Miß Sara Sampson.
noch da sind. Ich habe Ihre Bankozcttcl, Ihre Zuwclcn, nieals mein Eigenthum angesehen, und itzt alles mitgebracht, umes wieder in diejenigen Hände zu liefern, die mir es anver-trauet hatten.
rNellefont, Behalten Sie alles, Marwood.
Marrvood. Ich will nichts davon behalten. Was hätteich ohne Ihre Person für ein Recht daraus? Wenn Sie michauch nicht mehr lieben, so müssen Sie mir doch die Gerechtig-keit wicdcrfahrcn lassen, und mich für keine von den seilen Buh-lcriiincn halten, denen es gleich viel ist, von wessen Beute siesich bereichern. Kommen Sie nur, Mcllcfont. Sie sollen denAugenblick wieder so reich seyn, als Sie vielleicht ohne meineBekanntschaft geblieben wäre»; und vielleicht auch nicht.
XNellcfonr. Welcher Geist, der mein Verderben geschworenhat, redet itzt ans Zhncn! Eine wollüstige Marwood denkt soedel nicht. .
XNarwooö. Nennen Sie das edel? Ich nenne es weiternichts, als billig. Nein, mein Herr, nein, ich verlange nicht,daß Sie mir diese Wiedererstattung als etwas besonders anrech-nen sollen. Sie kostet mich nichts; und auch den geringstenDank, den Sie mir dafür sagen wollten, würde ich für eineBeschimpfung halten, weil er doch keinen andern Sinn als die-sen haben könnte: „Marwood, ich hielt Euch für eine nieder-trächtige Bewegern»,; ich bedanke mich, daß Ihr es wcnig-„stcns gegen mich nicht seyn wollt."
Mellcfont. Genug, Madame, genug! Ich fliehe, weilmich mein Unstern in einen Streit von Großmuth zu verwickelndrohet, in welchem ich am ungcrnstcn unterliegen möchte.
Marwood. Fliehen Sie nur; aber nehmen Sie auch al-les mit, was Ihr Andenken bey mir erneuern könnte. Arm,verachtet, ohne Ehre uud ohne. Freunde, will ich es alsdannnoch einmal wagen, Ihr Erbarmen rege zu machen. Ich willIhnen in der unglücklichen Marwood nichts als eine Elendezeigen, die Geschlecht, Ansehen, Tugend und Gewissen für Sieaufgeopfert hat. Ich will Sie an den ersten Tag erinnern, daSie mich sahen und liebten; an den ersten Tag, da auch ichSie sahe uud liebte; an das erste stammelnde, schamhafte Bc-