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Im Jahre 1897 wurden in Rufsland achtzehn neueHüttenwerke gegründet mit einem Gesamtkapital von über90 Mill. Mark 1 . Diese Erfolge zusammenfassend, sagt derBericht des amerikanischen Generalkonsuls zu Petersburg vomDezember 1898: „Das schnelle und ununterbrochene Wachstumder russischen Eisenindustrie ruft die unfreiwillige Bewunde-rung und das Interesse in allen Ländern Europas hervor. Vorzehn Jahren nahm Rufsland den siebenten Platz unter denEisenproduzenten der Welt ein, heute den fünften, indem esOsterreich und Belgien überholte. Während zehn Jahren hatRufsland seine Eisenindustrie verdreifacht 2 . Insbesondere aberverweisen die Anhänger des gegenwärtigen Systems darauf,dafs es der Regierung, als der Hauptkonsumentin von Eisen-bahnmaterial, durch die Androhung des Einkaufs im Auslandeneuerdings gelungen ist, die Schienenpreise von 2 Rubel proPud auf 1,10 Rubel pro Pud herabzudrücken 8 . Bekanntlichhat die russische Regierung letzthin auch wieder gröfsereMengen von Lokomotiven im Auslande bestellt.
Die Gegner der bestehenden Hochschutzzölle verweisendemgegenüber darauf, dafs die angeführten MafsnahmenDurchbrechung des Zollsystems bedeuten, welche für Privateunmöglich seien. Für letztere, insbesondere die Verbrauchervon Klein- und Handelseisen, seien die russischen Preisefestgelegt durch die internationalen Preise plus Zoll. „Sokostete z. B. fremdes Gufseisen im Juli 1898 in Petersburg pro Pud 88—102 Kopeken, russisches 90,5—108 Kopeken.Mit anderen Worten, trotz eines Zolles von 45 Kopeken proPud und eines internationalen Preises von 45,5—63 Kopeken(einschliefslich Transportkosten) haben ausländische Firmen