. Wenn die Auflage viele tau- send starck ist.ss kan er in einer Woche zehen harte Thaler (»um. mos vncial«) verdienen. Rechne man die-Helfte davon auf Nahrung, Lohn,, und andere, haußliche Nothwendigkeitenj So 1 __ bleiben wöchentlich fünf Thaler fteperi»les) übrig, wvvon man neue Lettern und Nothwendigkeiten anschaffen kan. Anmerckung. Nun rechnet unser Herr Verfaßer gar den große» ,jl)v* ilichen und gervißen Gewinnst der Buchdrucker aus. Er be- mercket den Fleiß derDruckergcsellcn, und schlagt vor, wieviel einBuchdruckerhcrr auf Nahrung, Lohn und häußliche Noth- wendigkeiten verwenden soll. Er setzt ihnen auch den nach seiner Meynung übrigen Gewinnst auf. Wenn wir weitlauftig seyn könnten, so hätten wir gar vieles an dieser Rechnung ausjusetzen. Anfanglich müstcn wir miseinander iii dic lateinische Schule ge- hcn, und uns belehren laßen: ob num»»,; vnciaiis und impc- rialis einerley Müntze wäre? zimlich kleine Knaben würden uns antworten: Numraus vncialis heißt ein harter Thaler von Z2. Groschen. Denn vnciaiis heißt eigentlich zweylothig; Nun ist aber ein harter Thaler zweylöthiq, folglich heißt vncialis mim- lijns ein harter Thaler. d. Imperialis hingegen ein Ncichs- Thalcr tim 24 Groschen. Dieses wißen alle unsere Cammera« then,weil sie es'in ihrem Vocabulario also gelcrnet habe». Wer es nicht glauben will» der darf es nur nachschlagen- Hätten wir diese Nachricht eingchohlet, so siegen wir mit einander znphilo- sophircn an: Wer fünf Reichs-Thaler vor die Helfte von zehcn Karten Thalern angiebt/ der begeht nur einen kleinen Fehler im Rechnen ? Nun aber hat dieses -Herr Paul Pater gethan, folg- lich hat er nur einen kleinen Fehler im Rechnen begangen. Uni> das war eins! Vors andere mögtcn wir doch gerne wißen , wie viele eanstnd eine Auflage starck seyn sollte, wenn ein Drucker zehcn harre Thaler damit verdienen soll/ und zwar in sechs Ta> gen? Dergleichen Bücher, wovon die Auflage viele raufen» starck ist, sind uns, außer denen Calcndern, unbekannt, uno diejeni- gcn welche etlicbe tausenv starck aufgeleget weroen, sind sehr rahr, und insgemein nicht groß , folglich! hatte der Verdienst gar bald ein Ende. Dergleichen die 21.-5Ö. C> Bücher/ Evange- lia, Psalw.büchcr und Catcchismi sind. Da nun also ein Buch uicht viele tausend starck gedruckt wird, so kan der Drucker m» möglich zehcn Thaler verdienen- Wo bleibt dcirn der Setzer, soll dieser umsonst arbeiten ? Doch nein, er soll auch wa? ''ekoin- inen, und wir wollen die Rechnung also einrichten: Eine Auflage soll __ __ soll ein tausend starck seyn; FünfBogen müßen gesetzt werden» wenn ich einen Ballen drucken will, weil ein Ballen 5000. Bogen hat. VorfünfBogcn zu setzen gebeich 2Rthl. 12 gl.und dcm Drucker 2 Rthl. 2 gl. vor 5000. zu drucken, beyde also 4 Rthl. 14 gl- der Corrector bekömmt 15 gl. so bekommt der Herr nichts, er muß 5. gl. zu büßen. Es soll aber auch eine Auflage 2000. starck seyn. Der Setzer bekommt vor 5 Bogen 2 Rthl. 12 gl. und der Drucker vor 10000 Bogen 4 Rthl. 4 gl. und also beyde 6 Rthl. 16 gl. So bliebe dem Herrn wöchentlich nach Äbzug der tzorrectur 2 Rthl. 17 gl. Gewinn. Wo verwendet er selbige hin ? Ans Essen, und Trincken, Kleider, Gesind, Miethe, Ab- gaben, undandcre häußliche Nothwendigkeiten. Wo nimmt er Farbe und Ballenleder her? Der Dnickerjunge will auch bey solcher schweren Arbeit mit Wasser und Brod nicht zuftie- den seyn. Und wo sollen endlich neue Schrifften herkommen? Laßt ihm auch wöchentlich etliche Thaler haben, so wird die Rech, nnng werden: Er kan zwar als ein ehrlicher Mann leben, aber 0 von 0 geht auf. Wo bleibt also der große und gewiße Ge- winn ? Er ist verschwunden, und unser Herr Vcrfaßer hat sich sei- bigen also eingebildet. Der Anfang seiner Antwort ist wohl am besten zumercken. IX. Frage. Ob es erlaubt sey gedruckte Bücher theuerer zu verkauffen, und wohlfeiler einzukauf- fen, als ihr innerlicher Werth vermag? . Diese Frage niit Nein zu beantworten hat man folgende Ursache»^: Weil dergleichen Gcwinsi mit dem Gesetz der Natur streitet, welches uns vorschreibt: Daß wir mit andern Leuten eben so umgehen sollen, als wir verlangen, daß sie mit uns umgehen sollen. Nun will aber Niemand, daß man ihm eine Sache theurer anschlage, oder das seinige um einen geringern Preiß abdrücke, als es werth ist; Dahero soll auch er weder seine Sachen einem andern theurer verkauffen, noch fremde um einen geringern Preiß m sich handeln, als sie werth sind. Vors an- g __ « M ZH> ___ «nderc, weil dergleichen Kauf und verkauf mit Bctrua verknüpft jst, welcher aber bey keinem Contract erlaubt ist, weil es der Bil- ligkeit zu wider ist/ welche haben will, daß man im nmtau- sehen eine solche Gleichheit beobachte, daß keiner betrogen wer- de- Also sollten wir einem Buchhändler von Rechtswegen mehr . geben, wenn er uns aus Unwißcnhcit ein rahrcs Buch wohlfci- ler biethet , als es werth ist. Die Billigkeit will es haben, die uns gleichsam einen heimlichen Vcrwciß geben wird. Es sey denn, daß er freywillig von seinem Recht nachlaßcn wollen, vnterdeßen ist es erlaubt, cin Buch tthcucrer zn verkanffen, als es werth ist, wenn siel) zufälliger Weise ein besonderer Um-- stand äußert. Wenn ncmlich das Buch, so man kaufen will, uns zu einem besondern Vortheil gereichet, oder, wenn ein Theil alleine zur Ergänzung eines gantzcn Wcrcks nöthig ist, oder wenn wir besonderer Ursachen willen eine L^cbc darauf gc- worffen haben, alsdeun ist es der Billigkeit nicht zuwider, daß Wir etwas mehr davor geben, als es werth ist. Man erzchlet 3>oti dem bekannten Buchdrucker zu Wittenbcrg, Kannst £.jjft, daß er den sccl £> Sucher gefragt habe, als er bald sterben zvollte: Ob ihm GOtt diese Sünde vergeben würde, daß er die heilige Schrift, so er zum ersten mal gedruckt, etwas zu theuer verkauft habe ? Allerdings, sagte S-vther, dieses ist gleichsam ,:in Wucher Aegypti, womit GOtt die Wittenbergischen Israc- iiten bereichert hat, damit sie nicht ohne güldene, und silberne Gefäße von dem undanckbahrcn Teutschland ausgiengeii. Aninerckung. Hierinnen giebt der Herr Vcrfaßer so wohl den Buch- HZndlern als auch Buchdruckern eine nöthige Prüfung, wie sie fich bey Einkauff- und Vcrkauffung ingleichen bey Nmtauschung ihrer Bücher gegen ihren Ncbcnchristcn verhalten sollen, damit sie nicht wider die Billigkeit sündigen, sondern bey jeden ihr Gewißen in eine aute Sicherheit setzen möge». Bey der Er- zehlung von ^>«nß duften haben wir weiter nichts zuerinnern, «Is daß der tüchtige Beweis? fehle. Vßan erzehlt, man sagt, mm schreibt, ist bey UNS Niemand» X. Frage. X. Frage. Ob der Calenderhandel, unter allen Buch- drucker Waaren, der alleceintrag- lichstesey? Es könte hiervon vieles aus der Erfahrung von so vielen Jahren her beygebracht werden; Allein zu Vermeidung eines üblen Ruffs.Argivohns und solcher Laster, wodurch man sich Fein- de macht, die Gemüther verbittert, und die Handlung siöhrt,ge- fallt es unsern Herrn Verfaß er mit den Worten N?olffg«ng Bravsers, der in Nürnberg Sccretarius der Rcpublick war, so wohl diese Frage» als auch alles, was er hier gedacht, zu ver- siegeln. Derselbe meldet in seine» hurtigen Briefsteller im 5. Cap^p.261.folgendes "Man frage in denVuchdruckereyen " und Buchlädcn welche Arbeit, Bücher und Schafften am «' starcksten abgehen, so wirb sichs finden, daß man den besten " Nutzen von dcn Calendern hat; Also daß, wie ich glaub- " würdig berichtet worden, manches einigen Autoris, der et- « was berühmt, über die 100000 Exemplar vor zelten verkaufft « worden. Und welcher Buchhändler wäre zu bereden, auch « das beste Buch auf seinen Verlag drucken zu laßen, wenn er « wißen sollte, daß es wie die Calcnder, nur ein Jahr gelten, «« was aber inner Jahres oder halben Jahres Frist nicht ver- " kaufft ,;uMaculatur werden sollte.,, An- Anmerckung. Wir können nicht einsehen, wie der Calenderhandel der beste seyn soll. Erstlich gilt ein Calender nicht viel; vors an- dere werden dieCalender bald j zu Maculatur, und drittens kostet der Druck ber Calenber ungemein viel Mühe wegen bcr verschiedenen Farben und der Setzer bringt auch nicht wenige Zeit damit zu, wegen der vielen Zeichen. Und wo bleibet da6 Stempelgeld? Es muß alles mit Steuergeld bezahlet werden. Brausers letzte Worte sind uns zu dunckel. Jedoch wir wollen «ns nicht ferner aufhalten, sondern hicmit unsere Anmerckun- gen schließen. Sollten wir einen Fehler begangen haben, so werden wir selbigen in Zukunft zu verbeßern suchen und unter- deßen keine Ealender darüber machen. D ) o ( G Register Derer in diesem Wcrcke vorkommen- [Nota. Weil nicht «lies «nter einerlei) Signatur und Columneit; Ziffer» in diesem Wercke fvrtläufft, so dienet dem geneigten Le- ser beym Nachschlagen im Register zur Nachricht, daß Vor. Herrn Kapvens Vorrede, R. i£. den Ruryen Entrvurff, F. D. das Format-Duch, zwey Römische II. den andern Theil, und R.A.u.V.G. die R«chö-Abschiede und Duchdrucker-sq- „ l \i ^58. Agncola , Conrad, oder «öctiier / seine Druckercy, BuchbandciundJnsigne. U.92. Ahle, was? F-B-164. 2l -aun> wozu sie beym Drucken nützet. F. B-164. Alex, Siegmund Gabriel , Buchdruckers zu Frf.an der Oder Leben und Insigne. II. 46. sq. Alphaber.inunterschiedene»Sprachen. F.B.33-sqq« Älphadcc, am Himmel. welchen es gleichet? II. 152. in vielerlei) Sprachen, ob sie erdichtet. II. i58.1qq. Alpbabet»m Angelkum, obö eins gebe? lJ. 1^2. Ändreä, Ioh. Benjamin, führt Druckerey und Buch- hai-dklinFif.a.M. II.41.sc1. Andrea, Ioh. Buchdr. inFrf.a.M. 1«. 36. . * Ioh. Vhit-pp/ f t » II-36. * * Matthias • - « II. 36. AnfimgsvuchikabeN/deren B-schaffenhelt.Il 191 .sq* ÄnfüdreZ«span,wocinnesein Amt bestehet? F.B-I97» Ausbittden, was? H.194- Anführen^ durch wem? geschicht? F.B.i^ A^feucbren, was?II. ic)-. Verftdavon. ib d. Anreverag, welcher? ' F.B-104. Antiqua-Q cfrtfic F. B. 164. II« 192. sq. Amrm-, O )"( W Anrrirr, was? F.B. -64. Anweisung, eines Sctzcrs und Druckes., F.B. 164- Andrea?/ Buchdr. inAutlspurg. U.6. Äcadiftd/Alphabct. F. B.4i.Vocaksuno Ziffern. 42« Armem iU, Alphab-t. F.«. 48-sqq. Arnold, Michael, Buchdrucker in Nürnberg. {f. 103. Arnoidus, deColonia, oder Cokmicnsis, Buchdr. in- ^eipjig. K.E-9l. Arrtcru!. was? 11.19z. Arttcuis.Äriefe, was? II. 19z« ° Afp, Zacharias, Buchdr. zu Strengnas. ll, 132» Ä, w-lcher? F.». 164.1?° Atlas , worzu er gebraucht wird ? F.V.165. Auvri, Johann, Buchdr. in Franckfuttam Mayn. II. ?5. « * David, II.Z5. Auersbaw, Salomon, Buchdr. in Wlttenberg. K.E. 79- Ausgingest, was? 11.19z. Aufhangeboden.wi? er beschaffen seyn soll? F.B.iös. Aufhangen, der abgedruckten Bogen. F. B. 165. Auflage, was? II. 194. Auflösen, was? II. 194. Aufschlagen, was? II. 194, Augspurg, soll der Erfindunge-Ort derBuchdruckerey seyn. K-E. 56. was sich vor Buchdrucker da nieder- geissstt»? II. 4. sqq. Aushängebogen, vor wem? F.B. 165, Ausrecdnen, ist eine Kunst. F. B. 112. worinn« sie Auftragen, was? II. 194. bestehet? AusZ'cbneiden, was? Ausschuß, was? Auszetcbnsn, was? Autor, was seine Schuldigkeit? f- 112. sq. 166.. II. 194. F.B. 21,?. F.B. 166, %u* D ) o ( D Bauchofer,IohannIacod,Buchdr.mIcna. KE.82« 25aumann, Georgs Buchdr. in Erfu^h. II. 20. Bavaru«, M. Conrad, druckt in Leipjig und Halle. K.E.'09. 23ecF, Johann. Buchdr. in Erfurth. II. 21. Beckmann Andreas B 'chvr. zuFrf.ad.O. Ii*43- Bcicbiing, Zacdariae von , strcichl den Nutzen der Bucbdrucker,Kunst heraus. K. E- 4. Äekennrnlß eines Cornuten. F.B. 166. sq. Bcnecke Ruk,olff, Hamburger Buchdr. kven.U.bo.tcz. Bengd, n>a«? F. B. 167. Berechnen, F. B-' 67. Lergellanus, Joh.Arnold, sein tob von Guttenber, gen. K.E. 58. bergen, Christian, Buchdrucker in Dreßden, führt sichselbst zum Jnfianc. II. 15 von Bergen, siehe tNonranus. Bergen, Gimct, hat zu Dreßden mit Stöckeln elne ge« meinschafftlicheDruckerey. K.E.7». woergebohren. K.E.72. seine«Sohnes Postulat amJubct-Festcin telpjig.72. ihrJnsigne. 7-- ftiji Bertin, hat beyzeiten der Buchdrucker,Kunst Platzte« geben. 1l.7> Berling, ErnstHeinrich, seine Geburt. II. n. sq. lernet di« Kunst, reist darauf , wird nach Copenhagen verschrieben, heyrathet daselbst, legt eine neue Dru, ckerey an und liefert die schönsten Wercke. II. 12. Berwald, Jacob , wa« er gedruckt? K-E- 97» sein Tod, fortgesetzte Druckerey und Jnsigne. 97. Berrvalv, Zacharias, behält seines Vaters Jnsigne. K.E. ios.dessenSohn,Iacol?,thuteingi. 106. Bescbimpffung, was? 11.195. Bescbrvevren, was? It. 595. Beftoßzeug, was? II. 95- Beurmann, Johann, seine Druckerey zu Jena wird endlich verkaufft.K.E. 82. seineInsigne. N.67. f z &vgtt, ) " ( G Be?er, Heinrich, sein Leb-nund Tod. Il.-l.iqc,. Beyet, Johann, HatDruck. rcy und Buchhandel zu« gleich. K-E. 100. ftinJnsignc K. E. ioo t ll.2. Beyer, Tobias, fein Tod und fortgesetzte Druckerey. K- E->c>8. ftinInsiqne. U.Z. Biclmt^ioreM*, welche Druckerey er gekaufft? II. 100. Äüdniß Gcbriffc, bey wem solche üdlich ? Il.195.tq. Blllmgsley . Johann, wessen Druckerey er geerbt ? II. lz-. llz. drucktauchzu StrengnaS. ' Il.iz2. BfcrcFnisttiit, Vuchdr. inAboa. II. 138- Bt? cken, Sicgmundvon, beschreibt derBuchdruckcr Priv : legia. K.E. 6- Birrsrst, Christian Benjamin, seine Geburt, Drucke- rey und Insigr-e. K. E-1 z?• lz. Blasebalg, worzu? F.B. «67. Biafttthilr, was? F.B. 167. Blättert, was? §.25.212. BlecH , besehe Blech, was? II. 196. -Ble^rvage, was? II. 196. sq. Block, Johann Friedrich, wird dem Berlinischen Hof, Buchdrucker adjungircr. II. 7. Blum, Michael, seinJnsigne. . K-E-96. Bodinus, Johann, sein Lob von der Buchdrucker- Kunst. ■ K.E.z. Bött^er, GregoriuS,Buchdrucke? in Leipz. K- E. 9°«% BorcDhardt, Joh.Buchdr.inWittenberg. K E-79. Borck, Au.vlst, - , - K.L.79. Borgois, Frcctur, F.B-152. von wem sie^eschnit- fen*? 152. Schwacher, VvNwcni? 15z. Antiqua und Cursiv , von wem? 159. Boefeb, Wcndclir.us , Buchdr. in Nürnberg Il.90. Boxhorrt, Marcus Zurrius, wen er vor den Erfinder dcrBuchdruckereys>eha!te„ ? K-E- 28. sq. Brandenbl,rger,Joh. Cl)r. seinLeben u. Tod. K.E.N9. Brander, Marcue, ob er der erste Buchdrucker in Leipj. gcmftn? K-E. 87. Bran, G ) v ( A _ Beandw Moritz, ob er mit Brandcrn einerley Person fty? K.E 88- hat die Buchdruckcrey nebst den Stückig getricbca. . 88. Z5randr,Iust!nizö. Buchdr.in Idp^. K.E i 19. Braskii Johannes, wohin feine Druckerey s.cbracht worden? II. 133. Breckenmacber,Caspar Buchdr. inAuttspura. U.6. Brn'tfcopfF, Bernhard Christoph, ftine Mburth Ehe, Kinder, gedruckte Schrifftcn und Insiqnc. K. E> r? Sckrjfft Probe in seiner Gi'sserey. F.B-i45- Bringet, Johann, Buchdr. in Frf. a. M. u. ,5« Bringet:, Johann,Buchdr.zu.Frf.a.d.O. H-43- üin Insigne. II. 44» Brocken, ZachariaS, Buchdr. zu Strengnas. 11.13 s- Brsdr, roorju? F.B> »67.sq. Bronner, Heinrich Ludwig, sein Leben» I l. 42. Brücke, was ? F.B-163. Brüningh, August, Buchdr. in Wittcnbcrg. K.E-8c). Bucl? - dessen unterschiedene Bedeutung. F. B. »68. von Papier, wieviel ee Bogen? 214. ZAuch,Christian Franc!scu6, Buchdr.und Handler, siin l 8f.s??. U« 67. sqq. können nicht aufs I-i» bel-Fest nach Leipzig kommen. K-E. 8-. Leipziger. K. E- 84. sqq. sind mit schuld an Druckfehlern. F. 2?. j22.sq. sollen gelehrte und fi'ißige Conectore» su, f 4 chen. D ) o ( G chen.F.B.125. wormit er umgehet? F.B. 171. dürffen Degen tragen. R.A- u. 23. O. no. X. sind von der Land-Mililz und Excreiren frey. no. XVIII; ob sie Buchhandel zu treiben berechtiget? no. XXIX. IV. Frage, ob sie Preiße ihrer Arbeit selbst setzen können? ibici. V.Frage.Augspuraer. II.4.sqq. Berliner. Il.7- Braunschweiger. lLg. Coppenhagcner. II. s.sq.Sii» striner II. 14. sq. Erfurther. II. 20. sqq. Gothische. IL47. sqq. Franckfurter.il. Z4-sqq. Hallische. 11.49. sqq. Hamburger.ll. 60.sqq. Helmftädter.ll.62.sqq. Magdeburger. II«75. sqq. Nürnberger. II« 8z. sqq. wer der erste in Nürnberg gewesen ? lt. 84. Prager. II.wz.sqq. Regenspurgcr.il. 111, sqq. Stockholmer. II. 119.sqq. Upsaler. 11.128. sqq. andere Schwedische. II.izo.sqq. artige Uberschrifft auf sie. II. 197. Buchdrucker^ haben die Teutschen nicht den Chine, sernzudancken. K.E.iZ. vielweniger denen Scythen» ibid. ist unterschieden von Schrifft-Graben in Stahl mt> Müntzen. K. E. 19. wenn sieerfunden? K- E. 34. sqq. 5Z. sq. was man dabey vorgenommen. 45. durch wen sie in der Welt bekannt gemacht worden? 45.47. was sie eigentlich sind. F. B-172.sq. voran« dern berühmte. 17z. ob sie aller Orten anzulegen? R-A u. 23. O. no.XXlX. l Frage, ob sie von Schrifftgiesscrn zutreiben? ibid. IV. Frage, wie sich Gesellen in unredliche«;» verhalten ? II. 197. Buchdrucker , iL^h, wer ihn thun muß ? F. B. i7Z-sq. Buchdrucker-Farbe. F.B. 174. Buchdrucker-Geselleu , denen wird Zancken und Schlagen verbothen. R. 2s. u. 23. . sqq. was darju den Grund qelegt. 30. ist teutscher Geburt, zz. sqq. in Mayntz erfunden. 42. sqq. ihrGeburtS'Jahr. 5Z- lq. noch anderc Oer- ter,wosie erfunden seyn soll. 56.Regeln,so dabey zu beobachten. R. A. und B- O. No. XXVIII. wo sie mit Nutzen getrieben werden könne? No. XXIX. Vlu Frage. Buchdrucker, Ordnung/ wird denen Leipzig, und Wittenbergern confirmi«. R. A. u. B. O-No. XII. den Franckfurtern ertheilt. XX. den Nürnbergern. XXl. den Dantzigern. XXII. den Augspurgern. XXIV. deren Beschreibung und verschiedene Erthetlung. II. iv7.lq« Buchdrucker« Vortheil, welcher ? II. 15.8. Buchdrucker, Wappen, wie es in Farben auesie, het? II. 19t- Buchhändler oder Buchführet/ sind schuld an Druckfehlern. F. B. 120. sqq. was es vor Leute sind. 174. sq. Überschrift auf sie. II. 195- Buchhandel/ ob sich Gelehrte damit erhalten sollen l R A.und B.O.No.XX!X.///.Frage. Buchstaben, der ersten Beschaffenheit. K-E. 37- 55> fz wo- __ G ) o ( D __ wovon sie gemacht werden? F.B- !75--?,orirr^de- rcnBcsKaffenhcjt und Brauch. »75. Erfindung. II. I ?o sqq. wer deren erster Erfinder ? II. 153. sqq. ob ihr Gebrauch ewZa? 11.15 z. Bücher, Grkchisth?, wer die ersten gedruckt? K.E.6-. sq. Arabische wer sie zu erst gedruckt ? 6y. was vor Ab, gaben davon beym Aus-und Eingehen. F.B-140. sq. 175. sq. prjvilegirtt, wo sie Eingeliefert werden müssen? F.B. 2-!. sollen ohne Revision und Censur nicht gedruckt werden. R. A- und B. O- No. IV. V. VI. X V. XVI. XVII. XIX. ob sie über ihren Werth ein, znkauffcn und zu verkauften ?No.XX!X. /^. Frage. BÜtdtr - Hottevitn, ob sie den Wäysen-Häuftrn mit Recht zukommen? R. A. und B.O. dlo.XXIX. //.Frage. Bücher Vifit&tioncs, werden verordnet. R. A. undB.O No.VT. Büchse, was? F.B- »76. Bünisdorf.IsS.Rudoiph, was vor eine 3>»tfem> er gepachtet? 1 K>E-8z. BüekKnechr F.B. 213. Bürrkrücke, was? F.B- -12. Büttloch, was? F.B. 2i2. Bundsteg, welcher? II. 198. Burckdardi, Georg Boktlieb. versieht feineDruckerey durch Faetvrs und verkaufst sie endlich. II. 123. Busche, was? F.B-213. Burce^wae? i F-B.2I2. c. t^Alender, woher dessen Nahme? F.B. i76.seinIn. ^ halt und gewöhnliche Zachen. 176. der Buchdrü« cker. 177.247. sq. Talendet-^>andei/0b er der einträglichste unter allen Buchdrucker, Waaren? R. A- und B- O- No, XXIX, Frage. • Cal- ____ 0 ) o ( D , _ Calmar, wer zu dasiger Druckercy beförderlich gtnw ftn? II. 129. sq. Campanus, Johann Antonius, wer er gewesen ? K. E- 14. iq. soll dtc Frantzosen vor die Erfinder der Buch, drucker-Kunst halten. K-E-1 s-Tq. seine Inscription, auf Ulrich Han. 16. Canon-, grobe Fractur,F. B. 148. kleine Fractur. 148. wer sie geschnitten. ,48. grobe Antiqua und kleine • Antiqua 154. iq. vvNWem? 156. Capitalien, tt>ae? 11,199. Capitals rcxie? II. ,99. Capital Buchstaben, welche? II. 199. Carvanus Hieronymus, zieht die Buchdrucker K^nst allen Künsten vor. ££, 4, Cartoucbe. waS? F. B- 177. Lastaldu«, Philipp, soll Erfinder der Buchdruckerey seyn, und Fausten die Kunstgelernet haben. K.E. 20. Cellarius, Christoph, Pachter der Lanckjfchcn Drucke- ccu in Leipzig, zieht nach Zeittz. K- E- > - 6. Cemo, /intonius del, streitet für die Italiäner in Erfin- dung der Buchdrucker-Kunst. K.E. 20. Censorcs, wer sie bestimmt? F.B. 177. zu was (£iw de? 177. Censur,vomLandesherrn geordnet. F.B. 177.R.A. und 35 0. No.IV. V. VI. XV. XVI. XVII. XIX. Ctntefimo - Duodccimo - Format, Mit 7. Signaturen. F.B.?l. Centcfimo- $Qtmcitett,was? F.B. 1784 Corsstruction, was? li. 200. Consumtions, Acctse vom Papptet. F. B. 178. Lopri- 1 D )->( W CoptiscbesAlpKaber. F.B.4ü.sq. Cornure , eines deponieren Bekänntniß. F. B. 166. sq. 178. sq. Cornuren Geld, was? II. 200. Cornucen-^ur. was? II. 200. sq. Corpus,aufDclcendiatN' Kegel. F.B. i5i.Fractur, 152. wer sie g^schniitcn? 152. Schwabacher 152. Antiqva u. Cursiv von wem? »58. sq. Ebrätsch u. Griechisch von wem? 160. Correcrores, findSchuld an Druck,Fehlern. F.B. I2Z. sqq. Darüber singt Mengering 124. was sie zu wissen nöthig haben? 128. ihre Beschaffenheit. 17 9. EorreccureN/ wie sie zu verfertigen. F.B. 126. sq. was? 179. sollen wohl verrichtet werden. R.A.und B.O- No. XV. Coreecrur>Ze»'chen. F.B-179. Corrigiren, e»ne dem Setzer verdrießliche Arbeit. F. B. 107. woher es kommt, ,07.sq. was derSetzer darzu brauchet, u. dabey zu beobachten, 108. sq. doppeltes. 179. Corrlgirstuhl, was? F.B 179. Lorvinus, Christoph, Buchdr. in Franckfurt an M. II.Z4.seinInsigne. II. 57. Coffer, siehe Rüster. Cramer, Johann, Buchdr. in Nürnberg. II. 89. Crany. II. -öl. Crany-Iungfer, welche?' II. 201. CrarS/ Johann, oder Rraffc, wessen Bruder er gewe« fen? K-E.77. was ergebruckt? 77. sein Insigne. 78.II. 142. Credit*, Herr de, Univerfitatö-Buchdrucker zu Lunden in Schonen. II. 136. Aettiscbes Alphabet, F. B- 75- Zahlen. 75. ^ D^mlllisch Alphader, Anmerckungen darzu. F-B- 53. G Daniels Jac. Buchdr. zuStrcngnaS. II.131. Daubmann, Ioh. Buchdr. in Nürnberg, sein 3n* signe. II. 88. sq. Decwio- o^o-Format, in kurtz, bcjlcn Ausschics« sung. F.B. 22.sq. 'Decima Qjiano. Format, dessen Beschaffenh. F. V. 20. Decimo $exto. Format, wie es zu schicssen. F.B. 2s. Deckel,was? ; . F.B. 180. Dedekind, Fr.Melch. Buchdr. in Erfurth. II. 20. ZÖedicarions» Viguwtm, was sie vorstellen? F. B. ,-,..! Igo.sq. D?fefl.,\t>ig? H» 201. sq. Dcfner^ Gear. BuchdMnLclpzjg. . K E.100. Degcn, was? F.B. igi. wer solche tragen darff und. wer^mcht? R.A.u.B.O-^o.X. . II. 202. Denckspduch, werihnqiebt. F- B. 181. Depost'.-ion bey wem sic gewöhnlich. F. B. 182. (q. jjoft sie bey denen Buchdr. verrichtet wird. 182. Iqq* D?pcMoi-'/ seine Verrichtung. . F. B; 18 3. sq. 19°. DeUeff^n. Met. Buchdr. in Augfpurg. I!. 6. Diebi/Balth'asar, sein beschrieben tcbcn. II« 38. Dieceicd, Alexander Philipp« wessen Buchdrucker ec gewesen? II. 91. Diphthong welche-' 11.202. DißinEimes« II. 202. ■ Do-- m ) • X D Dobroslau , Carl Ferdinand Arnold von, Königl. Hof Buchdr.in Pragtcbcnu.Insigne. II. 103. sq. Doppel - Mittel Fraccur. F. B. 148- wer sie W schnitten? F.B. 148. Antiqua. 154.sqq. von wem? 156. Cursiv von wem? 156. ^Doppel? Cicero* Antiqua. F. B. 156. von wem ge, schnitten? 156. Drimvorn/Johann/scinLebcn und gedruckte Schriss» tcn. II, 64. sq. Druck, wi-vielerlcy? F.B. 190. Drucker, worinn? ftiae Arbeit bestehet. F.B. 172* Druckerey, der Cchin-ser von unserer uoterschtcdcn. K. E. li.lq.incinerVignette vorgestellt. F.B. lgo.sq. wosieanjuleqeu erlaubt? F.B.259. R-A.u. B.O. lSIo. V. VIII.XL wem die inspection darüber aufgetragen. No. XIII. ob sie den Wayftnhausern mit Recht zukommen? No. XXIX. //. Frage. Ob sich Geichr- te damit nähren sollen. UI. Frage. Ob sie von Ab» gaben bcfr yet seyn sollen? VI. Frage, übliches Drucker,Hauß, welches K.E.46. wer darinnen ge» wohnet. ibid. Drucker-?.nabe, wie er zum saubern Drucken anzu» fcühren? F. B. l i z. sqq. seine crftderle Leibce - Be- schaffenheit. 114. Druckfehler, woher sie kommen? F. B. 96. sq. ver- nünfftiaeGedancken davon. ny sqq. 190. Druck-Pappier, dcss:n Verfertigung. F.B. su. sqq. vom Schreib-Pappicr unterfchi. den. 215. D-'Ullinann,Joh.Georsi,Buchdr.in Frf. a.M. II. 36. D//^»en wie sie zu sckicssa:. < F.B.z» Dümler, ZercmiaS/verkaufft seineDruckerey. II. 98. sein Jnsigne. ibid. Duodaimo, Format, inG-vex-dessen Au6s6)iessunz F.B. lss.sq. inHedräischen. l7'M^KNg. 18. II- s/4. DurchztcheN/ was l ZB.21Z. -lLdexdx W )o( D G s s^Berdt/Joh. George Buchdr. in Stockholm. II. 122. ^ Eberc, Zacharias,Buchdr> in Wittcnbcrg. K.E- 79- Egenolf Christion, Buchdrucker in Franckfurt am Mayn. II.Z5. semInsigne. II. 144. lLg^ptt'sch Alphabet. F.B. 46. *q. EgVpriscde Sprache, dcrenBeschaffenh. II. 195-% Ehrhardrilche Schriffc- Proben, siehe F. B.nach pag.iÖo.subNo.I.II.IIl.IV. Ehricv, Paul, wessen Drucker«) er gekaufft. K-E-8Z. jLichborn, Andrea«, Buchdrucker zu Franckfurt an d. O. H.4Z-seinJnsigne. II.44- LichhorN/Friedr.Buchdr.juFrf.anderO- %. 4Z. - , - Johann, * - II. 4Z- t # - Salomon, s ■ * II. 4z. Eichhorn, Joh. erhält ein Privilegium. II. 4z. was er gedruckt? ibid. Einkeilen, warums gefchicht? II. 202. Einlage oder Linlegegeld, was 1 F.B.! 90. Einlegen, was? 11.20z. lLinscblagen, wer solches zu thun 1 II. 203. Einstechen, was? II. 202. sq. Eintragen, was? g.B.212. Eisen, Fertig mach Eiftn,wa6 ? II; 20?. Eisen. Schneider, was deren Kunst erfodert? F. B- 208. sq. Eisfeld, Jacharias Heinrich, sein Ursprung, erlernte Kunst,Ehe und erlangte Druckerey. K.E. 138. sq. Emmel, Egcnolf,Buchdr. inFrf. am M. II. 35. Enäus,Olaus, Buchdrucker in Stockholm. II. 122. waeergeworden? II. iej. sq. f£näu$, Olaus Olai, wo er seine Druckerey geführel 1 II. l2i. wird erster Buchdr. zu StrengnäS. II. 151, am Ende, Valentin, Sein Ursprung, Leben und Tod. K-E- ro6 sq. offt gebrauchte Worte. 107. End, _ G ) o ( p lLndrer, Balthasar Joachim, wessen Druckcrcy er be- kommen/' II. ioi Andrer, Christoph, Buchdr. in Nürnb. i1 97 ^Lndcer> Georg Andreas, Buchdr^ in Nürnb. 1 h 57,l'q, tLndtec, Georg, sein Leben, bMhmtePrüÄerDv^MN» del und Insigne. II. y2. sqq. 01är?cl au f seine Drucke, rey. Il.9z.lij. wer seine Officinen fortgcsi'tzt? U 95. sq, Andrer, Joh. Andreas, fttzt seines Bruders Druckercy fort. 1!. 99 Enscer, I"h-Daniel, führtDruckerey und Handlung bip ans Ende. 11.102. dMn Wittwe setzt sie fort, vcrheyrathet sich aber. 11 r Andrer, Michael, mit wem er den Buchhandel geführt? 11. ivr.sci,J>isigne^ ibid. i^ndcer, Wolfgang, Buchdr. in Nür.ib- ! I 97 iLnveer, Woifgang, der Jüngere, sein Leben und Ln, de? I I. 98-sq. Andrer, Wolffg. Moritz, Buchdrucker in Nürub 11.97 Envter, Wolfgang Moritz, verkaufft seine Druckerey und treibt den Handel. 11.99.sein Jnsigne. ibid. iLndrerm, Anna Maria, wessen Druckerey sie bekom, men. 11.97 ^Lngelharde,werseineDruck.'rey besitzt.^ 11. si Englisch, Alphabet. F B.ü/.ZahKn. 67 Ütnocb, ob cr die Buchstaben erfunden und Bücher geschrieben? 11.456 EnrweicHett, was? 11. 20z Epi'ogllS, was? F.B. ocj iLplscopl'uo, Nicolaus, wird Frobenii Eydam. K. E. 64. continuiret seine Druckerey. 64 Erfurrh, wenn die Buchdrucker-Kunst dah?n gekom« men? 11. 19 S5rfurrher, Andreas, Buchdrucker in Augspurg. 11 6 Srttst, Johann, Buchdr. juFranckfurt a.d-O. H 4? g Lx« __ D )o( G Mrraca. $.33.190 EEhwaS? F.B. 190. \\. «LsiranLeliscKAlpbabet F B 39 iLuropaer, sollen E-finder der Buchdrucker^Km-st tcyn. K.E. -4 Exdufion, über wem sie ergehet ? 11.203 Extra - Geld/ was? 11- 20z L^yd, becBuchdruckcrwie er lautet? F.B 17?. fq-191 R.A.undB.O- No. XIX. eines UniversicalS- Buchdr. XXVI. -* $ ^A'^er Christian Lebrechr, ocfjjcn Lebens - Beschreibung. ü H75. sqq ^nfane. 11.78.lq. Fc der/Gabr-c! Golthilff, Buchdrucker in Magdeburg. il.79.tq. Faber, £f]icohus, oder Schmidt,sein Insigne. K.E. 95.lq.!>-nTod. 96 Faber, Peter Buchdr. in Francs.am M. 11.35 Favr», Bartyol. Buchdr. zu Upsal. 11.128 Fa'vci,Johann, Bucddruckers in Stockholm aedruckte Bücher. 11. 120. seine Wittwe setzt seine Druckte» fort. . 11. 120 Fadritius, Ioh. Paul, Buchdr. in Nürnb. , 11.89 Facror,bcy Buchdruckeccycn/ F.B. 191. bey Handwn« gen. 19* Falck, Israel, Buchdrucker in Iönköping. 11.137. wer sine Druck.-rey fortstzt? ibid. Farbe, der Buchdrucker,F.B. 174.191.wie sicaufKupf- fer und Holtz zu erkennen ? 11. 204 Farbefaß, was ? 11. 204 Farbersen. was? F. B. 191 ^arbenstem was? F B. 191 Fastnacbc-Scbmauß, warum? F.B. 191 Faujk,Ioh.wo er die Büchdrucke-Kunsterlernet. K.E. 20.22. ob er sie dieblich entwendet? K.E.22. soll ihr Erfin' j g ) o c m ____ Erfinder seyn. K.E- -8. sq, 50. 5$ födert Guttenber- gen. K.E. 44- lcj. 59. vereyder (eine Diener. K-E> 47. vcrkaufft di; Bibel theuer. K. E. 5 >. 59- seine Un. cinigkcic mitGurlcr.dergen. K.E.5-. 58. sq. will er- ster Erfinder seyn. K.E. 52. vom Käyser davor er- . klärt. K. E. 52. ob er der G-nßflcisch ? K. E. 59- seine Lob- Sprüche. K. E. 59. wem er an Kindccstatl ein* ^ nimmt? ilzjcl.seine vorige ProfeAion. F>B. lZ» F'eiie:, worzu sie gebraucht wird? F.B. 191 Felsccker, Adcnn Ionathau, bekommt seines Vaters Buchhandel und Drnckerey. II. 100 Fetsecker, Johann Jonalhan, übernahm seines Vaters Buchhandlung und Druckerei). I I. 100 Felsecker / WolMang Eberhard, sein Leben und Inst, ßfte. 11. ico Fest-Tage der Buchdrucker. Ih 204 Feucdrbrerer, was? II.204 FeuedrefaßgeN/worzu? 11.204 F-.-ucbrefaß, was? F.B. 191 Feuchren/dasPappier/wiecszumachen? F.B. 216 Feuchrspdkne, was? I l. -04 Feyerabend, Gigiömund, Buchdrucker in Franckfurt am M. ll. Z5.ftinInsigne. II. 57.145 Feyereage, welche den Buchdruckern bezahlet werden-' F.B. 247.sq. Fick, Christian, Buchdrucker in Leipzig. K.E. 117 Fickelfcher, Peter, wessen Druckcrey er gekaufft? I I. 170. wird zu Jena privüegirt und Hof« Buchdrucker. 11. 70. sq. Fieoig/ Elias, Buchdrucker in Leipzig. K. E> r 18 Fiever, Philipp/ Buchdrucker in Frf. am M. 1 1.35 Ftever/DanjchBuchdruckcr in Frf.amM. 11.35: Filet, bey Buchdruckern was? F.B. 191. sq. beyPap, piermachern. 21z FmMöcke,was? -F.B19- ü s ' y siw '.. st r> . ,., __ W ) ? ( V ___ Fincelms, Iobst Wilhelm, Buchdrucker in Wirken, berg. K-E-79 t * Friedrich Wilhelm, Buchdrucker in WmenZ berg. K-E. 79 4 t Christian Buchdr.inWittenberg. KE «c, » , Johann tudolph. . t t ibid. Fincelius, Johann Andreas, wird von d>?r Jenaischen Gesellschafft abgewiesen. R. A- und B. £>. No. XXIX. //^. Frage. firniß, dessen Zubereitung. g.B.nö.sqq. 192 Fiscber, Christoph, Buchdr. in Leipzig. K.E. 117 Fir-ky, Johann Norbert, BuchgruckerS in Prag Leben. II 108. sein Symbolum. 11.109. pacht die Ertzdi- schöfflicheDruckerey. II. in Fiaser,wa«? 11.204 Fleischer. Christoph, sein Ursprung, Leben und Ende. KE 120 - t Johann Samuel, Buckdr.i» Leipzig. K E.127 Flucbs. oder Ärucds, Georg, Buchdr.in Nrb. 11.85 Flügeiü'braube, was? F.B. 192 Folio, wie die!ee Format in einzeln Bogen, Huerncn, Tmern?!? undQuaternen zu schiessen. F B. 2 fq. FördenZertel, was? F.B. -92 Formar, vo« allerhand Gattung, F. B. i.sqq.rocu? dar- unter verstanden wird ? 19z Format Bucb, dessen Inhalt. F.B 19z Formen, bey den Buchdruckern, was? F.B. 19?. bey denPavpiermachern. 21z Formeifcbliesien, wie es nützlich geschehen soll. F. B. 109. fqq 1 HZ Formensckneidett, wie alt diese Kunst. F. B19 ?. sq. was dadurch qemacht wird? »94 ^orM'?lascden,was? II. 204.fq. 'Form-Sand w?ravs undworzu^rbereitet? II. 205 Fomefeist,Aug.v!.rkaufft feine Druckerey. KE. - ?4 Argcyr, O ) c> ( D Frachr, was? Fracht-Brtefi Fracrurscdrlffr. Francs, David, Buchdrucker inAugsp. F.B. 195 F.B.L95 F. B. 195 II. 6 Stands utt amtNaM, was vor Buchdrucker da ge- weftn. 11. 34. ^W* Franyössscb/Alphabet. F.B. 72.Zahlen. 72 Franyosen, ob sie die Bucddruckerey erfunden? KE. 14.5qq. Massenstcb dieser Ehre nicht an. ib. 1 % Fredtanl. Carl Gustaph, wessen Druckerey er fortsetzet? 11-129 Freud Johann, Buchdrucker in Nürnb. 1 k 89 Freyfcbmidr, Caipar, wird nach Leipzig aufsJubüä- um eingeladen K.E- 82 Friedgen,Ioh.Dietrich Buchdr.in Frf.amM. I>>Z6 Friese, Heinrich, Buchdr. in Franckf am M. 1 >• 1$ Ft » ner> Andreas, wo er die BnchdruckenKunst geübct? Vor. 7. vermacht Bücher nach Wonfiedel und legt da« mit den Grund ju dakger Bibli0ti)eck. «. ist der erste Buchdrucker in Leipzig. K.E. 84. seine Geburt und Studia. 84-lq. ist bey Sensenschmid Corrcctor. 85.it. 11.85. tritt mit ihm in Geftllschafft. 85-lchafft sich eine eigene Druckerey. 85. wird Professor Theologiae und Rector Magnificus zu teipz. 8 ?. wem er seine Drucke« r«y vermacht ? «6. wird vom Pabst nach Rom berufe fen und stirbt da. 86. seine Stipcndia. 86.Jnsigne. 87 Frsbenius, Hleronvmuß, setzt seines Vaters Drucke- reyfor^. K.E.64 Frobemus, Johann, woher? K. E. 64. seine Studia. 64. wird Corrector. 64. legt eine Druckerey an. 64. druckt schöne Wercke. 64.stirbt von einem Fall. 64^ mit Manutio verglichen. 64. wer seine Druckerey fort- gesetzt? 64. sein Jnsiqne. 64. sq." Froberg, Christian Sigmuad/ wessen Druckerey er besonnn«! I 11.100 Frs. ___________ m ) ° t g _ K«W«y»er,Hanns, Vuchdruck-r in?lugsp. I I. 5 Fuhrmann, G??rg Leopold, sein Jnsiqne. 11- 92 ^lidrmann, Valentin. Bu»k>rucker in Nürnberg, tk. 90. Beyschn'fft beyseincmInstgne. ll.90 ^uid,Caspar^Buchdruckcr inMürnberq. II. 97 Fulde, Martin, wer seine Druckerey bekommen? K-E. 125 Funcke, Michael, Buchdrucker und Händler in Er, surrt). 11. 2t FtMdatNem, waö? S-Bi9s.sq G. Qlänßaugett, wag? I I. 205 Gaüusy Alexander, ob UNd wcNN sein Doctrinale zu M-,i?ntz ^druckt? K.E. 26 , Jacob, oder Gubislus, welche Druckerey, cnerqehabt? K.E.w-.ftinJnsiezne. II.z Gaubifch,Ucban/ seine Geburt, Leben und Tod. K.E. 97. sq. Gautscbbret. F.B. 21z Gaucscber. F. B. 21z Gebauer, Johann IusiinuS, Leben, gedruckte Sckriff- ten undJnsigne- ll.54.sqq. Gevraucbe. 11.20? Geduresbrief, was? F.B. 196 Geißler, Valentin, Buchdrucker in Nürnd. I I.K9. sq. Geld, ein gcwksseS, wens zu fleben? 196 Gelekrce, ob sie sich durck Buchhandel und Druckerey zu erbalttn suchen sollen ? R.A. u.B D.No.XXIXY ///.Frage. lq /97 g 4 Glat- m )-o ( m CSluttet, welche? F.B4 214. wie lange sie bey den O ujf sodann, Buchdrucker in Leipzig. K. E. rc>S G>'> 'pcnex, Me! .Dior, wohin er sich wendet ? K-E. 108 <Ö6 Mn, Johann, Buchdrucker in Franckfurl amM. II. Götze, Christian seine Seburt, Leben und Ende. K.L. I2i. sq. V'ötzth Matthias, Buchdrucker in Leipzig. K-E- iicss'n Erben ihr Insiqne. Is. 145 Goderlcsch, Johann Michael, Buchdrucker in Mitten» ' oerg. K-E-80 Godicbe/ Mörge Matthias, und Andreas Hardlwig, Äötet und Sohn, Buchdruckcrin Coppenh. II. 12. sq. Goldenau, N-tthanael, welche Freyheit er erhalten? (BoUntt, Johann, Buckdrucker in Jena. K- E.82 Gstt)ei,wag? F.B. 197 Gormann, Zohann Buchdrucker in Wittenberg. K E^ 79.feinInsigne. II. 142- Gorha, wenn die Buchbtucker-Kunst daselbst angcfan- gen? II. 47 Gothorum Älphabetum> II. l6l. wer tS verfertiget? Grafe, Anmund,wessen Gehülffe er gewesen? II. 132 wohin er beruffen worden ? II.i 34. seincEinkünfftc. ib. Grafe, oder Grafrve, Tidemann, des vorigen Sohn, Buchdrucker inGotheburg. H-I Z5 Gresing, Lorcntz Ludwig, Buchdrucker in Stockholm. II. 128 Grävenitz, Joachim, Buchdrucker in Nürnb. II. 103 Greif was er bedeutet ? F. B. 197. kam tnsBuchdru- Gtampffern arbeiten dürffen? GlägsiitiMes Alphaber. Vteetpiarte. msiDcid,Ioh. • , * , II.36 «lt»mIa?ob> ftineGeburkh> Leben u.Tod. iki^.sqi -Harperer/ IoH. Wi!hclm / sein Leben und Jnsiane. 11. iR.fq. vonHartenba«D, siehe Rikscbcl. ^>arcmann, Friedrich, Buchdr.zuFrf.an d.O. II.45 Joamt, David wird vor einen Hudler gehalten,warum ? R. A u.S- O. nc>.-XXIX. iv. Frage. •&«vn, Gabriel, Buchdr. in Nürnberg. II. 89 -^>ebcl, was? F. B-212 -hebräisch Alphabet. F.B- 35- Vocal« und Accerne. 36. sq. "Heiß , Anthon Marimilian, Buchdrucker in Aug- spurg. II. 6 Heller, Joh. Bernhard/ Buchdr. in Jena Leben u.Be» gebnisse. ll. Ü8. sq. Heller, Joachim, Buchdrucker in Nürnberg, ir. 89 «belftng, Olaus Olai, Buchdr. zu Arosia. u. 130 -^ettckcl, Martin, Buchdr. in Wittcnberg. K-E-79 -^enekel, Matthäus, - - * ibid. -^envcl, Joh. Christian, Buchdruckers in Halle Lebens- Beschreibung. Il.49.lqq. -^ennlg,Michael,kauftZschaucneDruckercy. K-E-izS -Kerbst, siehe Opsrin. -gering/ Johann Christoph. Buchdr. in Erfurth. l 1.21. seineLebenS'Beschrciduna. II. 24. sq. ^,ermantt,Iohann,pachtNcrlichsDruckerey.K.E.io8 -Aerr-gorc, Hanns,Buchdr. in Nürnberg. IU17 ^eryen» Buchdruckerey in Erfurth , wenn sie florirt ? 11. 21 Hetruscum Alphahetum. 11. 161 Heußier, Christoph, Buchdr. in Nürnberg. )&$ Heuß, p ) ° ( fp ^,eußler,^eonhard, Buchdr. in Nürnberg. 11. 90 Web >-ii«au sc-n Insigne. ll.9i.1q. Hieroglyphicum Alphtbetum. 11.160 Kierogl^phtflHe SÄ>rifft, wo sie üblich? Il.195.lq. «buDe&rmO Johann, Bucvdr. in Lcipzig. K E. »09 ^ilumanti, Johann Aron, Buchdruckers in Hamburg fc?b.-n. 11. 61. sq. Hinrerstauven, was? F B 212 H fioria Longnbardicttt wer U.W0 sie gedruckt ? X>0t.7 ■Hebel >'.-s? II.206 -Hockfelder Calpar, Buchdr. in Nürnberg. 11.85 HSichzetrmaHeZß w.s? F.B->97 ^öiycl < le- onymu« Buchdr. inNürnberg,wie er sonst notf) genen.ne^worde« ? 11.86 ■Höh, T morhens Buchdrucker in Leipzig &.Z5 - * Ichann,hat in Nürnberg eine gemeinschafft« licb? Druckt'cy. 11.90. 102 •j^eUe Adam H inrich, legt eine neue Druckerey an. K E..Z7- sein^H?yrath undJnsigne. 137. sqq. -Holm, A> on erlangt die KayftrischeDruckerey. 11.124 ^orirre Äu^ftuben, was? F. B- '75 •&otn Joh. Lorentz. König!. Antiqvitäts Archiv, und Raths-Buchdruckcrs in Stockholm Leben und Sym« bolum. 11.126. fqq # ^om, Joh. Michael, Buchdr.in Wittenbera,verkaufft ftine Druck-rev, K-E- 8«. 11. 72. wird Buchdrucker in Jena. ' 1k 72 ^s^er. Johann, UniversitätS'Buchdrucker ju Upsal, u. nach ihm dessen Wittwe. 11.129 -^raba Joh. Carl, Buchdruckers in Prag Leben und Jnsigne. 11-109 ^uber, O )o( G Huber. Marcus, Vuchdr. in Frf.a.M- 11 n tuveley. F #. iy8 uvler, welcher? F.B-^ic, -Hübner, Johann / wird RcgierungS-Bucbdr. je Cü, sirin. II. 14. lq. erlangt über seine Verlags ^ücbec Privileg»». II. 15 Hüdner, Martin , Buchdruckers zu Frf. an der Oder tebenslieschrcib'ing. 11.45. sq. Hülle Heinrich Christian, Buchdr. in Altona. 11.62 ^ürticd, Günther, dructt zu Jena das Ltirpu.« Doctri- nr.. K.E. «r Hulrmann, Peter, Buchdr. znJöntöp-ng. ll. 1 ^6. sq. ^umm, Aoton, Buchdr. in Frf. a.M. 11. ^5 ^umm,Ioh Nicol. , * - , II. ^6 ^umm, Wendel, * 0 t 11.35. (ein "Jnstgne. II. ,7 Hunniscb, Scychischee Alphaber. F. B. 60 ^ynirlw, Ioh. Joachim, Buchdr. in Erfurth. 11. 21 I 5^acobi, Paul, Buchdr.in Ars.a.M. II.3? *0 Jsicobitanum Alpbabetum daptex* II. ifto ^ansonius,Justus, ftin I? signe. K E.^c>8 Janficm Johann , wa? vor Freyheiten er zu Dtocks hotm erhalten? I I. 121. sq. legt auch zu Uvsal eine Dru« ckerey an. 11.1:9 Iac,vec. Martin, Buchdr. in Frf a. M. I' ;6 IberiscbeGpracbe, Nachricht davon. F.B 4? Jena, der dasigen Druckerey Anfang ist merckwür ig. K E Ko.iq. Jenson, Nicolaus, Buchdr. zu Venediq^ K. E. 15 ob er die Buchdruckerkunst erfunden. K»E. iö.sq. 44 druckt zuerst nett und sauber. K.E'7 Jüyricum Alphabetum. II. l6r Ilfiner, Ainon Christian, Buchdr. in Frf. a.M. 11.37 Ilßner, Blasiue, * » t * W§€. ImtzgM/ _; m )o(- g _ ÄW»M> was? ' F B. 193 ImpoKi, von Pappler. 1 J frB, 198-216. sift, Indicum Alpbabetum. 1I.i6o Innung, der Buchdrucker.wer und wo fr aufgerichZl t? K.E. 78. woraus sie bestehet? II. 207 Innungs-Areicul. ibid. 'Jnsignia, deren Ursprung u. Unterschied. F. B.i98.fq- Inspecrion über die Dr»ckereyen,wcm sie anvertrauet ? R.Ä. u. 25.0.no.XiJl. InZkrumenc. zum Schrtfftgiessen , rote dessen Stücke h -issen?F.V. i z i. aus wie viel Stücken eö bestehet? U. 207. der Buchdrucker ihre. 174-199. Inrroicu«, was? F.B. -99 Johannes, Pcter/ wessen Gehülffe er in Upsai gcwe- sen? 11.129 Journal. > F. B. -99.-z- jpyßjßA, Paulus, sucht der Buchdrucker-Kun st Erfin« dunq in Cbma. K-E 8.lo Iealiäner, sind nicht Erfinder der Buchdrucker-Kunst. K.E.I8. schreiben jie ftldst den Tauschen zu. ibid* IcÄiäniscd Alphabet. F. B-68. rronimciation.68.sq. Acoenr. 70. Zahlen. . 71 Jubel Fefte derBuchdrucker 'Kunst, werden mit Schufftenbeehrt. Vor. 14. wenn solche gefeyertwor, den. Kg. 54. sqq. wer sie gefeyert? 78 Jubiläum, was? FM i^S- was vor welche gefeyert worden? 200 Jungen in Druckereien, siehe Äuchdrucker- junqen. '"iunmüs,Augustin seinmerckwürd.Insigne. KE109 ^ungnicol/ Ioh. David, sein Leben und gedruckte ^Schrifften. M. 33. sq. Iuniuo, Hadr. leitet die Buchdrucker«Kunst von Har, lem hcr.K.E. 21 • sqq. sein Irrthum hierinne wird widerlegt. 2Z.5qq, Juramenr/ cineeCornuttn, F.B.200 JWP Iustiren was? iMA ^Zuirorium, was/' II.208 R. ^acdeiofett/ Conrad , wenn er in Lelpilg gedruckt? »J* K.E. 83. warum er nach Zreyberg sich gewendet? R9- ftlnInsi^ne. 89 sq. Z^äßgen.was? F.B- 200 2^alg<0/ was? ibid. RaUmeyer, )oh. Ernst, Buchdr. in GotH«burq. 11.«35. HtWiL Jot). Buchdr. zu Wilstngste,scine Gi^chickl-ch, keil. 11. 1 35. wcr!^ineD- uckereybekommen13.«36 Kunnsngiefltr, Christian Ha$? ibid. .A^udelka, Matthias Friedrich / Buchdruckers!» PraflLcdenvndInsignc. 11.110. sq. ^auffmann, Paul sein Inligne. 11.91 Z^eser. H.-inrich/ ob erder erjie Buchdr.inNurobcrg yewesen? II. 84 2\;gel, was? , F. B- 200. sq. 2\«ü, was? F.B--or RMrsymen was? 11.208 2xcUner, Georg,Buchdr.inWittcnberq. K.E.79 ( - Johann, Buckdr.inFrf.a.M. II. z6 Kempe, Daniel Nicol. Buchdr. in Lincöpingev. II. 134 t - Peter Daniel, - , - ibid. Rempffi-r Eralmus,Buchdr.inFrf.a.M- H.Z5- ftm Jniiane« 11.37 Aempffsr. Johann, - - , II. 35 # - - ^oh.Gocrf. - - $ II. 36 - - - Matthäus, , - , II. 35 Z^ernmaaß, was? II.20S Zxe^ssr, H. innch, muß zu Stockholm seine gefckenckte Druckcrey anlegen- 11 ist Reysee D ) o ( O Keyser.Heinrich der jüngere.muß seine Druckerey durch Factorcs versehen lassen. II. 122. wirdUniversitäts- Buchdrucker zu Upsal. I I. 129 Ke^fer, Heinrich, des ältern Enckel, was ermltsciner Druckerey vorhatte? 11.123. wird Universitätö-Buch« druckerzu Upsal. II. 129 Kidlberg, Andreas, kaufft eine Druckerey zu Upsal. II.-29. drucktzuSkara. H.»Z7 Kienruß, dessen Brauch in Druckereyen. &B.224 KlafcOe, was? F.B.2VI Rotster, was? I I. 208 Knapp/ Johann, Buchdrucker in Erfurth. 11.20 Kikuic, Ioh. wo seine Druckerey hinkommen? K.E- «25 Knecht/wer so genennt wird? F.B. 201 Knorr, Nicolaus, Buchdrucker in Nürnberg. 11.88 Knory, Andrea?/ )t 0 * II. 101 9 * Zohteonh. , , ibid. Ksberstein, August, Buchdr. in Wittenberq. K.E. 80 Koburger, oderKoderger, Anton, ob er der erste Buchdr«ckerin Nürnberg gewesen ? I I« L 4. wieviel Pressen und Geftllen, auch Druckcreyen und Buchla« den er gehalten? U.85 Köhl,Friebrich.welcheDrucke>'eyerbekommen.K.E-iZ4 Köhler, Henning, Buchdrucker in Leipzig. % (£. 111 Köhler Ioh. wo seine Druckerey hinkommen? K-E. 117 Köler,Iohann Buchdrucker in Nürnberg. 11.90. wie er sich sonst benennt, und sein Instgne. ibid. Köngorr.Franc. wesscnDruckcrey er forkgesetzt? 11.102 Köntg Ioh. Heinr. verkaufft seineDruckcrey.K.E-127 Königsttöfer Druckerey in Prag, wer solche ver- waltet? , II. in Kopte, Carl J. Buchdrucker in Stockholm. I I. 128 Körber, Sebastian, Buchdrucker in Nürnberg. 11. <)6 KopMl^e, Jacob, Buchdrucker in Augsprug. 11.6 ibid. F. 25.20I _ M ) • ( "0 Rornm.iaß, was? F.B.2or Rosige id/ welches? II. 20z Kräfte, stehe Ctato. Ixrann^vomSrroh/ worzu? S.B.201 Kap Ioh.Chr. seine tebenS--Begebenhelten und In« ff^nc. 11. 17« sq. Zxrsbs, Johann Jacob, FactorinJeva. K.E. 8? • , Christophs Buchdrucker in Jena. ibid. , ' Samuel, « - » K-E-Ls Rreustg, Christian, Buchdrucker in Wittenb.K-E. 80 * , (Öarnnel, t * 5 ibid. Ktey&lern, Georg, Buchdrucker in Nürnberg. II. 89 Rrtk-getjteitt, Melchior^ Buchdr.inAugspurg. II. 5 Rrone, was? F B. 202 Z^rüger, Johann Christian, welche Druckerey er bekam« mm? K.E. 128 Krüger, Joh. Wilhelm, Buchdr. in Leipzig. K-E.ris 2^uchenvecker,Ich-Buchdr.inFrf.am'M. 11. z6 * t t Nicol, * - » ibid. Küster LorentzJohann odcrToster, woher sein Nah» m«? K E> 21. wieer die Buchdruckern) er funden ? ibid. oberdas 8peculurn8slucizqedruckt? ib.26.sq.ihm zu Ehren wird eine Statue gesetzt, zo. sq war Bürger, meister*. 61 Zäunst Gebrauche , worüber Buchdrucker steiffhal- ten.II.2o8.R.A.u.B.O- no.xxvil. MWMe werden dawider angcmcrckek. no. X X V1 i I. KupfteriDrucker, dessen Kunst und zuqehöriges Werckjeug. F.B. 2«s ^upfferstecher, was er verfertiget? F.55.202. sq. Kupfferstecherkunst, was? F.B. 20z il. Qabaun \ Georg, Buchdruckers in Prag vben trn& ^ Symbolum. 1! 109. sq. L.ade, was? FB. 20z h jLaom* W ) ° ( G L.aden»Varer. F. V. 20z. seine Verrichtung. 211 ^ams; Pomponiuv, schreibt den Iraliancrn die Buch« K.amberg, Abraham, sein Ursprung, teben /Drucke, rey, Handlung, ?odundJnsigne. K.E- 101 L.ampe,ChristvphBallhaM> wo seine Druck, rey hin« kommen? K-E--22 SLandtfcb, Friedrich, führt Druckcrcy und jftond* lung zugleich. K-C >o8 L.anckisÄ>, ^.Friedrich, seineStudia , übcrnvmme« nen Buchhandel, Ehe und Tod. K-E-115. . no. XVlll. L.ange, Johann Gottfried, bekommt die RolhWe Druckcrcy. K-E-l-Z.liz. L.angrnheiM, Joh. Christian , seine Geburth Ehe Drucker^ und übrige Mschickljchkttt. K. C- 'Z5- fq- A.anyderg, Martin, w-zs er gedruckt? K.E- 90 L.anyenberger/Ioh. wessenJnsigne er gcführcl? II.96 L.annenderger, Michael, seine Geburth, Leben, ?od undIcisignk? K.E.I02 L.aremt's. Alphabece,dcr mittleren Zeiten. 1 1 162. jqq. L.aconiu-, Siegmund, Buchdr. in F.a.M. II. 35s SLaufbtet ,. was? g.B. 203.sq. L.aufgelv geben, wem ? F. B. 204 L.attgc, was? ibid. L.auZenropff, was? ibid. S.auer, Johann, ftin Leben und Instgne. II. 91 fL4wtliti&, Andreas, Buchdr zu StreNgnäs. II. 13c t * « Michael, wer ftine erkauffte Druckcrey fyt* nachbekommen. II. 123 L.aurentll/Amundus,wag cr ii?Stockholm gedr. H.i 20 L-auttNAer Euchariue,Buchvr. zu Arofia. 11.13* L.ever, drucker.Kunst »u. L.äuster. L.agen , was? JLagen machen, K. C. 19 II.208 F.B. 20z ibid. D ) o ( W L.eder, worzu ee gebraucht wird? F. 23. 204 SLceten, matt ' F.B. -i? L.cerfaß, ibid. £-eg«, F. B.2lz Ä.ehmann, ZachoriaS, ftinInsigne. II. 14s )!.Lyr. was? F.B.204 j^evr-VrareN/ was? F.B.2-4 iLtbz» foevt, F.B« 205 L.ehxju!iIe, wer? . ft.SB.204 L.ehrmei^er. F.B. 205 Zeichen machen, was i ibid. Lrim\ihnt>et. F.B.21Z iLetp^ig, wenn die Druckern) allda ihren Anfang ge- nommen? K-E- 8?.lq. L.elfte zu Anfang des andcrn Thciiö erklärt. Ii.164. sq. SLciiltn, dicn^n zur Zierde. F. B.-»5. sq. Ä-enct, Hieronvmus, Buchdruckers in Regen spurg in den, b^0!zber»ö Lod undInsigne. ll. 112. sqq. iUtitäfkiti&i Conrad, Buchdr. in Nürnberg. ll.85 Leuchtn, desft»B schaffcnheit. F.B. 206 JLeucfctifcC Michael Günther, RathS-Buchbruckcrs in Helmsiädl Lcbui und Wahlspruch. lt. 66. (q. Liebe, Hartmann, Buchbr-in Wiltenberg. L.iedlohn, was? F.B.206 L.tcfcrungs Zerre!, dessen Beschaffenheit. ibid. ILifXet, Georg, ivo er Facwr und Pachter gewesen. K.E.nr L.impeecbr,David,wer scineDruckerey geerbct.ll.sl.2z Linie, wie sie zu setzen? F.B. 206 Lippeit/ Ulrich, wird Hofbuchdr. in Berlin. . II. 7 SLittevn, wie sie gegossen und verfertiget werden ? F. Ä. »zv. sq. aus was Materie^ 133.207. Lobenffxin, Blajius, wird jUmLcipjigerBuchdru- cker.Jubiläo eingeladen. K-E.82 L.0chtek/ Martin, Buckdr. in Franckfurt a. M. II, 35 h 2 Loibmann 7 )-o ( 1 JLocbmann , Johann Andreas, wessen Druckerey er gekaufft. II. 102. sq. L.ocdner, Christoph, Buchdruckers in Nürnberg In, stgne. iß 90.102 L.ocdner/ Georg Christ? pH / wessen Druckercy cr ze- kaufft? II. 101 SLodbnet, Joachim, Buchdr. und Händler in Nürn< berg. li. 90.102 L.ocbtter, Johann Christoph,Buchdr. in Nürnb. ibid. L.ochncr, Leonhard Christoph, wo er sein Werck getrie- ben? ll. 102. dessen W tlde setzt es fort. ibid. L.ockner,tudw. wessen Druckerey ec.befomen? ll.96.w2 K.öckerdaum, was? §.23. 212» söffet, siehe Gieß-L.öffel. Ä.onbom> Lorentz,Äuchor.inGotheburq. II. 135 Aöfchpappier, wie es sonst hcist. 21 5. II. 209 JLoscr. wo er gebraucht wird ? F. 2). 22z. was? 11.209 Körben, was? ibid. L.ores'-i?, Johann. Vuchdr. in Berlin. II.7 jLofyfpwben, oder evlprechen, was? II. 209 Horcher, M>'lchiorv Buchdrucker in Leipjig, druckt ein Buch mit des Leipziger Raths Privilegio. Vor.9. legt inWitt.nb 'rg ein^'dreyfache Druckerey an. K.E-7Z. druckt Lutheri Büeder. 74- geht wieder nach Leipzig. 74. 92. warum er -ach Massen gangen. 93. hat m-rckwürdige Sckrifften gedruckt. 9z. seine Drucke, rcy setzt sein Sohn in Leipzig fort. 9z. sein Insigne. 9z K.orrber , Mclcbior, dessen Sohn , ließ sich zu Wit- tenbera nieder. K-E. 96. kam nach Leipzig ins Vaters Druckerey. 96 L.c»ccherMichael^at mit ftinemBruder inWittcnbcrg «inegemeinschafftliche DruckereyK.E-7Z-lq. wendet sich nack Magdeburg, und stirbt daselbst. 74 L.orrer, Johann Jacob, Buchdr.in Augsprug. II. 6 iLiissr, Hannö, Buchdr. in Mittend. Lcben,Tod u. In« Mne.K.E-75.l''Zaculatur, was? F. B- 207. worzu ? ll> 709. * vt ' N?zascav,wi« vasiges Pappier aussieht und woraus?s gemacht wird. F. B. 215 tN'iNNILtt, aufmänngen,waS? F.B. 207 Nlamejin, odcriTTetitd, Johann, wird vor den Vater der Bu6zdruckcr-Kunst gehalten. K. E- 34- stirbt vor Leid, und wird mit Ehren begraben. 37. m nicht der Erfinder d?r Kunst. 41.lq.61» tNugdeblirg, wennS die Drucker«) bekommen? lj. 75 HTaier, Micdael> zeigtd^r Buchdrucker-Kunst nülzli» che und merckwürdiqe Erfindung. K-E- ? HTair, Hanne, Buchdr.inNürnberg. II.85-ftin In- figne. II. 86 Xdmtctitc, Michael, erzehlt die gedruckten Bücher der ersten Buchdrucker. K-E. 15. beschreibt Manutii Bücher. 6z tNalavarische« Alphabet, Anmerckungcn darzu. F-B.5Z.ch. ZTIaleyett/ womit und worauf sie schreiben? F B. 215 Nlamicsch/Andr.gehtvonLeipjignach Gera. K-E.lc>9 Mandat/w^S? II. 210 Mäftuaie,was? F. B-207.2z 1 Manuscn'pra, dcr^n sehr hoher Werth. F.B. 169. Betrug, ibici. waS ee seyn? 207 Mlanmiuv, A'tus.verarmet, 6z.sq. ihrInsigne. 64 , « - Allus PiuS, feine Geburt und Gtndiren. K.E. 62. legt eine Druckerey an.62. schafft dieMönch- fchrifft ab. 62. verbessert die Buchdrucker-Kunst in vielen.6-. seiner BücherVorzug. 62. sq. fern Lob.6z. Alter und Tod. 6z h4 Man- D )«( O OTunuriua, Paulus, ftineGcburtlttid Tod- K- E.<>Z Ruhm. 6) tNarggrafIoh. Vo!ckmar,Buchdr^inIcna. II.7l.sq. Nlarmel, wotjutzeyw vruckcn? II. 209 deMame, Claudius^ Buchdr.in Zrf.a.M- II- 35 ZiNarnnisck^mau^ was? F. S. 207 Malcdenv«ike^Andrcaö^uc;,^.inAugspurg. II. 6 VClatztj derenVerfertigung. F.B. 1 z>. in b-r Presse, was? 207 Nlam'ces, was? F.B.nt.207 ITLurtcui, was ? F. 3:208 lNarr^elw, Jvhann,Buchdr. lnWttenb. K.E-79 lNarrhiä, EDiiug Z5uchdr. in Upsal. Ii. 129 Nl-arrkkä, Julius Morg, wirdAurSqvZtatS.Archine- Älcht>rucker. II. 126 ' WTi^et, Ioh. Gottfried, 2)uchdr. in Wlttenb. K.E- 8'6 M^ynn^sidtrGcburth-i-OrtdcrBuchdruckercy.K.E. 42.fqq. wird von vielen dckräfftiget. ibid. mit denen da .«drucktcnZZücher erwicftN.49. hat Die ersten Buchstaben aufbehalten. 55 !N,-ctzier, Estnas, Buchdr. in Erfurth. II. 20 tn.eir- Kunstsey in China erfunden. K.E-8- to.sq. Meeckel, Georg, Bnchdr.inNürnb.Jnsigne. II. 89 Hcinr. Christoph, Buchdr.zuAboa. II. Ioh. Christian, . . - i&id. tNerckels, Hcinr. C. Buchdruckers in Stockholm. Wi'twe. H.128 Leben und Insigne. kN-moriai II. 117. sq. % B. 208 M.chvlj)komm»n? ibid. Meyei, Friedrich Wilhelm, wu er Druckerei) ^elernel? II. 8- jiu&iret? II. 8. Äii^druckcrey und Handlung angelegt? II. 8. !cii>c V.■ jfcr» Druckerc» er bekommen? K.E. 122. wer seineNachfo-^cr gewesen. 117 Mtdbctelt'e, Jacob, Vuchd!-iickcr in Berlin. II. 7 Mtlchlhaicr,Leonhard,Buchdr. in Nürnberg. II.88 Milden bcrgcr, Johann Philipp, woher er fiicDw ck^rev bringen lassen? II. 100 Mmyel, Johann Aibert, führt Grossene Drnckcrey. K.E. in. geht nach Hof. 111 Missal, grobe Froctur. F.B. i46.sq. kleine Fractur. 146.sq. wer sie geschnitten? 148. grobe Antiqua, 154 ^. fleine Antiqua. 154, sq. von wem? 156 Mißbräuckc,vei) derBuchdrncker Kunst-Gebräuchen/ woher sie kommen ? R.A.u. 25. - Moiiror, flehe LVolfgang Seöckel. Monrag, wem er gewiedmet? F. B h 4 M D ) o ( D ■----- 1 -- XXlontanm , Johann; sieht mit Ulrich N-uber zu Nürberg inGWfWfft. U.88. ihrJnligne. ibid. LNose, Zachc-rias, 2)uchdr. in Witteubcrg. K. E- 79 Xslofes, ober die Buchstaben erfunden , und derbste Schreibergeweftn? II. 156 iq- rrlorvalbr, Wendel, Buch dr. in Frf. amM. tt. z6 NLüdlberel'ter, wag seine Verrichtung? F.B.214 Müller, Andreas, Äuchdr.mErfurt!). 11.21 . . George Andreas. ftinLeden u.Ende. II. 2z.lq. . - George, Äuchdr. in Wtttenberg»K.E.78^cj. - - George Heinrich , .wo seine Druckerei) Hin» kommen? • 11.21 - . Hermann, Buchdr. zu Skara. U. 13/ * - Johann, Buchdrucker inAugspurg. ll.5 - . Johann Adotph, Äuchdr. in Jena. K. E. 83 ' - IohannCa!par, schneidctund g'.cssek nebst der Druckerey die schönsten Schrifftcn. K-E.125.5q. sein Unterricht ;ur Unterweisung eines Setzer- undDru« cker^Kszabens. F.B. 95-lqq« . . Samuel Adolph, wessen Druckerey er ge- kaufft? K.E. 8- ZNüniz-Schncidcr , worinnen ihre Kunst bestehet? F.B. 208. sq. tXlütmUin, wredner, wacher? F.B.210 NZchfchuß, was? F.B. 21s. welcher erlaubet? F.B-2^?. It. 210 N c G gang nebst dem Jnfiqne. K E> ioz.5 « * Johann Zacharias, * » K.Eiii. X^loapj ob er die Buchstaben erfunden und Bücber ge* schrieben? il. 156 Nonageßmo - Scxto- Format/ rv.lt 6. Signat. ft. V- ;o NvreN,wiesi?zus'tzen? F.B. 211 Nürnberg,wenn dicBuchdrucker-Kunst da cingcfan- gen? II. 8z. sq. nyftorti/ Peter, Buchdr. in Stockh. il, 128 . Q. Oderalrester, wcr/U.waS cr zu thun hat? £.B. 211 Oüav- Formar,dcssnAuöschjcssung. F.B. 1:.sq. in Breit L>6tii v. r z. in Hebräischen. i4,noä) der alten Manier. II. 147. iqq. O£logeßmo.$otm&t, mit 5.Signaturen. F.B. 30 Gel, dessen Zubereitung. II. 210 Oelschlagers, Melchior, VOittib, Buchdr. in Mit« tenberg. K-E. 79 Olai, Amundus^ welche Gnade er vom König in Schwe« den erhalten? II. 124. wird Universitats»Buchdr.in Upsal- I!. i28 ^> artiges Gedichte davon. F.B. $1 i.sqq. Vßwaw, Andreas, welche Druckereyen er besorget. K.E. iio Gremar,Iohann,Buchdr.in?lugspurg. II. 5 t 1 &.lVüti, t » » * II. 5 - - Valentin, t , , * II. 5 p. cv^?llmer, S. schreibt von der Historie der Buchdru-. jK cker-Kunsi. Vor. 4- lqq- «st eine der besten Schrifften Hiervon. i2.waöer sich vorHülffe darzu bedienet/' IZ palthem'us, Hartmann, Buchdrucker in Franckfurt am M- II. Z5 Pannary, Arnold, hat schon 1467. Bücher gedruckt. K.E. 15 Z)ant5gia, Antonius, beschreibt die Chinesische Dru, ckerey. K.E. ii panziroll, Guido, hält dieBuchdrucker.Kunst vor die nuizlichste und nöthigste Erfindung. K- E. 2. will sie aus China hobkn. K E. 8. sqq. Papa, Valentin, verheyrathet seine Tochter. K.E. 97. macht sich sehr verdient um die Kunst. 97 Pc-ppjer, was davon vor Abgaben. F.B. 140.216. woraus, und wie es gemacht wird ? 211. sqq. dessen mancherley Sorten, -iz. sqq. waö vor dessen Erfin- dung a düng gebrauchet worden? 215. des Frulitzösischen v Güte. 216 P ippief adzeylen, weme zukommt? II. 210. sq. Pappierhandier, soll kein Pappier aus dem Lan^e schaffen. F.B. 216 Pappiermscber/ wie lange er lernen muß? F. B. 214. was er bcpm Loßsprechen zis geben ? 214. ihr« Ein, rhellung. 214. können nach Verbrechen nicht bxtztn Handwerck bleiben. 214 Pappiermühle/d rcn Bcschaff^nheit. F. V.217 Pappierrecvnung, wie hoch cin Rieß öder Buch kommt. F.B. 138- sq. Pappierspäbne, was? F.B. 217 Pappier umscdZagen.wiceög'schicht? g.B.218 P>appierzclcdsn. wos? II. 2 r i Parenrhests w-is? II. 210 pasck,George, preist der Buchdrucker-K-inst nützliche Erfindung. K-E. z Paeq ville, sollen Buchdrucker nicht drucken. F. B 21 g R.A.undB.O.^o.I IV.XVIi. Patent. F.B. r Pater, P^»l, ftine Fragen von der Buckdruckere!) mit Anmcrckungen. R. A. 11. B O- No. XXIX. pau!i, Johann, Bucddrucker in Upsa.'. II. 129 Paulinus/Lorcntz Ertz-Bischopffzu Upsal, wer ftine Druckercy vetwaiket s II.I3Q. dringt zuS:rergnaS eineDruckereyzuwege. II. 131 paulson,F-ant;PhilippeBuchdr-in Lundcn. 11.13$ peiicaN/PeterIoh.Buchbr.zu Lincöpingen. II. 154 1 . Peter. ' * • II. ibid. Pergament, wohcrsein Nahme? F. K. 21 s. were am erircn zum 'chreiben gebraucht? 2 i 8. dessen unterschie« dener Brauch. 21g. sq. Pergamcnrirer, welcher? F.B. 21z Periodus.wa? ? il. 211 Perser, woraus ihr Pappier? F. B- 215 Per? G ) ■»-( G Persisch, Alphabet. F. B. 4-. andere Signg. 4\ perer, Thomas, erfindet mitKüftern eine zähcre Dink? zum Drucken. K.E. 21 pecersheiM.Iohann, wec,und wo er sich nicbergelaft sen i II. Z4 Pellt/Fractur. F. B.15Z. von wem geschnitten? 153- Schwabacher,wcr diegeschnitlen? 153. Antiqua und Cursiv^ von wem? 159 perrcius, Johann , seine Druckerey in Nürnberg und Jnsigne. II. 87 pcutingtt, Conrad/ Hit die Italianer nicht vor Erfin» derdecBuchdruckcrcy. " K-E-I9 pe^bus. Frieörtch, Buchdruckers in Nürnberg iebm und Jnsigne. 11 8<5 pfanngen, wa«? F.B.219 pfuftewer? F.B. 219 pflicbr«norui der Buchdrucker. II. m psuscher, welcher? F.B.219 pittendofer^H.jnrich BuchdruckerinNürnb. II. m p.amimis, Christoph orus, woher? und wo er seine Druckerei) gehabt.? K E- f>9- druckt die Biblia Poly- giotta. 69. warum seine Dcuck.'ren das achte Wunders n>erck qenenitt worden? ^19. überlast sie nach dcmTo- dc ftilien Smwieger'Söhnen. 69.sein Jnsigne. ibid. pod'-m't'cb Alphabet. F.B. 73. verglichen mit dem D.-ukschen. 78-ihcz. Zghien. 80 pollicd/ Hieronymus, Buchdrucker in Franckfurt am «Myn. II. ?6 postulneN/ was? F.B. 219. II. 211. sq. wieviel Per« son n darzu erfordert werden ? 219. sq. Postulat, die deswegen entstandene Irrungen werden entschieden. R A.und B.O.No.XXllI. popporeich, Jacob, mit wessen Schrisslcn er gedruckt ? K-E. -04 psMnbacb Ieremias,Buchdrucker in Nürnb. II. 89 poftuiar, Varer, was seine Verrichtung? F.B. 219 Präco, _ D )5( D ___ ?rärorius, Johann, Buchdrucker in Augspurg. 11.6 ?reß,Äanck was? II. 21s )re^Bürste/ »vorzu sie gebraucht wird? F. B. 221 treffe, bti erste, wo sie gewesen? K. E. Z7- deren Bc« schrcibung? F.B. wieviel eine wöchentlichGe» winnsi bringe? R.A- und B-O- No.XXIX. Vlll. , $tage. ' peivi!k-gt'a, deren Beschaffenheit F. B. 221. werden den Buchdruckern ertheilet. 221 privlleqirre, 23uc£>ct, wo sie hingesendet werden müss-l7? F^B.22l proiogus, was? F.B. 321. ein Exempel davon. • 2Z4- tlzc,. )!tncruren was? F. B.222 : ^uncrur-Z mge/F.B.222. deren Beschaffenheit. 240 ?uyel!,was? " F. B.222. II. 2i2 5^Uadratgen,was? If. 21z. halbe. ibid. Qttadragefimo-$wmat, in kury/ mit 5. Signaturen. F. B. 27 Quadrageßmo - Ottavo- ^OtlHctJ, mit 4. Signaturen. F.B. 27 Gumdracen was? II. 2-2.^. tZ^.uacerncN/wi.'sie zu schiessen. F.B. z ti^uarro - Format, dessen unterschiedene Gattungen. F.B. 4-'qq* Qiiinquageßmo- Sexto ForMar. F.B. 28 R Qtabmgert, worzil es dienet? F. B.222 *J V Rayel, auf die Buchdruckerey. II. 2 1 z. auf die Ballen. II. 313. sq. Rahm, Johann, Buchdrucker in Gotheburg. H. 135 Rahme, was es in Druckereien ? F.B.22Z II.212 Rahmeisen, was l F- B. 222 Sarn- RammiNZer,NarMBuchdruckcr in Augspurg. II. 6 Rauscder HicronymuS, Buchdr. in Leipzig. £S. uo Äebact, Thomas, Hat Druckcrc» und Buchl^d-n zu- gleich in Jena. 8i Reehenvogen, welche? $.$.223 Rechnen, wie offt es in druckereyen geschicht ? fi. B. 222. sq, Rechrscbreibung, im Teutschen was sie schwer m«< efoet? II. 18i.sq. AutoresfobaüOngeschrieben. II. i83 Regal, wa«? * F.B. 22z Regwmoncanus, Johann, wird vor dcnEcfindcr der Bi-chdrucker-Kuust gehalten. K.E.56 Regiiter.wuS? • 223 Register -y^lren, wersolcheö zu besorgen ? F.B.22Z jRetbeffetrt, worzu er gebraucht wird. . F.B- 22z : Reicdsabschiede, wegen verbothen«? Schmühschrifft. 8\.2l.u. B.O. No. I.II. lil. IV. V. Reinhoid,Iustuö,«n wem seine Druckcrey kommen? K.E. 121 Reusitter, Christoph, Buchdrucker in Stockh. II. 121 Renccr, Johann Conrad, Buchdrucker in Francksurt amMarn. II. 35 Revidixzn, wer es thun soll? F. B» 1 1 l. was dadcy wahr, jun^trun? 1 12. 223 R»? vision^ !>oc;en, wer ihn zu besorgen? F.B. 223 Reyher, M. Ändreas/n'.uß seine Druckerey nach Go- tha schaffen und wird pri vilegirt. II. 48 Reyher, Christoph und Johann Andreas,Vater und Sodn,Hof,Buchdruckcrin Gotha. II. 48 Rbamba,Joh«-nn, seine Hcyrath undJnsigne. K.E. 98. aßmus, Buchdr. zu Frf. an d.O- H« 43 Rorbelkastlem^ worzu? F.V. 224 Z^orhelstel^ was? 11. 214 Rsret/ Caspar, Buchdr. in Frf.amMayn. II. 35 Rsmatt, Hadrian, Buchdr. aus Harlcm, last Küstern in Kupffer stechen. K> E- zi. dessen prahlerische Zu« schnffk. ?l.lq. hat Hvltzschnitte verfertiget. 61 RoienmÄler,Carl Frantz.Buchdr. in Prag Leben und Jnsiqne. II. 104. sqq, Rorhe,Ambrosius, Buchdr. in Wittcnb. KE-79 Rorhe, Gottfried, seine Geburt, Leben und Ende. K.E.i-7 RotdZles^er , was er bey Druckereycn zu machen. F.B 224 Rudbeck, dessen Druckerey zu Npsal verunglückt. II. izci.woercineandereangeleget? II.130 Rndmaer, Andreas, Buchdr. in Wittenb. K-E. 79 Rumpf, ftme Geburt Leben und?od. K. E 126 Runge> Christoph, von wem er die Druckerey bckom- men? II. 7 Runijcbes Alphabet. F.B.6r Ruß, worzu er gebraucht wird? F.B. 224 Rußische Zahlen, wie sie ausgesprochen. F. B. 59 G. slctlbctch/ George, seine Geburt/ Ehe, Kinder, Dru« ^ ckerey und Instgne. K.E. 1 3 2. sq. Saalfeld. David, Buchdr. iv Berlin. II. 7 Gadon, grobe Fi-actur, F.B. 146.iq. kleine Fractur. 146. sq. wer sie geschnitten ? l 48. kleine Antiqua. 154. sq. von wem? 156 Sacks, Melckior^ Buchdr. inErfurth. II. 20 Satt-, wie sie erfunden? F. B- 224 Sarter,Raphael, Buchdr. in Augspurg. 11. 6 Salomon ober dieBuchstaben erfunden undBücher geschrieben? II-156 Saltz _ G ) o ( G __ Saly und Bvod , wozu eö gebraucht worden. F. B. 167. sq. Samaricaniscbes Alphabet. FB-Z8 Saracenorum Alpbabetum. Ui 161 Garrortus, Johann Friedrich, wird Lochners Gchülffe. II. 96 Schede, Andreas Martin, hat ncbst Druckcrey einen Oilput-icionz.Handel.K.E. l2/. seine Ehe/Kinder und forlgefttzte Druckerey^ 128 Schedrler, Paulus, Buchdrucker in Wittenberg und Leipzig. K.E.ilo Scbeere,waö? F.B.224 Gcheien,was? F.B-2iz Sctzelrer.Paul.Buchdr. inMittenb. K- E- 79 Scöetrwort, oder Sci?mädworr,was ? 11.214 Gcher5Baltbasar,Altörfischer UniversitätS.Buchoru, es er. 11.97 Schienen/ was? F.B.225 Gcdterleny, Rico!, fein Jnsigne. 11. 142 Gcdiff,wasinDruckereysoheist.^ F.B.225.II. 214 Gcbüve. lJ.216.rqq*, Schiist/Egyvtisches,worzueegebraucht? F-B-2l5 GcdtU, Nico!auö,Buchdr. undHandler in Lauben, sein Leben undiVchrifften. ll.77.sq.. Gcblaastampfe waö? F.B« 21z. lcz. Gcblecbttger, Gotthardt,Buchdr.in Berlin. 11.7 Sckleael, Matthiaö/wo er gedruckt i K. E l 29 GcdleWein,was? 11. 216 Schleppe, was i F-B. 21z Scbließna^el, was? F. B. 225 Scdliesi (l^uadrärgett, was? H.213 Scklosi!?r,istdey Druckerey unentbehrlich. F.B. 225 Schluß! zum!Nüttergen, was? F-B. 225 Schmalz Daniel, Buchdr. in Willens K- E. 70 Gcbmähschriffcen, zu drucken verbothen. 91 A.und B« O. l. tt. 111. IV« V. VIII. XI. XVI. t Schmeltz- m )o( Gct'Melß-Tl'egel. 11,215 Sct?mlde,Ioh. Buckdr.in Wlttenb. K E.78 Scbmioc, Ioh. hätt Straßburg vor der Druckercy Gebnrce - Ort. K. E. 37« Scdmidr, Nicolaus, siehe Faber. Schmidt, Peter, erster Buchdr. in Gotha. I I. 47- Scdnalle, was? F.B. 225 Schneiden, was? 11.215 Gcbneider, Andr. Buchdr. in Leipzig. K. E. 9S Gchnetboly, Frantz, sein Ursprung, Leben und Ende. K. E- >c>2. Jnsigne in Versen beschrieben. 103 Gcbniebs,Joh. George, feine Geburt, Ehe, Druckerey und andereGeschicklichkcit. K E-lZ» Gcbnorr, Paul Dietrich, sein Leben und herrlich ge< druckte Schrifften. 11. 62. sqq. Scvöffler, Hector Buckdr. in Nürnb. 11. 87 Schöttberger> Hanns, was von seinen gebruckten Büchern bekannt? 11.5 Schöndruck, was? F.B. 225 Gchöm'g,Joh. Jacob, Buchdr. inAugsp. II. 6 » » Joh. Matthias, , * - 11 6 Gcböning Valentin, Buchdr. in Augsp. II. 6 * * Ioh.Ulrich, , . * * 11.6 Scvoiffer, Joh. sein Zeugniß vonErfindung, der Buch. drucke - Kunst. K- E- 46. sq. erhält ein Privilegium vomKayscr. 5-. R- A. und B-O- No.XXV.roer er gewesen i 62 Gcdoiffer, Peter, wie er sonst geheissen, und wer er gewesen K. E. 45- erfindet das Schrtfftqiessen. 45. bringt die Kunst zu Ende. ibid. 47. wird Fausts Evdam. ibicl. erster Erfinder der Kunst. 5«. 52.60. sein tob. 60. sq. Scdoiffer Peter, soll die Anfangs-Buchstaben erfun- hm haben. ' ll. 192 Scholvin,Christian, seine Geburt, Leben und Tod. K.E. 118 Schot- ■ ; _ ^ _ D ) o ( U __£_ Scbolvin, Johann Christian, sein Leben und Ende. ■£ " K. E. 128 Schrauben.- was t F.B. 226 Gcvraudenftsck^was ? F.B. 226 Gcdraubenjieher^wis? A 25. -26 Gct?reivarr,dcr alten deutschen gegen Dlcjüfleue gchul- _ten. 1L G.'bretbfeh'.er, Sorgfair vor dieselben. F. B. 124 Bcbeeibpa^pler,dv(Jen V>'rftrt!s«ng. F.B. 21z Gcbreiner, sein« p| in Drn^ereyen. F. 25,232 Gchreiltz, oder^.sswpapp:'er,woczu? F.B. 215 Gcdriffcett,auf Iitnd.'>Wachs undPergament.wie sie eingebunden worden? F. B A.undB-O. No.XVII.ob deren hundert-' II. 215 Schrifttgieflett/ ist vonDruckercy nicht zu trennen. F.B. ijo. dessen Ursprung. 150. wers erfinden? izo.wics dabey zugcht? i z-. sqq. ans was Matcrie. izz.waS esvorWerckjSU^ erfordert? iz, Gcvrlffcglesier , obsu Druckercyen treiben können? R. A. und 23.0. N0.XX1X. IV. Frage. ScbMc Zxafken, dessen artige Beschreibung 1 1. 94 SchriMeFel-TabeUe. ^B-44 Gchriffr-Proben, in mancherley Sprachen. F.B. 145. sqq. 226. Ehrhardlifchc, F. B. nach pag. 160. No. 1.11.111. IV. Gchriffrrechnung/ wie hoch jedes PDn'ö komml> F.B.»zö.ch. Schröder/ Ehrich, zieht mit seiner DruckeRy nach Ny- cöpir.g. II. izs Gcdrödee. George Bnchdr. (ri Lunden, warum*r ge» fangen geW wo?de?> ? II. 136 Scbtödrer,Ch>- Burbdr. in Witimb. K- : l- 70 SHÄend wirdHoftBuchdrucker. it. 7 i 2 Gcyul- )o ( Schultze, Martin,Buchdr. tn Wi-tenb. K. E-8<> GcHumann, Valentin, seine gedruckten Bücher und ..Instg»«. KE-95 Gcöwamm.worzu inDruckerey? F.V.tl. 226 ScHwary^Ish.Christ. Buchdr. ju??rf.ont.O. H-44 Scdwart; Tobias,Äuchdr.j»Fcf.an d.£>. II. 44.seine Lebens Kijchrcibung. Ii.44.teq. &ä>xoi-bm, wenn die Buchdrucker» Kunst da.inr.e nn-, g^fan^en? It. iiü. iq, G^dwediicbes Alphabet. F B. 76. Zahlen. 76. iq. Gcbrveitzer Degen, wer so hcissct? It. 202.215 Scdrvenck, Lo>entz,seinInsiq»e. II. «42 Gcbrve»ntze»'m, Conrad, hat schon !467.Büchei ge, drucke K.E.-7 Scdwinvt.e, was? F.Ä % 2 Gcve»en7ob steErfinder derBuchdruckerey. K. L. 13 ihtv Art;u leben, lästdiß nicht velMUthett. ik. GcyrhischLBuchstadcn,ein damit gedrucktes Buch wo? K^.iz Gcvtdiscb-Hunnijcb Alpbabet. Gelffarr,Christian Gorriieb,Buchdruckers in Regcnjp. Leben. II. * 16 Seilz,Pet. druckte zu Wittenb.mit an Luth.Schrisstcn. K.E 78.feyretdaö erste Jubiläum berKunst. 7« frm Infigne. I1.142 Setkgmany,Mcol,Buchdr.inWitt-nb. & >£.79 Ge-ou, Vercr von, warum er nach Stockholm bluffen worden? >!- i2i Sen^etväld, Georg, Buchhr. tn Jena. 1\. 'S.. 8a_ GensenscbMtOr,Joh. ob erber erste Buchdr.in Nürnb. gewesen? Ii. 84 Septuagefimo ■ Semndo ■ Focttlöt, mit 6. Signataren. F.B. 29 Seßi0n,oder^lsttzwe-n? F.B «96 Seck, ob er die Buchstgben «funden l H- 1 54- sqq. Geydrek/ \Wl F-B.227 Segen/ m ) o < i Setzen, was dabey zu heo'r achten ? F. B- 97- fqqi Setzer, was er in der Music zu wissen vökhtg. F B. 142.sq. worinne feine Arbeit besieh« ?i7i. sq. 226. si]. seine Instrumente. i°o SehHeIWgeMt er;u unterrichten? F. B. 96. sqq. G^linze,was? 5. B. -28 Gcuderlicb, Lorentz Buchdk. in Wittenb.Z^.^. ^8. sein^nsiqne. 1 l.r45t Sexageßmo -Format, dessen Ausscdiessung. F. B. 28 Sexagcßmo . Qiiarto. Formac mit 4. Signat. F.B« »9 Sexto Format/wie es zu schössen. F.B. 9. sq. Gli-bett^ürgisch Alphabet und Zahlen. F.B. 7?. sq. Siegel, was? II. 215 Signatur was? F-B. Simmer, Herm. wessen fVuerVcy er erhalten? II 44 S'ncstscbe Sprache Nachricht von derselben- F.B. Gnell^Joh.ersterBuchdt.in Srbweden- II. 1-9» Cq. 6dr^ Anton, druckt mierW Bibel- lk. 5 Spane woiju? II. 215. ü], SSitfc davon. Il.Ä»6 Sparium dessen unterschieden-? Bedeutung. F B. 228 Speculttm Satuitr, wer und es gedrückt ? K E. 26. sq. Gpe«litt, Ioh. George, Buchdr. in Frf. am M. I( 35 Gp^eß was? F.B.229 Spindel,d-renB'schassenkieit. F.B. 229 5/-/^ Jeh.de, druckt DasersteBnchzuVenedig. K E. 17 Sp.>rl,Samuel,seineG-burr Leben unr Tod. K E »7 Spörlin Joh. Michael, welche Druckerey er bekoms men? U.,ol. seine Wittwe setzt sie fort. II. .01 Srakl- Schneider, was sie verfertigen? F-B. 208. sq. Stampfen, deren Beschaffenheit. F.B. 21z Gt - mpfter, welche? F B. 214. wie lange sie bey den 51. sq. Spani^cb, AiphLbet. F. V. 66. Zahlen. G^an-Sci-acHrel. was? Spare!, was? 66 II. 216 F.B. 228 Glättern arbeiten dürften? i z 214 Sre, ____ D )o( D Stege, wi«viclcrl'y> F.B.s-s.s-z. E»ceg^at?en,was ? II. 216 Quinmantt, Ernst, wird nach Leipzig zum Buchdru« ckerJllb-läoeii^ciaden. K.E.82 Quinmann JoZ. wesi«» Druckercy er sich bedienet? Undf'inJnsiitNk. K.E- 100 Sreinmann. Tobias, b>'!fft jutheri Schrifftcn in Jena m^tzuEndedringcn. K-E>8l.fttnInsigne. H.67 Stellschraube, waö? §.35.230 Grelii!r,Heii-r.BuchPr inAugsp. lt. 5 ^r«mp«!,was? $.35.230 Grempelscdncidex. F.B. 230 Sr^phattu^, Robert, e?n gelehrter Buchdrucker zu P.sriS. K.E. 67. sein gebrauchtes Mitie! correcte Äüäier zu Messern, 68. wird Königlicher Buchdru, ck?r. 68. Vgrum er in Abwesenheit verbrannt »vor, den? 68. fttzt zu Genf die Druckerey fort. 68- '"ei- ner 5 ö?nc Ruhin , und wunderbares Schicksal. 68- ihr Jnsisne, 6g. wo ijhre Lebens-2Zeschreibung zu ü;chen? 69 Sceppin. Johann Christoph, Buchor. zu Franckfurt an der Oder. 11,44 Scern 7 Cocheliuö Johanu von , sein Leben und ge- druckten2)ücker, auchAdcls-Wapen. II.74.5q. S«.öckel, Matthias, £ HosiBuchdrucker zu Dreßden. 70. 91. wie er sonst genennet worden ? Kl, seine In« siania. 92 Stc^sk!, I-'h^'n Conrad, Hof-Buchdr. ln Dreßden I I. 16. was sich von seiner Jugend auf bis ane Ende mttHmjugttragen. II. 16. sq. Grollenberger, Johann Nicol. Buchdr.inFranckf. amMayn. II. 35 Srrach», m ) »( m _ ©«udb, V.ncenz, Buchdr. in Lelpzlg. K. E. rss Gcraßburg, od die Druckercy allda erfunden? K-E- zz. sqq. wird von Geehrten geglaubt, ibid. z«. gründlich widerleget. K- E> ZL. sqq. hat den Erfinder der KuchdruckcrKunst gedohren. 55« 57- Gcroh-Cranr?, II. 216 Grromer, PhikippLudwig,Vuchdr.inHamb. 11.6» Grüyen, was? II. 216 Gcuchs,oder Fluchs, George, Suchdrucker inNürn- becg II.85 Gruchs, Johann, Kuchdr. in Nürnberg. II. 86 Gcurm, Augustus Buchdr.inAugspurg. 11.6 . - August F«ciorinAuaspurg. ibid. SucbV/ WentzetUrban, Buchdruckers in Prag Leber» und Jnff^ne. II. 106. sq. SüderklöpmZett, wenn und von wem da gedruckt worden? II. 133 Süßmilch, Christoph, erbt die Hofbuchdcuckcrcy i» Berlin. II, 7 G^mpher, Christian Ludwig, Universitats-Buchdr. in Halle Leben. II. 56. sqq. Syrisch Alphabet. FB.Z9 II. 158. Vocale,. 4° T. ^ «belle, des Schrifftkegels. F. 3. -zv. der erste» ^ Zahl e!nesj4S-^"' . rlquz luiö Cursiv, von wem? 156 Tdamm, Christian Buchdr. in Wittcnbcrg. K-E-79 Thanner, Jacob, woher? K.E. 93. wenn er sich in Leipzig gesetzt? 9z. wie er sich zuweilen qencnnl? 9Z» waevor Bücher er gedruckt? 93* sq. ftwJnsigM. 94- - merckwürüige Verse auf ihn. . 94 Tievemann , ?abernus, was er zu Stockholm ge, druckt? II. 120 Tiegel, bey SchmeltzungderMetalle, F.B.2ZI. in ^Druckereycn.was? 232 $fc$e, Immanuel, sein Anfang, Fortgang und Aus, ganss. K.E.-2Z Ttttccuren, Nachricht davon. IL216. sqq. Ti!cber,inDrttckercy-n nöthig. F. B.-Z2 VMui, was dabey zu beobachten? ij.222.sq. ^i>-U-Bier, was? F.B.-52. Tollem Joh. Buchbr. in Berlin. iE 7 RMktttii/ Andreas, Buchbr. in Stockholm. 11.12c» Träger, was? F. B. 2 Z2 ^lrcdeilus, Hermann, seine herausgegebene Bücher. K. E- 7Z. Trigefimo ■ Sectindo - $Otm ( D Vignetten, wie sie beschaffen seyn sollen? F. B. 2ZZ. sq. Visttation-s der Sücher, siehe Äücher Vifv rarton. Vögelin, M. Ernst, seine Geburt, Leben, Tod und Jnsigne. K.E. 99*sq» Vogel. AegydiuS, Buchdrucker in Francksurt am Mayn. u. z6 Vogt, Michael, Buchdr^ in Leipzig. &£.ii8 Vollkommenheit, wird nicht auf einmahl erlanget. II. 145. sq. Volumen, lt. 22Z Vorderstauden, was? F. £.212 Vorrede, was sie nicht ist? Vor. pag.2. bey derve- positiort eines Cornuken. F. B. 2 34.sqq. Vorredner, was cr zu verantworte« ? Vor. 2. mt bey Deposittcwen so hcijt ? F. B- 2 36 Voreheil-Schrff, was? F B. 225. II. 214.sq.22z Vorrrag, wie cr zu thun? F.B.2z6sq. Vortritt, was, und wen solcher zu gönnen? F. B. 2Z7 Votlren, was? F. B. -z?. sq. w. (TOacfetet:, Georg, Buchdruckers in Nürnberg Jnsigm. it. 87 ZlVadstetner, oder Vadfteiner Druckercy verun- glückt. II. 13» VVactzcer, Joh. Ballhasar, Buchdrucker in Frf. am Mayn. II. 36 rvärli, Josias, Buchdr.inAugsvurg. II. 6 Wagemann, Abraham / seinJnsiane. II. 91 Wagner , Johann Christoph , Buchdrucker in Aug- spurg. II. 6 VVald, Peter Erich, Buchdr.zu Arosia. Il.izc» 1 - Peler.Un'versitätö-BuchdruckerjuAboa.ll.izs Wall, XOaü, Dariel, Buchdrucker tn Jönköping. II. 137 - - Lorentz. Buchdr. in Stockholm. II. 12z Walln, D. tormtz , Druckerey wer sie verwaltet? II. 130 XVallius, Johann iorentz , Buchdrucker zu Aboa. II. lz8 LValye.was? F.B.-zS VOantif, Nicol. wird Königlicher Buchdrucker in Stockholm. II. 125 XDapperi, was? II.223.sq. IlVascbbrer, was? F.B.2Z8 AVa-cbdürtie, worzu? ibid, t)Oa iefcfafj, was? ibid. XVayt'endäuser/ 0 b ihnen mit Recht Druckerey zukom« nun X R A. u. B. O no.XXlX. I l. Frage. XVtcJbzl, Andreas / Buchdrucker in Franckfurt am Mayn. U, ?5 XVehrmann, Gregorius, Buchdrucker in LcSpziq. K. E. so VOeidner, Johann, Buchdr. in Jena. K-E- «2. fdn Jnfii,ne. 11.67 » - , Ioh. Christoph, wird zum Leipziger Buch, drucker Iubilao eingeladen. K. E 8 2 XVanmamt; Nicoiaue, verunglücktmitseiner Dru« ckexey« I I. 56 XdOetß Johann Friedrich, Buchdrucker in Franckfurt am Mayn. I I. z 5 XVeMnburger, Johann, Priester, Buchdrucker in Nürnberg. 11.86 XDenD, Michael. Buchdrucker iuWittcnbcrg.K.E-79 rv^ndiscd Alphabet. F B 6z XVevbtn, wer davon ausgeschlossen? F.B. 238. sq. rversicn, was? F.B.2-Z Vl^erner, Johann Heinrich , wird DirectX über alle Schwedische Druckereyen. I I. 125. welche Druckerey er gekaufft ?1 1 126. druckt zu Upjal. 11.129 Vver- W ) o ( D VOmfytt, Johann, Buchdrucker in Jena. K- E. 82 * * Joh. David, t « , - 8Z * 1 i Christoph Dav. i , , 11.69. sq. MeM, Johann, kaufft die Frantzöstsche Hof.Buch- druckercy in Berlin. 11, 7 r^-irdcrdeuck was? F.B.239 Wlömann, Balthasar, Buchdrucker zu Streng- naS. II. 132 XVüda , Johann, Buchdrucker in Wlircnbecg. K- E- 80 T£tmpbelmct. Jacob hält Mänteln vor den ErGder der Buchdruck ? «Kunst. K, E- 34. h. schreibt Mayntz die Ehre der Ecfinbung zu. 4z TQindtUlOnideity w-'S? 5--8- 2 39- deren Ver, both. 2 z^. R. A. tf, 23. O. V. VII. VIII. XI. XVmckelhacken. w s? 5*^239 ZlVznckelmaaß, wae ? II.2.4 NÖittstrulNUS. Peter, Äifchoff in Schonen, warum er eine Druckcrev angelegt ? II. 136 XDintet Johann Carl, Königlicher Buchdruckec in Fimland. 11» 13 S XVinrer Robert richt mit Oporin eine Druck' rey auf. K-E 66. macht vi.l Schulden. ibid. Wütä, Martin , Buchdruckers in Erfurth In« signe. 1!. 20. lq. TPttitct.au Johann, feine Gcvurtl), Leben und 5od. K-L- 112.1'q. XVorrer Bucd , von meisten Kunst » Wörtern der B"chdrucker.yen und andern Profeßion- n, so somit verwund sind. S-^- röt.sqq» XX)o'ictb N-cölaus, wodurch er sich eine« Nahmen gemackk? K.E. 96 wie es ihm mttftmem Druck von Luth'riB'b le>ganzen?->6. seinJnstg-?e. yö.sq. XVo^stede!, FrisncrsVster-^tadr. Vor.3. legtci, M Äivtiotheck an. ibid. geht im Rauch auf. ibid. K.E. 86 Wmm, W ) o ( K __ tvlttM, was? F.B.2Z9 IpCHsf?, Valfhasar Christoph , Sen. tin&Jun. Buchdr. ^in Franckfurt am Mayn. 11. z6 ,. ?. SacHarias, teonhard, Buchdr. in Augspurg. 11.6 ? . David, , * * ibid. SapfliN/ David, Buchdr. in Franckfurt am Mayn. II. Z5> Wn Jssigm. 11.37 Zaiiicr, Küuttzcr, was aus seiner Presse kommen? 11.5 ZamosciuS/ Stephan, giebt die Scythen vor Erfinder der Buchdruckerey an. K- E. 13 Zange, deren unterschiedener Brauch» &B. 239,sq. -.un Puncturen» 240 Zapffen, was? ibid. Zinsen, was? 11. 224 Zeichen, dcrDcucker,was? 11.224. Mathematische. II. 224- Zeicdnee wer? F.B- -40 Keidler, Andreas, seine Geburth, Leben unv Tod. K-E.i2 2.5q. Zeidler, N..cin Skadt-SchreibcrzuWonsicdei, dessen Reime über dasigeBibUochec. Vor« 8 Zeilenravellc um wie viele eine Schriffr gegen der am dern unterschieden. F-B. '44 Zeissetmeycr, Luc-,«, Buchdrucker in Augsp. I I. 5 Z. rna-, Christoph, Buchdrucker zu Franckfurt an der Oder. I I. 4Z Zcirler. Christoph Andreas, Buchdrucker zu Franckf. an ?er Ot er. ibid. Zeirirtga-, Conrad, Buchdrucker inNürnb. II.85 Zeug- halber.F.B. 212. gantzcr. 212. was d >zu geyöret? 240 Zeuge, was ihn verwerfflich macht? F. B- 241 Z^ugkaftiN, was? F.B. 212 Zeugpr.rsche, ibid. Öl«' D )->( O Ztegenbatrt, Johaan Christian, Buchdr.in Mttenb. K. E. 8o Zierraehen , sollen sich zur Sache schicken. F. B. 24t Ziffern der Lolumnen, wie die erste eine« jeden Bo, q-n,ufinden? F.B. 24z.sqq. ZimmerMann, Johann, Buchdr. in Augsp. 11.6 Zinnober , wieviel-rley. F.V. 241. wo erju finden. 242. wie er vom Mercurio zu reinigen. 242. worzu ihn die Buchdr. brauchen. 24* Zschau, Ioh. Andreas , wessen Druckerey er erhol, ten> K-E.i2z.la. Zunckei, Christoph, seine Geburt, Ehe, Kinder, er, kauffte Druckerey undInsigne. K.E. izo Zuricdi-en, was?? F. W 242 Au^mmenKunffe. 11.224 Zuschuß, welcher erlaubt? F.B--4- I i - . Der so nöthig aiS nützlichen Dritter Theil. dem nicht nur ein kurzes Verzeichnis von den vor- nchnistenJubelschriftcn, sondern auch eine ausführliche Nachricht, rbie dieIubelfeyer hier und da begangen worden, und alsdenn die Fortsetzung der Buchdrucker-Historie vorgesetzet ist- Mit denIubelmüntzen und vielen andern Kupfern ausgi zieret. Leipzig, zu finden bey Christian Friedrich Geßner, i?4i. Zuschrift An alle Herren Buchhändler in Teutschland. nicht, aller-» ftits Hochgeehrteste MWM Herren, daß ich meinen HMMM^ dritten Theil meiner fo MAMM, nöthig als nüzlichen Buchvruckcrkunst mit einer Zuschrift an euch anfange. Gelehrte, Buchhändler und Buchdrucker haben in vielen Stücken eine genaue Verwandtschaft mit einander. E6 befördert einer deö andern Nuzen und Vortheil, nach Beschaffenheit der Umstände, worinnm wir heut zu Tage leben, ungemein. ):( ^ Die Zuschrift. Die Begierde immer zu lebend und nie zu sterben unterhalt dieses Band. Man hat zwar ehedessm vkle Mitte! ersonnen, nicht zu sterben, sie waren aber alle nicht hinlänglich. Anfänglich wollte man den Tod durch Arzney und Krauter vertreiben. Wie wenig aber dieses Mittel geholfen, bezeugt die untrügliche Erfahrung. Denn weil die Aerzte mit einander höflich complimentirt, hernach guten Rath gepflogen, und sich wohl öfters gar mit einander gezanckct haben, was vor ein Mittel den Tod vertreiben könne; So ist unterdessen ein Krancker nach dem andern zu Grabe gegangen. Hierauf verfiel man auf ein anderes Mittel wider den Tod. Man mahlte nemlich die Bildnisse berühmter Leute und ihre Thaten auf Leinewand, Holz und Metall; Man grub sie in Marmor und Eisen; Man goß sie in Erz und Wachs; Man richtete ihnen Ehrenpforten und Grabmahler auf ; Und dieses alles hat man nur darum gethan, damit man die Menschen und ihre Thaten von l Zuschrift. von der ZZeraesscnheit erretten und ihnen ein immerwahrendes Leben verschaffen mögte. Esistwahr,manftißtetehie- durch das Andcnckcn der Menschen eine ziemliche Zeit; Alleine es war viel zu schwach die Menschen von dem gänzlichen Untergang zu verwahren. Dieses Mittel wider den Tod war ja dem Tod, oder daß ich eigentlicher Rede, der Ver- gängniß selbst unterworfen. Würmer, Moder und Staub verzehren die schön- stenGemählde. Die Zeit und der Rost fressen Stahl und Eisen. Auch die härtesten Steine werden mitderZeit der Vergänglichkeit zum Theil. Undwasvon diesen Feinden noch übrig bleibt, das nimmtFeuer,oderWasser,hinweg. Wo ehedessen die prächtigsten Tempel der Götter, die schönsten Schlösser und Pal- läste, die berühmten Schulen der Weisen, und unvergleichliche Ehrenpforten und Grabmähler gestanden, da wohnen jezo Nachteulen und Raben und die räuberischen Wölfe suchen wohl daselbst ihren Aufenthalt. O! wie vergänglich ist doch ):(5 die- Zuschrift. dieses alles? Und wie wenig Wleseö Mitte! geschickt die sterblichen Menschen von dem Sterben zu befreyen? Daö Nachsinnen derMenschen gieng also Weiler, und suchte ein Mittel wider das Sterben. Sonder Zweifel hat man eö auch gefunden. Man fieng nemlich an seineGedanckcn und Andencken durch Schriften zu hinterlassen. Wer der erste Erfinder der Schreibkunst gcwesi'n,ist nicht bekannt. Man hat sich viele Mühe gegeben,und gleichwohl bleibt dieSa- che im Zweifel. Einiger Massen habe ich bereits in dem andern Theil meiner Buchdruckerkunst p. »50. htevon geredet. Ein jedes Volck will bey nahe diese Ehre haben. Fragt man: Worauf hat man denn zuerst geschrieben? So tan man eben sowenig mit einer Gewißheit antworten, a!6 man sagen kan, wer zuerst geschrieben hat. Unterdessen ist so viel gewiß.- Man hat aufRinden von dem Baum Papyrus, aufPalmewLinden- Eschen-und andere Baumrinden geschrieben/wenn man eö schreiben nennen Altschrtft. kan. Man sahe aber gar bald ein, daß dieses Mittel von keiner sonderlichen Dauer war, dahero man der Sache weiter nach dachte. Manfieng die^ache klüger an und stach auf Tafeln von Bley seine Schriften und pinselte auch wohl. gar mit allerhand Farben auf Leine- Wand. Auch diese Art war nicht dauerhast. Die klugen Griechen und Römer überzogen Bretergen mit Wachs und kritzelten ihre Schriften mit einem Gri- fcl hinein. Wie unbeqvemlich und ver- ganglich war aber dieses nicht? Diesem Übel wollten einige mit Helfendem abhelfen, indem sie darauf schrieben. Diejenigen trafen e6 noch am besten, welche Schaf-oder Ziegenhaute darzu bereiteten. Weil man vorgicbt, daß zu Perga- modieseKunstzuersterfundenworden,so bekamen diese zugerichtete Haute den Namen Pergament. Alödenn erhielt die Schreibkunst ein besonders Glück, da man das Pappier erfunden hat. Hie- dvrch fanden demnach die Gelehrten ein ziemliches Mittel ihren Namen der ):(4 Stttd- Zuschrift. Sterblichkeit zu entreissen. Woher würden wir wissen wo Troja und Athen ge- standen,wenn uns dieses nicht dieSch:is- ten dcrGclehrten berichtet? Das A-wcn- cken der meisten alten gelehrten und frommen M-änncr würde längstens dahin seyn,wounömchtdieSchrMunstfttdi- geö erhalten hatte. Unterdessen war dieses Mittel,mcht zu sterben, noch ungemein beschwerlich, ülw zugleich dennoch nicht hinlänglich. Feuer, Staub und Motten waren noch immer imWege. Endlich wurde auch diesen daö Handwerck gelegct, nachdem die cdleBuchdruckerrunst erfunden worden ist. Diese Kunst machte viele im Staub verborgne Manner gleichsam wieder lebendig, und breitete dersclbigen Namen in alle Welt au6. Nunmehro kan ein gelehrter Mann sicher hoffen, daß sein An- dmcken bis auf die späthcsten Zeiten fortdauren werde, wenn er sich durch nüz- liche Schriften hervorthut. Er hinterläßt Kinder, die nimmermehr sterben. Er hinterlaßt Kinder, die ihren Vater auch an sttsch! ist. an solchen Orten bekannt machen, wo er memalszugegengewesenist. Er hinterlaßt Kinder, die weder Krieg, Pest, noch » ein andererFcind ganzlich ausrotten kan. Gesczt auch, daß eine ziemliche Anzahl davon durch Feuer, Wasser, Staub und Motten verzehret wird, so tan es doch »ucht allen wiederfahren. Glückseelige Väter, dieaufsolche Weise nimmermehr sterben, ob sie gleich sterben. Od sich nun gleich die Gelehrten hauptsächlich selbsten ein solches Denckmahl > durch ihre gelehrte Schriften aufbauen; So würde doch manches edle Kind von ihnen verlorengegangen seyn,wenn sie nicht milden Verpflegern in die Hände gerathen wären, die sie von dem Tode errettet hätten. Und wer sind denn diese gü eigen Beförderer und Versorger dieser öfters verlajstnen Waysen? Ausser den Buchdruckern sind es vorncmlich die Herren Verleger und Buchhändler. Euch, Hochgeehrteste Herren, gebührt der Preist. Ihr seyd diejenigen, welche die Schriften der Gelehrtmzu ih- ):(5 rem Zuschrift. rem und eurem Ruhm der Vergänglichkeit entrissen habt und noch entrcisset. Hattet ihr durch eure Mühe und Unko- stenmcht manches gelehmsWerck durch den Druck bekannt gemacht, so würde selbiges schwerlich jemen Verfasser unsterblich gemacht haben. Man wird euch das gerechte Lob wiedersahen lassen, daß ihr nächst den Gelehrten ungemeine Beförderer der Gelehrsamkeit seyd. Ihr genießt auch ausser euren rechtmäßigen Gewinn noch diesenVortheil daoon,daß ihr euch ein immemährendes Andencken stistet,da ihr andere LeutMider die Vergessenheit beschüzet. Und nunmehro werdet ihr gar leicht begreifen, warum ich euch angeredet habe. Dencket nicht, daß mich hiezu eine niederträchtige Schmeichelet), sondern die Warhcit verleitet habe. Und dieses um so viel eher, da viele ehedessen und auch noch heut zuTage mit derBuchdru- ckerkunst die Buchhandlung verknüpfet aben. Warum hätte ich also, da ich ißhero von der Buchdruckerkunst ge- schrie- Zuschrift. schrieben, nicht auch an euch gedenckcn sollen? Soll ich die Warheit bekennen, so war ich anfanglich willens von dem Ursprung des Buchhandels, von den ersten berühmten Buchhändlern, von ihren Handlungözeichen, von derselben Freyheiten und Nuzen auch zu unsern Zeiten bey dieser Gelegenheit Zu reden; Meine, ich sahe gar bald,daß mir hierzu allhier der Raum zu enge, und die Zeit zu kurz war, dahero ich diese Gedancken wieder fahren lassen mußte. So viel will ich aber noch thun, ich will die meisten, wo nicht alle, vorjezo m Teutschland vornemlich blühenden Buchhandlungen nahmhaft machen, weil ich weiß, daß ich manchem hicdurch einen Gefallen erweise. Ich habe darzu die alphabetische Ordnung erwehlet, und dlchs mit besondern Fleiß, weil ich ausserdem gar leicht wider die Rangordnung hatte verflossen können. Sezt das Alphabet einen weit hinunter und den andern hoch hinauf, wohin er vielleicht nicht gehört, so kan ich mcht davor, daß eödas Al- Zuschrift. Mphabet so haben wollen. Sollte ich nicht einem jeden seinen gebührenden Ehrentitel geben, so beliebe er zu de- dencken, daß ich von ihm, als von einem Buchhändler, allhier rede, dahero ich hoffe, er wird mir dieses nicht übel auslegen. Ist ihm aber daran gelegen, so bitte ich mir selbigen einzuschicken, alö- denn will ich ihm selbigen nicht vorenthalten. Verzeichniß ßerzeichntß dermtistlebenden welche Die Leipziger und Franckfurther Messen insgemein zu besuchen pflegen. > - . ^ X X K O ^ ^ G K der Wissenschafften Petersburg.' Adeibuhler, ^. ^1. Ählfeld, .Johann Joachim Albrechts XV-rtrv^ Johann Andrä und -Hort — Johann Nicolaus ArWin und Merkus Bader, Emerich Felix und Peey Barcholma, Daniel und Sohn Baumelburg, Johann Jacob Bauer, Johann Andreas 2Seck, Johann Benckaev, Carl Joseph — Johann Caspar — Johann M^ior Serger, Christoph Heinrich Bielcke, Johann Felix Birckly, Johann Heinrich Birckn?rs iLrben/ Mathias B-'schof, Joh. Jac. unv Richter Slochberger, Michael ZZodmer/Johann Heinrich ZSöckmann, Peter Boetius Lrl?en, Joh Theodor. Born, Jacob )( )(2 Nürnberg. Wittenberg.' Nürnberg. Frf- an, Mayn. Herborn. Leipzig. Regenfpurg.' Ulm. s) Arnstadt. b) Halle. Straßburg. Mayntz. Augspurg Frf. am^Mayn.- Tübingen, c) Jena. Zürch Jena. Basel. Leipzig. Zürch. Lübeck. Leipzig. Leipzig. Fo?'- g) Besitzt Paul Kühtzens Verlag b) Besitzt Ernst Lndw. Nievs Handlung daselbst. c) Bejitzt Carl Thom. Ebern Handlung. Verzeichttiß lK-:, Gcdicke, Gottfried Genysl, ^. <6ec»rgi, Theophilus Gercke, Zoh, Adolvh G^rlach, Johann Nicolaus - Gftllilw, Georg Conrad Geßner, Davii) — Christian Friedrich Gledsysch, Johann Friedrich Göc^mg, Ge^rg Willhelm Gollner, Christian Friedrich Göpner, Johann Christoph Gorrschald, t^. ^ Griesibach, Michael Gottlieb Grosi?ns Erben, Johann — Johann Heinrich Haase, Johann Philipp Hansch, Heinrich Waller vnd Lo?7?/. t>s. ^. Harrmann, ^. ^. Happach und Schlütter Aarrungs Wittbe, Joh. Bernh. Jena, und Sohn — Joh. Heinrich Königsberg. Haa- Berlin. Frf. amMayn. Leipzig. Hannover. Dreßden. i) Zelle. Zürch. Leipzig. Leipzig. Zerbst. Jena. Nürnberg. Bern. Eisenach. K) Lelpzig. !) Nordhausen. Jena. Gotha. Bern. Frf. an der Oder. i) Besitzt die Zimmermannische Handlung daselbst-. K) Befitzt August Boetii Handlung daselbst. YD iese alte berühmte Handlung besitzt.Herr Beyer. der meistlebettdett Buchhändler. Hände, Ambrosius Hang, Joh. Jacob Berlin, m) Jtzsteln. ^/.7 //s^ Mrrbe, Joh. Andr. Jngolstadt/ Hebsld, Gottlob Sorau. Heckel, Christoph Dreßden. Heidegger und Lomer lüomp. Zürch. Hemsius, Johann Samuel L ipzig. n) Hemmerre, Carl Hermann Halle, o) Hennig, Carl Siegmund Wittenberg. Herold/ Christian Hamburg, x) Hertel, Philipp Hamburg. H^yl, Quirinus Würtzburg. Hilscher, Gottlob Christian Dreßven. Mayntz Wolffenbüttel.^Z Jena. Cölln. Augjpurg, Cölln. Cöll». Gotha. Gotha. Jena. Braunschw. Lemgo. Nürnberg. Augspurg. Cölln. Studtqardt. Frf- am Mayn. sZ Nürnberg. Nürnberg. Regenspurg. Amsterdam. Giessen.« Augspurg. Mül, ^) Besitzt Freytags Handlung daselbst. ») Besitzt Matthias Andrä Verlag. der meiftlebendett Buchhändler. Mütter, Philipp Casimir Marpurg. INl.iy, Chriiwph Wolffg. Frf. am Mayn. Mumme, Frantz Christian Coppenhagen. Mundb«ch, Georg Gottfried Nördlingeu. Nicolm, Christian Gottl. Berlin. Nöchsns 'Lrben, Servatus und Johann Cölln. ^ ,tt'^ < - .»'l .X . N!. Oelschttee, Johann Christian Christiania.' Grell und LoMpagn. Conrav Zürch. Occo, Andreas Nürnberg. — Georg Covurg. b) Pauli rvittbe, Hicr. Christian Copperchagen.' Peey, Joh. Conrav und pader Negenspurg. pfeffel, Johann Andreas Augspurg. Pieysch, Daniel Breßlau. c) von der poll, ^. ^. Cölln. preuß, Jacob Coppenhagen. Prompeer, Jacob Lüttig. püy, Peter Cölln. -i?' ?Q Remy, Johann Jacob München. Renners Erben nnv Viq Halle. — Simon Jacob Bramschweig. Rett b) Besitzt Joh. Georg Steinmarcks Handlung. c) Besitzt etwas von Mich. Rohrlachs und Joh» Georg Böhmens Verlag. Verzeichnis; Re-magcl, Johann Willhelm uno Reul Onoltzbach. Richcer, David Budißin. — Gottfried Hamburg- 6) — Paul Emanuel Altenburg. — Johann Ehrenfried Görlitz Riede!, Samuel Gottlieb Bayreuth, Riegel, Christoph Nürnberg. R? gelmann, N. 1^. Essen. Rircer mW Lhouet Rirrer, Johann Friedrich Jena. Romerskirchen, Heinrich Cölln. Rochens rvitrbe Joh. Christian. Coppenhagen. ' —. Johann Paul Ulm. Rschgängel, Anton Nürnberg. Rohrlach, Michael Breßlau. Rüdiger, Johann Andreas Berlin. — Johann Friedrich Prag, e) — U. tt. Rostock. — Johann Heinrich Dantzig. Rump, Georg Willhelm Bremen, t) Saalfelds Lrben, Christian Halle, von Sand Dominicus Frf. am Mayn. von Sand XVmbeJohann Maximilian Frf. am Mayn. Sauermann, Nathanael Bremen Schall 6) Besitzt Sam. Heils Handlung daselbst. e) Besitzt Joh. Ziegers Verlag. f) Besitzt Herrmann Jägers Handlung. der meistlebenden Buchhändler. Schall, Friednch Christian Eßlmgen. Schall, Andreas Gotha. Sch?ll, Nicolaus Lauban. Schiffe!, Johann Ludwig Coburg. ^) Schlebusch, Johann Colln. Schlüreer, Georg und Happach Augspurg. Schmidt, Johann Adam Nürnberg. — Jonas Lübeck. _ Johann Peter Berlin. Schönermarck, Johann Julius Leipzig. K) Schönwetter, Johann Martin Frf. am Mayn. Schopp, Christian Friedrich Halberstadt. Schöpfer, Johann Ulrich Schafhausen. Schöps, Johann Jacob Zittau. Schröders wurde, Ludolpl) Braunschweig. — Tobias Heinrich Erfurth. i) Schubarch, Johann Gottfried Merseburg- Schuster, Jacob . Leipzig K) Schwan, Theodor Jer. Quedlinburg. Schw^rye, Gottl. Heinrich Wiltenberg. Seidels XVittbe und Scheid- . Hauer Magdeburg. — Zacharias Regenspurg. Geig, Johann Andreas Nürnberg. Gellius, Adam Halle. Sie- ' g) Besitzt einen Theil von Pfotenhauers Handlung. - !,) Besitzt Caspar Jacob Eysels Handlung. , i) Besitzt Christian Weinmanns Handlung. K) War ehedem die Großschuffische Handlung. Verzeichniß Siegert, David Liegnitz. ^ Gpener, Johann Carl Berlin, Spring, Wolffg Ludwig Frf. am Mayn. Sceins rvittbe, Johanu Nürnberg Gcein, ^- Straßburg. Geern, Johann Cornelius Lüneburg. Stock, Willhelm Frf am Mayn. Stocks Erben, Johann Adolph und Schilling Frf. am Mayn. Stöbr, Johann Christoph Vüdingen. Geössel, Ich. Christoph und Johann David Chemm'tz. Gtröm-r, Frantz Anton Augspurg. Geruny, Gottlieb Ernst Aichersleben. Tauberts Erben, Joh. Daniel Altorff. Ä.eubtter, Johann Michael Leipzig. Y Thurneis Gebrüder Basel. Toecenfeld, Johann Jacob Wetzlar. de Tournee, Samuel Genev. Varrenrrap, Frantz Frf. am Mayn. Verbeck, I. und H. Leiden. Vesmer, Johann Friedrich Altorff. Veirhe Gebrüder Augjpurg. ^ Vierling, Johann Gottlieö Hof. Viq, 5. Halle, m) Voss, >) Besitzt Joh. Christoph Königs Handlung in Goßiar. w) Besitzt die berühmte Rengerische Handlung. der nieistlebenden Buchhändler. Voß, Johann Gottlob Lübben. Römgliche Universitaes Buchhandlung Göttingen. Walthel!, Samuel Benjamin — Georg Conrad —. Georg Conrad Von ZVaßberg, Jcmson N0aßm, Caspar VDaysenhaus das löbliche >— das löbliche XVeber, Georg Christ. Xvchrmann, Johann Friedrich Xveiyels VOittbe, 8en. Ehrist. rvenyel, Johann Christoph XVeitbrechr, Johann Jacob Werner, Cornelius Xvertstein und Schmidt Weidemann, Moritz Georg VOeygand, Christian Friedrich — Georg Ernst NOohIer, Samuel ^- Johann Conrad Leipzig. Dreßven. n) Augspurg. Prag. Amsterdam. Halle. Bareuth. Nürnberg, o) Weisenfelß. Augspurg. Coppenhagen. Greifswalde. Prag. Amsterdam. Leipzig. Helmstüdt. Wetzlar. Ulm. Alm. ?) 4- ^' rvohl- n) Besitzt die alte berühmte Wincklerische Handlung. o) Besitzt Joh. Adolphi Verlag. I») Besitzt die Paulische Handlung daselbst. L) Besitzt Joh. Wolffg. Bäuerlems Handlung. Verzeichmß der meiftlebenden Buchhändler. rvo^ Ifcld, Johann Ernst Neu-Brandend, rvoiff, Matthias Augsvurg. Zedler, Johann Heinrich Leipzig r) Ziegier, Johann Conrad Hanau. Zimmer, — — Erfurth. s) Zimmermann, «m^e«^ ^o^i'^/i/c'/?, ^tt^? ^^/^ 0»'?^/'i?FM, ^^A/^/?« S»/?^?'///^0//ttNt, ^/?tt^/0 /^o^s Ie<üiuni8p.7z.. 95. Durch dieses Mitte! wird man sogleich in Stand gesetzet auf emmal zu übersehen, wenn, wo, und von wem die Buchdruckerkunst erfunden worden. Man sieht gleich bey welcher Meynung der. gröste Theil der gelehrten Zeugen stehet, die man hernach weitläufiger in dem Werck selbsten nachsehen kan. Diese beyden Stücke zeugen deutlich genug von dem rühmlichen Fleiß desHerrn Her» ausgebers, wodurch er diese Sammlung brauchbarer gemacht hat. In der Sammlung aber selbst stehet zu erst.- ^,'«o/ tZjlzüorK. Ü>s ?^p»c;rgpkci5um cloKorum ^rsscs er lsr'mz. p. 4, .71. Stephani Klaglied stehet auch in Mich. Maicrairs tMor. Sre^Kgn.l'o. mo l. p. 29Z. lcz^. UNd in TÄso^. ^/m^ /ovee« viss. 6e viti8 SrepK. p. 1 zF. /-/^ Gtepha- nus hatte es 1569. in 4. gedruckt, und darzu eins «Vorrede verfertiget, welche hier ebenfalls mitgetheilt wird. Das Klaglied selvsten bestehet aus l 58 Versen, worinnen er sich sonderlich über einigeunverständige Buchdrucker beschwert, um welcher willen die Buchdruckerkunst in Verachtung gerathen. Die Grabschrifften sind auf Aldum Manutium, Ja» cob Äadlum, Conrad Badium, Conrad Neo- barmm, L.udrvig Tiletanum, Adrian Turne- bum, Nl?llhe!m Morelli, Johann (vporin^ Robert Stephan:', und Johann Froben, griechisch und lateinisch. z) 6e l^pogrgpkis? lnventio- »e, et cle xrelvium leZirims ini^eüione libellus bre- der vsrttchmffett Fubelschn'ftett. 7 brevis A utiiis, olim LoppenKsZii per 7?7e»v?//7^ 1566. excutu5, p. 72.. 170. Ob dieses Buch gleich nach der Aristotelischen Lehrart abge- fasset ist, so sind doch sehr viele lesenswürdige Sachen darinnen abgehandelt. Die angehängten Fragen verdienen absonderlich eine Aufmerksamkeit. 4) L^//?o//5o»-?' !)il!ertstio cZe l^o^rs- pliig, p. 171 - 2o8. Diese Oill^rstion stehet eigentlich in Äesolds pentscle Oin". pdil^io^icocurn, welche zu Tübingen 1620. 4. gedruckt worden sind. Es ist daselbst die dritte. Der Jnnhalt ist eine Untersuchung vom Ursprung der Buchdruckerkunst. 5) /'et?/ L-??-/^'?-/? I^sures ^6«»vAüÄ 60/?-??'/, ^srlemenlis, pl-imiinventorisl'^po^l'gpkia?, ttsr- lemi, gpu6 ^/?-?/?«. />!o?»^?o?^e?/, , , M??//o/>^ o/^e (/ö^kAen^n e//^s ^e?^-^^ L^/>^//te« /vv^/??^ ^00»° Lsmuel /^mp?inF vsn l^serlem, ^ /^7e^/-?,/? I62Z. 4. Hier erscheint es in lateinischer Sprache vom Herrn Georg Avapner, Subconrector zu Alto- nau, übersetzt. Dieses ist nun das beruffene Buch/ worauf sich die Harlemcr so viel zu gute thun, weil der Verfasser ihnen die Ehre zugesprochen, daß ihr ehemaliger Bürger Rüster die Buchdruckerkunst erfunden habe. Es besteht aus XXU. Capiteln. An- A4 fang- 8 Tap. I. Verzeichnis sanglich führt er die Zeugnisse Hadrians Juni»', (*) Theodor Volckhards A^c ornhercii und Ludwig Gvicciardzni vor Harlem an. Hierauf giebt er von einem verlohrne» Buch, welches Johann von A -ren verftl tlget haben soll, Nachricht. Die Überschrift Davon war folgende: ^»-em^ liue cle pl-ims et msuclirs Ksclcnus vul^o cr verlöre tz- men2>t!8t^pcZ!s,i!ncXinvcnt!one, clialciAu», nunc: p' imum nl^üpru» et in luccm eclirus surore ^//^a, t^ärlemeo. Aus einigen Überbleibseln führt er etliche Stellen an, die nichts sonderliches sagen wollen. Denn er gesteht den Maynzern die Ehre zu, und behauptet weiter nichts, als daß man zu Harlem einen geringen Anfang gemachet habe, welcher hernach zu Mayntz zur Vollkommenheit gelanget. Aoornherw und Gvicciardini Zeugniß gründet sich auf den schönen Beweiß: Man sage, daß !c. folglich werden diese Zeugen wenig helf- fen. Alsdenn werden verschiedene Zeugen vor Manntz ausNrcol Gerarii KeKu« rviogunr. vorgestellet, jedoch ohne Beurtheilung. Die Frage.- od Johann Gurrenberg, oder Johann Faust nnd Peter Gchöffer die ersten Buchdrucker zu Mayntz gewesen, wird also entschieden, daß Johann Hauj? der erste gewesen seyn soll. Es sind aber die Gründe nicht hinlänglich. Ein Verzeichnis) einiger alten Bücher / so zu Mayntz gedruckt worden, folgt hierauf. Die Anzahl ist sehr gering, dahero auch sehr unvollkommen. Nunnßchro werden verschiedene Zeugnisse eingerückt, woraus die Erfindung der Buchen Iunii Zeugniß habe ich im I.Theil x. 21. abgc- ftrtiget. der vornehmsten Jubelschrifrett. 9 Buchdruckerkunst zu Straßburg bewiesen werden will. Gleich darauf wird gewiesen, daß die Schriftsteller wegen des Erfinders zu Straßburg nicht einig sind. Bald soll es Gurrenberg, bald Menrelin siyn. Dahero man sich also erklärt, daß zu Mayn-tz eher, als zu Straßburg gedruckt worden sey. Und dieses ist auch wahr. Die Ausbreitung der Buchdruckerkunst in Teutschland und Italien wird hierauf erzehlt. Endlich kommt der unvergleichliche Beweiß, daß zu Harlem die Buchdruckerkunst erfunden worden. Man bahnt sich den Weg hierzu durch Erzehlung einiger alten Bücher, so zu Harlem gedruckt worden. Das älteste darunter ist vom Jahr 1481. Allein eben dieses ist wieder Harlem, da man fchon vom Jahr 1454. gedruckte Bücher weiß. So weitlauftig dieser vermeinte Beweiß geratheu, so stehet doch weiter nichts drinnen , als was Iumus, ZNartangeius Accmsius, und die unrichtige alte Cölnische Chronicke davon sagt, wovon ich bereits meine Gedancken im I, Theil p. 2z. leczcz. eröfnet, dahero ich hier weiter nichts davon sagen will. 6) ^Llst!« c^e ori^ine r^pogisptii^ L czuo, czuc> tempoie A Huo lo^o >I!g pi imum iriuenr.? szc, e ciocumeritis gc! k'susiorum cle ^^clisKenbui-g fsmi- Iwm pcrtinenr'lzu?? Iigusts von p. 452-485. Eigentlich ist diese Nachricht teutsch geschrieben, von dem seel. Herrn Johann Christoph N^olftn, irr !,'c,n5peÄu luppellec^ii!j8 epiliolicX A lirres^ltN p. 284- bekannt gemacht und hier aus dem Teutschen ! von. L-udwig Rlcsick.rn ins Lateinische übersetzt ! worden. Der teutsche Titel davon ist oieser: Di- scours vom Ursprung der Druckercy, wer / aucj? ^ Wann, und an welchem Orre solche erstmals 5. > As funden, ic> Cap. I. Verzeichttiß sunven, aus denen der Zausten von Aschaffenburg gehörigen Documenten. Der be- rühttite Herr von Uffenbach hat selbige durch Vorschub des Herrn Johann Ernsts von Glauburg aus einer Abschrift Johann Maximilians zum Jungen abschreiben lassen. Wer Verfertiget da« von,"ist so gewiß nicht zu bestimmen, unterdessen schreibt er in der Vorrede ausdrücklich, der Erfinder wäre seines UrgroßeltervaterS, väterlicher Seite Bruder gewesen. Nun geht seine gantze Absicht dahin, daß er beweisen möge/ Fohann Faust wäre der Erfinder gewesen, folglich muß wohl ein Zaust Urheber von der Nachricht seyn. Herr Pastor Johann Christoph wolfglaubts, es wäre Johann Friedrich Zaust, der noch lebende Johann Christian Wolf aber, es wäre dieses Sohn gewesen. Der gantze Jnnhalt laust dahinaus: Johann Zaust habe zu Mavntz diese Kunst erfunden; Peter Schöf- fse wäre ein Bedienter von ihm gewesen, welcher die sogenannte Marrice erfunden, und davor desZausts Tochter Christina zur Ehe bekommen hatte. Ob» sich nun gleich diese beyde mit emem Eyd verbunden, nichts auszuschwatzen, so wäre es doch geschehen^ baß Johann Guttenberg Wind davon bekommen hätte. Weil er nun wahrgenommen, daß «diess Kunst eintraglich wäre, so hätte er Zaustens Freund- schafft gesuchet, er wäre auch mit ihm einig worden^ die Verlags-Kosten gemeinschafftlich zu tragen, worüber sie hernach in einen Streit gerathen. Und da dieser nicht nach Gmtenbergs Sinn ausgefchlagen^ so hatte er Mayntz verlassen und sich nach Straß- bürg begeben, woselbst er vielleicht die Buchdrucker- ?unst zuerst getriebn hätte. Ich bekenne es aufrichtig. der vsmehmstett Jubelschriftstt. , r richtig, diese Nachricht hat mich anfänglich in Verwirrung gesetzet. Alleine, da ich von der Wahrheit dieser Nachricht nicht überzeuget werden können, so bleibe ich noch bey meiner Meynung. Denn erstlich schreibt diese Nachricht ein Anverwandter: Ein Anverwandter sucht doch immer div Ehre seines Geschlechts zu vertheydigen. Hernach ist er von dem Erfinder ins fünfte Glied herunter entfernt', welches schon eine schöne Zeit ist. Endlich ist doch sein Beweiß weiter nichts, als man sagt, welches mir noch kein Genüge thun will. Das eingerückte gerichtliche Instrument erweißt, nach meiner Einsicht, keineswegs, was man sucht, wo nicht gar das Gegentheil. Denn ich lese darinnen : Darauf Johann Gur- tenbeeg geantwortet, daß ihm Johann Faust Fc>O A. verlegt. Also hat Zaust Guttenbergett Geld vorgeschossen, und nicht Gmtenberg dem Zaust. Ist aber dieses, so finde ich, was ich haben will. 7) vecsno Klonssierienll so L. ^linlZenli. Lolollia? Krisis,. 3vu6 logn.iiinckium. 1640. p. 547. - 8l2. Da diese Überschrift alles sagt, was das Buch in sich begreift, so brauchen wir nicht viel Worte zu machen. Mayntz istderOrt, Gurrenberg, Zaust, und Schässer die Erfinder. Und dieses ist so gründlich erwiesen, daß Mallmkror hierinnen alle Vorgänger, vielleicht auch seine Nachfolger zum Theil weit übertrift. 10) Ztt^'i' Fa.v/'o^M cle t^oozrgpriicze Ams inue-^rione K inuenrorious vil^-rrzrio, I^uZ6. Lsrsu. ex nKc ins /^o^/. 1640. p. 854. - 868. Diese Schrift ist eigentlich dem Mallmkl oc entgegen gesetzt. 2)oxhorn will selbigen widerlegen, und die Ehre vor Hartem erjagen. Er ist öfters dergestalt in Eifer gerathen, daß er die Bescheidenheit ver- der vornehmsten Iubeischn'sictt. , ^ vergessen hat. Es ist cmcb kein Wunder- wci! er d^e- se Abhandlung in den Hundstagen geschr-i-bm hat, wie er selbst, n sagt: Krrsn.en, ^uo^milciiz, IiTc Kl-ib>lll.u« in iplo csm^ulle Tltu n. K2s. U^Z) That, ausser in den Hundstagen, würoe nicht leicht jemand eine solche Schrift verfertigen können. 14) ^. ^u/??/, ttslix-8?!xon:8, pl'ofeü". Lip^ ^Ie(.grvmbs Isu6um 6c ^rsc.^um, in juclis irerum tccuisl'iizu8, olz inuenrain in Lei-msnis slz. ninc snnis L L. clislcoA^iniiZMz !i6 s5sm lupremi numin!8, grtisomnis äscoris, in-^ue nnnvrem nr-i. rnor. nujus suKorum, nec non pei'petugm rei me- morism, pubiice oieczuein'I'iliecosä?li8n-Cl>st5uin jmmvlsts: cum in csrrmnikzus ciuilzu^igln ^ epi- Arsmmsri8, ruin vero piXcivue in cieclgrnsriuncu- Is Kilenni, srris r^pvAispnicW cnmmenäsrionem s xrimis U8^ue t.urisbuji8 in slecliuem vgulsrim tlne- Äsm Iiilt^lice ms^is czusm rkerorice e vsrii« ici j- prvrious celekrsnre. jl^inliX 1640. spuc.! r^pc'Aig. xnv8. p. 869 - 880. Erstlich trift man eine rechre mannliche lateinische Ode, hernach zehen sinnreiche Überschriften hiermnen an. 12) ^Ä'es A^/?/? ?. L.ö^p. 1^,. pgne^ricg De- clsmstio, czuz srris r^^ioArsnnieXimriz, vroA^llu^, nov!Iitg8 ^ urilirg8 turnmg celebrnnrur, lc!>^ull sbulionum ^evirsncli incliegntur, srczueipta(zc!M3- ni» tuiL suätoi jbu8 sb exrerorum criminidus, et luoruM) quoczue fgl^rioruM: iniurn^ in inttAium vin^icsl-. 164c-. si. 887- 929. Da der Titel schon alles ftgt, was in dieser N"de stehet, so ist es nicht nöthig, daß ichs noch einmal sage. So viel muj; ich noch anführen, daß diese Rede 16Z8. bey einer Bac- caiau- 14 Cap. I. Verzeichm'ß calaureats Promotion gehalten, und im andern Jubeljahr der Buchdruckerkunst gedruckt worden sey. i z) HccurLrz ex^ llcio inueinumi« notzilillim» parirer sc vrilllllmse greis r^p.^rspnicX, gcjLonler. usn6gm memorism iinni^ Keiisi, czuem elgpiis nunc lZuobu« lT^ulis lolenni iieu celelzrsnclum conlii« tuerunr srris noslrse slumni s ipilenses, nis iplis lZeciicstg in sonorem iliius g^tis s Fe^ems pokens, oui pgl-irer kgncsl'tem^l'olzrcntul'su^tors orum I^iplienlwm stehen / hierher kommen, kan ich nicht entscheiden, Es müste venn seyn, daß man sie in Dreßven nachgedruckt habe. 14) dgrminz tecularis 6e l^poArgpKig gnre gn- N08 ipilös äucentos s Lermsnis muenrg cursbiic 65 imprimelzZr (?eo>'^?ne sl. leclstX p. lOzi-iozs. Diese Jrrungsentscheidungen stehen ebenfalls teutsch im Leipziger ^ubil-ev, und sind vom Rlefeckern übersetzt worden. 18) Lncvmium nodilis Jtczue vtilis grtis t^po^rs- pbicse s L'/i7'//?/s«o lcriptum, p. l 040 - l 04 5. Auch dieses Stück ist aus dem Leipziger .jubil^» genommen und von Johann Gfewalr ins Lateinische übersetzt wordev. 19) t?m'//<°/M lVlengpu liatei'g Lslco- Arsptuse, czus bong iplius et mslg limu!gppen6un. rur er numersmur, Kslll. 1547. 8. P. 104^. -1104. Die Frage: ob die Buchdruckerey mehr Nutzen, als Schaden bringe, ist hierinnen gantz artig abgehandelt. Und hiemit ist der erste Theil zu Ende. Nun- niehro wollen wir auch den andern Theil vor die Hand nehmen. Es steht aber darinnen 1) l^ilioriz l^poZrgpniV ^rZemorsti inuentT. ArZenrorgti 1L4O. 4. p. 1. - 57. Johann Adam Gchragms wird insgemein als Verfertiger dieser Schrift angegeben. Sie ist teutsch geschrieben und allhier vom Johann Gerbard Gucksdorf ins lateinische übersetzt worden. Der kurtze Jnnhalt ist die- ^ Ler: wever die Chinese?, noch die JtMrier, weder vis 16 5ap. l. Verzeichnisi die Frantzssen, noch die Harlemee sind Erfinder der Buchdruckerkunst, sondern die Oberteutschen und zwar die Straßburgec haben sich dieser Ehre zu erfreuen. Demi ihr Mitbürger Johann Menteim ist der eksie Erfinder gewesen. Er gründet sich hauptsachlich auf die Erzehlung riner alten Chronick. Im ersten Theil p. 34 Habs ich diese Worte angeführet und darauf geantwortet. Bey dem Abdruck hat man vermuthlich einen Druckfehler stehen lassen, da man Gchram'um nur Adamgenennet. Er hieß aber Johann Adam, wie man selbften in dem Register gesetzet hat. 2 ) s^tiricumes t^ez eueligl'Ilti- cse ^5^enr. 1641. 4. v. 58. - 165. Daß diese Predigten teutsch geschrieben sind, weiß jedermann. Übersetzt hat sie Friedrich L.uvN)lg Book^r. Der Jnn- halt ist tbenfailö bekannt, wir werden auch unten noch einmal davon reden müssen. z) ^0.??/. //^z-. Ao^/^/orgtio6e ^^pl^rspki^ ^l-Aenrorsu inueriUL, ^ivinirgre er 1640. p. 566. - 188. Bey Schmidts Predigten steht diese Rede angehängt, und in Söcklers zusammengedruckten Reden ist es die XI. p. z2z. Seine gantze Absicht ist, daß er Straßburg gerne zum Geburthsort der Buchdruckerkunst machen mögte. Wie vergeblich aber dieses Bemühen sey, habe ich im ersten Theil bereits gewiesen. 4) Ll'evlZ Kxcul'tus L->Alns pgi Bnelis scl sgpien- tin^mum virum O. ^! M?//^^ot z Klcinsst. vec. ?grilji8, 1650^ p. 237.. z66. Diese Schrift ist wi!m N^udaum und Mallinkwr. Die Schreibart ist der vorhergehenden vollkommen ähnlich. Man wird sich kaum überwinden können, selbige auf einmal gantz zu lesen. Denn es ist alles dergestalt unter einander gemischt, daß man kaum klug daraus werden kcm. Mallmßror hat absonderlich darauf gedrungen, man mögte doch des Kayser Friedrichs Oiplo- ms gantz drucken lassen, welches er Menreln, als dem ersten Erfinder gegeben haben soll. Alleine es ist hier nicht ;u lesen, und also vermuthlich erdichtet. Diejenigen , welche glauben Memelin wäre nicht der erste Erfinder der Buchdruckerkunst gewesen, dürffen sich nicht befürchten, daß sie hier einige Gründe finden werden, welche sie auf andre Gedancken bringen könnren.x 6) ^/75o/>/ M??^^ VblervZtiones 6e pra?cipu!s t^vArgpKiL A l^ovZrgpKiV online trsnslcriptN ex Lociice Lslu^lsno. p. 567. - 404. Diese Anmerkungen erscheinen hier zum ersten mal gedruckt. Sie sind aus verschiedenen Schriftstellern zusammengetragen, welche nicht viel sonderliches vorstellen wollen. 7) l^pvAl'spKei Lkemmrienli8 prim« pIs^ulV Ze aM8 t^poArspKicss inuenrione, vrilirsce A in- cremenw, irerum exculse ^er^o^. (??/^- t^poFriipKeon luum primum spcrienrem. p. 404. - 427. Diese ersten Bogen sind anfänglich teutsch geschrieben und hier von Johann Osn-alcins latei- det vornehmsten Iubelschriftett. 19 lateinische übersetzt worden. Der teutsche TituÜst dieser: /)r/^'öerey z/^Z^eM,/z erste B/.älter von der löblichen und unschätzbar « Buchdrucr'erey- kunst GrsindunI, Z7I-!tz und Beförderung, da, selbst druckrs zum andern mal etwas r.r^-chrt Johann Gabriel Gürmer, als er sein /)rucker- rverckangefang.n^//c G(!)cr 5'nd G^T'ö, nachdem im Jahr Lbristi 1440. und .-Ufo vor 22 r. Jahren diese Runst erstes mal a-if^-nmn n War. Die Anhänger Fausts, bekommen hjec ein Mitgilev. 8. ) /^/^/!//t)it1^ c^li clc' ü^uiiau«. ' V- sii^,-s^KiM rolleucii« > Arnstadt, >652 ^ ^2^-4^5. Die vornehmsten Mißbrauche der Bu-^oruckerey werden nach einander erzehter, die Verbotlieauvden Reichs-Abschicden angeführt und hernach Mittel vorgeschlagen,, wie selbige gehoben werden sollen unö tonnen. 9. ) M A'o/-/??/^'/ Ko/>7Ä Oiilertstic» p.595- 607. Diefe Lobrede stehet in ^. c. l ill. lvi. sonst ^/tt>^,/^?/unverdroßner JugendVornehmen bey der lVeile, Franckf. am Mayn, 1697.12.^.^61-180. Der Her Verfasser glaubt, die Buchdruckerkur-st wäre viel alter, als man insgemein vorgiebt. Denn schon Kayser Carl, der Gross, hatte im Jahr Christi 811. die Gesetze der alten Teutschen und verschiedene Gedichte in Holtz schneiden und selbige aufPergament und Pappier abdrucken lassen, wovon man in der Bibliotheck zuZ Wien noch einen Abdruck aufweisen könne. XVenzel Staude, ein Teutscher, hätte hernach auf seiner Reift diese Kunst den Chinesern verrathen. Unterdessen wäre doch GurrenberH von unserer heutigen Art zu drucken der wahre Erfinder. Alsdenn streicht er den herrlichen Nuzen der Buchdruckerkunst heraus. 14) A/ZMi?/?'/ villertsno 6e l^po« srgrinig, ^ItorKi, 1692. 4. p. 607-614. Herr Ms!- der vornehmsten Iubelschrifren. 2r Moller halr 06 mitl). Gchmids Predigten und Äöck- lers Rede, ohne daß er es untersucht, ob sie auch Recht haben. Als» ist nach seiner Meynung Mente- lin der Erfinder. So weit verführt uns das menschliche Ansehen, daß wir öfters die Wahrheit darüber fahren lassen. 15) M Oillertgtio 6e ^VpoA^spdiz, Wirteizel-Ag?, 1697. p. 614-632. Der Herr Verfasser war eines Buchdruckers Sohn, dahero er sich verbunden hielt, hievon zu schreiben. Die Abhandlung ist recht gut scholastisch. Man hat alles in die beliebten Fachergen gezwungen. Sonsten ist der Verfaller ein Memelianer. Er weiß es aber selbsten nicht warum, ausser, daß er es glaubt, weil es 0. Gchmid uns Böckler geglaubt haben. 16) L' 7^/-7o». Leimen Ist'mum. l'gri^ 169?. 4 p. 6z?. - 64z. HerrThibouft, ein gelehrter Schriftgieser, Buchdrucker und Buchhändler zu Paris suchte durch dieses Gedichte die Academie der Wissenschaften zu Paris dahin zu bewegen, daß sie einen eigenen Schriftgieser, Buchdruckerund Buch- handler annehmen mögte,worzu er seine willigen Dienste anbiethet. Das Gedichte selbst ist recht wohl gerathen , weil er darinnen alle bey der Buchdruckerkunst und Schriftgieserey gebräuchlichen Kunstwörter anbringt. 17) 75//-^///' Oissertstio Ze in- vemione artis t^pnZi'sflbicN jn (Zermgms 1700. 12. p. 644 -700. Der teutsche Titel davon ist dieser: Dijcours von Erfindung der löblichen 2Zuch- druckeetlNist in Teutschland bey Gelegenheit ihres anscheinenden fünfrenJubeliahrs, Gotha,i7oo.l2. Die lateinische Übersetzung hat L.udwtg Rlefecker B z ver- 22 Cap. l. Verzeichm'ß verfertiget Anfanqlich entscheidet Herr Tenyel die Frage: ob das Jo.hr 1700^ das Schlußjahr des sieb- zehenö^n, oder das erste des achtzehenden Jahrhunderts ftv? Er erklärt sich, und zwar mit Rscht> vor das erste. Nachdem dieses geschehen, so weißt er, warum er behauptet, daß zu den damahligen Zeiten, das fünfte Jubeljahr der Buchdruckerkunst herannahet^ Er zehlt nehmlich fünfzig Jahr zu einem Jubeljahr. Und also ist die Rechnung richtig. Alsvenn handelt er von der Erfindung der Buchdruckerkunst, welche er Johann Gmrenbergen zuschreibet, nachdem er die verschiedenen Meynungen gründlich untersucht und bescheiden beurtheilet. Ich leugne nicht,, daß mir diese Abhandlung bey Verfertigung meines ersten Theils gute Dienste gethan hat. Beym Schluß, theilt er uns eine Gedächmißmüntzemit, die er erfun> den. Auf der ersten Seite stehet die UbechWffr. ^K?! i^?O(?k.^k>nieL ^ 6, lO^N. (?V1"I'x!W!5K(?I() ^KQLNIOK^I'I MVL^'I-^ VZ'L eM8ii.ic>(zv^ 10^1^. Z'^V8?'T ivWc?v^'i'iK I^ieeee^ ^^'j?j>IZZ ^^^0 cl^z^ci'M^ I^^LLZIL ?KlVIVIV! VV^^I^L YVI^'I^V^ IVLZl^LVM ^X^0 cttKiSI'I IVLI^/^LY- 1^. vce. ^Li^ici^K^ c^^^^'i'i L^c^v^. Die der vornehmsten Jubelftht ifrett^ 2z Die aniX'ro Seite stellet die Aurora in Gestalt einer Frauen in einem Wägers vor. Der Wagen selbst wird von dem geflügelten Musenpferd, Pegaso, über welchen,/ der Morgenstern scheinet, fortgezogen. An statt des Wagenrades hat man Flügel aus dem Wagen der Fortuna entlehnet. Aurora hat in der Hand eine brennende Fackel, mit der lincken streuet sie Rosen und Blumen aus. Vor ihr stehet ein wachsamer Hahn in krähender Positur und hinter ihr bricht die helle Sonne Herfür. Die Um - und Unterschrist: VI- ÜVttott^ ^IVkic^ LOI^Löj. 3le 7^k>V(ZKä!?MH KKtt^. I'VIVI LV6NLLl.lV Kl. zeigt an, gleichwie die denen Musen und Studirenden holde und günstige Morgenröthe vor der Sonnen hergehet; Also sey die Druckerkunst vor die durch GOttes Gnade wiedergebrachte Evangelische Lehre hergegangen.- Ich habe diese Beschreibung mit Fleiß hier aus Tenyeln mit dessen eigenen Worten eingerücket, weil diese MüntzeHerrReyher in Gotha stechen lassen, wovon ich unten mehr lreven werde. 18) ^?//?o/-soz ? ^<'/7?^M Igu6c8 l'vpo» grgpKiX, LKemmtii, 7709. p. 700-70^. Herr brause, ein Kunstverwandrer, hat mit diesem Brief Johann Conrad Seösieln seinen Glückwunsch abgeleget, als selbiger sein Postulat bey seinem'Herrn Vater verschencket. Man findet darinnen erzehlet, was zum Lob der Buchdruckernmst gesagt werden kam Johann Gerhard Gucksdorf^ hat diesen Brief ins Lateinische übersetzt. 19) l)e (ZermsniN mirscuio optimo msximo l'ypi« I^ittergrum eurumezus 6iKersntiis äiNerts- tiv, c^ua iinml.^rti8 ^ypogrgpdit.B univel'lgm rs- B 4 üvnem A4 Tap. I. Vsrzeichttiß tionem expiil'?>c /'^/tt^ /'i?^»'. Leipzig, 1710. 4. p. 605, 866. Paulus Pater hat in seiner Jugend die Buchdruckerkunst lernen wollen, er ergriff aber hernach das Studiren, und brachte es sonderlich in der Matyi'marik sehr weit, wie er denn das Amt eines oyemlichen Leiters zn Dantzig erhielt. In gegenwärtiger Abhandlung untersucht er, wer dieBuch- druck.'rkunst erfunden habe. Die Liebe zur Mathematik bar ihn vermuthlich verführet, daß er Io- bann R'.'giomomanum davor ausgegeben hat, welcher Johann Luttenberg, als einem reichen Mann, die Kunst entdecket hatte. Dieser Einfall ließ sich wohl hören, wenn er nur erwiesen werden könnte. Nur daran fehlt es. Die übrige Abhandlung ist le- ftns werth, indem er uns erzehlt, woraus die Lettertt gegossen werden, worinne die Lettern von einander unterschieden und was sie vor Nahmen führen. Von allen und jeden giebt er Proben. Am Ende hat er einige Fragen angehänget, welche ich im li. Theil nach dem Reichs- Abschieden beleuchtet habe. Hier finde ich p. 826. eine Erläuterung des Tractats 6e l'vpis lirrersr-um, wo diese hergenommen, ist mir unbekannt. Denn bey der Ausgabe, vom Jahr 1710. steht nichts davon. Die meisten Stücke finden ihre Abfertigung an dem bereits angeführten Orte. 20) /'et. /^c^o i^rciArsmmz cle I vpo- Ansplug «5c pulvere p^lio, I'or-Ag?. 171z. p. 867- 872. Der Herr Verfasser eignet Mentelin die Ehre der Erfindung zu, weil ihn die geschriebenen Documence, welche Schmidt angeführet, darzu nöthigten. Vermuthlich hat er diese Stellen nicht überleget, sonsten würde er andere Gedcmcken bekommen haben. > 2.) d?r vorttehmsrcn Iubelschrifien. 25 21) O?/^/?// clillel-tstio cle vl'im'8 Ll-ris poAlki^KicX invenroridus, p. 872 - 904. Diese Abhandlung sieht in Gudins commemzi-iis (je Lcriprolidu8 8cl>ipri8 Leclellsliieis. l^iplin, 1722.5vl. ^m. III p. 2741. 5eczcz. Faust, ist nach semer Einsicht, der erste Erfinder gewesen, er hat ober, ohne Zweifel, nicht recht gesehen. 22) I^m??/ donieÄurg verolirnilis 6e prima l^ovA^gvnjg? inventione, p. 904-910. Diese Muthmassung steht in der 6o//t-S/o?/ 0/ /-ne^/ ^?>^/o/^o^« ?o//?/^VoI, I, p.297.Londen,^726. 8, und in M??^/?/>// /^nngl. l^voArspn. I'nm. II. gleich im Anfang. Es meynt nemlich Toland, Cicero habe im U. Buch <^e nzrnrs veorum dem Erfinder der Buchdruckerkunst Gelegenheit dar- zu gegeben, indem er geschrieben : »ie e^o non mi- rer elfe «zuenczusm, czui lilzj pertus6estz corpors ^us?6sm loli6g »tczue incZivi6us vi ^rsvitste fer- ri» munäumczue eKci ornstilllmurn ^ vulcnerri- mum ex eorum concul lione fortuitg? 5loc czui exiliimet tieri votuille, non intelli^o, cur nor» i6em putet, ll innummersdlles vnius ^ viZintl forrna üccerarum, (vel guress, vel ^uzle5iivet) sli- p. Ursprünglich ist dieseSchrist in Frantzösischer Sprache abgefaßt, hier erscheint si^ Lateinisch übersetzt. Nachdem der Werfasser eingestanden, daß diese Kunst Gmeenberg erfunden habe, so handelt er von dem Nutzen , und derselben Ausbreitung ; Von den berühmtesten Buchdruckern in Franckreich, ihren Freyheiten, Zeichen, mW gedruckten Büchern. 25) Jossn. Fo^e«ösFc^?' breuis^slztio- iZe sri^ine ^po^rs^Kig?. 965 - 977 Diese Nachricht ist aus dem Dänischen übersetzt. - Sie steht in folgendem Buch : IZxempls meearum pogrspklezrurn, czuN reperiunwr in' KdU» lV^gie. ttsti« K ÜLStZemiW' ^staienKs l'^po^rspk'i» primo- ere6t^ s psti'» ^s//'^ ^/o?//??^/o ^ ^ieincie suärg g .^//^o ^ (^axiisnls, ^o»'?/?/^/« tzsaäem reaovsrs s ^c-A/-//?/^/'/,///^>g Fo^^/w^?^ der vsmchmsttttIubeWtt'ftett. 27 Kccne IvZgieltgtis A ^cscjcmiX ttsfnienlis ^p«- ^r-z^ii«, ^sflUX, iSsr. in 5o!w. Der Verfasser Zeigt erstlich, daß die Buchdruckerkunst weder in Chim, noch in Italien und Frcmckreich / sondern in Teur'chland erfunden worden sey, und zwar wäre tNet.tel zu Straßburg auf den Einfall gerathen, weichn hernach Gmemberg und Zaust zu Mavntz ausgisühret hätten. 26. vblerugtiOlie8 6e lorm A proArellu ^rsprise ex sn^Iic.», P. 977-995- Ein Auszug aus enem Brief des Carl EUisii an Edrvard Tyson nacht hier den Anfang. Es ist selbiger den l'rsn-ZÄjon. ^n^ii^giils 170z. p. 1416. einverleibet, md von Peter Amsinc? ins Lateinische übersetzt norden. In diesem Auszug wird erzehlet, daß der Verfasser zu Haarlem das sogenannte allererste Buch gesehen und gefunden habe, daß es keineswegs ein Donar, sondern ein geistliches Buch m Holländischer Sprach gewesen, welches nur auseinev Seite gedruckt wäre. Diesem wäre angehängt: I.ibsl-virB ^lexzncil ! V?. in barbarischer lateimMr Sprache. Beyde wären 1430. gedruckt, dahero die- Erzehlung nothwendiger Weise falsch wäre, wenn, man ftgt,L.orenN Ixütter hätte die Buchdrucker» runst 1440. erfunden. Über diesen Brief findet ma» nun m gedachten 1l'gn^zÄioni!zu8 allerhand An- merckungen, welche gleichfalls hier eingerücket iWr-- den,die vornehmlich dahinaus gehen: Rüster wärs der erste Erfinder gewesen. ^ ^ 27) ^c>. ^sF/on'/? ^xei'citZtio 6e InventloriL Pn«iüpK>B, vi-g cum Ä^?///^/, K. 8, l^. en3l 5üti'.!ne rerum, ^uss sci iilüm illultisn^sm co!^ !e^if. ex 1rÄN5sÄioMu8 ^dilul^p^ 170?^ Cap. I. Verzeichnis 1707. dl. zio. p. 995 - 105. Herr Bagforö hält davor, man hätte nicht Ursach die Erfindung der Buchomckerkunst beyden Chinesern zu suchen, inan könnte sie ja bey den Römern finden, wovon derselben Münyen, Siegel und andere gestochene Nmien ein Zeugniß ablegten. Und wenn es wahr wäre, wie man insgemein glaubt, daß dieSpiel-Chartenschon zu Zeiten des König Heinrichs VI. in Engeüasd erfunden gewesen, so wäre ja dieses schon die erstePro- be von dem Drucken gewesen. Hierauf hatt- man zu Haarlem der Sache weiter nachgedacht, uni) endlich wäre die Buchdruckerkunst zu Mayntz zu derVoll- kommenheic gelanget, wie wir sie heut zu Taze haben. Gutcsnberg wäre nicht der Erfinder, welman sein von ihm gedrucktes Buch aufweisen kannte. Hierauf verspricht er weitlauftig von der Buchdruckerkunst in einem besondern Buch zu handeln, und allerhand Merckwürdigkeiten zu entdecken. So viel ich weiß , ist es nicht geschehen. Der Grundriß davon, wie er hier steht, ist gewiß nicht zu verachten, rvanlejlw erzehlt was Sagford geiammlet, worunter allerdings viele rare und merckwürdige Dinge sind. 28) l^ncg ie!eP0ZI-Zpkicz p. lo i6-I2Z2. Hier hat man mehr, als aus neuntzig Schriftstellern, allerhand merckwürdige Stellen in verschiedenen Sprachen angeführt. Nur dieses eintzige Stück wäre schon ein deutliches Zeugniß von dem grossen Fleiß des Herrn Herausgebers; Alleine hievon zeuctt das gantze Bnch, wodurch sich der Herr Professor VOolfbey den Liebhabern dieser Kunst ungemein ehrwürdig und bey den Nachkommen seineu Namen unsterblich gemachthat. der vornehmsten ^ubelschrifutt. §. II. Z'o,-/^?>/6 ^' / z Is tt-iye, ckes lg veuve le Viel-, ^ p.erre pgupie, 1740. in groß 4- Von 1 Alph. nvlich ist dieses Buch würcklich zum Vorschein gekommen, wornach bishero viele gelehrte Manner ein besonderes «Verlangen bezeiget hoben. Eben deßwegen will ich es nun auch etwas genauer betrachten. Der Herr Verfasser soll pros- per Marchand seyn, ob er gleich seinen Namen nicht vorgesetzet hat. Es ist in zwey Theile abgeteilet. Der erste Theil enthalt eine Historische Nachricht vcn der Erfindung der Buchdruckerkunst und derselben Ausbreitung in sich. Die gantze Abhandlung be reht aus achtzehen Abschnitten. In der Einleitung satt er uns, die Buchdruckerkunst sey ein himmlisches G?schenck, weiches dem menschlichen Geschlecht un- geucin grossen Nutzen schafte. Wenn, wo und von wmi sie aber erfunden worden, hatte man bisher» he-'tig gestritten, weil sich verschiedene Völcker und Städte diese Ehre zueignen wollen. Einige Schrift- steler hatten diese Erfindung so gar dem Sarurnius, andere, zum wenigsten die Wissenschaft, den Patriarchen, und Äda^m selbsten zuschreiben wollen, mit ebenso grosser Wahrscheinlichkeit, als in neuern Zeiten ein Gelehrter sich eingebildet habe, eine Stelle aus des Cicero Schriften Hütte öie Erfinder gar füq- iich ZO Lap. l. Veezeichm'ß li.ch auf die Gedanckeu bringen können. Aüeine/ diese alle wolle er auf einmal abweisen / wenn er einen gegründeten und wahrhaften Bericht von dem Ursprung der Buchdruckcrkunst liefern würde. Und nunmehro fangt er auch selbigen an. Um das Jahr -440. geriech Johann Gurcenberg, Johann Gc>nsfl.lsch, mit dem Zunahmen Gutten- berg, oder Johann zum Junten von Gurren, berg, von Geburt!) ein Straßbürger und Bürger zu Mayntz, oder, wie andere mit mehrern Recht wollen, ein Edelmann von zum Jungen, welcher, in Mayntz ein Hauß gleiches Namens, und in Vor Nahe einen Paliast, Gurtenberg genannt, hatte, zu Sttaßdurg auf die Erfindung der Buchdruckerkurst, welche er zu Mayntz zu Stande brachte. Sein erstes Unternehmen war sehr gering, und rn- vollkommen. Denn er schnitte in Tafeln von H»!tz einige Buchstaben und Wörter, und druckte sie als- denn ab. Nachdem er nun viele vergebliche Versuche gemacht und seine Güter dabey ziemlich verschwendet hatte, so entdeckte er sein Geheimniß Johann Medinbach, oder vielmehr N^eydenbach und Johann Faust von Ästhaffenbury, einen Gsldschirid, welcher ihm rreulichbeyftund. Du nun Peeee Schof- fer, lateinisch gebürtig von Gernshcim, sin Bedienter von ihm, gleichfalls einige Wissenschaft davon erfuhr, so wurde er mit darzu genommen, welcher vieles zu der ErSndung ihrer Kunst mit beygetragen hat. Nachdem sie sich nun alle Mühe gegeben hatten, so brachten sie endlich so viel heraus, vaß„ ^ Dieser Schrjf-stcllcr ist Joh^n-l TsWlS, Wie l'mutz oben §cl)Z!'tt haöekZt. ' der VSrttchmsrM Iubelschriften. z i daß sie allerhand Schäften auf Holtz, Steine und Metalle eingraben konnten, welche sie hernach vermöge einer dicken Farbe abdruckten Gegen das Jahr 1450. waren sie so weit gekommen, daß sie auf diess Art ein Alphabet, einen Donctt und Iohannis?a- nuensis csclioNcon verfertigten, woraufhernach einige Bücher mehr folgten, absonderlich das beruffe- ne 8^ecu!um KumsnT ^jutis. Dieses alles waren also weiter nichts, als Holtzschnitte, die man nicht mehr, wie die Chinesischen Holtzschnitte, als zum Abdruck einer cintzigen Seite, und eines emtzigen Buches brauchen konnte, welches sehr kostbahe war. Alsdenn schnitten sie gcmtzs Wörter, Sylben und Buchstaben von ihren Tafeln ab und setzten sis wieder znsammen, etwas neues damit zu verfertigen. Aber auch dieses kostete viel Zeit, Mühe und Geld. Gleichwohl musten sie sich damit behclffen, bis Gchöf- fer die Kunst Littern zu giessen ausgegrübclt hat, wie wir sie noch heut zu Tage haben. Als er nun Fausten ein gantz gegossenes Alphabet zeigte, so erfreute sich dieser dergestalt darüber, daß er ihm seine Tochter zur Frau gab und sich mit ihm verband. Unterdessen gab sich Guttenberg Mühe eine Dinte, oder vielmehr eine Druckerfarbe, zu erfinden, wiewohl ihm dieses einige absprechen, und ebenfalls Schösse:« zuschreiben. Sie packten demnach ihre höltzerne Buchstaben zusammen und brauchten selbige zu weiter nichts mehr, als guten Freunden zu zeugen. Hierauf fiengen sie eine Probe mit ihren ge» gvssenen Buchstaben zu machen an. Sie druckten die Cöllner Chronicke, eins Bibel und das bereits in Holtz geschnittene csüiuüLon zum andern mal, jedoch ohne Benennung des Olts und der Zahrzahl. Z2 Cap. !. Verzcichm'ß Unv dieses sind die allerersten gedruckten Bücher in der Welt. Sie hielten sich in dem Hause zum junge»/ welches Gurrenberg gehörte, und von der Zeit an nur das Buchdruckerhauß genennet wurde, gantz stille und in geheim auf, damit ihre Kunst nicht entdeckt würde." Faust brachte hierauf eine gross Anzahl Bibeln nach Pariß zum Verkauf. Weil aber die Kaufer eine ausserordemliche Gleichheit darinnen fanden, die es noch vor geschrieben hielten, so be- schuldigten sie ihn einer Hererey, daß er auch genö- thl'get wurde Pariß zu verlassen. Er fiohe also in aller Eil nach Mayntz, und von dar nach Straßburg, allwo er Johann NUcmeln die Kunst entdeckte. Der erworbene Gewinnst gab Gelegenheit, daß sich die ersten Erfinder veruneinigten. Weil sich nun Guttenberg beleydiget befand, und vor Gcrichtdie Sache verlohr, so gieng er nach Straßburg und richtete daselbst mit einigen Gehülfen eineDnickenv an, welches um das Jahr 1455. geschahe. Weil es ihm aber auch hier nicht nach seinem Sinn gienq, so verfügte er sich 14;?. nach Haarlem und legte daselbst eine Drucksrey an. Der Ruf von der zu Haarlem errichteten Buchdruckerey kam bald nach Engelland, dahero der Eantzler von der hohen Schule zu Orforv Thomas Bourchier sogleich Robert Tournor nebst einem Kauffmann VOilhelm Caxton nach Holland schickte, Nachricht davon einzuziehen. Sie wachten es auch so weit, daß sie Friedrich von Corselles, einen Mitarbeiter des Guttenbercp, mit Gelo bestachen, und ihn nach Oxford überschifften. Aller Wahrscheinlichkeit nach mag man diese Untreue mit Genofleisch zu Straßburg, und mit Hausccn zn Haarlem vermenget haben. Unterdessen ver- der vornehmsten Iubelschn'frett. zz verließ Gmc^nberg Haarlem gar bald wieder, und kehrte nach Mayntz zurücke, allwo er ^. 1465. bey dem Churfürsten Adolph von Nassau in Dienste gieng, und daselbst 1468 gestorben ist. Faust und Gchöffer sehten unterdessen ihre Druckeret) zu Mayntz fort und lieferten acht Monath.' nach ihrer Trennung mit Gucrenberg den Psalmen Davids 1457. allwo man am Ende folgende Worte ließt: i^iens PHl^ moi'um ^^c!ex venuli^te LLpitslium tlecorztu8> ru^ izricgrionibu8L>ue luKeienter lli5tin^us. ^6in- uenmone siriiiciotg imprimen^i sc crisssKensgndi dbsczue csismi ex^rstione eKZisrus ^ s6 eule^- tzjgm Vei incluklie elt conlummgtu8. ?er josn- tiem fuli ciuem moguntinum^petrum tcKoiKe^ 6e AernsKeim snn« ciomini >1illelllnc> cccclvij» !n vi- ^ilig gillimpcünis. Bon Guttenberg weiß man kein einziges Buch in der Welt, welches er gedruckt und mit seinem Namen bezeichnet hätte. Unterdessen ist es doch eine ausgemachte Sache, daß Tiohann Gmrenberg, Johann Faust, und Peter Gchöffer folgende Bücher mit einander zu erst gedruckt: 1) l'sbutzrn ^becelisrigm. ^- 2) vvttzmm. z) CgtliolicoN IN tolivz Welches lauter Holtzschnitte gewesen Mit gegossenen Buchstaben aber haben sie alle dreye gemeinschaftlich Verfertiget: 1) Lldiig t.stins. in zwey grossen tolm Banden. 2) (Izrliolicön Fo6?m/> in tt?l. Die ürigen Bücher, so Faust und Gchöffer mit einander Meine gedruckt, sind folgende : C Lctp. l. Verzeichniß 1) e5gjmorum Lvljezc.14.57. in groß 4. oder in kleitt toZio. 2) ^)tt^/?^ rstiongle Oluinorum oKciorum 1459. in tolio. z) L/e?/?^//V. ?. IVl. LonKitutione«, 1460. in kolio. 4) dsrnolicon ^o^^//// 1460. itt kolic, welches die andere Auflage mit gcgosscnen Buchstaben ist. 5) LleKoris A ^rc.Kj'epitcopl ^o^un» tini, icris>rum puolicuwmcgullgtugsclueiius^ciol- pkum l"l)mitem ^sssvuium. Man weiß heut zu Tage kein Exemplar, dahew das Format und das Jahr schwer zu bestimmen. 6) Libiis LZrinii, 1462. LZitio II. in zwey Bänden in 5c,I. 7) Lilzliomm lZermsnicorum eclitio ^oguntins, 1462. in Folio. Diese rare Bibel hat Herr Senget zu erst bekannt gemacht in seinem ^xosrarü Lririco p. 641. 8) Fo??//>/^ Vlll. Lexw8 Decretsllum l.ilze5^ 1465. iolio. 9) t??-?e?-oÄ^ oNcis ?Sr»^oxg, 1465. ingroß4» oder klein foüo. Dieses sind demnach die allerersten gedruckten Bücher von Faust und Gchössern. Man hat noch einige wenige, welche zwar weder den Ort noch dett Drucker anzeigen; Druck und Pavpier aber beweisen, daß sie ebenfalls von diesen Männern gedruckt worden sind. Denn man trift daselbst keine Colu- mnen Ziffern, keine Signatur/ keinen Haupt-unv Columncntitel, keine Zuschrift, oder Vorrede, keine Anfangs-Vuchstaben, keine andere Unterscheidungszeichen , als ein Punct an. Eben so sind auch die er- der vorttchmfleN InbsWttfren. z 5 ftern besck)affm. Nach Hustens Tod, welcher vermuthlich »466. oder 1467. sich zugetragen, führte Gchöffer die Druckerey alleine fort. Biß Hieher haben wir die unbekannten Wahrheiten des Herrn Marchands gantz unpavtheyisch und ohne Beurtheilung vorgetragen, worauf man mir sehnlichen Verlangen gewarter hat. Ich meines Theils Habs nach der geringen Wissenschaft, Vie ich hierinnen besitze, nicht das mindeste gelernet. M-allmkrot hat so wohl dem Herrn Verfasser, als mir gute Dienste gethan. Jedoch mit diesem Unterschied, daß sich Herr Mar- chund insgemein auf die Zeugnisse desselben schlechterdings verlassen hat, ohne zu untersuchen, ob auch Mallmkrot die Worte richtig angeführet hat. Ich hingegen habe demselben nicht getrauet, sondern dis Stellen selbften nachgeschlagen und untersuchet, ob es sich auch also verhielte. Das Verzeichniß der von den ersten Ersinoern gedruckten Büchern, ist auch keine Herenmeisterey, weil wir selbige in tNaittm'cs Hnnsj>I)U8, in Fc'^/^M/ jncu5>2t)u!i8 l^pvAl'gpKike und anNrn Schriftstellern mehr lesen. Aus eben diesen Quellen ist auch das Verzeichnis) der Bücher genommen , welche bis zu Ende des XV- Jahrhunderts an allen Orten gedruckt worden sind. Er hat selbiger in allen hundert und sieben und achtzig nahmhaft gemacht. Daß aber dieses Verzeichnis höchst unvollkommen sey, beweißt Johann -Heinrich L.e:chs Sup^ plememum UgiltZingnum gar deutlich, indem ex daselbst hundert und etliche dreyßig Bücher angeführt, welche alle von »479- bis 1499. ans Licht getreten sind, wovon in Mairrm'rs /wng!. nichts stehet. Herr Marchand har auch von den wenigsten etwas gewußt, und hier und da manchen Fehltritt C s regem- zs Lap. I. Verzeichnisi begangen, wovon Herr Sünemann in seiner Kon- tiu 8criptnrum eciicorum st^üe ineclirol-um p. 40. hinlängliche Proben gegeben hat. Es hat nemlich Herr Nlarchand aus dem bekannten Buchdrucker zu Nürnberg Roburgern eine Stadt Roburggema- chet, allwo man 1482. die Büchdruckerkünst getrieben hat- p. I. p. 77, und ?. II.p. 140. Jngleichen hat er sich auch die Freyheitgenommen aus denWor- ten «7-^ einen Ort zu machen welcher LiKsrcl! heißt, allwo man 1485. Bücher gedruckt hat. Der bekannte Augustiner Mönch Jordan hat die Ehre, daß er nunmehr» auch zu einer Stadt gemacht worden ist. Herr Marchand sagt uns, daß ein Buch ^rricuü psllionig dkrilti cum "I'^enremg- ris vocumenris: ^o?-^??//> (zu Jordan) gedruckt sey, p. 85- l- Er hat ferner gesetzt, zu Rostock wäre 1474. die erste Ausgabe des Aacrantit besorgt worden, welches abermals wider die Wahrheit. Denn sie kam 1488- zu Wittenberg heraus. Von der alten CöllnischenChronicke hat er t^irione« von 1489. 1490 l494. angeführt, wovon keine in dcrWeltist. Man hat nichts mehr, als eine von 1499 Berulms heißt allemal fälschlich Betulejus p. 5. und anders wo. So weit Herr Bünemann, Endlich folgen noch einige nicht unangenehme Anmerckungen, welche die alten Bücher betreffen. Einige davon, spricht er, sind zweifelhaft, wenn sie gedruckt worden, andere werden schlechterdings'aus Irrthum alrer, oder jünger gemacht, ais sie sind. Bey einigen hat man mit Fleiß die Jahrzahl verändert, bey andern ist sie uner- forschlich, worunter er folgende rechnet: KnorMiin /^nno vumini K!, lc'. Vjili. er erklahrt selbige vor 1499. und dieses hat seine Nichtigkeit. Denn der der vornehmsten Jubelschriften. 37, her Buchdrucker hat sonder Zweifel das I. vor X. gesetzt. Ist denn nun dieses unerforschlich? Endlich wird der erste Theil mit einem Verzeichniß derjenigen Schriftsteller beschlossen, welche von dem Ursprung der Buchdruckerkunst gehandelt haben. In dem andern Theil werden verschiedene Schriften entweder zum Theil, oder gantz eingerückt, welche zum Beweiß des ersten Theils dienen können. Das !) Zeugniß ist aus der alten Cölinischen Chronicke, nach der Übersetzung Mallinkrocsgenom-' men. In Herrn Prof. LVolftns!^nnumem. stehet es I'om. I. p. 62 s. II) Aus dem Crithemio und zwar ») aus dessen ^xKoirslioniKu-i sä >lonscno5z steht abermals in cvolftnl. I. p. 586. d) aus des-' sen Lpiltolis, in XVolftn 1'. I. p. 264. c) aus dem LKromco Spsnlieimenii, bey IVolfen ^.!. Z l 5. 6) aus den Annslilzus!-iil-xguAlenl'ldu8 in VÖolfen ll. p 6^5. lll) Johann Schössers Zeugniß aus der Zuschrift an den Kayser tNaximilian t. bey dem teutschen L.wlo. Xvolfl'. Ii. p. 655. und ^. II. 1157. Aus dem Schluß des Kieuisr.l »ittciris- rum IVirKem. S- rvolftn 1?. I. p 27z. IV)^oS. ^^cV/^/// Cncomium ezlco^i-gpkis?. Steht bey rvolftn 'I'. I. p. 1. i^czq. V) ^e// Ao^s 0,5- ler-rstiunculg cls ori^ine l^poZl-gpnin, bey XVol- fttt '5. l. p. 296. feocz. VI) ^V/eo/. ^v?^ Dill. l'vpoZi'a.'zniN Inuenrione, bey ^lVolfen 1. l. p. 255. VU ) /Am-. 5/7/?»?/^ cle 'I'^po^rgpKiNlN. ueritinne verillimg tiitrorig' bey LVslfen I. ?- 702. ieczq. VII) c?/?^^/ /V?//-/e clsnx !es gclclition s l' Kilioire c!e ^ouis XI. bey Herrn vl?olfen lateinisch Übersetzet ^. I. p. 486. leczcz. IX) v 5ertIri»n 5ur i'osi^ine 6e l'imxrimerie psr ^/?>?»s C Z und ZF Cap. I. Verzeichnis und dieses ist das erste Stück, so nicht in rvolfen stehet. X) M'c-/?. Mtt't/56?>e Ujjs. cie oii^ins I'v- poZl'gpKi«:, aus desselben ^NNZÜ!ZU8. Herr Wolf hat diese Stelle auch bemerckt, aber nicht eingerückt, weil dieses Buch die meisten Gelehrten kennen und vielleicht besitzen. Wenn man nun wegnimmt, was in Herrn VOolfens .^onumeriri^ stehet, so bleibtsehr wenig übrig, dahero dieser andere Theil demjenigen gantz überflüßig ist,, welcher lVotftns ^lc>n»menrs besitzt Es wundert mich dahero nicht wenig, wie ein vornehmer Gelehrter so eifrig hat wünschen können , daß doch dieses Buch entweder in Teutschland wieder gedruckt, oder in eine andere Sprache übersetzt werden mögte. Warum eckelt uns doch vor den Schriften unserer Landsleure so sehr? Muß denn alles Holländisch seyn? Gleichsam, als wenn die Teutschen die Quellen der Wissenschaften nicht eben so gut^ als Ausländer wüßten? Jedoch wir enthalten uns des gerechten Eifers vor unsere Landsleute. Man hat aus Unwissenheit gestrauchelt. Denn der Wunsch war nur aufeinevortheilhaffte Einbildung gebauet, indem man das Buch noch nicht gesehen hatte. Herrn Mar- chanden sprechen wir indessen nicht alles Lob ab. Nein! Wir erkennen seine Arbeit vor diejenigen allerdings nützlich, welche die lateinische , oder unsere Muttersprache nicht verstehen Sein Vertrag ist bescheiden und lebhafft. Druck und Pappier ist dabey recht fein, daß man mit Lust darinnen ließt. Z- , das ist: ßnryvefäste Historie derBuchdrnc?erey, rvormnen von dieser xdlen Runst Ursprünge und Anfange, Aus- der vornehmsten Jubelschriftett. zs Ausbreitung, Verbesserung, Zierrachen, Nuyen, wie nicht Weniger, ronderBuchdrucker Eigenschaften und Pflichten, und dann von anderer Verhaltengegen dieselbe und deren Runsrverrvandten kürylich gehandelt wird, bey dem dritten Jubelfest derselben, Welches dieses Jahr aufIohan- ms-Taggefeyerrwird, entWorffenvon Friedrich Christian Lessem, der Rirchen F. ^?>^^> im Berge und L. zu Nord- Hausen /'//Lo'/-, des Wayseuhauses und der kaiserlichen ^<7n der Einleitung erzehlet der Herr Verfasser diejenigen Schriftsteller, welche vor ihm von der Buchdruckerkunst geschrieben habeu. Er glaubt aber, und das mit Recht, daß seine Bemühung deßwegen nicht überflüßig seyn würde, weil er vieles gesammlet, welches man sonsten vergeblich suchen wird. Hierauf Handel; er im l. Capitel von dem Ursprung und Anfange der Buchdruckers». Nachdem er die verschiedenen Meynungen angeführet, da einige glauben, die Buchdruckerkunst wäre zu The- mistan,oder Mexico, andere m China , und wieder andere in Italien, oder Franckreich erfunden worden ; So erklart sr sich billig vor Teutschland. Aber auch hier sind die Gelehrten wegen des Orts nicht einstimmig. Haarlem maßt sich diese Ehre an. Einiger Massen gesteht ihr auch besser selbige zu, nemlich Rüster Buchstaben in Holtz geschnitten, hernach selbige abgedruckt habe. MM , dc^ C 4 ' 4» Cap. I. Verzeichnis nicht nach unserer heutigen Art gedruckt, wovon doch die Frage ist. Straßdurg will auch Antheil haben, welchen er ihr abspricht. Mayntz hingegen ist der wahre Geburthsort, welches erwiesen wird. Gleichwie man wegen des Orts, also ist man auch wegen des Erfinders nicht einig Bald soll es Garurnus, bald Johann Regiomonranus, bald!7iico!aus Ian- son, oder Jenson, einFrantzose, bald Johann S.o- renz Coster, oder Rüster, bald Johann Mentel seyn. Alleine die stärckiien Beweise fallen vor Gurren- berg, Fausten und Schössern aus Nun kömmt er p. zs. auf die Zeit der Erfindung, welche ins Jahr 1420 (welches vermuthlich ein Druckfehlerund 1440 helfen soll- fällt, ob die Scribenten gleich hierinnen unterschiedene Meynungen hegen; Im !!. Capitel wiry von der Ausbreitung der Buchdruckerey gehandelt. Diese Ausbreitung beförderten absonderlich zwey Umstände. Einmal die Uneinigkeit zwischen den beyden ersten Erfindern, und hernach die Einnehmung der Stadt Mayntz- Nicht nur in Teutschland, sondern auch in Portugal!, Franckreich, EngellaM Italien, Holland, Schweitz und andern Orten wurde diese Kunst gar bald bekannt, wovon alltrhanv, Proben angeführet werden ; Jm IIl.erzehltder Herr Verfasser die Ausbreitung der Druckerei) in andere Lander. Klöster, Waysenhänser und privat Leure nahmen diese Knnstwillig auf Gantze Gesellschaften traten zusammen und an den unbekanntesten Or- ren, auch so gar in Moscau und in der Türckey, wurden Druckcreyen angelegt. Und nunmehro weiß man auch in Tranqvebar und in Batavia m Indien davon. Gleichwohl entstehet die Frage: ob die alte Buchdruckerey per heutigen, oder die heutige der " alten der vornehmsten Jubelschriften. 41 alten vorzuziehen sey? Hievon eröffnet der Herr Verfasser seine Gedancken im IV, Capitel, allws er von der nach und nach geschehenen Verbesserung der Buch- druckerey handelt. Bey dieser Gelegenheit werden die Vorzüge und Mangel von beyden Seiten umständlich angeführet, und absonderlich die Menge der Alphabete, welche heut zu Tage in Druckereyen gefunden werden, bemercket; Im V. Capitel lesen wir von den Zierrathen der Buchdrucker, nemlich ihren Nahmenö-Chiffren/ Zeichen, Wappen, Leisten, Finalstöcken und andern Holtzschnitten. Hier kommen sehr siele merckwürdige Anmerckungen vor. Der Hochehrw.Herr Verfasser wird mir gütigst erlauben, daß ich mir aus diesem.Capitel p. 255. und 256. meine eigene Lvorre, so in meinem ersten Theil von Worrzu Wort p.^oz^ecz. stehen, vindi- cire. Vermuthlich hat er mich zu nennen vergessen. Welches er sonsten fleißig gethan, einige wenige Stellen noch ausgenommen, die ich gerne verschweige, weil sie nicht so augenscheinlich sind. Ich erinnere dieses nur deswegen, damit man mich nicht beschuldigen möge, als wenn ich ihn ausgeschrieben hatte; Im VI. Capitel wird der mannigfaltige Nutzen derBuch- druckerey vor Augen geleget; Das Vll. Capitel zeigt uns die Eigenschaften und Pflichten der Buchdrucker. Hier werden absonderlich in einer löblichen Ausschweifung die gelehrten Buchdrucker nahmhast gemacht Das Vlil. und letzte Capitel handelt von denen Pflichten, welche man in Ansehung der Buch- druckerey zu beobachten hat. Ich bekenne nochmals . daß ich aus diesem Buch viel gelernet habe, davor ich dem Herrn Verfasser den gebührenden Dcmck abstatte. Wenn sich mehr Liebhaber fan- C 5 den. 42 Lap. I. Verzeichniß den, die uns in diesem Stück hülfreiche Hand böthen, so wäre zu hoffen, daß man mit der Zeit eine vollständige Buchdrucker - Historie liefern könnte. Ein Mann kan unmöglich alles sehen. Dahero man dis wenigen Fehler, so mit untergelauffen,,gerne übersehen wird. Wir sind Menschen. §. ^ Drittes Jubelfest der BuchdruckeeLunst, ödes? Christliches Denck-und Danckmahl dem allerhöchsten GGte zu Ehren, wegen der vor dreyhundert Jahren erfundenen und bisher erhaltenen edlen Buchdruckerkunst, rvsrmnen von Erfindung, Ausbreitung und Verbesserung, vom Nuyen, L.ob und 8ürtreff!lchßeic,vsm rechten Gebrauch, und Mißbrauch derselben gehandelt rvird, jammt einer Vorrede Herrn M Georg Cun» rad Niegers, Pfarrers zu Sc. L.eonhard in Stucegard, aufgerichtet von M. Wilhelm Jeremias Jacob Clessen, Diacono der Evangelischen Rirchen in L.udu?igsburg. Gotha, 1740. m 8. vom 1. Alphabet. in ziemlich langer Titel. Und dennoch sagt er noch nicht alles, was er sagen sollte. Denn am Ende findet man Johann Schmidts drey Christliche Danck-Prsdigten, so 164c,, zu Straßburg gehalten und gedruckt worden, ingleichen //tNT'/n' ^6-/5»-? o5gtl»nem cle 1 ^po^riZpKlX, ^rAemorsu inuenrs?, äiuinirsre, angehängt, wovon der Titel nichts sagt. Die gelehrte Vorrede des Herrn Pfar. Riegers ist lesenswMh. Erstlich giebt er der pspnehmstett Jubelschrifcett. 4Z er uns darinnen eine notydürfftige Nachricht von dem Anfang und Fortgang der Buchdruckerey des Herrn Reyhers zu Gocha, welche ich mir bereits in meinem I!. Theil p- 4?- zu Nutze gemacht habe. Alsdenn bringt er eine kurtze Erzehlung von Schwaben und Würtenberg, in Ansehung der Buchdruckers), bey, Von Herrn Clesiens Arbeit urtheilt er nicht unrecht, wenn er 9.9. schreibt- es hatte derjenige keine critische und bloß gelehrte Historie schreiben wollen; Er hätte sich einer maßig erhabnen Schreibart bedienet, und vornehmlich dahin gesehen, daß er überall die göttlichen Fußtapffen bemercket. Für eine Ermunterung zur Danckbarkeit wegen der erfundenen Buchdruckerey wird man diese Schrift auch gelten lassen, welche aus drey Capiteln besteht. Das I. stellet die Buchdruckörkunst vor in ihrem Anfang, Ausbreitung und Verbesserung; Das ll. in ihrer allgemeinen und unaussprechlichen Nutzbarkeit; und das lil. in Christlicher Einrichtung und heilsamer Anwendung derselbigen zum rechten Gebrauch und Vermeidung des Mißbrauchs. Daß es aber eins gründliche und vollständige Erzehlung heissen soll, will ich andern zu beurtheilen überlassen, wie es der Herr Verfasser mit der Entscheidung der Frage: Ob die Buchdruckerkunst zu Straßburg, oder zu Mayntz erfunden worden, gemacht hat. Er schreib! p. 24. also: „Die Beweggründe', welche jeder Theil „vorbringt, smd si> beschaffen, daß es schwehr stehet, „der einem diese EKre ab, und hingegen der andern „di-'selbe zmufp?ecbsn. Man wird am besten mit zod'.'M Palämon beym Nirailsy jagen: ^Von ??.?/??'tt»?> vo/ eoM/>o?/?»v „Wir wollen dahery beyderley Peweißthümer, so :Mi 44 Cap. l. Verzeichniß ^viel möglich anführen , und dem geneigten Leser das „Urtheil überlassen," Wie aber? Wenn die meisten Leser ungelehrte sind, vor welche dieses Buch hauptsachlich geschrieben zu seyn scheinet, was sollen diese vor em Urtheil fällen ? ^x^^M^N^'BÄBsK'-r/^ , ^ , ' - ' §, V- /?. Martin L.uchers merkwürdige? Send- briefvom Dollme?schen, nebst eben dessel« den erläuterten Aussprüchen von der Such- druckerey und den Buchdruckern, als einem beytrage zu der dritten Jubelfeyer ausgefertiget von M. Daniel Peucer, Rect. zu Z7?aumburg» Leipzig, 1740. in 8. von 10. Bogen. ^ur das letzte Stücke^ nemlich die merckwür- , digen Aussprüche L.ucheri gehören Hieher. In der Vorrede darzu wird ein Brief von Johann ^robenius an V.L.uchern, aus dem lateinischen ins teutsche übersetzt, mitgetheilt. Alsdenn wird im l. Capitel L.urheri AuSspruch von der sonderbaren Nutzbarkeit der Buchdruckerey mitgetheilet. Es steht selbiger in den Tischreden p, 480, Das II. tzapitel enthalt L.ucheri Aussprüche und Erinnerung zur christlichen Vorsichtigkeit, Behutsamkeit und Klugheit der Buchdrucker seiner Zeit; Das III. Capitel giebt uns L.ucheri Aussprüche und Warnung wider den unbefugten Nachdruck auch guter Bücher zu lesen. Ein Anhang eines Ausspruchcs L.ucheri von Vorreden anderer, die auf der Buchdrucker Ansinnen , den Büchern pflegen vorgesetzt zu werden, schließt. Überall der vornehmsten Jubelschriften. 45 überall werden zu wuchert Worte kurtze Erläuterungen gesetzet. § VI. /)e 07/^/^ ^ ?^c>^»-/?/>^/poAsöp!i>W i-iplieiM sb eius ori'Ame »ä snnum 1518- Den Be- 46 Cüp. t. Vcrzeichniß V Beschluß macht ein 8upolememurn l^ibl-oi-um S^c. XV. exLU^vrum sä M-c^. ^//?/?t6/>/?' /^nnskes ex Li- diiorkeci8 pudüci« l^liea/wus, welchem erst eine vigtribe cle lib^isügrio incins, inglei^HeN eine vizlei^ ugtin 6e iiblis czuibiz^clgm 6iLc.. X V. i'nprellixvorge- fetzt ist. Es steckt in diesen wenigen Bogen ungemein viel Fleiß, ob der Herr B^'iÄsftr gleich verschiedene Vorgänger hierinnen gehabt hat, welche er aus Bescheidenheit nicht nennet, wenn er sie widerlegen will. Auch mir hat man dergleichen Höflichkeit wiederfahren lassen. Ich will aber so aufrichtig seyn und mich selbsten nennen. Denn p 4. spricht! er: Csgiebteinige, welche, jedoch mir wenig Wahrscheinlichkeit, murhmassen, daß Andreas Frlßner zu allererst eine Äuchdruckerey nach Leipzig gebracht (imuülle) habe. Unter diesen einigen stecke ich nun auch mit, weil ich diese Mulhmassung in meinem ersten Theil l>. 84- zum Vorschein gebracht habe. Die Ursache, warum er diese Muthmassung nicht vor wahrscheinlich annehmen kan , ist folgende: Herr Hrißner war hier zu L ipzig ein öffentlicher Lehrer der Gottes- gelahrheit, und hernach gar Nector Magnificus. Diese Ehrenämter sind mirwichtigen Geschäften verknüpft, folglich ist es nicht wahrscheinlich, daß er zugleich Äüch?r gedruckt habe Man weiß auch kein eintziges anzuführen. Alleine / es ist ja die Frage nicht, ob er sich als Nector Magnificus, oder als ein öffentlicher Lehrer in die Druckereygesteliet. und ven Winckelhacken, oder den Bengel in die Hände genommen habe? Dieses lasse ich mir selbsten nicht träumen. Sondern die Frage ist: ob er eine Druckerei), und zwar die erste in Leipzig aufgerichtet hqhe? Und dieses bejahe ich, als eine Muthmassung, bis der UHMehmstM Jubelschtifeett. 47 bis diese Stunde noch. Meine Gründe sind diese: Frißner ist ein grosser Liebhaber der Buchdruckerey; Er wird ein Corrector, und tritt so garmitGensen- schmidt in Gesellschafft; Endlich trennt er sich von Gensenschmidc und legt eine eigene Druckerey an. Bey diesen Umständen wird er als ein öffentlicher Lehrer nach Leipzig 1479. beruften. Woher will man erweisen, daß er seine Buchdruckerey in Nürnberg verkauft hat, umsonst hat er sie daselbst auch nicht gelassen, folglich muß er sie mit nach Leipzig gebracht? und daselbst aufgerichtet haben; Daß er sie mit dahin gebracht hat, beweißt ja sein Testament mit klaren Worten, da er seine Druckerey mit allem Zu- oehör dem Lonvenw! ki^rrum i?rWclicstorum vee» machthat. Biß Hieher ist alles untrüglich wahr. Die Muthmaßung aber entsteht bey der Frage: ob Meißner die erste Druckerey in Leipzig aufgerichtet habe? Ich glaubevieses deßwegen, weil Frißner seine Druckerey vermuthlich 1475. mit nach Leipzig gebracht , und weil man kein Buch anführen kan, daß älter, oder vor 1479. allhier gedruckt worden wäre; Kan man mir dieses beweisen , so will ich meine Muthmassung gerne fahren lassen. So lange aber dieses nicht geschiehet, so kan ich nicht sehen, warum man mir die Wahr- scheinlichkeit absprechen will; Könnte ich freylich Bücher ausweisen, so 8nßners Namen führten, so dürfte ich nicht mehr glauben, sondern ich wüßte es gewiß. Unterdessen sind Doch einige von 1481. 1482» ohne Benennung des Buchdruckers bekannt. Ehedesscn stund ich in den Gedancken^ man wiss: kein älteres Buch, so hier gedruckt worden ist, als vom Jahr 1487° Nunmehro aber dürste ich bey nahe meine Gedancken andern. Doch nein. Es halten mich noch zwey Umftan- Cap. I. Verzei'chntß de oaoon ad Das Buch soll folgendes seyn : ^o/i. cje.^lumei-ui um ci'^irms, (Zeim^nice. I^ip^Ic per Lo?^-.?^/ ^/^/o/e?/, »480. Erstlich mögte ich wissen, ob sich dieses Buch würckiich all- hier auf einer Bibliotheck befände, und von dem Herrn Verfasser in Augenschein genommen worden wäre, oder wo sich diese Nachricht herschriebe? So lange ich hievon nichr überzeugt, so r'an ich noch keinen Beyfall finden. Zumal mir folgende Dingö noch bedencklich vorkommen Das Buch soll teutsch ((Ze^msn ee steht ausdrücklich da) geschrieben seyn, warum hat es es denn einen ins Lateinische übersetzten Mul bekommen, da man die andern teutschen Titel beybehalten hat? Man hat kein Format angegeben, welches doch sonsten auf das genaueste beobachtet worden ist. Diese Umstände flössen tnie vcchero noch immer zweiffelhafte Gedancken ein , ob es nicht mit dem p. 64. angeführten Buch : Rechnungen auf alle Aauffmannschaffcett durch Cour. Rachetsf?» 1489. vermenget worden sey. Dcchero ich noch immer glaube, es sey kein älteres Buch als vom Jahr 1481. Der Herr Verfasser führt es auch an. Bey ihm heißt der Titel p. 6z. also: l)e fucul'i« i.kriltisnul'um triumpkiö in Zzi'g- cenlla lup^l- ^p«cslv- plmi ilsru eLclelie Ll) snno ^slucis ^retent'!. Z!cer ^iLLcc^XXXl. (da es nemlich gevruät worden) v«czue sc! ^'nein munUi >rl>m. Am ^ Ende sollen folgende Worte stehen: Lx c?e!üug tvZticLc^XXX. 6ie XXXI. w^ni I-1 5sd3t» 5e- cunclo coinpietuni. !mvl-ell>m LIp^K snnc» /e. «zuenre ^üicet lVlLLLcl.XXXl. in u'oü.'lw ^i- cnse!i8. Entweder mein Titel, oder des Herrn Verfassers Titel ist falsch. G'sehen habe ich das Buch nicht selbsten. Ich habe aber meine Männer, denen ich getrauet habe, nemlich Müllers wcunz- Kulis 9. UNd l) V. iL. L.ösiHers 8uppierr k-nw dg^ ts!. ^gitt-^ir. p. 244. in dessen Sri'omgr. Wo aber der Herr.Verfasser seine Nachricht herhar, hat er uns m'cht' genieldet, welches ich doch gerne gesehen hatte, damit ich hatte untersuchen können ? ob ich ge- fehlr, oder Recht hätte. Ich glaube also das letztere, so lange > bis ich des, erstem überfuhrt werde. Dieses alles habe ich lediglich aus der Absicht erinnert, weil ich die Wahrheit gerne wissen will- Habe ich wo gelrrek, so lajje ich mich gerne lencken. ZH bekenne es? und beßre mich. Daß ich aber sagen soll> ich habe gefehlet, wo ich nicht gründlich über? zeugt werde, wird mir niemand zunmchm können tz. M ' ^ Merckwürdiges Gespra ck im Reiche her Tod' V ' m? zo Cap. I. Verzeichnis; ten zwischen den ersten Erfindern der SuchdrucLerbunsi, worinne von dem Ursprung, Fortgang und übrigen Schicksäaien derselben gehandelt und ins besondere der Gradt tNayny der Ruhm von der Erfindung solcher Runstvindicirtwird: in dem dritten Äuchdrucker-Judilao der curiöftn Welt nebst einigen remarquablen Neuigkeiten aus dem Reiche der lebendige» mitgetheilet, Erfurth,-740, in 8- von 8. Bogen. Db gleich der Verfertiger dieses Gespräches nicht der ordentliche und bekannte Verfasser der Gespräche im Reiche der Todten ist; So kommt er ihm doch in Ansehung des Vortrags gantz nahe, Vor Gelehrte ist dieses Gesprach freylich nicht geschrieben. Unterdessen ist es doch vor Leute, die keine Wissenschaften besitzen, und auch gerne hievon was lesen mögten, nicht undienlich Die redenden Personen sind Gurcenberg/ Zaust, Schöffer, Mentelin, und endlich ein Secrerair. Einem jeden wird in den Mund gegeben, was er sich anmassen kan Und zwar also, daß Gurcenberg den Vorzug erhält. Einige Neuigkeiten machen den Beschluß. §. VAl. Gepriesenes Andencken von Erfindung der Buchdruckerey, wie solches in Leipzig beym Schluß des dritten Jahrhunderts von den gesammren Buchdruckern daftlbst gefeyere worden. In den Buchdruckereyen in Leipzig, 1740. in 4. i.Alvy. 6. Bogen. Nun- dev VStnehmscett Jubelschriftett. 51 Nunmehro komme ich näher zu meinem Endzweck. Da ich neu-uch kürtzlich diejenigen Schriften anführen wüi, weiche bey Gelegenheit der Gedächtnißfeyer der erfundenen Buchdruckerkunst herausgegeben worden , su.d. Die bis Hieher angeführten Schriften sinv noch vorher ans Licht getreten. Ich mache billig v9n derjenigen Stavt Ven Anfang, aliwo ichzeir- hsco als ein Auslänoer viele Zayre meinen hinlänglichen Unterhall gefunden, worzu die eole Buchdru- ckerkunjt das ihnge redllch beygetragen hat Diese Schrift, welche auf Kosten der Buchvruckergesell- schafr Lurch den Druck bekannt gemacht worden, enthalt erstlich eine historische Nachricht von dem dritten Buchdruckerjubilao, wie solches in Leipzig, im Jahr 1740. begangen worden. Hievon liefere ich keinen Auszug, weil ich im folgenden !V. Capitel besonders duvon reden werde. Alsdenn folgt ein Ver- zeichmß der sämmtlichen Kunstverwandten. Buchdruckerherren befinden sich zur Zeit allhier achtzehen. In meinem ersten Theil p. 129. habe ich selbige alle nahmhast gemacht. Seit der Zeit ist Herr Christian Samuel Rrug, von Magdeburg, noch dazu gekommen. Kunstverwandte waren hundert und sieben und dreyßig bey der Jubelfeyer gegenwartig, welche wircklich in Arbeit stunden, ausserdem befanden sich auch noch funffzehn allhier, welche nichr in Arbeit waren. Dergleichen Anzahl in wenig Städten zu finden seyn wird- Hieraufstehen in dieser Sammlung folgende Schriften: I) Auszügeaus den Predigten, die am Johannistage, vor der Jubelfeyer, allhier und in Grimma gehalten worden-; l!) Emla- dungsschrift des Dechanten der löblichen philosophischen Facultüt Herrn Prof. Friedrich tNmyms, D 2 zu 52 Cüp. s. Verzeichniß zu der Jubelrede. I!!) Lob^und Gcdächtnißrede auf die Erfindung der Vuchdruckerrunst, gehalten von Herrn Prof. Elorescheden; IV) Ccmtara, welche theils vor, theils nach der Rede abgesungen worden; V) Ode auf die Gedächtnißseyer der vor dreihundert Jahren erfundenen Buchdruckerkunst, von L.mjl Zjdelg. Vict. Gottsched:,,; V!) Das Program- ma, womit Herr M Ertteffi zu einer Redeübung auf der Thomasschule, als Neccor derselben, eingeladen; VII) Cgi-mms in ^^pt'^i spkiss li Ienne8Xcu- Isre reirium ce!ebl-snim l.ipsi!?; Vlll) Lobgedichte, welche bey der Gedachrnißfeyer der vor dceyhundert Jahren erfundenen Buchdruckerkunst verfertiget worden. (*) Hierinnen finden sich gewiß rechte Meisterstücke. §. IX. Der löblichen Buchdruckergesellschaft zu Dreß- den Iubelgeschichte, A. ^740. den 24. und 25.Ium'k, mit einer Vorrede Herrn Christian (*) Hier will mir der Raum nicht verstatten weder einige noch alle Gedichte, so bey Gelegenheit dieser Feyer ans Licht getreten sind, einzurücken. So bald ich aber mercken werde, daß ich einen Danck bey den Liebhabern der Dichtkunst erwerben konnte, so wollte ich selbige in ein besonders Bändgen zusammen drucken lassen. So viel ist gewiß, daß einige darunter sind, welche gar wohl verdienen, daß man sts zweymal ließt, obgleich andere kaum werth! sind, daß man sie einmahl ließt» der vornehmsten Jubelschriften. 5z stian Schöttgens, Recroris der Schulen zum Heiligen Lreutz. Dreßden, gedruckt aufKosten der Buchdrucker- Societät, in 4. von 8. Bogen. In der gelehrten Vorrede giebt uns der Herr Rect. Schötrgen eine Nachricht von drey Buchdruckereyen, welche ehedem zuMerseburg, zu Eilen- burg und zu G'.imma gewesen, oder gewe-en seyn sollen. Eine Historische Beschreibung des Dreßdni- schen Buchdruckerjubilai macht den Anfang. Verschiedene Gedichte licht mann alsdenn. Hierauf findet man die Nahmen der Buchdruckerherren, welche ich bereits im Ü. Theil p. 15. angeführer, inglei- chen der Kunstverwandten, deren fünf und zwanzig gewesen. Den Beschluß machen abermahls einige Gedichte. §. X. Historie derer Dreßdnischen Buchdrucker, rvo- . bey zugleich alle hohe Gönner und Freunde der edlen Zuchdruckerrunst das dritte Jubelfest derselben am Tage Johannis des Taussers 1740. Nachmittage um drey Uhr bey Anhörung einiger teutschen Reden und Musik ftyerlich zu begehen ersucht Christian Schotten, Rector. Dreßden, 17^0. in 4. von 4. Bogen. In dieser wohigeratbenen Einladunasschrist werden die Dreßsnischen Buchdrucker nach der Ordnung erzehlet. Hieraus werde ich mir weiter unten dasjenige zu Nutze machen, was zu Ergantzung meiner historischen Nachricht dienlich seyn wird. Daher» D z ich 54 lLap. I. Verzeichnis; ich hier nichts mehr sagen will, als daß eine wohlgeschriebene Cantara den Beschluß mache. §. XI. Relation vom rvictenberg-schen.Buchdrucker- jubilao, nebst einer hlZtorischen Nachricht von allen Uvittenbergischen Buchdruckern, rvetche, seit Erfindung der Buchdrucker- Kunst sonderlich zur Zeit der Reformation ^.urheri, allhier Druckerey gehabe haben, ausgefertiget von Ephraim Gottiob Elchs- felden, vormals 5. 5. ?7>^o/. K^o/o, ieyt iL. Hochlöbl. Academie allhier bestallrett Unwerflrars-Buchorucker. Wittenberg, 1740 in 4. von 1. Alph. z. Bog. Der kurtze Jnnhalt dieses Wercks ist folgender: I) Einer hochlöblichen Academle schriftlicher Anschlag p. 5. Il) Des Herrn Hofraths von 25erg?r Programm« p. 7. iil) Herrn Professors Bodens teutsche Gedächtnißrede p. ,7 IV) Die abgesungene Cantara p. 52 V) Eichsfelds teutsche Zubel- rede p 6o. VI, ZT^eunhöftrs Gedichte, das göttliche in der Buchdruckerkunst ^. 81. VII) Der Kunstverwandren, in der Eichsfelvischen Officin, gefeyertes drittes Buchoruckerjubilaum 0. 86. Vlll) Historische Nachricht, von allen Wittenbergischen Buchdruckern, 9. II. §. XII. Vreßlauifthes Jubelgedächtniß der vor drey, hundert Jahren erfundenen Buchdruckerkunst in einer vollständigen Sammlung alles desjenigen, wodurch im Ichre sie- benzchn der vornehmsten Iubelschriften. benzchn hundert und vierzig in den drey Evangelischen Haupe-und/ pfarr-Riechen der Gradr 2Sreßlau am Zeste Iohannis in denen ordentlichen predigten, und zuvor- her in beyden Evangelischen Gymnasiis daselbst, auch sonst von andern gelehrten Federn, bey der öffentlich darüber angestellten Freudenbezeugung hxx Äreßlau über zwcyhundert Jahre schon blühenden Baumannischen Buchdruc?erey das danck- bahre Ändencken dieser edlen lLrstndung zum preise GGltes einstimmig erneuere worden. Breßlau, 1740. in 4. yon 1. Alph. is. Bog. Diese Sammlung ist in drey Theile abgetheilt. NachJhro Hochehrw. des Herrn Johann Friedrich Lurgs gelehrten Vorrede folgt im ! Theil ebendesselben Amtspredigt zu St. Elisabeth, am Feste Io- hannis des Taufers, der Eindruck von Gottes Wort und Wundern, gegen die uns darinnen entkräftende menschliche Vergeßlichreit, nebst der Dancksagung, so auch nach folgenden beyden Predigten abgelesen worden; b) Herrn Johann David Raschtes Amtspredigt zu St Maria Magdalena: der Nahmenstag des Heil. Johannis des Taufers, bestimmt zur Freude über GOlt der grosse Dinge lhut durch das, was klein ist; c-)Ha-rn Gottlieb Iacbmanns Amtspredigt zu St. Bernhardin in der Neustadt: Das danckbahre Andenckenbey den Wohlthaten GOttes; 6) Concerts des Chors der Hauptkirche zu St, Elisabeth vor der Amtspredigt; e) Serenata der Breß- lauischen Baumannischen Officin; t) Concerto der D 4 Kunst, 56 Cap. I. Verzeichniß Kunstverwandten ixr Baumannischen Erben Buch- druckerey. Im ü, Theil ->) Herrn Ion ^n Gort- lieb Delchsels (Ze^msnum l'^^-^-g^Kiie clec:u8, ^^lu publi- o llilsTin! 5n (?^mnull<» l^ii^iberInc) ^on- ficiei^gcum; b) Herrn ChrisiiattRungeV /ncusizd>'1z l'^piiZl'spii!-?, /^Au pu!)!icc> lnieimi in <"ivmn?ilio l^lsi-. ^g^cisleneo extubits. JmiU. Theil i^rlmus lsi-culgrig. §. Xlll. /Ä/mv's^ 7)»/>?//?/7) das H»Ä stsrtjchi r Äerichr vonder^ub^feyer, welche zum Andrucken ver vor drey hundert Iah- en erfundenen ^Zuchdruc?erkunst am Z?. Iunü 1740 aüfdLru: alten Universität Erfmrh begangen roord^n nebst der solcher Gelegenheit gehaltenen Acads-mi- . schen Rede und noch andern dazu czchöri- gen Schriften. Erfurth, 1740. in 4. von 8. Bogen. In dieser Sammlung ließt man 1) eine Nachricht wie die mehresten Buchdrucker?u Ersuch die Iubel- fener begangcn haben; 2) O. Andreas Ellas Büchners LobunvDanckrede: ?) des damahligen Kecto-^ r>-> i'i. Johann Daniel Richards Spönla lateinische Einladungsschrift; 4) einige Gedichte. . §. XIV. Die Pflicht und Schuldigkeit glaubiger Seelen an dem durch die Gnade GGttes erlebten -II. Iubilao der Erfindung der edlen LZuchdruckerkunsi, u?urde an dem dritten Jubetfejie Wegen Erfindung der edlen Buch- der vornehmsten Jub^lsch-ifrett. 57 Duchdruckerbunst, welches die Buchöru- o^r zu '^rfurch in der Evangelischen Rir- ch' zu denen Raufmannern den 6. Jul. sey- eru'chst begiengen vorgestellt von ^. Johann Melchior Möller, Pastor daselbst. Erfurt!), 1740. in 4. von 10. Bogen. Weil die Buchdruckerherren in Erfurt!) gleichsam auf eine doppelte Art ihre Jubejfreude an den Tag geieget, so sin ci auch zweyerley Schriften davon gedruckt worden. Eine Parthey hat mit Erlaubniß der hohen Schule daselbst, die andere mit Erlaubniß des Naches ihr Jubelgedachtniß gefeyert. Unten weroe ich weitlauftigcr davon reden, hier aber nur noch dieses melden, daß dieser Jubel-und Danck- predigt einige Fragen angehänget sind, welche dee Jugend vorgeleget worden sind, damit auch derseU bigen dasjenige bekannt würde, wovon in dieser Pre- digt gchandelt worden. , Einige Gedichte machen aber-- mals den Schluß. §> XV. Der in der duncklen !7lacht hellstrahlende Stern der edlen Buchdruc^erbunst wurde als -^err Georg Andreas Seyer, L^. und der Buchvruckerkunst -Beflij^ener dett 1 z. HtM.' 1740. in Erfurrh sein Postularver- schenckte in einer gehaltenen Rede vorgestellt von Kl. Christoph Heinrich Kratzenftein, der Evangelischen Naths-und Prediger Schuls Cvllega. Erfurt!), 1740. in 4. von 1Z Bogen. Ware diese Rede an einem andern Orte,- als lH D 5 eim? 58 Cap. I. Verzeichniß einer Druckerey gehalten worden, so würden die Kunstrichttr vieles zu erinnern finden. Aber auch darum, weil sie an einem solchen Orte gehalten worden, werden sie mit dem Herrn Redner nicht wohl zu frieden seyn, daß er gleich im Anfang entweder von einerverstellten, oder würcklichen Furcht und Schrecken überfallen worden, daß ihm die Zunge darüber er- starrt. Unterdessen werden sie sich doch wieder erfreuen, wenn sie die tröstlichen Worte lesen: „Doch „wie des Memnons stumme Seule von den Son- „nenstrahlen, so oft sie selbige berührte, einen lauten „Klang von sich gab, so vermercke ich vorjetzo auch „gantz unveryoft bey mir, wie der herrliche Glantz „der edlen Buchdruckerkunst mir die erstarrte Zunge „dergestalt wiederum loset, daß sie einigen Schall und „Klang auf das neue von sich zu geben vermögend wird " Sonsten ist es eine gantz gelehrte Rede, welche mit den schönsten Zeugnissen berühmter Schriftsteller ausgeziert ist, als da sind Männlings Ar- Ml'nius; tNustg^ Licht der Weißheit; Gleichens neu verfertigter Redner; Hübners histor- Fragen; der gelehrte Criticus; Orswl exrem^oraneus. Es sind lauter Sterne darinnen. §. XV». Die edle Buchdruckerkunst, als ein von GOtr geschencktes Hülfsmittel zurHortpflanyung des Glaubens, im Jahr Christi 1740. den 24. Iun- am Tage Iohannis des Taufers, bey dem dritten Jubelfeste, welches, nach iLrstndung dieser Runst, derselben Verwandten fast in gany Tcutsch!and und also Mit ihnen auch derRassirlicheprivilegirce Such- der vornehmsten Jubelschrifcett. 5? Buchdrucker / in der Rayser und K.önigl. GradtBrieg veranstaltet, aufgesuchte und erhaltene gnädige Erlaubniß m einer besondern Denck-und Danckpredigt in der Gcadt und Pfarrkirche zu St. Nicolai daselbst nach Veranlassung des ordentlichen Festtags Evangelii betrachtet und aufrvie- derhohlres Begehrendem Druck überlasten von Johann Caspar Lesseln, Guperinc. im Briegischen Fürstenrhum, des ^avser und Rön/glichen Conflstorii Astestore und vor erwähnter Rirchen Pastore. Brieg, 1740. in 4. von 6. Bogen. Herr Gottfried Tramp hat seines Orts nicht ermangeln wollen die ofterwehnte Gedächtnißfeyer ebenfalls zu begehen. Auf dessen Ansuchen ist diese Predigt gehalten und dem Druck übergeben worden. Der Titel sagt alles, was gesagt werden kan, deßwegen hat man auch selbigen gantz eingerücket. Die Abhandlung ist eine gute Predigt. §. XVIl. Als das dritte Jubeljahr der Buchdruckerkunst gekommen, hat auch Franckfurr seine Pflicht an der Oder wahrgenommen, durch Siegmnnd Gabriel Alexen, Buchdrucker allda. Franckfurt, 1740. in 4. von 4. Bogen. Es ist dieses ein gantz artiges Gedichte, worinnen die Buchdruckerhistorie kurtz vorgestellet wird. In den darunter gesetzten Anmerckungen hat man sich meiner beyden Theile fleißig bedienet, und mich jeher- 6o C<5P- I. Verzeichniß derzeit genennet. Ich erinnere dieses nicht deßwegen/ als wenn ich eine Eigenliebe zu meiner Arbeit hatte, und mich gerne nennen hörte; O nein! Es geschieht vielmehr deßwegen, weit man daselbst v. 6. glaubt ich hätte bey dem Abdruck der Zuschrift Johann Gchöffers an den Kayser Maximilian einige kleine Fehler begangen, da ich zweymal und vor vnd; teutsch/ vor eeuysch, daselbst, vor doselbstzc. setzen lassen. Alleine ich antworte hierauf: Wer entweder alte Handschriften, oder alte Abdrucke gesehen, der wird wahrgenommen haben, daß man auf einem Blatt ein eintziges Wort wohl auf eine zwey- mid dreyfache Art geschrieben und gedruckt habe. Unsere Vorfahren verfuhren nicht so accurat, als wie wir heut zu Tage. Folglich ist es klar, daß ich nicht geirret habe. Diesem Gedichte ist eine Nachricht augehangt, wie das Buchdruckerjubilaum hier und da gefeyert worden ist, ingleichen die Cantata, welche zu Dreßden abgesungen worden ist. xvm. Historischer Abriß von dem Anfang und Wachsthum der Gelehrsamkeit in Oberlau- s!y, und wie die Gberlausiyischen Buchdruckereyen derselben gedienet, bey Gelegenheit des dritten Buchdrucker Jubelfestes 1740. emworffen von Christin» Knauthen^ //> /^-^ o/^'»'?^,^/»////',,/ ^e?'^// i^)//>o» ^c'A?)? /io/s /6??/?/o?/e^. ^ ^oc^e^t. ^^7^ ^ ^//t? Fo^et, ^l/. />. Harter, 1740. in 4. von 5. Bogen. Nachdem d,x gelehrte Herr Verfasser einige Lobspruche vor die edle Buchdruckerkunst angebracht, so giebt er uns ein Verzeichmßvon den meisten Schriftstellern, der vornehmsten Iubelschnfrcn. 6z stellern, die etwas von der Buchvruckerkunst geschrieben haben: Man hat die alphabetische Oconung beliebt, und ist damit bis auf den Buchstaben X,. gekommen. Recht feine Anm.'rckungen sind eingemischt. Unterdessen ist dieses Verzeichnis) doch nicht so vollständig, als die KiKIiorKeLZ i^pc gl'zpwcs, welche Herr Prof. XVolf im I. l'omu seiner Monument. l^po^rgpK. p. i. geliefert. Es stehen aber auch einige Stücke allhier, welche bey Herrn rvolftn nicht zu finden sind. Äurtz: man muß beyde miteinander verknüpfen/ wenn man eine vollständige Nachricht haben will. Die allerneuesten Schriften aber haben beyde nicht, sie können sie auch nicht haben, weil sie erst hernach ans Licht getreten. Eben deßwegen gebe ich hier eine so umständliche Nachricht . vavon. §. XXII. Sammlung derjenigen Schriften und Lax- minum, welche bey Gelegenheit des dritten Buchdruckeriubilät, so den 7- Jul. 1740. von einer löblichen Äuchdruckerge- sellschaft in der fürstlichen Residenzstadt lLisenach vergnügt celebrirt wurde, von verschiedenen Gelehrten hiesigen Grts mitgetheilt sind/ nebst einem historischen Berichte von dem Anfang, Fortgang und noch flsrirenden' Umständen der Buchdruckerkunst in hiesiger Gradt/ auch wie dieses Iubilaum daselbst zum erstenmal ist feyer- lich begangen worden, zum Andencken hinterlassen und zum Druck befördert. Eifmach, 1740- in 4- von 10. Bogen. Anfang- 64 (Lap. I.' Verzeichniß Anfänglich ließt man gute und schlechte Gedichte, welche bey Gelegenheit Der Jubelfeyer verfertiget worden, alsdenn Johann Michael HiusmPers, Direct. des Fürstl. Gymnas zu Eisenach Einladüngs-- schrift zu dem zu Eismach ftyerlich zu begehenden An- dencken der vor drey hundert Jahren erfundenen edlen -Huchdruckerkunst, worinncn Zweiget wird, daßvoe Bekanntmachung der Buchsruckerey die Bücher ungemein rar und theuer gewesen, aus dem lateinischen übersetzt. Die Texte zur Musik folaen hieraus, und hernach einige Auszüge aus den Reden, welche die Schüler gehalten, haben. Sie sind so beschaffen, wie man sie von Schülern vermuthen kan. Etwas besser, aber nicht viel, ist des Herrn Conrect. Iohmm Friedrich Grimms villei-r. öemeiicis primBuRt^» poAs"-zpdig? in rem t^tiolgüicgm gerathen. Hier will man die /^uctorez eizlijcos erzehlen, welche im XV. Jahrhundert gedruckt worden, sie sind aber weder halb noch gar nahmhaft gemacht, worden. Der Historische Bericht von dem Anfang zc. Der Buchdrucker« kunst zu Eiftnach macht den Schluß. Druck und Pavpier ist auch nicht gar zu fein. §. XXlls. /^///^M/?// //^ite^^?/??! /??///?'?/^?-/!??'?'^ . ?»^M0?'/e? />^<^ ocv^?o«6 sv^s^s/e'«^'«??'«»? -//c'^s, ^^/^^ ^ Lliriliign» Lene» cliKo l^ocn, /'»'on. (?o//^^ <^////^0t Arnstadt, 1740. in 4. von 5 Bog. Die Absicht des Herrn Redners ist zu erweisen, daß die hebräische, griechische und lateinische Sprache durch die Buchdttlckerkmist gleichsam hergestellt unv unge- der vornehmsten Iubclschrifren. 65 ungemein befördert worden / welches gantz wvhl^äüs, geführt ist. Nur die Liebhaber der lateinischen Sprache werden darüber klagen, daß ihr Gehöre durch das barbarische Latein öfttrs verletzet worden. Gleich der Titel ist damit auögeziert. Ob der Herr Verfasser bey dem Herrn Kl. Öleario einen Danck verdienet habe, daß er ihn p. 9. fsmiAel-srillunum genennet, lasse ich dahin gestellet ftyn. Ich wenigstens bcdancks mich vor dieses Ehrenwort. Einige Gedichte sind angehängt. §. XXIV. Geffentliche Jubelzeugnisie, welche bey dem von einigen Buchdruckern zu Halle den 25. Jul. 1740. erneuerten Andencken der vor drey hunderrIahrcn erfundenen Äuchdru- ckerkunft, vonderhochlöblichen^n'edrichs- untversitär und andern gelehcren Gönnern feierlichst abgeleget worden. Halle, 1741. in 4. von 2. Alphabet, Diese Sammlung ist in ;wey Theile gctheilet- In dem ersten wird von der eigentlichen Feyer des Jubelfestes Nachricht ertheilt. Dahero macht auch 1) Johann Georg Rirchners, des Gymnasn vierten Lehrers, Historischer Vorbertcht, von der zu Halle gehaltenen Feyer des dritten Jubelfestes der edlen Buchdruckerkunst den Anfang Dieser Vorbericht hat drey Abschnitte, Der erste handelt von der Vor- treflichkeit und Göttlichkeit der Buchdruckerkunst überhaupt; Der andere giebt Nachricht von denen Buchdruckereyen voriger und jetziger Zeiten in der Stadt Halle; Und der dritte enthalt in sich einen Historischen Bericht von dem zu Halle feyerlichst begange- E nm 56 Cap. l. Verzeichmß nen Jubilao. Hierauf steht ll.) ^o/?»?/?^ Im/c^e»-,. lVleci. voä^ 6c pl'vs. l?uizt, r.r. ?rl.>reÄllriL oFpgm- welches auch von 0. Johann Heinrich Schulyen ins teutsche.übersetzt eingerückt worden. Der überschwengliche Nutzen der Vuchdruckerkunst wird darinnen vmclich dargethan; lll.) AbküNdigUngsfor- M!'.iär m den Kirchen; !V.) Kirchenmusik; V.) 0. Be^edict Gottlob Tlausrvlyens Jubelpredigt über Pf. ?ö2, l 9. von der Pflicht der Kirche bey Erinnerung der Erhalmng und Fottpsiantzung des Wortes GOrtesund seiner Zeugnisse; VI.) Musik vor der Rede; VN.) Jubelrede V. Johann Hemnch Schul- yens^ von der Buchdrucker kun st, als einer dem menschlichen Geschlecht sehr nützlichen > der teutschen Nation aber höchst rühmlichen Gabe GOttes ; VUl.) Musik nach der Rede; !X.) Auszug aus der von Herrn Adam Srruenfte, Pastor zu St. Ulrich/ gehaltenen Amtspredigt/ worinnen die Buchdruckerkunst als eine besondere, obgleich von den meistett UUer^anntt Wohlthat GOttes gerühmet wird; X) Herrn Past. Johann Vilyinczs zu St. Moritz gehaltene Predigt: von dem heilsamen Gewissendruck eines bußfertigen Sünders aus L.uc. VII. zs.seczcz. XI>) Auszug aus IV!. Chrijiian August Roechs zu St. Moritz gehaltener Nachmittagspredigt. In dem andern stehen die übrigen Hieher gehörigen Jubelschriften, Betrachtungen und Glückwünschungs- gedichte: l) v ^o.^tt/^e^^csci. I>l-(ireöt. Ls^meri iieculili e; II ) Jod. perer von L.udervlgs, I^riäerie. LsnceUzi-li, beyläufige Gedancken bey dem dreyhundertjährigen Gedächtnißtage der Buchdruckereyen; Hier handelt man von den Ursachen der Erfindung der Buchdruckerkunst, und von derselben grossen Nutzen. der vornehmsten Jubelschriftett. 5t tzen. Hernach folgen eben dcsselbigen anverweitig^ Gedancken von dem Mißbrauch der Buchdruckereycn; III.) A^//?/ ^/Mi?»-^ ^csci. vireK. ^jji.,c.,.- tiv ^ ^)vAigptios AcgäemiN ^i-j6?riciünB. In dieser gelehrten Anrede wird erstlich dargethan, daß man billig wegen der erfundenen Buchdruckerkunst eine Iubelfeyer angestellet» Denn ob fchon einige alles, was nicht nach den Alterthum schmecket/ verachten, so gilt doch dieses keinesweges von der Buchdruckeren. Und wenn einige Mönche auf die Buch- druckerknnst böse sind, so geschieht es doch nur wegen des Verlusts ihres Gewinstes, welchen sie von dem Abschreiben gezogen haben. Heut zu Tage sieht es um die Gelehrsamkeit besser aus, da man durch Hülfe der Buchdruckerey mit wenigen Kosten eine zahlreiche Bibliocheck anschaffen kan/ welches man ehedessen Wohl bleiben lassen muste. Folglich ist die Erfindung dieser Kunst allerdings aller Ehrenbezeugungen werth. !W) l). Friedrich Hofmanns teutsches Jubelgedichte; V.) l). Joachim Tangens Gedachtnißschrift in gebundener Schreibart; VI.) l). ckrili.KeneäjH.KIjctige. lis Lpiliols sä l'ypoZrsp^os ttsllenle8 6e vrilitsri-^ du» ciuirgtisvei ^ ^üiit>jo^i!Ll3crNex invenrggrte typogl-gpnicg. Der ungemeine Nutzen, welchen die Buchdruckerkunst der gelehrten Welt, insonderheit aber der Gottesgelahrheir geleistet hat und noch täglich leistet, wird hier deutlich vor Augen gestellet; VIl.) 0. Giegmund Jacob Saumgaetens Betrachtung über Sprach XXX ill, 17. 18. zur feierlichen Begehung des dreyhundertjährigen Gedächtnisses der Buchdruckerkunsi. Erstlich wird der Wortverstand dieser Stelle kürtzlich erwogen, und mit einigen An- nierckungen erläutert; Nachhero aber derselben Jnn- E ^ halt L8 Lap.!. Verzeichniß halt auf diese edle Kunst naher gedeutet, und zur Abhandlung der vornehmsten dabey nöthigen Pflichten und Ermunterungsgründe langewandt; VIll.) 0. ^venedicr Gottlob Clausrpiyens teutsche und IX.) 0. Johann Georg Rnappv lateinische Verse; X.) Fo. 6e eo, quvc! in in gsrerypo- Arspnics stimirsnäum eli^ Der berühmte Herr Verfasser schreibt hier? wie er allemal gewohnt ist, das ist cmsbündig schön Dahero dieses Stück gegenwartiger Sammlung keine geringe Zierde giebt; XI) Simon Peter Gaffers teutsches Gedichte; Xli.j 0. Jacob Gabriel rvolfs teutsche Ode; Xlli.) /^/o^ üpjsiolg Istuns. Hierinnen ist nichts ausgeführt. Es ist ein blosser Wuntsch in gantz kurtzen Worten. XlV.) Ao. L^/?/^^ ln^ lcriptio l^stins. Ist gantz arrig; XV.)Io. b.pisio!s ^rgtulsrorig gc! srri« r^ov" ßl-soKiLX luclsles. Ist ein kurtzer Glückwunsch; XVI.) Martin Gchmeiyels Historische Untersuchung von dem vom Kayser Friedrich Hl. der Buchdrucker- gesellschafft ertheilten Wappen. Das Diploma dieses Kaysers ist bis diese Stunde unbekannt. Es sind auch einige auf den Einsall gerathen, als wenn dieses Wappen nur Gurrenbergen alleine ertheilt worden, weil die Gesellschaften selbiges so sehr verändert führen. Hierauf wird geantwortet, und das Wappen hernach beschrieben. Die Beschreibung lautet also: »In dem Schild ist ein schwacher einfacher „Adler zu sehen gewesen, mit ausgebreiteten Flügeln,' „Schweif und Waffen, oder Füssen, im goldenen „Feld; In der rechten Klaue habe er einen Winckel- „hacken von natürlicher Farbe, und in der lincken „zwey auf einander liegende schwartze DruckerbaUen „Schal- der vornehmsten Fubelfchrifce». 69 „gehalten; Der Helm sey von Srahlfarbe / mit eignem Gitter geschlossen, und mit einer goldenen Kro- „ne geziert gewesen; auf tveicher ein hervorbrechender „halber silberner Greif zu sehen gewesen , welcher m „den Klauen zweyauf enander gesetzte schwache Dru- „ckerballen empor gehalten; DieHelmdeckeuseyenzux „rechten mit Gold und schwartz, zur linckenmit Sil- „ber und roth tingirt gewesen;» XV jl) I-!L. Zschack- wiyens neuer Beweiß, daß di,e Teutschen d^e wahren Erfinder der Buchdruckerkunst seyn. Dieser gantz nagelneue Beweiß besteht darinne: die Celten,.oder Scythen sind die wircklichen Erfinder der Gelehrsamkeit und sonderlich der Buchstaben, folglich haben die> Chineser ihr Buchdruckerwesen von den Celten erhalten. Ich meines Theils magvorjetzo meine Gedancken hierüber nicht eröffnen Ich sehe aber schon zum voraus, daß andere diesen Beweiß vor ungültig halten werden, wenn sie auch so freygebig sind, und zugeben die Scythen haben die Buchstaben erfunden, so folgt daraus im geringsten nicht, daß sie die Erfinder der Buchdruckerkunst gewesen Sie werden gleich einwenden und sagen die Juden sind Erfinder der HebraischenBuchstaben, folglich habm sie die Buchdruckerkunst erfunden. Wie nun dieses Niemand vor gültig annehmen wird, so wird auch dieser neue Beweiß Widerspruch finden ; XVUI.) v. Joh. Tobias Carrach Lob-und Gedächtnißode; XlX.) ^/^-?/ Lsrmc n sleZiz^-um. wyrinnen die Buchdruckerkunst trestich heraus gestrichen wird; XX.) Johann Joachim Tangens, XXI) Daniel Scräh- lers, XXII.) Theodor Christoph Ursinus, XXUl.) Just Israels Sayers Jubelschriften in teutschen «Versen; XXtV ) Johann Friedrich Stiebriyfns E z Er- Cap. I. Verzeichniß Erläuterungen einiger Wahrheiten aus der Buchdruckerkunst Weil alle Dinge bey der Buchdru- ckerey zufällig sind, so erinnert uns oieselbige alle Augenblicke, daß ein GOtt vorhanden sey. Warum die Allwissenheit GOttes ein Buch aenennet, oder mit einem Buche verglichen werden könne, ist die andere Wahrheit, welche hier erläutert worden. Des E.picuri abgeschmackter Satz: daß die Welt aus ei? mm von ohngefehr entstanden Züsammenlaufder uns untheilbaren Dinge fertig worden wäre, kan auch vermöge der Buchdruckerkunst widerlegt werden. Man nehme doch einen Kasten voller Buchstaben, und lasse selbige von ungefehr unter einandee gerathen^ und sehe ob man ordentliche Syllben, Wörter, gan- tze Blatter und Abhandlung bekomme? Die Erfahrung lehrt uns das Gegentheil. Eben so wenig ist auch die Welt aus einer solchen Zusammenstossung der Atomorum von ungefähr entstanden. Alsdenn werden noch verschiedene Wahrheiten vonderSchö? pfung der Welt durch die Bruckerey erläutert. Der Begrif von der Vollkommenheit, von der Hervor-- bringung der Cörper und von der Auflösung vermenschlichen Leiber wird zu letzt erläutert. Nun- mekro folgt noch ein Beytrag einiger Gelehrten von Halle, welcher meistentheils aus Gedichten in griechischer, lateinischer, italiänischer, dänischer und teutscher Sprache bestehet, dahero wir selbige nicht benennen wollen. Den Beschluß macht ein Jubel- denckmal, welches die Kunstverwandten durch verschiedene teutsche Gedichte stiften wollen. Druck untz Pavvier ist recht fein. Z. XXV. der vornehmste» Iubelfchrifren. 5 5 §. XXV. Abhandlung von der Äuchdruckerkunst und einigen dahin gehörigen Stücken des Alterthums ; Bey Gelegenheit des dritten Jubeljahrs/, so in dieftm Jahr, rvie in den meisten berühmten Grädren Deutschlandes, also auch in der Rayserlichenund des Reichs freyen Stadt Äremcn, von dafigcn Ge- sellschufktn der Srauer-und Janischen, zum ruhmrourdigen Andencken und schuldigen Verehrung dieser Aunst, mit Vergnügen gefey^epr ryorden, eilfertig encrvorffen. Bremen ^ 1740. in 8, von 7- Bogen. Anfänalich ist. diese Abhandlung in Foiio gedruckt worden, allwo es heißt, sie wäre von einem Liebhaber und Mitglied der edlen Kunst verfertiget worden; Bey der Ausgabe in octav fehlt diefts. Es fehlt a;:ch der Ort darauf,, wo es gedruckt ist, welches bey der Ausgabe in Folio stehet. Zwey Abschnitte sind in der kleinern Ausgabe mehr, wormnen gcmtz kürtzlich er- zehlt wird, wie man zu Bremen, das Jubelfest begangen habe. Der Jnnhalt dieser Abhandlung ist folgender: Das!. Cap. handelt von der Art seine Gedancken durch die Sprache auszudrücken; Das ll. Cap von der Art seine Gedancken durch geschriebene Zeichen auszudrücken; Das Cap. von dem Schreibzeuge der alten bis aufunsere Zeit; Das I V. Cap. von der Buchdruckerkunst. Dieses Capitel ist uns mehr eigen: ES wird darinnen kürtzlich der Erfinder erzehlet, und sonsten eine kurtze Nachricht von den Buchdruckern zu Bremen beygebracht. Bis auf die beyden letzten Paragraphen steht alles in der E 4 Aus 7? 5y, wurde vorgeMt der dem falschen entgegen gesetzte rechte Abdruck der Person Chisti; Dieser Jubelpredigt ist an die Seite gesetzt: Johann Ulrich Tresenreurers, Dir-, ^cli. p». 8. Ich schreibe hier keine Schukschrift. Unterdessen glaube ich aber, daß etz Herrn gestern an Gründen nicht mangeln werde, wenn es ihm belieben sollte zu antworten. Die letzte Anmerckung scheint mir am allermerckwürvigsten. Es berichtet nemlich der Herr Verfasser, daß er die Evangelia mir Auslegung des hochgelehrten T>. Reistrhergs^ und des gedachten Johann Geilers von Aei- sersberg zu Straßburg, 1554. gedruckt gesehen, al!wo er angetroffen, daß Jacob Oesler, beyder Rechten Docror, zu Gtcaßburg wohnhaft diesen Büchern privilegia ertheilet, und sich 76 Cap. l. Verzeichniß bey dieser Gelegenheit der Rom. Rayserl. Majesi. ^e^/ö^?« und General-Guperatcendett- een der Druckereyen im heiligen Reiche genen- nee habe. Ich gestehe es, hievon mögte ich gerne mehr Nachricht wissen. Denn was in den Höllischen Anzeigen stehet, thut mir noch kein Genügen. Endlich folgt des Herrn Verfassers Jubelrede selb- steu, worzu er durch vorhergehende Schrift eingeladen. Cr hat in selbiger vorgetragen: Die aus dem Anfang und der ersten Ausbreitung der edlen Buchdruckerkunst hervorleuchtende Spuhren der göttlichen Weißheit. Einige Cantatm machen, in dieser Sammlung den Schluß. §. XXVII. Wohlgemeinte Gedancken über Führung einer Buchdruckerey bey Feyrung ten Jubelfestes der Buchdruckertunst küry- lich eröfnec von Johann Bernhard Hellern, Not. Publ.Las und der Buchdrucker-Societät zuIena Sen. Erfurt, 1740. in 8- von 7. Bogen. Z Der Herr Verfasser hat sich vorgchtzt bey diese? Gelegenheit seine gute Meynuug gegen die Buch- drucksrkunst auch an den Tag zu legen. Es ist ihm dieses auch nicht zu verargen Denn er ist ein Mitglied. Und eben darum weil er ein Mitglied ist, wird man es mit ihm so genau nicht nehme», ob man sonst schon allerhand zu erinnern haben dürfte. Di^e gantze Abhandlung hat 32. §Z, Anfanglich verspricht zwar der Verfasser, er wolle nichts von dem Ursprung, Nutzen, Vorzug und Lob der Buchdruckerkunst anführen, und nur lediglich von der Buchdruckerkunst, deren Führung,/ und was dem anhangig, handeln; der vornehmsten ^ubelschrifcen. 77 Er erzehlt uns oder dennoch eine mündlich fortge- pflantzte Sage, wie er e6 nennt, von dem Ursprung der Buchdruckerkunst. Ich will sie kurtz wiederho- ien: Johann tNentelin, ein Goldschmidt zu Straßburg verfiel 1434. beyAuspolirung gegossener Schaustücke auf die Gedancken.- ob es nicht angehen sollte diese Buchstaben eintzeln zu schaffen und hernach abzuformen ? Er eröffnete selbige seinem Gesellen Johann Gänsefleisch. Und da dieser mit seinem Herrn zerfallen? so gieng er zu Johann von Gurrenbergf gleichfalls einem Goldschmidt und entdeckte ihm das Mentelinische Vorhaben. Sie versuchten es also mit einander, und brachten eintzelne Buchstaben zuwege. Als nun Guttenberg seinem Schwager Johann Hausten, der damals zu Mayntz die Artzney- kunst studirt, unter andern Neuigkeiten auch diese mit berichtet; So riech ihm selbiger sich nach Mayntz zu begeben, allwo sie das Werck gar zu Stande bringen wollten. Gurcenberg kam demnach mit seinem Ge- hülffen nach Mayntz, und setzte mit Fausten sein Vorhaben fort Sie nahmen Schäffern noch zur Hülfe. Und nunmehro hatten sie endlich die Buchstaben ausgegrübelt, es fehlte nur die Presse und Druckerfarbe noch. Auch diese wurde endlich 1440. fertig. Unterdessen haben sie dennoch noch zehen Jahre zugebracht, ehe sie ihre gedruckten Sachen bekannt gemacht hätten. Mittlerweile ist Gänsefleisch vermuthlich wieder nach Straßburg zu Mentelin gegangen mW hat mit selbigem die Dru- ckerey fortgesetzet. So weit die gemeine Sage. Die auch sonsten vor weiter nichts angesehen werden kan. Nunmehro bekümmert man sich doch auch um die Erfindung und um einige Lobsvrüche der Buch- dru- 62 Cap. l. Verzeichm'ß druckerkunst, welche wir Loch nach ves Verfassers Versprechen hier nicht lesen sollten. Hierauf handelt man von dem Fortgang der Buchdruckerkunst, ingleichen von den Begnadigungen, Freyheiten, Ordnungen und Pflichten der Buchdrucker gegen GOtt, gegen ihre Obrigkeit, gegen ihres Gleichen, und gegen sich selbst, wobey absonderlich von ihren erforderlichen Wissenschafren mit geredet wird- Über die schlechte Belohnung der Buchdrucker wird eine weit-- laustige Klage geführet, welche Klagstimme noch weit mehr wider Herrn tN. Ieremms NAlhelm Jacob Clesien erhoben wird, da derselbe in seinen heraus gegebenen und oben angeführten Buch über den schlechten Druck und Pappier der heutigen Bücher geeifert hat. Man wird öfters recht hertzlich böse, wenn von Herr Clesien den alten Buchdruckern vor den heutigen ein Vorzug zugestanden jwird. Endlich thut der Herr Verfasser einen Vorschlag, wie denjenigen, welche es benöthiget wären, und ihre Jugendjahre, Vermögen und Kräfte, GOtt zu Eh« ren und dem gsmeinen Wesen zum Besten gleichsam aufgeopffert hätten, in ihrem Alter, an einen honetten Ort, einBuchdruckermnßiger Unterhalt verschaft werden könnte. Der gantze Jnnhalt davon ist dieser : Es sollten etliche Buchdruckergesellschaften zu-- sammen treten, Gelder sammlen, worzu man auch einige Strafgelder schlagen könnte/ und alsdenn Güther ankaufen, wovon vierzig abgelebte und arme KunstglieSer in einem Verpflegehaus erhalten werden könnten. Der Vorschlag laßt sich gantz wohl lesen, wenn er nur auch erfüllt wäre. Die vielen Druckfehler geben diesem Buch, das von der Buchdruckerkunst handelt, eine schlechte Zierde. ß. XXVttl. der vornehmsten Iubelsthriften. 6z §. XXVIII. Ulmische Jubelreden, welche in der H. R. Reichs freyen Stadt Ulm am dritten Jubelfeste > wegen der vor dreyhundert Jahren erfundenen höchst nützlichen Suchdru- ckerkuNst mit hochobrigkeitlicher Vergünstigung den 24. Äugusii des ieyrlaufendett 1740 Jahrs, als am Tage Äarchölomai, in der dastgen parfüsier Ixirche am löbli- lichen Gymnasio gehalten worden. Ulm, 1740. in 8. von 7.Bögen. Allhier trift man an.-1.) eins Einladungsschrift zu Anhörung einiger Jubelreden. Diese Schrift hat Anronius Beck, Pfarrer bey der H. Dreyfaltig- keits-Kirche und üm löblichen Gymnasio öffentlicher Lehrer der Redekunst und die beyden Buchdrucker Christian Ulrich 5VagNer und!Elias Daniel Süß unterschrieben,welches letztere einer AnMerckung werth ist. In der Schrift selbsten handelt man von dem Lob, Nutzen und Ausbreitung der Buchdruckerkunst; U) Die Rede Herrn Anton Beckens, welche von den beträchtlichsten Arten, wodurch die Menschen die Religion so wohl/ als die Künste und Wissenschaften auf ihre Nachkommen fortgevflantzet, und wie darunter die edle Buchdruckerkunst die Oberhand mit Recht behaupte, handelt ; lll.) Rede Herrn Christian Ulrich XVagners / eines ehemahligen Liebhabers der freyen Künste, nunmehro aber eines Kunstverwandten , worinnen in lateinischer Sprache erzehlt wird, wie diese Kunst keine ausländische, sondern einheimische Erfindung der Teutschen sey, wobey zugleich der historische Verlauf der Sache von» Anfang 8o I. Jacob Lar- povs, des Hochf. Gymnasü Nect. Einlavungsschrift von der Vergleichung der Kunst in Erfindung des Schreibens und der Buchdruckerey. Sie ist anfänglich M4. gedruckt worden ; III.) rvolfgang Adolph Gchröns kurtzer Entwurff der Historie von dee Hochf Sachsen-Weimarischen Hofbuchdruckerey. Den Schluß machen einige Gedichte.' 82 Cap. I. Verzeichniß §. XXX. Rurye Fragen von der Äuchdruckerknnst, zum Nuyen der Iuyend in der Gcadrschu- !e zu Gnmma, aufgeseyc von p. 2^ Leipzig, 1740. in 8 von i. Bogen. Damit die Schuljugend in einem öffentlichen Cra- mine Red und Antwort geben könnte, so sind zu dem Ende die angeführten Fragen verfertiget worden. Das I. Cap. handelt von der Erfindung der Buchdrucker- kunst; Das ll. Cc,p von der Ausbreitung derBuch- bruckerey von Mayntz in andere Städte und Länder; Das lü. Cap. von Dem manigfaltigen Nutzen der Buchdruckerey; Das IV. Cap. von der Feyer dieses Jubeltages. XXXl. Acea des zum feyerlichen' Andencken der in Teurschland glücklich erfundenen Buchdruckerkunst zu Nürnberg erbaulich gehalrnen und vollzognen dritten Jubelfestes ans Lucht gestellee von dem sämmtlichen Äuch- druckercollegio. Nürnberg, 1740. in Folio, von 10. Bogen. Alles, was auf dem Saal des Augustiner Klosters zu Nürnberg in teutscher Sprache gehalten worden, ließt man allhier. Ehe aber selbiges anzutreffen, so steht die Einladungsschrist des Herrn Rectors I. P. Röders. Eine kurtze Rede des Herrn Nectors eröffnete die Juvelfeyer, alsdenn treten verschiedene junge Redner auf, und lassen sich über allerhand zur Buchdruckerey gehörige Dinge hören. Und der Herr Rector schließt wiederum. Endlich wird noch eine andere der vornehmsten Iubelschnften. 8 Z . andere Revnerübung beygebracht, welche der Herr > Conrector an der Schule zum Heil. Geist Johann Heinrich Drümel am 4. Augusti angeordnet hat. ! Uuterschiedene Gedichte und eine Beschreibung der zu Nürnberg geschlagenen Jubelmüntzen macht den (Quadruplirter zehnfach verwandelnder Bilder-Reim, in jambisch-heroischLN r>e;s n, als die sehr gelobte Zuchdruckerkunst ihr drittes Jubiläum den 27. I^nii, ' ^>/. auf dem grossen coll?gio i'uri- dico in Erfurlh mit einer L.ob und Danck- rede und doppelten Music f^rlich be- gieng, prasenrirt von Christian Valentin Fleischhauern ^. V. v. K ^slvoc. 0.Lvn. Erfurt!), in Fol. von 1. Bogen. Ob nun gleich dieses ein bloses Gedichte, so habe ich ihm doch allhier auch eine Stelle einräumen wollen, weil es einer besondern Ausmercksamkeit würdig ist. Nicht die schönen Worte, vielweniger die schönen Gedancken, sondern die gezwungene Versetzung und artige Einrichtung der Wörter in Ansehung der Buchdruckerkunst ist eines Anschens werth/ Eben deßwegen habe ich es nachmachen lassen, wie es in Ersurci) erschienen ist. Vielleicht sieht meines noch weit besser aus, als das Original war. Siehet K. UI, Man muß aber folgende Nachricht dabey haben, wenn man wissen will, wie man es angreiffen soll: In diesem Bilder-Carmen, so eine Ehrenpforte vorstellet, können die 4. Säulen, über welchen der Nauchaltar stehet, zehenmal veränderrgeleftn werden. Beschluß. §. XXXIl. 1. Lese Cap. !. Verzeichnis; ^» . S-> ^ ^. ^ Z-» « » ^ « ^ ^ ^ ^ 2.S ^ ^c: - -'T >>s ^s» t Z « U »s- ^> r- « L ^> « ^ L A ^ Z^^D ? ^ s s> ^z, s ^ 5Z ^ « U ^ 2 Z « ^».^ « T Z t.» « « ^> ^ -z ^ s s ^ o KL « ZsZ « Z-» ^ ^> ^ ^ «. ^ ^ ? Äs S Q S ^> ^> Q r»> r «'^V'^ ^ ^ ^ « ^ <- S .s -U. « c: ^ n: L s « L tLQ « - - . ^>^-"S -> ^ ^> >-> x2 ^ W M ^ ^> ^« L> «-» ^) ^ -z ^» s> Z^S: ^ ^» » « ^ . « ^ « IU-» .o ^ cx^'Z'K « «^ ^ >^ »s> « Z SZc»'? ^ Z ^ H /-» 51 s " ^Z"«- Ds^s ^ ^ s 2 ^ U ^» ^. « ». 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IQ Q " — Z >^S> ^! ^ .^^s^ ^ Z." ^-^cÄZA^KZZ ^ ^ L^^--« KKSRKZAKsNcMOK^V Z ^ ^ ^> ? s F ^ Z. XXXlll. 86 Tap. I. Vetzeichmsi §. XXXliI. L^Wo^?///s>c-?///7^M t?'^?/^o/ ?)'/l-^kV7/)/!/c-S /?«/>//c/Z! o?^e?//?'/?^c^ b"rici?nc.(iottK.j5^le^rgA. ^?c'«Ao?^ Naumburg, 1740. in Folio 2. Bogen. Wenn einigein den nnscuiisSib^lmZs die Worte; ^!XI O? «v?-oV o^tt^«», />.v/l? ite^?//, ^tti./'^t ^Ä//?». gefun- / der vornehmsten Jubeksthrifren. 8? gefunden, so haben sie zugleich eine Prophezepung von der Erfindung der Buchdruckerkunst daraus nm- chen wolien^ Daß aber dieses eine ungegrünoete Einbildung ftp weißt der Herr Rector gantz deutlich. §. XXXV. A«-7t^-esV, oder, das mehr als Rönigli- che, ja göttliche Geschencke der edlen und vor^reflichenBuchdruckerey, deren Ersin» dung, t?uyen, Mißbrauch, und berühmtesten Meister nebst einigen zur Historie nöthigen und nützlichen Änmerckungen bey herbey rückender dritten Jubelfeyer, so im Iun-odes -740. Jahres einfallt; Zum Vorspiel und Aufmunterung geschickter Dichter in Teutschland, auch GDtt, dem Geber aller guten und vollkommenen Gaben zum höchsten Ruhm und Preiß, in teutscher Poesie aufgeseyc von Constanrino Beiler» mann, Conrecc. M//^. /)/>. M,/ /». cn. 89 DaS ü.) fteuer vor Iasen mit dein goldenen V'ieß, und das prachnge Sch-f ArgoS, auf welchen, die grieHischen Helden nach Coichos gchchren, und das güw.ne Vließ erobert, n.it der Beyschrift: (/e?v,^,//7/^ //?/?^'//^ vr/////. teutsch: Das güldne Vließ ist zweifelhaft Die Druckerkunst har es verschafr. Das NI.) prasentirt den Cadmum, der die griechischen Buchstaben erfunden, wie er auf eine Tafel einige griechische Buchstaben mahlet, e, g. «. /Z. F. O^vile. ?)^0^)'/7/^^ > W/?^)', teutsch: Ist Ladmus der Suchstabett Vater, Äleibr Guttenberg doch der Berather. Das IV.) zeiget'eine auf einem Tische liegende abgedruckte Pflantze, oder saubere Blume, daneben eine in lpisitu vini sich prasentirende Rose, oder Pflan- tze, wie solche Vallemonr hervorbringen können. Oevile. ^»'^/z", „ m-. teutsch- . Der Rrauter Oaltügenesie Zeigt Rniphofs VlAy, und 8uttckens Müh. Weil ich nun einmal diese schöne Raritäten angeführt, so muß ich der Ordnung des Herrn Verfassers folgen uno nunmehro auch die Erklärung der übrigen KmblelNZtum, so in dem Buch vorkommen, beyfügen. Der Herr Verfasser soll selbsten red^'n: 8 5, Das 9^^/?/>/)^ Wobey ein zur Saar bereitetes Gefields, aus welchem statt der Aehren groft und kleine Bücher hervor wachsen. vevite. Die Erde thue sich auf, und bringe Heyl; Obsn einen mit Wolcken bezogenen Himmel, aus weichem statt der Tropfen, oder mancherley Buchstaben herab auf das Feld regnen. Oevile. Treuffelr ihr Fimmel von oben. Unten: I/i?,7e?/?q^^/?? /?/^//^' ^e^^/? T^ho^^^ö/c/. Das U.) KmKIemg stellet vor einen in der Drucker- Ofsicin beschäftigen Setzer und Drucker, über dessen Häuptern der Name Gutttnberg zu sehen; Darneben die Minerva, die statt des gewöhnlichen Spie- ses ein Horn der Fülle in Armen trägt, angefüllt mit Büchern. vevite. XVar nicht die Druckexey gekommen, Hatt' Pallas ah-nicht zugenommen. Das lll.) Emblems weiset vor Mercurium in einer Druckerofficin, der statt der geflügelten Beine, Flügel an Händen, oder Armen hat, gegenüber einen Schreiber , der in. Schreiben begriffen, auf welchen Mer- cmius mit dem geflügelten Stab in der Hand weiset. 0c- > der vornehmsten ^ubelschn'fren. 91 Oevite. Was tausend Schreiber dichten, Z>an lch allein verrichten. Das IV.) Emblems stellet vor den Musenberq mit den neun Musen, da Apollo dem Erfinoer der Dru- ckerey Guttenberg einen Lorbeer - Crantz verehret. Oevile. Gelehrte können nicht mit Rronen Den Nuy dec Druckerkunfi belohnen. ?/?e?/?0?^'/?M ^?//'/7^^ Bis Hieher der Herr Verfasser. Ich mag nicht urtheilen , weil meine Leser gar leichte einsehen werden, wo man wider die Natur der dachen gedichtet yat^ Bücher, die auf Stengeln aus der Erde hervor wachsen, mögte ich gerne sehen. Nun kömmt erst eine poetische Vorrede, und als denn weit hergehörte Noten über die Vorrede. Endlich ließt man das Gedichte selbst. Es bestehet aus 86. Strophen von zwölf Zeilen. Vermuthlich soll es eine Nachahmung des lateinischen Gedichtes des bekannten Hergellans seyn. Es ist aber dergestalt gerathen, daß man kaum glauben sollte, daß ein Teutscher Urheber davon wäre. Gedancken, Ausdruck und Reim sind öfters wider alle Regein. In den angehängten Anmerckungen welche 4. Bogen starck sind, hat uns der Herr Verfasser eine Probe von seiner grosen Wissenschaft mitgetheilt. Denn man findet darinnen Lebensbeschreibungen von alten und neuen Gottesge- lehrcen, Geschichtschreibern, Aertzten, und auch so gar von den Componisten und Cavellmeistsrn, welche wohl Niemand hierinuen suchen wird, und mit Recht 92 Cap. I. Verzeichm'ß nicht suchen kan. Von Buchdruckern ließt man etwas weniges, welchen doch weit eher ein Platz gehöret hattte, wenn man ja schon öfters gedruckt Lebensbeschreibungen, als Anmerckungen über ein Gesichte, noch einmal hatte wollen drucken lasftn. Hierauf folgt eine historische Nachricht von Erfindung der edlen Buchdrucksrkunft, derselben Vermehrung und Ausbreitung. Dieses ist weit besser gerathen. Unterdessen har er sich hier und da eines gewissen Buches bedienet, welches er nicht genennet, obergleich etliche Stellen von Wort zu Wort daraus entlehnet. Ich habe es gar bald gemerckt, ich will es aber auch nicht nennen. Zum Beschluß hat Johann Michael Funcke Buchhändler und Universitats-Buchdrucker in Erfurt!) ein Lob-und Danckgedichte auf das dritte Jubelfest wegen Erfindung der Buchdruckerey als eine Beylage hinzu gefüget. Das letzte Stück, nemlich die Anleitung von Form-und Stahlschneiden, welches von einem freund (vermuthlich Herrn Zuncken) löblicher Künste verfertiget worden, ist das beste in dem gantzen Buch, Nur das Titelblatt wil! mir nicht gefallen, weil es schon verschieden? mal gebraucht, z. E, bey der Bilder-Geographie, und daher gantz abgenutzt erscheinet. Ob aber die angegebenen Kunstgriffe alle richtig sind, überlasseich den Formenschneidern und Schriftgiesern zu beurtheilen, weil ich diese Kunst nicht verstehe. §. XXXVII. Wenn ich eintzelne, oder auch zusammengedruckte Gedichte nach meiner bisherigen Art hätte anführen wollen, so hätte ich leichtlich noch etliche Blatter anfüllen, können. Meine, ich halte dieses vor Überflüsse der vsmehmsten Iuliclschufrc«?. sz sig. Von Büchern zu reden, die ich nicht in Handen habe, ist mein Werck auch nicht. Ich weiß wohl, baß noch einige zurück sind Vielleicht erhalte ich seidige, ehe ich die Feder bey diesem Band noch weglege Verschrieben hab ich sie schon; Daß sie aber nicht angekommen sind, davor kan ich nicht. Man wird es mir also vor keinen Fehler auslegen / wenn ich hier keine ausführliche Nachricht gebe von ^-/^/ - ^??/7>' F/?^?^ /?^?^^77>eeT^?/ Ä?i???//i?^^ t'» z?/?/?»' t^/i/.?/?^-' ^^e/tte ?/?^e2)o////^?, ve'?-?/«?/- ^-e??)- ö«> //?»^c?^ ???'ee?' ^i?/c^/?^///, ev.' ^^^v/-?' t/oo?" --/^?-e/^ ^e?i>o/'^/? 6?^ ?z?^//('e s^s oo??e 7?Lt^?^/'c//t.V? /?/??/ //t-^^///ck ^S^^, /?^t TM5' t/oo?" ^o/l/????^ (7/>? ?/??/??^ .5e?'^^ ^?'/??/6V> (?N'M6??????,. //^/c?^ in 8 Leipz^Gel.Zeit. p. 855- n. 96.1740. Angleichen von Herrn L.ackmanns Klvnumentjs, und einigen wenigen mehr. Genug ich habe doch von den meisten geredet, welches mein Endzweck war. II. Kapitel. Christian Friedrich Wadskiärs Gedancken von dtw ersten Erfinder der Buchdruckerkunst mit An- merckungen« ^^ is Liebe zu seinem Vaterland hat schon mcm- chen Gelehrten Mann verblendet, daß er dis Mahrl^jt üderfthen, und^etwas bcharptex hat, 5>4 Cap. ll. Gb ein Däne hat, woran sonsten niemand gedacht. Herr XDad- skiac aus Coppenhagen giebt uns eine neue Probe hievon, Denn als er in meinem ersten Theil der Buchdruckerkunft gelesen, daß ich Johann Gmtcn- berg vor den ersten Erfinder der Buchdruckerkunst angegeben habe, so ist in ihm der Eiser vor sein Vaterland dergestalt entbrannt, daß er die Feder wider mich angesetztt,und seinen Aufsatz in die neuen Zeitungen von gelehrten und merckwürdigen Sachen, welche zu Coppenhagen heraus kommen, einrücken ließ. Ein guter Freund übersetzte diesen Aufsatz ins Teutsche, und theilte selbigen einem vornehmen Gönner von mir mit, durch testen Vorschub er auch mir in die Hände gerieth Hieraus sahe ich nun gar wohl, wie Herr wadskar, wider alle Wahrheit, nm deswegen wider mich die Feder gespitzec hatte, dan.ir er vor seine Landsleute eine Ehre erjagen mögte, welche ihnen niemand in der Welt jemals zugestanden hat. Man kan ihnen auch solche mit keinem Schein der Wahrheit zugestehen. Jedoch ich will diesen Zinssatz von Wort zu Wort einrücken und mit einigen Anmerckungen begleiten, woraus die Wahrheit in die Augen fallen wird, wer Recht hat: Neue ZeitlMgenvsttgelehrten Sachen. Drey« zehences Stück. Copenhagen, den zr.Mart. 1740.9.201. „Es ist bekannt, daß verschiedene Völcker, als die „Chineser, Jtalianer, Frcmtzosen, Hollander und die „Teutschen mit einander streiten, wer sich von ih- z,nen mit Recht des Ruhms von der Erfindung der „Buchdruckerkunst anzumaßen habe. Und es wird allen die Buchdeuceerkunj? ersiind^» ^ „allen denjenigen sehr ftemd vorkommen, welche mit „dem berüchtigten !Violesrvorch, und mit dem zu „unsern Zeiten fast Molesworchisch gesinnten Professor zu Jena die Dänische Nation für untüchtig halben , etwas neues zu erfinden, oder etwas zu unternehmen, wo sie nicht von andern hievon belehret „wird/ wenn man auch Dänischer Seits hierauf einen nicht ungegündeten Anspruch zu haben ver» „meynr, und zwar wegen eines Mannes, welcher „tAeiü Jenson geheissen hat. i. Anmerckung. Ich bin zwar nicht dcr Meynung, daß die Dänen ungeschickt waren, etwas neues zu erfinden; Meine, daß ein Landsmann von ihnen die Buchdruckerkunst erfunden habe, halte ich bis diese Stunde vor eine blose Fabel, die nimmermehr erwiesen werden kan. Hier erinnere ich weiter nichts, als daß Herr XVadsklär, auch wider seinem Willen, ein Zeuge wider sich selbst seyn muß. Er bekennet ja ausdrücklich, daß die Dänen nur vcr- meyne haben, sie könnten auch einen Anspruch auf die Ehre der Erfindung machen. Meynen mögen sie in Ewigkeit. Aber beweisen können sie es nimmermehr. Und ich mögte wissen, wer von den Dänen, auser Wadskiärn, diese Meynung hegte. Denn was von pomano angeführt wird, will ich hernach beantworten. Einen Schweden weiß ich wohl noch, aber keinen Dänen nicht mehr, der Jenson vor einen Dänen gehalten. Dieser ist in llMi r. cie l'ypoZi'gpKiiz. Er schreibt aber doch weiter nicktö, 96 Cap. II. !» /uo Danis sAnnicere v/- eit tl'snLpZsntsrZ. S. Wolf!; iVioliumentz ll. p, 576. Er giebt ihn also weder vor den Erfinder, noch vor einen Dänen aus, sondern eL sagt nur: es scheine, als wenn ihn die Dänen vor einen Landsmann hielten. Es scheint also nur, deßwegen ist es nicht wahr. „Unser berühmter Gesehicht-Schreiber psnm- „nug, welcher nicht den Holländern völlig beyzuzeb- „len ist, indem er zuHelsignvr von Hollandischen Elstern gebohren worden, hat auch keine so gross Hoch-' „achiung gegen L.oreny LssterzuHarlem / wie seine „andern Landsleute, sondern er hatvielmehrbemerckr, „daß l^iels Jenson, ein berühmter Buchdrucker zu „Venedig mit Unrecht für einen Frantzosen gehalten „werde, da doch der Name allein schon zur Gnüge anzeige, daß er einDane von Geburt sey und daß ec viel- „leichc eben so viel Antheil an der Erfindung der Buch- > „druckerkunst haben könne, als ein anderer. po?z, „rani Worte lauten also ttilt--!-. vsn. ^il? '. X. 0. „62l. sct /^nn. 1442. iVIem^l'sbneest Iinc^mpore zartem t^po^rspriicsm exc^vli ^?^/ t»^,va/7o^ c-?^ „/>^M, ac prXclsri« pslliln vtt!um!niouz in „elsrui^tlenrlzi. inr^r e^erercis eju?; su- „Ävres lNl?L»ri>le8^ue cum glii -^^/?//<7o/?c^ Ai»'«?^ l^lgrlcmentem, glii (///tt-?^'?-^/?/^ „^rFenrinenllmgL^loZuntmeeiem, zlii, vteltczuiz. „czue nstionis luX ltuäiot?iuem glii fgc.iunt. l^ieinirio xnLltiinrillimN tiu- ju» die Ruchdruckerwnst erfunden? 97 „ms srris ct-jetzel-i-lmu8gpuä Vener !8^l)»>Al-gpdu« „memni-srul-; extsr ^ commencl-zti-l- pi-^cioue „eius/'////^'^gturglls Kiüori'z, e!eMnribu8. m rum „res ersnr, rypis excu5s lud snnum (^witti, czui „fcejuetur 1472. elspsls sl? Koc^ ^ui 5up!g polirus ^elt, sums circirer rriZindz. 2. Anmerckung. * Ich mag nun XVadskiars Worte, oder pon- tani Zeugniß ansehen, wie ich will, so kömmt doch nichts heraus. Vielleicht/ spricht der erste, hat Jenson eben so viel Antheil an der Erfindung der Buchdruckerkunst haben können. Und dieses soll ponrunus gesagt haben. Vielleicht hat er aber auch keinen Antheil daran. Doch nein, er hat gar keinen dran, ponranus behauptet es auch im geringsten nicht. Erstlich, gesteht poncanus ausdrücklich, daß die Buchdruckerkunst in Teutschland zu erst erfunden worden sey. ^mc-l-sl?!^ eit, gl'rem r^u^l'spliicgm l?^M/??/o/ ^VA inclgl-u>lle/i?-/M//m oedi. Heisen diese Worte etwas anVers teutsch: alsdie Vuchdruckerßunst ist in Teutschland zuerst erfunden worden, so will ich verlohren haben. Sie heisen aber nichts anders, also habe ich Recht und Herr NVadftiar unrecht Hernach sagt auchponranus nicht, daß Jenson die Buchsruckerkunst erfunden habe, sondern so viel sagt er : weil verschiedene Städte ihre Erfinder, viele aber, nachdem ein jeder vor seine Landsleute eine Hochachtung hat, selbige rühmen und loben, so darf auch Jenson nicht vergessen werden, welcher gleich beym Anfang der Buch- G dru- 98 Lap. ll. ein Däne Vruckerey ein berühmter Änchdrucker (aber kein Erfinder) zu Venedig gewesen ist. Und dieser Jenson wäre ein Däne gewesen, wie sein Name zu verstehen gäbe. Diese Mulhmassung ist im Grunde falsch. Es ist gar keine Folge, daß diejenigen Dänen sind, deren Namen sich in son endigen. Ich will es einmal zum Spaß zu geben, folglich ist der Jude Gerson ein Däne; Folglich ist derFran- zoft gleiches Namens ein Däne; Folglich ist Jac» Ianson, ein Holländer^ ein Däne; Folglich ist Johann Janßon, ein Schwede von Geburt, ein Däne» Wenn dieser Satz richtig wäre, so wollte ich aus allen Völckern einige Dänen finden. Daher» man gar leichte einsehen kan, auf was vor einen sündigten Grund diese Wahrheit gebauet ist» Jedoch dieses alles Habs ich gar nicht nöthig Jen« son so!! uns beyden lehren, wo er her gewesen ist. Ich habe durch Vorschub eines vornehmen Gönners ein Buch in die Hände bekommen, welches unsern Streit heben wird. Es ist aber folgendes: /^o??/??-^ ^Ä'et/n/ cie belln itzlicc» sciuei-tus (Zo-- ttws ^ibl-i I V. Am Ende sieht: l^Kei-yugrrus A vltimus 5cie!ictter tinit. 6^/./<7^5 //'ön/M ^V/(70- Z^VM^V.- Artiklcl Erstes optime leKvr Ngbe. o^cL. l.xxl. in groß 4> In der Biblivlheck zu Nürnberg, wie dessen tt> stvlis in ^Ppen6i!:e cle l^^poAi'ZpKi'g p. jZi. bezeuget, stehet: DiALliol'UM opus per Mro///?/W ^5?//ö//, c?/?A<7Mtt, Vener. 1477. Und Jensons Corrector heißt seinen Patron auch 6/7Ä-7tt??7. Wem soll man nun glauben, Herrn Wadftiär, die Buchdeuckertunst erfunden. 99 oder Jenson mW seinem Correttori? Niemandun- ter der Sonnen wird Jenson die Wissenschaft seines Vaterlandes absprechen. Und wer wollte glauben Gmmbonus, Jensons Corrector, Karte nicht gewußt, wo sein Patron her wäre. Nun überlasse ich mich dem schärfsten Urtheil eines vernünftigen Lesers, und ich bin überzeugt, daß der- Beyfall vor mich ausfallen muß. „Ich bade mich bemühet, ein mehreres von diesem „?enson zu erfahren, und habe gefunden, daß Gmm- »bonus, ein Jtalianer, -n iZpilt-ig sci ^pil^v^um „Keljunenleiu l7.6ir!l>ni()u>nÄilisni Vener. 147s. per „^0/. ^v^ö?^, pl-.xtiX3, wclche Xli^K-e! IVls-crure „in ^nn-jl. ?> i)oZl-^ I'om. I- p. 6. anführt, folgen- „der Massen von ihm redet: ^ececiebünr iuli^ pre- „ce>> ^V/co/. A^?//ö^ (Zzllici (cur ni ttsn^ci) (weil er „keiner gewesen) vr veee 6icsm llse^sli, (s/te?/^ „hat man aus Versehen weggelassen) qul //^v/?^ ??»>^//> ?»//e//^o^, n»n vrtc.i-ivukltu!' cslzmo z)!itzri, teci veiuri i;emms implimuntur prope „li^illa, primus omninin in^eniole monli^suir: „vr nuic vir», o.ui l.1e ee !>rre^gsiz »m bene meruit, „vr nemo lir, czui non ^uere lummopei e cleb^st. Id- z,ciic^ non ^iKcuIrei- imizerrsuit. vt non lolum „NvL l)pus, ((^mnnlisnum) verum erizmutrsm^ue ^Liceronis srcem corriZer^m. 5. Anmerckung. Daß sich Herr rOadsMr sehr bemüht Habs, ein mehrers von Jenson zu finden, kommt mir gar nicht wahrscheinlich vor, indem er ja weite? G 2 nichts 100 Cap. II. Ob ein Däne nichts sagt, als was ich aus Mairtairn angeführt habe. Folglich hat er nichts gefunden, was nicht schon bekannt war. Ich habe auch umge- sucht, und in Iac tNentels Oblervgr. clc- pr-V- cipuis 1x?"A''2p^'6 gefunden, daß er selbigen schlechterdings einen Franzosen nennet. Siehe in ZlDo!fs lVlonumLnr. ?. II. z8z.Po!ydorus Vir- gill'us sagt in seligem Buch cleReruli? Inuenr I^ib. II, L.7. ausdrücklich: kivmgm pl-imo t7o?7»-^/qui- o/ in (Zsl- lism stporrgrz elt typo^i-sptiig. S. lVolfen ?. !. p. 299. ^//^o?//«/ i^nnegdis X. l^ilz. VI. 0//,^ 'lomu!l p. s;8. machtihngar zu einen Teutschen. Unterdessen bekennet er doch, daß Jenson vor andern sehr berühmt, abernicht der Erfinder gewesen sey. S NOolftn ? t. x>. zi z. p-ter Scriverius schreibt Cap. XVI. Ve- vecii« /V^o/s?/?//^?//»??, Lermsnum, licet t?^/^» ^/^5cjicsrui', prXcipuum 5ui/7e r^ovArsvlium. Imprimcbst is srm» 1472. t^pisniriciillimiLKfor-- ms eleAgnre L. /V/»?/ ^sturslis t^ilioria? libl-os. ^.b evllem lmviellli« est s. 1476. ^emiiiu« pro. bu«. Ich habe ein altere und die allererste Ausgabe vom Hemiüc) probn, oder Lnrn .Ve^ott-ge- sehen, welche am Ende folgende Worte aufwieß: prcivi ^emilli cle Virorum Xielienrium vitg per I/. ^V/co/^?/M ^e?//c>//, Venetiis opu^fcLlicitefim- vrellum ett snno (.linisti inesrnotione ^1 LLdd. l^XXI VII I. I6u« !^sl-rig8 in groß 4. Lnclem ^n- no (nemlich 1476) vrodilzIt Vencriis Mnius ^gr- celll- die Buchdruckerkunsc erfunden? lor cciiinus inciuitnij A impencliu /,^o/^/ t?^^/. S. Wölfen ? I. p. Z79- Die alte Cölnische Chronick schreibt trocken heraus: u?///e /^-/?^^^?-^/), /V/^o/s?// ' ^ttc'^' ^To /^e^e^e, /V/co- /^/»^ t?e«/o?/ F^M?, /öe ^>^/??7^/?/)»"/^ 2^0 ^-/-v//^» /-^e),-^'?/. S XVolfen ebend. p. 409. lecz. Gabriel Maudäus giebt auch ein Zeugniß aus Jensons gedruckten Büchern, daß er ein Fran- tzose gewesen. S. Molfebeny. p 526. ;?,8 5Z5. Wer hat nun mehr gefunden, Herr XV^dskiar, oder ich ? Und alles was ich gefunden habe ist wider meinen Herrn Gegner. Wenn er alle diese Zeugen übern Haussen werfen kan, so will ich als- venn bekennen, daß den Dänen diese Ehre zukomme. Ausserdem hat sich Herr lVadskiär von der Aehe zu seinem Vaterlande verblenden lassen. „ponc^nus erweiset also, daß er ein Däne ge- „wesen sey, und (vmnibomis bezeuget es, daß man „ihm die erste Erfindung der Vuchbruckerkunst zuzuschreiben habe. Christian Friedrich Geßner aber „ist in semer Schrift, die er zu Leipzig 1740. unter „dem Titel: Die so nöthig als nützliche Buchdru- „ckerkunst :c- herausgegeben, anderer Meynung, und „schreibt auf der 14. Seite also: Ich mache also den „Anfang von den Franzosen, und will sehen ob ich „bey dieser Nation die Erfindung der Buchdrucke- „rey antreffen könne. Man pflegt insgemein zwey «gelehrte Manner anzuführen, welche sich vor Franck- G Z „reich los Cctp. ll. GbeinDäne „reich hierinnen erkläret hätten. Der eine ist Ioh. „Anronius Lampanus und der andere Omniho- „nus. Beyde sind gebohrne Ztalianer uni) berühm- ,,te Correctores gewesen : Campanus bey dem bekannten Buchdrucker zu Rom Ulrich Han, sonsten z,auch (Zgilus genannt; Omnibonus aber bey Ni- „cslao Jenson zu Venedig. Und daher glaubt „man, daß diese beyde, sonst gelehrte Manner nach „dem bekannten. Sprüchwort sich gerichtet hatten: „Deß Brodr ich tA-, deß L.ied ich singe. Ausser „dem harren sie ja ohnmöglich ihre Buchdrucker vor „die Erfinder ausgeben können. „Nunmchro will ich Omniboni Zeugniß unter- „suchen. Ob man diesem Mann nicht ebenfalls aus „Unverstand etwas angedichtet, mögen andere unterscheiden. Er schreibt aber von feinem !7licolao „Jenson, einem Frantzosen von Geburt^ also: Er „war daß ich die Wahrheit bekenne, ein ande- „rer Dädalus/ u?.!cher, als ein beryimderns- „würdiger Grsinder der Zuchdruckerey, auf „eine künstliche Art zu erst yermesen, wie man „recht nett und sauber drucren rönne, als rvenn „es in Edelstein Zescochen rväre. Nimmt man „dieses Zeugniß an, daß Jenson einer von den er-, „stern Buchdruckern zu Venedig mit gewesen, so „kommt es der Wahrheit ziemlich nahe. Weil aus-, „ser Johanne .5)^'?v/ zuvor noch kein Buchdru- „cker von Venedig bekannt ist. Von Johanne „^?^>s ist das erste Buch, so viel man weiß, 1469. „und von I.nson. 1470. S Mmnaire i. ^ p 282. „und p. 285. gedruckt fertig worden. Können sie „nicht beyde zugleich angefangen, jener aber sein „Buch eher zu Ende gebracht haben/ als dieser? »Ver- die Buchdruckerkunff erfunden? ,05 ^ „Verstehet man aber Ommboni Worte also, daß „Jenson zuerst die Kunst in Venedig xecht nett „und sauber zu drucken ausgekünsielt habe, so ist es „gar wahr. Denn Maictmrec. p. 7. weiß des- „sen Druck kaum genug zu preisen. Wo ich nicht „irre, so wollen dieses Ommboni Worte sagen. „Hieraus folget aber keineSweges, daß Ömmbonus „seinen Jenson zu den ersten Erfinder, der Buch- „druckerey überhaupt, sondern nur zu Venedig ma- „che Und dieses kan man ihm wohl einräumen. ^Wollte man aber ausOmmbom Worten behaupten, als wenn er seinen« Jenson die Ehre der Er- „findung überhaupt zuschnebe; So wäre es aller- „dings ein Fehler, welcher die Unwissenheit, oder „Schmeichelei), zur Mutter hatte. Da man in „Teurschland, und zwar zuMayntz von 1447. lhy. „zu Augspurg von 1466. li.>czcz. ingleichen von Nom, „1467. S. M-airrairs l, c. p. 270^ 277. „28s- und also i z. Jahr vor Ienson, gedruckte „Bücher nahmhaft machen kan. Dahero aber- „mals erhellet, daß man die Erfindung der Buch- „druckerey nicht bey den Frantzosen zu suchen habe. Es majsen sich auch die vernünftigen Froi'tzosen heut „zu Tage dicse Ehre nicht an, weil sie selbsten wohl „einsehen, daß sie ihnen nicht gehöret. „Die Erklärung die Geßner hiervon den Worten des Ommboni macht, schemer ziemlich gezwungen zu seyn, indem man nemlich unter den »Worten libi'sl-iD srüs mir?.bjÜ8 invenw!' versterben soll, er wäre einer der ersten Buchdrucker zu „Venedig gewesen, da diese Kunst lange vorher „schon in Teutschland erfunden worden, denn auf G 4 „die- 504 >ZIzii!8 inveririti genannt werden, ohne daß „man sagen wollre, es wäre mir der Erfindung der »Buchdruckerkunst in Teutschland so stille zugegangen, daß man davon in Italien nichts erfahren hallte (welches nicht glaublich ist) unv ^enson hat- „re also, ohne etwas davon gehört zu haben, selbst „diese Erfindung ersonnen, i^nn so könnte er mit eben „dem Rechte invenru,-genennt werden, als Gutten- „berg zu Mayntz, dem die meisten diese Ehre zuzuschreiben, wenn es gleich von dem letztern eher wäre „erfunden worden. Wem ist unbekannt, daß zwee- „ne öffters zugleich auf eine Sache verfallen können. „Wie denn unser berühmter TÄom. L^,'?/?o/?mict ^vn Kre- „visnciv vocsre, nsm A Lsriorig cli^>>!8 est ?e- „rrus K!iu8 ^oii3nni8. Gleichermaßen schreibt sich „BischoffIens Änderen Leldenack an Fühnen in „allen alcen Briefen Johannes Andreas. Daß aber „Nicol. Jenson von dem Omnibeno (Zg!licu8 genannt wird, und für einen Frantzosen gehalten worden, rührt vielleicht daher, daß er sich eine Zeitlang in Franckreich aufgehalten, als wohin sich zu „der Zeit die muntersten und aufgewecktesten Köpffe „begaben, eben so, wie der alte Dänische Poet und „Jurist, pecer L.olle, eben dieser Ursache halber „von ivis^. Anritt. i?erneo in der Vorrede zu dieses G 5 „L.ol- io6 Cap. ll- L-i'^u. Nach meiner Einsicht kan mir dieftn Satz Niemand umstossen, da ich die Beweggründe vor- hero angeführet habe^ Es wäre ja im höchsten Grad unbillig, wmn ich z. E. besser wissen wollte wo Herr NOadfkiar gebohren, als er selbsten weiß^ Es wäre ja unbillig, wenn ich einem guten Freund des Herrn -«-^adskmrs, der mit ihm täglich umgienge, absprechen wollte, er wüßte nicht, ober ein Däne wäre; ES wäre ja unbillig wenn ich einer ziemlichen Anzahl wahrhaftiger Zeugen diese Wahrwit zwch'elhafft machen wollte. Und gleichwohl verfährt man mit Jenson nicht um ein Haar besser Jedoch Geduir! Wir wollen doch auch Herrn Wadskars Gründe c.nhören. Er gründet sich nemlich auf das Zeugniß Johann Isaack ponrans, welcher-ni».st. Van lid.X.schreibt: ?^/ö /-^o^t Die io8 Cap. II. Ob ein Däne Die übrigen Wocre stehen bereits oben Sagt denn nunponranus: Jenson war ein Däne, Ich kan es nimmermehr finden. So viel ich einsehe, so heisen Ponram Worte teutsch also: Aus Jensons Namen nimmt man ab, vaß er ein Däne gewesen; Oder Jensons Name lehrt uns Oder damit ich doch recht lateinisch teutsch schreibe: Jensons Name verrathe Es ist also weiter nichts / als eine Muthmassuno, die aber keinen Grund hat. Von dem Namen eines Mannes auf öessen Vaterland zuschlüssen ist eine neue Art zu schlüsssn. Wenn dieses angienge, so müßte Jenson auch ein Schwede, ein Holländer:c. und wieder umgekehrt mancher Schwede, Holländer und Frantzofe ein Däne seyn, wie ich bereits in meiner 2. Anmerckung dargethan habe, Und gesetzt, ponranus sagte rund herautz Jenson wäre ein Däne gewesen , so wäre es deßwegen noch nicht wahr. Eine Schwalbe macht keinen Sommer. Wenn hat pon- tanus gelebt? Zum wenigsten anderthalb hundert Jahr nach Jenson. Sollte er dahero besser, als Jenson selbst gewußt haben, wo er gebohren worden ? Wo Haler sich aufgehalten? Zn Holland, und Jenson in Venedig. Man wird sich also in Holland um die Buchdrucker in Venedig treflich bekümmert haben^ daß man auch auf anderthalb hundert Jahre hinaus hesser gewußt hat, wo sie gebohren, als sie es selbst gewußt haben. Bey was vor Gelegenheit hat denn Ponranus dieses Zeugniß abgeleget? Da er die Dänische Geschichte beschrieben. Hier ist der Grund dieser Muthmassung sonder Zweifel zu suchen, ponranus war lMtm ilMgpnui, bey dem König vonDän- nemarck, dahero hat er vermuthlich auch ten Dänen Ane Ehre zueignen wollen, wenn er in die Welt schrieb, eine die Buchdruckerkunst erfunden? is? einer von Den ersten Buchdruckern wäre ein Däne gewesen. Ausserdem sehe ich keine Ursache, warum Poneanus wiver alle Wahrheit häkle schreiben wollen. Daß er aber wider alle Wahrheit geschrieben hatte, bezeugen meine oben angeführten Gründe. So lange also selbige veste stehen, so lange kan man Jenson zu keinen Dänen machen. Die Erklärung so Herr rvadfkiär von des Omniboni Worten giebt, da er Jenson einen Frcmtzofen deßwegen genennet haben soll, weil er sich in Frankreich vielleicht aufgehalten habe, halt keinen Stich. Denn erstlich ist nicht erwiesen, und es kan auch nicht erwiesen werden, daß er ein Däne gewesen; Hernach ist es nicht ausgemacht, wenn er auch ein Däne gewesen wäre, daß er sich in Franckreich aufgehalten habe. Denn Vielleicht sagt vielleicht nichts, und was halte er doch da gemacht ? Denn die Buchdruckerkunst ist erst als- denn dahin gekommen. Nunmehro schreite ich also zur N.) Frage: Ob Nicolaus Jenson die Buchdruckerkunst erfunden habe. Ich glaube dieses bis jetzo noch nicht. Warum ich es aber nicht glaube, davon habe ich bereits in meinem ersten Theil Antwort gegeben, und kurtz vorhero sind selbige Worte wider abgedruckt. Wenn ich weitlauftig seyn wollte, so könnte ich eine grose Menge gelehrte Zeugen anführen , die eben das sagen, was ich behaupte. Alleine hier kommt es lediglich auf das Zeugniß des Gmniboni an, ob daraus erwiesen werden kan, daß Ienson die Buchdruckerkunst erfunden habe (vmni- bonus spricht: ^cnlvn lidrsi-iT scris miisbiüs in- uenror, nun vc iLi-ibuntur cslsmo libii, iec! veluti xemms imprimumur »e proxe NA^ci, pcimu» omnium na Cap ll. Gb ein Däne vmriium ingeniöse monliriZllit. Daß die Buchdruckerkunst schon 144c). zu Mayntz erfunden worden, bezeugen ja die glaubwürdigsten Schriftsteller. Ich will aber setzen, wir wissen dieses nicht. Ich gehe in Bibliothecken und laste mir die ältesten Bücher weisen, so bekomme ich Bücher zusehen, so 1459.1460. 146s. zn Mayntz gedruckt sind. Zu Straßburg hat man schon ?466> und in eben diesem Jahr zu Aug- spurg; zu Rom 1467 zu Oxford 1468. zu Venedig 1469. gedruckt. Und nun bekommeich auch ein Buch von Jenson zu Venedig 1470 gedruckt. Wie kan man nun auf die Gebancken gerathen Jenson har die Buchdruckerkunst erfunden, da an so vielen Orten ja so gar in Venedig vor ihm ist gedruckt worden. Und was noch das meiste ist, alle übrige Geschichtschreiber, welche die Sache erzehlen, die schweigen von ihm , oder nennen ihn nur einen berühmrcn Buchdrucker zu Venedig, Gleichwohl berichtet doch Omnibonus, wendet Herr XVadskiar ein, Jenson wäre der Erfinder der Buchdruckerkunst. Da ich nun die Worte also übersetzte: Jenson war ein bewundernswürdiger Erfinder der Äuchdruckerey, da er auf eine bunsili- che Arr zu erst gewiesen, wie mann rechc nett und sauber drucken könne, als wenn es in Edelstein gestochen wäre. Spricht der Herr Gegner, diese Erklärung, oder vielmehr Übersetzung scheint gezwungen zu seyn. Es ist doch gut, daß selbige nur schemc, in der That aber nicht ist. Wenn sie ihm aber ja nicht recht scheinet, warum hat er denn keine bessere gegeben? Beschuldigen und tadeln ist keine Kunst, aber erweisen und besser machen. Absonderlich ist meinem Herrn G-gner zuwider, daß ich Jen- die Buchdruckerkunst erfunden? 51r fon einen Erfinder nenne, da ich doch bchauptele die Buchdruckerkunst wäre schon vor ihm erfunden worden. Dem ersten Ansehen nach hat er Recht. Doch nein, er hat nicht Recht, Ich schreibe ja nicht, daß Jenson der Erfinder der Buchdruckerey überhaupt, welches auch Gmmbonus nicht sagt, sondern nur von der netten Art zu Drucken gewesen. Also sage ich ja recht Jenson ist einer von den ersten Buchdruckern zu Venedig gewesen, welcher ein Erfinder, nicht der Buchdruckerev, sondern der zierlichen Buchstaben gewesen ist. Kan denn dieses nicht beysam- men stehen? Nein spricht Herr Wadsklär das heißt t>l-tipgA3tio. Gar Recht, Fortpflantzung in Ansehung der Buchdruckerev überhaupt, und Erfindung in Ansehung der zierlichen Buchstaben. Er meynt ferner die Worte: Non mtLribumur icslsmo, stiessen meine Einschranckung übern Haussen , und ich hatte sie vorbey gelassen. Sie stossen meine Meynung gar nicht übern Haussen, sondern sie sind vor dieseibige. Denn die Sache verhalt sich also .- Es ist bekannt, daß die allerersten gedruckten Bücher mit sogenannter Mönchsschrift gedruckt waren, welche wie geschrieben aussahen. Faust hat ja seine gedruckten Bibeln vor geschrieben verkauft, und wer solche gedruckte Bücher gesehen hat, der wird And muß mir hierinnen Beyfall geben. Daß dieser Druck kein zierlicher Druck genennet werden kan, wird abermahls niemand laugnen. Man sehe aber den Druck des Jensons an, so wird man finden, daß selbiger wie unsre heutige Tertia Anriqva- Schrift aussieht. Sieht nun diese Schrift nicht vie! besser, als Mönchsschxift aus? Ich solle meynen, es !VärK ? r2 Cap. II. Gb ein Däne wäre sin grosser Unterscheid dazwischen. Denn es fällt in die Augen. Man sehe nur meine Schriftproben an, und halte Tertia Antiqva gegen Mönchsschrift. Dieses voraus gesetzt, so will ich Ommboni Worte noch einmal übersetzen, Nicolaus Jenson hat zuallererst auf eine scharfsinnige Art gewiesen, wie man recht nette und rein drucken soll, als wenn es, nach unserer Art zu reden, in Kupfer gestochen wäre, und nicht nach der alten Art, da es wie geschrieben aussieht. Das ist, er hat nicht mehr mit Mönchsschrift, sondern mit feinen Mern, wie die heutige Tertia Antiqua Schrift, welche man ehedessen Q-^Se?-^ /^n^n genennet, gedruckt, wovon erein Erfinder gewesen. Auf diese Weise ist Jenson ein Erfinder, und kein Erfinder. Kein Erfinder ist er, in Ansehung der Buchdruckerkunst; Ein Erfinder aber ist er in Ansehung einer neuen Schrift. Und hiermit stimmen alle Zeugnisse der bewähr- testen Geschichtschreiber überein. polydorus Vir- gilius spricht an oben angeführten Ort: A^/o?? r/poAi'grilugm Mo^mn ?//?//??'/??//'?. Sa« bellt'cus Lrinescl. X. l^id. VI. ^7e^/??/t? //^^^^ /o^n^ multum ccrsros sMecelluerunr /V/c-. A Io«« 6o/ott/>n/.' Peter Scriver sagt imprimebsr. S. Wolfs !VZ»numenr. p. I. p. Z79. Die alte Cöllnische Chronicke behauptet: Äl?o!sl. c. 410. Naudäus ebend, p. 526. Venem's nnn line omriium sclmirgticine lidl-os g'Lp^<>s memorstur, e!e?Lnri- dui- r^pl« exprt-!Zic. Es ist dochu'erckwürdig, daß Herr LVudsbtär seines psncani Zeugniß vor wahr annimmt, wenn es ihm beliebt, und solches wider verlaßt, wenn es wider ihn ist. Wenn nun pon- canus ein so glaubwürdiger Geschichtschreiber ist, so miuß Herr ZVadsAär nothwendig seinen Jenson, als den ersten Erfinder der Buchdruckerkunst, verlassen. Und L.orenz Rüstern darzu machen. Dmn dieses be, hauptet ^oncanns in k-ütitti-ig Lelcr. l^td. iX. 47^ ausdrücklich. Wenn also dieser preißwürdige Geschichtschreiber eine hollandische Historie schreibt, so schreibt er die Erfindung einem Holländer zu; Schreibt er aber eine Dänische Historie, so soll auch ein Däne, nach der Auslegung des Herrn Wadskt'ars, die Ehre haben. Entweder pontani Zeugniß ist das erste, oder das letzte mal, wahr ; Ist eö das letzte mal wahr, so ist Rüster der Erfinder. Wo bleibt also Jenson ? Ist es aber das e?ste mal wahr, so hat er das an- mal die Wahrheit in Unwahrheit verwandelt, und den Mantel nach denWindgehänget. Und mitdem Zeugniß eines solchen Mannes will man untrüglich erwiesene Wahrheiten und mich widerlegen? Ich enthalte mich gehaßiger Ausdrückungen, womit man mir zu nahe getreten, ob ich hier gleich die schönste Gelegenheit hätte. Aus diesen allen erhellec nun zur Genüge, daß Gmnibonus Jenson keinesweges zum Erfinder dn Buchdruckerkunst, sondern nur einer H 5MM II4 Cap. ltt. Rurye Ntachrkche neuen Schrift mache, womit unumstößliche Zeugnisse übereinkommen. Folglich habe ich nicht weiter nochig auf Vie übrigen Ausschweifungen zu antworten. Gesetzt aber, es wäre Jenson ver Erfinder, was würde es denn den Dänen vor eine Ehre seyn, wenn ein Frantzosedie Buchdruckerkunst erfunden hätte? Daß er aber ein Frantzose gewesen, habe ich oben hinlänglich erwiesen. Und nunmehro überlasse ich einem jeden zu beurtheilen, ob Herr rvadj tiär, oder ich, Recht habe. So viel bin ich unterdessen überzeugt, daß ich nichts behauptet, was nicht mir hinlänglichen Grund bewiesen werden kan. Will mcm auf diesen nicht sehen, so werde ich mich wenig bekümmern, man mag schreiben, was man will. III. Kapitel. Nachricht/ wie man das Jubelfest vor hundert Iahren hier in Leipzig, und an einigen andern Orten gefeyert hat. §. -. A^ie beste und sicherste Nachricht, wie das Ju- belfest zu Leipzig vor hundert Jahren began- gen worden ist, giebt uns das ^ubila?uni?y- poFrgpKl'l'um^ipüenlium: oderzrveyhunderriah- riZes Buchdrucker Jubelfest, wie solches dero- selden Runstverwandre zu Leipzig, am Tage Johannis des Tausserv, Anno Christi '640. und also 202.IahL nach Erfindung dieser edlen Rnntk, vom Jubelfest 1640. I?5 nur Christlichen Ceremonien begangen haben. L-eipzig, 1640. 4. bey den gesammcen Suchdruckern daselbsten zu finden. Nachdem nun das Jahr 1640. heranrückte, so überlegten die damaligen Buchdruckerherren ^ in Leipzig Viegroftn Wohlthaten, welche durch die Erfindung der Buchdruckerkunst dem guntzen menschlichen Geschlechte erwieset» worden. Sie hallen dahero davor, daß dil. e sonderbahre Wohlthat auch einer sonderbahren Danck- bahrkeit und Anvenckens werth wäre Zu dem Ende , heißt es nun in ihrem historischen Berichr haben sie denn in einhelliger Versammlung einniürhig beschlossen, zu Bezeigung ihres danckbahren Gemüths/ GOlt delü HE.'rn zu Lod, Ehr und Preiß, ein christliches Danck Lob und Jubelfest unter sich anzustellen, dasselbe auch mit solcher Pietät, Gottesfurcht und Andacht zu begehen, daß, ob wol nach verrrichtetem Gottesdienst eine Ehrenmalzei: dabey angestellet, dennoch alle Üppigkeit, Tantze», unhöfliche Gespräche, und was der Gottessurcht und Erbarkeit entgegen, (welches alles zwar bey diesen ehrlichen Versammlungen ohne das nicht verstattet noch verübet wird) H 2 bey Es waren selbiger in allen nicht mehr als fünfe: Gregorius Riysch, in dessen Behausung der /^ciu^ judllXi celebriret worden, Johann Albere tNinyel/ beyde ^Vpvll'I ^^(>Ai-.l.ipl"p. r. Henning Röler, Timocheus Riysch und Aiedrich Ä.angklschen sel Erben. Kunstverwandten warenÄerzehen. Wie sehr dieBuch- druckerey an hiesigen Ort seit i oo. Jahren gestiegen, laßt sich aus der Gegcneinanderhaltung der heutigen Anzahl leichtlich schlieftu. S. oben 9.51. I l6 Llf6 beste geschmücker, und gegen einem lustigen Garren zu gelegen, versammlet, undalssolchein guter Ordnung gefttzet, also, daß an einem Theil, der Stuben, gegen Mitraywerts, die Herren und Mannspersonen, am andern die Canrorey sammt dem Organisten: Gegen Mitternachtwerts aber wieder an einem Theil, das Frauenzimmer in schöner Ordnung, am andern Theil aber des Herrn Orswris Tisch, hinter welchem er vom Jubelfest 1640 119 er hernach mit ansehnlichen Qualitäten und zierlicher; Gestivus eine anmuthige und sinnreiche historische teutsche Oration von der evlen, weltberühmten hoch- nützlichen Buchdruckcrkunst abgeredet, lociret worden : Ist darauf alsobald, und zwar mit gleichangehender Vesper ein Jntroitus, darauf ein Laudate/ nach diesem aber der LXl. Psalm figuraliter, und denn letzlich von der gantzen anwesenden Gemeine, mit erhobener Stiinme und feuriger Andacht, der cill. Psalm: Nun lob meine See!den HErrstt, zc. choraliter gesungen worden, nach weiches Beendung Herr Kl. SebaMan Gottfried Scarck, 8. S. 'l'deol. LsecsI. und der Schulen zu Sr. Nicolai Cvnrector, von seinem Ort aufgestanden, hinter den ihm hie;ubereiten, und von der Wand etwas abgerückten Tisch getreten, und mit sonverbahrer Reverenz gegen die anwesenden Herren und Frauenzimmer, oberwehnte teutsche Oralion aufs zierlichste memoriter abgeleget/ wie solche von Wort zu Wort in der angeführten Sammlungzu befinden. Ais solche geendet, ist darauf alsobalden durch die Cantorey das l'e Oenm igucismus, oder HEer GDrr dich lo be»i wir, :c. angefangen, von dem Organisten ans dem Real dareingeschlagen, und von allen Anwesenden, mit völliger Stimme und mercklicher vevo. Äon und Andacht, zu Ende gebracht, nach solchem noch unterschiedene geistreiche Stücke musiciret, biß letzlich nochmals von der gesammten anwesenden Gemeine mit sondervahrer Begierde der schöne Gesang: Erhalt unSHErr bey demem Wort, :c. Item: Verleih uns Frieden gnadiglich, zc. gesungen, uns dieser z^cius mit dem Leneclicsmusvomino, ^.beschlossen wvrders. H 4 Nach zZs Cap. III. Rurye Nachricht Nach verrichtetem Gottesdienst seyud die Anwesenden Herren und Frauenzimmer bey angestellter Ehrenmahlzeit zu verwarten, freundlich gebeten, die Contorey sammt dem Organisten auch, solches Lob GOttes ferner biß zu Ende des Tages zu conrinuiren, ersuchet worden, worauf man sich zu Tische gesetzet, und nach gesprochenem Benedicice der Gaben GOttes in Fröligkeit genossen, doch hat sich dabey jeder- man still, erbar, und in christlicher Andacht, zu? Ehre GOttes verhalten. Unter wahrender Mahlzeit ist das Lob GOttes al« sobaldm wieder erschollen, und viel lobreiche Psalmen, wie auch andere geistliche Lieder figuraliter gesungen, und solches biß zum Aufbruch continuiret worden. Als die Mahlzeit vollbracht, das Gratias gesprochen, und der cxl^vu. Psalm, Lobet den HErren, Lobet den HErren , :c. gesungen, sind darauf etliche gedruckte Carmina und Ehrenfthrifften, s> Vornehme, Hoch'und AZohigelahrte Herren dieser löblichen Kunst zu Ehren , (als Liebhaber und Beförderer derselben) eingeschicket, ausgetheilet, und hierüber allerley christliche gottselige Gespräche getrieben worden.. Als dieser Tag solcher gestalt seine Endschafft erlanget, hat man zum Beschluß desselben mir einmürhi- gem Hertzen, und ftölich erhobener Stimme, vocal- und insirumentalitec, gesungen: Eine feste Burg ist Vnfer GOtt, :c. und darauf mit dem schönen geistreichen Gloria: . Ehre ft°p GGtt dem Vatev und dem Sohn,, und auch dem heiligen Geiste, Wie es War im Anfang, jeyr und immerdar, und vsn Lrvigkelt zu EWiILcir, Amen, glück- vom Il-'b elfest 1640. 121 glücklich und wohl, auch ohnejemands einigen Widerwillen, oder Verdruß, beschlossen. Wie es aber nichr genug ist, ein Ding nur wohl ansahen, sondern daß man dasselbe rühmlich hinausführe : Also haben es auch viel erwehnte Kunstverwandte nicht nur allein bcv dieses Tages verführter Danckbarkcit und heiliger Andacht bewenden lassen; Sondern sie haben auch folgends des Lobes GOttes nicht vergessen, wie sie dann des andern und dritten Tages sich wieder zusammen verfüget, nach ihrem tPermöget, dem Armuth etwas ausgecheilet, und zu stetwarender Danckbarkeic gegen GQtt, für solche hohe Gnade, fleißig und embsig einander ermahnet, dabey auch nochmals mit hertzlicher Andacht folgende Lieder gesungen, als: rvie schön leuchtet der Morgenstern, Eine ftjie Surgijt unser GGrr, :c. O HErre GOtt dem Göttlich XVort, :c. Nu.-; lob nreine Seele dem ^Erren, :c. Erhalt uns HLrr bey deinem XDorr, :c° Und letzlich mit dem trostreichen Valetseegen GOtt fty uns gnädig und barmheryig, Und gebe uns seinen Göttlichen Gegen: Er lasst uns sein Antliy leuchten, Daß wir auf Erden ernennen seine N?eg : Es segne uns GCm unser GOtt, Es segne uns GOrr,und gebe uns seinen Friede^ Amen, dieses ihr angestelltes Jubelfest in der. Furcht des HErrengantzlichen beschlossen. Am Ende diesen Sammlung ließt man so woh! lateinische, als teutsche Jubelgedichte, welche viele aus- H 5 Mä^ ?22 Cap. III. Rurye V7cichricht wattige Gelehrte und berühmce Männer von Dreß- den, Borne, Freyberg, Wittenverg, Altenburg, Wurtzen, Torgau, Halle und andern Orten eingeschicket worden sind. Bey dieser Gelegenheit kan ich nicht umhin folgendes Gedichte einzurücken, weil es in der Sammlung selbst nicht mit stehet, und gleichwohl zu den Jubelgeschichten »640 gehöret. Es ist auf zwey zusammen gepappte Bogen gedruckt in lvrms psteme. Der Titel davon ist dieser: Emblematisches Jubel-Gedichte aufdie Hoch- löblich-, hochnöchi'ge und hochnüyliche BttchSruckerkunst, welche im Jahr der Gnadenreichen Geburt IEsu Christi 1440. durch göttlichen Beystand zum ersten in Teutschland ans Tayelicht gebracht worden, dem jLhrenvesten, Achtbaren und w»h,g-,ch..m-5K»»Z°^n ^ ^, nen, Gebrüdern, undfürnchmen Buchhändlern in L.üneburg, :c. und Herrn Heinrich Sternen dem Jüngern, aniyo in Leipzig stu- dirend, übergeben am zweyten Jubelfest/ 1640. von Timocheo Ritzschen, l.ipl^ « »5 » »^ > ^ ^ Gleich nach diesem Titul stehet ein Kupffer eingedruckt, welches ich aus meinem Titelblar geliefert habe. Wenn man also wissen nM, was selbiges zu bedeuten habe, so muß man folgendes Gedichte selb- fien. lese»/ so findet man die Erklärung darzu, bis auf die vom Jubelfest l64<2. I2z die zusammen gesetzten Buchstaben 1". k'. Kl. 0.8. Ich kan nicht errathen, was sie sagen sollen. Weiß es jemanv und entdecket mir leidiges, so will ich mich höflich bedancken. Das Gedichte ftlbsten ist in einer gespaltenen Columne gedruckt, und lautet also : > '-5, ' '-5 5X > .' Hit-^j'/iv ' - 5 5 5 5 5 Es hat nach langer Zeit (als schon das Heil erblicket, Won GOttes Throne rab der Sohn auch war geschicket, Und wir, ach Sterbliche! von aller Tvranney, Von längst verfluchter Schmach und Teufels Mör- derey Nun waren garch erlöst) der Schöpffer angezündet Ein Licht, ein Helles Llchr, daß keinen nicht verblindet; Ein Licht, das imme^sort und Tag'und Nächte scheint, Um welches ist ergrimmt der Menschen arge Feind. Diß ist die Druckerey, so für zwey hundert Iahren Bey unsern Teutschen erst ersonnen und erfahren Durch göttliches Getrieb, sie ist das edleWerck, Ein künstlich Schreibezeug, der Erden letztes Merck, Für ihrem Untergang ; durch Gurtenberg erfunden Und seinen Siege! RinZ; (->) der hat sich unterwunden Zumachen eine Schrift, scharfsinnig drauf gedacht, Äöie dieses neue Werck in Ordnung würde bracht. Das zwar anfänglichen nicht wollte bald gerathen. Ob schon Johannes Faust bey diesen guten Thaten, Und (s) Sieheden Vogel Greiff, welcher selbigen in der einem Klaue führt. V 124 Cap. III. Rurye ZTlachnche Uno p.'terGchöffer war, ein wohlerfahrner Mann, Der bey der Wunderkunst nicht wenig hat gethan: Der ist es dessen Lob bis an die Sternen steiget, Uno dessen VVappen auch in Kupffer angezeiget, (b) Zwey Balcken wie ein mit dreyer Sternen Zie^c, Drey Lichter zeigend an von GOtt gebracht herfüc. Die, jag ich, fiengen an in harten Stahl zu graben Ein neues A. B- C. und artige Buchstaben, Die sie hernacher dann in Kupffer eingeprägt, Und nach der Stücken-Kunst den ersten Grund gelegt, Zur Gchrifcettgiesierey, drein haben sie gegossen, Und ihres Fleisses Müh was mehr als vor genossen; Hiernach nun wurden bald die Formen aufgesetzt, Gebunden auf ein Vrer, sviel tausend Blat benetzt,) Mit Fleiß gelöfet auf, gerlopffer und geschlossen, Getragen auf, gedruckt, gewaschen und begossen, Dann wieder abgelegt: und es sofort gemacht, Biß daß ein gantzes Buch zum Ende ward gebracht. Diß neue Werck hat nun dem Rayser (c) so beliebet Daß er diejenigen, so solche Kunst geübct, Mit Privilegien hat herrlich überfüllt, Und ihnen auch verehrt den Greiften in den Schild. O göttliches Geschöpf! du bist zu grossen Frommen Der Christenheit vor schon zwey hundertIahren kommen! Was (d) Siehe das Titulkupffer, allwo es vorgestellet wird. ein Ritter, diß begonnen, Worauf die gantze Welt zuvor noch nie gesonnen, Und uns die Druckercy ansanglich auserdacht? Hat ein gelehrter Münch (Z) den ersten Schoß gemacht ? Diß ist uns rech' > Ruhm! Wir Teutschen können prahlen? Wir können in ein Buch die Heldenthaten mahlen, Die sonsien gierigen ein ! Gesetz und rechtes Recht Wird nun von uns gehegt! Die Barbarey geschmacht Durch der Geschütze Knall ! Wer ist uns fürzuziehen ? Weil die Soldaten sich um schöne Schrifft bemühen .' Und die gelehrte Scbaar auf Stücken ist bedacht: So wird die gantze Welt in festen Zwang gebracht: Nun, diß erweisen wir: Wir sind zugleich Soldmen Und auch gelehrtes Volck: Wir helffen Frieden rathen, Wo es von nöthen chut: Der Krieger ist gelehrt: Und der gelehrre Mann zugleiche mit bewehrt. Wolan dann, die ihr nun das ÄuchdruckKmsi- Werck treibet, Und nach der neuen Art mit ährnen Schafften schreibet, Gebt (5) l^snlms Lontiilr. (Z) Bertholv Schwarz mit Nahmen. vom Jubelfest 164O. F27 (^ebt GOti den Pcelß, der durch den LLdien Gur, tenberg '-ns Tage Licht geschickt solch edel gutes Der diß belobte Thun fast gäntzlich hat verheert Uno unser Varerland so grimmiglich zerstöhrt. Dann wirv der Helicon so schön und lieblich grünen Daß ihr auch mit der Zeit, durch Fleiß, euch dürfft erkühnen Au brechen ab ein Blat, drauf euer Nahme steht. Der nach erlangten Nuhm, zu keiner Zeit vergeht. Es mögen andere nach schnöden Dingen jagen? Mir soll ein schönes Buch und diese Runjr behagend Es liebe wer da will Lyäus süssen Safft.' Ich liebe nur alleiu berühmte Wissenschafft! Leipzig den 24. ^unu 1640 Zugeeignet, und wegen schuldigen Dancks übersendet von . Timocheo Riyschen Lix^ - ' ^ > ' §. N. ^ ^ Ausser Leipzig that sich absonderlich Gtraßburg vor hundert- Jahren hervor. Jedoch findet man davon nicht so viel Nachricht, als von Leipzig. Man hat zwar drey christliche Danckpredtgeen.- wegen- der im Jahr 1440. und also vor zUxyhlmdert Iahren durch göttliche Emgebunv!, -n Scraß« bürg erfundenen hochrverrhen theuren Buchvru- ckerwnst, schalten von Johann Schmio?/ derH. Schrift 128 Cap. Rmye Nachricht Schrift D. Profess Pub!. und des Rü chezicon- vencs Präs Straßburg, -641. in 4. Wicine keine Erzehlung steht weiter dabey. Was nun diese Predigten selbsten anbelanget, so sind sie den >8. 25, Au- gusti und i.Septemdr. 1640. über den lii. Ps.v.2. gehalten worden. In der ersten handelte der hochberühmte Herrr Versager ab / was die Buchdruckers!) für ein Werck sey, und wie man sie ansehen solle. Hierinnen will man nun auch beweisen > daß die Buchdruckerkunst zu Straßburg erfunden worden sey. Mcm gründet sich auf eine geschriebene Chronick, welche sich bey der Stadtcan- tzeley daselbst befunden. Im I. Theil p, 37. t^cicz. habe ich bereits meine Gedancken davon eröffnet, in der andern Predigt weißt der Herr Verfasser welchergestalt man die edle Kunst der Buchdruckerey recht und gebürlich achten solle, und in der dritten wird der vortrefliche Nutzen und Frucht, den man aus danckbcchrer Ehrerbietung gegen diese edle Kunst der Buchdruckerey , zu gewarren hat, vorgestellt Die Abhandlung ist gelehrt und erbaulich. Als etwas besonders mercke ich bey diesen Predigten an, daß nach denselbigen, alle dreymal, folgendes darzu verfertigtes Gebeth in öffentlicher Versammlung gesprochen worden: Allmächtiger ewiger GOtt,gna0i- „ger und mildreicher Vater', du einige unerschöpfliche „Quell alier guten Gaben: deinen Nahmen preisten „wirjetzo, rmd dancken dir hertzlich, wie für allen geist» „Und leiblichen Seegen, damit du uns bißher aus lauter ziBarm'yertzigkeit, reichlich begnadet: also insonderheit? „daß du , gegen dem Ende der Welt, die Hochwerths »zDmckerkl-mstf welche du auch deinen Heiligen zu- «vsr vom 'Jubelfest 1640. 129 „vor nicht geoffenbahret, ans Licht gebracht und dadurch in Liesen letzten Zeiten, dem menschlichen Ge« „schlecht grosse / unzehliche und unmaßlicheGuthaten „mitgetheilet hast und noch mittheilest. Und bitten »dich, du wollest ja nicht um unserer grossen Undanck- „barkeit und schändlichen Mißbrauche willen, solches „theure Kleinod und hoch nothwendige Gabe, von „uns nehmen, sondern, um deines Sohns CHristi „willen, gnadig seyn, dieselbe hinführo väterlich er- „halten und auf unsere Nachkommen fonpsiantzen: „Auch uns/ in allen Ständen, durch deinen heiligen „Geist regieren, daß wir solch dein groses Werck allezeit recht erkennen und vanckbarlich betrachten, und „dasselbe forderst zu Ausbreitung deines lieben Worts und der seeliglnachenden Lehre, dann auch zu Fort» „pflantzung guter Künste und Sprachen so, dem ge- „nieinen Leben heilsam, und also dir zum ewigen Ruhm .Md Preiß, und dem Nächsten zur Besserung gebrauchen mögen, durch JEsum Christum, deinen „liebei, Sohn, unsern HErrn Zlmen » Im vorigen Jahr sind diese Predigten zwey mal wieder gedruckt worden- Ein mal stehen sie bey Clesiens dritten Jubelfest der Buchdruckerkunst, und das andre mal lateinisch übersetzt in Herrn Prof. XVolfens Klcmu- MLnris lypi ^l-. p. i. p.58. Bey eben diesen Predigten trift man allezeit //l-m-zn' Fa-c/e^ 0l-Lti!>nem r^po^rgpliiBi ^r^emorgti iauenrXt 6iuinitZre A fsri8, ^eculsri pietgte an> Sie ist bep einer Magister Promotion den 1. October 1640. gehalten worden. Herr Böckler vertheidiget eben dasjenige, was Schmid vertheidiget hatte. Ausserdem haben die damals lebenden Buchdruckerherren einet; Bericht von der Erfindung derBuchdrucksrev 1640. I w IZO Lap.'Itl. Rurye Nachricht in 4. zum Andencken der ersten Erfinder verfertigen lassen. Insgemein glaubt man Schragius wäre der Verftrtiger gewesen, und es mag auch wohl wahr seyn. Am Ende sind zwey Jubelgedichte von Johann Zreinshemern, und Esaia Rumplern angehänget. §. III. Zu Bresilau hat man vor hundert Jahren dieses Jubelfest auch feyerlich begangen, wie die von Georg Äaumann zusammen gedruckten Armins iXculi,rig beweisen. Herr Q?olf hat selbige im I. Theil Monument, p. 969. ebenfalls geliefert. Man erneuerte dieses Andencken den 2 5. October, und hernach am letzten December wie die in gebundener Schreibart abgefaßte Einladungsschristcn des Herrn Valentin Aleinrvachrers, Rect. an der Magdale- nenschule daselbst zu einigen Redeübungen bezeugen. Ebendaselbst 9. 1005. ieczcz. §. Die betrübten Zeiten wegen des dreyßig jährigen Kriegs waren Ursache, daß man vor hundert Jahren in den übrigen Städten Teutschlandes an wenig Jubellieder wegen der erfundenen Buchdruckerkunst dencken konnte. Leipzig hatte zwar die meisten an- grantzendcn Städte dazu eingeladen, alleine es sind wenig, oder gar keine erschienen. „Zu welcher Freude, „schreibt Johann David Werther in seinen Nach- „richten p. 2z. die selbiger Zeit in Jena sich aufhaltende Buchdrucker: Johann Christoph Weidner, „Ernst Gteinmann, Älasius L.obenstein und :,!taspar Freyschmidr, wegen noch schwer druckender z,KriegS-Unruhe, und Anno 1657. erlittener Aus- „plün- . ^ vsm Jubelfest 1650. izr ,,plünverung, auch eben in dem Jubel-Jahre den „il. May Lurch den damaligen schwedischen Feld- ,,marfchal! Bannier bey Salfeld geschehene , und zu z,Jena mit empfundene Feivschlacht, darbey erfolgten Feuerschaden, sich nicht persönlich in Leipzig ein- „sinden können, sondern ihre darüber erzeigende Bey- „freude nach den; noch übrig behaltenen Vermögen, „nebst dem noch eintzigen Buchdruckergeseli n, I'o- zzhann .Äiümle^tt, mir in Jena celeburet, ihr Äus- ^bleiben aber durch ein Kunst gewöhnlich Schreiben „enlschuldigt und abgelehnt haben " Urd so sahe es also in Jena aus. Von XV.trenl'erg haben wir nicht viel bessere Nachrichten. H^'r Elchsfeld hat uns selbige aus einer alten Handschrift, welche sich bey den, dasigen Fisco befindet, in seiner Relation p. 2. niitgetheiiet. Wir lesen aber also: „ „Anno 1640 den2l.Junii, batE Löbl Gesellschaft sich vereiniget, weil die Buchdrucker zu Leipzig jetzigesJahrein Gedächtniß begehen, weilen eben „jetzv vor 2OO. Jahren die Druckerey erfunden worden , auch eine Zusammenkunst zu halten, und GOtt zivor diese Wohlthat zu daueren, und neben freund- „lichen Gespräch einen Trunck und geringe Mahlzeit z,mit einander in der Stille zu thun; GOtt helfe, »daß es mit dieser löbl. Kunst bald wieder zu einem j,gucen Stand komme, weil es leyver jetzo sehr ins ^Abnehmen gerathen, wegen der bösen verderblichen z,Kriegszeiten." Von -Halle gerathe ich allerdings auch auf die Muthmassung, daß ihre Vor fahren da- selbstvor hundert Jahren wegen der damaligen Kriegs- prejsurett, diese besondere Pflicht entweder gar verabsäumet , oder doch wenigstens nichr durch den Druck auf ihre Kinder und Nachfolger fortgepflantzet haben. I A Denn i z2 Tap. III. Rurye Nachricht Denn man weiß weiter nichts, als daß der damals berühmte Nector zu Halle >1. Christian Gveinzius ein Glückwünschungsschreiben in gebundener und ungebundener Schreibart unter dem Titel: Lob der edlen und nützlichen Druckerey, in daslubilXum^ypvAr-g. xKorum l^iplieolium 1640. in denBogen O einrücken lassen. S. öffentl. Jubclzeugnisse von Halle, p. zr. Weiler habe ich von Teutschland nichts auftreiben können. Ich weiß zwar wohl, daß Herr L.esiee p. 2. in den Gedancken stehet, als wenn Herr l). Daniel Rramer, Pastor und Professor zu alten Stetin, damals aus Hiob XIX, 2z. Hiobsbleyer- nss Schreib-Taffelein zu Lob der edlen Druckerkunst erklarer hatte. Diese Erklärung steht in Hieronymr -Hornschuchens kurtzem Unterricht, wie man gedruckte Wercke corrrigiren soll, Leipzig, 16 zc? 8- Alleine, nicht damals, als man in Teutschland ein Jubelfest hielt, sondern schon vorhero, nemlich rszo, ist d^ese Erklärung gedruckt worden, folglich ist es keine Jubel- schrisr. Es stehet auch in der Abhandlung selbst kein Wort davon. Z V. Ob man in Holland dieses Fest vor hundert Jahren gefeyert, kan ich aus Mangel der Nachrichten nicht sagen. So viel weiß ich wohl, daß Hugo Groeius zehn wohlgerathene DitticKs^auf dieses anders Jubelfest verfertiget hat. Es stehen selbige in Paul patris Oiss p. zo. lcqcz. und bey Herrn VOol- fen ?. II. p. 744. Es ist auch nicht wahrscheinlich, daß die Hollander im Jahr 164O. ein Jubelfest begehen können, da sie die Buchdruckerkunst noch älter machen. Es kommt mir immer vor, als wenn der Buch- vom Jubelfest 1640 izz Buchdrucker Adrian Roomanus den ^z??/^^?^ voo»- ^«?-e??/ Lo/?^- durch Peter Scrivern 162z. zum Andencken verfertigen lassen. Unterdessen findet man nichts von einer besonders deswegen angestellten Gedachtnißfeyer darinnen cmgemerckt. §. VI. Und so viel habe vorjetzo von der Gedachtnißfeyer vor hundert Jahren wegen der erfundenen Buchdruckerkunst anführen können. Es ist freylich nur etwas weniges; Es fehlen uns aber die Nachrichten hievon. Vielleicht hat man aber auch damahls nicht an so vielen Orten, als dieses! mal, Jubelfeste gehalten? Woran gar nicht zu zweifeln, da die Kriegsunruhen und gefahrlichen Zeiten die Jubellieder wohl verbothen haben. IV. Kapitel. Ausführliche NaZrW/ wie das dritte Buchdruckerjubilaum 1740. an verschiedenen Orten Teutschlandeö begangen worden ist. achdem ich nun von verschiedenen Stad« ten allerhand angenehme Nachrichten gesammlet, welche das geftyerte Jubiläum betreffen ; So will ich selbige abermals in Alphabetischer Ordnung vortragen, damit ich keinem zu nahe trete. Nach Anleitung dieser Ordnung handle ich also zuerst von: I z Morff. iZ4 Cap. IV. Ausführliche Nachricht Worff. Allhier hat man 1740. zwey Festtags nach einander gehalten, nemlich an Petti und Pauli-Tage das gewöhnliche Jahres-Fest der hohen Schule, undals- denn dem folgenden Tag drauf den zo. Junii das Jubelfest wegen der erfundenen Buchdruckerkunst. Der berühmte Herr Prof. Christian Goctiiel? Gchrvary, Comes Palat. Cäsar hat m seiner den 29 Jun angeschlagenen Einladnngsschrifft von drey kurtz auf einander gefolgten merckwürdigen Erfindungen, nemlich des Schießpulvers, der Buchbruckerey und der sogenannten neuen Welt gehandelt. Weil er nun gleich Decanus war, so erinnerte er, daß er an dem Tage der Promotion von dem Schießpulver und der ersten Schiffarth nach Amerika weitläufiger reden würde. Insonderheit aber lud er damit auf den folgenden Tag, nach oberherrlicher Verordnung, wegen einfallenden Jubeljahrs, zu haltende Orsrionem iTculsrem in Isuäem rv^oHlg>,niW s Eermsni8 invenrn A props^st» ein. Als nun der zo. Jun. erschienen, so versammleten sich um 9. Uhr derer hochansehnlichsten zwey vordersten Herren ^ui-srorum Vniuetticgrisz als des Herrn Kir- ckenpflsgers Ebners von Eschenbach u. a m. und Herrn Geuders von Heroldsberg und Grein u. a. m> Wohlgeb Gn. wie auch das gantze coi-pu« /^c-zcZemicu!?'., worunter der Herr Rector und die Herren Decani mit ihren Ceremonien - Kleidern angethan waren, bey dem sogenannten ^uöiwri« l>d>. ZoiopKic.i und erhoben sich von da in Proceßion, über Yen Hof, in das schöne Huckwrium WeiLens,- num, ' vom Jubelfest 1740. IZ5 num, woraufvorher berührter Herr Prof. Gchrvary auf den gewöhnlicher massen wohl bekleideten Cathe- der stieg, und nach einer von ihm lateinisch verfertigten unter Trompeten und Paucken Schall abgesungenen netten Ode eine wohlausgea^beitete Nedevon dem Nutzen und Bequemlichkeit d.>r edlen Buchdruckerkunst in zahlreicher Versammlung ablegte. Hierauf wurde abermals eine andere von dem Herrn Kvedner geschriebene Ode auf vorige Weise abgesungen Nach abgelegter Rede machte das gewöhnliche Abschicvs-Convivium derer Herren Curatorun? den Schluß, dem nicht nur der Herr Redner sondern auch viele von den Herren Proftssvribus mit beyge- wohnet haben. Siehe Sammlung merckrvürdl- gcr Mcdaillen 1740. 32. Woche 9. 255» Anspach. Nachdem das dasige cz^mnslzum illulire lügro-> linum den i2. Jun 174c» als am Feste der heiligen Dreyfaltigkeir, das Gedächtniß seiner Einweihung begangen, und den folgenden Tag darauf einige Redeübungen angesteller hatte, so wurde auch dabey sonderlich des Jubeljahrs der Buchdruckerkunst gedacht/ indem ein Schüler eins teutsche Rede von Erfindung der Vuchdruckerkunst, ein anderer aber ein lateinisches Gedichte von derselben'Nutzen !und Vortrefflichkeit ablegte. Hie- zu hatte der Herr Rettor Johann Georg Geret in einer besondern Schrift alle Gönner und" Liebhaber eingeladen Siehe Sammlung merckw. Medaillen 1740. p. 25z. H 4 Arn- ?z6 Cap. IV. Ausfubrllcbe Nlachrrcht Arnstadt. In dieser Stadt wird jährlich zum Andencken des ehemals berühmten I, G. Zange ein Rede gehalten. Da nun die Ordnung vielleicht Christian Äenedice Rochen, Collega O.vint. getroffen, so hat er zugleich von dem Buchdruckerjubilao Gelegenheit genommen cls noe/u?-),»»-??/« lirrersrnm 1'^poArspKiW Keneü- cia pgl-rs ^ sclgu^s, den 27. Jun. 1740. zu reden, und das Andencken dieser löblichen Kunst zu erneuern. Der daselbst sich befindliche Fürstl. Schwartz- burgische Hofbuchdrucker Herr Johann Andreas Gchill hat seine Jubelfreude auf eine dreyfache Art an den Tag geleget; Einmahl verschenckten in seiner Druckcrey ^sachim Puncte, von Erfurt, und Heinrich Christoph Müller , aus eben diesem Ort, ihr Postulat den 28. Jun. in seiner Druckerey ; Hierauf stellte er ein Vergnügungsvolles Ehrenmahl an, und alsoenn ließ er sich zum Gedächtniß dieser Jubelzeit ein Sinnbild, oder Buchdruckerzeichen, zum Ausdruck seiner hierbey gefaßten guten Meynung in Kupffer stechen. Es stellet selbiges einen in die Höhe sich schwingenden, und in die Sonne schauenden, zugleich aber einen jungen seines Geschlechtes mit sichführenden Adler vor, mit der die Anfangsbuchstabenfeines Vor-und Zunahmens ausdrückenden Bepschrift: /tt^ettt»' ^/A-en^^o Ä/e/» Ls/tt??»/. Siehe gedachten Herrn Rochs Rede, allwo am Ende einige Jubelgedichte angehängt sind. Bre- vom Jubelfest. Bremen. Die beyden ansehnlichen Buchdruckereyen, welche sich daselbst befinden, nemlichdis Brauerische und die Zanische erachteten es ihrer Pflicht gemäß, bey dem ' herannahenden Jubeljahr, darbey vor dreyhundert Jahren diese kunst der Welt kund geworden ist, ein öffemlichss Zeugniß ihrer Freude darüber abzulegen. Das Vorspiel dazu wurde mit einem wohlgerathenen Gedichte gemacht, welches ein Mitglied einigen Herren des Raths übergab. Am meisten aber ermunterte sie der nicht unbekannte Herr Profes ov HeiM darzu. Dieser ließ im L^mniztw, den 28. April zwey junge Smdirende auftreten, die von der Buchdruckerey reden musten, einer davon vertheidigte die Parthey der Harlemer, ein anderer der Straßburger und noch ein anderer derer von Mayntz. Die Gesellschaften lraten hierauf zusammen, und beschlossen einen Tag in diesem Jahr vor andern denckwürdig zu machen Sie vermeynten deßwegen um so viel mehr darzu verbunden zu seyn, je mehr Recht sie hatten eine Kunst, der sie sich gewidmet zu verherrlichen, Sie hielten vor billig GOtt an einen darzu ausgesetzten Tag, Dcmck zu sagen, daß er sie diese erwünschte Zeit erleben lassen. Dieser Tag solte das Fest Jo- hannis seyn. Beyde Gesellschaften versammleten sich an diesem Tage in Herrmann Brauers Garten, aussen vor dem Heerden Thor Und weil sie deßwegen eine solche Feyer angestellet, daß sie GOrt Danck bringen und dessen Nahmen verherrlichen wolten, so wurde unter Pancken und Trompeten- Schall, abgesungen : Allem GOer in der Höh sey Lhr :c. Nachmittag aber: Nun dancket alle I 5 GOre !Z8 Lap.iv. Ausführliche!7?achn'che GOrc-zc. Den folgenden Tag, Da man sich wieder versammlete, wurde angestimmet: H 740 Jahre, billig bey Christlichen Hertzen „ein gantz besonderes Andencken sich erneuere, von „der Wohlthat, welche GOtt eben vor z00. Jahren, durch die in unsern Teutschlande, unter seiner „Wundervollen Vorsorge und Negierung, damals „zu erst erfundene und von dar an immer höher getriebene höchst nützliche Vuchdruckerkunst, nicht allein „der Welt, sondern gantz vornehmlich seiner Chri- „stenheit, zu einer daraus sichtbarlich erfolgten gelegneren Ausbreitung und reichern Erkanntniß sei- „ner vorher viel theurer gewesenen / und daher vielen „taufenden fast verborgen gebliebenen göttlichen Wortes, 'über alles, was zuvor Menschen hatten den- „cken können, zu erweisen angefangen und die gcmtzs ?,Zeit her fortgefahren. Wie nun darüber der heuti- „O i4o Cap IV. Ausführliche Nachricht „ge Tag nicht nur an vielen andern Orten von deinen, die dieser Kunst zugethan sind/ zu einem öffentlichen Danck-Feste gemachet wird werden; Sondern auch am allhiesigenOrre bereits langerjals 2rr Carl Gottfried Richter am 19. Zul. i74O.vereh!icher, und zugleich das Jubelfest begangen habe. Der damalige Pastor Se- cund. Herr Johann Christoph L.ange hielt also eine Traurede vor dem Altar und handelte darinnen von der Buchdruckerkunst, als dem letzten und edelsten Kleinod der Kirche. Und diese ist nun gedruckt, wie ich bereits oben gemeldet habe. Viele in - und auslandische Dichter sollen so wohl das Jubel - als Hochzeitfest besungen haben. Ich kan aber nicht sagen, baß ich etwas davon zu Gesicht bekommen hatte. Der dasige gelehrte Rector Herr Johann Gottfried Zeisbe hat in einer Schrift den Nutzen und die Verdienste der Buchdruckerkunst um die ftudiren- . de Jugend erwogen. S-,Ansuchens xF^/^ im Vorbericht. Koburg. Herr Georg Otto, als Factor in Christoph Ms- 144 Tap. IV. Ausführliche Nachricht Moriy Hagens, Hofbuchdruckers, hinterlassenen Buchdruckerey zu Coburg wurde durch das Beyspiel anderer Städte ebenfalls ermuntert, den Höchsten ein öffentliches Danckopffer darzubringen, wegen der erfundenen Buchdruckerkunst. Er eröffnete sein Vorhaben der Durchlauchtigsten Herrfchaft, welche auch sogleich in sein Ansuchen gnädigst gewilliget. Er wehlte hierzu den 29. Jumi. Alle in Coburg befindliche hohe Collegia wurden dazu durch den Herrn Gero, als den Facror der dasi- gen Buchdruckerey, schrifftlich eingeladen. Am nächst vorhergehenden Sonntag, der auf den 26. Jun. fiel/ wurde auch daselbst in der Stadr, nach der ordentlichen Amts-Predigt der Gemeinde von den Kanzeln das bevorstehende Fest angezeiget: Als endlich der Tag selbst erschienen, so kamen alle daselbst befindliche 'verwandte- der edlen Buchdruckerey, früh um sieben Uhr, in der dafigen Buchdruckerey zusammen, und sangen unter dem Klang / und mit Ein« stimmung derZincken und Posaunen folgende Lieder: O IEsu/ susses Sucht, nun ist die Nacht vergangen, zc. Allein GOtt in der Höh sey Ehr, zc. Nun dancket alle GGcr, mit Herzen :r. Unsern AusganI segne GGct, zc. Inzwischen wurde um halb acht Uhr mit der Glocke des Gymnasiii ein Zeichen gegeben, daß sich alle, die zu der öffentlichen Proceßion eingeladen waren, und derselben beywohnen wollten, in dem Gebäude des illustl-j« (Z^mngsii Lslimii-iJni vecsammlen sollten. Die sämmtliche Buchdruckereyverwandte wurden durch zwey zu dieser feyerlichen Handlung erwählte Marschälle abgeholet, und aus der Buchdruckerey vom Jubelfest 1740. 145 in das Gebäude des Gymnasii geführet. 'Da sie über den Marckt gieugen prasentirte die Wache das Gewehr. Als sie nun an das Gymnasium selbsten kamen, so trafen sie die Herren Prosessorcs in dem Hause in Form eines halben Mondes, von denen der Herr Director hervor trat und einen Glückwunsch an die sämmtlichen Kunstglieder abstattete. Als- denn wurden sie in das Auditorium geführt, wo Stühle für sie auf der rechten Seire gestellet waren, zur liucken befanden sich die Herren Abgeordneten von denen sämmtlichen hohen Collegiis, davon ein jeder eine kleine Glückwünschungsrede an die Kunst- verwandcen hielt. Um acht Uhr gieng die Proceß sion au6 dem Gymnasio in die Schloßkirche in folgender Ordnung aus: Erstlich giengj-n zwey Mar-- schälle, welche von den Sludiosis, ausdemcötu pu- blicorum des dasigen Gymnasii genommen waren, und die Buchdruckerey-Verwandte in das Gebäude des Gymnafii gefüdret hatten, diese waren: Herr Christoph Friedrich FifF, von Coburg, und Herr Christian Friedrich HaZelgans, von Prirenstadt. Ihre Marschaüs-Stabe'waren mit blauen Bandern gezieret. Auf den oben an den Stäben befindlichen Schilden war auf der einem Seite das Hochfürstlich- Sächsische Wappen, auf der andern die Anfangsbuchstaben, von dem Namen ihrer Durchlauchtigsten Landes-Fürsten und Herren, Herrn Christian tzkrnsts, und Herrn Franz Iosias, Gebrüdern, Hertzogen zu Sachsen :c. :c. nemlich C. E. und F. I. gemahiet. Hieraus folgten acht Herren Abgeordnete von so vielen Collegiis, deren jeder einen von den Verwandtender edlen Buchdruckerkunst führte. Die Herren abgeordnete gieugen auf Hochfürsil. Befehl K nach «46 Cap. IV. Ausführliche Nachricht nach der Ordnung der Collegiorum, von welchen sie abgeschicket waren, und waren folgende: Von Der Hochfürstl geheimen Kanbley ? und dem Hosamte, Herr Johann Georg Gembach, Hochfürstl. geheimer Kantzley-Secretarius. Von der Hochfürstl. Regierung, Herr Georg Friedrich Gchmid, Hochfürstl. Sachf. Gemeinschafftl. Consistorial-Secreta- rius. Von dem Hochfürstl. Consistorio, Herr Friedrich El-nst Meizen, Hochfürstl. Sachs. Gemeinschafftl. Negierungs-Kantzley-Registralor. Won der Hochfürstl. Nentkammer, Herr Johann Heinrich ^arrmann, Kammer-Secretarius. Von der Hoch- lob!. Landschafft, Herr Johann Hartmann Rosenfeld , Landschafftl. AccuariuS. Von dem Hochlöbl. Scholarchat, Herr Johann Philipp Rannemann, des Gymnasii Verwalter. Von dem Wollöol. Cenr- a,mte daselbst, Herr Johann Christoph Götter, Hof-Advocar, Auditeur, und Cent-Actuarius. Von einem Hochedlen Rath der Stadt Coburg, Here Johann Goetlieb Müller, Senior im innern Rath, und Lieutenant bey der Landmiliz über die Compagnie zu Lauter. Die Namen der Kunst-Verwandten, welche das Jubelfest in Coburg gefeyerr, sind nachfolgende: Herr Geory Gtro, aus Olvenstedt, bey Magdeburg, der Zeit Factor der dasigen Buch- druckereo. Herr Johann Michael TValther, von Rötha, ohnweit Leipzig Herr Gottfried Unger, sus Saalfeld. Herr «Lbr-siian Ehrenfried .^ör- fi -r, von Luskau, aus Meissen. Herr Matthias SieoKard, von Weissenburg am Nordgau. Herr H r- drich Ek-nst Srruny , von Groß-Thiemig, bey Grossen-Hapn. Herr Johann Jacob Rohies, von Alt- vom Jubelfest 174^ 147 Altdorf, bey Nürnberg. Herr Mmmr Vogel, von Wöhrd, bey Nürnberg. Auf diesen ersten Theil der Proceßion kamen wieder zwey Marschalle, welche das Coiiegium derHer- ren Profejprum an dem Gymnasio Casimiriano aufführten. Die beyde gleichfalls von den Studiosis publieiö des Gymnasii genommene Marschaiie waren: Herr VViihelm LrnZt Schucharv, und Herr Ldri- ftian Georg Heibig, beyde von Scuzungen Ihre Marfchaliö-Stäbe waren mit rothen Bändern gezie- ret. Auf den oben an den Stäben befindlichen Schilden, war aufder einem Seite das Wapren der Buchdrucker, welches ihnen Kayser Friedrich ^der dritte, glorwürdigsten Andenckens, verliehen, abgemahlet zu sehen. Es hat aber dieses Wappen in einem goldenen Schilde den Kayserlichen zweyköpfigten schwachen Adler, der in der lincken Kralle einen Winckel- hacken, dergleichen die Schriftsetzer brauchen, halt: Uno ist dieses eigentlich der Schriftsetzer vom Kayser erhaltenes Wappen- Aufdem offenen und mir einer Krone bedecktem Helm, ist ein wachsender goldener Ereiff, der in den beyden Klauen zweyDruckerbal- jen über einander hält- Wie dann dieses das den Druckern verliehene Wappen ist- Die andere Seite der Marschailsstäbe, die vor den Herren Profes- soribus hergetragen wurden, zeigte den Tag des Jubelfestes an, nemlich den 29 Jun 1740. Die Herren Profejjores giengen paar und paar in folgender Ordnung: Herr KZ. Johann Ulrich Tresenreurer, ciiiLKol'z^iunKus, rj'cel'k'Zo^igrcKi', A eic.qusmiss styuepKilvsoprnW (). Herr Theodor Verger, l). l. V- iuris ciuiZis sc lzittviiLn-m!,'. ?. 0. Herr K A Io- i48 Tap. VI. Ausführliche riachr-cht Johann Sebastian Albreche, 0. xmlc>5 pdis- NLrulölis ?. (). t)N^i!LU8 P5ouincisli8, ^ scgcie. miX nsr.curio^l..eo^c>ill Csrol. ?snrbemu8. Herr K?. Bonifacius Heinrich Ehrenberger, mölke- m«rum 65 merzp!^. p. 0. 6c siumn. j^t'pec^o»'. Herr Erdmann Rudolph Äscher, des reuerendi Ministern zu Coburg Subsenior, welcher zugleich für die andern Herren Geistlichen, die ihren Rang, den Amrsjahren nach, unter den Herren Professoribus haben, der Proceßion beygewohnet. Herr ^Z. Johann Christoph Schnbart, eloizuenriV, pvele«8, ^ As-cess lin^use 0. ^ glumnorum iubinipe- ctnl-. Herr Johann Christian L.ink, pbüolopniN pisÄicT prvtetlvr pudiicu« orciingr-ju8, A bibiio- rKecX ^mnslii fliTieÄus. Herr Johann Ferdinand Raison, Professor der Französischen Sprache. Dem Herrn Kirchen-Rath und General-Superintendenten , als vorderstem Professor! an dem Gymnasio, Herrn Johann Gerhard Menschen, und dem Herrn Directori, Johann Conrad Schwarzen, Theol. D. erlaubten Dero Gesundheitsumstande nicht, bey der Proceßion zu seyn, obgleich gedachter Herr General-Superintendent, der Vuchdruckerey zu Liebe, seiner damals schwächlichen Leibeskraffte ungeachtet, diePredigt selbst verrichtete. Als dieProceßion in der Schloß-Kirche angekommen war, so nahmen die Herren Abgeordnete von den sämtlichen hohen Collegiis,nebst den gesammren Buch- druckereyverwandten ihren Platz im Chor, vomHerr- schafftlichen Stande angerechnet? zur rechten, und das Cvllegium der Herren Professorinn, zur lincken Hand. Die dazu gehörige Marschälle stunden auf vom Jubelfest 1740. ?49 jeder Seite, biß die Predigt angieng, vornen an, unter währender Predigt aber fassen sie auf.den zu diesem Enve hingestellten Stülen. Der Gottesdienst, zu welchem, nebst der Durchl. in Coburg resivirenden Herrfchaft, sonsiviele Hohe und Niedere versammlet waren, wm5? mit dem Gesang- Komm Heiliger Geist/ erfüll dieHertzen deiner Glaubigen , ?c, welcher zu Coburg jederzeit zu Anfang des Gottesoienstesgesungenzuweröen pfleget, angefangen. Hierauf wurde gesungen .- Kyrie, GOtt Vater in Ewigkeit, :c. Nach diesem wurde, wie sonst ebenfalls gewöhnlich, von emem Herrn Geistlichen bey dem Altar angestimmet: Ehre sey GOtt in der Höhe! und darauf das Lied gesungen: Allein GOtt in der Höh sey Ehr, :c. Nach geendigtem Liede wurde die aus den Gedächtniß-Tag der Apostel Petri und Pauli verordnete Epistellection, aus Ap. Gesch. XU, i-l l Hon einem Herrn Geistlichen, bey dem sogenannten Predigt-Stühlein, der Gemeinde vorgelesen, und alsdann gesungen.- Nun danket all, und brittZet Ehr :c. Hierauf wurde eine angenehme künstlich comvonirte Cantata musiciret. Nach der Musik wurde der von dem sel. l). Martin L.ucher verfertigte Glaube, rvir glauben all an einen GOtt, Gchöpsser Himme'e und der Erden :c, so, wie soust an den Festtagen gewöhnlich, abgesungen, und alsdann die Predigt angefangen Vor Verlesung des Evange- lii wurde noch gesungen: Nun bitten v?ir den Heil, Geist:c. Von der über das ordentliche Fest- tags-Evangelium, von dem Herrn Kircheu-Nath und K z Ge- Z50 Cap. IV. Ausführlic!?e Nachricht General - Superintendenten, Herrn Johann Gerhard Menschen, gehaltenen gelehrten Predigt, habe ich bereits oben schon gesprochen, p ?z. In deren Eingang von der Schreib-und Druckerkunst viele schone Nachrichten angeführet worden, da- hero brauchen wir nicht, hier etwas mehrers zu ge- dencken, als daß es den Leser niemals gereuen wird, selbige, vom Anfang bis zum Ende aufmercksam durchgegangen zu haben. Nach geendigter Predigt wurde der sogenannte Ambrosmnischs Lobgesang, 'l'e Oeum j^u^mus, welchen, nach einiger Meinung, der Trierische Bischoff, llicergs, im sechsten Jahrhundert nach Christi Geburt verfertiget, so, wie ihn der sel> O. Martin L.uther verteutscht, und er bey uns unter dem Anfang : HErr GOtt, dich loben rvir:c. bekannt und gebrauchlich ist, mit Einstimmung der Trompeten und Paucken abgesungen. Endlich wurde, nach angestimmten Verstckeln: 5Ls ist in alle Z.ande ausgegangen ihr Schall. -Hallsluja. Und ihre Rk'de bis an der VOele iLttde. Halleluja. und gesungener Dank-Collecta^ der Beschluß vom Gottesdienst in der Kirche nur dem Liede gemacht: Sey L.ob und Ehr mir hohem Preiß:c. Hierauf gieng die Proceßion in eben der Ord-- nung, wie sie in die Kirche gegangen war, wieder zurück in das Gymnasium, wo von dem Herrn Johann Ulrich Tresenreuter, Directoris Adjuncto? eine teutsche Rede, von den Spuren der göttlichen N?eisheic bey der Erfindung und Ausbreitung der Buchdruckerßunsc, g halten wurde. Von eben demselben wurde zu dieser Rede, durch sine teutsche Schrift/ welche verschiedene Anmerkungen vom Jubelfest I74s.i gen ^u des Hrn^ Friedrich Christian L.esiers e^p-z. L' sp^ g mdilZme in sich enthielt, eingeladen. Wovon oben nachzusehen ist, p. Die Durchiauchttyste Herrschaft, welche Tages vorher durch den Herrn Adjunctum DirectoriS untertbanigst ersuchet worden, bey dieser feyerlichen Handlung das Gymnasium mit vero hohen Gegenwart zu beehren, hatte auch die Gnade, mit den vornehmsten Herren und Damen von dero Hofstaat die Rede in dem Audirorio Casimiriano anzuhören / und die, wegen des tödrlichen Hinlritts Sr. Majestät des Königs von Preussen, damals noch daurende Hoftrauer auf diesen Tag auszusetzen. Von andern angesehenen, so wol einheimischen als fremden Gönnern und Freunden der Wissenschafften hatte sich auch eine anschliche Versammlung eingefunden. Vor und nach der Rede wurde musiciret. Nachdem die Rede und Musik zu Ende war, und die Durchlauchtigste Herrschaft sich wieder nach Dero Residenz erhoben hatte, so zog die Proceßion, in ihrer ersten Ordnung, unter einer grossen Menge von Zuschauern, die, weil eben an diesem Tage Zahrmarckl war, auch von andern Orten herbey gekommen waren, über den Markt in das Haus der dasigen Buchdruckerey. Vor und in dem Hause waren Mayen gesetzet, und vor der Thüre wurde die Procelnon mit Zinken und Posaunen empfangen. Man speisere hierauf an zweyen Tafeln, auf welchen vor vierzig Personen gedecket war. Wahrender Tafel wurde in einem Nebenzimmer musiciret. Abends ungefehr um sieben Uhr stunde man vom Tische auf, und dcmckte GOtt nach dem Gebet mit dem Gesang: K 4 Nu« 152 Cap. IV. Ausführliche Nachricht !7?un dancket alle GOec mir.'c. Die, welche noch einige Zeit verharren wollten, wurden alsdann mit warmen Getrancke bedienet, bis endlich alle vergnügt auseinander giengen. Den -anoern Tag Abends brachten die sämmtlichen Verwandte der BuchdruckerkiM, nebst den Marschallen, die Tags vorher dab?y gewesen waren, der Durchlauchtigsten-Herrschaft eine Musik. Auf solche Weise wurde das Jubelfest, wegen der vor dreyhundert Jahren erfundenen Buchdruckerey, in Coburg zum erstenmal vergnügt und mit der besten Ordnung gefeyert. So prächtig ist dieses Jubelfest an wenig Orten gefeyert worden In desselben Beschreibung habe ich mich meistentheils der Worte des Lobm-Zifchen Historischen Berichts bedienet x. 16. lecz^. Dreßden. Nachdem nun die dasige Buchdruckergesellschaft beschlossen, daß sie bey dem glücklich erlebten dritten Jubelfeste ihre Beyfreude und Dancksagung ebenfalls an den Tag legen wollten; So hielten sie bey Zhro Königl. Maj in Pohlen, und Churfl. Durchlauchtigkeit in Sachsen mit einem aller Unterthanigsten Memorial in teutschen Versen darum an. Die da- sigen öffentlichen Stadt-und Vorstadt-Schulen nahmen die Gelegenheit in acht der Nachwelt einDenck- mahl zu hinterlassen. Der Herr Nector, Chrijioph Rreyschmar, in Neustadt bey Dreßden, machte schon den i z. May mit einer Nednerübung den Anfang, indem vier wohlgeartete Schüler von der Erfindung, dem groftn Nutzen der Druckerev zur Reform«- vom Jub lfest 1740 formation, und Litteratur handelten. Diesem folgte der Herr Rector zu St. Annen in der Vorstadt, Herr Ki. Christian August Hreyberg acht Tage vor dem Jubelfest, welcher nicht allein in seiner Einladungsschrift, von zwey Bogen in teutscher Sprache, von den allerersten und ältesten Buchdruckern, die zu Dreßden sich aufgehalten, ausfuhrliche Nachricht ertheilet, sondern auch in einer Rednerübung vorstellen lassen, daß die Schrift, als die beste Arbeit menschlicher Hände, durch die Buchdruckerkunst zu einer Vollkommenheit gediehen; Moenn erzehlteein anderer Redner den Zustand des welt-und geistlichen Regiments vor und bey der Erfindung der Druckerey. Daß die Buchdruckerkunst eins Vorlauferin geschei- derec und besserer Zeiten, und eine Beförderin der Reformation gewesen wurde hernach dargerhan. Endlich behauptete einer von diesen Rednern, daß die Buchdrucker billig auf eine Jubelfreude bedacht gewesen sind. Der gelehrte Herr Rector an der Creutz- schule, Herr Christian Schoergen, erwartete endlich die Zeit, da man vor hundert Jahren dieses Fest begangen, nemiich den Tag Johannis des Täuffers, an welchem er eine Nednerübung in dem Raths Brey- hahnhause angestellet. In der Einladungsschrift zu dieser Feycr lieferte der Herr Gchörrgen eine recht wohl gerathene Historie der Dreßdnis^en Buchdrucker. Ehe aber dieser Actns noch vor sich gienge, so haben die gesammten Buchdruckerherren nebst ihren Kunstverwandten den Gottesdienst an besagten Johannistag fleißig/ andachtig, und mit Loben und Dancken abgewartet, da unter andern der Hochberühmte Herr 0. Valentin Ernst Löscher in seiner ordentlichen Amtspredigr den Allerhöchsten besonders K 5 gevrie- 154 Cup. IV. Ausführliche Nachnchr gepriesen, daß er diese edle Wissenschaft und Erfindung der Buchdruckerey nunmeyw drey hundert Jahre wachsen und auf den höchsten Gipfel Ver Vollkommenheit steigen la, peter unv Johann Georg Strauß, Factorin der Königlichen Hofbuchdruckerey, gewesen. Kunstverwandte aber in allen waren fünfunvzwanhig. Siehe Jubelgeschichte von Dreßden 9. 2z. ie^. Eisenach. Herr Johann Christoph Rrug, Fürstlicher Hofbuchdrucker daselbst, hat das Vergnügen gehabt in dieser Fürstlichen Resiventzstadt das dritte Vuch- druckerjubilaum folgender Gestalt zu begehen Es wurde nehmlich an dem Johannistag 1740 die öffentliche Gemeine zur schuldigen Danckbarkeit gegen GOtt für die herrliche Wohlthat der vor drey hundert Jahren, ans Licht gebrachten Buchdruckerkunst, von dem Herrn General-Superintendenten Thomas Andreas ZTlicandern, in dem Eingang der Amtspredigt erwecklich ermahnet. Hierauf wurde mit Genehmhaltung des Hochfürstlichen Oberconsistorii in dem dasigen Gymnasio ein feyerlicher Actus des« wegen veranstaltet, worzu Tages vorher alle hohe Gönner und andere Gelehrte, und Verwandte der edlen Buchdruckerkunst von dem Herrn Director Johann Michael Heusmgern durch eine lateinische Einladungsschrifr von zwey Bogen eingeladen wurden. In dieser Schrift hat er aus alten Uhrkunden gezeiget: wie rahr und theuer die Bücher vor der Erfindung der Druckerey gewesen sind. Der Actus selbsten wurde mit einer besonders hieraufein- gerichteten Vocal-und Instrumental-Musik durch den dasigen Cantor Herrn Justus Samuel Rittern vom Jubelfest 1740. ?57 tern angefangen. Nach geendigter Musik traten drey von den obersten Gymnasiasten auf, davon der erste Friedrich Heustnger die herrliche Nutzbarkeit der Buchdruckercy, .der andere Friedrich Daniel XVeisenborn, von Walterchausen, den vermeintlichen Schaden, der dritte aber Johann Wilhelm Thran, von Kieselbach, die dagegen vorzukehrende Mittel vorstellte rnn die vorrrefiiche Kunst gegen widrige Beschuldigungen vertheidigte. Zum Beschluß wurde das Deum lsuclsmu8 unter Einstimmung der musikalischen Instrumenten und im Hörsaal neu- erbauten Orgelwerck abgesungen. Nach Endigung dieses Actus verfügten sich die anwesenden Buchdrucker-Herren undGesellen Johann Christoph Bcyer, Erfurther Herr, Johann Christoph Rrug, Hofbuchdrucker, Andreas Nierscbmann, von Halle aus Sachsen, Johann L.oreny Schubert, ausEr-- furth, Georg Andreas 2Seyer, aus Erfurt!), Johann Heinrich Schrörer, aus Eismach, und Johann L.ebrechr Rnsrr, aus Eisenach in die Behausung nes oben gemeldten Fürstlichen Hofbuchdruckers, Herrn Johann Christoph Rrugens, auf dem Jacobsplan, allwo Johann Heinrich Gchrö- ter unv Johann 5>ebrccht Rnoer ihr gewöhnliches Postulat verschenckten, und sich mit den übrigen Kunstverwandten zwey Tage nach einander nach Vermögen unter beständiger Musik vergnügten, welches Vergnügen sie auch den ersten Tag mit vem erbaulichen Gesang: Nun lob meine Seel den HErrn:c. und der andere mit dem Liede- Nun dancket alle GGtt :c. in erwünschter Eintracht, Liebe und Vergnügung, ohne daß der geringste Verdruß und Uneinigkeit dabey vorgegangen wäre, ge- endi- ,. > , i s8 gm vom Jubelfest 1740. i59 „gen 8. Uhr versammlete sich das gantze dorpus ,,^cs6emicum unter Trompeten-und Pauckenschall „in dem ColleZio msivl-i^ und zwar der Herr KeHor „!V1gAn>Kcu8 nn't denen Herren ^llelloribus ?scul- „tsrum, ?l-oftMr>I)U8 und !) beschlossen.^ Bey dieser Gelegenheit liefen die oben erwehntm Buchdrucker ein musikalisches Lob-und Danckopfer verfertigen, welches sie hernach gedruckt haben. Heinrich Ernst Geebach entwarf den Anfang, Wachsthum und Nutzen der Buchdruckerkunst in gebundener Rede; Johann Nicol. Huchß lieferte ein neuer- funvenes und aufgelösetes Räthsel der Schreib - vor- nemiich aber der Buchdruckerkunst, welches alles in den vom Jubelfest I?4O. den Msribus l^^pstAl-gpbiLiz Li fol-^iensz!?,,? zu finden ist. Ausserdem hat ihnen Herr Christian Va« !entin Fleischhauer j. V. L'r. 65 /^6v Orc!. einen quavruplirten zehnfach verwandelten Bilderreim überreicht. Ich habe selbigen oben x.8z- gautz eingerückt. Schlußlichen muß ich noch anführen, daß ein guter Freund den beyden Buchdruckern Herrn Johann Wilhelm Ritscheln von Hareenbach, und Herrn Johann Christoph Heringen bey i'er Begehung des Jubelfestes am 27. Zun.ein auf Pergament mit lebendigen Farben gemahlte Rost überreichet hat. In dem mitreisten Punct derselben ließt man: Der Vorzug der edlen Buchdruckerkimsi. Gleich darauf: XVer Rostn g."aen Dornrn hält, und die Zäunst gegen andere stellt, der sieht, daß sie den preiß behält. An den ausersten Blattern aber: «stGtt hat von dieser Älumen Pracht die Rno- spen selbst hervor gebracht, und Guttenberg hat sich bemüht, daß sie zu erst inMayny gebMhr^ Faust, Schöffer, Cöster, Menrelin, gemacht, daß sie muß schöner buchn, biß sie sich unter Dornen Riy so ausgebreiter und den Giy in allen Ländern aufgeschlagen , daß der Geruch von jedem Diat, je'mehr sie sich entblättert hat, den Preiß und Ruhn: davon getragen. Gantz ausen herum.- Gie ist gepflanyet, rvie em Baum an den N?as» serbächen die ihre frucht bringet zu ihrer Zeit, und ihre Blätter verrvelcken nicht, und was sie macht, das gerärh wohl. Psalm !, v. z. Auf meiner,V. .Tabelle ist sie in Kupffer gestochen zu sehen. L Der 162 Cap. IV. Ausführliche Nachricht ^ ^ » ^ ^ ^ > Der andere Theil von den Buchdruckern in Erfurch nemlich Herr Johann Michael Funckc, Io« hann David Jungnicol und Johann Heinrich Nonne hatten sich bereits in dem vorhergehenden Jahre, als den 8- Aug. >7Z9- mit GOtt entschlossen , in dem durch die Gnade GOttes bis Hieher zurück gelegten i74osten Jahre zur Ehre des grossen GOtt-S und zum geseegneten Andencken der Erfindung der edlen Buchdruckerkunst das dritte Jubiläum zu celebriren, und dem Allerhöchsten ihr schuldiges Lob-und Danckopfer öffentlich in der Gemeinde des HErvn darzubringen, auch zugleich sich vereiniget, zur Bestreitung der hiebey nöthigen Unkosten wöchentlich etwas gewisses beyzutragen. Nachdem sie nun dieses damals lauffende i^oste Jahr erlebet, so eröffneten dieselben ihr Vorhaben Einer hohen Qbrig-- keil, insonderheit auch S Hochedlcn undHochw Rath, und baten unterthanigst um Erlaubniß, solche Jubel- feyerj anzustellen. Ein Hochedler und Hochweiser Rath inlimirte hierauf durch ein schriftliches Decret vom 2ten Jun dieses Jahrs dem Tit. Herrn M. Ioh. Melchior Möller, Pastori Mercator^ die solenne Jubel-und Danckprsdigt wegen Erfindung der edlen Buchdruckerkunst zu übernehmen, und in der Kirche zu den Kauffmännern, als in seiner Pfarrkirche, den 6ten Jul. Mittwoch nach Domin. M. post Trinit. abzulegen, an welchem Tage sonst wöchentlich in obgedachter Pfarrkirche Predigt pfleget gehalten zu werden. So bald nun bekanntwurde, daß solch Christliches Vorhaben E- Hohe Obrigkeit nicht nur billigte sondern vom Jubelfest 174O. 16z bern auch hochgeneigt beförderte, und daß der 6. Jul. hierzu bestimmet worden, so fanden sich hierdurch die übrigen Buchdrucker angerrieben, auch nicht zurücke zu bleiben, sondern hielten bey einer Hochiöbl'^n Universität geziemend an, ihnen, das dritte Buchdrucker-Jubiläum feyerlichst zu begehen, hochgmeigt zu verstatten, welche gleichfalls demselben Suchen gratificiret, und den 2?sten zu solcher Jubel-Solen- nität ausgesetzet. Und weilen das Fest der Heimsuchung Maria, wie auch der dritte Sonntag nach Trinit immediate vor der solennen Jubel undDcmck- predigt hergieng, so haben die Herren Geistlicke, und unrer denenselben Se. Hocbwürden der Herr Senior, D, Jot). L.auretttius Pfeiffer, gegen das Ende ihrer Predigten dieser Wohlthat der Erfindung der edlen Buchdruckerkunst mit gedacht, wodurch die Hertzen derer Zuhörer- desto mehr präpariret und ermuntert worden, sich in sehr grosser Anzahl denkten Jul. in ermeldeter Kauffmannskirche zu versammle«, und dem öffentlichen Gottesdienst beyzuwohnen, gleichwie auch so wol Hohe und Niedrige, Reiche und Arme, Gelehrte und ungelchne, geist-und weltlichen Standes, auch nicht wenige von Rom Cathoiischen, zugeqen gewesen, und ihr Vergnügen über solche Jubelfeyer zu erkennen gegeben« Der Gottesdienst, welcher früh um 7. Uhr seinen Anfang genommen, wurde eine Stunde vorher mit allen Glocken, wie ein solennes Fest, eingeläutet. Die Einrichtung des Gocresdienstsaber rvar folgende: i) Der Anfang des Gottesdienstes wurde ge- L 2 macht / 164 Cap. IV. Ausführliche Nachricht macht mit Abstimmung des 91. Psalms : Ich dancke dem HErrn von ganyen -Heryen :c. 2> Darauf wurde uiusiciret: Hi- L5^. z) Nach diesem wurde gesungen: HErr GGtt dich loben rvir :c. 4) Musiciret: HEer hilff deinen, Volc? :c. 5) Gesungen : rvir glauben all an einen GGrt, Vater, Sohn:c. Und zur Cantzel: Es rvoll uns GGtt gnädig seyn :c. 6) Auf der Cantzel vor dem Gebet des Heil. Vater Unsers ZTlun preiset all GGttes Varncheryig- keit, lobt ihn mit Schalle, Wertheste Christenheit, er laßt dich freundlich zu sich laden, freue dich Israel seiner Gnaden. Der HErr regieret über die ganye XVelt, rvas sich nur rühret/ ihm zu Huste fallt, viel rauft nd Engeleitt um ihn fckzrveben, Psalrer und Harfen ihm Ehre geben. ZVohlaufihr Heyden, lastet das Traurett seyn, zur grüncn VOeyden steller euch rvillig ein, da laßt er uns sein N?ort den verkündigen, machet uns lebendig von allen Sünden. Er gieber Speise und überall, nach Vater-Meise sättigt er allzumal, er schaffet vom Jubelfest 1740. 165 fer frühunv sparen Regen, füllet uns alle mit seinem Seegen. Drum Preiß und Ehre GGttes Barmherzigkeit, sein L.ob vermehre, wertheste Christenheit, uns soll hinfort kein Unglück schaden, freue dich Israel, feiner Gnaden. 7) Nach Verlesung der Beichte und des allge« meinen Gebets wurde das Gebet gelesen, so vor - Oo, Jahren von dem sel.Herrn v. Schmidt Theol. Prof. zu Straßburg verfertiget wsrden» Ich habe selbiges oben p. 128. angeführt. Nach der Predigt: > ^ 8) Wurde von einem Knaben das gewöhnliche Gebet gelesen: H'^rr GOrt himmUschex Varer:c« Und musicirt: XVer Danck opfert, der preiset Mich. 9) Vor Absingung der Collecte intoniret: Groß sind die XVercke des HErrn, Allelu/a. Ke5p. N?er ihr achtet, der hat eitel L.ust daran: Allelu/a. 10) Nach dem Seegen: Unsern Ausg-mg stegtte GOtt. Anbey war die Kirche mit Mayen ausgozieret, auch der Altar mit blühenden Orangen und andern Bäumen besetzet / und die obgenannten Buchdrucker nebst den übrigen Kunstverwandten stunden lincker Seits der Cantzel auf der Emporkirche. L z Nach ,66 Cap. I V. Ausführliche!7?achricht Nach geendigtem Gottesdienste bliesen aus der Jungnicvlischen Officin die Herren Stadt-Musican- ten mit Zincken und Posaunen verschiedene Lob-und Danckliever ab, die vier Chöre des Evangelischen GiMnasii Sen- stimmten vor der Thür ermeldter Officin zu jedermanns Erwcckung dergleichen cm, und des Abends die sämmtlichen Evangelischen Waysen- kinder. Dem zwey Tage angestellten Convivio woh- neten die hiezu eingeladene Gönnerund Freunde vergnügt bey, bey welcher Gelegenheit vier die Buch« druckerkunst Erlernete, als Johann Christian En- g?lhar^r, Hieronymus Michael Pockrviy, Johann Christoph Frenckel und Christoph Gocrliel? Hensel postulirren, und in den Buchdrucker-Orden aufgenommen wurden. Zum Andencken dieses Jubilai hat der dasige Kupfferstecher und Eisenschneider I. H. Werner, eine Medaille verfertiger, welche auf unserer >^K. l^. num. 4. befindlich ist Die erste Seite stellet vor das Brustbild als ohnstreitigen ersten Erfinders dieser Kunst, welches auf einem Postement stehet, dabey sich die Stadt Mayny hinten im Prospect prasentiret. Zur Seiten liegen 4 grosse Bücher, mit denen Ausschriften: FM'^, t7o?M/ ////)/?0t7?s^/, , anzuzeigen, daß die Buchdruckerkunst das Aufnehmen derer Wissenschaften in allen vier Faculraten befördert habe. Oben erscheinet die Zama, welche dem Gutrenberg einen L.orbercrany aufsetzet, und seinen Ruhm mit ihrer Trompete verkündiger. Die Umschrift ist: n?>0 das vom "Jubelfest 1740. 167 Vasist.- ZVer so was Edles hat auf diese XVclt gebracht, Dem bleibt der Ehrencrany;vom Himmel zugedacht Im Abschnitt ist die Zeit und Gelegenheit, bey welcher man diese Medaille verfertiget hat, angedeutet, mit folgenden Worten: A^/v/. /// ^/e'/')'. 1740. 6. ^«/. Auf der andern Seite erscheinet die Pallas in ihrer gewöhnlichen Kleidung, welche der gegenüberstehenden Buchdeuckerkunsr, (so unter dem Bilde einer Weibsperson, deren Kleid mit Buchstaben überall gel-ickt, und um deren Haupt das Wort: 7)//oZ-»-/7- in einem Circul zu lesen ist, vorgestellet wird,) die Hcmd bietet, und sich mit derselben aufs genaueste verbindet Zu denen Füssen dieser Personen sitzet die Zeit, welche mit der rechten Hand eine in einen Circul geschlungene Schlange halt, als das Zeichen der Ewigkeit, worinnen drey (7 befindlich, anzudeuten, daß dieses nunmehro d^s dritte Jubeljahr, sey. Die Umschrift bestehet in folgenden Worten: /^//'cv'/ocv/e'i'-? das ist: Durch den beglückten Bund, der unvettückt bestehet, XVird beyder Wachsthum auch, nebst ihrem Ruhm, erhöhet. In dem Abschnitt ist der Name des Verfertigcrs angezeiget: /tNt /^>/o^. L4 Es 568 Tap.IV. Ausführliche ZTlachricht Es ist auch noch zum Preise GOtteS zugedencken, daß der Herr i>. Herrmann !7ticolau? Srieter, Director Des Gymn, Sen. Evang. bey dem Dieses Jahr gehaltenen Frühlings-Eramme in dessen Programmate der Erfindung Der edlen Buchsruckerkunst gedacht, und eine besondere Rede sowohl von der erfundenen Buchvruckerkunst, c>ls auch von dem zu feyrenden Jubilüo in Lateinischer Sprache halte« lassen. Ferner sahe man neun Bogen Verse, davon in zwey Bogen Herr Ish. Dav. ^?nn^nicol seine Jubel - Freude und ferneres gedeytlches Wachsthum vorbringet. Einen Bogen von Herrn Johann Michael Fun- cl'en, Buchhändlern und Universitats-Buchdruckern, welcher zum Satz har: GGcr verdruckenden,das iji, bewegenden, und belebenden Ursache aller D NZ?, und sonderlich der edlen, und vortreflichen Buchdruckerl'unst. Einen Bogen von Herrn Johann Heinrich Nonne, welcher dein Allerhöchsten Urheber der Buchdruckerkunst ein Denck-und Danckmahl aufrichtet, und damit den Höchsten seine Gelübde bezahlet. Einen Bogen von einem Freund, in welchem er die dritte Jubelfreude vorstellet, und den sämmtlichen Gliedern, insonderheit aber den Jungnicolischen Pressen Glück wünscht. Johann Gabriel Taute zeigte die Vortrsfflich- keit und den Nutzen der edlen Buchdruckerkunst, in einer Ode. Die in der Jungnicolischen Officin befindliche Knnstglieder führten aus: Den Vorzug der edlen Drucknkunst unter denen sieben freyen Künsten. Dis V0M Jubelfest 174^« ! 6? Die Kunstgiieder waren folgende: Johann Joachim Hyniysch, Jeremias Ädelung, Joachim von Mahnen, Christian pei^er / Johann Friedrich perschke, Georg Michael Scheler, Heinrich Gromann, Johann Guftavus?.lux, Johann Christoph Äercrermann, Johann Mi« chacl Fuchs, Johann George Äscher, Christian Friedrich L.eny, Johann Jacob Friedrich Sträube, Johann Christoph Frenckel, und Christoph Gottlie!? HenstZ. Die in Herrn Joh. Heinrich Nonnens Buch- druckerey bewunderten in einem Bogen, die durch die Druckserfindung der Welt geschenckten Wohlthaten GOttes. Die Nahmen derselben sind: Georg Glias Niederie, und Hieronymus Michael pockrviy. Die Predigt selbsten, welche Herr ^. Johann Melchior Möller gehalten hat, habe ich bereits oben angeführet r>. 57. welcher zugleich die vorhergehende Nachricht beygefügt ist. Fmnckfutth am Mayn. Mit Obrigkeitlicher Verwilligung hielten auch die sämmtlichen Buchdrucker das auf den Tag Johan- . ^ nis des Täufers angesetzte dritte Jubelfest wegen Erfindung ihrer löblichen Kunst. Nach der ordentlich gehaltenen Freytags-Predigt hat man um 9. Uhr die Glocke in der Barfüsserkirche bis um 10. Uhr wieder drey mal gelautet. Bey dem ersten Geläute giengen die sämmtlichen Kunstverwandten in Procession in die Kirche. Unter Trompeten und Pauckenschall wurde eine auf dieses Jubelfest besonders verfertigte L 5 Can- i?cz Cap. IV. Ausführliche Nachricht Cantata musicirt, welche fast eine Stunde gewähret, unv von jedermann, besonders aber von musikverständigen, bewundert wurde Nach derjenigen Endigung hielt de6 Ministern Senior Herr D. Münden über Ps.cui, v. 14-19. eineerbauliche Danckpredigt, die mir einem besondern Danckgebeth beschlossen wurde. Alsdenn stimmte man das I>um lauciumus wieder an, und eine wohlgesetzte Musck machte von dem Gottesdienst den Beschluß, welches um 12. Uhr war, da dann die sämmtlichen Kunstverwandten in der Ordnung wiederum heraus gegangen sind. Den Montag darauf, den 27. Jnn. haben die beyden Herren Bürgermeister, der Nach und einige von der Geistlichkeit sammt den acht Buchdruckerherren ge« speiset, darbey sich die Trompeten und Paucken wacker hören liefen. Nach io. Uhr ist dieses Gastmahl mit allerseits Vergnügen beschlossen worden. Ob etwas dabey gedruckt worden ist, weiß ich nicht. Denn ich habe zur Zeit noch nichts davon gesehen. So viel weiß ich wohl noch, daß das dasige Gymnasium bereits am 5. May bey der gewöhnlichen Frühlingspro- ceßion dieses Fest gefeyert hat. Der Herr Conrector I. G. Albrecht lud dazu ein, und der Herr Nector Ioh. Th. Rlump hielt eine lateinische Rede cie in- cunsbulis primis^ue siris t^-m^gpM'cN inuenrori- buulw!') führte den Satz in einem wohlgerathenen Gedichte aus: man lobt, rvas man liebt.- Und noch etliche Verse kamen ans Licht. Genev. Von dieser Stadt ist mir weiter nichts, als die daselbst verfertigte Gedachtnißmüntze zu Gesicht gekommen, welche der Herr Prof. Wachter in Leipzig erfunden hat Ob man weiter etwas vorgenommen habe, kan ich nicht berichten. Die Müntze selbst hat der dasige berühmte Medailleur I-Daßier verfertiget. Auf der ersten Seite zeigen sich die Bildnisse Johann Gutrenbergs und Johann Fausts mir den darunter gesekten Worten: l'^POLki^pttl^ III. VL^OKCS kikLONi'i^c.'l. ^lLcccxr.. Auf der andern Seite steht eine Buchdruckerpresse uuv 172 . Cap. IV. Ausführliche Nachricht und die Buchdruckerkunst in Gestalt einer Weibsperson , welche in der rechten Hand zwey Druckerballen , in der lincken aber den Winckelhacken und das den Buchdruckern ertheilte Wappen halt. Die Umschrift heißt: ^KL VlCrvkH I)VK1 I..!'!'. ivi^^lZLll' 9RL?lv^. Untendar- unter ließt man: ^510 1^?. L^eevQ. III. LkL^I'^ PO^I'^Lill ^8 Lxcvvl.1'. KlliLcxi^. A k'^.. Siehe unsere l'LH. VI. n. 5. In dem gepriesenen Andencken von Leipzig ist sie auch als eine Vignette 19 angebracht. Goßlar. Das Andencken der erfundenen Buchdruckerkunst suchte der dasige Rettor Herr kvl. Gottfried Grosch den 12. Jul 1740. ebenfalls zu erneuern. Er stellte' deßwegen eine öffentliche Rednerübung an, und ließ sechs wohlgeartete Mnsensöhne auftreten, welche, der Buchdruckerkunst zu Ehren allerhand Vortheile derselben in geschickten Reden anzeigten. Zu dieserNed- nerübung lud der Herr Rector in einer Schrift von einem Bogen in 4. ein,worinnen er dieMichten abhandelte, die wir GOtt Mgen der erfundenen Buchdruckerkunst schuldig sind. Siehe Gottfried Groschens ?roArsmms, czuo cMcis ve» srtis t^po^l-g- pkica? csulls prXstaciclg scl memorjgm Kujus^rtis rritzus öKKino lXLulis snno ^LOXI^.. inuenraz re- nouglicZzm sclumbtsmur. Gotha. Daselbst wurde das dritte Buchdmckerjubiläum «m 11. Jul. 1740. folgender Gestalt gefeyert: Es muste vom Jubelfest 1740. 17z muste auf Hochfmstl. Oberconsistorial-Befehl der dasige Nector, Herr Gruß, ein Programm« verfertigen, in welchem angezeiget wurde, daß in dasigem Gymnasio ein solenner Actus auf das Buchdcucker- jubiläum gehalten werden sMe; Des Tages vorher, als den 10. dieses, wurde in den Vor-midNachmittags-Predigten GOtt vor diese Wohlthat ge- bancket, und jedermann zum Lobe GOltes wegen Erfindung der edlen Buchdruckerkunst angemahnet; Den 11. darauf gieng der Actus frühe um 8- Uhr im Hochfürstl, Gymnasio vor sich. Der Anfang wurde mit einer schönen Cantata, welche der Hochfürstl. Sachsen«Gothaische Capellmeister verfertiget auch componiret harte, gemacht ; sodann hielt der Herr Professor Blumbach eine wohlgesetzts lateinische Rede; dann tratt der dasige berühmte Poet,. Herr Nuhkovf, auf, und hielt eine poetische Rede; alsdenn wurde dieser Actus mit einer schönen Musik beschlossen. Beym Ausgange aus dem Fürstl. Gymnasio wurde von den Stadt-Thürmen unter Trompeten- Schall wieder eine angenehme Musik gemacht, unv vor der Hausthüre des Fürstl. Bücher-Comisscmi unv Hofbuchdruckers Herrn Johann AndreasReyhers sungen die Chorschüler: Ich will mir Dancken kommen ?c. und Ich will zu aller Grunde erheben GOrces preise ?c. Alsdann wurde in eben Desselben Behausung ein Gastmahl gegeben, welchem einige Hochfürstliche Herren Rathe, das Stadt-Ministerium, der Herr Rector und Professores Gymna- sü, nebst andern hierzu erbetenen vornehmen Gasten , auf 40. Personen, beywohnten, Bey diesem Gastmahl, welches in gröster Zufriedenheit geschahe, wurde nicht unr?rlass?n, choraliter und musicalisch GOtt i?4 Cap. IV. Ausführliche N^cb-.'ckt GOtt zu dancken und zu loben, unv na ^ ; ^ . .jter Mahlzeit von sämmtlichen anwesende» höh?« unv vornehmen Gasten ein Danckiied anzustimmen: ZTiun 1.1? memSeel den HLrrenzc. Hierauf vnfügte sich jedermann in der Stiiie wiederum nach Hause. Des NachtS brachte derStadtmusicus eine annehmliche Nachtmusik / welche sich mit dem Lied: Nun dancket alle GGrr:c. endigte. Auf dieses Gochaische Buchdruckerjubiläum ist auch eine Medaille verfertiget worden, welche auf der einem Seils die Aufschrift hat: K? I. ^ e 0- (Z!i^?^lc^^ 5. 10. K V^I'KlM^LiO. ^ki<3L^1'0ki. UV^^XI-^L. 0^l^. coxsi- I.I00V^'. 10. ki'^VLI'k. l>l0(ZVX1i^L. /VL. k^ccccxl.. nxcv^i-^L. lviZl- ^lZIillV^. ^^^0. lV! l) Xk^. tZOi'^^!?. IN. ^x^ic^VH. Ii^.i'tt^i^0. KVlVl. 0l?^I0l^^. 5ütUL41Ltt. L5l l?.. K ki X ! ' I. 8 cRVDie andere Seite halt dasSinnbild der Morgenröthe, welche fast auf die - Art/ wie sie von dem Sandrarr in seiner Academie unter andern Heydnischen Göttern aus den Poeten abgebildet worden, vor Augen gestellet ist, nur mit dem Unterscheid, daß man an statt des Wagenrades einen Flügel aus dem Wagen der Fortuna entlehnet, um die im >zy. Psalm Davids der Morgenröthe gegebene Flügel anzudeuten Der Wagen wird von dem geflügelten Musenpferde, über welchem der Morgenstern scheinet, fortgezogen, und stehet darauf die Aurora in Weibsgestalt, welche in der rechten Hand eine brennende Fackel halt, mit der lmcken streuet sie Rosen und Blumen aus Vor ihr stehet ein wachsamer Hahn in krähender Positur, und hinter vom Jubelfest 175 ihr bricht die helle Sonne Herfür. Die Um - und Unterschrift! ist: ^vnokä !VjV8ls ^^11. c^. SO^LlVj SlL ?V?0(Z KRL- ^ ^ l' ViVl LV ^ Q!^ I. lV.Vl. Daß diese Mün- tze von Herrn Tenyeln ehemahls erfunden worden, habe ich bereits oben r>. 22 angeführt. Hier erschiene sie mit einiger Veränderung / dahero ich sie auch abermals beschrieben habe, welches man vor keine überflüßige Arbeit ansehen darff, indem hier und da ein Unterscheid zu bemercken ist Bey Herrn Clesiens dritten Jubelfest hat man selbige in Kupfer gestochen, als eine Anfangsleiste, gebrauchet. Auf meiner 1^6. VI. n. 2. ist sie gantz gestochen zusehen. Grimma. In der Klosterkirche zu Grimma am Johannistage 1740- wurde das Andencken wegen der 1440. erfundenen Buchdruckerkunst ebenfalls erneuert, Vormittags wurde in der Amtspredigt von dem dasigen Herrn Superintendenten Daniel GorUieb Mey- lern dieser göttlichen Wohlthat auf eine erweckliche Art Erwehnung gethan. Nachmittags hielt gedachter Herr Superintendent nach der Besperpre- bigt und geendigten Gottesdienst ein auf diesen Zweck absonderlich eingerichtetes Jubeleramen mir der Schuljugend, welches auf einem Bogen vorhero besonders gedruckt worden war / wie ich bereits oben p. 82. gemeldet habe. Nach dem Gesang : (!) du Giany der Herrlichkeit, Luche vom Sucht :c. nahm dieses Examen seinen Anfang, in welchem die Schuljugend sehr wohl zu antworten wüste. Hierauf wurde der 87- Ps. und das frohe Lied: Erhebe dich t?6 Cap.lV. Ausfuhrliche Nluchricht dich mein froher Nllund :c. catechetisch in Absicht auf die Buchdruckerkunst durchgegangen. Alsdenn sangen die Cmrent-und andern Schüler vor dem Altar den cxl. Psalm. Endlich zeigte der Herr Superintendent in einer kurtzen Erweckungsrede, wie an dieser Jubelfreude alle bey Verfertigung, Abdruckung, Berkaufung, Einbindung, Lesung und Gebrauch der Bücher vorkommende Personen Theil zu nehmen hatten. Zulebt wurde unter Rührung der Orgel der Beschluß dieser Jubelandacht mit dem Lied.- ?!Lsu, ivollst uns weisen, dein AOerck zu preisin zc. gemacht. Siehe das ü-eip^er gepriesene Andsncken 51. aliwo diese Nachricht eingerückt ist. Haarlem. Die Nachrichten, wie das Jubelfest daselbst ge- feyert worden, sind mir zur Zeit noch nicht in die Hände gekommen, ich warte noch immer darauf, wie ich bereits oben p. 9Z. geklaget. Unterdessen kan ich doch dis Gedachtnißmüntzen anführen , welche daselbst zum Andencken verfertiget worden sind. Die erste davon zeiget uns auf der einem Seite Cö- sters Brustbild, und zur rechten Hand einige Bücher, wovon eines offen ist, in welchem die Worte zu lesen: Spiegel ONyer2)ehoudmisi, 1440. als welches das erste durch Lösiern gedruckte Buch seyn soll; wobey sich eine immer brennende Lampe, undeineim Circul liegende Schlange zeiget, so beydes die Ewigkeit vorbilden soll. Zur lincken^Hand aber stehet eine Druckerpresse und ein Blumentopf mit dem so genannten Kraute Sempervivum. Vorwärts hangt ein vom Jubelfest 1740 177 ein Lorbeercrantz, unv auf dem Postement des Bildes stehen vie Worte: ^^Lkc^v^vs, um den I^and herum aber: Q ). ti08 I ^liV^S I V. j^vk^i. /^n. lViCLccx^. Auf der andern Seite erblicket man das Wappen der Stavt Haarlem nebst Palmen unv Lorbeerzweigen, in der Ferne aber den Wald und hie Stadt selbst. Über derselben ist eine fliegende l^gmz, welche in der rechten Hand ein Buch halt, und in der linckendas Lob dieses Buchdruckers ausposaunet, mit der Um- schrif: ttltt^ «z^KLVNT'VK IN 9 K 8 Lv; ^.' ^ Lv. i. von hieraus werden die Druckerbuchstaben m die ganye Vvelt ausgestreuer. Unten aber stehet: t-Lk I'»!/^ 8^tZ. e ^ ^ Kl. L 5 0 e X l.. d i drey hundert Jahr lang. Der Verfertiger derselben ist der berühmte Medailleur von Schrvindern im Haag. Die andere hat der berühmte Medailleur, Herr Holyhey zu Amsterdam gemachet. Auf der einem Seite sieht man die Stadt Haarlem in Gestalt einer ansehnlichen Matrone, mit einem Crantz auf dem Haupte, und auf einem prachtigen Stuhle sitzend. In der lincken Hand halt sie ein Bündel Ruthen, mit einem darinnen steckenden Beil, als dem Zeichen der Bürgermeister Würde, an welchem z in einem Circul geschlungene Schlangen hangen, dadurch anzudeuten, daß seit der Erfindung der Buchdruckerkunst drey Jahrhunderte nun verflossen. Mit der rechten Hand opfert sie aufeinem Alrar, an welchem das bekannte Schiff Damiata, womit sie vorZeiten fo grosse Ehre erworben, abgebildet ist, ein Danck- ! öpfer. Hinter ihr stehet ein Palmbaum, woran das Sradt^Wappen in der Mitte, und die Wappen der M jetzt ! i78 ?ap. !V. Ausführliche ZTlacbricht jetzt regierenden mer Bürgermeister, nemüch des Herrn perer van der Cum.r, Jan van Dy>, Lnwn van Gryrum und Cornel. Ascan van Sypestein, an beyden Seiten hangen. Auf dem Grunde siehet man die vornehmsten Sachen, durch weiche Haar- lem einen Vorzug für andern Städten hat, als die Leinwandbleiche, den Leinenhandel, die Garnwebe- rey, Blumen, die Jagd u. s w Dabey sich verschiedene (-enii geschäfftig erweisen. Unter andern sitzet einer dort, der vor sich, gegen den Altar das zuerst gedruckte Buch.- Spiegel onstr Behoude- nlße, offen liegen hat; Endlich zeigt sich die Stadt Haarlem mit ihren schönen Kirchen und andern Gebäuden, auf der einem Seite, auf der andern Seite aber der Fluß Sparen mit darauf seegelnden Schiffen. Um den Rand stehet: tVlKKIOkl^e 8^- ttlk lllC j"l'- KiccLdXl.. Welche Worte gleichfalls aus der inicriptivn am Küsterischen Hause genommen sind. Die dritte Müntze ist ebenfalls von Holyhey, etwas kleiner, sonsten aber mit der vorhergehenden übereinstimmig. Die vierte hingegen hat auf der Hauptseits Co- sters Bildniß im Profil, mit der Umschrift: l_. ü V K. c^()8 l'LK V8 l/i^l I?. 8L1V. «j.^ii^.. i!?V. unten steht der Medailleur LHtt4l?OV8 Kl^ki8i-i00KX tt^lil. 5i.n Bein ein offenes Buch Hanger mir dem Titul: L)'^ n/Z?/»/ ö?/m^s> Darunter und um den Rany ließt man: 1"? l>0Q1?/^pM6 1^11 I^V. i^cLLcxx^lll pbkVvj^a. 1440. lll. ^ud. 174a. Siehe Sammlung merck- «»ürdiger Medaillen 1740. p. 251.5e^. »tV?>?^:''^.i^--, ^ - . ^ Halle. Der Verfertiget der historischen Nachricht von dem zu Halle feyerlichst begangenen Jubelfest der Buchdrucker, Herr Johann Georg Rirchner, yet Hallischen Gvmnasii vierter Lehrer, theilt selbige in drey Hauptabtheilungen ab. Er handelt nemlich M s erst. i8IL1'18 8IK4VI. ?I^KI8(ZVK ^?06t(^e«I^x: cVl.10^ILV8. Ausserdem waren alle Stühle und Seitenbancke gleichfalls mit rothem Tuch bezogen. Hierauf trat v. Johann Heinrich Schulye, Professor der Beredsamkeit, auf den obersten Catheder, zu dessen beyden Seiten die Marschalle stunden, und hielt nach geendiyter Musik eine wohlausgearbeitete Rede von der Buchdruckerkunst, als einer Hochedlen Gabe GOttes, die dem menschlichen Geschlecht un- ermäßlichen Nluyen schasset, der teutschen Nation aber zum höchsten Ruhm gereichet. Nach geendigter Rede wurde eine Schlußaria musiciret, und sodann führten die Marschalle die sämmtlichen Herren Professores, woran sich die Buchdruckerherren cmhimgen, in die Concilienstube, woselbst dieselbi- gen mit Confitüren und Wein nach Möglichkeit bewirthet wurden. Und so weit gieng die öffentliche Feyer dieses Jubelfestes auf Veranstaltung der hohen Schule zu Halle. Hierbey liessen es aber die öfters gedachten Buchdruckerherren nicht bewenden, sondern sie begierigen diesen Festtag unter sich selbst mit vom Jubelfest 1740. 187 mir Christlicher Andacht und Dancksagung. Die beyden darauf folgenden Tage verfügten sie sich nebst ihren Familien und Angehörigen zusammen, und genossen in stiller Freude und Ergötzlichkeit der vorhandenen Gaben GOttes. Sie suchten auch durch allerhand Gedichte das Andencken der Jubelftyer zu verewigen. Dahin gehören nun vornehmlich: 1) Die Dancksagungsode. an den allerdurchl. König von Preußen Friedrich ll. welche von den Uni- versitatsbuchdruckern / .Johann Friedrich, I»' hann Christian, und 'Johann Heinrich Gru- nerten, ingleichen von Johann Justin Genauern überreicht wurde; 2) Die von dem Universitatsbuch- drucker Christian L.udrvig Gymphern herausgegebene teutsche Ode von dem göttlichen der Äuch- druckerey; z) Das von denen sämmtlichen Kunstverwandten in des Herrn Johann Christian Hilli- gers Officin aufgerichtete Denckmahl göttlicher Güte; 4) Das erneuerte L.ob der edlen Buch- druckerlinnst von denen sämmtlichen Kunstverwandten in Herrn Johann Heinrich Grunerts Officin; 5) Endlich das Ieftyerce dritte Jubiläum der edelsten Zuchdrucr'erkunst von denen in Herrn Johann.Justin Gebauers Officin stehenden Kunstverwandten , in gebundener Schreibart. Den Beschluß dieser Jubelanstalten machten die eingelauffe- nen gelehrten Ehrenschriften der Herren Prvfessorun» und anderer Gelehrten. Endlich hat man auch noch den 2?. Jul. auf dem Königl. Padagogio zu Glau- cha bey dem Sommerexamine einige junge Redner wohlgefttzte Reden zum Lob der Buchdruckerkunst halten lassen, welches man hernach am 26. Augusti eben daselbst noch einmal gethan har. Dieses Andencken i88 Lap. ZV. Ausführliche Nachricht nicht nur, sondern auch die dabey verfertigten Predigten/ Reden und Gedichte trift man in dem öffentlichen Jubelzeugniß von Halle zusammen gedruckt an, wovon ich oben bereits ein paar Worte geredet habe p. 65. Hannover. Der berühmte Herr Director zu Hannover, Herr Johann L.ubolph Sünemann, hat das dritte Jubelfest der Buchdruckllkunst durch eine öffentliche Rsdnerübung ebenfalls begangen. Es beliebte ihm den 10. May 174O. zu dieser Feyer auszusetzen, wor- zu er mit einer wohlgerathenen Schrift einluv. Hierinnen hat er ein alphabetisches Verzeichniß von denjenigen Büchern geliefert, welche von der Buchdruckerkunst handeln. Sechszehen muntere Musensöhne liefen sich zum Lob der Buchdruckerkunst mit Beyfall hören Siehe Sünemanns llotitigm Lcri- pwrum Ktliwkum srczue ineditorum, srrem t^xo- grspkicam illuttrsmium, W0V0N ich auch oben p» ss. geredet habe. Jena. Am Sonntage als den r7.'Julii 174s. wurde von dem Herrn Consistorialrath Mönch die Predigt zwar über das ordentliche Evangelium gehalten; Dabey aber der Seegen, den GOtt der HErr der Christenheit durch Schenckung der edlen Buchdruckerkunst mitgetheilet hätte, gar gelehrt und erbaulich vorgestellt; Wie nemlich dieselbe bey der Reformation Luthsri, durch den allgemeinen Bibeldruck, höchst nutzbar gewesen wäre. Eben vom Jubelfest 1740. 189 Eben diesem Sonnrag wurde auch die gelehrte und mit vielen historischen Anmerckungen gezierte lateinische Schrift von zwey Bogen in Folio an das schwartze Bret geschlagen und in der Kirche ausgetheilet, mit welcher die gesammten Musen den 10. darauf um 10. Uhr in die Paulinerkirche zu Anhörung einer dieserwegen verordneten Rede eingeladen wurden. Montags als den ,8- Jul. früh um 7. Uhr wurden 8- Personen, welche die Buchdruckerkunst, der löblichen Gewohnheit nach ehrlich und redlich erlernet hatten, auf ihr vorhcr geschehenes Anhalten, nachdem ihnen an denen gewöhnlichen Kosten von ermeldter Gesellschaft ein danckenswürdiger Erlaß geschehen, auf eine! Kunstgebräuchliche Weise zu Mitgliedern rechtschaffener Kunstverwandten ihres Ordens aufgenommen. Um 8. Uhr hörte man von dem Thurm der Hauptkirche zu St. Michaelis, durchdie grosse Glocke, denen gesammten Einwohnern das Jubelfest anzeigen, welcher nach Verfließung einiger Zelt das gantze Geläute zu Hülffe kam. Hierauf versammleten sich um 10. Uhr der Herr Prorector Gorclieb Grolle, nebst dem gesammten hochlöblichen Senstu Acade- mico in der Consistorialstube des Academischen Colle- gii; Die übrigen Herren Doctores in dem Audi- torio juridico und der gesammte Buchdruckerorden, davon die Herren alle in schwartzer Kleidung erschienen, in dem Auditorio philosophico. Gegen 1». Uhr nahm die Proceßion ihren Anfang, das Corpus Academicum wurde durch den Hochfürstl. Sächs. Hofadvocaten und AcademischenSecretarium Herrn Francken, mit einem in Händen habenden Marschallsstab, von welchem rothes Band herab hiengc, der i9o Cap. IV. Ausführliche Nachricht der Orden der Buchdrucker aber, durch den Äcademi- schen Provisionsverwalter Herrn Fairen ebenfalls durch einem mit Silber beschlagenen Marschallsstab, an welchem ein grünes Band zu c>o. Menschen bestehenden Zuschauer, und den daher gewiß zu vermuthenden ohnavwandigen Gedränge gieng die Proceßion über den Collegenhof durch da- sige Kirchenthüre Dcanf wurde unter Trompeten und Paucken- schall, Orgel und andern Instrumenten, die Solen- nitar in der Collegenkirche eröffnet, und die darzu verfertigte Cantata vernemlich abgesungen, so ebenfalls nnc Trompeten und Paucken auch vielen andern musicalischen Jnstrummcen verherrlicher wurde. Damit nun diese desto besser vernommen werden konnte, so wuroe solche abgedruckt, an die Proceßion ordentlich ausgetheilet, hernach aber auch an die in grosser Menge bey diesem Actu Oratorio erschienene Herren Studenten häufig ausgegeben. Nach Endigung des ersten Theils der Cantata erschien Herr Johann Christian Stock, Philos. und Med Doct. wie auch bey dieser Hochlöblichen Academie P. P. auf dem Catheder, und hielte daselbst die von gedachten Orden der Buchdrucker ausgebetene Rede, mit vielem Beyfall derer Anwesenden, in teutscher Sprache. Worauf der übrige Theil der Cantata den Schluß machte. Nach deren Cndigung traten die Herren Marschalle wiederum hervor, und führten beyderseits Corpora, nicht, wie Eingangs gedacht, durch die kleinere, sondern durch die grosse Kirchthüre hinaus. Untcr- wegens wurde in die, für das Armuth aufgesetzte Bs- vom Jubelfest 1740. 191 Becken ein Christliches Allmosen eingeleget. Die Proceßion geschahe also über die Gasse wiederum in das Auditorium philosophicum, allwo obgedachteö Corpus Academicum, und zwar ein jeder ins besondere, bey denen Buchdrucker Herren, darunter denn auch sämmtliche Kunsiverwandten verstanden wurden, ihre wohlgemeynten Glückwünschungen able- geten , welche durch den Herrn Senioren, der dasi- gen Buchdruckergesellschaft, Johann Bernhard Hellern, Not. Publ. Cas. und übrige anwesende Buckdruckerherren, nemlich Herrn Christoph David XVvrrhern, Fürstl. Sächs, privil. Hofbuchdr. Herrn Johann Friedrich Rittern Not Publ. Cas^ Herrn perer Fickelschern, F S Hofbuchdr. Herrn Christian Frany Buchen, Herrn Johann Vo!ck- mar tNarggeafen, Herrn Johann tNichael Horn d Z. Vorsteher, Herrn Johann Christoph Crö« ckern, und Herrn Johann Friedrich Gchillen so viel in der Kürtze möglich war, mit unterthanig und schuldigem Danck erwiedert wurden; Zu desto mehrerer Bestückung, und Bezeugung inrer Devotion aber wurde sogleich, das von dem Seniore ge« dachter Gesellschaft, darzu schon verfertigte und be- »eit gehaltene Dancksagungsschreiben mit gebührender Ehrerbietung überreichet. Ob nun wohl hierauf der Herr Marschall des mehrgedachten Buchdruckerordens dieselbigen über die Gassen nach dem erwählten Speiseort führen wölke, so wurds doch belieber, daß sich nun ein jeder ins besondere nach Hause verfügen und vor 2. Uhr an bestimmten Ort bey der Mahlzeit emfinden mögte, welches auch geschahe. Wor- i92 C1.FlottweU den obern Katheder öfnete, welcher alsdenn das göttliche der ^druckerkunst, in Gegenwart der Königl. Generalität, Regierung und einer ungemein grosen Versammlung von allen ^o.le^is in einer teutschen Rede ausführte. Nach vollendetem ^Ku fuhren die anwesenden Generalspersvnen, Königl. Staatsmi- nistri, ^e^gtus ^c^ciemicu« und die von allen Lol- dazu erlesene Gaste, in das Hauß des Hof- und Zicad. Buchdruckers und geruheten ein Mittagsmahl allda einzunehmen. Die sämmtlichen Kunstver- wandien aber wurden in einem benachbarten Hause gleichfalls bewirthet. Gegen 5. Uhr wurden die an dem Hause veranstalteten Jlluminationes angezündet, wobey sich die auf den beyden Seiten der Illumination gestellte zwey Chöre Paucken und Trompeten Wechselsweise beständig hören liessen. Gegen 8. Uhr bezeigten die dasige Studirende mit einer öffentlichen Serenate dem Wirth dieses Jubelfestes ihre Beyfreude und liessen ein auf dem Pregel veran- staltetes Feuerwerck abbrennen. Den folgenden Donnerstag wurde eine zahlreiche Versammlung beyderley Geschlechts mit allerhand unschuldigen Veo gvügen biß an den Morgen unterhalten, wobey die Illumination abermals brannte,denTagdaraufmach- re eine Mahlzeit der gantzen Jubelfreude den Schluß, N z wel- i?8_ Cap. 1^. Ausführliche Nachricht welche in demHause der Buchdruckerey einigen Armen und aus dem Hospital gegeben ward, die man hernach mit Auscheüung geistlicher Bücher und einigen Allmosen entließ. Sonder Zweifel w? rden bey dieser Gelegenheit allerhand Schriften und Gedichte zum Vorschein gekommen seyn, welche aber deßwegen vielleicht nicht zu uns gekommen, weil sie nur eintzeln und nicht zusammen gedruckt sind. Ein wohlgerathenes Stück ist mir davon in die Hände gerathen. Es ist selbiges eine vortrefliche Ode, welche der Herr Prof. Johann Christoph Gottsched, zu Leipzig, Königsberg zu Ehren verfertiget hat, Leipzig, von i z. Bogen in 4. Lauban. Das Andencken der vor drey hundert Jahren erfundenen Buchdruckerkunst wurde daselbst folgender massen gefeyert Herr M. Johann Christoph Traurmann, der dritte Lehrer bey der dasigen Schule, hielt den 25 April 174^- einen Actum oratorium von der Buchdruckerey, und lud darzu die Gelehrten durch ein wohlgesetztes lateinisches Programm« ein, in welchem er efi.l-enre handelte. Her? KI.Gude p.p. erwehnte am Feste Trinitatis die Wohlthaten , die GOtt durch die Buchdruckerey erwiesen, welches auch Herr M Gude, derjüngere, nachmittags in der Creutzkirche that. Den 14. Jun. Dienstags darauf wurde vom Rathsthurm um ic>. Uhr unrer Trompeten und Pauckenschall das Danck und Loblied: L.ober GGrc unsern Herren, musiciret. Nachmals erschienen die ven dem jetzigen Buchdrucker , Herrn Nicol^us Schillen, zu einem Gaftinahl vom ?ubelfei? 1740. 199 eingeladene Gäste, bey welcher Mahlzeit eine von dem Herrn Dicectore Mufices neu aufgesetzte und com- ponirre Cantata abgesungen wurde. Drey bißher. der Buchdruckerkunst Beflissene verschenckten bey dieser Gelegenheit ikr Postulat daselbsten, wovon zwey bey Herrn Schilpn diese Kunst rechtmäßig erlernet harten. S- ^poZra^ti. I^u5sr. lurier. 84. iec^. Leipzig. Was Beyspiel des vor hundert Jahren allhier ge- feyerten Jubelfestes ermunterte die jetzigen Buchdruckerherren, daß sie sämmtlich beschlossen das i74v.Jahe ohne danckbahre Erinnerung nicht vorbey gehen zu lassen. Vor allen Dingen bemühten sie sich von E. Hochedlen und Hochweisen Rath Erlaubniß darzu zu erhalten , welche ihnen auch hochgeneigt zugestanden wurde. Der Anfang hierzu wurde am St. Johannistage gemacht, Jhro Hochw. der Herr Superintendent D Salomon Deyling erwehnten die- ser Wohlthat in der Amtspredigt früh zu St. Nico- lai so gelehrt, als erbaulich. Diesem lölichen Beyspiel folgte auch der hochgelehrte Herr D. Lhrijiiatt ZVeift in der Vesperpredigt zu St. Nicolai, Der Herr D Romanus Teller handeite.in der Frühpredigt zu St. Thomas den moralischen Lehrsatz ab: freuet euch mit den fröhlichen. Herr M Carl Friedrich p?zoldc, Oberdiaconus an der neuen Kirche, prieß in der FrüKpredigt der Gemeine die Erfindung der Buchdruckerkunst als eine besondere Wohlthat zum Lode GQttes an; Und Herr M. Johann Paul R-zm, Prediger zu St. Petri/ ermunterte am ll. N 4 Sonn- 2so Cap IV. Ausführliche Nacheicht Sonntag pvst "I>imr. die Gemeine zu einer Danck- bahrkeit. Zu der eigentlichen Feyer aber war der 27. Iun. bestimmt. Hiezu lud der Herr Decanus der philosophischen Facultät,HerrProf.»jriedrich Meny, mit einer gelehrten lateinischen Schrift von zwey Bogen ein, worinnen er von der Erfindung, und Ausbreitung der Buchdruckerkunst überhaupt, insonderheit allhier zu Leipzig gründlich handelte. Als nun der Tag selbsten anbrach, so versammleten sich die Vatee und Mitglieder dieser hohen Schule m die Nationalstube, von dar sie sich alsdenn in das mit rothen Tuch bekleidete ^ucliwrium kküolöpkicum begaben, und ihre gehörige Platze einnahmen. Gleich vor dem Ca- theder waren denen Buchdruckerherren Platze angewiesen. Trompeten und Paucken liesen sich sogleich beym Eintritt des Herrn Rectoris Magnifici, Herrn Prof. Johann iLrhard Rappens hören. Alsdenn wurde eine vom Herrn Görnern, der löblichen Universität Musikdirectorn, künstlich gesetzte Cantata mu- siciret. Nach geendigter Musik hielt der Hochgelehrte Herr Professor Johann Christoph Gottsched eine ausbündig schöne Lob - und Gedächtnißrede auf die Erfindung der Buchdruckcrkunst, in teutscher Sprache, in zahlreicher Versammlung mit grosem Beyfall, worauf der Schluß mit einer Musik .qemachet wurde. An eben diesem Tag gaben diege- sammten Buchdruckerherren im Ranstadter Schießgraben ein Gastmahl, welchem der Herr Rector Magnificus, unterschiedliche von den Herren Pro- fessoribus, einige vornehme des Raths und die meisten Herren Buchhändler beygewohnet haben. Die grose Anzahl der Kunstverwandten nöthigte selbige, daß sie sich bey einem angestellten Gastmahl in zwey Theile vom Jubelfest l74«. 20! Theile theilten Der gröste Theil vergnügte sich auf dem grosen Schelhaferischen Saal, allwo auf Besorgung des damaligen Beysitzers der Gesellen Herrn - Rumx ftns nicht nur ein ansehnliches Mahl von einig >n Gelehrten und den Kunstgliedern genossen,sondern auch GOtt mit Singung geistlicher Lieder durch Beystand einiger Thomasschuler gedancket wurde. Über der Tafel wurden die Gesundheiten unter Trom- peten-und Pauckenschall getruucken. Nach aufgehobener Tafel belustigte man sich bis um ro. Uhr mit allerhand erlaubten Ergötzlichkeiten in größter Freude und Einigkeit Des folgenden Tages, am 28. Iul. setzten die meisten Buchdruckerherren diese Jubelfreude fort, indem sie sich mit ihren vornehmen Gönnern, Freunden und Kunstgliedern in ihren Behausungen ergötzten, und die von GOtt bescherten Gaben mit Danck und Freude verzehrten, und zugleich an die Arme-' allerhand Bücher austheilten. Auch der dritte Tag wurde noch mit lauter Zufriedenheit in Vergnügen zugebracht. Auser diesen Freudenbezeigungen haben auch die sämmtlichen Buchdrucker zum Anden- cken dieser Jubelfreude bey dem Stempelschneider Rochm in Gotha eine Gedächtnißmüntze verfertigen lassen. Die erste Seite ist der Erfindung der Buchdruckerkunst gewiedmet, und stellet eine Muse vor, welcher ein Genius ein solches zu erst gedrucktes Buch zeiget, die Aufschrift ist: U0V^8 Mika- Kll-Vtt ^Ki-e8. Im Abschnitt stehen die Worte: I?LI.tX LLKWÜttl^C. . ittccLcxi.. Die andere Seite ist dieser Ge- dachtnißfeyer insbesondere eigen. Man sieht die , Buchdruckerkunst in Gestalt einer Weibsperson zwi- ^ schen der Presse und dem Schriftkasten, welche in N 5 der 2O2 Lap. VI. Ausführliche z^lachdiche der einen Hand die Druckerballen, in Verändernden Winckeihacken hält. Oben ließt man: 8?C8. 0. biML^lV^. ^V8I8. den Nutzen anzuzeigen, welchen die Buchdruckerey der Gelehrsamkeit zu wegs gebracht hat; Unten aber stehet: ^llttO '1 ^e^Q^^pttl^L 86.CLVI.^Kl l'KK- l'j 0 l^j l) L c X Q. In Kupfer gestochen kan man selbige in dem gepriesenen Andencken von iLrstn- dung der Suchdruckerkunst zu Leipzigs als eine Ansangsleiste, und auf meiner r-zd. V!. n. 4. sehen. Jedoch hiemir war dieses Jubelgedächtniß noch nicht zu Etwe, sondern der HerrRecror an derThomas- schule Johann August Ernesti stellte am 25. September eine Rednerübung an, dadeyzwey Schüler wiver die Buchdruckerkunst allerhand erinnern, zwey aber selbige vertheidigen musten. Hiezu lud er mit einer gelehrten Schrift von zwey Bogen ein , darinnen er untersuchte : welchen Wissenschaften die Buchdruckerkunst, und wie sie ihnen nutzte. Die dabey häufig eingelaufenen Glückwünschungs- schreiben in hebräischer, griechischer,, lateinischer, italiänischer, englischer und teutscher Sprache sind hernach alle zusammen, mgleichen die Auszüge aus den Predigten, die Cantata, die Jubelrede, und eine Reve zur Vertheidigung der Buchdruckerkunst in der vertrauten teutschen Rednergesellschafr in Leipzig von M- Johann Friedrich Mayen gehalten, in dem gepriesenen Andencken von Lrstndung der Such- dxuckerey in Leipzig gedruckt worden. Londen. Auch in Engelland hat man an die Jubelfeyer der Buch- vom Jubelfest 174c,. 20z Bu^uruckerkunst gedacht. Die Nachricht davon schreibt sich vom 19, Febr 1740. Da sich die Buchdrucker zu Londen die Mühe gegeben haben sollen eine Druckelpresse bey der größten Kalte aufdem gefrohr- nen Thenistfluß mit grosen So!ennitäten aufzuschlagen, um ihr drey hundertjähriges Jubiläum feyerlich Zu begehen. Es sollen auch ausserdem drey öffentliche Predigten und eine Akademische Rede zum An- dencken gehalten worden seyn, und die sämmtlichen Künstverwandten hatten aikrhand Freudenbezeu-» gungen deßwegen an Tag gelegt. Lüneburg. Von dieser Stadt habe ich ein Gedichts von zwey Bogen in Folio in Handen, welches die Überschrift führt: l^pc^lg^Keuln l^iiuedurAensc iulzlisns. Als durch des Höchsten Güte das Jubelfest der erfundenen Bnchdruckerkunst zum dritten mahl den 2q Jun. 1740. in Teutschlanv feyerlich begangen wurde, wollte dasselbe auch hierdurch am bemeldten Tag erneuern und zugleich ihren Hochgeschätzten Buchdruckerherrn, dem wohlgebohrnen, Hochweisen, und Hochgelahrten Herrn, Herrn Cornelio Iohann von St?rn, Hochbetrauten tvenatori und Präcori, wie auch Hochansehnlichen Soht-unv Sülfmsister der löbl. Stadt Lüneburg, dazu schuidigstundgehorsamst Glück und alles Wohlergehen anwünschen die sämmtliche Gesellschaft der Sternischen Buchdruckerey. So viel sieht man also hieraus daß man in Lüneburg das Zu« helfest gefeycrt habe, wie aber diese Feyer eingerichtet gewesen ist mir noch unbekannt. Men- z IV. Ausführliche Machrichc Mengeringöhausen. Am 24. Jun. 1740. ist das Jubiläum der vor zoo. Iahren erfundenen edlen Buchdruckerkunst so wohl in der Stadtkirche, als in der Behausung des Hoch- fürstl. Waldeckischen Hof-und Negierungsbuchdru- ckers Herrn Ronerrs, in Gegenwart vieler vornehmen und gelehrten Personen feyerlich begangen, und dabey nebst einer wohlgesetzten Rede, die der Herr Pastor Diesmann gehalten, das 1 e Deum tsucls- mus musikalisch abgesungen worden. Nürnberg. Zu der Begehung des Jubelfestes in Nürnberg wurde der 14. Jul. 1742 angesetzet/ unddasAugu- ftinerkloster darzu erwehlet. Tages vorher als am ^r z. Jul> wurden alle hohe Gönner und Liebhaber der Buchdruckerkunst von dem Herrn Nector )ohanu Paul Rödern zu dieser Feyer in einer teutschen Schrift von zwey Bogen eingeladen. Es erschienen demnach an bestimmten Tag von allen Ständen Hohen, Gelehrten und Bürgern eine grose Anzahl in dem Saal des Auguftinerklosters. Der Anfang dieses Jubiläi wurde nach 9. Uhr mit einer schönen Musik des ersten Stückes voll der dazu verfertigten Cantata unter Trompeten - und Pauckenschall gemacht. Nach diesem gieng die teutsche Jubelrede des Herrn Rectors an und mitten in derselbigen traten einige von den Gymnasiasten aufund hielten kleine Reden, Gedichte, und Unrerrednngen von der Buchdruckerkunst, derselben Erfindung, Fortpfiantzung und Beschaffenheit. Man höcte sieben und dreyßig dergleichen Redners welche V vom Jubelfest 174V. 2O5 welche alle aus dem bey St. Egidien blühenden Gy- wnasio, und zum Theil von den vornehmsten änlichen Familien genommen waren. Nachdem diese ihrem Amt ein Genügen geleistet, so setzte der Herr Rector seine unterbrochne Rede fort, da er den gro- ftn Nutzen der Buchdruckerey nicht nur vor Teutschland überhaupt, sondern auch ins besondere für Nürnberg , auf das beweglichste vorstellte. Hierauf hörte man wieder eine angenehme Musik und zuletzt: Sey K.ob und Preist mit Ehren ?c. wowir der gantze Actus beschlossen wurde. Wie nun diese Bemühung, die über drey Stunden gedauert, sehr gnädig aufgenommen worden, so haben ins besondere des Herrn Kirchenpflegers Wohlgebohrn und Gnaden allen und jeden Gymnasiasten, die den Actum mit gehalten, das sonderbahre Glück wiederfahren lassen, daß sie dieselben mit einer Gedächtnißmüntze zum Andencken des gehaltenen Jubelfestes, welche sich auf meiner l'stz.lV. n. 2. befindet, beschicket. Nachmittaghat gedachtes Buchdruckercollegium bey einem angestellten Convivio die Ehre gehabt, daß es die Herren Cu- ratorcs bey der Tafel bedienen und andere vornehme Gaste bewirthen konnte / welchen es nicht nur mit angenehmen Speisen, sondern auch mit schöner Mufi? ein Vergnügen zu machen gesuchet hat. Hiemit war nun die Gedachtnißfeyer geendiget. Es hat aber der Herr Conrector bey der Schule zum Heil- Geist Johann Heinrich Deümel den 4. August bey einer angestellten Nednerübung ebenfalls zu Ehren der Buch» druckerkunst einige Redner auftreten lassen. Endlich muß ich noch'eine Beschreibung der Gedächt- nißmüntzen beyfügen, welche zu Nürnberg auf das dritte 2Q6 Cap. IV. Ausführliche!7lachr»cht dritte Buchdruckerjubilaum geschlagen worden sind. Es sind aber folgende zum Vorschein gekommen. I. Die erste Seite von dieser Gedächtnißmüntze stellet uns eine Buchdruckerpresse vor/ neben welcher zwey Genii, oder sogenannte Huldgötter stehen; Davon der eine den ÄZinckelhacken, den die Setzer zu gebrauchen pflegen, in der Hand führet, der an- nere aber die Druckerballen aufeinander hält. Über der Presse schwebet die Fama mit einer Posaune, welche den Ruhm von dieser Kunst nnd ihren Erfindern ausbreitet, mit der lincken Hand aber einen grossen Zertul vorzeiget, auf welchen sich die folgenden Nahmen befinden: 1) , das ist, Johann Guttenberg, oder sonst Genßefleisch zugenahmet, von Mayntz gebürtig, welchem nach den ältesten und bewehrtesten Zeugnissen die Erfindung mit eintzeln und beweglichen Buchstaben zu drucken vor andern zugeschrieben wird. 2) /^?//?7//i das ist, Johann Zaust, von Mayntz gebürtig, der daselbst als ein wohlhabender Mann zu Erfindung und Einrichtung der Buchdruckerkunst vieles beygetragen hat. z) L^F^-. das ist, Peter Schaffer aus Gerns- heim, wescher auch in Mayntz gelebt, und durch die aus Metall gegoßnen Buchstaben und sogenannte Matrices die Vollkommenheit der edlen Kunst gar sehr befördert. 4", das ist, Johann Mentelt'n, ein Srraßbm'ger, welcher zeitlich in Straßburg Bücher ge- vom Jubelfest ! 740. 257 gedruckt und von einigen vor den Erfinder dieser Kunst gehalten wird. Es ist aber biß daco die Bibel, als das älteste unter seinen Nahmen im Jahr 1466. gedruckte Buch bekannt worden. 5) ^/o?7io«^»^, oder Johann Müller, von Königsberg aus Francken, gebürtig, ein vortrefflicher Mathemctticus / welcher eine Zeitlang durch Vorschub Bernhard VOalchers, eines wohlhabenden Bürgers zu Nürnberg eine eigne Buchdruckerey gehabt, und zuerst in Teutschland ein und andre Bücher mit schönen Römischen Characteribus gedrucket. Über die bisher beschriebene Figuren stehet eine Überschrift mit folgenden lateinischen Worten: LMMLIO LOI^KI'Iä LLKKläXOKVKl. das ist: Durch GGttes Güre und der Teutschen rviy. Anzuzeigen / daß die Erfindung der Buchdruckerkunst zuvörderst dem allweisen und allgürigen GOtt, der solche Wohlthat diesen Zeiten aufgesvahrer, und der Teutschen Witz und Geschicklichkeit mit Danck zuzuschreiben sey: Weil alle Scribenten von den ersten Zeiten der Erfindung solche den Teutschen ohne jemandes Widerspruch zugeeignet haben. Im Abschnitte stehen diese Worte und Zahlen: LLLVl^KIS. cio i? xxxx. das ist: Das dee^hundertjäyrige Gsdächtm'ß im Jahr 1740. All 208 Cap. IV. Ausführliche Nachriche Auf der andern Seite dieser Müntze zeiget sich ein Lorbeercrantz, als ein Ehrenzeichen guter Künste und Wissenschafften, in welchen fünff Wappen gleichsam eingeflochten sind. Zu overst stehet das Wappen des Heil. Röm. Reichs freyen Stavt Nürnberg. Denn wie solche von vielen hundert Jahren eine gütige Mutter und Erhalterin der schönen Künste und Wissenschaften gewesen; so hat sie auch gar bald und zeitlich die ueu erfundene Buchdruckerkunst auf-uud angenommen und zu derselben Beförderung und Besserung nicht wenig beygetragen. Hierauf folgen die vier Wappen der jetzigen Hochansehnlichen Herren cVKKI'OKVN 6Ll L/^LK4C 6 l^l^l-e- KüNl/VL, dasist: der Vorgesetzten über geistliche und gelehrte Sachen, als: Herrn Hieronymi XVilhelm Ebtters von iLschenbach, u. a. m. Herrn Adam Rudolph Geuders von Heroldsberg und Grein :c Herrn Georg Crhistoph Volckamers vott Rirchflrrenbach:c. Herrn Surchard Sigmund Holyschuhers von Aschbach und Harrlach?c. Innerhalb des Lorbeercrantzes sind folgende Worte zu lesen: vLO oei'i^o ^^xii^o 08 Lx^exicivivl 'I^?06KK?NIKL ^ rum icrum l^izi-um <Ä lurersr-igi-um mit darüber gesetzten Nahmens Buchstaben vor ;Deren Erfahrung in der ersten Gedachtnismüntze gegeben worden. Auf der andern Seite findet sich folgende Schrift: T-vxi ^VKNKM VL8 in ivni^. xe8i^ 80 VIL VIII VKVcK^KH^M m ^V^3I^I<(? c?^5^^Lk.i' tt^lj^^ 174^ Rings umher sind an Bandern auf Schildlein ? die verzogenen Nahmen der erwehnten 8. Drucke- reyen j Nemlich Johann Andreas Endrers seel. Erben, Georg Chriftopb L,ochn»r, Buchhändler Und Drucker, L.oreny Bi^ling, tNicbaet Zrriold> Frany Ronnqott, paulIonachaN F-lstct'er/ Johann Heinrich Gottfried Äieling/ ÄdelbUlNeli- schö SI2 Ctlchiö, nunmehro sehen kan; und letzteres ist auch so gleich, aus hohen Obrigkeitlichen Befehl in denen Predigten ausnehmend fürgetragen und ermnertwor- den. Den 29- ejusd. begaben sich bemeldte in Herrn Memmels Offtcin befinvende Kunstverwandte in Kutschen in das dasige Wirthshauß zur güldenen Crone, da denn bey eines jedm Ankunfft Trompeten und Paucken zum Fenster heraus gehöret wurden. Hierauf nahmen lelbige einen Actum DepojitioniS vor; Da man dann vor der Prologie und nach der Epiiogie eine trefllche Musik, von des hiesigen und berühmten Herrn Christoph Stoltzenbergs Coinposition, hörete, und den Text hicrzu Wordenen Anwesenden auslheilere. In der Prologie, welche Heim-. Gottfried Zunckel, Lips. Misn undTypogr. Smv. car- minice hielte, wuwe hauptsachlich von dem Jubelfest Erwehnung gethan. Wie dieser Actus, welcherbey drey Stunden gedauert, geendiget war, wurde gespeist/ und waren ^0. Personen bey der Tasel, und jede.n von denenselben wurden die 14. Bogen Car- mina überreicher, alle Gesundheitstrüncke mir Trom- peten-und Pauckenschall begleitet, und die Mahlzeit endlich mit dem Lied: Sey L.ob und Lhx dem höch^en Gur :c. mit Einstimmung der fürtceflichsten Musik, beschlossen. Nach geendigter Tafel eröffnete man einen Ball, und ergötzte sich also, unter bestandigster amuuthigen Musik, bis Abends um 12. Uhr, da man denn die vöHge Lustbarkeit, mit Trompeten und Paucken, wie ste nehmlich war angefangen worden, in der schönsten Nüchtern-und Zufriedenheit endigte. O 4 2i6 Cap. IV. Ausführliche Nachricht Diejenigen sinnreichen und gelehrren Einfalle bey denen bemeldten 14. Bogen sind von folgenden enl- worffen, und zum Theil auch aus Liebe zur edlen Kunst folgender Gestalt verfertiger worden; Als nehmlich im Nahmen des Herrn tNennnels, und dessen in Kupfer gestochenen Stammbaums zu Folge / auf welchem die Nahmen der meisten von Anno 1490. biß Hieher gelebt und noch lebenden Buchdrucker m sehen, hat der dasige und s hr berühmte Herr M. Christoph Zlppel, Gymn. Poet. Rett, zwey Bogen, unter dem Tilul: Negenspurgisches Denckmahl / welches der edlen Buchdruckerkunst zu schuldigsten Ehren in ihrem dritten Jubeiiahr, den 24. Jun. 1740. mit denen in seiner Officin beschäftigten Kunstverwandten bey der besonders angestellten Jubelfeyer aufgerichtet Johann Caspar tNemmel, zc. unvergleichlich ausgeführet; Diesen Stammbaum habe ich auf meiner Tab. VII, nachstechen lassen. Ferner gab ebenfalls seine Freude über gegenwärtiges Fest in zwey Bogen zu erkennen, deren Titul: Da GOttes Gütigkeit das dritte Jubelfest der Kunst Buchdruckerey vergnügt uns feyren last; so will von solcher Kunü ein Mitglied hier nicht schweigen, vielmehr durch dieses Blat sich gleichfalls froh erzeigen, Heinr Goecfc. ZuncM, Lips. Misn. und Tyvogra- phiä Stud. und ließ hierzu zwey saubere Kupferstiche verfertigen; deren erster den Guccenberg, mit folgenden ChronostichiS: nVnL rVs eX lriVentlttne sr- rli, r^po^l'3oK!LT LVl^roi-es liZtl^donenies lel^per t^orebVnr; lincker Hand; und rechter Hand: In LsVUeXj loznals LVcrenber^Il, InVenwrls gr^8 typoZi-spntLW, L elV8tertIl lVlzIl.Nl; Derande- re aber den ersten ^ Regenspurgischen Buchdrucker, vom Jubelfest 1740 217 Iacobum von Gouda, mit diesem Chronosticho: l^t^ eXillenre pl-I.VW fl^orVir ci^srVlrqVe r^pn- L '^-'g in i-epVKl^lLg KstlsIzoneliZl; vorstellete« Das Thema zu seiner Poesie war:, Nominem vulrus, ncm nomen,sormsczue. Vil'tus Ingenium potius, nodüis sr8ciue 5scit. Wiederum entwarft im Nahmen Michael Mey« «er», und Johann Martin Äppolrs, Xonmber- ^enl^ A ^i r. j '/o- L.l'. Cu!r. eine gewisse Hand durch 2. Bogen unvergleichlich seine Gedancken, und stellet« ttl^/;^!^ 1"r?0LKü!'»!L/V vor; Desgleichen that auch Herr Rropffgans, 88.' l'lie. I. Lsnä. im Nahmen Paul Conrad -^elde, KseinunAcnl' ^ /^rr. ^ypoZ^. Lulr. in einem reinen und zierlich gesetzten Gedicht; i. Bogen. Ferner bewiest Herr N?ack, 88. l'KeoZ. Lsnll. im Nahmen Christoph Ernst Sreitfelds, ^o5epnttz6. 8.ix. K ^rr. ^i'yp« Ai-. culr. den Vorzug und Nutzen für allen andern Künsten, mit grosser Gelehrsamkeit; Bogen. Desgleichen zeigte sich Herr Hiemann, 88.I^eol. csnlZ. im Nahmen Johann Georg Voync rs, ^rr. Ivsic^i-gpli. c'ulr. gar vortreflich, daß die Bu u- ckerey'mit Recht der Künste Königin zu nennen y; 1. Bogen. So gab auch seine Gedancken von der Erfindung, Fortgang und vortrestichen Nutzen der edlen Buchdruckerkunst, mit wohl angebrachten Allegatiö visler berühmten Gelehrten nervös zu erkennen, Herr Heisch- mann, 88. IKeol. Lsncl. im Nahmen. Erhard O 5 Gmd--. 218 Cc-P. IV. Ausführliche Nachricht Gcadiers, ^lrcloittenlZ!, ürr. ^xp^L^pK. Lult. i. Bogen Wie auch Herr Egendter, 88. IKeol. csnä. im Nahmen, Friedrich Nachanael Satclers, ^wicksv. ^rr. 1 ^poFi-gpK. ( ulr, die Wundertha- ten GOtces zu erkennen, sich sehr wohl erklärte. Desgleichen sahe man ein PojwIal^Carmen für Johann XVi helm tNerckenbergern, Ksrj«.tilli. welches aus der Feder erst bemelvte'n Herrn Zip- pels geflossen; dessen Jnnhalt den fürrreflichen Nutzen der eolen Buchdruckerkunst in nettester Poesie und sinnreichen Einfallen zeiget, i. Bogen. Schlüßlich gratulirte auch Herr Johann Heinrich Gchrvesinger, L-mr, 8olislzgL. der tNemmeli» schen Officin zu ihrer angestellten Fubelfreude. i. Bogen. Die musicalischen Texte aber waren von Herrn Gchwary, lur. hierzu sehr fürtrefiich verfertiget, i. Bogen, Schulpforte. Der Hochgelehrte Herr Nector in dieser Fürsten- schnle bey Naumburg Friedrich Gotchitf Freyrag hat seine Freude über das dritte Buchdruckerjubi- läum ebenfalls durch ein geschicktes Programm« an den Tag geleget, welches ich bereits oben p. 86, angeführet habe. Straßburg. Gehorsam zo. Jan. 1740. hat man daselbst das Jubiläum begangen, auf eben die Weise wie vor hundert Jahren. Man hat nemlich drey Danck- predig- vom Iubelsi'si 1740. predigten und eine Academische Rede veranstaltet, welche zwar gedruckt, aber noch nicht bey uns eingelaufen sind. Wm. Mit obrigkeitlicher Vergünstigung wurde am Tage Barcholomai den 24. Augusti »740. durch Veranstaltung Herrn Christian Ulrich «Diners und Herrn denn der Herr Professor wiederum mir einer Erzeh- lung von den alresten Ausgaben der Bücher, welche zu Ulm gedruckt worden sind. Nach Vollendung dieser feyerlichen Handlung wurden einige Professo- res, gute Freunde und die sämmtlichen Kunstverwandten, wegen des Postulats, so Herr Christian Ulrich Wagner etliche Tage vorher verschencket,, mit einer Mahlzeit bewirthet. Die Kunstverwandten so bey Begehung des Jubilai in der wagnerischen Officin zugegen gewesen sind, waren folgende: Herr I. G. Eder, I. I- Friedrich, I. C. L.öfler,. - ). G. Harseim, Herr 2Zirnhauser und Herr Brückner. Alles, was hiebey vorgefallen, findet man in den Ulimschen gedruckten Iubelreden. Wernigeroda. Der dasige Hofbuchdrucker H»rr Michael Anton Struck wurde durch das Beyspiel seiner Brüder ermuntert am Tage Johannis 1740. in seiner Behausung das öfters genannte Buchdruckerjubiläum, nach erhaltener Erlaubniß ftyerlichst zu begehen. Er ersuchte also den Herrn Conrectov Joachim L.eo»chard Hermes eine Danck-und Jubelrede zu halten, welcher auch seine Bitte statt finden lassen. Herr Gcruck lud darzu alle Gönner und Freunde in einer teutschen Schrift von einem Bogen ein. Gegen 6. Uhr wurde hiemit der Anfang gemacht. Nach abgelegter Nede wurde eine angenehme Musikgehört, und eine besonders carzu ver- ftrtigteCantata abgesungen. So wohl an diesem/ als an vom Jubelfest 1740. 22 l an den zwey folgenden Tagen wurde eine wohlausge- dachte Illumination abgebrannt. Weymar. Der zugewandte Seegen so wohl, als die abgewendete Gefahr haben den Fürstl. privilegirten Hofbuchdrucker , Herrn Johann L.eonhard Mumba- chen und dessen Eyvam Herrn Heinrich Ludolph Glüstng, Factor, angetrieben, GOtt zum Preiß das dritte Jubiläum der Buchdruckerkunst feyerlich zu begehen. Sie haben derowegcn bey dem Hoch-- fürstl. Oberconsistorio daselbst darum geziehmenv Ansuchung gethan, aucherhaltm, daß vermöge eines Ncscripts die Amtspredigt am Johannisfest darauf eingerichtet werden sollte^ Diesem Nescript kam auch der Herr l). L.oreny Reinharde nach und hielt an» gedachten Johannistag eine gelehrte Jubelpredigr. Dieses Fest noch ansehnlicher zu machen, so wurds Herr Gottfried Rrast, von Erfurt!) bey angestellten Gastmahl zum Gesellen gemacht. Der berühmte Herr Rector kv!. Jacob Carpov hat den 27. Jun. darauf bey Gelegenheit des Geburthsfestes dee Durch! Fürstin und Fr. Fr. Sophien Charlotten Albertinen, Herzogin zu Sachsen:c, :c, zugleich auch der Buchdruckerkunst zu Ehren einige Reden halten lassen. Hiezu lud er mit einer gründlichen Schrift in teutscher Sprache ein, worinnen er eine Vergleichung der Kunst in der Erfindung des Schreibens und der Buchdruckerey anstellte Die Jubelpredigr, und einige Gedichte, ingleichen die Einla- vungsfchrift stehen in den Weymarischen Beytrag. Miß- 222 Cap. Ztusfübrllche Nachricht Wißmar. Von dieser Stadt ist so viel bekannt worden, daß man die Jubelfeyer daselbst den -8. April 1740. bey Gelegenheit eines Postulats und öffentlicher Deposi- tion feyerlich begangen habe. Den 21. daraufwur- de aus der Dnickerey unter Zincken, Posaunen und Trompeten das l'e Kelln, Isuctsmus, Und allein GGtt in der Höh sey Ehr:c. wie auch: Nun dancker alle GOce zc. GOtt zu Ehren, intonirt. Weiter ist mir nichts bekannt. Witttndetg. Als die Zeit herannahete, da man in den vorigeti Zeiten das Jubelfest feyerlich begangen hatte, so setzte sich auch die Witttnbergische Buchdruckergesell- schaft in Verfassung Dieses Fest öffentlich zu begehen. Der damalige Prapositus Fisci Herr Johann Christoph Tzschiedrich pflegte mit dem Nectore Ma- gnificv/ H^rrn Prof. Schröder»/ mit einem Hochedlen Rath, und mit Herrn M. Carl Giegniund -Henningen, Nach, wie diese Sache am besten anzufangen' Vor allen Dingen hielten sie davor, man müste bey Jhro König!. Maj. in Pohlen und Churfl. Durchl. zu Sachsen allerunterthanigste Ansuchung darum thun. Als sie nun ein genädigstes Gehör gefunden, so ersuchten sie Herrn Johann Andreas Boden, ?r< 5els ^miczuir. ?uKI. eine Rede zu übernehmen. Die Academie ersuchten sie den Herrn Hofrath von Berg?r dahin zu vermögen, daß et hiezu eine Einladungsschrift verfertigen mögte. Auch darinnen wurde ihnen gewiilfahret. Denn es wursö Nicht vom Jubelftst 5740. 22 z nicht nur an das schwartze Bret ein Patent ange, schlagen, sondern auch das Programma herum geschicket, und alle hohe Gönner und Gelehrten, zugleich aber auch E, Hochedler Rath eingeladen Nachdem sich nun nach z. Uhr am Johannistage der Gottesdienst geendiget hatte / so oersammleren sich die Professorcs, Docrores, Licentiaten und Geistlichen in der Universitäts Verwalterey, das Rathscolle- gium aber in das Auditorium Medicum. Nach einem kleinen Auffenthalt giengen sie in Corpore in das Auditorium Philofophicum, allwo das Corpus acade- micum seinen Platz zur rechten, das Rachscollegium aber nebst den Buchdruckerherren zur Üncken einnahm, da denn so gleich unter Trvmperen-undPauckenschail der Anfang mit einer Musikgemachet wurde. Hierauf trat der Herr Prof. Ioh.Andr Boden aufund hielt bey zahlreicher Versammlung eine gelehrte Gedächtnisrede, worinnen er ausführlich von den wahrhaften Ursprung und herrlichen Nutzen der Buchdruckerkunst handelte. Eine angenehme Musik machte alsdenn den Beschluß wiederum. Auf diese Weise war nun der Johannistag meistentheils zugebracht. Den 27. Jun. darauf kam man indem Kühnischen Hauß zusammen und verrichtete daselbst in Gegenwart vieler hohen und niedrigen Personen einen Actum Depositums. Diejenigen, so postulirer, waren folgende: Andreas Nilius, aus Posen, in Gwßpohlen, Johann Georg Holley, aus Wittenberg, Christian August Roberstein, aus Wittenberg, Johann GocclieK Tzscheuzler, aus Meffersdorf in Schlesien, Johann Christian Holley, aus Wittenberg, Samuel L.udervig Hanatter, aus Wittenberg, Und Iohann Gottfried Fischer, aus Leipzig Ehe die« ' ftr 224 Cap, IV. Ausführliche Scheiche ftr Actus noch vor sich gieng hielt Herr GpKr«nm Gottlob Eichsfeld, Academischer Buchdrucker, eine Jubelredö/ worinnen er Jhro Maj dem aller- durchl und großmächtigsten König in Pohlen und Churfl Durch!, zu Sachsen, E. Hochlöbl. Acade- mie, Hochedlen Rath, und überhaupt allen hohen Gönnern und Beförderern allerunterthänigsten und gehorsamsten Danck abgestattet hat, wegen der Erlaubniß und Beförderung ihrer Jubelfreude. Nach geschlossenem Actu wurde nach Vermögen ein Gastmahl gehalten. Über der Mahlzeit wurden zwey Gedichte überreichet, eines von Johann Friedrich Neunhöfer, der Weißheit Beflissenen, welcher das Göttliche in der Buchdruckerkunst betrachtete; Das andere von den sämmtlichen Ku^stverwandten m der Eichsfeldischen Officin. Und hiemit war diese Ju- velfreude beschlossen. Diese Nachricht so wohl, als eine Nachricht von den Wittenbergischen Buchdruckern stehet in Eichsfelds Relation vom Wittenbergischen Äuchdrucker/ubilao. Schluß dieses Capitels. Hiemit habe ich dir also, Geneigter L.estr, eine ausführliche Nachricht ertheilet, wie das Jubelfest 1740. an den meisten Orten in Teutschland begangen worden ist. Ich weiß zwar wohl, daß ich einige Städte übergangen habe- Es ist aber selbiges darum geschehen / weil ich von keiner Stadt reden wollen, von welcher ich ihre eigene Nachrichten nicht in Handen gehabt habe. Dem gemeinen Ruf zu trauen, war mir bedencklich ; Alle Nachrichten aber auf ein mal zu erlangen / war mir unmöglich, ob ich gleich keine Kosten und Mühe dahsvMehret Habs. Viel- vom Jubelfest 1740. 225 leicht erhalte ich noch einige Stücke, ehe ich schließe. Geschieht dieses / so soll ein Anhang diese Lücken er- gäntzen, welche ich aus Noth, und nicht aus Unwissenheit habe machen müssen. Die geschlagenen Ju- belmüntzen habe ich, so viel ich weiß, alle geliefert, und beschrieben. Eine ist noch übrig, die aber nicht würcklich geschlagen, sondern uur in Kupfer gestochen worden ist. Sie stehet aus dem Titelblat der pciAl-. lubiizlir. des Herrn Aeffers. Auf der einem Seite sitzet die Pallas mit einem Buch in der Hand. Von der Seite sieht man eine Druckerpresse und Schriftkasten hinter ihr aber einen Palmbaum; Auf der andern Seite ließt man die Worte - NäKDLK. I.. II. I.XVIII. 1^?06K. MO KtVI^OZ VOLl'OKVKl LLK.I?1^ VIKOKVKl eoi'VLK.K kKL^ll ^0^l eoiVLKL k^LM. Ausserdem haben sich die Herren Buchdrucker, welche bey Gelegenheit des Jubelfestes etwas gedrucket haben, auch darinnen ein Andencken zu stiften gesucht/ daß sie allerhand wohlausgedachte Kupferstiche und Anfangsleisten darzu verfertigen lassen, welchs sich vornemlich auf das Jubiläum beziehen. P V. Ccu 226 Cap. V. Fortgesetzte Nachrlcke V. Kapitel. Fortgesetzte Nachricht von ewigen Buchdruckern sowohl in-alö ausserhalb Teutschland. achdem ich in meinen beyden vorhergehenden Theilen die alphabetische Ordnung in den Nachrichten von den Buchdruckern beobachtet, so muß ich jetzo wieder darinnen fortfahren. Die bereits im I. Cap. angeführten Schriften haben mir hiezu Gelegenheit gegeben, indem ich darinnen verschiedenes gesunden, welches zur Er- gantzuna, oder Ausbesserung meiner beyden Theile dienen kan. Ich werde aber diese Nachrichten nicht schlechterdings ausschreiben, sondern ich werde hie und da verschiedenes hinzufügen. Die vielen Buch- drucker-Jnsignien werden ein deutliches Zeugniß ablegen, die ich gesammlet und nach dem Original in Kupfer stechen lassen. Da ich sie aber nach dem Original stechen lassen, so wird man daraus erkennen, daß man mirs nicht zur Last legen darf, wenn einige Kupferstiche etwas schlecht aussehen. War das Original fein, so ist auch mein Kupfer fein; War das Original schlecht, so konnte auch mein Kupfer nicht anders, als schlecht werden. Zumal da viele, wo nicht die meisten Original!«, nur Holhschnittegewesen. Und dieses wird zu einer Rechtfertigung genug seyn. Ich muß aber über dieses dennoch bekennen, daß meine Nachrichten an einigen Orten noch sehr unvollkommen, und wenn ich die Wahrheit sagen darf, so habe ich manchen Ort nur hergesetzet, damit von einigen Buchdruckern. 227 damit ich ein Fach habe / an welches ich meine künftige Nachlese eintragen kan. Ich mache also mit diesen Nachrichten den Anfang. Altenburg. Ob ich mir gleich viele Mühe gegeben habe, auszumachen, wenn die Buchvruckerkunst dahin gekommen sey; So habe ich doch in der Chronick dieser Stadt nichts gefunden. Und auf die neuern Nachrichten habe ich bis diese Stunde noch das Vergnügen zu warten. WeiKicht laufen selbige noch ein, ehe ich schlisse. Jmmittelst will ich die Anmerckung hersetzen , die ich ausgesetzt habe. Gegen das Jahr l 6 lz. lebte daselbst Johann tNeusch^n, welcher das Al- tenburgische Staorwavpen zu seinem Zeichen erweh- lct. Es führt aber Altenburg ein Stück Stadtmauer mit etlichen Zinnen, und darhmter emm ansehnlichen Tburn. Unten an der Mauer ist ein Schild mir dem graslich-Pleißnischen Löwen ; Auf der einem Seite neben dem Thurm sieht man eine Role, und auf der andern Seite in einem Schild eine Hand. Gegenwärtig befinden sich Johann L.uv«?ig Richters Erben daselbst. Mdorf. Auch hievon weiß ich den Anfang und Fortgang nicht. Kein ordentliches Verzeichniß hat man noch nicht, und selbiges aus ihren gedruckten Schriften zu verfertigen ist viel zu mühsam, und am Ende doch unvollkommen, Balchaftr Gcherf, war daselbst Universttätsbuchdrucker um das Jahr 16i 9. Ich be- P 2 sitze 228 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht sitze von ihm psru-j dibliiZ, tme Inttiruriones ssllei'A virtuMm^bristiünorum Igtmo-Zel-mznicgx, 1621. in 8. gedruckt. Isdocus Wilhelm Rohlesüis lebte daselbst in gleicher Würde 1750. wie viele von ihm gedruckte O ll^rsnones bezeugen. Gegenwärtig ist Meyers und Johann Adam HeA-is Druckerey bekannt. Siehe auch meinen andern Theil p. 97.' und 10z. Amberg. Um das Jahr 1598. lebte daselbst Michael Förster, welcher in seinem Zeichen die Tapferkeit, unter dem Bilde einer angekleideten Weibsperson führte. Es trägt selbige auf der lincken Schulter eine starcke abgebrochene Säule, welche ein Löwe begleitet. Au- sen herum ließt man dke Worte: tvrricuclme A lg. dvie. S.L.essirn p. 2 z 1. und meineIsb. Vl II. n. 1. Arnstadt» Uni das Jahr 1657. hielt sich Peter Gchmid daselbst aus Ich weiß von ihm folgendes Buch gedruckt. Der Röm. Rayftrl. Mai. Schreiben in punÄ» der Abwechselung des Stadrregimems zu Erfurrh und deren der Zeit nach herbey rü- ckendenIVahlen eines neuen Raths und vier Herren, sammt der von denen ausser dem Regiment befindlichen vier Rachen darauf abgelassenen al- lerunterchanigsten Anrrvorr gedruckt zu Arnstadt durch Peter Schmiden, 1651. Gegenwärtig lebt daselbst Herr Johann Andreas SchiU, als Hofbuchdrucker dessen Jnsigne ich oben 9. iz6. beschrieben habe. von einige» ZZuchdruckern. 229 Augspurg. Von dieser Stadt habe ich in meinem andern Theil 4. bereits etwas beygebracht. Hier füge ich folgendes hinzu: Gigmund Grim, ein Doctor der Artzneykunst, hat daselbst eine eigene Druckerey kauflich an sich gebracht, und »522. die vier Evangelisten drucken lassen/in 8 Zu seinem Wappen führte erden Hercules mit einer Keule so wohl im Schild, alsoben auf dem Helm. Er hat aber hernach vermuthlich M. Vu^r-liriAzum Gehülfen angenommen, weil man dieses letzlern Wappen zugleich mit des erstem ver, bunden sieht. Siehe bessern x. 97. meine VIII. n, 2. Von Philipp Ulhard, welcher in meinem andern Theil j. c, fälschlich Ulfart heißt, habe ich nicht nur folgendes Buch aufgeschrieben: Etliche hum dert schöner, lustiger und gemainer relrrschen Gprüchroörter, von allerhand guten Tugenden, und von Vermeydung mancherley bösen basiern, rvelche vormalen nicht im Druck ausgangen, manniglich sehr nüylich zu lesen seind durch Geor- gium Mayr 1567. Augspnrg, gedruckt durch Philipp Uhlhard in der Rirchgasien bey Gr Ulrich 8. sondern ich kan auch sein Zeichen beschreiben. Er führte nemlich eine Nachreule in einem Schild, und auf dem Helm mit zwey Püfelshörnern. S. '5-,k> VIII. 4. Von Johann prätorio habe ich ebenfalls dessen. Zeichen gefunden. Er führte nemlich die Gerechtigkeit zur rechten, und die Gottesfurcht zur lincken Hand', zwischen beyden steht ein Stamm mit einer Krone bedecket, um welchen ein Lorbeerzweig, welchen P z die 2ZO C'ap V. Forcgeseyte ZTlachricht die Gottesfurcht, und das Füllhorn, welchen die Gerechtigkeit halt. ^)oen Drüber steht: lullmsm nie- ninc pgx, ruNL copig Kl-mg, in einem Zettel. Gantz unten an Vem Stamm sieht man 1. ?. welches dessen Anfangsbuchstaben von seinem Namen. Siehe VlU. n. z. Bamberg. Schon um das Jahr 1461. ist allhier die Buchdruckerkunst ausgeübet worden. In dem Bücher« saal zu Wolffenbüttel findet sich von diesem Jahrein Buch in Folio, welches allerhand Fabeln und Gleichnis in teutschen Reimen in sich begreift. Wie aber der Buchdrucker geheisen ist unbekannt. So viel weiß man wohl, daß Johann Pfeyl 1499 ^i- brum millzlis lecun6um mclinem ecclell^ Lsben- der^enü-! gedruckt habe. Dieses führt L-esser p> 49. aus Theoph. Ginceri Samml. alter und rahrer Bücher V. St. 17,2. 0. 294. an. Bey Prosp. tNarchanden aber habe ich?. l. p. 86. folgendes noch gefunden: 8tmurz 8M>lj?>lig, S^noclo pnvlics, pe>- revei-enclillimum in LnriKo pscrem 6c 6omi- num, ciominum ^enricum Loitcopum Igmbel-- Lieniem, in Kcclesjz LamberZenli celevistg, leAg ^ fluolieg». ^cino ^1. LLL>L. XL.I. welches also noch älter ist. Basel. Der erste Buchdrucker allhier soll 25ernharv Richel gewesen seyn. Herr üNarchand führt I. p. 65. folgendes Buch von ihm an : ^nevcZoi-ici Von LbcKscwr5, Li/cno^ ?.u ^üenbur^ Loncorcisn. tlN von e/Ntgen Buchdruckern. 2 zr tiX üizer ci<.r 8»ctiliün-Spielet : >^^/>//tt> ^ ^/i?7>?-^>/^'/^ t/t>>7 t/c^ e/»'K>tt>'tt/ vo/^ Fc?-7^/^7^z Z'//^/?^ T?/ ^V?/e/?- /'tt?^',A-^o? ^/^ T?^ F/7/e/, ^// F^^/^^t s^-?/? ^X^I/^ in tu>. Von eben diesem behauptet Herr besser r>- 82. daß er des-Ko/-. ^?/^/'o vpus czug^lsgellmsl^ jedoch ohne seinem Namen 1475 gedruckt habe. Ausserdem berichtet ser noch, er habe 1476. vecre- ra mit den Glossen F^7-^o/o?/^/F,^e///?/ lateinisch w tolio gedruckt. A^o/» ^ /'/oi'Te???, oder /^/öi-z^nM, ist der andere gewesen. Er bat Seimones cle SsncTi, 1489-4- gedruckt, welche in der lZIsiizner Bibliotheck zu Nordhausen stehen. Johann Bergmann, von Olpe wurde hernach bekannt Man weiß, daß er cZe sizuemis l. izl'. III. 1490. 4 gedruckt hat- Nie Reßler folgte, alsdenn. Bon diesem führt Herr L.esser folgende gedruckte Schriften an: I) /^/^»'t. ^? ^?^o c^Ie lsuclibus Zsnüvrum Serma- NL8 ^489. tol 2) A//??'»»// vcl ^/),»'o?^> l"^per lentenriss 1489. kol, z) I5>Klis Isting cum, pi-oi«'^>5 Aencislibus l^eLl'glilzux, srgumeritis crism iib- oi-um lvcis psi'güelis ^. 'I'. in mzrAine sdiepei um I^Kom. ^czuinztis 1495. 6) Nmelisnus voc^vl-um, 1489. 7) Ae- Llsvis IneolciFiX, 5. Kepercolium in lummsm voKvris irresrö^gbiiis ^lexsnärl 6s kils- Ie5, l zc>2 4. P 4 Aus- 2Z2 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht Ausser diesm ersten Buchdruckern sind hernach besonders berühmt worden der gelehrte Johann Fro- benms und Johann Gpon'n. Ich habe so wohl ihr Leben, als Bildnisse und Jnsignia bereits in meinem ersten Theil p. 64.ley. 8- nichts davon meldet, da er doch die Buch- druckerhistorie von Berlin mit allem Fleiß untersu» chet hat. Er giebt vielmehr Hannß Weisen vor den ersten Buchdrucker zu Berlin aus, welcher um das Jahr »540. von Wittenberg nach Berlin gezogen sey. Daß dieser Hannß XVeiß vom Jahr 5525- 15Z9. zu Wittenberg gelebet, erhellet aus Elchsfeldens Historischen Nachricht von den Wit- tenbergischcn Buchdruckern r>. 117. deutlich genug. Das erste Buch, so er zu Berlin gedruckt, ist folgendes : Rirchensrdnung im Churfürstenthum der lNarck zu -Orandenburg, wie man sich beyde mir L.ehr und Ceremonien halten soll, Berlin, 1549. in 4. Ausser diesem hat er auch !). Lasp. Creutzigers Auslegung über den Spruch Pauii, i.Ti- von einigen Buchdruckern. 2ZZ l. Tünsch il, l 5. zu Berlin 1541. gedruckt. Weiter ist nichts von ihm bekannt. Nach diesem ist im grauen Rlosier eine Dru- ckerey von unterschiedenen Schriften angeleget / uns dem gemeinem Wesen zumBestcn einige Jahre darinnen gearbeitet worden. Der bekannte Alchymiste L.eonhard Thurnheuser zum Thurm hat selbige auf allergnadigste Erlaubniß des Churfürsten zuerst errichtet, welche er hernach feinem Setzer Michael Henyken verkaust hat.. Aus dieses Henyßens Buchdruckerey ist 157z. zuerst des Churfürstens ^KohtMn Georgs Visiration und Lonsistorial^ orduung zum Borschein gekommen; Im Jahr 1579. zwey lomi i^pilt^lgrum I_sr!n. V. tNarrin L.urheri, welche O. Georg Calestinus herausgegeben hat. Diefe Druckerey hat hernach der berühmte Rector zu Berlin Her» VDilhelm.Hilden überkommen, welches feine ^u^l^ione« und ^nnimem. in vr^snon ^ristorelit, cum rextu tZrseco 6c Isrin», ?. II! in 4. beweisen, welche 1585. daselbst gedruckt worden. Hierauf ist Nicolaus Volyen Buchdrucker daselbst gewesen, wie einige Leichenpredigten vom Jahr'588. darthun. Alsdenn sind an diesem Ort die berühmten Run- gii nuch einander gefolget. Es waren derftlb-n drey, als Großvater, - l^m nes s^uer- Wgicienie^, 1502. Noch in diesem Jahr soll er sich nach Breßlau gewendet und önco. mium V>sri5!-.uiX in teutschen Reimen gedruckt haben. Meine, man hat diese Schrift noch nicht auf- lreiben können. So viel hingegen ist gewiß, daß er Lxremponzütsres 1 zc>z. gedruckt. Alsdenn kam aus seiner Presse <7o?D/Ä? csrmen eleAi'zcum cle ^polline 6!: riouem Kluüs, an dessen Ende ließt man.' lmprellum infe» sr? vrbe Vrsrislsuienli per- me Lo?/»-/?^//?// F,??/,»^-/??-. n- L^sptius, Hnno r6ol. Auf der andern Seite findet 'man die lateinischen Worte: ^u^ii, Vi. Je> suiren eine eigene Druckerey angeleget, welches auch schon vorhero der fünfzigste Breßlauische Bischof, Frany L.ndwig, auf dem Dohm bewerckstelliget hatte. Christian Rungens Inc^nsbuis l'v^v^rg. p^ice p. 8^. lcczcj. und die H^errs LUejiB ^'um. I.XXXN^. p. 524. ii-cz^. Bricg. Folgende Buchdrucker haben sich allhm nach ein- ander niedergelassen, i) Caspar Giegfried, um das Jahr 1610. der vorher» zu Neyß gewesen ist. 2) 2»u^u^?m Gründer, welcher sich ebenfalls von Neyß Hieher begeben hat. 5) Salroasar R!cß. 4) Christoph Tzschorn. 5) I^hann Christoph Jacob:. 6) Christian Iacobi 7) Gottfried Gründer, und 8) heut zu Tag Gottfried Tramp, welcher zugleich bey der Kirche zur H. Dreyfaltigkeit in dieser Kayserlichen Stadt in Schlesien Vorsteher ist. Sein Jnsigne ist dessen verzogener Name mit Pal- nienzweigen umgeben und mit einer Krone bedeckt. Siehe IkL.Vjll. n. 6. Rungens Incunzbuls p.96. Brix in Böhmen, siehe Böhmen» Budißin. ' Budlßin, als die Hauptstadt imMarggrasthum Oberlausitz, mußte die Buchdruckerkunst lange entbehren, biß endlich um das Jahr 1552- Nicolaus N),'Irab daselbst eine Druckerey aufrichtete. Dieser V0ol- 244 So viel weiß ich wohl/ vaß > 1725. Joh Friedrich Regelem daselbstgedruckr hat. Ich Habs von ihm gedruckt gesehen : I P- Caspar» 7/>e?^//? oder lateinische Sprach-und Gchui-Ubungen, 8 Büdingen, druckt» und ver- leyrs Ioh.^ried Realem, 1725. Vorjetzo treibt Iö?)ann Christoph Stöhr diese Kunst daselbst. Wir haben erst kürtzlich aus! seiner Presse erhalten: Eines abermaligen Versuchs zurUberseyung des N Testaments aus dem Gciginal. Erste Probe, Büdingen, 17ZY. in 8- zwey Theile, worauf zugleich sein verzogener Name als ein Druckerzeichen zu sehen ist. Camentz. In dieser Oberlausitzischen Stadt hat die Buch- druckerkunst noch nicht gar zu lange einen Sitz bekommen. Denn erstlich 1730. hat Herr Hohlfeld daselbst eine neue Druckerey errichtet. Er ist zu Zittau gebohren und hat die Kunst an eben diesem Ort bey Herrn Hartmann und Stremeln ordentlich geler-- net Nachdem er nun zu Dreßden sein Postulat ge- wohnlicher Massen verschencket hatte, so legte er hernach alihier eine Druckerey an, welcher er biß diese Stunde noch vorstehet, ^nauchs ^imsl. 9 8?. Koburg. Um das Jahr 1546. fieng Cyriacu? Schnauß «Hier zu rst zu drucken an. Seiner Kunst war er ein Apotl'ecker, wie er sich selbsten in den von ihm gedruckten Büchern nennet. «Vermuthlich hat er sich nur sine kleine Druckerey angeschaft gehabt, welchc ' her' von einigen Buchdruckern. 249 hernach wieder liegen geblieben, weil man nicht weiß, wo diese Druckerey hingekommen ist. Um das Jahr findet man wiederum, daß die Fürst!. Kammer an Michael Rrahn Druckerlohn bezahlt habe. Es müssen aber diese Druckereien sehr schlecht beschaffen gewesen seyn, weil von 1575. bis 1588. die Fürstlichen Mandat« zu Jena und Schmalkalden gedruckt worden sind. Endlich hat die Kammer das gantze Werck an sich erhandelt. Denn vom Jahr 1589. an hat man eine geraume Zeit eine.Fürstl. Buchdruckerey zu Coburg gehabt, welche durch Faktors bestellet worden ist. Der erste Factor ist Valentin Rröner gewesen, von welchem man einige Leichenpredigten aufweisen kan, die er 1589- gedruckt hat. Christoph Drugkel, stund im Jahr 1594. in fürstlichen Sold und Diensten. Weil er sich aber nicht nach den Absichten ftines Herrn aufführte, so wurde Iustus Haugk im Jahr 1595. angenommen. Dieser redliche Mann stund der Druckerey ehrlich vor, und brachte sie in ein gutes Aufnehmen, indem auf sein Anhalten allerhand Schriften zu Nürnberg und Franckfurth gegossen wurden. Dahero man auch verschiedene von ihm gedruckte Sachen noch heut zu Tage sieht, allwo man allezeit findet: «Ll lzui ^i, in l)»^g!i ^^sio^sunis excu^etzst ^///?//^//s?^'. Er sehte seinen Fleiß bis an seinen Tod 1618 fort. Unterdessen hatte sich ein anderer Buchdrucker daselbst, Caspar Beresch gegen das Jahr 16 n. angerichtet. Nach Hauy^ns Tod wurde er auch Hofbuchdrucker Er muß aber diese Ehre nicht über ein Jahr genossen haben, weil man schon im Jahr 162-?. einen andern Hofbuchdrucker anführen kan. Ob er O. 5 aber 250 Tap. V. Fortgesetzte Nachricht aber seinen Mschieogesodert, oder von freyen Stücken erhalten habe / ist nicht bekannt. Er hat aber se-ne eigne Druckerey bis an seinen Tod i6zz. fortgeW. " Andreas Zorckel, wurve im Jahr 1620. Hofbuchdrucker, und nach dessen Tod, dessen Sohn Johann Forckel, 1624. Er führte sein Amt mit guten Ruhm. Nach Äerrschens Tod kaufte der Hertzog Johann Lasimir dessen hinterlassene Druckerei) noch darzu, welcher vereinigten Officm gevachter Forckel bis an sein Ende i6zz. getreulich vorgestanden hat. Johann 5Lyrich, oder iLyrmg, folgte demnach ?6z5. als Hofbuchdrucker. Er erlebte die damahlige Jubelzeit 1640. alleine die trübseeligen Kriegsunruhen verbothen ihm die Jubcllieder. Man weiß auch sonst nichts mehr von ihm, als daß er 1656. gestorben sey. Johann Conrad Mönch wurde demnach als Hofbuchdrucker angenommen, welches Amt er auch bis 1674, wohl verwaltet. In diesem Jahr wurde ihm die Hofbuchdruckerey mit allen Zugehör als ein Kammerlehn unter einem besondern Freyheitsbrief überlassen, daß in Cobnrg keine Druckerey mehr angeleget werden soll, woferne keine hohe Schule daselbst errichtet würde. Im Jahr 1690. ist er endlich gestorben. Johann Nicslaus Mönch, des vorhergehenden Sohn überkam also die Buchdruckerey unter eben der Freyheit, als sein Herr Vater gehabt hatte. Da er aber mehr Lust an der Mahlerey hatte, so überüeß cr selbige Iatiuirgre ilWnini millelimo czus^rin^enrellmo le- ptus^elimo, Knite ^ complete ip5o äie QuneXXII. i^leniiz wnii. k'lnlunt felicire,-. l)eo ^rsriz8. Marchand p. ?6. Gleich darauf hat Johann Arnold 147?. ^Ä'Aezv Kllliincü isiciculunl rempo. rum daselbst gedruckt. Hermann Baumgart von Kettwig hat sich ebenfalls bald da bekannt gemacht, da er einen Tra- crat cje grre Ic;czuencli^ tscencii in 4. gedruckt. Johann Röhlhoff, von Lübeck, hat bereits im Jahr 1458. die Lpittol^ ^eneseL^Iuli Pabst?ii II. daselbst gedruckt, und Heinrich Q-uencel verdient vornemlich angeführt zu werden. Herr ,'L.esier hat p. 52. folgendes rare von ihm gedruckte Buch angeführt: Lxoollcio li^mnorum cum notslzili com- rnenro, 149s. 4. Johann L.anden hat kZorolo^ ßium erer-ne 5spienrie, 5492. q. in seiner Drucketey verfertiget. Ein chronologisches Verzeichniß von den Buchdruckern allhier tan ich War nicht liefern ; Unterdessen will ich doch von einem und dem andern einige Nachrichten beybringen, die ich gesammlet habe, und sonsten noch nirgend beysammen stehen. Vielleicht bin ich in Zukunft glücklicher etwas vollständiger hie- von zu handeln. Von dem XVI. Jahrhundert weiß ich folgende anzuführen: Arnold Birckmann führte zu feinem Zeichen eine Bircke, mit einem Birckhuhn, allwo man unten in einasn Zettul seinen Namen Arnold Bitckmann ließt S I ^K. IX. n. 1. Johann Birckmann und Theodor 2)anm haben vermuthlich mit einander gedruckt, welches ich aus ihrem Buchdruckerzeichen Messe. Sie hatten sich aber ^Z,/X ^ 2.^- -2. 7>/7/<777^77 ^ ^ ^QllTT! ^7^77/?/^ 137^^777^.77. 1^7?^^/. 7777? 77^777 ^S^^77?/^/7? <^?/^7^7-. ^v^/^/^ von etttlgen Buchdruckern. 25z aber die Opfferung Jfaaks erwehlet. Siehe?6L. IX. n. 2. Theodor Baum muß sich aber hernach wieder von Sirckmann getrennet haben, weil ich ein Z-ichen gesunden, dessen er sich alleine bedienet. Es ist selbiges der verborhene Baum im Paradieß, wobey sich Adam und Eva befinden. S> 1'^K. IX.? n. z- perer Horst hatte sich einen dreyfach gewapne- ten Mann erkieset, welcher mit drey Händen eine Lantze und mit drey Handen einen Schild hält. Oben drüber ließt man in einem Zettel: concordis Lniliperglzilis. Siehe ^v^L. IX. n. 4. Johann Gymm'cus lebte gegen das Ende selbiges Jahrhunderts und führte einen Krannich zum Zeichen, welcher im Schnabel eine Schlange und in der rechten Kralle einen Stein hält / mit der lincken aber steht er auf einer Säule, die von einem See-Pferd gehalten wird. Im Rande herum ließt man die Worte: Vilcire jultitism moniri. Er war aber damit sehr veränderlich. Bald hatte er den Krannich alleine, bald waren die Worte in einem fliegenden Zettel oben darüber gesetzt, und bald waren sie rund herum zu lesen. Siehe IX. n. 5. Ich weiß auch einen Martin Gymnicum / der sich durch den griechischen Druck sehr hervor gethan. Ich habe von ihn» ^lursrctu Lkssrunei cle Iibroi-um inlijrutilme, z.do/omts, Ugrrmus (i^mnicu8 excuclebsr. Johann VOaldorfhatte die Geschichte Moses zumZei-- chen, welcher an dem heiligen Orte seine Schuhe ausziehet. Aussen herum stehen die Worte: Uc>i5e5, lVIoiles üilue cglcegmemum cle peZiKu? rm5. Siehö , 1^6. IX. n 6. Diese Zeichen habe ich alle nach den Originalen abstechen lassen. Ausser diesen weiß ich noch zwey Buchonicker von Cölln. Der «ine 254 Tap V. Fortgesetzte Nachricht eine heißt Iaspc-r Gcnnep, welcher deßwegen noch wohl zu merckm, daß er Johann Gpangenbergs kleinen Catechismum verfalschr nachgedruckt hat, deßwegen Lyriacus Gpangenberg treflich auf ihn loiMzogen bat. L.ej^r .-."z6^ Ärnolb Mylius war nicht nur ein berühmter Buchdrucker zu Cötln und Antwerpen, sondern er hatte auch die Ehre ein Rathsglied zu seyn. Er war 1541, gebohrenund im Jahr 1605. den 15. Decembr. wieder gestorben. Dessen BÜdniß stehet auf meiner 'l X. Um das Jahr r;88 war auch Nicolaus Schreiber daselbst. Folgendes Buch bezeugt dieses.' . 8- und p. 144, habe ich zwar von denjenigen Buchdruckern einige Nachricht ertheilet, welche gegenwärtig in Dannemarck und zwac von einigen Buchdruckern. 2 5 5 zwar zu Copvenhagen diese Kunst treiben. Von den ältern aber habe ich nichts beygebracht, welches ich jetzo nachhohlen will. Csppenhagen. 1493-1508. Gottfried von Ghemen ist der erste Buchdrucker in Dännemarck gewesen. Das erste Buch, welches in Dännemarck gedruckt worden, ist unter folgenden Titul erschienen: KeZuIc emenäsie c< rre- üeczue t^issn^e cie Kgulsris c'insiruÄionibus (Zi sm- msricis.cx cliuerlis psslilius lscle lcrioru^e »c Poe- rsi um. l^el-circr incipiunr. Auf dem letzten Blatte steht: l6 osrvum Igrinirstis opu« ingenui sclttle- lcenre» imprellüm eli in Vniuerlusre Kzfniensj per me Lmnotre6um 6e (Zemen in expenlis Ooct. ?erri ^lberri 6e ^iggn)?g Hnno noltre lsluri« tViLcliexcll! in profetto Lr. iisnuri, vscie tie- Ais K I^Igrr^ris. 1520. Melchior Blume. Peter Brand. 1539-1551. Johann Wniror Stutgardianus, auf Dänisch jetzo Vüngaard, Vüngmhener, Stutgaard. i züs. Johann Barch. z 56z - 88- Lorentz Benedict. 1564 Johann Tylander. 1576-81. Andreas Gutterwitz. 1587 - 97. Matthias Wnitor. 159s - 97- Johann Stokkelmarm. ?n XVII. Jahrhundert. Heinrich Waldkirch. Johann Albert. Nicol Michaelis. Salomon Sartorius. Georg Hantzschiu^. Andreas Keck. Andre- 256 Cüp V. Fortgeseyte ZTlachncht Heinrich Kruse Tycho Nicolai. Georg Lamprecht. Melchior Martzan. Peter Hachius. Melchior Winckler. Peter Jani Heinrich Gödianus. Matthias Georgii. Georg Gödianus. Chr. Wsrmgius. Matth Godichenius. Cornificius Luft. Conr. Hartwig Neuhof. Johann Philipp Bochenhofer. Johann Adolph Baxmann. Justin Höeg. Daniel Eichhorn. In dem XVIIs. Iahrhundert. Johann Jacob Bornheimich. Wilhavuö Alberti Jersinus. Julius Frantz Kluge. Georg Marthia Wering. Severin Wering. Johann Sebastian Martini. Johann Laurentzen. Joachim Wieland, Cantzley Rath und Königlicher Secretarius. Joachim Schmitgm. Joh. Georg Höpfner. Peter Nörwig. Joh. Paus Phömrberg. Johann Christoph Brand. Die Bochenhofferische Druckerey setzte dessen Sohn fort. Hier muß man nnnmehro meinen andern Theil p. 8- zu Rathe ziehen, allwo die heut zu Tag lebenden Buchdrucker anzutreffen sind. Zu Gora». Mauritius Saro, um das Jahr -627. Heinrich Crusiuö/ — — 1648. Peter vou eittigett Bttchdruckektt. 257 Peter Jansonius, ^- 1653-54. Georg Hanscheniuö. — ----- 16Z6. vorher zu Malmoe. Zu Rothschild. Johann Barth, um das Jahr 1534 - 40. Zu Hchmgoehr. Peter Hväu, um 1613-15. Zu Arhuß. JohannScanus/ oder Skonnmger,,M 1645.5,.' Zu Gchensee. Georg Schröder. ZuRipa. Matthias Brand um das Jahr 1504. Siehe Pecri TxrpaZers Li^sm Limdr. 1737. 4^ p. 705. Zu ILViburg. Johann Wingarthener, 1528. Hernach zu Cop- pmhagen. ZuChristiauenstadt m Norwegen. MichaelThomäus/ oder Thomasonius, 1656-60. Ausser diesem angeführten Buchdruckereyen haben auch einige Privatpersonen besondere Drucke- reyen auf eigne Kosten angeleget. Tycho von Bm- he hat mit grossen Kosten zu Uranienburg auf der Insel HveeU eine angelegt. Sein Buchdrucker hieß Christoph lVeida, wie aus dessen l^ro^ymnsll l^ib. 2, VrsmKul-Zi ecl-c «i 467^ erhellet. Zum Jnsigns hatte er sich zwey Philosophen erwehlet, mit der Überschrift : 8utoic.ieliclo ciethicio. Stehe k!e5en.. !nlci ipnon. Vrsmtzur^ z i4- Andres lDel- A keüis 258 Cap. V. 8orrgej>yte Nachricht lejuK har zu Ripa auf den Lieliebierg auch eine Drucket) unterhalten. Jedoch von diesen und andern Buchdruckereyen soll Herr Wadsöiar in einer besondern Schrift von der Buchdruckerkunst inDan- nemarck gehandelt haben, welche aber bis diese Stunde bey uns noch unbekannt ist. Meine vorher mitgetheilte Nachricht habe ich aus Bibern ilmin icles ^iüorjX^.lttei'srlXvgno.'um, Hamburg, 172z. 8. c. Xl.§. 4. p. 250. entlehnet. Dreßden. Von diesem Ort habe ich so wohl im ersten Theil p. 70. als auch im andern Theil p. 15- gehandelt. Nachdem aber der berühmte Herr Rector Christian Gchöttgen,zu Dreßden, eine Historie der Dreßvni- schen Buchdrucker geliefert hat; So will ich daraus daß nothwendigste einrücken. Der erste Buchdrucker zu Dreßden war: 1. Wo.'ffgang Stöcke!, ,524-1540. Alles, was von diesem Mann zu wissen nölhig, habe ich bereits im ersten Theil 70. und 9'. beygebracht. Zwey Dinge aber muß ich hier noch an- mercken. Einmal/daß Gröcb'el bis 152z allhier zu Leipzig sich aufgehalten, und alsdenn 1524. nach Dreßden sich begeben habe. Vors andre erinnert Herr Gchöttgen, daß man ihn, vielleicht unbillig, einen Hofbuchdrucker nenne, weil er sich auf seinen Schriften niemals also gsnennet habe. Wenn und wo er gestorben, ist unbekannt. Unterdessen weiß man vom Jahr 1540. gedruckte Bücher von ihm Nach seinem Tod lag die Druckerey in Dreßden etliche zwanzig Jahre stille, bis endlich 2. Mae- von einigen Buchdruckern. 2 59 2 MiZtchäusGcöcb'el, 1566-1585. Ein Sohn des vorhergehenden zur Druckerei) gelanget, welchem der Varer ziemlich jung gestorben seyn mag. Auch von diesem habe ich im ersten Theil p. 7l. das nothwendigste beygebracht. Hier mache ich nur noch einige Anmerkungen. Erstlich, daß er vom Jahr 1566, bis 1571, alleine die Druckerey geführt, und alsdenn erst Gimel Sergen in Gesellschaft angenommen habe. Daß er hernacb 1568. zum Hofouchdrucker besteilet worden sey ; Daß er endlich eine zahlreiche Familie gehabt, und ein Naths- glied gewesen sey. Sein Jnsigne, welches er mit Gimel Äergen gemeinschaftlich ^führet hat, habe ich auch am angeführten Orts beschrieben, Ich Habs aber nun auch dessen Jnsigne, so er alleine geführt, in original, wovon ich es abstechet?lassen. Aus einem abgegebenen Baum ist ein fnscher fruchtbarer Zweig empor geschossen Oben auf dem Stamm sieht man eine Frucyr mit einem CreuK worauf eine Taube sieht. Um den Stamm herum bar sich eine Schlange gewunden, weiche nach der Taube sticht. Auf beyden Seiten des alten Stammes blühen Rosenstraucher , unten am Stamm liegt ein Schaf, und ausen herum ließt man die Worte: Deine Gürs Herr sey über uns, wie wir auf Vich hoffen. Siehe I^K. XI. n. i. ?. Gimel Bergen. 1588 -1592. Im ersten Theil p- 72. habe ich etwas weniges von ihm gemeldet. Hier will ich also noch das nothwendigste hinzufügen. Von seinem Vornahmen hat man verschiedene Meynungen. Einige halten davor sein Vater hatte seinen Söhnen ihre Vornahmen nach R 2 dem 26o Tap.-V. ^srtgeseyte Nachricht dem hebräischen Alphaber geben lassen. Weil nun die- ser der dritte gewesen, so hätte er den Nahmen Gimel erhalten. Herr Schötcgen aber muthmasset, er hatts vielleicht Joachim geheissen, welchen Namen man hernach abgekürtzt hatte, wie man denn fände, daßehe- dessen Joachim, Achim, und Lbim geschrieben worden wäre, und aus Chim hatte man hernach Chimel gemacht. Anfänglich war er in der Hofbuch« druckerey Setzer, hernach trat er mit Matches Stöckeln in Gesellschaft, und endlich wurde er 'Hofbuchdrucker. Daß er sich mit der Hofbuchdruckerey »ach Annaberg begeben, erhellet zwar aus einigen Schriften, allwo man am Ende ließt: gedruckt zu Anna- bürg bey Gimel Bergen, warum aber dieses geschehen, ist unbekannt. So viel weiß man wohl, daß Gimel Sergen die Hofbuchdruckerey eine Zeitlang verlohren haben muß, weil er sich eifrigst bemühet nur reine evangelische Bücher zu drucken,. welches die damaligen Cryptocalvinisten nicht vertragen konnten. Zm Jahr 1591 hat er aber selbige, nach Absterbet? Andreas Morgenroths, wieder erhalten und sich hernach ein Hauß in der Moritzstrasse gekauft. Wenn er gestorben, kan ich nicht berichten. Weil sich nun von ihm noch einige Nachkommen finden, so will ich Herrn Gchötrgens Tabelle auch hersetzen. Gimel Sergen !. lebte 158a. und hatte drey Söhne. 1) Christian!. 1607. 2) Johann. z) Gimel ll. welcher ,637. gsstorbenist, undsein Geschlecht alleine fortgepflantzet hat. Er hatte nemlicb gezeuget: von einigen Buchdruckern. 261 (l) Gimel III. der 164z. gestorben ist. (ll.) Melchior, wurde ein Water folgender Kinderz 1, ) Jmmanuels, 1641. 2. ) Dorocheen, an Herrn M Johann Georg Schiebeln, Cant. zu Radeburg verheyrathet. s. »684- Eine Tochter von ihnen Charlotte Hedrvig heyrachete Herrn Johann Christoph Rrausen, Buchdruckern zu Dreßoen. Z) Johannen^ an Johann Riedeln, Hofbuchdruckern verheyrathet, und noch am Leben. Ihre Tochter Johanna Maroarerhaverehlichtesich mit Johann Conrad Srösteln, Hofbuchdruckern, je- tz>.md Wittwe. - . 4) Concoedien, an Herrn Joachim Ernst Spanen, Buchdruckern zu Meisten verheyrarhet. 5) Melchisedech, Pastor zu Breitenbrun^ 6.) Israelis, Oberbergamts Schreiber zu Freyberg, ist noch am Leben. (M.) Christian ll. 1660. hinterließ vier Töchter, 4. Andreas Morgenroth. Von diesem weiß man nichts zuvsrläßiges, ausser, daß er eine Zeitlang Hofbuchdrucker gewefen und gegen das Jahr 1586. gestorben seyn mag. 5 Hiersnymus Schüy. 1587 - >6i6. Erblickte zu Armaberg 1552. das Acht dieser Welt. N 5 Dessen 252 Lap. V. Zortgeseyte Nachricht Dessen Herr Vater Chrysoftomus war Ralhsherr daselbst Anfänglich siudirte erzwey Jahre zu Wirtenderg, hernach lernte erzuFru»ckfurchanderOder bey Johann Eichhorn Vie Buchdruckerkunst und arbeitete alsderm als Geselle eine Zeitlang in der Hof- buchdruckerey zu Dreßden. Um das Jahr 1587 erlangte er die Hofbuchdruckerey / welche er auf seine eigene Kosten verbessert, und wöchentlich anderthal- ben ThaKr Salarium. Er hatte sich zweymal ver- heyracher, erstlich mit Regina, Stephan Oster- lands, AmtsschössersznDüben, Tochter, hernach mit Maria, Dionysii Melyers, Tochter. Aus der ersten Ehe hatte er zwey Töchter, aus der andern zwey Söhne gezeuget. Besondere Wercke hat er nicht gedruckt. Endlich ist er den 16. April 1616. gestorben. Sein Buchdruckerzeichen war ein ovaler Schild, in welchem auf einer freyen Gegend ein Schaf an einem Baum stehet/ und der Wallfisch, welchex aus dem Meer Ionam an das Ufer sveyet. Ausen herum stehet: Lun^tZ vl-!cnte Oeo, und gcmtz unten dessen Handelszeichen. Siehe l'M. XI. n. 2. 6. Christoph Matchesius. Won diesem weiß man nichts mehr, als daß er ein gewisses Bedencken D. Martin Mm von zwey Bogen gedruckt. Es ist aber keine Zeit dabey bestimmt. 7. Hannß Güidrbrecht. Ist vermuthlich nur als Geselle in der Hofbuchdruckerey gestanden. Er hat den Churfürsten Christian !I. zu Gevattern gebethen. 8. Matthäus Gröckel, 1586.-1605. Es ist dieses der jüngere. Ohngefehr um das Jahr 1586. hat er eine Druckerev angelegt. Man weiß alm von einigen Buchdruckern. 265 aber nichts mehr von.ihm, als daß er 1605. noch gedruckt habe. 9. Christian Bergen. 1607.-1610. Daß er 1607. zu drucken angefangen und biß i6ro. damit fortgefahren, ist bekannt und weiter nichts. Sein Jnsigne habe ich im andern Theil p> 15. aus L.esiern p 232. beschrieben. 10. Johann Bergen. !6o4--i6l- den^schnurlein aus dem ordentlichen Sonntags- evungeizo Match. 22, 15. am 2? nachTrim'tatts in der Pfarrkirche zu «Lameny in Gber-^ausiy gehalten von M Samuel Manttio. Gedruckr'zu Dreßden bey Mel t>ior Äergen 16 55. Seine Ehefrau war Anna Elisabeth, Georg Zeuchers, Buchdruckers zu Freyberg, Tochter. Das Jahr seines Todes läßt sich nicht bestimmen. So viel aber ist gewiß , daß dessen Wittwe und Erben die Druckerei) fortgesetzet haben Ich habe ein Buch davon gesehen: ^rany Ferdinand von Trolls Grientaii- sch?R?isebeschreibung iN 4 Dreßden, gedruckt durch Melchior B?rgeiw Churfl Sachs. Hofbuchdruckers, seel nachgelassenen Wittwe un^ Erben. 1676. Ausserdem ist noch anzumercken, daß sich Matches Hendel 1660. zu Dreßden gemeldet, er wolle eine Dru- ckerey anlegen, es wurde ihm aber abgeschlagen, und hingegen Christian Bergen erlaubet eineDruckerey. anzulegen, wenn es nothig wäre. r6. Christian Bergen. Führte zugleich Wven der Buchdrucke.rey auch den Buchhandel. Von seinen Lebensumständen ist we- «ig bekannt. Zwey merckwürdige von ihin gedruckte. EvistG habe ich gesehen, nemllch : LMo!gm acl8c>-c. yill^ vStt einigen Buchdruckettt. 255 riil^ sc ?t)lenril!^ t'l'lncipem iic ch>minum ^osrm^m Leor^ium II. ci.icem Li,xoniX Ac. 6e nuinlno »Ilo srZenreo^uem Loolignnnus UzAnus, Lkriltisnur. Zm^ersror sirimu5 cucü jutlenr cum snn» lmpei-i! /ui ulrim« Kiii? ^liz impez-ium eli psrritus 4. OreKi?, Impl-. 6Ä?//?//?^Fe>^e?//?^cum^. ^IteigmLpisic? !sm ize^cn-l^ sc pcirenri^ ?l'iricipem gcllvminum Losmum III. msMum ^lerlueiX vucem L!L. riummo ilZo sureo, czuem Lonitsmünus tVjg^nus Lkri- KiLnus !mperzw?-um primus sccepw lscro-ZlsnKo Ls^til'lliÄte jullei-ie iignsri, 4. Ore.ÄT, L'ez^i-?^//^. Nach seinen, Tod fchte dessen Ehefrau Ma^daleua Laeharina, gebohrne Gsterxvaldin, die Druckerei) fort. Er hatte vier Töchter, welche a!js wohl verarget wurden. Seines Bruders Wittwe wollte ihm zwar Verdrießlichkeiten machen, daß er eine neue Buchvruckerey angelegt; Meine sie richtet Nichts aus. 17. Christoph Ssumann- 1651.--1684. 18. Gottfried Geyfferr. 1657. ?5>. ^>au! AuZufi Haman. 167z.-1677, 20. Michael Gl'mcher. 1680. si Christoph Matchesius. 1688-1695. 22. Johann Riedel. 1679.-17^6. war zu Halle in Sachsen den 25. Merz. 1652. geboh-, re.n. Anfänglich kam er 1668. zu Christian Western in die Lehre, weil aber sein Lehrer vor untüchtig erkläret wurde , ss sahe er sich genöthigtt noch ein Jahr in der Saalfeldisch?» Druckerey nach zu ler nen, worauf er 1674. sein Postulat ordentlicher Wei.ss, Prschenckte. Hierauf hegab er sich nach Wittenber^ A 5 ' LeG 266 Lap. V. §ortgeftyte!7?achrichr Leipzig uno Jena. Von hieraus wurde er 1679. von der ÄsrIijcyen Wittwe zum Factor in vie Hofbuch- druckerey beruffen. Im Jahr 1684- heyrathete er die B-rgische Tochter Johanna und zeugte mit ihr ausser vier Söhnen, die in der Jugend starben, eine Tochter, welches die verwittwere Frau Scößlin ist. Im Jahr 1688. kaufte er die damals stillliegende Christian Bergische Druckerey an sich und 169z. wurde er nach Absterben seines Herrn Schwagers Immanusl Bergens Hofbuchdrucker. Im Jahr 1716 übergab er seine Ofsicin seinem Eydam und Factor Johann Conrad Grösse!» und starb hernach den 18 November 1718. Seine Frau Wittwe ist noch am Leben. 2z. Immanuel Bergen. 1691.-1695. 24. Johann Friedrich Schrötel. 1694. -1708. Er war von Darmstadt eines Stadtschreibers Sohn und 1664, gebohrm. Eben daselbst erlernte er bey Henning Müllern 168z. die Buchdruckerkuust und postuliere hernach zu Nürnberg 1688. Im Jahr 1694. legte er zu Dreßden eine Buchdruckers») an, welche er hernach 1708. wieder verkauft. Nach der Hand lag er dem Jnformiren und Schreiben ob, und gegenwärtig ist er Gemeinschreiber vor dem Panischen Thore auf der Fischer-Gemeine. 25. Johann Lonrad Rüger. 1722. Er war von Aitenburg und führte den Titel als Hofbuchdrucker. Er verkaufte aber seine Druckerey 1702. an Johann Heinrich Gchrvencken, und das Recht eine neue anzulegen trat er Johann Michael Zun- cken ab. 26. von einigen Buchdruckern. 267 26. Johann Michael Funcke. 1695.-1705. Er kam von Leipzig Hieher, er gieng aber gar bald nach Erfurt!) und legte daselbst eine Buchdruckerey und Buchhandlung au, allwo er auch beydes mit gutem Ruhm noch fortsetzet. 27. Johann Heinrich Schrvencke. Legte zu Alt-Dreßden eine neue Druckerey an. Ob sich nun gleich die Buchdrucker darwider setzten, s» erhielten sie doch nichts. Er zog hernach einige Zeit unter desAmtSFreyheitnachOstra, jetzo Friedrichsstadt. In dem schwedischen Unruhen kam er aber wieder Hieher nach Alt-Dreßden. Die Klage wider ihn wurde zwar wieder vom neuen angefangen, aber nicht besonders darauf gesehen. Denn diese Wittwe führt die Druckerey bis diese Stunde fort. 28. Johann Christoph Schmidt. 171s. 29. August XVenyel. 1707.-1708. zo. Jacob -Harpeter. 1697. »1721. Das Leben dieses Mannes habeich bereits im andern Theil p. 15. geliefert. Hier erinnere ich nur, daß er zu Nürnberg in der Vorstadt Marck-VVörrh und nicht Marckwerthe gebohren, und im Jahr 1721. gestorben sey. 51. Georg Friedrich Rahle. 1711. Im Jahr 17". den 26. Aug. hat er den Buchdru- ckereyd abgelegt «nd weiter weiß man nichts von ihm. Z2. Johann Lonrad Stösiel. 1716.-17^. Dessen Leben stehet gäntzlich in meinem andern Theil x. 16. 3Z- 26F Lap. V'. fortgesetzte psachriche zz° Johann Christoph Rraufe. 1711. Auch von oieftm siehe den andern Theil 17. 34- Johann Wilhelm Harperer. Von diesem habe ich ebenfalls am angeführten Orts 18. gehandelt. 35. Johann Valentin Harpetev. i?Z?.-i7Z5.' Legte im Jahr 17zZ> eine neueBuchdruckereyzuFrie-- drichstavt an, verehlichte sich mit Jungfer Johann«? Justina Herrn Paul Schmidts, Handelsmannes in Freyberg, jüngsten Tochter, u.nd starb das Jahs darauf den z. April. 1735. z6. iLmanuel Hriedeich Harpeeex. Dessen Leben siehe am angeführten Orte p. 1?. Dyhrenfmih. In dieser kleinen Dtadt im Hertzogthum Breßlau^ an der Oder kam ein Buchdrucker von Böhmen um. die Mitte des XV!I. Jahrhunderts hier an, welcheii: seine Druckerey aus Holland hieher bringen lassen, und allerhand theologische Streikschristen gedruckt hat. Sein Factor war Horattus Michael Wagner. Nachdem es aber nicht recht fort wollte, ss kam diese Druckerey an die Juden daselbst. Rabbr Gal>achäus unterhielt eine hebräische Druckerey eins geraume Zeit bis er endlich seinem Sohn RabbiIs- feph solche unter gewissen Bedingungen abtrat. Auf welchen dessen Eydam Äexl folgte. Runge in la- 0. 9K. Eger, siehe Böhmm, Eilen- von eittigett Buchdruckes». 269 Eilenburg. Allhier ist ehedessen um oas Jahr »522. -1524. eine Druckerey gewesen, weiche Z^Ucolaus )Vlde- mar angeleget hat. Anfänglich ist der Buchdrucker auf einem sehr gmen Weg gewesen, indem er es mit den Wittenbergern gehalten hat, wie er aber von Thomas Münyern auf seine Seite gebracht worden ist und die Münyerlschen Handel ausgebrochen sind, so ist auch vermuthlich diese Druckerey wieder aufgehoben worden Schöttgen in der Vorrede zu den Dreßdnischen Jubelgeschichten. Eisenach. Allhier hat man vor achtzig Jahren noch keine Vuchdruckerey gehabt, die damaligen schlimmen Zeiten waren Schuld daran. Der erste Buchdrucker war: i)Herr Günther Röhrett, welchen man von Jena Hieher gezogen hat. Weil er aber in Schulden geriet!), so musie er seine Druckerei) in Stich lajjen, welche hernach an ZTltcolaus Hasierten, aus Ber- cka an der Werra verkauft wurde. Dieser Mann hatte sichanfänglich dem Studierengewiedmet, weß- wegen er auch die hohe Schule zu Giesen besuchet hat. Nachdem er aber daselbst bey einem Buchdrucker gewöhnet, und die Stelle eines Correctors verwaltet, so kam ihm die Lust an diese Kunst ordentlich zuerlernen. Er kam also als ein gelehrter Buchdruckergesell wieder nach Hauß. Hierauf kaufte er nun die bereits angeführte Druckerey. Er fand aber eben sy welch, als sein Mrfahrer, sein Glück allhier, deß' wegen 2?o Cap. V. Fortgeseyte Nachricht wegen er sich mit seiner Druckerey nach Meinungen begab, allwo sein ältester Herr Sohn selbige noch bis diese Stunde fortsetzet. 2) Herr Johann David Roll?/ aus Straßburg gebürtig, ein Mann von feinem Vermögen richtete alsdenn 1678. die andere Buchdruckers») wieder an, und stund selbiger auf zwölf Jahr gcmtz wohl vor. Da er aber 1690. gestorben, so verkauften dessen Erben diese Druckerey an z) Herrn Johann Caspar Bachmann, von Sandhaufen bey Gocha, welcher schon eine Druckerey zu Lcmgmsaltz hatte. Er dachte aber sein Glück hier besser zu finden und verpachtete seine Langensaltzi- sche an Herrn Andreas Vi siern. Nachdem er nua neun Jahre allhier gewesen war, so gefiel es ihm seine Druckerey im Jahr 1699 an 4) Herrn Michael Urbanzu verkauffen. Dieser Herr Urban war in Hamburg gebohren. Er hat auf Hochfürsil. Qberconsistorial Verlag die erste Ei- senacher Bibel allhier nebst andern Schulbüchern gedruckt. Gleichwol)! geriech er in solche üble Umstände, daß er ftine Druckerey mit dem Rücken ansehen muste. Ob sie nun gleich zum Verkauf auSgebo- then wurde, so wollte sich doch Niemand dazu anfinden , biß endlich selbige 5) Herrn Johann Christoph trugen angebothen wurde, welcher sie auch gekauft. Er ist inEi- senach gebohren und hat zu Gocha ordentlich gelernet und sich alsdenn sechs Jahre in den vornehmsten Reichsstädten umgesehen. Endlich ist er nach Jena gekommen, woselbst er eine lange Zeit in Condition gestanden, und hernach der Krebsischen Druckerey als Factor vorgesetzet worden ist. Zu Neustadt an von einigen Buchdruckern. 271 der Orla harte er bereits schon vier Jahre eine eigene Druckerei) geführt, ehe er die Urbanische dazu gekauft Kar. Es wurde ihm das Privilegium als fürstl. Hosbuchdnlcker gegeben, und nunmebro setzet er selbige mu allen, Fleiß fort. S>. Eisenachische Sammlung 4L. i^M' Erfurth. In meinem andern Theil p. 20. habe ich schon einige alte Buchdrucker von Erfurth angeführet. Hier will ich noch ein paar hinzuthun. Der erste davon ist.- Marchäus Maler, welcher um das Jahr 1535. gedruckt hat. Folgende Schrift geweißt dieses: Hierinnen ist ausgedruckt die Gerechtigkeit der sich errvander hochrvtrdigii ynnGOrrHerr Dir- rerich Ery-Äischoff zu Meiny loblicher Gedächtnis an ver Gcudc Erfurch angemaßt, die er auch öffentlich im Reich hat anschlahen lassen. Dargegen befund man hyrinnen die Gerechtigkeit, die eyn erbar Rath der Stadt Erfurch, auch rviederumb zu derselbigen Zeit hac drucken uno allenchalben im Reich anschlahen lassen. Erfurth, gedruckt Mattes Maler Kl. O. XXXv. j„ Folio. Friedrich Melchior DedeK'nd hat schon 1646. gedruckt. Ausser dem bereits beschriebenen Wappen, habe ich noch ein anderes gefunden. In einem Schild steht ein Kind, welches in der rechten Hm?i) einjSchwerdr, in der lincken einen Nosenkrantz hält. Auf beyden Seiten ließt man erstlich: Lyml)"lum ^pl^ig^ni, ^icle iVle l)eu8 sslust. unten drunter c IrulZnig veiieliinclorum. Siehe Xll. n. 1. 272 Cap, V. Fortgesetzte tTlachricht Johann Georg Hery lebte um das Jahr 1670. Folgende von ihm gedruckte Buche? beweisen dieses: Ao>ö. LA?'//?. ^mconiltzmus s6 l^rienrern dorM8 ?Sl-g6iluz Oiicurlldus liilioiici» . ?lii!ol. sc 1"^p. HcZä. ^i)Ll.XX. ZlVuiff Ärsck- torfss Nucleus iuri8 ^uiiiniLnei ?gnc1e^3rulr>, teli LeZeÄg juri» privst-, 4. LrfurrK, l^itteris ^o/>. (?eo^ //^T??, ^OLQXXlIl. Johann ^>sck, dessen ich!. c.p. 21. gedacht,führte folgendes Zeichen: in einem runden Schild steht die Zeit mit einer Sanduhr in der rechten und mit einem Todenkopf in der linken Hand. Ausen herum liesset man : Klors ommum rerum exuemum. Siehe l'sb. Xl!. n. 2. Einen Philipp XVltrel habe ich nun auch gefunden, ob er aber Martin Mittels Vater, oder Sohn gewesen, kan ich nicht sagen. So viel aber weiß ich wohl, daß sie einerley Zeichen geführet haben, jedoch mit diesem Unterscheid, daß Philipp selbiges an einem Blumentopf zeichnen lassen, welchen die Ceres halt. S. l^l?. Xil.n. und meinen andern Theil >>. 2c>. Schlüßlichen ist tioch anzumercken bey dem Leben Georh Ändre-av Müllers, p. 2z. !. c. daß dessen Tochter ihren Herrn Eydam Johann Lhristopy Äeyer, die Druckerey völlig übergeben habe. Franckfurth am Mayn. Auch von diesem Ort habe ich bereits im andern Theil p. Z4. gehandelt. Es wundert mich nicht wenig, daß man bey diesem Jubelfest an seine Vorfahren nicht Hedacht Kat. Unterdessen will ich noch hinzu setzen — von einigen Buchdruckern. 27z setzen, was ich seit dem angemercker habe. Daß Christoph Corvinus um das Zahr 15,2 und Gi- gismund Feyerabend -58s jeder besonders gedruckt, und bes»nder^ Buchdruckerzeichen geführet haben, habe ich bereits am anZesührtm Orre bewiesen. E6 müssen aber diese beyde nicht nur, sondern auch NA- N«nds Ga!U, oder Hahns Erben mit einander in eine Gesellschaft getreten seyn, wie aus ihrem gemem- schafftlichen Jnsigne erhellet. In einem ovalen Schild sieht man erstlich die Fama in den y^cken schweben, alsdenn steht ein Blumentorfaufder Erden,zu dessen rechter Seite ein Hahn, und zn dessen lincker Seite Naben stehen. Unten darunter ließt man die Worte: Loruinus. S^lm. k-e^elsbenc! und ^V.LMErben. SieheXlü.n.i. Vermuthlich hat Sigmunds Feierabends Sohn sodann Feyerabend hernach eine Druckerey vor sich alleine geführt. Es bringen mich auf diese Gevcm- cken folgende Bücher: 1) Ein neu Rochbuch, das ist eine gründliche Beschreibung wie man recht und rvol,allerley SpeißaufTeucjche,Ungeri- sche, Hispanische, Icaliänische vnnd Französische Tveiß kochen und zubereiten solle durch Ma.ren Rumpolt, Churfl. Maynyischen Mundkoch in Fol. Francksurih am Mayn, gedruckr bey Jobann Feyerabend iVWI^XXXl.c. K^. 2) Feld-vnd Grarc- duch berverter TVundaryney, durch den ÜlVohl- erfahrnen und tanggeübten üVundaryt Hannß von Gerdorff genannt Schylhanß zusamme dem Ancidotari, Fürsorg und Vorrarh der Chirurgia Franckfurth am Mayn durch )oh- Feyerabend 1592. e. KZ. in 4. ChrWsn iegenolf lchteum das Jahr 1530. d> ft G sin 274 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht sen Erben haben die Druckerey fortgesetzet. Es beweißt dieses folgendes Buch: Bancker der Hofe vnd Edellem des gesunden Gebens Regiment. Von eygenschasst nuy vnnd schedlicheyt alles so zu menschlicher Speise, Tranck, vnd Gebrauch im Rüchen / Reller vnd Apotecken, auch zu leibs mancherley gebrechen, von nöten, Franck- furth am Mayn bey Christian Lgenolsss Erben ^o. Von XVendel Humm, dessen ich I. c. p. 35. gedacht, habe ich auch ein Buch gesehen. Es ist folgendes: Die Rotwelsche Grammatic, das ist, eine Anleitung vnnd Bericht der Kandfahrer und Bettler Sprach, die sie Rotwelsch heisien durch Wendel Humm Buchdr. zu Frfl. am Mayn verfertiger und heraus gegeben 1^. vl^XXXItl. 4. Bey dessen Erben hernach die Druckerei geblieben seyn mag. Ich habe einen Paulus Humm gefunden, Verfolgendes Buch gedruckt hat: Philipp Ehrenreich wider Evangelische Sinn-Bilder auf alle Sonn-Hohe Fest und Aposteltag, vsllkömm- lich durchs ganye I^hr, 4- 8rf am Mayn, gedruckt bey ^Paulus Humm, KW. ci^XXl. c. Kx. Johann L.echler hat die Buchdruckerkunst auch all- hier getrieben, von welchem ich ehedessen nichts gewußt habe. Ich habe aber folgende von ihm gedruckte Schriften gesehen: 0. Johannes Faber wahrhass- tige Beschreibung der Mostouiter Fol. 8rf am Mayn gedruckt bey Johann Lechler, c. K^ur. ^1. V^XXVI. Fronsperger, Leonhard, Rriegs- Grdnung und Regiment sämpt derselbigen Befehl Statt und iLmpter zu Roß und Fuß Ke. bedrucke zu Frfl. am Mayn bey Johann Lech- lern von einigen Buchdruckern. 275 lern Kl. V^Xilll. Fol. c. Lj. Von Gejchüy vnd ^ewerwerck, rvie dasielb zu rverssen vnnd schiesiLN <^L. 1564. bey eben Demselben. VonNicolao 2)asiao habe ich ehedessen ein Buchdruckerzeichen geliefert, jetzo will ich-ein von ihm gedrucktes Buch ^beyfügen.- I'ol-rurgiis ^^tti»: Das ist gründliche und rechte Vn5errveysu-iZ von peinlichen Fragen/ verteutschc durch . paulArebs, von Leipzig, ehlichte Melchior Hof- Manns älteste Tochter, und kauffte seiner Schwis- gennutter den Buchhandelab, 1627.- Erstarbaber i6zo. den 29 Octobr. 4) GeorFl'us Äeucher, kauffte von den Hof- mannischen Erben die Druckerey 16 zi.darauf nahm er des vorigen Buchhändlers Paul Rrebsws Wittwe zur Ehe und brachte zugleich den Buchhanvelan sich, welchen er auch noch neben der Druckerey bestellte. Ein Zeugen davon ist M-A,-/ l'Kes. tium k'reibei^erite (^^lmieum, welches er 164Z. in 4. gedruckt hat. Gegenwärtige Nachricht habe ich daraus entlehnet p.505. in der vierten Abtheilung. Wer nach der Hand die Druckerey fortgesei;et ist mir S 3 unve- 278 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht unbekannt. Gegenwattig ist Christoph Marchäi daselbst. Giesen. Von diesem Ort will ich ein paar Jnsignia beschreiben. Das erste ist Caspar Cyemlins. Er war ein sehr berühmter Buchdrucker um das Jahr »621. Er muß sich aber von dar nach Marpurg gewendet haben, weil ich vom Jahr 1635. gedruckte Bücher von ihm gesehen habe. SeinBuchdruckerzeichen war aber allezeit eben vasjenige, so Johann lvaldorf von Cöln geführt, welches ich oben aufmeinerl^K. IX. n 6 geliefert und p.25^ beschrieben habe. In Ansehung der Umschrift ist es aber unterschieden. Denn Chemlin hat folgende Worte darum setzen lasten: cllvinX vocstiom psrencjum. Joseph Dietrich Hampel lebte um das Jahr 1670 und war Universitätsbuchdrucker. Er führte folgendes Zuchen: Eine Hand aus den Wolcken hält ein Gewicht, welches von dem Wind getrieben wird. Aussen herum stehen die Worte: l>ott s^uerls rur- tus /t/?6. Eben dieses Zeichen und mit eben der Überschrift hatte S 4 auch 2?o Cap> V. 5srtgeseyte ZTlachriche auch ehedess^n Matchms Harnisch, zu Neustadt in der Psaltz, um das Jahr i5'»'?. geführet. Bey dem teutschen Schifften hat er abermahls die Veränderung geliebet. Es sind selbiges zwey Engel/ zu deren Füssen zwey Hände ein aufgerichtes Füllhorn halren; Bald ist es nur ein in die Höhe gerichtetes Füllhorn. Bey beyden liesset man 5ie Worte, aufeiner Seite: )Vahrdafc:g, auf der andern.- Nahrhuftig. Siehe XV. Im Jahr 15^5. verehlichteersichmit LNarcha Jungin, mit welcher er bis an sein Ende vergnügt gelebetund mit selbiger 2. Söhne Melchior und Lmvrosiils und eine Tochter Marcha erzeuget hat. Endlich starb er 159z- den 5. December, nachdem er einige Jahre vorher vom Schlag gerührct worden war. Ihm zu Ehren wurde von Gre^oris Richtern folgende Grabschrift verfertiget: co?M/ 11^^/5 5^?// 9 5/^5 tei^s, ^M^/Ä cv/e^i'M ^k'?/^/>, i?«^/ ^//^//t/ e^eF^?^^ ^^/^ Mv^e ^« (0?^!/^, ^ «?^/öe^60 Ein geschickter Prediger in Zitrau Herr M. Johann Vogelms hat ihm aber diese Grabschrift aufgesetzt: //^0 5/^5 5o^A0M>s ^e^//^ M/?^-??»/ /?? ite /)o?^5 tt/Vit ?)0^7?7F>/S ^^?'^'^/?/-!//o ?7/e /?/o. oc'?^, ^/^I^/ /^'ttetz ^ «'^)'/?ttv?/»'a/'^e ^cr?^. von einig?»! Buchdruckern. .. -28l ei^t ?MWo,'k/?/^ o/-/^ /'s/? ^//M/? /ott>. Nach dessen Tod setzte die Wittwe die Buchdrucke- rey durch ihren Schwiegersohn Johann Rh«mba fort, welcher sie hernach 1595 als sein Eigenthum übernahm. Dieser Johann Rhamba muß also von seinem Vater gleiches Nahmens wohl unterschieden werden. Er war zu Leipzig 156z gebohren, und wurde von seinem Vater zu denen Sprachen urw Wissenschaften fleißig angehalten, aus der Absicht, daß er sich dem Stuviren widmen solte Alleine er hatte einen sonderbahren Trieb die Buchdruckercy zu erlernen, dahero er bey seinem Herrn Vater in dis Lehre trat. Nach ausgestandener Lehre aber besuchte er die vornehmsten Buchdruckereyen im Reiche, in der Schweiiz und Holland. Endlich kam er nach Görlitz, allwo er von Herrn Futschen als ein Sohn seines ehmcchligen Herrns liebreich aufgenommen wurde. Seine Liebe gegen ihn gieng so weit, daß er ihm seine einige Tochter Marcham im Jahr 159k. zur Ehefrau gab. Anfänglich stunde er seinem Herrn Schwiegervater bey herannahenden Alter und Schwachheit treulich bey; Dergleichen er auch nach dessen Tod seiner Schwiegermutter that, bis er endlich -595 nach derselben Tod die Drucke- rey eigenthüMch übernommen hat. Sobald er demnach selbige erhalten hatte, so verdoppelte er gleichsam seine Sorgfalt, diese bisher berühmte Druckerey in ihrem alten Ruhm nicht nur zu erhalten , sondern auch selbiqen zu vermehren. Er ließ zu dem Ende auf seine Kosten eine eigene Schriftgieserey anlegen, damit er niemahls weder an der Menge noch an dez S 5 Zm- 28» Cap. V. Fortgesetzte Nachricht Zierde der Schuften, einen Mangel haben möchte. Ausser der Buchdruckerey halte er zugleich einen weit- lauftigen Buchhandel, daß er sich auch genöthiget sahe, in auswärtigen Buchdruckereyen vor sich drucken zu lassen. Im Jahr 1612 starb ihm seine Ehefrau , mit welcher er vier Söhne und vier Töchter erzeuget hatte. Hierauf verehlichte er sich zum an- dernmahl mit Magdalenen, Herrn Michael Geh- lers/ eines Handelmanns daselbst, Tochter, die eine Mutter von vier Söhnen und einer Tochter wurde. Die damahligen kriegerischen Zeiten verhinderten ihn im seinen Alter seinem Werck nicht mehr so vor zustehen/ wie er wohl gewünschet. Denn im Jahr 1632. und i6zz. wurde die Stadt Görlitz nicht nur belagert, sondern auch geplündert Endlich verließ er 1657. den 2?ten Mertz diese Zeitlichteit. Sein Buchdruckerzeichen habe ich im andern Theil p»A. 2. beschrieben / und in Kupfer gestochen geliefert, welches ich daseist falschlich seinem Vater zu geschrieben habe. Nach dem Tod des Rhamba führten dessen Erben von 16Z4 bis 1644. eine Zeitlang das Werck durch k?süor» fort, unter welchen der lezte Martin Herrmann war. Endlich überliessen ihn die Nham- baischen Erben 1644 die Druckerey kauflich. Dieser Heremann aber gerieth hier auf in eine unordentliche Lebensart, daß es auch 1652 zu einem Credit-' Wesen kam Es wurde zwar Herr Herrmann von E- E. Rath in der Druckerey gelassen, jedoch derge- stallt, daß er von allen dem Rath Rechenschaft ablegen muste,dcchero führen die damahls von ihm gedruckten Schrifften die Unterschrift: rypis 8enstttsiis exlcriprum per tVIgrttnum ^erimsnnum. Es wolte aber auch auf diese Weise nicht fort, dcchero - Chri- von einixen Buchdruckern. 28 z Christoph Zipper dahin verschrieben, rmv ihm die Druckerey verkauftet wurde. Chnstoph Zipp^r war ven io. August 162 r. zu Wittstock in der Macck gebohren. Sein Herr Vater war Christoph Zipper, Bürger und Handelsmann, daselbst. Weil ihm aber seine Eltern frühzeitig gestorben waren, so muste er sich eine Zeitlang bey ehrlichen Leuten aushalten, bis er nach Königsberg in Preußen, die Buchdruckerkunst zu erlernen, gethan wurde. Nach ausgestandenen Lehrjahren besuchte er verschiedene auswärtige Buchdruckereyen; Hierauf wurde er Hieher als Factor und hernach als Pachter verschrieben. Es wahrte aber nicht lange, so wurde er 166z. Eigenthumsherr von der Buchdruckers». Er gab sich viele Mühe, die herabgekommene Buchdruckerey in bessere Umstände wieder zu. setzen Allein ver Tod verhinderte ihn hieran Denn er ist schon 1677. wieder gestorben. Mit Anna A- scherin hatte er 1660. ein Ehebündniß eingegangen und mit selbiger 5. Söhne und drey Töchter gezeuget. Nach dessen Tod führte seine Wirttwe die Druckerey bis «686. fort. Denn in diesem Jahr übernahm der älteste Sohn Christoph Zipper die Druckerey, zu welchem sich hernach sein Bruder Michael Zipper gesellete. Nachdem aber der jüngste Bruder Jacob aus der Fremde nach Hause kam, so vereinigte er sich mit seinem Bruder Michael die Buchdruckerey gemeinschaftlich zu verwalten, welches auch bis an den Tod Michael Zippers 1729. den 16. Jenner geschehen. Jacob Zipper, ein Bruder des vorhergehenden, war 1667. in Görlitz gebohren, Bey seinem Bruder erlernte er die Buchdruckerkunst, und verschickte 284 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht tebey selbigen 1688. den 6ten September sein Postulat. Hierauf gieng er in die Fremde und besuchte verschiedene berühmte Druckereyen. Nach zwey Jahren kam er wieder nach Haus, und trat mit seinem Bruder Michael in Gesellschaft. Im Jahr 1728-übernahm er das Werck alleine, und führte selbiges bis 1734. mit allem Fleiß fort. Da ihm aber dieses wegen seines Alters zu schwehr wurde, so nahm er Herrn Giegmund Ehren fcied.Richtern zum Gehüiffen an. Endlich starb er 17z? den 2z. December. Er hatte sich zwey mahl verehlichet. Einmahl 1697. mit Jungfer Eva Maria Srein- meyin, von Sagan, mit welcher er zwey Töchter und einen Sohn gezeuget, der gegenwartig zu Jn- golstadt in Bayern Buchdrucker ist. Zum anvern mahl 171 z. mit Jungfer Gusannen Gpechtin,wel> che aber 1731. wieder gestorben ist. Giegmund Lhrenftted Richter erblickte zu Budißin 1711. den 16. Mertz das Licht dieser Welt, sein Herr Vater war Gottfried Gottlob Richter, Buchdrucker daselbst, bey welchem er hernach vom Jahr 1725. bis 1729. die Buchdruckerkunst erlernte, und kurtz darauf sein Postulat verfchenckte. Als>- denn besuchte er die Druckereyen in Altdorf, Würtz» bürg, und Augsvurg,sich in seiner Kunst vollkommner zu machen. Im Jahr 1734- wurde er nach Haus beruffen, mit Herrn Zippern in Gesellschaft zu treten. Er sonderte sich aber 1735. nach getroffenem «Vergleich von ihm wieder ab, und bekam bey dem Anfang des i736sten Jahres/ nach dem Tode des Herrn Zippers das gantze Werck alleine. In ebeir diesem Jahre yeyrathete er den 22ten Februar. Jungfer Johannen Christianen/ Herrn Höh- Heinrich ——- vstt einigen Buchdruckern. 285 Herguths, ehemahligen Pastoris zu Henneberg, Tochter. Nachdem aber selbige den 15. Mertz 17Z6. schon wieder gestorben, so nahm er zum andern mal 1737. den 26. Februar. Jungfer Hrie- derica Christma, Herrn ZTlicolai Schillens, Buchdrucker und Buchhändler in Lauban älteste Tochter zur Gehülfin an. Seine sehr sauber gedruckten Schriften werden den Gelehrten in Görlitz zu wünschen Gelegenheit geben, daß er der Drucke- rey daselbst noch viele Jahre vorstehen möge. Sein Buchvruckerinsigne ist ein noch nicht völlig aufgebauter Pallast, auf der Erde liegen.verschiedene Werck- stücke, einem Bildhauer, der an einer Sänle arbeitet, weißt eine'Weibsperson den gantzen Pallast auf einer Charte vor. In dem Abschnitt stehen die Worte: Durch Zeit und viele Arbeit, 1739. Oben drüber halten zwey Genti das Königliche Pohln. und Churfürst!. Sachsische Wappen. Unten sieht man das Handelszeichen nebst einem Ancker und die Anfangsbuchstaben von seinem Nahmen. Er hat auch sonflen nur seinen verzogenen Namen erwehlet. Siehe ?ük. XV. n. 2. Siehe Rnamhs ^nnnles l^oZr« I^ulst. 61p. psZ. z6.leyH. Goßlar. Der berühmte Herr Rector daselbst M. Gottfried Grosch hat uns die Ehre angethan, und uns eine kurtze Nachricht von den Goßlarischen Buchdruckern eingeschicket. Wir dancken ihm hiemit auf das Verpflichteste, und wünschen, daß er bierinnen mehrere Nachfolger bekommen möge. Wie soll es svn- sten möglich seyn, daß MN eine vollständige Buch- 286 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht vruckerhistorie liefern kan. Die eingeschickte Nachricht aber ist folgendes Jnnhalts: Weil von den Goßlarischen Buchdruckern nirgends die geringste Nachricht zu finden ist, so habe mir Mühe gegeben, folgendes davon zusammen zu suchen. Anno 1605. kam Johannes Vot'Zt, ein geschickter Buchdrucker nach Goßlar, und erlangte nicht nur von E. HochEdl. und Hochweisen Rath das Bürgerrecht, sondern auch andere Vortheile, welche er in einer Zuschrift, so vor der von ihm nuFolio gedruckten Bibel stehet, ungemein herausstreichet. Wo gesagter Voige eigentlich her gewesen, und wo er die Buchdruckerkunst erlernet, kan wegen Mangel der Nachricht nicht angezeiget werden; so viel ist gewiß, daß er in kurtzer Zeit sehr berühmt wurde. Er druckte viel Bücher, wie denn die bekannten Buchhändler, zu Lüneburg/ die Sterne, zu der Zeit fast alles bey ihm drucken liessen. Merckwürdig ist, daß er vom Jahr 16 54. biß 1618- und also innerhalb 5. Jahren die teutsche Bibel vier mahl gedruckt, wie solche Ausgaben annoch selbst bezeugen. Die erste Ausgabe ist 1614. in Nieder-Sachsischer Sprache heraus kommen. Ob ich nun gleich selbige nicht habe zu sehen bekommen können; so ist doch solches gewiß; immassen er in oben gesagter Zuschrift ausdrücklich spricht, daß er im vorigen Jahre, nemlich 1614. die Bibel in Saßischer Sprache gedruckt habe. Die andere Ausgabe ist in Folio 1615. in Obersächsischer Sprache an das Licht getreten, und ist in Goßlar nicht rar. Die dritte Ausgabe ist im Sternischen Verlag in groß 4 1617. wie der Titul vor den Propheten sagt, oder von einigen Buchdruckern. 287 oder i6i8. wie derTitul vor den Büchern Mosis anzeiget, zum Vorschein kommen. Endlich ist im Jahr i6«8. die vierdte Ausgabe in groß 8 gefolget, welche ebenfals, wie die zwey vorherstehenden in Hochteutscher Sprache, nach Beschaffenheit der damahligen Zeit, sehr nett und sauber gedruckt worden. Andere Bücher, die in öffentlichen und privat Bi- bliothecken noch öffters gefunden werden, übergehe mit Stillschweigen. Arndte wahres Christenthum und Paradieß-Gartlein verdienet noch angemercktzu werden. Es kam 1620 in 8. heraus. Wie correcr es gewesen seyn müsse, erhellet daraus, weil die Lüneburg. teutschen und lateinischen Ausgaben darnach abgedruckt, St. Arndes wahres Christenthum 172z. zu Saltzwedel von Christian Schustern gedruckt in der Vorrede. Im Jahr 1627. starb dieser fleißige und geschickte Buchdrucker allhier in Goßlar; ihm folgte Der andere Goßlarische Buchdrucker Nicolaus Duncker, eines Braunschweigischen Buchdruckers und Rathsherrn Sohn, welcher Johann Voigrs Tochter geheyrathet hatte. Dieser ist zugleich ein künstlicher Schriftgiesser gewesen; dieSchriftgiesserey aber ist nach seinem Tode, ich weiß nicht wie, oder warum, nach Braunschweig gebracht worden. Nachdem «r sich durch Kunst, Mühe und Fleiß vielen Ruhm erworben, starb er 1671. Nach diesem kam sein Herr Sohn Der dritte Goßlarische Buchdrucker, Ioha"" Simon Duncker, welcher ebenfall manches schönes Buch aus seiner Druckerey an das Licht gestellet har, und 1708. erst verstorben ist. Es hat dieser unter andern auch die teutsche Bibel in Folio 1702. heraus 288 Cap V. Fortgesetzte Nachricht aus gegeben, daß also die teutsche Bibel Lutheri in Goßlar 5. mahl zusammen heraus kommen ist. Der vierte Goßlarische Buchdrucker ist der annoch lebende Herr Georg Duncker, ein Sohn des vorigen, aus dessen Officin nicht weniger Bücher hervor gekommen. Hier kan ich nicht ungemeldet lajstn, daß 165z. noch ein Buchdrucker Hieher gekommen, Nahmens Martin Vogel, weil er aber nicht viel über ein Jahr hier geblieben, und auch nichts merck- würdiges gedruckt hat, so habe dessen oben nicht ge- dencken wollen. Sonst ist die hiesige Druckerey mit mancherley Schriften, als Teutschen, Lateinischen, Griechischen und Hebräischen versehen ; es sind auch noch die Figuren in Bley gegossen vorhanden, welche in den oben gedachten Bibeln sehr hauffig zu sehen sind. Dieses ist ein kurtzer Auszug aus einer Vorrede vor 6. Reden, welche 1740, von einigen Alumnis gehal« ten, und nunmehro unter dem Titel: 8ex orgriones 6e rnulriplici val'wczue srris t^oZrgpKjcX vlu Ac. gedruckt worden sind. Grimma. Der Hochgelehrte Herr Doct. Johann Friedrich Mayer schreibt zwar in seiner ttittoris Veiiwru« zu Grimma gedruckt worden sey, alleine man kan weder eine Zeile, viel weniger ein N T. aufweisen, daß zu Grimma gedruckt worden sey, dahsro Herr Gchorrgen in seiner Vorrede zu den Dreßd. Jubelgeschichten diese Nachricht billig in Zweifel zieht, p. is. Groß- von einigen Buchdruc?ern. 289 Großglogau. Allhier hat im vorigen Jahrhundert Joachim 8unc5e / hernach Lrasmus Rößnce unv alsdenn Johann Julius Hunsld die Druckerey getrieben. In Kleinglogau hat man auch eine Druckerey gehabt, welche Michael Rehehorn geführt, fielst aber wieder eingegangen. S. Rungii liiLunslz. 97. Hagenau» Von diesem Ort führe ich jetzo weiter nichts an, als daß Ioham, Gecerius daselbst um das Jahr 1534^ gelebet und Iani Bildniß nur zwey Gesichtern in ei-iem teutschen Schild gcführet habe. Eben dieses fübrre Peter Ärubach. Siehe ^K. X!lk. n. 2. Herr L.eff?r führt zwar eben dieses Zeichen von ihmjp. 2Z8. an, er setzt aber folgende Beschriften binzu, zurrechten: ri«^i? ^«5 k?/77«>- /ZXk/Z« zur lincken i^'^ 5^ und unten: <) ^7?^ g tergo cui nuijg ciconis pin/::; Bey meinem Original steht nichts davon. Halle. Wer allhier der erste Buchdrucker gewesen ist, laßt sich aus Mangel der Nachrichten so genau nicht bestimmen. Unterdessen hat man schon vor alten Zeiten Buchdruckereycn daselbst gehabt, wie man aus der Magdeburgischen Policeyordnung vom Jahr 1688. erstehet. Denn daselbst heist es, daß in: der Stadt Halle vor A-cers her, ois zu druckenden Theologica', Phiiossvyiea und Philologie«, der Senior des Minifterii oder Pastor primarius ; Die J'.N'idica, oder ^vliuea aber der Sradlrath ccnsir^r T hab'. 29» loci communes pküo- ioptiici, czui sä logiesm 5peitsat, gedruckt zu Glau- cha vor Halle, l s7o. in fol. Alsdenn Inltiruricznes (zrammsrics? Istin«?, Halle, 1592. in 8vo. Endlich 0. Ioh Glearii U?arnung Wider den Greul der Verwüstung in des Zür- stenchum Anhalt Rirchen neulich eingesetzt, Halle, 1597. in 4. Won dieser Zeit an kan man etwas mehr von den Buchdruckern in Halle sagen. Ich will selbige hersetzen, wie sie bekannt wordm sind- 1) /'s?//?// c7^«e^^tt/, oder Paul Greber/1597. 2) ^-/z/?»?//l6,!?z. Z) 6Ä^?/?o/iöo^/ 1614. welcher sich zu seinem Buchdruckerzeichen den Jüngling Ganyme- des erkieset, wie ihn der in einen Adler verstellte Jupiter in Himmel führet. Es ist dieses eben das Zeichen , welches tvolssgang Richter zu Franckfurth an der Oder gehabt hat» Ich habe es bereits im andern Theil p. 44. 'r^L. Vll. in Kupffer stechen lassen. 4) Peter Schmidt, siiss Peter 8«ber, Fmstl. Magdeburg. Hofbuchdrucker , s, 8«16z6. 5) Chri- von einigen Buchdruckern. 291 5) Christoph Gaalfeld 1625-1670. Er war im Jahr 1599. zu Quedlinburg gebohren und hatte sich 1625. den 25. Jun. mit Ursul ^zjwmr- ckm verehlichet unv nach ihrem Todr mit Jungfer Maria Radicken 1651. den 6ten May, mit welcher er 4. Söhne und eine Tochter gezeuget hat. Endlich ist erden i. Septembr 5670- wieder gestorben. Man weiß folgende Grabschrift von ihm: Hier ruhe ein Mann der cAGtt und Menschen treu gediener Mit seiner Schrift und Dru^ : Z^lun diene ihm diese Gchr fr, So ihm die L.ieb und Treu der Seinen hat gest/ssr. Zu seinem L.ob und Ruhm, der immer bleibt und grünet. 6) Melchior Oehsschlegel 1650.-1662. 7) Johann Rappolt 165z. 8 Galü-uel Gpörell666. 9) Christian Vester 1670. in) David Saatfeld Fürst!. Magdeburg. Hof. buchdrucker 1679. 11) Cristoph Saslf-ld Negierungsbuchdrucker. 12) Christoph Saalfeld des vorhergehendenSohn. iz) I?osua Sregmann. 14) Christian Hsnckel der Buchdruckergesellschafft daselbst Senior, wie auch Achtmann bey der Kirche zu St. Moritz. Er ist i66z. den ,8- Mertz zu Wittenberg gebohren und hat daselbst bev seinem Hrn. Vater Matthias Henckeln die Buchdruckeckunst T 2 erler- 292 Cap V. Fortgesetzte Nachricht erlernet. Im Jahr 1694. begab er sich Hieher und schaffte sich eine Druckerey neu an. Das Jahr darauf neulich 1695 den 2 l. Jan. hcyrathetesr Jungfer Sophia Ell-abech L.chmanmn aus Witten- berg/ welche er erst kürtzlich 1740 den »O. Junii durch den Tod verlohren hat; Anjetzo setzt er den Disputationshandel fort. 1;) Christoph Andreas Zndler brachte im Iahe F694. seine Buchdruckerey cn- Franckfurch an der Oder hieher und führt jetzo den Disputationshandel. 16) Johann Jacob Rrebs kauffte JofuäSceg- manns Druckerey und starb i?^s. 17) Johann Grünere/ Universitäts-und Raths- buchdrucker,war im Jahr 1666. den t i.Decembr. zu Giebichenstein gebohren. Im Jahr 1682. trat er bey Christoph Gaalftlds Wittwe in die Lehre und verschenckte in eben dieser Druckerey sein Postulat. Nachdem er nun 1694. aus der Fremde wieder nach Halle in Christoph Gaalfelds Wittwe Buchdruckerey gekommen war und eine Zeitlang daselbst gearbeitet hatte, so legte er sich in, Jahr 1699. eme tieus Druckerey an und verehlichte sich noch in diesem Iah? mir Frauen ?Lven Marien, gebohrner Puiyin, Herrn Friedrich Äarthoiomäi Eigelkrams Wittwe, mit welcher er z. Söhne und i. Tochter gezeuget hat. Im Jahre 1705. schaffte er sich einen Theil vors Herrn Friedrich Andreas Hübners Buchdruckers») an. Im Jahr 172z. wurde er Nathsbuchdrucker, welche Ehre ihm hernachderTod 1751. denn. Sept. raubte. 18) Johann Andreas Saalfeld lebte um das Jahr -700. Nach dessen Todt erhielt Stephan Grban dessen Buchdruckerey. !5>) von einigen Büchdrucker»?. 29z 19) Johann Monrag schaffte sich 1702. eins neue Vuchdcucksrey allhier an und beweiset noch seinen Fleiß mit der in groß 8 gedruckten Bibel. 20) Friedrich Andreas Hübner kauffteChnstoph Saa.felds Druckerei) und zog aisdettn von hier weg. 2?) Johann Christian Zah^ !!niverftsA?6 und Rathsbuchdrucker nahm von des vocherg-.dachten Hübners Buchdruckerey einen Theil an und ist vor. einigen Jahren gestorben. 22) Stephan Orban ist in der Goldlauter im Thüringischen 168». dey i. December gebohren Ins Jahr 1695. erlernteer bey Herrn Göb^nzuHilddurghau- sen die Buchdruckerbu-ist und kaustre s'.ch hernach 1707. Johann Andreas Gsalfttdens Druckerei zpelche er sehr viel verbesserte, wie das Cansteinische Bibelwerck deutlich g'mug «rweißt. Er hatte sich 3. mahl verehlichet. Ein mahl mit Maria Zeidie- rin »709 und hernach mit Dorochea Juliana ps- ckelin. Im Jahr 17?! legte er noch eine Druckerei) an- welcher er aber nicht langer als ein Jahr vorgestanden; De?m im Zchrs 1732. den 2. October nahm er von dieser Zeitlichkeit Abschied. Er hinterließ 2. Söhne und eine Tochter, davon der älteste Sohn die Druckerey erhielt. Er folgte aber gar bald seinem Vater in die Ewigkeit nach. Der jüngste Sohn Johann Benjamin ist noch am Leben. 2z) Georg Jacob L.ehmann legte 1711. eineneue Druckerey an, welche biß diese Stunde dessen hinterlassene Wittwe durch ihren Sohn, alsFattor, fortsetzet. 24) Johann Christian Hendel, dessen Leben steht ausführlich in meinem andern Theil 9.49. Tz 2,) 294 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht 25) Johann ChristianHilliger, istden lz. Febr. 1686. zu Halls gebohren. Bey Herrn Imanuel Ti-'ycn zu Leipzig erlernte er 1699. dieBuckdrucker- kun i. Im Jahr 1718 richtete er althier eine neue Dcuckecey an unv heyrathete noch in diesem Jahr Junger Lnna Rostna Schmidtin, mit welcher er Z. Sohne und 6 Töchter gezeuget hat. 26) Johann Friedrich Rrortendorf, hat 1718. seines Herrn Schwiegervaters- Christoph Andreas Zeivl.'cs Buchdruckerey bekomnien. 27) Johann Christian Herrmann kaufte 1722. des oben angeführten Johann Christian Zahns Buchdruckerey. 28) Johann Gottfried Rittler brachte 17?l. vorhergehende Herrmannische Buchdruckerey an sich. 29) Johann Friedrich Grun?rr, dessen Leben habe ich ebenfalls i. c. p. 52. beschrieben. Z<^ Johann Christian Grunerr. Auch hievon habe ich ! c. p. 5z. gehandelt. zr) Johann Heinrich Grlmert. Dessen Leben siehe l. c. s,. 54. Z2)Iot)ann Gottfried Meyhe stunde erstlich der Saalj-eid-jchen Druckereyals Factor vor, nach- gchends kaufte er 77zz. die Cholvinische Druckerey in Leipug und brachte selbige Hieher. Im Jahr 17z z, den 22. Junii trat er mit Johann Grunercs einiger Tochter Maria Elisabeth in die Ehe, mit welcher er z. Söhne und 1. Tochter erzeuget hat. ZZ) Johann Christian Äeurler, von Berlin, richtete zwar l??z. eine neue Buchdruckerey allhier an, er hat sich aber nicht lange aufgehalten. 34) Johann Justmus Gebauer. Dessen Leben siehe l. c. 9. 54. Z5) von einigen Buchdruckern. 255 z 5) Christian L.udeu>iZ Gympher. Dessen Leben siehe!. c. p. 56. dabey man 9.58. l. 21. vorRä- ster, Bister lesen muß. z6) Christoph Saalfelds Erben setzen seit 17? 6. die von ihrer Mütter hinterlassene Druckerey fort. Ausser diesen biß anhero erzehlten Buchdruckern findet man noch 2. Druckereyen in Halle. Die eine davon ist 1698. im Waysenhauß zu Glaucha voe Halle, die andere aber von Herrn Prof. I. H. Cal- lenberg zum Behuf der jüdischen Schriften angelegt worden. Siehe ^öffentliche Jubelzeugniste Von -Hatte in dem Vsrbericht p. 14. lecz^. Hamburg. Bey dieser Stadt füge ich gegenwärtig nichts, als einige Verbesserungen von meinem andern Theil, hinzu. Man andere also p. 60 l. 11. 19. und mache daraus 29. p. 61.1. z. vor »727. lese 1729. Iines27. vor 26. lese 29. p. 62^ l. 12 ist noch hinzu zu setzen, daß Herr Philipp L.udervig Stcöhmer 17^4. den Herrnstand angenommen habe. t. 621.15. vor 1706^ jese 2701. Hanau. Um das Jahr 1511. lebte daselbst Heinrich Gt^/. Siehe X-V. u. 4. Bon den jetzigen Buchdruckern dieses Orts Habs ich bereits im andern Theil p. 64. gehandelt. Man lese l° 5. vor i z. z i. und 1.7. vor i s. lese 17. Heydelberg. In dieftr Bischöflichen Residentzstadt bekam die Buchdruckerkunst frühzeitig ihren Wohnplatz, ob ich gleich nicht sagen kan, wie der erste Buchdrucker ge- heissen hat. Herr Marchand berichtet p. 7z. daß opuiculum, ?/o/c eines er- baren Raths der Gcadr Nürnberg Gbcrkeitvnd gebiethen, wie m???t//?. SieheK. XV l. n. 6. Johann Bernhard Heller, dessen Leben ich im andern Theil p. 68, beschrieben, hat in einem teutschen Schild seine Anfangsbuchstaben 1. L. tt. über welche die Sonne, unten darunter aber der halbe Mond undeinSt^n zusehen. Zwey Genii halten Lorbeeruno Palmenzweige darüber. Siehe I'^K, XVI. n. 5. Nunnrehro will ich abermahls einige Druckfehler verbessern- Im andern Theil p. 68.1. 8. an statt Reichardtsbronn lest Reinharvrsbronn p. 70. I. 17. stehet Jacob Aickeltzahn, lese davor Jacob Peter Rickethcchn. 9sA. 72.!. 1. stehet i7lr. statt -721. zu I. 6. setze noch hinzu den iten August. Ingolstadt. Daß man daselbst um das Jahr 14F9. gedruckt habe, beweißt 77)v?»s^/l^M/?>6e imirgrione^Kri- tti oputculum, welches um diese Zeit daselbst zum Vorschein gekommen ist, ob man gleich den Buchdrucker nicht weiß. Siehe Schelhoens ^mvemc. lir. VII!. p. 425. In der Blasianer Bibliothek zu Nordhausen findet manJohanms parreurs I d. ö-,cc. exerc. vereris artis, czuse lunr ^ssgoZe por- zo 7/^»»- /?/?^v>. Dessen Bildmß stehet auf^sl,. XV!l. Vermurhlich ein Sohn von ihm Adam Sareorius wurde hernach bekannt , welcher das Sinnbild dev Gesellschafft JEsu zu seinem Buchdruckerzeichen er- wchlet hatte. Jungduntzlau, siehe Böhmen» Kahren. In diesem Dorf, welches im Cotbusischen Sprengel in der Niederlausnitz lieget , hat ehemals Hew Gottlieb ^abricius / Pastor daselbst , eins eigne Druckerey im Jahr -707. angeleget; Es hat aber selbige nicht länger a!s bis 1709» gedauert. Siehe KeÄ. Sorsv. ^ro^c-. sä orsr. ci. 2s. ^vr. Z740. Ksbit. p. 18- Königgratz, siehe Böhmen. Königsberg. Won dieser Stadt will ich anjetzo weiter nichts M von I^hann Sceltsr ein pc^r Worts melden. Ec Ltetti^ent^. l l von eittlgen V.-zchdmckettt. zor Er war zr.StettMl685.den 8-Junii gebohren, und hernach Königlicher Preußischer Buchdrucker an diesen, Ortwordcu. Siehe dessen B'ldmß XVIIi. Kuttmberg/siehe Böhmen- Lauban» Allhier ist die Buchdruckerkunst sehr spät angelanger. Denn erstlich im Jahr! 684. kam NOolffgang Lhistoph Gramer, welcher vorhero zu Colditz dis Buchdruckerey gecrieben hatte, daselbst an. Er gab sich zwar alle Mühe seine Buchdruckerey in gute Umstände zu setzen; alleine der Tod hinderte ihn hieran, weil er schon im Jahr 1689. von dieser Welt Aoschteo nehmen muste. Hierauf übernahm Herr Michael Hartmann, Buchdrucker von Zittau,'diese Buchdruckerey käuflich. Anfanglich setzte er seinen Stiefsohn Johann Gottfried Dehnen, als Facwr, dahin. Im Jahr - 69 -. übergab er ihm solche zu seinem Eigenthum. Weil er. sich aber nicht allzuwohlauffühtte, so übernahm Herr Hartmann 1697. selbige wieder ftlbsten und besorgte sie durch Factors bis 170^. da er selbige Herrn Johann Christian Gtremel und zugleich seine Tochter zur Ehe- genoßin übergab. Es war dieser 1674. den i zten Augusti zu Dreßden gebohren. Sem Herr Vater war Johann Heinrich Gxremel Buchdrucker zu Pirna in Meisten. Die Buchdruckerkunst halte er in Drcß- den bey Johann Rieden, Churfürst!, Sachs Hofbuchdrucker erlernet, bey welchem er auch sein Postulat verschsncker hat« Nachdem er nun unterschiedene BuchdruckereM besuchet, so kam er nach Lau- zo2 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht. ban, und wurde daselbst erstlich Factor, hernach Besitzer von der Druckerey. Als aber sein Herr Schwiegervater Michael Hartmann immer schwächer wurde, so ruffte ihn selbiger nach Zittau zu seinem Gehülffen, daher» die Druckerey zu Lauban an Herrn Nicolaus Schillen kam. , Das Leben dieses Herrn Gchillens habe ich bereits im 2dern Theil p. 72. geliefert, allwo man p ?z. I. 4. an statt 1718. lesen muß 1708. und 1. 11 heißt es, sein Vater wäre Oberaltester des Schmiedehand- wercks gewesen, welches aber Oberältester des Hand- wercks der Schneider heissenmuß Zu seinem Buchdruckerzeichen hat er sich einen annehmlichen Garren erwehlet, auf dessen lincker Seite ein Schnftkastm zusehen, bey welchem ein Genius sitzet, welcher zwsy Druckerballen in den Händen hält; auf der rechten Seite stehet auf einem Postement ein Bienenkorb: Oben drüber scheinet die Sonne mit der Überschrift'- unten stehet dessen verzogener Nahme in einem Schild. Siehe Rnauchs Hnn. I^po^. l^ul. Lup. xgZ. 79. lhcz. Leipzig. Alhier will ich erstlich einige Buchdruckerzeichen beschreiben, und hernach einige Anmerckungen und Verbesserungen über meinen ersten Theil mittheilen: Melchior L.orrer soll der erste sevn. Bon die« sem habe ich feinen verzogenen Nahmen, welcher weiß erscheinet, bey einem Buch gefunden, welches man in denen ^nnsl. lüpl' l'yp^i-. Übergängen hat. Es ist selbiges.'/^/^^^^«^-i' o,-?^/s/? ^Stt^ em-n^ttt/tt, Z/^- M'/^/'o»- /.o^5^//. Zu Ende stehet: > von eittigett Buchdrucker». ZOZ /^/?^^ ^ o/ie?^ L?" M?/^'o?-/> /o^5^^^/ ^A- 6-/?/// o^)^>/? ^^Te?/^> c-»//^ M///^»?o «^^»,0 X/^/ M?^?'/ 4to. Sein Buchdruckerzeichen stehet XlX^ i. Johann Albrecht Mmyel hatte sich zu seinem Buchdruckerzeichen erwählet ein Lamm mit der Siegesfahne, auf dessen Kopf ein Creutz zu sehen , aus dessen Brust Blut in einen Kelch springet. Aussen herum liesset man die Worte: /e^ts 1627. welches vermuthlich das Jahr ist, da er sich nach Hof gewendet hat. Ausserdem muß ich hier noch melden, daß einige von seinen Nachkommen noch bis 1730. am Leben gewesen sind. Siehe XIX. n. 2. Bernharde Christoph Breittopf hat sich an statt seines ehemahls von mir im ersten Theil ps^. izr. beschriebenen Buchdruckerzeichens, folgendes erwählet. Man sieht nehmlich auf einem Postement einen Felsen, und dabey einen Bären, welcher an seiner rechten Tatze sauget, mit beygefügten Worten: A/e , Iohann Christian L.angenheim hat sich dessen verzogenen Nahmen zum Buchdruckerzeichen erkieset, auf dessen rechter Seite die Buchdruckerkunst in Gestalt einer Weibspersohn, auf der Lincken aber der Mercurius siehet; oben drüber siehet man in denen Wolcken einen Cra.itz. Siehe Isb. XIX. n. z. ''^'^M^.'^' i^' ' ^.7^.v->,V'^'st^''-''Ü ^ ^ ^ ^ ^ Nunmehr liefere ich auch einige Werbesterungen, und Zusätze zu meinem ersten Theil in Ansehung der Nachricht von der Vuchdruckerey in Leipzig. . , k>gss. ZO4 Cap. V. 8ortgeseyre Nlachricht 9? lin. 12. muß man also lesen.- welcher???, den iO, April wieder gestorben ist, wie die von Herrn Johann Galmuch gehaltene Leichenpredigt über i. Thess- V. bezeuget. ?s^. IOO. Ist zu Johann Beyers Leben noch hinzu zusetzen: Daß er sich 1578- mit Frauen Marien/ Herrn M.Johann Rudolphs, Pfarrers zu Schwei- nitz an der Elbe, Tochter, Herrn Thomas Rock- stedrs, gewesenen Bürgers zu Halle hinterlassener Wittwe, verehlichet, und mit ihr sieben Kinder erzeuget habe, davon viere bey ihrem Ableben 1694. den 16. May noch am Leben gewesen. Siehe M. Georg XVeinrichs Leichenpredigten. k>2A. 115. Ist bey Johann Aöittigaus Leben, noch zu erinnern, daß ausser den bereits daselbst ee- zehitenFactors auch Herr Andreas Zeidlcr so wohl, als Immanuel Tieye bey dessen Wittwe diese Stelle vertreten haben. 115. Ist bey Herrn Johann -Bauern cmzu- mercken, daß dejjen Druckerey an Herrn Johann Zxöhlern gekommen sey. 117. Bey Herrn Christian Michaelis muß es also Hessen: Er hat seine Buchdruckereyvom neuen crrichter, und sich zwey mal verehlichet. Aus der ersten Ehe hat er zwey Töchter, und aus der andern einen Sohn erhalten. Die älteste Tochter heyrathere Herrn Christian -Vanckmann, die andere Herrn Müllern Königl. Accis-Jnspector. Der einige Sohn aber starb als Geselle. Nach Christian Michaelis Tod heyrathete dessen Wittwe Christoph -Valcha- sar L.ampen. Weil er aber nicht gar zu wohl Hauss dielt, fs mufte ex seine erycprachete Drucke-rey mit von einigen Buchdruckern. ZO5 den Rücken ansehen, dahero er das Unglück hatte, daß er als Gesell zu Slave sterben muste. Unterdessen stund die Druckerey einige Jahre stille, bis der junge Michaelis selbige übernehmen könnte. Er lernte zu dem Ende bey Herrn Christian Gcholvin die Buchdruckerkunst. Es drangen aber die Schuldner drauf, ehe er noch mannbar wurde, daß die Druckerey an Herrn )ohann Andreas Zstbau- n verkaust wurde, welche nunmehro Herr Michael Hennig besitzet. ?SA li? bey Herrn Johann Erich Hahns Leben verhäir sich die Sache in AnselMg seiner Wittwe also: Nach dessen Tod heyrathete sie Theodor Fleischern, Buchhändlern in Jena. Anfänglich war diesir Herr Fleischer gesonnen l58o die Buchdrucke', kunu unter gewissen von ihm vorgeschlagenen Bedingungen zu erlernen. Meil abe> selbige also beschaffen waren , daß die Gesellschaft nicht damit zu frieden jeyn konnte, so sahe er sich genöthiget die Druckerey an seinen Herrn Bruder Christoph Fleischern, weichet zu Rudolstadt eine eigene Buchdruckerey gehabt hatte, käuflich zu überlassen, und seine Ehefrau Mit nach Jena zu führen. Und von diesem letztern Herrn Fleischer ist die Hahnische Buchdruckerey üls- denn an den annoch lebenden Herrn Georg Gaalba- chen gekommen. S- Werthere Nachricht p. z89» § ?s. . l^sZ. iis. bey Herrn Michael Vogt, ist hinzuzusetzen , daß dessen Buchdruckerey an Herrn Johann Christoph Brandenburgern gekommen sey, nach- dem sie einige Jahre stille gestanden hatte. 119, bey Herrn Iustinus Brandt ist anzu» U Met» Zc>6 Cap. V. 8ougeftyte Nachricht niercken, daß dessm Buchdruckerey aus lauter orientalischen Schriften bestanden. ?sZ. 119. bey Herrn Johann Christoph Brandenburgern setze man hinzu, daß er die Voglische Buchdruckerey an sich gebracht, nachdem selbige einige Jahre ledig gestanden. 119. bey Herrn Gallus Niemann muß manmercken, daßerBenjam. Christoph Riyschens Druckerei) gekaust habe. pgA. 120. bey Herrn Christoph Fleischern haben wir gesetzet, er habe zu RudolstadtHerrn Schmidts Druckerei) gekauft, es muß aber Zreyschmidr heissen. ?ss. 121. bey Herrn Christian Göyen heißt es, er wäre zu XVichmar gebohren; Es ist falsch, es muß VOiehmar Hessen. Bey Herrn Johann Jacob Bauhöfern, zu Jena, hat er nicht mur seine Kunst erlernet, sondern auch in dessen Druckerey, 1665. sein Postulat verschicket. Dessen Sohn Christian Göye ist 1739- gestorben. ^22. bey Herrn Christoph Zalchastw L.ampen stehet, daß dessen Druckerey Christian Michel bekommen, man lese davor an Herrn Johann Andreas Zschau. P-A 125. bey Herrn Martin Fulde haben wie gesagt, daß Herr Chrizioph Zunckel, nach dessen Tod seine Druckerey gekauft habe; Es ist aber noch bey Fuldens Leben geschehen. pgZ. 127. bey Herrn Samuel Aeischem setze'man hinzu, daß dessen Buchvruckerey an Herrn Göttlich Bauch gekommen sey. psZ. 127. bey Herrn Gottfried Rochen ist hinzu zusetzen, daß er eine neue Buchvruckerey errichtet habe, welche nach seinem Tod cm Herrn Io- bamt - von einigen Buchdruckern, zo? hann Gottfried langen und nach dieses Ableben durch Heyrathung seiner Wittwe an Herrn Zacha- eias Heinrich Lisfelden gekommen sey. t'gA. IS?, bey Herrn Gorclieb Bauchen ist zu erinnern, daß nunmehro dessen Druckerey die Wittwe umer ihres Schwiegersohns Herrn Janzens Fa- ctorie fortsezt. t>gA. IZO. bey Herrn Christoph Zunckeltt, l. ».an statt 1670. lese 1699. l. 6. an statt Churfürst!, less Fürstlich !. 15. an statt Gorha lese tLisenach I. i^S. an statt Gberlausiy, lese Niederlausty. I. zz. an statt 1714. lese 171 z. l?gA. lzL. dey Herrn Bernhard Christoph Breit- topf ist !. 20. ein Druckfehler eingeschlichen. An start Hsineccii lese Rsineccii. ?s^. i z z. bey Herrn Georg Gaalbachen 1 ^ streiche das Worttein chedejsen weg. Äuss^vem ist noch anzumercken , daß desien Frau Schwiegermutter r7q.cz Den 14. Febr. gestorben sey. pg!;. 1A9. Setze noch hinzu / daß Herr Christian Samuel Aauy seinen Herrnintroitum gegeben habe. Er ist -zu Halle gebohrcn und hat zu Jena bey Herr Peter Fickelscheer die Buchdruckerkunst erlernet, auch eben daselbst sein Postulat verschencket. Von Jena kam er nach Leipzig und legte eine neue Druckerey an, mit welcher er das Lor- xus ^ins Liuüis ltemeccu in Mediän 8. M drucken anfieng. Er trat aber hernach selbige an Herrn Christian Benjamin Bittorffen ab, und führt nunmehr den Buchhandel. Und so viel von den Verbesserungen und Zusätzen zu Leipzig. Mancher würde sich hertzlich ^schämet Habens selbige bekannt zu machen. Ich nicht. Denn U Ä die ZO8 V. 8ortgesiyte Nachricht die wenigsten Fehl.r sind durch mein Verschulden lge- macht worden. Diese Nachrichten alle mit einander habe ich nicht aus den Fingern saugen können. Ich muste also glauben, was man mir schriftlich, oder mündlich berichtet hatte. Da man aber selbiges gedruckt laß, so besann man sich öfters eines bessern. Eben vahero ist es geschehen, daß ich jetzo manches besser, als zuvor, weiß Und diese Wissenschafft 'wollte ich nicht vor mich alleine behalten, weil ich glaubte, es wäre billig, daß ich selbige auch meinen 'Lesern mittheilte, damit sie daraus ersehen können, wie eifrig ich mich der Wahrheit bestrebe. Seine Fehler erkennen, und verbessern ist wohl nimmermehr eine Schande, sondern vielmehr ein Zeichen eines aufrichtigen Gemüths. Leutmeritz, siehe Böhmen. Leutomischel, siehe Böhmen- Liegnitz. Der erste Buchdrucker allhier ist Nicslaus Sats torius, oder Schneider, gewesen. Kr war zu Gör- litz 1560, gebohren, und trat in seinem vierzehenden Jahr bey Herrn Ambrojms Pritschen, Buchdruckern daselbst, in die Lehre. Nach ausgestandenen Lehrjahren besähe er fremde Druckereyen. Hierauf wurde er 1686 von E E- Rath zuZittau zum Buchdrucker dahin beruffen, woselbst er auch Dorerham Schneiderin gcheprarher hat. Im Jahr 1591. wurde er von dem Hertzog Friedrich IV. von Lieg- nitz Hieher zum Buchdrucker beruffen. Er stund die» von eim'gett Buchdruckern. Z09 ftm Ammt treulich bis an sein Ende vor, welches Den 18. Dec. i62i. erfolgte. - Seine Frau uns Kinder liefen ihm folgende Grabfchrift verfertigen: /V/<70^^5 ^^^o^/^L //<7e^?/, T^c^-^^tt/ o/,e^o/?// j^tt! ^/ 7^0^//^ ^7'^ ?)^/o/ XXX ^-//??FS/ ^Vo« 7/^? ^tts?'e/i^vo/t? /)^o/).?^«^s, />o7/e/?/> M??-^?// e^??/^ !/)//i/.s ^?/?^^^//?-/o e^6'?'<7tt/>, ^>x//. //e^. x/^/. /?z /?^/ v^?/^ xxx/^. s^/t ^6 ^. t?. ^5/)c7XX/. ^. /?. M>?-^/?/e/ Hh-t. ^c- ^c/e^-^t^ O^ ' ^ ' Z is Cclp^ V. Zottgeseyte Machriche Siehe Johann Peter NOshrendorfs Liegnitzischs Merckwürdigkeiten Budißin, »724. in 8- 9. 495.^. Auf ihn folgte Sebastian Aoch, Georg Springer , unS aufdiesen Züchacms Schneider, ein Sohn des Nicolai, welcher zum Buchdruckerzeichen einen Schnitter hatte, mit der Beschrift - ^liis ü-iemi-' b-is, slüs mew. S. I'i'b. XV. n. z, Alsdenn kam TNigand Funcke, Christoph VVilling dahin, nach dessen Tod Job. Matthias Gichtel Fattor wurde^ hierauf setzte sich daselbst IohannGerlachNerlich, Christian Wazold, und Johann Christoph rvä- Zold^ein Sohn des vvrhergehensen nieder, desseyWitt- We die Bruckerey wch jetzo fortsetzet. Mau. In dieser ältesten Sechsstadt in Oberlausitz kam erstlich ,717. ein Buchdrucker an. Es war selbiger der noch, lebende Herr Ehlerd Hennig Reimes, welcher zu Altona das Acht dieser Welt erblicket und vom Jahr 1696-1700. bey Herrn Conrad Gräflin- Zen zu Hamburg die Buchdruckerkunst erlernet hatte. Nach vollbrachten Lehrjahren, verfchenckte er ebendaselbst sein Postulat, und alsdenn besuchte er Lüns- bürg, Lübeck, Wißmar, Rostock, Güstrow, Leipzig und Dreßden, an welchem letztern Orte er sich sechs Jahre bey Herrn Johann Riedeln aufgehalten hat. Won hieraus kam er nach Löbau 17 > 7. eine neue Druckerei) ;u errichten, woselbst ihm nicht nur das Bürgerrecht geschencket, sondern such eine gewisse Summe Geldes zu feinem Vorhaben vorgeschossen wurde. Seine erste Arbeit war ein Löbauisches Gesangbuchs worauf verschiedene andere Schriften folgten. Ev von einigen Buchdruckern. Zir hat sich zweymal verehlichet. Das erste mal mit Herrn Gecemels, Buchdruckers in Pirna, eintzigen Tochter, Maria Elisabeth und nach derselben Tos mit Frau Helenen Sophien gebohrner llVagne- ein, verwittweter Sämichm. Im Jchr 174s. Übergab er dessen Sohn Herrn Christian Willhelm Reimers die Druckerey.' Es ist selbiger zu Dreßoen im Jahr 171Z- gebobren. In seiner Jugend wurde er in guten Künsten und Wissenschaften unterwiesen und alsdenn trat er bey seinem Herrn Vater in die Lehre, nach dessen Vollendung er bey selbigem postulirte und hernach die Dru- ckereyen in Leipzig . Graitz, und Gotha besähe und daselbst eine Zeitlang conditionirte. Endlich wurde er von seinem Herrn Vater wegen zugeflossener. Schwachheit zurück beruften, da er denn den 12. April 174a. die väterliche Druckerey übernomme» hat und noch mit guter Geschicklichkeit fortsetzet. Noch in eben vorhergenanntem Jahr den io. May heyrathete er Jungfer Johannen Sophien Rlie- Ml'n. Siehe Rnauchs änngl. lypoZe.p. 85.lecz. i r. daran zu zweifeln scheinet. Biß gegen das Jahr 1509. hat dieser Arend viel gutes und böses gedruckt. Gantz gewiß hingegen hat in diesem Jahr Sar- tholomaus Gorhan ein I?compm»num iVlcljicinN in 4. gedruckt. Eben dieser Gochan soll auch nach Herrn Bünemanns Bericht im Jahr 1485. Spey- get der Dogede, ingleichen EdeleBiome des hinim- lischm Paradisses gedruckt haben. > von einigen Suchdruckern. z r z Im Jahr 1486. wurde Matchaus «Vrandts bekannt, welcher ein Missale in Folio gedruckt hat. Man weiß aber nicht, wie er mit dem vorhergehenden Brandts verwandt war. Im Jahr 1500, richtete sich ein neuer Buchdrucker Georg Rtckholf an, von dem man bis i;66. gedruckte Bücher weiß. Ob er von Georg Rickhof unterschieden, zweifle ich sehr starck. Um daö Jahr 1524. kamL.udwieg Diey, von ? Speyer gebürtig, Hieher. Vorhero hatte er sich zu Rostock aufgehalten und daselbst die allererste Drueks- xey angeleget. Zu Lübeck ist er 1559. gestorben. Johann Sachorn, fieng um das Jabr i;zr. allhier auch zu drucken an. Er ist absonderlich wegen des Sprüchworts vermehre, oder verbessert durch Johann Äalhorn bekannt. Und dieses, soll deßwegen entstanden seyn, weil er das A B C Buch mit den doppelten Buchstaben: ff, ll, cc, ss, vermehrt hätte; Andere hingegen glauben, weil Äaihorn vermuthlich studirt, so hatte er dann und wann seine gedruckte Sachen verbessert und vermehret. Es müssen aber seine Verbesserungen von schlechter Wichtig- ? keit gewesen seyn, weil man es vor schimpflich gehal- ! ten, wenn man von jemand gesagt, er hatte wie Salhocn vermehrt und verbessert Man findet bis 1599. von Johann Sglhorn gedruckte Bücher. Wenn dieses alles von einem Mann zu verstehen, so s muß er ziemlich alt worden seyn. Vielleicht hat Vater und Sohn einerley Vornahmen gehabt. Es verleitet den Herrn von Seelen zu dieser Muthmassung die doppelte Wohnung. Ein mal heißt es, er hatte > . nahe bey der AbreLenn, das andere mal, er hatte l in der Hürstraren gewohnet. Weine, er kan ja U 5 wohl z i4 Csp. V. 5oregesetzte Nächricht_ wohl etliche neuntzig Jahr alt gewesen seyn und seine Wohnung verändert haben. Dessen Jnsigns war folgendes: nemlich ein Schild, von zwey Engeln gehalten, der mit einem gedoppelten Strich, in der Form einer X. abgetheilt. In dem lincken dreyeckigten Raum ist zu sehen ein Ball, in dem rechten ein Posthorn? in dem obersten l. in dem untersten 8. Vom Jahr 1574.-1591. that sich Aswerus Aröger hervor. Vom Jahr rz89. -1 ;?z. Soll ein Buchdruckes daselbst Hamiß Sachßs gewesen seyn. Hätte er sich auf einem Gedichte, welches er dem Rath übergeben , nicht ausdrücklich einen Buchdrucker genennet/ so könnte man glauben, er würde mit dem Nürnbergischen Schuster H«mnß Sachßen vermenget. Dieses Gedichts klingt ordentlich wie die Verse des Hannß Sachsens, und ist schwach und roch unter einander gedruckt. Der Anfang davon ist dieser; Zu Lob und Richm will ich sahn an, Sampt der Gemein Unterthan Danckti GOtt für seine grossen Gabt» So wir von ihm empfangen Halm Durch seinen Sohne Ihesu Christ, Welcher vnser allr Heyland ist, Beweiset hat zu aller Stundt, Dafür wir dann aus Hertzen Grundt Danckn, das er vns doch also hat Durch seine grosse Güd und Gnad Mit Ehrbar», Hochwslrveisen Herrn Von ÄürgeemelsZern, Raht vnd Richtern Mo Reichlich» hat begabt sehr Wnd bitten ihn je Kng je mehr DurH vStt eittigett Buchdruckettt. z l 5 Durch seine grosse Barmhertzigkeit, Er wollt sutthin uns allezeit, Mit semer Gnade bey ihn sein Auf das wir stetes dancken ihm. ' Es ist auf zwey Bogen als ein Patent gedruckt, was wir hier Schwabacher gesetzt, ist roth. Würde sich die Zeitrechnung mit einander vereinigeil lassen, so könnte man diesen Buchdrucker, und den beruffenen Nürnbcrgischen Hannß Sachßen vor eine Person halten, Meine der Dichter HannßGachß ist 1567. schon gestorben, dahero kan er nicht 1589- noch gedruckt haben. Ob aber der beruffene Dichter nichk von Lübeck gebürtig gswesen, ist eine neue Frage^ die einer Untersuchung werth wäre. L.c>reny Albrecht druckte von !??9. bis 1607. Eigentlich war er ein Buchhändler, der zugleich eine Druckerey hatte. Hein Buchdruckerzeichen ist auf dem Lübeckischen Stadtrecht rund, in Grösse eines Thalers, und sieht auch fast wie eine Müntze aus. Auf selbigem erblicket man das Bild des sein Creutz tragenden Heylemdeö, der die rechte Hand in die Höhe hält, mit der lincken aber die Welt-Kugsl fasset. Unten liegt eine Schlange, die er mit Füssen tritt-. Umher ftenet der Vers: ltt. 51/^!KV8. V0!V1!KI. 8^V80VC. k^K^. Zwischen desselbeü Anfang und Ende ist in einer etwas länglichen Runde l^. ^. und darüber ein -!-. Nach seinem Tod haben dessen Erben den Buchhandel und dis Druckerei) fortgesetzet. Hannß XVitce, oder Johann Albttms, druM ^ UM saö Jahr lSo6.-1605. ^ " ^ ^ ' ' . . M' zi6 Cap. V. 8ortx?eseyre Nachricht Samuel Jauche vom Jahr 1612 - 1627. Er war zugleich ein Buchhändler und har von E. E. Nach über verschiedene von ihm gedruckte und verlegte Bücher ein Privilegium 1614. erhalten. Vermuthlich hat er bis ! 627, gedruckt. Denn um diese Zeit führten dessen Erben die Druckeret). Er hatte eben das Buchdruckerzeichen, als Albrecht, nur daß an statt der Buchstaben l.. 6. ein 8.1. stehet. Johann Wolf vom Jahr 1620.-1624. Valentin Schmalhery von 1629.-1666. Als- denn setzten die Erben die Druckerev bis 1689. gemeinschaftlich fort- Martin Janovius vom Jahr 16ZD.-16Z7. Et war zugleich ein Buchhändler. Johann Meyer vom Jahr 1641.-164Z. Gottfried Jäger, oder Venator, von 1646.« 1669, Denn um 1670. druckten dessen Erben gemeinschaftlich bis 1677. Jacob H-nderling von 1656.-1659. Christoph Gottfried Jager von 1677.-1715. , Moriy Schmalhery von 1689.-1702. Dessen Wittwe bis 1714- Samuel Srruck von 1707.-1720. Er hat das bekannte Lübeckische Formatbuch gedruckt. tNoriy Valentin Schmalheryvon 1714.-1718. Johann ZTsicolGreen von 1721.-1741.Er erlangte die Ehre, daß er den 14. Mertz 1721. von einem Hochweisen Rath mit dem Buchdrucker-Privilegio begünstiget wurde. Als er nun gute Proben von seiner Geschickiichkeit abgeleget, fo bekam er den z. Mertz A von einigen Buchdruckern. ZI7 Mertz 1724. den Titel eines Hochedeln und Hoch- weisen Rachsbuchdruckers zu allererst, welchen er noch bis diese Stunde hat. Sein Buchdruckerzej- chen ist in einem ovalen Schild vermuthlich eineGra- he, auf dem Helm steht ein Baum, worüber in einem flügenden Zettel l (Z und noch darüber die Worte stehen: LiZ!llum1'^poArSj)Kicum lZreemsnum. S. ^8.XlV. n. 5. Johann Nies! Thun von 1724.-1726. Asmus Roop von 1726 -174»^ lebt noch. Christian Heinrich XVillers von 1730.-1741. lebt noch. Diese Nachricht haben wir dem Herrn von Seelen zu dancten, welcher in seiner Nachricht die chronologische Ordnung erwehlet, und die meisten von allen bißher angeführten Buchdruckern gedruckte H Bücher anführt. ^ l Magdeburg- Won dieser Stadt habeich im andern Theil p.75. ieczcz. gehandelt- l>sA. 8c> lin. I I. habe ich Herrn Günthers Vater Nicolaus Günthern genennet, er heißt aber Heinrich Nicol Güncher. Marcklißa. Herr Augustin rogel, Bürger und Gastwirth im schwartzen Bären zu Lauban brachte von Franck- furth ander Oder einige,alre Schriften an sich, und führte sie 1699. nach Lcmvcm, Weil sich aber Herr Hartttiann zu Zittau und Herr Zlpper zu Görlitz seinem Unternehmen billig widersetzten, so Muster er sei- ZI8 Cap. V. Zsrtgeseyte Nachlicht selbige nach Msrcklisia, einen Städtgen an der schle- fischen Grüntze schaffen. Unterdessen erhielt er dennoch die Freyheit seine alte abgenutzte Druckerei) wieder nach Lauban zu bringen. Weil er aber die Buch- druckerkttnst nicht gebührend erlernet, so konnte er keine Kunstverwandten bekommen / dahero er einen alten verlebten Kunstverwandten Johann laschten darüber setzte. Gleichwohl wollte es nicht viel helfen. Deßwegen verkaufte er seine Schriften an Herrn Christian Äckeln/ Buchdruckern in Schwewnitz, unv von diesem kam sie cm Herrn Dietrich Arahn, ehemals Buchdrucker in Hirschberg, welcher sie aber in gcmtz andere Umstände setzte. Vorjetzo hat sis dessen Sohn Herr Emmanuel Rrahn zu Hirschberg. Siehe ^NgUthö ^nnsl. l^vA?. 89. lecz. Marpurg. Eucharius Cervicornius wird von einigen unter die Cöllnifchen Buchdrucker gezehlet; Es ist aber, falsch. Denn er war von Cölln gebürtig und hat zu Marburg um das Jahr 1527. gedruckt. Ich habe ein Buch in Handen, wo also stehetIvZgrpul^i ex vliicing Kucl^rn Leruicol-ni /^nppMZNs. Sein Bnchdruckerzeichen war ein Kraut, vermuthlich Hirschkraut, woraus drey Blumen gewachsen. Siehe XX. n. 1. Paulus Egenslph wird unter die gelehrten Buchdrucker gerechnet. Skhe L-esiern p. zo6. Ilm das ^ahr i6r^ hat er zu Marpurg gelebt, wie folgendes Bach darthut.' /A?'?»-???»/ /-^/^ in wlurueiones iur-is l'iuilis commenrgl-!U5. ^gipur^ spud/^n/ /^^. lSlz in 4. Seist Vuchdruckerzeichen ^ war ^_ von einigen Buchd rucker n. ^ ?^ war' die Hoffnung mir einem Ancker in der lincken uno mir einem brennencen Hertz in der rechten Hand. Siehe 7^ L. XX n. 2. Johann Rürschner lebte um das Jahr 1656. und hat Marrin Zeilers Sendschreiben in diesem Jahr gedruckt. Mayntz. Daß in dieser Stadt die Buchdruckerkunst zu erst erfunden worden sey, habe ich bereits im ersten Theil p. 42. hinlänglich erwiesen. Die ersten Buchdrucker daselbst sind Johann Gmeenberg, Johann Faust, und Peter Schöffer, gewesen, deren Leben ich ebenfalls daselbst57 5v- und 6o. erzehlet habe. Von Jvo Gchöffern, dem Sohn Perer Gchöf- fers, habe ich auch daselbst 9. 62. gereder, und sein Buchdruckerzeichen in Kupfer gestochen geliefert, ich habe aber noch ein original in Handen, -welches ich abermals abstechen lassen; Es befindet sich selbiges bey des ^osn. z. bis r5zz. zu Mayntz gedruckt. !l) Peter, welcher um das Jahr 1528 zu Mayntz, 1523-1525-. zu Worms, t5Z2, zu Straßburg, und 1541. 1542. zu Venedig gedruckt hat. !l! ) Ivo, von welchem man vom Jahr 15??-»539. gedruckte Bücher weiß. Ob ai^r dieser ^vs Und Johann nicht mit einander verwechselt werde',,, läjstt sich aus Mangel der Nachrichten schwer bestimmen. Man kau auch nicht sagen, wie sie ihr Geschlecht fortgepfiantzet. Unterdessen findet man einen Johann Janyon Gchoffer/ welcher sich zu Herbogenbusch in Brabant angerichtet, und vermuthlich ein EnckelPeters und ein SohnJohannSchöff-ts gewesen ist. Um das Zahr > 565. ist er wieder gestorben, wie dessen Grabmahl erweißt. Dessen Kinder waren: g) Johann, von dem bekannt, daß er den 2Z. Jun. 1614. gestorben. b) lValburgis, an Anton von L.ouw verhey- rathet. fam 2s.Novemb.i6oz» Vorhergehender Johann hinterließ zwey Söhne. 1) Anton Gchössern, welcher sich den 2; Febt. 1612 mit Sophie von Sommern verehlichet. 2) Gerbard, dessen Todesstunde unbekannt. Johann Gchoffer, ein Sohn des vorhergehenden Antons, war gebohren dcn 20. August 1617. Jw Iaht von einigen Buchdruckern. Z2I Im Jahr 1637. heyrathete er L.evina von Roy und hernach 164z. den ic>. May Maria von Guiikter, mit welcher er vier Kinder gezeuget. 1) Johann, gebohren den 6. May j644 verhey- rathet mit Helena von5Vysden26.May 1675. Von dessen Kindern hernach 2) Sophie/ gebohren den 17. Dec. i646.verhey- racher an Änron von Eil. Z) Jacob, gebohren den 26. Sept. 1649. vereh- lichte sich mit Jacobine Sünders den 12. May 1675. die ihm eine Tochter Mariane den 26. Mertz 1676. gebohren. 4) Ignarium/ gebohren den 16. Jenner 1656. Vorhergehender Johann Schöffee, der erste Sohn Johanns, hatte sechs Kinder, nemlich: ,) petcr, gebohren den 9- Febr. 1684. der noch am Leben ist, und die Vuchdruckerkunst zu Hertzogenbusch treibt. Den n. November 17,1. heyrathete er L.ucien Henri^tren Cuyperin, mit welcher er zwey Söhne, Johann, geb. den zi. Jun. 1715- Jacob, geb. den 2. Jun. 172s. und eine Tochter Maria Dina geb. den i z. May 1719. gezeuget, welche noch am Le- ben sind. 2) Anron, geb. den 2. Jan 1677. z) Mariam, geb. den 9. Mertz 1682, verhevra- thet an Peter ran der Borgt, einen Artzt zu - Hertzogenbusch den 4. April ,701. 4) Angelinen, geb den 27. Febr. 168s. verhey- rarhet an Corneille Vervotsts. 5) Jacob, geb. den 21. October 1687. ist als Diaconus der Minoriten gestorben. T 6) Z2S Cap. V. 8ortgeseyte Nachricht 6) Johannen Marien, geb. den zi. Oct. 1692.' verheyrctthet an Wilhelm Vervorst. Diese Linie ist also in unverrücktem Flor zu Hertzo- genbusch fortgepfiantzet worden, davon der Stammvater allemal die väterliche Druckerey fortgesetzet hat. Ihr Buchdruckerzeichen ist das gewöhnliche Schöf- ferische in einem teutschen Schild, auf dessen Helm ein Steinbock hervor raget. Der erste Johann Hchösser, der sich »ach Hertzogenbusch gewendet, und der Stammvater dieser gantzen Linie ist, hatte einen teutschen Schild, der in zwey Theile abgetheilt. In dem obersten liegen zwey Schafferstecken creutz- weiß über einander, in dem untern Theil sieht man in Purpurroch drey weise Schafe. pecer Jordan zur L.ederhose soll um das Jahr 5 5Z2. allhier gedruckt haben. Man schreibt ihm auch ein Buchdruckerzeichen zu, da eine schwäbische Jungfer vermuthlich in der rechten Hand eine Blume, in der lincken aber einen Blumenstrauch, worauf eine Nachteule sitzet, hält. Man schreibt aber eben dieses Signet Jacob Aöbeln zu Oppenheim zu, dahers ich nicht sagen kan, ob es Pecee Jordan / oder Röbel, zuerst geführt. Ich habe es aber stechen lassen. S. ?2b. XiX. n. 4. NicolHeyl, hat im Jahr 1647. folgendes Buch allhier gedruckt : Abgedrungene^^e L^/^. 4)von Conrad Agricola p.92. 5 > von Simon Halbmaier p. 96. Siehe l'si?. XXs« Des letztem Jnsiqne steht auf ^K. XtX. n. 6. Nunmehro will ich auch einige Buchdruckerzeichen beschreiben / wenn ich es noch nickt gethan habe, und alsdenn will ich bemercken auf welcher Platte ich selbige in Kupfer vorgesteller habe. Gabriel Hayn, p. 89. führte ein ordentliches Wappen, in dessen Schild ein Löwe zu sehen, welcher auch auf dem Helm zwischen zwey Püfelshörnem hervorraget. S. XXll.n. 5. L.eonhard Heußler ist der Ordnung nach der andere. Weiter nichts als dessen Namsn habe ich ch- mals im ll. Theil 0 90. angeführt, jetzo liefere ich fein Buchdruckerzeichen. Er führte nemlich die Fortuna , welche auf einem Seefisch stehet und das Segeltuch über sich halt. S. XXll. n i. Christoph H ußler führte die Anfangsbuchstaberf seines Namens m einem Schild, nebst dem Handelszeichen , welches ein Engel halt. S. I'sk. XXII. n. 2. Si-bastia» Heußiers Buchdruckerzeichen habeich p. 9l. Don einigen Buchdruckern, zs? p. 91. beschrieben. In Kupfer gestochen kan man selbiges XXlll. n. 6 sehen. Conmds Agl-icolä Jnsigne ließt man p.,,92. beschrieben. löK. XXII. n. z. zeigt es gestochen. Michael Arnold führte in einem Schild eine Hand, welche einen Fruchtstengel hält, auf dem Helm raget dieser Fruchtstengel wieder hervor. Oben drüber stehet ^ 5, S l^b. XXII n. 4. rvolfgang Eberhard, und Johann Ionachan Felseckers Jnsigne habe ich p. ioo. beschrieben. Hier steht es auf 1 sb. XXU. n. 6. Molfgang Endr?r, der ältere und dessen Sohn Christoph führten ein gemeinschaftliches Jnsigne, welches ich p. 95. lecz. beschrieben Hier steht es' Izb XXlil n. 2 K z. Im Anfang führte aber der Water das Jnsigne, welches auf ^sd XXlll. ri 5. steht. rvolfgang, der jüngere, und Johann Andreas zTndrers"hatten das Jnsigne, welches ich p. 99. beschrieben habe. Dieser eintzige Unterschied ist anzu- mercken, daß auf dem Zettel, welcher auf der Erde liegt, folgende Worte stehen: c-o/^o^/ ^tt/?,-?/? S. 1"slz. XXlll. n. 1. Michael Lndcers Buchdruckerzeichen habe ich p« zsi. beschrieben. Hier steht es aufl'gli.XXllI.n.4. Ehe ich Nürnberg verlasse, so will ich auch noch ein paar Worte von Johann F^'o M??/^, oder F^oMM?<7/?o sagen. Sonsten heist er auch Müller, oder^oö^/?/ ö^M/M//) ingleichen ^o/>/??/^ ^«75. t?//. Er erblickre zu Königsberg, einem Stadtlein m Francken, und nicht zu Königsberg in Preussen, wie viele saischlich glauben, den 6. Jun. 1456. das Licht dieser Welt. Anfänglich begab er sich nach Leip- X 4 zig Z28 Cap. V. 8sttgeseyte Nachricht zig die Studien zu treiben, und hernach nach Wien, all» wo er sich wegen seiner mathematischen Wissenschaft bey Georg Purbachen, und dem Cardinal Bessarion sehr beliebt machte, daß ihn auch der letztere mit nach Italien nahm. Daselbst verfertigte er seine Bücher cie l)oü-ing tr.gnAuiorum und m Padua erklärte er den ^I^Ki g^snum öffentlich. Er gieng aber hierauf nach Ungarn und von dar wendete er sich nach Nürnberg und legte daselbst eine eigne Druckerey an, »n weicher er Z'?/?-/'«^?/' nouss rkeol-icgx^, ingleichen ^//?/^7/? ^lcronomics, und von seiner Arbeit ein Ls- jencjgl-iuru nouum und gründlich verfertigte CpKe- me> icte8 drucken ließ. Der Pabst Gixtus IV. ernennte ihn zun, Bischoff von Negensburg und rüste ihn alsdenn 1475. nach Rom die Calender Reformation zu vollenden. Er starb aber daselbst den 6. Jul. 1476. an der Pest, oder wie andere wollen, wegm beygebrachten Giftes. Dessen Bildniß steht auf r^ü. XXIV. Oels. Daselbst haben ehedessen die Juden eine berühmte Druckerev gehabt- Gegen das Ende des X Vl. Jahrhunderts hat von dem Christen Jacob Brückner, zu erst eine Druckerey angelegt, auf welchen hernach gefolget Iohmn Böstemefler, Johann Geyferr, Gottfried Günysl, Heinrich Äockshammer, Johann Eberhard Ockel, Johann Theopbilus Grraubel, Gottfried Friedrich Schlieben, Mar Haus Hülsner, Johann Georg Schreiber, und Zegettrva'rrig ist daselbst Christian Gottfried welcher G- RunZii Incunsb. p. 95. Olden- von einigen Buchdruckern. Z29 Oldenburg. Von di^semz Ort ist uns folgende Nachricht eingeschickt wo den: Im Jahr «629. ist Conrad Zimmer, von Herrn Ancon Günrh^r/ Grafen zu Oldenburg und Del- menhorst :c von Erfurt zum Gräfi Buchdrucker be- ruffm worden. Sein Varer ist Buchdrucker in Erfurt gewesen. Bemeldter Conrad Zimmer ist l 656 gestorben. Im Jahr 1664. den 4. Januar, ist Johann Erich Zimmer bey Lebzeiten seines Vaters Conrad Zimmer, zum Hoch-Grafi, Buchdrucker ernennet worden. Ist 1684. gestorben. Nach dessen Tode ist JmJahr 1668 den lo.Novembr.NicolausGöl- ien, Königl. Dännemarckischer privil. Buchdrucker worden, der 1697. den -z. November gestorben. Nach ihm ist gefolget Im Jahr 1697. den 14 Dec ^acob Nicolaus Adler, welcher Königl. Düvnemärckischer privil. Buchdrucker geworden, und/^n 1705. die erste Bibel in Oldenburg gedruckt hat, dieer JhroKönigl.Maj. kriclenco iV. Erbkönig zu Dannemarcku. Norwegen :c. den zo. October des 1705. Jahres cle^iciret, und nachdem unterschiedliche mahl wieder aufgeleget. Dieser Jacob Nicolcms Adler lebt jetzo in dem 75. Jahr, ^nno 1726. den -2 Sept. ist Johann Con- rad Göli'en, Königl. Dännemarckischer Buchdrucker geworden. Petersburg. Nunmehro findet man hieseibst die Buchdruckerey in schönstem Flor/ da es eben noch nicht gar zu lange X 5 ist, zzo Cap. V. ZSttgeseyte r7schttcht ist, daß man keine gehabt hat. Es befindet sich g? genwärtig daselbst: >) Des hohen Senatö-Buch- druckerey, 2) des heiligen Synods-Buchdruckerey, z) der Academie der Wissenschaften Buchdruckerey, 4) eine Admiralitats-Buchdruckerey Man druckt aber nichts als rußische Schriften darinnen, wenn man die Druckerey der Academie ausnimmt. Die Büchdrucker find auch gebohrne Russen. In der Buchdruckerey der Academie hingegen wird nicht nur rußisch, sondern auch heöraisch, griechisch, lateinisch und teutsch gedruckt, und dieses so schön als man es in Teutschland nur hat. Ich will doch ein kurtzesVer- zeichniß von denjenigen Büchern einrücken, welche biß auf das Jahr 1739. aus dieser Buchdruckerey hervor getreten sind: A. B. C- Buch Teutsches, Lateinisches, Frantzö- sisches, jedes gebunden.-10 Cop. cles iVlstKemzu'czues priur l' I^ts^e Ze !^s>este impensleäe wmes jes KuMes Il^om. I. II. Ill 1728. 8vn. 2 Kubi. Anmerckungen über die St. Petersburgischen Zeitungen von 1729. bis 1738. compt. 4. der Jahrgang 1 Rubi. VIto Rußisch von 1728. bis 17Z4.4 ^ Rubl. Auszug der ältern Staats-Geschichte zum Gebrauch Jhro Kayserl. Majest. Pecri des ll. Kaysers und Souverainenvon gantz Nußland 1728.8 6c?. Cop. ^tl»8 (kleiner Rußischer,) bestehend aus 27 Charter illumintrt 2 Rubl. viro ohne illuminirt 1 Rub!. Ls^eri (^eopk. 81'^.) ^Inleum Linicum li. I'om. 172 i. 8. 2. Kubl. ' ^— - Kju5 Rußisch Fol 17Z0. z Rubl. Beschreibung der Illumination, welche i7Z2.den2?. Januarii vorgestellet worden, Rußlsch und Teutsch Fol. 25 Cop. Beschreibung der Illumination von 1732. den 2?. April, von ,7ZZ. den 28. Jan. von »7ZZ> den 28. April, von 1734. den 28. Jan. von 1734.den 28. April von 1735. den 2z. Jan. von 1735. den 28° April, jedes Stück in Fol. 25. Cop. LrucKner (Wsc) Beschreibung und Gebrauch einer vnivel-lsl Sonnen-Uhr Rußisch und Teutsch 4. 1735.12 Cop. Viw in Französischer Sprache 12 Cop. 'Kuxbsum (^ol,. Clii jst,) t>Ignrsrum minus co^nitz- i um circg Kv?znrium Lemur. 6c III. 4. F729 z K^idl. 50. Lus«. LjuscZ. Oemur. lV. 1734. r. Kub!. Zo <üc»ri. Begebenheiten vonAzow, wie selbiges lange vor Chrü ZZ2 Cap. V. 5srtg?styte Nachricht sti Geburt!) von denen Griechen erbauet und bewohnt worden, zc.und wie es endlich von Rußland wieder erobert worden 8. >7z8 zo Cop. viw in Rußischec Sprache 8 '7Z8- 45 Cop. Calender St Petersburgischer 8. 10 Cop. viw Rußisch 8 lo Cop. Colloczuig 3cKvIaÜlLg Rußisch,Teutsch, Frantzösisch, und Lateinisch 1.1738. zo Cop. <2ommcmsl-!U8 ^cs6em>ge Scienrisrum?etropolits> nge l'vm. I. scl snnum 1726. 4. 1728. 2 KuK!. Oommerir. ?"om. II. scl snnum 1727. 4.1729. 2. K. Ljusä. ^'»m.lil. iiä snnum 1728.4. I7Z2.2. K. Ljus6. I'om. IV^. gc! snnum 1729. 4.1735. 2. K. Kju8cl. I'om. V. gc! snnum 17Z0.4. - 2. K. Tjusl.!. ?c>m.VI. »ci snnum >7Zi. 4. - 2. K. Olscours lü 6sn8 l' ^tlemdlee putzliczue cZc l' ^cs- 6emie 6es Sciences !e 2 i^srs 1728. psr N lsle. svec la tieponis cle . KernouIIi 4. ioOip. Einleitung > kurtze) zur Wappen-Kunst und zur Art dcs Blasomerens, in deutlichen Exempeln gezeigt, und in drey Sprachen, Teutsch, Frantzösisch und Lateinisch erkläret 17z l 2 Nubl. Einrichtung der Studien Jhro Kayserl. Majest. pe- tri des II. Kaysers und Souverainen von gantz Rußland, wie solche von Jhro Ercellentz dem Herrn Reichs-Vice-Cantzler und geheimden Rath, Baron von Osterman, als Jhro Kayserl. Majest Ober-Hof-Meister angeordnet worden. Nebst deren Vorschlagen, wie ein Printz in der Christlichen Religion soll unterrichtet werden, verfasset von Theophanes, Evtz-Vischof von Novo- grod. «728-15 Cop. viro Rußisch 8. 15. Cop. Ein- von einigen Buchdruckern. zzz Einleitung zur Rechen-Kunst zum Gebrauch des (Zymnssii bey der Kayserl. Acadcmie der Wissenschafften 8. l 7)8. Zv Cop. Einleitung (kurtze) zur Erkäntnüß der Einfachen Maschinen und derselben Zusammensetzung; mit darzu gehörigen Kupffern 8- 1738. 50. Cop. VKv in Nußischer Sprache 8.1738 50 Cop. — zur Mathematischen und natürlichen Leo^rgpKis nebst dem Gebrauch der Erd-Kugeln und Land- Charten 8- -7Z8. Z5 Cop. Lulen (l^eonk.) IVIecKsnicz live ^lotus Lcieliris ^nsl^tice expnlltZ inlisr Lupplementi scZ Lc-m- mentar. /^cac!. 3c jene, lm^er.cum KZ. 2 1"om. 4. 1736. 4 Kubi. ?Ir>rini veckinvmia auß dem Teutschen ins Nußische übersetzt, und mit davzu gehörigen Kupffern versehen. 4.1738.'2 Rudi. 2; Cop. General-Reglement (Kayserl.) nach welchem sich die LolleZig, Cantzeleyen und d!e darinn befindliche Bediente zu richten haben. Rußisch 4. 1735. 25 Cop. Grammatica Teutsche zum Gebrauch der Nußischen Jugend aus unterschiedenen Autoribus zusammen gerragen, und zum Gebtauch des St. Petersburgischen Gymnasii zum andern mahl herausgegeben. 8. 1734- 50 Cop. QerlgcKs, Kronstadt in seiner Aussicht mit einer Erklärung in freyen Versen 4.1738. 10 Cop. Ve l' Isle, Vorschlag welchergestalt durch einige im Rußischen Reiche zu unternehmende Abmessungen, das Maas und die wahre Gestalt der Erd-Kugel ausfindig zu machen sey, 1737. 6. Cop. VIw in Rußischer Sprache 4; 6 Cop. v!c.) 3 Z4 Lap V. Zortgeseyte Plachriche viro in Frantzösischer Sprache 4 6 Cop. Japsnische Historie Rußisch 8. 17z4- 8Q Cop. Johann Albrecht von Korff Lob- und Abdanckungs- Nede, bey dem Grabe des Hochwohlgebohrnen Herrn Carl von Biron, König!. Corners, Erb- Herrn auf Kainzehm:c. Fol. 17336 Cop. Kriejzs-Articul mit beygefügten kurtzen Anmerckun- gen, auf Jhro Kayserl. Majest. allergnadigsten Befehl gedruckt zum zweyten mahl Rußifch und ^ Teutsch, 8. I7Z5-45 Cop. Kriegs'Reglemenr von der Pflicht und Schuldigkeit der General-Feld-Marschalle, und der gantzen Generalität, wie auch andern nothwendigen Aen bey der Armee, auf Jhro Kayserl. Majest. allergnädigsten Befehl gedruckt zum zweyten mahl 8. i7Z7. 50 Cop. Leichen-Predigt auf Jhro Nußisch Kayserl. Majest. gewesenen General - Feld - Acugmeister Johann Günther, gehalten von Eckhard Philipp Freyholi) Pastor der Evangel. Gemeine in Moscau. Fol. 2O Cop. Leichen-Predigt auf der Weyland Wohlgebohrnen Frauen Obristin Frauen Anna von Schlippenbach vorgestellet von Eckard Philip Freyhold 4. 12 Cop. — Bey dem Absterben des Weyland Wohlgebl. Herrn Lieutenant Adam Alexander von Weyds gehalten von Eckhard Philip Freyhold 1734. Fol. 12 Cop. — Bey Beerdigung des Hochgebohrnen Grafen und Herrn Jacob Daniel von Bruce, Jhro Kayserl. Eouverainen Majest. von gantz Rußland geweseners von einige» Luchdruckerst. zz 5 nen General-Feld-Marschals den 19 April »735. geholte» von Eckhard Philip Freyhold, 4.1 Rubl. Lexicon Teutsch, Lateinisch und Nußisch, samt denen Anfangs Gründen der Nußischen Sprache, 4.1731. 2. Rubl. 50 Cop. Lerti e Ou (.»mte v'Olicrmsnn su (iksgnZ-VZ^ir l!e jsl?»ite Orrvmqnne, 6u 12. ^pril 1736. roucksm: Is« OiKei-ents enrre ce8 cleux jLvurs. I'rsäuile l^e l' Oi-iAinsI Rullien. 4^ 20 Los?. Viro in Nußis6)er Sprache 4. 2v Cop. ivisrs^li (Graf) Nachrichten von der Ottoman-, nischen Pforte aus dem Frantzösischen ins Rußische übersetzt, mit Kupffern, und einem historischen Anhange von den zwey letztem zu Constantiuopel gewesenen Nebellioncn, Fol. 4 Rubl. Nachricht von gezogenen Büchsen und etliche rare Anmerckungen von Schiessen, aus der Academie der Wissenschafften in Sr Petersburg commcnr. lom. Hl. ^ IV. übersetzt von dem Autors Ich. Georg LeutmaNN ^cscl. Sc.ienr.IV1emdrv,^Iet.dsQ. K Opric. ?ro5. 0. 4.1733. 15 Lnp. Pflichten der Unterthanen gegen ihre Obrigkeit, an Jhro Kayserl.Majest. hohen Krönungs-Tage in öffentlicher Versammlung der Evangelischen Gemeine auf Preobraschenski Ostroff in St. Petersburg vorgetragen von Ludolph Otto Trefurt Pastore daselbst 4. l7zr-12 Cop. Eine Predigt in Rußischer Sprache gehalten von Ihr» Eminentz dem Herrn Theophanes Ertz-Bischoff von Novogrod, 4.17ZZ. 10 Cop. Preislers gründlich verfckßte Regeln der Zeichenkunst in teutscher und rußischer Sprache beschrieben z. Theile mit Kupfern,Fol. 1734. 1 Rubl. 50 Cop. s?. ZZ6 Cap. V. 8srtgeftyte Nachricht Lr. Kemy Artillerie Nußisch l'om. I. K II. iyz2. <^ 17z z. 6. Kubi Redensatten vermischte in Rußischer und Teutscher Sprache verfasset 8. 12. Cop. Sammlung allerhand Nußischer Geschichte 5. Theile 8. das Stück 12. Cop. viw 6ter 7 8. 9. Theil 1735. 2 12 Cop. LcKreibcii (^n. t^riclr.) <^oi ooris ^lotus Lonll- tjersrio 4 l7Zi. 15. ^op. Lermoncs ^cs^IemiN in i.Lonveltturecitsti.4.1725. 4O Li^j.». — In II. Lvsuemu pi-AleKi, 4^ 1729. 6o Lop. Lermu P.>nc^)?l'icu8 in iolenni /^csciemiX Scienti^ l um lmpelisli« eonucnru 6ie V^. ^lgii^nnv 17Z1, publice reLirsti.18, 4. 25 Lop. 8^no^>ei ^gfei'AZ k^Ieciics 8 zo Lop. L^noplis tt.ltm-. RurK. Nußisch, 8. 50. Cop. Lie^esbecK t^on, (Zevr-^.) Iz^rsnoicipniR Veriorig Llevi8 SLi-ArspKis in ui^m clilcenuum /^clorng. lg. 4. 1737. 20 Tractat so zwischen Jhro Kayserl. Majest. von allen Neussen und des Persischen Schachs Majest. in der Provintz Gilan zu Ratsche durch die von beyden Seiten bevollmächtigte Ministres am 2 > Jan -732. geschlossen worden. Nußisch ».Teutsch, fol. 12 Cop. Friedenstrattat zwischen dem Rußischen Reiche und dem Sultan Eschref, von Rußischer Seiten ertheilet. Rußisch und Teutsch, Fol. 1729.12. Cop. Freundscbaffts und Commercientractat, welcher zwischen Jhro Kayserl. Majest. von gantzNußland, wie auch Jhro Königl. Majsft von Groß-Brittannim den 2. Febr. 1734. in St. Petersburg geschlossen worden. Fol. 12 Cop. _ vito VStt einigen Buchdrückern. ZZ7 Diw Frantzösisch und Nußisch Fol. 25 Cop Trediakowski Siegsove aufdie Eroberung der Stadt Dantzig Rußisch und Teutsch 4. 1734. 20 Cop. Trediakowski Poesie in Nußischer Sprache 4.7735. 25. Cop. LMcl. Pslitica aus dem Frantzösischen ins Rußische übersetzt 5737. 50 Cop. Hu-d. t'sneAyl'icus aus Jhro Rußisch Kayserl Malest. 4. 1732. 12 Cop violc^en-e, oder Rußisches Gesetzbuch 4. I Rubl. 25 Cvp. Wechselordnung von Nußland, Rußisch und Teutsch 8,1732- 20 Cop. Zeitungen Teutsche von Anno 1727- bis 1738 compl. 4-der Jahrgang, 1 Rubl, vim Nußisch der Jahrgang, r Rubt. Zoll-Tarif, Teutsch und Rußisch 8 1731. 25 Cop. Reglement, nebst dem zwischen der Rußischcn und Dänischen Krone errichteten ewigen Salutations- tractat zur See Rußisch und Teutsch 8-1735. 25 Cop. Prag- Won dieser berühmten Königlich-Böhmischen Hauptstadt habe ich zwar im I!. Theil p ioz. schon geredet. Ich muß aber hier noch zwey Dinge hinzu setzen. Ein mai, wie die ruhmwürdigen Herum Buchdrucker daselbst ihr Jubiläum begangen haben, und hernach was sich dieselbigen vorJnsigma erweh- let haben. Was demnach das erste cmbetrifc, so beschlossen die sämmtlichen Buchdruckerherrön am Ta» ge St. Andreas, den 20 November 1740 mit Erlaubniß der hoh.'n Schule ihr Jubelfest zu begehen. H - Die- zz8 tap. V. Zoregeseyte Nachricht Dieser Entschluß wurde durch einen öffentlichen Anschlag bekannt gemacht und folgender massen vollzogen. Erstlich wurde früh um acht Uhr in dem acade- mischen Gotteshauß S.Salvator von Herrn ?. Äe- nedicc Joseph prettlick, 'l'Keol. voei. eine gelehrte Jubelpredigt in Böhmischer Sprache gehalten. Um halb eilf Uhr trat der gelehrte Herr i). Johann Menceslaus Drvorzack von Bsor, P. P. eben daselbst auf, und hielt eine geschickte Jubelrede in lateinischer Sprache. Sein Hauptsatz war: KlsZnus Hpvilo inrer minurs liblslige Arspnices elemenrgj illultri» inter niAelis?> Laclmi pecucies, üte^s«, i6ern» que immortslis Hiezu hatte der Decanus der philosophischen Facultät, der Herr v. Johannes paleczeck, P. P «11,27. November in einem öffentlichen Anschlag eingeladen. Nachmittag um drey Uhr legte der beredte P. Fnoericus Rau/chüe, aus der GeseUschaffr Jesu Priester, und FeyerNgs Pre^ diger zu Prag bey St. Clemens eine Lob-und Danckpredigt über 2. Ke^. XX, v. ZK. in teutscher Sprache mit grossem Beyfall ab. Er stellte darinnen vor das gutthatige Avela der christgelehrten Welt in Teutschland, oder, die dem Kirchen - und Welt- staar so nutzbare, als dienstbefliessene Buchdruckerkunst Den Beschluß machte der gewöhnliche Ambrosische Lobgesang. Denen sämmtlichen Kunstverwandten zu Ehren verfertigte HerrJoh Gottlob A mo» ZTlepomucenus Fiebiger 1- V". 0. eine teutsche Ode in zwey Bögen, und Herr Joseph Francijcus krausem artiges Gedichte ebenfalls in zwey Bogen. Nicht nur die breits oben angeführten Predigten, Rede und Gedichte sind überaus prachtig zusammen gedruckt, sondern die sämmtlichen Bttchdnickerherren von elm'gen Buchdruckern. ZZ9 bewunderten auch Vie Denckmahle der Güte Gottes bey dem feyerlichen Jubelfest, so wegen der vor drey hundert Jahren erfundenen Vuchdruckerkunst in der Königl. Böhmischen Hauptstadt Prag celevrirer wurde, in 6. Bogen in F. Der gelehrte Herr l). Fie- biger ist Verfasser davon. Ich will mir einige Nachrichten daraus zu Nutze machen. Die allererste Buchvruckerey im Königreich Böhmen soll zu Rur- renbera gewesen seyn. So viel ist indessen g< wiß, daß an'diesem Ort tNarrm von Tißnova im Jahr 1480. Die Fabeln Aesopi gedruckt habe. In Prag kam schon 1484. die Keil. Schrift zum ersten mal zum Vorschein Man weiß aber den Buchdrucker nicht. Unterdessen findet man in unterschiedlichen Bibliotheken dastlbi'r ein von ilun gedrucktes Werck, an dessen Ende man fol enoe ^dorre ließr: L.era naro ^oziehc- tN. cccc. lxxrvn/ Gkonurva se lNarc^niiany, aneii gakoz n'ekr ri rz-ekagi rzms' tu kronyka ten puteL przed. S U>?aclawem. Ä ro ro jiurem Mtjiie praWen, d, i. Im Jahr des Herrn 1488. ist vollendet Visnrnivng, oder wie manche sagen: die Römische Chronick, den Freytag vor St. ÄZentzelsfest, und zwar in der alten Stadt Prag. Ob nun dieser ungenannte Buchdrucker/ oder ein anderer, die Kunst fortgesetzer, läßt sich nicht wohl bestimmen. Gleichwohl aber bezeuget solches ein anders zu Prag gedrucktes Buch, allwo abermals am Ende stehet: Tyro Zeaneisika perrarchy Rm'jehy, Kereez gest pan Rzehorz Hruby z Gelenyerv norvie z L.arlinßkcho V^zyku ro Czefty przetszyl. Gsv w Slawnem Gcarem Miestie Prazskeem wyr:ssr:env L.era Äozieho Tisvci/eho pierijieeho Piwm/ehö, d. i. Als diese Bucher krsncitl-i l^>. tra» Z4o Tap. V. 8srtgsftyte Nachricht rgrckse, Herr Gregsrius Hruby von Geleny aus dem Lateiniichen ins Böhmische Übersicht hat; So sind sieimJahr 1501. in Veralten Stadt Prag gedruckt worden. Roch der Zeit wurden die Buchdrucker daselbst berühmter: Georg Melanen'chus ab Aven- tino, l- ^. A ^Kilolo^Ki-ze lZgerg! Bürger und Narhsverwandrer Veralten Stadt Prag ist -580. den 29. November im 69. Jahr seines Alters gestorben, und zu Bethlehem begraben worden auf dessen Grabmahl folgende Schrift zu lesen : /^?Tc//7/c)l.Vc'/?/W ^0iM/?,7, ?'c?M, t/>^/?^? .' M//?/ T.'/^-^ -?/?. /'s//«/» ^/e/'/^tte/?/>v//s^/i? //^//o^ ^/i^s F?/-//^, //^?-/>/?»'LM AoiM?/^z ?I'?t/0?^?/I^e //^?'° -/oA?'/?7s /^z/T'ö'// ^???»»?,? e/? / co^?/?/. ?tt e/tt' M0^/>^^0 ?-'0c/7!/^ ^6^?/?/ , LÄZ'/M , ^ folgte Nicolaus Strauß, welcher »546. ein böhmisches Cbronickon verfertiget, und alsdenn JohaniT Rosorsty von Rosorz, welcher ,554. eine l7nlmo-- ^i-gpkism KoKemiLgm gedruckt, alsdenn wurden bs^ kannt: Georg t^igrinus, Michael Pererle, Georg Jacob Dacziczßy, Johann Schumann. Io^ bann Lapee, Johann Gemmr, D^niei Gedesa- NUN. von einigen Buchdrucks n. 341 nuö, Georg Lzerny, Burianus Vl7aldeck, ^»annß Bock und Daniel Ädam von N^leolarvina. Dieser letztere war 1546 den zi. Augusti zu Prag gebohren und harre sich mir des obenanaefühtten Me- Zanerichs ältesten Tochter Anna »576 verehlichet. Dessen Erben setzten anfänglich die Druckerei) fort, bis selbige endlich Samuel Adam von TVelesla- n»na gegen das Jahr 1618. übernommen hat. Die Krugsunruhen huben verursachet, daß man so wenig Nachrichten von den ältesten Buchdruckern gefunden hat. Wir hoffe«., aber, daß Herr Carl Frany Rosenmüller, eingesticktes Mitglied unserer Kunst, in seiner versprochenem historischen Nachrichr von den sämmtlichen Pragerischen Buchdruckern uns weit-läustiger unterrichten wird. Nur die Sprache, worinnen diese Nachricht abgefaßt werden soll, wird manchem im Wege seyn, weil doch d!e wenigsten in Teutschland böhmisch verstehen -Won dem jetzo lebenden Buchdruckerherren in Prag habe ich im IZ. Theil p. 1 ?o. schon geredet. Hier will ich nur ihre Wappen noch in Kupfer gestochen liefern, und die darüber entworfene und mir gütigst eingeschickte Gedancken einrücken. .Hu^A ^ ' „/ i,- '.^ ' I. -' Der erste ist Herr Carl Ferdinand Arnold von Dobroslau, dessen Lemms ist: ^//Z-et. Bey Glany und überwinden Ist Sicherheit zu finden. Der Adler wird das Haupt der Vögelschaar genennet, Drum ihn die edle Knnst zu ihrem Wappen tragt; Gleichwie von ihrem Werth ein jeder frey bekennet, -N z Daß Z42 Cap. V. Zsrtgefeyte Nachricht Daß ihr als Mutter wird der Nahme beygelegt; Der Ädler und der Greifsich wohl zusammen schicken, Hier Greif und Stern erblick in Arnolds Wappenschild Ein dreyfach Regiment kan man dadurch erblicken: Die Kunst regirt im Buch, der Greif und Stern im Schild, Doch Wunder, daß der Srern sich untern Greife zeiget, Da doch das Sternenheer den Obermeister spielt 5 Vielleicht Apollo *) sich zur Erden hat geneiget, Wie drauf die Zubelred mit scharffen Sinnen zielt; So folget auch der Glantz doch sicher überwinden, Apollo mir der Kunst unsterblich wollen seyn. Bey Greifunv Adlers Schutz ist Sicherheit zu finden^ Die selbst dasSternenheer erleucht mir ihrenSchein; Drum prangt die Officin so königlich sich schreibet Und bricht mit Sieg und Glantz in schönste Druck- werck aus. Wodurch derVorzug ihr an Kunst undStaate bleibet. Sv blüht voll guter Eyr das Dobrovla«schß Hauß. so wünscht Joseph Frany Antsn Rrauß» ll. Gedancken über das Svmbolum des Herrn e«trl Frany Rofenmüllers. l^emws. 7??/^«? ?»o/// //S. / v. Z8. —— *) Apollo olim ^6meti I^eZi8 nuels in Inellsll» srment^ orat. Ist. j?ro ^ubilseo. von einigen'Ruchdruckern. Z4Z Es httviel Müh gekost, ein Mühle auszubauen, Ein Mühle die zum Grund hat festen Quaderstein, Wo man statt reinen Mehls, kan schönste Rosen schauen. So muß ja dieses wohl! ein Rosenmühle seyn ; Es pflockt ein Genius die Rosen aus dem Gatthm Und reicht sie einem Mann, der solche schüttet auf; Aus welchem übermahln von unterschiednen Arten Aus reinen Rosen kommt ein edler Bücherhauf; ,^ ^7o///>o 6'/ "! ,, , 5 ^Ich sammle Slumeu auch/Ueberschr.ft sich zeiget Das Buch der heil'gen Schrift ist höchster Zweck und Ziel; Eöster und Guecenberg sich vor den Strahlen neiget, So ist die Rosenmuhl ein edle Büchermühl; ang soU man 60///^^ /^»-^ ^?»/!?»-,/'^ schreiben, Die unermüdter Fleiß trag in die Mühl hinein; So wird die Mühl mit Fug ein Rosenmühle bleiben, Der Müller aber soll ein Rosenmüll-'rseyn. Im vierten Hunderten und viertztgsten Weltjahre Erfände Gurrenberg zu Mayntz das evie Werck; Drauf achzig vier zu Prag gedruckt die Bibel wäre, Schon achjig Pschnowa erst druckt zu Gutten- berg; Zm Siebenhundert^ und vierten Jahres Zeiten, Wom Rosenmüller hier die Officin anfieng; Im siebenzwantzigsten sah man sein Sohn einschreiten, Der Anno Wertzig drauf das Jubelfest begieng ; Zu Prag das erstemal mit eifrigen Bemühen Im dritten hundert Jahr man Allerhöchsten danckt, Daß er der Weit zu Nutz die freye Kunst ^verliehen, Srklarungs Gedancken so wohl über die AyKfche als Ertzbischöfliche RömgshöferischeBuchdruckerey Jnsignia. Sinnschrift. Attfe, (7o?/??'te,° GVtt nehm zum Führer an, Die ^unst zum Mlrgespan. Die Jnful pranget hier, in Rönigshöfer Fachen, Und dort der Winckelhack, in eigner Druckerey. Weil GOtt und edle Runst Zusammenfügung machen/ So wachset Heyl und Glück, von GOeres Auge neu; Wer mit der Kunst allein will Gold und Seyden spinnen, Würckt von einige»»Buchdruckern. 347 ""Würckt trillich Futter offt, statt fein Marftilgeweb; Und macht die blöde Well ohn Wolcken Anbeginnen, Daß oft für helle Sonn, ein Schattensrrwisch schweb: Wann aber Wolckenhand den Künsten Hülfe reichet, Gewinnt das Exemplar schnür graden Lini Lauf. Die Farbe haltet aus und aller Schmutz entweichet, Von Kegel reicher Form, Quadrat und Lettechauf: Weil Fiyty Druckereyn mit solchen Wercken prangen, In die der Einfluß swckt von hohen Wolckenplan; Sie zum gewünschten Ziel mit schönsten Druck gelangen, Dann GGtt ihe Führer, ist, die Runst ihr. Mitgespan. So bracht mit Wunsch dasReymley bey Der Röm'gshöfschet» Buchdruckerey. Joseph Zrany Äneon K.raus, V., Erleuterung desHmbischen Symboli; Überschrift: flo^? co//^-^ Wer nicht mit mir zu arndeen sticht Umsonst zerstreue nur Gach und Frucht. Hraba ein Rechen heist, der Lettres weiß zu rechen, Doch schicket Gottev-Aug nach Arbeit r»b"stund: Kein Mensch ohn diesem kan von Nutz und Vortheil sprechen, Der Bau besteht allein, wo dieß gelegt der Grund. Wer ohne diesem arndt, vielmehr die Frucht zer» streuet, Da Z48 Cap V. 8ortgeseyte Nachricht Da wilde Norden häuch frech Garben-Stürmer seyn; Denn ohne Himmels Aug kein Wütterung gedeyhet, Und statt der sanften Lust fallt rauher Nordwind ein. Da HrabaseinEndMcknachHimmels-Aug gesetzet, Bestehet wohl gegründt sein Kunst undDruckereyz Kein Sturm in seine Schrifft ein i'e-esrui- atzet, ES drucket Hraba wohl der Rechen rechet frey« V!l. Gedancken über das L.aubanische Wappen. - Jnnschrifr: ^/^/».s Bey Thau und rvasier neyen, Der Schwan finde sein Ergöyen. Schau! wie der rveisie Schwan sein Fittig Ruder netzet Und wie er sich erfreut, bey Wasserwogen Hauch z Mir unvernMem Aug am Throne sich ergehet, Von welchem Sonnenschein und Thau gewinnt den Lauh, Man hört fürs Grabgesang froh Jubellieder thönen^ L.abaun von labut Schwan sein Wappen Bild ererbt. Doch trachtet seine Kunst demselben zu versöhnen, ^ Der Schwan und Menschen speist: und Regenbogen färbt, Dem der ^nlligcus samt seinen Hiinmelszeichsn Zu hohen Dienste steht der einstens wird erschein; SiufRegenbogens Stuhl den Lohn ein jeden reichen So Wie die That im Buch wird eingeschrieben seyn. Der von einigen Buchdruckern. Z4S Der treue Dienerschaar mit Gnaven übergösset, Reicht Tugend und der Kunst den schönsten Farben Schmuck; Daß man so Nutz als Freud ohn Wiederdruck genösset So bleibt ihm Lob und Danck; der Kunst ein schöner Druck. Also schrieb zu Ehr die Zeyl. Der L.abaunschen Buchdruckerey in eyl. I. 5. K. VIII. Aufrichtige Gedanckcn über das Sinnbild des Herrn Marchiä RaudelLa» Überschrift, //ör ttttoi'?, t//^/? ^?o?'ckt. ZlDem dieser Gchuyherr diene, Der Äaum sehr fruchtreich grünt. Beglückter Stammenbaum z dem solcher Schutz- Herr dienet; Und unterstützet ihn mir unverrücklen Blück; Der Baum in grüne Zweig, der Zweig in Frucht aufgrünt Und tragt mit Überfluß viel Seegen reich Gelück, Matthias mir der Äxt sich auf den Baume zeiget Und pfropfet selben an mit reinster Bücher Lehr; Aus der Apostel Schaar, für der die Welt sich neiget, Ihr L- ecloüb^rtrist all Schrifft und Bücher-Heer, Wohl wer sich diesen hat zum Schutzpatron erkohren ? Durch dessen Hülf unS Schutz viel Heyl unv G!ü> cke wachst; Es Z5o Cap. V. zortgeseyte Nachricht Es bleibt die ORcin von Neidern ungeschoren, . Warum? dieweil sie schützt Matthias mit der Achji. IX. Die Clementinische Buchdruckerey derer Herren P. P. Jesuitern führet den Nahmen JEsu zu einen Signetschiide. Welchen beysetze dieses I^emms: 5?^^ iöo^ /'»'^/o F)'s//01'. . dieser presi und Rrieg; Erfolgt gewünschter Sieg. Diß soll mein Exemplar in Ewigkeit verbleiben? Der NaKmen Zesu Zier mein Buch und Titulblat. Ich will mit diesem Schild mein Kunstgewerbe treiben, Und unter dieser Preß formiren mein Format. Die Clemenrinsche Kunst kein besser! Ziel erreichet, Als wann sie Bücher druckt zu grosser Gorces Ebr; Der wilde Feinde Schwärm bey solchem Streite weichet, Der schönste Bücherdruck ist Jesu Nahmens Lehr. Mit dieser Sieges Fahn will ich zu Felde rucken, Al falsche Bücher-Lehr dämpft dieser Presse Krieg Dranf hofft: Gott wird uns all ins Buch des Lebens drucken. So folgt für Buch und Seel, ein höchst gewünschter Sieg. Unterschrift: ^l/^Me??? ^/ Zu größeer GGrtes Ehr Srauch 2Sucb, Schrift, und Gewehr. Diß Zeugniß gab heraus I»s«ph 8rany,Amon Rr-mß. Die von einigen Buchdruckern. Z 5! Die meisten Jnsignia stehen auf unserer 1'sb. XX. n. z. und XXV. Schlüßlichen muß man psZ. 107. im andern TKeil 2Z. vor 7. lesen 17. p 105.1. 20. vor Ti- bety lese T?b<>ly, I. 29. vdr Rameniyhysche lese RamenitzKsche. p. 109. i. «ü steht I^hann Carl Hraba, lese Carl Johann Hraba. Regenspurg^ Won diesem Ort habeich im II. Theil p. »rr. icqq. die neuesten Buchdrucker erzehlet, nunmehro kan ich auch die ältesten in unverrückter Ordnung nach einander anführen. Ich habe diese Nachricht aus dem Re- genspurgischen Denckmal entlehnet, allwo diese Namen alle in einem Geschlechrsbaum zu lesen sind, welchen ich bereits oben 9.216. eingerücket. Es sind aber folgende: 1) Jacob von Gouda hat sich im Jahr 1490. zuerst allhier hervor gethan, wie aus der ^e^encl? tZi-umsIi ^Ibei-ri ivis^ni zu ersehen, deren Herr besser p. 6l. erwehnet, allwo er auch eine teutsche Bibel aus ^srsl. I^ilzrvr. rsi-jorum anführet, welche schon 14« 5>Fol. in 2. Theilen allhler gedruckt worden seyn soll. 2) Hannß Bürger lebte um die Helffts des XVl. Jahrhunderts. z>Barcholomaus Graf hat von 1599.-1605. diese Kunst hier fortgesetzet. 4) Christoph Fischer heyrathete 1629. des Herrn Gräfens Tochter. Er bekam damit die Druckmy vnd starb iszr. als Rathsbuchdrucker. 5)Pau- Z52 Cap. V. 8sttgeftyte Nachricht 5) Paulus DalleujZemer trieb die Kunst von . 674. 1684 als Nathsbuchdrucker. 6) Johann Georg Hofmann heyrathete Dall?n- stelners Wittwe 1685- und führte die Druckerey mit zr ossen Ruhm. Er war auch E. E. Hanß-Gericht Assessor, Senisr und Rathsbuchdrucker und starb i?zz. 7) Johann Caspar Memmel erkauffte 17z;. die Druckerey nebst dem Verlag von der Wittwe, so, wie sie Herr Hofmann besessen. Sein Leben siehe p. 117. allwo man I. 22, die Worte also lesen muß: er lernte die Buchdruckerkunst 1722, bey Herrn Ich. Conrad peey, und da Lieser die Druckerey ,"725 an Herrn Christian Gorclieb Geiffarr verkaufte, so endigte er bey selbigem seine Lehrzeit und verschenckte bey ihm 1726. sein Postulat. Am Ende jeye man folgendes hinzu: Übrigens hat zwar bemeldter Herr Ioh Casp. Memmcl vas Buchdruckerjubiläum, wie in vielen öffentlichen Zeitungen berichtet worden, mit denen in seiner BuchLruckerey befindlichen Kunstverwandten Mich und vergnügt vollzogen; Sein Leben aber durch einen sich durch Zerreissung eines beym Packen gebrauchten neuen Stricks oynversehens Hnno 1739. Klent! ^ul. selbst beygebrachten Schlags mildem Packprugel, wovon er sich, wie man bey geschehener Section ersähe, die füuffce Nippe der rechten Seite entzwey geschlagen, 1740 den io, Nov. geenviget. Wobey zu verwundern, daß er nach empfangenem Schlag keinen Schmerl; gehabt, sondern solchen erst in einem halben Jahrin erwas, nachund nach aber arger, biß bey der Inttgmmi-tion endlich eine Oeffmmg geschahe, woraus häufsig Materie, und durch diese der rechte Lungenflügel angegriffen worvm, empfunden hat. Seine hinterlassene Frau Mit- von einigen Buchdruckern. Z5Z Wittib bekam io. Wochen nach seinem Tod einen pottwimum, Ioh. Philipp und führet die Buch- druckerey mit dem Factor Herrn Heinrich Gottfried Zunckel, aus Leipzig gebürtig, annoch fort. 8) August Hanckwiy fieng sein Werck 1671. an, und übergab solches 1706. seiner Tochter und starb. ,708. 9) Johann Ernst Hrany heyrathete Hanckwi- yens Tochter 1706. und starb. 171z. 10) Johann Heinrich Rrurringer heyrathete Franyeno lVicub und starb »724. 11) Hieronymus L.eny bekam durch die?^rüt- tingerische Wittib 1724. dieDruckerey. Dessen Le» den steht ebenfalls im !l. Theil p. 112. 12) Iohann Lonrad peey Vermahlen E E- Hanß« gerichtsAssess. Sen. und Büchhändler richtete ,712. die Druckerey gantz neu auf und führte solche 14. Jahre mit Ruhm. i Z) Christian Gottl'eb Seyffart übernahm die peeyische Druckerey käuflich 172 5. Dessen Leben s. I. c. p. n6 allwo man !. 9. statt 1700. zu lesen 1709- l. 19. und 2o. an statt Rrämetin lese 2xrän- nerin. 74) Aegidius Rairh war von 1676.-1708-Bi- schöfflicher Buchdrucker. 15) Joh. Baprista L.ang übernahm die Raichi- sche Druckerey als Bischöffiicher Buchdrucker 1709. Deinen Leben f. I. 0. s>. 144. Von Georg Geißlern habe ich ein Buchdrückerzeichen gefunden, dessen er sich um das Jahr »567. bedienet. Es ist selbiges der verbothene BauMj. von welchem eine Geiste Blätter frißt, zur rechten steht ein Engel mit einer Geisel, und zur iinckm M Engel A ' mit Z54 Tap. V. ^Sttgeseyte r?achricht mit einem Buch, an den Baum selbsten stehen die Worte ii^num vtX. S. ^'sh. Xv. n. 4. Woher es «der gekommen, daß man ihn an dem Stammbaum übergangen, kan ich nicht entscheiden. Saltzburg. Von dieser Stadt führe ich gegenwärtig nur einen Buchdrucker an, welcher sich besonders hervor gethan hat. Es ist selbiger Johann Sapus!« Meyer, welcher 1634. den 20. Febr gebohren war. Er hatte das Glück des dösigen Ertzbischoffes Hofbuchdrucker und Hofbuchhändler zu seyn. Sein Insigne ist ein teutscher gekrönter Schild in zwey Felder getheilt. In dem obersten steht ein Löwe auf Gold und in dem üntersten sieht man eine geflügelte Kugel auf blaue Farbe. Sein Bildniß und Insigne steht auf 'I^L. XXVl. Schlaitz. Der erste Buchdrucker daselbst war Christen Bittorff, welcher zu Zwickau, im Jahr 1655.^1,25. Marrii oevohren war. Dessen Herr Vater war Ic>, Hann Virtorff, von Mertensdorff bey Naumburg, E E Hochw. Raths zuZwickau verordneter und bestallter Stadt-Wachtmeister, und des geistlichen Kastens Mitvorsteher, wie auch der löblichen Cramer- zunft ältest geschwohrner Fürmeister daselbst Zm Jahr,671 trat er in Zwickau bey E. E Raths Buckdrucker, Herrn Ebeln, seine Lehrjahre an. 1677. den 22 Zulii verschenckte er sein Postulat zu Halle in der Saalfeldischen Buchdruckers». i68c>. den 26. October von einigen Buchdruckern. Z55 October Haler sich mit Jungfer Magdalenen, Meister Maechia Teuchers ansehnlichen Bürgers und Hofwagners der Fürst!. Residentz zu Altenburg, mit- telstenTochterverheyrathet. 1684. den 25. Januar, hat er zwar in gedachten Altenburg das Bürgerrecht erlanget; Alleine noch eben in diesem Jahr Haler sich wieder in seine Gebuhrtsstadl Zwickau erhoben, und allda die Druckerey angefangen, woselbst er viele Königl. Privilegs, über allerhand Schulbücher, ingleichen über die Zwickauifche Chronicke und über M. Iacobi Sonn-und Festtags-Madrigalia erkalten. Ausserdem hatte er die Ehre die «Ht-lle eines Stadt- Wachtmeisters und des geistlichen Kast. ns Milvorste- hers zu verwalten. Mir dessen Frau Eheliebsten erzeugte er 6. Kinder, nehmlich z. Söhne und z. Töchter, wovon ab?'' nur noch 2. am Leben sind, als i.Sohn und i Tochter, welche sich beyde allhier in Leipzig befinden. Der Sohn als. Bürger und Buchoruckerherr, die Tochter als Bürgerin und Gasthalterin. Im Jahr ,70z. den 2z. Januarii starb dessen Frau Eheliebste, worauf er sich 170). den 21. Novembr. zum andern mahl mit Herrn Ra- phael Jungnicols hinterlassenen Wittwe wieder ver- ehliched Im Jahr 1709. wurde er Hieher nach Schlaitz von dem Grafen Heinrich, demXl. beruf- fen,dis erste Buchdruckerey aufzurichten, unter dem Titul als Hofbuchdrucker. Nach Werfliessung zweyer Jahren ernannten ihn Jhro Hochgrafl. Gnaden zu denStadtrichter-Ammr in der Heinrichöstadt. Im Jahr 1719. den z.Martii wurde er wiederum in ^ Ven betrübten Wittwerstand gesetzet, nachdem er fast Zehen Jahre mit seiner andern Frau eine friedliche Ehe geführet und keine Kinder gezeuget hatte. Im Z.2 Jahr zz>6 Cap. V. 8srtgeseyte Nlachriche Jahr 1720. den 16. May geseegnete er diese Welt wie,- derum. Nach dessen Ableben erkaufte dessen Sohn, Herr Christian^en/amin Birrorf, seines Herrn Vaters Buchdruckerey. Im Jahr 1721. verehlichte er j!ch mit Meister Johann Zöberers, ansehnlichen Bürgers, und deß Fleischer-Handwercks geschwohrnen Ober-» Altesten, mitlern Jungfer Tochter Magdalena I»-> liana. Er wandte sich alsdenn nach Graitz und erlangte beym Grafen -Heinrich dem XM den Titul als Hofbuchdrucker; Er muste sich aber seiner hohen Freunde wegen Leipzig nahern; Dahero erwählte er Pegau, und zog mit seiner Druckerey dahin, weil noch niemahls ein Buchdrucker daselbst gewesen war, allwo er sich z. Jahre aufgehalten, und ein fei« nes Stadt-Gesangbuch verfertiget hat, bis er sich endlich 1725. entschlossen, sich mit seiner Druckerey nach Leipzig zu begeben, allwo er sich noch eifrigst bemühet manches schönes Buch durch seine Littern un>> Pressen an den Tag zu legen. Nach Herrn Sirrorfen richtete Johann ^h^, siian Sonntag eine neue Buchdruckerey auf, er beschloß aber sein Leben in wenig Jahren, und dessen Wittwe führte die Druckerey fort, bis sie sich mit Herrn Friedrich Anron Urban verehlichte. Nicht lange darauf zog er nach Neustadt an der Orla. Nach diesem kam Herr C. 5Veichberger, mit welchem es aber wegen seiner geführten Lebensart nicht forr wollte. Nunmehro wendet sich dahin Herr Johantt GorrKeb lNaucke. Er ist 1696. den 2Z.Novembr. zu Zittau in der Oberlausitz gebohren. Sein Vater war Herr Christoph Mancke/ Bürgerund Gastgeber X von einige« Buchdruckern. Z 57 geoer oaftldst. Im Jahr «711. begab er sich nach Dreßven die Buchdruckerkunst bey Herrn )acsb Harperern zu erlernen. Nach zurück gelegten Lehrjahren hat er auch allda postuliret. Im Jahr 1731. verchliclM er sich mit Johannen Christianen Rei- mecfm, Ehlert Hennig Reimers, Bürgers und Buchdruckers in Löbau eintzigen Jungfer Tochter^ mit welcher er z. Söhne und 2. Töchter gezeuget, wovon 1. Dohn und l. Tochter gestorben. Nachdem er nun eine Zeitlang der Bittorffischen Druckers» allyier in Leipzig, als Factor, mit Ruhm vor« gestanden, so begab er sich im Jahre 1741. von Leipzig nach Schlaitz, und ward daselbst Hochgräfl. Msuß-Plauischer Hofbuchdrucker, Sein Fleiß und Geschicklichkeit laß: nns viel Gutes von ihm hoffen. Dessen Wahlspruch ist - V0ieGOtt null- Schweidnitz. Auch allhier hat Johann Pceftrt, ein Buchhändler von Breßlau, eine Druckerey angeleget, welche hernach dessen Erben fortgesetzet. In diesem Jahrhundert haben anfanglich die beyden Brüder Johann Gigismund, und Christian Gckcl, und hernach Iohann Christian Müller diese Kunst gleichsam von neuem hergestellet, und fortgesetzet. Rungen» In- cunsb. p. ^7. Straßburg. Ob an diesem Ort die Vuchdruckerkunst erfunve« worden sey, habe ich im tten Theil p. z z. lecz weit- laustig untersucht. - Ich habe auch des ersten Buchdruckers daselbst Iohant, Mentelitts Leben und ZA BW z;8 Cap. V. Zottgeseyte Nachricht Bildniß l p. 6i. geliefert. Gegenwärtig will ich eine teutsche von Meneelin gedruckte Bibel hinzufügen, an deren Ende folgende Worte zu lefen: Ar- //^s»' ^////c> ?/??7/^/?M0 ^en?^»o^v5o,/o?'?N/75?// s»'^ /?»^>'^/o^///ive»s-> »'^'/e'N? ^o/l^?^«^? ^ASttt/'ttS, A0//0 Siehe p. z;. Nach ver Hand wurde um das Jahr l 52 z. ein Buckdrucker Johann Gchorr berühmt. Theophilus Sincerus hat in seiner Sammlung von alten und raren Büchern in dem 5. Stück auf das Jahr iyzz. p.449. ein merck- würdiges von ihn, gedrucktes Buch angeführt. Der Titul davon ist werth, daß er hier einen Platz einnimmt. Die Runst der Chiromanczey, vsz besehung dev Hend. physiognomey, vszanblickdes Menschens. Natürlichen nach dem L.auffder Sonnen. 60?///)/^/^ eins verglichen menschens. Natürlichen ynflüsiz der Plannen. Der zwölff Zeichen Attgesychten. >>Lttliche Q??/o^/, zu er» Sanrnüß der menschen Rranckheiten, solichee rveiß vormahls nye beschriben oder gedruckt. Zusammen verordnet, und verteurscht durch den« ^.ochgelertn vnd weytberümprcn gemelcee knnsten, Herren A'o^«-???? pfarherrn z» Gteynhevm, vnd Dechant zu sanct L.eonhart in Hranckpförs-, mit freyheit ReystrUcher M^iestac Darzu genädigklich verliehe n,vssftch!? jar. Straßburg, Durch Joannem Schott, Buchcrucker zum Thiergarten, /). Ao/. ^/m?/^ ^^F/s ^//^o>v/. < - / Mylius,warumvasZahr ^4». bekannt und führte in einem teutschen Schilde das Brustbild Sim- sonö der einem Lftis Kienbacken über das Hau^'.'le!t. Statt ^ ^ 77.^77. A^7^7^?77 D^/I 77.. ^^777!^^ ^^^^71^^^ ?^^7^5^>7^7^??' c^s^ (T^Q^^ c^7//?!7^ von einigen Buchdruckern. 359 Statt des Schildhalters hatte er sich einen aufrecht stehenden Löwen erwählet, welcher mit der rechten Klauen den Schild hält, mit der lincken aber eine Säule auf den Schuldern tragt. Siehe 7^6. XXVII. r-. 6. Folgendes Buch hat er gedruckt: /) Caspar Hedion ausierleßene Chronick von Anfang der XVelr bis aufdas jar nach Christi unsers einigen Heilandes Geburt /). X//// in vier ceyl oder Bücher abgsteyler, aus dem L.atein indasreutfth gebracht, Grraßburg gedruckt bei Craffr Mvl- ler,^/./). X/^/.8oUo c. 5Z. Um eben diese Zeiten findet man auch einen^Hans Rnoblauch und ein von ihm gedrucktes Buch dessen Tltul folgender ist : Udalricus Tengier L.äyen Spiegel von rechtmäßigen Ordnungen inn Äür- gerlichennvnd peinlichen Regimentern. Mit Additionen vrsprüngklichenrechtsprttchen. Auch / der Guldin Bulla, Z^üniglicher Reformation,/ L.andfriden ?c. Gampr bewärungen gem?ynev rechten vnd andern» anzeygen. Nervlich gedruckt. ^5. XXX//. 8ol. Grraßburg durch Hanß Knoblauch, den Jungen c. tiA. Christian Müller lebte um das Jahr 1571- und führte in einem teutschen Schild einen Mohren mit einem Pfeil in der rechten Hand zum Buchdrucke» Zeichen. Siehe 1^6. XXVll. n. 4. L.azarus Zeyner druckte um das Jahr 1597. und führte das Brustbild der Minervä zu seinem Buchdruckerzeichen, mit den Worten: Sciemis im» mm-ibilis. Siehe 1^6. XXVll. n. z. Seine Erben druckten noch um das Jahr 164s. Antonius Berrram, trieb 1592. die Buchdru- ckerey daselbst. Sein Buchdruckerzeichen, war e« 34 Kraut?. z6s Cap.V. 5ottgestyte Nachricht Kraut, vermuthlich Bertram Wurtzel, welches zwey Hände aus den Wolcken hielten. Siehe I^L. AX^-!^ n. i. Bernhard Jobinus lebte;u Ende des XVl Jahrhunderts und war zugleich ein sehr berühmter Holtz- schneider Sein Buchdruckerzeichen war ein mit Lorbeerzweigen gekröntes Brustbild mit der Unterschrist: Lspiemis conltsn5. Siehe I^K. XXVU. n. 2. Johann Feiedeich Gpoor, lebte um das Jahr 1656. und führte einen auf einem Stück Erden stehenden Baum mit Wasser umflossen, auf welchen das Wort ni"-^ in einem Schein strahlte. In einem fliegenden Zettel ließt man die Worte > 8ie kgoile crclcgm. Siehe ?äk. XXVII. n. 5. Endlich muß ich noch des Josiä Stadels geden- cken, welcher ein berühmter Buchdrucker und Buchhändler zu Straßburg gewesen ist. Er war 1627. den 25. December gebohren. Er hatt die Ehre, daß er daselbst Bürgemeister und Tredecemvir wurden Ausser dem »»r-ocliän» hat er verschiedene griechische Bücher sehr sauber geliefert. Sein Jnsigne war ein Stadel in einem Schild, und auf dem Helm ein Flug, Dessen B'ldniß steht auf l^v. XXVM. Strigau. In dieser Stadt weiß man nicht mehr als Jshantt Gyrtfried ZVebern. S Rungens lncunsbuls 97^ Suybach. Won dieser Stadt führe ich gegenwärtig Niemand mehr, als Iobann -^o'stium, an. Er ist zu Srade 1648. den 27. December gebohren. Er hatte ^ie Ehre, die älteste Stelle eines' Bürgermeisters zu b.e-- > von einigen Buchdruckern^ z6r begleiten, unv begieng 1727. .den 1 October ein^ luliii^um ^zmicum. Sein Jnsigne ist ein ordentliches Wappen, in dessen Schild ein Stamm mit angehauenen Aesten zusehen. Auf dem Helm steht ein Mann, welcher eben diesen Stamm halt. Dessen Bildniß steht auf ^K. XXIX. Tübingen. Won diesem Ort habe ich zwar schon p. i zs. im ll, Theil gehandelt. Ich muß aber hier noch zwey Vuchdruckerzeichen beschreiben, welche ich seit dem gefunden habe. Das erste ist philibertSrunns. Er hatte sich einen Springbrunnen erwehlct, worüber das Wort jelivva erscheinet, mit der Umschrifft: '(ZuemslZmoslum cleli^ergtccruus g<ä5c>me8s^uzrum, jrs 6elicjcrgr gnimz mea s6 te vens ?il 42. Siehe I^Y. X'/. n. 5. Johann Heinrich Reifms fübrte um das Iahe ,665. eben dieses Zeichen, ob er dessen Druckerey an sich gebracht, kcm ich nicht sagen. Johann Con- rad Geißler führte einen Mann, welcher in seiner i rechten Hand einen Zweig von einem Baum, in der lincken aber eine Wage halt. SieheXV. n. 6. UlM. Hier soll man> gar noch vor Erfindung der Buch- vruckerkrmst gedruckt haben. Doch nein, es war nicht gedruckt, wenn es aucb wahr ist, daß ein gewisser Meister L.udcrvig auf höltzerne Tafeln ein Buch von der Kunst zu sterben, wie Cöjier, eingegraben har. Es berichtet du ses Christ. Gonl. Schrvary in seinem lliliice nounr-um I^idr. lud incunsb. rypvAr. M9lessv5um. Wenn man aber von der Buchdrw- Z 5 ckev- z62 Cäp. V. Zortgestyte ZTlachricht ckerkunft in eigentlichem Verstände redet, so muß man wissen, daß Ulm eine von den ersten Sradren mit sey, wo sich die Buchdruckerey niedergelassen habe. 1) Johann Zainer, war der allererste. Er war von Neutlingen Zebürtig, und wo nicht ein Bruder, doch ein Anverwandter Günther Zainers einer der ersten Buchdrucker daselbst. Er druckte vom Jahr 147z.-149?. allerhand Bücher. Das erste war folgendes : ^o/i.Fo^^iBüchlinvondenslnnrychen erluchten XVyben, die von den airen Chronick- schribern um ir sunderlich beginnen in öroige ge- dächtmß synd geftyc worden. Getürscht durch Hainricum Stainhorve! von NOyl an der Vl)irms, Doccor in der Ärymy, Msister der sübenkünst, geschrvorner Aryr ze Ulm, ze lob und er der Durchsichtigsten Fürstin und Zrarven, Frarv Aleonory Heryogin ze Oesterrych. Ulm seeligli- chen geendec von Joh. Zainer von Reutlingen 2) L.eonhard Holle, ein Bürger zu Ulm, dessen Nachkommen noch daselbst anzutreffen, fieng um das Jahr 1482. auch an zu drucken. Sem erstes Buch war ^ pcol^msel t^lmo^-'gpKisz^.VUI.mitHoltz- schnitten , »482. Fol. und das letzte, so man weiß: Hmes Kulis ci.lvii !V. auf Pergament 1486. z) Conrad Dinckmurh, ein Bürger von Ulm, errichtete 148z die dritte Buchdruckerey und verfertigte darinnen biß l /86. verschiedene Bücher, Das erste war: Der Ssclen Würygarcen, 148z. in Fol. 4) Johann Reger, führte vermuthlich als Fa- ctvr von 145^.-1497. des lulti 6e .^!bgrw 6e Vc- neuis allhier angelegte Druckerey. Es beweißt die- von einigen Buchdruckern. z6z dieses folgendes Buch, welches auf der Stadtbiblio- theck! daselbst aufgehoben wird. Es führt die Aufschrift: ?w!vmTl LeoZl-s^Kig, lsrine tiicolso nis (Zermsriv imsrprete. Lum ^rszfsriorie giä ?gu!. II pomiticem. Imprells V!m» opers K expenlis /«M ^^M-?»o 6eVelietil8,pel-proui5orem luum M. /^e»-. Vlm. 1486. in Fol. 5) Hannß Varnier, ein Frantzose, wurve um das Jahr 1528. bekannt. Im Jahr 1536. druckte er den ersten evangelisch-Lutherischen Catechismum allhier. Biß gegen das Jahr «549. hat er seine Kunst getrieben, da ihm der Druck der wider das Interim geschriebenen Bücher verbothen wurde. Hierauf folgte .6) Oßrvald Gruppenbach, von Tübingen, 156z» 7) f>aut Hiebner, von Diilingen, 1570. 8) Johann Ancon Ulhard , 1579 -1608- 9) Johann Meder, von Launigen, wurde i6ir. Hieher beruffen. Er hat sich absonderlich wegen sei- nes silberweisen Druckes berühmt gemacht, worin- nen die Ulmischen Statuten gedruckt sind. Nach des-, sen Tod führte die Wittwe mit ihren beyden Söhnen Johann Sebastian, und Michael von 1624.- 1634. die Druckerei) fort. Meine sie trennten sich . hernach von einander. 10) Johann Sebastian Moder, trieb anfänglich 1634. die Buchoruckerkunst alleine. Er nahm abev Ionas Säur zuni Gehülfen an. Des erstem Wittwe führte hernach bis 16,7 die Mederische Dru« ckerey fort. Alsoenn heyrathetesieSaichasar Rühn. »l) Michel Meder, hat sich vermuthlich nach Stralsund gewendet, nachdem es in Ulm nicht rechc sott wollte. l-) ?64 Cap. V. Zsrtgeseyte Nachricht 12) Salrhasar ^ühn, oder war von ErfurtI) gebürtig und 1615. den 4. Iul. gebohren. Im Jahr 1637. heyrathereerdie Medertsche Wittwe , mit der er zugleich die Druckerei) bekam, welche hernach bey nahe hundert Jahre unter dem Ruh« Nischen Namen fortgesetzet wurvs. Im Jahr »667. ist er den 6. April wieder gestorben. Sein Jnsigns stellt einen Altar mit einem brennenden Hertze vor, auf welches von den vier Winden geblasen wird. Oben drüber steht das Wort MovsK, aussen herum die Worte: ^65i8 miki clominv in gcwerüs. S. I'sl?. XX. n. 4. Sein Biloniß aber steht auf 1s!,. XXX. 1 z) Christian Balrhajär Ruhn / ein Sohn des vorhergehenden, bekam 1667. die Druckerey, und nach ihm 14) Wias Ruhn, seinSohn bis 1736. r 5) Llias Daniel Süß und Gorchard Miller bandüten die Rühm'sche Druckerey 1736^ an sich» Nach Millers Absterben aber überkam Herr Süß selbige als Stadtbuchdrucker alleine, und führt sie bis diese Stunde mit guter Gefchicklichkeit fort. 16) Matthäus XVagner, errichtete 1677. eine neue Buchdruckerey- Er war 1648. den 11. Jnl.ge- bohren und führte nebst der Buchdruckerey den Buchhandel Als er nun 1694, nach Leipzig auf die Messe reißte, so ist er daselbst unvermutyet den 7. Iul. gestorben. Sein Bildniß steht auf^sb. XXXI. Nach dessen Tod führte die Fr. Wittwe die Druckerey durch einen geschickten Factor, Herrn Marrhaus Dem- mel von Annaberg, bis -707. fort. Alsdenn wurde Lelbige 17) Christian Ulrich V^agnem übertragen, welches ! von einigen Buchdruckern. z 65 cher er mit allem Fleiß und Geschicklichkeit rühmlich bis jetzo vorstehet. Dessen sehr sauber gedruckte Schriften legen ein deutliches Zeugniß davon ab. Siehe Uimische Zubelreden ^.85 learelttDtvinus, bis 1644. Der 4) Caspar Hreyschmid, ciui« scgä. und Buchdrucker zu Jena, welcher sie von dort aus bis 165z. besorgte. Es wollte aber nicht recht damit fort, da- hero von der gnädigsten Herrschaft beschlossen wurde, diese Druckerey käuflich an Caspar Freyschmiden zu überlassen, jedoch mit der Bedingung, daß sie allezeit bey hiesiger Residentz verbleiben sollte. Im Jahr 1658. .,. von einigen Buchdruckern. Z67 i6;8^den^i z. Febr wurde demnach mit öfters ge- nannten 8rey"chmid der Kauf geschlossen. 1) Caspar 5'revschmid war also der erste Hofbuchdrucker zu Weymar. Er behielt aber selbige nicht über ein Jahr, sondern er wandte sich mit.sei, ner Jenaischen Druckerey nach Rudelstadt, und trat die hiesige an seinen Schwiegersohn 2) Thomas Eylicker ab, welcher mit der Zahlung an die Fürstl, Kammer fortgefahren, weilFrey- si-hmid nicht mehr als 50. fl. gezahlt hatte. Im Jahr i66i. ist er aber schon wieder gestorben, da, hero z) Dessen nachgelassene Wittwe die Druckerey bis ?664. fortsetzte. 4) Joachim Heinrich Gchmid, eines Pappierma- chers Sohn aus Oberweymar, heyrathete die Ey- lickerische Wittwe, und bezahlte den übrigen Rest an die Kammer, daheroer die Druckerey 1665. völlig an sich gebracht und darüber von dem Hertzog Johann »Lrnst 1667. ein Privilegium erhalten hat. Er hat verschiedene Schriften gedruckt, weil er aber wegen eines gewissen Buchs Vervruß vermuthete, so zog er nach. Götttingen, und legte daselbst einen Buchladeu an, die hiesige Druckerey aber verachtete er erstlich und endlich überließ er sie käuflich cm 5) Johann Andreas Müllern. Anfänglich hatte er diese Druckerey nur gepachtet, weil ihm aber der Pacht m schwehr fiel , so schaste er sich eine eigne ' Druckerey an und erhielt darüber 1677, von Hertzog Johann Ernst ein Privilegium. Dessen ohngeacht gerieth er mit seinem Vorfahrer in einen Streik. Aus diesem zu kommen kaufte er dessen Druckerey 1685. Z68 Cap. V. fortgesetzte Nachricht ,685- noch darzu. Er war j6z^. den 5. April zu Wenmar gebohren. Sein Herr Vater war Sebastian Müller, Fahndr'.ch bey derKrone.Schweden. In seiner Jugend mufte er »regen der Kriegsunruhen ungemein viel ausstehm, ja jo gar fti?i Brod vor der Thür suchen. Endlich kam er 1644, in die Je- naische Stadtschule, wormnen er aclt Jahre gewesen. Weil er aber die Studien nicht fortsetzen konnte, so trat er bey seinem Herrn Schwager Johann ZTlisto, Buchdrucker zu Jena, in die Lehre. "In, Jahr -657. wurde er wieder ftey gesprochen, und den 29. December dieses Jahrs pvsiuiirre er. Im Jahr 1658. trat er bey Caspar Freyschmioen in Condi- tion, und als dieser die Wc ymarische Brucrerey kaufte, so gieng er mit dahin selbige einrichten zu helffen, a!s- denn gieng er in die Fremde. Im Jahr 1660. wurde er von Thomas EyUckern wieder Hieher verschrieben, da er sich denn mit Herrn Johann Hänsel- manns, SukLonleeioi-is, Tochter, Jungfer Johannen Dororheen verlobet, jedoch mit der Bedingung, daß er sich noch etwas in der Fremde umsehen wollte. Weil aber Herr 5Lylicker 1662 gestorben, so wurde er abermals nach Hause beruffen, dessen Wittwe beyzustehen, welches er auch redlich that, bis sie sich wieder verheyrathet. Unterdessen vollzog er i66z. den zo. November mit seiner verlobten Braut sein Ehebündniß und lebte mit ihr 9. Jahr gantz vergnügt, mit welcher er auch z. Kinder gezeuget hat. Nach derselben Tod heyrctthete er Caspar Fre^schmids Tochterkind Marien Elisabeth GünyeUn 167z. den 19. Octobsc, bey welchem er auch die Stelle eines Factors vertreten hat, bis er 1674. von derWey- manschen Regierung beruffen wurde die Druckerey fort« von eittl'gen Buchdruckern. z6? fortzusetzen. Anfanglich hat er Schunds Druckerey gepacht, und hernach gar gekaust, da er sich vorhe- ro eine eigne angelegt halte. Unterdessen starb ihm seine Ehefrau 1697. nachdem er mit ihr 8. Sohne . und 7. Töchter gezeuger hatte. Im Jahr 1699. verehlichte er sich zum dritten mal mir Jungfer Susannen Hoffin, eines Tuchmachers von Bößneck Tochter, mit welcher er bis an sein Ende - 705. den 9. Februarii zufrieden gelebt hat. Er hat verschiedene nützliche Bücher, unter andern das erste Weymari- sche Gesangbuch, und die erste Malaische (Zismmg- ticsm in Teutschlanv gedruckt, und zugleich dasAmmt eines Hofkirchners verwaltet. Auf ihn folgte 6) Johann L.eonhard Mumbach, von Regen- spurg, allwo er 1679. den ,o. Sept. das Licht dieser Welt erblickte Sein Vater war Meister Johann ^' L.eonbard Mumbach, Bürger und Schumacher f daselbst. In seiner Jugend wurde er bis in das zwölsste Jahr fleißig zur Schule gehalten. Im Jahr 1692. trat er bey Herrn Johann Georg Hossmann, Buchdrucker daselbst, in die Lehre und 1698. wurde er wieder loß gesprochen. Alsdenn besuchte er fremde Buchdruckeryen und verschenckte zu Nürnberg 1699. seine Postulat. Im Jahr 17^2. gieng er abermals in die Fremde und besähe die Buchdruckereyen zu Dillingen, Amstadt, Leipzig, Helmstadt, Minden, und ar- ^ bettete an den meisten Orten eine Zeitlang. Endlich kam er nach Wevmar zu Herrn Johann Andreas Müllern, bey welchem er in Condition trat. Da aber selbiger wegen seiner Schwachheit seine Söhne , M'.ch Hause rüste, welche die Kunst ebenfalls erlernet harten, so gieng er wieder weg. Alleine er erhielt 5 M bald von gedachtem Herrn Müllern den z. Jan. , Aa , 1705. z7-z C«zp. V. 8ortgeseyteV7achtlch<: 1705- einen Brief/ darinnen er ihn bath, daß er sich wieder zu ihm wenden mögte. Er that es auch- Es lebte aber Herr Müller noch eine kurtze Zeit. Weil nun der Sohn Herr Johann Friedrich Müller die Druckerey nicht behaupten konnte, so übernahm dessen Schwester Jungfer Gertraur Maria Müllerin, vermöge des vaterlichen Testaments, die Dru- ckerey käuflich, und Herr Mumbach stund selbiger als Factor vor. Nachdem aber auch Johann Friedrich Müller 1706. starb, so ließ er sich alsdenn mit angeführter Jungfer Müllerin 1707. in ein Ehe- bündniß ein, wodurch er die Fürstl. Hofbuchvruckerey bekommen hat. Er er HieltdaraufvonHertzogN/ilhelm ZLrnjr> und alsdenn von Hertzog Lrnft August gnadigste Privilegs. Mit seiner Ehefrau führte er bis an ihr Ende i?z6. eine vergnügte Ehe, und zeugte mit ihr sieben Kinder nemlich 2. Söhne und 5. Töchter, davon aber nicht mehr als eine Tochter am Leben ist. Bey seinem herannahenden Alter genießt er einer liebreichen Wartung seiner eintzigen Tochter, welche er an Herrn Glüsing verheyrathet. Heinrich L.udc>lss Gtüflng, aus Goltzwarden, in der Grafschaft Oldenburg, ist den 4. Aug. 1702. gebohren. Sein Herr Vater war Bslcke Glü- j?ng, ein Schiffssteuermann. In seiner Jugend wurde er zu den freyen Künsten angeführet, absonderlich lernte er bey einem geschickten Organisten Perev pannier zu Sengewarden, an den Hollandischen Gräntzen, die Orgel wohl spielen, und vortreflich schreiben und rechnen. Da er sein ^Vaterland besuchte und sich auf der Orgel hören lich, so verlangte ihn der Herr Regierungs Assessor von Jtsien als Schreiber, bey welchem er auch zwey Jahre gewesen ist. VStt einigen Buchdrucker«?. Z7x Er gieng aber nachher» wieder zu seinem alten Lehr-- meister nach Sengewarden, sich .in der Musik noch vollkommener zn machen. Es wahrte nicht lange, so wurde er oaselost Unterpräceptor. Unterdessen gimg er hicrauf nach Hamburg, in der Musik sich noch mehr zu üben, ob ihn gleich die Sengewarder nicht weg lassen wollten, und bey ihrer Herrschaft eme besondere Schreib-und Nechenschul vor ihn ausgebracht hatten. Er fand aber in Hamburg nicht, was er suchte, dahero er sich zu einem Königlich en Dänischen Cantzleyrath Herrn von Tomloo, als Schreiber in Dienste begab, und anderthalb Jahr redlich diente. Da er aber wegen seiner häufigen Geschäfte die Musik gäntzlich liegen lassen muste, und Lust zur Buchdruckerkunst bekam, so begab er sich zu Herrn Lonrad Röntg in die Lehre. Weil er sich nun besonders wohl aufführte, so stund er nicht über drey Jahre, indem ihm sein Lehrherr die übrige Zeit schenckre. Nach vierzehen Tagen vostulirte er und blieb a^sdenn bey seinem Herrn einige Messen inCon- dition. Hierauf verfügte er sich nach Leipzig, Eocha, Halle, und Jena, allwo er bey den berühmtesten Buchdruckern jederzeit in Condilion gestanden. Endlich wurde er i?z6. nach Erfurch verussen, bey des Herrn Car! Friedrich Iungnicois Wittwe die Steile eines Faclors zu begleiten. Im Jahr 57z». kam er nach Weymar, als Factor, zu Herrn Mum- dachen, allwo er sich mit dessen eintzigen Jungfer Tochter Johannen Marien den «6. Jun 17^8. verehlichet, und 1739 eine Tochter bekam , die aber 1740 schon wieder gestorben ist. Zu seinem Buchdruckerzeichen hat er sich erwahkteine Hand aus den Wolcken an dem Schriftkasten, d-'?-gleichen an der Aas Buch- Z72 Cap. V. 8srtgeseyte Nachricht Buchdruckerpresse, welche daran arbeitet, oben darüber eine Sonne, welche alles erleuchtet, zum Zeichen, daß durch die Erfindung der Buchdruckerkunst Religion und Gelehrsamkeit den schönsten Glantz bekommen Oben drüber stehen die Worte, deren Anfangsbuchstaben seinen Namen ausdrucken: Mer leitet 6Mc. Drunter ist zu lesen: Nicht ohne GOttes winck ist diese Runst er« funden, GGtt giebt, GGtt ftyt, GOtt druckt, GGtt leitet alle Stunden. N)slfgang Adolph Schröns Entwurf der Hoch- fürstl. Sachsen - Wevmarischen Hofbuchdruckerey p. 60. l^cz. Wittenberg. Von dieser Stadt habe ich schon zweymal geredet, nemlich in dem i. Theil p. 74 und in dem li. p 141. Nunmehro aber bin ich im Stand ein ordentliches Verzeichniß von allen Buchdruckern, welche sich daselbst aufgehalten haben, zu liefern. Ich will gleich im voraus sagen, wem ich diese Nachricht schuldig bin, nemlich dem bekannten Herrn Ephr Gsttl.Eichsfel- den, wohl bestallten Universitätsbuchdruckern in Wittenberg, dessen Relation ich bereits oben angeführt habe. Der erste Buchdrucker daselbst war vermuthlich: i) Johann Grunnenberg, von 1509 » 1522. ^ oder, wie er sonst gefunden wird, Grunnberg Er hatte vielleicht Grunberg, eine schlesische Stadt im Fürstenthum Glogau zur Geburtbsstadt. Ob er mit ZTUcolao Grunberg, unterdessen Rectorat der seel. von einigen ^uchdruckt - tt. Z7Z seei. D. L.mher i528.Baccalaureus Theologiä worden, verwandt gewesen, stehet noch zu untersuchen. Eben in dem Äugustinercloster, wormnen sich D. L.ucher damals aufhielt, hatte dieser Grunberg auch seine Druckerey ; Lateinisch schrieb er sich /osn. ^/Ä>/?o?^/???tt?,/. Allem Ansehen nach ist er einer der ersten Buchdrucker gewesen, ob ich ihn gleich nicht vor den allerersten ausgeben will. Denn man hat unterschiedene zu Wittenberg gedruckte Bücher, die alter sind: Es steht aber kein Drucker darauf, dahero ich noch immer aus Mangel der Nachrichten dencke, vielleicht hat selbige Grunberg auch gedruckt, vielleicht hat er sie aber auch nicht gedruckt. Das erste Buch so i5^9. zu Wittenberg zum Vorschein gekommen, ist: Dye ZaigungdesHochlobwirdigen Heiligchums der Grifft-Airchen aller Halligen zu XVirrenberg, in 4. auf Pergam. gedruckt zu LVirrenberg i zys- 2) Melchior Wörter, der jüngere, von 1519.- 1524. Sein Vater hieß ebenfalls Melchior, und war ein Buchdrucker zu Leipzig. Gegen den Ausgang des 15-9- Jahrs zog dieser L.orrer von Leipzig nach Wittenberg mit einer wohleingerichteten Druckerey worinnen er dreyerley Schafften hatte. So bald aber sein Vater verstorben, so verließ er Wittenberg 1525. theils seines Vaters Druckerey in Leipzig anzunehmen, theils weil er in des Churfürstens Ungnade gefallen war. Die in Wittenberg zurückgelassene Buchdruckerey erhielt sein Bruder Michael alleine. Nach diesen soll er in Leipzig noch über 10. Jahr Bücher gedruckt haben. S. den i. Theil r>. 73- z) Michael L.orrer von 152z. 1528 Von diesem haben wir schon vorhero gezeigt, daß er Melchior Aaz L.or- Cap. V. Zsrtgeseyte Nlachricht L.otters, des jüngern, Bruder gewesen, unv mir ihm seit 152z. in Gesellschafft die Druckcrey versehen: ohngefchr l 529. aber ist er von Wittenberg nach Magdeburg gezogen / und hat allda eine neue Druckerey aufgerichtet. Die Zeit seines Toves ist so eigentlich nicht bekannt, sie mag aber ohngefchr in das «5 54. oder folgende Jahr fallen. S. meinen !. Theil p. 74. 4) Nicolaus Schirleny, von 1521.-1546. Seine Lebensumstande sind gäntzlich unbekannr. Die von ihm gedruckten Bücher erzehler Eichsfeld fleissig. Sein Jnsigne habe ich im !l. Theil r>. 142. beschrieben und in Kupfer gestochen geliefert. 5) G-orr; Rhcu,/ von 1521.-1550. Em Bruder desWitrenbergischen Vigconi.Iohann Rd^ueny, wurde 1488- gebohren. Er erlernte die Wissenschafften unv Buchdruckerkunst zugleich, und erhielt das Can- torat in der Thomaskirche zu Leipzig: Von dar aber zog er nach Wittenberg; Welches Jahr aber solches geschehen, weiß man nicht eigentlich; Es muß aber schon vor dem 1521. Jahr geschehen seyn, weil man unter diesem Jahr schon etliche kleine Schrifften L.u- rheri/ die er gedruckt, antrifft. Daselbst wurde er um die Zeit der Reformation zu einen Nathsglied er- wehlet, welche Stelle er auch biß 1548. begleitete, um welche Zeit er an Steinschmertzen noch vor seines Frau gestorben ist. Seine Erben setzten die Drucke- reyvon 1550-1566.fort. Dessen Jnsigne und Vild- mß steht im ll.Theil-). 141. 6) Johann L.uffc, von ,524.-1584. Dessen Leben, Jnsigne und Bildniß siehe im l. Theil p. 75. Warum aber Herr iLichsfeld nicht ein eintzigesvon ihm gedrucktes Buch anführt ist mirunerforschlich. 7) von einigen Buchdruckern. Z75 7) Johann rvciß, von 1525.-1539. Sein Buchdruckerzeichen ist ein teutscher Schild, worinnen dessen Anfangsbuchstaben in einander geschlungen. S. I'sb- XX. n. 5. 8) Joseph Rlug, von 1525.-1552. Oberem Vater, oder Bruder des folgenden Thomas sey, stehet nicht zu erweisen: wie auch nicht das Jahr seines Todes; Zu muchmassen aber ist/ weil er 1552. sein letzteres Buch geliefert/ daß er ander damals m Wittenberg wüthenden Pest gestorben seyn mag. 9) Johann Sarr, von Jahr 15S-7. Von dessen Leben und Tod findet man keine Nachricht. Ee muß also nicht lange gelebet, und gedruckt haben. Dahero er billig unter die unbekannten Buchdrucker zu zehlen. Ein eintziges Buch weiß man, nemlich: tNarun L.uchers, ob Rriegsleuee auch M seligem siande ftyn künden 1527 in 4. 10) Thomas Rlug,von 1557-157?. Obdieser ein Sohn, oder Bruder des oben gemeldeten Joseph Alugs gewesen, ist noch im Zweifel, doch scheinet ersteres wahrscheinlicher. Er muß aber nicht längs gelebet haben, weil die gelehrte Welt nichr viel Bücher von leiner Presse zehlen kan> 11) Peter Sn'y, der altere, von 1556. bisii549- Dieser ist vermuthlich der Vater des folgenden. Ge- Ken das Jahr 1549, mag er gestorben seyn, weil dessen Erben von i552. -1556. dieDruckerey fortgesetzet haben, «vsin Jnsigne habe ich im II. Theil p. 142 beschrieben. .Er soll 1540, das erste Jubelfest nebst ^annß jUifr und Georg Rhauen begangen Habens es ist aber wahrscheinlich eine Fabel, weil nirgends nichts davon steht. S. den I. Theil 9.7K. Aa 4 12) z?6 Cap V. Zortgeftyte Nachricht 12) Peter Geiy/ der jüngere, von 1559. -1578. Sonder Zweifel ist dieser Geiy ein Sohn des vorhergehenden. Man weiß von seinem Leben gar nichts, als daß er fleißig gedruckt habe. iz) Johann Hrischmuch, von 1539. .-154c?.Herr v. Z^ltner rechnet diesen in dem Leben Hanns L.uffrs p. >O. unter die unbekannten Buchdrucker. Und dieses von Rechtswegen, weil man nichts von ihm weiß. 14) Veit Creuyer, von 154«.-156z. Daß er ein ehrlicher, aufrichtiger und fleißiger Mann gewesen, fty, bezeigt c>er öffentliche Anschlag, da man seine Frau, da sie 1549. gestorben war, begraben wollte. Und oas ist es alles, was uns der Moder ausser seinen gedruckten Schafften von ihm übrig gelassen hat. 15) Hanns Rrassr, oder CratO/ von 1549 -1577 Von diesem schreibet Herr l). Zelmel-imLebenHannß L.uffrs p.70. n.?. also: Johann Craro, oder brasst ist allem Vermuthen nach, wo nicht gar ein Bruder doch gewiß ein naher Anverwandter des berühmten Kayserl. Leib Medici Johann Craeonis von Rraffr- heim, weyl. L.ucheri Tischgenossens/ und hernach eines besondern innigstens Freundes Philipp» Me- lanchchons gewesen. Aus welcher Ursache ihm auch vor anvern, nachdem die NhauischeOfficin ein-und abgegangen, die mehreste Arbeit von Phiiippi Schriff- ten zugewiesen worden. Diese Muthmaßung lassen wir dahin gestellet seyn. So viel aber weiß man, daß obberührter Kayserl. Leibartzt Lraeo aus Breß- lau, dieser ^»annß Rraffc aber aus Usingen in der W-'tcerau gebürtig war. Anno 1567. wurde er zu einem Nathsglied in Wittenberg erwehlet, welche Stelle er biß l 576. begleitet, worauf er bald gestorben von einigen Buchdruckern. Z77 sterben seyn muß. Weil von der Zeit an seine Erben die Druckerey bis 1587. fortgesetzet haben. Dessen Bildniß und Jnsigne steht im t. Theil p. 77. 16) Zachartas Craro, oder brasst von 1587- 1589. Vielleicht ein Sohn des vorhergehenden, welcher mir seinem Bruder eine Zeitlang gemeinschaftlich, hernach aber alleine, gedruckt haben mag. 17) M Johann trafst, von 1590.-^614. Scheinet aber ein Sohn Johann Araffrs, und ein Bruder deß vorherstehenden Zacharia gewesen M seyn, welcher zu erst mit seinem Bruder bis 1589. gemeinschaftlich gedcucket hat. Wie lang er diese Druckerey besessen, ist ungewiß, so viel erhellet, daß 2606 ein Buchdrucker Johann Gormann mit Rrasseischen Schrifften/ vielleicht als Pachter, gedrucket habe. 18) L.oreny Schrvenck, von 1558--1571. war von Eisfeld, und fieng an in Wittenberg um das Jahr 1558. zu drucken. Es scheinet, daß er um das Jahr 157«. verschieden sey. Sein Buchdruckerzeichen; habe ich im tt, Theil p. 142. geliefert. Dessen Erven setzten die Buchdruckerey von 1574. -1577- fort. 19) Gabriel Schnelboly, von 1562.-157s. Ee war aus Merseburg gebürtig, und hat sich durch seinen Druck nicht sonderlich bekannt gemacht. Indem man nur etliche von ihm gedruckt Schrifften findet. - Er war Frany Gchnelbolyens in Leipzig Vater, der um das Jahr l 597. druckte. S. meinen I. Theil p. ro2. Es wundert mich, warum man der Grab- schuft dieses Gabriels auf seinen Vater nicht glauben will. Es steht ja deutlich genug da. 20) Jacob Lucius, von 1564. war aus Siebenbürgen gebürtig, und ein unbekannter Mann, der Aa 5 sich Z78 Cap. V. Zortgeseyee Nachricht sich von Wittenberg nach Rostock/ und von darnach HelmstaiZt begeben hat. 21) Johann Gchrvertel, von 1566.- 157z. Der Anfang semer Druckerey fällt,!so v-e! man weiß, in das Jahr -566. unv das Ende derselben nu;g wohl 1577. seyn, weil Matthäus Welack hernach mit seinen Schafften druckte. 22) Clemens Schleich, von 1570 -1585. Ee und Andreas Schöne, dessen gleich Meldung gethan wird, haben erstlich biß auf i z8o. mit einander in Gesellschafft gedrucket, als um welche Zeit ein jeder eine besondere B^chdruckerey angeleget haben mag. 2z) Andreas Schöne. Er und erstgenannter Schleich sind anfangs mit einander in Gesellschafft gestanden bis auf das Jahr iz8o. Alsdann hat Gchluch alleine gedruckt. 24) Matthäus XVelack, von 1576.- 159?. Hers v. Zeltner fetzet diesen mit unter die unbekannten Buchdrucker, womit er ihm vermuthlich Unrecht tkut. Er hat ja eine Menge Schriften gedruckt. Ob man gleich von seinem Leben nichts mehr weiß, als daß er. -»59z. gestorben ist. Seine Wittwe führte von 159?. bis ,596. die Druckerey fort. 25) M Ginion Gronenbera, von 1580 -1600. Den Namen nach scheinet dieser Gronenberg mit. den ersten Wittenbergifchen Buchdrucker, Johann Gronenberg verwandt gewesen zu seyn, wie er aber von ihm herstamme, ist ungewiß. Er führte zugleich den Buchhandel'. Sein Buchdruckerzeichen habe ich im ll. Theil p. 142. geliefert. 26) Zacharias L.ehmann, von 1581.-1604- Er M. vermuthlich 1604. gestorben. Dessen Jnsigne habe . - ' von einigen Buchdruckern. Z79 habe ich im !l. Theil x. 142. beschrieben und in Kupf- fer siechen lassen. 27) Georg tNullcr, von 159?.-1624. 28) Chriftopc, Arm, von 1 592. - 159z. Nichts als zwey von ihm gedruckte Bücher weiß man. 29) lVolfgang Meißner, von 159z-1616. mag ohngefehr 16 >6. gestorben seyn, weil in dem geschrien denen ersten Hauptregister der Wittendergischen Buchdrucker-Gesellschaft seiner Wittwen V0N1617. gedacht wird. Dahero ich gegenwartig nicht entscheiden kan ? warum ihn einige unter die Leipziger Buchdrucker gezehlet haben. zo) L.aurencius Geuberlich, von 1597-161?. starb 161 z> bey einer allgemeinen Seuche. Desse» Buchdruckerzeichen habe ich im ll. Theil p. 14z. beschrieben. zi) IohannSchmidt, oder Zaber, i6 47) Hiob ^Vilhelm Fincelms, von 1621.-1666. Dieses ist also der Stammvater der hernach lange Zeit zu Wictenberg bekannten Fmcelischen Familie, wovon noch bis diese Stunde einige Nachkommen davon leben Er war nicht nur ein berühmter Buchdrucker und Buchhändler, sondern er gelangte auch zu der Würde eines Bürgermeisters, und starb endlich 1666. den 2. Jan. Dessen Bildniß steht im l. Theil p 75- 48) Johann Hacke, der ältere, von r 622. -1665. 49) Galomon Auerbach, von 1625.-1628. 50) Jacob Seyftrrh, von 1628.-1629. 51) Michael LVendr, von 1628.-5667. 52) Ambrosius Röche, von 16ZO.-16Z6. zz) Georg tNüller, von i6zo. -1634. Sein Vater war obenberührter Georg Müller, eben- fals Buchdrucker zu Witrenberg: Unser Müller führte seine Druckerey von i6zc>. - 16Z4. als nach welchem Jahre seiner Wittwe gedacht wird. 54) Johann Röhner, von 1631.-1675. 55) Johann Christoph Siegel, den 25. Sept. des i6z6. Jahrs wurde er unter die Buchdruckerherren an und aufgenommen, wie lange er sich aber daselbst befunden, und ob er allda gestorben, ist nicht bekannt, so viel weiß man, daß er sich 1640. nicht mehr in Wittenberg befunden ; es kan also seyn, daß er entweder diese Zeit über gestorben, oder nahrloser Zeiten wegen von dar weggezogen, indem man vier gantze Jahre nicht einmal Zusammenkünfte gehalten hat. 56) Johann Hacke, der jüngere, von 165 z. -1669. vermuthlich ein Sohn des oben genannten Johann Hackens. 57) S82 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht 57) Johann Burckhard, war von 1654. biß 1669. Universitätsbuchdrucker. 58) Marchaus He-.ckel, 1661. Erwar inLeip- zig gebohrcn und erlernte hernach die Buchdruckerkunst in Jena- Seit 1661. findet man Nachricht, daß er sich in Wittenberg niedergelassen, auch noch 1669. Helebet habe. Sein noch lebender Sohn ist der in Halle sich befindliche Buchdrucker, Herr Christian Henckel. Wenn aber unser Henckel gestorben, ist ungewiß. ^ 59) Friedrich Wilhelm Ancelius, von 166z.-- 1667. 6s) Gottfried Ancelius / er steht zwar mit indem Buchdruckerverzeichniß zu Wittenberg, man weiß aber nicht wenn er seinen Herrnintroitum gegeben hat. 61) Michael Meyer, 1671. 62) Daniel Gchmay, war um das Jahr 1671. Universirätsbuchdrucker. 6z) Christian Schröder, von 1674.- 172z. Er war zu Delitzsch den »O. November 1640 gebohrm. Anfänglich hatte er sich vorgesetzt / die freyen Künste und Wissenschaften zu erlernen. Er nahm auch unter der Anführung Herrn Kl. Heinrich Meley, Re- ctoris und Herrn Christoph GrolyM/Cantoris daselbst hierinnen so zu, daß er bald darauf das Al« tenburgische Gymnasium besuchen konnte. Allhier wollte er feine Studia, ohngeachtet er der Eltern beraubet worden, fortsetzen. Alleine sein Stiefbruder Herr l^. Gorclieb Voigr, Rector zu Güstrow, der damals eben in Wittenberg sich aufhielte, that ihn 1664. im Octvber zu Herrn Johann Burckhard- een, Universitätsbuchdruckern, in die Lehre, bey welchem e? auch seine Jahrs ehrlich ausgestanden hat. Nach- von einigen Btt chdruckern. z 8 ? Nachdem er nun 1668. postuliret hatte, so begab er sich von dar in die Fremde seine Kunst noch mehr zu verbessern. Im Jahr 1674- langte er wieder in Wit- tenberg an, da er sich gleich darauf mit des verstorbenen Universuatsbuchdruckers, Daniel Schwabens nachgelassener Wittwe verehlichte. Hierauf verordnete ihn die dösige Universität zu ihrem Buchdrucker, weil er doch in den Sprachen und Wissen- schafften einigen Grund hatte, welcher Verrichtung er auch über 50. Jahr vorgestanden. Mit seiner Ehefrau erzeugte er z. Söhne, wovon aber nur der älteste, ziemlich : Herr E nst Christian Schröder, der Logik und Metaphysik ordentlicher öffentlicher Lehrer in Wittenberg, annoch am Leben ist. Endlich starb unser Schröder den 16. October 172z. in dem 74. Jahr seines Alters. 64) Johann Nvilcke, 1674. 65) Johann Andreas Ancelius, von 1676. 66) Johann Gigismund Ziegenbein, von 1676. 67) Sigismund L-ilberhirr, 1676. 68) Christian Ancelius, wurde 1682. als Buchdruckerherr daselbst introducirt, und zugleich Ober- Acciseinnehmer und Nathsherr: Er verschied den ?. September 1707. Dessen Bildniß siehe in meinem I. Theil 9. 75. 69) August Ärüningk, erblickte 1647, den i z. Mertz zu Travemunde das Licht dieser Welt, wobey merckwürdig, daß ihn Veralte Fürst, HerrHn- tzog August zu Natzeburg aus der Taufe gehoben. Im Jahr 1659. begab er sich nach Hamburg, und «rlernete in einer siebenjährigen Lehrzeit, bey Herrrn Glsrg papen damaligen Raths und Gymnasien» buchdrucke? daselbst, ehrlich und redlich seine Kunst. ZZ4 6ap. V. Zsrtgeseyte Nachricht Bald hernach kam er nach Wittenberg, da es ihm denn glückte, die damalige Jungfer Anna Cachari- na VaUin zur Ehe zu gekommen, mit welcher er i z- Jahr gelebet, und einen Sohn und 6. Töchter erzeuget hat. Er selbst aber starb «682. den >z. August im z6. Jahr seines Alters und verließ von Venen 7. Kindern nur viere. 70) Michael Goderirsch, 169c). 71) Marcin Schulye, war den 10. November zu Wittenberg gebohren. In seiner 25. jahrigen Ehe hat er einen Sohn und 2 Töchter gezeuget, von deren sich die eine Anna lLlisaberh an Herrn August ^oberstem, als dessen Nachfolger in der Druckerey. 1711. verheyrathet hat. Er selbst aber starb in dem 59. Jahr seines, Alters 1710. den 2z. December. '72) Johann Hacke, welcher von denen bereits oben angeführten Herren Hacken also abstammte, daß der erstere sein Großvater, der letztere aber sein Water, und er also der dritte Buchdrucker Herr dieses Nahmens in Wittenberg war. Im Jahr 168 l. sieng er daselbst seine Druckerey an, setzte sie auch einige Jahre fort, bis er bey der Frauen-Kirche alloa Küster wurde, und vie Druckerey seinem Ey- dam, Herrn Samuel Rnysigen, übergab. Sein Tod erfolgete im Januar 1714. ^ 73) Christian I<.reys!g, war aus Thum gebürtig, und nachdem er seine Kunst zu Jena in der Krebsischen Druckerey wohl begriffen hatte, so fügte es sich, daß er 169z. selbst in Wittenberg zu drucken ansieng, auch nachmahls Universitats Buchdrucker wurde, in welcher Würde er auch 1710. den zo. Novembr. verstorben ist. 74) von einigen Buchdruckern. Z85 ^74)^hrisilan Gerdesius, erblickte zu Gransäe, in der Mittelmarckt, 1672. den zo. April das Licht dieser Welt. Schon im 5. Jahr seines Alters wurde er seines Herrn Vaters, ^jacob Gerdesii, Predigers in Gransäe und des umliegenden Creisses Jnspectors, beraubet^ Als er das 14. Jahr erreichet hatte, ss begab er sich nach Leipzig, und erlernete daselbst bey Herrn Johann Wilhelm Rrügern seine Kunst, postulirte auch kurtz hierauf. Nachdem er nun auswärtige Druckereyen besuchet, so kam er 1698 nach Wittenberg, legte daselbst eine gantz neue Druckerey an. Folgends verehlichte er sich mit Magdalena Elisabetha, Philipp Adam Zimmer- manns, Bürgers und Kürschners daselbst, jüngster Jungfer Tochter, mit weicher er innerhalb einer 16. jahrigen Ehe iO. Kinder erzeuget, davon der jüngste Sohn, Gocclieb August, erst nach seinem Tod geboren worden. Er starb 17'4- den 5. Febr in dem 4z. Jahr seines Alters. Dessen Bildniß steht im I. Theil p. 75 die älteste Jungfer Tockter "jickanna iLlisaberh heyratheteHerrn Ä Samuel Äüclnun, Stadtschreibern zu Wittenberg, die jüngste aber Johanna Sophie, Herrn >!. Carum, Predigern in Bestau. Der nach seinem Tod gebohrne Sohn Gottlieb August erlernte die Rechtsgelahrheir, und ist gegenwartig Hcivocsrus orcknsl-iU!, beym Landgerichte in dem Marggrafthum Niederlausitz. 75) Johann Gottfried Meyer, 170z. 76) Samuel Rreysig, war 1669. zu Thum g,e- bohren, und erlernete bey Herrn Aeischern, Buchdruckern in Leipzig, seine Kunst worauf er nach verschicktem Postulat und Besuchung fremder Druckereyen sich zu Wittenberg 1709 als Buchdrucker B b Herr ZZ6 Lap' V. Fortyeseyte r7a.Hricbt Herr nieder ließ, nachdem ihm Herr Johmn Hacke seine Tochter, Mariam '.Llisalxlb zur Ehefrau, unv mit ihr seine Pressen überließ Mit seiller Frauen zeugte er 6. Kinder, als z. Söhne und so viel Töchter, welche aber alle vor ihm gestorben sind. Er selbst verschied in dem 54 Jahr seines Alters den 14. Mar- tii 172?. 77) August Roberstein, war zu Brehna 1686. den 9- Febr. an das Licht dieser Welt gebracht. Im Jahr 1711. den 12. April verehlichte er sich mit Jungfer Maria Elisabeth Gchulyin, und bekam mit selbiger zu gleich die Druckerey ihres verstorbenen Vaters Herrn Marcin Schulyenv. Er verließ endlich i?Z2 von 27. Octob. im 46, Jahr seines Alters diese Zeitlichkeit und hinterließ 6. Kinder, nachdem eines von ihm gestorben. Ein Sohn von ihm, Johann pslycarpus, lernet gegemvarng bey Herrn Heinrich Christoph Talken zu Leipzig die Buch- Sruckerkunst. 78) Job, L.udolph Mcelius. Sein Vater war Herr (Christian Hmcelius Buchdruckerund Rathsherr in Wittenöerg. Im Jahr 1712. übernahm ev seines Herrn Vaters Druckerey, und starb mit seiner Ehefrauen 1730. an einem Tage. Sie wurden . such beyde mit einander begraben. 79) Johann Michael Horn, von 1719.-1715° Nach zwey Jahren zog er 1715. von Wittenberg nach Jena, aliwo er noch lebet. 80) Johann Andreas Rcber, fisng 1722. den 22. April seine Druckerey in Wittenberg an, begab sich nachgehends von dar nach Magdeburg, ws er noch lebet. zr) Gottfried Gäberr, wurde 1685 den 5.April M vott'emigen Buchdruckern, sß? p.l Cüstrin an das Licht 0er Wclc. gebracht. Als seit -717. bey der Gerdesischen Wittwe Factor ge> wesen, so wurde er 172z. den 19. Sept. allda Buchdruckerherr / und heyrathete Hrrrn Samuel Z^rey- sigs hinterlassene Wittwe 172^ dcn 8. August, und starb 1723. den l z. October. 82) Johann Gottfried Schlsmach, von Mittenberg/ introöucirte sich daselbst als Buchvrucker- hcrr 1728. zog aber nach einigen Jahren von dar ausserhalb Sachsen, nachdem er seine Druckerey an Herrn Johann Wilhelm BossZgel abgetreten. 8Z) Johann Hacke, ein S^hn des obigen Johann Hackens, erblickte das Licht dieser Welt 1S94. den 5. August. Nach erlernter Kunst bey seinem Hrn, Schwager, Samuelen ssigen, und verschenktem Postulat richtete er endlich ,729. rine neue Druckerei) aus, und heyrathere zugleich Jungfer Johannen Rosinen, .johann Christa», t.!nverdorb..N!5, Gastwirthö in Langenfeide am Petersberg, To>- tet> mit welcher er 2. Söhne und 2. Töchter erzeuget, wovon aber die beyden ersten schon wiederum verstorben sind. 84) Johann Christian Gerdesius. Sein Vater war obgedachter Herr Christian Gerdesius, von dem er zu Wirtenberg 1699. erzeuget worden. Als er einige Jahre indemGymnasio zu Berlin gewesen^ so lernele er in seiner niütterlichen Osficin die Buchdruckerkunst, und nachdem seine Frau Mutter 1729. verstorben, so nahm er selbst 1730. die gecbtt Druckerey an, verehlichtö sich auch noch in diesem Jahr mit Frauen Maria LLlisalxch, Herrn Paul Benjamin Zimmermanno,Hochsürstl.AnhaltZerb- ftischen Mundschenckenö hinterlassener Wittib, er starb Bb Ä ah er z88 Cap V. ^ottgeseyteZ7?-zchricht aber i??z. den i8. Julii, da er nur einen Sohn mit ihr gezeuget hatte. Nach dessen Tod setzte die Wittwe die Druckerey vier Jahre durch Faclovs fort, bis sie sich i?;6. den 19. Jan, mit Herrn Johann David Schefflern wieder verehlichet. 85) Ephraim Gottlob Lichsfeld, wurde 1697. den 5. September in Dreßden zur Welt gebohren. Sein Herr Vater M Johann August Eichsfeld, gewesener Prediger in Krögis, bey Meisim, that ihn 170z, nach Noßwein in dasige Stadlschule, allwo er biß 1706. verblieb. Im Jahr 1712. kam er nach Meissen in dasige Fürst!. Landschule als Ertraneus; 1712. nach Freyberg in das Gymnasium, von dar er 1716. nach Leipzig auf die Universität zog, und die Gottesgelahrheir erwchlte. Als 1719- sein Herr Vater verstorben, so muste er sich von dar weg und nach Hauß begeben. Kurtz hierauf aber wendete er sich nach Wittenberg seine Studia fortzusetzen. Alleine der Mangel an nöthigen Mitteln zwang ihn gleichfalls nach z. Jahren sich von dar weg zu begeben, und nach einer Information sich umzusehen. In solcher Absicht kam er 1722. nach Leipzig zu Herrn Gottfried Rochen, Buchdruckern daselbst, welcher ihm die Lol-re^ur in seiner Druckerey antrug. Hieselbst gewahn er so viel Neigung zu dieser Kunst, daß er sich entschloß selbige bey besagtem Herrn Rochen.?zu erlernen, welches Vorhaben er auch würck- lich bewerckstelligte, also, daß er 1726. von ihm in die Zahl der Kunstglieder an und aufgenommen wurde, ^ Nach verschicktem Postulat in der Barthelischen Osficin zu Leipzig berief man ihn als Fattor in die Nüdigerische Hof-Buchdruckerey 1728. nach Berlin, und von daraus zu gleicher Verwaltung nach Wittenberg M >' - - von einigen Buchdruck-'" z!', tenberg zu der Wittwe Herrn Gorrf'r. Gäbercens, Buchdruckers daselbst, mit welcher er sich auch 5729. verehlichte, und hernach 1. Sohn und 1. Tochter erzeugete. Davon aber der erste kurtz darauf wieder verstorben, ^n. 1737^ wurde er von dasiger Universität zum Buchdrucker erwehlet. Und dieser Mann kst eben das geschickte Kunstglied, dem wir die Nachrichten von Wittenberg zu dancken haben. 86) Johann David Schefler. Sein Vater war David Schefler, Bürger und Bötticher zu Eulenburg, woselbst er ihn auch 1699, den 18- April erzeugete. Als er nun etwas erwachsen war, so! bekam er Lust, die Buchdruckerkunst zu erlernen, er trat auch in solcher Absichr 1712. seine Lehrzeit bey Herrn Johann Gorciieb Bauchen, Buchdruckern in Leipzig an, und stunde dieselbe ehrlich aus. Hieraufgieng er 17-7. nach FranckfurthamMayn,und verschenck- te bey Herrn Matthias Andräen 1721. sein Postulat. Nach verfchencktem Postulat und Besuchung fremder Oerler kam er wieder nach Leinig, und als er sich 4. Jahre allda lny Herrn weorg Saalbach^n aufgehalten, so wurde er 1715. von der Gerdesischen Wittwe in Wirtenberg zu ihrem Factor und endlich das folgende Jahr 1736. den »9. Jan. zu ihrem Ehemann erwehlet, mir welcher er eine Tochter Johanna Elisabeth erzeuget hat. 87) Johann Christoph Tzschiedrich, erblickte das Licht dieser Welt 1706. den »6. August zu Lip- persdorff, im Meißnischen Creise gelegen. Im Jahr 172z. erwehkte er bey Herrn Johann «LonradGrö- feln, Hof-Buchdruckern in Dreßden, diese Kunst zu erlernen, worauf er auch nach ausgestandener Lehrzeit 1728- den zo. Mertz in die Buchdrucker Gesell- Vb z schafft 390 Cap V. Zsetgeseyte Nachricht schafft ausgenommen wurde/ Mle er sich noch eini« ge Jahre bey abgedachten Herrn Grösel aufgehalten, so verfügte er sich nach Leipzig zu Herrn Äreit- kopf^n, von vtZr ihm die damalige Wittwe Herrn 2wZusi Zxoberjt^itts, Buchvruckerö in Wircenberg^ zulh^eniFactor l 7z6. dahin berief, auch noch in diesem Jabc sich mit ihm in ein ehel, Verlöbniß einließ/ wiewobl die Vollziehung desselben erst i?Z9. den iZ», Julii erfolqete. 88) Iohuttn Friedrich Gchlom-zch, aus Wit- tenberg, wurde im Jahr 1711. den 22. Januar geboh- ren. Nachvein er bey Herrn August Robersteinen die Buchdruckerkunst begrifen und bey seinem Bruder Ioh«nn Gottfried Gchlomachen sein Postulat 1729. verfchencket hatte, so trug ihm die Begierde seine Kunst m fremden Städten zu verbessern, unter andern auch nach Leipzig, wo er z. Jahre bey Herrn Breitl'opfen in Condition gestanden. Hier- nachst wendete er sich i? ?8> wieder nach Wittenberg, und da er.Herrn Pros Schröder» seine geerbte väterliche Buchdruckerey erstandren, so verehlichte er sich noch in solchem Jahr den 24. April mit Jungfer kNaria Elisabeth Gomeim, mit welcher er zwar 17?9. einen Sohn erzeuget, der aber 1740. schon wieder gestorben ist. Sein Jnsigne ist das gewöhnliche Buchdruckerwappen, auf dessm Helm die Fortuna, unten ein eingesenckter Ancker, und unrer dem- selbigcn zwey Sterne zu sehen find Zum Wahl- jpruch führt er die Wort«:: i^lu« l>j 70z. gebohren. Sein Vater war Äudr. Hoßö^el, Einwohner daselbst. In seiner Jugend, hcM von einigen Buchdruckern. zZ> ! hattte er die Ebre, daß sein Pathe, der Hvchwohlgeb. Herr Wilhelm von Jagemann, Erb-Gerichts-und Lehnherr aufHaynspitz,ihn bey semenHochaol.Kinvern mit unterrichten ließ. Im Jahr 17«7, begab er sich nach Naumburg, um bey vasigen Priviiegirten Hofbuchdrucker, H.rrn' Äa!rhss.,K 2Aoßög^ltt Liö Buchd'.uckerkunst zu erlernen, rrorinnen er auch so weit kam, daß 17??- seine Lehrzeit enden und 1725. eben daselbst auch sein Postulat verschencken konnte. Nach etlichen Jahren nemlich 17^4. hat er diepnvi- !egirte Huchoische Snffts Buchdruckerey zu A.itz in Pacht genommen, ^n. ,756. den 2?. Octob. hat er sich allda mit Jungfer Maria Elisabeth L.ip- pertin in ein eheliches Wervündnüß eingelassen, und mit derselben 2. Söhne und r Tochter erzeuget, obwohl der jüngste Sohn bald wieder verstorben. Nach verflossenem Pacht zu Zeitz begab er sich nach Wir- tenberg 1738. und brachte daftlbstHerrn Gchlomachs Druckerey an sich. Ausser den bereits angeführten Kindern wurde ihm 174s. den 7.October eine Tochter gebohrm, welche den Namen Ishanna Elift- bech erhalten hat° Zittau. Im Jahr 1586. wurde allhier eins neue Schule emgeweyhr und zugleich eine Druckersy auf Kosten des Raths in dem so genannten Vater-Hofe, oder lwmo pgrscleri angelegt- Dieser Druckerey vorzustehen wurde lTlicolaus Garcor, oder Schneider, von dem wir bereits oben p. zog. geredet, beruffen. Er hat ancb würcklich etliche Kleinigkeiten daselbst Zed. ruckt. R^choem aber die Schiüe m Verfall ge- Bb 4 ^ch Z5>2 Cap. V. Zortgestyte ZTlachtlcht rieth, so konnte die Druckerey nicht empor kommen, dahero gedachter Schneider 1588 Zirtau wieder verließ uns sich nach Liegnitz wen. ere, nachdem er es auch in Sagan versuchet hatte. Biß gegen das Jahr 1610. lag also die Druckerey stille. Jmmittelst waren die schlimmen Zeiten wieder etwas besser worden, dahero der Rath 1610. Johann V^naeor, oder Jägern, zu sich rüste, er stund auch der Druckerey mit gutem Ruhm bis 1619. vor und druckte manches nützliches Buch. Weine um diese Zeit wandle er sich nach Schweidnitz. Es kam also die Druckerey an Joachim Llemem 1619. «Von Geburth war er ein Görlitzer. Bey Iobann Rhamba hatte er die Buchdruckerkunst erlerner. Mit Agneta, Herrn Gregor« Sichlers, Diac. in Görlitz Tochter, ver- ehlichte er sich - 620 Die Druckerey allhier wollte er zwar gerne in bessere Umstände setzen, er war auch geschickt dazu; Alleine die damaligen trübseeligen Zeiten hinderten ihn daran. Endlich nahm ihn die Pest gar hinweg. Und nunmehro hörte also die Druckerey zum andern mal auf, und der dreyßig jahrige Krieg hemmte dessen Wiederherstellung eme geraume Zeit. Endlich kam Zacharias Schneider, ein Enckel des Nicolai Schneiders, 1556. von Liegnitz wieder Hieher. Es wollte aber nicht recht mit ihm fort, dahero er nach Absterben seines Vaters Johann Schneiders 1659. wieder nach Liegnitz gieng. Seine Stelle ersetzte hierauf Johann Caspae Dehne , von Freyberg aus Meisten. Er war ein fthr fleißiger und geschickter Mann und trieb die Kunst bis von einigen Buchdruckern. Z9Z bis an seinen Tod 167,. Mit seiner Ehefrau Anna Maria Voiyin hatte er sechs Kinder erzeuget, die bey seinem Absterben noch unerzogen waren. Es führte selbige als Wittwe die Druckerei) biß 1674. mit Herrn M'chael Hartmann fort. Endlich heyrarhete sie gedachten Herrn Hartmann 1674, den 5. November. Er war zu Verna 1650. gebohren. Sein Vater war ein Gärtner, welcher ihn in seiner Jugend zu allem guten anhielt. Als er nun in seinem 14. Jahr mit seinen Ellern nach Gör- litz kam und die Druckerey daselbst sahe, so gewann ihn Herr Christoph Zipper so lieb, daß er ihn -664 in die Lehre nahm Im Jahr 1669. waren seine Lehrjahre zu Ende, worauf er noch in diesem Jahr zu Dreßden po- stulirte. Er sollte zwar nach Berlin in Condition gehen; Alleine auf Herrn Z'ppers Ansuchen blieberin Gör- litz, bis er 1672, nach dem Tod des Herrn Deh- nens nach Zittau verschrieben worden. Hier fand er eben keine gar zu wohl eingerichtete Druckerey, dahero er seinen Stab weiter fortsetzen wollte; Er ließ sich aber bereden, daß er daselbst blieb. Hierauf heyra- thete er 1674. die Dehnische Wittwe und bekam mit ihr 6. unerzogene Kinder. Sein Anfang wurde ihm also sehr schwer, da er eine mit Kindern angefüllte Stube und von Littern entblößte Druckerey hatte. Unterdessen erbothen sich einige Gönner ihm Geld vorzuschie- sen,daß er sich anschaffen könnte, was ihm noch fehlte, Es wahrte nicht gar zu lange, so konnte er 1685. eine Schriftprobe von 25, Arten von Schriften zeigen. Nunmeheo war also die Zittauische Buchdruckerey in gantze andere Umstände gesetzt. Dahero er in grosser Menge lateinisch, griechisch, teutsch, böhmisch und wendisch gedruckte Bücher lieferte. Mit seiner Ehe- Bb 5 frau z?4 Cap, V. ZortyeftyteNachricht frau hat er 34. Jahr im Ehestand gelebet und mit ihr eme einige Tochter erzeuget Nach derselben Absterben lebte er 24. Jahr im Wiltwerstanve, und besorgte seine Druckerey auf 6o. Jahr. Endlich nöthigten ihn seine geschwächten Kräfte 1710. seinen Lydam Herrn Johann Lhrijiian Gtremeln von Zauban zu sich zu mffen, der ihm bis an sein Ende i?zz. den ?c> November revlich beystunde. Herr Johan^ Christian Grremel bemühte sich also von "-7l wurde 1. V. v. und l>raÄ. Der andere aber Christian Ferdinand IVIeci. l). und ?rsK. Wir wünschen Vater und Söhnen, daß sie vergnügt M>ch viele Jahre lebm mögen. S. Z^nauchs ysl. 'I'^^oZ?. 8u^. ^>uL 64 5ecz<^. Allhier ist die Buchdruckerey 152 z. angefangen worden. Der erste Buchdrucker ist Hannß Gchön- berger gewesen. Nach ihm sein Gesell Georg Gastet, darnach Gabriel Aany, und endlich ÄOolff' Mleyerl)!'^' ein Zwickauer, liach andern. Als aber z 570. ein kurfürstlicher Befehl von den Vnchvru- Orn und Buchhändlern, ausgebracht worden, daß nichts vott etttiZett Äuchdruckers?. Z9Z yichts im gantzen Lande, als auf Universitäten, Ms gedruckt werten, so ist die Buchdruckeret) auch hiex zu Grunde gegangen. ZlVslff Meyerbeck aber hat üch bey Zeilen von hier nach Freyberg gewendet, da sich denn E.E, Rath nebst dem gottseeligen H. D. ZVet- lern der Druckerey sonderlich angenommen, und es endlich so weit bey Churfürst Augusts gebracht, baß genanntem XVoiff Meyerbecken von Zwickau gnadigst zu gelassen worden, seine Kunst, wie zuvor, dem gemeinen Nutz zum Besten, ohne Hinderung weiter zu üben, wie Andreas Mollerus psir. I. l'KeZr. t'i-eilz. p. 149, secjcz^ gedencket, wie ich bereits oben p. 276. dargethan habe. Im Jahr i6zo. hat aufBorschuv eines Hoch-undWohlweisen Raths und Gotreskasiens allhier Melchior Göppner wieder eine neue Buchdruckerey angerichtet, worauffol-. gende schöne Reuue gemacht worden sind.. Im lahr vo Die Typographen In ZWick angangen Wtever neV. Jngleichen dieses llreomenotoxor^poZrg^unoms-» roöiliickorl, ?r!!V!s8 !p5s rypos proDVm rlbl k'ebrVVZ 0rbß Vlbe In L)'FNLs, Lügner K siTe 8Vs. Seme erste Pwbe ist eine Leichenpndigt von v.^/,/-. damals Pastore und Superintendent bey dem Begräbniß Frau Magdalem»., Herrn Jobann Gchüyens des Raths und Holtzverwesers, ehelichen Haußsrauen, welche daselbst den 9. Jnlii L 6zQ. gehalten worden. Im Jahr > 6z?. wollte sich. Mannter Buchdrucker mit seiner Druckerey nach Torgau wenden, es wurde ihm aber nicht zugelassen Weit er dieselbe durch eHeF Hoch-und Wohlweism. ?96 Cap. V. Fortgesetzte Nachricht Raths so wohl, als desGottesrastens Vorschub angerichtet hatte. Hierauf hat er 1656. Kl. Tobias Schmidts Zwickauischs Chronica in 4. 2. Theile gedruckt, welcher wir viese Nachricht zu dancken. Wenn aber dieser MelchiorGöpner gestorben, und wer auf ihn gefolget ist, kan ich nicht berichten. So viel weiß ich wohl, daß Johann Friedrich daselbst die Buchdruckerkunst getrieben hat. Er war 1669. den 28. April zu Altendorf bey Pirna gebohren. Sein Vater war Johann Friedrich, Gerichtsschöppe daselbst, die Mutter Carharina, eine gebohrne Harigin. Er hat die Buchvruckerkunst erlernet bey Herrn Joh Heinr. Gcremeln in Pirna, in dessen Officin eri68z. angenommen und r688- wiederum loßgesprochen worden ist. Er postulirte 1691. in Dreßden bey Herrn Im- manuel Bergen, und kam nach Zwickau, allda er is. Jahr in Kondition gestanden, als 2. Jahr bey Herrn Gabriel Süschel, und 17. Jahr bey Herrn Johann Damd Friderici, alsdenn richtete er daselbst 1718- eine eigene Druckerey auf Hieraufvcrehlichte er sich mit Jungfer Era Maria, perer Pfefferkorns, Bürgers und Schuhmachers in Altenburg, Tochter den 25, Febr. 1705. und zeugte 5. Söhne, d'cwon die ersten viere, Johann Daniel, Johann David, Christian, Johann Christian, und zwar der letzte, welcher die Buchdrnckerkunst erlernet, in Göttingen 1758. wiederum verschieden sind. Der jüngste aber, Johann Heinrich, so gleichfalls die Buchdruckerkunst erlernet, ist cmnoch Leben. Er starb in Zwickau den 21. Jul. 1729. Daniel Gottlob Wunderlich ist zu Steinvleiß bey Zwickau 1704. den 19- Febr. gebohren. Sein Vater von einigen Buchdruckern. Z97 ter ist Samuel Wunderlich, welcher nunmehro in die 40. Jahre das Amc eines Schulmeisters daselbst verwalt- r und amwch am ^eben ist' Dessen gleich- fals annoch lebende Mutter ist Maria lvunderli- chin, eine gebohrne tNorgensternin aus der Augu- ftusbura. Die Kunst erlernete er zu Schneeberg bey Herrn Heinrich Zuloen, allda er 1719- am Tage Maria Magdalena angenommen, und 1724^ den 27. Jul. wiederum losgesprochen worden. Er postulirte 1726. den 2 Febr. in Zwickau bey Herrn Johann David Hn'derici Nach Ableben des Herrn Johann Fn> drichen, gleichfalls gewesenen Buchdruckers in Zwickau, wurde er Anno 1729. von Leipzig als Factor in desscn Officin verschrieben, aliwo er auch bis 1752. verblieben. Er verheyrathete sich in eben diesem Jahr den 25. Febr. mit Frau EvalNa- ria, des Herrn Friedrichs Wittwe, und lebet bis Hieher ohne Kinder. Dessen Druckerey bestehet in 2, Pressen und arbeitet meistenteils in seinem eigenen Verlag. Beschluß dieses Capitels. Und hiemir beschliese ich vor dieses mal meine Nachrichten von einigen Buchdruckern, sowohl inn-als ausserhalb Teutschland, welche ich nach und nach gesammlet habe. Man wird mir hoffentlich zugestehen müssen, daß es ein ziemlicher Vorrath gewesen : Al. leine, wenn ich die aufrichtige Wahrheit sagen darf, so habe ich niemand weniger, als mir selbflen, ein Genüge damit gethan. Denn ich weiß noch überaus viel Buchdrucker, die nur in Teutschland und angran- tzenden Landern gelebet, von welchen ich weiter nichts, als ihr^ Nahmen gefunden habe. Ich will nur etliche Städ- Z98 Cap. V. 8srt«eseyee Nachricht. Städte hersetzen/ so wird der Augenschein einen Beweist abgeben. Also weiß ich von ÄajI-l.- Joh. Am- merbach, Joh. Bebelins, Friede. Viel, Nie. Bry- linger, Andr. Cratander/ Val. Curio, Nie. Epi- scopius, Hieron. Froben, Ant. und Mich. Gallicio- nes, Pamph. Gengenbach, Job. Herwagen, Jac- Phorcensis, Mich. Jsingnn, Nie. Keßler, Luow. König, Gertruds Lachnera, Jac. Parcus^ Pet.Per- na, Adam und Joh Pclri, Joh. Walder, Mich. Wensler, Varrhol Wefthemer, Ancon und Robert Winter, Thomas Wolf; Von Chemmy.- Joh» Gabriel Gütlner; Von Löln .- Gerwin Calenius, Matern Cholin, Crithius, Grevenbrnch, Bernhard Gvalter, Peter Henning, Anton Hierams, Gortfr. Hittorp, Arnold tsr Hörnen, Joh K>nch,Joh. Krebs, Hermann Mylms, Arnold.- H.inria) und Peter Quentel, Ulrich Zell; Von Gtraßbuig; Joh Andreas, Moritz und Johann Car!, Heinnch Eckstein, Martin Flaccus, Wilh. Christian Glaser^ Joh. Gruninger, Georg Hagen, ^Leotin Hnßner, Lucas Jelinger, Andelanus Wolfg Kopphel, Paul Lever;, Georg Marillus, oder Uebeiin, Joh. Pickel, Joh. Ptuß, Joh. Repo, Wendeln-Richel, Theodor Roland, Adolph Rusch, March Schmer, Johann Georg Simon, Joh. Spalt, Joh. Spangenberg, Brenz Silvester, Georg Ulricher, Lucas Waltz, Johann Wangen/ Mich. Andreas Würcker. Dieses maq zur Probe genug seyn. Von den übrigen Städten in Teutschland, davon ich in meiner Erzeh- lung nichts gesagt, habe ich ebenfalls eine Menge solcher Namen angemerckt. Weil ich aber zur Zeit nichts, als die blosen Namen auftreiben können , so habe ich sie weg gelassen Wolte mir also jemand von eitttgen Buchdruckern. ?95 diö besondere Gefälligkeit erweisen, und von Denjenigen Orten, wovon ich nichts gesagt, einige Nachricht ertheilen, von denen ich aber etwas weniges gesagt, einige Zusätze überschicken, dem würde ich nicht nur gebührenden Danck abstatten, sondern mein Verleger wird ihm auch seine Arbeit billig bezahlen. Ei? rügen Göimern und Freunden zu gefallen werde ich^ wo mir GOlt das Leben schenckt, nicht eher ablassen, als bis ich eine vollständige Historie der Buchdrucker, vornemlich in Teutschland, zu Stande gebracht habe. WonFranckreich, Holland, Engelland, Italien unv andern Landern will ich zwar einige Nachrichten sammle», an die Herausgabe derselben aber vorjetzo gar noch nicht gedencken. Ich will mich begnügen, wenn ich nur von allen Buchdruckern in Teutschland eine vollständige Nachricht geben kan, wenn sie sich an einem Ort nieder gelassen, was sie merckwürdiges gedruckt, was sie vor'ein Buchdruckcrzeichen geführt haben, und was ihnen fonften begegnet, das eines Ausscheidens werth ist. Endlich will ich diesem Capitel die Siegel noch anhangen, weiche gantze Gesellschaften gemeinschaftlich führen, soferne sie an einander schreiben, oder wenn sonsten in Nahmen der gantzm Gesellschaft etwas ausgefertiget wird. ^ RVKl. I. LlVIl^VK! I^PVtZKä. tttlcvN MK0t/. KKWV. ^M-.^ Mr^^-- ' " - 'iiL " ^»--«t-^»-^ M^i. 40S Cnp. V. Fsrtgeftyte Nachricht NV>4. IV. 8!6I^VI^ 1"t'?0L^^?tticV.Vl ^^L^8IV^. 5^55. von einigen Buchdruckern. 401 V. 8i6il.i.vk5 i'^eo. Qk^ett. I.iesi^5. VI. soci^l'^l'. i-veoc-^^x». Ao. 4os Cap. Vl. LVohleittgetichtete Die beygesetzten Worte bey einem jeden Siege! stehen allemahl aussen herum im Rande, welche man deßwegen gedruckt, weil sie in Holtz geschnitten nicht gar zu wohl ausfallen. Bey Jena ist anzumercken, Laß man daselbst das erste bis 1720. geführt, und hernach ein neues habe stechen lassen, mit welchem das Negenspurgische genau überein kommt, wie ich aus dem an uns ^geschickten Abdruck ers-'hen. Die Umschrift darauf heißt: SILlt^. I^?0LK. ÜällSö. Vl.Aapitel. Wohleingerichtete Kupfer- ^ druckerey. /^^Sndlich komme ich zu meinem Endzweck naher. Nachdem ich dasjenige geliefert, was zu den Geschichten der Buchdruckerkunst gehörig, so will ich auch noch einige Dinge anführen, so zu der Kunst selbsten gehören. Ehe aber dieses Geschieht, so will ich auch etwas von der Kupftrdrucke- rey melden. Es geschiehet dieses nicht nur deßwegen, weil selbige mit der Buchdruckerey eine genaue Verwandtschaft hat, sondern auch vornemlich darum, weil wich viele gute Freunde darum ersuchet haben. Ich will also nach dem verjüngten Maßstab zeigen, wie eine Kupferdruckerpresse, nebst allen dazu gehörigen Stücken anzulegen sey, und wie man mit Vors theil, und Geschicklichkeit geätzte und gestochene Kupferplatten auf Pappier abdrucken soll. Es folgt also: 4O! > stel^ deß gar Lat her da! «u^ Um VR Md schie rey l weil wan weil Ich wie > rige>> theil pfer; > Aupferdruckerey. 40z !. Auslegung derjenigen Stücke/welche zur Zu-- sammenfügung einer RupfeLpreM gchören. Es sind vielerlei) Stücke so zu einer Kuvferdru- ckerpresse gehören, davon der meiste Theil m bey- zesetzter ^igm-g i. perspectivisch voegssteiiec wird. Unter diesen Stücken werden zwey Stücke Die Füsse genennet, so mit <^ ^ gezeichnet sind ; 'Piere werden Ixlöyer genennet, so mir l bezeichnet sind, welche >Sarzu dienen, die Presse hoch zu- stellen, und daß dieselbige vest und gleich darauf liegen, oder ruhen kam Zwey davon, wie das Stuck A, !Z zeiget^, werden Geuenrv^>dl' genennek, und an jedem sind zwey lange ausgeftonittene Löcher^in der Forme r?-r u und x v. Vier Stücke Mö- ren zu jeder G^renwalid, welche man Bücbstn nennet, mit p 0 bezeichnet. Angleichen vier Stücken Holtz, deren zwey in oev Figur mir n <> bezeich- mt, welche man in die Schmue ver sanken zwey Geirenwande legen muß, damit die ^-ücki'en d!S Bande der Rollen, oder -lValyen fassen, darvvn hernach an feinem Ort ferner geredet werden soll. Hier mercke man noch folgendes an: Die besagten vier Büchsen Imüssen an den Enden s b gekerbet seyn, damit der innerste Theil der Büchsen mitweis- sen Blech überzogen hvird. Es sind auch viev Zrverch-Holyer, deren zwey I !i bezeichnet, welche die Seicenrvande unterstützen undvest haltemVie- rs werden die Arme der Poesie genennet, so mit L bezeichnet sind. Vier Stücke, wie die Mey Co- lümmen, oder Geulen!^ weistn, müssen mit dem einen Ende die ZürjiMd mit deinl andern Ende Sie Cc s . Mme 404 ^"p. ^ ^ V?ohleiugerichtere Arme der Presse fassen und vest halten. Ausserdem sind noch Schrauben nöthig mit l. gezeichnet, welche das Zrv!'rch-Ho!y, so an seinem Ort beschrieben wird, halten müssen. Ferner der eiserne Schlüssel, darmir man besagte Schrauben schliessen und anziehen könne, so mit Kl bezeichnet. Hierbey sieht man a.uch das obere Stück mir X ^ gezeichnet, welches an den zwey Enden eingeschnitten werden muß, damit solches die zwey Seirenwände halten und zusammen fassen könne. Über dieses sind auch die zwey runde Hölyer, welche man Rollen, oder LValyen nennet, zu mercken, die obere mit I und die untere mit ll bezeichnet. ÄZas sonsten noch mehr, als das Creuy, Haspel, oder Hörner darzu gehöret, wird in nachfolgender Beschreibung ausführlich erzehlet werden. Die Theile der Presse müssen von guten eichen Holtz, welches wohl dürr ist, seyn, oder dem übrigen Theil des Tisches und den runden Höltzern gleich, welche von guten dürren Nußbaumen Holtz. Man macht auch bißweilen die Waltzen von Ulmen Baum, oder auch von guten Buchen Holtz. 5IQ. II. Zusämmenfuguug derer Stücken, wie diesel- bige eine Seite der Presse vorstellen. In beygesetzter U. Figur siehet man die meisten Stücken, von welchen vorher geredet worden, beysammen, welche einen Theil der Presse ausmachen. Wann man nun also auf dergleichen Art eine zusammen füget, so sind nur noch drey, oder vier Stücke übrig, welche man, die Presse vollkommen zu machen, in V ' i » Aupferdruckerey. 405 in nachfolgender Figur beschreiben mW vorstellen wird E6 ist auch das Maaß bey jedem Stück dazu ge. setzt, und bedeutet 5^. Schuhe die übrige bedeuten Zoll, und Theil der Zollen; Zu besserer Nachricht aber ist der Maaßstab von zwey verjüngten Schuhen beygefüget, davon der eine in zwölffZoll abgetheilet, und ein Zoll ist wieder in zwölff Theile getheilt. In dieser! Figur ist das Maaß der zwey runden N^alyctt, oder Rollen, wie auch der zwey obersten Büchsen K.K und der zwey untersten und V also abzunehmen und zu zeigen, daß dje Rolle, sderrval- yen l in das durchgejchnittcne oberste Loch der Sei- renv?ände an den Enden 8 und 9 in seine Bander eingesetzt werden muß, also, daß die Schnitte der andern Seirenrvand scdnur stracks dargegen komme, damit die beyden Rollen, oder rvalyen, durch die Suchen wohl umfasset und eingesetzet werden,welches man besser aus der Figur, als aus der Beschreibung verstehen wird. Ehe man d-e Füchsen ersetzet, oder dieselbige zu den Rollen, oder XValyen applicirer, so muß man zuvor solche inwendig mit weisen Blech überziehen, damit sich die beyden Rollen, oder vvalyen darinnen nicht ausreiben, und an ihrem freyen Lauf verhindert werden. Die zwey Stücke t-i und die Büchse ^werden dieses alles genugsam für Augen stellen. Das Stück «ist eine Platts von geschnittenen Blech, welches die Grosse der Büchse, oder Umfassung der Rolle, oder VOa'ye haben muß. Wann es rund gebogen ist, so bekommet es die Form wie bey I? und muß solche Krümme in die besagte Büchsen applicirt, und an den zwey Ohren r u mir kleinen Nageln an Cc z die 406 Lap.i VI. XVohleittgerichtexe die Büchse t^angenagelt werden; dergleichen Blechs musj man vie^e also zurichten, wie ich berits erwähnet habe Ehe oie PreP zum Drucken gantz verfertigt, sv nnis? man zuvor besagte Platten von Mech, wie auch Ol - Hive oer beyden Rollen mit alten Schmaltz wo!)! schnneren. lll. Wi.e yie p- eff'c! pon vormn her, nach Verses higen zusammen gefügten Glücken anzu- seyen. Aus hisrbey gesetzter Figur kan Wan die presst, Wie dieselbige inihrem Maß ver zweyen Seiten vorgestellet, leichtlich ersehe-!. Eö ist alp noch übrig, daß ich auch die andern darzugehörigen Sachen beschreibe. festlich sieh! man hierbey in der Figur, das untere Stück,, over den Z-cverchbalckey mit p 0 bezeichnet, welcher an beyden Enden mit gefütterten Schrauben an die SettenWände muß angezogen werden. ^ Das obere ZwsrchstücV X ^ muß an beyden Enden der GLÜenwandL eingsschnitten werden, damit es dieselbige wohl fasse und zusammen halte. Wie das Lreuy und die beyden Rollen, odey Malyen, in die beyden Geilenryande gesetzt werden, kan man aus. den punctirten Linien der Figur, wiij auch hernach perspectivifch ersehen. Der Pfeiler, oder rechte 8uß ^ ist um keiner andern Ursachen willen gebrochen, als deßwegen, damit der Ort des Gceckbogens könne gesehen werden^, welcher an der GeitenN?and und an dem Fuß halt^ darnach hie. andern drey auch gefetzt werden muffen! ZeriW 4° du MI ne M! ^ wi st. ich lsr zei! G M Er mi N der au der der we bg Rupferdruckerey. 407 Ferner sieht man aus der besagten Figur, daß die unterste Rolle, oder lValye einen gantzen Zoll Hol- tzeö über die Tafel, oder den Tisch der Presse gehen muß. Die Tafel, oder Tisch der Presse soll drey Schuh und drey Zoll lang, und einen Schuh, neun Zoll, und sechs Linien oder ^ theil eines Zolls breit seyn, solche kan man hierbey im Perspectiva sehen. Die beyden Rollen, oder XValyen müssen rund und aufs gleichste herum gewendet werden, und so sich vielleicht dieselbige an den Enden aufspalten, so müssen sie,mi! eisern Banden, so in das Holtz oder TValyen eingeschnitten, angenagelt und zusammen gehalten werden, wie in der Figur mit punctirten Linien angedeutet worden. 516. IV. Beschreibung der Gestalt, oder Agur des Haspels, oder des Creuyes, ingleichen des Rades mir seinen Zubehorungen. Aus vorhergehenden Figuren wird man genugsam Zrfthen haben, daßnemiichdas Creuy, oder der Haspel dazu dienet, die Rollen oder U?alyen der Presse damit umzuwenden, und, so die Tafel, oder Tisch dazwischen gestecket wird, dasselbige von einer Seite zu der andern durch zu führen. Man muß wohl in acht nehmen, daß die Tafel, oder Tisch, so zwischen den beyden Rollen, oder Walyen, durchgehen muß, von denselbigen an allen Seiten und Orten zugleich gepfrenqet und beschlossen werde, insonderheit oben; Dervw^gen muß solche Tafel, oder Tisch oben fein gleich und eben, wie auch die beyden Rollen, oder C e 4 Aval- 4°S Tap VI. XVohleingerichtete Balgen Zirckel rund seyn, dergestalt, daß wann man eine Rolle, oder W>alye, auf die Tafel, oder Tisch leget man nicht durch - (verstehe jwischen der Taf.i und die Rolle) sehen könne. Ich komme nun ferner zu der Figur, oder Gestalt des Haspels, oder des Creuyes, welches auf der lV. Figur, mit seinem Maaß zu sehen. ^ Das Srück sbc 6 ist eines Zolls dick, welches darzu dienet, den Haspel, oder das Creuy zu ver- starcken, dieweil es an diesem Ort die gröste und meiste Gewalt leiden muß. Hlsdenn siehet man auf k'jZ. IV. unten die Gestalt des Rades, s welches an das Gerriebe t, angesteckt wird. Dieses Getriebe wird mit den zwey Schrauben c an die preßwand befestiget, und treibet dasselbige das Ramm-Srich- oder Stirn-Rad die Rolle, oder U?alyen> alstxKe dir weiset. Darnach lege einweissesun- genetztes Pappier, so groß als dasjenige, das zum drucken genetzet worden, auf deine Tafel, oder Tisch zwischen den Raum 6 et> und auf dieses Pappier lege fein auf die Mitte deine eingsichwartzte Rupferplatte, welche noch ein wenig warm seyn solle, also, daß das schwache, oder eingeschwartzte, gegen dich sehe, wie dir solches die Figur e. genungsam zu erkennen giebt; hernach lege auf solche eingeschwartzte Ru- pferplacre, dein mit demSchrvam gefeuchtes Pappier, und auf dasselbige abexmal ein genetztes Macu- latmpappier. Ferner lege deinen über die Rolle, oder C c 5 Mal- 4ia Cap. VI. D?olMttgerichtete ZlValye, geschlagenen F-ly, oder Tuch fein eben mW gleich auf dieses alles; ziehe hernach mit dem Creuy- haspel die Tafel, oder deinen Tijch ftin gleich biß auf die andere Seite hindurch, wie die Figur ausweiset. M6. V!, Wir haben die Gelegenheit nicht vorbey gehen lassen wollen, auf dieser Figur eine Presse mit einem Rade vorzustellen und wie selbige nach perspectivischee Art gesehen wird, wann der Drucker mit ermelde« ten Rade die Tafel, oder Tisch nebst der Kupferplatte durchziehet. Ob mit dem Haspel, oder Crcutz> oder mit dem Rade bessere Arbeit kan verfertiget werden, laßt sich leicht entscheiden. Ohnstreitig ist die letztere besser, denn mit dem Haspel, oder Creutz ist viel schwerer zu drucken, als mit dem Rade, weil man mir der ersiern keinen gleichen Zug hat, sondern man immer rücken muß; hingegen mildem Rade treibet man die Tafel mit der Kupferplatte unverrückt durch, dcchero das Kupfer viel besser zum Vorschein kommt,zumal wenn ein Kohlfeuer/woraufdieKupfer- platte ehe sie eingeschwärtzet, noch darzukommt-und erwärmet wird. Es geschiehet solches meistentheils bey grossen Portraiten, welche wegen ihres saubern Stiches besonders trattiret seyn wollen. Man kan aber die Arbeit nicht vor einen solchen Lohn begehren, als die mit dem Haspel, oder Creutz verfertiget wird, weil vielmehr Zeit darauf verwendet werden muß,, als mit dem Creutz. Es wird aber auch ein guter Firniß dann erfordert, welcher sich aus der Tiefe- fein heraus hebet, wie ich selbst gesehen, daß wenn- der Drucker die eingeschwärtzrs Kupferplatte in der Presse abMM. sie gesehen, sls wenn sie noch nicht gebraucht 4 L S h d ? Z t t L c !- 1 l I < ! l Z z / ^Rupferdmckerey. 41 r gebraucht worden wäre, und dieses ist auch den Platten dienlich. Also wendet, oder ziehet der Drucker mit dem Rade allgemach herum, und so die Rupferplacren nicht allenthalben gleich dick sind, so leget der Kupferdrucker zwischen der Tafel und die Rupferplatte etliche Stücke grobes Pappier, nachdem solches die Ungleichheit der Kupferplatte erfordern möchte. Wann also die Kupferplatte auf die Seite K kommt, also, daß das Pappier nicht mehr unter der Rolle, oder XValye stecket, noch dieselbige anrühret, sondern nur die Tücher, oder Aly K, so hebet er auf der Seiten alle Tücher zugleich auf, und schlagt dieselbige über die obere Rolle, oder VOalye, wie oben gelehrt worden, hernach nimmt er das Maculaturpappier herab. Ferner nimmt er mit beyden Handen an den beyden Ecken des Püppiers, so auf der Aupferplatre liegt, und hebet selbiges allgemach auf, damit die Scharffe der Gchrvärye das Pappier nicht zerreift se; Man muß aber dabey zu sehen, ob alles aufdem Pappier wohlangekommen, und so es also ist, so schwartzet er seine Kupserplatte vom neuen ein. So nun dieselbige wiederum geschwartzet, so verfahret der Drucker mit derselbigenwiezu vor, solang Hö es ihm beliebet. Ich muß auch noch sagen, daß der Druckn an, jedem End? der Presse 6. tt. an einem nicht unbequemen Oct insgemein zwey Tische setzet, mit sau-- hern Pappier bedeckt , damit man die ÄbdrucVedar^ auflegen könne, D«v genetzte Pappier kan der Dru^ cker auf den obern ZWerchbalcken der Presse legen mw zur Hg«d haben, wie m der HiMr bey ^ zu ft-- hen ist. 412 Cap Vl. vvo^leingerichtete Nachdem nun der Drucker sein Tagewerck vollen, det, so nimmt er mit einem Tuch ein wenig Bamnöl unv überfähret damit seine Rupfcrplarre, damit die Schusarye, welche noch in den Rissen, oder Linien des Kupfers stecket, nicht vertrocknet, insonderheit im Sommer, wann es sehr warm ist. Deßgleichen thut er auch, wenn er nicht mehr Abdrücke von dem Rupfer machen will, daß keine Schwarye übrig darinn bleibe, darnach wickelt er seine R.upferplatte in ein sauberes Papppier ein; Er muß aber dieselbige an einem trocknen Ort verwahren. Endlich ist noch zu mercken, daß alle Abdrücke, so auf beyde Tische aufeinander gelegt worden, noch den selbigem Abend, oder dem nachfolgenden Morgen, auf wohlausgestreckte Seile, oder saubere Schnüre bis auf den andern Morgen aufgekanget werden müssen Ist das Pappier, oder die Abdrücke trocken , so nimmt man sie von den Schnüren ab, leget sie auf einander, und läßt sie einen Tag, oder zwey unter einer preß liegen, hernach ordnet man selbige Dutzentweiß, oder wie man sonstenwill, zusammen, leget sie in eine Kisten Hauffenweiß auf einander, dieses treibet die Gchrvarye ziemlich heraus, und trocknet sie gar wohl, Art, oder Manier wie man die Rupferplatten einschrvaryen, und dieselbige auf pappier abzudrucken anordnen soll, nebst einigen Anmerckungen. Nachdem nun die Kupferplatten obgelehrter Massen gantz verfertigt, und es andem ist, daß man solche abdrucken will, so legt man dieselbige auf einen Rost über das Kohlfeuer und hält dieselbige an einem Ende oder Rupferdruckerey. 4 r z oder Ecke, mit einem saubern weissen Tuch; Sodie- selbige nun ziemlich warm worden, so leget man sie auf den Tisch/ schwächet sie alsdenn um einem Ballen allenthalben fein wohl ein; Man muß aber wohl achtung geben, daß alle Linien, oder Risse, der Kupferplatten emgeschwärtzet werden. Ist der Vall zu vor schon gebraucht worden, so darf man nicht so viel Gchrvärye darauf nehmen; Ist er aber noch neu, so muß man drey, oder viermal mehr Schwar- ys, als zuvor nehmen. Anmerckungcn, welche bey Abdruckung der Rupferplatten zu rvisien nöthig sind. " 1) Muß man den Ballen so wohl, als das Tuch zum abwischen vor Sand bewahren, und an einen saubern Ort legen. Denn wenn sich etwas unreines anhängen sollte, so wird es viel Ritze auf der Rupfer- plarcen verursachen, und also die Arbeit sammt der > Platte verderben, welches auch geschieht, wann der Ball von der daranhangenden Schrvärye sehr hart und alt worden ist. Man muß also dasselbige fein rund ab-und hinweg schneiden. 2) Wenn nun die Schrvarye auf die Rupferplatte getragen, so nehme man ein anderes sauberes Tuch, (nicht dasjenige, so man in der Hand hat, und die ' Platte damit halt) und wische damit die Schwache fein gleich und fleißig ab, hernach nehme man wie- !' derum ein anderes sauberes Tuch wische es noch fleis- siger und letzlich mit dem Ballen der Hand, welchen man vorhero in ein wenig geschabteKreiten eingedunckt, aufs sauberste ab. wische hernach die Hand an einem saubern Tuch, entweder so du in der Hand, ^ oder sonsten an einem Ort liegen hast. ?) Tap. VI. WshlemgsLlchtete z) Muß man das Kupfer nach der Länge und dee Breite abwischen, damir die überflüßige Schwache, welche darauf ist, hinwegkomme, unddarvon nichts ubr'i ^Kibe, welches nian leichtlich sehen kan. 4) Muß man auch den Rand, oder Umkreiß der Kupferplatten , da etwan Schwärhe daran hangen geblieben, fleißig und rein abwischen ^und sich darbey hüten> wann die Kupferplatte abgewischt worden, daß dieselbe alsdcnnmir nichts anders besudelt, oder unrein gemacht werde. 5) Man hat noch ferner in Acht zu nehmen, daß die Hand) so bey dem Abwischen der placre gebraucht wird, vom Schweiß zuvor sauber gemniM werde. 6) Das Tuch, so zu dem Abwischen der Farbe gebraucht wird, muß unterschiedlich, jedoch nichr zu grob, genommen werden 7) Muß man auch die Finger an ein anderes T ich abwischen, damit das genetzte Puppier im Aufheben nicht beschmutzet wird. 8) Muß man auf den Tisch, odevTafe! der Presse etliche Tücher, und aus dieselbtge Maculaturpappiec legen, alödenn die Platte zwischen die Rotten, oder Walyen durchziehen. ^ Man kan auch Kupferplatten von andern Farben als roth, braun, oder dergleichen auf weiß Pappier drucken, Es müssen aber dieselbigen Farben mit welchen man drucken will, 1) wohlgerieben und fleißig zugerichtet werden. Es kan auch zu den dunckeln, oder braunen Farben das Oel, damit die Drucker-- schwärtze angemacht, genommen und damit gerieben werden ; Vor die helle Farbe kan man das anders Oel nehmen, welches dick und von seiner Fetttigkeit sermugtt worden, 2) Hat man auch wahr genommen, Rupferdruc?crey. 415 wen, daß die Druckschwartze auf versilberten und vergüldeteu Pappier nicht hassten wolicii, diesen abzuhelfen, darf man nur, wenn man ungefehr eines Eys großSchwartze hat, einen Löffel Ochsen Gallen, ein wenig Eßig, und Saltz darunter mischen, man muß aber nicht mehr Schwäche mit Gallen vermischen, als man brauchen will, denn sonsten verdirbt ftibiSe, und halt nicht. Wie man mit Zarben drucken soll. Gesetzt man hätte eine solche Platte, welche man mit zwey - oder dreyerley Farben abdrucken wollte. Z. E. es stünde ein Mann auf der Platte, der sollte einen yrauen Hur, braune Haare, einen rochen Mancel, Hosen und Riei'des gleich einer Farbe und andere Strümpfe haben. So muß man noch eine andere Platte in gleicher Gröj^eund mit gleichen Bildern bezeichnet haben, die alle-auf einander treffen. Wann nun der erste Abdruck und der blosse Umriß auf einem Kupfer, auf starckes und dickes Pappier gedrucket ist, so muß man auf das anders ' Kupfer Z. E. nur den Hut, oder alles was man an dem Bild grau haben will, mit solcher Farbe einschmieren/ oder mit einem Pinsel auftragen, und es so vielmahl abdrucken, als man Exemplar begehret. Ferner kan man eben auf solches Kupfer mir einer andern Farbe, das Haare, den Mantel die Strümpfe, jedes absonderlich stechen, und mit bunter Farben besagter massen nach und nach zu wege bringen. Dabey ist zu mercken, daß man das Pappier jedes'.'.,«! darzwischen wieder trocknen lassen muß, und es denn also netzen, daß sich die Farbe nicht fletschet, und aus- Wsffet, deßwegen muß auch gemeldtes Papplsr dick 4l6 Cap.VI. LVobleittgerichtete seyn/ und zwischen zwey nassen Bogen fein lind gefeuchtet werden, so wird das Gemählde viel mrter und schöner heraus kommen, als es kein Briefmahler zuwege bringen kan. So du gerne einen Abzug, oder Umdruck deiner aufPappier gedruckten Figur haben wolltest, so kannst du solches leichtlich zu wege bringen, nemlich so bald du dein Pappier unter diePreßevon der Kupferplatts in Abdrucken aufhebest und hinweg thun wilst, verstehe wann dasselbige von der Schwartzs noch feucht und ehe es trocken wird, so lege auf deine Kupferplatten (welche du unter der Presse also liegen las. sen solt,) ein sauberes gefeuchtes Macnlatur, und auf dasselbige ein anders gefeuchtes Pappier, hernach lege auf daistlbige von der Farbe noch gleichsam frische und ohnvertrocknete Figur des vorigen Abdrucks, und verfahre wie oben mit dem Kupfern geschehen, so wirst du zweyerley Abdruck, einen rechts und den andern umgekehrt zuwege gebracht haben. Vor etlichen Jahren hat Klr. Z^?-?-/^ ein Burgunder, einer von den berühmtesten Mahlern, ein solches Kupfferstück Herfür gebracht. Aufeinen braun- lichgrauen Pappier, waren die Bilder mit fchwar- tzen Umriß weiß erhöhet, fast, wie man etliche solche Bildersteine findet, recht schön und zierlich, da man der Sache nachgedacht, >o hat man befunden, daß es folgender Gestalt ins Werck gerichtet werden kan. Man muß zwey Kupferplatten haben, welche genau zusammen treffen an der Grösse, und die eine vorbesagter massen abdrucken auf dickes Pappier. Auf die andere Platten aber muß man eben diejenigen Figuren tief eingraben, oder das Scheid- und Etz- Rupferdrucker?y. 417 Etzwasser tief fressen lassen und nachmals mit den Farben, wie vor gedacht worden, einschmieren, so wird sich das Bild zwischen der Preß-Rollen also eindrucken, daß es so hoch erhaben scheinet, so tief nemlich das Bild eingesencket worden. Die Schwierigkeit, die man dabey gefunden, ist, daß man ein Oel und Pappier finde, welches sich nicht gelbe und mit andern nechsten Farben vermische, darzu denn das ausgepreßte und ungesottne Nuß- Oel am dienlichsten ist, solches muß man in zwey bleyernen Gefäßen in der Soiu>en- lassen dick werden, daß es dem gesottenen Oel gleiche, welches unten in dem Wörterbuch beschrieben wird. Will man es dicker haben, so mag man das eine Gefäß langer in der Sonnen stehen lassen. Hierzu muß man auch schönes und gutes wesßes Bleyweiß haben, welches man pulverisiren und mit dem Oel abreiben und vermischen muß, daß es dick wird, wie eine Drucker-Schwärtze. Wann man nun einen Abdruck von der ersten Kupferplatten gemachet hat, so muß man solchen i». oder 12. Tage über wohl trocknen lassen, alsdann wieder netzen, und das andere Kupfer vorauf drucken, wie das erste, dessm Figuren gleich eintreffen müssen. Wann diese letzte Platte über den Kohlen ein wenig gewärmet ist, so werden sich die ersten Farben so geschwind nicht abziehen. Sonsten ist an der Art zu drucken kein Unterscheid. Dieses ist also, was bey dem Abdrucken der Kupfer- platten zu erinnern vor nöthig erachtet worden. Kommt D V nie 4i 8 Lap. VII. Von einigen Alphabeten ein over das andere Wort noch vor, wovon hier kein deutlicher Begrif zu finden, so sehe man nur unten in dem Wörterbuch nach, allwo unter seinem Titel ein jedes besonders deutlich beschrieben, und Die Art gewiesen worden, wie es verfertiget/ uns damit verfahren werden muß. VII. Capitel. Bon einigen Alphabeten und Abkürtzungen. i. i^^Sndlich muß ich etwas von einigen Alphabeten noch sagen, wovon ich in meinen beyden vor- hergehenden Theilen nichts angeführet habe. Die erste Anmerckung betrift ein Rußisches A. B- C. Buch, dergleichen man in Teutschlano noch nicht gesehen, und beschrieben hat. Es ist bekannt, . daß die Druckerey in Rußlaud noch nicht gar zu lange einen Wohnplaz gefunden hat. Man muste sich also schlechterdings mit geschriebenen Büchern daselbst behelfen. Es haben aber die Russen ihre Schriften nicht auf diejenige Art, wie wir in Teutschland pflegen, verfertiget, sondern sie haben selbige auf schmales Pappier, etwan einer Hand breit, geschrieben, und hernach dieses schmale Pappier zusammen geleimet, daß eine Schrift wohl 5.) bis 60 Ellen lang gewesen, welches sie hernach zusammen gerollet haben. Ein guter Freund hat mir ein Sergleichen geschriebenes ^ ' uttd Abkuryemgött, 419 nes Rußisches A. B- C, Buch gütigst mitgetheilet welches in der Länge' 8- Ellen, und nicht breiter, als etwas über z-. Leipziger Ellen ist. Die Nußische Sprache hat in allen 42. Buchstaben, ein jeder aber davon hat wohl zehm, fünfzehn und mehrere Figuren. Zwischen einem jeden Buchstaben stehen in einem Ring etliche Wörrer, und zugleich ein Merck- mahl, wie die Russen ihre Zahlen ausdrücken. Zur Probe habe ich die beyden ersten Buchstaben in Kupfer stechen lassen. Es helfen selbige Äs, A, und Büß», B. Man siehet also daraus, daß es vor der Buchdruckerkunst in Nußland schr schwer gewesen sey, wenn man auch nur schreiben lernen wollte, da man so vielerlei) Figuren von einem einzigen Buchstaben, und hernach zwey und vierzig Buchstaben begreifen und nachmahlen niuste. Herr Georg o dam GchleußinA, volzl-liu^-l^ul'itu«, giebt in seinem neu entdeckten 8^- bi-'g, oder 8ievel-ig . 1690. in 12. p. i zo. auch einigs Nachricht hievon Die beyden ersten Buchstaben selb- sten,als eine Probe von geschriebenen Rußischen Buchstaben, stehen aufl'^L. XXXll. §. !t. Von der Dalecarlm'schen Sprüche muß ich auch ein paar Worte sagen, weil ich unten drey Vacer Unser in dieser Sprache liefern werde. Dalecarln ist eine grosse Provintz in dem Königreich Schweden, welche in Ostcrdalarne und Westdalarne eingetheilt., wird Es grantzet diese Landschaft gegen Abend und Mitternacht anNorwegen/ gegen Morgen an Hellingen und Gestricia, gegen Mittag an Wermeland, eine Gothlandische Provinz. Die Sprache dieser Landschaft ist noch ein wahrhaftiges Überbleibsel von Bd » Set 42O Cap. VII. Von einigen Alphabete» der alten Scythisch-Gothischen Mundart, welche dse Isländischen am nächsten kommt Gleichwie aber in Temschlcmd eine jede kleine Provmtz bey nahe eine besondere Mundart hat; also sind auch in Dalecarln drey besondere Mundarten vornemlich gewöhnlich. Gantz anders redet und schreibet man in Gifdaln, als in LNora, und wieder anders in Orsa, ob diese Oer- ter gleich alle in Dalecarln liegen. Ich liefere also i» Teutschland zu allererst das Vater Unser dieser drey Mundarten. Ich will aber auch aufrichtig sagen, wo ich selbige hergenommen habe. Ich habe selbige aus Kl. Andr. Ärönivalls lMorioig I^iriFUX vsKicar. !>cX, Upsal, 17 ZZ- >n^4. genommen. Diese Disputation verdiente allerdings unter uns Teutschen bekannter zu seyn, weil sie uns von der Sprache der alten Scythen und Gothen schöne Nachricht ertheilet, vielleicht lasse ich sie nebst einigen andern in Schweden gehaltenen Dissertationen wiederauflegen, indem dergleichen Schriften überaus rahr bey uns sind Ich gestehe gerne, daß ich hievon nichts gcwust halte, wo mir nicht ein guter Freund aus Schweden selbige überschicket, dem ich hiemit öffentlich dancks. Die Vater Unser selbsten siehe Unten. Z. III. Endlich liefere ich auch das Grusinische Alphabet, und das Vater Unser in dieser Sprache in Teutschland zum ersten mal Grusinien, tNelerimen, und Georgien liegen zwischen- dem Caspischen Meer und Mingrelien. Vor Alters bieß Georgien auch Jbc- rien. Diese Länder sind mir Armenischen und Griechischen Christen besetzt, wenn sie aber dahin gekommen undAbtütylMgett. 421 men läßt sich so genau nicht bestimmen, ob man gleich saget, daß es zu den Zeiten desKaysers Constantini geschehen sey. Es regiert daselbst mehr denn ein Czaar. Der Grusinskische Czaar David hat sich mit seinem gantzen Reich im Jahr Christi 1586. unter den Rußischen Schutz begeben. Unter der Regierung des Czaar Michael Fedororv-y hat der Grusinskische Czaar Teumray, des vorhergehenden Davids Sohn, eben dieses gethan. Biß hteher hat man von ihrer Sprache w^nig, oder nichts gewußt, nachdem man aber in Petersburg eine Druckerey angeleget, so hat der Grusinskische Czaar durch seinen Gesandten daselbst Litrern schneiden und giessen lassen, womit man hernach ein grusinisches A. B-C. Buch gedruckt, woselbst der christliche Glauben und das Bater Unsee angehänget ist. Man hat aber so rahv mit diesem Buch gethan, daß man auch in Petersburg selbst kein Exemplar auftreiben kan, ob es gleich daselbst gedruckt worden. Ich bin aber so glücklich gewesen eines von einem guten Freund gütigst zu erhalten, dahero ich daraus das Alphabet, und hernach unten! das Varec Unser liefern will. S. Sammlung Russischer Geschichte im I. Stück des ll. Bandes p, 25. leg. Das Alphabet sieht also aus: 1 D d z 422 Cctp. V N. Vstt eimgett Alphabeten ' F/Ftt?-/?. ^M^/./'o^/. ^-tt^./Vö/7?5V. /'ot^?. ^ v ^ Ä Ä'N- A A^' T K-A-tl- F 'x^R^^v 5» 8en8 5 5 kl'M'?. m m^- 5 i ^ h di.'- *b 'M^A. 3 K ^. v tl^. m MM' 'll 'tt'^. K 5 0- 5 b ^ Q, ^1 ^ LZ /^n ^ s Ksn K d (Zzn (Z A Von l) 6 Cri L L tte » K c In I i K-m l( K l^ss 1^ l KlsfliVl m ^sr n »le « K 0n 0 v ?gr ? p ^ l'dje wie pk ^ ljl PcKgr pck ^ I^r m II, n ;i ^ <^ Z ^ V KL' ^ 'ttt HZ 8cZi!a ^ll'KlN vlil Ic K tl'ck 65 'I'5cKsKr t5 OKnn ^IlZl' l)5cki!?n ^ > icck 6lc.-K Diess beyye »oe^, werden für einen Vocs jenl gehalten.. Die fünff Vocsies sind folgende V'i/'! ZU s e i o Kze K r Ü l^lt K ü'tj. ^WG ^ v u tM. g^cz Z^. ^nmechiFrantzös^ L t«V!'W^x^ Xx M»b X x und Abwtyuttgett. 42 z §- IV Da ich mich um die Vermehrung meiner tm ZI. Theil p. 165. gelieferten Abkürtzungen der Wörter umsähe, so fiel mir deH Herrn ) K. curieu- se Kunst und Werck-Schul in die Hände, woselbst ich im andern Theil im 2. B. ein merckwürdiges Capitel/ nemlich das vierdte p. z 48 antraf. Der Herr Verfasser lieferte nemlich einen Mahler-und Künstler - Schlüssel. Es sind selbiges theils einzelne Buchstaben, theils gewisse Zeichen, womit die Künstler ihre Namen auf ihren Kunststücken ausgedrucket. Den Liebhabern dieser Kunststücke, zu gefallen, will ich diese Abkürtzungen wieder bekannt machen/ weil sie daraus so gleich lernen können, wer der Verfertiger davon gewesen, der sich vurch seine Anfangs-Buchstaven> oder durch ein gewisses Zeichen zuverstehen gegeben hat. Ein Theil von diesen Abkürtzungen laßt sich mit der Presse zwingen, der andere aber nicht. Ich will aber doch beyde liefern. Mit der Presse kan man folgende zwingen: Hnroniu8 Wierx. ^. ^. ^sm tucks. ^. 5. ^clrisn collsrc. ^./^ ^n6reg8 KoKI. ^T. /^äsm Cl^Ksmei'. ^. ^. IZsltKssar l.cncK6. ^. 5. Lsrrnel Sprangen. ^. ^. LgrtKel LöNm. cornelius LulcK. ^. /. 424 n6. /). (7. vomioicus (ÜuKos /?. H.//. Vgniel ttopKer. /).vsvicl voZer. 5. L^i^iu^ 8s6Ier. ^.Cunes Vics 6e pgrma. F ?rsn^ Lrunoer. ^F?^.?rsn? I^Iorus. ^ ?rsncilcu8 Villsmins Kom. ^ F. k^rsricilcus Kgrmenll«. Vierx. (?. LliTeinclius. /. ^. ^. j. Kspnttg k'ontgns. /. M. l. I5rsel von decken. /. 5. JoKsnn 8sn6le6um. /«. ^u!iu8 (ZvlRIUS. /. /5 joksnn ttoZenizerA. /. ^. Julius Lolstzneler. /. F. Iscot> LmcK. ^o. Io^ocus von V^m^en. ^k. Ilso ^lsjor. . ^ /^I liucs5 von k'sIcKenbul'A. //. I^mbrecnt ttovfer. I^gmpertus I^smoert. ! 5. l.smoettu8 8vsviv5. Uttd Abküryunyett. . 42z ^. ^. ^ucg8 Kilisn. ^. Qucss von l^ev6en. /). Martin cle ^os. ^ kickse! Wol^emutn. ^Ibrecnt Oürers I.enrmeiKer. M. ^ Garnes ?lor,gn. ^. ^lcolsu8 von ^DlKe Kom. ^icolsus Weilbron. /V. ^icolsu8 6e lZrin. ^. F. tsris LortiZnsm Venet» Z'. k^. l»eter k'Iorner. /'. l?. kdilipp. (Zolls. Hs. ksulus.^lsrs. Z'. ?sl^vols.. />. A. R^ter psuwk Rüden,. Kspnsel Lsverius von I7roin° 5. Kgonsel Ssälei'. K. ^. Kon8 ^Ivrennnus. L'» LtepKsnus k'rsn^es. 7^ l'Keoäorus von l'ulä'eNt. ^emel ttollsr. Mit der Presse aber haben folgende nicht verfett!» get werden können, dahero ich selbige in Holtz'schneiden lasien: Dd 5 /tt^ ^ 426 Cap VN. Von eim'gött Alphabeten ^ ^Ibrec^t Dürer. K ^Ibreent MäörKer. ^.NAUÜin Venetus 6e ^su5eg^ I^k ^uAnliin ^irlLkvOAe!. ^Kssverus von I^ancjfelä. ^branarnLolse. ^ Kapriüs?3rmenliSq S.i?5t>^L3rcke18cKöen. KartKel Lrönius» Lsrtrie lurian. Fff QbetK. e.c7K^ (Hornelius (^ort. ^ Wtpin äe?3ls. (üririüopri saurer. ^ i Cornelius von AeKem; i ^ (Cornelius dornelilkni M Daniel 8s1veter ^ Daniel I_in6enmacrier. Kl t^. Kralmus. HL Lrntt 8Lnön. A LrKar^t 8criön i^zF.' As k'ran^ von Lgbvlon. ?rle- und Abtüryungett. 4-7 krieärick von kälcKenberA K (zeorA?eMiü. M ^0btt8pörl. IÄ^5Z^ ^uc38 (üranaetz. ^^Az ^ruZlein. I^ucas von I^ev6en.- Z^arx ^mkom blaiuiss^ ^Ä^b^Iick3eI HnAew. iMM^lartm »emsjcerLlcez /(QL I^3rtm8cKön. 428 Cap Von einigen Alphabeten ^j^j. ^lelLkior I^o rck. ^L^Z IVl^rrin Kara. ^lZ-^ ^ÄtKes^mcK. M..^. I^AttKeuz ^Vlermn. e^^S ZVlattKeuZ ^zliNZen. t^icolÄUs ^IceKcntKem^ ^ I^iLolaus I^irsLkvoZel. A 0äor3t0 kialeri. I^F ?Ki!ipp (Zauclela. 5^ ?3ulus dreur^berAer. ?^i!ippu8 UKenbacK. 8c-pkÄN Better. ? lodiZZ 8timmer. ^ VirAlÜuz 8c)Iis. (I , Ver5o^3t?. V^MZ ^encke! viterlem. ^i^Td^^en6e1 k^eick. ^xvd!. Bey nahe eben dergleichen Zeichen findet man all- hier in der Erhardrtschen-Schriftgieserey, ich weiß aber nicht was ich draus machen soll- Unterdessen will ich selbige doch hersetzen lassen, vielleicht ist jemand so gütig, der hierinnen eine bessere Wissenschaft hat, und berichtet mir dieses. Es sind aber folgende.- H Q M Z Z. v. und AbkütyunZett. 42s ^ Nunmehro komme ich auch auf die Vater Unstr. Ich weiß wohl, daß sich manche darüber aufgehalten haben, daß ich die in verschiedene Sprachen übersetzte Varer Unser an ein Buch angehänget habe, das von der Buchdruckcikunsi handelt; Weine man beliebe sich doch mir seinem Urtheil nicht zu übereilen, und meine Ursache bedachtlich in Überlegung zuziehen. Ich habe die meisten Alphabete geliefert, die jemals in der gantzen Welt üblich gewesen, und noch sind. Alleine Buchstaben sind Buchstaben und weiter nichts. Aus eintzigen Buchstaben kan man sich wohl derselben Figur bekannt machen, wie man sie aber zusammen gesetzt lesen soll, bleibt den meisten dennoch verborgen. Damit ich aber auch diesen einen Unterricht geben möchte, wie man nun gantze Wörter, undPe- j rioden lesen muß, so habe ich mit gutem Vorbedacht ?i das in hundert Sprachen übersetzte Bater Unser er- wehlet, und die Lesart jedes mal dazu gesetzt, daß sich auch ein Anfänger einen deutlichen Begrif machen kan, welches er ausser dem wohl bleiben lassen muß. Wenn man sonsten Schriftproben aufweiset, so findet man zwar etliche zusammengefetzte Zeilen Buchstaben, die aber keinen Verstand ausmachen, dahcro sie wenig Nutzen schaffen. Damit ich also zugleich auch etwas nützliches meinen Lesern liefern wollte, so habe ^ ich dieses Mitte! erwehlet. Ist dieses gleich nicht nach dem Geschmack einiger Leser, so sind doch viele wie- der, die mir deßwegen ihren Beyfall bezeiget baben. Einem Theil konnte ich es also nothwendiger Weise nicht recht machen. Ich halte es also mir denjenigen, die auf den Nutzen sehen. Können, oder wollen andere diesen Nutzen nicht einsehen, so mögen sie auch darauf 4?O Cup VII. Glillge auf lästern, es wird mir gleich viel gelten, ich will mich auch mit ihnen in keinen Streit einlassen, weil ich mich gar wohl bescheide, vaß der Mensch noch geboh- ren werden soll, der es allen Leuten recht machenwird. Unterdessen will ich noch einige Vater Unser hinzufügen, die ich in meinem andern Theil Übergängen habe. Es folgt also erstlich : F^FF^F^. 61 H«7-5Loe /<«5, s 57« «L Lf«»LL. 1. ^<«c3!? ?o o^s/^« -7L. 2. "^L cXAy ^' /Z«-7^»« z. ''^L >/k>->? T'o Ae^^se -7S, x«9a>L «5 T'ot- L^«>sV, e^^q ^ «L vqv >/qv. 4. I'o ^- Äss^-v. o?-, x^x^s «T'k y° /?«<7^^«'« , !^ q ^'»'«/^Lz ^ y Fo^« 7«L '^/di^V. ^UlIor, ^lsximi LsIü^olitN, Läit. Venet- L'/^M/c'^ /^o 7«?o?/ ^0« ?. Lc-zöett /^s ^?/>?-s^s^ zto^ ^c?S to^s/ /'T's /o?/. Z S^/ /-././. 1(1. X l < i^bl^ ^i^v ^^4 l MVt^V 1 ^-l^^v ^K)--! i-I^d I.^Vk.. "lld^Wk k>11 KI^II. ^ll ^Ib. NltU q-i ^-z^ 1 ^I^^d-Il. 114 « Z< !^^I>i.l. ÜKIt -t^i^^^ -l, ^-s.^'l ^ll^KT ^Mt^k, ^ »l^V^ÄI^'-tck ^41 blV 4^ ^i^ttl^I ^«.l « -illl-^Il ll-'AI'l^d^Iv x^It'i ^ ID. MNtt^^tt V^I^Iv 5^i.dli'5l1,?>I,^I>5 »14- --.^ ^. 4-. S, 5- e^. ^ji na-^ li^^a »' ^. i^itzeaF dc> ^oß^s'- ^ de^,^ do öm l. -r^/l ^!^-,. do n,-5sp 6?l 4- - As> NHI^N xsö'ck//! d>)>7 n,//^ s. ÄF^ ma?6 ÜÜ'V -l/r ^co.) ms/- ^-k??-m/d??e d AZ^^-e-g ^,7^ ^ cc^r^-S"^ 5- As i'2o/> >^ ^ o!o L>^ /e^s ^ ck?> siiag^ -^Zllf' 5-«'?^. tt^n ^lolsi ^0 s'io^iltzs Ä^iien. > Vater Unser. 4z l S. L/e?^/^ Z'»'« co ^ /^e »-s ^emo 4. ?'/?c>?< ^0?^ n/??/ />s/ ^7/ ?'/?0Ä 5. <7o /?'ok ^ ^/?o?/, ^e»?o i'sott FZ-ot^o« t^??/ ^ ^6 ^/?0ll. 6. 7'/70?^ ^0^' ^«7/?. 7. //^?^o«// ^vei'/?/ ^s?^--./>os»^ ^As»', ^/e ^o?/^e»-e. A^^V/t?^. Siehe Isb. XXXM. ^^<77-/6>. ^^T' «o»' ^0)/7 e/? ^/>/?/?/»7. z //i?/^-/?-/ K>^>'^ t/Ä? A. ?///?o?^?)/e Z. 7>'///e,^o^0?// oc^o/o» - 4. /^öi't />^o^?Ä Z'?/ 0/ ? Ä?^^. Z. ^ö? /^t 05 ^/itt/^?»-^ ^/o^/ö»» 0A/ö / //v?/? 0/ 5/^/^, '-^ttAo?', A A 4Z2 Cap.Vll. Eittlge <7^7-^^S ^V/<7^. /^1''^/Z! ^07770 /v7 /» 4. ^7 ^ 77o/?^e -/e ^/?^? ^ -^7 7/0?// /o ^777. 5. /^»'-/o77^77 770/ 77o/?»v/^7/7^«'// /7^7 ^0777 ?7o/i?/^e/ ^hei'-z'oj?/???? ?7. Z. /Ä /ie>'^0?7/7 77077/ ?7077^/?»'0/ v^?^/, ^07770 770/ 0!7t»'0/ F/75^0776777 S 77/7 ^7707)76/^776 77077/S77 0/^677/^7. 6. 776 77077/ /«Z//a /S/ 7^0777/)^»' «//«/ t6777>^7t7077. 7. M?/ ^//V^ »077/ 077 777/7tt. ^777^ /et. FA/^^V^/c'^ ^F^SA/^v^. /70T7 7^7) /?^777^ /077 7« /7607/'7?. />/0!/ />0?- ^???^T?5>. z. />o?^ oF^?/F-Ä-. 6. //^ ^/?^^ e 7. //o^e« ^/e^^?'/7 Ä'viv. c'SL ^v^^/c-^. 7« 2. (7z?//?/5/?it/> Z. //ö/ü /-V770^/?^/) ^oAN?e. 4. /?oe t/'^ä'// ^^/>»7/7 ^0/? t^t/> /-«^ ^-/v?^«/. 5. /V)? 7?ee^ F-?7'/? «)I 6. ^/. 1. e//»?. 2. ^ Z. F/^/ ^ ^M),/^/ «^ ^ K/k^vF »s/oe/2? 6?« ^!//^,MoF M^./^/ ? 5. ^i/^/^oi'i/e/^/»^M-M/?m?vzp/s«c»s»'. 6. M ^»-o/e ^-^e^. 7. HH?xy>A^ ?'» ^s^MF. ^/I- 4Z4 Cap. VU. Eitttge t??/?' /V^i M^ »cs?»^/ ?. ^^«/^ 2. t^tt-ÄS'S e/o ^vos'ü^. Z ^!>^/? ^ ^o///, /j?> /s/»^'/« ^ / 4 ^/'/M //m^'/ /V/? /e/^ /7?^^'s?^ /o/??^? 7. o^^/s n'o^t'n ^o??/^^s ^?//^/o/>'^^/^ött /. ^Äne«. o^c'^D/c-^. ^D0>' ? ?' <7^/»/^ Z. /^^'Ä»- ,> ? 2. co/Ä/??? ^/^e Z. t/'/»^ ///ÄS^V^ ? 4. T^tt/ 0« Ü??/?^^ ^07? V01'/7, 5. /^>^/vs P?// ^o^s/?«T.'^ t^s T?«/. 6. ^)>v? F«?/^?/o?/, 7. M/Ä o/5 , 0»" j os /« M?^ , /> ?> ? /^'?Ä5/?/M/Z'. 77/>/^ /> -//?^/?^ 7M?/>/M/?n ^5 ^/ott ^?^// o//'^ /^///c?^?^^ i ^//VM /ö ? ? /»/?7??/^//»7. 77/?e///t 7/^7?^ 7//^»»? K'e ^?5?777 7/^/M???^//?,? 7« a M'^/'. L/ot^ ^7^-// F?'0^/^?//^ ^lm^/e^/^?///^?/^^/o^ /^/7> /7^7/.?t?/7/^ ^70M /s /?e /^/M? 7^ 7?/^ />?/,7. />-^?/??7/?7^, 7??t'Ä /M. ^///e'Tx ^^7/?e?'/? ^) 7) 7^ 7 7! 6 ^5^^5/5. /Ä//^ z 7> ? 777e/^?) tt^^^'^/M 7/7/'^!??/?/ l^/et ^7/?. ^^7/7-? 7/7//^, 7/7 ^ ^!m/>/7«^ '^/////^/'itto^ ist j! /^/?7/^e, ^S///?'S?/s77^Ä. ^7767/. Es s 7S7S- > 4Z6 Cap. Vll. Eittige ^/V7VkZ^/^L/. A?^/ zvs»' ? 6?M>/Ke.- ^se/e^t 7/7^0M 0/ //t »--i^?. TT'?// , ^se^ 5/0»-' z <ö>M ? ^///^ //c^ ^ö^//^ ? - ^^5?-^^^ 01 , ?/^^ F^'?/ ?v/7/« o?< ^!r>/? o?/ /'eo/e^?/?// / /^//i/^/e ?// ^//-^/ö^/ i/^ Ln?/? ^7r>s ü-z/o?-^//?^ 7/7'?/?// ^o/?Ä?///^e, z?/),»' «/ o/ Diese vorher fünf angeführte Vater Unser habe ich «US Äronwalls oben angeführter !)iliermiov entlehne Runwehro folget zum Beschluß- Vater Unser. 4Z7 Das Grusinische Vater Unser. K'Kui Au L'l Ul^N^. öw vM ' ZM!^^ hlM'w'^'^l lMÄsl'w^ FlM'tUM'lZ ^'ij^K'ts^r ^stjl^ '/z^, ^»-^ -^-^jmZv/l'f/ Z^A^^^^N'ti^T? MNW^^m^kZ^M^W^. 7-H ZilUj^jfW lii'r^Mm^M AlFMß ^.6 -jii^liM /^c'/vo.- M?M/?o ^/i?)-??^o T?M»^Ä ?^«-/?. M0^5-^'/? > »e^/? ^ö-'»/ ^/t/?^^ T/??/? e^i'eTck ^vet- L/?/?/^//^?^^?. ^/l^e/I? MOK/^T ^ s. /?//Mo??^>e7^//!^^'e^ ts^s?//?^/// ^-/me?///?» tMlVAt/?^/? e^? ^///-!M)v. schen; Und wenn ich sie mit gleicher Müntze bezahlen Wyllte. so könnte ich ihre trocknen Urtheile leichte an- des Wörterbuchs. 439 feuchten. Alleine ich will sie in der Liebe ertragen, wei! vernünftige Leser und geschickte Männer mein Wörterbuch nicht nur gut geheisen, sondern sich desselbigen in ihren öffentlichen Schriften bereits bedienet haben. Mart schlage pur des berühmten Hrn. Prof. Gchwaryens pi-imsris ciocumentZ (je ori^ins l'^pogr. und de6 bescheidenen und hochgelehrten Herrn Past. Messers l'ypc^l'. ^ulsil. nach, so wird man Zeugnisse davon finden. Ich bleibe Qahero bey meinem Vorsatz und liefere gegenwärtig abermals einen Zusatz zu meinem Wörterbuch. Der Einwurf schrecket mich garnicht ab, weil man vorgiebt: Es wären ja lauter bekannte Sachen? Gesetzt sie sind den Kunstgliedern bekannt, so sind sie ja deßwegen nickt andern Leuten auch bekannt. Einen Buchdrucker darf ich freylich nicht lch« ren, was bey ihnen eine Hochzeit, oder L.cichett Machen, heise ; Ich darf ihnen ferner nicht sagen, was sauer Rrque machen, ingleichen was Zrvibel- fische bcdsvten; Ich darf ihnen auch nicht fügen was der Ballenknechr, ufld Äengel sey, und was dergleichen viele Wörter mehr sind ; Alleine wenn ich ge» lehrte, oder andere Leute wegen der angeführten Kunstwörter fragen sollte, so bin ich gewiß überzeugt, daß es die wenigsten wissen werden, zumal, wenn sie sich nicht sonderlich in Buchdruckereyen umgesehen haben. Ich kan nicht läugnen, daß ich etliche Jahre beständig in Druckereyen zu thun gehabt und gleichwohl nicht gewust habe, was die Redensart bedeutet: Die Columnen sind verschossen. So viel wüste ich wohl, daß die Columnen nicht an rechtem Orte stunden, wie aber dieses zugieng war mir verborgen. Was ein Schwamm heißt, ist freylich allen Leuten bekannt, worzu ihn aber der Buchdrucker braucht E e 4 wis- 440 Cap» Vll. Fortsetzung wissen kaum etliche. Von Pappier anfeuchten hat man auch einen Begrif, warum aber, und wie selbiges in der Druckerey angefeuchtet werden muß, wird man schwerlich errathen können; Folglich sehe ich die Ursache nicht ein, warum man wider mich murret, da ich es erklärt habe. Jedoch man murre immer hin. Genug, daß es ohne Grund geschiehet. Es ist doch treflich gemtheilt, weil sie dieses oder jenes Ding wissen, so muß es auch andern bekannt seyn. Wenn man durch einen solchen Schluß die Schwäche seines Verstandes nicht verrath. so will ich verlohren haben. Ich glaube aber das erstere, deswegen habe ich das letztere nicht zu befürchten. Daher» liefere ich Die Fortsetzung meines Wörterbuchs. ^ AlZbtreten, Druckabtreten, der Drucker pflegt die Forme abzutreten, wenn er die Correctur befördern will; Es geschiehet aber solches insgemein aus Noth, weil er seine in der Presse liegende Forme, woran er druckt ohne Gefahr und Schaden nicht leichtlich heraus heben kan Einige klopfen sie auch ab. Alaun-VVasier, dessen bedienet sich zuweilen der Kupferdrucker. Den Alaun läßt er über dem Feuer zergehen, u. ziehet also sein Pappier durch dieses Wasser. Aufräumen, muß der Setzer, vor seinem Abschied aus der Druckerey,und seine im Vorrath stehende Formen. Was nicht in die Kasten gehet, bindet er auf, damit er sie nicht dem Herrn zur Last stehen lass oder der neu antretende Geselle seine Kästen leer findet. Satt, des Wörterbuchs. 44! 25. Äall, der Kupferdrucker, wird von guten leinen und gelinden Tuch, von Hanf, verfertiget, wenn man des gemeldten Tuchs, oder Leinwands genug hat, fo muß man dajjclbige über einander wickeln, wie ein Band von einem Ende eines Tuchs. Alsdenn nahet man es vest mit einem doppelten starcken Faden zusammen, also, daß esohngefehr z. Zoll dick und fünff Zotl lang werd?. So man nun das leinen Tuch zusammen gehcfftet, so muß man solches an einem Ende mit'einem Messer ftin gleich abschneiden und das obere Theil etwas rund machen, damit man solches niit einer hohlen Hand desto besser fassen und drucken kan, die Kupfferp!c.tte ohne Ungelegenheit, oder Beschwerung damit einzuschwartzen. Die andere Arr von Ballen wie solche die Buchdrucker brauchen, siehe im ersten Theil. berechnen, pflegt der Geselle mit dem Herrn, daß er weiß, was er stehen last, oder heraus bekommt. Es geschieht auch manchmal, daß ein Gesi lle etwas berechnet, daß er noch nicht gesetzt, oder gedruckt hat, zumal wann er das Tagewerck liefern soll, da er den aus Noth, Formen oder B^gen nehmen muß, damit er nur die Ordnung erhalt, solches nennt man alsdann Gamrßraut machen, weil 06 von den Gesellen noch nachgehohlet werden muß. Fo^o?> ^///ü^///7, und <Ä?^T> Schri'fsc, die mit- telste zwischen c^ms und per^t, der Ordnungnach. Siehe unsere Schrifftproben im ersten Theil, p. 159. SriUen, es bnllc sich, eine Redensart bey den Buchdruckern, ist dasjenige, wenn an der untersten Zeile der Columme der Abguß von den Buchstaben mit kommt, welches einen Uvelstand macht, den E e 5 m«w 442 Cap. Vll. Zortseyung man mit einem Meissel abhelffen kan. Man muß^sich aber in acht nehmen^ haß man 9er Schrifft keinen Schaden thut. Buchstaben, wie solche zu vergulden, nach der Art, wie sie in den geschriebenen MönchH-Büchem zu seh-n: Man nimmt praparirten CrystaK,'macht selbigen mit Gummi Wasser an, und schreibt darmit fein dick aufPappier, oder Pergament, und nimmt darnach, (wenn es getrocknet) emStückgen gantzpures und seines Gold, reibts und streichts öfters gantz starck über das geschriebene, so streicht sich das Gold ab, und die Schrifft bekommt einen Goldzlantz. C. <73nem reinen Tüchlein abgerieben werden. Denn ist es noch dicke darauf/ so setzt es sichin die Feder, und man kan mit dem schreiben und zeichnen nicht fortkommen. ' Man muß die Fi^ur auf Pappier gezeichnet, gedruckt/ oder sonst in Kupftr haben, auf deren weifse Seite schabet man ein wenig guten Röthelstein und reibt mit Baumwolle auf dem Pappier woht und gleich, doch aber nicht dicke, überall an, klebt es an Ven Ecken mit ein wenig Wachs an, nimmt hernach eine stumpfte Radiernadel, die etwas zart und dünne ist, und fahrtauf allen Hauptstrichen der Figur, oder des Bildes herum, thut das Pappier wieder weg, Denn ist die Figur auf dem Holtz gezeichnet, alsdenn über- des Wörterbuchs. 445 überfähret man die rothe Aufzeichnung mit einer guten schwachen Dinte, schattirer sie vollends aus, doch müssen alle Striche recht genau und gut gezeichnet seyn, so kcm auch gut darnach geschnitten werden,. und ie richtiger die Zeichnung ist, je schöner wird der Schnitt. Der Schnitt aber, wenn er abgedruckt, wird linck. Soll aber der Schnitt recht und nicht verkehrt werden, so überziehe alle Haupkstriche deiner Figur mit guter schwacher gleisender Dinte, laß sie trocknen, klebe alsdenn deine aufdaS Pappier gezeichnete Figur auf 4- Ecken mit Wachs auf den verfertigten Zsrmstock feste an, so, daß die Seite, worauf die Figur stehet, auf das Holtz komme, und ist es also angeklebet, so mache es auf der ungezeichneten Seiten mit etwas Wasser naß, und laß es ein wenig stehen, wiederhohle solches noch 1. oder 2. mal, lege darnach ein zartes Tüchlein darauf, ziehe solch s fein gleich an, doch daß du das Pappler nicht verrückest, reibe mit den, Daumen, oder Faltzbein wohl darauf herum, aber man hüte sich, daß unter dem reiben das Papvier nicht zerreiset, oder verrücker; Nimm hernach das Pavvier ab, so hat sich alles lincks abgedruckt, wenn es aber ausgeschnitten und wieder gedruckt wird, so bleibt es recht. Laß ferner dein Holtz, das von feuchten Pappier feuchte worden, wieder trocknen und zeichne mit einer Feder und guter schwar- her Dinte, oder Tusche deine abgedruckte Figur wieder reine über, daß du sie desto deutliche sehen magst, so ist sie bis auf das ausschneiden fertig. Einige überziehen i)die Hauptstriche der Fig'.n anstatt der Dinte mit gutem Blenstifft, oder Nöiheistein, und kleben das Pappig H>. i^s Holtz an, und rei- 446 CcZp. VN. Fortsetzung ben hernach auf dem trocknen Pappier mit dem Na« ge! des Daumens, oder Faltzbeines herum, so drücket sich das Gemählde wohl ab, d^ch fallen die Striche nicht allezeit so richtig. 2,> Zeichnen sie auch die Hauptstriche mit Reißkohle, da sich die Figur ziemlich abdruckt, z) Der mit Tusche bezeichnete Stock kan mir Oel bestrichen werden, man thut unter eine Untze Leinöl z. oder 4 Tropffen gut Scheide- tvüsser, dieses macht das Holtz gelinde zum Schneiden, wenn man es aber wieder hart haben will, so nimmt man pures Leinöl, kan man aber schwachen FürNis haben, so ist es besser. Alle ietzt angeführte Manieren dienen NUr demjenigen, der in der Zeichenkunst entweder etwas wem« cies, oder gar nichts/ gethan hat, damit er sich ohne Zeichner selbst helffen kan. Der beste Lehrmeister hierbey ist Nachsinnen und die fleißige Ubu g. Die Jnstrumenta,so hierzu vonnöthensind^ als: Schnei» demesser^-Hohl-und andere Meisel, Gt.chnsi'n, Gchabeeisen,-HohlborLr, Schleif undvDeysteme, Circkel, L.l'neal, vlAnckelmaaß, L.och oder L.aub- Sage, Grabeet'sen,For»nenstock, die kleinen Buchstaben zu halten, und dergleichen, suche im Wörterbuch unter ihren Tituln. formen Stock, wird derjenige genenm, worauf eine Figur geschnitten werden soll. Es müssen selbige alle, es mag eine dreyeckichte, oder runde Figur daraufkommen sollen, nachdemWinckelmaß recht viereckicht geschnitten und gehobelt seyn, und was der Hobel sitzen laßt, das muß mit emem Sckabeetsen, glatt gemachet werden, damit man selbige füglich heym abdrucken, auch Mitten in eine Columne ein- des Wörterbuchs. 447 drucken kan ; Ausserdem verursacht es dem Setzer viele Mühe und Versaumniß. Fmctur-Äuchfiaben, hüben ihren Nahmen daher, weil sie in der Mitte absetzen, als ob sie gebrochen waren. 8»ß, heißt in uneigentlichem Verstände das unterste Theil eines Dinges, worauf es ruhet/ als bey Tischen, Schranckm, u. d. g. Bey derKuvferdruckev- Presse nennet man dasjenige, worauf sie ruhet, ebenfalls einen Fuß. G. Garmond Schrlssr, oder Lnrpus, die Lateinische hat ohne Zweifel ihren Nahmen von dem Erfinder k'rgncilLN cle Qsrmoricl. DieJnstitUtionesJustiniani sollen mlt dieser Schrisst abgedruckt worden seyn, welche unter die ersten gedruckten Bücher mit gerechnet werden, und in der Franckfurthischen Bivliotheck zu finden sind. Äetrieb, siehe RaS. Grabeisen/ Stecheifett, welches sichdet Formen- schneider bedienet, dasjenige, was in der Figur weiß fallen solh heraus zu graben. Sie sind von Unterschiedlicher Grösse, und muß das kleineste so fein, als eine mittelmäßige Nehnadel seyn, davon man zwey- erley Arten hat: Die erste unten breit, gleich einen Meisel; die andere wie ein Hohlbohrer gemacht, daß man damit allerley Rundungen machen kan. Sie werden inwendig mit kleinen runden Feilgett scharf gemacht/ der auswenvige Grad aber auf einem Schleifstein abgeschliffen. Sie können nach votgs- steliter Art grösser, oder kleiner seM ^48 Csp VN. 8srrstyung Grabestlchel, dessen bedienen sich die Stahlschneider, Petschierstecher, Kupferstecher tt. Sie müssen von gutem Stahl seyn, die Napvier und Degen Klingen, Schuster Ahlen und Sattler Pfriemer., haben die beste Massa dazu. Grundeism, ist dasjenige welches der Formenschneider zu Ausarbeitung des Grundes in der Figur braucht, selbigen heraus zu hchsn, die. Gestalt desselben zej- des Wörterbuchs. 449 zeiget die Figur a allhier- b ist der Ort woran das Hefft kommt. H. Hessr, Mesier Heffr, oder Stiehl, dieselben werden von vieleritt) Acren, als von Helffenbein- Knochen, Horn ingleichen von gewissen Metallen verfertigst; diejenige Art aber, welcher der Forml>mckm->ider sich bedienet, wird aus gutem Holtz gedreher, wie beygehende Figur weiser, s Forne die Öeffnunq, wo die Klinge des Messers darein geflossen wird, K der Absatz woran der meßinge Ring, (welcher hinten weit und forne etwas enger) gesteckt wird das Messer zu befestigen. Instrument, der Stahlfchiieider, so von Eisen ins gevierdte jede Seite Zoll lang und2.Zoll hoch; In der Mitte gehet ein viereckiche Loch durch einen Zoll wng und breit, auf ieder Seiten 2. Löcher, wodurch Schrauben, welche just und gleich, gehen, daß solche gegen die andern Löcher der andern Seiten gcmtz genau eintreffen, damit die Schrauben von zwey Seiten in den Zoll weiten viereckichten Loch richug aufeinander gehen; die Löcher werden als Mürrergen eingeschnitten und die Schrauben mit Köpfen versehen, und eingefeilt, damit die Figur, welche er schneiden will, darinnen mit Antreibung der Schrauben durch emeu Mchl richtig und fest stehet. Die Figur siehet also aus 5 Z f ^K- ^ ^ - ..' 7^,iS^!i ?^'ÄS^ii?!.'.!>i' NjAA, ^NS^) Rammrad, ein Rad nicht allein in den Mühl- wercken, sondern auch bey andem Sachen gebräuchlich, welches Zahne ha-, und zwar auf zweperley Weise. Entweder die Zähne stehen oben in dem Umfange des Rades, und dieses heisset eigentlich ein Stern-odec Stirnrad, Oder sie stehen zur Seiren des Randes und machen mir demselben einen rechnn Winckel, und das ist eigentlich ein Aamnnad. Die Rammräder greifen mit ihren Zahnen in die Getriebe und machen , daß sie sich umdrehen muffen. Die erste Art davon wird bey Nieiner Kupfferdrucker- presse erfordert, wie wir dasteibige oben vorgestellet. Rohlpsimne, von eisern Blech mit 4. kurtzen Füssen, worein der Kupfferdrucker die glücnden Kohlen leget/ ingleichen einen Rost mit 4. Füssen (worauf er seine Kupferpiatte liegen hat) die ein wenig erhaben, damit die Kohlen, so darunter, mehr ersticken. Das Feuer muß nicht groß, sondern mittelmäßig, und mit ein wenig warmer A-chen zugedeckt seyn K ays, ist ein Kunstwort bey Schr>fftgiess,rn bcy Scb'^eltznng des Zeugs. Alles, was unter der Arbeit abgebet, und in der Aschen, oder in Kehrig, zurück bleibet, heiser Kratze. des Wörterbuchs. 451 " L.. Wappen, XVischlappett, brauchen die Kupferdrucker zu Reinigung ihrer Platten. Dieselben müsse« von leinen Tuch seyn; Mir dem einen wischen sie die Schwärtze von der Platte, und mit dem andern reinigen sie selbige, wenn sie vorher etwas Wasser, worinnen Potasche, auf die Platte gespritzt. Lichtschirm, Vessen bedienet sich der Setzer, zu Erhaltung seiner Augen, weil das Licht sehr flattert, und den Augen dadurch Schaden zufüget, dergleichen Erfindungen sind vielerley, Eine Art derselben führen die Pergamentmacher, welche man über den Kopf hänget; ingleichen diejenige, welche man auf den Tisch vor das Licht setzet. Vor den Buchdrucker ist die bequemste, welche er an den Leichter sich befestigen last, und bestehet aus einem Blättgen runden Blech, welches an einem Stück Draat kan hinaus und herunter geschoben werden. M. Massa, oder Zeug, ist dasjenige, woraus dee Schrifftgiesser die Schafften giesset, sie bestehet aus folgender Zusammensetzung - 6. Pfund Eisen von Huft nageln, Spiesglaß z. Pfund, dieses stosse in einem eisernen Mörsel in kleine Stücke, und vermische eS mit den Nägeln in einem starcken Topf und laß es zerschmeltzen, unterdessen wird auch 25. Pfund Bley geschmoltzen, daß es gantzrolh werde, und dieses wird zu der geschmoltzenen Materie, als den Eisen unv Spiesglas, mit einem eisernen Löffel gegossen, inzwischen rührer ein anderer der die Sachen verstehet, die Metalle wohl untereinander, und dieses Herumrühren und Zugiessen währet so lange, biß der Topfmit Eisen Ff 2 unv 452 Cap. VN. Fsrtseyuttg und Spiesglaß fast gefüllet. Wenn das gefchehen, so thut er das Feuer davon und läst es erkalten Meissel, HohlmeiPl, bedienet sich der Formen» fchneider. Selbige müssen in-und auswendig wohl geschliffen und scharff seyn, ingleichen die Breite. ES muß dabey in acht genommen werden, was bey dem Schneidemessern erinnert worden. Deren Gestalt siehe bey dem Titul Grabeisen 6. s. Misial, ist in des Druckerey eine der stärcksten Schrifften, oder Littern, so im Druck geführet werden, ^ie hat vermuthlich den Namen daher, weil die Missal-und Chor-Bücher damit gedruckt werden. Mittel Schrifft, hat ohne Zweiffel den Namen daher, weil sie in der Grösse zwischen der Tertia und Cicero die mitteiste ist. Von dieser Art hat man Mittel Antiqua, kleine Mittel Antiqua, Mittel Cursiv, und Capitalgen, grobe Mittel Fracrnr, Mittel Schwabacher, kleine Mittel Fractur. Dieheim ersten Theil unsere Schrifftprobe. 149. N. und Lurllv, diese Schrifft ist klein, hat aber schöne und scharffe Buchstaben, man nennet sie auch wegen ihrer Scharffe Silber - Schrifft, siehe im ersten Theil die Erhardtische Schrifftprobe, No. IV. Nußöt, oder L.einöl, welches die Kupferdrucker brauchen zu ihrer Farbe, wie dasselbe zu sieden und zu brennen, geschieht eben, auf eine solche Art, wie bey Sen Buchdruckern in unsern ersten Theil davon gehandelt worden, nur ist zu gedencken, daß sie das erste, das matte, (oder schwache,) das andere aber uny nachfolgende das ftarcke Oel nennen, letzteres muß Klebmcht und Zähe, wie ein Syrup seyn. des Wörterbuchs. 45z 7^ perir Schrift, ist ohne zweyen die kleinste, wird aber nicht in allen Druckercyen gefunden. Die Arten die man davon findet sind ?erir ^nriqns, ^urliv. Fractur. Schwabacher, siehe unsere Schrifftvroben im ersten Theil. ^7^?//?) und 6?^^, welches in der Ordnung aller verzeichneten Schrissten, die letzte und klei- neste ist, siehe hiervon die Erhardtlsche Schrifftprobe in unstrn ersten Theil, t>I». II. pfunne, Gchmelypfimne, ist beydemschmeltzen, eine grosse eiserne Schüssel, darinnen der Test geschlagen wird. Porasche, ist eine grießiche Asche, oder Saltz, so aus gemeiner Holtzasche, sonderlich eichen und Buchen, auf eine besondere Art gesotten, bereitet, und in Fässer geschlagen wird. Es wird derselben eine grosse Menge aus Pohlen, Litthauen/ und Moßcau gebracht, und mehrentheilsvonden Farbern verbraucht; die Kupferdruckerbrauchen gleichfalls welche unter ihv Wasser, zu Reinigung ihrer Platten, ^/o??^?. preßhandschuh, zu Bewahrung der Hand, welcher sich der Drucker bedienet. Sie müssen von gutem weichen Leder seyn Dieses wird geschnitten, daß es zust die flache Hand bedecker, fornen wird ein Finger breit Leder angemacht, wodurch man die zwey Mittelfinger stecket, hinten aber an beyden Seiten ein Niem- lein, davon das eine mit einem Knopfversehen, damit man solchen an der Hand vevestigen kan. preßmeister, wird bey Vuchdruckereyen, derjenige Gesell genennet, welcher die Mangel der Presse verbessert, ingleichen selbige errichtet. Punym, comra punyen, oder Stempel, bedie- Ffz n-t 454 .ll erfordert ein besonderes Sch-aglot. Gchn^ldeöll'ngett, derselben bedienet sich der Formenschneider. Es müssen selbige wohl gehartet und recht spitzig gehalten werden,auch scharf geschliffen seyn, vom Rücken nach der Spitze zu, ingleichen müssen sie sehr dünne seyn, damit die Scharffe der Spitzen gleich und dünne bleibet- Die Messer soll man unter den, schneiden gleich einer Feder, damit man schreibet, regieren, uno nach Erforderung des Strichs, oder Linien, halten, oder kehren. Die Klinge des.Messers hat hinten keine Angel, wie andere Messer haben, damit man selbige, so tief man wilI,in das Heffl oder den Stiel stecken kam Wie beygehende Figur s zeiget. S. s Ff 4 Gchwa- 456 Cap. VIl. 5sttseyuttg Schwabacher Schufst, hat ihren Nahmen von dem Erfinder, ihre Züge stehen in gleicher Linie in die Höhe, und sind etwas starcker, als die gewöhnliche Buchstaben. Jetziger Zeit hat man Tertia/ Mittel, Cicero, und Corpus - Schwabacher, deren Gestalt findet man im ersten Theil bey der Vreitkopfischen Schriffrprobe p. i SO. Gchwarye, der Kupferdrucker ist zweyerley: die hefte davon wird die Teutsche genennet, welche von Fmnckfurch am Mayn kommt. Die Güte kommt daher, dieweil dieselbige Sammetschwartz ist, und wann man sie zwischen den Figuren reibet, so bricht sie wie gute Kreide, Die nachgemachte, oder falsche Schwartze ist nicht so schönschwartz, und anstatt baß sie gelmd zwischen den Figuren wäre, ist sie rauch und gleichsam sandig, derowegenesauch die Kupferplatten sehr verderbet und abschlösset. Die gute Schwärye wird von Me:'nh?ffen gemacht: dieBermengung ber- ftlben mit dem Fssmiß geschiehet auf folgende Art: Wenn man e>n halo Pfund auf dem Neibestein zerknirschet, oder zerrieben, so thut manohngefehrdar- zu die Helffte des siebenden Theils eines Maaß schwachen Oels, und so dasselbe im reiben vertrocknet, so muß man noch mehr darzuthun, undachtung geben , daß man des Oeis weder zu viel, noch zu wenig nehme, auf daß das schwartze so trocken gerieben werben möge, als es möglich ist ; Nachdem man nun solches auch mit dem dicken Oel gerieben, so Hausse man seine geriebene Schwartze auf bis eine Ecke des Reibesteins, nehme darvon alsdann einen Theil und reibe es auf dem Reibestein, denn es ist nicht möglich aufeinmal alles rein zu reiben ; Wenn es nun fein rem N, so thue man es hinweg auf eins .Seite; wann des Wörterbuchs. 457 nun alles gerieben , so thue das geriebene zusammen auf einen Marmor-oder Neibestein, und im reiben mag man wohl ohngefehr eines kleinen Hünerevs groß von dem starcken gebrannten Oel darunter vermischen, hernach thue man es in einen irdenen Farben- Napf, verwahre, oder decke es wohl mit Pappier,, oder andern Deckeln zu, damit keineUnreinigkeit darein falle; alsdenn ist die Schwartze zur Abdruckung der Kupferplatten fertig Zu denjenigen Kupferplatten, welche entweder nicht tief geeHet, oder aber sonstcn schon oft gebraucht und abgearbeitet worden, muß man die Schwartze nicht mit so viel starcken Oel, sondern nach Gutvüncken, anmachen. Überhaupt muß man sich einer guten Druckschwartze befleißigen, dies-lbige wohl zerreiben und zurichten ; Denn wenn selbige nicht genug gerieben, undgleichsam noch rauh ist, so giebt es nicht allein einen bösen Abdruck aller Lineamenten der Kupferplarten, sondern es verderbt und verschiesset dieselbige endlichen gar. Das Oel soll auch wohl gebrannt und wie ein Svrup gemacht werden. Denn wenndasselbige dünn, oder lauter ist, so bleibt die Schwartze in den Rissen, oder Linien deiner Kupferplarten, und kommt im Abdrucken nm ein wenig auf das Pappier, und macht also die Abdrücke untauglich; Derowegen so das Oe! nebst der Schwartze gut und wohl durch einander vermischet, so muß nothwendig daraus erfolgen, daß sie zusammen auf dem Pappier bleiben werden. Grahl, ein Metall, so dem Eisen am nächsten kömmt, und von demselben allein in der Harte unterschieden ist. Er wird neben dem Eisen aus der Erde Segraben, oder durch Kunst gehartet. Guter Stahl muß ohne Schiefern, ohne Schlauch und nicht eisen- Ff 5 lchÜß'S 458 Cap. VII. Fsrtseyung _ schüßig seyn, welches man erkennen kan, wenn erzerbrochen wird, unv der Bruch einerley Korn hat Je langer er im Feuer-ist, je mehr er überhitzet und verbrennet, darum muß er so geschwind, als möglich, angeschmiedet werden. Die Stahlschneider bedi« nen sich dessen zu Stempeln und Contra-Puntzen, welche sie vorher, ehe sie schneiden, erweichen müssen, und nacl)dem ihn auch die Harte wiedergeben, wenn do<. was ^auf gestochen, seine Richtigkeit bat, z E. B.-yira^en')vr den Schriftaiessr, welche er alsdcnn durÄ seinen v.cftrrigten Stempel in Kupfer einsencket. 'M^neid! r, davon haben wi^ im ersten Theil ,. 2 - !?g Lttyan,unrer dem Titul:Müny- lLi- ft'^ " ^-.hijchneldcr: Was nun alldort vergessen , vaö hat man hier an dem gehörigen Ort angebracht Ihre Z Prumema bestehen aus Heilen, welche ?ng«ische genenuet werden, (6rab-Snchel, einem Gch'-iubestock, ingleichen kleiner Hand-Schraub« Gcö7k^?n, Hammer, von unterschiedener Grösse, einem Äeseh-Blech, so ans Meßing, unterschiedlicher Maass, von Meßing, dadurch sie die richtige Höbe, oder Kegel der Schrift sich erkundigen, ferner guten ge- lanrerlen Stahl, dicke und dünne viereckigte S- angcl- gen zu Csntra-Pu-itzen, die sie sich schmieden'ind ous- strecken lassen, einem Lircul, der nur einem Schräub- Ken gestellt wird, L-ineal und V0inck.!ma K O D Anhang. ^^^achdem ich vorhergehende Blätter dem Druck bereits übergeben hatte; So sind mir noch un- lerschiedliche Schristen,'thei!s durch Vorschub eines guten Freundes, welchem ich hiemit öffentlich gebührenden Danck abstatte, zu Händen gekommen, die zurErgäntzung meiner Nachrichten allerdings nöthig waren, daher» saheich mich genöthiget, diesen Anhang zu verfertigen, Ich habe selbige nach Alphabetischer Ordnung, in Ansehung der Städte, wo sie gedruckt worden, vorgetragen, und das nöthigste daraus mir zu Nutze gemacht. ^ §. i. Arnsradt. /). ^oö/??)K cw//. /')-o/^^?^e/^.Be- rveiß, daß Gcmßburg sich gerviß und alleine rühmen könne wegen der Erfindung der Äuch- druckerey, bey jetzigem dritten Buchdrucker^ jubiiäo eröffnet zu Ärnjiadtin der Schilltschen privilegirren Druckerey. Arnstadt, 1740 inF.vons Bogen. Ich war ungemein begierig, was ich in diesen Bogen vor einen unüberwindlichen Beweiß vor Straßburg finden würde, Und da ich selbigen ansähe ? so war es! eine Anmerckung, welche Schilter ehemals zu Jacob von R.ön,'gghsven Elssßischer und Grraßburgi- scher Lhromck, Straßburg 1698. p>44l gesetzet hatte. In der Anmerckung selbst wird nichts walcr vorgebracht, als was Löckler, Schmidt und Gchra- gl'us aus den alten Srraßburgischen schon öftc'.'s widerlegten Chronicken angeführet haben. Am Ende ist ein Lied für Buchdrucks angehängt. ' §. Ä. 462 Anhang §. 2 Alt - Brandenburg. Herr Johann Hayn, Nettor an der dösigen Saldri- schen Schule/ hat am n.und 12 Febr. 1740. zum Andencken der erfundenen Buchdruckerkunst eine Redncrübung angestellet, und in der Einladungsschrift von der Bücher-Raserey auf eine lebhafte Art gehandelt. §. z. Altdorf t?ott/^/5 Ä'/W^T//, primsrig czuT^zm clocumemg 6e Ol-iA>ne l'vp^ZrgpKiX,!'. I. II. III. Altdorf, 1740 in 4. von 22. Bogen. Dieses sind eigentlich drey wohlgerachene Vitterrg- tiones, welche der Herr Verfasser öffentlich zu Altdorf vertheidiget hat. In der r. villelt. lesen wir 1) das Instrument, so Ulrich Helmasperger, ein Kav- serl. llorsriu«, wegen der Streitsache Jacob und Johann Hauses an einem Theil, und Johann Gurren- bergs am andern Theil verfertiget. Der Herr Verfasser machtrechte lesenswürdige Anmerckungen darüber. 2) V. ^0tt»'/?L //v7//^ ),^v t^pl'Ai'g^lncz(Zucrentzei-Aii von 1468. Er hat Johann Gurrenbergs andere Druckerey geerbt, und deswegen diesen Schein darüber ausgestellt. Es wird dieses Zeugniß vor Gmrenberg, als den ersten Erfinder, mit gründlichen Anmerckungen abermals begleitet, z) l'eliimom'um Lki-onicB lummorum poneif. lmperswiumczue 1476. KkimX impiellie. Haust und Gutrenherg werden als die Erfinder der Buchdruckerkunst zu Mayntz darinnen angegeben. 4)1"esrimnmum Vl^^/) , pilzni, in lem^> porum 6^ liisrorigs^um continusticine i>6 ^. 1457. Gurtenbergen wird die Erfindung abermals mit deutlichen Worten zugeschrieben. In der tt. vitl. ste- et'niZer Jubelschnscett. 4^z het: l) lnclex libl-orum in priniZ ^ivAunria? (?Kc>nz l^po^i spkic^ excu5>rum. Hier wero^n 48 Stück Bücher recensner, welche all'.' v^n!44o bis 1492. aus (k5uttenberFS/ Faufts und Schösters Druckerey zu Mayntz ansticht getreten sind. Viele davon besitzt d.r Herr Verfasser selbsten, dahero die Beschreibungen davon sehr hoch zu schätzen, wcil nicht leichtlich jemand so viele erste Abdrucke um Augen geschen hat. Am Ende werden gewiß recht m^ckwürdige Anmer- ckungen darüber gemacht. In der Ui l)nr wird §.1. das Vorgeben gründlich widerlegt, als wenn pam- pht'jius Castaldo die Buchdruckerkunft erfunden hätte. §.2. sieht ein l'estrmvnium A^o. K^ilcv- pi ^isnt-nl' vor die Teutschen, welches zu einem Exemplar V0N den Episteln ///'c,'o?^M/'sci i'onci/. 146z. geschrieben ist. §, ? werden einige gelehrte Amnerckuncsen, darüber gemacher. §. 4 und 5. werden einige Lateinische Verse, welche bey den Oecrers- I^u? (/i'^o?//!X. ^. ^^7Z. Kj«Aumig? s ex^ulls stehen, eingerückt und mit schönen Anmerckungen erläutert, womit man auch noch §. 6. beschäftiget ist. §. 7. werden die Zeugnisse: ,) ^utto- ris sstciculi tempoi um, LolomT per //c/m-, ^v^j?^/ 147?. 148«. impi-ekli, und auseben diesem kstc-culo von den Ausgaben 1482. und 1487 zu Strasburg durch Jot), prys gedruckt; 2VI0H. NaucZcxi - welcher ^. 1460. zuSrurrgard gelcber, e ^l^.?-nc'g!i!^li. z. Jahre, indem selbige erst -727. zu Stande gekommen ist; So hat sie dennoch davor gehalten, daß sie an der dreyhundertjahrigen Jubelseyer Antheil nehmen müsse. Aus dieser Absicht ist also gegenwärtige nicht uneben geschriebene Predigt über Matth. 1,1 .gehalten worden. Z. 7. Ärieg. Von dieser Stadt habe ich ebenfalls oben schon geredet, es ist mir aber ^>^/^^^ ^7/'/>//, ?. i". tvohlgerarhenes Gedicht, von 2. Bogen in Folio, noch zu Gesichte gekommen, worinnen das Ruhm-unv Ehrenvolle Andencken der hundert und dreyßig Jahr zu Brieg blühenden Buchdruckerkunst vorgestellet wird. Wir ersehen auch daraus, daß sich Caspar Siegfried >6ü. zu erst in dieser Stadt eine Dru- ckerey angeschaft habe. August Gründer suchte selbige 162i. zu verbessern und zu vermehren. Äal- thusar Rlos fuhr rühmlich fort 1640. Christian Tschorn übernahm sie 1648 Hannß Christoph Jacob lebte -67z. und hinterließ die Druckerei? seinem Sohn Herrn Christian Jacob 1690. Gottfried Gründer bekam mit des verstorbenen Jacobi Wittwe 1701. die Buchdruckerey, u nach dessen Tod einiger?ube!schriften. 46? übernahm 17,1. der jetzo noch lebende Kayserl. privi- legirte Buchdrucker Herr Gorrftied Tramp die Druckers« und heyrathete dessen Wittwe. §. 8- Budißin. Herr Johann Gottfried Zeiste, Rector daselbst, stellte bey der Nichttr-und Fritschischen Hochzeit, 'so den 19. Jul. in dem dritten Jubelfeste der Buchdruckerkunst 1740- gefeyerr wurde, in einer Schrift von einem Bogen in 4- vor: den Nuyen und die Verdienste der Äuchoruckerey umdiestudirende ^iuaend. Eö lassen sich diese Blätter gantz wohl lesen. ^ 2 tz. 9. Colberg. Folgende Buchdrucker haben sich in dieser Pom- merischen Stadt nach einander niedergelassen: Heinrich Heyse, I^ob ?.use, Johann Denhard, Berger Campe, Ludwig Röder, Georg Boch, Johann Nicsl«Lrnst, und Tobias Christian Till. G. das zu Stettin gedruckte (armen. §. ic>. Danyig. Erstlinge der Iubelfeyer in Dattyig wegen der vor dreihundert Iahren erfundenen Buchdru- ti-erey 1740. theils dargebracht, theils veranlaßt und verlege durch Thomas Johann Schreiber, eines Hochedl. Raths und des löblichen Gymnasii Buchdrucker. Danyig, 1742- in 4. von 12. Bogen. In der Vorrede wird erzehlet, daß der bereits genannte Rathsbuchdrucker Herr Schreiber zu Begehung der Jubelfeysr am Johannistag nach Königsberg von dem dasigen Hof-und Universitatsbuchdru- cker Herrn Johann Friedrich Reußnern eingeladen worden sey. Er hatte sich auch vorgesetzt mit sei- ^ nen Gesellen dahin zu reisen und etwas neues von den Ggs Ban- 468 Anhang Dantziger Buchvruckereyen mit dahin zu bringen; Alleine die eingefallene hohe Landestrauer verursachte, daß dieses angesetzte Fest verschoben wurde, dahero er sich entschlossen diesen Tag in seinem Hcmß zu begehen. Es geschahe auch dieses vermitteisi einer gehaltenen Rede und Erbittung des göttlichen Seegens, eines umsonst an zween ausgelernte Johann Janzen und Johann Gottfried Fabnctus schenckten Postulats, eines fröhlichen Gastmahls und andern Freudenbezeugungen. Es wurde auch das Denckmahl der Danyiger Buchdruckercycn und Buchdrucker ftit dem Jahr 1539-1740. mir einigen Gedancken von künftiger Verbesserung des Druckes begleittrvenMichaelChristophHanorv/ prulolcipn. ^rof. 6c ttibtwtliec. ausgetheilet, welches der erste Theil dieser Erstlinge ist und mit nach Königsberg zu nehmen bestimmt war. Da man abee hernach etwas mchr Zeit gewonnen, so ist noch ein Anhang dazu verfertiget worden, worinnen einige Verbesserungen, und anderweitige Nachrichten, von einigen andern Buchvruckereyen beygebracht worden. Wir wollen uns die Nachrichten von Dcmtzig zu erst zu Nutze machen. Anfänglich haben sich einige Gelehrte in ihren Häusern Buchdruckereyen angeleget. Die allererste Dru- ckerey in Dantzig hatte Franclscus Rhodus, von 1538 -1559. gehabt. Dieser Mann war von Sregern aus Flandern und ein Gelehrter lateinischer und teutscher Dichter, welcher zu Marvurg im Jahr 15ZZ. Feri-orii ünno. tstione« in Vl I.ibrl-s Unstiruriormm in 8- gedruckt hat. Im folgenden Jahr hat er die Rirchenord- NUNZ in Iriner gnad. Herren, der Marggrafen zu ^rt»n- einiger Jubelschriften. 469 Äeandenburg,u.nd eines erbarenRsths derSradt ZTlüenberg Oberte«c und Gebieten in 8- gedruckt, ingleick)en Val. Ickelsämere. rechte Weise aufs kür- tzeste lesen zu lernen, samt Vem Text des kleinen Ca- techismi, Tischgebäten, und einem christlichen Gespräch zweyer Kinder, in 8. Ob sich nun gedachter Rhode von 1535-1537. noch in Marpurg aufgehalten, oder wo anders hingewendet, ist unbekannt, so viel weiß man aber gewiß, daß er 15z 8- zu Dantzig ausser dem TVißbijl-hen Schiffs Rechc und dem Gvangelio ZTlicodemi auch eins pohlnische 8tbel in 8. gedruckt, welches vielleicht eine Übersetzung von Ickel- samers Lesebuch ist. Von dieser Zeit an hat er allerhand Uberfttzungen verfertiget, welche er hernach durch seine Pressen der Welt mitgetheilet hat. Ausserdem hat er auch einige Lieder verfertiget, welche bey einem Dantziger Gesangbuch angehänget sind. An einige» Catholischen Liedern, so er 1544- zu Dantzig in 8 gedruckt, stehet eine Figur, welche vermuthlich dessen Buchdruckerzeichen vorstellen soll. Es ist selbiges ein aufgerichtetes Creutz, an dessen Handnägeln zwey Geißel-Riemen unten ausgebreitet herabhangen, und auf den drey Riemen zur rechten Hand 6. Sterngen erscheinen. Unterwärts vor dem Creuhbaum ist der Schild, welcher mitten inne ein Hertz, oben zwey abgehauene durchbohrte Hände, unten aber zwey abgehauene durchbohrte Füsse vorstellet. Im Jahr 1559. har dessen Erbe die Druckerey fortgesetzet. Johann Heveltus, der berühmte Dantziger Ma« thematicus, hatte sich in seinem Hause eine eigne Druckerev angelegt, und darinnen seine Schrifften von 1662 bis 1679. gedruckt, welche er hernach im Brand 1679. verlohren. G g z Jac. 470 Anhang Iac. Sreynius, ein grosser Botanicus, ließ ebenfalls in seinem Hause seine eigne Schriften drucken, um das Jahr 1675. Paulus paeer, öffentlicher Lehrer der Mathema- tick zu Dantzig, hat im Jahr 1709. eine Druckerey angelegt und verschiedene Schriften gedruckt, bis gegen 1724. Nach seinem Tod, stund sie eine geraume Zeit stille, bis sie 1732 Räch Seelmann gekauft und in Langenfuhr angerichtet, es wollte aber nicht recht damit fort/dahero er sie i?zz. an Rlmgen- berg verkauft, welchersie bis ,737. geführer, hernach aber nach Warschau verkauft hat Georg Förster, ein berühmter Buchhändler, hat seine Bücher, so er verlegt, mit eignen Hollandischen Schriffren drucken lassen, von 164z-, 660. Diejenigen aber, so ordentlich und gewöhnlicher massen dieBuch- druckerey erlernet, und zu Dantzig getrieben haben, sind folgende.- 1) Hanns NO-u'nreich, hat 1555. zu Dantzig einen Spiegel der Juden gedruckt, welchen ein bekehr-- ter Jude Philip )Vslfgeschrieben hat. Vermuthlich ist er von Königsberg Hieher gezogen 2) Frany Rhodens Erbe 1559. vielleicht ist es Vergleich folgende. z) ?acol? Rhode, indessen Minderjährigkeit man seinen Namen nicht ausgedrucket hat. Man weiß von ihm von 1564-1602 gedruckte Bücher. Dessen Erben setzten die Druckerey ein Jahr gemeinschaftlich fort, alsdenn wurde. 4) Martin Rhode, vermuthlich ein Miterbe, bekannt, welcher von 1603-1614. gelebt. 5) Gui!telmusGullmochanus,l6o5-l6o6.lget. Hierauf wurde unstreitig Valentin S.apzynsttHof-' huchvrucker, welcher 1587. den ?o. Novemb. in den Pohl. Adel erhoben worden. Den Beschluß dieser Nachrichten macht das Verzeichniß der. I. ThornisHen Buchdrucker. ,) Stentzsl Worfschaufel, 1569. 2) Melchior Nehring, 1581-1585. z) Andreas Coren, (CoteniuS) 1587-1607. 4) Dessen Wltttwe, 1607-1608. 5) Augustin Ferb?r,und feine Erben, 1609-1619^ 6) M, Caspar Frisius, 1600.162?. 7) HeinrOriese,Schöppenherr daselbst, 1623-1624° 8 t Frantz Schnellboltz. - 9) Michael Karnal, 164z-1666. 10) Johann Köpsel (Coepselius,) 1667-1679. 11. Christian Beck, ,681-1689. 12) Johann Balchasar Breßler, zugleich Schrist- gieser, 1690-1699. iz) von 1700-1704. heist es ex OKcing Selistus. 14) Johann Conrav Rüger, 1705-1708. 15) Der noch lebende Johann (Ludwig) Nicolai,! von 1709. II. Der Elbingischen Buchdrucker. ,) Wolfgang Dietmar, von 1558-1564. s) Wendel Vodenhausen, 1604-1617. Z) Dessen Erben, 1617-16Z6. einiget Iubelfchrifre n. 475 4) Wendel Bodenhausen, ein Sohn des vorhergehenden, »625-1642. z) Dessen Erben, 1642-1646. 6) Achatius Corell, heyrathete die Wittwe, 1646- 1660. 7) Dessen Erben, 1660-1669. 8) Achatius Corell, des vorhergehenden Sohn, 1669-1696. 9) Johann Arnold, mit vorhergehenden in Gesellschaft, ,674- 10) Samuel Preuß, 1697-1735., 11) Christian Caspar Preuß, 1731-173?. 12) Samuel Gottlieb Preuß, «7Z8- III. Der Braunsbergischen Buchdrucker. 1) Johann Sachse (Saxo) 1590. 2) Georg Schönfels, 1601-1624. z) Caspar Weingartner, 1639-1653. 4) Peter Freymuth und Elisabeth Weingartne- rin, 1660. 5) Heinrich Schultze, 166z. 6) Peter Rosenbüchler, 1689-^690. 7) Das Collegium, Soc. Jesu in BraunsberA hat noch bis diese Stunde eine Dru- ckerey. Den Beschluß dieser Schrift machen allerhand Glückwünsche von vornehmen Gelehrten, und Gönnern dieser Kunst, §. 11. Greiföwalde. Folgende Buchdrucker daselbst sind mir bekannt worden: Augustin Herber, der ältere, Augustin Herber/ der jüngere,Johann Albinus, oder Hanß XVirre, Johann pepelon>, I Grmck. Siehe das zu Stettin gedruckte Carmen. 5 l2 Grimnia. Der dasige Rector Herr ^. Heinrich Schnma« macher stellte zum Andencken der erfundenen Buchdruckerkunst den 14. Sept. 1740 eine Rednerübung an, worzu er in einer lateinischen Schrift von 2 Bogen eingeladen, und darinnen cle prouiclentig <^ei in ferenMlnsm <^olimm Zsxvnicgm sämirsditi gehandelt hat. ss. I z. Haarlem. //et ^/^^^'^i- -/e»- tt/jA^ov^Ke ^oe^i'?^^?^/?«. ^e/-v/>^//>i^ -A»- Foe^^^o///?/ ^///?»' ?» 0^/?^?-^/^^ //^^Wi'Te/? n?0^, M/??/?/^»', c/o»' I?A te?' /l/^-?t/^ ^Z^/v? tt/t^evo?/- ^/i?«, 7)6^'o/^e»>s />oe ,^05 ^/c/>/7^/^, vs^»' ^oo?' i/e v^z^i'^/^ ^e- e?/ 7ve/^^o»te ^//7»' -/oo^ <7^?/ to^i t?^'» L^/'^^Me, /, 174»^ in 8. von l?.Bog. Endlich binich doch auch dieses Buches habhast worden, worauf ich mit Schmertzen gewartet habe Denn ich war überaus begierig, zu wissen, was doch einen Oberteutsche.!, und noch darzu einen Francken, bewogen haben müsse, daßerslchvorS.orenyCösrern von Haarlem, als einem Erfinder der Buchdruckerkunst, erklärt habe. Ich will es also kürtzlich durchgehen. An statt einec 5Lcrre?e harerem Mrzeichnißvonden» einiget: Iubelsch ti fcett. _ 477 jenigen Schriftstellern vorgesetzet/ welche von Erfindung der Buchdruckerkunst gehandelt haben. Habe ich jemals ein unvollkommenes Verzeichniß gesehen, so ist es dieses. Er hat in allen nicht mehr als drey und viechig Schriftsteller namhaft gemacht. Ich sage dieses nicht deswegen ,, weil der Verfasser nicht an mich gedacht hat. O nein! Äünemantts Kutir-sund des Herrn ^rof. Vstolfens LibliorKecs l^poAl-ZpKi- cs reden hierinnen vor mich das Wort, allwo man eine ungleich grössere Anzahl antrifft. Ansanglich thue er, als wenn er alle angeführte Schriftsteller bey der Hand gehabt hätte / weit er selbige beurtheilen will. Weine die Abhandlung erweißc das Gegentheil. Denn er hat nicht mehr als sechzehn davon beurtheilet, wo sind also die übrigen sieben und zwantzig geblieben, von welchen nur die blossen Titul da stehen, und noch dar- zu öfters ohne Benennung der Zeit, des Orrsund d-s Formats, welches doch sonsten geschehen ist? Untere dessen habe ich doch zwey Schriften darinnen angeführt, aber nicht beurtheilt, gefunden, welche bey Herr Wölfen nicht stehen, nemlich i) M^'/^o,-// 6^»-^ i)ilcurtum Kjlrvrico poliricum cle orru, pro^i elZu > Miütgre 6c prassigntis "I'ypoZi'spKiT, KlZ^Iriä 1675. tu!, in Spanischer Sprache; Herr Bünemann wüste es Spanisch zu nennen, es heikt also: /)//?o^o )/ ^do/^/c'o , ^Vo^T« ^'/^^e^/^/^?',?)?». 2) Io^. ^?///? Orat. cls lrillANi Vtl- litste l^^ptiAl-spKiN» ScNccniu^T, 172.'. Hierauf folgt das I Cap. worinnen von der El findung der Kün« ste überhaupt gehandelt wird. Es wird weicläustig sowohl aus der Heil Schrift, alsausdcnheydni.chm Schriftstellern erwiesen, daß GOrt der Urheber aller Künste sey. Dieses wa.v vermuthlich sehr nöthig, weil 478 Anhang hieran niemand zweiffelt. Im ll. Cap. wird von der Schreibkünst, derselben Ursprung und ersten Erfinder, und daß die Kupfferstecherkunst darzu Gelegenheit gegeben habe, geredet. Da der Verfasser durch die Schreibekunst, diejenige Kunst verstehet, da man mit einer Feder und Dinte auf Pappier Buchstaben, Worter und Reden schreibet > so mögte es angehen^ daß vie Kupfferstecherkunst Gelegenheit darzugegeben habe. Ausserdem ist es wohl umgekehrt wahr. E6 wird hier nichts gewisses bestimmt, sondern man er- zehlt kürtzlich nach einander, wie und aufwas mcmge, schrieben habe. Es ist beynahe eben das, was man in Herrmann ^ugonis Buch cle prims llrilzevcji ori- xine ließt. In oem Cap wird die Zeit untersucht, wenn die Buchvruckerkunst in Europa erfunden und bekannt worden sey? Hiev giebt man sich wieder, in der That zum Überfluß, ungemein viel Mühe mit dem Zeugniß einer grossen Menge Schriftsteller dar zu thun, daß die Buchdruckerkunst nicht eher in Europa bekannt worden sey, als da man geschrieben ein raufend vier hundert und - - Jahre. Warum hat man aber das Jahr nicht bestimmt, wenn man gewiß wissen will, daßö.oreny Röster 1440. die Buchdruckerkunst erfunden, welches unstreitig einen Zweifel anzeiget. Endlich erklart man sich ^.42. also : Man soll mercken, daß die Vuchdruckerkunst erfunden und in Gang gebracht worden sey um das Jahr 144c». Das IV. Cap. handelt von dem Ort, wo die Buchdruckerkunst, von wem und wie sie erfunden worden se» Dieses ist das merckwürdigsie Capitel, weil man darinnen erweisen will, daß diese Ehre der Stadt Haarlem und derselben Bürger L.orenr?Iansott,Rofter,;uerkannt werden müsse. Erstlich wird die gemeine Leper aus eim'gee Iubelschrifeett. 479 ^»adriattIuttio wieder angestimmt, wie Cöster in dein Wald spatzieren gegangen, und aufHoltzrinden Buchstaben geschnitten, und hernach Unterschiedliche Bücher auf Taffein geschnitten habe; endlich hatte ereintzelns Buchstaben von Holtz geschnitten zusammen gesetzt, weil aber dieses nicht rechr fortwolte, so hatte er Buchstaben von Mcrall verfertiget, und damit den Spiegel der Behoudenisft 1440. gedruckt. Die Fabel, daü Cöstern ein Diener durchgegangen, und sich nach Mayntz gewendet hätte, wird getrost nachgeschrieben, aber nicht bewiesen. Damit man sich nun auch einen Begrif von einer Kirche und einem dabey stehenden Hauß, worinnen Cöster gewohnt, Machen könnte, so hat er selbiges sehr sauber in Kupffer stechen lassen. Worzu dient doch dieser Unrctth ! Alsdenn kommen die unüberwindlichen Beweise vor Loscern. Der erste ist / daß die erste Ausgabe des H^// FV ^ 48o Anhang Km erklahrr haben. Man beruht sich nemlich auf das von Richard Actyns ans Licht gestellte ^.-»K. ingleichen auf die alte Cölinische Chronicke, auf das Zeugniß ^ccurlli, (Zuiccarci rii, Lcrivei-ii, ^unii, eo. inliel-tii, I^gtsl. (?omjti« und auch verschiedene andere mehr. Und dieses heisen zehn Beweise, Sie sind aber alle bekannt genug und schon längstens hinlänglich widerleget worden , daß wir uns billig wundern, wie doch ein sonst redlicher Francke so verblendet werden kan. Bey Gelegenheit dieser Zeugnisse, werden auch einige Schaumüntzsn mit eingerückt und in Kupfer gestochen geliefert, welche 174c?. zum Andencken L.c>rcny Cösters verfertiget worden sind. Es sind derselben sechse. Zwey davon hat der berühmte Medailleur Gerhard Marshoorn ver« fertiget. Die erste habe ich oben p. i79. als die vierte beschrieben Alleine der Augenschein lehrt mich, daß ich daselbst der Sammlung merckrvürdmer Medaillen zu viel gmauet. Denn auf der Hauptseite steht zwar Cö,ters Bildniß, alleine die Umschrift heißt also: l^VK. t/^S2. K08 I^CK. ttKKl^. unten darunter 6. >1 1?. die Gegenseite stellt eine Druckerpresse vor mit dem Wappen der Stadt Haar- lem, ingleichen mit dem Wappen Cösters, welche eine Taube ist. Unten an der Buchdruckerpresse liegt ein Buch, worinnen zu lesen L^lLQl. LLtt0VVC5Il83K 1440 in einem Zettel steht: ?. i ^ V. , 428. aussen herum fassen drey Schlangen einander, gantz unten ließt man: Q, KI^KS- 0 0 li!>I. Eben dieser Medailleur hat auch eine kleinere in Stahl verfertiget. Die erste Seite zeigt Cö-- siers Brustbild mit der Umschrift 1.5 V«. cos?-!?. N.V.S 1?. 8lM. tt/^ku Tie. itZv. ' lVl/VK8. eim'ger Itthelscht-ifcm. 4?r ^ li 8 tt 0 0 liX. 5ec. Auf der andern Seite steht eineBuchdruckerpresse, worunter ein osfnesBuch liegt, darinnen zu lesen : L^t^cv^v^ l-iV^/V^^L L 6. l.V/^ i' 10 ^!! 8. Ausen herum INV. 1428 ? LK. V V 144O. i V L. 1740. Unten im Abschnitt 6. Itt. Martin Holyhey, ein Medailleur zu Amsterdam, hat ebenfalls zwey Müntzen auf Lästern verfertiget» Die erste habe ich oben s>. 177. a'ö die andere richtig beschrieben. Die andere so Holyhey verfertiget ist etwas kleiner. Ich habe sie oben p. 179. als die dritte angegeben, welche mitvorhergehmder übereinstimmen soll. Es ist faisch, sie ist von selbiger unterschieden Denn die Hauptseite zeigt Cöscers Brustbild, welcher in der lincken Hand ein gegossenes ^. halt» Aussen herum ließt mau die Worte.- l.H VK Lbl- -rlVS cv81-CKV3 5j^KI.LK!KU8I8 Mtt^ S?'^/^ 5)^0^?'6/>/>/>6- ///D. ttlV^ /??7?/?o?/^v//e. Alsdenn stehen dieft holländische Verse drauf: /)?'?/^^c>?//? ^e?/!Z?e?? v?/^ ^Kl's^ei- i-'oo^^e^e^, /'e'tt/('^'/'o7'/ //s-?»^?»/ riaur;) ^Ä?^/"?//^ />/?i?^ ^//t M5t/7/?/, S?I 7)e?'/'/)'^t i.' /)/^ M/?//«^/)/^ ^e/s/?? ^)/ S/7« ^'li-^?' ^/^^e/// ^t?N?),c/L sk.^ses'e/^/""?. Hh M- 482 _Anhang Unten drunten sieht man drey Schlangen, davon jede einen Ring formirt, die drey Jahrhunderte anzuzeigen ; In der miltelsten dasHaarlemifcheStadt- wappen. ZTIicolaus von Schwindeln hat auch zwey Mün- hen verfertiget. Die erste davon habe ich oben p. 176, richtig beschrieben- Ausser, daß^>. 177. bey der Umschrift nachdem Wort livs^LKVS coxs. t-^ii^Ll^l hinzu zu setzen und I. i i. vor Kmc. IiuriL gelesen werden muß. Die andere ist etwas kli'iner und siM auf der Hauptseite (Lösters Brustbild mir der Umschriftvor: Q. i. cOSI ^KV8. L0I^8 »i^I?- QLlVI. ^V?. 1^^. /^l) ^^.V. i44o,Aufberandern Seite steht ein Frauenzimmer, welche in der lm- cken Hand das Wappen der Stadt Haarlcm mit einem fliegenden Zettel hält, worauf L I. 0. V. stehen. In der rechten Hand aber sieben Wappen, nemiich der vier regierenden Burgemeister Herrn Peter van der Camer, IanvanDyk/ Anton van Gcyrum, CornelisAscanlus van Gypestein, nebft den Wappen der Herren Pensionarien Herrn I«cob Gilles, und Csrnell'sGerlmSL UNd des SecietairS Dammas Guidervagen. Oben scheint die Sonne. Dieses Frauenzimmer trit mit ihrem rechten Fuß auf ein Buch, welches ^/-?^/?^/(Zrsmmsu^? mit Costers von Johann GnrtenberZ entwandten Schriften 1441 zu Mayntz gedruckt vorstellen soll. Ausen herum ließt man: l:X l^Z8 lj«> llt.L1'L cv K v ^ 8. Auf der Seite des Medailleurs Nah, me ^s. v. 8. Nunmchro fahrt der Herr Verfasser im Capitel fort, in welchem er die Zeugnisse vor Johann Gurtenberg, als Erfinder zu Mayntz, üdern Haussen . werf- einiger Iubelschrifren. 48z wcrffmwill Hier spitztman absonderlich wider den unschuldigen Herrn Marchand die Feder. In, VI. Capitel widerlegt man die Zeugnisse vor Sttaßburg. In dem Vli. Capitel will man den Verlauf der gan- tzen Sache m chronslogischer Ordnung vortragen, da dennCöscer freylich die oberste Stelle einbekommt, und der arme Guw-noerg zu einen Diener und Dieb des Cöj?ers, jedoch ohne Beweiß / gemacht wird. Das vüj. Capitel weißt wie sich die Buchdrucker- kunst von einer Stadt in die andere nach und nach ausgebreitet hat. Hier wäre manches zu erinnern, wenn es mir der Platz erlaubte Im IX Capitel wird der grose Nutzen vor Augen gelegt welchen die Buchdruckerkunst dem menschlichen Geschlecht darbiethet. Im X. Capitel wird untersucht , ob die Buchdruckerkunst mehr böses, als gutes in der Welt stifte. Ich hatte mir also weit mehr eingebildet, als ich in der That gesunden habe. Denn alles, was er bey nahe sagt ist abgedroschenes Zeug. §. 14. Halberstadr. Herr' >1. Christian Friedrich Hercel, Rettor zu Halberstadt, hat den 2. Oct. 1740 zum Zlndencken der vor drey hundert Jahren ersundmen Vuchdru- ckerkunst eine Nednembung angestellet, und zu dem Ende mit einer wohlgerarhenen Schrift .'^roi-um in i^n -lis (lL!'^tu A ulu von ? Bogen eingeladen. Am Ende ist die Musik angehängt. §. 15. Hamburg. Ich kan zwar die Buchdruckerhistorie von diesem Orr nicht ergäntzen, sondern ich will nur ein dastlbst gedrucktes Buch anführen, welches die Buchdrucker- Hh 2 kunst 484 Anhang kunst angehet. Es ist aber folgendes: /.s^///?^??/? .^nnslium gx)Nicoruru lele- As lzuTljsm cs^irs, Hamburg, 1740. in 4. von 22. Bogen. Der berühmte Herr Professor der Geschichte zu Kiel erinnert in der Vorrede, daß zwar bereits viele von der Buchdruckerkunst bey gegenwartigen Zeiten geschrieben, er wollte aber doch auch gerne etwas zur Buchdruckerhistorie beytragen, und einige rahre und auserlesene Dinge abhandeln/ welche man vergeblich in den bekannten Büchern suchen würde. Er würde auch noch weit mehrere dergleichen vortreffliche Sachen geliefert haben, wenn ihm nicht der Tldseiu liebes, sein hertzallerliebsteS Eheweib geraubet, und ihm dadurch in Verwirrung gesetzer hätte, welcher er in dieser Vorrede eine Hertzbrechende Trauerrede gleichsam gehalten hat. Es werden also hoffentlich alle rechtschaffene Gelehrte gleiche Klaglieder anstimmen, weil der Tod einen doppelten Raub begangen, inLem er einmal dem Herrn Verfasser sein geliebtes Eheweib/ und uns desselben auserlesene Anmerkungen entwendet bat. Nunniehro wollen wir doch unsern Lesem eine Nachricht von diesem außerlcsenen Materien mit« theilen, damit sie daraus erkennen mögen, was wir noch hätten lernen können, wenn der unbarmhertzigs Tod nicht einen Strich dazwischen gemacht harre. Im 1. Cap.wird deö Hrn, Ioh Bernhard Mnsus Meynung, welcher die Erfindung der Buchvruckerkunst den Straßburgern zuschreibt, angeführt, und mit wenigen widerlegt. Diese Meynung ist schon öfters wiederlegt worden, und also nichts neues Im II. Cap> wird der Zierrath der Bücher untersucht, welchen sie nach der Erfindung der Buchdruckereyer- elm'ger Iubelschrifcen. halten. Schöne Bände, schönes Pappier, und Pergament, ingleichen die schön gemahlten Buchstaben bey einigen zu erst gedruckten Büchern sind allerdings ein Zierrath. Der allerschönste Zierrath aber waren die gedruckten Bücher ftlbsten. Dieses ist wohl wahr, aber in der That eine bekannte Sache. Das III. Cap unterrichtet uns, daß di« Schriften Lutheri der Buchdruckerkunst grosse Dienste gethan. Weil Sucher viel geschrieben, so hatten die Buchdrucker viel zu drucken, folglich hat sich Luther um die Buchdrucker verdient gemacht, weil er ihnen dadurch Brod verschaft. Dieses ist vermuthlich eine außerlesene Materie. Die Überschrift des IV. Ccw. heißt: nicht alle Buchdrucker sind Buchdrucker gewesen, das ist, einige haben Buchdruckereyen angeleget, ob sie selbige gleich nicht gelernet haben Dieses ist nichts rah« res noch cmßerlesenes. Denn die Beyspiele sind gar zu häufig, und zu unsern Zeiten nicht ungewöhnlich. Das V. Cap. stellet uns das Lob der Haarlemischen Druckerey vor Augen. Es sind dieses die bekannten Großsprecherischen Verse des Adrian: Roman», und peerr Scrivecs. Das VI. Cap. giebt Nachricht von den ersten Buchdruckern zu Kiel. Um das Jahr iz 2 8 hat Melchior Hofmann, ein Prediger zu Kiel, eins Druckerey angelegt, und seine Schriften darinnen verfertigen lassen, da er aber wegen seiner irrigen Lehren die Stadt räumen müssen, so weiß man nicht, wo seine Druckerey hingekommen. So viel weiß man wohl, daß nach. Errichtung der hohen Schule daselbst folgende Buchdrucker gelebet haben: i) Joachim Reumann, von 1665-1698. da er sich nach Hamburg gewendet. s) Barthold Rsuther, von 1698-1721. Hhz Z) 486 Anhang z) Johann Christoph Neutber, von 1721-1728- 4) Nicolauö Luders, von 1729-1730. 5) Gottfried Bausch, von i?zi Vor dieses Cap bedancken wir uns höflich. Es wäre aber zu wünschen, daß es etwas vollständiger gerathen seyn mögre. Vermuthlich ist der Toi) seiner Ehefrau Schuld daran. Das V Cap, erzchlt einige Beförderer der Buchdruckerkunst, und das VUi. Cap. diejenigen gelehrre Privat-Personen, welche auf ihre eigne Kosten Druckereyen angelegt. Ob ich gleich von den meisten schon hier und da einige Nachrichten ertheilet, so gestehe ich doch aufrichtig, daß diese Abhandlung unter allen bißhero angeführten Sachen, die beste und vollständigste, und dahero billig hoch zu loben sey. Das lX Cap liefert einige gute Nachrichten von dem Anfang der Druckerey in Mof- cau. Im X, Cap ließt man einige Nachricht von einer Art zu Drucken in Lappland, welche gewiß eines Durchlesens werth ist. Das XI. Cap. erzchlt die Druckereyen, der Socinianer in Pohlen und Litthauen Das xii. Cap handelt von einigen alten und rahren Büchern von 1470. bis 1648. Dieses ist das allerbeste in dem gantzen Buch, und daher» billig eine recht löbliche Arbeit, ob es gleich keine neue Warheiten in sich enthalt, unterdessen findet man doch hier beysammen- was man sonsten mit groser Mühe erst zusammen lesen muß. §. 16. Hirschberg. Herr Christinn Gckel, war der erste Buchdrucker Hieselbst, hierauf kam Dietrich Rrahn, hernach dessen Sohn Immanuel Arahn. Nungens Incuns- duls p. 95. § 17. einiger Jubelschrifcen. 4^7 §. -7. Jauer. Daselbst sind folgende Buchdruckerherren nach einander bekanntworden: Johann Christian L.o- reny, Johann Gottfried XVeb^r, und Johann ChristophJungmann. Rungenslncunsbuls 95. 18 Leipzig. hochverdiente und aus bewahrten Urkunden ivohlbeglaubre Ehren Rettung Ioh.Gutt.n- bergs eingebohrnen Bürgers in N'iayny / aus dem n?ten adel, Rheinland Geshlechte derer von Gorgenloch, genanntGansefleisch, wegen derbsten Erfin ung der nie genug gepriesenett Buchdruckerkunst in oer Stadr Nllayny, zu unrergänglichen '-Lheen der Teutschen Marion, und insonderheit der löblichen uralten Stadt tNayny, mir ganylicher und unwiderspeech, licher Entscheidung des darüber entstandenen dreyhundertjährigen Streits getreulich und Mir allem Fleiß ausgefertiget von Johann David Röhler, -/M. Z'. zu Göttingen. Leipzig, 1741. in 4 von 16. Bogen. Hat man wohl jemals wegen eines Puncts in den Geschichten der Gelahrheit gestritten, so ist es gewiß wegen des Erfinders der Buchdruckerrunst geschehen. Es muß also ungemein viel dran gelegen seyn; Vielleicht beruht des H Römischen Reichs Wohlfarth darauf; Vielleicht kan man den Namen keines Gelehrten erhalten . wenn man nicht auch deßwegen die Feder ansetzet; Vielleicht ist man kein redlich gejinn, ter Teutscher, wenn man nicht- dieser Ehre wegen einen Federkrieg anfangt. Diese und noch viele an- Hh 4 dece 488 Anhang dere Einwürfe machte mirjüngsthin ebenfalls ein redlicher Teutscher, weil er wüste, daß ich in dieser Sache schon etliche mal einige Blatter drucken lassen, vnd weil er sahe, daß ich gleich gegenwärtigen Tra- ctqt mit grosser Begiehrde durchblätterte. Es ist wahr, wenn ich auf die Beförderung der Gelehrsamkeit überhaupt sehe, so kan es mir jetzo gleich viel gelten, es mag dieser oder jener Mann etwas dazu beygetragen haben, wenn ich nur jetzo eine Erleichterung mercke; Es ist wahr, es mag ein Teutscher, oder ein Hollander die Buchdruckerkunst erfunden haben, wenn ich nur den Nutzen davon habe, daß ich jetzo nicht so viel Geld vor ein Buch geben darf; Es ist ferner wahr, daß man hierbei) wahrgenommen, daß allerhand Pe- yauterey mit untergelauffen: Unterdessen ist doch die Untersuchung dieser Wahrheit eben so nöthig und nützlich, als einer andern Wahrheit. Es ist billig, daß man einem jeden zugestehe, was ihm von Rechtswegen zugehöre: Es ist endlich nöthig, daß man die Prahlereyen anderer ^ölcker entdecke, und ihre Lästerungen widerlege, damit sie sich nicht alleine vor weise und kK:g halten mögen. Da nun die Holländer, nach ihrer angebom'nen Art, kein Bedencken tragen den unschuldigen Gurrenberg so gar vor einem Dieb öffentlich anzuschwartzen: So erfordert ja die Pflicht eines aufrichtigen Biedermanns, daß man ihnen die Decke von den Augen ziehe, und die Unschuld rette. Ob sich nun gleich viele dieses unterstanden , so wird man doch gestehen müssen, daß Herr Röhler hierinnen seines gleichen wenige habe. Nicht nur dk bey unsern Zeiten zwar ungewöhnlichen^ jedoch wahrhaftigen Lobgedichte, welche der berühmte Herr l). Gehgmx, Heumsnn, und j^eubour, -- etntger Jubelschrifcett. 48s Herr Prof. Geßner/ und die teutsche Gesellschaft in Gottingen angehänget, sondern auch ein jeder vernünftiger Leser wird ihm dieses billige Lob wiedersah- ren lujjen. Damit aber dessen Bemühen desto deut« lichcr erhellen möge, so will ich seine gründliche Arbeit Stück vor Stück kürtzlich durchgehen. §. 1. handelt von dem wahren Orr, wo die Buchdruckerey erfunden worden ist. Und dieser ist Mayntz, §. 2. von der gewesen Z^it, in welcher die Buchdruckerkunst erfunden wo den ist. Hier macht der Herr Verfasser einen Uuterjchied unter der Zeit da die Kunst angefangen und zu Stande gebracht worden ist. Angefangen wurde selbige 1440. und vollendet 1450. §. z. von dem wahren eigentlichen ersten Erfinder des Buchdruckerey. Hie? muß man wieder einen Unterschied machen unter den partheyischen und unpar- theyischen Schriftstellern, unter den alten und neuen Zeugen, umer denjenigen, so diese Sache haben wissen können, oder nur von hören sagen gehab! haben. Alle unparcheyische, alte, und glaubwürdige Schriftsteller geben Gurrenberg an; §. 4. von der gewissen Geburlhsstadt Johann Guttenbergs. Diese wae Mayntz. Es irren demnachdiejenigen, welche Gut- tenberg zu einen Straßburger gemacht / weil er sich eine Zeitlang daselbst aufgehalten hat; §.5« von dem rechten Geschlechts Namen des ersten Erfinders der Buchdruckerey. Es ist selbiger: von Sorgenloch, > genannt Gänsflei'sch; §. 6. von desselben Beyna- inen Gürtenberg, welcher ihm wegen seines in Mayntz gelegenen Hofs Gudenberg, tat. 6omu, dem' molNis, beygeleget worden. Die Herren vor; Gudenberg waren ^c>bi!e8mgjo5um Zenrium.voni hohen Adel, wie ihr Wappen deutlich erweiset. ES H H z wa? Anhang war selbiges ein geharnischter Ritter zu Pferd mit aufgehobenen Schwerd und seinem Wappenschild aufdem lincken Arm/ welcher zween übereinander gesetzte Stee- ge,oder Lambells, den obersten mit vier Stellen,und den untersten mit dreyen vorstellet. Siehe rsb, XXXV. n. i. § 7 von dem Aufenthalt desselben. Er hielt sich zu Mayntz, an seinem Geburtsort, auf, allwo er auch das Bürgerrecht erhalten, welches damals vor eine besondere Ehre gehalten wurde. §. 8. von dem Wohnhause desselben, in welchem die Buchdruckerey erfunden worden. Es war selbiges das Hauß, oder Hof zum Jungen, welches hernach nurdasDruckerhauß genennet worden , ob es gleich anfanglich dem Geschlecht zum Jungen zugehöret / man weiß aber nicht wie es an Gurtenberg gekommen ist; §, 9. von dem Adelstand desselben. Alle alte glaubwürdige Zeug- niße sagen emmüthig, Guttenberg wäre ein Jun- ckec gewesen, welches ein altes teutsches ad^iches Ehrenwort ist. Er gehörte also zu der mittelrheinischen Neichs-Ritterschast; § 10. von der adelichen Familie derer von Sorgenloch, genannt Gancfl.isch, zum Gurrenberg insonderheit. Es ist selbiges, wie bereits gedacht, ein uralles mittelrheinisches Stift- und Nittermaßiges Geschlecht gewesen, welches in seinem Wappen einen von der lincken zur rechten schreitenden Bettelmönch in einer knrtzen Kutten mit hinter sich geschlagenen Mantel, welcher in der rechten Hand eine Schale empor und entgegen ha!t, und in der lincken einen Pilgrimsstab hat, an dessen Kappen über den Kopf hanget eine Schelle. In einem gemahlten Wappenbuch des Hauses Limburg zu Franckfurth ist der Schild roth und die gantze Kleidung des Bettelmönchs gelb, oben am Halse und sn der Kappe mit einem weist» und mit schmarlzen Düpel- einiger Iubelschriften^_491 Düpelgen besprengten Aufschlag zu sehen. Den Sch-lo bedecket ein zur rechren Seite gekehrter Heim, Welchen das Bild Des Bettelmönchs, von gleicher Farbe, als ein Schilv, bezieret; Die Helmdscken find roth mir gelb aufgeschlagen, S- l'gi). XXXV. n 2. und z. §-11. von den Eltern Guecenbergs. Sein Water war Hriele Ganstflcisch, und seine Mutter Life, oder EUsabcchrvlrlchln; §. is.aufwasArt und Weise die Buchdruckerey von demselben erfunden worden, und was für grose Schwierigkeiten sich anfangs dabey ereigenet. Sein Petschierring gab ihm hirzu die Gelegenheit. Er schnitte dahero Buchstaben in Holtz, hernach goß er sie von Bley, und anderer Materie, und endlich erfand er die Buchdruckerfarbe, welches alles viele Schwierigkeiten machte. § i Z. von den, daraus zwischen Johann Gurren- berg und Ioh. Hausten 1455. entstandenen Rechtshandel/ wodurch jener um seine erste Druckerey und die Ehre der Erfindung derselben gebracht worden ist. Gurcenberg hatte von Fausten Geld geborgt, und seine Druckerey davor verschrieben, weil nun Haust selbiges wieder haben wollte, Guerenberg es aber nicht schassen konnte, so klagte Zaust und nahm ihm die verschriebene Druckerey ab. § 14, von den sieben ersten in Mayntz gedruckten Büchern Gurrenberg machte den Anfang mit ve» A. B C Tafeln, als- dsnn fieng er 1450 die lateinische Bibel zwar an, und setzte sie bis 1455. fort, aber Haust brachte sie erst 1462. gar zu Stande, weil er Guttenbeegen die Druckerey mitten in der Arbeit, g^wiß auf eine recht schandliche Art, abdispurirte. Hierauf trat der lateinische psalrer 1457, ansticht. Und dieser ist eigentlich von Hause und Gchöffem der Welt zu 492 Anhang erst bekannt gemacht worden, ob gleich die Bibel eher angefangen worden. §. i z. von dem Zustand Johann Guccenbergs nach 145;. Er wurde bey dem Churfürsten Adolf zu Mayntz ein Hofviener, allwo er auch gestorben ist. Jmmitteist hatte ihm sein guter Freund i). ConradHomeryeinige Littern, undDru- ckerzeug wieder geschaffet, welche er alsdenn nach Guttenbergs Tod wieder an sich gezogen hat. Ihm zu Ehren hat Herr Röhler folgende Gedachtnißmüntzs erfunden, welche der Medailleur zuGotha Johann Chrifrian Roch geschnitten hat. An statt des Bilomsseö ließt man diese Worte: K^ktok. x^i.. 10. Z ^»elmasperger verfertigte Instrument zu lesen, an dessen Ende ftin Notariatzeichen angehänget. S. I'sd. XXXV. n. 4. Viele Stücke erscheinen aus dem Original. Damit man nun nicht ferner an dem adelichen Geschlecht desGuttenbergs zweifelndürffe, sohar uns Herr Röhler eine ordentl. Geschlechts Tabelle mitgetheilet, die aus lauter bewährten Urkunden zusam- men getragen ist, welche wir unsern Lesern vor Äugen legen wollen. I Friele zum Gänsefleisch, Nathsherr zu Mayntz lebte um das Jahr 1 z 32-1355. und.hinterließ vier Kinder. 1) Henne Gänsefleisch. s) perermann zum Gänsefleisch, lebte 1332-75». und setzte mit seiner Ehefrau Nese (oderAgneß) zum Junten, perermanns zum Lselwecke Tochter, das Geschlechte fort» Z) Claus zum Gänsefleisch, der Stammvatee . einer andern Linie, Gorgenloch genannt, wovon der Herr Verfasser ebenfalls eine Tabelle geliefert, welche wir aber übergehen wollen. 4) Gredezum Gänsefleisch, Heinzen zum Jungen Ehefrau 1363- ll. pererma-m zum Gänsefleisch, Frielens Sohn, zeugte mit seiner Frau: lU. Frie'le zum Gänsefleisch^ 1372. dessen Ehefrau war Grede von di m junaen Abent zur L.a- den, mit welcher er erzeuget: 1) ^ercerchin zuln Gänsefleisch, lebte 1372- 1377. dessen Ehemann war: Mietet binden- felß, genannt Schlüssel -j-1407. s) Henne zum Gänsefleisch, genannt zur L>adttt, lebte 1Z72. und v?xehlichte sich mit Ennechitt ch'.p 494 Anhang (Anna) von Hriedbera, genannt Groß/ Johann Harrmanns Tochter. z) Priele zum Gänsefleisch, von dem Hörnach. 4) Orrlieb zum Gänsefleisch zur L.aden, lebte 1410. IV. Friele Gänsefleisch, ein Sohn des vorhergehenden Priels, lebte um das Jahr 1400-141,, und ver- ehlichte sich mit Eist lVyrichin zum Guoenberg, mit welcher er erzeigt: 1) Zriele zum Gänsefleisch, wohnhaft zu Eltvil, lebte 14z i. und hatte zur Ehefrau Elftchin, Ieckels Hl'ry Tochler. . 2) Henne Ganstfleisch, der alte, auch Johann Gänsefleljch, ingleichen Johann ^uirenberg genannt, der erste Erfinder der Buchdruckerkunst zu Mayntz s' L468 dessen Ehefrau war Rettigln l^sO mit welcher er eine Tochter erzeuget Recrigin 1450. Nunmehro wird man a so aufhören an dem Adelstand unsers Gutrenbergs zu zweifeln. Man wird aber auch zugleich einsehen, wie viel man dem hochberühmten Herr Röhler vor diefe wohlgeralhene Schrift Danck schuldig fey. §. 19. L.ippstade /V/e M7^/ benehend in einem Historisch, philologischen Discours, von Erfindung der ed.'en Buchdruck rkunst, derselben ^o'tgang und Aufnahme, Fürtrefflichßel'c und Wärde, Nuyen t»nd tTlothrvendigkeir / nebsc <-inem turyen B richt, wie in L.ippscadr und M n-- geringshausen endlich eine Äuchdruckeroff-ein aufgerichtet, bis Hieher im Stande erhalten «nd verbtjftrr worden. Bey Gelegenheit des einiger Jubelschrisien. 4 . 5 des A^tt/'//^/ heraus gegeben von CKriftlan L.udwig Hofmann ^ ^ Z'. Rön:gl. preußis wie auchHochgrafl L-ippischen^/^,- und Gcadr Gograven in^ippscadr. L.ippstadc und Mengenngdausen, 1740. in 8- von 7 Bogen. Ob es demHrn.Verfasser gleich an einer jucn>ieuim ^issund anderweit nöthigen Kcjmimculi« ermangelte, Wie er in seinem /^vgric Propos)( z. selbsten beken-- net, so hat ihn doch sein eigenes ^.lir« angetrieben, dieses rgliter c^usiirer zusammen getragene i-eie-Klsie ans Licht zu stellen. Er bekennet ferner, daß er alles ex lulißinquu zusammen gescharret, und wenn man dieses wieder wegnehmen würde, so würden niclM, als leere Blätter/ übrig bleiben. Unterdessen giebt er uns auch die Versicherung, insoferne jemand von diesen zusammen gerasten Gedcmcken ein widriges Urtheil fallen würde, daß er nicht.dagegen appelliren, oder ein anderes Kemeclium ^ur-is darwider interpo- niren würde. Dahero er auch seinen ^vam^ro^os also schließt! Wenn du gelesen hast, so dencke was du wilst Es ist mir einerley, du lobest, oder schilst. Ob wir nun gleich gerechte Ursache hätten vieles wider dieses i'LIe-KlSie zu erinnern, so wollen wir es dennoch mit Stil!schweigen übergehen, und uns nur schlechterdings bemühen, aus diesen recht eckelhaft geschrieben Blättern dasjenige uns zu Nutze zu machen, was uns merckwürdig scheinet: In der I. Sektion handelt der Hr. Verfasser von der Schöpffung der Welt, hernach von der Erschaffung der Menschen, deren Sprache, und alsdenn von der Erfindung der Schreibkunst; In der li. LeZion handelt er von der Erfindunguno Aus, 496 Anhang Ausbreitung der Buchdruckerkunst dergesiallt, Daß er sich vor Mayntz und Johann Gnttenberg billig erklärt. Die Ul.SeAwn stellet die Arr und Weise vor, wie man heut zu Tage drucket; Die lV.8e^,1mcjeules Ül '^i^ einiger Jubelschrij cen. 49? receniet sci »Aum cil^cui ium in memiirism culgrem nvbiülllMW si rix, Arsrs ei-^g veum mente ^ie Xl. lVIsu Ksbenljüm muirsr snnn ^Vo OlVIn, ors terrlz Vl(?e IVLl^g Lset» noblsAel-lVIgnlseXtglt. Nach aller angewandter Mühe habe diese Schrift yoch nicht erhalten können. §. 2l.Rudolsmdt. Allhier wurde am i. Sonntag nach Trinitatis r74o.' in der Stadtkirche von dem Herrn Consistvnal Ass. und Oberpfarrer, Dommrich, bey Abkündiguna des Johannes-Festes zugleich das damit einfallende Buchdruckerjubiläum, und die erwünschte Gelegenheit GOtt vor diese Wohlthat zu danckm, mit angereget. Auf dem Johannistag selbsten wurde von dem Herrn General Superintendenten und Hofpredi- ger Nsrrh früh bey Hofe, ingleichen von dem bereits gedachten Herrn Past Dommrich in der Stadtkirche Vormittags und von dem Herrn Diacono Wollen Nachmittags in denen darauf besonders eingerichteten Predigten die grosen Wohlthaten Gottes gerühmet, und GOtt davor gedancket. Mittwochs darauf, als am 29 Jan wurde aufallergnä- digste Erlaubniß Vormittags um io. Uhr eine hierauf verfertigte Musik aufgeführet, worauf der dasigs Conrector Herr K5. Friedrich Nie Ulrich eine teut- scheJubelrede inAnwesenheit vieler vornehnienStandS Personen hielte, und darinnen den Satz ausführte: daß die Buchdruckerkunst ein gantz besonders bequemes Mittel göttlicher Weißheit wäre allerley Leuten den Rath Gottes von ihrer Seeligkeit zu offmbah- ren, worauf mit einer angenehmen Musik der Actus beschlossen wurde. Alsdenn wurde zu Mittag ein Zi Gast- 498 Anhang Gastmahl gegeben, welchen die vornehmsten Leute vergnügt beygewohner, und mit einer schönen Musik belustiget wurden. Des Abends wurden Jhro Hoch- fürstl Durchl. Friedrich Ancon, Fürsten zu Schwarzburg, eine Abendmusik auf dem Marckt mit Fackeln, und den übrigen vornehmsten Personen gebracht/ welche gnadig und wohl ausgenommen wurde Oben- berührte Rede istzuNudolstadtauf 2 Bogen gedruckt ans Licht getreten. Die Musik ist ebenfalls besonders auf einen Bogen gedruckt worden. § 22. Gorau. Herr Kl. Christ. Hriedr- Götse ließ daselbst »«^«v LKriltjgnsm, cui cje rc riv SI Ü8 1')spo^i g- p^ic-e^ubilso te!icir>.i ^evvluto nonnickil pr-efsru« eit, auf 2. Bogen drucken. Eigentlich soll es ein Neujahrwunsch an den Herrn Rect. zu Lübben Ioh. Gottfried Zcißken seyn. In der genannten Vorrede handelt der Herr Verfasser nach einer kurtzen Erzehlung von dem vortreflichen Nutzen der Buchdruckerkunst. §. 2Z. Grargard. Alihier sind folgende Buchdrucker auf einander gefolger: Serger Campe, Johann ZTlicol. Lrnst, Johann Tiller, und Johann Christian FalcVe. Siehe das zu Stettin gedruckte Carmen. §. 24. Stettin. Die Namen der dasigen Buchdrucker sind folgende : Franz Schlosser, Andreas Aellner, Joachim Rhere, Joachim Müller, oder Mylius, Zohan» Duber, Johann Christoph L,andtrachtinper, G^m. Rettnei?, David Rhete, Georg Görsch, Ge- einiger Jubelschrifren. 499 Georg Rhete, Johann Valentin Rhere, Mich. Höpfner, Daniel Srarck,abrie! Dale, Christoph» Schröder, Herrmann Gottfe Effenbarrh, Johann Friedrich Spiegel. Siehe das zu Stettin, gedruckte Lärmen. §. 25. Straljund. Nach und nach liessen sich folgende Buchdrucker daselbst nieder: Augustin Herber, Gtco Reumunn, Joachim Reumann, Michael Meder, der ältere Michael Meder der jüngere, Joachim iLenst lLbe- ling, und Georg Christian Schindler. Siehe gedachtes Carmen. § 26. Torgau. Allhier stellte der Herr Rector M. Michael Heinrich Reinhard den >8- Auguiti 1740 eine Rednerübung an, und lud darzu mir einer lateinischen Schriffk von 2z. Bogen in 4. rie 'I'ol'Aguientt jüusti-i ein. Als ich oben von Weymar geredet, so habe ich dieser Fürstl. Druckerey bereits Erweh- nung gethan. Hier füge ich nur hinzu, daß der Herr Verfasser sich eifrig bemühet, dar zu thun, daß man daselbst silberne Schrifften gehabt, er führt auch dis Schrifften an, so in dieser Druckerey verfertiget worden. Am Ende ist Johann Friedrich Erhardts Cant. Jubel-Aria beygefügt. Z. 27. Tübingen. Daß die dasigen Buchdrucker den 25-Jül. 1740. das Jubiläum begangen haben/ ersehe ich aus der Einlavungsschrisr KeKori» ^cgcl. ludin^. von r. Bog. in Fol Ich lerne weiter daraus, daß der Herr 0. Johann Christian Rlemm, am 24. Jul, eine Ii 2 Danck- 52S Anhang Danckpredigt und Herr ».JohannFriedrichLoer« eine teutsche Jubelrede gehalten hat. Ich habe auch ttecsmmde der Tübingischsn Buchdruckergeseilschaft, das ist.demüthiges und freudiges Lob und Danck- ovfer wegen der erfundenen Buchdruckerkunst von » Bogen in Handen; Alleine weitere Nachricht finde ich zur Zeit nicht. §. 28. XVernigerode. V^rnigerodisches Danck u.Iubclfest,rvelches der vor iooJahren l44v.erfundenenÄuchdrucker- kunst durch eine dreyrägige Illuminarion und andern feyerlichen Anstalten 174c-.de» 24,26. Junl'i celebrirer worden von Michael Anton Struck, Hochgrafl. Hofbuchdrucker. VOernigcrode, 1740 in 4 von 9. .Bogen und ^ Bogen Rupfer. <. ^ Ob ich nun gleich oben p 220« bereits von dieser Stadt geredet habe; So muß ich doch nunmehro auch noch sagen, daß der dasige Hofbuchdrucker, Herr Struck, welchen der ungenannte Vorredner den Senior von allen Buchdruckern in Teutschland nennet, in gegenwärtigen Bogen zusammen gedruckt, was bey Begebung des Jubelfestes zum Vorschein gekommen. Die Vorrede eines ungenannten I. (Z 8. handelt von dem grosen Nutzen der Buchdruckevey; Hierauf folgt des Herrn Strnckr. Einladungsschrift, welcher eine kurtze Nachricht von den Solennitaten zu Wernigerode angehängt ist. Des Herrn Cvnr. Joach L.eo-ch. HerN»?s Lob-und GedachtnPrede von dem Nutzen der Buchdruckerey ließt n,an als-- Denn. Der Herr Recror Heinr. Lml Schüye stellte einiger Iubelschnfrett^ 50» teeine Rednerübung an, darzü er mit eittet lateini« schen Jnnschrift einlud. Einige wohlgeratheNe Reden dieser jungen Redner werden eingerückt und etliche Glückwünsche angehängt, Das Titulkupftr soll ver- muthlich die Abbilvung von dvt JlluminStidn seyn. Es sind recht artige Sinnbilder darauf zu sehen. ^ .. ., ^.,^ § 29. Herr Melchior Hucho erblickte zu Jchstadt dm 25. Jul. 1664 vas Licht dieser Welt. Sein Vater war Thomas Hucho Gerichtöschöppe und Einwohner daselbst. Er erlernte bey Herrn Johann XVerthern in Jena die Buchdruckerkunst , worauf er hernach zu Leipzig postuliret hat. Im Jahr > 69z. trat er zu Zeitz -in den Herrnstand, da er privilegir- ter Stiftöbuchvrucker wurde und verchlichre sich hernach mit des seel Herrn Johann Heinrich Ammerbachs hinterlassenen Wittwe, einer KbohrnenV Melyerm, den 1. May 1694. Zm I^he 1700^ kam er daselbst in Rath und 172z wurde er er zum Baumeister erwehlet, welche Ehrenstelle er bis -.732. mit Ruhm verwaltet hat, da er dieses zeitliche wieder geseegnet hat. Aus seiner Officin find ungemein viele Schriften sehr sauber der gelehrten Welt vor Auaen geleget worden, indem er beständig vor die berühmtesten Buchhandlungen in Leipzig gearbeitet har. Im Jahr 1719. hatte er das Unglück, daß er grossen Feuerschaden erlitte/ welcher über 2;oc>, Thaler geschahet wurde. Mit seiner Ehefrau lebte er zZ. Jahr sehr vergnügt und zeugte mit ihr 9 Kinder, wovon noch 6. nemlich 2. Sohne und 4. TöchM artt Leben sind. . ÄlD-H. Z i z As- 502 Anhang Johann Chriliian Hucho, des vorhergehenden Sohn, wurde zu Zeitz den 4 Nov. 1717- gebohren. Nachdem er nun bis in sein vierzehendes Jahr in den freyen Künsten wohl unterrichtet war, so trat er bey seinem Herrn Vater die.Lehrjahre an, wovon er den 17- Sept. 1736. bey dem Generalsitz zu Leipzig öffentlich wieder losgesprochen worden. Hierauf besuchte er fremde Druckereyen und verschenckte zu Nürnberg den 26. Octob. «7Z7- bey Herrn L.oreny Bieling sein Postulat. Endlich trat er 174c» benHerrn« stand an, und verehlichte sich alsdenn 1741. d n zc>. Aan.mit Dorothea M-ana Tramerin, Herrn Christian Lramers, ansehnlichen Bürgers, Kirschners und Viertelsmeisters daselbst, vierten Jungfer Tochter Aus seiner Presse ist erst kürzlich des hochgelehrten Herrn!) Friedrich Schulyens, Ansehender Herrlichkeit des Herrn, nebst einigen kleinen Werck- gen ans Licht gestellet worden. Sein Jnsigne ist das ordentliche Buchdruckerwappen. §. zs. Zittau. Auch aNhier hat man an die Jubelfeyer der Buchdruckerkunst gedacht. Der Herr Director des dasi- gen Gymnasii M. Benjamin Gottlieb Gerlach hat zu einer Uednerübung den z May 174«. in einer Lateinischen Schrift von 1. Bogen eingeladen, worin? ven er, vermuthlich aus Liebe zu den lieben Alterthum, aus dem von Agesilao in die Hand gedruckten Wort Ksocql', schon den Anfang, der Buchdruckerkurst gesunden hat. Sonsten aber erzehlt er kürtzlich die Geschichte der erfundenen Buchdruckerkunst,un d besinnet sich hernach eines bessern, daß den Teutschen diese Ehre zukomme. einiget? Jubelschriftett.' 50z Beschluß. Endlich schließe ich auch diesen Anhang, und überhaupt den dritten Theil meiner Buchdruckerkunst Bey denen so häusigen Zahlen ist es aller Gorgfalt ungeachtet,dochgeschehen,daß p. 237. j. 24 ein Druckfehler emgeschlichen, an statt 1629. lese 1679. Und p. .272.1.25 muß man an statt Tochter, lesen N)»tt- rve. Einige umgekehrte, oder aussengelassene Buchstaben will ich nicht anführen, weil sie den Verstand nicht verderben. Solten sich ferner einige Fehler mit eingeschlichen haben, welches bey der Menge der sonst unbekannten Namm gar leichte möglich, so bitte eine gütige Vergebung. Ich verspreche hicmit öffentlich dahin bedacht zn seyn , daß ich selbigen abhelffen werde. Wie ich denn überhaupt die Hand nicht ablassen, sondern auf den vierdten Theil alle Anstalten machen werde, damit ich mit der Zeit eine vollständige Historie liefern könne. Lebe also wohl M. L. und bleib mir gewogen. ! .5 4 ^ ? ?