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4 (1838)
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Theatralische Bibliothek.

noch gut genug sind, näher gekannt zu werden; dergleichenFlecknoe, Gilöon, Cotton, Dennis:c-Dritter Periode,oder das neueste englische Theater.Ich habe gesagt, daß ich diesen Perioden von einigen mehrfeinen als großen Köpfen zu rechnen anfange, die gegen dasEnde des vorigen Jahrhunderts, besonders dem englischen Trauer-spiele mehr Regelmäßigkeit und Anstand zu geben bemüht wa-ren. Ich will aber damit nicht sagen, daß alle mit ihnen zu-gleich lebende oder auf sie folgende dramatische Schriftsteller ihresLandes, die nehmliche Bahn betreten. Genug, daß ihr Beyspielauf alle wenigstens so viel Einfluß gehabt zu haben scheint, ummit ihnen eine neue Klasse anfangen zu können, worüber ichmich anderwärts näher erklären werde.^. Nicholas Rorve. Dieser vortrcfliche Dichter ward gcbohrcn1673, in der Grafschaft Bedford. Sein erstes Trauerspiel:?ii<z knnditious Stenmotnei-, schrieb er in seinem fünf undzwanzigsten Zahrc. Sein Tamerlan war dasjenige, woraufer sich selbst das meiste einbildete. Dieses Stück wird jähr-lich den vicrcen und fünften November, als an den Ge-dächtnißtagcn der Pulvcrvcrschwörung und der Landung Kö-nig Milhelms III. in England gespiclct. Rorve schrieb auchein Lustspiel, welches aber keinen Beyfall fand. Er starbden 6 December 1718.

2. Joseph Aodison. Dieser ungemeine Schriftsteller verdienthier wegen seines bcrusscncn Tato eine Stelle; ob es gleichnicht wahr ist, daß dieser Caro, wie Voltaire sagt, für dieerste vernünftige (raiFonriadle) englische Tragödie zu halten,und ob er gleich auch bey weiten von der Vollkommenheitnicht ist, daß er vor allen andern den Deutschen so bekanntzu werden verdient hätte. Advison war gcbohrcn 1672; undsein Cato erschien zum erstenmale 1713. Er starb 1719.

3. U?illiam Tongreve; gcbohrcn gcgcn 1671 oder 72. Erward in Zrrland erzogen und studirtc zu Dublin . Seinerstes Lustspiel: luv olä Latclivlor kam 1693 auf das Thea-ter. Das einzige Trauerspiel, welches er geschrieben, zeiget,daß das Tragische seine Sache ganz und gar nicht gewesen.