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einer Münzverschlechterung verbunden gewesen. Der Geldwert steigt undum sich das nötige Geld zu verschaffen,macht sich der Staat künstlichGeld, indem er den Gehalt der zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklär-ten Münzen vermindert;
b) der Bedarf v on Ede lmetallen zu Zahlungszwecken hängt a b von derMenge der vorhandenen vollwichtigen Metallumlaufsmittel. Je mehr sol-che da sind, desto geringer der Bedarf und umgekehrt. Hier macht dasGesetz des Grenznutzens sich geltend: Je mehr man von einer Ware hat,desto mehr sinkt sie im Wert.
c) ist von Einfluss auf den Bedarf an Edelmetallen die Zirkulations-geschwindigkeit der vorhanden vollwichtigen met. Umlaufsmittel. Regrösser diese, d.h. je öfter ein Geldstück im Stand ist in einer be-stimmten Zeit die Hand zu wechseln,desto weniger ist Bedarf an Geld,um die Umsätze zu bewerkstelligen. Diese Zirkulationsgeschwindigkeitdes Geldes ist abhängig von seinem Volumen und der Dichtigkeit derBevölkerung. Je geringer der Wert, der in einer bestimmten Gewichts-menge enthalten ist,deatoweniger Umsätze kann ein und dasselbe Geld-stück im Tage machen und umgekehrt. Je dichter die Menschen zusammen-wohnen,desto leichter kann ein Geldstück die Hand wechseln. Die reineQuantität ist also nicht massgebend für den Wert des Geldes.
d) ist von Einfluss auf den Bedarf von Edelmetallen zu Zahlungszweckendas Maas, in dem in einem Land Geldsurrogate vorhanden sind. Scheide-münzen,Kreditumlaufsmittel, Abrechnungsstellen. Je grösser die Aus-bildung des Kreditsystems,desto geringer der Bedarf an metallenenZahlungsmitteln. Ganz besonders zeigt sich dieser Einfluss der Geld-surrogate auf den Geldwert,auf die Nachfrage nach Metallzahlungsmit-tel, wenn an die Stelle der herrschenden Metallwährung die Papier-währung tritt. Dann wird das Metallgeld nicht nur in seiner Eigen-schaft als Umlaufsmittel, sondern auch als gesetzliches Zahlungsmittel