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MS 311 - Brentano I : [Allgemeine Volkswirtschaftslehre] ; [Vorlesungsskript WS 1910/11]
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er kommt zu nichts,wenn seine Produkte nicht begehrt werden. Die An-dern, denen man die Güter bietet, müssen bereit aein, ihre Güter da-gegen herzugeben. Unter den Arbeitslosen gibt ee nicht nur Arbeits-scheue, sondern auch solche, deren Arbeit zur Zeit nicht begehrt wird.Die Menge der Güter, die einem zur Verfügung stehen, werden Sticht mehrausschliesslich durch ihn selbst bestimmt, sondern durch die Leistungseiner Güter zu den Leistungen der Güter Anderer. Das gilt auch fürdie Arten der Güter,die jede Sonderwirtschaft für die Befriedigung ih-rer Bedürfnisse erhält.

Es ergibt sich als Folge des gesellschaftlichen Oharaktersunserer Volkswirtschaft:

Die rechtliche Herrschaft der Gesamtheit über die Wirtschaftdes Einzelnen, wie sie zur zeit des Kommunismus bestand, hat immermehr abgenommen, damit sind aber die Sonderwirtschaften keineswegsunabhängig von einander. An die Stelle der rechtlichen Abhängigkeitvom Ganzen, ist die tatsächliche getreten. Waren die einzelnen nichtnur wirtschaftlich sondern auch rechtlich gebunden, so sind sie heuterechtlich frei, ökonomisch aber abhängig. Und je mehr die Arbeitstei-lung fortschreitet, desto grösser die Abhängigkeit der Sonderwirtschaf-ten von einander.

Das ist die Bedeutung des Wortes " gesellschaftliche Orga-nisation der Volkswirtschaft".

Wenn dies so zeigt, dass heute keine unabhängige Sonderwirt-schaft mehr besteht, dass alle Sonderwirtschaften mehr oder wenigervon einander abhnägig aind,dann drängen sich weitere folgenschwere ira-gen auf, deren Lösung von der einechneidenstea Bedeutung für unserWirtschaftsleben sind.

Was ist vor allem ein Gut? Ferner was bestimmt den Wert die-ses Gutes? Was bestimmt die Zu- und Abnahme der Güter der Sonderwirt-schaften? und besondere,was heisst heute produtiren.wer produzirt, wer