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ungebildeten städtischen Publikum Anstofs erregte. Hat dochdie Tagespresse mit wenigen Ausnahmen die Währungsreformals „verdeckten Staatsbankerott" verurteilt und das Publikumder Annahme der neuen Goldmünzen zähen Widerstand ent-gegengesetzt.
Aber diesen Vorteilen standen weit überwiegende Nach-teile gegenüber. Der Weg einer beträchtlichen Hebung desPapierkurses war nur möglich unter Kontraktion der um-laufenden Notenmenge — eine Mafsregel, welche bei wachsen-der Bevölkerung und in einer Zeit aufstrebender Volkswirt-schaft aufserordentlich schwer durchzuführen ist.
Gegenüber den periodisch wiederkehrenden Bedürfnissendes Verkehrs nach Vermehrung der Umlaufsmittel hat dasrussische Finanzministerium alle Mühe gehabt, den vor-handenen Papierumlauf auch nur auf der gleichen Höhe zuerhalten. Jenen durchaus legitimen Bedürfnissen, welche beimetallischer Währung die Banknoten befriedigen, hat Rufs-land wiederholt durch Neuemissionen von Papiergeld ent-sprechen müssen, so bei der aufsergewöhnlich guten Ernte1888, wie bei den Mifsernten 1891 und 1892; es war nichtleicht, diese voll gegen Gold gedeckten Noten wieder aus demVerkehr herauszubringen 1 .
Kontraktion war um so schwieriger in einem Lande, woder Umlauf des Geldes sehr langsam und bei dem Mangelbankmäfsiger Zahlungsmethoden der Bedarf nach Kassen-beständen aufsergewöhnlich grofs ist.
Endlich, die Hebung des Rubelkurses auf die Höhe desalten Goldrubels wäre nur möglich gewesen unter beträcht-lichen, die ganze Volkswirtschaft schwer schädigenden Kurs-schwankungen.
Kursschwankungen vorwiegend nach Oben, wie sie inRufsland stattgehabt hätten, wären vom Rückgang der Preise
1 Raffalovich, Marche financier. 1892/93, S. 72. Die regel-mäfsigen Schwankungen des Geldbedarfs nach Jahreszeiten hat manans den Kassenvorräten der Reichsbank bestritten. A. a. O. 1894/95,S. 216.