S43
den guten Firnen Vorschüsse, um ihnen über die schlimmen Zeitenhinüberzuhelfen. Unterdessen aber, bis die Kreditinstitute ein-greifen, um den allgemeinen Zusammenbruch zu verhüten, sind grossoVermögen zerstört worden, tausende von Arbeitern sind brotlos ge-worden. Dieselben Folgen können eintrotcn, wo ein Spekulant in-folge verfehlten Spekulationen nicht mehr im Stande ist, seinenVerpflichtungen nachzukommen. Derartige Katastrophen heissen" Krisen" und je nach ihrem Anlass spricht man von Absatz-, Wirt-schafts-, Handels-, Börsen- Krisen.
Seit wann haben wir nun solche Krisen? Im Mittelalter hates auch schon solche gegeben, sie hatten aber einen anderen Charak-ter. Damals herrschte Naturalwirtschaft und mit jeder schlechtenErnte trat Hungernot ein und tausende starben dahin. Als die Natural-wirtschaft dann der Geldwirtschaft Platz machte, da der Landwirtanfing, nicht bloss für den eigenen Bedarf zu produziren, sondernauch zum Verkauf auf dem Markt, dann geriet er nicht nur in Not,wenn die Ernte schlecht ausfiel, sondern auch wenn sie sehr gutausfiel.
Aber damals waren die Krisen somit nur abhängig von Naturerschei-nungen,erst in dem Masse ,in dem die einzelnen Wirtschaften durchdie fortschreitende gesellschaftliche Volkswirtschaft in Abhängig-keit von einander gerieten, nahmen die Krisen den Charakter an, dergekennzeichnet wurde. Insbesondere je grosser der Markt wurde, fürden profuzirt wurde, je unübersichtlicher er für die Produzentenwurde, desto häufiger wurden auch jene volkswirtschaftlichen Rechen-fehler,die zu den Zahlungseinstellungen mit ihren schrecklichenWirkungen führten. Salt der Mitte des 17. saec+ mit dem ersten Ent-stehen eines Weltmarktes traten die ersten Krisen dieses modernenCharakters auf. Nun aber zeigt sich etwas merkwürdiges: diese Krisen