Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
505
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Fatimc.

Ich fühl es, daß ihr mich nicht lieben konnt.Nicht können?

Nein, nicht könnt!

Fürwahr

Fürwahr,

Daß du es wenigstens nicht kannst, das sprichtSchon dieser hönsche Ton, schon diese Mine,Die auch den schönsten Mund verzerren würde.

Auch deinen? Nicht? Tu irrest dich in mir,Ich könnte dich nicht lieben? Ich nicht? BloßDaß du so sehr gerecht bist gegen dichUnd uns, blos darum könnt ich dich schon lieben,40 War sonst auch gar nichts licbcnswerth an dir.

Fahr nur so fort! Wer heute mich erbittert,Der thut mir einen Dienst. Du kannst so wildMich schwerlich machen, als ich heut gern wäre.

Was ist dir, theure, liebste Busenfrcundinn?

Was willst du, theure, liebste Busen schlänge?Dein sanftes Aug ist blau, dein Herz ist schwarz;Dein Mund kan lächeln, wenn die Zähne knirschen.Harmonische Bezauberungm sprichtDie glatte Zunge, spricht Verderben, das60 Im Hinterhalt des Doppelsinnes laurt.

Schweig! Lieber will ich noch von dir gekränkt,Verhöhnet seyn, als liebgekost von dir.

Allein Prinzessin

Nannte man dich so,Als dn der Liebling unsers Bassa wärest?O wärst dus noch! Prinzessin, Königin,Wollt ich dich gern beym dritte» Worte nennen,Und tief dabey, tief bis in Staub, mich bücken.Dehn nur den majestätischen Hals, und führDie großen Augen langsam rund umher!W Im Schwindel deiner vorgcn Höh, der nochDich nicht vcrlaßcn, mag ich leichtDir viel zu unwcrth scheinen, diesen PlatzNach dir, Prinzessin, zu bekleiden. Doch