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MS 311 - Brentano I : [Allgemeine Volkswirtschaftslehre] ; [Vorlesungsskript WS 1910/11]
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zu haben, vor allem ein menschliches Bedürfnis befriedigen muss. Er-ste Voraussetzung ist bei ihm auch der Gebrauchswert. Nun aber sagter: " Die Nützlichkeit eines Dinges für daB menschliche Leben machtes zum Gebrauchswert" und fährt fort " kürzend nennen wir das nütz-liche Ding selbst - Gut& Indem er dies sagt, wird die Nützlichkeitder Dinge als etwas Absolutes hingestellt. Die phys. Eigenschaftendes Warenkörpers bedingen nach Marc seinen Gebrauchswert.

Der Tauschwert d.h. das Verhältnis,in dem ein Gut fähig ist an-dere Güter einzutauschon, ist ihm dagegen etwas Wechselndes. DieserTauschwert wird nun nach Karl Marc nicht bestimmt,d.h. die Verschieden-heit der natürlichen Eigenschaften der Ware,also nicht durch das wasnach ihm ihren Gebrauchswert bestimmt: man könne mathem. Operationennur mit gleichartigen Grössen ausführen, daher kommt bei Untersuchungder Momente,die notwendig sind beim Austausch,es nicht an auf diephysische oder technischenEigenschaften der auagetauachten Güter. Denndiese sind ungleichartig. Nur eine Eigenschaft macht sie vergleichbar,dass sie Produkt der Arbeit sind. Daher bestimmt sich der Wert derWarejnach Marc nach der aufgewendeten gesellschaftlich notwendigenArbeitszeit,die auf ihre Herstellung verwendet worden ist.

Dieser Gedankengang, so bestechend er ist, beruht ebenfallsauf Jrrtümem.

Zuerst ist unrichtig, dass alle Waren Arbeitsprodukte sind,nichtsdestoweniger haben auch die Waren,die es nicht sind, Tauschwert*Ganz abgesehen haben Waren, die wirkliche Arbeitsprodukte sind, suchwenn sie verschiedener Natur sind, die Eigenschaft gemeinsam, dem Be-dürfnis zu dienen. Also können sie miteinander verglichen werden. DieMenge und die Verhältnisse bestimmen den Gebrauchswert und auch denTauschwert. Der Gebrauchswert bestimmt den Tauschwert der Ware. Damitkommen wir zuerst zu einer neuen Frage: