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b) Wie kommt es, dass Elend, Krankheit,Sterblichkeit so sehr in dieWagschale fallen können, wenn die Lebenshaltung doch noch nicht dieniedrigste mögliche ist?
Uebera.ll steht doch die Lebenshaltung Uber dem baren physiologi-schen Minimum, das sie tragen muss?
Die Antwort wurde schon bei der Behandlung der Bedürfnisse ge-geben. Jeder hält an den äusseren Merkmalen seiner Klasse fest undbevor er darauf verzichtet, darbt er sich eher vom unentbehrlichstenab: eine Folge ist eine Schwächung der ganzen Konstitution. Aber auchdas Aufgeben der historischen Lebenshaltung könnte eine Minderung derArbeiterzahl nicht aufhalten können. Hier sehen wir den Nutzen derOrganisation,nicht für den Arbeiter selbst, sondern für die ganzemenschliche Gesellschaft.
4) Die Preisbestimmung des Lohnes,den der Arbeiter fordert,beeinflusst zuletzt die andere Verkaufsmöglichkeit der Arbeit oderdie Konkurrenz der Arbeitgeber.
D&e Konkurrenz ist da, wo das Herkommen den Lohnsatz bestimmt,nicht vorhanden, oft aber fehlt sie infolge von Organisationen derArbeitgeber,infolge Verabredungen derselben, nicht mehr als einen be-stimmten Lohn% geben. Daraus entstehen Konflikte. Sie finden ihre Lö-sung in den Schieda- und Einigungsämtern durch Vertreter beider Lager,durch die sog. Tarifverträge. Hier wird auf friedlichem Weg das Er-gebnis der Erwägungen festgestellt. Darin finden wir die der heuti-gen Wirtschaftsordnung entsprechende Festsetzung des Lohnes.
13. Die Renten von vertretbaren Kapitalien. § 39
Was bereteht man unter Leihzins? Die bis etwa 20 Jahren unbestritteneAntwort lautet: " Der Zins ist der Preis für die Ueberlaasung derNutzung vertretbarer Kapitalien"eines beweglichen oder vertretbarenKapitals. Da kam von Böhm Bawerk und schrieb ein Werk" über Kapital