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MS 311 - Brentano I : [Allgemeine Volkswirtschaftslehre] ; [Vorlesungsskript WS 1910/11]
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sind es dann, die über die Unsittlichkeit des Termingeschäftesschreien. Wenn viele hereinfallen,so rührt sich die Gesetzgebung.Zuerst sagte die Regierung " nein", dann als die Kläger die Mehrheiterlangten, sagte sie * ja".

In Anbetracht der unanfechtbaren wirtschaftlichen Unentbehrlichkeitverbot man aber die Termingeschäfte nicht ganz. Man bestimmte "nur*dass Personen ,die Differenzgeschäfte machen wollen, die klagbarwerden könnenf §§ 66 d.Bors.Ges.v.22.Juni 1396) sich in ein Regi-ster eintragen lassen müssen. Bas hat zu den grössten Missbrauchengeführt und damit dazu, dass der jetzige Standpunkt wirklich un-sittlich ist.

§ 45 19. Die Bedeutung von Gewinn 4 Verlust.

Wir haben gesehen, dass die Produktionselemente vereinigt sindin der Hand eines Betriebsunternehmers,der sie sachgemäss kombinirtzur Neuschaffung eines Produktes. Was er dabei für sich bezwecktist einen möglichst grossen Gewinn zu erzielen; und dieser hängtab von der Differenz des Preises des fertigen Produktes und der auf-gewendeten Produktionskosten. All das ist un^ geläufig. Nun fragtes sich, wann wird diese Differenz am grössten sein? Wenn das neuhergestellte Produkt den jeweiligen Bedürfnissen am meisten ent-spricht: dann richtet sich auf dieses Produkt in ganz besonderemMasse die Nachfrage,dann steigt der Preis, dann wird die Differenzzwischen dem Preis des fertigen Produktes und dem der aufgewende-ten Produktionselenente am grössten sein. Als was erscheint dem-entsprechend dervCewinn,den der Betriebsuntemehmar bezieht? Ererscheint als der Lohn für eine wirtschaftliche Verwendung der Pro-duktionselemente. Je wirtschaftlicher diese Verwendung ist, destogrösser die Differenz zwischen dem Preis der Ware und den Her-stellungskosten, und umgekehrt.