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MS 311 - Brentano I : [Allgemeine Volkswirtschaftslehre] ; [Vorlesungsskript WS 1910/11]
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dabei aus von einem Durchschnittsmenschen und normalen Verhältnissenund frBgt sich: Was ist die Bedeutung,die der Durchschnittsmensch die-aem Cut beilegen würde, unter normalen Verhältnissen?

Ferner Kann man unterscheiden!

1) Fiktiven und

2) wirklichen Wert.

Von fiktivem Wert lat die Rede, wenn die Eigenschaften und Tatsachen,auf deren Grund und Annahme einem Cut ein Wert beigelegt wird, in derWirklichkeit nicht bestehen.

Von wirklichem Wert spricht man, wenn die Eigenschaften undTatsachen,auf Grund von deren Annahme einem Wert beigelegt wird, tat-sächlich vorhanden sind.

Hier ist auch auf einen Jrrtum Schaeff les und Buchenbergershinzuweisen. Diese sprechen von einem fiktiven Wert des Bodens, wennder Verkaufewert höher ist als der Ertragswert. Diese Ansicht ist aberirrig. Warum steht denn der Ertragswert unter dem Verkaufswort? Klei-ne z.B. kaufen Grundstücke nicht als Kapitalsanlage,sondern als Ar-beitsgelegenheit und dafür sind sie bereit ,ev. viel mehr zu bezahlen,als dem kapitalistischen Kapitalswert entspricht. Das istvalso nichtfiktiver Wort. Das wird er erst, wenn dem Käufer die sichere und un-abhängige Arbeitsgelegenheit nicht zu Teil wird. Ebenso ist es mitLeuten, die Grundstücke teuer bezahlen, weil sie hiedurch politischenEinfluss etc. erlangen.

Allein wenn wir den Wert auch unterscheiden, alle diese Unter-scheidungen hindern nicht, dass aller Wert subjektiver Wert ist. Eskommt nur an

1) auf die Eigenschaften,die einem Gut beigelegt werden,gleich-viel ob sie fiktiv oder wirklich sind, undS) auf die Bedeutung,die ein Subjekt diesen Eigenschaften zurBefriedigung seiner Bedürfnisse beilegt.