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gern unter den obwaltenden Umständen mit dem, was wir so-eben vom Regierungstische gehört haben, denn es begegnetsich in den Hauptpunkten diese Äusserung nach der heutigenSituation vollständig mit meinen eigenen Anschauungen, näm-lich darin, dass es frevelhaft wäre, eine Beunruhigung überdie Haltbarkeit unserer Geldzustände in das In- und Auslandzu werfen. Und weil ich davon durchdrungen bin, gerade wieder Herr Vertreter der verbündeten Regierungen, dass wir vorallem eine solche Kalamität von unabsehbar nachteiligen Wir-kungen fern zu halten haben, deswegen, meine Herren, richteich von vornherein an Sie die Bitte, wohl zu prüfen, ob Sieaus allgemeinen Parteirücksichten, aus einem gewissen Instinkt,aus Liebhaberei, aus Neigung, aus altgewohntem Vorurteil —man liebt ja nichts so sehr wie sein Vorurteil — zustimmensollen zu der Resolution, die Ihnen heute unterbreitet wird.
Betrachten Sie das nicht als eine gleichgültige Sache, sehenSie es an als ein Ereignis, dem das In- und Ausland die grössteAufmerksamkeit schenkt, und bedenken Sie, dass, wenn dieEntscheidung auch gar keine gesetzgeberische Folge habenkann und haben wird, wenn auch die Reichsregierung ihr ganzkühl gegenübersteht, wie ich hoffe, und wie ich auf Grundihrer früheren Erklärung anzunehmen berechtigt bin, — Siedoch durch eine Resolution dieser Art, wie sie Ihnen jetztnahe gelegt wird, in unsere wirtschaftlichen Verhältnisse sowohldem Inland wie dem Ausland gegenüber eine Beunruhigungbringen werden oder bringen können, welche von verhängnis-vollen Wirkungen begleitet sein möchte. Ich weiss wohl, dassman ja im ganzen darauf vorbereitet sein muss, bei Abstim-mungen vorgefassten Meinungen zu begegnen, und dass jederAppell an die Kraft prüfender Argumente etwas unschuldsvollund naiv klingt. Ich verzichte aber dennoch, unter der schwerenVerantwortung, die unter diesen Umständen auf dem Reichs-tag ruht, nicht auf die Hoffnung, dass der eine oder der anderevon Ihnen, wenn wir zur Abstimmung über diese Resolutionkommen werden, es sich wohl überlegen werde, ob er sie unter-stützen wolle oder nicht.
Meine Herren, der deutsche Bimetallismus — ich bedienemich absichtlich dieser abstrakten Form, um jede persönlicheEmpfindlichkeit von vornherein zu beseitigen — der deutsche