Axlomata.
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Denn auch cr muß also alles innere Gefühl des Christenthumsleugnen. Und wenn man ihn ans der Kanzel noch nicht aus-rufen boren, „Gefühl! Was Gefühl? Gefühl ist ein stroher-„ner Schild. Unsere Hcrmcnevtik, unsere symbolischen Bücher,„das, das sind das alles schirmende, undurchdringliche, diaman-tene Schild des Glaubens!" so kömmt es vcrmutblich nurdaher, weil selbst in den symbolischen Büchern auf den stroher-nen Schild noch gerechnet wird. Bon Stroh möchte er daherauch immer seyn: denn es giebt dort mehr stroherne Schilde.Wenn er nur nicht zugleich so schmahl wäre! Aber da hat nureben ein einzelner Mensch, die Religion im Herzen, darunterRaum. Was soll ein Pastor damit, wenn cr nicht auch seineBibel, nicht auch seine ganze liebe Gemeinde mit eins darunterbergen kann?
Wie treuherzig der Hr. Pastor auch sonach allen seinen wer-then Herren College« anräth, lieber offenbar fcldflüchtig zu wer-den, als sich dieses Schildes zu bedienen: ist wohl noch wcrtb,mit seinen eignen Worten gehört zu werden. „Zch würde,sagt cr mit bebender Stimme, „den Chrisren, der zugleich Thco-„log ist, sehr bctaucrn, wenn cr sich aus Mangel andrcr„Gründe, in der traurigen Notbwcndigkcit scbcn solltc, diesen„aus Stroh geflochtenen Schild den in den Fragmenten bcsind-„lichcn fcurigcn Pfeilen entgegen zu halten." — Das würdegtwisscrmaaßen auch ich thun. Wenigstens würde ich die Ach-seln über ihn zucken, daß cr sein Handwerk so schlecht verstünde.Aber wer sprach denn von eincm Christen, der zugleich Theo-log ist? Sollen denn, müssen denn alle Christen zugleich Theo-logen seyn? Zch habe noch immer dic bcstcn Christcn untcrdcncn gefunden, dic von dcr Theologie am wenigsten wußten.Warum können die nicht einc» strobcrncn Gebild babcn, dicuntcr feurige Pfeile nicht kommen? Hilft ein stroherner Schildgegen feurige Pfeile nicht: so hilft er doch gegen Hiebe. —Dcr cntschlosscnc Hr. Pastor fährt fort: „Zch würdc ihm (dem„Lbristcn, der zuglcick Theolog ist) lieber ralbcn, gar dic Flucht„zu nchmcn." — Wcnn cr glaubt, daß cr schlechterdings dcnTbcologcn scincr Scktc bcvbcbaltcn muß: Glück auf den Weg!Genug, daß diejenigen bey dcr Fahnc halten, die nur Christcn
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