Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
Seite
278
Einzelbild herunterladen
 

278

Ernst und Falk.

Falk.

Vielmehr muß ich dir danken, daß du Scharfsinn nennest,was du ganz anders hättest benennen können.

Ernst.

Gewiß nicht. Sondern ich w'ciß, wie leicht der Scharfsin-nige sich selbst bekriegt; wie leicht er andern Leuten Plane undAbsichten leihet und unterlegt, an die sie nie gedacht haben.

Falk.

Aber woraus schließt man auf der Leute Plane und Ab-sichten? Aus ihren einzeln Handlungen doch wohl?

Ernst.

Woraus sonst? Und hier bin ich wieder bey meinerFrage. Aus welchen einzeln, unstreitigen Handlungen derFrcymäurcr ist abzunehmen, daß es auch nur mir ihr Zweckist, jene von dir benannte Trennung, welche Staat und Staa-ten unter den Menschen nothwendig machen müssen, durch sichund in sich wieder zu vereinigen.

Falk.

Und zwar ohne Nachtheil dieses Staats, und dieser Staaten.Ernst.

Desto besser! Es brauchen auch vielleicht nicht Handlun-gen zu seyn, woraus jenes abzunehmen. Wenn es nur gewisseEigenthümlichkeiten, Besonderheiten sind, die dahin leiten, oderdaraus entspringen. Von dergleichen müßtest du sogar indeiner Spekulation ausgegangen seyn; gesetzt, daß dein Systemnur Hypothese wäre.

Falk.

Dein Mißtrauen äusscrt sich noch. - Aber ich hoffe, essoll sich verlieren, wenn ich dir ein Grundgesetz der Freymäu-rer zu Gemüthe führe.

Ernst.

Und welches?

Falk.

Aus welchem sie nie ein Geheimniß gemacht haben. Nachwelchem sie immer vor den Augen der ganze» Welt gehandelt haben.

Ernst.

Das ist?