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2 (1838)
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Die glückliche Erbin.

Und wenn man an den Tod denkt, woran denkt man da zu-gleich? An die Liebe. Za wahrhaftig an die Liebe. Wäre dieLiebe nicht, so wäre dem Tode längst das Handwerk gelegt; dieWelt wäre ausgcslorbcii, und der Tod selbst hätte müssen denWeg alles Fleisches wandern. Dem Testamente also zu Folge,und auf jungen Zuwachs für den Tod, erlaube, meine liebeLiscttc, daß ich dich nach Zahr und Tag wieder einmal umarme.

A.isette. (die ihn abermals zuriickstöstt ) Man sollte schwören,der Mosjcu kenne mich sehr genau.

Pasquin. Es schwöre wer Lust hat! Wenn er einen fal-schen Eid thut, so nehme ichs auf mich Aber sich doch:Mosjcu? Und erst, Herr? Steigt das, oder fällt das?Jungfer Liscttc, Sie wird mich böse machen. Du sollst michweder Mosjcu noch Herr nennen; du sollst mich deinen liebenPasPiin nennen. Hörst du Liscttc?

Kusctte. Bey jcdcm Wortc, das ich hörc, ist mir, als obich vom Himmel fiele. Ey, mein lieber Pasquin? Und gesternhabe ich Ihn in meinem Leben das erstemal gesehn. Denn ichwill doch nicht hoffen, daß Er ein gewisser Pasauin ist, dervor langen langen Zeiten einmal bey dem verstorbnen HerrnPancraz in Diensten war? Wenn Er das wäre, gewiß, ichkrazte Ihm die Augen aus.

pasqnm. (bey Seite.) Was mach ich nun? Soll ichs seyn,odcr soll ichs nicht scyn?

Aisette. (bey Seite.) Zch will ihn doch wenigstens ein Biß-chen zappeln lassen. Der Schurke von einem Pasquin.

Pascimn. Gemach!

-iUsette. Der Galgenstrick

Pascntt'n. Behüte!

Falsette. Za wag Er es einmal, und nehm Er sich seiner an.

Pasquin. Nein, gewiß das wag ich nicht. Mcinc Augensind mir zu lieb. Aber so viel muß ich sagen: die Pasquincsind, so lange die Welt steht, ehrliche brave Leute gewesen.Selbst die Poeten wissen davon zu crzchlcn. Man schlage dieKomödien nach! Was für ansehnliche Rollen lassen sie unsnicht darum spielen! Wir sind allezeit treu, verschlagen, hur-tig, und die allcrcrgcbcnsten Liebhaber der Liscttcn. Würden