Erstes Gespräch. 265Falk.
Dieses Ausdrucks bin ich nun so gewohnt. Nicht zwar,als ob ich Mangel an eigner Ueberzeugung hätte: sondern weilich nicht gern mich jemanden gerade in den Weg stellen mag.
Ernst.
Du antwortest mir als einem Fremden.
Falk.
Fremder oder Freund!
Ernst.
Du bist aufgenommen, du weist alles — —Falk.
Andere sind auch aufgenommen, und glauben zu wissen.Ernst.
Könntest dn denn aufgenommen seyn, ohne zu wissen, wasdu weißt?
Falk.
Leider!
Ern st.
Wie so?
Falk.
Weil viele, welche aufnehmen, es selbst nicht wissen; diewenigen aber, die es wissen, es nicht sagen können.
Ernst.
Und konntest du denn wisse», was du weißt, ohne ausge-nommen zu seyn?
Falk.
Warum nicht? — Die Frcmnäurcrcy ist nichts willkuhrli-chcs, nichts entbehrliches: sondern etwas nothwendiges, das indem Wesen des Menschen und der bürgerlichen Gesellschaft ge-gründet ist. Folglich muß man auch durch eignes Nachdenkeneben so wohl darauf verfallen können, als man durch Anleitungdarauf geführcr wird.
Ernst.
Die Frcymäurcrcy wäre nichts WillkiihrlichcS? — Hat sienicht Worte und Zeichen und Gebräuche, welche alle andersseyn könnten, und folglich willkührlich sind.