Teil eines Werkes 
1 (1900) Begriff : psychologische und sittliche Grundlage ; Literatur und Methode ; Land, Leute und Technik ; die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Entstehung
Seite
269
Einzelbild herunterladen
 

Die heutige Bevölkerungsverteilung nach Wohnplatzcn.

269

Kommen wir aber zur Sache und betrachten a) das Verhältnis der verschiedenenWohnplätze zur Fläche und Bevölkerungsdichtigkeit und die Größe der Dörfer, b) dieabsolute und relative Verteilung der Bevölkerung nach Stadt und Land, sowie ihreverschiedene Zunahme.

a) Die Länder mit dichter Bevölkerung sind im ganzen auch die städtereichen. InPommern kommt nach Franz aus 8, in Preußisch Sachsen aus 3, im Königreiche Sachsenaus 2 Geviertmeilen eine Stadt, eine solche von über 10 000 Seelen kommt nach Viebahnim östlichen Preußen auf 75, im westlichen aus 36, in Sachsen auf 27 Geviertmeilen.Nach der Reichsstatistik von 1375 kommt ein Ort von über 2000 Seelen in Ostpreußen auf 534, in Pommern, Brandenburg, Posen aus 330, in Hannover auf 311, in Schlesien auf 194, im Königreich Sachsen auf 97, am Rhein auf 78, in Bayern auf 466, inWürttemberg, Elsaß ;c. auf 146 Geviertkilometer. Die Rheinprovinz ist dreimal so dichtbevölkert wie Ostpreußen ; dort wohnen von 100 Einwohnern 60, hier 23 in Ortenvon über 2000 Seelen. Aber diese Regel hat doch viele Ausnahmen, weil natürlicheund historische Ursachen eine erhebliche Bevölkerungsdichtigkeit auch ohne intensiveStädteentwickelung erzeugen können. Horn berechnet für 1850, daß Preußen mit 23,Belgien mit 25 °/o Städtebevölkerung 2213 und 8090 Seelen pro Geviertmeile hätten;Schlesien und Sachsen haben etwa gleiche Bevölkerungsdichtigkeit, aber Sachsen erheblichmehr Städte, Die wenig bevölkerten Gegenden haben vielsach das Hofsystem; die reich-bevölkerten sind die der großen Dörfer. Im Jahre 134950 hatte eine Landgemeindein Holland 1744, im preußischen Staate 302 Seelen; im Regierungsbezirk Gumbinnen 151, in Düsseldorf 404 Seelen. Im Jahre 1875 zählte durchschnittlich Seelen:

In:

Preu-ßen

Bran-den-burg

Pom-mern

Posen

Schle-sien

Sach-sen

Schles-wig-Holst,

Han-nover

West-falen

Hessen-Nassau

Rhein-land

eine Landgemeindeein Gutsbezirk

2S1IIS

103IIS

288144

233131

46091

40664

362303

35779

874101

43S34

7314S

Von den 37 026 Landgemeinden des preußischen Staates haben 1875 fast 15 000 unter200 Seelen (darunter 3448 in Ostpreußen ), etwa 14 000 haben 2500, 6000 500 bis1000, der kleine Rest über 1000 Seelen gehabt.

d) Die wichtigste Bewegung der neueren Zeit ist die stärkere Zunahme der Städte,wie sie uns in den absoluten und relativen Zahlen der Stadt- und Landbevölkerungentgegentritt. Ich führe zunächst einige wichtige Zahlen an; die Bevölkerung ist inMillionen ausgedrückt; als Städte sind für Deutschland und Frankreich die Orte über2000, sür die Vereinigten Staaten die über 8000 gezählt.

18711880

1890

1800184018701890

Deutsches Reich Städte °/o Land14,8 36,1 26,218,7 41,4 26,523,2 47,0 26,2

Vereinigte StaatenStädte °/° ^übrige °/°

°/°63,958,653,0.

13461886

Städte

8,613,8

Frankreich

°/o24,435,9

Land26,824,5

°/°75,664,0.

Städte °/°

Schottland Dörfer °

/o

0,21,58,018,2

3,38,520,929,1

15,630,444,3

91,579,170,8.

18711891

1,9

2,6

58,165,4

0,380,46

11,511,6

ländlicheDistrikte

1,020,92

°/°

30,423,0.

Wir sehen, daß die absolute ländliche Bevölkerung nur in Frankreich erheblich abnahm,in den Vereinigten Staaten sogar stark zunahm, wie auch die schottischen Dörfer wuchsen,