Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
Seite
98
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Eine Z^iiplik.

tigcr Weise nicht erst bewiesen weiden, daß Magdalcna unterdiesen Weibern gewesen?" (Mußte? was braucht das ersterwiesen zu werden? Sagt es nicht Matthäus ausdrücklich?Müssen Sie nicht vielmehr beweisen, daß es Matthäus nichtsagt?)Dieses geschieht aber nicht, weil es nack Zo-hann. XX, 1-t8. nicht geschehen kan. (Freylich gesebiebtes nicht: denn es war geschehen, so bald Matlhäns schrieb.So bald Matthäus geschrieben hatte, und ehe Johannes sckricb:wem konnte es auch nur im Traume einfallen, daß MariaMagdalcna unter den Weibern nicht gewesen, unter welchen sieMatthäus zuerst nennet? und Marcns nennet! u»d Lucas nen-net? In diesem Zeiträume war es doch wohl ausgemacht, undlitte keinen Widerspruch, daß Maria Magdalcna nntcr denWeibern gewesen, denen Christus auf dem Wege nach der Stadterschienen war? Warum muß es denn, nur seit dem Jobanncsgeschrieben, nicht mehr wahr seyn? Weil es dem, was Jo-hannes schreibt, widersprechen würde? Nun freylich. Undnichts in den Evangelisten sich widersprechen darf? Und wirsie in allen Worten müssen vergleichen können? Wer sagtdas? Sie vergleichen, wo sie sich vergleichen lassen, ohne daßdem einen oder dem andern Weh geschieht: wer würde dasnicht gern wollen? Aber sie ans Kosten eines oder mehrererEvangelisten vergleichen, welche darüber zu nachläßigcn, elenden(Geschichtschreibern werden, welche darüber in Widerspruch mitsich selbst kommen, welche darüber wisscndlich und vorsctzlich (wieich erwiesen habe) Lügen niedergeschrieben haben müssen: welchemgesunden Magen ist eine solche Ncrglcichung nicht unverdauli-cher, als alle die Widersprüche, die man damit verglichen undgehoben zu haben versichert?

Dennoch, fährt der Nachbar fort, setzt der Ungenanntebeyde Evangelisten in Widerspruch, wie die beyden Acltcstcnin Israel, die fälschlich wider die Susanna zeugten." DieseErläuterung aus der Geschichte der Susanna hat mir auch nichtgefallen. Aber warum nicht? Weil ich mich mein Tage nichtbereden können, daß Daniel die Richter nicht zu einem scbrfalschen Schritte verleitet hätte, wenn sie die Acltcstcn, auf denbloßen Widerspruch, in den sie sielen, verdammt hätte». Ihr

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