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Tie Bildung der Parteieil.
Auch als der Kölner Bischofsstreit diesem Führer der preußi-schen Konservativen die Maske abzog und ihn als den Genossendes Verfassers der Brandschrift auftreten ließ, die unter dem Namendes Athanasius Gift und Galle gegen den Staat Preußen aus-spritzte, auch da noch behielten die sophistischen Lehren nnd die inSchlagworten gipfelnden Historisch-Politischen Anekdoten, in denenJarcke seine politische Weisheit znsammenzusassen liebte, ihre Wirkungauf die Berliner Kreise. Die an sich ganz unvereinbaren Elemente,fürstlicher Absolutismus, klerikale Herrschsucht uud die Ausprücheder Junker, suchten aneinander Unterstützung und fanden sich immerwieder zusammen, weil sie sich von dem starken Strome der Zeit,von den durch die Veränderung der Gesellschaft unerbittlich ge-forderten Reformen in gleicher Weise bedroht fühlten.
Die Jnnker.
Den Kern der seit den Karlsbader Beschlüssen die innere Ent-wicklung der deutscheu Staateu beherrschenden Partei bildeten inden meisten dieser Staaten, namentlich aber auch in Preußen , dieJunker. Seitdem der König 1815 das Gendarmerie-Edikt sistierte,durch die Deklaration von 1816 die kleinen Bauern den Grund-herren auslieferte nnd 1823 in den Provinzialvertretungen demLandadel die Gewalt über wichtige Zweige der Verwaltung gab, seit-dem verstummte die 1807—IS bis zur revolutionären Drohung sichvorwagende Opposition der Marwitz nnd Jork. Jetzt vertraten siewieder gern den Satz, daß des Königs Gewalt heilig sei nach ihremUrsprung und nicht beschränkt werden dürfe dnrch menschlichesKlügeln.
Die Partei uannte sich konservativ, wie denn anch 1315 und1816 der Sieg über die Reformer unter den Schlagworten einesKampfes gegen den Umsturz und für das Recht erfochten wurde.Aber gerade diese Siege des Adels vou 1815 uud 1816 habeu die echtkonservative Grundlage des Staates erschüttert. Denn sie schwächtenden Bauernstand an seinem Besitz und miuderteu seine Zahl inbedenklichster Weise. Mittelbar aber gerieten diese Siege des Adelsauch dem Adel selbst zum Schaden. Ist doch jene Vernichtungeines erheblichen Teiles des bäuerlichen Besitzes die letzte Quelle