Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
Seite
253
Einzelbild herunterladen
 

ernst und Falk, erstes Gespräch.

Auf diese Frage wäre vielerlei) zu antworten. Doch wirdman schwerlich eine andere Frage finden, die mit ihr mehrÄhnlichkeit habe, als die: warum in dem Christenlhume diesystematischen Lehrbücher so spät entstanden sind? warum cs soviele und gute Christen gegeben hat, die ihren Glauben aufeine verständliche Art weder angeben konnten, noch wollten?

Auch wäre dieses im Ehristenthume noch immer zu frühgeschehen, indem der Glaube selbst vielleicht wenig dabey gewon-nen: wenn sich Christen nur nicht hätten einfallen lassen, ihnauf eine ganz widersinnige Art angeben zu wollen.

Man mache hiervon die Anwendung selbst.

Erstes Gespräch.Ernst.

I8oran denkst du, Freund?

Falk.

An nichts.

Ernst.

Aber du bist so still.

Falk.

Eben darum. Wer denkt, wenn er genießt? Und ich gc-nicssc des erquickenden Morgens.

Ernst.

Du hast Recht; und du hättest mir meine Frage nur zu-rückgeben dürfen.

Falk.

Wenn ich an etwas dächte, würde ich darüber sprechen.Nichts geht über das laut denken mit einem Freunde.

Ernst.

Gewiß.

Falk.

Hast du des schönen Morgens schon genug genossen; fälltOir etwas ein: so sprich du. Mir fällt nichts ein.

Ernst.

Gut das! Mir fällt ein, daß ich dich schon längst umetwas fragen wollen.