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und den Jndogermanen großasiatischer Herkunft, die sichzu dem aus Kleinasien gekommenen Christentum bekennen:wie in aller Welt soll die Praxis sich mit dieser Weisheitzurechtfinden? Auf Grund dieser Demarkationslinie wärenalle als Kinder getauften oder später zum Christentumübergetretenen Juden, ferner die von getauften jüdischenEltern oder Großeltern stammenden Christen dem Interdiktverfallen. Treitschke selbst führt die ungetauften Riesferund Veit in einer Linie mit dem getauften Felix Mendelssohn als deutsche Juden an. Was meint er zu Stahl, demStifter der Schule, an welche sich die christlich-germanischenHochkonservativen anlehnen? Was zu Neander? Von denLebenden will ich Niemand nennen, um Niemand unbequemzu sein. Und wie ist es mit den Abkömmlingen der bereitssehr zahlreichen Mischehen? Wenn die Rassenproskriptionnach nordamerikanischem Vorbilde gegen die Semiten an-gewendet werden sollte, so müßte auch das Halbblut aus-gestoßen werden. Damit kämen wir schon bis in die höhernChargen der Armee, von welchen bis jetzt zwar die Söhne,nicht aber, natürlich nur unter gewissen Bedingungen, dieSchwiegersöhne Sems fern gehalten werden.
Warum doch sich mit all diesen fadenscheinigen Vor-wänden quälen! Gestehen wir es uns ehrlich: wir habenes mit einer alten, von Geschlecht zu Geschlecht seit Jahr-hunderten fortgezeugten Antipathie zu thun, die, zu einernaturalistischen Thatsache geworden, in Vielen auch diestärkste Logik nicht gegen die Macht der Gewohnheit auf-kommen läßt. Wer es erklären sollte, brauchte nicht umdie Gründe verlegen zu sein; nur müßte man ihm Zeitlassen, die halbe Weltgeschichte zu Hilfe zu nehmen. ImWesentlichen entsprang das Mißgefühl aus dem Gegensatzder Glaubensbekenntnisse, deren jedes sich für das wahre,das allein berechtigte hielt. Seitdem die Konfessionen
Ludwig Bambcrgers Ges. Schriften, V. 2