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MS 311 - Brentano I : [Allgemeine Volkswirtschaftslehre] ; [Vorlesungsskript WS 1910/11]
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Rente

A

B

a

b

a

b

5 80 %

2,5

15

14

10

11,8

10 88 %

7,5

15

14

6

6,6

15

16

15

14

0

- 1,0

Derartige Fälle,wo bei sinkenden Preisen erhöhte Renten bezogenworden sind,haben wir aus der neuesten Zelt. So hat ea Schulz-Lupltzdurch Einführung der Orun^düngung zu Stande gebracht, dass er, nachdemeein Vater bei hohen Getreidepreisen stets ein Defizit hatte, er beisinkenden Preisen steigende Renten bezog.

Anderson hat Unrecht,insofern er bestreitet, dass die Renteauch steigen kann, ohne jede Melioration seitens dem Grundeigentümersund daae sie überall steigt, wo sie unzureichend ist, um durch eingrösseres Erträgnis den ganzen Bedarf zu decken. Er hat Unrecht, wenner ausser Acht lasst, dass das Jnteresse des Grundeigentümers stetsdahin geht, die Konkurrenz billiger produzirendea Landes auszuschlies-een, weil hierdurch den Grundeigentümer bei steigender Bevölkerungeine höhere Rente ohne sein Zutun in den Schoss fallt. Ricardo hatgegenüber Anderson Recht, wenn er dieses besonders betont und dieseTendenz als etwas Gesellschaft- Feindliches erklärt.

Wenn man die Rentenstaigerung beobachtet, muss man untersuchen,welchem Zustand die Steigerung der Rente zuzusohreiben ist. Ob in-folge Ausschlusses billiger produzirenden Landes oder ob infolge bes-seren Anbaues. So verhSlt es sich mit der Lehre dieser beiden be-rühmtesten Grundrententheoretiker.

In * einem " Punkt haben beide Unrecht: nämlich wenn sie lehren,dass unter keinen Umständen der schlechteste Boden, der im Anbau ge-wonnen worden muss, eine Rente abwerfen könne.