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Reserverarmee der Beschäftigungslosen macht sich auch fühlbar,wenninfolge sich hebender Konjunktur die Nachfrage wieder steigt. Bei an-deren Waren,wo die Produktion entsprechend der gesunkenen Nachfrageeingeengt worden ist, steigen dann die Preise wieder. Anders hier*es wird nämlich die Armee der Beschäftigungslosen zuerst allmählicheingestellt. Damit tritt aber noch keine Lohnerhöhung ein, diese kommterst viel später, wenn die günstige Konjunktur anhält. Wenn dies dann^der Fall ist, ist die Folge des Nichtorganisirtseins, dass aus anderen(iErwerbszweigen weitere Arbeiter herbeiströmen, die, wenn die Konjunk-^ tur wieder nachlässt, die Zähl der Arbeitslosen wiederum vermehrt,j Die Folge ist, dass der Lohn wiederum um so tiefer sinkt, ev. soj tief, dass der Lohnsatz erreicht ist, bei dem die Arbeiterzahl dezi-/i mirt wird, so lang, bis die Zahl der Nachfrage wieder entspricht.
1 Diese Dringlichkeit kann gesteigert werden durch natürliche und^künstliche Ursachen. In Russland sind die landwirtschaftlichen Arbei-ter in vielen Gegenden nur während 5 Monaten im Jahr beschäftigt. UmAun in der Winterzeit,in der sie nichts zu arbeiten haben, nicht zuverhungern, verkaufen sie bereits während des Sommers ihre Arbeit,für den kommenden Sommer an Personen, die sie den Winter Über durch-füttern. Die Folge ist, dass sich ihr Lohn auch im Sommer nicht überdas für das Leben Unentbehrliche erhebt.
Anders ist es, wo die Arbeiter orgauisirt sind. Da hat der Ar-beiter die Möglichkeit, seine Arbeit auf einem anderen Markt anzu-bieten. Die Organisation zieht regelmässige Nachrichten ein über denStand des Arbeitsmarktea in den verschiedenen Orten, die ihr Gewerbetreiben. Die Organisationdlrigirt den Arbeiter nun da hin, wo er be-gehrt wird und sie gibt ihm auch die nötigen Mittel, die Reiseunter-stützung. Bei sinkender Nachfrage können nur organisirte Arbeiterdas Angebot ihrer Arbeit entsprechend dem Sinken der Nachfrage ver -