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10 (1839)
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Aiiti-Eoeze. Dritter.

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und scharfsinniger sie bcstritten wird. Aber, das ist mir dieobjective Religion; nur die objective! Mit der subicctivcnist es ganz anders. Die subjcctivc Religion verlieret umvider-sprechlich, durch dergleichen Bestreitungen, unendlich mehr, alsjene nur immer dadurch gewinnen kann! Folglich--

Und was ist diese sobjective Religion?Die Gcmüths- Verfassung der Menschen, in Absicht auf die Religion, ihrGlaube, ihre Beruhigung, ihr Vertrauen auf uns, ihre Leh-rer. Die, die vcriklitiren bey jedem Worte, das in deutscherSprache gegen unsere allcrheiligstc Religion geschrieben wird."

So? Bey Gott! ein tiefgedachter Unterschied, den ich jain seinen Schulterminis zu lassen bitte, wenn er nicht ausgc-vfiffcn, und gerade gegen seine Bestimmung gebraucht werden soll.

Denn, wenn es wahr ist, daß die Religion bey allen undjeden Anfällen, die auf sie geschehen, objective gewinnt, undnur snbieclive verliert: wer will behaupten, daß es also nachdem größern Gewinne, oder nach dem großen? Verluste ent-schieden werden müsse, ob dergleichen Anfalle überhaupt zu dul-den sind, oder nicht. Za, wenn Gewinn und Verlust hiervöllig homogene Dinge wären, die man nur von einander ab-zuzichn brauche, um sich durch den Ucbcrrcst bestimmen zu las-sen! Aber der Gewinn ist wesentlich: nud der Verlust ist nurzufällig. Der Gewinn erstreckt sich auf alle Zeiten: der Verlustschränkt sich nur auf den Augenblick ein, so lange die Eiittvürfcnoch unbeantwortet sind. Der Gewinn kömmt allen gutenMenschen zu statten, die Erleuchtung und Ueberzeugung lieben:der Verlust trift nur wenige, die weder wegen ihres Verstandes,noch wegen ihrer Sitten in Betracht zu kommen verdienen. DerVerlust trift nur die paloas lvvls liäei; nur die leichte christlicheSpreu, die bey jedem Windstossc der Bczwciflung von denschweren Körnern sich absondert, und auffliegt.

Von dieser, sagt Terlullian, mag doch verfliegen so vielals will! ^volent <Mkmwm volvnt! Aber nicht so unsreheutige» Kirchenlehrer. Auch von der christlichen Spreu sollkein HülSchcn verloren gehen! Lieber wollen sie die Körncrselbst nicht lüften und umwerfen lassen.