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MS 311 - Brentano I : [Allgemeine Volkswirtschaftslehre] ; [Vorlesungsskript WS 1910/11]
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bestimmte Kulturidee zu verwirklichen, die nie mehr gänzlich ver-loren g&ht. Nicht als ob diese Klassen und VBlker nicht um ihrerselbst killen gelebt hätten, ohne dlea würden sie nie einen neuenGedanken entwickelt haben,allein die einzelnen Klassen und VBlkerhalbem Gedanken in gewisser Vollkommenheit nur entwickelt, damit die-s6 später allen zR Teil werden. Jade Klasse, jeses Volk ist nur ein

Gefäsa in dem dieiOesamtidee zu Stande kommt. Indem die Menschheit

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zuerst in Wenigen eine immer höhere Kultur erzeugt, deren Segnungeneinem immer grösseren Bruchteil zu Teil werden, sehen wir sie fort-, schreiten in e%ner Richtung,deren ideales Ziel die höchste Voll-kommenheit aller iat. Soll das heissen zu einer allgemeinen Gleich-heit? Nein! Die hBchate Vollendung kann nichts anders sein als diegrBestmögliche Wollendung jedes Einzelnen und Jeder $ann an den Er-rungenschaften der Kultur nur entsprechend seinen Anlagenanteil haben,ad 8) Zeigt uns so die Geschichte als das ideale Ziel der Entwick-lung der Rensohheit die grBastmBgliche Ausbildung und Entfaltungaller Individuen, und Beteiligung derselben an den Segnungen derKultier,so zeigt auch die philosophische und religiöse Auffassunggrösst mögliche Entfaltung der Einzelnen als dieses Ziel.

So/zeigt Aristoteles als das Ziel des Bürgers die grBastmBglicheEntwicklung all seiner Fähigkeiten und Anlagen. Aristoteles hatdieses Ziel nur als das des Bürgers hingestellt und die übrigenPhilosophen folgen ihm in dieser Beschränkung. Das Christentum hatden Begriff des Bür^gera auf alle die ihm angehBrten erweitert,dieJuden sagten, dass alle Menschen als Ebenbild G&ttea erschaffen seien.Zur vollen Anerkennung führt aber erst das Christentum,das zeigtaebeachon die Tatsache, dass sein Stifter aus der niedersten Klassehervorging. Das Christentum proklamirt direkt die Gleichheit derGenschern,insofern sie nicht sündigen und ln dem Gleichnis der