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erheben, dass er stets im Recht sei, wenn er sich beklagt überdie linke Seite, dass Sie, nachdem Sie diese Auseinandersetzungengehört haben, verstehen werden, dass ich nur aus diesemGrunde das Wort zur Debatte genommen und die Besprechungveranlasst habe. Es war mir leider nicht möglich, bloss imRahmen einer persönlichen Bemerkung diese Erläuterung, dieseRichtigstellung gegen eine vollständig ungerechte Anklage, imeigenen und im Namen meiner Mitinterpellanten zu geben, ichwiederhole aber ausdrücklich, dass ich dem Herrn Präsidentendes Reichskanzleramts noch gestern mündlich erklärt habe, esist uns nicht entfernt in den Sinn gekommen, uns in die Frage'der Silberverkäufe einzumischen, am allerwenigsten sie hier imReichstage zur Debatte zu bringen. Das sind Fragen derExekution, die nicht bloss für die öffentliche Erörterung sichnicht eignen, sondern für welche die Parlamentsmitglieder garkeine Kompetenz haben. So lange die Münzgesetzgebung nochim Gange war, habe ich ja oft meine Meinung ausgesprochen undmich stets zu der Ansicht bekannt, dass wir rasch das Silber.verkaufen müssten, weil ich der Ansicht war, dass es nur bergabgehen könne. Ich hatte damals den Widerspruch von Seitender Reichsregierung zu bekämpfen und ich stehe nicht an zubekennen, dass namentlich der letzte Herr Finanzminister indieser Beziehung von falschen Annahmen ausging, die ich stetsheftig angegriffen habe, die aber damals massgebend waren,und ich erklärte fortwährend: wer keinen Anteil an derExekution habe, wäre ein Thor, sich hinein zu mischen in das,was bei Exekutionsmassregeln zu thun sei. Er habe den Schadendavon, wenn er schlecht geraten; hat er gut geraten, so ist esdie Regierung, die es gethan hat. Die Regierung muss dieganze Verantwortlichkeit der Exekution tragen und ich habedeswegen nie in diesem Hause seit Jahren mit der Frage michbefasst, ob die Regierung gut thue, Silber weiter zu verkaufenoder nicht. Ich hatte allerdings in früherer Zeit bis vor einemJahr öfters die Ehre, mit dem Herrn Präsidenten der Reichs-bank über diese Frage mich zu unterhalten, und stets das Ver-gnügen gehabt, dass wir ziemlich derselben Meinung waren indiesen Dingen. Jetzt habe ich mich enthalten, die Unter-haltungen fortzusetzen, weil meine Stellung zur Regierung sichja verändert hat, und ich bei den Beamten nicht voraussetzen