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Bedarfs. Jst das nicht der Fall, so wird der Preis sinken, bis dieProduktionskosten desjenigen gedeckt sind, dessen Produkte noch demBedarfe dienen. Hier ist eine Streitfrage zu erwähnen* Ricardo undseine Schule haben in ihrer Preislehre die Produktionskosten allein
ln den Vordergrund gestellt, so zwar, dass sie sagen* die Produktions-' !
kosten aeibn es allein, die den Preis bestimmten. Wenn sie herabgin-gen, würde die Konkurrenz alsbald die Preise herabdrücken auf dasNiveau der gesunkenen Produktionskosten und umgekehrt.
Dq kam der Amerikaner Carey,der für die umgekehrte Lehre auf-stellt^ der Preis bestimmt die Produktionskosten, Wenn eine Verän-Rerung in der Nachfrage oder in einem anderen Preisbestimmungsgrundeine Preisminderung zur Folge hat, so fallen viele Produzenten aus,d^e nicht zu dem geringeren Preis produziren können, whd umgekehrtsteigen die Preise, so treten neue Produzenten hinzu, di,e auch mit
hohen Produktionskosten noch Gewinn erzielen können. !
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Beide Lehren fassen einseitige Vorgänge ins Auge, die ein-tpeten können und auch sehr oft eintreten. Aber es sind/diese Vor-^ g$nge nicht die einzig möglichen. Beides kann richtig sein. In ein-
zelnen Phile kommt es aber vor allem darauf an festzustellen,beiwelchem Preisbestimmungsgrund die Aenderuug eingetreteh ist. Esgilt hier niemals eine allgemeine Pormel aufzusteilen.!
?4) Letzter Preisbest immungsgru nd für den Verkäufer is^do^^andereAb sat zmöglichkeit. Kein Verkäufer wird eine geringere Summe fordern,j als er von einem anderen Käufer,an einem anderen Ort,zu einer anderenj Zeit erhalten kann. ;
Wenn ihn A 10, B IS bietet, eo bekommt B die Ware, Dar Verkäufervergleicht aber wie an anderen Orten die Warenpreise stehen und;sieht er nach Abzug der Frachtkosten einen Mehrgewinn,so verkauft er- auswärts. 1