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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
Entstehung
Seite
495
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Geschäftsaufschwungs wie der Krisis entzogen werden:un-getreue Freunde" L Damit werden die verzinslichen Depositaimmer bedenklicher für die Centraibank, welche in Fällender Not für den Kredit des ganzen Landes das Rückgrat seinsoll. Nicht nur, dafs sie die Bank zu gewagten Geschäftenveranlassen, um die Verzinsung aufzubringen und darüberhinaus Gewinn zu machen erfahrungsgemäfs ist auch inZeiten der Krisis die Rückforderung der Depositen gefährlicher,als die Präsentation der Noten.

Die Rückforderung der Depositen warf 1806 die preufsischeBank. Schon seit 1850 hat die preufsische Bank wenigstensfür Summen, welche weniger als drei Monate bei ihr belegtblieben, keine Zinsen mehr vergütet 2 . Seit 1879 sind auchdie versinslichen Depositen, welche die deutsche Reichsbankvon der preufsischen Bank noch übernommen hatte, gänzlichbeseitigt worden 3 .

Unter den unverzinslichen Einlagen überwiegen in Rufs-land noch heute die des Finanzministers 4 . Diese Einlagenhaben während der letzten Jahre des Friedens und des volks-wirtschaftlichen Aufschwungs der russischen Reichsbankdauernd sehr beträchtliche Mittel zur Verfügung gestellt. Daaber in Zeiten der politischen Verwickelung oder gar dermilitärischen Mobilmachung diese Summen mit Sicherheit zu-rückgezogen würden, so gilt von ihnen das, was A. Wagnergegen die Anlage des Kriegsschatzes bei der Centraibank aus-führt: die Bank müfste die von ihr gewährten Kredite kün-digenin jenem kritischen Zeitpunkte, wo die Darlehnsan-sprüche sich steigern" 5 . Sollte letzteres Mittel versagen, sobliebe nichts, als die Zuflucht zur Notenpresse. Einen gewissen,

1 Lötz, Geschichte und Kritik des deutschen Bankgesetzes.Leipzig 1888, S. 287.

2 Poschinger, Bankwesen und Bankpolitik in Preufsen II, S. 27.Vergl. auch III, 41.

3 Lötz a. a. 0. S. 284.

4 Sudeikin a. a. 0. S. 313.

6 A. Wagner, System der Zettelbankpolitik, 8. 390.