Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
507
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KlconuiS. 507

An dir!

An mir ?

Was dünket dich, Fatime?90 War nicht ein kleines, schwaches, weißes TäubchenMit großen scharffen Uhnhsklancn, mit

Gekrümmtem spitzem Adlcrschnabcl, wär >

So ein Geschöpf der wilden Phantasie

Des Mahlers, in der weiseren Natur

Sin Unding, wohl nicht ein Geschöpf zum Lachen l?Nun denn?

Erkennst du dich, mein Täubchen, mein

Verstelltes Täubchen? Oder willst dn auch,

So wie die wahre Taube vor dem Spiegel,

Dich gegen dein getreues Abbild sträuben,100 Und mit dem kleineu Schnabel darnach hacken?

Die närrischen Gesichter! Ich muß lache».

Denn jede, wett ich, sitzet nun zu Wiuckcl,

Wägt deinen Zorn und zittert kindischer,

Als du gedroht. Dein Zorn! Du zornig? Du?

Dein Zorn ist Laune; launisch kanst du sey»,

Nicht zornig, lind dein Drohn! Die Nachtigall,

Sie will ans ihrer kleinen Kehle donnern.

Wer drohen will, muß Groll zu hegen wißcn.

Und weißt du das? Dir steht das Drohen, so110 Wie mir das Wciuen.

Kanst du gar nicht weinen?Nein, aber auch nicht weinen sehn. Du weinst?

K l e o n n i s.

Ein Trauerspiel in fünf Auszügen.

Personen.

Anphaes, der Vater. König der Messcnicr.

Lleonnis, sein Sohn, der bey der Plünderung von Anipbca wcg>gekommen und unter dem Namen Mclaucus (n^an^) j,, dem Stückevorkommt. (Oder Theres (s-i«-«?).