T^-iIH^, , 'reMüßtige UeWsM Des Von der Gemeine D Gphesus Abschied nehmenden Apostels Pauli/ Vorgestelt In einer ösKteds-Medtgt/ Gehalten ln der Neformimn Gemeine D 5t. 8tepKani in Bremen/ Den 2.. ^UZUÜ« el5l?ecxxxix. Und auf vielfältiges Begehren vieler Heyl-begierigen Seelen / zu ihrer ferneren Erbauung ans Lichc gegeben Von nxnkien Lic^x^ Nunmehro Predigern der Neformirten Gemeine zu Homderg/ im Hertzogthum Berge. Duisburg/ druckts Johannes Sas/ Acadetnischex Buchdrucker/ im Jahr 174-. ^ j .> ^ i' '^ ^ tt^ UWiebs-Wchigt/ aue der 5r. 8tepk2ni Gemeine m Bremen / gehalten den 2.. ^u^utti 17^. Anrede. Mnch wieder in deiner Vater Land/und zu deiner Freundschaft; ich will mit dir seyn: So lautet der Befehl des HErrn an .den Ertz-Vater Jacob iB.Mose xxxi. 5. Es hatte der gläubige Ertz-Vater numnehro zwanzig Jahre als ein Fremdling bey Laban' den: Syrer zugebracht; Er hatte demselben diese gantze Zeit über mit aller Treue gedienet/ und dessen Heerde mit vieler Mühe / Sorge und Beschwerlichkeit geweidet. Wovon aber das traurige Gefolge gewesen/ daß Laban ihm seinen Lohn wohl zehnmal verändert/ und den ihme von dein HErrn be- schereten Seegen mit neidischen Augen angesehen hatte. Weswegen Jacob/ durch einen geheimen Trieb des HErrn bewegen/ sich wiedrum nach seinem Vaterland zu sehnen an- hub; und zwar zu eben der Zeit/ da des HErrn Befehl zu- gleich an ihn geschahe: Zeuch wieder in deiner Vater Land und zu deiner Freundschaft. Und damit Jacob diesem Befehl des HErrn desto williger folgen möchte / fugt A ij Er «5(4)5Ä- Er diese tröstliche Versicherung hinzu: Ich will mit dir seyn. Ich will dich behüten auf dem Wege den du wan-" deln solt; Ich will dich von der Hand deines in Zorn gegen dir entbrandten Bruders Elan / und von den Nachstellungen Labans erretten / und alle dein Vornehmen gesegnet seyn lassen. In fast gleichen Umstanden finde ich mich heutiges Tages durch die anbetens-würdige Fürsehung Gottes gesetzet. Es sind nun auch beynahe zwanzig Iahre/daß ich mich nach des HErrn Naht als ein Fremdling unter euch ausgehalten; welche Zeit über ich/ durch die Gnade Gottes/ dem HErrn in Aufrichtigkeit zu dienen/ und die mir anvertraute Heerde treulich zu weyden geflissen gewesen. Mit was für Mühe und Beschwerlichkeiten solches geschehen/ übergeheich/ weil es den mehrestm nicht unbekant ist/ anitzo mit Stillschweigen. Inzwischen hat es dem Gott meiner Vater gefallen / auch mich wiedrnm in mein indisches Vaterland zu- rücke zu ruffm. Dieser rüstenden Stimme des HErrn bin ich gefolget; in ungezweifeltem Vertrauen/ der Gott/ der bis Hieher mit mir gewesen / werde auch ferner mit mir seyn. Und in dieser glaubigen Zuversicht auf die fernere Treue meines Bundes- Gottes bin ich auch in dieser Stunde in feinem Nahmen hiefelbst aufgetreten/ um mein bisher unter euch geführtes Lehr- und Hirten-Amt zu befchliessen/und euch das letzte Fahre rpohl zu sägen. Bin ich aber jemahls des Beystandes des Höchsten benöhtiget gewesen/ so wird es fürnemlich anitzo seyn. Lasset uns denn dem HErrn in tiefster Demuht zu Kusse fallen/ und denselben mit vereinigten Seuftzern um die kraftige mitwirckung seiner Gnade und seines H. Geistes anruffen :c. , I^XI'. M ( 5 ) 85 1" L X ^. Aposi. Geschichc xx. 18.19.20.21. Ihr wisset/ von dem ersten Tage an/ da ich bin m Astam kommen / wie ich allezeit bin bey euch gewesen/ Und dem HErrn gedienet mit aller Demuht/ und mit vielen Ehranen und Anfechtungen / die mir wiederfahren sind von den Juden/ so mir nachflclleten. Wie ich nichts verhallen habe / das da Nützlich ist/das ich euch nicht verkündiget hatte / und euch gelehrec öffentlich und sonderlich/ Und habe bezeuget/ beydes den Juden und Griechen die Busse zu Gott/ und den Glauben an unsern HErrn JEsum Christum. Bittgang. )Jt simderbahrem Nachdruck werden die Lehrer des ?N. Test, genant/ diener Christi und Haushaltet- über Gottes Geheimnisse. 2 Cor. 1 v. 1. Haus- Halter sind eigentlich solche/ die von dem Herrn des Hauses über sein Gesinde gesetzet; denen gewisse Güter zu verwalten anvertrauet; und die zuletzt von ihrer geführten Haushaltung Rechenschaft abzustatten verpflichtet sind. Solchen Haushaltem nun sind die Lehrer gleich. Denn 1. sie sind von Christo/als dem Herrn des Hauses / über das Haus Gottes/welches ist die Gemeine des lebevdigm Gottes/ gesetzet; um darin als Haushalter zu wandeln und dasselbe weislich zu regieren - Timoth. >u. . A iij ^ Ihnen M ( 6 ) ^ Ihnen sind auch gewisse Guter zu verwalten andertrauet. Denn sie sind Haushalter über Gottes Geheimnisse ; welche die ihnen geoffenbahrte Geheimnisse der Seeligteit/ und die ihnen anvertraute Gaben und Talenten sind/ wovon Matth. xxv. Meldung gethan wird. Gleich wie aber von einem Hauchalter nicht mehr erfordert wird/als daß er Treu erfunden werde: So erfordert muh derHeyland von feinen Haushaltern eine Gleichmaß sige Treue; wenn es heift: Mie ein groß ding ist es um einen treuen und klugen Haushalter/ welchen sein Her: setzet über sein Gesinde/ daß er ihnen zu rechter Feit ihr Gednhr gebe. Luc. xu. 42.. Diese Treue wird erwiesen/ a ) wenn sie die ihnen anvertraute Talenten und Gaben nicht mit jenem böfen und faulen Knecht vergraben; fondern getreulich anwenden und aufrpucher legen. MaM). xxv. b.) Wenn sie nicht ihre eigne Ehre und ihren eignen Nutzen; fondern den Nutzen der ihnen anvertrauten Seelen suchen, c.) Wenn sie solches ohne ansehen der Persohn an einen: jeden ohne unterscheid thun. 6.) Wenn sie es mit gebührender Klugheit und Fürsichtigkeit verrichten / das Wort der Warhett recht schneiden / und also einem jeden feine Gebuhr zutheilen. 2. Tim. ü. ^ . Gleich wie aber Endlich Haushaltere von ihrer geführten Haushaltung Rechenschaft geben müssen; wird es auch einmahl zu denen geistlichen Haushaltern heissen: Thu Rechnung von deinem Haushalten. Luc. x vi. Und diese Rechenschaft wird zwar furnemlich an jenem grossen Gerichts tage von allen abgelegt werden müssen: Inzwischen legen treue Lehrer auch schon in dicferZeit vor- laussig an ihren Zuhörern Rechenschaft von ihrer geführten Haushaltung ab; Insonderheit wenn sie von dem Herrn von einem Ort hinweg-und zu einein andern beruf- ftn werden. Als Stt ( 7 ) 5S Als einen solchen treuen Haushalter hatte sich auch der Apostel Paulus in ansehung der Ephesier erwresm. Wie er dessen selbst ein herrliches Zeugnis ablegt/ in unsern vorgelesenen Textes- Worten. Als worinnen er an den Tag legt: wie er seinen Wandel allezeit unter ihnen gefuhret: wie Er oein HErrn in aller Demuht/ und mit vielen Thränen und Anfechtungen gedienet: Wie Er die ihm anvertraute Geheimnisse der Seeligkeit/ bey aller Gelegenheit / und mit aller Illrene verkündiget und offen geleget: wie er darinnen nicht seinen eignen; Sondern der ihm anvertrauten Ephesier Nutzen beäuget: wie er darinnen kein Ansehen der Perjohn gebrauchet; sondern Juden und Griechen ohne unterscheid die Busse zu Gott/ und den Glauben an Unsern HErrn IEsum Christum bezeuget habe: In welchem allen er sich anfder Ephesier selbst eigenes Msstn und Gewissen freymühtig beruffen darf. Es sind diese Worte ein Theil derjenigen beweglichen Ab- Zusmn- schieds-Rede/ welche der Apostel Paulus zu Miletus an die mmhang. Elteften der Gemeine zu Ephesus gehalten / und die wir von F. 18. unsers Text- Capitels bis zuEnde desselben autzezcich- net finden. Es enthält dieselbe A. Haupt- Theile in sich. I. Znsorderst/ eine nachdrückliche Rede des Apostels/ betres- Zcrglie. ftnd seine unter den Ephesiern geführte Bedienung. 5. denmg. 18—-2.7. li. Demnechst/ eine ernstliche Ermahnung an die Eltesten der Gemeine zu Ephesus zur Wachsamkeit/ wegen der ihnen über dem Haupte schwebenden grossen Gefahr. 7. 2.L----Z2.. in. Und denn zuletzt / den beweglichen Abschied selbst. ^. zz..... zU. I. Was das Mrste/ nemlich/ die des Apostels Bedienung betreffende Rede angeht/ darinnen kommen vor >v. Eine Bezeugung des Apostels von seinem unter den Ephesiern geführten Lehr-Amt. ? iL - n. K. N ( 8 ) öS L. Eine Verkündigung der ihme bevorstehenden Trübsalen und Verfolgungen. ^. 2-2. - 25. e. Eine Bezeugung von seiner Unschuld/mit Absehen auf die Unbußfertige/ und wie rein er seye von ihrer aller Blut. ss. 2.6.2.7. Inhalt Unste Worte begrelffen demnach in sich: Eine freymüti' des Tex. ge und nachdrückliche Bezeugung des Apostels/ an die Metes, ften der Gemeine zu Ephesus / so wohl von seinem unter den Ephestern geführten unsträflichen Lebens--Wandel; als auch von dem mir aller Treue unter ihnen wahrgenommenen öffentlichen Lehr-Amt: Vorgeftelt/ als ein Muster/ wornachdie Elteften und Bischöpse zu Ephesus/nach seinem Abschied/ in Regierung und Versorgung der ihnen anbesohl- nen Gemeine/ stch zu richten hatten. Abthei- Wir unterscheiden darinnen lung. l. Die Bezeugung des Apostels gegen die Elteften zu Ephesus: N)ie ILr allezeit bey ihnen gewesen/ u. s f. Zl. Den Grund dieser Bezeugung/ welcher war/ ihre selbst eigne Wissenschaft / die sie davon hatten: Ihr wisset es. . - .j^MM mÄ5W MzV^uz'ÄT ÄM^D^Me ^Ittt ^ i..v. ^ LjülttiN SÄ .m^'mj Z^t Die Bezeugung des Apostels ist zwiejüch. ^. Eine Allgemeine/welche seinen Mandel ins gemein betrtft F. 18.19. ü. Eine Besondere / die sein Lehr-Amt ins besondre angeht. Die Allgemeine Bezeugung/ ftelt er wiedrum n. ins gemein vor. ^ »8. 2. Ins besonder/ ^. »9- Ins gemein thut er Bezeugung/wie Mr allezeit bey ihnen gewesen sey. Da wir r. die Persohnen zu besehen haben / zu welchen der Apostel redet. 2.. Die Bezeugung selbst- 1. Die persohnen sind/ wie aus x-17- erhellet/ die Mteflen der Gemeine zu Ephems; nebst den Bi- schöpfen und Ausschern derselben/ welchen die Gemeine zu weyden anvertrauet war/ F. -.8. 2. Vor M ( 9 ) . Vor diesen bezeuget der Apostel / wie Mr allezeit bey ihnen gewesen sey. Hie haben wir». den Wandel des Apostels ins gemein/ b. die Beständigkeit desselben zu betrachten. s. Seinen Wandel ins gemein druckt er auß/ wenn er sagt: wie JOr bey ihnen gewesen sey. Durch diese Redens-art will er die Aufrichtigkeit und Unsträft ltchkett seines geführten Lebens-Wandels zuerkennen geben. Einer gleichen und noch klareren Außdruckunq bedienet er sich gegen die Thesialonicher/ wenn es zu denselben heist: Des seyd ihr Zeugen und Gott/ nne heilig / und gerecht und unsträflich wir bey euch / die lhr gläubig wäret / gewesen sind, i Thess i!. 10. Und so erinnert Petrus die zerstreute Fremdlinge/ wie sie müsten seyn in heiligem ZVandel/ undGottseeligen Mercken. ^ Petr. lll. n. Es hat aber seinen besondern Nachdruck / wenn der Apostel sagt: Wie ich bey euch gewesen bin. Denn dadurch setzt er das wesentliche "Seyn dein auswendigen Schein entgegen; und rufftdie Ephesier zu Zeugen über dasjenige das er wnrcklich und in der That gewesen^ und nicht über dasjenige das er äusserlich geschienen/ wovon er nur den blossen Nahmen getragen / ohne das Wesen der Sache seldst an sich zu haben. Er will denn so viel sagen: Sie/ die Ephesier/ nebst ihren Eltcsten/ Bischöpfen und Aussehern wüsten/ wie er sich als einen waren und Wesentlichen; nicht aber als einen Schein- und Heuchel-Christen bey ihnen ausgefüh ret und erwiesen habe. b Und das hatte er nicht vor eine kurtze Zeit/ nicht dann und wann/ und bey Gelegenheit gethan; sondern alle die Zeit über die er in Asia und bey den EMsiern zugebracht hatte. Denn/ von dem ersten Tage an/ da er m Asmm kommen war/ biß dahin/ welches B nach W c lo) nach ^. zi. eine Zeit von drey Jahren ausmachte/ war er also bey ihnen gewesen/ und hatte sich Jederzeit/ und bey aller Gelegenheit als einen rechtschaffenen Christen und treuen Diener Gottes und IEsn Christi betragen : Wohl wissend / daß nicht diese und jene gute That/ welche zuweilen und bey Gelegenheit ver- richtet wird; sondern eine aus ausrichtigcm und gläubigem Hertzen herfliessende beständige Bemühung/ dein Hl^RRN allezeit gefälligen wandeln/ das rpesen eines Christen und Dieners Gottes ausmache. 2- Es ist aber dem Apostel nicht gnug / ins gemein bezeuget zu haben/ wie er allezeit bey den Ephejiern gewesen; sondern er zeiget auch ins besondre an/ wie und aufwas weise er unter ihnen gewesen seye/ neurlich also/ daß er dem HMrrn gcdicnet habe mit aller Demuht und vielen Thränen u. s s Allwo wir i. den Dienst des Apostels ins gemein. 2.. Die besondere Beschafft«- heit desselben zn erwegcn haben. 1, In dein Dienst des Apostels ins gemein bemercken wir den Vorwurff des Dienstes. t>. den Dienst selbst. s. Der Vorwurff des Dienstes Pauli war der HlLRR gewesen. Dieser HMRR ist -2. In einem weitern Ginn der grosse und herrliche Gott ins gemein / welchem wegen seiner höchsten Vollkommenheit/ Majestät und Herrlichkeit eine un- beschranckte Herrschaft über alle vernünftige Crea- turcn/ und ins besonder über sein Bundes Volck zukommt : Nicht allein / weil er derselben Schöpfer / Erhalter/Wohlthäter und höchstes Gut ist/von welchem sie in ihrein Seyn nnd U)ohlsevn / nach Leib und Seele/ in Zeit lind Ewigkeit vollständig abhängen; sondern auch / weil sie solche Vermögens von ihm cmpM- M ( ir ) ^ empfangen haben/ wodurch sie bequem sind/ Ihme auf eine vernünftige und ivohlgefalltge Weife zu dienen ; die ihnen zu keinem andern Zweck gegeben sind/ als dieselbe zum Dienste und zur Ticrherrlichung ihres Schöpfers und Bundes- Gottes getreulich anzuwenden. Weswegen auch Gott als der Einzige Vor- wurff des Dienstes feiner vernünftigen Geschöpfe vorgestellet wird/ wenn es von dem Munde derWarhcit geaen den Lügen-Geist alfo heissct: Es stehet geschrieben: Du solst anbeten GDtt/ deinen HI^rrn/ und ihm allem dienen Match, iv.io. aus 5B> Mofe v,.iz. eineln engern Ginn aber muß die durch den HMrrn der Sohn Gottes / die zweyte Pcrfohn der Hochgelebten Drey-Einheit verstanden werden/ wie aus F. 2.1. unseres Textes zu ersehen. Derselbe ist nach der Haushaltung der Gnaden/ in den Tagen des N. Testaments in volleftem Nachdruck ein HErr der Glaubigen: Indem er durch feine würcrliche Gnugtlmung an der Gerechtigkeit Gottes / und die darauf erfolgte Erhöhung ein völliges Mgenthnms- Recht über dieselbe erhalten. Weswegen sie auch als ein Volck der Freywüllykeit ihm dienen müssen im Schmuck der Helligkeit. Pf cx.z. Denn nachdem ILr gehorsam worden bis zum Tode/ ja zum Tode am Hreutz; hat ihn auch Gott nber die Massen erhöhet/ und hat ihm einen Nahmen gegeben / der l»ber alle Nahmen ist/daß in dem Nahmen IZ-sn sich beugen sollen alle der Anie/ die im Himmel / und anfMr- den und nnter der I^rden sind/und alle Zungen bekennen / daß Msus Christus der HlLRR siy zur )Lhre Gottes des Vaters Phil, ü n. b. Es wird aber diesem HMrrn / diesem GOtt in B ij Christo M ( " ) KZ. Lhristo gcdienet/ ins gemein/ wenn alle Vermögens der Seele / alle Glieder und Rrafte des Leibes/ aus wahrem Glauben / nach seiner Vorschrift/ zu seiner Verherrlichung wiretiam und beschäftiget Und. Datier Moses alle Mehren des Glaubens/ der Liebe imd des Gehorsams mit dein Dienst des HMrn verknüpfet: Nun Israel/was fordert der ^>ILrr/ dein Gott/ von dir? denn daß du den HMrn/ deinen Gott fnrchtest / daß du in allen seinen ZVegen wandelst/ und liebest ihn/ »nd dienest dem HSRRN / deinem Gott/ von gantzem Her- tzen/ und von gantzer Seelen; daß du die Gebote des HBRRN haltest/ und seine Rechte/ die ich dir Heute gebiete; auf daß dirs wohl gehe. sB.Mose x. 12., iz. Ins besonder dienet man dem HErrn/ 1. ) Anforderst mit dem Verstände: Wenn man alte Kräfte desselben anwendet / um Gott in Christo / dessen Tugenden nnd Vollkommenheiten/ dessen Wege und Wer- cke der Natur und der Gnade/ und dessen Willen/ in dem Lichte siines Geistes/ je langer je klarer zu erkennen. Ich. xvn. z. Rom xu. 1. 2. ) Man Dienet dem HErrn mit dem Urtheil: Wenn man Gott in Christo über alles hochschätzet/ und denselben allen Crcaturen unendlich vorziehet. Ps i^xxm. z.) Man Dienet ihm mit dem Gedächtniß: Wenn man dasselbe zu einer geistlichen Schatz Kiste machet/ wor- innen man die von Gott in Christo und von dem Wege der Sceligkeit erwnte Heol-Warhcitcn sorgfältig bewahret/ um bey aller Gelegenheit aus diesem guten Schatz des Hertzcns Altes und Nenes/ alles was zur Verherrlichung Gottes/ zum Nutzen des Nächsten / und zu selbst eigner Erbauung dienlich ist/ hervor zu bringen. Matt. xu. zs 4.) Man Dtmet dem HErrn mit dem Spillen: Wenn man 5tt ( !Z ) öS- man sich nach der stetigen Geineinschaft Gottes in Christo/ als des Höchsten und Liebenswürdigsten Guts/ mit dem allerbrünstigften Verlangen sehnet und ausstrecket. Ps xi.il. I.XIII. 5. ) Man Dienet ihm mit dem Gewissen: Wenn man alle seine Bedaueren / Nahtschläge/ Absichten und Handlungen so regieret und einrichtet / daß man den Mwisienden Hertzen- und Nieren-Kundiger darüber mit FreymühtiaM zum Zeugen anruffcn/ und mit einem Hiob bezeugen kan: Mein Gewissen dcisset mich nicht / meines gantzen Lebens halber. Hiob xxvti.s. Und abcrmahl: Mein Zeuge ist im Himmel/ und der mich kennet/ ist in der Höhe. L->p. X VI. 19. 6. ) Man Dienet ihm mit den Gemütsbewegungen : Wenn dieselbe ans eine heilige Weist zur Verherrlichung Gottes erwecket und regieret werden. 7. ) Endlich / Dienet man dem HErrn auch mit dein Lecke: Wenn alle äusserliche Ginne/ alle Aräfte und GKedmassen desselben als Waffen und Werkzeuge der Gerechtigkeit/ in einem vernünftigen Gottes-dienst gebrauchet und dargestellet werden. Rom. vi. iz. xn.l. Kurtz: man Dienet dem HErrn/wenn alle inwendige und auswendige Thaten alleine zu Gottes Ehre gerichtet sind, i Cor. x z i. Auf e»ne solche Weise hatte auch der Apostel dem HErrn Bedienet / wie er selbst vor dem Jüdischen Naht davon Zeugniß abstattet/ wenn er spricht: ^jhr Männer/ lieben Arüder / ^jch h.^be mit allem guten Gewissen gewandelt vor Gc>tt/ bis aufdiejen"Tag. Ap Gesch. xxm. i. Und vor dein Landpficgcr Felix: Das bekenne ich dir/ daß ich nach diesem Wege/ den sie eine Secte heifsen/ diene also dem Gott meiner Väter / daß lcb glaube allem/ was geschrieben stehet im Gesetz/ und in den Propheten; In demselben aber übe ich imch zu ha- ^ B iij ben ( '4 ) >S ben ein unverletzt Gewissen gegen Gott und den Menschen. Ap. Gesch. xxiv.14 ^6. 1. E6 zeigt aber der Apostel ins besondre die Art und xpeise an/ wie Er dem HErm gedienet hatte / nemlich 2. mit aller Demuth; b. mit vielen Thränen; und c. mit vielen Anfechtungen/ die ihm wiederfahren waren in den Nachstellungen der Juden. 2. Anforderst denn / hatte er dem HErrn gedienet / mit Demuht/ und zwar mit aller Demuht. «. Das Grund-Wort (?--77in'0!p^^.„) durch Demuht übergesetzt / gibt eigentlich/ Kraft seiner Znsammensetzung / eine solche Gemühts- Gestalt zu erkennen / wodurch man geringe und niedrige Gcdancken von sich selbst/ von seinem Stande und von seinen Gaben hat; und die man m ausserlichcn Gebehrdcn/ Worten und Thaten; Ja in seiner gantzcn Aufführung vor Gott und Menschen an den Tag leget. Wodurch man alles/ was man in der Natur und in der Gnade ist/ hat und vermag/ nicht sich selbst/ nicht seiner eignen Weisheit und Würdigkeit; sondern bloß der freyen Güte / Gnade und BarmherlMkeit des frcymachti- gcn Gottes zuschreibt: tvelche Demuht aus der Betrachtung der Hoheit/ Herrlichkeit und unbcschranck- ten Macht und Freyheit Gottes; und aus ocr Erkant- ms seiner eignen Nichtigkeit / Abhünqlichkcit und Un- würdigkeit ihren Ursprung hat. Gcwislich! Eine Tugend / die das beste Kleinod und der fürnehmste Zicruht eines Christen und Dieners Gottes ist; die alle gute Handlungen vor Gott und Menschen angenehm und Liebcns würdig machet: Gleichwie durch das entgegengestellte Laster des Hochmuhts hingegen die allerbeste Gaben und Verrichtungen vor Gott und Menschen eckelhaft werden. Denn das ist/ nach dem Zeugnis des weisen Königs/ die todte Fliege/ welche ( !5 ) 5S welche die besten und köstlichste»! Salben stin- ckend machet. Pred. Sal. x i. Daher auch Gott denHoffärtigcn widerstehet; Gleich n>ie er im Gegentheil dei^Dcmühtigen Gnade gibt, i Petr. v.5.Jac.iv.6, Ics.i.vu.15. Diese Demuht leuchtete aufeine sonderbahre weist in dem Vater der Gläubigen hervor/ wann er sich Staub und Asche nennete. 1B. Most xv 111. Und sie wird als eine der vornehmsten Pflichten des Menschen angemerket/wenn es hcift: >L s ist dir gejagt/ Mensch/was mit ist / und was dcrHArr von dw fordert / nemlich / Gottes N)ort halten / Liebe üben/ und demüytig einhcrgehen vor deinem Gott. Mich. Vl. 8. Darin ist IEsus voracgangen/ und dessen Vorbild müssen stinc Jünger nachfolgen: Lernet von mir/ denn ich bin sanftmnhtlg und vonHertzen demühtig. Mattlv x» vergl. Phil. l». z. Insonderheit lcharffet der demühtige Heyland diese Tugend seinen Aposteln ein/ wenn es zu ihnen heist: Ihr wisset / daß die weltlichen Fürsten herrschen! und die Oberherren haben Gewalt. Go soll es mcht seyn unter euch; sondern so jemand wlll unter euch Gewaltig seyn / der sey euer Diener: undwcr da will derVornehnkste seyn/ der sey euer Rnccht. Gleich wie des Menschen Sohn nickt kommeil ist / daß cr ihm dienen lasse; sondern d.iß er diene/ und gebe seinLeben zum Lösegeld fckr viele. Matth. XX 25.. 2.8. Diesem Befehl und Beyspiel des Heylandes ist unser Apostel treulich nachgekommen. Wie niedrig und demnytlg waren nicht seine Gcdanken die Er von sich stlbst hatte? N)enn er/wie hoch er auch vor andern begäbet war/ sich dennoch vor den für- mhmsten unter den Sündern/ und vor den geringsten c l6) ringsten und unwurdigstett unter den Aposteln hielte: WennILr sich jelvften nichts/ alles aber der freyen Gnade Gottes zuschriebe: Wenn er sich seiner hohen Offenbarung nicht überhübe; sondern nur in seiner Schwachheit ruhmcte. . 1Tim.i-15.1Cor. xv..^.iv.2.Eor. Xl.18.zo. XU. 1.9. A Und dis hatte er nicht nur in diesem und jenem gethan; sondern er hatte dem HErrn gcdienet nnt aller Delnuht. So wohl nach dem Inwendigen / als nach dem Auswendigen; so wohl nnt Gesamten/ als mit Gebehrden/ Worten und Thaten; so wohl im Verborgenen/ als im Offenbahren; so wohl vor Gott/ als vor den Menschen; zu aller Zeit/ und bey aller Gelegenheit. b. Inzwischen tonte diese Demuht des Apostels nicht hindern / daß dessen Dienst nicht auch mit vielen Thränen wäre begleitet worden. Thränen sind eine Auswirkung und ein äusserliches Zeichen einer grossen inwendigen Traurigkeit; welche aus der Betrachtung oder Empfindung eines druckenden oder drohenden/ schändlichen oder schädlichen/ uns selbst oder andre betreffenden Übels ihren Ursprung haben. Nun pfleget es das gewöhnliche Loos aller rechlsthaffenen Jünger und treuen Diener IEsu Christi in dieser Welt zu seyn/ daß sie ihre Augen oftmals nnt Thränen zu netzen ge- nöhtigct werden. Ihr gantzes Leben ist fast ein tmmer- wchrendes Thränen-Thal/ sie werden öfters nnt Thränen-ZSrot gespeiset / und mit grossem Maaß voll Thränen getrancket» Ps i^Xxx. 6. Nach der vorhersagung ihres Meisters: Ihr werdet weinen und heulen/ aber die rpelt wird sich freuen. Luc. V! 2.5.2.5. Ioh. XVI. 2.0, Daher sie auch mehrmahl als Traurige und Leidtragende vorkommen. Matt. v.4. 2.Cor. Vt.io. Kein Stt'c '7) !-s Knn wunder danncnhero daß auch unser Apostel / als ein treuer Knecht IEsu Christi/ seinem HErrn mit vielen Thränen gedienet hatte. Er gibt durch diese Ausdruckung Zu erkennen/ daß ihm in seinem Dienste mancherley/ theils sündlicht/theils schmertzliche; theils drückende/theils drohende; theils ihn selbst/ theils andre angehende Ubele und Beschwerlichkeiten begegnet und vorgekommen/die ihm zu grosser Traurigkeit und vergiessung vieler Thränen Anlaß gegeben hatten. i. Zuforderst rührete seine Traurigkeit / nebst denen daraus entstehenden Thränen/ aus der Erinnerung der in seinem Naturstande begangenen schwere!! und vielfältigen Sünden her; Obschon der HErr ihm Gnade und Barm- hertzigkeit Wiedersahren lassen, i Tim.!. iz -16. 5. 'Wobey Zweitens die Bewustheit der ihm noch anklebenden Verdorbenheiten/ und der daraus herrührenden Unvollkommenheit seines Dienstes kam. Daß nemlich in ihm / das ist/ in seinem Fleische nichts Gutes wohnete-; daß er noch ein Gesetz der Sünden in seinen Gliedern mit sich herum trüge; daß Er wlher leinen Willen zum Bösen gerei' tzet/ und in der ausübung und vollbringung des Guten ge- hindert wurde: woran er nicht anders als mit der schmerz hafftesten Traurigkeit und den bittersten Thränen gedcn- crcn konte. Rom. vii. ^ z. Wenn er dann ferner die köstlichkeit des ihm cmbe- fol lnen Lehr-und Apostel-Amts; und dagegen seine eigne Unwürdig- und Untüchtiger erwöge: muste ihm solches qleichtalß manchen Seustzer und viele Thränen einer heiligen Bekümmernis außpressen. 2. Cor. ü. 16. in. 5. 4. Insonderheit/ wenn er das Gewicht und die Aost- Hahrkeit der ihm anvertrauten unsterblichen Seelen/ und seine genaue Beziehung zu denselben in Betrachtung zöge: als von welchen er einmahl Rechenschaft geben solte ; die Er auf das zarteste liebete / deren ewiges Wohlseyn er C , so M ( l8 ) M so sehnlich wlkttschete/ und welchen er so geme geholffett se- hen wolte: so drangen ihm / bey seinen beweglichen und Hertz- rührenden Ermahnungen/ die Liedes-Thränen hanfftg aus jeinen Augen hervor. Höret ihn selbst davon eine nach' druckliche Bezeugung an die Elteften der Gemeine zu Ephe- sus thun: Darum seyd wacker/ und dencket daran/ daß ich nicht abgelassen habe/ drey Jahr/ Tag und Nacht / einen jeglichen mit Thränen zu ermähnen/ F ZI. So hatte ersuch seine Liede zu den Corinthiern mit vielen Thränen an den Tag geleget/ wenn es zu denselben hctft: Denn ich schrieb euch in grosser Trübsal und Angjt des Hertzens/ mit vielen thränen / nicht daß ihr j öltet betrübt werde«; sondern ans daß ihr die Liebe erkcnnctct/ welche ich habe sonderlich zn ench> ^(?or ll.4. 5^ Noch mehr mufte ihm sein Hertz brechen und just in Thränen schmeltzen/ wenn er so wenig Fruchte seiner treuen und wohlgemeinten Arbeit sahe; wenn er mit innigster Wehmuht seiner Seelen wahrnehmen mufte/ daß so wenige seiner Predigt glaubeten und der Artn des HErrn an so'wenigen geoffenbahret wurde; und daß das Wort des Lebens/ das Evangelium der Seeligkeit vielen/ durch idrc eigne Schuld/ zu einem Geruch des Todes znmTode und zn ihrer ewigen Verd.mmis gereichte. -Cor. n. 15. 16 So mufte er mit Thränen säen/ und sein Amt Mit seufzen thun. Ps.cxxvi.5 6 Hebr.xul.17 6. Ja es mnften stine Augen Thränen (Quellen wer- den; wenn er solche antraff/ die sich denen von ihm verkündigten Heyt-Warheiten aus srevelhaffterBoßhe-t und Halsstarrigkeit widersctzetcn. Von welchen er mit weinen sagen mnstc/daß sie Feinde des Lreutzes Christi wären/ die den Bauch zu ihrem Gott Macheten / die ihre Iphre in der Schande jucheten / die nach irrdischen Dingen trachteten/ ui!d dere»; Mnde das Verderben war. PlK.ui. »L. 1^. 7. Mnd- M ( -9 ) N- 7. Mndlich wurden dem Apostel auch häufftge Thränen ausgepresset durch die vielfaltige Leyden und Widerwärtigkeiten die ihm um der Warhcit des Evangelii willen znstiessen. c. Weswegen er auch Meldung thut von vielen Anfechtungen oder Versuchungen / die ihm in den Nachstellungen der Juden wicderfchren waren. « Die unglückseligen rverckzeuge der Anfechtungen und Versuchungen des Apostels waren die Juden. Diejenige die seine Brüder und Gesreundte waren nach dem Fleisch; die er fo hertzlich licbcte/ daß er vder ihren elenden Austand eine grosse Traurigkeit und Schmertzen ohne unterlaß in seinem Hertzen hatte; Ja! für welche er wünschte verbannet zu seyn von Christo/ damit sie möchten selig werden. Rom. ix. i. 2.. z. Eden diefe warens/durch deren Nachstellungen er so vielfältig wäre versuchet worden. Das Griechische Wort(^zZ^) durch Nachstellungen gegeben/ druckt eigentlich solche Rahtschla- geaus/welche wider jemand in der Absicht geschmiedet werden/ um denselben zu ftürtzen und zum Fall zu bringen. Weil aber / mn solche /zur Unterdrückung der Unschuldigen abzielende/ Anschlage zur Ausführung zu bringen/ allerley Nachstellungen pflegen ins Werck gerichtet zu werden/daher ists/daß das Grundwort anch von dergleichen bösen Nachstellungen ge- brauchet wird- Wenn demnach der Apostel von denen Nachstellungen redet/ die ihm von den Jude«; wiederfahren waren/ so verstehet er dadurch alle diejenige Leyden und Verfolgungen / die er von Hen Ungläubigen und Gottlosen Juden/ um des Nahmens IEsu und um des Evangelii willen / hatte eMüden müssen: Zufolge demjenigen/ was derHey- C y land «5 ( 52 ) 58 land nicht nur allen seinen Jüngern und Aposteln ins gemein; sondern auch ihme ins besondre davon vorher verkündiget hatte. Matt. x. 16 - - 2.6, Apost. Gesch. ix. 16. Das waren die Gefährlichkeiten worinnen er unter den Juden gewesen war- 2- Cor. xi. 26. Denn als er die ^juden/ die zu Damasco wohnctcn/ eintrieb/ und bewahrete daß IMsus der Christ sey/ hielten sie einen Raht zusammen/ daß sie ihn tödteten/ undstellcten thmnach/ und hüteten Tag und Nacht an den Thoren/ daß sie ihn tödteten. Apost. Gesch. >x. 2.5.2.5.2.4, Desgleichen stelleten sie ihm nach/ da er aus Griechenland nach Serien fahren wolte. c^p. xx 2. z. So schlugen sich auch zu Jerusalem vierzig Juden zusammen / machten einen Bund ,mt einander und vcrbanneten sich/ weder zu essen noch zu trincren/ bis daß sie paulum getödtet hatten/ und wolten ihn/ ehe er vor den Rahe gefuhret würde/ unter wegens hinterlistiger weift ermorden, cap. xxui.12.-. 15 7 Diese Nachstellunaen aber nennet der Apostel mit Nachdruck Anfechtungen oder Versuchungen; dieweil der Teufte! und dessen Dienstknechte/ die Ungläubige und Gottlose Juden/ ihn dadurch von stiner treuen und freymühtigen Verkündigung des Evan gelii abzuschrecken/ oder gar aus dem Wege zu räumen trachteten. Allein der Gott/ der die Meisen in ihrer Listigkeit zu sahen und der verkehrten Raht zu stürtzen weiß / der zu nichte macht die Anschlage der Listigen / daß es ihre Hand nicht ausführen ran. Hiob v. 12.. 1 z, Der hat auch gewust / alle wider seinen treuen Dienst-Knecht geschmiedete böse und listige Anschläge und Nachstellungen zu vereiteln/ und ihn dagegen dergestalt zu ftar- M ( " ) ö-H cken und zu befestigen/ daß er sich durch nichts von seinem Dienste abschrecken und abwendig machen lassen; Indem er den Ephcsiern nichts verhalten/ das da nützlich iji/ daß er ihnen nicht verkündiget Hütte / und jle gelehret öffentlich und sonderlich/ u. s f. K. Bis dahin hatte der Apostel von seme>n Dienst/ und von dem was ihm dabey zugeflossen/ins gemein geredet; Nun aber thut er eine nähere Bezeugung / von seinem unter den Ephesiern mit aller treue geführtem öffentlichen Lehr- Amt. Diese Bezeugung ist zwiefach, n. Eine Allgemeine. ^ 2 Eine Besondere. ^. 2.1. x. In der allgemeinen Bezeugung haben wir zn betrachten i. den Vorrvurff oder die ^>ache davon der Apostel redet. ^. Das Verhalten des Apostels in anseh- ung derselben. ^ i. Die Sache druckt der Apostel^aus / wenn er redet von denjenigen dingen die da nützlich sind. Nützlich i'st/ mit Absicht auf den Menschen / in vollestem Nachdruck dasjenige /wodurch er zur bcsitzung des wahren und höchsten Guts gelangen ßan. Da nun das wahre und höchste Gut eines vernünftigen Geschöpfes/ und ins besonder eines verlohnten Sünders/ allein die Gemeinschaft Gottes in Christo ist; zu desien besitzung man aber nicht anders / als durch einen wahren/ in der Liebe Gottes und des Nächsten / und in allen guten Wertteil thatigen Glauben kommen kan; welcher Glaube durch eine vernünftige mW geheiligte ErkaMnis der Warheit gewircket wird: Vo.siebet ein jeder leicht/ dajj alle diejenige Warheiten Nützlich sind / welche Gott von sich selbst/ von seinem Westn/ von seinen Tugenden mW Vollkommenheiten; von seinen Nahtschlüsien; von dem Gebeimnis der Drey - Einheit; von seinen Wertten/ so der Natur als der Gnade; von Christo C iij und W (22) n»w dessen Naturen / Aemtern/ Standen mW Wohlthaten; von der Erwerbung und Zmignung der See- ligkeit; von dein Reich Christi/ dejM Unterthanen/ Gesetzen und Vorrechten; von dem Gnaden-Bund/ dessen Gütern/ Bedingungen und Forderungen; von den Siegeln und Unterpfänden desselben; von dessen verschiedenen Haußhaltungen / u s f. zum Heyl des Sünders geoffenbahret hat. In Lumina / es ist alles Nützlich/ was Gott dein Menschen zu seiner Selig, keit / zu Erkennen / zu glauben und zu thun entdecket und vorgeschrieben. Weswegen Paulus bezeuget/ daß alle Schrift von Gott eingegeben Nützlich sey/ zur Lehre / zur Straffe / zur Besserung / zur Züchtigung in der Gerechtigkeit/daß ein Mensch Gottes sey vollkommen / zn Älen guten N?er-- cken geschickt. 2. Tim. ui. 16.17. Dis war aljö das einige das Noht war. Alles andre war Um?ütz^ Unnütz war nun im N. T- das gantze Gesetz Mosis / in seinem auswendigen Buchstaben cmgemerctt/ welchs zwar im A. Testament/ wenn es im Glauben beobachtet wurde/ seinen Nutzen gehabt hatte / um nemlich ans Christum zu weisen und das Werck der Erlösung und besten Früchte abzumah- ieu; aber nun im N. Test, keinen Nutzen mehr hatte. Alle desselben Satzungen waren nur dürftige Elementen/ leibliche Übungen / die wenig nntzeten. 1 Tim IV.ii. Dinge / wovon kein Nutzen hatten/ die damit umgingen. Hebr. xui.9. vergl. Ezcch. xx. 2.5. Da man nur Geld darzehlte vor dasjenige das kein Brod war/ und seine Arbeit/ da man nicht satt von werden konte. Ies 1. v. Ja es war dessen warnehmung im N. Test, iin acgenrheil höchstschädlich. Ies l.x vi. 5. Gal. v.4.' Unnütz waren auch alle Geschlecht ^Regiester und und Fabeln / alle Thörichten Fragen und Geschlecht- Rechnungen. Tit. »1.9 Alles Ungastliche und unnütze Geschwätz und Gezancke der falsch- eruhmtenRunst/1 Tiin. v i. 2.0. Und solche dinge die mehr Streitfragen bringen/ als Erbauung Gottes / welche un Glauben besteht. iTim. !-4 2-. Es bezeuget dann der Apostel/ daß Mr Nichts verhalten habe/ von dein was Nutzlich ist/ daß er den ILphesiern ni6)t verkündiget habe/ und sie qelehrer/ öffentlich und sonderlich. Hie finden wir a Eine allgemeine Vorstellung, b. Eine nähere Krblarunn de'rjclben. 2. Die Vorstellung ist / daß, er nichts verhalten habe/von denen Dingen die da Nützlich sind. Das Grundwort (uTro^co) durch Verhalten übergesetzt/ bedeutet eigentlich / aus Furcht oder Trägheit etwas verheelen und zurücke halten. Es ist entlehnet von Venen feigen Kricgsknechten / ivelche aus Furcht für dein herannahenden Feind zurücke weichen/ und dahero ibrcm FeldObristen inißfallen. Uneigent- lich aber wird dM lbe von solchen Bekennet n und Lch- rern gebraucht/die/ da sie sich allezeit als gute Streiter ^Clu Christi lcyden solten/ bey herannahender mw"orohender Gefthr/ aus Furcht und Trägheit zu- rücke treten/ und entweder gäntzlich von derWarhcit Mallen/ oder dieselbe zum Theil verheelen nnd verschweigen. So redet der Apostel von solchen die sich entz-eyen/ an welchen der ^Erc Christus/ als dcr'Hertzog der Seligkeit/ keinen Gefallen hat» Hebr. x. z8/ So tadelt es Paulus an Pctro/ dasj/ da er vorhin/übereinkonimend niit der Frcydcit des N. Test./ mit den Heyden gegessen hatte/ )L.r hcmacher / aus Furcht für die aus der Zoc- schncldlmg. m c 24) M schtteidlMg/ sich entzogen und abgesondert hatte. Gal. >i ^- Hergegm bezeuget er von sich/daß er denen Ephe- siern nichts Verhalten habe; daß er sich durch kci- ne Menschen-Furcht/ durch keine Drohungen/ durch keine Nachstellungen / durch keine Versuchungen/ durch keine Verfolgungen; durch keine Gemächlichkeit oder Trägheit habe abschrecken/ zurücke halten oder bewegen lasien / um ihnen etwas zu verheelen und zu verschweigen/wovon er überzeuget war/daß es zur Erweckung oder Vermehrung ihres Glaubens/ zu ihrer Bekehrung und Heiligung Nutzlich und Beforderlich seyn konte. Gleich wie er so den TheWonichern bezeuget/ daß/ als er und seine N?it-Arbeiter zuvor gelitten hatten/ und geschmähet gewesen waren zu Philippen/ sie dennock freudig in ihrem Gott gewestn/ bey ihnen zu jac;en das Mvangelmm Gottes mit grossem kämpfen. iThessn.1.2-. b. Er hatte ihnen dann im Gegentheil alles was zur Beförderung ihres ewigen Heyls Nutz- und Dienlich war/ unerschrocken und unverdrossen Verkündiget / und sie gelehret öffentlich und sonderlich. Wo wir zu besehen haben ». was der Apostel gethan. /Z. ZVie er es gethan. «. Was das Erste betrist/ so hatte der Apostel den Epbesicrn alles was Nützlich ist verkündiget/und sie dasselbe gelehret. f Er hatte es ihnen dann zuforderft Verkündiget. Das in der Grund-Sprache befindliche Abort («v^i^Ä) ist von sonderbahrem Nachdruck. Es bedeutet eigentlich/ als ein Vote oder Gesandter/ im Nahmen und ans Befehl eines grossen und fürnehmen Herrn/ etwas an einem andern dekant - M ( ) M dekant machen; und zwar/ entweder um demselben Frieden anzubieten/ oder ein Bündnis zu Messen/ oder ein Verlöbnis zu stiften. Solche Gesandten und Voten nun waren auch die Apostel. Sie waren Gesandten des grossen Himmels-Königs/deren fürnehmstesWerck war/dem Sünder Friede und Versöhnung anzubieten/ ihn zur Ausrichtung des Bundes der Gnaden zu bereden/ und das geistliche Mhe-VlZndms zwischen ihm und dem HErrn IEsu zu Messen. So bezeuget der Apostel von sich und seinen Mit- Arbeitern: Gott war in Christo/, undver- johttete die ZVelt mit ihm selber/ und rechnete ihnen ihre Sunden nicht zu; und hat in uns geleget das Wort der Versöhnung. So sind rvir nun Botschafter an Christi statt/ denn Gott vermahnet durch uns/ so bitten wir an Christus statt / lasset euch versöhnen mit Gott. 2. Cor. v. 19, Sie sind die Boten/ deren Fusse auf den Beraen so lieblich rvaren/ n?etl sie Frieden verkündigten/ Gutes predigten/ Hey! verkündigten / und zn Fion sagten: dem Gott tst Aonia. Ies 7. Sie sind dieVcrkündigerinnen der guten Bottschaft. Ps. i-XVlu. 12.. Und die geistlichen Braut-N?erber / ausgesandt i um die Anserrvehlten dem ^Mrrn Christo als eine reine und keusche Jungfrau zuzuführen. Ps.xi.v.15. 2. Cor. xi.2-. Als einen solchen Gesandten Gottes und IEsu Christi hatte sich auch unser Apostel bey den Ephesiern ausgeführet. Er hatte ihnen alles Verkündiget was zu erreichung dieses grosim und heylsamen Zwecks Nützlich war. Nichts D wem- W ( :6 ) 85- weniger/ und auch nichts mehr. Er hatte ihnen das gantze Reich Gottes/ und dessen geistliche und inwendige Beschaffenheit bewnt gemacht. Apost. Gesch. XIX. 8. Und hatte sich nicht entzogen/ daß er ihnen den gantzen Raht Gottes/ von dem Heyl des Sünders in Christo/ nicht Verkündiget hätte, cs?. xx. 27. Und zwar mit zurücklassung des Gesetzes Mo- sis / und alles dessen was zur erreichung des Zwecks seiner Gesandtschaft Unnütz und Undienlich war. Und darinn war er auch dem herrlichen Fürbild seines Meisters gefolget/der da spricht: Ich bin der HlLrr dein Gott / der dich lehret was Nützlich ist/ und leitet dich auf dem Wege den du gehest. Ies x^vm. 17. ff Es hatte aber der Apostel diese Nutzliche Dinge nicht blosserdings verkündiget; sondern er hatte sie auch gelehret. Er hatte den Ephesiern die Warheiten des Evangelii nicht allein vorgestellet; sondern hatte dieselbe ihnen auch durch einen klaren und deutlichen Unterricht verstandlich und begreiflich gemacht. Er hatte sie aus gewissen und unfehlbaren Gründen hergeleitet; deren Göttlichen Ursprung mit unwidersprechlichen Beweis- thümern dargethan; die Geziementheit derselben erwiesen; und ihren Nutzen / den sie zur Erlangung der Seligkeit haben/ gezeiget. Und als solche Heyl-Warheiten hatte er ihnen dieselbe angepriesen / und sie durch kräftige Überzeugungen zur glaubigen Annehmung und heiligen Ausübung derselben zu bewegen getrachtet. Apost Gesch. xix 8. vergl. »Cor.iv.-.. /S. und das hatte er zur allgemeinen Erbauung aller Orthen gethan: denn er hatte gelehret öffentlich und f ^7 ) b-S und sonderlich/ oder unter dem Volck und ,n den Mausern / wie es eigentlich in der Grund- Sprache lautet. f Er hatte denn zuforderst öffentlich und unter dem Volck gelehret: nicht etwa hie oder da in einem heimlichen Wincrel/ wie diejenigen zuthun pflegen die keine gute Sache und ein böses Gewis fen haben/ und deswegen das Licht scheuen; sondern offenbahr und in den Volckreichcften Ver- famlungen von Juden und Griechen / Wcltweijen und Gesetzerfahrnen: So gieng er zu Mphe- sus in die Schule und predigte frey drey Monden lang / lehrete und beredete sie vom Reich Gottes; da aber etliche verstockt waren/ und nicht glaubeten/ und übel redeten von dem N?ege für dem Volck/wich er von ihnen / und sonderte ab die Junger / und redete täglich in der Schule eines der hieß Ty- rannus; und dasselbe gescbach zwey Jahr lang/ also daß alle die in Asia woyneten/ das rvort des 5>Mrrn IMsu höreten/ beyde Juden und Griechen. Apoft. Gesch. xlx K. «). 10. Welches denn ein untrügliches Merckmahl seines guten Gewissens und setner guten Sache war / die er sich vor allen Menschen/ auch den Al lergelehrtcften und Scharfsinnigsten zu verantworten und zu vertheidigen getrauete. Denn er und seine Mitarbeiter hatten abgelegt die Deck- mäntele der Schande / und gienclen nicht ,nit Schalckheit um/ fälschten auch nicht Gottes N)ort; sondern durch Offenbah- rung der Ü>arheit machten sie sich angenehm bey allen Gewissen der Menschen /in der Gegenwart Gottes. 2. Cor. I V. 2.. vergl. ü D ij Und M ( :8 ) 5S Und dis kalll auch mit dein Befehl des Hey- landes an seine Apostel sehr genau überein / wenn es zu denselben hcist: Furchtet euch mckt für ihnen/ (für euren Hasiern und Verfolgern) Ms ist nichts verborgen/ das nicht offmbayr werde; und ist nichts heimlich/ das man Nicht wissen werde: was ich euch sage im Finsternis / das redet im Licht/ nnd was ihr höret in das O.hr/ das prediget auf den Dächern. Und furchtet euch nicht vor denen die den Leib todten / und die See! nicht mögen todten. Fürchtet euch aber vielmehr vor dem / der Leib und See! verderben mag in die Hölle. Matth.x. 2.6^7^^ ff Dabeneben hatte der Apostel nicht nachgelassen/ dasjenige so Nützlich war/ auch zugleich sonderlich und in den Häusern zu Lehren und zu Verkündigen; und wo ihm nur Gelegenheit dazu gegeben wurde / unterließ er nicht/ einen jeglichen/ auch mit Trahnen/ zu ermähnen/ wie wir aus ^51. unseres Text- Capitels gehöret haben. 2 Nachdem dann der Apostel also ins geniein bezeuget hatte/ wie treu er sich in seinem Lehr Amt erwiesen; indem er den Ephesiern nichts verhalten das da Nützlich war / das er ihnen nicht verkündiget und sie gciehret hatte öffentlich und sonderlich: So zeiget er nun naher und ins Besondre/ welches der eigentliche Innhalt seiner Verkündigung und seiner Lebre gewesen/wenn er hinzufüget: Daß er bezeuget habe / beyde den Juden und Griechen/die Vusse zu Gott / und den Glauben an unsern HiLrrn IMsum Christum. Da wir 1. zu betrachten babcn/ die Sachen wovon der Apostel redet. 2.. Seine Verrichtung in anschung derselben. Z. Die Per- sohnen M ( 29 ) öH sohnen welche diese Sachen betroffen haben, i. Die Sachen/ wovon der Apostel Meldung thut/ sind (a) Die Busse zu Gott/ und (b) der Glaube m? unsern 5>)Lrm IM) um Christum. 2. Das Erste/ so der Apostel verkündiget und gelehret hatte/ ist die Busse zu Gott. 6. Von der Busse wcitlaustig zu reden / ist itzo die Zeit nicht. Wir mercken nur turtzlich an / daß das Griechische Wort (^^-»«) eigentlich eine solche That der Seelen zu erkennen gebe/wodurch jemand/ der einige Zeit in schädlichen Irrthümern geftecket und thöricht gehandelt hat/ nach erkanten Irrthümern und Thorheiten/ nnedrum zu sich selbst kommt/ stine Irrthümer und Thorheiten ableget; hergegen vernünftig zu Urtheilen und klüglich zu Handlen anhebt. Gewißlich / ein Wort das sehr bequem ist / die wahre Natur und Beschaffenheit des Wercks der Bekehrung des Sünders eigentlich und kraftig auszudrucken. Denn was ist die Bekehrung anders? als daß der / in seiner natürlichen Blindheit und Unsinnigkeit/ auf dem breiten Weg des Verderbens/ zu seinem ewigen Untergang forteilende/aber von der Gnade Gottes ergriffene Sünder wiederum zu sich selbst kommt / aus Satans Stricken nüchtern wird/ mit dem verlohruen Sohn in sich schlagt/seine vorige Blindheit / Thorheit und Unsinnigkeit/ und die damit verknüpfte augenscheinlichste Gefahr seiner Seelen mit Schrecken und Entsetzen erkennet; sich derselben heiliglich schämet; selbige mit zerbrochenem Hertzen/ mit innigster und Göttlicher Traurigkeit bereuet; dem so lange gezeigten langmühtigcn Gott in tiefster Demuht zu Hülfe fallt; aüe seine bisherige Blindheit und Unsinnig- kcit/ alle Sünden und Sünden-Wege verfluchet; D üj und -5N ( Z2 ) 5-Ä und den aussrichtigen und festen Vorsatz fasset / nicht mehr als ein Unweifer/ fondern als ein Weiser zu wandeln/ und die noch übrige Zeit feines Lebens allein zur Verherrlichung des so viel Jahre von ihm beleidigten und geschändeten Gottes , und zur Ernstlichen Auswirkung feiner/ fo lang verfcherlzten und freventlich verwahrlosten Seligkeit auszükauffcn und anzuwenden. A Und daher heist es auch eine Busse zu Gott: weil der von Gott und dessen feligen Gemeinschaft entfernt und ausgeschlossen gewesene Sünder durch die Busse wiedrum zu Gott und dessen Gemein- fchaft gebracht wird. Indem dadurch die Sünde / als die einige Ursache der Trennung und Entfernung/ aus dem Wege geraumer/ und der nunmehr kräftig veränderte und in das Bild der Heiligkeit Gottes anfänglich vergestaltete Mensch wiederum in Liebe mit Gott als feinem Bundes-Gott und höchsten Gut vereiniget wird; So daß er mit Verleugnung der gantzen Creatur/ und aller fündlichenEr- getzlichkeiten / die Gemeinschaft Gottes in Christo zum einigen Vorwurffeiner Begierden/feiner Freude und feiner Belustigung; und dessen Ehre zum einigen Zweck feines gantzen Lebens machet. Dahin zielen folgende Ermahnungen: Der Gottlose verlasse seine N)ege/ und der Uvelthater seine Gedanken / und bebehre sich zum HKrrn / fo wird er sich sein erbarmen / und zu unserm Gott/ denn bey ihm ist mel Vergebung. Af i.v.7. vergl. Ioel Ü.12..1Z. b. Hieben füget er den Glauben an unsern HMrrn IMsum Christum. Da wir den Vorwurf des Glaubens zu betrachten haben. K Die ^hat des Glaubens selbst. Der «tt ( Zl ) 5S « Der Vorwurfdes Glaubens ist/ unser HMrr IlLsus Christus. Mit einer weitlaustigen Erklärung dieser Nahmen wollen wir uns anitzo nicht aufhalten. Wir erinnern nur mit wenigem/ f Wie daß der gesegnete Heyland den Nahmen IlLsus trage/weil er der einige und vollkommene Heiland und Erlöser seiner Auserwehlten ist / der nicht allein durch seinen vollkommenen Gehörsinn für sie die Seligkeit erworben; sondern auch dieselbe ihnen durch seinen Geist zueignet und sie zum Erbe der heiligen im Lichte tüchtig macht: der sie nicht nur durch die Gnade der Rechtfertigung von der Schuld und Straffe der Sünden; sondern auch durch die Wiedergeburt und Heiligung von der Herrschaft und Befleckung derselben befreyct; und sie Endlich in die volle Besitzung der ihnen zu wege gebrachten Herrlich-und Glückseligkeit einführet/ und ihnen also ein Gott von vollkomner Seligkeit wird. Ps. l.xviü.21. ff Er heift aber dabeneben Christus/ weil Er der von Ewigkeit von dein Vater verordnete/ in der Zeit mit dem H. Geist gesalvete und zumWerck der Erlösung tüchtig gemachte Oberste Prophet/ einige Hoher-Priester und ewige König seiner Gunstgenofsen ist; der als HoKer-priester durch sein Blut ibnen den Weg zum Leben und zur Gemeinschaft Gottes geöfnet; als Prophet ihnen denselben durch sein Wort und Geist entdecket; und alsRömg sie denselben zu bewandeln willig und bequem machet, fff Und dadurch ist er auch ein HSrr seines Volcks geworden. Welche seine Herrschaft worin sie bestehe/ und woraufsie gegründet sey / haben wir in Vorhergehenden gesehen / welches wir nicht wiederholen wollen. /3. Um c ) 5K /Z. Uttl aber an der durch Christum zu Wege gebrachten Seligkeit Theil zu empfangen/ mW man an ihn glauben. Eine ausführliche Beschreibung des Glaubens wird Niemand vors Gegenwartige von uns erwarten. Wir mercken nur kürzlich an / daß der wäre und seligmachende Glaube wovon hie allein die Rede ist/ nichts anders sey/ als diejenige That einer durch Gottes Gciji erleuchteten und begnadigten Seele / wodurch dieselbe mit verleuchnung aller eignen weißheit/ Gerechtigkeit und Stärcke/ aufrichtig und crnjAich begehret / allein durch Christum weiß / gerecht/ heilig/ herrlich und glückselig gemacht zu werden. f Man glaubet aber ins Besonder an Ihn als einen JMsum/wenn man mit verwerffung aller falschen und unvollkommenen Ursachen der Seligkeit/ Ihn allein vor seinen einigen und vollkommenen Heyland annimt/um durch Ihn nicht nur von der Sünden schuld und Straffe; Sondern auch von derselben Herrschaft erlöset/ und zu einem Vorwurfseiner Liebe und Wercrzeug seines Ruhms gemacht zu werden. Luc. i. 74 75- ff Man glaubet an Ihn als Lhristum / wenn man Ihn vor den in dem ewigen Friedens Naht von dem Vatter verordneten/ in der Zeit verhcis senen / und mit den: H. Geist gejalbten waren Messiam erkennet / und Ihn als Propheten zur Weißheit/ alsAohen-priester zur Gerechtigkeit/ und als ^omg zur Heiligung ergreiffet. iCsr. i. zo. fff Man glaubet endlich an Ihn als feinen HMrrn/wenn man / mit gantzlicher Absagunq alles Welt- und Sünden-Dienstes/ und mit verleuchnung M ( z; ) 5S leuchmmg seines eignen Willens / sich Ihme in bereitwilligem Gehorsam übergiebt/ um mit dem Volck der Frevwilligkeit Ihme zu dienen im Schmuck der Heiligkeit. Ps.ex. z. Diese beyde Stücke nun/ nemlich die Busse zu Gott/ und den Glauben au unsern HILrrn IlLsum Christum/ merckcr der Apostel als Nutzliche und zur Gemeinschaft Gottes unumgänglich notwendige Mittel an. Die Busse zu Gott / erfordert dessen unbefleckte Heiligkeit/Kraft welcher er sich notwendig von dem Sünder entfernen muß/ und mit keinen andern Gemeinschaft haben tan/als die heilig sind/ gleich wie Er felbst heilig ist. Ps. v. 5.6.7. Haback. l. iz. Hebr. xii. 14. zB.Moje xi 44. iPetr. 1.15- Den Glauben an unsern HErrn IEsum Christum erjmdcrt Gottes strenge Gerechtigkeit und ungekranckteWarbcit/weil derselbe/ohne eine gnugsame Gerechtigkeit/die allein in Christo ist/ und durch den Glauben angenommen werden muß/ keinen Sünder fteysprechen und zu einem Erben des Lebens erklären und annehmen tan. Rom. v.1 - Ja? ausser Christo dem Sünder ein verzehrendes Feuer und eine ewige Glut ist/ wobey er nicht wohnen noch vernachten kan. Ies. xxxu«. Daher es auch ist/ daß Busse und Glaube/ als vollstreckt notwendige Mittel zur Seligkeit/fast auf allen Blattern der H. Schrift eingeschärfter/ und insonderheit von den Lehrern des N. Test, hin und wieder angedrungen werden. So hebt der Erste Lehrer des N- Test, und der Vorlauffer des HErrn IEsn seine Predigt mit der Busse an: Thut Busse/ denn das Himmelreich ist nahe herbey kommen. Matth. in. 2.. Und eben dasselbe war auch der fürnehm- fte Innhalt der Predigt feines Nachfolgers. Match, iv. 17. Auf demselben Fuß sind die Apostel gesolgct. Wenn die durch die kräftige Predigt Petri gerührete und überzeugte Juden mit Bekümmernis ftagten: ihr Männer lieben Brüder/ was sollen wir thun? war Petri Antwort: Thut Busse E und M ( Z4 ) 5K und lasse sich ein jeglicher taussen auf den Nahmen JEsu Christi/ zur Vergebung der Sünden. Apost. Gesch. u. z8. Von derselben Nothwendigkeit ist auch der Glaube. Denn als der Kercker-Meister die Apostel fragte: Lieben Herren / was soll ich thun/ daß ich selig werde? war die Antwort: Glaube an den HKrrn ISsum Christum / so wirst» und dein Hauß selig. Apost. Gesch. xvi.zi.vergl. Ioh. in. 16. z6. ^. Dis solte nun auch das Werck der Apostel/und ins besonder des Apostels Pauli seyn / die Busse zu Gott und den Glauben an unsern HErrn ^Esum Christum zu verkündigen. Luc. xxiv.^. Ap.^esch. xxvi. 17 ,8^ Welches Paulus auch treulich verrichtet / indem Er beydes Bezeuget hatte. Das Grunowort (-l^-^v^Ä,) durch Bezeugen ' übergesetzt/ ist sehr Nachdrucklich/ denn es bedeutet Kraft feiner Zusammensetzung so viel als Durchbezeugen. Es gibt also die allerkräftigste und nachdrücklichste Bezeugung zu erkennen. Es hatte denn der Apostel die Busse zu Gott und den Glauben an unsern HErrn JEsum Christum dergestalt und mit solchen! Nachdruck bezeuget/daß Er nicht allein die Natur mW Beschaffenheit der Busse und des Glaubens klar und deutlich beschrieben und erklaret; sondern auch mit kräftigen Gründen die Geziementheit/ Notwendigkeit und Nützlichkeit derselben bewiesen; als ohne welche man kein Unterthan des Himmel Reichs seyn / noch an dessen Gütern und Vorrechten Theil haben könne/und ohne welche man von aller Hofnung des Lebens und der Seligkeit abgeschlossen sey. Ja Er hatte beydes Bezeuget/ indem Er mit den allerbcweglichsten Gründen seine Zuhörer dazu zu vermögen getrachtet/ um durch wäre Busse sich zu Gott zu wenden / und den HErrn IEsum Christum durch waren Glauben anzunehmen/ B5 ( Zs ) nehmen/um dadurch Theilgenossen des Lebens und der Seligkeit zu werden. ). Und das hatte er gethan beyde den Juden und Griechen. Er hatte keinen unterscheid der Perjohnen gebraucht/ sondern war allen alles worden/ damit er aus allen einige gewinnen möchte, i Cor. ix. it) - 2.2.. Denn die Scheidewand zwischen Juden und Heyden oder Griechen / war nun abgebrochen. Die weyland ferne gewesen waren/ sollen nun nahe werden/ nemlich Mitbürger samt den Heiligen und Gottes Haußgenossen. Eph. u. Ms war nun kein Unterscheid mehr. Da war nun kein Jud noch Grieche. Gal.iu.^8. Christus solte mcht allem die Stamme Jacob aufrichten / und das Verwahrloset in Israel zu rechte bringen; fondern Kr solte auch seyn em Licht der Heyden. Jesaj. xi.ix.6. vergl Luc.il.zi Z2-. Und obschon Paulo das Evangelium an die Vorhaut anvertrauet war / wie Petro das Evangelium nn die Beschneidung. Gal. n. 7. So hinderte solches nicht/ daß sie nicht beyderseits an dem Heyl der Juden und Heyden hätten arbeiten sollen; weil dieser Unterscheid nicht so sehr seine Absicht hatte auf die Persohnen/welchen/ als aus die Lander/ wo sie das Evangelium verkündigen selten: nemlich Petrus in den Morgen- Landern) da die meisten Juden wotmeten; Paulus in den Abend-Landern/ wo die meisten Heyden sich aushielten/ wiewohl auch Juden darunter vermischet waren. Beyde / so wohl Juden als Heyden / hatten auch die Busse zu Gott und den Glauben an unsern HErrn JEsum Christum nöhtig; weil sie alle abgewichen/ und alle unter der Sünde lagen. Rom. in. Und also nicht anders als durch Busie und Glauben selig werden konten. Wie nun der Apostel den Juden E ij bezeuget «ttl;s) öS bezeuget habe die Büste zu Gott und den Glauben an unsern HErrn IEstnn Christum/solches sehen wirAp. Gesch. xix. 8.9. Die übrigen zu Ephesus waren Griechen und Herden/wie aus dein Briefs an dieMphe- sier weitlaustig zu ersehen. Und dis hatte der Apostel gethan/ übereinkommend mit der Vorhersagung des Heylands / daß Er nach seiner Aufferstehung n>olte predigen lassen in seinem Nahmen/ Busse und Vergebung der Sunden unter allen Völcrcrn/ und anHeden zu Jerusalem. Luc. xxiv.47. Und mit dem Besehl Gottes/ der/ nachdem Mr die Zeit der Unwissenheit übersehen/ allen Menschen/ an allen Mnden/ gedeut Busse zu thun. Apoft. Gesch. xvn. zo Insonderheit mit dem außdrnctlichen Besehl des HErrn Christi an dem Apostel selbst/ wenn es zu ihm hcist: Ich n?il dich erretten von demVolck (den Juden) und von den Heyden (den Griechen)/ unter welchen ich dich sende: daß du solt aufthun ihre Augen/ daß sie sich verehren von der Finsternis zum Licht/ und pon der Gewalt des Satans zu Gott/ zu em- pfahen Vergebung der Sunden/ und das ILrbe samt denen die geheiltget werden / durch den Glauben an mich. Apoft. Gesch. xxvi. 17. iL. 11. Und also hatte der Apostel denen Pflichten seines Lehr- Amts/ und dem ihme von dein HErrn Christo auhetraae- nen Besehl/ mit Absicht auf die Ephesicr/ ein Genügen geleistet; welches ihm auch zu seiner eigenen Beruhigung büttc anug seyn können; weil Er darinn den Allwissenden Gott und sein eigenes Gewissen zu Aengen hatte. Wie Er sich auch mehrmahlen darauf zu beruffen pfleget/ wie unter andern Rom. ix. 1. zu ersehen. Allein/ mn die Eltesten zu Ephesus M ( 57 ) Ephesus so wohl von seinem aufrichtigen Wandel ins gemein; als von setner Treue in seinem Lehr-Amt desto krap tlger zu überzeugen/ so berufft er sich auf ihre selbsteigene Gewissen/ wenn es ;n ihnen deist: Ihr wisset es. Ihr wisset von dem Ersten Tage an/ da ich bin in Asiam rom- men/ wie ich alle die Zeit bin bey euch gewesen / u. s. si Eine gleichmäßige nachdrückliche Bezeugung thut der Apostel auch anderwcrts an die TheWonicher/ so wohl in anschung seines Wandels ins gemein/als seines Lehr-und Apoftel-Ätnts ins besonder/ wenn Er sich iThessll.^i —6. also außlaft: Denn auch ihr wisset/ Lieben Bruder/ von unserem Mingang zu euch / daß er nicht vergeblich gewesen ist; Gondern als wir zuvor gelitten hatten/ und cle> schmähet gewesen waren zu Philippen / wie ihr wisset/waren wir dennoch freudig in unserm Gott/ bey euch zu sagen das Mvangelium Gottes / mit grossem Dampfen: denn unsere Ermahnung ist nicht gewesen zu Irrthum/noch zu Unreinigkeit/ noch mit Ltst; sondern wie wir von Gott bewähret sind/ daß uns das ILvangelium vertrauet ist zu predigen / also reden wir/ nicht als wolten wir den Menschen gefallen/ sondern Gott / der unser Hertz prüfet. Denn wir nie mit Gchmeichelworten sind umgangen / wie ihr wisset/noch dem Geitz geftellet; Gott ist des Zeuge: haben auch nicht Mhre gesucht von den Leuten/ weder von Kuch noch von andern. Und ^ 10. n. i». Des seyd ihr Zeugen/ und Gott/ wie heilig und gerecht und unsträflich wir bey euch / die ihr glaubig wäret / gewesen sind. ZVie ihr denn wisset/daß wir/ als emVatter seine Rinder/einen jeglichen unter euch ermahnet und getröstet; und bezeuget haben/ daß ihr wandeln soltct wurdiglich vor Gott / der euch beru^ fen hat zu seinem Reich / und zu seiner Herrlichkeit. Also auch hie: Ibr wisset von dem Ersten Tage an / u. s 5 E iij Gewiß- ( ;3 ) öS Gewißlich/ eine Bezeugung/welche zu einem unwieder- sprechltchen Beweiß diente/ daß dasjenige / so der Apostel bezeuget^ nichts als die reine Warheit ill sich enthielte / aller- lnasscn ihn sonst die Elteften der Geineine zu Ephesus hat- tcn Lügen straffen/ und eines andern überfthren tonnen. Derowegen köstliche Seelen-Gestalt? O herrliches^ und allen Werth übertreffendes Vorrecht? eines Lch- rers / der bey seineni Abschied von seiner Gemeine eine so freymühtige Bezeugung thun / und in allen Stücken seiner Bedienung auf das eigene Gewissen setner Zuhörer unerschrocken sich beruffen kan. Ein Vorrecht wovon Bauchdiener und Miedlinge weit entfernet sind. Doch/ wir wollen uns anjetzo mit andern nicht aushalten / sondern vielmehr unsere verhandelteWorte zu dem Zweck anwenden/ wozu wir dieselbe in dieser Stunde erwchlet haben. Es N euch/ Meine wertheste Zuhörer/ bekant/ wie es dem/ der die Lehrer/ als sieben Sternen/ in seiner rechten Hand balt/nach seinem unerforschlichen und unveränderlichen Naht gefallen/die Hertzen der Gemeine zu Homberg dahin zu len- ckcn/um mich durch eine Kirchen-ordentliche Wahl zu ihrem Lehrer und Seelen-Hirten zum zweyten mahl zu ernennen und zu beruffen. Es ist dem Allwissenden Hertzen- und Nie- renkündiger/ uud mir allein bekant/ in was für einem Meer der Verwirrung mein Bemühte durch diesen unvermudteten Berufs-gerahten ist/ und durch wie viele Zweiffels-Fluchen dasselbe bald hie / bald dorthin geworffen und geschleudert worden/ ehe ich von dein Willen meines obersten Gebieters überzeuget war. Diese Unrnhe wurde nicht wenig vermehret/ durch die Bekümmernis / welche/ nachdem die Sache bekant und ruchtbahr geworden war/ hin und wieder in der Gemeine c Z9 ) öS Gemeine sich zu äusseren begunte. Am allermeisten aber bin ich in die Enge gebracht worden/ durch das bewegliche Anhalten/ und die vielfältige Tyranen derjenigen Seelen/ an welchen meine schwache Arbeit nicht ohne Segen gewesen war. Wobey noch kam / die grosse Furcht die mir drohete / daß der HErr mit dein nur bis Hieher unverdient verliehenen Segen würde von. mir weichen / wenn ich wider seinen Willen entweder bleiben oder weggehen würde. Mein eigenes bctriegliches Hertze in dieser Dunkelheit zu Nahte zu ziehen / schiene nur gefahrlich zu seyn. Andere zu fragen/ kam mir noch Bedenklicher vor; indem die wenigsten in solchen Fallen nach Warheit und nach Beschaffenheit der Sachen/ die meisten aber/ wo nicht alle/ nach ihren Vor- urthcilen/verschiedenen Absichten / u.s f. zu urtheilen pflegen. Nichts bliebe mir demnach in dieser Finsternis und Unge- wisheit übrig/ als daß ich mich zu demjenigen wendete/ der den Zusammenhang aller dinge kennet: um denselben mit heisscn SeuHern anzuflehen / daß er meinen Verstand erleuchten; mich/ nach seiner Verhcissnng/ unterweisen; mir Raht geben/ und mir den Weg zeigen mögte den ich waw delen solte; Indem ich nichts anders als das zu wehten be- gehrete/ was mit seinem heiligen / guten und wohlgefälligen Willen überein käme; was am meisten zu seiner'Verherrlichung / zu seiner Kirchen Erbauung/ und meines eigenen Gewissens Beruhigung dienlich wäre. Da es dann endlich/ nach vielem Ringen/ dem HErrn nach seiner Barmherhig- keit gefallen hat/ sein Licht in meiner Finsternis autgehen zu lassen/ mir seinen Willen zu entdecken/ und mein bemühte dahin zu lencken/ um diesem seinem Wintte folge zu leisteil/ und den EntMis zu fassen / um Bremen zu verlassen und nacb Homvcrg zu gehen. Ich weiß wohl/ daß viele/ denen die wäre Umstände der Sachen unbekant sind/ und die nur nach dem in die Augen fallenden auswendigen Schein zu urtheilen/ zu wehlen/ und zu M t 4° ) ÜZ- zu handeln gewohnt sind/ diesen nieinen Entschlus entweder vor eine unbedachtsame Ubereyluug/ oder eine kleinmühtige Furchtsamkeit/ oder gar einen ftrasbahren Eigensinn halten werden. Ich will mich mit weitlaustiger Widerlegung derselben nicht aufhalten; sondern sie nur an die ernstliche Warnung des HErrn IEsu erinnern: Richtet nicht/aufdaß ihr nicht gerichtet werdet: Und an die Ermahnung Pauli: N)er bist du/ daß du einen fremden Anechc richtest t er stehet oder Met seinem Herrn. Um aber doch vor Unpartheyische einige Gründe anzuführen/ die mich zu dieser Veränderung bewogen und übergebogen haben/ so wissen dieselbe/ daß es reine'sieischllche Absichten/ keine weltliche Ehre/ kein irrdischer Vortheil/nnd keine Gemächlichkeit könne gewesen seyn/ die mich zu diesem Entschlus gebracht haben; weil/ ihrem eignen Geständnis nach/ ich alle diese Vortheile grossen theils in die^chantze schlagen/ und mit einem viel geringerem Maaß derselben dorten werde vor lieb nehmen müssen. Es bleibt also nichts anders übrig/ als die Hofnung / daß mir dorten / denen mir bekanten Umstän- den nach/unter desHErrn Segen und Gnade/werde vergönnet werden/mit mehrer Gemühts-Ruhe/und gefolgM met> rer Gesundheit und Kräften / die mir zur fruchtbah'ren wabr- nehmung meines Amts unumgänglich nöhtig sind / mein Werct zu verrichten. Dabey kommt die sonderbahre Liebe/ womit dich theure Gemeine nur zugethan ist/ wovon dieselbe bey dieser zweyten Wahl eine neue Probe gegeben hat. Zu geschweige» derjenigen Gewlsiens Freyheit/ deren man dorten/ in ungehinderter Außübung der Kirchen Zucht/ vor vielen andern Oertern geniesset. Zuletzt kan ich es nicht andere als eine gütige Leitmig des HErrn anmercken/ daß Er bey meinen zunehmenden Iahren / mir eine Arbeit anweiset/ die mehr als die hiesige/nach meinem Zustand eingerichtet ist. Ich hoffe demnach bey unpartheytschenGennthternsoviel Billigkeit zu finden/ daß sie mich wenigstens / als einen Gewissen- M ( 4! ) W wisscnhaften/ und nichts/ wie ich meine/ als die Ehre Gottes und das Hcyl der Seelen suchenden Lehrer / Gott und meinem Gewissen überlassen / und den Außgang dein Allwaltenden und alles regierenden Iehovah heimsteüen werden. Es ist dann nun nichts mehr übrig/ Meine Wertheste Aubörer; als daß ich/ehe ich von euch scheide/nach dem Vorbild des grossen Apostels/ von meinen: unter euch geführten Lehr- und Hirten Amt Rechenschaft abstatte. Da ich denn / wie ich vor Gottes und euer aller Angesicht stehe/ nichts vorzubringen gcdencre/ als worüber ich den allwissenden Gott/ mein eigen Gewissen und euch selbst/ zu nntrieg- lichen Zeugen werde anruffen können. Wobey ich mich aber gleich Anfangs gar wohl zu bescheiden weiß/ daß ich armer Erd- und Sünden-Wurm / der geringste unter des Herrn Dienftknechtcn/ mich nicht unterstehen dörsse/ mich mit einem so grossen Werckzcug/ als der Hocherleuchtete/ unmittelbar von Gottes Geist getriebene/ und so hochbegabte Apostel Paulus war / in Vcraleichung zu stellen. Doch obschon ich mich mit einem so grossen Apostel nicht vergleichen darf; so habe doch dessen Fürbild/ obgleich nicht in Vollkommenheit / dennoch in Auftichtigkeit nachzufolgen / mir jederzeit angelegen seyn lassen. ' Was meinen unter euch geführten Lebens Wandel an- betrift/ von dem Krstm Tage an/ da ich dm mBremen gekommen: fo bin ich nnnir selbst und vor Gott/ ein armer und verdammlicher Sünder. Nicht desto weniger darss ich zum Ruhm der freyen Gnade Gottes hoffen / daß mir Barmhertzigkeit wiederfahren sey; daß ich alles Böse in und ausser nur hasse und verabscheue; daß ich dagegen zu streiten/ und so zu leben getrachtet habe/ damit ich ein Vorbild in der Lehre und im Wandel seyn möchte. Ich habe an nichts mehr einen Abscheu gehabt/ als an einem äusserlich angenommenen Schein- und Keuche!- Wesen; weil ich wüste daß ich mit einem allwissenden Gott S zu M ( 4-. ) b-S zu thun hatte / der den Heuchelem ihren Lohn geben/ und dieselbe einmahl zcrschcitercn wird. Der Dtcnjr/ den ich dem HErrn öffentlich und im verborgenen abgestattet habe/ ist zwar sehr unvollkommen/ aber dabey aufrichtig und ohne verkehrte Absichten gewesen; weil ich überzeuget war/ daß ein so herzliches / heiliges/ gütiges und liebreiches W-sen/ als Gott in Christo ist/aller Liebe / aller Hochachtung / alles Gehorsams und alles Dienstes würdig ist Ich habe mich der Demuth vor Gott und Menschen zu befleißigen/ nnd mein von Natur troyigcs Hertze nieder zu beugen getrachtet. Die Bewustheit' meiner Umvürdig- keit/ meiner täglichen Strauchlungcn / meiner besiegenden Schwachheiten/ und dcr darauß entstehenden Mangeldastig- kelt ineines Dienstes hat mich nahe bey der Erden gehalten. Ich habe in Nichtes zu rühmen gehabt / als in meiner Schwachheit. An Thränen hat es auch in meinem Dienste nicht gemangelt. Meine vielfältige Abweichungen und anklebende Verdorbenheiten haben mir manchen Seustzer und vielfaltige Thränen im verborgenen ansgeprestet. Die Betrachtung meiner Untüchtigen zu dem mir anbefoblnen wichtigen Ambte hat mir oftmahls naste Augen gemacht. Das Gewicht der mir anvertrauten unsterblichen Seelen/ und die Begierde/ um deren ewiges Hcyl zu befördern/ sind mir manchmahl eine Ursache vieler Thränen gewesen/ die ich auch öfters hieselbst vor Euch ausgeschüttet; wein, ich Euch mit Thränen ermahnet und an Christi Statt gebeten habe/ ihr möchtet euch doch mit Gott lasten versöhnen. Und wie oft hab ich nicht mit Thräne«: säen und mein Zlmbt mit Seuszen thun müssen / wenn ich so wenig Früchte meiner Arbeit sahe. Auch selbst der Entschluß um Vrcmen zu Verlusten und nach Homderg zu gehen / ist nicht ohne Vcrgiestung vieler Thränen gefastet worden Und eben so wcmg hat es mir auch an Versuchungen geftylet/ M c 4;) 5-s gefehlet / wodurch der Satan / dem es wehe gethan / daß sein Sieich von mir bestritten wurde/ mich müde und Muth loß zu machen getrachtet; die aber der HEn/ der aus der Finsterniß das Licht hervorzubringen weiß/ mir zu meiner Prüfung/ und mehrerer Befestigung dienen lassen. So daß ich mich durch keine Furcht vor dem Satan und feinen Werkzeugen bewegen lassen/ um euch etwas zu verheern/zu verschweigen oder zu verhalten was euch Nützlich seyn konte. Ihr wisset es/Meine Zuhörer! und Gott weiß es auch/ wie 7ch nicht meinen eignen; fondern euren Nutzen und die Erbauung eurer unsterblichen Seelen zu meinem einigen Haudt-Zrveck unter euch gemacht habe. Meine pr^dm- tcn haben cintzig und allein auf euren Nutzen ihre Absicht gehabt Ich habe/ nicht ohne vorhergegangeneAnruffung Gottes/ solche Materien und Warheiten zum Vorwurst meiner Betrachtungen und Vorstellungen crwehlet/ die ich urtheilete/ daß euch und euren Seelen am Nützlichsten waren In deren Uberdencrung und Ausarbeitung/ habe ich das allerbeste und Nutzlichste / das mir Gott ossenbal> rete/zusammen getragen/ mit Znrüerlassung alles dessen/ wovon kein Nutze vor eure Seelen zu erwarten stunde. Euch habe ich also jederzeit den Aern aufgetischet / die Sch^ len und Hülsen aber habe ich vor mich behalten. In meinen Vorstellungen / bin ich mir-auf euren Nutzen bedacht gewesen: daher ich nicht mit hohen Worten menschlicher Weißheit unter euch gewesen/ wodurch die an sich fclbft klare Warheiten nur verdunckelt und Unnütz gemacht werden; fondern ich habe euch die Warheiten nach aller Möglichkeit so klar und deutlich zu machen gesucht / daß ein jeder Nutzen davon haben konte und mufte/ wenn er nur durch feine eigene Unwissenheit oder Unachtsamkeit sich dieses Nutzens nicht muhtwillig beraubete. Und fo habe ich durch Offenbahrung der Warheit mich angenehm suchen zu F ij machen c 44 ) ö-S lnachen an eines jeden Gewissen/ vor dem Angeflehte Bot tes/ wohl wisicnd/ daß das Reich Gottes nicht in ZVorten bestehe/ sondern in der Arafft. Ich habe euch also den gantzen Raht Gottes/ und alles was euch zur Erbauung und zur Sccligkeit zu wissen/ zu glauben und zuthun nöhtig und Nützlich war/ nicht allein Verkündiget; sondern ich habe es euch auch gelehret, Ich habe die euch vorgetragene Warheiten jederzeit aus gewissen und unbeweglichen Gründen suchen herzuleiten; dieselbe in ihrer Verknüpfung / in ihrer GmementKeit/ in ihrer Gott licnkeit und AnnehmenswürdMit vorgestellet; damit ihr das Wort mit Bereitwilligkeit möchtet annehmen/nicht als Menschen Wort; sondern/ wie es denn warhastig ist/ als Gottes Wort. Und das hab ich nicht allein CMntlich und von dieser Stelle; sondern auch Sonderlich und in den ^änsertt gethan. Eure Rrancken habe ich so behandelt/ wie ich urtheilte daß es mit ihrer Seelen Beschaffenheit und mit ihrem Nutzen überein kam; damit sie entweder zu ihrer Bekehrung, oder zu ihrer Aufrichtung / oder zu ihrer Beseftigung und Anspohrnng / von unsern Reden und Gebetten/ unter des Höchsten Segen/ Nutzen haben möchten. Und damit es Niemand an Nutzen Wen möchte/ ha ben wir darin kein ansehen der Persohn gebraucht. "?hr wisset es / und der allwissende Hcrtzens-Kündiger weiß es/ wie uns die Seelen der Armen und Geringen eben so Lieb und Kostbahr gewesen/ als der Grossen und Ansehnlichen; weil bey GOtt selbst kein ansehen der Persohn ist. Ich habe dieselbe/ in ihren Leiblichen und Geistlichen Nöhten und Anliegen/ eben so gerne und willig besuchet / als Fürnehme. Ich habe weder aus Hochmuht noch aus Gemächlichkeit denselben etwas Verhalten/ was ich meinete/ daß ihnen nach Leib und Seele tönte Nutzlich und ersprießlich seyn. M ( 45 ) öK Die mir anvertraut gewesene liebe Jugend betreffend/ so wissen Unpartheyische/ und der allwissende GOtt weiß es auch/ wie ich an derselben alles zu thun gesuchet / wodurch der Nutze ihrer Seelen/ so wohl zu einer vernünftigen und geheiligren Mrrantniß / als auch zu einem Gottseeligen Wandel konte befordert werden: Wiewohl mir meine Treue von einigen schlecht belohnet a worden. In meinem besondern Umgang mit euch/ war es mir jederzeit sehr angenehm/ wenn mir zur Beförderung eures Seelen- Nutzens Gelegenheit gegeben wurde. ^onften ist der vornehmste Innhalt meiner Lehre und meiner Vorstellungen / die Busse zu Gott / und der Glaube an unsern hiLrrn IMsum Christum gewe stn. Es haben zwar einige geschienen/ darum kein sonderlichen Geschmack zu haben; aNein solche werden uns nicht übel nehmen/ daß wir uns nicht nach ihrem verdorbenen/ und nach Unnützen dingen lüsternen Geschmack; sondern allein nach derVorschrifft des HErrn IEsn/und nach dem Exempel des grossen Apostels Pauli haben richten können. Unbußfertige haben wir von der Gejühr ihrer Seelen/ von der unumgänglichen Notwendigkeit und dem grossen Nutzen der Bnfje auss kraftigste zu überzeugen; und zu deren würckliciM Ausübung zu bewegen getrachtet. Bürgerlichen Nahm-Christen haben wir die Feygcn Blatter und das Spinnen-Gewebe eigener Gerechtigkeit wegzunehmen / sie in ihrer natürlichen Blosse darzustellen und zur glaubigen Annchmung der vollkommenen Gerechtigkeit IEsu Christi zu überreden/ uns bemühet. Denen auf Christi Verdienst sich verlassenden Feitglau- bigen haben wir den Betrug ihres Hcrtzens und die daraus gegründete fälsche Hoffnung zu entdecken / und sie von der K iij ' Noht- s. Ich Ziele die nicht auf Irrdische Dtlotmmg; to.'idcrn auf diejenige Lieblose De. gcgnimgcn / womit meine beste Absichle«! nnd Pmitih:mgm öfters smo v> antwortet worden. M ( 46 ) 5-S Nohtwendigkeit eines in der Liebe thätigen / und in allen guten Wercten sich fruchtbar zeigenden Glaubens zu überführen/ uns äusserst angelegen seyn lasten. Schein- und Fenchel Christen haben wir die Abscheulichkeit und Schädlichkeit des bey Gott und Menschen verhaßten Lasters der Heuchelei) zu zeigen / ihnen dasiclbe EcMhaffr zu machen/ und sie zu einem ausrichtigen Dienst Gottes zu vermögen getrachtet. Überzeugte und an der Schwelle des Reichs Christi stehende Beyttaye-Christen sind von uns kräftig aufgewecket worden / um mit Hindansetzung aller Bedencklichkeit des Fleisches/mit Überwindung und Verleugnung aller im Wege stehenden Liebe der Welt und der angenehmsten Gchooß-- und Kujem-Guttden/ einmahl völlig durch zu brechen; den Überzeugungen des Geistes/ und dein an ihren Seelen anklopfenden IEsu/ durch eine ausrichtige Glaubens-Zustimmung und gantzliche Übergabe/ gewonnen zu geben. Bußfertigen/ <)eyl-beglerigen und um ihre Seclig- keit warhaftig bekümmerten Seelen haben wir die geöfnete Liebes Armen des erbarmenden IEsu/ den freyen und wider alle Sünden und Uneinigkeiten offen stehenden Brunnen seines Verdienstes / und die in Ihm befindliche unerschöpfliche Fülle der Gnaden gezeiget/ um daraus durch einen lebendigen Glauben zu nehmen Gnade um Gnade. begnadigte und im Glauben stehende haben wir zur Beständigkeit und zum Wachsthum anznspohren; Aleinmüthige und Angefochtene zu ftarcken und aufzurichten; ja allen alles zu werden getrachtet/ damit wir aus allen einige gewinnen/ und/ wo möglich/ unterdes Herren Seegen/ allen Nützlich seyn möchten. Dis ist also ein kurtzer Entwurss desjenigen/ so ich in dem mir Hieselbst anvertrauten Lebr-Amt/ nach dein Maaß der mir von dem HErrn verliehenen Gaben und Gnade/ wiewobl nicht ohne grosse Schwachheit und Unvollkommen- heit/ M ( 47 ) heit/ babe meine vornehmste Bemühimg seyn lassen. Nun vergönnet mir noch/ Meine Werthefte Zuhörer! daß ich auch'Euch fragen möge/ was denn meine/ zwar schwache und unvollkommene/doch treu und wohl gemeinte/ und nur auf euer ewiges Wohlfeyn abgcziclte / mehr als Ächtzehn-Iahrige Arbeit / vor Nutzen an euren Seelen gcfchaffct und hersürgebracht habe? Wie sehr würde ich mich freuen/und mit wie vielem Ver^ gnügen würde ich von dieser Stelle treten / wenn ich wissen solte/ daß meine Arbeit an keiner eintzigen Seele unter euch wäre Unnütz und vergeblich gewesen. Doch dieses wird wohl eher zu wünschen als zu hosten seyn. Die lange Er- fahrung hat lcyder! zu meinem grösscsten Schmertzcn/ nur allzu klahr gelchret/ wie wenig Nutze durch meine Arbeit an dem grössten Haussen/ in dieser großen und zahlreichen Gemeine sey geschassct worden- Ist schon die Busse zu Gott ohne Unterlaß eingescharffet und'angedrungcn worden: So sind doch die mchresten in ihrer Unbußserrigkeit immerdar fortgegangen. Ja es hat das smwliche Wesen bey den meisten noch von Zeit zu Zeit zugenommen. Pracht und Hochmuth/ Betrug und Ungerechtigkeiten / Lügen und Falschheit/ Fluchen/ Lastern und Verlaumden/ Hurcrcy und Ehbruch/ Unmaßigkeit/Üppigkeit und Verschwendung / und unzchlige andere Sünden nehmen täglich mehr und mehr übcrhand; wie sehr auch dagegen ohne Unterlaß geprediget und geeissett worden. Und eben so Unnütz ist auch unsere Arbeit an euch gewesen/ Bürgerliche NahmLhristen! Euch haben wir niemahls überzeugen können/ daß ihr der Busse und Be kehrung nöhtig habt/ weil ihr euch von groben und in die Augen lauffenoen Lasiern frey wisset; die nothwendige Um- schmeltzung und Vcrandcumg oes Hertzens aber euch cine gantz fremde und unbekmm Sache ist. Ihr seyd alio die Gejm?" -U ( 48 ) Gesunden/ die keines Achtes benöthiget sind; und die Ge- rechten/ die keiner Vusse bedörffen. Und was sollen wir sagen von denen / die als schnöde Heuchler nur das Auswendige gefeget haben/ und inwendig voller Hcncheley und Untugend geblieben sind / gleich den übertünchten Grabern/ die auswendig schön scheinen/ aber inwendig volles Unflats und voller Todten-Gebeine sind; die Gott und Menschen zu verriegen suchen / und unterdessen sich selbst am aUerelendeften bctriegen. Noch etwas mehr Nutze» scheinet unsere Arbeit an denen gehabt zu haben/ die von der Notwendigkeit ihrer Bekehrung und Busse zwar überzeuget geworden/ aber denen es bis Hieher noch an einem völligen Durchbruch gcfthlet hat. Inzwischen wird unser Wcrct ihnen nicht den geringsten waren Nutzen bringen/ so lange sie sich nicht entschlicssen/ der Sünde und der Welt den völligen Abschied zu geben/ und sich dem Dienst des HErrn in Auftichtigkeit zu übergeben. Sie werden nur Veynaye-Christen bleiben; und im Fall sie nicht zur würcklichen und gantzlichen Veränderung kommen/ bey dein Hasen noch Schiffbruch leyden/ und bey der Schwelle des Himmels verlohnn gehen. Der meiste Nutze solte zwar an denen gejchaffet worden seyn / welche in ihrer Jugend unst'rer Unterweisung sind anvertrauet worden. Allein es ist zu bedaurcn / daß unsere vielfaltige Mühe anch an den meisten derselben ohne wesentlichen Nutzen geblieben ist. Indem viele dasjenige / so in langer Zeit und mit vieler Arbeit ihnen von den Gehetm- nüssen der Secligkeit war beygebracht worden/ aus unverantwortlicher Nachlässigkeit in kurherZeit wiederum vergessen haben. Andere haben zwar einen gesunden Begriff der Warheit und des Weges zur Seeligkeit empfangen; unterdessen bleibet alles dieses Misset: / so lange es nicht geheiliget und bis zur waren Veränderung des Hertzens durchgedrungen ist / gantz Unnütz: M ( 49 ) 5H Unnütz: Man bleibet dabey nur ein chönend Mrtz und eine klingende Schelle: Ja es dienet nur zu desto schwereren Verdamniß; weil solche/ mit denen Knechten / die des HErrn Willen wissen und nicht thun / doppelte Streiche leyden werden. Was tan es euch allen nun Nutzen/daß ich so viel Jahre euer Lehrer gewesen bin/und euch von allem dein was Nützlich war/ nichts verhalten habe? Da ihr inzwisihen/ durch eure eigne Schuld/alle meine Arbeit Unnütz und vergeblich gemacht habt. Wie schwer wird eure Verantwortung seyn? Wenn ihr einmahl von so vielen Predigten / von so vielen Ermahnungen/ von so vielen Seustzern und Thräne;:eures Lehrers solt Nechenschafft geben. Wie werden dieselbe nicht wie Keur ewig aus euren Seelen brennen ? Es würde euch bester und Nützlicher seyn/ niemahls so viel Gnaden Mittel gehabt zu haben / als daß ihr sie genossen/ und dieselbe zu eurem ewigen Verderben verwahrloset habt. O! möchte denn doch diese meine letzte Vorstellung noch einigen Nutzen zum Heyl und zur Erhaltung enrer unsterblichen Seelen haben! O Sünder! die ihr bisher allen Reichthum der Güte/ Geduit und Langmuht Gottes verachtet/ und euch durch seine Güte nicht habt zur Busse wollen leiten lassen: Beden- ctet doch endlich einmahl/was zu eurem Frieden dienet. Fahret doch nicht langer fort den Höchsten zu zergen und dessen Langmuht zu mißbrauchen: damit ihr euch dadurch nicht möget seinen Zorn wie einen Schatz Haussen/aus den Tag seines Zorns und der ossenbahrung seines^gerechten Gerichts. Lasset vielmehr seine Langmuht eure «Deeligkeit seyn. So viel Iahren hab ich vergeblich an euch gearbeitet: möchte denn doch diese gegenwartige Stunde der glüchcelige Augenblick seyn/ da euch der HErr möchte Gnade wiedersahen lassen! dis ist nun das letzte mahl daß ihr von mir werdet zur Busse und zum Glauben an unsern HErrn IEsum Cbri- G sium M ( so ) öK sium ertnahnet und aufgewecket. Last euch denn doch endlich überreden/ und gebt dem HErrn und seinem Geiste einmahl gewonnen, Ruffet aus: Du haft mich überredet/und ich habe mich überreden lassen: Du bist mir zu ftarck geworden und dast mich übermocht. ^hr/ die ihr euch auf euer Bürgerliches Christenthum bißher falschlich verlassen / und durch einen eingebildeten Glauben eure arme und unsterbliche Seelen betrogen habt: werffet doch einmahl die Feigen-Blatter/womit ihr euch vergeblich zu bedecken bemühet habt/ aus euren Handen weg. Bekennet mit heiliger Bekümmerniß und Schamhastigkeit eure geistliche Blosse; und fanget an/ das Spinnengewebe eigener Gerechtigkeit mit dem Mantel der Gerechtigkeit IE- su und mit den Kleidern seines Heyls zu vertauschen. Dan/ es sey denn eure Gerechtigkeit besser und überflüssiger als die der Schristgelehrten und Pharisäer/ so werbet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Seyd nicht mehr zufrieden mit einem auswendigen Lippen-Dienst; sondern dienet dem Gott/ der ein Geist ist/ im Geist und in der Warhett. Ihr/ die ihr dem HErrn einen Heuche!--Dienst gebracht habt: junget nun an dasjenige in der rvarheit und in Aufrichtigkeit zu thun / was ihr bißher nur im Schein und vor den Menschen gethan habt. Gedencket / daß ihr nicht mit Menschen/sondern mit einem allwissenden Hertzen- und Nieren-Kündiger zu thun habt/ vor welchem ihr euch nicht verbergen/- und den ihr nicht betriegen könnt. Vor welchem die Finsterniß leuchtet wie das Licht/und die Nacht wie der Tag. Der alle Wercke für Gericht bringen/ der einem jeglichen nach seinen Wercten vergelten / und den Heuchlern ihren Lohn geben wird. Seyd ihr von der Notwendigkeit eurer Busse und des Glaubens an unsern HErrn IE«um Christum überzeuget: Ach! gehet doch nicht länger mit Fleisch und Blut zu rathe; sondern M ( 5- ) 5S sondern brechet einmahl durch alle Hindernissen edelmühtig hindurch; weil doch kein ander Weg und Mittel zum Leben und zur Erhaltung eurer Seelen zu finden ist. Flehet den HErrn selbst um seine Gnade inbrünstig und unablässig an. Ringet und kämpfet so lang/ biß ihr den Sieg erhalten und den Seegen davon getragen habt. Dis ist eine Arbeit/ die euch in Ewigkeit nicht gereuen; sondern die euch in eurer Todes Stunde erquicken und erfreuen wird. Doch! ist schon meine Arbeit in Ansehung dieser aller fruchtlos; und ohne Nutzen gewesen: so ist dieselbe doch nicht vergeblich undunnnt; an euch gewesen/Begnadigte und Heylbegierige Seelen? Es sey/ daß der HErr mich zu einem Mittel und Wercheug eurer Busse und Bekehrung gebrauchet hat; oder daß das m euch bereits angefangene N)erck der Gnaden durch meine schwache Arbeit aufgewecket und befördert worden. Ihr seyd meine Freude und meine Arone am Tage des Ruhms. Eure treue Vorbitte hat mir Kraft in meinem schweren Ambte beygesetzt. Eure Ermunterungen haben mir in meinen Schwierigkeiten Muht gegeben / und in eurem liebreichen und erbaulichen Umgang dab ich viel Erqutcrung gefunden. Wan ruchlose Satans-Sclaven und bürgerliche Man!-und Fenchel-Christen mich beynahe Müde und Muhtloß gemachet hatten; dan hat nur eure aufmerksame und unmmwete Lern- und ILrdaunngs-Begierde zu einem kräftigen Spohr gedienct / um mit unverdrossenem Eyffcr in dem Wcrcre des HErrn fortzufahren. Und also würde es nie zu dtefer traurigen Trennung gekommen seyn/ wenn nicht eine mächtigere Hand dieses L^ebes-Band dein anßwendigen nach gebrochen. und aufgelöset hätte. Wie gerne hätte ich sonst die mir noch beftimmete/ vielleicht wenige Taae unter euch beschliessen/und meine noch übrige Kräfte zu eurem Nutzen verzehren und aufopfern wollen/ wenn es des HErrn Wille also gewesen wäre. Aber nun ist es in dem Naht der Heili- G ij gen M ( 5l ) b-A gen Wächter anders beschlossen gewesen. Es ist dannenhero dillig / daß wir dem HErrn stille halten. Er hat in altem seine heilige/ uns aber hie auf Erden mehrentheils verborgene Ursachen. Seine Wege sind allmt richtig; deren höchste Weißheit und Gezicmemheit wir einmahl in der Ewigkeit erkennen und heiliglich bewundern werden. inzwischen wird der Getreue und unveränderliche ieho- bah sein Werck nicht stecken lasten. Hat er das gute Werck in euch angefangen; Er wird es auch vollenden / biß ausdcn Tag IEsn Christi. Ist euch durch meine schwache Arbeit einiger Nutze zur beforderuug des Heyls eurer Seelen zugeflossen: schreibt solches nicht nur; sondern alleine dem zu/ der mein unvollkommenes Werck geseguet / und mit seiner Gnade an euren Seelen begleitet hat; da dasselbe hergegen an so vielen andern Fmchtloß und Unnütz geblieben ist. Ihm fehlt es noch nicht an Mitteln/nm dasjenige/so durch meinen Abschied abgehen möchte / reichlich zu ersetzen. Er hat Geistes gnug übrig. Flehet den HErrn der Erudte nur mit brünstigen Seufzern an/ fo wird Er wohl wieder einen treuen Arbeiter in stine Erndte ausftossen. Unterdessen seyd ihr nur an eurer seite getreu. Seyd ihr durch wäre Busie und einen lebendigen Glauben an unsern HErrn IEsum Christum von der Finsterniß znm Licht/und von der Gewalt des Satans zu Gott bekehret ? Seyd denn auch fest und unbeweglich/und nehmet immer zu in dem Wercte des HErrn/ sintemahl ihr wisset / daß eure Arbeit nicht werde Vergeblich und Unnütz in dem HErrn seyu. Stehet in: Glauben; seyd männlich nnd seyd starck. Besieget durch den Glauben den Teuffel und die im argen liegende ZVelt mit allen ihren reizenden und betrieglichen Schein- Gütern. Denn / alles/ was von Gott gebohren ist/ überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Vieg/ der die Welt überwunden hat. So werdet ihr auch einmahl das Ende eures Glaubens davon tragen/ der Seelen Seeligkeit. Müssen M ( 5Z ) öS Müssen wir denn schon dem Leibe nach getrennet und entfernet werden; So werden doch unsere Hertzen in dem HErrn verewiget bleiben. Vergesse ich dein/ o Bremer Jerusalem; So werde meiner Rechten vergessen: meine Zunge müsse an meinem Gaumen kleben/ wo'ich dein nicht zum Guten gedencte. Euer Gott soll mein Gott/ und euer Volct soll »nein Volck seyn: Uns soll selbst der Tod nicht scheiden/sondern zu einer genauern und beständigem Gemeinschaft briugen. E6 ist doch um ein kleines nur zu thun/ so wird euer und mein Seelew Bräutigam ankommen. Da werden wir uns nicht mehr mit nassen Augen ansehen. Da werden euch keine bittere «cufzer mehr ausgepresset werden. Da wird euch nicht mehr dungern noch dürsten: da wird nicht mehr aufeuch fallen die Sonne / oder irgend eine Hitze. Denn das Lamm mitten im Stuhl wird euch weiden/ und leiten zu den lebendigen Wassrbrunnen; und Gott wird alle Thränen/ auch diejenige/ worinn ich euch jetzo fast zerflies- sen sehe/ abwischen von euren Angeil. Die Zeit/ und die Webmuht meines eignen Hertzens gebieten mir zu Messen. Gehabt ILnch denn lVohl! HochEdle und Hochweise Herren / die das Ruder dieser Stadt in ihren Handm fuhren^ Ihnen danckeich mit verbundenem Hertzen vor den treuen Schutz/dessen Sie mich die Zeit meines hicieyns hoch- geneigt genicss'N lassen: daß ich das Wort der Warheit / das Evangelium der Wecligßeit / in ungehinderter Gewissens-Frey- tzeit/ zur Erbauung der mir anvertrauten theuren Gemeine/ verkündigen mögen. IEsus / die ewige Weißhelt / durch welchen die Könige regieren / und die Aahts^erren das Recht ansetzen/ lasse in einem reichen Maaß aufIlmen ruhen den Geist der Weißheit und des Verstandes; den Geist des Rahts und der Stürcre; den Geist der Errantniß und der Furcht dcs HErrn. Er heilige und segne alle Ihre Raht- schlage und UMemehmungm/ und führe dieselbe zur Verherrlichung jeims Nahmens; zur zerstöhnmg des Reichs der Hi.n- G nj sierniß/ ( 54 ) fterniß/ und zur beforderung der Warheit und der Gottsce- jigkeit aus! damit diese gute Stadt eine beständige Herberge der Rirchen seyn und bleiben möge. Gehabt Much wol)!'. Hochgeehrte Herren Ambtsge- nossen. Ich dancke Ihnen vor die Liebe und Hülffe die Sie nur erwiesen haben. Der HErr wolle es Ihnen nie man- geln lassen an nöhtigen Kräften des Leibes und der Gnaden/ um das Ihnen anvertraute wichtige Ambt mit vielein See- gen wahrzunehmen. Er Schencke Ihnen einen solchen Mit- Arbeiter wieder/ der die Hcerde Christi getreulich weyden/ und mit Ihnen ein Fürbild der Heerde seyn möge: damit Sie/ wenn IEsus der Ertz-Hirte erscheine!: wird/ die unver- welckliche Krone der Ehren mögen davon tragen? Gehabt Much wohl! Hochgeschätzte Herren / denen der Van dieser Kirchen anvertrauet ist. Iebovah / der Sie in dieses Schwere Ambt gesetzet hat / drucke das Gewicht desselben immer kräftiger auf ihre Hertzen. Er gebe Ihnen nöhttgeWeißheit/ Fürsichtigkeit und Gnade/ um jederzeit/ insonderheit in den gegenwartigen Umständen'/ mit vereinigten Hertzen/ ohne fleischliche Absichten / solche Mittel zu berahmen und solche Vorschläge zu thun / die nicht so sehr aufden ausserlichen / als wohl fürnemlich aufdminwendigen Van und Wohlstand dieser Zahlreichen/ und aus so viel unsterblichen Seelen bestehenden Gemeine abzielen mögen ? Der HErr lasse es diesem Zion nie an treuen Wächtern mangeln / die den gantzen Tag und die gantze Nacht nicht schweigen mögen/ biß Jerusalem gesetzet und anfertiget sey zum Lob auf Erden! Gutes und Barmhertzigkeit müsse Ihnen folgen ihr Lebenlang / und sie müssen bleiben in dem Haufe des HErrn in die lange der Tagen? Gehabt Much wohl! WerthesteBrüdere in Christo/ die Ihr das Ambt der Mtesten dieser Gemeine bekleidet/ und denen die Versorgung der Armen an derselben aufgetragen ist. Suchet Euch jederzeit als solche Eltesten zu M ( ss ) öK zu erweisen/ die ZVohl furstehen/ und denen das wäre geistliche Wohlseyn dieser theuren Gemeine zu Hertzen geht. Leget davon den jetziger Gelegenheit eine lebendige Probe ab. Lasset Euch nicht durch natürliche und die cwsserlichen Sinne kitzelende Gaben verleiten; sondern sehet auf einen solchen Mann/ der als ein von Gott und seinem Geist Gelehrter auch ändernden Weg des Lebens aus eignerErsahrnng möge zeigen können: So werdet Ihr nicht allein zwiefacher ILyrm wehrt seyn; sondern auch Such selbst eine gute Stuffe erwerben / und eine grosse Freudigkeit im Glauben/in Chnsto ISsu. Gehabt Such woyl! meine liebe Catechijanten/ und alle die Ihr meiner Unterweisung genossen habt. Von einigen unter Euch habe ich keine »»gegründete Hoffnung geschöpfet/daß meine Arbeit an Ihnen nicht würde Vergeblich seyn; und die ich deswegen sehr lieb und wehrt gehalten habe. Sehet aber wohl zu/ daß wir in unserer Hoffnung nicht mögen betrogen werden. Haltet was Ihr habt / damit Euch niemand eure Krone nehme. Ich als ein geistlicher Baumeister habe den Grund geleget: Ein Ander wird draus bauen. Bauet Ihr aber auch Euch selbst als lebendige Steine zum geistlichen Hause. Seyd begierig nach der vernünftigen lautern Milch der Warheit/ aufdaß Ihr dadurch nicht allein in Erkantniß/ sondern auch in der Gnade unsers HErrn IEsu Christi zunehmen möget. Meidet die Lüsten der Jugend. Lasset Euch durch den Strohm der weltlichen Eitelkeiten nicht mit fortreißen. Stellet Euch dieser gegenwartigen/ so sehr Verdorbenen/ nno sottest im Argen liegenden Welt nicht gleich; Sondern verändert Euch durch Erneuerung eures Sinnes/ und prüfet welcher da sey der qute/ der wohlgefällige und vollkommene Gottes Wille. Seyd keine Kmder am Verstand / aber werdet Kinder an der Boßheit / und wachset in allen guten Stücken an dem der das Haupt ist/ Christo IEsu unserm HErrn. Damit ich ( 56 ) die Freude haben möge/ daß ich höre/ daß meine Amder in der Warheit wandeln. Gehabt Much wohl! Meine Theureste Gemeine/ und alle die Ihr hie zugegen seyd. Ah dauere allen denen aus innigstem Hertzen die mich als einen Fremdling lhrer Liebe und Freundschaft gewürdiget; die mich auch nach dem Leibe erquicket haben. JEsus / der allg'.mgsame und getreue Heyland/ der einen seinen Knechten gereichten Trunct kalten Wassers nicht will unbelohnet lassen/ der sey ein reicher Vergelter aller mir und den meinigeu erwiesenen vielfältigen Wohlthaten. Er setze ihre Hauser zum beständigen Seegen / und laß es Ihnen nie mangeln an irgend einem Gut! Iehovah/ der heilige Israels/ sey Euer aller GOtt. Er lehre Euch selbst was Nützlich ist/ und leite Euch auf dem Wege den Ihr wandeln solt. Traurct nicht zu sehr/ Wehrteste Brüdere und Schwestern in dem HErrn/ über meinen Abschied. Ich bin nur ein schwaches Gefäß gewesen/ woraus der HErr Euch einige Tropfen seiner Gnade Messen lassen. Begebet Euch zu der Quelle selbst/ und schöpfet/ durch ernstliche Scnfzcr und einen lebendigen Glauben/ aus derselben Gnade um Gnade. Der HErr gebe Euch einen solchen Lehrer wieder/ der nichts anders als seine M)re / und den Nutzen eurer unsterblichen Seelen zumZwcct seiner gantzen Bedienung setzen möge; und durch dessen gesegnete Arbeit viele Seelen dem Ertz-Hirten Christo IEsu mögen zugeführet werden ? Nun denn / Lieben Bruder/ ich befehle iLucd Gott / und dem Wort seiner Gnaden/ der da mächtig lst Milch zu erbauen/ und )U geben das Mrbe/ unter allen dle ge-- heillget werden. Amen! ja/ AM E N!