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Theatralische Bibliothek.
eher durchaus nichts hergeben will, bis seine alten Rechnungenbezahlt waren; alles was er habe ausrichten können, wäre die-ses, daß er den Tractcur mit hergebracht, um selbst mit ihn,zu sprechen. Der Tractcur komm!: der Herr und der Bedientebitten ihn lcise und thun ihm alle mögliche Versprechungen; erbleibt unerbittlich. Seine Gcbictcrin wird unterdessen ungedul-dig, siehet nach ihrer Uhr und findct, daß sie stehen gebliebenist; sie gicbt sie dem Spieler, um von ihm zu erfahren, ob siewirklich nicht gehe. Dcr Spieler nimt sie und wendet sichwieder zu dem Tractcur, um ihn, wo möglich, noch zu bewe-gen; dieser aber, als cr die Uhr sieht, fragt ihn geschwind, ober sic ihm zum Untcrpfande gcbcn wolle? Dcr Spieler hältdiesen Einfall für eine Eingebung, und sieht sich auf einmalaus seiner Verwirrung. Er gicbt ihm die Uhr sogleich, wendetsich zu seiner Gebieterin, und sagt ihr, daß ihre Uhr wirklichstehen geblieben sey; wenn sic cs abcr für gut befände, so wolleer sie diesem Manne (indem cr auf den Tractcur zcigct) mitgeben, welcher ohne Zweifel der geschickteste Uhrmacher in demganzen Reiche sey. Das junge Fraucnzimmcr ist cs zufrieden,und dcr Spiclcr läßt die Uhr dem Tractcur mit dcn Worten,daß er sie morgen früh nur wieder bringen und seine Bezah-lung sogleich dafür erhalten solle.
Zn dem ersten Auftritte des dritten Auszuges sieht man dcnSpiclcr voller Verzweiflung; nachdem cr sich so lange zwingenmüssen, und sich nun allein befindet, fängt cr scin übles Glück,nach aller Bequemlichkeit, an, zu verwünschen und zu verfluchen.Harlcquin, als ein redlicher Diener, nimt sich die Freyheit,ihm wcgcn scincr Aufführung Vorstellungen zu machen; alleincr fällt ihm so gleich ins Wort, und versichert auf das theu-rcstc, daß cr nunmchr fest beschlossen habe, niemals wieder zuspielen; nach diesem Entschlüsse fühle cr sich auch wieder in dcrvollkommcnstcn Ruhe; in eben dem Augenblicke abcr verrathenseine Gcbchrdcn und seine Augen eine innere Verzweiflung, dieseinem Vorgeben widerspricht. Unterdessen nimt cr sich dochvor, um die müßige Zeit, die er sonst auf das Spiel verwandt,anderwcrts anzuwenden, sich auf die Poesie zu lege». Nach-dem cr die verschiedenen Gattungen derselben erwogen, so wählt