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Juchhe nach Italia! : 1. im Mai; 2. im Juli / [Ludwig Bamberger]
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mit volkswirthschaftlicher Nüchternheit die Unentbchrlich-keit eines habsburgischen TcrritorialbesiheS in Italien nachweisen. *) In der That, Oestreichs wirthschaftlicheBlüthe ist ein schöner Beweis für den Segen seines Sta-tus yno. Es ist kaum glaublich und doch wahr, daßes eine Zeit lang beinah Stichwort gewesen, dem Fluchöstreichischer Verfinstcrungspolizci den Segen des mate-riellen Wohls als Compcnsation entgegenzusetzen. Hatwirklich eine Art, dieses materielle Wohl! Ein Land dasin den Krieg hineingeht, verblutet und verarmt, wie sonstkaum eines aus langem Krieg heraus gekommen. Assig-naten, allgemeiner LandcSbankrutt vor dem ersten Schuß!Nuinirtc Industrie, entehrter Handel, Unmöglichkeit desVerkehrs mit dem Ausland. Das sind die Vortheile,welche einem halben Jahrhundert des Friedens unter demSchutze des Mönchs- und Pvlizciwescns entsprossen sind,und w.lchc ganz Deutschland drohe», wenn es die schwä-bischen Reichsstände und süddeutschen Curialstiiumcn da-hin bringen, daß habsburgischcs Negimcut siegreich über

*) Einer der banalsten Trugschlüsse I» der Nationalökono-mie ist, daß man ein Land besitzen nn'iffe, um In vorthcilhaflcnHandelsbeziehungen mit ihm zu stehe». Ncw-Vork war wohl frucht-barer für Liverpool als es noch einer englischen Kolonie angehörte;und 'Augsburg und 'Nürnberg hatten keinen blühenderen Verkehrm t Venedig als dieses noch nicht dem östreichischen Brudcrstaat ein-verleibt war? Lasset Obcritalicn dem habsburgsschen BettclmönchS-rcgime entzogen sei», und es wird euch bessere Zinsen abwerfen alswenn ihr es n»tcr ecr soldatischen Fuchtel zur Verarmung führet»lote die ander» östreichischen Prcvinzcu.

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