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XU. Einfluss des Wohlstands auf die Gebnrtenziffor.
1. Frankreich. (Vergl. Bcrtillon, Annafcs de Demographie internationale 1, p. 87.)
Nach der Berechnung Bertiitons bestand in Frankreich 1862 foigendes Verhi'Otnis der Natalitätzum Grundeigentum:
Grundbesitzerpro tPOU Kinwohner
30 Departemeuts 285
31 , 240
21 , 177
lm Mittel der 3 Gruppen 240
24.78
25,70
28,10
26,00
Nach Dr. J. Goldstein. Dte vermeintlichen und die wirklichen Ursachen des Bevölkerungsstill-standes in Frankreich, München 1898, S. 32 ff. betrug die Zahl der Geburten auf 1000 Einwohner:
Departements
tSOI—)8t0
!SS6—139"
Departements
tS0[-]810
!88C- <
Nord
ca. 35
29
Garonne
33
18
Pas de Calais
32
30
Gers
30
15
Finistere
37
33
Lot et Garonne
30
15
Schon Hippolyte Passy wies in den 30 er Jahren dieses Jahrhunderts darauf hin, dass währenddie von der grossen und kleinen Bourgeoisie bewohnten Städte eine üusserst geringe Geburtenhäuügkeitaufwiesen, die Städte mit einer starken Arbeiterbevölkemng eine grosse Geburtenhäufigkeit zu verzeichnenhatten. So zählte man nach seinen -Angaben in den Städten Tours, Versailles, Angers u. s. w. nurca. 2,5-2,6 Geburten auf 1 Ehe, in Saint-Etienne dagegen, einer Stadt mit einer starken proletarischenBevölkerung, ca. 4,6, in Nimes und Boulogne ca. 4 u. s. w. !m Anschluss daran konstatierte Passy, dassin den Städten, in welchen die Fabrikindustrie stark entwickelt war. die Geburtenhäufigkeit sogar denDurchschnitt für ganz Frankreich übertraf. Damit stimmt das Ergebnis folgender Tabelle überein:
Periode
Der gesamtenatürlicheBevölkerungs-zuwachsFrankreichs
.Der natürliche Bevölkerungszuwachsder Departements Kord und Pas de Calais
in Prozenten des natür!.ahsomt Bevölkerungszuwachses
von ganz Frankreich
Der natürliche Bev.-Zuw der sog. stadt.Kommnneu von Nord und Pas de Ua!ais
in Prozenten des natürl.absolut Bevölkerungszuwachses
von ganz Frankreich
1861/65
716000
91000
13 °o
44000
6 o/o
1882/86
376000
98000
26 °/o
65000
17 "/o
1886/90
191000
10U000
33°,o
68000
36 "/o
11 ,
1891/94
16000
84000
!!!
54000
Man könnte vielleicht einwenden, dass die Departements Nord und Pas de Calais ihre grosseGeburtenhäufigkeit weniger den grossindustriellen Arbeitern als vielmehr den zahlreichen Ausländernzu verdanken hätten. Wie unberechtigt diese Vorstellung wäre, zeigt folgende Tabelle:
Industrielle Departements
Pas Me Calais . . . . . . .
Seine Interieure.
Nord ..
Vosges . . . . . . .
Saöne et Loire . . .
Marne.
Gard.
Aisne..
Loire Interieure . . ...
Bouches du.Rhone . .
Ardennes . .
Somme., .
Loire . ..
Meurthe et Moselle .... . . .
Departements mit zahlreicher armer bäuerlicherBevölkerung
Finistere .
Morbihan.
Cotes-du-Nord- .........
Ule et Vilaine .........
Aveyron . . . .
Departements mit zahlreicher wohlhabender bäuerlicherBevölkerung
Tarn et Garonne
Lot et Garonne * . ..
Gers.- . '
Frankreich . ..
I rankreich ohne die 14 industriellen Departements
Anzahl der Geburten auf1000 Personen weiblichenGeschlechts im Alter von15—45 Jahren 1890/9113613012211410710710610510410310310310197
154
131
122
113
115
80
71
70
102
98
Prozentsatzder Ausländerim Jahre 1886
3,0
1,2
18.32,20.33,90,72,40.2
12,9
11.30,80,57,6
0,7
0,1
0,8
0,2
0.1
0,4
2.2
2,2