Vtiladungs-Schrift womit zu eimr lateinischen Lob 5 Rede welches» dcm hohen Geburths-Tage Sr. Herßoglichtn DurOlauOtigkett des - DurchlauZtigsten Hertzogs und Herrn HERRN cistian Kudewigs/ Regierenden Hertzogs zu Mecklenburg, Fürsten zuWenden) Schwerin und Ratzeburg auch Grafen zu Schwerin der Lande Rostock und Stargard Herrn, am 15 May 1748 um z Uhr nach Mittag in der Hochfürstl. Dom-Schule soll gehalten werden alle aufrichtigste Verehrer (Ik. Herhoglichen DurOlauchtigkeit mit aller Ergebenheit einladet Johann Christian Llemann. Lon-Ke6ior ^^^^^^MK-^A SCHWERIN, gedruckt beyMilhelm Barensprung, Fmstl Privileg.' Hof-Buchdrucker. «ZA» ^Z«»^^^ss»^^«sß8g»chsZ«»«szZ3»«»IZ»qßße»«zZg»qZ^ «^U» GKGGGÄGKA^GOGÄOGOGKGOGGKKGKGG «^s» «HA oszs» ^«sI^^^^^z«»^^^ ^ ^ enn wir uns einen rechtet: Vegrif von der Ehre machen wollen, so muffen wir unser Augen- merck ins besondere auf die wahren Vollkommenheiten richten, denn die Bekantmachung derselben und unser Urtheil darüber machen daö Wesen der.EH- re aus. Wer ohne dieser Absicht jemanden ehret, der macht sich verdachtig, daß sein Hertz nicht aufrichtig sey, und daß die Schmeichelet) den grösten Antheil an seiner Ehre habe. Denn so unmöglich eö ist, daß ein Feuer ohne Wärme, und ein Licht ohne Schein seyn kan; Eben so unmöglich ist eö auch sich eine Ehre ohne Vollkommenheiten vorzustellen. Ja auch nicht einmahl scheinbahre Vollkommenheiten, denen daö rechte Wesen fehlet/ sind vermögend, in so fern sie von uns er- kant kant werden, das Urtheil der Ehre in uns hervorzubringen, ße muffen weit besserer Art seyn, wenn in unsern Seelen eine so edeleWilrckung soll gezeüget werden. E6 hat zwar leyder! die Schmeicheley niedertrachtiger und gemeiner Seelen, und die Unachtsahmkeit in behöriger Ueberlegung und Beurtheilung es dahin gebracht, daß öfters bey der Ehre statt der Wahrheit ein blosser äußerlicher Schein angenommen wird, allem es Verliehret dabey die wahreEhre, die auf achten Vollkommenheiten gegründet ist nichts, sondern sie wird, wenn man sie mit jener in Vergleichung stellet in ihrem Glantze weit mehr erhöhet. Siehet man nicht die Schönheit eines Gemähldes, welches der Pinsel einer erfahrnen HandKerfer- tiget, weit besser ein, wenn es gegen die groben und ungeschickten Striche eines Stümpers gehaltenMd? §11. Je mehr aljo und je vorzüglicher die Vollkommenheiten bey jemanden sind, desto vortheilhaster wird auch das Urtheil und desto gröj^r die Ehre seyn. Denn der wei>e Schöpffer hat die Beschaffenheit unserer Seelen also eingerichtet, und die Aufrichtigkeit befiehlet es, daß wir so urtheilen wie es die Erkäntniß der Sache mit sich bringet. Wenn nun alle Menschen diesen Spuhren der Weißheit nach gingen, und ihren Endzweck zu erreichen suchten, dabey die Aufrichtigkeit nicht aus den Augen setzten, so würden sie in derEhre und inder Er- theilung derselben nicht so frey gebig seyn, sondern!sie würden sieeintzigmchdenRegeln der Billigkei'tundAufrichtigkeit denen vorbehalten/ welche sich durch be>ondre Vorzüge und Vollkommenheiten/ derselben würdig gemacht hätten. Es kömt bey der Ehre nicht an auf unsern Willen, es stehet nicht in unserer Macht alle diejenigen zu ehren, welche wir wollen, sondern die Gesetze einer strengen Sitten-Lehre verbinden uns, nur denjenigen unserer Ehre würdig zu achten, an welchen wir ausnehmende Vorzüge, und Vollkommenheiten wahrnehmen, und der sich durch Verdienste über andern erhoben hat. Selbst der BeHrif der Ehre setzt uns diese Schrancken, da sie in einen Urtheil über jemandes Äollkommecheiten, und in der Bekantmachung derselben bestehet, denn es ist eine unmögliche Sache, da ein Urtheil llber die Vollkommenheiten anzustellen, wo keine angetroffen werden. , 7 - . ^-) § M Könige, Fürsten, Regenten, und andere, welche die Weißheit des Höchsten Behcrschers und Königs theils durch dit Geburth, theils durch die fteye Wahl eines steyen Vol- ckes, theils durch das Recht der Waffen und einer heldenmü- thigen Tapfferkeit erhoben, der übrigen ihre Handelungen zur Ehre.des Höchsten und zur'gemeinm Glückseligkeit des gan- tzen Landes durch Gesetze zu bestimmen, M für andern einer ausnehmenden Ehre würdig, denn eines theils leget ihnen die Hoheit derGeburth'und der Glantz einer hohen Landes Regierung grosse und ausnehmende Vorzüge bey, welche mit der tiefsten Ehrfurcht müssen erkant und verehrt werden; Andern theils macht sie die Weißheit auch mit andern Vollkommenheiten zut Regierung geschickt, deswegen sie auch Gesalbte des HErrn genandt werden. Und wer war es der den Salomon die Weißheit zur regieren gab? War eö nicht GOTT der ihn mit einer solchen Fülle überschüttete, daß eine klugeKönigin aus Arabien dieselbe nicht genung bewundern konte.1 E6 legt mwjaber nicht allein die Vernunft die Pflichten der Ehrfurcht gegen hohejKönigliche und Fürstliche Personen auf, sondern auch die Zeugnisie der Knechte GÖttes, welche in demHeiligthumdrsHöchsten vomGeistedeöHErm unterrichtet sind, befehlen diejenigen an. Salomon spricht Spr. Sal. 24.21 fürchte den HErrn und den König, und der Apostel Petrus 1 Petr. 2.17 ehret den König. Und wem He auch sonst keine Vorzüge an sich hatten, so wäre dieses schon genug unsere Hertzen zur tiefsten Ehrfurcht zu beugen, daß sie das Bild des Majestätischen GOTTES an sich tragen, weßwegen sie auch in den Arlösprüchen des HErrn selbst Götterder Erden'genmnet werden. 2Mos.22,28. War um hat nun die Weißheit GOttes dieses gethan, daß sie der hohen Obrigkeit solche prachtige Nahmen und Vorzüge bey leget? Damm daß sie in unsern Hertzen die tiefste jEhrfurcht gegen die Fürsten des Volckes hervor bringen will. v M ' '.^'^ InöbeMderereMtkchmunsdletebhastestmRühnM einer unterthänigsten Ehrfurcht gegen unsern cheurestm Landes dcS-Fürsten den Durchlaucktichsten /^eryoa (^MISI'I^ ^M^IO, dieWeißheit des Höchsten/ die ihn zum Für sten seines Volckes schon durch das Recht seiner hohen Ge- burth bestimmet/ und nunauchlwieder ftin eignes hoffen würcklich erwehlet und.bestellet/ hat Ihm ein reiches Maaß der herrlichsten Vollkommenheiten mitgetheilet/ und Ihn ver- ehrenswürdig gemacht. Wer bewundert nicht'die Hoheit/ den Glantz und die Vorrechte seines uhralten Hochfürstl. HauseS/ welches seinen Uhrsprung nicht aus niedrigen Hütten/ sondern aus den erhabnen Pallasten der berühmten und mächtigen Könige der Qbotriten herleitet? Und wie uns die Geschichte versichern/ so hat »ein .Hochfürstliches'' Haup schon über Tausend Jahr theils mit einer Königlichen ltheils Fürstlichen und Hertzoglichen Hoheit gepranget, welches gewiß vor vielen andern Durchlauchtigen Hausern Teutsch- landes ein grosses Vorrecht ist. Wer verehret nicht die ausnehmende Gnade dieses Durchlauchtigsten Heryogs, durch welche er bey allen und jeden seiner Unterthanen so beliebt ist, daß er auch mit Eberhards dem ersten Hertzoge aus dem Durchlauchtigsten Hause Würtenberg mitten in den wüstesten Walde ohne einige Gefahr in dem Schosse eines jeden Unterthanen ohne Wache schlaffen tönte? Wohin gehen alle seine Anschläge anders, als zur Wohlfahrt seines Volcks? Wohin ziehlen seine Bemühungen anders, als zur Glückseligkeit seines Landes? Wie groß ist nicht die Liebe zur Gerechtigkeit, den verlassenen Recht, und den Bedrengten Gerechtigkeit wiederfahren zu lassen? Die Einsicht seines Verstandes standes und seines gantzenWesens sindso ausnehmend, und die Ausführungen derselben so glücklich/ daßwir sie nicht genung bewundern, und die Nachkommen die ArtderMöglichkeitnicht werden begriffen können. Heist das nicht eine besondere Klugheit eine Sache die über hundert Iahren im Streit gewesen, in kurtzer Zeit glücklich zum Stande zu bringen/ und dasjenige durch Gnade und leutseligen Wesen erlangen,was andern durch Gewalt der Waffen nicht möglich gewesen? Kurtz die Weißheit hat Ihn mit allen herrlichen Eigenschaften und Vollkommenheiten ausgezieret welche erhabene Geister und Fürstliche Seelen fähig sind, und Dieselben verehrenswürdig machen. Was ist es den Wunder, wenn die getreuen Unterthanen Ihn aufdasunterthänigstezit verehren ausEifferlsich ein anderes suchen zu vor zu thun? Was ist es Wunder, daß sich die zärtlichsten Rührungen in ihren Seelen aussern, wenn diesem ihren Durchlauchtigsten Heryog und teuresten Landes Vater von der gütigen Hand GOttes ein Gut wiederfähret. !5V Der i5te dieses Meymonaths ist der herrliche Tag, an welchen die Güte des Höchsten selbst unsern Durchlauchtig? sim und allcrtcurestm Heryogzu iverherlichen gewohnet ist, wenn sie Ihm denselben erleben läßet, und immer ein Jahr nach dem andern unter den beständigen Genuß einer vollkommenen Gesundheit hinzu setzet. Suchet nun die Güte GOttes selbst diesen herrlich zu machen, soofft sie denselben unsern unsern Durchlauchtigsten Heryog erblicken last, so wich es auch einem jeden Unterthanen überhaupt, als ins besondere mir obliegen etwas zur feyerlichen Begehung deflelbigen bey zu ttagen. Und dieses M in einer lateinischen Lob-Rede bestehen, welche um drey Uhr Nachmittags desielbigen Tages m unser Hochfurstlichen Dom-Schute soll gehalten werden. Ich weiß wohl das meine unberedte Zunge nicht vermögend G der Hoheit seiner erhabnen «'Vorzüge und Vollkommenheiten recht nach zn gehen, und diesen Tag also recht herlich zu machen. Was aber meiner Rede fehlet, das wird durch eine Hochansehnlichej und zahlreiche Verjamlung von Zuhörern aus allen i-eipeÄiven Standen ersetzet werden. Wie ich denn hierdurch einen jeglichen auf das ergebenste zu dieser feyerlichen Handlung will eingeladen haben.