Nachdem der Währungsstreit zu Ruhe gekommen ist, hatder „Verein zum Schutze der Deutschen Goldwährung" dieihm bei seiner Gründung gestellte zweite Aufgabe noch zu er-ledigen, seinen Teil zu der wissenschaftlichen Vertiefung der-jenigen Probleme beizutragen, die dem Kampfe der vergangenenbeiden Jahrzehnte zu Grunde gelegen haben. Zu diesem Zweckewird er in den nächsten Monaten eine Serie von Arbeitenherausgeben, in denen verschiedene Verfasser die wichtigstenPunkte der Währungsfrage in eingehender Weise untersuchen.Wir erwähnen hiervon: eine die Soetbeer'schen Materialien er-gänzende und fortsetzende Währungsstatistik; eine Darstellungder Münzreform der Vereinigten Staaten, Russlands und Indiensunter spezieller Berücksichtigung der Konkurrenzfähigkeit dieserLänder auf dem Weltmarkte; ferner Schriften über „Landwirt-schaft und Doppelwährung", „Geldwert und Preisgestaltung", so-wie über „die Organisation und Diskontpolitik der verschiedenenNotenbanken" u. s. w.
Wir glauben diese Veröffentlichung nicht besser einleitenzu können als mit einer Darstellung des währungspolitischenWirkens Bambergers, des berufensten und bedeutendsten Vor-kämpfers der deutschen Münzreform. Unser Verein ist ihm zubesonderem Danke verpflichtet: er war einer der Begründerdesselben und das hervorragendste Mitglied seines Vorstands;er bethätigte sich .bis zu feinen letzten Lebenstagen in umfassen-der Weise als eifrigster und unermüdlichster Verfechter unsererZiele. Indem wir ihm bei der Wiederkehr seines Todestagsein literarisches Denkmal zu errichten suchen, erfüllen wir einedoppelte Dankesschuld.
Stuttgart , den 14. März 1900.
Der Vorstand des Vereins zum Schutzeder Deutschen Goldwährung.