Autograph 
MS 311 - Brentano I : [Allgemeine Volkswirtschaftslehre] ; [Vorlesungsskript WS 1910/11]
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natürlichen Ursachen: da wo es sich um Monopolgüter handelt: KönigEduard von England bezahlt das 1 ha grosse Grundstück auf dem alleinBemcastler Doktor wSchst,750000 Mark,dann fehlende Frachtbarkeit,fehlende Aufbewahrungsmöglichkeit.

Dann aus ökonomischen Ursachen kann die Beschaffungsmöglichkeitfehlen. Früher kostete es wenig ein Eisenwerk anzulegen: einen Hoch-ofen anzulegen kostete dann schon 4 - C Millionen Mark; die Anlage ei-nes modernen Thomaawerkes kostet 55 Millionen Mark. Ein solches Thomas-werk hat tatsächlich auch ein^Monopol. Künstliche Beschränkung derBeschaffungsmöglichkeit sindjataatl. und gesellschaftliche.

Staatliche : Einfuhr- Verbote, - Zölle,die alten Xunftprivilegien,

hiedurch wird auch ein preissteigendeB Monopol hervorgerufen.^gesell-schaftliche: Dieselben werden bewirkt durch Koalition der Produzenten,durch Preisabmachungen derselben. Der Käufer ist genötigt den höheren/Preis zu zahlen,er hat keine andere Beschaffungsmöglichkeit. ^

Was dem Verkäufer gegenübersteht, das,wofür er seine Ware her-geben soll, ist eine Geldsumme. Tür den Betrag,mit dem er vorliebnimmt, ist massgebend:

1) die Dringlichkeit seines Bedürfnisses,sich in den Besitz von Geldzu setzen. Diese Dringlichkeit ist verschieden,je nach den Verhält-nissen des Verkäufers,namentlich auch je nachdem es sich um einen zu-fälligen Oder einen gewerbsmässigen Verkäufer handelt. Von den Ver-hältnissen,d,H. ob er dringend Geld benötigt, das kann ihn veranlassen,seine Waren billiger loszuschlagen; im umgekehrten Fall kann er zuwar-ten,bis er bessere Preise erzielen kann.

Der zufällige Verkäufer befindet sich meist im Drange der Not:daher erzielt er weniger als der gewerbsmässige ,der auf den Verkaufeingerichtet ist. Preise, wie sie hervorgerufen werden durch bes.Dringlichkeit des Bedürfnisses heissen Schleuderpreise.