Autograph 
MS 311 - Brentano I
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Arbeitszeit,desto mehr Arbeiter verwendet werden müssen. Es ist aberim Interesse des Arbeitsgebers gelegen, möglichst arbeitersparendeProduktionsmethoden einzuführen. Da nuh nach Marx die Grösse des Wer-tes abhängig ist von der Menge der verwendeten Arbeiter, so müsste sichder Kapitalist hüten, einen Arbeitsprozess einzuführen,der Arbeiter er-spart,denn damit würde der Mehrwert leiden^ T&.B. ein Produkt kostet9000 Arbeitstage zur Herstellung,dazu 30 Arbeiter a 390 Arbeitstageverwendet. Lohn-- 370 Arbeitstage; in diesen sei es möglich den Lebene-{! unterhalt während eines Jahres herzustellen. Die Summe des Lohnes

.! wäre 3100 Arbeitstage. Das würde einen Mehrwert ergeben von 900 Ar-

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beitstagen.

Jetzt wird ein arbeitsersparender Prozess eingeführt, durch den esmöglich wird, dasselbe Produkt durch 20 Arbeiter in 6000 Arbeitstagenherzuetellen. Das ergibt 20 Arbeiter a 270 Arbeitstage Lohn und eineGesamtsumme von Lohn von 5400 Arbeitstagen. Der Mehrwert würde von900 auf 600 Arbeitstage zurückgehen. Das wäre die Folge; wenn dieMarx'sche Lehre richtig w8re, dass es lediglich die Muskelarbeit sei,die den Tauschwert des hergestellten Produktes bestimme. Der Kapi-talist wäre hiemlt vollkommen unverständlich.

Das hat Marx selbst erkannt und er hat diesen Widerspruch selbstlosen zu können geglaubt,indem er sagt: Dieser Widerspruch treibedie Kapitalisten zu einer Ausdehnung des Arbeitstages, in dem Masse,in dem er arbeitersparende Prozesse einführe. Marx hat dies zu illu-strlren gesucht an der Ceschichte der engl. Textilindustrie. Diesezeigt, dass Hand ln Hand mit der Einführung arbeitersparender Prozesseeine Verlängerung des Arbeitstages eingetreten ist. Hier schritt aberbald die Gesetzgebung ein und setzte der Ausdehnung des Arbeitstageseine Schranke ( 9 h) und durch Arbeitercoalitlonen wurde eine nochweitere Verkürzung erreicht.

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