Autograph 
MS 311 - Brentano I : [Allgemeine Volkswirtschaftslehre] ; [Vorlesungsskript WS 1910/11]
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aber nicht notwendig in der Form dea Lohnes. Das lehrt uns schon diqHandhabung in der Wirklichkeit.

a) die Kosten der Erziehung werden ersetzt,nicht bloas in den Lohn,der den Arbeiter in Stand setzt,seinerseits Kinder aufzuziehon, son-dern in freiem Schulunterricht, Stipendien, Waisenunteratützung.u.a.w.Das ist die Form, in der der Staat, die Kommune Zuschüsse zum Lohngewährt, zur Deckung der Produktionskosten des Arbeiters.

b) Daaj^tal wäre, dass der Lohn so hoch wäre, dass er wenigstens anden Tagen der Arbeit,aber auch an seneu der Arbeitslosigkeit,zumLebensunterhalt ausreiche. Das ist nun nicht der Fall. Es ist aus-nehmend schwer zu&ermitteln, wie hoch die LRhne sind, die die Arbei-ter wirklich erhalten. Er ist unendlich verschieden 4n den verschiede-nen Arbeiterkategorien. Der Verdienst der Heimarbeiter schwankt zwi-schen 2 und 30 Pfennig pro Stunde,ländliche Wanderarbeiter im Ostenerhalten einschl. Naturalverpflegung einen Stundenlohn von 10 - 12Pfennig, bei den Bergleuten beträgt der Lohn 800 - 1000 Mark im Jahr,ein Sisenbahnarbeiter in den Werkstätten hat ein Einkommen von 11-1200 Mark im Jahr, u.s.w. Diese Beträge reiche alle nicht aus für denLebensunterhalt. Nebenbei gehSrt es zu dm schwierigsten Arbeiten,die Lohnsätze z.B. einer Fabrik festzustellen. Oft werden nur Durch-schnittslähne angegeben. Es nützt nichts den Tagesverdienst zu erfah-ren, wenn man nicht weiss, wieviele Tage im Jahr ihn der Arbeitererhält.

Wenn nun der Lohn nicht genügt, die Produktionskosten zudecken, wie geschieht das denn?

Zuerst stellt die Frau die Arbeitskraft zir Verfügung zum Unter-halt der Familie. Damit wird sie aber der Fürsorge für den Haushaltentzogen: für Mann und Kinder kann nicht mehr gekocht werden, für dieInstandhaltung der Kleider kann die Frau nicht mehr sorgen; also in