Anli-Goeze. Fünfter.
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so sircng »nd rabulistisch, daß man sich, Gebrauch davon zumachen, wohl hüten muß.
Die Clauscl, in Ansehung der Sprache, habe ich genugsambeleuchtet. Auch habe ich die Clauscl in Ansehung der Perso-nen und der Absicht, berühret. Aber noch ist die Clauscl inAnsehung der Punkte selbst übrig, welche die Einwürfe nursollen treffen können; und diese verdient um so mehr, daß wiruns einen Augenblick dabey verweilen, je billiger sie klingt, jeweniger man, dem ersten Ansehen nach, etwas dagegen einzu-wenden haben sollte.
„Nur müßte, sind die Worte des Herrn Hauptpastors,„der angreifende Theil die Freyheit nicht haben, die heiligen„Männer Gottes , von welchen die ganze Christenheit glaubt,„daß sie geredet und geschrieben haben, getrieben von dem hei-ligen Geiste, als Dummköpfe, als Bösewichter, als Leichcn-„raubcr zu lästern.
Wie gesagt, dieses klingt so billig, daß man sich fast schä-men sollte, eine Erinnerung dagegen zu machen. Und doch istes im Grunde mehr nicht, als Pfiff, oder Armseligkeit. Dennverstehen wir uns nur erst recht!
Will der Herr Hauptpastor blos, daß der angreifende Theildie Freyheit nicht haben müßte, dergleichen Schimpfwort?, alser ihm in den Mund legt, anstatt aller Gründe, zu gebrau-chen? Oder will er zugleich, daß der angreifende Theil auchdie Freyheit nicht haben müßte, solche Dinge und Thatsachen zu berühren, aus deren Erweisung erst folgen würde, daß denAposteln jene Benennungen gcwissermaassen zukommen? Dasist die Frage, deren er sich wohl nicht versehen hat.
Will er blos jenes: so ist seine Forderung höchst gerecht;aber sie bctrift eine Armseligkeit, über die sich der Christ lieberhinwegsetzt. Leere Schimpfwortc bringen ihn nicht auf; siemögen wider ihn selbst, oder wider seinen Glauben gerichtetseyn. Ruhige Verachtung ist alles, was er ihnen entgegensetzt. Wehe seinem Gegner, der nichts anders hat, womit erihn bestreike, und ihn doch bestreiket! —
Will der Herr Hauptpastor aber auch zugleich dieses: sogeht er mit Pfiffen um, deren sich nur eine theologische