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Eine Parabel -c.
unbillig bin ich nicht, daß ich von Einem Vogel in der Welteine einzige andere Feder verlangen sollte, als er hat. Auchhaben dicserley Pharmaka ihren Credit längst verloren.
Sondern nur eines werde ich nicht aushalten können:Ihren Stolz nicht; der einem Jeden Vernunft und Gelehr-samkeit abspricht, welcher Vernunft und Gelehrsamkeit andersbraucht, als Sie. Besonders wird alle meine Galle rege wer-den, wenn Sie meinen Ungenannten, den Sie nur noch ausunzusammenhangcnden Bruchstücken kennen, so schülerhaft undbubcnmäßig zu behandeln fortfahren. Denn Mann gegenMann, — nicht Sache gegen Sache — zu schätzen: so wardieser Ungenannte Ves Gewichts, daß in aller Art von Ge-lehrsamkeit, sieben Goe;c nicht ein Sicbcnthcil von ihm auf-zuwägcn vermögend sind. Das glauben Sie mir indeß, HerrPastor, auf mein Wort.
Und sonach meine Ritterliche Absage nur kurz. SchreibenSie, Herr Pastor, uns lassen Sie schreiben, so viel dasZeug halten rvill: ich schreibe auch. IVcnn ich Ihnen inVcm geringsten Dinge, rvae mich over meinen Ungenanntenangeht, Recht lasse, rvo Sie nicht Recht haben: Vann kannich Sie LeScr nicht mehr rühren, °)
°) „Dicsc Parabel hat mein Bruder unter dem Titel: der pallast imFeuer, Eine Parabel mit ihrer Erklärung, aufs neue herausge-ben wollen, und schon die Stellen, zu welchen Erklärungen kommen sollten,auf besondere Seilen geschrieben. Es ist davon aber weiter nichts da, alsein Entwurf zur Borrede, der so lautet: „Dicsc Parabel ist nicht das„Schlechteste, was ich gcschricbcu. — — — Dic albcr» Deutungen deS„Herrn Goze no'lhigc» mich, mein eigner Ausleger zu wcrdcn. — Eözc läsjt„sich träumen, daß ich damit auf die Händel zielen wollen, welche die Frag-mente erregen, — Und ich habe sie bestimmt, die ganze Geschichte der„christlichen Religion darunter vorzustellen," Rarl G. Lessing,