Autograph 
MS 311 - Brentano I : [Allgemeine Volkswirtschaftslehre] ; [Vorlesungsskript WS 1910/11]
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aurrogiert durch das Papier. Zuerst Ist nun eia Ueberfluss an Zah-lungsmitteln im Land, die Folge ein Sinken des Geldwertes oder einSteigen der Preise, Nun findet eine grosse Einfuhr statt; da das Aus-land aber nur mit Edelmetall gezahlt werden kann, strömt dieses ab.Alao noch ein Beweis, dass es ganz irrig ist, dass nur die Menge dervorhandenen Umlaufmittel den Oeldwert beeinflusst,e) die Nachfrage nach Edelmetallen zu Zahlungszwecken hängt ab vonde m Maas der Verschuldung eines Landes gegenüber dem Au sland.

Zu Zahlungen ins Ausland kann man sich nicht der Geldsurrogate bedie-nen, die im Jnland gesetzl. Zahlungsmittel sind. Geeetzl. Zahlungs-mittel ist das Geld nur in den Grenzen des Staates, der sie dazu er-klärt hat. Zur Zahlung ins Ausland kann man nur Edelmetall nehmen.

' Ist die Verschuldung des Jnlandes ans Ausland grösser als umgekehrt,somuss eine Metallausfuhr stattfinden: die Nachfrage nach Edelmetallensteigt. Das bewirkt ein Steigen des Wertes der metallenen Umlauf-mittel. Wenn dann Papiergeld im Land, so tritt ein Disagio desselbenein,d .h. das Metallgeld steigt im Preis gegenüber dem Papiergeld.

3) hängt die Nachfrag*_nachEdelmetallen in einem Land ab vonder Brauchbarkeit derselben zu diesen Zahlungszwecken. Da ist zuunterscheiden zwischen Zahlung im Jnland und Zahlung ins Ausland. Bei

Zahlung im Jnland ist die Präge, ob Gold oder Silber, abhängig von

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dem Verhältnis in dem der Wert des Metalles zu den Beträgeh^die umge-setzt werden steht. Wo diese klein sind, richtet sich die Nachfragenach Silber,Gold kann man da nicht brauchen. Wo die Umsätzb ^rosssind, richtet sich das Verlangen nach Gold.

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Anders bei Zahlung ins Ausland. Da ist massgebend,ob der Be-darf eines Landes an metallenen Zahlungsmitteln sich richtet aufSilber oder Gold, ob das Gläubigerland dieselbe Währung hat wie dasSchuldnerland. Man hat ja nicht zu zahlen in der eigenen Währung,