eine Dnplik.
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Wir handeln alle nach dem Maaße unsrer Einsichten undKräfte,- und es ist immer rührend, wenn auch der schwache ab-gelebte Nestor sich dem ausfordcrndcn Hcktor stellen will, Fallskein jüngrcr und stärkrcr Grieche mit ihm anzubinden sich getrauet.
Auch will ich mir nicht herausnehmen, bey diesem KampfeIVärcel zu seyn, und meine Stange dazwischen zu werfen,wenn von der einen oder der andern Seite ein gar zu hämi-scher und unedler Streich gcsührct würde. Der Rampfwörrelwar eine Gcrichtspcrson; und ich richte niemanden, um vonniemanden gerichtet zu seyn.
Aber ich darf nicht vergessen, was ich mir selbst schuldigbin. Zch lause Gefahr, daß meine Absicht verkannt, undmeine vorgcschlagncn Austräge gemißdeutet werden. Ein Wortkann diesem Uebel noch vorbauen: und wer wird mir diesesWort nicht erlauben, oder verzeihen?
Erst wollen wir den Standort gehörig erwägen, auf demjeder von uns hält; damit wir nm so redlicher Licht und Wet-ter theilen könne». Denn nicht genug, daß wir alle mit glei-chen Waffen fechten. Ein Sonnenstrahl, der des einen Augemehr trift, als des andern; ein strenger Luftzug, dem diesermehr ausgesetzt ist, als jener: sind Vortheile, deren sich keinehrlicher Fechter wisscndlich bedienet. — Besonders bewahreuns GOtt alle vor der tödtlichcn Zugluft heimlicher Ncrläumduug?
Mein Ungenannter behauptet: die Auferstehung Ehristi istauch darum nicht zu glauben, weil die Nachrichten der Evan-gelisten davon sich widersprechen.
Zch erwiedere: die Auferstehung Christi kann ihre gute Nich-tigkeit haben, ob sich schon die Nachrichten der Evangelistenwidersprechen.
Nun kömmt ein Dritter und sagt: die Auferstehung Christiist schlechterdings zu glauben, denn die Nachrichten der Evan-gelisten davon widersprechen sich nicht.
Man gebe auf dieses auch darum, auf dieses obschon,auf dieses denn wohl Acht. Man wird finden, daß auf diesenPartikeln gerade nur nicht alles beruhet.