Druckschrift 
10 (1839)
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165
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Anomala.

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würden auch dic Reden Christi, die dadurch bestätiget sind,ein untrügliches Gottes Wort seyn, doch mit dieser kleinenFurcht und Ausnahme, daß der Erzähler vielleicht etwas nichtrecht gcfassct, und cs uns nicht völlig richtig aufbehalten ha-bcn könnte: und aus den Briefen der Apostel, gesetzt, siehätten in Nebensachen gefehlt, würden wir doch die so oftwiedcrhohltcn Hauptsachen der christlichen Religion, die zupredigen Christus sie aussandte, so gut lernen können, alsetwa aus Bülfingcrn Wolfcns Lehrsätze der Philosophie. Eswäre also ganz wohl möglich, daß jemand an der göttlichenEingebung der sämmtlichen Schriften des N. T. einen Zwei-fel hätte, oder sie sogar leugnete, und doch die christlicheReligion von Herzen glaubte: ja cs giebt wirklich so denkende,zum Theil in der Stille, zum Theil auch öffentlich, die mannicht sogleich zu den Unchristcn rechnen darf. Gar nicht zuihrer Verunglimpfung, sondern bloß als Factum sey es gesagt:manche altc Kätzcr, die die Schriften des N. Testamentes fürächt, aber doch nicht für untrügliches princlpium cognosevoAgelten ließen, sondern sich zu Richtern über dic Apostel aus-warfen, könnten wohl eben so gedacht haben.

Wie weit würde der Schutz dieser Stelle über mich herausreichen, wenn ich unter dieser Stelle Schutz suchen müßte!Aber daS brauche ich nicht: und noch weniger habe ich die Sitteboshafter Bettelleute hiermit nachmachen wollen, die sich cincnhastigen Hund nicht anders vom Leibe zu halten wissen, alsdadurch, daß sie ihn auf einen andern Hetzen. Dcnn wenn ichden Hrn. Pastor Gocze kenne: so versteht er seinen Vortheilzu wohl, daß er nicht lieber mich festhalten, als frischcrdingsauf einen Michaelis losgchcn sollte.