195
sationen der ihrigen zur Hochahltung der Preise teilnehmen. Sie sindallein stark genug und wollen sich nicht unter die Fesseln einer Or-ganisation fügen.
Anders verhalt es sich mit der grossen Masse der mit Durchschnitts-eigenschaften begabten Arbeiter. Für sie ist für die Dringlichkeitihres Bedürfnisses ihre Arbeit zu verkaufen, massgebend, ob sie orga-nisirt sind oder nicht. Dabei kann,wenn sie nicht organisirt sind, dieDringlichkeit zu verkaufen noch durch natürliche oder künstliche Ver-hältnisse gesteigert werden. Denn bei diesen Arbeitern übt die Ei-gentümlichkeit der Arbeit als Ware, ihre Untrennbarkeit von der Persondes Verkäufers und dessen regelmässige Armut verhängnisvoll auf diePreisbestimmung. Ohne sein Zutun aus nichtwirtschaftlichen Gründenkommt er zur Welt und mit ihm seine Arbeitskraft und seine regelmässi-ge Armut nötigt ihn, diese ununterbrochen anzubieten. Er tut dies,wenn er nicht organisirt ist, vorbehaltlos. Er ist gezwungen fort-während zu verkaufen,um von heute auf morgen leben zu können. Auch ver-mag er nicht, einen besseren Markt aufzusuchen; als nichtorganisirtkennt er ihn meistens nicht und wenn er ihn kennt, vermag er nichtwie andere Warenverkäufer,ohne erhebliche Kosten seine Arbeit auf ei-nen anderen Markt anzubieten. Die Folge ist ein oft geradezu erbitter-ter Wettbewerb unter nichtorganisirten Arbeitern. Wenn nun gar dieNachfrage sinkt, so wäre an sich ökonomisch angezeigt entsprechend dergesunkenen Nachfrage auch das Angebot zu veringem. Wo die Arbeiternicht organisirt sind, tritt das Gegenteil ein* es werden nur wenigeArbeiter verlangt; um zu diesen wenigen zu gehören, ist jeder bereitden anderen zu überbieten nur um das zum Leben unentbehrliche zu ver-dienen. Nicht die Arbeit der Beschäftigten sondern die Zahl der Be-schäftigungslosen bestimmen die Lohnhöhe. Die Folge ist,dass der Lohnsehr viel tiefer sinkt als der gesunkenen Nachfrage entspricht. Die