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10 (1839)
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Anti-Goeze. Zehnter.

Doch was kann auch wohl der Herr Liccntiat dafür, wenneine eben so dumme als boshafte Rlarscke" (Rlötscher wärehier viel zu gut) die Unverschämtheit hat, sich auf ihn zu be-rufen, und ihn in läppische unnütze Händel zu verwickeln?Denn daß der Herr Liccntiat selbst, nicht vollkommen mit mireinsehen sollte, wie läppisch und unnutz diese ganze Namcnjagdsey, wird mich hoffentlich niemand bereden wollen, der ihnkennt. Und gesetzt auch, daß er darum nicht mit mir einig

° Ich kann mir kaum die Muhe nehmen, die Dummheit und Bosheitdieser Rlatsche zugleich aus dem zu erweisen, was sie von mir sagt. Auchmöchte ich,sie nicht gern abschrecke», sich noch fernerhin an mir lächerlichzu machen; in der süsscn Meynung, daß sie mich lächerlich gemacht habe.Doch ein Paar Worte, unter den Text geworfen, können doch auch nichtschaden. Gleich Anfangs also geifert Mutter Elfe, oder wie sie sonstheisst» mag:da die schlechte Beschaffenheit meiner Sache mir nicht erlaube,bey der Sache selbst zu bleiben, so crgrcisfc ich Nebendinge, und lasse dieHauptsache unbeantwortet." Mütterchen, und wenn ihr noch zwan-zigmal das Wort Sache in einem Athem heraussprudelt: so wißt ihr dochvon der Sache gerade so viel, wie nichts. Aber seyd doch so gut und nenntmir ein einziges von jenen Nebendingen, und ihr sollt alle eure Zähne, oder,wenn ihr lieber wollt, einen Mann wieder habrn! Denn begreift doch nur,Elsc, daß ich ja nicht der angreifende Theil, sondern der angegriffene bin, undalso überall mit hin muß, wohin mich euer Scclcnsorger, der Herr Haupt-pasior Goeze, schleppt. Freylich schleppt er mich an manchen Ort, wo wirbeyde nichts zu suchen haben: aber ist das nicinc Schuld? Muß ich ihmnicht allcrwärts, wo er mich vor den Augen Israels dem Herrn opfern will,in das heilige Messer fallen? Ich schneide mich freylich oft genug in diesemheiligen Messer, aber ich wehre mir es endlich doch von der Kehle.Zwey-tens, gutes Mütterchen, hat euch dieser liebe Herr Scclcnsorger weiß ge-macht, daß er sich an den bösen Nikolai blos als an den Verleger derallgemeinen Bibliothek zu halten pflege. Seht, das hat er euch wohlweiß machen können; aber wem er es sonst weiß machen wird, der ist derzweyte. Denkt nur, wenn ich wegen der freywilligen Beyträge michan euch halte» wollte, weil vielleicht unter den Lumpen, woraus das Papierdazu gemacht worden, sich einige von cucrn alten Hemden befunden: waswürdet ihr sagen? Und doch ist wahrlich eines dem andern nicht schr ausdem Wege. Denn eben so wenig ihr wißt, was man mit euren allen Hem-den macht: eben so wenig weiß der Verleger, als blosser Verleger, was derGelehrte, den er bezahlt, auf sein wcisscs Papier drucken läßt; und er istdas cbcn so wenig verbunden zn wissen, als ihr jenes. Habt ihr dennauch nie gehört, Elsc, daß euer Herr Scclcnsorger noch bey viel mchrernVerlegern eben so übcl zu Gaste gewesen ist, als bey Nikolai? Warum hat